Die„Schwerter Zeitung“ erscheint wöchentlich sechs mal. Bezugspreis wöchentl. 45 Pfg.(einschl. Trägerlohn). Einzelnummer 10 Pfg. Geschäftsstelle Gr. Markt3—s. Postscheckkonten: Dortmund 2852 und Hannover 21874. Verantwortlich. Hauptschriftleiter: Heinz Friedrich Kamecke. Verantwortl. für d. gesamt. Texteil: Heinz Friedrich Kamecke. Für den Anzeigenteil: Hans Linner; sämtlich in Schwerte. Druck u. Verlag: Carl Braus, Schwerte=Ruhr.— Tel. 2770 Anzeigenpreise: Für die sechsgespaltene Millimeterzeile(46 mm breit) 6 Pfg. Familien=, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4 Pfg. Reklame: Millimeterzeile 20 Pfg. Nachlässe nach Tarif 9 a. Für telefon. aufgegeb. Inserate übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorhergeseh. Betriebsstörung., hervorgerufen durch höh. Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr, für pünktl. Erscheinen d. Zeitung u. kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erhoben werden. Der Trutsche=Erziuttrin. knurscstert Jahresfeier der Ne Gemeinschaft„Kraft durch Freude“- Es sprachen Rudolf heß, Dr. Goebbeis, Dr. Ley An der Stätte der Arbeit In der großen Maschinenhalle eines deutschen Unternehmens von Weltruf, der AEG. im Berliner Norden inmitten tausender schaffender Kräfte der Faust und der Stirn, feierte die NS.= Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ in einer in bestem nationalsozialistischem Geist beseelten Feierstunde in Anwesenheit des Stellvertreters des Führers Rudolf Heß, Reichspropagandaministers Dr. Goebbels und Reichsorganisationsleiters Dr. Ley und zahlreicher Ehrengäste ihr einjähriges Bestehen. Die gewaltige Montagehalle, die außer dem Hakenkreuzbanner, den Fahnen der Deutschen Arbeitsfront und der RS.= Kulturgemeinde keinerlei Schmuck trug, konnte natürlich nur einen Teil der 46 000 Köpfe zählenden Belegschaft fassen, die übrigen erlebten die Feierstunde in zwei anderen riesigen Hallen, wohin die Kundgebung übertragen wurde. Die Feier, von Liedern des Männerchors der BVG., Sprechchören des Arbeitsdienstes und musikalischen Vorträgen des Musikkorps des Flottenflaggschiffs„Schleswig=Holstein“ umrahmt, wurde von dem Vertrauensmann der Betriebsgemeinschaft der AEG.=Werke eröffnet. Dr. Goebbels hob die Bedeutung, die das bereits im ersten Jahr so beispiellos gewaltige Werk„Kraft durch Freude“ für die Verwirklichung des nationalsozialistischen Gedankens hat, hervor. Rudolf Heß überbrachte die Grüße des Führers, der es bedauerte, an diesem Abend nicht bei den Arbeitern, bei denen er am liebsten weile, verbringen zu können. Der Chor der Berliner Verkehrsgesellschaft sang das von seinem Leiter komponierte Lied „Arbeit ist Glück". Der Sprechchor des Arbeitsdienstes brachte wundervoll eindringlich zwei Rezitationen zum Vortrag. Dann gab Ministerial= rat Dreßler=Andreß dem Reichsorganisationsleiter Dr. Ley das Wort zu seinem großen Rechenschaftsbericht, der mit einem Ausblick auf die Arbeit der kommenden Jahre abschloß und ankündigte, daß die Organisation „Kraft durch Freude“, die heute schon beispiellos in der Welt dastehe, im kommenden Jahr ihr Aufgabengebiet noch vervielfältigen werde, um in allen ihren Kameraden neue Kräfte zu sammeln, die der Gesamtheit und damit dem deutschen Volke wieder dienstbar werden. Das Horst=WesselLied schloß die eindrucksvolle Kundgebung. Reichsminister Dr. Goebbels Dr. Goebbels betonte u. a.: Wir Nationalsozialisten wollten einen Sozialismus der Tat. Wir sind ans Werk gegangen und ich glaube heute bei der ersten Jahresbilanz können alle Mitarbeiter an diesem großen sozialen Unternehmen„Kraft durch Freude“ mit berechtigtem Stolz auf die vergangenen Leistungen zurückblicken. Wir Nationalsozialisten sind mit den Schätzen deutscher Kunst und Kultur, mit den Schönheiten unseres Landes an das Volk herangegangen: Denn wir waren der Meinung, wir müssen ein Volk besitzen, daß getragen ist von den breiten Massen des schaffenden Arbeiter= tums. Die Schätze unseres Landes, seine landschaftlichen Schönheiten, die Güter deutscher Kunst und deutscher Kultur, der Segen deutschen Familienlebens, die Größe unserer Geschichte und die erhabenen Denkmäler unserer Tradition werden aber dann am besten vom Volke verteidigt, wenn das Volk sie kennt. Deshalb haben wir Möglichkeiten und Mittel geschaffen, um dem Volk die Kenntnis seines eigenen Seins, seiner geschichtlichen Vergangenheit und seinen geschichtlichen Leistungen zu vermitteln. So haben wir das Nationalbewußtsein, das wir auf die breiten Massen verlagert haben, fester fundiert, als es ehedem in Deutschland begründet war. Wenn wir von Sozialismus sprachen, dann waren wir dabei der Ueberzeugung, daß man sehr wohl dem arbeitenden Volk sein Recht auf Leben und tägliches Brot geben kann, ohne daEngland fragt in Berlin Vor einer großen Rüstungsaussprache im Unterhaus Im Hinblick auf die am Mittwoch im englischen Unterhaus stattfindende Aussprache über den Abänderungsantrag Churchills, in dem angesichts der augenblicklichen europäischen Lage eine Verstärkung der britischen Wehrmacht, insbesondere der Luftstreitkräfte gefordert wird, ist die britische Regierung eingehend mit dieser Frage beschäftigt und mißt, wie verlautet, der Erörterung am Mittwoch größte Bedeutung bei. Da anzunehmen ist, daß Churchill bei der Begründung seines Antrages auf die deutsche Aufrüstung hinweisen wird, kann mit einiger Sicherheit geschlossen werden, daß dieses Thema den Mittelpunkt der Aussprache bilden wird. Eine Londoner Blättermeldung besagt, daß am Dienstag in britischen Regierungskreisen Gerüchte über einen Schritt der britischen Regierung in der Rüstungsfrage in Umlauf waren. Eine wichtige Erklärung werde am Mittwoch im Unterhaus vom Staatssekretär des Aeußern Sir John Simon während der Rüstungsaussprache abgegeben werden. Wie das DNB hierzu erfährt, sprach Dienstagmittag der englische Botschafter Sir Erie Phipps im Berliner Auswärtigen Amt vor und unterrichtete die Reichsregierung in freundschaftlicher Form über die Erklärungen, die die britische Regierung am Mittwoch im Laufe der Unterhausaussprache abzugeben gedenkt. Gleichzeitig hatte in London Sir John Simon mit dem deutschen Botschafter von Hoesch eine Unterredung. Saarverhandlungen in Berlin In Berlin begannen am Dienstag zwischen der Reichsregierung und Vertretern der Regierungskommission des Saargebietes Verhandlungen, die die Frage der Regelung der Verhältnisse der Beamtenschaft bei der Rückgliederung des Saargebietes an das Deutsche Reich zum Gegenstand haben. Eine siebenführige Seieritom Gefährlicher Verbrecher von einem Kinde ermittelt Ein siebenjähriges Mädchen in Berlin hat durch seine überraschende Beobachtungsgabe einen gefährlichen Verbrecher zur Strecke gebracht, auf dessen Schuldkonto zugestandenermaßen etwa 400 Fahrraddiebstähle in den letzten Jahren kommen. Der Dieb— es handelt sich um den 28jährigen Harry Schapke— hatte am 5. 11. in Spandau aus einem Keller ein Damenfahrrad gestohlen und war beim Verlassen des Hauses von der kleinen Detektivin beobachtet worden. Das Kind war in der Lage, eine so gute Personalbeschreibung des Täters zu geben, daß die Polizei an Hand dieser Hinweise ihre Fahndungstätigkeit aufnehmen konnte; ohne Erfolg jedoch, bis das kleine Mädel seine kriminalistischen Fähigkeiten erneut unter Beweis stellte. Das Kind entdeckte den Täter auf einem Fußballplatz und veranlaßte nun mit Hilfe seines Vaters und der Polizei die Festnahme des Fahrraddiebes, der nach einer aufregenden Flucht gestellt werden konnte. Raubmord an einer Frau In der Tarnowitzer Straße in Gleiwitz wurde in einem Raum im Erdgeschoß die dort wohnende geschiedene Frau Anastasia Wochnik tot im Bett aufgefunden. Der Frau ist durch einen Axthieb der Schädel zerschlagen worden. Da die Leiche bereits stark in Verwesung übergegangen war, muß die Tat schon geraume Zeit zurückliegen. Das Mordinstrument, eine starkblutige Axt, wurde in der Wohnung gefunden und sichergestellt. Es wird Raubmord angenommen. Berliner Nachtgespenst gefaßt Der Schrecken der Berliner Villenbesitzer Der berüchtigte Berliner Fassadenkletterer, der monatelang die Villenbewohner des Berliner Westens in Schrecken gesetzt hat, konnte jetzt endlich im Verlaufe einer großangelegten Fahndungsaktion der Kriminalpolizei in einem Berliner Verbrecherschlupfwinkel zusammen mit einigen anderen Einbrechern gestellt und unschädlich gemacht werden. Es handelt sich um einen 24jährigen gewerbsmäßigen Einbrecher Gerhard Brüske. einen ehemaligen Fremdenlegionär. Stolleneinsturz in Erzbergwerk bei Metz Zwei Tote Durch einen Stolleneinsturz im Erzbergwerk von Angevilliers bei Metz wurden mehrere Arbeiter verschüttet. Ein Arbeiter fand auf der Stelle den Tod, ein anderer starb während der Ueberführung ins Krankenhaus, ein dritter wurde schwer verletzt. Erst vor einigen Monaten fanden in dem gleichen Bergwerk auf dieselbe Weise vier Vergleute den Tod. Sämtliche Opfer sind Italiener. Gemeine Lügen Gegen ausländische Lügenmeldungen über die Reichswehr In den letzten Tagen werden in der Auslandspresse Lügenmeldungen über die Reichswehr verbreitet, die ganz offensichtlich den Zweck gen, im deutschen Volke Beunruhigung hervorzurufen und dem Ansehen der Reichsregierung zu schaden. Es kann kein Zweifel bestehen, daß dieser neue Lügenfeldzug von einer bestimmten Stelle aus ganz methodisch vorbereitet und geführt worden ist. Von zuständiger Stelle wird mitgeteilt, daß alle diese Nachrichten, die sich mit dem Reichswehrminister, Generaloberst von Blomberg, dem Chef der Heeresleitung, General von Fritsch, und deren Verhältnis zu anderen Regierungsmitgliedern beschäftigen, glatt erfunden und nichts anderes als böswillige Verleumdungen sind. Der Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg ist Montag von seinem Krankheitsurlaub zurückgekehrt und hat seine Amtsgeschäfte wieder übernommen. Eine Denkschrift des Generals von Fritsch, die in diesen Lügennachrichten eine besondere Rolle spielt, gibt es überhaupt nicht. Infolgedessen konnte sie auch nicht dem Führer und Reichskanzler überreicht werden. Von einem beabsichtigten Rücktritt des Generals von Fritsch kann keine Rede sein. Ebenso unwahr sind alle Nachrichten, die sich auf eine angebliche Tätigkeit des Generalmajors von Reichenau in diesem Zusammenhang beziehen. Frei erfunden sind schließlich auch die verleumderischen Bemerkungen der Auslandspresse über angebliche Unstimmigkeiten zwischen der Reichswehr und dem Reichspropagandaminister Dr. Goebbels. Es sei festgestellt, daß das Verhältnis von Dr. Goebbels zur Reichswehr und umgekehrt sowohl sachlich als auch persönlich nach wie vor das denkbar beste ist und daß Differenzen nie bestanden haben. Es steht somit fest, daß alle diese Meldungen über die Reichswehr und die daran geknüpften Kombinationen gemeine Lügen sind, die hiermit auf das schärfste zurückgewiesen werden. mit die Nation vor der Welt verraten zu müssen. Gewiß, ich weiß, daß das sozialistische Programm des Nationalsozialismus nur bis zu einem Teil verwirklicht worden ist, und über haupt auch erst verwirklicht werden konnte, denn wir stehen ja am Anfang unseres Wirkens. Der Nationalsozialismus ist nicht eine Erscheinung, die auf Jahre, auch nicht auf Jahrzehnte, sondern auf Jahrhunderte berechnet ist. Sein soziales Programm ist so umstürzend, so revolutionär und so grundlegend in seinen volksmäßig gebundenen Forderungen, daß es Zeit gebraucht, um sich zu verwirklichen. Er bedarf neuer Menschen und diese neuen Menschen können nicht auf Kommando herbeigezaubert werden, sondern sie sind das Produkt einer weitsichtigen und. systematischen Erziehungsarbeit. Wir brauchen neue Menschen, die dem Volke dienen, weil sie das Volk kennen und die sich Deutschland verpflichtet fühlen, weil sie in Deutschland die Mutter ihres Lebens, ihres Denkens, ihres Fühlens und ihres Arbeitens gefunden haben. Klassischer Ausdruck dieses im wahrsten Sinne nationalsozialistischen Denkens ist unser Werk, „Kraft durch Freude“. Wir sind Menschen, die das Leben so sehen wie es ist und die versuchen, es auf ihre Art umzugestalten und darum ist der Titel unseres Werkes auch ein Programm, denn Freude hatten wir nötig, um mit den schweren Bitternissen unseres deutschen Lebens fertig zu werden. Freude hatten wir nötig, um die Not des Tages zu überwinden. Freude hatten wir nötig, um nicht an dem bitteren Schicksal unseres eigenen Volkes zu verzweifeln. Freude aber, daß wußten wir auch, gibt Kraft, und Kraft werden wir gebrauchen, um das deutsche Schicksal zu meistern. Sie, die Sie hier versammelt sind, sie alle legen am heutigen Abend Zeugnis dafür ab, daß der Gedanke der Volksgemeinschaft uns nicht Frage geblieben ist, sondern daß er sich von Tag zu Tag und von Monat zu Monat fester und fester in den Herzen erwachter deutscher Menschen verankert. Mit Mut und mit Kraft nehmen wir uns Taten und Werke für das kommende Jahr vor. Das, was wir begonnen haben, wird herrlicher weitergeführt und herrlicher zu Ende gebracht. So möge das Werk in aller deutscher Zukunft Millionen Menschen das geben, was sie zum Leben gebrauchen und was ihnen Mut und Hoffnung gibt das Leben anzupacken und das Leben zu meistern: Kraft durch Freude!(Lebhafte Beifallskundgebungen.) Der Stellvertreter des Führers Nach Dr. Goebbels nahm der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, das Wort. Er führte II 8. die:. u uuge Zum Abschluß des vergangenen und zugleich zu Beginn des neuen Arbeitsjahres des nationalsozialistischen Gemeinschaftswerkes„Kraft durch Freude“ der DAF läßt der Führer durch mich seinen Gruß übermitteln. Schwerwiegende andere politische Arbeiten hindern ihn daran, in diesem Kreise, im Kreise der deutschen Arbeiter, in dem er am liebsten weilt, selbst einen Abend der Freude zu verleben. Der Führer dankt vor allem den Organisatoren, die in kurzer Zeit Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ ins Leben gerufen haben. Diese Gemeinschaft hat kein Vorbild in allen Arbeiterorganisationen der Welt. Sie wurde ohne Vorbild vorbildlich geschaffen und sie wird in weiter Zukunft ein Musterbeispiel dafür sein, was nationalsozialistischer Gemeinschaftswille ist und was er erreichen kann. Der Führer dankt ferner den Frauen und Männern, den Parteigenossen und Parteigenossinnen, den Arbeitern und Arbeiterinnen, die in treuer opfer enuge vuit ber Gind, um dese Gemeinichaft „Kraft durch Freude“ so wirksam zu gestalten. daß alle diejenigen besonders ihre rers und damit unser aller Wille, daß unter dem schaftsleben der deutschen schaffenden Menschen von der Arbeits. und Freudegemeinschaft der großen deutschen Kulturnation entspricht. Der heutige Tag soll abermals sichtbar machen, daß die erste Sorge des nationalsozialistischen Reiches der Kraft des deutschen Arbeiters und der Freude des deutschen Arbeiters gilt, die dessen Kraft steigert und erhält. Der deutsche Arbeiter, das ist in diesem Sinne sowohl der Dreher hinter der Drehbank wie der Bauer auf dem Felde, es ist der Mann in der Schreibstube wie der Pilot, der deutsche Maschinen durch die Wolken steuert, der deutsche Soldat und Seemann, der seine Pflicht tut, es ist die Hausfrau am Herde so gut wie der Kunstschaffende, es ist eben der arbeitende deutsche Mensch überh Viele von Ihnen empfanden zum ersten Male die stolze Freude, Glied eines Volkes zu sein, dessen Heimat so schön, dessen Leistungen so groß sind und dessen Kinder eine neue Kameradschaft zusammenschließt, die nicht mehr fragt: Was bist du, sondern nur feststellt: Du bist Deutscher wie ich und schaffst für den Bau des neuen Deutschland wie ich, und deshalb gehören wir und stehen wir zusammen, komme was da will. Wir wissen, daß noch immer die materiellen Verhältnisse des deutschen Arbeiters nicht so sind, wie wir es wünschten, daß noch immer eine Unzahl schaffender Volksgenossen unter sehr schweren Lebensbedingungen ihr Dasein fristen müssen, oft an der Grenze des Existenzminimums. Aber wir wissen auch, daß es heute noch nicht anders sein kann, da der Nationalsozialismus nun einmol einen Staat und eine Wirtschaft übernehmen mußte, die am Zusammenbruch standen, mit damals immer weiter zunehmenden Millionen von Arbeitslosen, gegen die vergeblich das damalige Regim= unserer Vorgänger ankämpfte. Wenn wir aber schon materiell dem deutschen Arbeiter noch nicht all das geben können, was wir wollen, so muß man uns zubilligen, daß wir uns wenigstens redlich bemühen, seelisch sein Leben zu erleichtern. Daß der deutsche Arbeiter sein oft noch so schweres Los so trägt, wie er es trägt, daß er, obwohl seine Hoffnungen noch längst nicht alle erfüllt werden konnten, in unerhörter Treue zum neuen Staat steht und für diesen Staat arbeitet, dafür danken wir ihm von ganzem Herzen.