Die„Schwerter Zeitung“ erscheint wöchentlich sechs mal. Bezugspreis wöchentl. 45 Pfg.(einschl. Trägerlohn). Einzelnummer 10 Pfg. Geschäftsstelle Gr. Marktstraße 3—5. Postscheckkonten: Dortmund 2852 und Hannover 21874. Verantwortlich. Hauptschriftleiter: Heinz Friedrich Kamecke. Verantwortl. für d. gesamt. Texteil: Heinz Friedrich Kamecke. Für den Anzeigenteil: Hans Linner; sämtlich in Schwerte. Druck u. Verlag: Carl Braus, Schwerte=Ruhr.— Tel. 2770 1 Anzeigenpreise: Für die sechsgespaltene Millimeterzeile(46 mmn breit) 6 Pfg. Familien=, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4 Pfg. Reklame: Millimeterzeile 20 Pfg. Nachlässe nach Tarif 9 a. Für telefon. aufgegeb. Inserate übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorhergeseh. Betriebsstörung., hervorgerufen durch höh. Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr, für pünktl. Erscheinen d. Zeitung u. kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erhoben werden. Raoniei=Seumergue un Eöbrerumz Rücktritt schon beschlossen? Zuspitzung der innerpolitischen Lage Ministerrat in Paris Der französische Ministerrat hat am Dienstag von 11 bis 13 Uhr MEZ getagt. Alle Minister mit Ausnahme Tardieus, der krank ist, waren anwesend. Die Mitglieder der Regierung erklärten beim Verlassen des Elysees, daß das gesamte Kabinett am Nachmittag in der Kammer vertreten sein werde. 1 Dieser Hinweis wird in unterrichteten Kreisen so ausgelegt, daß der von den Radikalsozialisten angeblich bereits beschlossene Rücktritt des Kabinetts bis nach der Trauersitzung der Kammer verschoben werden soll aus Rücksicht auf das Andenken der Verstorbenen. In dem Ministerrat stattete außenminister Laval einen Bericht über die außenpolitische Lage ab, und der Luftfahrtminister berichtete über den Unfall des deutschen Postflugzeuges am 3. November bei Carcassonne sowie die Maßnahmen, die die französische Regierung zur Hilfeleistung für die Insassen und zur Bergung und Weiterleitung der Post ergriffen habe. Obgleich in der amtlichen Mitteilung über den am Vormittag abgehaltenen Ministerrat kein Wort über die innerpolitischen Schwierigkeiten enthalten war, so erfährt man aus gut unterrichteten politischen Kreisen, daß der Ministerrat zum größten Teil der Beratung über die Haltung der radikalsozialistischen Vertreter im Kabinett gegenüber der Vorlage der drei provisorischen Haushaltszwölftel gewidmet war. Man versichert, daß Staatsminister Herriot seinen Kollegen klar und deutlich zu verstehen gegeben hat, daß seine politischen Freunde es ablehnten, Doumerque auf diesem Wege zu folgen. Doumergue soll darauf Herriot die Frage gestellt haben, welche Folge seiner Ansicht nach der Rücktritt der sechs radikalsozialistischen Minister haben würde. Um hierüber zu beraten, haben sich Herriot und seine radikalsozialistischen Kollegen während des Ministerrates in einen Nebensaal zurückgezogen und über eine halbe Stunde beraten. Die Nachrufe auf König Alexander, Barthou und Poincare— Vertagung auf Donnerstag Die Kammersitzung am Dienstagnachmittag wurde mit einem Nachruf des Kammerpräsidenten Bouisson auf König Alexander von Südslawien, Barthou und Poincare eröffnet. Zu dem Verlust Frankreichs durch das Hinscheiden Barthous und Poincares sagte der Redner u. a., die von Tag zu Tag wachsende Autorität Barthous werde Frankreich fehlen. Nie habe er sich bereit gefunden, die Republik schmälern zu lassen. Poincare bezeichnete der Redner als einen der größten Staatsmänner des gegenwärtigen Europas. Die Kammer hörte den Nachruf stehend an. Der linke Flügel brach mehrfach in lebhaften Beifall aus bei Hinweisen des Redners auf die Treue Barthous und Poincares zu den Einrich= tungen der Republik und des Parlamentarismus. Im Namen der Regierung verlas Ministerpräsident Doumergue in der Kammer und Justizminister Lemery im Senat einen Nachruf für König Alexander. Während Ministerpräsident Dou. mergue von der Regierungsbank aus sprach, blieb der linke Flügel des Hauses sitzen. Die Kammer vertagte sich dann zum Zeichen der Trauer auf Donnerstag 14.30 Uhr. Handelsminister Lamoureux, der Dienstag mittag seine Reise nach Moskau antreten sollte, hat sie wegen der innerpolitischen Lage aufgeschoben. Wie er erklärte, seien die Umstände zu ernst, als daß er gegenwärtig an eine Abreise denken könnte. Ein Leil der Pariser Abendblätter betrachtet den Rücktritt der radikalsozialistischen Minister bereits als vollzogen. Die„Liberté“ zogenen Bruch des Burgfriedens, während der oppositionelle„Notre Temps“ vom„Todeskampf des Kabinetts“ spricht. An sich eilen diese Meldungen den Tatsachen voraus, da sie vor dem Schluß der radikalsozialistischen Fraktionssitzung veröffentlicht worden sind, der Herriot und seine Kollegen die endgültige Entscheidung überlassen haben. Man spricht aber davon, daß kaum noch jemand an eine Lösung der Krise glaubt. Herriot vor der radikalsozialistischen Kammerfraktion Die Sitzung der radikalsozialistischen Kammerfraktion begann mit einer Abschiedsrede des bisherigen Fraktionsvorsitzenden Chautemps, der inzwischen in den Senat eingezogen ist, es wurde beschlossen, die Wahl eines neuen Fraktionsvorsitzenden zunächst zu vertagen. Daladier, der häufig als Kandidat genannt worden ist, erklärte, daß er weder heute noch später für diesen Posten kandidieren werde. Die Verschiebung der Wahl wird in einigen Kreisen so ausgelegt, daß man dieses Amt für Herriot freilassen wolle, wenn er seinen Rücktritt aus der Regierung vollziehe. Herriot vertrat den Standpunkt, daß die Fraktion über das Verhalten der radikalsozialistischen Minister zu beschließen habe und betonte, daß er bereit sei, sich danach zu richten. Immerhin schlug Herriot seinen Ministerkollegen vor, sich von der Sitzung zurückzuziehen, um die Entschlüsse der Fraktion nicht zu beeinflussen. Es verlautete später, daß die Kammerfraktion mit allen gegen 2 Stimmen eine Entschließung angenommen habe, die den Regierungsvorschlag auf Verabschiedung der vorläufigen Haushaltszwölftel ablehnt und statt dessen die sofortige Verabschiedung des gesamten Haushaltsvoranschlages für 1935 verlangt. Der Inhalt der Entschließung ist vorläufig noch nicht bekannt. Sie soll jedoch nicht grundsätzlich gegen die Staatsreformpläne Doumerques Stellung nehmen, wenn sie auch hinsichtlich der vom Ministerpräsidenten vorgeschlagenen Neuregelung der Kammerauflösung Klärung verlangt. Die Entschließung soll dem Ministerrat am Donnerstag vorgelegt werden. Es dürfte sich jetzt um ein taktisches Manöver handeln, durch das die Beteiligten die letzten Möglichkeiten für eine Verständigung ausnutzen und die Verantwortung für eine Krise vor der öffentlichen Meinung von sich weisen wollen. Falls der Ministerpräsident den Radikalsozialisten keine Zugeständnisse macht, soll er augenscheinlich für den Ausbruch der Krise verantwortlich erscheinen. Durch die Haltung der Radikalsozialisten ist die Entscheidung formell wieder einmal aus der Kammer in den Schoß der Regierung zurückverlegt worden. Auf alle Fälle zeigt sich, daß die Gerüchte über den bereits vollzogenen Rücktritt der radikalsozialistischen Minister den Ereignissen vorausgingen. Nichtsdestoweniger rechnet man in parlamentarischen Kreisen mit Bestimmtheit damit, daß am Donnerstag die Krise nicht mehr aufzuhalten sein wird. Ennnärscherehung gesunrenee Fressen Der Landsweiler Ueberfall Aktion der roten„Einheitsfront des Sportes Ueber den gemeldeten Zwischenfall in Landsweiler liegt eine polizeiliche Verlautbarung immer noch nicht vor. Indessen häufen sich die Anzeichen dafür, daß es sich hier um eine regelrechte, von einer zentralen Stelle vorbereitete Aktion der kommunistisch=marxistischen Einheitsfront gehandelt hat mit dem Ziel, Zwischenfälle über Zwischenfälle hervorzurufen, um auf einen militärischen Einmarsch der Franzosen hinzutreiben, und