Die„Schwerter Zeitung“ erscheint wöchentlich sechs mal. Bezugspreis wöchentl. 45 Pfg.(einschl. Trägerlohn). Einzelnummer 10 Pfg. Geschäftsstelle Gr. Marktstraße 3—s. Postscheckkonten: Dortmund 2852 und Hannover 21874. Verantwortlich. Hauptschriftleiter: Heinz Friedrich Kamecke. Verantwortl. für d. gesamt. Texteil: Heinz Friedrich Kamecke. Für den Anzeigenteil: Hans Linner; sämtlich in Schwerte. Druck u. Verlag: Carl Braus, Schwerte=Ruhr.— Tel. 2770 — * Hehwerter Zeimatblatt Anzeigenpreise: Für die sechsgespaltene Millimeterzeile(46 mm breit) 6 Pfg. Familien=, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4 Pfg. Reklame: Millimeterzeile 20 Pfg. Nachlässe nach Tarif 9 a. Für telefon. aufgegeb. Inserate übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorhergeseh. Betriebsstörung., hervorgerufen durch höh. Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr, für pünktl. Erscheinen d. Zeitung u. kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erhoben werden. in Schwerte. Druck u. Verlag: Carl Braus, Schwerte=Ruhr.— Tel. 2770* Hehwerter Beimatblatts Tageblatt für die Htadt Hehwerte, die Amter Westhosen? Ergste. Einzige in Hchwerte gedruckte Tageszeitung 67. Jahrgang Genf Tespeicht die Rauhneberung der Saur Zusammentritt des Völkerbundsrates- Deutschland und die Nichtabstimmungsberechtigten Aloisi berichtet Der Völkerbundsrat in Genf ist Mittwoch nachmittag 4 Uhr unter dem Vorsitz des portugiesischen Delegierten Vasconellos zunächst zu einer nichtöffentlichen Sitzung zusammengetreten. Wie verlautet, wurde ohne Aussprache der Antrag des Präsidenten angenommen, die ungarisch=südslawische Angelegenheit dringlich zu behandeln, d. h. auf die Tagesordnung der gegenwärtigen Tagung zu setzen. Gegen 16,45 Uhr begann die öffentliche Sitzung des Völkerbundsrates. In seiner öffentlichen Sitzung, die unter dem Vorsitz des tschechoslowakischen Außenministers Dr. Benesch stattfand, hat sich der Völkerbundsrat mit dem Bericht des Saarausschusses beschäftigt. Der Berichterstatter Baron Aloisi erklärte, da der Bericht eben erst an die Delegierten verteilt worden sei, wolle er ihnen Zeit zu weiterer Prüfung lassen. Schon jetzt aber wolle er den Geist, in dem der Ausschuß seine Aufgabe erfüllt habe, zum Ausdruck bringen. Er habe schon im Juni darauf hingewiesen, daß das Komitee den größten Wert auf die Mitarbeit Deutschlands und Frankreichs lege. Bei der Regelung der verwickelten und heiklen Frage, die der Ausschuß jetzt zu lösen habe, sei die gleiche Methode befolgt worden. Die deutsche und die französische Regierung seien dem Wunsche des Ausschusses in einem Geist entgegengekommen, der seine Arbeiten wesentlich erleichtert habe. Es seien eine Reihe praktischer Lösungen erzielt worden, die den Vorzug hätten, auf Vereinbarungen der beiden Regierungen zu beruhen. Hoffentlich würden die jetzigen Arbeiten des Ausschusses die Entschließungen erleichtern, die der Völkerbundsrat nach der Volksabstimmung zu treffen haben werde. Der französische Außenminister Laval schloß sich der Anregung Aloisi an, daß erst Donnerstag in die eigentliche Beratung des Berichts eingetreten werden solle, bemerkte aber, er wolle schon jetzt erklären, daß die Regierung der französischen Republik den Schlußfolgerungen des vorgelegten Berichts vollkommen zustimme. In dem gleichen Sinne äußerte sich der englische Delegierte Eden. Demgemäß wird die öffentliche Aussprache über den Saarbericht Donnerstag vormittag fortgesetzt werden. Knox in der Geheimsitzung Zwischen den öffentlichen Sitzungen des Völkerbundsrats am Mittwochnachmittag fand eine geheime Ratssitzung in den Räumen des Generalsekretärs Avenol statt. Wie man hört, ist diese Sitzung auf Ersuchen von Knox einberufen worden, der mit den Mitgliedern des Völkerbundsrates über die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung im Saargebiet, also vor allem über die Polizeifrage, sprechen wollte. Es heißt, daß bei dieser Gelegenheit auch wieder die Frage der Bereitstellung französischer Truppen besprochen worden sei, wobei auch Laval das Wort ergriffen habe. Der römische Saar-Bericht Der Bericht des Dreier=Ausschusses, der um die Mittagszeit des Mittwoch den Mitgliedern des Völkerbundsrates übergeben worden ist, zerfällt in zwei Hauptteile. Der erste Teil enthält eine Reihe von wichtigen Punkten: a) Definition des vertraglichen Rahmens. b) Staatsangehörigkeit der Saar=Einwohner und Optionsrecht, c) Ausdehnung der Garantie auf die Nichtabstimmungsberechtigten, d) Behandlung der SaarEinwohner nach der Einführung des endgültigen Regimes. e) Sozialversicherung, f) Saarbeamte. Der zweite Hauptteil bezieht sich auf die Finanz= und Bergwerksfragen. Die Anlagen sind: 1) Schriftwechsel zwischen dem Vorsitzenden des Dreier=Komitees und der deutschen und französischen Regierung über die Ausdehnung der Garantie auf die RichtabstimSoziale Tat der Krupp=Werke Jamilie Krupp verzichtet auf Dividende zugunsten der Gefolgschaft Staatsrat Josef Wagner Die Leitung der Krupp=Werke veröffentlicht, folgende Bekanntmachung an die Gefolgschaft: „Nach langer verlustreicher Krisenzeit hat sich im verflossenen Geschäftsjahr der Beschäftigungsgrad der meisten unserer Betriebe und damit auch ihre Wirtschaftlichkeit weiter gebessert. Wenn auch bei einigen unserer Werke noch Verluste entstanden sind, so wird doch das Geschäftsergebnis der Firma im ganzen genommen erstmalig einen bescheidenen Gewinn ausweisen. Die Ausschüttung einer Dividende soll— dem Wunsche der Familie entsprechend— nicht erfolgen, sondern der Gewinn zur inneren Stärkung der Firma verwendet werden. Wir wolkommissarischer Gauleiter von Schlesien Die RSK meldet: Der Führer hat den Gauleiter des Gaues Westfalen=Süd, Josef Wagner, Bochum, kommissarisch mit der Führung des Gaues Schlesien der RSDAP betraut. In der Leitung des Gaues Westfalen=Süd wird hierdurch kein Wechsel eintreten. len jedoch unsere Gefolgschaft an dem besseren wirtschaftlichen Ergebnis unserer Arbeit teilnehmen lassen, indem wir den Werksangehörigen unseres Gesamtunternehmens einmalig— in Anerkennung ihrer besonderen Leistungen im vergangenen Geschäftsjahr— eine besondere Zahlung zuweisen, deren Höhe sich nach der Sie beträigh süe Rebeise 10 bs. 0 Mork und Iinanzelle Fragen und Grubenstagen für Angestellte 10 bis 25 Prozent des Monatseinkommens. Als Stichtag für die Berechnung gilt der 30. September 1934. Empfangsberech= tigt sind nur Gefolgschaftsmitglieder, die am Zahltage noch in unseren Diensten stehen. Wrort Grwaltatt der Snader Die Familiennamen der Memelländer werden litauisiert Die Litauische Telegraphen=Agentur veröffentlicht eine Verordnung des Memeldirektoriums über die Schreibweise von Vor= und Zunamen der Bewohner des Memelgebietes. Aus der Meldung ist dabei nicht ersichtlich, ob diese Verordnung vom zurückgetretenen Direktorium Reisgys oder vom neuen Direktorium Bruvelaitis stammt. Nach dieser Verordnung müssen die Vor= und Zunamen in Zukunft in amtlichen Urkunden und im amtlichen Schriftverkehr nach den Regeln der litauischen Rechtschreibung geschrieben werden. Zusätzlich werden in amtlichen Urkunden die Vor= und Zunamen der bisherigen Schreibart in Klammern gesetzt. Im Einzelnen gelten für die Schreibweise folgende Richtlinien: Vor= und Zunamen mit litauischen Stämmen müssen litauisch ausgesprochen und betont werden; aber auch alle Vorund Zunamen nichtlitauischer Herkunft müssen mit litauischen Endungen geschrieben werden. Wenn der Vorname nichtlitauischer Herkunft auch in der litauischen Sprache gebraucht wird, so werden solche Namen in litauischer Sprache geschrieben.(z. B. Fritz= Frikams) Diese Verordnung bezieht sich nicht auf Personen, die im Besitz großlitauischer Personalausweise sind. Dieser neue Gewaltakt wird unter dem Gesichtspunkt zu werten sein, daß eines Tages nach den bekannten Methoden der Litauer festgestellt wird, nunmehr gebe es überhaupt keine deutschstämmigen Memelländer mehr, sondern laut Eintragung in die amtlichen Listen nur noch litauische; infolgedessen habe auch das autonome Statut mit allen Vorrechten der Memelländer seine Bedeutung verloren. Shrenkarte und die Kreieleitung der verleiben diese Ehrenkarte der Mutter: Für di= deussche PeBollendo Gur die beutsche ia# „ Mutter= 19 in unn ume Der nationalsozialiltische achlet und ehrt die deuische. • Muhrae. Sie ist der ewige Lebenequell unseres Bolkes! Eine Ehrenkarte für Mütter ist von der ostvreußischen Stadt Pr.=Holland geschaffen worden. Dort erhalten alle Mütter mit drei oder mehr Kindern unter 14 Jahren eine Ehrenkarte, deren Inhaberin besondere Vergünstigungen im öffentlichen Leben genießt. mungsberechtigten, 2) ein entsprechender Schriftwechsel über gewisse Rechte der Saar=Bevölkerung nach der Rückgliederung, 3) das deutschfranzösische Abkommen über Finanzfragen. Der Bericht des Ausschusses beginnt mit der wichtigen durch die Barthou=Denkschrift vom 31. Juli aufgeworfenen Frage. der Definition des Status quo. Aus den sehr eingehenden juristischen Ausführungen des Berichtes ergibt sich, daß für den Fall einer Entscheidung zugunsten des Status quo der Völkerbund nur die im Vertrage vorgesehenen Befugnisse hinsichtlich der Ueberführung eines vorläufigen Zustandes in einen endgültigen besitzen würde. Der Völkerbund würde in diesem Fall die Souveränität über das Saargebiet erlangen, über die er nur insoweit verfügen könnte, als es mit den vertraglichen Bestimmungen und den Voraussetzungen vereinbar ist, unter denen sie ihm übertragen wurden. Aus dem Bericht des Dreier=Ausschusses ergibt sich mit voller Klarheit, daß der Völkerbundsrat darauf verzichtet hat, schon jetzt Einzelheiten über das etwoige endgültige Regime im Sinne des Status quo festzusetzen. Eine zweite Abstimmung is nicht vorgesehen. Der Bericht geht in diesem Abschnitt ausführlich auf die Vorverhandlungen ein und auf die zwischen den beiden Regierungen herbeigeführte Einigung durch Vermittlung des Unterausschusses des Finanzausschusses. Die beiden Regierungen haben ein Abkommen getroffen, das die wichtigsten wirtschaftlichen und finanziellen Fragen regelt, die unter der Annahme ins Auge gefaßt werden mußten, wie sie im Absatz e des§ 35 des Anhanges des Versailler Vertrages(Rückgliederung an Deutschland) vorgesehen ist. Der Text dieses am 3. Dezember in Rom unterzeichneten Abkommens wird in einer Anlage 3 beigefügt. Dieses Abkommen bezieht sich auf die folgenden Punkte: a) Handelskredite, b) Zwischenzustand, c) Forderungen des französischen Schatzamtes, d) Schulden des Saargebietes, die durch die Regierungskommission gebilligt sind, e) die Art der Zurückziehung der Noten der Bank von Frankreich und der anderen fremden Währungsmittel im Saargebiet. Im Einverständnis mit den beiden Regierungen und auf ihre Bitte unterbreitet der Präsident Aloisi dem Rat einen Entschließungsentwurf, der die bereits bekannte Regelung der finanziellen und wirtschaftlichen Verhältnisse enthält. Im übrigen trägt Präsident Aloisi vor, daß schon jetzt eine Mindestzeit für den Uebergangszustand festgesetzt wird, für den Fall, daß das Gebiet an Deutschland fällt. Der Dreierausschuß schlägt vor, daß dieser Zwischenzustand auf keinen Fall kürzer als ein Monat ist. Tatsächlich ergeben sich überhaupt nur im Falle der Rückgliederung an Deutschland wichtige finanzielle Fragen. Mit dem Finanzausschuß ist das Dreierkomitee der Meinung, daß für den Fall der Uebergabe des Gebietes an Frankreich oder der Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Regimes es leicht sein würde, die Einzelheiten einer dann notwendigen finanziellen Regelung festzusetzen. Der Briefwechsel Aloisi- Neurath Unter den im Bericht des Dreier=Ausschusses für die Saarabstimmung erwähnten Anlagen befindet sich ein Briefwechsel zwischen dem Vorsitzenden des Ausschusses, Baron Aloisi, und dem Reichsaußenminister Freiherr von Neurath. Auf die Frage des Barons Aloisi, in welcher Weise die deutsche Regierung bereit, sein würde, die Vorteile und Verpflichtungen, die sie in der Erklärung vom 2. Juli 1934 hinsichtlich der Stimmberechtigten übernommen hat, auf die nichtabstimmungsberechtigten Bewohner des Soargebietes auszudehnen, antwortete der Reichsaußenminister mit einer unter nachstehenden 4 Punkten aufgeführten Erklärung: 1. Die deutsche Regierung verpflichtet sich, das hinsichtlich der nichtabstimmungsberechtigten Bewohner des Saargebietes keine Verfolgungen, Vergeltungsmaßnahmen oder Schlechter=Stellungen wegen der politischen Haltung stattfinden, die diese Personen während der Verwaltung durch den Völkerbund mit Beziehung auf den Gegenstand der Volksbefragung eingenommen haben. Sie wird alle geeigneten Maßnahmen treffen, um jede der vorstehenden Verpflichtungen zuwiderlaufende Handlung ihrer Staatsangehörigen zu verhindern oder ihr Einhalt zu gebieten 2. Wenn ein Streit zwischen Deutschland und einem Mitglied des Völkerbundsrats über die wird deser Streit gemöß ben ziehzeim griegigung Haager Abkommens zur frieorrnhg 18. Ottober ev, domt beter Mazrahmen entscheidet. Aupervder zaß dag Aösimnunge Ober Obergericht Beschwerde einlegen, wenn er wegen seiner während der Verwaltung des Gebietes durch den Völkerbund mit der Beziehung auf Gegenstand der Volksbefragung eingenommenen poltichen Haltung eine Vezigsezte, zellunger. geltungsmaßnahme oder eine Schlchter u re. litten hat. Die Beschwerde wird nur zugelassen, wenn sie sich auf eine im Saargebiet begangene Handlung oder auf eine Entscheidung von Behörden bezieht, die im Saargebiet oder in den Bezirken bestehen, denen Teile dieses Gebietes angeschlossen werden. b) Das Gericht kann über die Beschwerden entund alle Maßnahmen wegen angemessener Wiedergutmachung geldlicher oder sonstiger Art anordnen, keine Entscheidung, selbst gerichtlicher Art, die unter die vorgenannten Bedingungen fällt, kann gegen die Entscheidung des A stimmungs=Obergerichts Geltung beanspruchen. Falis ein nichtabstimmungsberegtrage, H: wohner des Saargebsets von einegugergalg deg gungs. oder Verwaltungsbehörde außerha## des Saargebietes in der erwähnten Weise verfolgt wird, kann er unter denselben Bedingungen beim Abstimmungs-Obergericht eine Entscheidung darüber beantragen ob die Verfolgung im Widerden in dieser Erklärung übernommenen Verpflichtungen steht. Die Verfolgung ist bis zur Entscheidung des Obergerichts auszusetzen und wenn dessen Entscheidung es mit sich bringt, einzustellen. Die deutsche Regierung verpflichtet sich, alle Vorkehrungen zu treffen, um die Ausfüyrung der Entscheidungen zu sichern, die unter den vorstehend festgelegten Bedingungen ergehen. 