(Starker Beifall.) Wir wollen auch diesen Tag nicht vorüber gehen lassen, ohne den schaffenden Menschen der anderen Völker, denen jetzt so böswillig oft das Wort vom drohenden Krieg zugerufen wird, zu sagen: Wir Deutschen, wir deutschen Arbeiter, wir deutschen Nationalsozialisten, und das sind Der Nechenschufteberia, von Sirery isationsleiter Dr. Len gab eine 20 vollständigen Baracken einschließlich der gesamSeich#xc...# Freude“. 1ten Inneneinrichtung. Die Einweihung des ersten wir Deutschen üuberhaupt, wir wollen so wenig den Krieg wie alle anderen Menschen, die ihn kennen und die arbeiten wollen zum Wohle ihres Volkes.(Stürmischer Beifall.) Wir sehnen uns nicht nach Krieg und wir brauchen ihn nicht zur Wiederherstellung unserer Ehre, denn unsere Ehre hat der Führer wiederhergestellt.(Erneut langanhaltende Beifallskundgebungen.) Wir wollen in Ehre und Frieden unserer Arbeit nachgehen. Wir wollen nichts anderes als Schaffen für das Wohl unserer Nation und ihrer Kinder. Der Führer hat Deutschlands Bekenntnis zum Frieden oft genug betont. Seine Gefolgsmänner in Partei und Staat haben das deutsche Friedensbekenntnis vielfach wiederholt und mit Freude können wir feststellen, daß dieser Weckruf für den Frieden auch in anderen Nationen nicht ungehört verhallt ist, daß auch Frontsoldaten anderer Nationen mutig ihre Stimme erhoben haben, und alle zu erwartenden Anfeindungen auf sich genommen haben um des gemeinjamen großen Zieles, der Erhaltung des Friedens der Welt willen. Daß sie es auf sich genommen haben, erfüllt uns mit hoffnungsfroher Genugtuung. Ich bin überzeugt, daß diese Stimmen sich nicht vergeblich erheben und alle, die guten Willens sind, nicht eher ruhen werden, bis das gemeinsame große Ziel des Friedens in gemeinsamer Arbeit erreicht ist. Was an uns liegt, so werden wir künftig alles tun. Deutsche Arbeiter und Arbeiterinnen! Wie schließlich alles, was im neuen Staat der Deutschen uns zugute kommt, wie alles, was aus dem Richts entstanden, nationales und sozialistisches Gepräge trägt, so danken wir unserem Führer letzten Endes auch das Werk der Gemeinschaft „Kraft durch Freude"(stürmischer Beifall und Heilrufe), sein Kampf brachte uns den Sieg, der Voraussetzung war für alles andere. Adolf Hitler gab uns die Arbeit wieder. Er gab uns die Freude zur Arbeit und zum Leben wieder. Ihm danken wir, ihm dem ersten Arbeiter seines Volkes, dem am schwersten arbeitenden Volksgenossen, auf dem die schwerste Arbeit lastet, weil auf ihm die schwerste Verantwortung lastet, schwerer, wie sie wohl je vielleicht ein Mensch getragen hat! Adolf Hitler, wir danken Dir und wir grüzen Dich! Adolf Hitler Sieg=Heil! Langanhaltender Beifall und stürmische Heilrufe folgten der Rede des Stellvertreters des Führers. Imgroßen Rundfunkprozeß wurden am Dienstagvormittag Zeugen und Sachverständige über die Trennungsvergütung für den Angeklagten Flesch vernommen. Reichgorgand),„ Dr. 8e Bilanz über ein Jahr„Kraft dure Das Leben ist nicht allein eine nackte Magenfrage, ein Lohn= oder gar Dividendenproblem, sondern wir haben gelernt, und das Volk hat es begriffen: Zum Leben gehört eine Summe von anderen Dingen, die anständige Gesinnung, die Teilnahme an der Kultur, das Schauen Schönheiten unseres Vaterlandes, die tung des Arbeitsplatzes, die Erhaltung der Spannkraft des Körpers, die Entdeckung eines neuen Volks= und Brauchtums und vieles andere mehr. So ist denn heute, nach noch nicht zwei Jahren, der große Wurf gelungen.„Die Arbeitsfront ist der Exerzierplatz, auf dem täglich die Gemeinschaft geübt wird, und„Kraft durch Freude“ ist das Reglement, nach dem wir exerzieren.“ Die Menschen leben nach dem neuen Gesetz der Gemeinschaft, als ob es nie anders gewesen sei, während„Kraft durch Freude“ mit seinen durchschlagenden Erfolgen für das deutsche Volk ein unumstößlicher Begriff geworden ist.„„„ 51 Das ist ein Wunder uno war nur möglich, weil Adolf Hitler so tief im Volke lebt und deshalb seine Seele so genau kennt wie kein Dr. Ley zählte schon einen Teil der Erfolge des ersten Jahres„Kraft durch Freude" kurz auf. Er bezeichnete als das Prachtstück das Amt für„Reisen und Wandern". Insgesamt 2 168 032 Arbeiter wurden auf Reisen geschickt, davon 1¾ Millionen auf Urlaubsreisen von sieben bis zehn Tagen. Von der Größenordnung der Arbeit könne man sich erst einen Begriff machen, wenn man bedenke, daß für die Beförderung dieser Volksgenossen rund 36,000 Eisenbahnwagen erforderlich waren. Die Gesamtzahl der von den KDF.= Urlauberzügen gefahrenen Kilometer ergibt eine Strecke, die etwa den neunzehnfachen Erdumfang ausmacht. Die wirtschaftliche Bedeutung der Fahrten ergebe sich aus der Tatsache, daß bei sämtlichen Urlauberzügen rund 40 Millionen Mark umgesetzt wurden. Davon erhielt die Reichsbahn allein eine zusätzliche Einnahme von rund sieben Millionen RM. Durch eine vorzügliche Organisation seien die Kosten der einzelnen Fahrten sensationell niedrig gehalten worden. Nicht weniger als rund 80000 Volksgenossen aus allen Teilen Deutschlands fuhren auf eigenen Dampfern zu den norwegischen Fjorden oder an die englische Küste. Neben den Land= und Seereisen sei auch ganz besonders das deutsche Wandern gepflegt worden. Die nächstjährigen Pläne des Amtes Reisen, Wandern und Urlaub beabsichtigen eine Verdoppelung und Verdreifachung des diesjährigen Programms. Nicht weniger als drei bis vier Millionen Urlaubern soll ein Urlaubs= oder Wochenendaufenthalt ermöglicht werden. Hier sollten in erster Linie die landschaftlich besonders schönen Rotstands= und Grenzgebiete Berücksichtigung finden. Auch die Hochseefahrten würden wesentlich verstärkt werden. Neben den Lloyddampfern„Der Deutsche" und „Cordoba“, in Bremerhaven würden in Hamburg vier große Dampfer in Dienst gestellt werden. Zur Bewältigung dieses Verkehrs müßten die Hafenanlagen in Hamburg ausgebaut und erweitert werden. Die Hochseefahrten würden im kommenden Frühjahr eine sehr interessante Bereicherung dadurch erfahren, daß einzelne Schiffe in den Vorfrühlingszeiten Fahrten nach den südlichen Zonen unternehmen würden, z. B. nach Portugal, Madeira und den Azoren. An diesen Fahrten würden auch die Familienangehörigen teilnehmen. Die Urlaubsfahrten sollten nicht allein die Gesundheit des deutschen Volkes fördern, die Heimatliebe wecken, sondern einen Kameradschaftsgeist hervorrufen, der dazu beitrage, daß das ganze deutsche Volk eine nationalsozialistische Gemeinschaft bildet. Welche Begeisterung und welches Glück durch unsere Reisen erweckt worden sind, kann man einem der unzähligen Schreiben entnehmen, das ein alter Arbeiter an einen Amtswalter gerichtet hat. Dr. Ley verlas hierauf den Brief eines alten Arbeiters, der voll Begeisterung die Fahrt als größtes Erlednis seines Lebens schilderte. Als zweites Amt mit geradezu sensationellen Erfolgen nannte Dr. Ley das Sportamt. Von sämtlichen Sportämtern wurden bisher 8500 Sportkurse durchgeführt und etwa 70 000 Unterrichtsstunden abgehalten, an denen insgesamt 450 000 Besucher teilgenommen haben. Als nächstes werde im örtlichen Bereich eines jeden Sportamtes eine sportärztliche und eine allgemeine Sportberatungsstelle eingerichtet werden. Weiter werden Kurse für Invaliden und körperlich Beschädigte eingerichtet, um auch denen Kraft durch Freude vermitteln zu können. In Zukunft würden die Sportämter der RS=Gemeinschaft Kraft durch Freude noch mehr mit den Vereinen des Reichsbundes für Leibesübungen auf gemeinsa mem Wege marschieren, um das große Ziel zu erreichen, nämlich den Sport zur Lebensgewohnheit des deutschen Volkes werden zu lassen. Dr. Ley sprach sodann über die Arbeiten des Amtes für Schönheit und Würde der Arbeit für die Gestaltung der Befriedigung des Arbeitsplatzes. Das Zentralamt teilt Freireliglöse Gemeinden verboten Eine Verfügung des Ministerpräsidenten Göring Der preußische Ministerpräsident und Chef der Geheimen Staatspolizei Göring hat durch eine Verfügung auf Grund des§ 1 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat in Verbindung mit§ 14 des Polizeiverwaltungsgesetzes den„Bund freireligiöser Gemeinden Deutschlands“ einschließlich aller seiner Organisationen für das Gebiet des preußischen Staates aufgelöst und verboten, da in ihm in neuester Zeit in auffallend zunehmendem Maße Anhänger ehemals kommunistischer und marxistischer Parteien und Organisationen in der Hoffnung Aufnahme gefunden hatten, in diesen angeblich rein religiösen Vereinigungen einen Unterschlupf bei ihrem getarnten politischen Kampf gegen das heutige Regierungssystem zu haben. * Zu der Verfügung Görings schreibt der Völkische Beobachter: Man hat in der letzten Zeit bauen Die geldlichen Aufwendungen von seiten viele Male versucht, sei es zu Zwecken durchsichder Arbeitsfront— insgesamt in diesem Jahres tiger Propaganda im, Sogrgeßigt, 30 Millonen— knd lächerlich gering gegenüber begründurs and und Imerita Geutschland des den Erfolgen. Wir haben keinen Zuschuß vom Staate erhalten und ich erkläre, wir wollen auch keinen. Da wir jedoch eine lebendige Volksgemeinschaft bilden wollen, in der jeder ein vollwertiges Mitglied sein soll, muß auch jeder sein Bestes dafür hergeben. So wollen wir auf dem bisherigen Wege, den uns der Führer gewiesen hat, fortfahren; denn der Erfolg beweist seine Richtigkeit. 20 vollständigen Baracken einschließlich der gesamten Inneneinrichtung. Die Einweihung des ersten Wohnlagers wird voraussichtlich am 1. Dezember erfolgen. Von dem Amt und seinen Unterorganisationen wurden bisher 4139 Betriebe bearbeitet. Unbeanstandet konnten nur knapp 10% belassen werden. In 50% der Bearbeitungen konnten sofortige Verbesserungsdurchführungen veranlaßt werden. Der Rest wurde für das Frühjahr 1935 in Aussicht gestellt. Die bisher hierdurch in Umlauf gesetzte Summe beträgt 8 Millionen RM. Zum Schluß gedachte Dr. Ley der vielen tausend Veranstaltungen, die Kultur und Brauchtum vermittelten. Im ersten Jahre wurden in allen Gauen Deutschlands 56 739 Veranstaltungen von „Kraft durch Freude" durchgeführt. Dr. Ley schloß: Wir brachten dem Volke keine „Wohltaten“ und„Geschenke“, sondern wir waren fleißig, mobilisierten Energien des Volkes und ließen im übrigen das Volk sich selbst sein Haus gung in Englans und Amerina Geutschlane der Kampfes gegen das Christentum zu bezichtigen. Der Erlaß des preußischen Ministerpräsidenten beweist zur Genüge, daß alle Argumente für eine kirchenfeindliche Haltung Deutschlands nichts als Lügen und Verleumdungen sind, beweist im Gegenteil sogar, daß der Staat sich schützend vor die Institutionen der christlichen Konfessionen stellt. Angurn kehn Senesah ub Er wird nicht den Ratsvorsitz bei Behandlung der südslawischen Rote führen Der Generalsekretär des Völkerbundes hat den gegenwärtigen Ratspräsidenten Benesch davon unterrichtet, daß er im Falle der Beratung der südslawischen Note für die Dauer dieser Beratung auf seine Präsidentschaft verzichten müsse. Anlaß dazu hatte eine ungarische Note gegeben, in der der tschechoslowakische Außenminister Dr. Benesch als Ratspräsident für die Verhandlungen über den ungarisch=südslawischen Streit abgelehnt wurde da sich die Tschechoslowakei dem Antrag Südslawiens angeschlossen habe. Im Zusammenhang mit der ungarischen Forde. rung, die am Montag schon erfolgte, wurde am Dienstag erst eine Mitteilung der Informationsabteilung des Völkerbundes bekanntgegeben, in der gesagt wird, daß Benesch verzichtet habe, bei der Beratung der südslawischen Rote die Präsidentschaft auszuüben In Genfer politischen Kreisen berührt es merkwürdig, daß diese Mitteilung, die für die Oeffent. lichkeit doch von größtem Interesse ist, erst nach energischem Protest des ungarischen Delegierten Eckhardt gegen die Ausübung der Präsidentschaft durch Benesch in der Königsmordfrage erfolgt ist. Jedenfalls mußte bei der ungarischen Delegation der Eindruck entstehen, daß Benesch die Absicht hatte, auch während der Behandlung des südslawisch=ungarischen Streites Ratspräsident zu bleiben, obgleich er sich selbst in diesen Streit eingemischt hatte. Bei der großen Erregung der öffent. lichen Meinung in Ungarn und Südslawien hätte es zweifellos beruhigend und klärend gewirkt, wenn schon in der vergangenen Woche, in der die in Genf anwesenden Mitglieder des Völkerbundsrates sich— schon vor Veröffentlichung der südslawischen Note— über die Behandlung der Frage durch den Völkerbundsrat unterhalten haben, der Eindruck vermieden worden wäre, daß Benesch in seiner Eigenschaft als Ratspräsident an diesen Besprechungen teilnahm. Ein österreichisches Dementi Amtlich wird aus Wien mitgeteilt: Die Meldungen über die Verstärkung des Grenzschutzes sind erlogen und entsprechen in keiner Weise den Der ungarische Ministerpräsident Gömbös und Ackerbauminister Kallay sind Dienstag vormittag mit dem fahrplanmäßigen Zug von Wien nach Budapest abgereist. In Budapester maßgebenden Kreisen wird eine gewisse Entspannung der Lage festgestellt. Mit ernsten internationalen Verwicklungen wird vorläufig nicht mehr gerechnet. Die verweigerte Auslieferung Pawelitsch' und Kwaterniks Zu der bereits bekannten Entscheidung des Obersten Gerichtshofes in Rom, daß dem Ersuchen Frankreichs um die Auslieferung Kwaterniks und Pawelitsch' nicht stattzugeben sei, wird Dienstag ein Auszug aus der Begründung veröffentlicht. Der Gerichtshof betrachte die Ermordung des Königs Alexander, des Außenministers Barthou und die anderen in Marseille begangenen Straftaten als politische Verbrechen. Deshalb könne dem Ersuchen um Auslieferung Pawelitsch' und Kwaterniks nicht stattgegeben werden. Die zweite südslawische Rote Ueberreichung am Mittwoch? Wie in unterrichteten Völkerbundskreisen versichert wird, wird das südslawische Beweismaterial über den Königsmord am Mittwoch dem Völkerbundssekretariat übergeben werden. Separatisten mißhandeln Polizei Antifaschistische Kundgebung in Saarbrücken Mit verzweifelten Mitteln sucht die„Einheitsfront im Saargebiet“ ihrem verlorenen Spiel einen letzten Auftrieb zu geben. Je weniger zugkräftig die Parole des status quo wird, je enttäuschender die römischen Saarverhandlungen verlaufen, um so mehr fühlen sich die Separatisten verpflichtet, zu terroristischen Mitteln zu greifen, um ihrer ständig zusammenschmelzenden Anhängerschaft den Beweis ihres Vorhandenseins und ihrer Aktivität zu liefern. So kam es bei einer antifaschistischen Kundgebung im Saalbau zu Saarbrücken, bei der sich, wie stets, sämtliche Anhänger aus den umliegenden Grenz= und Nachbarorten zwecks Saalfüllung ein Stelldichein zu geben hatten, zu einer Zusammenrottung von etwa 70 Versammlungsteilnehmern, die sich zu einem geschlossenen Zuge formierten und unter Absingung der Internationale die Straßen durchzogen. Beim Einbiegen in eine Straße versuchten zwei Polizeibeamte, den Zug unter Anwendung des Gummiknüppels aufzulösen. Die separatistischen Radaubrüder widersetzten sich jetzt tätlich der Aufforderung der beiden Beamten, indem sie mit Stöcken und Schlagwerkzeugen auf sie einschlugen. Dabei wurden beide Beamten erhedlich verletzt. Kurz danach erschien der Emigrantenkommissar Machts mit einem Ueberfallkommando. Noch vor seinem Erscheinen stürzten sich die Separatisten aufs neue auf die beiden Polizeibeamten und richteten sie mit .. u. shes zu. Als Herr„achts eingetroffen der zug bereits aufgelt.