wenn möglich, noch in letzter Stunde eine Verschiebung der Abstimmung zu erreichen. Im Zusammenhang mit diesen Plänen ist eine Mitteilung der„Volksstimme“ bemerkenswert, nach der sich eine rote„Einheitsfront des Sportes“ gebildet hat, zu der sich die kommunistischen und sozialistischen Gruppen der sogenannten Arbeitersportbewegung zusammengeschlossen haben. Die Mitglieder dieser„Einheitsfront des Sportes“ werden verpflichtet, bei den Staffeln des „Massenselbstschutzes“ mitzuwirken. Es handelt sich zweifellos um einen klaren Verstoß gegen die Ordnung. Die Anhänger dieser „Einheitsfront des Sportes“ werden ihren besonderen Sport darin sehen, genau wie in Landsweiler mit Stahlruten, Steinen und Revolvern bewaffnet aufzutreten und die Bevölkerung zu terrorisieren. Die Vorgänge von Landsweiler dürften höchstwahrscheinlich sogar als eine Art Generalprobe dieser roten„Schutzstaffeln“ zu betrachten sein. Der kommunistische Ueberfall von Landsweiler ist eine unmittelbare Folge der französischen Einmarschdrohungen. Die Kommunisten wollten es sich offenbar nicht zweimal sagen lassen, daß sie mit dem Einmarsch französischer Truppen rechnen könnten, falls sie Unruhen heraufbeschwören. Die Regierungskommission aber sowie die Weltöffentlichkeit haben diesmal die beste Gelegenheit gehabt, sich davon zu überzeugen, von welcher Seite in Wahrheit Terror und Provokation ausgehen und wer heute ein positives Interesse an Zwischenfällen hat. Wille zur Verständigung 20 000 RM für den besten Roman über die deutsch=französische Verständigung Der deutsche Verlag Patschari hat für den besten Roman, der das Problem der deutsch=französischen Verständigung behandelt, einen Preis von 20000 RM ausgesetzt. Das Preisrichteramt hat deutscherseits im Einvernehmen mit Reichsminister Dr. Goebbels der Präsident der Reichsschrifttumskammer Dr. Hans Friedrich Blunck übernommen. Die Bedingungen werden zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben. Kömische Saarbesprechungen Der Dreierausschuß für die Saarabstimmung zusammengetreten Am Dienstagvormittag fand im Palazzo Chigi in Rom eine Zusammenkunft des Dreier=Ausschusses für die Saarabstimmung, bestehend aus dem Vorsitzenden Baron Aloisi, dem Argentinier Cantilo und dem Spanier Olivan statt. Der Völkerbundsrat hatte in seiner Sitzung vom 8. September den Auftrag des Dreier=Ausschusses ausgedehnt, indem er ihn ermächtigte, an das Studium verschiedener technischer Fragen, die mit der Saarabstimmung zusammenhängen, zu gehen unter Hinzuziehung Sachverständiger, wenn er es für gut erachte. Der Ausschuß hat sich dann sofort mit den interessierten Regierungen und den technischen Organisationen des Völkerbundsrates in Verbindung gesetzt und deren Ansichten zu diesen Fragen eingeholt. Der Zweck der Sitzung in Rom ist der, die Ergebnisse der bisherigen Schritte und Studien zu überprüfen und Vorschläge zu machen, die dem Völkerbundsrat in seiner nächsten Sitzung unterbreitet werden sollen. Bürckel bei Baron Aloisi Am Dienstag wurde der Saarbevollmächtigte des Reichskanzlers, Bürckel, in Begleitung des Vortragenden Legationsrates Dr. Vogt vom Auswärtigen Amt und des Botschafters v. Hassell im Palazzo Chigi vom Präsidenten des Dreierausschusses, Baron Aloisi, zu einer Unterredung empfangen. Der auf dem= Geltrank Matuschka erzählt wieder vom„Geist Leo“ Am zweiten Verhandlungstage des MatuschkaProzesses in Budavest stand wiederum der vom Angeklagten immer wieder erwähnte„Geist Leo“ im Mittelpunkt des Verhörs. Ueber die Beweggründe des Attentats erklärte Matuschka, er sei von einem Geist besessen gewesen. Nach einem Abendessen mit einem Kaplan, bei dem erheblich getrunken wurde. habe er den„Geist Leo“ auf seinem Bettrand sitzend gefunden, der ihm zurief. er müsse Attentate verüben, um so berühmt wie Trotzki zu werden. Von diesem Moment an habe er sich als Attentäter gefühlt und den Entschluß zu Attentaten gefaßt. Der Geist habe ihm angeraten, eine kommunistische Sekte zu gründen. Matuschka teilte hier mit, daß er auch in Berlin versucht habe; eine Sekte religiöser Kommunisten ins Leben zu rufen und sich hierMinister bereits als vollzogen. Die„Liberté“ für einen größeren Geldbetrag verschafft habe. Auf gibt ein in parlamentarischen Kreisen umgeyen=I die Frage des Präsidenten, ob die Mitglieder der des Gerücht wieder, wonach die radikalsozialisti=1 Sekte ihm bei der Durchführung der Attentate beschen Minister bereits in der Tat zurückgetreten hilflich sein sollten, lehnte Matuschka dies entschieseien, diesen Beschluß jedoch erst am Donnerstag amtlich mitteilen würden. Die Vertagung der Bekanntgabe sei auf Vorstellung des Präsidenten der Republik zurückzuführen, dem daran gelegen sei, daß die Regierung sich vollzählig zu der Trauersitzung der Kammer einfinde Auch die Abengitung„La Presse“ spricht von dem vollden ab und erklärte, er hätte nur christliche Arbeitslose in die Sekte aufnehmen wollen. Der Angeklagte schilderte die Vorbereitungen für die Attentate von Ansbach und Jüterbog. verwickelte sich jedoch hierbei in erhebliche Widersprüche mit seinen vor dem Wiener Landgericht zu Protokoll gegebenen Aussagen. Matuschka behauptete immer wieder, daß er durch die Attentate keineswegs Menschenleben vernichten, sondern nur seinen Namen in den Zeitungen lesen wollte. Der Präsident wies dem Angeklagten nach, daß er stets Anschläge auf Schnellzüge verübt und stets besonders gefährdete Bahnübergänge für die Attentate ausgesucht hätte. Im Verhör zeigte der Angeklagte eine erstaunliche Fachkenntnis auf eisenbahntechnischem Gebiete und schilderte seinen Attentatsversuch bei Ansbach am Silvesterabend 1930. Nach jedem Attentatsversuch habe er seine Kleider verbrannt, um das Geheimnis vor seiner Frau zu hüten. Auch in Ansbach hatte Matuschka einen Aufruf an die Arbeiter vorbereitet, den Zettel jedoch bei der Flucht wieder mit sich genommen. In dem Aufruf stand.„daß eine große Macht hinter der Arbeiterschaft stände". Ein Antrag der Verteidigung, drei medizinische Sachverständige mit der Feststellung zu beauftragen, ob Matuschka besondere mediale Fähigkeiten habe und seine Eignung zum Medium zu untersuchen, wurde vom Vorsitzenden abgelehnt. Neuer Generalstreik in Madrid Die syndikalistischen Gewerkschaften(C. N. T.) haben, wie am Dienstagabend gemeldet wird, in verschiedenen Städten Spaniens den Generalstreik ausgerufen. Bis jetzt steht fest, daß in Saragossa der größte Teil der Bauarbeiter und Kellner dem Streikaufruf Folge geleistet hat. Auch aus Alicante kommen Gerüchte über die Arbeitsniederlegung verschiedener Berufsgruppen. Demnach scheint die Drohung der Syndikalisten und Anarchisten(die an den letzten Unruhen nicht beteiligt waren), im Falle der Vollstreckung von Todesurteilen den Ausstand zu erklären, nunmehr durchgeführt zu werden. Gömbös bei Mussolini Der ungarische Ministerpräsident Gömbös begab sich Dienstag morgen in den königlichen Palast, wo er sich in das Gästebuch eintrug. Um 11 Uhr suchte er Mussolini im Palazzo Venezia auf, mit dem er eine lange Unterredung hatte. Die Zeitungen veröffentlichen lange Begrüßungsartikel, in denen die herzlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern hervorgehoben werden. Die Säuberungsaktion im mittleren Wolgagebiet ist beendet. 2400 Kommunisten wur. den wegen Unterschlagungen aus der Partei ausgestoßen. Fast eine Million Flugkilometer Das Luftschiff„Graf Zeppelin“ ist Montagnacht von seiner elften Südamerikafahrt unter Führung von Kapitän Lehmann nach Friedrichshafen zurückgekehrt und um 0.10 Uhr auf dem Werftgelände glatt gelandet. Das Luftschiff„Graf Zeppelin“ hat nach der Rückkehr von seiner 11. diesjährigen Südamerikafahrt insgesamt 980 098 Klm. in 9634 Stunden, 52 Minuten Fahrtzeit zurückgelegt. Es ergibt sich hieraus ein Geschwindigkeitsdurchschnitt von mehr als 100 Klm. je Stunde. An den Fahrten des Luftschiffes nahmen 10370 Fahrgäste teil Seit Indienststellung hat„Graf Zeppelin“ einschließlich der Besatzung 27368 Personen, 41 183 Klgr. Fracht und 24748 Klgr. Post befördert. 