4. Im Sinne der vorstehenden Bestimmungen gilt als„Bewohner“ jede Person, die am 13. nuar 1935 seit mindestens drei Jah ren ihren Wohnsitz im Saargebiet hat. Auf die Anfrage des Vorsitzenden des Ausschusses, wie die Regierung den Uebergang vom gegenwärtigen in das neue Regime zu erleichtern gedenke, antwortete der Reichzrußenmin.ster mit folgender Erklärung: 1. Den am heutigen Tage im Saargebiet woonhaften Personen, die das Gebiet verlassen wollen, steht es völlig frei, ihren dortigen Grundbesitz zu behalten oder zu verkaufen und ihr bewcgliches Vermögen abgabenfrei mitzunehmen. Den Vorteil der vorstehenden Bestimmung können jedoch nur die Personen in Anspruch nehmen, die ihre Absicht, das Gebiet zu verlassen, innerhalb einer Frist von 6 Monaten, gerechnet von der Einführung des endaültigen Regimes an, in einer schriftlichen, an die zuständige Behörde gerichteten Erklärung mitteilen und die das Gebiet innerhalb der Frist von einem Jahre, gerechnet von demselben Zeitpunkt an, verlassen. Dr. Schacft arer die neurn Ersche Der Reichobankpräsident und kommissgrische Reichswirtschaftsminister Dr. Schaß;, en am Mittwochabend im Rundfunk über vie Gesetze zum Bank= und Kreditwesen. Er führte Auf dem Gebiete des Bank= und Kreditwesens hat das Reichskabinett in seiner letzten Sitzung drei Gesetze verabschiedet, die von einschneiden, der Bedeutung sind, die einen typischen Abruck nationalsozialistischer Wirtschaftsgesinnung bilden und die in ihrer Zweckbestimmung von einem einheitlichen Grundsatz getragen sinr. Grundsatz des nationalsozialistischen Staates ist, daß wir auf uns selbst gesteut, uns nur auf unsere eigenen Kräfte verlassen und alle Schwierigkeiten, denen wir Gegenhbgirch un deugsame grf. esten Prchftgiherwinden müer schlossenheit aretuinden müssen. Das Pumpim Ausland, dem in erster Linie wir unsere heutigen Devisen= und Rohstoffschwierigkeiten verdanken, hat aufgehört. Das öffentliche Geld wird nicht in unproduktiven und verschwenderischen Ausgaben vertan, sondern nach wirtschaft Geschopunten zung die Steuerschraube kerung und er veranlaßt nun durch dieses diejenigen, die einen besonders hohen Ertrag aus ihrem Unternehmen erzielen, einen ses Ertrages dem Staate für seine Arbei schaffungszwecke leihweise für eine vorübergehende Zeit zur Verfügung zu stellen. Das ist de Sinn des neuen Anleihestockgesetzes. Das zweite Gesetz, welches der Konzentr#: tion der deutschen Finanzeraf.. dienen soll, ist das Gesetz zur Neuordnung der deutschen Börsen, und zwar nicht der Warenbörsen, sondern der Wertpapierbörsen. Die Zahl der Börsen wird von 21 auf 9 berlingert. Auf diese Weise wird den lokalen Ansprüchen überall Genüge getan, aber gleichzeitig eine stärkere Zusammenfassung der Kapitalkräfte ermögDas dritte und bedeutendste Gesetz endlich ist das Gesetz zur Beaufsichtigung des Kreditgewerbes. Dieses Gesetz ist entstanden aus dem sogenannten Bankuntersuchungsausschuß, den der Führer und Reichskanzler gegen Ende vorigen Jahres angeordnet hatte. Als Sinn hermann Löns in seiner heide Der im Weltkriege gefallene und in fremder Erde bestattete Dichter Hermann Löns ist nunmehr in der deutschen Heimat, im Naturschutzgebiet in der sogenannten Löns=Heide, zwischen Soltau und Harburg, beigesetzt worden. Bevor der Morgen graute, wurde Hermann Löns durch einen SA.=Ehrensturm von Falling: bostel zur Beisetzungsstätte übergeführt und#### Sonnenaufgang in Weise in aller Stille, wie es dem Willen des Dichters entsprach, zur letzten Ruhe in seiner Hermann Löns, dem im Leben schon nach Ruhe Suchenden, ist nun nach 20 Jahren die ihm gebührende Ruhe in seiner Heibe. gepgghen g. schlichte Grabstätte wird von maßgerlicher Seile eine weihevolle Ausgestaltung erhalten. Es wird an dieser Stelle einer selbstverständlichen Forderung und Verpflichtung Ausdruck gegeben, nunmehr alle Fragen um die Beisetzung ruhen zu lassen und dafür in positiven Bekenntnis zu unserem Heimatdichter Hermann Löns, der Liebe zu seinen Werken, die unauslöschlich und ewig in unserer Heimat fortleben werden, sein Andenken zu ehren. gekommen. Das deutsche Volk feiert nicht, son= ses Gesetzes wiederum die Zusammenfasbnge in Sptove, ebracht halben, Jas un. IZusitzes wesertlich fnd, zuecknösige Arbeits Leistung, die im Dir haben unsere bießerige Leistung vol. Sichersellngeiner Barligusdtät im Intereseder bracht und einzig und allein durch den geglück Sparer und Geldgeber und ferner größere Publiten Versuch, alle finanziellen Kräfte, die in der zität der Bankbilanzen. deutschen Volkswirtschaft vorhanden Zrhgztaße, Das Gesetz sichert die Erreichung dieser Ziele vu erwochen, u be uine gote Ae gtig, buch de CErchtug, eseigsiglsen Miaserten schaffungsprogramm der Reichsregierung zu to. unter Beteiligung der einschlugegen zentrieren. Diese Einstellung aller Kräfte auf ein) mit dem Reichsbankprandenten als Vorsitzenden gemeinsames Ziel, das I,# gr. Jrundgedanke, der“ Zeben gerufen wird und den drei Gesetzen zugrunde tiegt.... Organ der jetzt schon bestehende Leichscommise rste Gesetz ist das sogen en drei Gesetzen zugrunde I. Lunannte Aplel. Das erste Geseh ist dus sogenannte antel hestock=Gesetz. Dieses Gesetz erlaubt künftig für eine Reihe von Jahren, nämlich für die Zeit, die Adolf Hitler für seine wirtschaftliche Wiederaufbaupolitik braucht, keine höhere BardividenWaugeitt brouch, zitalgesenscgaten uls Das Recht, das bewegliche Vermögen mitzunehmen, darf nicht in mißbräuchlicher oder betrügerischer Weise ausgeübt werden. Die Behörden können verlangen, daß jede Person, die das Saargebiet verläßt, ihr Eigentum an den Gegenständen und Werten, die sie mitzunehmen wünscht, durch eine feierliche eidesstattliche Erklärung nachweist. Andere Beweismittel können vorlangt werden, wenn die Art oder die Menge der mitzunehmenden Gegenstände und Werte begründeten Verdacht erregt, daß sie nicht der Person gehören, die die erwähnte Erklärung abgegeben hat Die vorstehenden Bestimmungen greifen in keiner Weise der deutschen Gesetzgebung auf dem Gebiete der Staatsangehörigkeit vor. 2. Für den in Absatz 2 des vorstehenden Paragraphen erwähnten Zeitraum eines Jahres werden die Bewohner des Saargebietes ohne Rücksicht auf ihre Staatsangehörigkeit keine Schlechterstellung wegen ihrer Sprache, Rasse oder Religion erfahren. Sie werden in dieser Beziehung rechtlich und tatsächlich die Behandlung und die Garantien genießen, die sich aus der gegenwärtig im Saargebiet geltenden Gesetzgebung ergeben. Um die Internationale Saarpolizei Frankreich, England und Italien stimmen zu In der öffentlichen Sitzung des Völkerbundsrates ersuchte der französische Außenminister Laval den Völkerbundsrat, zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung im Saargebiet durch den Völkerbund eine internationale Polizeitruppe einzusetzen, in der weder Deutschland noch Frankreich vertreten seien. Diesem Vorschlag stimmten Eden für England und Aloisi für Italien zu. Eden erklärte darüber hinaus, daß England bereit sei, ein Kontingent für die internationale Polizeitruppe zu stellen. Reichsminiser Dr. Goebbels bat an den Generalfeldmarschall von Mackensen ein Glückwunsch=Telegramm zum 85. Geburtstage gerichtet Auch Reichominister Seldte dat Glückwünsche ausgeiorachen. us aetven gerufen wird und bessegz, zgskoprustiee Prsr:—#rg schon bestehende Reichstomm!, für das Bankgewerbe wird. Diesem Aussichtsamt sind alle notwendigen Befugnisse eingeräumt, die die Durchführung der Ziele ermögaubaupoltit, broycht, erizge, Döhors, Kardlusbeg Damit wird die Führung des deutschen Pank. de ausschüttung bei Rapttttgz=#en######g.#is 8 und Kreditwesens im nationatsozialistischen Geist Prozent, wenn diese Gesellschaften fruger schon für die weitere Zukunft gewährleistet und der 8 Prozent oder mehr Prozent Dividende gege= heutsche Sparer und Geldeinleger weiß damit, ben haben, und von nicht mehr als 6 Prozent, daß ihm künftig die größtmögliche Sicherheit für wenn sie auch vorher nicht mehr als 6 Prozent sein Eigentum gegeben ist. Diwidende gegeben haben. Alles, was mehr als„„mine deutschen Volsgenosen, erwächst 6 bezw. 8 Prozent an Dividende ausgeschüttet) So,— diesen Gesetzen, die sich mit sehr matewerden sol, mutz in Reichsanleihe oder veichs, riessen Dingen beschäftigen, jenes Gefühl der sarantierter Anleihe angelegt werden. Es wird Zusammengehörigkeit von Volk und Staat, ohne durch diese Gesetzesregelung dem einzelnen Au, bag keine Nation sich in der Welt behaupten tionär, also auch keinem Alttentner und keiger kann. Ihnen allen wird die große Aufgabe zuBitwe, die vielleicht von olchen Divitenden die teil, jeder in seinem Kreis mitzuwirken, daß Ordben, ihr Eigentum weggenommen; best wer, nung und Sicherheit dauernde Bestandteile unReichsanleihen, die mit dem Gelde gelaug.—. wirtschaftlichen Lebens werden, auf daß den, das über 6 bezw. 8 Prozent ausgrschüttet der Bestand unserer Familie, der Bestand unse. vird, verbleiben im Eigentum ve gesttionäte, reg Volles, festgegründet sei und seine Entwickund er kann sich darauf jederzeit brin leihen, lung nicht zurückgeworfen wird. Dieses Ziel penn er in Rot ist. Aber De Zweabes gtggteg rönnen vie nur erreichen, wenn wir uns immer des Geldes wird im Sinye der Aot be„aucht bewußt bleiben, daß wir unser persönliches Schickenv Fransering des Arbeitobeschaf sal nur scherseig ae Felige enn wir das Der Kirchenkampf in Die mexikanische Zeitung„Palabra“ meldet aus Queretaro die Wiedereröffnung von drei Kirchen. Allerdings sei den Priestern laubt worden, darin zu amtieren. Das Blatt berichtet ferner, daß die von der antiklerikalen Liga beschlossene Ausweisung von Priestern andauere. Zahlreiche Geistliche hätter gseg, Stg Queretaro verlassen, darunter der Bischof. Protestanten seien unbehelligt geblieben. Gasausbruch in einer Saargrube 15 Vergleute gasvergiftet In der Grube Kamphausen bei Fischbach (Saargebiet) traten am Dienstag Kohlengend: gase in einem solchen Umfange auf, daß 19 Ter. leute Gasvergiftungen erlitten und ins Krankenhaus gebracht werden mußten. Die Vergiftungen sind sämtlich leichter Natur, und die meisten Verunglückten konnten bereits wieder entlassen werden. Riagara=Fälle durch Felssturz verenger: Nachdem erst in den letzten Monaten Der garafall durch Abbröckeln von riesigen Feismassen sich verengert hatte, löste sich dieser Tage ei etwa 60 Fuß langer und 100 Fuß breiter Felsblock im Gewicht von etwa 200000 Tonnen los und stürzte mit ungeheurem Getöse die Fälle hinNaturgemäß sind die Konturen der Niagaraab. saturgellug, nitt die Konturen der Niagarafälle dadurch erheblich verengert worden. Feuer in kalifornischem Filmatelier 15 Verletzte In dem Filmatelier der Firma Warner Brothers in Burbank(Kalifornien) brach ein gefährlicher Brand aus, der nur mit großen Schwierigkeiten gelöscht werden konnte. 15 Personen erlitten zum Teil erhebliche Brandwunden, der Schaden ist sehr groß. Flieger Ulm verschwunden Nach SOS=Rufen Der Flieger Ulm, der von Kalifornten zu einem Pazifikflug nach Australien aufgestiegen war, hat SOS=Rufe ausgeschickt, da er infolge Benzinmangels genötigt sei, auf dem Meere niederzugehen Das Flugzeug ist trotz umfangreicher Nachsuche bis jetzt noch nicht gefunden worden. Um das Schicksal des Fliegers ist mon in ernster Sorge. Minister und Staatssekretäre sammeln Der„Tag der nationalen Solidarität“ darauf hingewiesen worden, daß Tarifordnungen habe ich feststellen müssen, daß es immer noch Am Sonnabend, dem„Tag der nationalen Solidarität“, sammeln die Reichsminister Dr. Goebbels und Ministerpräsident Göring vor dem Hotel Adlon Unter den Linden. Frau Dr. Goebbels sammelt auf dem Potsdamer Platz vor dem Columbus=Haus. Unter den Linden vom Brandenburger Tor bis zur Staatsoper sammeln u. a. Obergruppenführer Brückner, Gruppenführer Schaub und Pressechef Dr. Dietrich. Por dem Berliner Rathaus wird Oberbürgermeister Dr. Sahm Gaben für die Winterhilfe entgegennehmen, während Staatssekretär Lammers am Bahnhof Zoo und Staatssekretär Meißner an der Gedächtniskirche Spenden in Empfang nehmen. Winterhilfswerk an der Börse Dr. Schacht sammelt Mit Rücksicht auf die am„Tage der nationalen Solidarität“ an der Börse stattfindende Sammlung für das Winterhilfswerk werden auch der Getreidegroßmarkt und die Metallbörse am Sonnabend, 8 Dezember 1934, in der Zeit von 11.30 bis 13.00 Uhr Börsenversammlungen abhalten. Im übrigen wird die Sammlung an der Börse unter Führung des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht vor sich gehen, der sich persönlich an der Sammlung beteiligen wird. Strafe für untertarifliche Bezahlung ! Der Sondertreuhänder der Heimarbeit in der Lederwaren=, Reise=, Sportartikel= und Ausrüstungsindustrie veröffentlicht durch das Presseund Propagandaamt der DaF eine Bekanntmachung, in der es u. a. heißt: Es ist wiederholt von maßgeblichen Stellen Von riesigen Ueberschwemmungen heimgesucht unbedingt eingehalten werden müssen. Trobden) Die mexsianische Stadt Pichnealeo(Staat Ehie e a e## zustrie pas) wurde von furchtporgn, Woltenbrüchen heim: enge Vetriegstiger in der aederworenindustr, gesicht. Der größte Leiz ver Sakt. erOffenbacher Gebietes gibt, die glauben, s9 schwemmt. Zahlreiche Häuser wurden suzuet deschädigt. Der Ernteschaden ist riesengroß. Sämtliche Verbindungen mit der vom Unwetter betroffenen Gegend sind unterbrochen. des Essenbacher eronns zu!## gefee, sich über die tariflichen Bestimmungen hinwegsetzen zu können. Zur Beseitigung der durch die untertarifliche Entgeltzahlung in einer außerordentlichen Ausnutzung der Arbeitskraft in Erscheinung tretenden Mißstände in der Lederwarenheimar: beit sehe ich mich nunmehr genötigt, von allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln Gebrauch zu machen. Ich habe daher gegen drei Lederwarenfirmen im Kreise Offenbach, die an sie ergangene Aufforderungen zur Nachzahlung zu wenig gezahlter Heimarbeiter=Entgelte nicht oder noch nicht in genügendem Maße nachgekommen sind, Verzugsbußen in Höhe von 100 bis 1000 RM. und gegen eine Firma in der Stadt Offenbach aus deri gleichen Grunde eine Verzugsbuße von 10000 RM. festgesetzt. Neuer Paktplan Italiens? „Paris Soir“ meldet aus Rom: In politischen Kreisen von Rom ist das Gerücht verbreitet, daß die italienische Regierung beabsichtige, sämtliche: Mächten ein internationales Abkommen über dei Abschluß eines allgemeinen Freundschafts= und Neutralitätsvertrages zwischen famtlichen europäischen Staaten vorzuschlagen. Dieses Abkommen soll für zehn Jahre gelten. Der Pakt würde auf dem Grundsatz der meisten ähnlichen, bereito für viele Länder geltenden Verträge aufgebaut sein. Man erklärt, daß das Haupthindernis gegen den Plan von Ungarn kommen würde, ca Ungarn nicht geneigt wäre, für zehn Jahre sich auf den Status quo festzulegen. In wenigen Die große Kundgebung der Reichskulturkammer im Berliner Sportvalast am Donnerstag. 6. Dezember. 20 bis 21.30 Uhr. wird von allen deutschen Sendern übertragen. Es spricht Porchaminister Dr. Gaebbels. Der Reichsverband deutscher Offiziere hat dem Generalfeldmarschall von Mackensen anläßlich seines 85. Geburtstages ein Glückwunschschreiben übersandt. Im Zusammenhang mit der Ermordung Kirows wird am 13. Dezember gegen 73 Angeklagte ein Prozeß wegen Hochverrats und Vorbereitung terroristischer Akte gegen die Regi rung beginnen. Allen Angeklagten droht die Todesstrafe. In der volnischen Presse wird der Abschluß des Saarabkommens allgemein als ein großer außenpolitischer Erfolg des Führers angesehen. Die Pariser Mittwoch= Morgenblätter beschäftigen sich immer noch ausführlich mit der Saarfrage.