#. gung des Arbeitsplatzes. Das Zentralamt teiltl) die beiden Polizeibeamten ngd, Fichtete sich in zwei Abteilungen: Betriebsgestaltung und Fußtr##ten uvri zu. Ais perr Nachts eingetroffen Organisation. Die letzte große, dem umt„Schön= war, hatte sich der dug,###en upe:###### heit der Arbeit“ übertragene urbeit ist die Erstel. dem gelang es der polizei noch, zwei lung von vorbildlichen Wohnbaracken für die brüder festzunehmen, die jedoch spater wieder Reichsautobahnbaustellen. Das Fachamt der freigelassen wurden, bezeichnend für die PerDeutschen Arbeitsfront hat hierfür 2 Millionen sönlichkeit des führenden Emigrantenkommissers RM. zur Verfügung gestellt, zur Aufstellung von Machts. In wenigen Zeilen Der Führer stattete Dienstag vormittag dem Berliner Zeughaus einen Besuch ab und besichtigte dabei auch die Kriegsbilderausstellung des dort anwesenden Professors Ludwig Dettmann. Der Reichswehrminister hat eine Verfügung an die Standorte der Reichswehr und der Reichsmarine erlassen, die es den örtlichen Dienststellen der Wehrmacht zur Pflicht macht, mit den örtlichen Dienststellen der RS=Kulturgemeinde in der RSc„Kraft durch Freude" zusammenzuarbeiten. Der Führer und Reichskanzler hat dem Verlagsbuchhändler Julius Friedrich Lehmann in München anläßlich seines 70. Geburtstages am 28. November 1934 den Adlerschild des Deutschen Reiches verliehen. Reichsarbeitsminister„Seldte, der Bundesführer des RS=Deutschen Frontkämpserbundes(Stahlhelm) hat, wie das Rdz meldet, im Zuge der Ehrenkreuzverleihung jetzt das Ehrenkreuz der Frontkämpfer erhalten. Professor Hugo Rüdel, der ehemalige Direktor des Festspielchors in Bayreuth, des Opernchors der Staatsoper und des Staats- und Domchors, ist Dienstag nachmittag in seiner Berliner Wohnung plötzlich gestorden. Der frühere Reichspostminister Dr. Schätzel ist Sonntagabend durch Herzschlag in München gestorden. Er befand sich seit 1899 im Postdienst und war von 1927 bis 1932 Reichspostminister. Der österreichische Staatsrat trat Dienstagvormittag zu seiner ersten Sitzung zusommen. „Schwerter Zeitung" Bitwoch, 23.Ravember 1934 PI a Schwerte(Ruhr), Mittwoch den 28. Nov. 1934 Tagesspruch Herrlich offenbarte es erst deine größte Gefahr, Daß dein ärmster Sohn auch dein getreuester war, Dank es, o Deutschland.(Karl Broeger). Vom Wetter Westdeutschland verbleibt weiterhin im Bereich der Warmluft, so daß eine wesentliche Aenderung im bestehenden Witterungscharakter vorerst nicht zu erwarten ist. Wetteraussichten für Mittwoch: Schwache mäßige westliche Winde, weiter stark wolkig bis bedeckt, oder trübe, aber nur geringfügiger Niederschlag, strichweise wieder neblig, sehr mild. Wetteraussichten für Donnerstag: Wenig Aenderung im bestehenden Witterungscharakter, jedoch vorübergehend Aufheiterung wahrscheinlich. : 88. Geburtstag eines Altveteranen. Der Rentner Wilhelm Stricker, Moltkestraße 37, ein Leser unserer Zeitung, feierte gestern am 27. 11. 34 im Kreise seiner Angehörigen seinen 88. Geburtstag. Er ist Altveteran von 1870=71. Mit dem Füselier=Regiment Nr. 39 rückte er ins Feld und erwarb sich bei dem Sturm auf die Spiechernen Höhen das eiserne Kreuz. Dem Hochbetagten, der ein Stück deutscher Geschichte miterlebt hat, zum Ehrentage nachträglich unseren aufrichtigen Glück= und Segenswunsch. Möge dem alten Krieger noch lange des Lebensabends goldene Sonne scheinen! In Untersuchungshaft genommen. Gestern wurde der Betriebszellenobmann der Teutschen Arbeitsfront(Betriebszelle Reichsbahn=Ausbesserungswerk Schwerte-Ost) Wilh. Wallrabe aus Schwerte wegen Unterschlagung verhaftet. Bei seiner ersten Vernehmung hat er bereits eingestanden, Mitgliedsbeiträge nicht abgeführt zu haben. Außerdem soll er Kohlengelder des Eisenbahn=Beamten=Vereins veruntreut haben. Seine Verhaftung erfolgte auf Veranlassung der örtlichen Leitung der NSDAP. und der DAF. W. wurde in das Polizeigefängnis in Schwerte eingeliefert und soll dem Untersuchungsrichter in Hagen zugeführt werden. Da das ganze Material noch nicht gesichtet ist, ist die Untersuchung gegen W. noch nicht abgeschlossen. Einzelheiten können vor Abschluß der Untersuchung noch nicht mitgeteilt werden.— An die Stelle des Verhafteten tritt als Betriebszellenobmann Sturmhauptführer Nockemann, der kürzlich zum Amtsältesten für den Amtsbezirk Ergste verpflichtet worden ist. Betriebsunfall. Gestern erlitt der in Kabel beschäftigte Arbeiter Johann W. von hier dadurch einen schweren Unfall, daß ihm ein etwa ½ Zentner schweres Maschinenteil auf den linken Fuß fiel. Drei Zehen wurden fast ganz zerquetscht. Der Verunglückte wurde in das Krankenhaus nach Boele gebracht. + Wichtig für Einzelhändler! Der Einzelhandelsverband Iserlohn teilt mit: Wegen der Anmeldung zum Gesamtverband des deutschen Einzelhandels hat— mit Ausnahme der Lebensmittel=Einzelhändler— jeder Einzelhändler von Schwerte, Ergste. Stadt und Amt Westhofen umgehend 2. Fragebogen bei der Firma Karl Kettler, Schwerte, Hüsingstraße 20, abholen zu lassen und ordnungsgemäß ausgefüllt dort wieder abzugeben. Die Rückgabe der Fragebogen muß bis spätestens 8. Dezember 1934 erfolgen. Keine oder verspätete Meldung zieht erhöhte Unkosten nach Einzelhandelsschutzgesetz— Prüfung der Sachkunde. Nach dem Vorbild anderer Industrie= und Handelskammern führt die Industrie= und Handelskammer zu Dortmund ab 1. Dezember d. I. Prüfungen ein, in denen die Sachkunde der Antragsteller auf Eröffnung eines Geschäftes(Einzelhandelsschutzgesetz) geprüft werden soll. Von der Prüfung befreit sind nur diejenigen Gewerbetreibenden, die eine ordnungsmäßige Lehre(im allgemeinen 3 Jahre) mit nachfolgender kaufmännischer Berufstätigkeit als Angestellter oder fünfjährige geschäftliche Tätigkeit in der beantragten Branche urkundlich nachweisen. Die Einrichtung derartiger Prüfungen hat sich bisher überall gut bewährt. Eine Gärtnerschule soll auf Grund eines Beschlusses des Kreisausschusses für den Landkreis Iserlohn errichtet werden. Sie wird der Landwirtschaftsschule in Letmathe angegliedert. Alle im Landkreis Iserlohn beschäftigten Gärtnerlehrlinge und Gehilfen sind bis zum Schluß desjenigen Schuljahres, in welchem der Fortbildungsschüler sein 17. Lebensjahr vollendet, verpflichtet, diese vom Staat anerkannte Berufsschule zu besuchen. Der Unterricht wird sich auf drei aufeinander folgende Wintersemester erstrecken. Achtung!— Saar=Abstimmungsberechtigte im Stadt= und Landkreis Iserlohn. Wir werden gebeten, darauf hinzuweisen, daß zum Saarobmann für den Kreis Iserlohn Geschäftsführer Kurt Seffers, Iserlohn, Schlacht 4 (Geschäftsstelle des Iserlohner Haus= und Grundbesitzervereins), bestellt worden ist.— Die Saar=Abstimmungsberechtigten im Kreise Iserlohn wollen sich daher in allen vorkommenden Fällen direkt mit dem Saarobmann in Verbindung setzen. + Wellenänderung am deutschen Kurzwellensender. Mit Rücksicht auf die gegenseitigen Störungen des deutschen Kurzwellensenders 23D auf Welle 11 760 kHz(25,51 m) und des englischen Kurzwellensenders GSD auf Welle 11 750 kHz(25,53 m) wird der deutschen Sender Tagreinn für die Antter Westhofen und Ergste Holzen, 28. Nov. Bettler schädigen das Winterhilfswerk. Von der Gendarmerie wurden am Rosenweg zwei Männer aus Hagen gestellt, die hier von Haus zu Haus gingen und bettelten. Es wurde gegen sie Anzeige erstattet. Westhosen, 28. Nov. Zu Ehren der Toten. Am Totensonntag wurde auf dem Friedhof am Ebberg eine Feierstunde zum Gedenken an die Toten abgehalten. Der Friedhof, der mit den gepflegten Gräbern einen würdigen Eindruck machte, war von zahlreichen Leidtragenden besucht. Der Posaunenchor und der Männerchor trugen durch ernste Musik und Gesänge zu der weihevollen Andacht bei. Westhofen, 28. Nov. Verkehrsunfall. Auf dem Wege zu seiner Arbeitsstelle wurde der 17jährige Walter K. vom Höchsten auf der Bahnhofstraße von einem Radfahrer angefahren. Er erlitt einen Bluterguß und Verletzungen im Gesicht, die ärztliche Hilfe nötig machten. Geisecke, 28. Nov. Ergebnis der Personenstandsaufnahme. Die Einwohnerzahl der Gemeinde Geisecke beträgt nach der Personenstandsaufnahme 681(710). Sie setzt sich zusammen aus 345(354) männlichen und 336(356) weiblichen Personen. Es sind evangelisch 404, katholisch 269 und andersgläubig oder dissidentisch 8 Personen. Syburg, 28. Nov. Ernennung zum Jagdaufseher. Gutsförster Franz Multhaupt, Rittergut Reichsmark, ist vom Kreisjägermeister Funcke in Dortmund zum Jagdaufseher des Jagdbezirkes Reichsmark, umfassend den größten Teil des Stadtteiles Syburg, ernannt worden. Syburg, 28. Nov. Hohes Alter. Bauer Fritz Leupold, Reichsmarkstraße, feierte seinen 74. Geburtstag. Frau Minna Clemens geb. Huncke wurde am 24. November 73 Jahre alt. Herzl. Glückwunsch. Ergste, 28. Nov. Im Silberkranz Die Eheleute Heinrich Krallemann und Frau. Emma geb. Broer, Schwerter Straße, konnten gestern das schöne Fest der silbernen Hochzeit begehen. Dem allseits geachteten Jubelpaar auch unseren nachträglichen Glückwunsch. Ergste, 28. Nov. Für treue Dienste Durch die Frauenhilfe erhielten Frau Schulte und Frau Barney, für ihre 25jährige Mitgliedschaft die Frauenhilfsbrosche mit dem ilbernen Kranz. Frl. Frieda Hörner und Frl. Wilhelmine Kramer bekamen die Treuebrosche für fünfjährige treue Dienste im Haushalt. Ergste, 27. Nov. Hühnerdiebstahl. In einer der letzten Nächte wurden dem Bäckermeister Otto H. aus einem Hühnerstall, der in unmittelbarer Nähe des Hauses liegt, 25 Hühner gestohlen. Die Diebe haben das Trahtgepflecht des Zaunes durchschnitten, dann den Stall aufgebrochen und hier die 25 Hühner entwendet und an Ort und Stelle abgeschlachtet. Die sofort aufgenommenen polizeilichen Ermittlungen führten zu einem Viehschuppen in den Ruhrweiden. Hier wurde festgestellt, daß die Tiere in diesem gerupft worden sind. Berchum, 28. Nov. Elternabend im Turnverein. Der Turnverein Berchum veranstaltete in seinem Vereinslokal Schulte in Berchum einen Elternabend. Der Saal war vollständig besetzt, als Jugendturner und Turnerinnen in den Saal einmarschierten. Nach einem Vorspruch und der Ansprache des Jugendleiters, Turnbruder Sundermann, begann das eigentliche Programm. Viel Freude bereitete das Spiel„Kasperle in der Turnstunde.“ Zum Schluß gab es eine Aufführung. betitelt: Jugend muß Turnen. Jugendleiter Sundermann sprach das Schlußwort und ermahnte alle Eltern, ihre Kinder mehr denn je zum Turnen zu schicken, damit sie zu wirklichen deutschen Frauen und Mädchen herangezogen und ausgebildet würden. Tus Schwerte an der In Hagen wurde, wie die 23. meldet, der Lehrgang für Frauen- und Männerturnen, veranstaltet von der Arbeitsgemeinschaft der Reichsbahn=Turn= u. Sportvereine der Reichsbahndirektion Wuppertal, zum feierlichen Abschluß gebracht. An dem Männerturnen nahmen außer Schwerte weitere 18 Vereine aus dem rheinischen und westfälischen Bezirk teil. Die Schwerter Turner Kordel, Braß, Kemper, Vogelsang, Suttmann, Gröger waren unter der Führung des Vereinsführers Mix äußerst rege tätig. Bezirksmännerturnwart Jungheim (Hagen) und Bezirksleichtathletikwart Scheele (Hagen) ließen die letzten Uebungen des Skilehrganges und die praktische Hindernisüberwindung steigen. An weiterem Lehrstoff verarbeiteten die Fachlehrer Rindlaub(Düsseldorf) die Laufübungen, Blüggel(Remscheid) die Sprung= und Stoßübungen, Klöses(Barmen) die Wurfübungen. Unter Bezirksfrauenturnward Brand(Schwerte) zeigten die rheinischen und westfälischen Frauen und Mädels die praktische Ausführung des Winterprogramms. Würdig schloß sich eine von dem Bezirksturn= und=sportleiter Baurat Braun (Wuppertal) vorgenommene Ehrung der Toten an. In warmen Worten gedachte Spk. Braun insbesondere der Toten der Turn- und Sportbewegung und der Opfer der deutschen Expedition zum Nanga Parbat, die ja gleichzeitig auch eifrige Sportkameraden der Reichsbahnturn= und=sportbewegung gewesen seien. Der jetzt zum Abschluß gebrachte vielseitig ausgestaltete Turn= und Sportlehrgang fand reichen Anklang der Teilnehmer. Von den Schwerter Reichsbahn=Tus=Turnerinnen beteiligten sich Edith Zorzi, Maria Kelterbaum, Gerda Kreckler, Hanna Brand. Gleichzeitig fand der Bezirkstag der Arbeitsgemeinschaft Wuppertal statt. Die Turnwarte des Bezirks, Jungheim und Scheele(Hagen), sowie Brand(Schwerte) gaben einen Rückblick auf die geleistete Arbeit. In besonderer Weise wurde die unermüdliche Arbeit des Bezirksfrauenturnwarts Brand (Schwerte) hervorgehoben. Es sei ein besonderes Verdienst des Spk. Brand(Schwerte), daß die Frauenturnbewegung der rheinischen und westfälischen Vereine des Bezirks so große Fortschritte gemacht habe. Man ersuchte den Spk. Brand, aus den Reihen der 19 Vereine des Bezirks und seiner Vorturnerinnen zwei gute Bezirksturnwartinnen zu bestellen. Neu aufgenommen wurden die Vereine Hochdahl und Siegen. Gleichzeitig wurde die 30=Bestenliste des Bezirks und aller Sportarten bekanntgegeben. Der Reichsbahn=Turn= und Sportverein Schwerte ist hier in erfolgreicher und hervorragender Weise wie folgt beteiligt: Im 3000Meter=Lauf Bethlehem(Schwerte), der gleiche Sportler im Dreisprung. Georg Klinger (Schwerte) im Stabhochsprung und Schleuderballweitwurf. Schlagballweitwurf für Turnerinnen: Ruth Hilmzek, Kugelstoßen Magda Zorzi, Hochsprung Edith Zorzi. Weiter halten die Reichbahn=Tus=Turner= und=Turnerinnen auch Schwerte mehrere 2 und 3. Plätze hinter Remscheid, Düsseldorf, Elberfeld und Barmen. in freundschaftlichem Benehmen mit England und Niederländisch=Indien auf Welle 11 770 kHz(25,49 m), die bisher für Batavia vorgesehen war, umgestellt. :- Personalnachrichten aus dem Bezirk des OLG. Hamm. Zu ständigen Hilfsarbeitern sind bestellt: Dr. Böhle gen. Stamschräder, Heppe, Walter Lindemann(Nr. 3282), Lübbesmeyer, Hermann Muhs(Nr. 1988), Roskothen, Wilhelm Rudorf (Nr. 3983), Josef Schoene(Nr. 2277), Johannes Seiler im Bezirk d. OLG. Hamm (Westf.). Anerbengerichte: Zum stellvertretenden Vorsitzenden in Hagen ist AGRat Dr. Kirstein ernannt. Rechtsanwalt und Notar Peitz in Arnsberg ist gestorben. Dem Notar Dr. Banike aus Bochum ist die nachgesuchte Entlassung erteilt. In der Liste der Rechtsanwälte ist gelöscht Rechtsanwalt Bürger b d. AG. Hohenlimburg und dem L6. Hagen. Zu Ger.=Ass. sind ernannt die Referendare: Fritz Burger, Radulf Büning, Otto Getschmann, Walter Hattenhorst, Hans Blomberg, Helmut Barts, Wilhelm Diekmeyer, Hans=Gerhart Niemeier, Dr. Wolfgang Geibel, Josef Rose im Bezirk des OLG. Hamm. Justizinspektor Rademacher von dem Amtsgericht in Meinerzhagen ist an die Staatsanwaltschaft des Oberlandesgerichts in Hamm versetzt worden. der— darf Qualitätszuschlag von 10% genommen werden. Die Anordnungen sind auf Grund eingehender Verhandlungen mit dem zuständigen Gebietsbeauftragten für die Regelung des Absatzes von Kartoffeln für Rheinland und Westfalen erfolgt. Senkung der Kartoffelpreise Die Oberpräsidenten von Rheinland und Westfalen haben im Auftrage des Reichspreiskommissars folgende Anordnung erlassen: Auf Grund von Verhandlungen mit dem Reichspreiskommissar hat der Reichsernährungsminister für die Zeit bis 15. Dezember den Einstandspreis für gelbfleischige Industriekartoffeln um 50 Pfg. je Zentner gesenkt. Um dieses Entgegenkommen des Reichsnährstandes für verbilligte Bezugsmöglichkeit von Winterkartoffeln voll auszunutzen, ist für die gleiche Zeit die Handelsspanne gesenkt worden. Demgemäß werden für die gesamte Rheinprovinz und Westfalen zunächst bis 15. Dezember folgende Preise festgelegt: Verbraucherpreis bei Ladenpreis bei Bezug von 10 Pfd.=0.38 M# Ladenpreis bei Bezug von einzelnen Pfunden=004 M Für nachweislich vom Oberland stammende verlesene Speise=Kartoffeln— sogen. OberlänLöst Eßkarten DieVolksküche in Betrieb gesetzt W. S. W. 1934/35. Schwerte, 28. Nov. Die Winterhilfe in Schwerte hat gestern eine Volksküche in Betrieb gesetzt. Von fachkundiger Hand wird ein gutes, schmackhaftes Essen zubereitet. Einstweilen wird das Essen in einer Feldküche, die im Fliegerhorst(altes Straßenbahndepot) Hagener Straße, aufgestellt ist, zubereitet und auch dort ausgegeben. Alleinstehende Personen, die zu Hause nicht kochen können und unterstützungsbedürftig sind, können im Fliegerhorst essen oder das Essen dort in Empfang und mit nach Hause nehmen; Eßgeschirr ist mitsubringen.