9 Der Sischof, der seme Schühe uß Kanadas populärster Priester gestorben— Ein Leben voller Entsagung Vor wenigen Tagen brach auf einer Straße im Armenviertel Winnipegs ein rüstiger Mann zusammen, dem niemand ansah, daß er bereits 68 Jahre zählte. Man nahm an, daß der Passant ohnmächtig geworden sei und brachte ihn in ein nahe gelegenes Haus, um ihm die erste Hilfe zuteil werden zu lassen. Der sofort herbeigerufene Arzt konnte aber nur noch den Tod feststellen, der schon wenige Augenblicke vorher eingetreten war. Man mußte annehmen, daß der Passant an einem Herzschlag gestorben es möglich, den Toten zu identifizieren. Er erkannte ihn als Dr. Stringer, den Bischof von Rupertsland. Der Mann, den jeder kannte Um Dr. Stringer, der zweifelsohne der populärste Priester Kanadas gewesen ist, hatte sich im Laufe seiner langen segensreichen Tätigkeit ein wahrer Legendenkranz gerankt. Sobald man den Namen Stringer erwähnte, mußte man darauf gefaßt sein, daß jemand sofort bemerkte:„Das ist doch der Bischof, der seine Schuhe aß." Tatsächlich sollen ihm seine Schuhe einmal das Leben gerettet haben, und er selbst hat oft davon Damals war er noch Priester in einem besonders einsamen Teil des Yukon=Gebietes. Er und seine Gefährten waren von jeder Zufuhr abgeschnitten und sie hatten buchstäblich nicht mehr ein einziges Krümchen Brot, oder auch nur den Rest irgend eines Nahrungsmittels. Schließlich kam Dr. Stringer in seiner Verzweiflung auf einen Ausweg. Er zog seine Schuhe aus, die aus besonders weichem Leder gearbeitet waren, schnitt sie in ganz kleine Stückchen und begann, die Lederstückchen zu kauen „Ich schloß meine Augen und zwang mich, zu denken, daß ich eine köstliche Speise zwischen den Zähnen hätte“, so berichtete der Priester später. „Allerdings muß ich dazu sagen, daß mir die Sohlen besser geschmeckt haben als das Oberleder. Auf jeden Fall haben mir meine Schuhe das Leben gerettot!“ 40 Grad Kälte In dem riesigen Distrikt, in dem Dr. Stringer hauptsächlich Eskimos zu betreuen hatte, herrschte während der Winterszeit immer eine eisige Kälte. Nicht selten kam es vor, daß er weite Fahrten auf dem Hundeschlitten bei 40 Grad unter Null unternehmen mußte. Aber noch in anderer Hinsicht war sein Amt besonders schwierig. Die Menschen, die er zu betreuen hatte, waren mißtrauisch und verbittert. Es dauerte viele Jahre, bis er ihnen näherkam und ihr Vertrauen gewonnen hatte. Seine erste Bekehrung konnte er erst nach siebzehnjähriger Tätigkeit vollbringen. Soweit er es mit Amerikanern zu tun hatte, waren es meist Schiffbrüchige des Lebens, Goldsucher, die ein Leben lang vergeblich dem Glück nachgejagt hatten. Aber noch andere Gefahren hatte der tapfere Priester zu überwinden. Und einmal wäre er bei einer Dienstfahrt beinahe von einem Bären zerfleischt worden. Er selbst hätte dieses Leben vielleicht nicht so lange ausgehalten, wenn seine Gattin ihm nicht immer treu zur Seite gestanden hätte. Dreißig Jahre lang teilte sie sein entbehrungsreiches Leben, und zwei von ihren fünf Kindern wurden in einer Gegend geboren, in der der nächste Arzt 2000 Meilen weit entfernt war. Aierunder des Gröden=Gemt gehr um Ganz Mazedonien in Angst und Schrecken— Böse Vorahnungen Die bäuerliche Bevölkerung des in Griechisch= Mazedonien gelegenen Tales von Aixos wird seit einiger Zeit durch die tägliche Erscheinung eines leuchtenden Gespenstes in Angst und Schrecken versetzt. Das Gespenst erscheint jeweils in der Kleidung eines antiken Kriegers. hat einen Sturmhelm umgebunden und trägt in seiner Rechten ein flammendes Schwert, dessen Schein ihm den Weg zu weisen scheint. Diese unheimliche Erscheinung soll außerdem, wie die Augenzeugen berichten, die Züge Alexanders des Großen tragen. Es ist immer der gleiche Weg. den diese geisterhafte Erscheinung dahinwandelt. Sie taucht plötzlich an einer Wegbiegung auf. schreitet in langsam abgemessenem Schritte über Wiesen und Felder und verschwindet dann in dem verwunschenen Kloster. das auf der Straße von Saloniki nach Gumenitza in der Nähe des Ortes Origiarsi gelegen ist. Gegen Kugeln sicher... Die Leute schwören Stein und Bein. den Geist Alexanders des Großen wirklich gesehen zu haben. Um irgendeinen dummen Scherz, den sich ein Spaßvogel mit den Bauern von Aixos erlaubt, scheint es sich nicht zu handeln. Dagegen sprechen verschiedene Umstände. vor allem die Tatsache. aus das Gespenst von ein paar beherzten Männern sogar schon Jagd gemacht worden ist. Diese Männer taten sich zusammen, verfolgten die Erscheinung und gaben, auf kurze Entfernung sogar. mehrere Schüsse ab. Aber das Gespenst ließ sich nicht beirren und setzte seinen Weg fort, als sei nichts gewesen. Seitdem herrscht unter den Bauern noch der Glaube, daß das Gespenst gegen Kuselg sicher sei, was wiederum nur geeignet ist, den Schrecken und die Angst zu vermehren. Sucht man nach einer natürlichen Erklärung dieser übersinnlichen Vorgänge, dann bleibt also die Annahme übrig, daß man es mit einem Fall Der deutsche Botschafler bei Lavai Havas meldet aus Paris: Der französische Außenminister Laval hat Dienstag nachmittag den deutschen Botschafter Roland Köster empfangen, mit dem er sich ausführlich über die verschiedenen Probleme unterhalten hat, die beide Läuder interessieren. Iusbesondere über gewisse Fragen der Volksabstimmung im Saargebiet. Im Verlauf dieser sehr freundlichen Unterredung hat der französische Außenminister festgestellt, daß Frankreich auf keine der Pflichten, die ihm in Ausführung seiner internationalen Verpflichtungen dem Völkerbund gegenüber obliegen, verzer die Reise an der afrikanischen Ostküste fort, zichten wolle noch könne. Aubgzerepiter,## setzen, einige indische Häfen ausugen und durch legte anzggzischetn Wert darauf, gagzliche mitzäet. t= uo bo Mitztelmer in die Hei= der auscnvischen Prese über angebting unztärische Maßnahmen und insbesondere über Truppenverschiebungen zu dementieren, um damit jedem Mißverständnis die Spitze abzubrechen. Der Botschafter hat, in dem er der Auffassung der Reichsregierung Ausdruck verlieh, bestätigt, daß Deutschland in keiner Weise die durch den Friedensvertrag festgesetzten Bedingungen zur Gewährleistung der Abstimmungsfreiheit der Saarländer verkennen wolle. Der Außenminister nahm mit Genugtuung diese Erklärung zur Kenntnis, um seinerseits daran zu erinnern, daß die Absichten der französischen Regierung hinsichtlich der völligen Achtung dieser Abstimmungsfreiheit stets ebenso klar gewesen seien. Auslandsreise des Kreuzers „Emden“ Kreuzer„Emden“, der am 10. November Wilhelmshaven zu einer achtmonatigen Ausbildungs= reise verläßt, wird zunächst folgende Häfen anlaufen: Santa Cruz de la Palma(Kanarische Inseln) vom 17. bis 23. November; San Paolo de Loanda(Angola) vom 7. bis 13. Dezember; Kapstadt vom 21. Dezember 1934 bis 2. Januar 1935; East London(Südafrika) vom 4. bis 12. Januar 1935; Port Amelia(Portugiesisch Ostafrika) vom 19. bis 28. Januar 1935. Später wird der Kreuzer die Reise an der afritänischen, Lstlüße gbig setzen, einige indische Häfen aussuchen und ourch den Suezianal und das Mittelmeer in die Heimat zurückkehren, wo er am 19. Juni des nächsten Jahres in Wilhelmshaven zurückerwartet wird. von Massensuggestion zu tun hat. Dieser Annahme widersprechen dann allerdings wieder die Aussagen so zuverlässiger Leute, wie des Poven von Origiarsi. des Bürgermeisters und anderer Notabeln. die den Geist Alexanders des Großen alle deutlich beobachtet haben wollen. Unglück über Mazedonien Das mysteriöse Ereignis wird natürlich viel besprochen und auf mannigfaltigste Art und Weise ausgelegt. Im allgemeinen herrscht