„Echo de Paris“ und„Matin“ wersen der französischen Abordnung übergroßes Entgegenkommen gegenüber Deutschland vor. Der kriegeblinde sranzösische Abgeordnete Scavin! setzt sich im„Oeuvre“ erneut für deutsch=französische Verhandlungen ein Nr. 285(Zweites Blaty) 6. Dezember 1934 „Schwerter Zeitung“ T d Angr Peh Schwerte(Ruhr), Donnerstag den 6. Dez. 1934 Cagesspruch Ohne Aufopferung läßt sich keine Freundschaft denken. Johann Wolfgang von Goethe. Vom Wetter Ueber Deutschland liegen, mit Ausnahme von Ostpreußen, die Temperaturen schon wieder zwischen 8 und 11 Grad, Oßpreußen verzeichnete dagegen unter dem Einfluß kälterer Kontinentalluft während der vergangenen Nacht einen Temperaturrückgang bis nah an den Gefrierpunkt. Der Sturmwirbel verlagert sich unter Energieabnahme langsam nordostwärts, so daß Westdeutschland noch in seinem Strömungsbereich verbleibt, später können auf seiner Rückseite Kaltluftmassen bis nach Mitteleuropa gelangen. Wetteraussichten für Donnerstag: Mäßige südwestliche, später westliche Winde, wechselnde, aber starke Bewölkung mit Regenschauern, etwas kälter. Wetteraussichten für Freitag: Bei südwestlichen bis westlichen Winden wolkig und noch nicht ganz niederschlagsfrei, zeitweise stark aufgeheitert, wenig Temperaturänderung. : Goldene Hochzeit. Am heutigen Tage feiert der Invalide Heinrich Luttropp mit seiner Frau Gemahlin, Elisabeth geb. Herbold, wohnhaft in Schwerte, Kuhstraße 38, das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Dem geschätzten Jubelpaare zum hohen Familienfeste auch unseren herzlichsten Glück= und Segenswunsch! Da die Jubelbraut heute gleichzeitig ihren 78. Geburtstag feiern kann, ist die Freude im Hochzeitshause doppelt groß. Mögen dem Ehepaare noch viele goldene Jahre schöner Gemeinsamkeit beschieden sein! Die Verkehrsinsel auf dem Königsplatz erweist sich bei dem nassen Wetter als ein Sammelbecken von Wasser. Eine derartige Badewanne wirkt bei Ueberschreitung der Verbandsstraße als verkehrshindernd, da sich die Passanten keine nassen Füße holen wollen. Es wäre zu wünschen, wenn man der mit recht hier angelegten Verkehrsinsel eine leichte Rundung geben würde, damit das Wasser ablaufen kann. Nikolaus, der Wundertäter, der leere Kinderstrümpfe(abends vors Fenster gehängt) über Nacht mit süßen Leckereien füllt, im übrigen aber mit Knecht Ruprecht nichts gemein hat, hat heute am 6. Dezember seinen nach ihm benannten Tag. Vortrag. Im Kneip=Bund, Ortsgruppe Schwerte, spricht heute abend Frl. Stang über„Wege zur Volksgesundheit, heiße und kalte Bäder!“ Mit diesem Vortrag beweist der Kneip=Bund sein Bestreben, mitzuhelfen, unser Volk gesund und leistungsfähig zu erhalten. Gerade jetzt, in den Tagen der unzähligen Erkrankungen, wird dieser Vortrag begrüßt.(Siehe Inserat). . Das Befinden der verletzten SA=Männer, die am Buß= und Bettag beim 25=Kilometer= Gepäckmarsch zur Erringung des SA=Sportabzeichens hinter Haus Villigst von einem Lastzug angefahren wurden, ist glücklicherweise Neue Gärtnerfachschule(Gärtner=Berufsschule) im Tandrreis Fseriohn Errichter Schwerte, 4. Dez. Einer Anregung der Gärtnerfachschaft und der Kreisbauernschaft des Kreises Iserlohn folgend, hat die Kreisverwaltung Iserlohn inzwischen eine eigene Berufsschule für die gärtnerische Berufs=Nachwuchs aus dem Kreisgebiet errichtet. Damit hat der Kreis Iserlohn einem schon lange gebegten Wunsche aus Fachkreisen entsprochen und den jungen Gärtnern und Lehrlingen aus seinem Kreisgebiet die Möglichkeit geschaffen, ihre theoretische Berufsausbildung die sie bisher in den auswärtigen Gärtnerschulen in Hagen und Unna suchen mußten, im Kreise selbst zu erhalten. Die Schuleinrichtung ist der bäuerlichen Werkschule(Landwirtschaftsschuse) in Letmathe angegliedert. Es stehen daher den jungen Gärtnern die reichhaltigen Lehr= und Lernmittel sowie das Anschauungsmaterial dieser Anstalt zur Vertiefung ihres fachlichen Wissens zur Verfügung. Ein Blick auf den Lehrstoffplan der Gärtnerfachschule führt unmittelbar in das reiche Arbeitsfeld dieser neuen Schuleinrichtung und legt Zeugnis ab von einem weiteren Fortschritt auf dem Gebiete der Berufsertüchtigung. Als wichtigste Lehrfächer seien genannt: nationalsozialistische Volks= und Staatskunde, Aufbau des Reichsnährstandes und seiner Fachschaften, gärtnerische Botanik, chemische Grundsätze und Begriffe, gärtnerische Boden= und Düngerlehre. Obstbau und Baumschulbetrieb, Feld= und Treibgemüsebau, Schädlingsbekämpfung, die Kultur gärtnerischer Marktpflanzen, weiter das Gebiet der gärtnerischen Betriebsführung Voranschläge und Schriftverkehr einschließlich Buchführung, Feldmessen, Konstruktionszeichnen und Entwerfen von Gartenplänen usw. Das Lehrstoffgebiet wird in 3 aufeinanderfolgenden Winterhalbjahren an je zwei Nachmittagen in der Woche verarbeitet und schließt dann mit der Gärtnergehilfenprüfung ab. Die inzwischen von dem Herrn Regierungspräsidenten Arnsberg genehmigte Kreissatzung, recht gut. Der SA=Mann August Cöppicus vom Nachrichtensturm, der eine Quetschung erlitten hatte, konnte schon aus dem katholischen Krankenhaus entlassen werden. Der SA=Mann Comes vom Sturm 22/329, der einen Schädelbruch erlitten hatte und etwa 10 Tage kein rechtes Bewußtsein hatte, befindet sich jetzt nach Ueberwindung der Krise auf dem Wege der Genesung. Truppführer Heinrich Kölling vom Nachrichtensturm und SA=Mann Eustav Hofschulte, die beide Quetschungen davontrugen, liegen noch im Krankenhaus und befinden sich bereits auf dem Wege der völligen Ausheilung, sodaß sie in den nächsten Tagen das Krankenhaus verlassen können. Die verletzten SA=Männer erhielten nicht nur von den SA=Kameraden bis hinauf zum Sturmbannführer und Standartenführer oftmaligen Besuch, sondern auch aus den Kreisen der Bevölkerung, die ihnen Blumen und Erfrischungen aller Art brachten. Das herzliche Verhältnis der Schwerter Bevölkerung zur SA. kam hier deutlich zum Ausdruck. . Wegen Tierquälerei zur Anzeige gebracht wurde bei der Schwerter Polizeibehörde der in „Schnapsi“ besuchte die Redaktion der Schwerter Zeitung stecken in Schwerte die Männer mit Bärenkräften? Schwerte, 6. Dez. Am gestrigen Tage sprachen der Dompteur Willy und der syrische BraunSchnapsi“, in deren Begleitung sich Vorbär sitzen der Schramm vom Verein der Tierpark= Freunde Schwerte befand, bei der Redaktion der„Schwerter Zeitung“ in der Großen Markt= straße vor. Der Bär befand sich, wie angekündigt, auf seinem Propagandamarsch durch die alte Ruhrstadt, in deren Umgebung einst auch Bären ihre Höhlen hatten.(Siehe Ruhrtalmuseum). Der 3½ Zentner schwere Meister Petz richtete sich hoch auf und überragte seinen stattlichen Dompteur um einen halben Kopf. Es war, als bedanke sich das verständnisvolle Raubtier für die zweimalige Würdigung in unserer Zeitung. Sodann trabte„Schnapsi“. auf seinen nackten Sohlen weiter durch die Stadt, von einer schaulustigen Menge begleitet.— Eine besondere Sensation steht bevor.„Schnapsi“ fordert nämlich die Männerwelt von Schwerte und Umgebung für Samstagabend um 8 Uhr zu einem offenen Ringkampf heraus. Dem ehrlichen Sieger winkt eine Prämie von 500 Mark. Sollte sich kein Mann mit solchen Bärenkräften finden, so wird der Dompteur Willy in den Ring treten und den ungleichen Kampf mit dem braunen Ungetüm aufnehmen. Es ist wahrlich kein Vergnügen, von den Tatzen dieses Raubtieres Bekanntschaft zu machen. Uns ist nicht bekannt, welcher Preis „Schnapsi“ winkt, wenn er aus diesem Ringkampf als Sieger hervorgeht. Aber da er bereits festgestellt hat, daß das Bier in Schwerte süffig ist, so ist anzunehmen, daß ihm ein Stiefel Dortmunder Bieres sicher ist. Der Dompteur muß natürlich darauf achten, daß der Bär nicht vorher zuviel tankt, da ein Betrunkener nach den allgemeinen Sportregeln im Ring nicht zugelassen wird. Man kann auf den Kampf, der letzten Endes zum Aufbau des Schwerter Tierparks dienen soll, mit Spannung entgegensehen. betrefsend den Besuch der Gärtnerfortbildungsschule vom 2. November 1934, enthält für alle im Kreise Iserlohn beschäftigten Gärtnerlehr= linge und Gehilfen die Verpflichtung, die Fortbildungsschule regelmäßig zu besuchen. Diese Schulpflicht besteht für 3 auseinanderfolgende Winterhalbjahre und endet mit Schluß desjenigen Halbjahres, in dem der Fortbildungsschüler das 17. Lebensjahr vollendet hat. Schulpflichtige sind bei Vermeidung einer Geldstrafe zur Erfüllung ihrer Berufsschulpflicht gehalten. Die Unternehmer gärtnerischer Betriebe haben jeden von ihnen beschäftigten Gehilfen und Lehrling unverzüglich, im übrigen jedoch spätestens am 6. Tage nach der Einstellung bei dem Kreisausschuß des Kreises Iserlohn (Kreishaus) schriftlich oder zu Protokoll anzumelden. Verstöße hiergegen sind strafbar. Soweit eine Fortbildungsschulpflicht hiernach nicht besteht, können interessierte Personen auf Wunsch zur Teilnahme am Unterricht der Gärtnerfachschule zugelassen werden. Entsprechende Gesuche von solchen in Gärtnereibetrieben oder in der Landwirtschaft beschäftigten Volksgenossen müssen ebenfalls beim Kreisausschuß des Kreises Iserlohn(Kreishaus) eingereicht werden. Für die Unterrichtserteilung stehen qualifizierte Lehrkräfte zur Verfügung; sie verbürgen in jeder Hinsicht, eine gediegene Ausbildung des Berufsnachwuchses des Gärtnerfaches. So legt die neue Schuleinrichtung des Landkreises Iserlohn, an der sich voraussichtlich auch der Stadtkreis Iserlohn beteiligen wird, Zeugnis ab von dem gemeinsamen nationalsozialistischen Aufbauwillen der bodenverwurzelten, werktätigen Volksschichten und ihrer Kreisverwaltung, im Sinne der Ertüchtigung der Jugend und der Befreiung Deutschlands von dem Druck der Auslandseinfuhr. der Haselackstraße wohnende Rentner H. Obwohl bekannt ist, daß Verstöße gegen das von Ministerpräsident Göring herausgebrachte Tierschutzgesetz schwere Strafen nach sich ziehen, quälte H. eine halbgroße Katze zu Tode. Die Katze hatte sich verlaufen. Ein Mitbewohner im Hause des Rentners H. war gerade dabei, dem Haustier eine Schale warmer Milch zu bringen, als er sah, wie H. die Katze ergriff und ihr den Kopf abdrehen wollte. Als dies nicht gelang, schleuderte er die jämmerlich schreiende Katze mehrmals zu Boden, daß ihr die Gedärme aus dem Leib herausquollen. So endete das wehrlose Tier. H. wird sich wegen dieses rohen Aktes vor dem Strafrichter zu verantworten haben. Der Vorgang erregte in der ganzen Nachbarschaft großen Unwillen. Heute spricht Dr. Goebbels über alle Sender in der Zeit von 20—21,30 Uhr. Es handelt sich um eine große Berliner Kundgebung der Reichskulturkammer. Tagung des Roten Kreuzes (Vatert. Frauenverein) Adventfeier Schwerte, 6. Dez. Am Dienstag nachmittag fand im Kath. Vereinshaus die letzte Arbeitstagung des Schwerter Zweigvereins des Deutschen Roten Kreuzes(Vaterl. Frauenverein) in diesem Jahre statt. Es wurde über die Eingliederung des Roten Kreuzes in den natio. nalsozialistischen Staat berichtet. Der Führer als Schirmherr, die Mitarbeit im Roten Kreuz von seinem Stellvertreter warm empfohlen. sichern dieser Organisation eine weite fruchtbringende Arbeit. Die Frauenvereine sind zum Reichsfrauenbund zusammengeschlossen und dieser, wie das ganze Reichsfrauenwerk, Frau Gertrud ScholtzKlink unmittelbar unterstellt, wodurch eine aufbauende gemeinsame Arbeit der ganzen Frauenverbände gewährleistet wird. Als besonderes Arbeitsgebiet ist dem Roten Kreuz der Bereitschaftsdienst zugeteilt worden, über den Frl. Dubois ausführlich berichtete. Zu der folgenden Feierstunde hatte der Verein die augenblicklich in Schwerte weilenden Saarkinder eingeladen die die NSV Fräulein Sommers Obhut anvertraut hat. Sie folgten mit sichtlicher Freude den Darbietungen einer kleinen von Fräulein L. Kohlmann in bewährt guter Art vorbereiteten Aufführung und einigen von Fräulein Kühnholz mit Wärme gesungenen Adventsliedern. Die mit Tannengrün und Kerzen adventlich geschmückten Tische gaben dem Beisammensein in dem schönen Saal ein festliches Gepräge. Vom Schwerter Wochenmarkt Schwerte, 6. Dez. Der gestrige Mittwochmarkt war vom Grippekrankheit erzeugendem Regenwetter sehr ungünstig beeinflußt. Waren die Händler auch recht zahlreich erschienen, so zeigten die Besucher verhältnismäßig wenig Kaufneigung. Im einzelnen lagen die Preise folgendermaßen: Obst= und Gemüsemarkt: Aepfel 8—18, Birnen 5—18, Bananen 30. Anfelsinen bis 4 Stück 10, Weintrauben 28—30, Walnüsse 45—50, Haselnüsse, 45, Paranüsse 35—45 Kokosnüsse für 20, Erdnüsse 30. Zitronen bis 3 Stück 10, Tomaten 40. Feldsalat das Viertel 5—8, Spinat 8. Grünkohl 8, Zwiebeln 8 bis 10, Wurzeln 5 und 6, Rotkohl 7—10, Wirsing 8—10, Weißkohl 4—7, Suppenbündchen 10. Rosenkohl 18—25, Sellerieknollen 10—15 und Porree 10 Pfg. Butter=, Käse= und Eiermarkt: Landbutter 1.40—1.45. Molkereibutter bis 1.55 Mark, Eier 10—13 Pfg., Tilsiter Käse 1.00 Edamer Käse 1,00, Holländer Käse 1.00. Schweizer Käse 1,20 Mk., Blauschimmelkäse 25 Pfg., Sahnequark 20, Harzer Käse 50, Thüringer Käse 50 Pfg. Fischmarkt: Grüne Heringe bis 3 Pfd. 50, Salzheringe bis 10 Stück 50, Sprotten das Kistchen 25, Bückinge 35. Heilbutt 70 Zunge 60, Scholle 20—50, Schellfisch 50. Kabliau 30 bis 40, Karpfen 70, Plötze 30. Stinte 25, Rotbarsch 30. Bratschellfisch 20, Steinbutt 80 Pfg. bis 1.00 Mk. Am Blumenmarkt ist großes Angebor in Edeltannen und Adventskränzen. Kartoffeln: Industrie 10 Pfd. 40.— Fleisch= und Wurstwaren: Rindfleisch 70—80, Kalbfleisch 80—90, Schweinefleisch 80 bis 90, Hammelfleisch 70—80, geräucherter Speck 100, Schinken 130, Mettwurst 90—120. Schwartemagen 120, Leberwurst 60—120. 4 Aus der Bewegung Eingliederung der Jugendlichen der Turnund Sportvereine in die 5J. Heute abend 20 Uhr findet eine Besprechung sämtlicher Turn. und Sportführer betr. Eingliederung der Jugendlichen in die 5J. im Konferenzzimmer des Realgymnasiums statt Die Vereinsführer werden gebeten zu erscheinen! Die Leistungen des Més. Schwerte=Ost rissen in Dortmund zu stürmischem Zuspruch hin Schwerte, 6. Dez. Am letzten Samstag hatte der MGV. der Polizeibeamten Dortmund die Jubelfeier seines 25jährigen Bestehens und hatte dazu drei befreundete Vereine, den Quartett=Verein„Liederschatz“, den MGV.„Eintracht“ Wellinghofen und den MännerGesang=Verein Schwerte=Ost, ferner das Dortmunder Sinfonie=Orchester zur Mitwirkung herangezogen. Der Dirigent Fred Peters=Dortmund, der seit Jahren erfolgreich die Sänger von Schwerte=Oft dirigiert, ist auch der Stabführer des Jubelvereins. Der MGV. Schwerte=Ost schnitt nach allgemeinem Urteil bei dem Konzert in Dortmund, wie zu erwarten war, ganz hervorragend ab. So schrieb zum Beispiel die Dortmunder„Tremonia“:„MGV. Schwerte=Ost hatte sich die würdigste Aufgabe gestellt. R. Trunks Cyklus vor. „Feier der neuen Front“. Die nehm gesetzten Chöre, die den Vorzug haben, sich nicht auf eine vielfach geforderte Einfachheit des Männerchorsatzes zu stellen, hat Fred Peters mit großer Sorgfalt einstudiert und rhythmisch und dynamisch lobenswerte Arbeit geleistet. Klarheit der melodischen Linien in den Mittelchören, männliche Herbheit in„Hitler“ mit den tüchtigen Bässen, große Steigerung im Schlußsatz des„Horst Wessel“ brachten den Cyklus zu einem beseelten Vortrag. welcher zu stürmischem Zuspruch hinriß" Die drei von Fred Peters geleiteten Vereine ernteten u. a. auch mit dem gemeinsam gesungenen„Westfalenlied“ einen rauschenden Erfolg. Das Konzert fand im überfüllten Kronenburgsaal statt. Tageblatt für die Aemter Westhofen und Ergste Holzen, 6. Dez. Gestohlenes Damen= fahrrad gefunden. In einem Wäldchen in Holzen wurde unter Zweigen versteckt ein Damenfahrrad gefunden. Wie die Ermittlungen der Gendarmerie ergaben, ist das Rad kürzlich in Lichtendorf gestohlen worden. Die Eigentümerin erhielt es zurück. Westhofen, 6. Dez. Für den„Tag der nationalen Solidarität“ am 8. 