„ 6„.. Ab Montag, den 3. Dezemver, werden auf der Geschäftsstelle der Winterhilfe Eßkarten ausgegeben. Wer ab Montag in der Volksküche essen will, muß auf der Geschäftsstelle eine Eßkarte lösen. Wenn eine hinreichende Teilnehmerzahl vorhanden ist, wird die Küche in der kommenden Woche in die Sedanschule in Schwerte verlegt. meyer, Ortsbeauftragter des WHW. Briefkasten Z. 78. Den Artikel„Appell zur wahren Volksgemeinschaft.— Nicht immer nach zweitund drittrangigen Volksgenossen unterscheiden“ brachte auch die„Schwerter Zeitung“ schon in der gestrigen Ausgabe. Sie wollen ihn bitte nachlesen auf Seite 2 Spalte 1 unter der Schlagzeile„Mahnwort zum Friedensfest“. Neuordnung in der evangelischen Provinzialkirche Eine Verlautbarung des Konsistoriums der Kirchenprov. Westfalen und den Pfarrern und Gemeinden die Gewißheit geben, daß die kirchliche Verwaltungsangelegenheit nur nach evangelisch=kirchlichen GrundEvangelische Konsistorium der Kirchenprovinz Westfalen besaßt sich soeben in einer Sonderausgabe eingehend mit der Neuordnung und Sicherung der landeskirchlichen Verwaltung. Es heißt darin u. a.: „Die Gemeinden wissen, daß bereits seit einiger Zeit die Grundlagen der äußeren kirchlichen Ordnung in ihrer Rechtsgültigkeit umstritten waren. Dies galt für das Verfassungsrecht der Deutschen Eevangelischen Kirche, wie es sich durch das sog. Eingliederungswerk und im besonderen durch die Gesetzgebung der Nationalsynode vom 9. August 1934 gestaltet hatte. Es galt im Zusammenhang hiermit auch für die verfassungsmäßigen Grundlagen der Evangelischen Kirche der altpreußischen Union, wie sie sich seit der Verordnung vom 26. Januar 1934 entwickelt hatten. Die Zweifel gegen die Gültigkeit dieser Ordnungen hatten sich in letzter Zeit so stark verdichtet, daß, zumal im Hinblick auf die allgemeine kirchenpolitische Lage, klärende Entschließungen zur Aufrechterhaltung einer geordneten Verwaltung getrofsen werden mußten. Der Reichs= und Landesbischof hat die Klärung herbeigeführt, indem er durch die beiden Verordnungen vom 20. d. M. den vor dem 26. Januar 1934 geltenden Rechtszustand für die altpreußische Landeskirche wiederhergestellt hat. Die evangelische Kirche der altpreußischen Union wird von nun ab bis auf weiteres wieder von denjenigen Organen geleitet und verwaltet, die vor dem 20. Januar 1934 zuständig waren. Die Zentralverwaltung liegt also in der Hand des Evangelischen Oberkirchenrats, dessen Leitung Präsident Dr. Werner wieder übernommen hat. Die Verwaltung der Kirchenprovinz führt das Evangelische Konsistorium. Die Regelung legt dem Evangelischen Oberkirchenrat und den Evangelischen Konsistorien wieder die volle verfassungsmäßige Verantwortung für die Leitung und Verwaltung der Landeskirche auf. Wir können ihr nur gerecht werden, indem wir uns bewußt von jeglicher kirchenpolitischer Bindung freihalten sätzen behandelt und entschieden werden. Liegt auch in der Hand der Verwaltung nicht das Schicksal der Kirche, so doch das äußere Los unserer Pfarrer und kirchlichen Amtsträger, der Ruheständler und Hinterbliebenen und weiterhin die äußere kirchliche Versorgung unserer Gemeinden sowie Hunderttausender deutscher evangelischen Volksgenossen im Auslande. Angesichts der durch die Verordnungen des Reichsbischofs und des Landesbischofs der Evangelischen Kirche der altpreußischen Union vom 20. November 1934 klargestellten Rechtslage stellen wir hiermit fest, daß den bisher aufgelösten Gemeindekörperschaften der evangelischen Kirchengemeinden St. Reinoldi(Dortmund), St. Petri=Nicolai(Dortmund), ferner Haspe, Geseke, Lippstadt, Iserlohn, Menden, Schwelm, Witten und Baukau die rechtmäße Verwaltung der Kirchengemeinden zusteht. Wir haben darum die Bevollmächtigten dieser Kirchengemeinden ersucht, sich jeder Tätigkeit zu enthalten und die Geschäfte unverzüglich an die Vorsitzenden der Presbyterien zu übergeben. Wir haben ferner die gemäß Paragraph 1 der VO. vom 3. Februar 1934 über die Versetzung von Geistlichen im Interesse des Dienstes ausgesprochenen Versetzungen zurückgenommen, soweit dies nicht bereits gegenstandslos geworden war. Wir bemerken noch, daß wir lediglich aus den letzten(vorjährigen) Wahlen hervorgegangene kirchliche Körperschaften als gesetzmäßige Organe ansehen werden.“ * Die Neuordnung hat sich inzwischen in Westfalen dahin ausgewirkt, daß Propst Siebold und Pfarrer Krause zurückgetreten sind Leiter der Provinzialsynode ist wieder Präses D. Koch=Bad Oeynhausen und Superintendent für den für den Kirchenkreis Hamm wieder Pfarrer Torhorst. Aus dem Nachbargebiet Dortmund, 28. Nov. Rehbock eingefangen. Am Montag wurde gegen 14,30 Uhr auf der Münsterstraße in der Höhe des Fredenbaumwaldes durch einen Paul B. aus der Münsterstraße ein Rehbock eingefangen. Das Tier war verletzt. Im Einvernehmen mit der Polizei wurde der Rehbock de man der Münsterraße liegenden Tierpark zur Pflege übergeben. Eine Fundanzeige wurde erstattet. Hohenlimburg. Eine Frau überfallen. Am Eingang der Oststraße in die Feldstraße wurde abends gegen 6 Uhr Frau Sp. überfallen. Der Täter entriß ihr die Handtasche und entkam dann auf seinem Fahrrad. Die Frau Sp. wurde am Arm leicht verletzt. Milpse Rodungsarbeiten des FAD. Große Ausrodungsarbeiten wurden zur Zeit vom Freiwilligen Arbeitsdienst in der Mann kämpft um sein Leben ROMAN VON HANS MORGAN Homberger Bauernschaft ausgeführt. Die Landwirte Richard Ebbinghaus, sowie Sander auf Homberge, ferner Aug. Machelett aus dem Halbachsiepen lassen größere Waldparzellen in der Nähe vom Oertchen urbar machen. Zu den in den letzten Jahren durch Ausrodung dort entstandenen fruchtbaren Feldern werden durch den Arbeitsdienst dieselben noch bedeutend vergrößert. Werl, 27. Nov. Vom Zug überfahren und getötet. Am Montag wurde der 40 Jahre alte Polier Kaspar Sörries von hier, der sich mit einem Fahrrad auf dem Wege von Hamm nach Werl befand, von der Lokomotive der Ruhr=Lippe=Kleinbahn in der Nähe des Bahnhofs Rienern überfahren und getötet. Dahlerbrück. Razzia in Dahlerbrück. Wir berichteten kürzlich von einem Einbruchsdiebstahl in Dahlerbrück. Dieser Einbruchsdiebstahl, auch die in der Nacht zum Samstag in Schalksmühle an drei Stellen erfolgten Einbrüche, werden nach den vorliegenden Anzeichen mit dem in der Nacht zum 22. November d. J. aus dem Gerichtsgefängnis in Hagen entwichenen Einbrecher Ferdinand Weber in Zusammenhang gebracht. Weber ist Berufsverbrecher und hat 7 Jahre Zuchthaus zu verbüßen. Er ist in Strafanstaltskleidung entflohen. Weber ist am 18. November 1902 in Kreuznach geboren und wohnte zuletzt in Iserlohn. Beschreibung: 1.66 m groß, gesetzt, dunkelblonde Haare, ovales Gesicht, abstehende Ohren, blaue Augen, lückenhafte Zähne, rundes Kinn, leidet an Kehlkopftuberkulose und kann infolgedessen kaum sprechen, sondern nur lispeln. Es ist anzunehmen, daß Weber sich in der Nähe von Dahlerbrück und Schalksmühle aufhält und nachts die Einbruchsdiebstähle ausführt. Am Samstag fand eine große Razzia in Dahlerbrück und Schalksmühle statt, die durch den Arbeitsdienst des hiesigen Gruppenstammlagers und die SA von Schalksmühle tatkräftig unterstützt wurde, ohne daß es jedoch gelang, irgendeines Verbrechers habhaft zu werden. An die Bevölkerung ergeht deshalb die Bitte, Beobachtungen irgendwelcher Art, die zur Aufklärung dienen können (Antreffen fremder, verdächtiger Personen in Wäldern und dergleichen) sofort der nächsten Polizeidienststelle zu melden. Schwelm. Auszeichnung durch den Führer. Für die Wahl am 12. November 1933 hatte der 12 jährige Schüler Werner Weber, Bahnhofstraße 57, ein überlebensgroßes Bild des Führers gezeichnet, das bei der Werbung für die Wahl in den Straßen unserer Stadt allgemein durch seine ausgezeichnete Wirkung auffiel. Ein Exemplar wurde an den Führer Adolf Hitler in Berlin gesandt. Der Zeichner hat jetzt einen Brief aus der Kanzlei des Führers in Berlin erhalten. Turnen, Spiel, 180 Klm. durchs Sauerland. Suchfahrt des NSKK., Abteilung 70. Die Kraftwagenabteilung 70 des Nationalzialistischen Kraftfahrerkorps veranstaltet am 2. Dezember eine Suchfahrt mit Start und Ziel in Gelsenkirchen. Diese Fahrt führt durch den Bereich der Reichskarte Einheitsblatt 83(Dortmund—Soest—Aernsberg) über eine Strecke von insgesamt 180 Klm. Startberechtigt sind alle Angehörigen der KWA. 70, der M.=Standarte 70, der SS=Stürme 11 und 12 und der DDAC. Meldungen sind bis spätestns Freitag, 30. November, zu richten an Kraftwagenabteilung 70 des RSKK. Gelsenkirchen, Hohenzollernstraße 113. Sonntag: Handball=Opfertag Schwerter Turnerschaft Reichsbahn— Tus 07 Holzen 1. 3 Uhr Sportplatz Schützenhof Dies und Das Olympia=Prüfungsschwimmen in Dortmund. An dem Olympia=Prüfungsschwimmen des Gebietes West am 2. Dezember im Dortmunder Nordbad werden 40 Vereine mit rund 140 die ns.. in der AS6 „Acchteurrh Frrude sondern der Fackelträger nat. soz. Kulturarbei Schwimmer und Schwimmerinnen teilnehmen. Aus der großen Zahl der Bewerber greifen wir die Namen Budig, Plumanns, Lenkitsch, Schwarze, Priester, Heina, Simon, Hülsewische, Jensen und Peters, sowie die Damen Genenger, Lohmar und Dax heraus. Rundfunk=Programm Donnerstag, den 29. November 1934. 6,00 Morgenruf.— Anschl. Frühkonzert. 6,45 Leibesübungen. 7,00 Morgenruf, Zeit, Wetter, Nachrichten. 7,15 Morgenkonzert. 8,00 Wasserstandsmeldungen. 8.30 Zeit, Wetter. Anschließend Frauenturnen 8,45 Ewiges Deutschland. 10,00 Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen. 10,15 Schulfunk. 10,45 Wir und die Welt. 12,00 Musik am Mittag. 13,00 Erste Mittagsmeldungen, Glückckwünsche. 13,15 Das Funkorchester. 14,00 Zweite Mittagsmeldungen. 14,15 Zur Unterhaltung. 14,45 Kleiner Besuch im Folkwangmuseum. 15,00 HJ=Funk. 15,30 Wirtschaftsmeldungen. 15,50 Stimme der Zeit. 16,00 Nachmittagskonzert. 17,30 Führergestalten rheinischer Vergangenheit: Joh. Moritz von Nassau=Siegen. 17,50 Kleine Musik. 18,10 Führung im Schrifttum. 18.30 Fortschritt in Technik und Wissenschaft. 18,45 Zeit, Wetter, Wirtschaftsmeldungen, Sportvorbericht. 19,00 Ueberbrettl! 20,00 Erste Abendmeldungen und Saarrundschau. Anschließend Haydn=Mozart. 20,45 Musik und Liebe. 22,00 Zeit, Wetter, Nachrichten. 22,20 Wochenvorschau. 22,30 Wirbelndes Laub. 5. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Er schritt zum Lift und fuhr in die erste Etage hinauf. Wurde hier von einem anderen Boy in Empfang genommen, der ihn zu den Zimmern der amerikanischen Millionärin geleitete. Und dann stand Max Leiting vor einem Geschöpf, dessen Anblick sein in achtzehn Monate langer Haft ausgehungertes Herz schneller schlagen ließ. Ein Gesicht leuchtete vor ihm, voll nervöser Rasse in jedem Zug der feinen Linien, umfunkelt von einer Welle goldblonden Haares, mit Augen, in deren Tiefe ein gefährliches Feuer glühte, das, einmal auflodernd, verschlang, was es umzüngelte. Ein typisch amerikanisches Mädchengesicht, selbstbewußt, seine Schönheit tragend, wie eine selbstverständliche Kostbarkeit... und doch mit irgendeinem deutlichen Zug in seiner Weichheit, der erkennen ließ, daß da in ihrem Innern noch etwas lebte, das man allgemein den amerikanischen Frauen absprach. Max Leiting hatte ein Jahr und sechs Monate lang kein weibliches Wesen gesehen und stand nun plötzlich dem vollendetsten Gebilde gegenüber, das er sich vorzustellen vermochte. Er sah in ihre Augen und wußte sofort, daß er um dieser Augen willen zu jeder Dummheit fähig war. Er wußte nicht, wie lange sie sich gegenüberstanden. Als er ihre schlanke, weiße Hand dicht vor sich sah, riß er sich zusammen. „Guten Tag, Mister Wellner!“ sagte sie und ihr Lächeln peitschte heiße Sehnsucht achtzehn leerer Monate auf.„Sie wollen uns also Europa und vor allem erst einmal Deutschland geigen?“ „Ja!“ brachte er nur heraus. „Ich war noch nie in Deutschland... aber ich liebe es. Ich liebe seine Kunst... und seinen Geist! Kluge Menschen müssen es sein, die hier schaffen. Ich habe Köhl kennengelernt und Gronau... und war begeistert von ihnen. Diese Reise nach Deutschland ist— wie Sie sich also denken können— meine Idee!“ Er hatte sich noch nicht ganz zurechtgefunden. „Setzen Sie sich doch, Mr. Wellner... meine Mutter wird sofort kommen!“ Ungeniert musterte sie ihn, ließ ihren Blick an seiner Gestalt entlanglaufen, ließ ihn wieder emportauchen zu seinem Gesicht, das— schmal und rassig wie das ihre— den gleichen unruhigen Menschenschlag verriet, dem sie selbst angehörte. Er hatte einen Sessel herangezogen. „Wie lange gedenken Sie in Europa zu bleiben, Miß Aldernon?“ fragte er endlich. „Oh, das liegt ganz an mir... ich sagte Ihnen ja, meinetwegen sind wir herübergefahren!“ lächelte sie. Max dachte unwillkürlich an den„pensionierten Fürsten“, den Mr. Aldernon für ihre Tochter suchte. Das war wie ein kalter Guß. Im selben Augenblick trat Mrs. Aldernon ein. Er stand auf und hob den Blick. Und der kalte Strom, der eben sein Blut ernüchterte, blieb wie festgefroren darin haften. Wenn ein Bildhauer ein treffendes Modell zu einer Statue verkörpern will, muß er sich an Mrs. Aldernon wenden, war Max Leitings erster Gedanke. Ein hageres Gesicht, trocken und gelblich, schmale, eingekniffene Lippen, kalte graue Augen, eine hohe, knochige Gestalt. Der Gedanke, daß diese Frau die Mutter des schönen Geschöpfes hier sein sollte, war absurd. Schaute man Mrs. Aldernon an, begriff man das Amerika, das rücksichtslos den Bannstrahl schleudert gegen alles, was die Grenze der Moral nach außen hin zu überschreiten wagte. „Mr. Wellner, Mutter!“ sagte Mand Aldernon. Der Blick, mit dem sie ihn maß, weckte Abwehr in Max Leiting. So sah man keinen Menschen an, so taxierte man ein Stück Ware ab, das man zu kaufen beabsichtigte oder schon gekauft hatte und nun untersuchen wollte, ob es im vollen Gegenwert zu dem gezahlten Preise stehe. „Mr. Reichwald hat Sie in meinem Auftrage engagiert“, kam es von den schmalen Lippen Mrs. Aldernons, und ihre Stimme klang so, wie man es von ihr erwartete.„Er schrieb, Sie entsprächen allen Anforderungen, die ich an einen Sekretär und Reisebegleiter stelle!“ „Ich werde mich bemühen, Sie zufriedenzustellen!“ entgegnete er und mußte sich anstrengen, nicht genau in demselben hochmütigen Tone zu sprechen, den sie anschlug. Menschen, die sich einbilden, mehr zu sein als andere Sterbliche und auf sie herabschauen wie auf etwas unendlich Fernes, waren ihm verhaßt. „Sie werden nicht zu viel zu tun haben... ich hoffe nur, daß Sie sich bewußt sind, was es heißt, in unseren Diensten zu stehen!“ Er machte nur eine stumme Verbeugung. Es war besser, nichts zu sagen. Worte jetzt hätten gar zu leicht einen ironischen Unterton haben können. Und Menschen wie Mrs. Aldernon verfügen gewöhnlich über ein sehr empfindliches Gehör! „Ihr Appartement liegt im dritten Stockwerk und ist mit meinen Zimmern durch eine Glocke verbunden. Wenn ich Sie brauche, läute ich und erwarte Sie dann sofort!“ Wieder nur eine Verbeugung ohne ein Wort der Erwiderung. „Sie behandelt mich, als wäre ich ihr Kammerdiener!“ fuhr es ihm durch den Sinn. Und gleichzeitig war ein anderer Gedanke da, der ihm fast so etwas wie Befriedigung gewährte: „Eine solchen affektierten Pute gegenüber anständig sein und moralische Anwandlungen bekommen, lohnt sich nicht! Ich werde mir Mühe geben, den Aufbewahrungsort Ihre Schmuckes so bald wie möglich herauszuknobeln!