jedoch die Meinung vor, daß das Auftauchen des Geistes Alexanders des Großen Anheil für Mazedonien bedeute. Man spricht von bösen Vorahnungen. Der orthodoxe Priester Christu behauptet unter anderem. der Geist Alexanders des Großen habe in Griechisch=Mazedonien schon einmal gespukt. und zwar vor nunmehr genau 22 Jahren. Wenige Wochen später, im Jahre 1912. ist dann auch tatsächlich der erste Balkankrieg ausgebrochen, der gerade für Mazedonien entsetzliches Elend und schrecklichen Kummer gebracht hat. Das leuchtende Schwert, das das Gespenst in seiner erhobenen Rechten trägt, soll Krieg bedeuten. Es sind ihrer viele, die jetzt schon behaupten. dieses Schwert des Verhängnisses habe am Vorabend des Mordes an Alexander von Serbien in Marseille besonders hell und durch die Dunkelheit geleuchtet. Zuchthaus für Schädigung des Whw. Die große Strafkammer in Verden verhandelte am Dienstag im Amtsgericht Wesermünde=Lehe gegen den ehemaligen Ortsgruppenamtswalter der RSB in Geestemünde, Hans Wellbrock. Wellbrock hat bei der Beschaffung von 600 Zentner Kartoffeln für das Winterhilfswerk sich einen Vorteil von 60 Mark, also 10 Pfennig je Zentner, verschafft und darüber der Kreisleitung der RSB eine gefälschte Quittung abgeliefert. Das Gericht verurteilte ihn zu 1 Jahr 1 Monat Zuchthaus und 100 Mark Geldstrafe, ersatzweise 5 weitere Tage Zuchthaus, und der Tragung der Verfahrenskosten. un Grreithaus Wie Staatsfeind Nr. 3 seinen Verfolgern entwischte Unter den merkwürdigsten Begleitumständen wurde nach monatelangen vergeblichen Nachforschungen einer der meistgefürchtetsten Komplizen des ehemaligen Staatsfeindes Nr. 1, des Banditenhäuptlings Dillinger, nunmehr in einer Irrenanstalt bei Chicago entdeckt. Von allen Polizeibehörden der Union verfolgt und gehetzt, hatte der Mann die originelle Idee, sich ein Irrenhaus zu seinem Versteck zu erwählen, da er mit Recht überzeugt war, daß man ihn dort am allerwenigsten vermuten und suchen werde. Ueberdies verschmähte er es, sich Decknamen beizulegen, und trat ganz offen als Jacques Lobero, Dillingers Komplize, Staatsseind Nr. 3, auf. Diese Offenheit hatte ihre guten Gründe und trug viel dazu bei, daß Lobero sich so lange Zeit allen Nachforschungen erfolgreich entziehen konnte. Ein Mann erleidet einen Tobsuchtsanfall Wenige Tage, nachdem John Dillinger von den Agenten der Chicagoer Polizei erschossen worden war, kam es in einem Varietétheater zu einem aufsehenerregenden Zwischenfall. Mitten in der Vorstellung, während zwei englische Artisten auf der Bühne eben ein halsbrecherisches Akrobatenkunststück durchführten, sprang ein Mann, der bis dahin ruhig in seiner Loge gesessen hatte, von seinem Sitz, zertrümmerte mit einem Faustschlag die große Spiegelscheibe der Loge und rief mit Stentorstimme ins Publikum:„Ich bin Lobero, Dillingers Komplize!" Den sich wie wütend Gebärdenden erfaßten bald die Saaldiener und übergaben ihn der Polizei. Run bekam er einen Tobsuchtsanfall; nur mit Mühe und Not konnte er gebändigt werden. Die Untersuchung durch den Arzt ergab, daß der Mann irrsinnig sei. Dennoch nahm man ihm Fingerabdrücke ab, die jedoch mit dem im Verbrecheralbum aufbewahrten Daktylo= gramm Loberos nicht übereinstimmten. Auch die Photographie Loberos zeigte, daß der Unbekannte nicht mit Dillingers gefürchtetem Spießgesellen identisch sein könne. Die Tatsache selbst, daß ein Geistesgestörter sich als Dillingers Komplizen bezeichnete, fiel in diesen Tagen, da ganz Amerika noch im Zeichen der Ausforschung und Erschießung des Gangsterfürsten stand, durchaus nicht auf. So kam Lobero ins Irrenhaus. Der„Geisteskranke“ als Erpresser Unter den vielen Irren, die vermöge ihrer fixen Idee sich für Napoleon, Cäsar, Edison, Lincoln hielten, erschien die Behauptung des Mannes, er sei Lobero, gleichfalls als eine fixe Idee. So hätte der Mann noch lange, vielleicht für immer, unbehelligt unter den Pfleglingen der Anstalt untertauchen können, wäre er nicht auf die Idee verfallen, an dem Anstaltsdirektor eine Erpressung zu versuchen. Der Leiter der Anstalt erhielt eines Tages einen anonymen Brief, er möge an einer im Schreiben näher bezeichneten Der polnische Seim tagt Bericht des Finanzministers über den Staatshaushalt Die erste Vollversammlung des polnischen Seims wurde am Dienstag um 10 Uhr eröffnet. Gleich zu Beginn der Sitzung erstattete Finanzminister Zawadzki einen ausführlichen Bericht über die Lage des polnischen Staatshaushalts. Der Minister stellte eingangs fest, daß sich die wirtschaftliche Lage im Vergleich zum Vorjahr in gewisser Weise gebessert habe. Der Minister betonte den unerschütterlichen Willen der Regierung, die Stabilität der Währung aufrechtzuerhalten und erklärte, daß die polnische Regierung stets bereit sei, mit dem ausländischen Kapital, das auf anständiger Grundlage eine Anlage in Polen suchte, zusammenzuarbeiten. Am Mittwoch wird der Seim und der Senat durch Arbeitslagung der Gaugerichtsvorsitzenden In Anwesenheit des Stellvertreters des Führers, Rudolf Heß, fand am Dienstagvormittag im Münchener Rathaus die erste Arbeitstagung der Gaugerichtsvorsitzenden statt. Reichsleiter Buch, der die Tagung leitete, begrüßte den Stelldes Führers und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß dieser sein Interesse an der ersten Arbeitstagung der Gaugerichtsvorsitzenden durch sein persönliches Erscheinen bekundete. Auf der Tagung erstattete der Gaugerichtsvorsitzende von Württemberg, Pg. Hill, einen ausführlichen Bericht über die von ihm in Württemberg geleitete Einrichtung des Parteigerichtsapparates, die in vieler Hinsicht als mustergültig gelten darf. An den Vortrag schloß sich eine lebhafte und fruchtbare Aussprache an. Die Tagung wurde fortgesetzt. Straßenbahnunglück in Leunep nöge an einer im Schreiben nsthgx hezeichneten Mittwoch, wird der Seim und der Senat durch Steue 5000 Dolar hinterlegeg, sonst würde man einen Erlaß des Staatspräsdenten auf 30 Lage) um Dienstag gegen 19 Uhr verungläckte am chim sein fuf Ronate altes Kind entugen. Die prtgt werder. Biemanchlatz in Lennep ein Triebuagen mit Stelle 5000 Dollar hinterlegen, sonht.e. 9; chur sein funf Wionate altes Kind entführen. Die Nachforschungen der Polizei ergaben nun die überraschende Tatsache, daß diese Briefe von einem Pflegling der Anstalt, eben von dem Mann, der sich für Lobero ausgab, abgesendet worden seien. Es stellte sich bald heraus, daß der Mann es verstanden hatte, die geschlossene Anstalt wiederholt zu verlassen, um mit Komplizen in der Außenwelt zusammenzutreffen. Der falsche Lobero war wirklich der richtige. Wie Dillinger, hatte auch er sich durch eine Operation sowohl die Nase, wie die Fingerspitzen rechtzeitig verändern lassen, um sich ein Identitätsalibi zu verschaffen. Der Papagei als Lebensretter Brutaler Raubüberfall auf eine Greisin Ein brutaler Ueberfall wurde in Berlin=Schöneberg auf eine 87 Jahre alte Hausverwalterin verübt, die der unbekannte Täter zweifellos ihrer Mietgelder berauben wollte. Nur einem glücklichen Zufall ist es zu verdanken, daß die alte Dame mit dem Leben davonkam. Sie besitzt nämlich einen Papagei, der plötzlich laut zu schreien begann, als der Bursche über die Greifin herfiel und sie durch einige Schläge zu Boden streckte Der Bandit war im Augenblick so verdutzt, daß er Hals über Kopf flüchtete. Der Täter war in den Mittagsstunden erschienen und hatte erklärt, daß er im Auftrage der Winterhilfe komme. Er wurde in die Wohnung gelassen, wo er über die Greifin herfiel, ihr einen Knebel in den Mund steckte und sie durch einige wuchtige Hiebe auf den Kopf niederschlug. Die 87jährige wehrte sich verzweifelt. Sie wäre zweifellos dem mit brutaler Roheit vorgehenden Täter unterlegen gewesen, wenn nicht plötzlich der im Zimmer befindliche Papagei furchtbar gekreischt hätte. Der Mann, der den Vogel nicht