2 zember, sind von der Ortsgruppenleitung der NSDAP. alle Vorbereitungen getroffen. In den Bezirken Westhofen, Wandhofen und Garenfeld werden 45 Sammler aus den Kreisen der Industrie, der Beamtenschaft, des Handels und des Handwerks eingesetzt. Es wird erwartet, daß diese Sammlung noch mehr Opferfreudigkeit findet, als die Bevölkerung des Amtes Westhofen schon bisher in vorbildlichem Maße bewiesen hat. Westhofen, 6. Dez. Ehrentafel des Alters. Gestern vollendete die Ehefrau Ida Kattwinkel in Westhofen, Friedensstraße 12, ihr 70. Lebensjahr. Am Freitag wird die Witwe Luise Sude, Niederstraße 29, 81 Jahre alt. Auch unseren herzlichen Glückwunsch! Sommerberg, 6. Dez. Ehrenkrone des Alters. Ihren 91. Geburtstag feierte gestern die Witwe Fiene von hier. Der Hochbetagten unseren herzl. Glückwunsch. * Ergste, 6. Dez. Winterfest des dramatischen Vereins. Im Lokale decker feierte der Dramatische Verein Ergste sein Winterfest. Ein Duett leitete den Abend ein. Nach einem Musikvortrag wurde der Einakter „Förster Mertens" und anschließend der Schmank„Meier hat’ne Idee“ aufgeführt. Herzlicher Beifall belohnte die erfolgreichen Darsteller. Ergste, 6. Dez. Seinen 70. Geburtstag feierte der Invalide Heinr. Spitthoff, Berestraße. Nachträglich auch unseren herzl. Glückwunsch. Hennen, 6. Dez. Die Mitglieder der Frauenschaft versammelten sich zu einer Adventsfeier. Fräulein Kracht trug feinsinnige Gedichte vor. Der Singchor der Frauenschaft verschönte die Stunden mit Liedervorträgen. Verlosung brachte viel Ueberraschungen. Kalthof, 6. Dez. Gut verlaufener Autounfall. Ein aus Schwerte stammender Personenkraftwagen, der die ProvinzialJ straße in Richtung Iserlohn befuhr, rutschte auf der nassen Straße aus und schlug gegen einen Straßenbaum. Durch den heftigen Anvrall wurde der Wagen erheblich beschädigt. Zum Glück kamen die drei Insassen ohne Verletzungen davon. Kalthof, 6. Dez. Der BdM., Mädelgruppe Kalthof, veranstaltete im Eckmannschen Saale einen Elternabend. Die Feier begann mit dem Liede„Unter der Fahne schreiten wir“. Hiernach sprach die Gruppenführerin Else Jordan und gedachte unseres Führers. Theaterstücke, Gedichte, Lieder und ein Sprechchor füllten den Abend aus und hielten die Teilnehmer in echter Kameradschaft zusammen. Sceseberet 84 weden zu heher Preise gesahessen „Nicht scharf genug zu verurteilen“. „Nicht scharf g Die Preisüberwachungsstelle des Landkreises sah sich veranlaßt, an Frau Müller, die Besitzerin eines Lebensmittelgeschäftes in Hohenlimburg, folgendes Schreiben zu richten: Gemäß§ 2 der Verordnung des Herrn Reichskommissars für Preisüberwachung vom 8. Dezember 1931 ordne ich hiermit im Namen des Herrn Regierungspräsidenten in Arnsberg die Schließung Ihres Geschäfts für die Zeit vom 5. Dezember 1934 12 Uhr bis 8. Dezember ds. Is. einschließlich an. Gründe: Durch die im Verlaufe der Preisüberwachung vorgenommenen polizeilichen Kontrollen wurde festgestellt, daß Sie durch Ueberteuerung einer Reihe der von Ihnen geführten Lebensmittel die für den Betrieb erforderliche Zuverlässigkeit nicht besitzen. Für einzelne Waren sind nach Ihrer eigenen Einlassung die Preise erst„vor einigen Tagen“ auf dem Preisverzeichnis herabgesetzt worden. Die von Ihnen geforderten Verkaufspreise stellen eine Ueberforderung dar, die nach einer von mir herbeigeführten gutachtlichen Aeußerung der südwestfälischen„Industrie= und Handelskammer“ nicht schar genug zu verurteilen sind. Die festgestellten Ueberteuerungen rechtfertigen die Annahme, daß Sie die für den Betrieb erforderliche Zuverlässigkeit nicht besitzen. Sie haben mithin durch Ihr Verhalten gegen die Maßnahmen des Reichskommissars für Preisüberwachung verstoßen und sich pflicht= und rechtswidrig gegen die berechtigten Interessen der Volksgemeinschaft vergangen, wobei erschwerend ins Gewicht fällt, daß sich Ihr Kundenkreis in der Hauptsache aus Volksgenossen zusammensetzt, deren Einkommensverhältnisse die gewissenhafte Befolgung der Preisbestimmungen der Regierung voraussagen. Ich werde Ihr Geschäft ständig überwachen und behalte mir im Wiederholungsfalle weitere Maßnahmen ausdrücklich vor. gez. Dr. Storck. Richtlinien für die Weihnachtszeit aufgestellt vom Leiter des Hauptausschusses für Volkskunde der Landschaft Westfalen des R. V. H. Das Weihnachtsfest ist ein Fest der Familien= gemeinschaft. Der lichtergeschmückte Weihnachtsbaum, der in der Neuzeit zum Symbol des Weihnachtsfestes geworden ist, gehört deshalb grundsätzlich nur in die Familie. Es ist ein Mißbrauch dieses Symbols, wenn er benutzt wird zu Zwecken, die mit eigentlichem Volkstum nichts zu tun haben. Dahin gehört 1. die Anwendung des Lichterbaumes als Werbemittel für Geschäfte. Es sollte deshalb nicht gestattet sein, Weihnachtsbäume in oder vor öffentlichen Geschäften aufzustellen. 2 die Anwendung als Verkehrswerbemittel. Es ist deshalb nicht in der Ordnung, in der Adventszeit auf öffentlichen Plätzen Weihnachtsbäume— dazu noch mit elektrischen Lichtern— aufzustellen. Da viele Volksgenossen nicht das Glück haben, ein Weihnachtsfest innerhalb einer Familiengemeinschaft feiern zu dürfen, können im Hinblick auf diese Volksgenossen gewisse Ausnahmen gemacht werden. So ist selbstverständlich die Aufstellung von geschmückten Weihnachtsbäumen während der Weihnachtszeit in Krankenbäusern, Kirchen und ähnlichen Instituten durchaus angebracht. Auch gegen das Aufstellen an geeigneten Stellen von Warteräumen in Bahnhöfen während der eigentlichen Weihnachtstage ist aus dem angegebenen Grunde nichts einzuwenden. Dagegen sollte in eigentlichen Wirtschaften, die nur dem Tagesverkehr dienen, die Aufstellung eines Weihnachtsbaumes möglichst unterbleiben. Auf keinen Fall aber entspricht es der Würde dieses Symbols, daß unter ihm getanzt wird. Andererseits ist es durchaus in der nung, während der ganzen Adventszeit Geschäftsräume, Wirtschaften, öffentliche Plätze usw. mit Tannengrün und ähnlichem zu schmücken. Im häuslichen Kreise ist der in Westfalen noch junge Brauch des Adventskranzes durchaus zu unterstützen. Gemeinschaftsfeiern zum Zwecke der Bescherung bedürftiger Volksgenossen sind, wenn sie überhaupt vorgenommen werden, in die Nähe des eigentlichen Festes zu legen. Im übrigen gibt es eine schönere Art der Bescherung bedürftiger Volksgenossen am Heiligen Abend oder am vorhergehenden Tage als gemeinschaftliche Feiern, die nur dem äußeren Vergnügen dienen. Wenn Gemeinschaftsfeiern stattfinden, ist ein geschmückter Weihnachtsbaum in der Regel unangebracht, Ausschmückung des Raumes mit Tannengrün, einzeln angebrachten Lichtern ist für den vorliegenden Zweck viel stimmungsvoller. Die Nikolausfeier gehört ebenfalls in die Familie, zumindesten in eine geschlossene Gemeinschaft. Oeffentliche Nikolausumzüge, wie sie in letzter Zeit hie und da stattgefunden haben, sollten verboten werden. Aus dem Nachbargebiet Letmathe, 5. Dez. Sämtliche Letmather Schulen geschlossen. Im blick auf die Ansteckungsgefahr wurde gestern erneut die Schließung der evangelischen Volksschule, der einzigen, die wieder unterrichtete, angeordnet. Wiederbeginn des Unterrichts Anfang nächster Woche. Bönen, 6. Dez. Neuer Baynhofsvorsteher. Die Leitung der Dienstgeschäfte des von hier nach Schwerte versetzten Bahninspektors Tschuschke übernahm ab 1. Dezember Eisenbahnobersekretar Brinkmann, der von Hemmerde nach Bönen versetzt wurde. Ab 15. Dezember wird Eisenbahnsekretär August Pähler nach einer mehr als 15jährigen Tätigkeit am Bahnhof Bönen als Leiter des Bahnhofs Hemmerde nach Hemmerde versetzt. Rundfunk=Programm Freitag, den 7. Dezember 1934. 6,00 Morgenruf. Anschl. Frühkonzert. 6,35 Um die Zukunft des westdeutschen Bauernwaldes. 6,45 Leibesübungen. 7,00 Morgenruf, Zeit, Wetter, Nachrichten. 7,15 Morgenkonzert. 8,00 Wasserstandsmeldungen. 8,30 Zeit, Wetter. Anschl. Frauenturnen. 8,45 Vom goldenen Militärverdienstkreuz. 9,00 Sendepause. 10,00 Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen. 10,15 Schulfunk. 12,00 Musik am Mittag. 13,00 Erste Mittagsmeldungen, Glückwünsche. 14,00 Zweite Mittagsmeldungen. 14,15 Zur Unterhaltung. 14,50 Sendepause. 15,00 Wirtschaftsbilder aus dem Westen. 15,30 Wirtschaftsmeldungen. 15,45 Katharina. 16,00 Blasmusik. 17,30 Westfälische Heimatmuseen erzählen 17,45 Heitere Folge für Oboe, Fagott und Klavier von Rino Neidhardt. 18,00 HJ=Funk. 18,30 Englische Unterhaltung. 18,45 Zeit, Wetter, Wirtschaftsmeldungen, Sportvorbericht. 19,00 Deutsche Tänze von Schubert bis heute. 19,50 Momentaufnahme! 20,00 Erste Abendmeldungen. 21,00 Die Freiwilligen.(Szenen aus dem großen Kriege). 22,00 Zeit, Wetter, Nachrichten. 22,20 Theater im Westen. DTUREN S.Welten. kämpft um sein Leben ROMAN VON 12. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Wir haben Ihren Sekretär, Herrn Wellner, in dem Moment festgehalten, als er im Begriff stand, das Hotel zu verlassen!“ sagte er und sah zu ihr hinüber. Möglicherweise täuschte er sich... aber ihm kam es so vor, als würde ihr bleiches Gesicht noch um einen Schein blasser. „Es ist nicht mein Sekretär... sondern der Sekretär meiner Mutter!“ entgegnete sie leise. „Wie lange befindet sich dieser Herr in den Diensten Ihrer Mutter?“ „Seit vier Tagen!“ „Seit vier Tagen erst?“ wiederholte er erstaunt.„Können Sie mir etwas Näheres über ihn sagen?“ Sie schien sich innerlich zu einem Entschluß aufzuraffen, machte den Versuch, ihren Platz auf der Couch zu verlassen, gab es aber sofort wieder auf, als es nicht gleich gelang und begnügte sich damit, die Hände aus dem Schoß zu nehmen und ihr Kleid glatt zu streichen. „Ja!“ klang es von ihren Lippen, und zum erstenmal verlor ihre Stimme den monotonen, apathischen Ton.„Er nennt sich Fred Wellner und wurde im Auftrage meiner Mutter von Rechtsanwalt Doktor Reichwald engagiert, um uns auf unserer Europareise zu begleiten. Ich glaube aber, er heißt nicht Fred Wellner...“ Sie brach=plötzlich ab, als besinne sie sich. daß sie das ja eigentlich nicht hatte sagen wollen. „Wie kommen Sie darauf?“ Zögernd. als falle es ihr schwer, zu sprechen, fuhr sie fort: „Er wurde gestern abend im Festsaal unten nannte... und sprach kurz vorher mit einem Manne, von dem meine Mutter behauptete, er sehe nicht aus wie ein Gentleman!“ „Das ist ja sehr interessant!“ meinte Weber befriedigt.„Unser Verdacht nach dieser Richtung hin scheint also nicht unbegründet zu AER Zum erstenmal sah sie ihn voll an. Starre in ihrem Blick löste sich und machte einem Ausdruck erschreckten Erstaunens Platz. „Wellner soll es gewesen sein?“ „Wenn er sich Fred nennt und in Wirklichkeit Max heißt, Miß Aldernon, so muß er doch einen bestimmten Zweck damit verfolgt haben, sich bei Ihnen unter falschem Namen einzuführen, nicht wahr?“„. Man M Sie nickte langsam.„Meine Mutker iist tot? „Leider!“ Nun stand sie doch auf und trat dicht an den Kriminalkommissar Weber heran. Ihr faßte ihn fest, und ihre Stimme klang ganz anders als bisher. „Ich glaube nicht, Mr. Weber, daß Fred Wellner es war!“ „Woraus schließen Sie das?“ „Mr. Wellner ist ein Gentleman und... und mein Gefühl sagt es mir!“ Ein ganz leises Lächeln umhuschte den Mund des Kommissars. Er beschloß, die Unterredung jetzt vorläufig abzubrechen. „Wir sprechen noch darüber, Miß Aldernon... ich muß nun erst einmal den Tatort näher untersuchen.“ „Ich fahre nach Amerika zurück!“ sagte sie. „Das geht bis auf weiteres noch nicht, Miß Aldernon. Bis zur völligen Klärung der Sache müssen Sie schon in Berlin bleiben.. und finden wir den Täter, wird Ihre Aussage auch wahrscheinlich vor Gericht gebraucht". Er verbeugte sich und verließ das Zimmer. Zog wieder schnell die Tür hinter sich zu, um zu verhüten, daß ihr Blick in den anderen sum fiel, in dem ihre Mutter lag. von einer Dame angesprochen, die ihn Max Dr. Krämer hatte seine Untersuchung der Toten gerade beendet und richtete sich auf. Max Leiting hatte sich in einen Sessel niedergelassen. Er war sich vollständig klar darüber, was kommen würde und machte sich bereits auf ein Kreuzverhör gefaßt, das darauf hinauslief, ihn des Mordes an Mrs. Aldernon zu überführen. Das Gefühl seiner Unschuld an diesem Verbrechen gab ihm eine gewisse Sicherheit. Er zweifelte nicht mehr daran, daß er von seinen Komplicen von Anfang an als Opfer bestimmt war. In seinem Innern sammelte sich allmählig eine grenzenlose Wut gegen Larisch an, der in so raffinierter, skrupelloser Weise andere seinen Zwecken dienstbar machte, ohne danach zu fragen, was aus ihnen wurde. Und er begriff jetzt nicht, warum er das Verbrechen überhaupt zugelassen hatte. Den ganzen Tag über war doch in ihm der Wille wachgewesen, es zu verhindern, nicht zu dulden, daß Maud Aldernon beraubt wurde. Und dann hatte er doch tatenlos in seinem Zimmer gesessen, in sich dies Zerren und Sichstemmen gegen ein drohendes Unheil, ohne aufzuspringen, hinauszulaufen... hatte gegrübelt und mit den Fäusten vor den Augen dagesessen und sich nicht gerührt, während zwei Stockwerke tiefer eine Frau erwürgt wurde! Ihn packte ein Grauen, wenn er daran Als Weber wieder eintrat, war sein erster Gedanke Maud Aldernon. „Wie geht es Miß Aldernon?“ fragte er Der Kriminalkommissar maß ihn mit einem erstaunten Blick, als könne er es nicht verstehen, woher jener den Mut nahm, ihn anzureden. Und sagte dann kurz: „Wir sprechen uns nachher!“ Wandte sich Dr. Krämer zu. err Di. host doch Leine TURPLAKETTE GERWHWS „Tod durch Erwürgen vor ungefähr einer Stunde!“ erklärte Dr. Krämer.„Der Mörder ist in unglaublich brutaler Weise vorgegangen. Die Art seines Zupackens verrät enorme Kraft, gesteigert vielleicht durch eine gewisse Erregung im Augenblick der Tat!“ „Danke!“ Wieder eine Wendung zur Tür hin, wo der eine der beiden Kriminalbeamten stand. „Müller, lassen Sie sich nach dem Zimmer des Herrn Wellner führen, und untersuchen Sie es genau. Was Sie Verdächtiges finden, bringen Sie mir!“ Max sprang empört auf. „Entschuldigen Sie, Herr Kommissar, ich protestiere dagegen! Wenn man mein Zimmer durchsucht wird, möchte ich dabei sein!“ „Ueberlassen Sie gefälligst mir die Art meines Vorgehens!“ wehrte Weber kühl ab. „Sie tun so. als ob...“ „Ich tue, was ich für richtig halte, Herr Mit einem Achsezucken setzte sich Max. MülWeber ließ seinen Blick durch das Zimmer wandern. Untersuchte die Wände und den Boden, als könne er hier irgendwelche Spuren finden. Beugte sich zu der Toten herab, die er nur flüchtig betrachtete. Dann näherte er sich Max Leiting in einer Weise, die dem deutlich verriet, daß er jetzt den ersten Angriff zu erwarten habe. Ruhig sah den Kriminalkommissar an. „Wo waren Sie zwischen zwölf und ein Uhr, Herr Wellner?“ „In meinem Zimmer.“ „Können Sie das beweisen?“ „Wie soll ich Ihnen das beweisen? Ich war ja schließlich allein!“ „Wie heißen Sie in Wirklichkeit? „Fred Wellner!“ PSssr V—. 