“ „Halten Sie sich für drei Uhr bereit... ich möchte mit meiner Tochter einige Einkäufe machen und brauche Sie als Führer!" streifte die Stimme der amerikanischen Mistreß wieder sein Ohr und ließ ihn zum dritten Male sich verbeugen. Eine überaus gnädige anmutenden Handbewegung, die Mrs. Aldernon sicherlich jahrelang sorgfältig einstudiert hatte, um wenigstens etwas mit regierenden Häusern gemeinsam zu haben, bedeutete ihm, daß er sich als vorläufig entlassen zu betrachten habe. Er verneigte sich vor der Mistreß und Maud Aldernon. Und als er dabei ihren Blick auffing, glaubte er ein Aufblitzen zu erkennen, das für die hochnäsige Art der Mutter um Entschuldigung zu bitten schien. Langsam schritt er über den dicken Teppich des Korridors. Blieb an der Kreuzung stehen, zündete sich eine Zigarette an und stieg dann die Treppe hinunter ins Vestibül. Der Gedanke, daß seine Tätigkeit als Sekretär eines Drachens, wie es Mrs. Aldernon allem Anschein nach war, zeitlich sehr begrenzt vor ihm lag, hatte etwas Tröstliches... dazwischen aber schob sich in direkt aufdringlicher Weise der blonde schöne Kopf Mand Aldernons, dazwischen spukte ein feines, verstehendes Lächeln eines wirklich süßen Mundes un mischte ein wenig Bitternis in die an sich angenehme Vorstellung des Zwecks seiner Exku Er nannte dem Portier des Hotels seinen Namen, erhielt sehr respektvolle sein Appartement und nahm den Schlüssel date in Empfang...(Fortsetzung folgt.) Tese U Sotsssss sLssetec Brandstifter gefaßt Soest. In der Nacht zum 23. November wurde das Gut Hackelsch von einem Brande heimgesucht, bei dem Sachwerte in Höhe von 30 000 bis 40 000 RM. vernichtet wurden. Die Entstehungsursache des Feuers konnte jetzt festgestellt werden. Der 20jährige Walter Bäumer hat bei der Polizei gestanden, wegen schlechter Behandlung aus Rache den Brand angelegt zu haben. Er habe sich bei dem Brand das Leben nehmen wollen, sei aber später von dieser Absicht wieder abgekommen. Zwei Arbeiter von einem Baugerüst gestürzt Münster. Bei Einschalungsarbeiten auf einer Baustelle machten zwei Arbeiter einen Fehltritt und stürzten von dem Gerüst 16 Meter tief bis in den Keller. Die Gestürzten erlitten erhebliche Verletzungen und wurden dem Krankenhaus zugeführt. Bei einem besteht Lebensgefahr. Drei Personen wegen Verleumdung in Schutzhaft Osnabrück. Wie der Landrat bekannt gibt, wurden drei Einwohner einer größeren Landgemeinde in Schutzhaft genommen, weil sie gewissenlose Verleumdungen gegen eine im öffentlichen Gemeindedienst stehende Persönlichkeit verbreitet haben. Der Tod auf den Schienen Bielefeld. Auf dem Bahndamm der Strecke Bielefeld—Osnabrück wurde bei Borgholzhausen die Leiche eines jungen Mannes aus Bockhorst in stark verstümmeltem Zustande gefunden. Noch wenige Stunden vor dem Tode war der junge Mann mit Freunden in lustiger Stimmung zusammengewesen. Es wird Unglücksfall vermutet. 150 Familienväter fanden Arbeit Oberhausen. Zu einer erfreulichen großzügigen Hilfsaktion schritt in diesen Tagen die Gutehoffnungshütte Oberhausen die auf der Zeche„Österfeld" und„Jacobi“ 70 bezw. 50 verheiratete Bergleute einstellte. Auch die Zeche„Concordia“ verschaffte 30 Bergleuten Arbeit. Die Verwaltung nahm diese Einstellungen ausschleßlich unter dem sozialen Gesichtspunkt vor, d. h. es wurden nur solche Volksgenossen eingestellt, die mindestens eine Frau und zwei Kinder zu ernähren haben. Der kampf gegen die Unsittlichkeit Düsseldorf. Im Landesjugendamt der Rheinprovinz fand eine Besprechung mit den vier Gauamtsleiterinnen der RS=Frauenschaft des Rheinlandes statt, bei der die Fragen der Mütterschulung besprochen und die dem Landesjugendamt für diese Zwecke zur Verfügung stehenden Mittel auf die vier Gaue verteilt wurden. Danach wurden die Möglichkeiten beraten, der wieder zunehmenden Prostitution in den Straßen und Wohnungen entgegenzuwirken. Es wurde festgestellt, daß das Gesetz zur Abänderung strafrechtlicher Vorschriften vom 26. Mai 1933 Handhaben bietet, um ein auffälliges Sichanbieten der Dirnen auf der Straße und eine Gefährdung Jugendlicher in den Wohnhäusern zur Bestrafung zu bringen. Die Gauamtsleiterinnen nahmen Kenntnis von den Maßnahmen, die neuerdings der Landeshauptmann der Rheinprovinz bei den zuständigen Behörden, den Oberlandesgerichtspräsidenten, Generalstaatsanwälten und Regierungspräsidenten der Rheinprovinz in dieser Richtung unternommen hat und die sie ihrerseits bei den örtlichen Behörden unterstützen werden. Iin Bunne des Spirniomas Gelsenkirchen. Großes Aufsehen erregte vor einigen Jahren die Handlungsweise des italienischen Rechtsanwalts Mancini, der sich angeblich von seiner toten Frau nicht trennen konnte und dann selbst deren Mumie noch in seiner Wohnung in Düsseldorf nahezu ein Jahr lang aufbewahrte. Der italienische Rechtsgelehrte versuchte alles, um die Mumie vor dem polizeilichen Zugriff zu retten, und schließlich mußte ein Polizeikommando den mumifizierten Leichnam gewaltsam aus dem Hause schaffen, damit die Leichenüberreste auf einem Friedhof bestattet werden konnten. Ein ähnlicher, in seinen Ausmaßen aber noch grauenhafterer Fall ereignete sich, wie bereits gemeldet, in dem Hause Kaiserstraße 34 in Buer=Resse. Zu diesem Fall werden noch folgende Einzelheiten bekannt, die ein bezeichnendes Licht darauf werfen, wohin Aberglaube auch noch im 20. Jahrhundert führen kann. Im August d. J. wurde bekannt, daß die 22jährige Tochter des Arbeiters Nocon in Buer nicht mehr zu Hause weilen sollte. Die Kriminalpolizei griff das Gerücht sofort auf und leitete umfassende Nachforschungen nach dem Verbleib der Hedwig Nocon ein, deren Vater erklärte, daß das Mädchen bei einem Bauer in Ladbergen bei Tecklenburg beschäftigt sei. Nach dem Bericht eines Gendarmen hatte der Bauer diesem angegeben, daß die Hedwig Nocon bei ihm bis zum 30. Oktober d. J. tätig gewesen und dann nach Recklinghausen abgereist sei. Die weiteren Nachforschungen nach dem verschwundenen Mädchen blieben ohne Erfolg. Die Familienangehörigen, insbesondere der Vater des Mädchens, machten immer neue Angaben über die Verschwundene, die alle genau nachgeprüft wurden. Schließlich stellte sich heraus, daß all diese Angaben frei erfunden waren und daß auch der Bauer in Ladbergen, der offenbar im Banne des Nocon stand, die Unwahrheit gesagt hatte. Die Kriminalpolizei entdeckte bei der Durchsuchung der Wohnung des Nocon in einem Bett die Leiche der bereits am 18. Mai 1932 gestorbenen Tochter. In der Höhe des vorderen Betteils waren der Länge nach drei Holzkisten angebracht, über die zuerst eine Pavierlage, dann eine Teerpappenlage und sonstige mit Oel getränkte Papierüberlagen angebracht waren, die dann mit Nägeln am Bett selbst befestigt waren. Vor dem Bett befand sich ein Vorhang. Die Leiche war natürlich bis auf die Knochen verwest. Es bleibt dem Gutachten der Sachverständigen überlassen, ob Hedwig Nocon eines natürlichen Todes gestorben ist. Nach Lage der Sache muß schon jetzt angenommen werden, daß tatsächlich ein Mord usw. nicht vorliegt. Ein geradezu grauenhafter, finsterer Aberglaube hat Nocon dazu getrieben, die Leiche des Mädchens nicht beerdigen zu lassen. Auf seine Weisungen hin wurde der Tod des Mädchens verheimlicht. Nocon war im Jahre 1919 einem inzwischen aufgelösten Verein für okkulte Forschung in Gelsenkirchen beigetreten, hatte dort an spiritistischen Sitzungen teilgenommen und eine Menge philosophischer Bücher über den spiritistischen Unfug gelesen. Das alles muß eine entsetzliche Verwirrung in dem Kopf des Mannes hervorgerufen haben. Er glaubte an all den spiritistischen Unsinn und hielt selbst Sitzungen und praktische Uebungen in seinem Hause ab. Als nun das Mädchen todkrank wurde, zog der irregeleitete Mann keinen Arzt hinzu, sondern versuchte, das Mädchen mit Lehm zu heilen. Am 18. Mai 1932 trat dann der Tod, wie er angibt, wahrscheinlich infolge Lungenentzündung ein. Nocon, der offenbar große seelische Leiden durchmachen mußte, hielt in seiner geistigen Verwirrung in seiner Wohnung spiritistische Lehrgänge ab. Er glaubte fest daran, daß nach einer inneren Stimme die Beerdigung seiner Tochter verboten wäre und traute sich in seinem Wahn die Kraft zu, die Tochter schließlich wieder zum Leben zu erwecken. Auch seine Anhänger leben heute noch in demselben Wahn. In der Wohnung Nocons traf die Polizei noch am Montagvormittag einen Mann an, der in demselben Hause wohnt und der, wie er sagte, jetzt noch fester als bisher an die baldige Auferstehung der Hedwig Nocon glaubt. Es war geradezu erschütternd, in welcher Geistesverfassung sich der betr. Mann und auch noch andere Menschen befinden. Groß ist die Trauer darüber, daß diesen Menschen der geistige Führer vorläufig durch den polizeilichen Eingriff genommen worden ist. Bei der ganzen tieftraurigen Angelegenheit ist es erfreulich, zu hören, daß der festgenommene Nocon allem Anschein nach von seinem Wahne geheilt ist. Auch noch nach seiner Festnahme war er felsenfest davon überzeugt, daß seine Tochter bald wieder zum Leben erweckt würde. Seit dem Tode seiner Tochter hatte er den Vorhang noch nicht von dem Bette weggezogen. Als ihm nun das von der Kriminalpolizei aufgenommene Bild über den Leichenfund gezeigt wurde, brach auch das Wahngebilde des Mannes zusammen. Er erklärte, daß er einem schweren geistigen Irrtum verfallen gewesen wäre und daß er nun diesen ungeheuren Unsinn einsehe. Nocon wurde dem Richter vorgeführt. Hoffentlich hat der grauenvolle Leichenfund auch eine gute Wirkung bei denen, die in ihrer geistigen Verblendung sich mit Geisterseherei und ähnlichen dunklen Dingen abgeben. Sie wollen darüber hinaus auch durch Mobilisierung der Frauenwelt und durch eine zweckentsprechende Schulung der Mütter auf eine Aenderung der noch herrschenden Zustände drängen. Moloch Verkehr Benrath. Auf der Straße zwischen Benrath und Garath stießen in einer der letzten Nächte zwei Personenkraftwagen aus Köln in voller Fahrt gegeneinander. Die vier Insassen der beiden Fahrzeuge mußten mit zum Teil erheblichen Verletzungen dem Benrather Krankenhaus zugeführt werden. Zwei der Eingelieferten konnten am Sonntag wieder in ambulante Behandlung entlassen werden. Unter der Anklage des versuchten Totschiuge Essen. Das Essener Schwurgericht verurteilte am Montag den nahezu 60jährigen Johann Sczepan aus Gelsenkirchen=Horst wegen versuchten Totschlags und verschiedener Waffenvergehen zu einer Gesamtgefängnisstrafe von 1 Jahr 4 Monaten und blieb damit weit unter dem Antrage des Staatsanwalts, der 3 Jahre und 1 Monat Gefängnis beantragt hatte. Der Angeklagte, der in Horst ein Haus besitzt, hat eine Frau, die sehr zänkisch veranlagt ist und fast täglich mit den Mietern in Streit geriet. Am 24. Juli d. J. um die Mittagsstunde machte die Ehefrau des Angeklagten einer Untermieterin Vorhaltungen, die schließlich in eine heftige Streitigkeit ausarteten. Der Ehemann der Untermieterin kam von einer Gartenarbeit hinzu und trennte, um weitere Auseinandersetzungen zu vermeiden, die beiden Parteien. Hierbei rief die Ehefrau Sczepan ihrem Mann zu, er solle seine Pistole aus dem Schlafzimmer holen, was derselbe auch tat. Als sich der Untermieter mit seiner Frau zur eigenen Wohnung begab, schoß der Angeklagte ohne jeden ersichtlichen Grund den Mann nieder. Nur dem Umstande, daß sofort ärztliche Hilfe zur Stelle war, ist es zu danken, daß der Hausbewohner dem Leben erhalten blieb. Der Angeklagte war voll geständig. Eine Tötungsabsicht will er nicht gehabt haben, sondern wollte lediglich den Hausbewohner verscheuchen. Die vernommenen Zeugen, Hausbewohner und Kriminalbeamte, schilderten den Ehemann als einen äußerst ruhigen Menschen, während die Ehefrau Sczepan mit einem sehr üblen Leumund bedacht wurde. Das Schwurgericht billigte dem Angeklagten in weitestgehendem Sinne mildernde Umstände zu und verurteilte ihn zu der eingangs erwähnten Strafe. Ein guter Jang Ueber 30 Einsteigediebstähle in kurzer Zeit Essen. Seit einigen Wochen trieb in Essen ein unbekannter Einsteigedieb, dessen Spezialität darin bestand, durch zur Entlüftung geöffnete Fenster in Wohnungen zu dringen, sein Unwesen. Einem Volksgenossen gelang es jetzt, einen Mann zu stellen, der versuchte, in eine Wohnung in der Wittener Straße einzudringen. Er konnte der Polizei übergeben werden. Hier stellte sich heraus, daß es sich um den 30 Jahre alten bekannten Einbrecher Hans Schmitz aus Gelsenkirchen handelt, dem über 30 Einsteigediebstähle nachgewiesen werden konnten, die er in Essen und Gelsenkirchen seit dem 8. Oktober d. I.— bis dahin befand sich Schmitz in Strafhaft— begangen hat. Als Schmitz sich überführt sah, legte er ein umfassendes Geständnis ab. Er steht außerdem in dringendem Verdacht, Diebstähle dieser Art auch in anderen Orten ausgeführt zu haben. Der Einbrecher, der viel Geld und Wertsachen erbeutete, lebte stets auf großem Fuße und hat nur in Hotels übernachtet. Nachtragsetat der Stadt Rheydt Rheydt. Da die Haushaltswirtschaft der Stadt Rheydt sich innerhalb der im Entwurf gezogenen Grenzen nicht überall durchführen läßt, hat die Verwaltung einen Nachtragsetat aufgestellt. Dieser erfordert gegenüber dem bisherigen Plan einen Mehrzuschuß von 852 000 RM. Unter Hinzurechnung des nach dem alten Plan bestehenden Fehlbetrages von 151 300 RM. ergibt sich für 1934 ein ungedeckter Fehlbetrag von insgesamt 1 004 200 RM. Der erhöhte Mehrzuschuß ist in der Hauptsache zurückzuführen auf die Einstellung der Auseinandersetzungsverbindlichkeiten mit der Stadt M.=Gladbach in den Etat und auf die erhebliche Senkung der Reichswohlfahrtshilfe. Diebesfrechheit M.=Gladbach. Wegen Diebstahls bei seinem früheren Meister, einem Metzger in Arsbeck, hatte sich ein junger Mann aus Holt vor dem Schöffengericht zu verantworten. Er war von Zollbeamten verhaftet worden, als er die gestohlenen Fleischwaren auf einem Kraftrad mit Beiwagen fortschaffen wollte. Der Verhaftete unternahm hernach vom Wachlokal aus, als die Zollbeamten sich gerade fernmündlich mit der Polizei in Verbindung setzten, einen frechen Fluchtversuch. Es gelang ihm, die Zollbeamten einzuschließen und mit seinem Rad zu entfliehen. Da aber die Beamten seine Fluchtrichtung kannten und die nächste Polizeiwache noch zeitig anrufen konnten, wurde er schon am nächsten Morgen wieder dingfest gemacht. Sein Diebstahl trug ihm eine Gefängnisstrafe von fünf Monaten ein. Kundgebung Kölner Studenten zu den Vorgängen in Prag Köln. Zu spontanen Protest=Kundgebungen der Studentenschaft gegen die Prager Ausschreitungen kam es Dienstag vormittag an der Kölner Universität. Professor Spahn, der seine Vorlesungen unterbrochen hatte, geißelte das Verhalten der tschechoslowakischen Behörden. Gegen 11 Uhr versammelten sich vor dem Universitätsgebäude etwa 1500 Studenten, die sich zu ViererReihen formierten und in voller Disziplin über die Ring=Straßen vor das tschechoslowakische Konsulat zogen, um hier nachdrücklich Protest gegen die Prager Ausschreitungen zu erheben. Dem Zuge hatten sich zahlreiche Volksgenossen angeschlossen. Vor dem Konsulat sprach ein Student kurz über das Unrecht, das von den tschechoslowa. kischen Behörden dem Deutschtum zugefügt worden sei. Sprechchöre vertraten die Forderung, den deutschen Studenten das gleiche Recht wie den tschechoslowakischen in Prag einzuräumen. Zum Schluß der Kundgebung erklang das Deutschland. lied. In mustergültiger Ordnung erfolgte dann wieder der Aomarsch der Studenten zur Universität. Trotz schwerer Verletzungen aus dem Krankenhaus geflüchtet Köln. Wie von uns berichtet, wurde in der vergangenen Woche ein Einbrecher auf der Flucht von einem Polizeibeamten angeschossen und so schwer verletzt, daß er ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Hier ist es ihm während der Besuchszeit am Sonntagnachmittag gelungen, zu flüchten. Da er bei seinen schweren Verletzungen(Beckenschuß) sich unmöglich allein aus dem Krankenhaus entfernen konnte, nimmt die Polizei mit Recht an, daß ihm Helfershelfer bei der Flucht behilflich waren. Ehepaar tot im Bett aufgefunden Beuel. Der Wächter der Großgarage an der Hangelarer Chaussee war nicht seinen Dienstobliegenheiten nachgekommen. Da sich auch niemand in der in der Garage befindlichen Wohnung des Mannes auf das Klopfen des beunruhigten Besitzers meldete, ließ man im Laufe des Nachmittags die Wohnungstüre gewaltsam aufbrechen. Bei der Durchsuchung der Räume fand man den Wächter und dessen Frau angekleidet tot auf den Betten liegend vor. Bisher konnte noch keine Klärung des geheimnisvollen Vorfalls erfolgen. Die Polizei hat eine eingehende Untersuchung eingeleitet. Die Leichen sind von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden. Tragischer Tod eines landwirtschaftlichen Arbeiters Bergheim. Ein auf dem Gut Maderath bei Neurath beschäftigter landwirtschaftlicher Arbeiter aus Neurath hatte einen Wagen mit Schweinen zum Bahnhof Oekoven zu bringen. Auf dem Heimweg wurde das Fuhrwerk von einem Rübenwagen gerammt, wobei der Arbeiter vom Wagensitz auf die Straße stürzte. Offenbar war der Sturz noch glimpflich abgegangen, denn der Mann hatte kaum Beschwerden. Am Abend traten jedoch plötzlich Leibschmerzen auf, die sich so verschlimmerten, daß der herbeigerufene Arzt sofort die Ueberführung ins Krankenhaus anordnete. Hier ist der Verunglückte kurz darauf an den inneren Verletzungen, die er sich bei dem Sturz zugezogen hatte, gestorben. Tödlicher Hufschlag Hermeskeil(Bez. Trier). Ein junges Mädchen im Alter von 19 Jahren, das mit seinen Eltern zum Viehmarkt aus dem benachbarten Bescheid nach Hermeskeil gekommen war, wollte nach Schluß des Marktes die beiden Pferde des Wagens anschirren. Dabei scheute eines der Tiere und schlug mit den beiden Hinterhufen aus. Das Mädchen wurde am Kopf und an der Brust getroffen. Es erlitt so schwere Verletzungen, daß es am anderen Tage. ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, im Krankenhaus starb. Autounfall Trier. Auf der Straße Echternacherbrück=Minden im Landkreis Trier ereignete sich ein schwerer Kraftwagenunfall. Ein Lieferwagen aus Trier kam in einer scharfen Kurve ins Schleudern und rannte in voller Fahrt gegen einen Telegraphenmast, der umgeknickt wurde, und dann gegen eine Weinbergsmauer. Der Lastwagen wurde vollständig zertrümmert. Zwei Personen, die zusammen mit dem Autolenker vorne im Führersitz saßen, wurden herausgeschleudert und erlitten mehr oder weniger schwere Verletzungen. Der Chauffeur selbst blieb in dem völlig eingedrückten Lenkersitz hängen und konnte nur nach angestrengtesten Bemühungen der herbeieilenden Zollbeamten und Landleute in schwerverletztem Zustande aus den Trümmern des Wagens geborgen werden. Da höchste Lebensgefahr bei ihm bestand, mußte man ihn über die Grenze in das Krankenhaus von Echternach(Luxemburg) bringen. Er dürfte kaum mit dem Leben davonkommen. Die Telegraphenleitung längs der Grenze war einen Tag lang infolge des Verkehrsunfalles gestört. Dichter Uebel behindert die Thelschsahet Koblenz. Der dichte Nebel hat am Samstag und Sonntag die Rheinschiffahrt mit kaum nennenswerten Unterbrechungen zum Erliegen gebracht. Von Holland bis oberhalb Salzig und von Bingen über Mainz hinaus war der Nebel so dicht, daß an einen Schiffsverkehr nicht zu denken war. Als sich am Samstag der Nebel in den Mittagsstunden etwas lichtete und die Sicht einigermaßen günstig wurde, konnte die Schifffahrt von 2 bis gegen 5 Uhr beschränkt aufgenommen werden. Es ergaben sich Bilder, die hier nur sehr selten beobachtet werden. Die Talzüge ließen sich im Schneckentempo stromabwärts treiben und mußten zum größten Teil nach kurzer Fahrt bei Neuendorf aufdrehen. Auch die Bergfahrten waren von kurzer Dauer, da der Nebel sich an manchen Stellen so sehr verdichtete, daß ein Ausblick unmöglich war. Am Sonntag ergab sich das gleiche Bild. Nur vereinzelt kam die Schiffahrt auf kurzen Strecken in Gang. Sedeeß derT K CE „Die dreißigtausend Mark=Hypothek ist zunischst unantastbar. Sie kann erst in voller Höhe, wie gesan., 6—4 Auszahlung kommen. Weitere fünfzehnhundert. Ihnen nur gegen entsprechende Sicherheit noa, heute zur „Sie ziehen mich bis auf das Hemd aus, stieß Kröger heiser hervor. Eine Art Galgenstimmung packte ihn. „Sie sollten gegen Ihren zukünftigen etwas entgegenkommender sein. Sie elende Kröte Er'schleuderte die Mütze hinter sich in die Tiefe des Klubsessels.„Welches sind die Sicherheiten, die Sie „Notarielle Verpfändung Ihrer beiden Der Lehnschulze blickte teilnahmslos. Die Bleßfüchse waren keine Menschen. Hatte er die eigene Tochter um Er nickte, kaum merklich, Zustinergg, in, wie einer. kläglich machendem Gedankenspiet. Ju, vin,# der sein Haus in Brand setzt und dann noch dus Dach John Reverbeim vogegrszZeP sereigeine Akten, tasche hervorgekramt, Schriftstück.„###ingelegt und seinen Schreibtisch abgeschlossen..,„um woslen mi Herr Kröger. Kommen Sie. Kun wonlen wir zum Notar gehen. Zu Doktor Klügelmann, wenn es „Mir ist alles recht,“ gab der Lehnschulze mit bissigem Ein feines Schneegeriesel wehte sie an, als sie auf die Straße traten.— Ein Stück in den Nachmittag hinein war es, als der Lehnschulze aus Greifenhagen im„Eichenkranz“ am Markt einkehrte. Teunshons.: nschaft: Er fand die übliche restliche Sonnabendgesenschaft. Wochenmarkthändler und Bauern aus den Nachbardörfern, die reichlich aßen und noch reichlicher tranken und rauchten. Friedrich Kröger wurde mit lautem Hallo empfangen. Man rückte ihm ein Loch am Stammtisch frei und begrüßte ihn mit Händedruck und Schulterschlag. Eine glücksfrohe Stimmung kam über ihn. Er hatte das Gefühl, aus Gefängnismauern entflohen und in die Freiheit zurückgekehrt zu sein. Nun war wieder lichter Tag nach langer, dunkler Nacht. Danach hatte er Verlangen gehabt: Menschen um sich zu wissen, mit denen er heiter sein konnte, deren lebensfrohe Art ihn vergessen ließen. Im Anfang blieb es beim alten: Man unterhielt sich, aß, trank und rauchte.. W.l Eine halbe Stunde lang ging das so. Die Stammrisch= runde hatte Abgang und Zugang. Einige der Seßhaftesten befanden sich bereits in vorgerückter Stimmung. S. Forlsetzung Als es dämmrig wurde und der mithaltende Eichenkranzwirt mit unsicheren Schritten zum Schalthrett. ging, um das Licht anzuknipsen, hatte sich die„##umnage schon stark verkleinert. Etwa die Hälre, Der Fiez, gauschte war still und grußlos verschwunden. Der.,.9hnur noch mit Anstrengung Trinklust und Trinrmoglichkeit vor. Die meisten schielten begehrlich nach dem Ein paar Sekunden standen sich die Fahrzeuge verschiedener Epochen bewegungslos gegenüber. Dringender Hupenruf Juttas blieb jenseits unbeachter. nnen auf der Chaussee stand der Wagen. „Donnerwetter eins!" Jutta stieß den Schlag auf und sprang aus dem Wagen. teinke folgte ihrem Beispiel. Sie eilten beide auf das Verkehrshindernis zu. Stei „Schöne Bescherung!“ staunte Jutta beim Feststellen der Tatsachen.„Der Herr Lehnschulze aus Greifenbagen! Unser Herr Gemeindev.... orsteher.“ „Sternyagelvon, begutachtete Steinke mit Kennerkeit mehr, formulierte er, die meisten seien Betrüger, Spitzbuben, Wechselfälscher... und es müsse eine Sünd. flut kommen, die das ganze Gelichter ersäufe..... Der Eichenkranzwirt bemühte sich, einen Schluß ver Als schließlich nur noch Kröger übrigblieb, versuchte r, ihn mit gütlichem Zureden in einen Nebenraum abzuschieben. Dort könne er ein paar Stunden auf dem Ledersofa schlafen und dann heimfahren. Aber der Lehnschulze erhob entschiedenen zat zergrrich, Was man von ihm denke! Er dächte schlafen. Heim wolle er! Der Hausknecht solle anspannen und den Wagen vorfahren. Man riet ab. Er könne jetzt nicht fahren. „He,“ sagte Kröger.„Nicht fahren? Der Braune findet den Weg ganz allein. Das wäre ja ein Ding!... Na, also los, anspannen! Ich will nach Hause.“ „Das ist ja Blödsinn, Schulze. Bleib noch ein paar Stunden, bis du halbwegs nüchtern bist.“ „Los, sage ich! Angespannt! Das wäre ja ein Ding. Wir und nicht fahren.— Fünf Minuten später half man ihm auf den Sitz seiner Kalesche, eines etwas altertümlichen Vehikels aus Großbeforgf ntächein d Jan und sab ihm Aber als es glatt und grade und ordnungsmäßig, gg pernd die Straße hinabging, Kröger sogar die Peilsche knallend gebrauchte, um den Braunen in einen schlanten Trab zu bringen, wandte man sich beruhigt und lät „Der kommt schon heim ohne Not,“ sagte Stielke, der hausknecht und liebkoste das Fünfmarkstück in seiner sosentasche, das ihm der freigebige Lehnschulze nach dem Ansträngen in etwas unsicherer Haltung in die Hand gedrückt hatte.— „Und schlafend!“ empörte sich Jutta.„Das ist ja tolli Daß er noch nicht von seinem hohen Bock heruntergesaust ist... Herr Kröger! Herr Kröger!“ Der Angerufene blieb eindruckslos. Der ist gut.“ Steinke griente boshaft. „Ja, aber was machen wir da? Wir können ihn hier doch unmöglich stehen lassen. Und weiterfahren lassen gebt doch eberiatfschtssoz fohrenigt Jutta überlegte.„Wissen Sie was, bringen Sie Wagen heim. Ich komme in einer halben Stunde zurück und fahre Sie dann nach dem Bahnhof.“ „Das ist sehr gut von Ihnen gedacht. Aber dann komme ich zu spät zum Zug. uug vielleicht: Kröger Oder, dachte Jutta... Ja, das ging er##r###. mit in das Auto nehmen und den Gaul vorlaufig an einen Chausseebaum binden. Als sie Steinke diesen Ausweg vorschlug, entgegnete r:„Ach, das ist ja gar nicht nötig, Fräulein. Den da oben rüttle ich wach, daß ihm das weitere zeht, und dann lassen Sie ihn man getrost weiterzuckeln. besoffenen passiert nichts.“ „Na, ich weiß nicht, ob das nicht leichtsinnig ist.“ „Unsinn, Fräulein. Er halt., ,—, Au— Trr.. Der Lehnschulze hatte sich ihnen nach dem hastigen Genuß verschiedener Schnäpse und einiger Gläser Bier schnell angeschlossen. Zum Teufel ja: Er wollte, er mußte lustig sein! Er mußte das ganze verfluchte Elend des Vormittags und der letzten Tage daheim zu vergessen suchen. Wenigstens für ein paar Stunden. „Wenn nur das Geld nicht so knapp wäre,“ klagte einer in die laute, vielseitige Unterhaltung hinein. „Jeden Groschen muß man dreimal umdrehen, ehe man ihn ausgeben kann.“ 4ns Em a.# „Geld?“ fragte der Lehnschurze lachenv.„Spap, Geld!“ Er lachte lauter, aufreizend.„Geld spielt keine Rolle. Wenn alles so viel da wäre wie Geld!“. Er hatte seine nervös zitternde Hand schon in die Brusttasche seines Rockes geschoben und tastete zwischen den Scheinen, die ihm John Meyerheim vorhin beim Notar auf den Tisch gezählt hatte, herum, hatte endlich einen einzelnen erwischt und warf ihn mitten auf die Tischplatte, zwischen Aschenbecher, Bier= und Schnapsgläser hinein.„Da, da ist Geld! Der Hunderter muß dran glauben. Was wollt ihr trinken, Kinder? Ich zahle die Zeche.“ „Du bist verrückt, Schulze, rief einer. „Steck dein Geld ein,“ ein anderer. Der Schmied aus Büssow nahm den Schein zwischen zwei spitze Finger:„Eine Blüte. Er will uns zum Narren haben.“ „Eine Blüte? Du bist selbst’ne Blüte, Schmied. Der ist echt.“ Kröger spielte den Beleidigten. „Du hast wohl in der Lotterie gewonnen, Schulze?“ „Oder gar einen Juden totgeschlagen?“ Es ging hin und her unter lautem Lachen und Fragen, Verwundern und Bestaunen. „Ob Lotterie oder Inde, ganz gleich! Jedenfalls wird der heute kleingemacht!“ Kröger schlug mit der flachen Hand auf den Tisch, daß ein paar Gläser hochtanzten. „Runter mit dem Bier und Schnaps!“ befahl er herrisch.„Runter, sage ich! Wein her!“ Ein paar machten noch Einwendungen. Es sei ein Leichtsinn. Es schicke sich nicht in der jetzigen Zeit. Wein zu trinken. wo andere kein trockenes Brot hätten. Man müsse sich schämen „Wer weiß, wann wir kein trockenes Brot mehr haben werden. Und dann werden andre Wein saufen und nach uns auch nicht fragen.“ Kröger sprach schon in randalierendem Ton.„Heut' ist heut'!“ Abermals klatschte die flache Hand auf den Tisch.„Wein her, sage ich!“ Es kamen keine neuen Einwendungen. Man fügte sich, teils erfreut, teils beklommen. Die Beklommenen taten scheue Blicke zu den Fenstern und auf die Straße Auf halbem Wege nach Prenzlau hatte Jutta Heim. felden im Licht des Scheinwerfers einen hastig ausschrei tenden Fußgänger als einen der zur Rübenernte angenommenen Arbeiter erkannt. Etwas neugierig und verwundert brachte sie den Wagen auf langsame Fahrt und hielt, als sie den Mann erreicht hatte.. M. mohin nate Sie flr Sie stieß den Schlag auf.„Nu, Wohin noch? Sie sino doch vom Greifenhagener Gut, nicht wahr? Zur Rübenernte angenommen, nicht wahr?“ Der halb erschrocken Stehengebliebene bejahte. Steinke heiße er. Gewiß, einer von den Rübenarbeitern. „Es paßt Ihnen wohl nicht mehr bei uns?“ fragte Jutta lachend.„Und nun kneifen Sie aus?“ Nichts zu machen. An Auskneifen kein Gedanke. Er käme Sonntag abend wieder. Nur mal nach Hause gucken „Na, dann mal rein in die Kutsche! Ich nehme Sie bis Prenzlau mit.“ „Gleich vorn bei Ihnen?“ Natürlich. Erzählen wollen wir uns was.“ „Keine schöne Arbeit bei diesen Rüben?“ fragte sie schon während des Einschaltens. „Ach,“ meinte Steinke,„es geht. Ehrlich gesagt, das Feinste ist es nicht. Aber man muß zufrieden sein.“ „Was ist denn Ihr eigentlicher Beruf?“ „Metalldreher." „Sagen Sie mal, ein Student ist ja wohl auch dabei?“ Leute haben's doch n „Natürlich. Doppelt anerkennenswert, wenn sich solch armer Kerl Geld fürs Studium zu verdienen sucht. Ich habe großen Respekt vor diesen Werkstudenten.“ Steinke schwieg. Seine Gedanken tanzten dem Wagen vorauf, liefen schon den Weg nach Berlin hinüber. Auch Jutta blieb stumm. Eine Kurve erforderte erhöhte Aufmerksamkeit. Gespenstisch leuchteten die gekalkten Stämme der Chausseebaume zur Linken im Licht des Scheinwerfers auf. Ein Fuhrwerk kam in den Lichtkreis ... Es bewegte sich in merkwürdiger Art vorwärts. Bald war es auf der linken, bald auf der rechten Seite der Jutta hupte wiederholt und anhaltend und verlangamte die Fahrt. „Was für ein verrückter kellist venn das!“ sagte sie ärgerlich.„Da muß man halten, wenn es kein Unglück geben soll.“ Sie bremste. 44 u 914 „Sehen Sie, nun hält der Nerr auch. Nichl mur Eicht hat er.“ Er hatte sich schon auf das Vorderrad geschwungen. Packte den Leynschurzen an der Schulter, schüttelte ihn und rief ihn an:„He, Sie, zum Donnerwetter, aufgewacht! Im Bett wird geschlafen, aber nicht auf dem Wagen unterwegs. Sie sind wohl verrückt!“ Der Erfolg kam nicht sofort. Kröger grunzte nur etwas Unverständliches, dusselte aber weiter. „Schöne Narkose,“ stellte Steinke fest und setzte seine Bemühungen fort, die endlich das nicht erwartete Ergebnis zeitigten, daß der Lehnschulze nach den Fmper fahren aus seiner Betäubung ein stuchendes u gham anhob, etwas von Wegelagerern und ähn.= sindel in den Abend tobte und sich darum bemuyte, die vor ihm in der Lederhülse steckende Peitsche in die Hand Jutta fiel es rechtzeitig genug ein, daß sie zu ihrem Wagen zurück müsse, um das Licht abzublenden. Denn Krögers Pferd konnte jeden Augenblick, scheu werdend, davonjagen, und dann wäre ein Unglück wohl nicht zu Sie kam gerade noch zurecht. Als sie schon schnellen Hufschlag und polterndes Wagenrasseln hinter sich verdem Lichthebel. Ein Glüick, daß sie vorhin Wie zwei beblakte Monde berührten die eben noch blendende Helle spendenden Augen des Wagens. Im gespenstischen Halbdunkel polterte das Gefährt des Lehnschulzen heran, der Gaul galoppierend, mit Kröger stand halb aufgerichtet, leise schwankend, an den Leinen reißend. Nun schon an Jutta vorüber... Sie atmete erregt, unwillkürlich preßte sie die Hand auf das heftig klopfende Herz.„Mein Gott, das nimmt kein gutes Ende,“ sagte sie, als Steinke herankam. Der winkte beruhigend und blieb lauscherge, a Hören Sie? Es geht schon langsamer. Er hat den S#nl wieder in der Gewalt. Und schlafen gibt's bei ihm auf der Fahrt nicht mehr. Der ist nüchtern geworden.“ Hoffentlich... Ja, und nun schnell, sonst verpassen Als der Wagen schon eine Weile lief und die Lichter der Stadt bereits auftauchten, gab Jutta ihrer Sorge, die nicht zur Ruhe kommen wollte, noch einmal Aus„Wir hätten es doch anders machen sollen. Mir ahnt „Ach wol: Steinke lachte überlegen.„Da können Sie Gerdenis seiden Lein. Dem passiert sicher nichts. Sie „Ich würde mir auch sonst zeitlebens Vorwürfe machen; sagte Juta ernf. Steinke. Andere Leute Ein bißchen lange, dachte Steinte, undere Trale machen sich überhaupt keine. 