bemerkte, glaubte, daß noch jemand in der Wohnung sei und ergriff nun die Flucht. Die Ueberfallene lag noch längere Zeit wehrlos am Boden, bis es ihr gelang, sich aufzuraffen und Nachbarn zu alarmieren. Der Täter hatte aber bereits einen so großen Vorsprung gewonnen, daß auch die später von der Polizei vorgenommene Verfolgung erfolglos blieb. verlagt werden. Ungewollter Erfolg der Abstimmungskommission Eine nicht erwünschte Wirkung hatte die bekannte Saalverordnung der Abstimmungskommission des Saargebietes in Dudweiler. Bekanntlich kann die Kommission Säle beschlagnahmen und einer Abstimmungspartei zu Abstimmungskundgebungen zur Verfügung stellen. Runmehr haben die gesamten Wirtschaftsbesitzer von Dudweiler beschlossen, die Saalmiete für die von der sogenannten Einheitsfront beschlagnahmten Säle restlos der Deutschen Front zur Verfügung zu stellen. Das Abhalten von Versammlungen in Dudweiler ist also für die Einheitsfront ein recht zweifelhaftes Vergnügen geworden. Kommunistische Verschwörer in Südslawien 30 Verhaftungen Wie verlautet, entdeckte die südslawische Polizei in Subotitza an der südslawisch=ungarischen Grenze eine weit verzweigte kommunistische Organisation. Die Polizei nahm über 30 Verhaftungen vor. Unter den Verhafteten befinden sich Studenten der dortigen Rechtsfakultät, Handwerker und Arbeiter. Die Untersuchung wird fortgesetzt. Das Flugzeug von Kingsford=Smith gepfändet Das Flugzeug, in dem Sir Charles KingsfordSmith kürzlich den Stillen Ozean überquert hat, ist in Los Angeles auf Veranlassung eines Mannes, der behauptet, der berühmte Flieger schulde ihm 2750 Dollar, mit Beschlag belegt worden. Ein Gerichtsvollzieher hat sich des Apparates bemächtigt und unmittelbar dabei auf einem Lehnstuhl Platz genommen, um das Flugzeug im Auge zu behalten. Kingsford=Smith wird eine Sicherheit von 5500 Dollar hinterlegen müssen, wenn er die freie Verfügung über seine Maschine wieder zu erlangen wünscht. Anhänger der Remscheider Straßenbahn. An einer etwas abschüssigen Stelle sprangen die Wagen aus den Schienen und stürzten um. Von den Fahrgästen sind nach den bisherigen polizeilichen Feststellungen vier schwer und 17 leicht verletzt worden. Unter den Verletzten befinden sich der Fahrer und die beiden Schaffner. Lebeusgefahr soll bei keinem der Verletzten bestehen. Die Wagen wurden zertrümmert. Schwächeaufall Snowdens Lord Snowden richtete in einer Rede im Cobden=Club heftige Angriffe gegen die Schutzzollpolitik der Regierung. Während seiner Ausführungen stellten sich bei ihm plötzlich Anzeichen körperlicher Ermüdung ein. Seine Frau, die ihn bereits eine Zeitlang mit wachsender Besorgnis beobachtet hatte, ersuchte ihn, seine Rede zu beenden, was Snowden auch tat. Später verlautete, daß er einen leichten Schwächeanfall gehabt hat. Drei Tote beim Wahlkampf in Amerika Am Vorabend der amerikanischen Wahlen kam es in dem kleinen Bergwerksort Kelayres, unweit von Hazleton in Pennsylvanien, zu einem blutigen Zwischenfall. Ein Wahlumzug der Demokratischen Partei wurde plötzlich aus einem zweistöckigen Wohnhaus heraus mit einem Maschinengewehr beschossen. 14 Perfonen wurden von den Kugeln getroffen. Drei von ihnen waren auf der Stelle tot. Mehrere andere sollen bei der Ueberführung ins Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen sein. Aus Hazleton wurde sogleich nach Bekanntwerden des Zwischenfalls Staatspolizei nach Kelayres befördert, da man weitere Unruhen befürchtet. Walter Neusel nach London abgereist Der deutsche Schwergewichtsdoxer Walter Neusel. der zum ersten Male nach seinem Zampf mit Mar Schmeling am 26. November im Londoner Wemblev=Stadion wieder in den Ring klettert und dort oui Den Harven trifft, hat sich bereits nach Londen Der spanische Staatspräsident hat zwei Todesurteile gegen marxistische Führer unterschrieben. 21 zum Tode verurteilte Aufstän= an ren Br#nn imn—. dische wurden zu lebenslänglichem Kerker begna= begeben und wird am Mittwoch mit dem Trainins digt. beginnen Nr. 261(Zweites Blatt) „Schwerter Zeitung“ Mittwoch, 7. November 1934 I Gner-Soaat (Ruhr). Mittwoch den 7. Nov. 1934 Cagesspruch Der Sturm sprach einst:„Ich kenne e Welt, denn ich zerpflücke sie.“ sprach der Reif:„Ich kenne Sie näher, ich erdrücke sie.“ Die Sonne lacht:„Ich kenne besser, ich beglücke sie.“ Carmen Sylva. Vom Wetter Die Winde, die über dem westlichen Mitteleuropa bis auf Sturmstärke angewachsen sind, brachten jetzt auf seiner Südwestseite wieder kühlere Ozeanluft bis nach Westdeutschland. In der Varmluft erreichten die Höchsttemperaturen gestern Werte bis zu 11 Grad. Auf der Südwestseite des Sturmwirbels folgt ein anderer Störungskern von der Biskaya her. Er wird ebenfalls nordostwärts über das westliche Deutschland nach Südskandinavien wandern, so daß unser Dienstbezirk in seinem Bereiche weiter windiges und unbeständiges Wetter behält. Einströmende Kaltluft bringt später bei Wetterberuhigung langsamen Temperaturrückgang mit sich. Wetteraussichten für Mittwoch: Abflauende südwestliche, später über West auf Nordwest drehende Winde, anfangs noch stark wolkig mit einzelnen Regenschauern, im Laufes des Tages jedoch schon vielfach aufgeheitert. Temperaturen langsam zurückgehend. Wetteraussichten für Donnerstag: Fortschreitende Wetterberuhigung, wechselnd wolkig und heiter, aber noch nicht ganz schauerfrei, ziemlich kühl. Nachmittagsversammlung im„Schwerter Hof“ wird sie zu allen Mitgliedern sprechen. Am Spätnachmittag nimmt sie an einer Jubelfeier in Wuppertal teil. Beleuchtet die Treppen! In dem Zeitalter der Elektrizität- und der Gasverwendung mag dieser Mahnruf wohl überflüssig erscheinen. Und doch finden sich immer noch genug Häuser, deren Flur und Treppe des Abends in geheimnisvolles Dunkel gehüllt sind, oder in denen ein jämmerliches„Petroleumfunzelchen“ die Beschaffenheit des Hausinnern nur ahnen läßt. Wer die Räumlichkeiten nicht genau kennt, muß sich mit Händen und Füßen zur Treppe, dann diese empor nach der Vorsaaltür tasten, was oft ein recht halsbrecherisches Wagnis bedeutet. Wie oft sind schon Verletzungen, Gliedverstauchungen mit sogar tödlichem Ausgang die Folge ungenügend beleuchteter Treppen gewesen! Der Hausbesitzer muß dafür aufkommen. Seine falsche Sparsamkeit, die vielleicht der Grund der Finsternis gewesen ist, rächt sich alsdann bitter und zwingt ihn zu ungleich größeren Ausgaben. Ein Hauswirt, in dessen schlecht beleuchtetem Treppenhaus ein Fremder so unglücklich stürzte, daß er fast arbeitsunfähig wurde, mußte diesem eine lebenslängliche erheb5 Aus der Bewegung Wechsel in der Führung des Unterbannes II/136 Hohenlimburg. Der bisherige Führer des Unterbannes II/136 Hohenlimburg hat die Führung des Unterbannes II/136 niedergelegt. Ab sofort übernimmt der Führer des Bannes 136 Iserlohn den Unterbann II/136 selbst. liche Unterstützung gewähren. Von diesen Möglichkeiten abgesehen, macht ein düsterer Hausflur einen unfreundlichen, ungastlichen Eindruck. Wer weiß, ob nicht mancher, der bei den Bewohnern vielleicht gerade hochwillkommen wäre, durch die ihn beim Eintreten entgegenstarrende Dunkelheit abgeschreckt wird und dem ungastlichen Haus den Rücken wendet. Die Mühle am Strang Am Südrand uns'res Städtchens lag Die alte Wassermühle. Sie klapperte jahrein, jahraus Bei Kälte und bei Schwüle. Sie ward zur Zeit des alten Fritz Schon emsig hier betrieben— Und ist bis vor ganz kurzem noch In Tätigkeit geblieben. Ihr Antrieb war die Wasserkraft, Die ihr der Strang zuführte. Ein Sägewerk gab's noch, das auch Aus jener Zeit herrührte. Nun ist der Bau, der unmodern, Seit Monden schon verschwunden. Ein neues Machtwerk, luftig, hell, Bedient seitdem die Kunden. Das Wohnhaus auch, das nebenan Errichtet, dient entschieden Zur Zierde— und Verschönerung Der Ruhrstadt hier im Süden. Kommt nun noch, nach des Führers Wort, Die Landwirtschaft zu Ehren, Dann gibt es reichlich Korn und Brot, Uns alle zu ernähren. Albert Knülle, Schwerte. —. Sein 40 jähriges Beamtenjubiläum feiert am hiesigen Postamt Oberkasseninspektor Karl Ossenkop, Schillerstr. 