870 000 Rm. Geldstrafe für Schmuggler achs haniden sec she Len baetcher schel die Abnehmer. Im Kreise der Schmuggler wurde beshalb beschlossen, einen Fsggn, gztüig genz führer zu vingen, der für ein schönes Stück Geld den Tabak wegfahren sollte. Der Gesuchte fand sich auch, so daß die Fahrt losgehen sollte... Aber unter den Schmugglern war einer, der die Sache verriet. Als nun das Schmugglerauto bei Grummert über die Landstraße schnurrte, blinkten dem Fahrer plötzlich rote Zeichen— Haltesignale der Zollbeamten— entgegen. Der Fahrer aber dachte gar nicht daran, zu halten, sondern sauste durch. Selbst das lebhafte Feuer aus den Pistolen der Beamten konnte ihn nicht hindern, die Fahrt fortzusetzen. Ein Drahtseil, das die Zollbeamten über den Weg gespannt hatten, wurde durchgerissen. Einige hundert Meter weiter„streikte“ aber das Fahrzeug der Schmuggler — es hatte zuviel abbekommen. Die Schmuggler schleppten den Schmuggeltabak schnell aus dem Auto und versteckten ihn erneut. Den Wagen ließen sie herrenlos auf der Straße stehen. Am nächsten Tage wurde in einem anderen Auto die Schmuggelfahrt fortgesetzt; eine weitere Fahrt folgte wenige Tage später. Doch hiervon erhielten die Zollbeamten Kenntnis. Die sofort aufgenommenen Ermittlungen führten zur Festnahme der beiden Führer der Schmuggelautos, Franz Kreikamp und Hermann Willing aus Bocholt, die sich jetzt vor der Großen Strafkammer in Münster zu verantworten hatten. Kreilkamp wurde zu einer Geldstrafe von 600000 RM und zu einer Gefängnisstrafe von 6 Monaten, Willing zu einer Geldstrafe von 270000 RM und einer Gefängnisstrafe von 2 Monaten verurteilt. Vom Lastwagen tödlich überfahren Minden i. W. Die Arbeiterin Drinkuth aus Häverstädt wurde auf der Portastraße, als sie auf dem Fahrrad von ihrer Arbeitsstätte heimkehrte, von einem Lastkraftwagen aus Herford überholt. Dabei wurde sie von dem Auto gestreift und zu Fall gebracht, wobei sie unter den Lastkraftwagen geriet und so schwere Verletzungen davontrug, daß der Tod auf der Stelle einrrat. Die Schuldfrage konnte noch nicht geklärt werden. Ein Bein abgeschlagen Siegen. Ein folgenschwerer Unfall trug sich auf der Charlottenhütte in Niederschelden zu. Der 19jährige Arbeiter Rübsamen war mit dem Reinigen eines Gaskessels beschäftigt, als sich plötzlich die Ventilglocke löste und ihm auf das rechte Bein fiel. Dem Unglücklichen wurde das Bein vollkom. men abgeschlagen. Vom Zuge erfaßt Hagen. Auf tragische Weise kam im Hagener Hauptbahnhof ein Reichsautobeifahrer von der Güterabfertigung Remscheid zu Tode. Nach der Ankunft des Lastkraftwagens auf der Güterabfertigung Hagen wollte der Beifahrer anscheinend einen Aufenthaltsraum im Bahnhof aufsuchen. Er überquerte deshalb die Gleise, und muß hierbei infolge des herrschenden Nebels von einem einfahrenden Zuge überrascht und überfahren worden sein. Man fand später die Leiche zwischen den Gleisen liegend. An die Ossizirre der Wirtschuft Ein Appell der Reichsbetriebsgemeinschaft vergvau ninke“ sehr treffend findet denn Bochum. Das amtliche Mitteilungsblatt der Reichsbetriebsgemeinschaft Bergbau,„Deutscher Bergbau“, richtet einen Appell an die Offiziere der Wirtschaft, in der es heißt:„Vor einigen Monaten zitierte der Gauwalter der Deutschen Arbeitsfront, Gau Werfol,=Perghan, Pa,. grnn betriebsgemeinschaftsleiter„Bergogu,##. Ernst Stein, M. d. R., in einer großen Kundaebung in der Westfalenhalle vor westfälischen Arbeitern, Angestellten und Unternehmern das Wort Napoleons, daß es keine schlechten Soldaten, sondern nur schlechte Offiziere gäbe und wies darauf hin, daß dieses Wort bis zu einem gewissen Grade auch auf die Offiziere der Wirtschaft, in Anwendung gebracht werden könne. Mit diesen Ausführungen waren beileibe nicht die vielen deutschen Unternehmer gemeint, die ihrer Pflicht gegenüber Volk und Staat stets nachkommen. Gemeint waren jene, die es in jedem Stand gibt, die räudigen Schafe. Darauf erhob sich in manchen Blättern ein Entrüstungssturm, und es kam die Meinung zum Ausdruck, daß jener Ausspruch von Napoleon, der sich auf Offiziere und### daten bezog, unter keinen Umständen auf Wirtschaft angewendet werden könne. Im Wirtschaftsleben seien die Dinge viel komplizierter als bei dem Soldatentum. Wir konnten uns eines Lächelns nicht erwehren, als wir vor kurzem in der Zeitschrift„Wirtschaftswinke" aus Stuttgart unter der Ueberschrift„Soldatische Wirtschaft“ einen Artikel lasen, in dem von den Offizieren der Wirtschaft die Rede ist. Dieser Artikel wurde gleich freudestrahlend von der Zeitschrift„Der deutsche Unternehmers, abgedruckt, die jene Bemerkungen der„Wirtschaftswinte sehr rreffeno finver, denn es steht da zu lesen:„Der Offizier ist gewohnt und hat den Anspruch, als verantwortlicher Führer zu handeln. In seinem Befehlsbereich gibt es keinerlei Nebeninstanzen, mit denen er zu verhandeln hat oder die ihm sogar Weisungen befehlsmäßig überbringen.“ Im weiteren Verlauf des Artikels beschwert man sich, daß die Ofiziere Hrgestergng fr i Aufmärschen der Deutschen Arbe#####ong#n das Kommando übernehmen können. Dem ist.., entgegenzuhalten, daß die Deutsche Arbeitsfront ein Glied der RSDAP ist und von eigens dazu abgestellten politischen Amtswaltern geleitet wird, die über ihr Tun und Handeln den ihnen übergeordneten Dienststellen der RSDAP verantwortlich sind. Bei logischem Denken kann es keinem Zweifel unterliegen, daß die als politische Gliederung bei sämtl staltungen, die außerhalb der Werke stattfinden, nur politische Amtswalter als Befehlsstellen zulassen kann. Man könnte diese Amtswalter auch politische Offiziere nennen, denn die meisten von ihnen haben in den Kämpfen vor der Machtübernahme bewiesen, daß sie nicht nur treue Soldaten Adolf Hitlers waren, sondern dadurch, daß sie damals stets da zu finden waren, wo es brenzlig war, sich über den Durchschnitt erhoben. Sie haben dadurch den Befahigungsnachweis als politische Leiter erbracht, und wenn man will, kann man auch diese harten Jahre des Kampfes und der Verfolgung als Kadettenjahre ansprechen, in denen viele Männer sich ihr Offizierspatent erwarben. Christbaumversorgung der rheinischen Städte In den letzten Jahren wurden um Weihnachten erfahrungsgemäß immer derartig große Mengen Christbäume auf die städt. Märkte geworfen, daß dieselben nicht alle abgesetzt werden konnten. Was gegen Schluß des Christbaumgeschäfts nicht verkauft war, wurde alsdann für wenige Pfennige verschleudert oder aber sogar vernichtet. Waldbesitzer wie auch Groß= und Kleinhändler erlitten dabei oft sehr großen Schaden. Um eine Wiederholung der schädlichen Erscheinungen im Christbaumverkauf in diesem Jahre zu verhindern, wird seitens des Reichsnährstandes eine genaue Markt= und Preisüberwachung durchgeführt werden. Sowohl im Interesse des Waldbesitzers als auch des Christbaumgroß= und=kleinhändlers wird in diesem Zusammenhang vor jedem Ueberangebot in Weihnachtsbäumen gewarnt und empfohlen, nur soviel Bäume in den Städten anzuliefern, als auch tatsächlich hierfür Absatzaussichten bestehen. Holgenschiere* ston mi Rol 10 Personen wurden mehr oder weniger verletzt Leitor gerettet wurden WIa Köln. Am Dienstag, gegen 18.25 Uhr, ereignete sich in Köln=Kalk im Hause Mülheimer Str. 8, in dem sich eine Apotheke und im Hinterhaus ein Lager für Ledermaterialien befindet, eine folgenschwere Explosion. Für das Lager waren zwei Ballons mit einer äußerst feuergefährlichen Fläl; sigkeit im Hausflur abgeladen worden.### ging ein Ballon zu Bruch. Es entwickelten sich starke Gase, die durchs ganze Haus zogen. Kurz darauf kamen durch irgendeinen Umstand die Gase zur Explosion, wodurch furchtbare Verwüstungen angerichtet wurden. Fast sämtliche Füren im Hause wurden eingedrückt und die Fensterscheiben zertrümmert. Gleichzeitig verbreitete sich mit unheimlicher Geschwindigkeit ein Feuer über Treppenhaus aus, das bald bis zum Dachgeschoß vorgedrungen war. Den Hausbewohnern war es nicht mehr möglich, über das Treppenhaus ins Freie zu gelangen. Die Bewohner des ersten Stocks brachten sich über das Hausgesims in ein Nachbarhaus in Sicherheit, während zwei Frauen aus der zweiten Etage von der kurz nach dem Unglück eintreffenden Feuerwehr über die mechanische Leiter gerei##r wurden. Als gerade Frauen die Leiter bestiegen hatte, schoß eine riesige Stichflamme, die von einer zweiten Explosion herrührte, empor, die der Frau schwere Brandwunden beibrachte. Ein Feuerwehrmann, der im gleichen Augenblick in das erste Stockwerk einsteigen wollte, wurde gleichfalls von der Stichflamme erfaßt und stürzte von der Leiter. Auch er trug schwere Brandwunden, besonders an den Händen, davon. Der Fuhrmann, der die Ballons abgestellt hatte, wurde durch den gewaltigen Luftdruck bis auf den Flur der ersten Etage geschleudert. Auch mehrere zufällig vorüberkommende Straßenpassanten trugen Verletzungen davon. Die Feuerwehr ging sofort energisch dem Feuer zu Leibe und konnte die Flammen, die sich inzwischen auch im Hinterhaus schon ausgebreitet hatten und für die Nachbarhäuser zu einer großen Gefahr wurden, in halbstündiger Tätigkeit löschen. Nach den bisherigen Feststellungen sind etwa zehn Personen verletzt worden, von denen einige Aufnahme im Krankenhaus fanden. Besonders die Räume der Apotheke und die erste Etage des Hauses sind schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Erstes herner Pressefest Herne. Die Herner Presse stellt sich am Samstag, 5. Januar 1935, mit einem Festabend in den Dienst des Winterhilfswerks, dem der Reinertrag zufließen soll. Die Vorbereitungen für das Pressefest, das in Herne zum ersten Mal veranstaltet wird, werden mit ganz besonderer Sorgfalt getroffen, um die Veranstaltung zu einem Fest der Freude und des Frohsinns zu gestalten und zu einer wirksamen Hilfe für das WHW. Es wird an diesem Abend im Saalbau Strickmann mit Kleinkunstdarbietungen aufgewartet werden, deren künstlerisches Niveau dem Fest auch über Hernes Grenzen hinaus Bedeutung verschaffen. Namhafte Herner und auswärtige Künstler und Grubenunglück in Bochum-Langenoreer Ein Hauer getötet, ein zweiter schwer verletzt Bochum. Im Untertagebetriebe der Zeche Bruchstraße in Bochum=Langendreer ereignete sich ein folgenschwerer Grubenunfall. In einem Kohlenortsausbau waren die Hauer Jackzinski und Wolf beschäftigt, als plötzlich Gesteinsmassen hereinbrachen. Während ein gleichfalls dort beschäftigter Lehrhauer sich rechtzeitig in Sicherheit bringen konnte, geriet Jackzinski zwischen einen Grubenwagen und den Stempelbau. Wolf wurde von den Gesteinsmassen verschüttet. Es gelang der Rettungsmannschaft, Jackzinski zu bergen, dem das linke Bein abgerissen wurde. Er wurde dem Knappschaftskrankenhaus zugeführt. Wolf konnte nur als Leiche zu Tage gebracht werden. Verlängerung der Ausstellung für katholische Kunst in Bochum Bochum. Wegen des übergroßen Erfolges ist die Ausstellung für katholische Kunst in Kirche und Haus in Bochum um eine Woche bis Sonntag, 9. Dezember einschließlich, verlängert worden. Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 18 Uhr, Sonntag von 10 bis 13 und von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Da der starke Andrang der Vereine und Schulen jetzt nachgelassen hat, ist der Besuch für Einzelbesucher, die auf Ruhe Wert legen, sehr zu empfehlen. Künstlerinnen werden mitwirken, so daß der Abend, für den der Kartenverkauf schon jetzt beginnt, viele und schöne Ueberraschungen bringen wird. Unter einem Steinblock zu Tode gekommen Duisburg. Ein schwerer Unglücksfall trug sich im benachbarten Walsum zu. Der 37jährige Karl Hawelhorst aus Walsum wollte in seinem Garten ein schweres Betonfundament tiefer liegen. Hierzu grub er unterhalb des schweren Betons eine Vertiefung. Der Block geriet jedoch plötzlich ins Rut. schen und fiel auf den Körper des Hawelhorst. Nachbarn gelang es den Verunglückten zu befreien, doch hatte er schon so schwere innere Verletzungen erlitten, daß er an den Folgen im Krankenhaus starb. Der Verunglückte hinterläßt Frau und drei Kinder. Von einem Kran überfahren Duisburg=Hamborn. Im Hochofenbetrieb der August=Thyssen=Hütte in Hamborn geriet der 40jährige Arbeiter Jakob Ochs aus der Hochstraße 11 in Hamborn bei der Arbeit auf einer Kranbahn aus noch nicht aufgeklärter Ursache unter einen fahrenden Kran. Ochs erlitt so schwere Verletzungen, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Schmugglerpech— 1½ Zentner Tabak beschlagnahmt Duisburg=Hamborn. Zwei Matrosen von dem im Ruhrorter Hafen vor Anker liegenden Schiff„Nelli“ hatten 1½ Zentner unverzollten Tabak eingeschmuggelt und in einer Autogarage in Ruhrort untergestellt. Die Zollbehörde bekam Wind von der Sache und entsandte Fahndungsbeamte, die die Schmuggler gerade in dem Augenblick abfingen, als sie ihre Beute aus dem Versteck holen wollten. Während der Tabak der Beschlagnahme verfiel, wurden die beiden Schmuggler festgenommen. Vom Spiel in den Tod Duisburg=Hamborn. Am Nachmittag ereignete sich im Stadtteil Wanheimerort ein tödlicher Verkehrsunfall. Das dreijährige Söhnchen der Eheleute Petrina spielte mit seinem Schwesterchen auf dem Fahrdamm, als ein Lastwagen nahte. Obwohl der Fahrer den Wagen sofort scharf zur Seite steuerte, wurde das Kind doch von dem Hinterrad erfaßt und so schwer verletzt, daß es kurz darauf starb. Radfahrer vom Tode ereilt Düsseldorf. Am Dienstagmorgen ereignete sich im Stadtteil Flingern, an der Ronsdorfer Straße, ein eigenartiger Todesfall. Ein älterer Mann, der sich auf seinem Fahrrad befand, stürzte plötzlich zu Boden. Ein Arzt stellte fest, daß der Tod durch Herzschlag eingetreten war. Schweres Verkehrsunglück durch falsches Ueberholen M.=Gladbach. Ein gefährlicher Verkehrsunfall ereignete sich auf der Krefelder Straße, als ein Kraftradfahrer einen Radfahrer überholen wollte. Es kam zu einem Zusammenstoß, bei dem der Motorradfahrer und sein Begleiter stürzten und schwer verletzt wurden. Sie mußten ins Krankenhaus eingeliefert werden, wo der Motorradfahrer mit lebensgefährlichen Verwundungen darniederliegt. Der Radfahrer kam mit einer leichteren Verletzung an der rechten Hand davon. Nach dem Polizeibericht trifft die Schuld den Motorradfahrer, weil er den Radler falsch überholte. Einbrecher Zens wieder gefaßt Köln. Wie wir vor einiger Zeit berichteten, wurde ein gewisser Johann Zens bei einem Schaufenstereinbruch überrascht. Auf dem Wege zur Kriminalpolizei fiel der mehrfach vorbestrafte Einbrecher den vorführenden Polizeibeamten tätlich an und versuchte zu entkommen. Der Polizeibeamte sah sich gezwungen, von waffe Gebrauch zu machen und durch zwei Schüsse in den Oberschenkel.„Wenige Tage darauf gelang es Zens, der einem Hospital zugeführt worden war, mit Hilfe von Komplizen zu entkommen. Am Montagabend konnte nun die Kölner Kriminalpolizei den Entflohenen wieder fassen und dem Gefängnis zuführen. Neue Arbeitsbeschaffung durch die Gas=ElektroFront in Köln Köln. Die Städtischen Gas= und Elektrizitätswerke haben zusammen mit der Rhenag(Rheinische Energie AG.), neue Maßnahmen getroffen, die wesentlich zur Arbeitsbeschaffung beitragen dürften. Damit jedermann notwendige oder gewünschte Gas= und elektrische Installationsarbeiten in bestehenden Häusern oder Wohnungen des Gas= und Stromversorgungsgebietes der Städtischen Werke sowie der Rhenag ausführen lassen kann, wird die Abzahlung der Kosten in Raten bis zu 18 Monaten Dauer Aufschlag ermöglicht. Auch für Hausanschlüsse werden angemessene Teilzahlungen gewährt. Weiter wird für den Kauf von nützlichen Gas= oder elektrischen Apparaten gleichfalls eine Abzahlung des Kaufpreises bis zur Dauer von 18 Monaten mit X Prozent Aufschlag pro Monat zugestanden. Ein weiterer Schiffsunfall bei Neuwied Weißenthurm. Von einem starken Windstoß wurde ein beladenes Lastschiff eines Schleppzuges auf dem Rhein zur Seite gedrückt. Der Kahn lief vor der Neuwieder Rheinfähre auf Grund. Der Fährbetrieb konnte jedoch ohne Störung fortgeführt werden. Nach längerer Arbeit gelang es schließlich, den aufgelaufenen Schleppkahn frei zu bekommen.