6. Während der letzten zehn Minuten hatte sie es gewußt. Unumstößlich sicher. Wie schon gesehen und erVon ständig wachsender Unruhe getrieben, war sie der Erledigung ihrer wenigen Besorgungen nac gegangen: Bromtabletten für den seit ein paar Nächten von Schlaflosigkeit gequälten Vater aus der Mohrenapotheke. Füllen der Batterie für das Radio. Ein paar Kleinigkeiten aus dem Delikatessengeschäft der Gebr. Claasen Die Londoner hochzellswoche hat begonnen Peinzensin Werden ii nichs delafr??? Generalprobe für den Hochzeitszug Flut der Geschenke nimmt kein Ende Prinz Georg, der jüngste von den vier Söhnen des englischen Königspaares, ist seit jeher der erklärte Liebling des Inselvolkes. Man rühmt ihm nach, daß er in Witz, Schlagfertigkeit und Ironie seinem Großvater Eduard VII. gleichkomme und daß er große Aehnlichkeit mit dem Prinzen von Wales habe. Kein Wunder also, daß jetzt ganz England von einem Taumel erfaßt wurde, da die Hochzeit des Prinzen Georg herannaht. Auch Prinzessin Marina erfreut sich größter Beliebtheit. Sie hat durch ihr anmutiges Wesen und ihr anziehendes Aeußere, das so recht dem modernen englischen Fürstenideal entspricht, die Herzen im Fluge erobert. Im übrigen muß man bedenken, daß es sich bei der Prinzenhochzeit ausschließlich um eine reine Liebesangelegenheit handelt, die dem Hang der sonst so nüchternen Engländer nach Romantik in jeder Weise entspricht. Die Flut der Geschenke, die aus allen Teilen des britischen Weltreiches in London eintreffen, nimmt allmählich beängstigende Formen an. Prinz Georg hat sich bereits zu der Erklärung genötigt gesehen, man möge statt der Geschenke lieber gleich bares Geld für Krankenhäuser überweisen. Wenn Prinz Georg und Prinzessin Marina von ihrer Hochzeitsreise zurückgekehrt sein werden, dann müssen sie sich wahrscheinlich monatelang mit der Sichtung der unzähligen Geschenke beschäftigen. Man sieht, eine Prinzenhochzeit bringt auch in dieser Beziehung manche Pflichten mit sich. Der Stundenplan des Hochzeitstages Vor allem aber hat es Prinzessin Marina nicht leicht. Die Vorbereitungen zu dem großen Fest haben sie wochenlang in Anspruch genommen, und erst wenn die Trauung vorüber ist, kann sie erlöst aufatmen. Die einzeinen Akte der großen Zeremonie sind bis ins kleinste festgelegt. Zwei Stunden spielen dabei eine ganz besondere Rolle. Es sind dies die zwei Stunden unmittelbar vor der Trauung. Sie wurden der Prinzessin für das Anlegen des Brautkleides vorbehalten. Dazu stehen ihr vier Frauen, ihr eigenes Kammermädchen, die neue, vom englischen Hof gestellte Ehrendame, Lady Hope, ihre Mutter und die Ankleidefrau der Königin Marie von England zur Seite. Wenn alles fertig ist, muß Prinzessin Marina noch vor der Königin erscheinen, um sich der letzten Kontrolle zu unterziehen. Erst dann tritt die junge Braut— und zwar genau um halb el Uhr— vor dem Tor des Buckingham=Palastes an den Wagen heran, der sie in feierlichem Aufzug zur Westminster=Abtei bringen wird. Prinz Georg kommt in Begleitung seines äkteren Bruders, des Prinzen von Wales, vom Palast SaintJane, der Residenz des Thronfolgers. Nach der Hochzeitszeremonie wird das junge Paar auf einem großen Umweg durch die belebtesten Straßen Londons zum Buckingham=Palast zurückkehren. Dort wird dann noch einmal eine religiöse Zeremonie nach griechisch=orthodoxem Ritus vorgenommen. Es wird alles klappen! Im regnerischen London konnte man in den letzten Tagen wiederholt einen eigenartigen Festzug beobachten. Einfache Wagen aus dem Heeresmobiliendepot rollen vor das Tor des Bukkingham=Palastes, berittene Polizisten sperren die Straßen ab und sorgen für die Umleitung des Verkehrs. Husaren in Khaki=Uniform reiten vorüber, Kommandorufe erschallen, der Zug stehen; abermals Kommandos, und der Zug setzt sich wieder in Bewegung. So etwa verläuft eine Probe zu dem großen Festzug. Ja, es ist alles aufs beste vorbereitet, und es ist auch zu erwarten, daß alles klappt. Arbeitsfrouk und Reichsnährstand Der Reichsorganisationsleiter der RSDAP sagt in einer grundsätzlichen Erklärung u. a.: Die Mitgliedschaft bei der Deutschen Arbeitsfront ist freiwillig. Sie muß freiwillig sein, weil die Deutsche Arbeitsfront die wirkliche Volksgemeinschaft verkörpert. Unter Zwang hineingeführte Menschen sind naturgemäß Fremdkörper, die den Aufbau der Volksgemeinschaft nur kören würden. Der Landarbeiter hat selbstverständlich genau so wie jeder andere schaffende deutsche Mensch das Recht. die Mitgliedschaft der Deutschen Arbeitsfront zu erwerben und dadurch die Möglichkeit, von allen ihren Einrichtungen Gebrauch zu machen. Eine Fragestellung. ob Arbeitsfront oder Reichsnährstand, ist vollkommen abwegig, da beide Organisationen grundverschiedene Aufgaben haben. Duell Goy— Franklin=Bouillon abgesagt? Das Pariser„Journal“ will mitteilen können, daß die Kartellträger Goys und Franklin=Bouil= lons übereingekommen sind, das Duell nicht stattfinden zu lassen, da der Charakter des Zwischenfalls rein politischer Art sei und die persönliche Ehrenhaftigkeit der beiden Gegner nicht angetastet worden sei. En unmenschiiafes Eiternpaur Fünf Kinder auf das schwerste mißhandelt Von der Berliner Kriminalpolizei ist jetzt ein schwerer Fall von Kindesmißhandlung aufgedeckt worden, der den Eheleuten K. zur Last gelegt wird. Aus der Ehe der Beschuldigten sind insgesamt acht Kinder hervorgegangen. Während die drei ältesten von den Eltern gut behandelt wurden, hatten die anderen fünf, die im Alter von vier bis acht Jahren stehen, ein wahres Martyrium auszuhalten. Die Eltern leisteten sich allen möglichen Luxus und die Kleinen mußten buchstäblich hungern. Als Hausbewohner das Schreien der hungernden Kinder nicht mehr länger ertragen konnten und sich an das Fürsorgeamt wandten, wurde den sofort entsandten Fürsorgerinnen nicht geöffnet. Nun nahm sich die Kriminalpolizei der Angelegenheit an. Als Beamte einschritten, waren die Kinder fast zum Skelett abgemager! Im Verlauf der weiteren Untersuchung stellte sich dann heraus, daß die fünf Geschwister sowohl vom Vater als auch von der Mutter völlig grundlos in der rohesten Weise mißhandelt worden waren. Wie die Kleinen bei ihrer Vernehmung selbst aussagten, wurden sie manchmal vom Vater zu Boden geschlagen und mit dem Stiefelabsatz ins Gesicht getreten. Alle wurden sie in eine kleine Kammer eingesperrt, so daß sie niemals mit anderen Kindern zusammenkommen konnten. Auch körperlich sind sie derart vernachlässigt, daß sie an ihrer Gesundheit schweren Schaden genommen haben. Wenn einmal Nachbarn den schreienden und gequälten Kindern zu Hilfe kommen wollten, wurden sie von der Mutter schimpfend von der Tür gewiesen. Selbstverständlich sind die Kinder den Eltern entzogen worden, die sich in allernächster Zeit unter schwerer Anklage vor dem Richter zu verantworten haben werden. Friseure an Preisfestsetzungen nicht gebunden Dem Reichskommissar für Preisüberwachung gehen wiederum zahlreiche Berichte zu, wonach Friseure über Preise Klage führen, die angeblich von anderen Stellen festgesetzt seien. In diesen Berichten wird ausgeführt, daß durch solche Preisfestsetzungen viele Kunden abspringen und das Geschäft gefährdet wird. Der Reichskommissar für Preisüberwachung hat schon früher mehrfach auf diese ganz selbstverständliche Gefahr hingewiesen. Er hat daher jetzt Anlaß genommen, darauf hinzuweisen, daß jeder Friseur hinsichtlich seiner Preisgestaltung völlig frei ist: er ist nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet, die Preise für seine Leistungen selbst zu berechnen. An Preisfestsetzungen irgendwelcher anderer Stellen ist kein Friseur gebunden. Insbesondere sind die Innungen nicht befugt. Preise vorzuschreiben. Der Reichskommissar für Preisüberwachung betont aber dabei ausdrücklich, daß jeder Friseur bei seiner Preisberechnung nach wirtschaftlichen Grundsätzen zu verfahren und seine Selbstkosten ordnungsgemäß zu berücksichtigen hat. Selbstverständliche Voraussetzung ist, daß jeder Friseur ebenso wie jeder andere Gewerbetreibende seine Steuerpflichten erfüllt, etwaige Hilfskräfte pünktlich bezahlt. für diese die sozialen Versicherungsbeiträge ordnungsgemäß entrichtet und auch etwaigen sonstigen Zahlungsverpflichtungen für Warenentnahme usw. nachkommt. Rienige Merertfacse in Parik Polizeiliche Belagerung des Montmarkre— Ueber 200 Verhaftungen Das Künstlervolk auf dem Montmartre, wie die zahlreichen ausländischen und Pariser Besucher der großen Kaffees und Vergnügungslokale erlebten in der Nacht zum Sonntag eine äußerst peinliche Ueberraschung, als plötzlich ein riesiges Polizeiaufgebot erschien und das ganze Viertel in eine Art Belagerungszustand versetzte. Die BeDer Franz Moor von Brasow Malter ro Fahre in Keiter gefungen Bei Bauarbeiten entdeckt— Ende eines Martyriums In der rumänischen Stadt Brasow wurde das Martyrium einer Greisin enthüllt, das in seinem ganzen Umfange an die Taten des Franz Moor in Schillers Räuber erinnert. Vor vierzig Jahren erzählte der Kaufmann Sera Alexander, dessen Mutter vom Vater ein Millionenvermögen geerbt hatte, daß seine Mutter zur Kur ins Ausland gereist sei. Diese Frau war eine berühmte Schönheit, und es löste allgemeines Bedauern aus, als der Sohn Freunden und Bekannten die Nachricht gab, daß die Mutter während der Kur gestorben sei. Der Sohn übernahm nun die Nutznießung des Vermögens. und bald war die schöne Frau vergessen. Vierzig Jahre bei Wasser und Brot Das war im Jahre 1894. Sera Alexander erwarb sich bis heute die Achtung und das Wohlwollen seiner Mitbürger. Er tat viel für die Wohltätigkeit und wurde für einen seriösen Mann gehalten, der in der kaufmännischen Welt eine nicht unbedeutende Rolle spielte. Daß er ein schreckliches Geheimnis mit sich herumtrug, wußte niemand, bis jetzt in seiner Villa Bauarbeiten vorgenommen wurden, bei denen die Keller umgelegt werden mußten. Bei diesen Arbeiten hörten die Maurer Jammern und Klagen einer menschlichen Stimme. Sie gingen dieser Stimme nach und stießen in einem Kellerverschlage auf eine Greisin, die zum Skelett abgemagert war ind der das schmutzig=weiße Haar in verfilzten Strähnen in das Gesicht fiel. Sie starrte die Männer wie Wesen aus einer anderen Welt an, und dann berichtete sie, daß sie schon seit vierzig Jahren in diesem Verschlage lebe. Nun wurde die Polizei alarmiert. Die Beamten tellten fest, daß die Frau nicht irrsinnig war, vie man ursprünglich angenommen hatte, sondern, daß sie vor vierzig Jahren von ihrem eigenen Sohn in dieses schreckliche Gefängnis gedracht worden sei, wo sie seit vierzig Jahren nur nit Wasser und Brot ernährt wurde. Geständnis des Sohnes Der Millionär Sera Alexander wurde auf Grund dieser Aussage der Greisin vernommen. Wider Erwarten legte er ohne jeden Leugnungsoder Abschwächungsversuch ein volles Geständnis ab, das wohl als der Höhepunkt schmutzigsten und gemeinsten Geizes angesehen werden kann. Er hatte damals im Jahre 1894 seine Mutter in den Keller gesperrt und eigentlich die Absicht gehabt, sie zu ermorden. Von dieser Absicht aber kam er aus Furcht vor den etwaigen Folgen wieder ab und faßte den Plan, sie gefangen zu halten, da sie in einem solchen Verließ doch nicht lange leben würde. Die gesunde Natur der Frau aber machte einen Strich durch seine Rechnung in dieser Hinsicht. Trotz der vierzigjährigen Haft in einem halbdunklen Raume, trotz der mangelhaften Ernährung starb sie nicht, und so kam jetzt das Drama an das Tageslicht. Sera Alexander wurde von den Beamten sofort in Haft genommen, während seine Mutter einer Pflegeanstalt überwiesen wurde. In der Bevölkerung macht sich eine ungeheure Erregung über diesen entmenschten Sohn bemerkbar, so daß er unter besonderem Polizeischutz ins Untersuchungsgefängnis eingeliefert werden mußte. Der Todesnebel im Moseltal Panik in Engis— Zahlreiche mysteriöse Erkrankungen Wie aus Brüssel gemeldet wird, hat sich gestern nachmittag plötzlich ein ungewöhnlich dichter Nebel auf das Tal der oberen Mosel gesenkt. Sein Auftauchen hat bei der gesamten Bevölkerung eine lebhafte Erregung hervorgerufen, da bei den Bewohnern der Gegend von Engis die Erinnerung an die Nebelkatastrophe vom Jahre 1930 noch lebendig ist. Damals erschienen auch über Nacht starke Nebelbänke an dem linken Ufer der Mosel, die dann tagelang die Gegend einhüllten. Das Schreckliche war dabei, daß diese Nebelschwaden offensichtlich vergiftet gewesen sind, denn an 70 Menschen sind seinerzeit unter merkwürdigen Krankheitserscheinungen gestorben. Der Kehlkopf und die Schleimhäute wiesen schwere Entzündungen auf, und die unglücklichen Menschen erstickten dann. Diesmal scheint die Katastrophe jedoch nicht das gleiche Ausmaß annehmen zu wollen. amten stürzten in die Lokale und forderten die Gäste auf, die Hände hochzuhalten. Danach wurde jeder einzelne Gast vernommen und mußte sich genau ausweisen. Wer das nicht konnte, mußte die Reise mit zur Wache antreten. Derartige Razzien werden in Paris nicht selten durchgeführt. Jedoch hat man noch nie eine so umfangreiche und so energische Aktion erlebt. Man vermutet, daß sich die Polizei auf der Suche nach einem Mörder befindet. Gleichzeitig sollen aber wahrscheinlich auch alle lichtscheuen Elemente und alle Ausländer, die sich ohne behördliche Erlaubnis in der französischen Hauptstadt aufhalten, ermittelt werden. Die große Razzia auf dem Montmartre hatte immerhin den Erfolg, daß über 160 Verhaftungen vorgenommen werden konnten. Selbstverständlich ist es noch nicht möglich, eine Auskunft darüber zu erhalten, ob sich der gesuchte Mörder unter diesen Verhafteten befindet. Der größte Teil der Besucher des Montmartre entpuppte sich als durch. aus harmlos. Es waren Leute, die aus den Theatern und den Kinos hierhergekommen waren, um den üblichen Abendtrunk zu nehmen. Die Inhaber der betroffenen Gaststätten zeigten sich selbstverständlich über den nächtlichen polizeilichen Besuch nicht gerade erfreut, denn der Betrieb, der gerade an diesem Abend besonders groß war, erlitt eine empfindliche Störung. Einige Lokalbesitzer sollen sich sogar beim Pariser Polizeipräsidenten wegen der Geschäftsschädigung bit. ter beklagt haben. Mit der Razzia im Montmartre hatte die große Polizeiaktion noch nicht ihr Ende gefunden. Schon in der folgenden Nacht begann eine nicht minder umfangreiche„Belagerung“ jener Stadtviertel, in deren Lokalen vorwiegend Italiener zu verkehren pflegten. In diesem Falle blieb die Zahl der Verhaftungen jedoch wesentlich geringer, denn die Elemente, die sich vor der Polizei zu fürchten haben, waren durch die Razzia auf dem Montmartre gewarnt worden und hatten es vorgezogen, ihre Stammlokale nicht aufzusuchen. Zum Schluß riegelte die Polizei auch noch die Studentenviertel ab. Die Einwohner dieser Viertel zeigten sich am meisten humorvoll und nahmen die ganze Angelegenheit wenig tragisch. Betrunkener rast mit Auto in Vaugrube Ein Toter, zwei Schwerverletzte Ein schwerer Verkehrsunfall, bei dem eine Person getötet und zwei erheblich verletzt ereignete sich in der Nacht an der Kreuzung helmstraße und Unter den Linden in Berlin. Ein Privatkraftwagen sauste in voller Fahrt in eine Baugrube hinein, wobei er mit solcher Wucht gegen die absperrenden schweren Balken fuhr, daß diese einen etwa einen Meter tiefen, auf einem Sockel der Baugrube stehenden Arbeiter zu quetschten. Zwei andere Arbeiter, die etwas tiefer standen, wurden erheblich verletzt. Die Schuld an dem schweren Unglück trägt allein der betrunkene Fahrer des Privatkraftwagens; er wurde festgenommen. Explosion bei der Bremer Wollkämmerei Ein Toter, vier Verletzte In dem Betrieb der Bremer Wollkämmerei in Blumenthal(Kr. Osterholz) ereignete sich eine Staubexplosion, die ein Schadenfeuer zur hatte. Fünf Arbeiter erlitten Verbrennungen zum Teil schwerer Natur. Einer der Verletzten ist inzwischen verstorben. Wolfjagd im Olivaer Wald Aus dem Wildpark Freudental im DanzigOlivaer Forst sind Dienstag früh vier Wölfe ausgebrochen. Der Landrat des Kreises Danziger Höhe hat Gendarmerie zum Absuchen des Waldes