33 wohnhaft. Dem gewissenhaften Beamten zum heutigen Ehrentage auch unseren Glückwunsch. Möge dem Jubilar noch lange Rüstigkeit und Gesundheit beschieden sein. Die Ortsgruppe Schwerte der NS=Volkswohlfahrt teilt mit, daß die Barspenden=Annahmestelle für das Winterhilfswerk die Sparkasse zu Schwerte Bankkonto Nr. 1318 Winterhilfswerk ist. In der gestrigen Bekanntmachung hieß es aus Versehen,„Postscheckkonto 1318“. Es handelt sich natürlich um das Bankkonto 1318 der Städtischen Sparkasse. Reichsbund der Körperbehinderten. Die Gründung einer Ortsgruppe Schwerte im Reichsbund der Körperbehinderten soll nun, wie der vorbereitende Arbeitsausschuß uns mitteilt, am 15. November Wirklichkeit werden. Bekanntlich ist der Reichsbund der NS. Volkswohlfahrt eingegliedert. Evangl. Kirchensteuertermine werden abgehalten bis zum 15. November auf dem Gemeindeamt, Große Marktstraße 1; für den Bezirk Geisecke=Lichtendorf am Montag, dem 12. November 1934, nachmittags von 2,30 bis 3 Uhr in der Bahnhofswirtschaft und von 4—4,30 Uhr in der Wirtschaft Wiemhoff; für den Bezirk Sommerberg=Höchsten am Dienstag, dem 13. November 1934, nachmittags von 2,30—3 Uhr in der Wirtschaft Prein und von 4—4,30 Uhr in der Wirtschaft Eisenberg. Unser aktueller Bilderdienst zeigt folgende neue Photos: Eine Sturmflut wütet an Amerikas Nordwestküste: Die Ueberlebenden der „Karlsruhe“ am Ehrenmal Unter den Linden; Karlshorst: Ueberraschungssieg im ParforceJagdrennen; Dortmund: Endkampf um die 5. Deutsche Gerätemeisterschaft; Die ersten Kämpfe um die Weltmeisterschaft der Berufstinger; Brandenburgs Handballelf gegen Sachsen in überlegener Form(10:6); Dr. Ley: Das deutsche Buch ist für jeden geschrieben; Australienflieger vollbringen auf dem Rückflug neue Rekordleistungen. Deutsches Rotes Kreuz Die Fürstin zu Wied besucht Schwerte. Vaterländischer Frauenverein Schwerte. Uns wird mitgeteilt: Der Besuch der Fürstin zu Wied, der Provinzialvorsitzenden von Rheinland und Westfalen, gilt in erster Linie dem Schwerter Zweigverein, doch sind auch die Vorsitzenden aller umliegenden Vereine aufgefordert, zu der Arbeitstagung zu kommen. Die Fürstin ist die Tochter des Königs von Württemberg. Sie hat sich mit ihrer reichen Erfahrung und ihren Kräften dem Dritten Reiche zur Verfügung gestellt und ist zur Stellvertreterin von Frau Scholz=Klink für den Reichsfrauenbund bestimmt. Ihr Besuch bedeuket eine Auszeichnung für Schwerte. In der Der Musik-Verein führte das Requiem von Verdi auf *" 0--... im Chorfüilltop Canl Eine große Feierstunde der Fiusica sacra im uberjullten Saal. Buckemüllers plastische Darstellung verband gesättigten Orchesterklang mit fester Zeichnung Schwerte, 7. Nov. Wenn gestern abend der Musik=Verein Schwerte einen bis auf den letzten(!) Platz gefüllten Saal(„Im Reiche des Wassers") hatte, so ist diese so erfreuliche Tatsache auf die immer deutlicher werdende Abkehr von der kulturellen Verflachung und zum andern auf den wachsenden Drang zur religiösen Einkehr zurückzuführen.— Wo der Gottlosigkeit Tor und Tür geöffnet ist, kann sich kein Ohr der musica sacra andächtig neigen. Da ist keine Demut mehr vor den Dingen, die Sinn und Wert des Lebens ausmachen. Die neue Zeit hat auch auf kulturellem Gebiet eine Bewegung hervorgerufen. Die vor lauter Sachlichkeit gefrorenen Herzen tauen auf, öffnen sich, um wieder zu empfangen aus den ewigen Quellen—— Wenn also der Konzertwinter 1934/35 in Schwerte durch eine so große Aufführung wie die des„Requiem“ von Verdi unter Ernst Buckemüller eingeleitet werden konnte, so zeugt das von dem strengen Bewußtsein der künstlerischen Verantwortung des Musik=Vereins Schwerte. Mit unermüdlichem Fleiß ist durch ihn in das musikalische Leben der Stadt eingegriffen. Was schon bei den letzten großen Konzerten oft sogar initiativ Richtung zu hoher Leistung gab, waltete in noch stärkerem Maße über der gestrigen Veranstaltung. Die Aufführung des„Requiem" von Verdi wird stets zu den seltensten musikalischen Feierstunden gezählt werden müssen. Zwischen dem Dirigenten, der hier wirklich die Seele des Ganzen war, und der musizierenden Gemeinschaft von Chor, Orchester und Solostimmen, bestand eine Einheit. Ernst Buckemüller hat hier als Persönlichkeit unter der tiefen Achtung vor dem Willen des Schöpfers dem Werk seinen Stempel aufgedrückt. Es ist hier eine vorbildliche Werkgesinnung zu Tage getreten, eine Treue, die bei sorgfältiger Genauigkeit bis in die verschiedensten Einzelheiten der Erfüllung der Musik Atem und starkes Ausschwingen verleiht. Um das dramatisch=opernhafte Werk des italienischen Meisters zu großer und reiner Wirkung emporwachsen zu lassen, dazu ram dem Dirigenten die unbedingte technische Sicherheit des Städtischen Orchesters Witten(Fliegner) zu Hilfe. Noch nie war dieses meist aus noch jungen Kräften bestehende Orchester in einer so tadellosen Form. Und das unter einem fremden Dirigenten! Ernst Buckemüller wird selbstverständlich in Witten mit dem Orchester fleißig geübt haben. Hinzu kommt, daß der wahrzunehmende Fortschritt in der klanglichen Kultur des Orchesters die Folge des zähen Arbeitens der Wittener Dirigenten ist. Vor allem fiel auf, daß man dem Tplano“ eine gute Pflege hat angedeihen lassen. der Thematik, Feinfühligkeit in der Behandlung der einzelnen Stimmungskreise mit einer opernhaft schwungvollen Gesamtlinie. Alle Weiten des gedankentiefen Werkes wurden durchmessen mit absoluter Selbstverständlichkeit. Höchst gelungen war das Sanctus, das Solisten, Chor und Orchester zu einem einzigen großen Hymnus auf die Heiligkeit Gottes vereinte. Der schon betonte dramatisch=opernhafte Charakter des Werkes stellte besonders hohe Anforderungen an die Solisten. Im ganzen genommen konnte das Soloquartett, für das in Westdeutschland bekannte Künstler verpflichtet waren, gut gefallen. Am schwächsten war ohne Zweifel der Tenor des Solisten Alfred Wirz. Er fand bisweilen nicht den richtigen Einsatz und zog schon im Anfang drunter. Eduard Scherz(Baß) haben wir schon in der Johannes=Passion erlebt. Sein Baß war ergreifend in der Tiefe.(„Mors—“„Requiem aeternam“. In der Höhe war er nicht ganz sicher. Ihrer schweren Aufgabe voll gewachsen war die Mezzo=Sopranistin Margarete Lückel=Patt. Die Sopranistin Johanna Maria Uhl war in den ersten Sätzen eine Ueberraschung, beinahe eine Erfüllung. Die reine Höhe war überwältigend, die Durchschlagskraft einzigartig. Sie gab dem inbrünstigen Teil ihrer Partien sein volles Recht, gelegentlich aber wohl etwas zu reichlich. Dann im Schlußsatz„Libera me“ hatte sie keine Reserven mehr einzusetzen. Die Beherrschung der Materie fiel ihr hier auffallend schwer. Auch hatte sie zum Schluß in den tieferen Lagen mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Der Chor des Musikvereins bewies eine glänzende Disziplin. Alle Widerstände wurden sieghaft überwunden. So trug denn der Chor das seine dazu bei, daß der Abend das wurde, was er war: Eine Feierstunde der musica sacra, wie sie einheitlicher sich schlecht denken läßt. Nun haben wir das Verdische„Nequiem" gehört. Brahms hat„Ein deutsches Requiem“ geschrieben. Aber man wird nicht feststellen: stark dieses, schwach jenes— sondern eben „italienisch“ und„deutsch“, jedes im gesteigerten Sinne! Und gerade dadurch für die Kulturwelt bedeutend. Dieses ist das Geheimnis des Volkstums und also der Musik der Völker: Wo sie ganz rein, ganz echt, ganz völkisch=groß erscheinen, werden sie auch den anderen wesentlich. Daß aber in Schwerte eine solche erhebende Aufführung zustande kommen konnte, wird jeden erfüllen mit Stolz und Freude, mit Dankbarkeit und Hoffnung. Né. Voltswoltfahrt Bitte ausschneiden! Bitte ausheben! Schwerte, 7. Nov. Zur besseren Orientierung der 1489 von der NS. Volkswohlfahrt, Schwerte, unterstützten Familien(Parteien), wird nachstehend eine vollständige Liste mit den Namen der Zellenleiterinnen und der von ihnen betreuten Straßen veröffentlicht. Anträge auf jegliche Unterstützungen müssen bei den Zellenleiterinnen bzw. bei den Blockleiterinnen gestellt werden. Zelle I: Frau Schmidt, Westenstraße 12: Hagener Str. ab Bucker bis Beckestraße, am Markt, Kleine Marktstraße, Schulstraße. Westenstraße, Westenort, Hl. Geiststraße. Ruhrstraße, Liethstraße. Zelle II: Frau Althoff, Iserlohnerstraße 3: Iserlohnerstr., Brückstr., Hellpothstr., Ostenstraße, Gr. Marktstr., Mittelstr., in den Höfen am Kirchhof, Kötterbachstr., Mühlenstraße, Südwall, Mühlengraben. Zelle III: Frau Schröder, Ostbergerstr. 