— Die Arbeiten an dem vor zwei Tagen verunglückten Kahn„Piet“ sind im Laufe des Sonntags und Montags soweit fortgeschritten, daß der Kahn am Montag abgedichtet werden konnte, um ein Sinken zu verhüten. Nach den Abdichtungsarbeiten konnte das Schiff aus dem Fahrwasser gebracht werden, so daß der Verkehr auf dem Rhein bei Weißenthurm=Neuwied ungehindert erfolgen kann. Gleichzeitig hat man den Wahrschauerposten wieder eingezogen; jedoch ist bei dem niedrigen Wasserstand größte Vorsicht für den Schiffsverkehr geboten. Die Zöllner passen auf Aachen. In den frühen Morgenstunden bemerkten Zollbeamte auf einem Bahndamm zwei Schmuggler, die versuchten, sich beim Herannahen eines Triebwagens zu verstecken. Auf die Haltrufe und Warnungsschüsse der Zollbeamten blieb ein Schmuggler stehen, der zweite flüchtete und wurde durch einen gezielten Schuß getroffen. Er erhielt einen Beckenschuß und wurde nach Anlegung eines Notverbandes ins Krankenhaus geschafft. Es handelt sich um einen 22jährigen jungen Mann aus Aachen, der Berufsschmuggler ist.— Die Schmuggler hatten 22 Pfund Kaffee bei sich. Weiter wurde ein Ehepaar aus Eupen wegen Devisenschiebung festgenommen. Der Mann hatte 500 RM in einer Geldbörse versteckt, die Frau 20 000 belgische Franc unter den Kleidern. Das Geld und ein Personenwagen wurden beschlgg: nahmt. Beim Hauptzollamt fand man im# einer Frau einen Regenschirm, in dem 140 RM versteckt waren. In Herzogenrath und Straß konnten mehrere Schmuggler gestellt werden. Insgesamt wurden 206 Pfund Kaffee und sonstige Schmuggelware beschlagnahmt. SS Sedeeh Verter PI. Jortsetzung URAEBER-RECHTSSCHUTZ DURCH TERLAG OSKAR MOEIATER, WEROAL „Ja, aber warum denn nicht?“ ereiferte sich Steinke. „Heutzutage ist alles möglich. Der Student hatte eine abwehrende Handbewegung. „Lassen wir das. Dinge, die hier nicht hergehören Was du da von meinem Besuche denkst, das ist lächerlicher Unsinn. Jutta Heimfelden hatte ihren Eltern von mir erzählt, und sie wollten mich kennenlernen. Wir haben zusammen von meinem Studium gesprochen und einigen anderen allgemeinen Themen. Ich habe ein paer von Herrn Heimfeldens Zigaretten geraucht und Jutta hat mir zweimal das Teeglas gefüllt. Das war alles. Stalut. W „Verdammt wenig, tritistelle Steinte.„Wenn sie weiter nichts von dir wollten, hätten sie dich lieber gar nicht einladen sollen. Mit Zigaretten und Tee ist dir auch nicht geholfen. Du kannst nun wahrscheinlich lange suchen, bis du wieder eine Beschäftigung findest Und bis du mal glücklich Doktor bist, hast du einen grauen Kopp und einen krummen Buckel.“ „Vielleicht werde ich es überhaupt nie, Steinke. Und siehst du, weil ich während der letzten Tage mit so wenig Hoffnung über mein Schicksal nachdachte, mutlos und fast verzweifelt über meine Zukunft grübelte, bin ich so trübselig geworden, wie ich mich noch nie gekannt. Und wie ich durch den Winter kommen soll, weiß ich heute noch nicht. An ein ordnungsmäßiges Studium ist kaum zu denken. Ich werde froh sein müssen, wenn ich mich notdürftig über Wasser halte, mein Zimmer bezahlen kann und vor dem Hunger geschützt bin Und so etwas nennt sich Student!“ Er lachte bitter auf. „Ja, Mensch, warum studierst du dann überhaupt? Häng' doch die ganze Geschichte mit dem Doktorwerden an den Nagel.“ „Nein,“ sagte Jürgen Asmussen hart.„Solange ich kann, kämpfe ich für mein Ideal. Ich würde Verrat an mir selbst üben, wenn ich mein Ziel kampflos aufgäbe. Verrat an mir und an einem anderen Menschen.“ Der Gedanke an Gitt floß ihm wie Erlösung und Sehnsucht durch die Seele. Sehnsucht nach einer kurzen Zeit des Alleinseins mir ihr in seelischer Verbundenheit. Er erhob sich, seinen Körper reckend. „Ich gehe noch ein Weilchen ins Freie,“ sagte er,„der Kopf tut mir weh.“. Ptunt. Winser „Na, denn man zu, meinte Steinte grinsend. „Mach's gut! Die notige Gesellschaft wirst du schon finden.“ Asmussen erwiderte nichts. Maika, die Polin, die er beim Durchschreiten des Vorraumes in ihrer Küche erblickte, wo sie letzte Arbeiten des Tages verrichtete, rief ihm ein derbes, zweideutiges Wort zu, als sie ihn bemerkte. Daß seine Gedanken sich dann von dieser Maika gleich zu Jutta Heimfelden begaben, war weniger eine Infamie als die Folge eines sich ihm unwillkürlich aufdrängenden Vergleichs: Diese Maika, das reine, unverfälschte Naturprodukt ohne Schminke und Maske; jene Jutta, das dieser Maika im Grunde gleichgeartete Wesen, aber geschickt verborgen unter der Tünche einer verfeinerten Kultur, Gercht Preiten geemm von den Paragrapben des in hre. Kreisen gültigen Kodexes. Zweifellos entschlossen, praktisch, hilfsbereit... So hatte er sie an dem Abend, an dem Kröger verunglückt war, kennengelernt. Und war von einem Gefühl der Anerkennung und Hochachtung für sie erfüllt gemesen. Bis zur Heimfahrt zu zweien vom Schulzenhof zum Gut. Da war der erste günstige Eindruck völlig verwischt worden durch die hemmungslose Art ihres Sich=ihmzu=drängens, ihres offenbar zur Schau getragenen Verlangens: Nimm mich, küß mich. Der Wagen steht sofort, wenn du es nur willst. Und ich löse meine Hände vom Steuer und lege sie um dein Gesicht. Kühl hatte sie sich dann von ihm verabschiedet. Aber am nächsten Tage schon und bei jeder sich bietenden Gelegenheit später hatte sie das Werben um ihn fortgesetzt. Und welch anderen Zweck hatte wohl die Einladung vorgestern abend gehabt? Dem gichtischen, übelgelaunten und wortkargen Domänenpächter und seiner bedeutungslosen Frau war sein Besuch offenbar höchst gleichgültig gewesen. Unerwünscht, nur geduldet, weil Jutta ihn aus einer ihrer bekannten Launen gewollt. Eine sich mühsam hinschleppende Unterhaltung. Herr Heimfelden oft gähnend und dann wieder völlig entgegengesetzt lebhaft letzten Herbstfliegen nachstellend, die in seine Nähe kamen. Die Frau des Hauses bedenklich urteilslos. Die Zeit unter der Perspektive ihres gesicherten Wohlstundes betrachtend. Jutta lebhaft, erregt, mit suchendem, forschendem Augenspiel. Auf Gegenspiel wartend. Das kokettlüsterne Weibchen. Im Flur dann, nach vorzeitiger Empfehlung von den über den frühen Aufbruch angenehm überraschten Ellern, das über Gebühr lange Festhalten seiner Hand und die aufdeinglich vorgebrachte Mitteilung von ihrer für den nächsten Abend zur Stadt geplanten Fahrt. „Ich bin abends immer sehr müde,“ hatte er nur gesagt, völlig unempfindlich bleibend... Ja, seine Gitt war aus anderem Holz! Scheu und zurückhaltend. Mitunter so, daß man meinte sich verletzt fühlen zu müssen. Und doch von ihr wissend: Es gibt kein Herz. das heißer für die schlägt, als das ihre. Während er in das Dunkel des Abends hineinschritt, in diese sternenlose, von einer fast frühlingshaften Weiche durchfluteten Novembernacht, gedachte er ihrer mit stark aufquellender Innigkeit. Kein bestimmtes Ziel im Auge habend, war er aufs Geratewohl in die Dunkelheit hineingegangen und in die Nähe des Gutshauses gelangt. Als er seiner Umrisse ansichtig wurde, kam ihm der Gedanke an das Unangenehme seiner Lage. Wenn ihn jetzt jemand bemerkte, war es möglich, daß man in ihm einen Menschen vermutete, der zu einem Stelldichein Gich. We,Fehren umd. Schon im Begriff, umzürehten aub vie entgegengesetzte Richtung einzuschlagen, sah er, daß die Haustür geöffnet wurde. Im breit aus dem Innern quellenden Lichtstrom, der bis zu ihm lief, erblickte er Jutta auf der Schwelle..6 Sie mürt Ein peinliches Geführ troch in iym hoch. Sie wurde seine Nähe zu ihren Gunsten deuten, sich wohl einbilden, daß er das Haus ihretwegen umschlich. Seine Absicht, mit einem Sprung in das Dunkel hinein sich ihren Augen zu entziehen, tauchte zu spät in hm auf.„7. mit menkmärht. Sie nannte schon seinen Kamen, mit merkwürdig vibrierender Stimme, wie ihm schien, und kam hastig auf ihn zu, nachdem sie die Tür hinter sich geschlossen parte. gt fl. sich assemfih Von Dunkelheit eingeyunt, standen sie sich gegenuber. Eine merkwürdige Sache, mußte er denken. Ich war bei Gitt, eben, diesen Augenblick noch, und nun bin ich weit fort von ihr. Und ein anderes Mädchen ist bei mir. Aber das will ich nicht, daß sie bei mir ist. Ich will wieder bei Gitt sein. Er suchte nach einem Vorwand, sicht entfernen zu können. Aber sie sprach schon auf ihn ein, in freundlicher, ihn zum Schweigen verurteilender Art.„Eben wollte ich zu Ihnen, Herr Asmussen, um Ihnen eine Nachricht zu bringen, die Sie gewiß erfreuen wird. Und nun kommen Sie mir so gänzlich unerwartet in den Weg gelaufen. Wollten Sie etwa zu uns? Ich meine, hatten Sie vielleicht ein Anliegen an meinen Vater?" „Nein,“ gab er hölzern zurück.„Ich gelangte ohne Absicht in die Nähe Ihres Hauses.“ Sie gab sich Mühe, seine abwehrende Sprechweise zu überhören, dabei denkend: Er entwindet sich mir immer von neuem! „Sehen Sie,“ sagte ste lachend— es klang gemacht, erzwungen—„auch ungewollte Dinge können wertvoll sein. Denn nun brauche ich Ihnen meine Neuigkeit nicht in Gegenwart mithörender fremder Ohren vorzutragen. Und das ist mir sehr lieb. Es gibt keinen Neid und niemand hat Anlaß zu unangenehmen, häßlichen Deutungen.“ Sie zögerte einen Augenblick, ehe sie fortfuhr:„Wenn Sie mögen, gehen wir ein Stückchen in den Park hinein. Es ist zwar dunkel, aber die Wege sind breit und trocken. Und übrigens“— ein kleines, lerchentrillerndes Lachen schwang sich dazwischen— „haben Sie in mir eine ortskundige Führerin...“ Sie spricht zu viel, dachte Jürgen, damit man nicht merken soll, wie sie das Wirkliche verdecken will. Sie plant einen Generalüberfall und nebelt die Sicht ein. Nun, mochte sie. Er würde auf der Hut sein. Er erklärte sich ohne alle Umschweife und Einschränkungen zum Mitgehen bereit, wußte auch, daß ihn eine Art neugieriger Erwartung trieb, diesem romantischen Abendspaziergang keine Ablehnung entgegenzustellen. Wartete dann auf die Bekanntgabe ihrer„erfreulichen Nachricht". Aber Jntta ließ sich Zett. Sie redete vorab vom Park, daß sie ihn liebe, so manches lauschiges Plätzchen in ihm habe, nannte Baumarten und Ziersträucher und bewies offenbar die Absicht, ihre eigentliche Mitteilung so lange es ging hinauszuzögern, um möglichst weit in den Park hineinzukommen. Endlich unterbrach Jürgen ihre Mitteilungen. Sehr höflich und liebenswürdig, aber nicht weniger bestimmt machte er sie darauf aufmerksam, daß ein Novemberabend recht wenig dazu geeignet sei. die Schönheiten eines Parks zu bewundern. Und das sei doch auch üibrigens gar nicht der Zweck dieses außergewöhnlichen Spazierganges. Ste biß sich auf die Lippen, sagte dann aber sofort, ohne sich verletzt zu zeigen:„Allerdings nicht. Aber ich setze das Interesse, das ich an unserm Park habe, auch immer bei anderen voraus und erzähle dann darauf los. Also entschuldigen Sie nur, Herr Asmussen. Aber nun endlich zur Sache.“ „Wollen wir nicht umkehren?“ fragte Jürgen, ehe sie zum Anfang kam.„Der Weg wird hier feucht und morastig. „Es ist gleich vorüber. Dann ist er wieder fest und trocken.. Ja, und Herr Asmussen, das ist es nun, was ich Ihnen sagen möchte: Wir haben nach Ihrem Fortgehen vorgestern abend noch viel von Ihnen gesprochen und haben uns mit Ihrem Schicksal beschäftigt. Besonders meiner Mutter ist Ihre bedrängte Lage nahegegangen, wie sie überhaupt viel für Sie übrig hat. Schließlich hat mein Vater erwogen, daß es während der Zeit des Hochbetriebs in der Zuckerfabrik, also etwa bis Ende Januar, nicht nur möglich, sondern auch nötig sei. im Kontor eine Hilfskraft einzustellen, und. „Und als diese Hilfskraft bin ich in Aussicht genommen?“ unterbrach Jürgen. Jutta blieb hart stehen und nötigte damtt ihren Begictter, dasselbe zu tun. Wie hatte er das eben nur gefragt? Erfreut, glücklich überrascht? Kaum. Vielleicht in einer Art Bestürzung einem starken Betroffensein eher. Schließlich sogar nicht ohne spöttischen Einschlag. Aber nein, letzteres war ja undenkbar. Denr wie konnte semand zum Spott neigen, dem, wenn auch nur vorübergehend, eine annehmbare Existen=möglichkeit gehoten wirde! E Sie standen ganz nahe etnander gegenuber. Fust in körperlicher Berührung... Es ist ganz eigenartig, dachte Jürgen. Ringsum Dunkelheit. In den kahlen Baumkronen ein geheimnisschweres Wehen reisenden Windes. In Tönen, die wie Sehnsucht berühren. Und vor mir ein Weib in Jugend und Schönheit, dessen Sinne mir in Sehnsucht zuströmen... Ein feiner Duft aus ihren Kleidern umfloß ihn wie in unsichtbaren Wellen. Er spürte den Hauch ihres erregten Atems voll süßer Wärme. Und er wußte: Es bedarf jetzt nur eines winzigen Entgegenkommens von mir, eines einzigen Wortes, um im nächsten Augenblick ihre Arme an meinem Hals zu spüren und ihre Lippen auf den meinen zu fühlen. Herrgott, eine Versuchung, so gleißend, so lockend, so zum Fall treibend, daß es fast unmöglich schien, ihr zu widerstehen! Jutta stand in wartender Erregung, der sie nur noch mit Aufbietung aller sittlichen Kraft Herr zu werden vermochte. Sie sann längst nicht mehr der Klangart seines Einwurfs nach. Und sie würde auch jetzt kein Wort sprechen, keine Frage tun. Nur in diesem brückenschlagenden Schweigen verharren, in dieser körperlichen Nähe sich ihm weiter aufdrängen. Und er müßte kein Blut in seinen Adern haben, wenn er sich ihr auch heute entwinden würde. Ja, daß er dazu nimmer imstande war, davon fühlte sie sich vollkommen überzeugt. Jürgen Asmussen hatte zuletzt die Zähne aufeinandergebissen und die Hände zu Fäusten geschlossen, als müsse er einem Gegner zu Leibe. Er hatte das Gefühl, daß Jutta sich ihm während der letzten Sekunden noch um ein Geringes zugeneigt und nun mit ihrem Gesicht so dicht vor dem seinen war, daß er glaubte, trotz der Dunkelheit ihre Züge unterscheiden zu können. Nimm sie und küß sie, sagte etwas Dunkles in ihm. Anders wärst du ein trauriger Wicht, für den kein Weib mehr da sein dürfte. Und es war wie ein häßlichhöhnisches Lachen vor seinen Ohren.„Und wenn es Gitt sehen würde?“ Hatte er das nur gedacht? Oder war es ihm Wort für Wort über die Lippen geflossen... Ja, Gitt war nun wieder bei ihm! Und die Fremde vor ihm wich zurück, nahm immer ungewissere Gestalt an und war nun in der Dunkelheit verschwunden. In Wirklichkeit hatte er durch sein plötzliches Zurücktreten die Entfernung von Jutta herbeigeführt. Mit einem tiefen Aufatmen befreite er sich von einem letzten lastenden Druck. Gott sei Dank: Er war Sieger geblieben! S n; G. Jutta sammelte sich muysam zut Fassung. Sie meinte, daß ihre Gedanken gespalten und zerrissen seien, daß sie keinen einzigen zu Ende fand. Sie hörte seine Stimme, die in gewohnter Ruhe und Sicherheit klang, vernahm die Wiederholung seiner vorhin gestellten Frage wie einen törichten Scherz und zwang sich zu einer ruhigen Entgegnung. „Allerdings hat mein Vater Sie für diese Stellung in Aussicht genommer, 6bt6#n En stachft dat Auf dein Betreiben hin, duchle er. Du steast bahinter. Nicht um mir zu helfen, sondern um mich zu kaufen, mich dir zu verpflichten. Diese letzten Minuten haben mir das klar bewiesen. „Ich glaube, wir gehen zurück,“ schlug Jürgen vor. „Mich fröstelt. Meine Kleider sind dünn. Sie waren nur für Sommers Gnaden gedacht.“ Das Mädchen schwieg. „Ich bin Ihrem Herrn Vater zu Dank verpflichtet,“ sagte er dann, als sie ein paar Schritte gegangen waren — Jutta in armlanger Entfernung ihm zur Seite— „aber es ist mir leider nicht möglich, von dem liebenswürdigen Angebot Gebrauch zu machen. Ich muß dankend ablehnen.“ Sie hatte eigentlich eine Zusage nicht mehr erwartet, da er es fertiggebracht hatte, sie selbst abzulehnen, sie förmlich zu beleidigen mit der Zurückweisung ihrer selbst. Trotzdem empfand sie seine Absage wie eine nicht vorhergesehene bittere Enttäuschung, wie eine persönliche Demütigung..40 s4 6. Tonlos, abgerissen sprechend, fügle sie:„Ich hätte eine Ablehnung nie erwartet. Ich war davon überzeugt, daß Sie bestimmt zugreifen würden. Was veranlaßt Sie zum Gegenteil?“ „Manches. Zunächst meine völlige Unerfahrenheit in Büroarbeiten. Man würde mich gar nicht gebrauchen Erlauben Sie: Das ist eine törichte Ausrede. Sie würden das Erforderliche bald lernen.