aufgeboten. Außerdem hat Senatsvizepräsident Greiser in seiner Eigenschaft als Landesjägermeister zu einer Treibjagd aufgefordert. Die Danziger Bevölkerung ist vor dem Betreten der Olivaer Wälder gewarnt worden. Roch zwei Leichenfunde bei Carlisle Die Eltern der Kinder? Der grausige Leichenfund in Carlisle(Pennsylvanien), wo man an einem stark bewaldeten Bergabhang drei Mädchen im Alter von acht, zehn und dreizehn Jahren fest umarmt fand, ist bisher noch nicht aufgeklärt. Obwohl Tausende von nah und fern die Leichen besichtigten, konnten die Mädchen noch nicht identifiziert werden. Die Polizeibehörden konnten bisher auch noch keine nennenswerten Feststellungen machen. In einem Bahnschuppen in dem einige Kilometer von Carlisle entfernten Ort Duncansville wurden am Montag ein Mann und eine Frau erschossen aufgefunden. Ein Kraftomnibusführer erkannte in der Toten eine Frau wieder, die er am Mittwoch voriger Woche in Begleitung dreier Mädchen in seinem Wagen von Newyork nach Pennsylvanien brachte. Ob der neue Leichenfund mit der Ermordung der Mädchen irgendwie zusammenhängt, konnte bisher noch nicht aufgeklärt werden. Großfeuer in einem thüringischen Dorf Große Erntevorräte verbrannt In dem Höhenort Neura(Kreis Rudolstadt) entstand Dienstag früh ein Brand, durch den fün Anwesen in Schutt und Asche gelegt wurden. Durch Flugfeuer geriet auch ein etwa 100 Meter von der Unglücksstätte entfernt liegendes Anwesen in Brand, das stark beschädigt wurde. Dem Feuer sielen große Erntevorräte, landwirtschaftliche Maschinen und Einrichtungsgegenstände zum Opfer. Die amerikanische Regierung veröffentlicht eine Note an die Reichsregierung, in der erneut gegen die angebliche Diskriminierung amerikanischer Privatgläubiger und Inhaber deutscher Wertpapiere Protest erhoben wird. Die Studierenden der Berliner Universität veranstalteten am Dienstagabend im Vorhof des Universitätsgebäudes eine Kundgebung, um gleichzeitig im Ramen der gesamten reichsdeutschen Studentenschaft gegen das Vorgehen der tschechischen Studenten in Prag feierlichst Protest einzulegen. Die Wiener Studentenschaft hat am Dienstagmittag erneut gegen die Vorfälle in Prag demonstriert. In der Universität und in den Straßen der Innenstadt fanden Kundgebungen statt. Die Polizei nahm zahlreiche Verhaftungen vor. Vor dem südslawischen Paßamt in Budapest fand eine Studentenkundgebung statt, die von der Polizei aufgelöst wurde. Anläßlich der Aufführung des Hetzdramos„Professor Mannheim“, das den berüchtigten Emigranten Dr. Wolf zum Verfasser hat, kam es vor dem Züricher Schauspielhaus zu großen Gegenkundgebungen. Die Polizei nahm 110 Personen fest, darunter den Landesführer der Rationalen Front. Rudolf Henne. Heute abend 6½ Uhr entschlief sanft und gottergeben nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine innigstgeliebte Gattin, Schwägerin und Tante Frau Kärl Eisenplaster Friederike geb. Bürger im fast vollendeten 68. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Karl Elsenplässer Familie Walter Keppmann Villigst, Chemnitz, Iserlohn und Schwerte, den 26. November 1934. Die Beerdigung findet Freitag, den 30. November 1934, nachmittags 3 Uhr vom Sterbehause nach dem Friedhof in Villigst statt. Gerrehreregein in Bersen In allen Gemeinden wird jetzt gegen die Verkehrssünder scharf vorgegangen. Man verlangt mit Recht größere Rücksichtnahme des Einzelnen gegenüber der Allgemeinheit. Aber es sind nicht die Verkehrssünder allein, die den Polizeibehörden zu schaffen machen. Es laufen noch daneben allerlei Uebertretungen, die diejenigen ärgern, die darunter zu leiden haben. Man denke nur an das Teppichklopfen zu unzulässiger Zeit, an das Musizieren bei offenem Fenster, den Lärm der Kraftwagen aller Art usw. usw. Das Städtische Verkehrsamt in Wolfenbüttel hat nun die Uebertretungen, die besonders häufig vorkommen, in 25 Punkten zusammengefaßt. Da diese sich nun aber, wie alle Verordnungen, reichlich trocken lesen und wenig geeignet sind, sich in das Gedächtnis einzuprägen, ist das Verkehrsamt der Stadt Wolfenbüttel, in der Wilhelm Busch längere Zeit gelebt und gewirkt hat, auf den originellen Gedanken gekommen, ein Preisausschreiben zu veranstalten und die Wolfenbütteler Dichter aufzufordern, diese polizeilichen Verhaltungsmaßregeln in Versen wiederzugeben. Das Ergebnis des interessanten Preisausschreibens wird jetzt bekannt. Die„25 Punkte“ des Verkehrsamtes lagen dem Preisgericht vielfach in Versen vor. Von den preisgekrönten Strophen seien nachfolgend einige wiedergegeben: Ein originelles Preisausschreiben. Werktags zwischen 7 bis 7 Magst du dich im Klopfen üben. Doch mittags zwischen 11 und 3 Verbietet es die Polizei. Evang. Gemeindeversammlung Donnerstau, den 29. Nov., abds. 8 Uhr, Im Gemeindehaus(Lutherhaus) 1. Bericht über die neuesten Vorgänge in der Gemeinde. 2. Pfarter Schäfer-Holzwickede:„Kirche oder Sekte“ S. Pfarrer Reich-Dahl:„Die Lage der Kirche“ 4. Pfarrer Schäfer-Hennen:„Was wir wollen“ Es laden herzlich ein: Die Presbyter Berensmann, Brehr, Schmidt, Keim, Schäfer, Engelhardt, Hövelmann, Pütter, Westermann, Schulte, Dr. Mlarx 2907 Das Amtsgericht Schwerte als Registergericht beabsichtigt, die in seinem Handelsreg. B unter Nr. 62 eingetragene Fa. A. Kleinegees, G.m.b.H., Schwerte auf Grund§ 2 des Ges. v. 9. 10.1934(RGBl. I. 914) von Amtswegen zu löschen.— Es wird denen, die ein berechtigtes Interesse an der Unterlassung der Löschung haben, zur etwaigen Geltendmachung eines Widerspruchs eine Frist von 1 Monat seit dem Erscheinungstage dieses Blattes gesetzt. Schwerte, den 19. Nov. 1934. Amtsgericht. 2305 Beschluß! Ueber den landwirtschaftlichen Betrieb des Bauern Friedrich Westerhoff in Westhofen i. W., Hindenburgstraße 42, eingetragener Eigentümer der im Grundbuche von Westhofen Band VI Blatt 60 verzeichneten Grundstücke wird heute um 10 Uhr das Entschuldungsverfahren gemäß Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhältnisse vom 1. Juni 1933(RGBl.I. S. 331) eröffnet. Die Landesbank der Provinz Westfalen in Münster i. W. wird zur Entschuldungsstelle ernannt. Die Gläubiger werden unter Hinweis auf die Rechtsnachteile des§ 11 Abs. 2 des Entschuldungsgesetzes aufgefordert, ihre Ansprüche möglichst in doppelter Form bis zum 31. Dezember 1934 bei dem unterzeichneten Amtsgericht anzumelden und die in ihren Händen befindlichen Schuldurkunden dem Gericht einzureichen. Die Unterlagen für die Eröffnung des Verfahrens können auf der Geschäftsstelle, Zimmer 13, eingesehen werden. 2308 Schwerte, den 23. November 1934. Das Amtsgericht. S billig Bratfisch Pfd. nur.. 19 Pfg. gr. Kochfisch Pfd. nur.. 25 Pfg. KolonialwarenVertriebs-G. m. b. H. Hüsingstraße 22/24 (Haus Feit) Begeistert dich die Musika, Ist Zeit genug am Tage da, Nimm Rücksicht auf des Nachbars Ruh' Und mache hübsch die Fenster zu. Halt Straßen Plätze, Gossen rein, Benimm dich sittsam stets und fein, Daß dein Verhalten niemand kränke, Benutz' als Lager niemals Bänke. Radfahrer, fahr' nie ohne Licht, Und stör' durch lautes Klingeln nicht. Befahre nur die Radfahrwege Und meide die verbot'nen Stege! Halt stets bereit den Führerschein, Die Bremse muß in Ordnung sein, Und Kraftfahrzeuge ohne Licht, Laß stehen auf der Straße nicht. Anlagen, Rasen, Blumenbeete, Man niemals ohne Not betrete, Sie sind nicht nur für dich allein, Es soll sich jeder dran erfreu'n. Solche poetischen Verkehrsregeln können auch im Schwerter Stadtgebiet und den benachbarten Gemeinden von Nutzen sein. Werksbeamter(3 Personen) sucht 3-4 ZimmerWohnung in Schwerte oder Umgegend. Offerten unter Nr. 2304 an die Geschäftsstelle dieser Zeitung. Pianos Verlangen Sie Fabrik Winker und Stopplichter bei Straßenbahnen. Die Preußische Straßenverkehrsordnung vom März dieses Jahres legte den Straßenbahnen die Verpflichtung auf, bei Aenderung der Fahrtrichtung und beim Anhalten ein mechanisches Zeichen zu geben. Die Reichsstraßenverkehrsordnung hatte diese Regelung übernommen. Wie sich herausgestellt hat, sind die Vorarbeiten für die Ausrüstung der Straßenbahnen mit entsprechenden Einrichtungen noch nicht so weit vorgeschritten, daß die Durchführung der Vorschrift gewährleistet ist. Der Reichsverkehrsminister hat deshalb den Straßenbahnen eine Frist bis zum 30. September 1935 bewilligt. Straßenbahnen geben also vorläufig beim Wechsel der Fahrtrichtung und beim Anhalten kein Zeichen. Gedenket der hungernden Vögel! An den laubleeren Bäumen und Sträuchern findet die heimische Vogelwelt nicht mehr hinreichend Futter, um den Hunger zu stillen. Häufig sieht man daher, wie Singvögelchen die Straßen nach Futter absuchen. Sie wagen sich sogar in die Höfe hinin und erscheinen am Fenstersims oder auch auf dem Balkon. Wer es irgendwie ermöglichen kann, sollte es daher nicht verabsäumen, den kleinen Tierchen Futterringe und sonstiges Körnerfutter hinzustreuen oder hinzuhängen. Laßt die Anwartschaft in der Angestelltenversicherung nicht verfallen! Wer den Anspruch auf spätere Leistungen der Angestelltenversicherung nicht gefährden oder verlieren will, muß die Anwartsbestimmungen beachten. Alle in der Angestelltenversicherung erworbenen Anwartschaften gelten als bis zum 31. Dezember 1925 erhalten, und zwar auch dann, wenn bis dahin für einzelne Jahre kein Beitrag oder nur wenige Beträge entrichtet sind. Vom 1. Januar 1926 bis 31. Dezember 1933 ist die Anwartschaft erhalten, wenn der Versicherte für das 2. bis 11. Kalenderjahr seiner Versicherung mindestens je 8 und vom 12. Kalenderjahr an mindestens 4 Beitragsmonate jährlich nachweist. Für die Zeit vom 1. Januar 1934 an ist die Anwartschaft erhalten, wenn nach dem Schluß des Kalenderjahres, in dem der erste Beitrag entrichtet worden ist, bis zum Beginn des Kalenderjahres, in dem der Versicherungsfall eintritt, jährlich mindestens 6 Beitragsmonate zurückgelegt sind. : Eine Optiker= und Optikermechaniker=Innung für den Regierungsbezirk Arnsberg errichtet. Auf Grund der 1. Verordnung über den vorläufigen Aufbau der handwerklichen Organisationen vom 15. Juni ist durch Anordnung der Handwerkskammern Dortmund und Arnsberg für den Regierungsbezirk Arnsberg eine Pflichtinnung für das Optiker und Optikermechanikerhandwerk errichtet. Die 1. Mitgliederversammlung dieser neuen Innung fand jetzt in Dortmund statt. Sie war aus allen Teilen des Regierungsbezirks überraschend gut besucht. Für 44 Millionen RM. Straßenbauaufträge in Rheinland=Westfalen. In Kürze ist mit der Erteilung von Straßenbauaufträgen in Höhe von rund 44 Millionen RM. für die Provinzen Rheinland und Westfalen zu rechnen. Mit Rücksicht auf die durch das Stocken des Auslandsgeschäfts in ihrem Absatz sehr beengte Basaltindustrie soll in größerem Umfange Basaltmaterial verwendet werden. Etwa die Hälfte des bereitgestellten Betrages entfällt auf die großen Basaltunternehmen, sowie die Basalt=Union in Bonn. Obwohl mit den Arbeiten in diesem Winter begonnen werden soll. steht laut Volksparole der endgültige Termin der Vergebung noch nicht fest. Für die Basaltindustrie ist eine möglichst umgehende Bestellung hinsichtlich der weiteren Beschäftigung der Belegschaften den Winter hindurch von größter Bedeutung, da bereits in der letzten Zeit sehr stark auf Lager gearbeitet worden ist. Buchdruckers Notlage. Uns wird von berufener Seite geschrieben: Mit Recht wies der Reichsarbeitsminister in einem Rundschreiben erst kürzlich die obersten Reichsbehörden, die Länderregierungen, die Reichsleitung der N. S. D. A. P., das Sozialamt der Deutschen Arbeitsfront, die Reichskulturkammer und den Deutschen Gemeindetag auf die besondere Notlage des Buchdruckgewerbes hin. Alle Behörden, alle Berufs= und Wirtschaftskreise, die Drucksachen benötigen, müssen beschleunigt ihre Aufträge erteilen, um den Volksgenossen im Buchdruckgewerbe zu helfen. Schon fand die Notgemeinschaft bei vielen behördlichen Stellen, bei Handels= und Handwerkskammern und auch in der Wirtschaft Anerkennung. Man darf wohl erwarten, daß zahlreiche Betriebe anderer Art die Eigenherstellung von Drucksachen endlich aufgeben. In dieser Beziehung wird noch viel gesündigt. Auch vermißt man hier ein schärferes Vorgehen, insbesondere der Handelskammern. Man soll nicht vergessen, daß die Leistungen des deutschen Buchdruckers einstmals der deutschen Wirtschaft mit ihren Weltruf verschaffen halfen! Aus der Umgebung Holzwickede. Der Brieftaubenzuchtverein„Reiselust" veranstaltete im Vereinslokal Polle eine große Tauben= und Siegerschau. 251 ausgestellte Tiere erfreuten die Besucher. Die Ausstellung wurde am Samstagnachmittag vom Gruppenleiter Erich Krämer (Holzwickede) eröffnet, der daran erinnerte, daß die diesjährige Schau gleichzeitig eine Jubiläumsausstellung sei, da der Verein auf sein 25 jähriges Bestehen zurückblicken könne. Der jetzige Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Vereinsleiter Erich Krämer(er ist gleichzeitig Leiter der Gruppe Holzwickede=Hengsen=Opher= dicke), Schriftführer Wilhelm Schürmann und Kassierer Heinr. Klaas. Von den Vereinsgründern gehören heute dem Verein noch die Sportfreunde Fritz und Karl Polle, Josef Vondereck und Heinr. Lammert an. Auch auf dieser Jubiläumsausstellung konnten wieder eine große Anzahl Preise errungen werden. Die ersten Preisträger waren: Albert Rieke(1. Pr.), H. Lammert(2. Pr.), Schlag Born=Hakenesch(3. Pr.). Im ganzen konnte 19 Preisträgern vom Verein ein Diplom überreicht werden. Holzwickede. Meisterprüfung bestanden. Der bei der Gasversorgung Holzwickede beschäftigte Installateur Egon Knickenberg, Wörthstraße wohnhaft, hat vor dem Prüfungsausschuß der Handwerkskammer Dortmund seine Meisterprüfung mit dem Prädikat „gut" bestanden. Billmerich, 28. Nov. Gegen einen Lastwagen gefahren. Am Sonntagabend kam es auf der Kreisstraße nach Holzwickede zu einem Verkehrsunfall. Ein Radfahrer, der von Opherdicke her auf dem Nachhausewege begriffen war, geriet gerade in der Kurve unterhalb des Ortes in den Lichtkegel eines ihm begegnenden Lieferwagens. Der Radfahrer verlor die Orientierung und fuhr seitlich gegen den Wagen. Er wurde durch den gewaltigen An. prall rücklings vom Rade geworfen und hat sich eine schwere Kopfverletzung zugezogen. Ohne sich um den Verletzten zu kümmern, ist der Führer des Lieferwagens in Richtung Holzwickede weitergefahren. Oeldspenden. Dies und Das Groß=Staffelläufe— noch nicht entschieden. Von zuständiger Seite wird mitgeteilt: Die Frage, ob und in welcher Weise im Jahre Groß=Staffelläufe stattfinden werden, ist noch nicht entschieden. Im Vordergrund aller Erwägungen steht die Olympiavorbereitung. Durch die notwendige Konzentrierung auf absolute Spitzenarbeit muß alles zurücktreten, was diesem Ziel dient. Es besteht die Möglichkeit, daß die Groß=Staffelläufe in geänderter Form zur Durchführung kommen. Aber dann nur auf einer Linie, die der Olympiavorbereitung Nutzen bringt. Neue deutsche Gewichtsheberekorde. Zwei neue deutsche Schwerathletikrekorde wurden am Wochenende bei dem vom SC. Augusta Augsburg veranstalteten Kraftsportabend aufgestellt. Zuerst gelang es dem Halbschwergewichtsmeister Deutsch=Augsburg, seine eigene Höchstleistung im beidarmigen Stoßen von 300 auf 305 Pfund zu verbessern. Dann war es Meister Schuster=München, der ebenfalls seine eigene Bantamgewichtsbestleistung im beidarmigen Drücken von 170 auf 172 Pfund schraubte. Nun doch Schönrath— Castanaga. Das Programm für den nächsten Berufsboxkampfabend am 30. November in der Berlin=Wilmersdorfer Tennishalle ist jetzt vollständig und hat folgendes Aussehen: Mittelgewichtsmeisterschaft: Besselmann(Köln)— Bruch(Berlin); Bantamgewicht: Riethdorf(Berlin)— Wrazidlo (Polen); Halbschwergewicht: Hartkopp(Berlin)— Hintermann(Berlin); Witt(Kiel)— Bölck(Hamburg); Schwergewicht:: Schönrath (Krefeld)— Castanaga(Spanien). Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Heinz Friedrich Kamecke Schwerte=R. Verantwortlich für den gesamten Textteil: Heinz Friedrich Kamecke Schwerte=R. Für den Anzeigenteil: Hans Linner, Schwerte=R. D. A. X./34, 1577.