58: Hermannstr., Lohbachstr., Schützenstr., ab Hermannstr., Grünstr., Paulstr., Luisenstr., am Eggenstein. Zelle IV: Frl. Kockelke, Ostbergerstraße 12: Schützenstraße bis Hermannstr., Ostbergerstr. 1—62, Lessingstr., Kirschbaumweg, Messing= straße, Hasencleverweg. Zelle V: Frau Lewe, Hüsingstraße 23: Friedrichstr., Kampstr., Kampgasse, Nordstr., Wallstr., Kleppingstr., Jägerstr. Zelle VI: Frau Börstinghaus, Teichstr. 4: Bismarckstr., Wilhelmstr., Moltkestr., Westwall, Hüsingstr., Mährstr., Teichstr., Hagener Str. bis Bucker. Zelle VII: Frau Paschedag, Hagener Str. 93: Hagener Str. ab Beckestr. bis Wandhofen. Beckestr. bis Eisenindustriestr., Beckenkamp, Bruchstr. Zelle VIII: Frau Dick, Klepping 11: Beckestr. ab Eisenindustriestr. bis Bahnhof. Eisenindustriestr., Ziethenstr., Sedanstr., Adolf=Hitler=Platz. Zelle IX: Frau Kesper, Dammstraße 15: Dammstr., Holzenerweg, Feldstr., Kreuzstr., auf der Gunst, Bohlgarten, Gartenstr. Zelle X: Frau Niederstadt, Rosenweg 28: Rosenweg, Fleitmannstr., Theodorstr., Nickelstraße, Richardstr., Emmastr., Fleitmannsplatz. Zelle XI: Frau Cramer, Bahnhofstraße 18: Bahnhofstr., Gasstr., Poststr., Senningsweg, Hohenzollernstr., Hörderstr. 1—58. Zelle XIIXIII: Frau Haak, Königsplatz 10 und Frau Löscher, Graf Diedrich= straße 14: Hindenburgplatz, Graf Dietrichstr., Graf Adolfstr., Mülmkestr., Fr. vom Steinstr., Weißenburgerstr., Wittekindstr., Schlageterstraße, Königsplatz, Märkischestr., Bergischestraße. Zelle XIV: Frau Kürbitz, Schillerstr. 14: Frl. Wigginghaus, Kampstr. 18: Haselackstr., Nordwall, Neumarkt, Körnerstraße, Schillerstr., Goethestr., Kuhstr. Zelle XV: Frau Joachim, Königsplatz 11: Hörderstr. 57—131, Friedhofstr., Talweg, Westhellweg, Regenbogenstr., Sonnenstr., Klusenweg. Zelle XVI: Frau Kramer, Ostbergerstr. 107: Alter Dortmunder Weg, Hüsingheide, Osthellweg, Heidestr., Waldstr., Bergstr., Berghoferweg. Zelle XVII: Frau Kissing, Lichtendorferstraße 40: Gehrenbachstr., im Hohlstück, am Hohenstein, Lichtendorferstr., Heinrick Wickstr. Zelle XVIII: Frau Meißner, Wittfeldweg 7: Behnestr., von Borriesweg, Garbepfad, Hertelshof, Kornweg, Ostbergerstr. 63—135, Ostenheide, am Quickspring, Römerstr., am Ufer, Wiesenweg, Wittfeldweg., Schluß des redaktionellen Teils. Vereinsnachrichten Schwerter Turnerschaft. Schneelaufabt. Zusammenkunft Donnerstag, d. 8. 11. im„Reiche d. Wassers“, abds. 8.15 Uhr. Turnzeug mitbringen. katt für die Antter Westhofen und Ergste Holzen, 7. Nov. Pferd mit Bäckerwagen ging lausen. Abends wurde der Gendarmerie gemeldet, daß vom Rosenweg der Wagen und das Pferd eines Bäckermeisters aus Schwerte gestehlen worden seien. Nach einigen Stunden Suchens fand man Pferd und Wagen zwei Kilometer entfernt auf dem Buchholz führerlos wieder. Die Wagentür war erbrochen, und mehrere Brote fehlten. Wer die Täter sind, konnte noch nicht ermittelt werden. Holzen, 7. Nov. Wem gehört das Fahrrad? Ein Bergmann vom Sommerberg fand in dem Wäldchen des Landwirts Sänger unter Laub und Zweigen versteckt ein Damenfahrrad, ohne Markenschild, mit der Nummer 5503, mit schwarzem Rahmen und gelben Felgen. Anscheinend ist das Rad irgendwo gestohlen worden; unerklärlich aber ist, weshalb an dem Rade die Mäntel und Schläuche durchschnitten waren. Holzen, 7. Nov. Wegen Zechprellerei wurde ein stellungsloser Mann von hier, der schon mehrfach leichtsinnige Verfehlungen begangen hat, zur Anzeige gebracht. Er hatte in Dortmund in einer Wirtschaft einige Stunden getrunken und gegessen, und als er bezahlen sollte, verschwand er heimlich. Westhofen, 7. Nov. Straßenbeleuchtung. An einigen bisher noch dunkelen Straßen und gegenüber dem Gemeindehause hat die Stadt weitere Straßenlaternen aufstellen lassen. Von den Bewohnern dieser Ortsteile wird das sehr begrüßt. Augenblicklich bemüht sich die Gemeindeverwaltung um eine Verlegung der Straßenlaternen an den Hauptstraßen. Hier werden die Beleuchtungskörper durch Bäume und Häuserteile vielfach verdeckt. Durch Aufhängung der Laternen über der Straßenmitte soll ein besserer Zustand erreicht werden. Lichtendorf, 7. Nov. Diebstahl. Während der Nacht wurde auf dem Hofe des Bauern K. N zu Overberge ein dreister Diebstahl verübt. Die Täter drangen in die Scheune ein und entwendeten daraus zwei Doppelzentner Weizen. Es gelang ihnen, mit ihrer Beute unbemerkt zu entkommen. Lichtendorf, 7. Nov. Sitzung der Gemeinderäte. Unter des Vorsitz des Gemeindeschulzen Dettmar hielten die Gemeinderäte von Lichtendorf eine Sitzung ab. Von der Amtsverwaltung war Bürgermeister Hümme anwesend. Der wichtigste Punkt auf der Tagesordnung war die Festsetzung des Satzes der Bürgersteuer für das Kalendervierteljahr 1935. Durch die neugestaffelten Sätze bei den kinderreichen Familien ist künftig mit einem geringeren Ertrag dieser Steuer zu rechnen. Dieser Ausfall soll aber bei den anderen Steuerpflichtigen nicht zu einer Erhöhung führen. So wünschenswert vielmehr eine Ermäßigung wäre, kann diese aber noch nicht eintreten, da die Gemeinde noch auf staatliche Zuschüsse angewiesen ist. Es muß deshalb einstweilen noch der Satz von 500 Prozent des Reichssatzes beibehalten bleiben, wie er auch durchweg in allen benachbarten Städten und Gemeinden zur Erhebung kommt. Im übrigen wurden einige Wegeangelegenheiten und eine Wasserleitungssache beraten. * Hennen, 7. Nov. Standesamtsstatistik. Im vergangenen Monat wurden auf dem hiesigen Standesamt beurkundet: 1(3) Eheschließungen, 4(2) Sterbefälle, 2(3) Geburten. Die eingeklammerten Zahlen sind die des Vormonats. Hennen, 7. Nov. Sitzung der Gemeindeältesten. Unter dem Vorsitz des Gemeindeschulzen Rahlenbeck fand im Albrechtschen Lokale eine Sitzung der Gemeindeältesten der Landgemeinde Hennen statt. Die Gemeinderäte schlugen für das Kalenderjahr 1935 die Erhebung einer Bürgersteuer in Höhe von 500 Prozent des Landessatzes vor. Der Nachtrag zur Hundesteuerverordnung für den Bezirk der Gemeinde Hennen fand die Zustimmung der Gemeinderäte. Danach gilt ein Gehöft als einzeln gelegen, wenn es mehr als 300 Meter von einem anderen bewohnten Gebäude entfernt liegt. Dem Sportklub Hennen wurde eine Beihilfe zur Sportplatzmiete und dem BDM. Kalthof eine solche zur Ausschmückung seines Heimes gewährt. Hennen, 7. Nov. Sturz in die Heugabel. Ein bei dem Bauern Heinrich SchulteOsthennen bediensteter landwirtschaftlicher Arbeiter stürzte auf dem Scheunenboden, wo er Stroh abwerfen wollte, in die Gabel. Er hatte noch die Geistesgegenwart, um sich selbst die Gabel aus der linken Seite, in die sie gedrungen war, herauszuziehen. Nach sofortigem Erscheinen des Arztes wurde er dem Schwerter Krankenhaus zugeführt. starker Inanspruchnahme hatte der Landesleiter Spengemann sowie Pg. Kosfeld=Leimathe, welcher zum Verbindungsmann zwischen dem RDK. und der NS. Volkswohlfahrt bestellt ist, es sich nicht nehmen lassen, an der Tagung teilzunehmen. Die Ortsgruppenwarten wurden auf die pünktliche Einhaltung der Termine betreffs Meldungen und