“ „Es könnte sein. Entscheidender ist etwas anderes. Ich kann meinem Studium nicht über ein halbes Semester fernbleiben. Zwischendurch muß ich wenigstens ein paar Vorlesungen belegen. Was mir an Barmitteln fehlt, muß ich irgendwie in Berlin zu verdienen suchen. Ferner möchte ich mich niemand verpflichten Jutta unterbrach erregt:„Wieso ve wem? Sie leisten Arbeit und werden Das ist alles.“ rpflichten und dafur oczahlt. (Fortsetzung folgt.) Ainerikus sctufener Tchelhen zert Erwucht 34 Monate in tiefem Schlaf gelegen— Wie Patricia Maguire Iilmstar wird Jahrelang hat sich die amerikanische Presse lebhaft für das Schicksal jener Stenotypistin Patricia Maguire interessiert, die vor nunmehr 34 Monaten in tiesen Schlaf versiel und erst jetzt endgültig erwachte. Wieder bringen die Zeitungen spaltenlange Berichte und Bilder über dies Phänomen. Patricia wird sich keine Sorgen über ihre Zukunft mehr zu machen brauchen, denn schon jetzt stürmen die Vertreter der großen Filmgesellschaften und Variétés die Wohnung ihrer Eltern. Es war im Februar 1932. Abgespannt und zerschlagen verließ die Stenotypistin Maguire ihr Büro in Chikago. In der Untergrundbahn sanken ihr die Lider bleischwer herab, so daß sie um ein Haar ihre Zielstation verpaßt hätte. Als sie in der Wohnung ihrer Eltern anlangte, murmelte sie nur noch zusammenhanglose Worte. Man brachte sie sofort ins Bett, wo sie in einen totenähnlichen Schlaf verfiel. Am nächsten Morgen versuchte ihre Mutter vergeblich, sie wachzurütteln. So ließ man sie weiterschlafen. Als sie aber auch am Abend nicht erwachte, holten die Eltern einen Arzt. Der wandte sich mit ernstem Gesicht an die Eltern: „Das Mädel ist sehr krank, wahrscheinlich ist ein Opfer der Schlafkrankheit. Ich hoffe aber, daß keine Lebensgefahr besteht" Andere Aerzte wurden zu Rate gezogen. Sie alle kamen zu dem gleichen Ergebnis: Schlafkrankheit. Derartige Krankheitsfälle waren zu jener Zeit in Chikago nichts Seltenes. Erst als Monate vergangen waren, ohne daß es gelang, Patricia zu wecken, wurde die Oeffentlichkeit aufmerksam. Die Krankheit als Schönheitskur Um die junge Patientin am Leben zu erhalten, mußte man selbstverständlich Zuflucht zur künstlichen Ernährung nehmen. Und siehe da, sie bekam der Kranken so gut, daß sie von zu Tag an Gewicht zunahm. Ihr vorher so hageres Gesicht bekam ausgeglichenere Formen und blühte zusehends auf. Aus der kleinen unscheinbaren Stenotypistin war während der tückischen Schlafkrankheit eine Schönheit geworden. Was Wunder, daß sich diese Tatsache sehr bald herumsprach. Als ein großes Magazin ein Porträt der„schlafenden Schönheit", wie man Patrieia alsbald taufte, auf seinem Titelblatt brachte, gab es kein Halten mehr. Ueberall in den Zeitungen erschienen jetzt spaltenlange illustrierte Berichte. Patricia war während ihres Schlafes zur Berühmtheit geworden... Diese Berühmtheit wollten geschmacklose Unternehmer für ihre Zwecke ausbeuten. Mit den verlockendsten Angeboten traten sie an die Eltern heran, um die Einwilligung zur öffentlichen Ausstellung Patricias zu erlangen. Man wollte ihr beispielsweise auf der Weltausstellung in Chikago einen eigenen kleinen Palast errichten. Aber die Eltern zeigten sich mehr um die Gesundheit und das fernere Schicksal ihrer Tochter besorgt, als um ihren Geldbeutel. Alle Engagementsanträge wurden energisch zurückgewiesen. Heiratsanträge für die Schlafende Schließlich fanden sich sogar Männer ein, die bereit waren, Patricia auf der Stelle zu heiraten. Auch sie erhielten von den Eltern den Laufpaß, indem sie mit vollem Recht erklärten, nichts ohne Wissen ihrer Tochter unternehmen zu können. Dieses eigentlich selbstverständliche Verhalten erregte in ganz Amerika riesiges Aufsehen und so kam es, daß Patricia auch dann nicht vergessen wurde, als es über sie selbst nichts Bemerkenswertes mehr zu berichten gab. Wenn die Kranke aber einmal eine Hand hob oder für einen kurzen Moment die Augen öffnete, dann wurde in dicken Schlagzeilen verkündet:„Amerikas schlafende Schönheit erwacht!" Aber sie erwachte dennoch nicht. Sie schlief vielmehr Monat um Monat unbeirrt weiter und nahm weiter zu an Schönheit. Jetzt endlich sollen die Reporter offenbar Recht behalten. Seit einigen Tagen hält Patrieia die Augen fast den ganzen Tag über geöffnet. Sie bewegt ihre Glieder und scheint auch alles zu verstehen, was um sie herum vorgeht. Ein Dornröschen=Märchen Sie kann auch schon lesen, denn als man ihr eine Tafel mit den daraufgeschriebenen Worten „Hebe Deinen rechten Arm“ vor die Augen hielt, kam sie tatsächlich der Aufforderung nach. Die behandelnden Aerzte äußerten sich sehr optimistisch. Sie glauben, daß Patricia schon in den nächsten Wochen völlig gesunden werde. Allerdings sei damit zu rechnen, daß die Patientin wie ein Kind laufen lernen müsse. So wird denn bald das moderne Dornröschen=Märchen sein glückliches Ende gefunden haben. Prinzen, in Gestalt von Filmdirektoren und reichen Freiersleuten, machen bereits in großer Anzahl der Genesenden ihre Aufwartung. Wahrscheinlich ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann mit riesiger Reklame ein Film durch die amerikanischen Kinotheater die Runde macht, in dem die ehemalige„schlafende Schönheit", Patrieia Maguire, als Star zu bewundern sein wird. Eisial üder Meideurne 30 Stunden kobten die entfesselten Elemente Reißende Fluten zerstören Die australische Großstadt Melbourne, die erst vor wenigen Wochen die Jahrbundertseier ihres Bestehens festlich beging, ist von einer surchtbaren Naturkatastrovhe heimgesucht worden. Ueber den von einem Wolkenbruch begleiteten Sturm, der in der Hauptstadt des Staates Victoria und Umgebung großen Schaden anrichtete, liegen jetzt nähere Einzelheiten vor. 30 Stunden lang hat es wie mit Kübeln geschüttet und gleichzeitig peitschte der Sturm die aus den Wolken niederstürzenden Wassermassen. So kam es, daß schon nach ganz kurzer Zeit mehrere Stadtviertel vollkommen unter Wasser standen. Aber nicht nur diese ungewöhnlichen, bisher in dieser Stärke noch nie niedergegangenen Regenmengen führten zu dieser Ueberschwemmung, sondern vor allem auch die reißenden Fluten des Flusses Jarra, dessen Bett sonst kaum 100 Meter breit ist, der aber jetzt als ein schäumender und gurgelnder Strom von 2½ Kilometer Breite dahinbrauste, ungeheuere Verwüstungen anrichtend. Lebensmittel für die Abgeschnittenen Einzelne Stadtteile von Melbourne sind von dieser Ueberschwemmung besonders gefährdet worden. Die Lage war dort vielfach geradezu verzweifelt, erreichte doch das Wasser eine Höhe von 6 Meter, so daß nicht nur die Keller= und Parterreräume überflutet wurden, sondern auch die ersten Stockwerke der Häuser. Die berühmten Tennisplätze von Kooyong, auf denen sich sonst bei den internationalen Spielen eine festlich gestimmte, elegante Welt zu tummeln pflegt, bilden nunmehr einen einzigen riesigen See. In den letzten 24 Stunden ist es der Stadtverwaltung, die dabei von den Behörden des Gouvernements eifrig unterstützt worden ist, gelungen, eine Hilfsorganisation ins Leben zu rufen, deren erste Aufgabe es sein wird, den vielen Tausenden, die seit Stunden von aller Welt abgeschnitten sind, Lebensmittel zuzuführen. Der Verkehr kann nur ganz notdürftig durch Fischerkähne und requirierte Motorboote aufrechterhalten werden. Der Schaden wird vorläufig auf mindestens 450000 Pfund geschätzt. Der Dampfer„Coromba“ überfällig Leider sind auch mehrere Todesopfer zu beklagen. Auf besonders merkwürdige Weise ist dabei ein Familienvater mit seinen drei Kindern ums Leben gekommen. Er versuchte vor den Fluten des Jarra zu flüchten und watete, indem er mit seinen Kindern eine Kette bildete, durch die bereits stark überschwemmten Straßen. Dabei muß nun der Mann auf irgendein unter dem Wasserspiegel liegendes elektrisches Kabel von hoher Spannung gestoßen sein, denn plötzlich ging ein Zucken durch diese Menschenkette und sie verschwand lautlos. Ketastrophale Folgen hat diese Sintflut über Melbourne auch für die Schiffahrt gezeitigt. Hunderte von Fischerbooten sind überfällig. Kein Mensch weiß vorläufig, was aus ihrer Besatzung geworden ist. Größte Besorgnis herrscht in bezug auf das Schicksal mehrerer größerer Dampfer. Unter diesen überfälligen Schiffen befindet sich auch die„Coromba“, die dem Funkspruch eines zur Aufklärung aufgestiegenen Fliegers zufolge an den Klippen der Insel Phillipp gestrandet sein soll. Das Leben der Besatzung und der Reisenden ist in größter Gefahr, da bei der wildbewegten See Rettungsversuche so gut wie aussichtslos sind. Zurechtweisung Geistlicher wegen politischer Betätigung Bemerkenswerte bischöfliche Anweisung Der Kirchliche Anzeiger für die Diözese Trier Nr. 314 und das Oberhirtliche Blatt für die Diözese Speyer Nr. 18 vom 4. Dezember 1934 bringen eine Sonderausgabe mit einem bischöflichen Erlaß heraus, der sich gegen die Teilnahme von Geistlichen an der neuen politischen Organisation „Deutscher Volksbund für christliche soziale Gemeinschaft“, die in Saarbrücken kürzlich in Anwesenheit einiger Geistlicher gegründet wurde, wendet. Der Erlaß hat folgenden Wortlaut: Trier, 5. 12. 1934. Betr. Erlaß der Hochwürdigen Herrn Bischöft von Trier und Speyer vom 12. 11. “ Unseren Erlaß betr. Politisches Auftreten der Geistlichen im Saargebiet hatten wir gegeben aus höchstem Verantwortungsbewußtsein gegenüber unserer heiligen Kirche und gegenüber unserem deutschen Vaterlande. In dem Erlaß war zwar nur die Rede von„öffentlichem Auftreten in politischen Versammlungen“ und auch davon, das „die Priester es vermeiden sollen, auf der Kanzel politische Zeitungen, Zeitschriften oder dergl. zu empfehlen". Aber als eine politische Betätigung in viel höherem Maße müssen wir es ansehen, wenn Geistliche sich an einer Versammlung beteiligen, die den ausgesprochenen Zweck verfolgt, eine neue politische Organisation zu schaffen. Wir sehen uns daher zu unserem Bedauern genötigt, vor aller Oeffentlichkeit festzustellen, daß diese Geistlichen gegen den klaren Sinn und den Geist unserer Verfügung gehandelt haben. Wir erwarten, daß sie in Zukunft das beachten, was ihre Bischöfe verordnet haben. Trier und Speyer, den 3. Dezember 1934. Franz Rudolf, Bischof von Trier. Ludwig Sebastian, Bischof von Speyer. Der Rener auf dei Wierresgrune Peter der Große begegnet einem Taucher Vor längerer Zeit wurde aus Riga gemeldet, daß ein Taucher bei der Bergung eines gesunkenen Dampfers ein atemberaubendes Abenteuer auszustehen hatte, als er nämlich auf dem Meeresgrunde einem riesigen Reiter begegnet sei. Dazu erhalten wir jetzt folgenden dramatischen Bericht: Dreimal läutete schrill die Signalglocke. Die Matrosen an Bord des Bergungsdampfers beeilen sich, den Taucher Maximow aus den Meerestiefen hochzuziehen. Dreifaches Zeichen ist ein böses Omen: dem Manne muß etwas Schlimmes zugestoßen sein. Die Matrosen waren recht froh, als Maximow, ein bekannt routinierter und kühner Taucher, auf der untersten Sprosse der Metallleiter, die zum Deck hinaufführte, erschien. Mühsam kletterte er die Stufen empor. Unter dem zurückgeschlagenen Helm des Taucheranzuges kam ein fahlgelbes Gesicht zum Vorschein. Noch nie hatten die Matrosen Maximow in so jämmerlicher Verfassung gesehen. Der Reiter in der Meerestiefe Erst nachdem er sich ein wenig erholt hatte, bePenizessur ouitunn dertorein Halsbanr Kleine Nachlese zur Londoner Jestwoche Der Festtrubel der Londoner Hochzeitswoche ist vorüber. Die hölzernen Barrikaden und die großen Tribünen sind zum Teil schon verschwunden, ebenso die meisten großen Guirlanden. Prinzessin Marina, die junge Herzogin von Kent, so weiß man, hält sich mit ihrem Gemahl in dem herrlichen Landsitz Himley Hall auf, wo die ersten glücklichen Flitterwochentage in aller Stille verlebt wurden. Neben den geplagten Redakteuren der englischen Zeitungen, die Tag für Tag große Vorberichte bringen mußten, werden vor allem die Beamten von Scotland Yard aufatmen und sich freuen, daß alles ohne jeden Zwischenfall vorübergegangen ist. Allerdings, ein kleiner Wermutstropsen ist doch in den allgemeinen Freudenbecher gefallen. Prinzessin Juliana von Holland, die Brautjungfer Prinzessin Marmas, hat während ihres Aufenthalts in London ein Juwelenhalsband verloren, das einen Wert von fast 1000 Gulden repräsentiert. Eine ganze Armee von Polizisten hat nach dem Schmuckstück gesucht, das jedoch nicht aufgefunden werden konnte. Die Prinzessin wird sich zum größten Bedauern der Engländer mit dem Verlust ihres Halsbands abfinden müssen. Uebrigens erzählt man sich jetzt allerlei lustige Anekdoten, über die zu lachen man während der offiziellen Feier keine Zeit hatte. So hat es im Lager der Antialkoholiker sehr heftige und ernste Debatten über die Frage gegeben, ob man auf das Wohl des Königs und des jungvermählten Paares auch anstoßen könne, ohne einen einzigen Tropfen Alkohol im Glas zu haben. In England gilt nämlich ein Toast ohne Alkohol als persönliche Beleidigung. Der Debatte hat schließlich der englische König durch die Erklärung ein Ende gemacht, er fühle sich auch geehrt, wenn man mit völlig alkoholfreien Getränken auf sein Wohl anstoße. Was dem König Recht ist, mußte selbstverständlich dem Herzog von Kent billig sein, und so herrschte auch bei den Antialkoholikern eite! Freude. gann Maximow, von den Matrosen allseits bestürmt, zu sprechen.„Es ist ganz unglaublich, was mir unten geschah. Als ich heute hinabstieg, dachte ich, es würde ein Kinderspiel sein. Liegt doch der Grund hier kaum vierzig Meter tief und überdies kannte ich doch bereits ziemlich genau die Lage des Wracks, das wir suchen. Kaum hatte ich, auf dem Grund angelangt, wenige Schritte getan, als plötzlich, etwa 20 Meter vor mir, ein hünenhafter Reiter erschien, ein riesenhafter Kerl auf einem gigantischem Roß. Mit gezücktem Säbel trabte er schnurstracks auf mich zu.“ Maximow hielt inne. Er sah die verdutzten Gesichter seiner Kameraden.„Ihr haltet mich natürlich alle für verrückt und glaubt, ich hätte ein Gespenst gesehen. Nun wißt ihr doch alle, daß ich durchaus nicht ängstlich bin. In der ersten Sekunde dachte ich selber, ich sei besoffen. Als mir jedoch der Reiter näher kam und mit der Spitze seines Säbels schon vor meinem Helm herumfuchtelte, gab ich Alarmzeichen. Der Riese hätte mich glatt aufgespießt.“ Vier gegen einen! Trotz der Beteuerungen Maximows war die Besatzung nach wie vor felsenfest überzeugt, der Taucher hätte vor seinem Abstieg etwas zu tief ins Glas geguckt. Die drei anderen Taucher an Bord beschlossen daher, sofort ins Wasser zu steigen. Der fabelhafte Reiter sollte es mit drei Männern zu tun bekommen. Es verstrichen zwanzig Minuten. Unheimlich still war es an Bord, als endlich das erlösende Signal der Glocke erklang. Rokopjew erschien als erster der drei Kühnen an Deck. Ganz außer Atem rang er mühsam nach Worten:„Der Kerl ist noch immer da unten und wir haben ihn alle drei gesehen. Ein Ungeheuer auf einem Roß. Eine Täuschung ist ganz ausgeschlossen!" Der Kapitän legte die Hand auf Rokopjews Schulter.„Ihr seid verrückt. Morgen in der Früh gehen alle vier Männer auf den Grund. Ihr müßt mir den Reiter bringen. Das Roß könnte ihr getrost im Wasser lassen.“ Der Kopf des Herrschers Am nächsten Tage um zehn Uhr war Rokopjew wieder der erste, der auf Deck erschien. Er strahlte vor Freude, als er seinen Helm zurückschlug.„Er ist erledigt. Da habt Ihr seinen Kopf.“ Der Kapitän war starr. Rokopjew hielt einen bronzenen Männerkopf, den Kopf eines Standbildes, in der Hand. Ja, wo hatte er einen solchen Kopf schon einmal gesehen? Richtig, vor vielen Jahren in Der Festtag der Bergleute Der Barbaratag in Oberschlesien St. Barbara, der 4. Dezember, stand im oberschlesischen Bergbaugebiet ganz im Zeichen des alten, schönen Bergmannsfestes. Dieser Tag der Schutzheiligen der Bergleute mit seinem schönen alten Brauchtum war in der Zeit nach dem Kriege fast ganz in Vergessenheit geraten, beginnt aber seit der Machtübernahme durch Adolf Hitler wieder zu dem zu werden, was er früher gewesen ist, zum Festtag des Kumpels. Der traditionsbewußte oberschlesische Bergmann, der in Frömmigkeit und Treue am Althergebrachten hängt, feiert wieder dieses charakteristisch oberschlesische Fest. Der Morgen des Festtages vereinte die Betriebsführer und Gefolgschaften der einzelnen Gruben in den Kirchen zu feierlichen Gottesdiensten, die mit Umzügen eingeleitet wurden, bei denen die Bergleute in ihren schönen Trachten und mit brennenden Grubenlichtern erschienen. Der Nachmittag und Abend brachte in den reichgeschmückten Zechenhäusern der Gruben gesellige Veranstaltungen, bei denen viele Hunderte von Arbeitsjubilaren für langjährige treue Dienste geehrt und ausgezeichnet wurden An allen diesen Feiern, an denen auf den größten Gruben Tausende von Bergleuten beteiligt waren, nahmen auch die führenden Männer der Kommunalbehörden, der Arbeitsfront und der RSGemeinschaft„Kraft durch Freude" teil, womit die Barbarafeier zu einem Fest der Volksgemeinschaft wurde. So vereinte sich überall altes Brauchtum mit dem Geist der neuen Zeit, in der gerade der schwere und gefahrvolle Beruf des Bergmanns zu neuen Ehren gekommen ist. Petersburg.„Das ist der Kopf Peters des Großen!“ rief er erregt.„Mag er, wer immer sein“, meinte Maximow,„der Anblick war auch jetzt ganz unheimlich. Hätten wir nicht Patronen sprengbereit mit uns genommen, so hätten nicht der Reiter seinen, sondern wir unsere Köpfe verloren.“ Schicksale des Standbildes Achtundvierzig Stunden später war das Rätsel gelöst. Die zerlegten Teile des Denkmals— man mußte die Riesenstatue mit Aexten zerschlagen, um sie heben zu können— lagen im Magazin des Vergungsdampfers. Die dronzene Statue Peters des Großen hätte vor Jahren an Bord des Dampfers„Andromeda“ nach Kronstadt gebracht werden sollen. Unterwegs war wegen der schlechten Betöstigung eine Meuterei ausgebrochen und die erzürnten Vatrosen warfen das Riesendenkmal des großen Herrschers kurzerhand ins Meer. Dort verblieb die Statue, ein gespenstisches Standbilk, von allerlei Meerespflanzen umwuchert, mehr als zwei Jahrzehnte hindurch. Die Tangpflanzen. die das Monument umschlungen hatten, täuschten mit ihren langen, beweglichen Stielen den überraschten Tauchern die schreckhafte Vision vor, als trabte der bronzene Reiter auf seinem metallenen Roß auf dem Meeresgrund dahin Attentat auf sapanischen Staatsmann vereitelt Wie Reuter aus Tokio meldet soll eine Nachricht großes Auftehen erregt haben der zufolge sich ein 17jähriger mit einem Dasch bewaffneter Mann in die Sommeruilla des bekannten Staatsmannes Prinz Sarnost— einer der ältesten Staatsmänner Japans— eingeschlichen haben soll um ehn zu töten Er wurde von der Dienerschaft des Prinzen gefaßt und der Poltzei übergeben die be ihm Schriftstücke gefunden haben will. in denen Anklugen gegen den Prinzen standen KU Das soeben erschienene Werk: Die neuen Steuergesetze von Fritz Reinhardt, Staatssekretär Im ReichsAnenzminlstertum, zum Preise von Rostl. 4. ist für Sie der gegebene Führer durch das neue Steuerrecht. Die mit wird am 1. Januar 1935 Cesatz! Das Buch enthält. 1. eine allgemeine Einführung in die Grundgedanken der Steuerreform; 2. zu jedem der 10 neuen Gesetze eine besondere Einführung; 3. zu jedem der 10 neuen Gesetze eine Uebersicht über die Aenderungen gegenüber dem bisherigen Recht; 4. den Wortlaut der 10 neuen Steuergesetze: Einkommensteuergesetz, Erbschaftsteuergesetz. Bürgersteuergesetz, Bodenschätzungsgesetz, Körperschaftsteuergesetz, Umsatzsteuergesetz, Reichsbewertungsgesetz, Kapitalverkehrsteuergesetz Vermögensteuergesetz, Steueranpassungsgesetz. Vorrätig in der Buckkondlung, Coll Braus Adolf Hitler-Platz 3 Donnerstag- Freitag Großer Fischverkauf Pid. nur 23 PigPid. nur 25 Pig. Pfd. nur 30 Pig. Pfd. nur 25 Pig. Pfd. nur 25 Pig. Pfd. nur 40 Pig. Fluß-Hecht.. Pfd. nur 100 Pfg. Zander und Zander-Filet, Rotbarsch und Schellfisch-Filet billlgst. Scheidt, Fischhalle 2371 nur Hagenerstraße 2. Kochtisch Brattisch Schelllisch Kabeljau Fluß-Plötze Fluß-Barsch Pluß-Hacht 2 od. 3 ZimmerWohnung für sofort oder später gesucht(3 erw. Pers.) Miete kann im voraus gezahlt werden. Offerten unter 2369 an die Geschäftsstelle dieser Zeitung. Moterrur zu kaufen gesucht, wenn auch Reparaturbedürftig, gleich Offerten unter 2370 an die Geschäftsstelle dieser Zeitung. Die beiden Mädchen, die gestern In der Poststraße den Damenschirm gefunden haben, wollen ihn abgeben gegen Belohnung 2372 Hörderstr. 54 II. Kneign-Buund, Ortegrunge Schwerte Heute abend 8 Uhr„Hotel zur Post“ Vortrag: „Nege zur Volksgesundheit, heiße und kalte Bäder!“ Es spricht: Bundeslehrerin Fräulein Stang. Jedermann herzlich eingeladen! Eintritt frei! 2373 Der Vorstand. Neue Laubsäge=Vorlagen empfiehlt Carl Braus Orroonut Aitezerne Voie: occcrete, Töisises#n, Tis#sl##, Tosvn, Tiehtu##. Puc##e ##. Ceilkur.=Poilz 3- Chec. 70oue#str. 3 Nach der Ankunft des Lastkraftwagens auf der Güterabfertigung Hagen wollte der anscheinend einen Aufenthaltsraum im Bahnhof aufsuchen. Er überquerte zu diesem Zweck die Gleise und muß hierbei infolge des herrschenden Nebels von einem Zug überrascht und überfahren worden sein. Man fand später die Leiche zwischen den Gleisen liegend auf. Holzwickede, 6. Dez. Die Freiwillige Feuerwehr will für die ausgedehnte Gemeinde zwei Feuerlöschteiche schaffen, Für den nördlichen Ortsteil ist der Zechen## auf dem Gelände der Zeche„Karoline" in Aussicht genommen. Ein zweiter Teich soll auf dem Gelände hinter der katholischen Kirche in der Nähe des Guthofes„Haus Dudenroth“ werden. Auch die Wehren der Nachbargemeinden Hengsen und Opherdicke beabsichtigen die Schaffung von Feuerlöschteichen. Familienkundliche Ausstellung auf Burg Altena Zur Zeit befindet sich in dem großen Bibliothekssaale der Burg Altena eine familienkundliche Ausstellung des Vereins für Orts und Heimatkunde im Süderlande. Nicht nur die einschlägigen Bilder, Urkunden, Bücher usw. des Burgmuseums sind hier zu einem einheitlichen Ganzen zusammengestellt, sondern es haben sich auch in dankenswerter.2 heimische und auswärtige Fami., mit Bi dern, Stammbäumen, Ahnentafeln, Chroniken, Freundschaftsbüchern u. a. daran beteiligt, di hervorragend zu dem Gesamteindruck der Aus stellung beitragen. Einerseits zeigt diese, daß auch hierorts schon bisher fleißig auf dem biet der Familienforschung gearbeitet ist; andererseits wird sie für den, der sich in Zukunft mit Nachforschungen über seine Vorfahren beschäftigen will oder muß, Fingerzeige und Anregungen bieten können. Vor allem wird diese Ausstellung in ih Vielseitigleit sehr dazu beitragen Fgung, Interesse an allem, was in das Ge##### der Sippenkunde fällt, in weiteren Kreisen zu wecken und zu fördern. Banbsseibber S W ner Verkaufsstände, nicht aber für Apotheken, für den Marktverkehr und den Handel mit Weihnachtsbäumen. Zuwiderhandlungen werden bestraft. Schach Beteiligt sind: Preuß. Staat, Prov. Westfalen, Stadt Dortmund, Westfälische Handwerkskammern. Die nächsten großen Meisterkurse für Schuhmacher, Schneider, Schreiner, Maler, Klempner und Installateure, Damenschneiderinnen und und Kunstschlosser beginnen am Montag, 7. Januar 1935 bei genügender Teilnehmerzahl. Der Unterricht findet in den Räumen der Handwerkerschule in Dortmund, Brügmannstr. 25 statt. Außerdem soll für Schreiner und Maler aus dem Kammerbezirk Bielefeld je ein Kursus in den Räumen der Handwerkerschule in Bielefeld abgehalten werden. Wegen guter Unterrichtserfolge war die Teilnahme an den Kursen bisher sehr rege. Seit Beginn der Kurse benutzten über 2400 Handwerker diese vorzügliche Unterrichtsgelegenheit. Die Kurse sollen Meistern dazu dienen, sich mit den neuesten Techniken vertraut zu machen. Auch älteren Gesellen bzw. solchen, die sich Paganini der Rekordschwimmer Jedermann kennt Niccolo Paganini als den Teufelsgeiger und man weiß auch, daß er sozusagen ein Rekordreisender war; denn er durchstürmte die Länder, obgleich der Grenzübertritt nicht immer ganz freiwillig erfolgte. Oft genug bestimmten die Häscher irgendeines eifersüchtigen Ehemannes das Tempo seines Rittes oder seiner Fahrt. Weniger bekannt dagegen ist, daß der berühmte Meister der Violine einmal auch ein großer Schwimmer war. Daß er, in der Sprache unserer Tage zu reden, ehedem Europas schnellster Kurzstreckenschwimmer war und eine Zeitlang sogar den europäischen Rekord über 50 Meter im Staffettenschwimmen hielt. Natürlich in seinen jungen Jahren. Und wenn wir weiter von Paganinis Fähigkeiten im Säbelfechten, Boxen, Tennisspielen, Autofahren hören, so stutzen wir begreiflicherweise und sind geneigt, das Ganze für einen Aprilscherz oder eine Ausgeburt der Sauern Gurkenzeit— je nach der Jahreszeit— zu halten. Irgendetwas will da nicht stimmen. Stimmt auch tatsächlich nicht. Denn hier ist nicht mehr von dem geschichtlichen Paganini die Rede, sondern von seinem Darsteller im Majestic=NDLS=Film „Gern hab' ich die Frau'n geküßt", von Ivan Petrovich. nächster Zeit selbständig machen wollen, ist Gelegenheit zur Teilnahme an den Kursen gegeben. Unterricht täglich 8—12 und 14—18 Uhr. (Samstag nachm. frei.) Kursusdauer: 6 Wochen. Unterrichtsfächer: Fachzeichnen, Uebungen in den neuesten Techniken, Kalkulation, Maschinen=, Werkzeug=, Materialkunde, Fachrechnen, fachwirtschaftliche Vorträge. Unterricht in Buchführung und Gesetzeskunde wird laut Beschluß des Kuratoriums in den Kursen nicht Unterrichtsgeld 40 RM. für den Kursus. Bedürftige Teilnehmer können Beihilfen zum Lebensunterhalt erhalten. Anmeldungen( Formulare sind bei der Leitung der Meisterkurse und den Westfälischen Handwerkskammern zu haben) sind zu richten: „An die Leitung der Meisterkurse, Dortmund, Brügmannstr. 25“ Aus der Umgebung Der Landrat des Kreises Iserlohn gibt bekannt, daß im Landktreis Vrglgemeher a, zugelassen werden. Ein Austausch mit dem Sonntag vor Nikolaus findet nicht statt. Die offenen Verkaufsstellen dürfen an diesen Sonntagen von 14—19 Uhr für den Geschäftsverkehr geöffnet sein. Den nach 18 Uhr beschäftigten Angestellten ist an dem jeweiligen Ausnahmesonntag anschließend eine ununterbrochene Ruhezeit von 12 Stunden zu gewähren. Ferner sind als Ersatz für die di tägige Sonntagsarbeit vor Weihngchien, gven Angestellten in den auf den letzten sonntag folgenden 2 Wochen zwei halbe Werktage oder ein ganzer Werktag freizugeben. Die Ladenschlußzeit für den 20., 21. und 23. Dezember 1934 wird auf 20 Uhr festgesetzt. Am Heiligen Abend, dem 24. Dezember, dürfen offene Verkaufsstellen gemäß Artitl.1 des Gesetzes vom 13. Dezember 1929 nur bis 17 Uhr, Vorverkaufsselen, die Genshnrstet oder überwiegend Lebensmittel, Genußmitte. oder Blumen verkaufen, bis 18 Uhr für den geschäftlichen Verkehr geöffnet sein. Die beim schluß schon anwesenden Kunden dursen noch bedient werden. Wettkampf des Schwerter Schachvereins gegen Hohenlimburg. Der Schwerter Schachverein, der nach seiner Neugründung im Sommer ein Turnier veranstaltete, um die Spielstärke seiner Mitglieder festzustellen, hat für kommenden Sonnabend einen Klubkampf gegen die Hohenlimburger Schachfreunde angesetzt. Der Kampf wird an 15 Brettern ausgetragen. Am ersten Brett spielt ein Schwerter, der bei den Kreismeisterschaftskämpfen in Hagen den 2. Platz errang. An den übrigen 14 Brettern sitzen auch einige Spieler, die schon im früheren Schwerter Schachklub mitspielten. Da in Schwerte noch nie ein solch großer Kampf ausgetragen wurde, werden sich sicher viele Schachfreunde, die dem Verein nicht angehören, am Sonnavend einfinden, um den Spielern zuzusehen. Börsen und Märkte Dortmunder Zucht= und Faselviehmarkt vom 5. Dezember. Auftrieb: 560 Stück Großvieh, 231 Schweine, 44 Kälber. Der langsam. Es kosteten hochtragende und frischmelke Kühe 1. Qual. 360—410 Rm, 2. Qual. 330—370 Nm, 3. Qual. 260—320 Rm, Rinder 200—330 Rm. Beste Tiere wurden über Notiz bezahlt. Sämtliches zum Markt aufgetrieben gewesenes Großvieh ist und Klauenseuche geimpft worden. Am Schweinemarkt war der Handel langsam. Es kosteten Ferkel im Alter von 6 bis 8 Wochen 11—19 Rm, von 8 bis 10 Wochen 16—19 Rm, von 10 bis 12 Wochen 20—30 Rm. Der nächste Markt findet am 12. Dezember statt. Hagen, 5. Dez. Vom Zug erfaßt. Am Montag kam gegen 23,30 Uhr im Hagener Hauptbahnhof ein Reichsbahnautobeifahrer von der Güterabfertigung Remscheid zu Tode. Diese Vorschriften gelten auch für die Verkaufsstellen von Konsum= und ähnlichen Vei einen, auch für solche auf Eisenbahngelände und für das gewerbliche Feilhalten außerhalb offeIvan Petrovich in dem NDLS=Film„Gern hab' ich die Frau'n geküßt.“ Vielseitigkeit wird man also diesem Filmschauspieler zuerkennen müssen. Im übrigen reichen seine Fähigkeiten noch weiter. Petrovich ist ein Polyglott. Er spricht genau so gut Deutsch wie Englisch, Französisch, Serbisch und Ungarisch. Er ist ein ausgezeichneter Sänger und ein enthusiastischer Violinspieler. Eben diese Tätigkeit prädestiniert ihn geradezu für die Rolle des Zauberers Paganini, und ein Stück der magischen Gewalt des Teufelsgeigers ist wohl in seinem Widerspiegel lebendig geworden: als Petrovich zum ersten Male zu den Filmaufnahmen im Atelier erschien, setzte er den gesamten Aufnahmestab in Staunen. Man hatte ihm eine Geige als Requisit gereicht. Petrovich nahm sie schweigend auf, drückte sie Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Heinz Friedrich Kamecke. Schwerte=R. Verantwortlich für den gesamten Textteil: Heinz Friedrich Kamecke Schwerte=R. Für den Anzeigenteil: Hans Linner, Schwerte=R. 9. K. Al/34. 1565. unters Kinn und begann zu spielen—e spielte formvollendet und mit hinreißendem Schwung ein Tonstück des Meistergeigers! Petrovich ist Jugoslawe. Seine Wiege freilich stand in Budapest, wo er auch aufwuchs und das Gymnasium besuchte. Noc, als Schüler machte er durch seine sportlichen Leistunge:. von sich reden, und damals wurde der Fünfzehnjährige Rekordschwimmer. Als Mitglied des bekannten Atlethik=Klubs in Budapest vertrat er die ungarischen Farben in vieziern, Sun; derstaffetten, u. a. auch gegen die berunn. Staffel des Hellas=Magdeburg. Nach dem Kriege wollte sich Petrovich dem Studium der Architektur zuwenden— aber er kam nicht weit. Die Begegnung mit einem unggrischen Filmregisseur in Wien entführte den zumen Studenten in ein ganz anderes Gebiet. Pett vich landete in Nizza bei Nex Ingram und wurde von ihm drei Jahre lang in Sguptzek len herausgestellt. Später kam er nach„# land, wo er sich bald einen bekannten Kamen errang. Vorübergehend filmte Petrovich in Amerika und in Frankreich; die Geburt des Tonfilms stellte ihn vor neue Aufgaben, denen er sich seines schönen Organs und seiner wohllautenden Singstimme wegen im vollen Umfange gewachsen zeigte. Und nun lernt Publikum der Lichtspielhäuser auch als einen Geiger von mehr als gewöhnlichem und von heißem Temperament kennen.