Beitragsabführung hingewiesen. Bezüglich des Rundschreibens des Landesverbandes fand eine rege Aussprache statt. Landesleiter Spengemann konnte viele Mißverständnisse in Siedlungsfragen klären. Nach Erledigung organisatorischer Fragen erteilte Kreiswart Bauer dem Pg. Kosfeld=Letmathe dsa Wort. Redner führte den Anwesenden den Zweck und die Ziele der NS. Volkswohlfahrt sowie des Winterhilfswerkes vor Augen. Pflicht der Ortsgruppenwarte sei die praktische Mitarbeit bei der NSV. Nur hierdurch könnten die Belange der Kinderreichen gefördert werden. An Hand von Zahlen und Beispielen wies Redner nach, daß gerade durch den Kinderreichtum der Arbeitslosigkeit Einhalt geboten würde. Der mit Beifall ausgenommene Vortrag löste eine rege Aussprache aus. So konnten durch Pg. Kosfeld viele an diesen gestellte Fragen geklärt werden. Nachdem Kreiswart Bauer die angeregt verlaufene Tagung mit einem Sieg=Heil geschlossen hatte, nahmen sämtliche Anwesenden noch an der gemeinsamen Versammlung der Ortsgruppen Menden, Schwitten und Lendringsen tel. Durch die Teilnahme des Oberhauptes der Stadt Menden, des Leiters der NSV. sowie der Leiterin der NS. Frauenschaft, welche die Versammlung mit Interesse verfolgten, konnte festgestellt werden, daß das Ansehen der Kinderreichen im neuen Deutschland gewachsen ist. Der Bürgermeister sowie der Leiter der NSV. versprachen dem RDK. das größte Entgegenkommen bei ihren Anträgen im Amte Menden. WV'I N TERMTLFSW ERRE Tagung der Kinderreichen in Menden Kreisverband im RDK. Menden, 6. Nov. Die in Menden im Lokale Knoke stattgefundene Vertretertagung des Kreisverbandes Iserlohn hatte einen guten Besuch aufzuweisen, da außer Oestrich sämtliche Ortsgruppen=Vertreter entsandt hatten. Trotz Rundfunk=Programm Donnerstag, den 8. November 1934. 6,00 Morgenruf. Anschließend Frühkonzert. 6,45 Leibesübungen. 7,00 Morgenruf, Zeit, Wetter, Nachrichten. 7,15 Morgenkonzert. 8,15 Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen. 8.20 Frauenturnen. 8,35 Vom Plagegeist Staub. 8,45 Sendepause. 10,00 Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen. 10,15 Schulfunk. 10,15 Aus Volkstum und Heimat. 12,00 Musik am Mittag. 12,45 Erste Mittagsmeldungen, Glückwünsche. 13,00 Das große Orchester. 13,45 Zweite Mittagsmeldungen. 88 Ruct 8 den DER DENTRGREN VOLRER 1934·39 45 Sendepause. 00 Das Jungmädel erzählt. 15 Der Student spricht. 30 Wirtschaftsmeldungen. 50 Stimme der Zeit. ,00 Nachmittagskonzert. 00 Alfred Rosenberg spricht: Zur Woche des deutschen Buches. 17,05 Ein halbes Jahr Jagd auf einen Urwaldaffen. 17,25 Volksmusik. 18,00 HJ. berichtet. 18,20 Nationalsozialist— warum? 11) Die Weltkrise und ihre Ursache. 18,40 Vom Tage. 18,50 Wirtschaftsmeldungen, Sportvorbericht. 19,00 Märsche rhein.=westf. Regimenter. 19,50 Momentaufnahme! 20,00 Erste Abendmeldungen. 20,15 Da capo. Eine bunte Reihe erfolgreichen Musik(3) 21,00„Emden“(Hörspiel). 22,00 Zeit, Wetter, Nachrichten. 22,20 Wochenvorschau. 22,30 Nachtmusik. ren Erttag dieser Steuer zu rechnen. Dieser Ortsgruppen=Vertreter entsandt hatten. Trotz—.—. Vurspenven=Annahnie=Steite für dus Winkerhnsowert 1934•33 der Brisgrappe=Schwerie! Sparkasse Schwerte, Konto Nr. 1318 Winterhilfswerk. URHESER-RECHTSSCHUTZ: VERLAG OSKAR MEISTER„WEROAU 24. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Aber nun hier, wo sie als fremde Gäste einer in Gesellschaftskreisen ganz Roms bekannten Dame galten, holten sie das nach. Jeden! gen stiegen sie auf, immer weiter dehnten sich ihre Flüge, bis hinunter in das Tal des Arno und hinauf nach Mailand zu trug sie der schillernde Vogel. Die Herzogin von Rivolte überließ ihnen ihr Privatflugzeug zur freien Verfügung. Sie hatte rasch hintereinander zwei Unfälle damit gehabt, die knapp am Tode vorbeigegangen waren und wollte vorläufig nichts mehr vom Fliegen wissen. Stephanie hatte bald alle Furcht und jedes Bangen abgelegt, und Joe Brandt sah sich sogar genötigt, zur Vorsicht zu mahnen.„Sie dürfen nie vergessen, Baronin, daß kein Gerüst Sie hält, wenn Sie zu stürzen beginnen Letzten Endes sind Ruhe und Geistesgegenwart die einzigen Hilfsmittel, die Rettung im verzweifeltsten Falle versprechen. Und Stephanie befolgte alle Anweisungen gehorsam.— Vierzehn Tage später stieg sie das erstemal allein auf. Als sie nach der Richtung des Pincco hin am Aetherblau verschwand, bemächtigte sich Joes eine so grenzenlose Unruhe, daß er einen Flugschüler, der eben seinen Eindecker aus der Halle ziehen ließ, ersuchte, ihn mitzunehmen Aber Stephanie mußte sehr wohl die Flugrichtung geändert haben. Es war, so sehr Brand auch seine Augen anstrengte und das Feldglas kaum mehr sinken ließ, nichts von ihr zu erspähen. Sein Gehirn kombinierte die schrecklichsten Dinge: Propellerbruch, Notlandung, Vergaserbrand. Er hätte es doch nicht zugeben dürfen, daß sie ohne jegliche Begleitung aufstieg. Von Norden her kam das deutsche Verkehrsflugzeug, das erst seit zwei Wochen durchgehenden Dienst verrichtete. Er konnte ganz deutlich die tipischen Merkmale der Maschine erkennen. Hinter ihm jagte ein kleineres— ein Kolibrivögelchen, das vergeblich den großen Bruder einzuholen suchte. „Stephanie!". Die fürchterliche Erregung flaute ab und machte einer grenzenlosen Müdigkeit Platz. Joe Brandt ließ Stephanies Apparat nicht mehr aus den Augen. Wie Zugvögel im Herbst pendelten sie hintereinander her. Nach einem graziösen Gleiten auf den großen weiten Platz, der von Menschen wimmelte, landeten beide. Stephanie kletterte gerade vom Führersitz, als Joe auf sie zugelaufen kam. „Meinen Glückwunsch, Baronin!“ Sie blickte in sein noch immer blasses, von Erregung zuckendes Gesicht.„Nun?— Hab' ich's denn nicht brav gemacht, mein Lieber?“ Er vermochte nur zu nicken, hob ihre Rechte empor und drückte seine Lippen darauf. In eben demselben Augenblick schritten zwei ren an ihnen vorüber. Stephanie schrie leise auf und wandte ihr Gesicht der Flugzeughalle zu. Der eine der Fremden sah sich nach ihr um, ein Lächeln zuckte ihm um die Mundwinkel, dann ging er weiter.“ „Was war, Baronin?“— Joe Brandt sorgte sich, denn ihre Augen waren noch immer schreckgeweitet. „Mein Mann!“ „Wo?“ Ihre Erregung hatte sich ihm mitgeteilt und flackerte in der Stimme. „Der Herr rechts!— Um Gottes willen, sehen Sie nicht hin, sie kommen zurück! Ich überlasse Sie Ihrem Geschick, Joe!“ Ehe er etwas erwidern konnte, war sie nach der Halle hin verschwunden. *** Andern Tags fand ein großes Frühstück auf der deutschen Botschaft zu Ehren des berühmten Erfinders Hans=Jörg von Merlin statt. Für den Nachmittag war ein großes Schaufliegen angesetzt. Das sollte das erste Zusammentreffen mit Stephanie bringen. Ihr Herz schlug bis zum Halse hinauf, als sie sich von der Zofe dazu ankleiden ließ. Der große, ganz aus Spitzen gefügte Hut beschattete ihr Gesicht, das einen satten Bronzeton zeigte. „Tante, was erinnert noch an die alte Steffie?“ fragte sie, als Frau von Goielmo sie auf die Wangen küßte. „Eigentlich nichts mehr, Liebling. Vielleicht dein Lachen noch. Und zudem— eine Aehnlichkeit kann doch ruhig bestehen. Man muß den Mut haben, sie ohne Verwirrung zur Schau zu tragen.“ Joe Brandt bekam eine ernste Mahnung zu hören. „Vergessen Sie nicht, daß es sich um Ihre Schwester handelt. Der Kavalier in Ehren, aber in diesem Falle muß er mit einer gewissen Vertrautheit gemischt sein, wie sich das eben im Verkehr zwischen Bruder und Schwester ergibt.“ Sie taten beide ihr Möglichstes. Es war das erstemal, daß sie sich„du“ nannten. Stephanie schob während der Fahrt nach dem Flugplatz ihre Hand in die des Oberleutnants und lachte zu ihm auf.„Ist es sehr schwer, mich lieb zu haben?— Du mußt nicht immer an die Tage auf Jettenbach denken.“ Er erwiderte nichts, nur eine brennende Lohe stand ihm im Gesicht, als sie in rascher Fahrt über die Tiberbrücke glitten.— Auto um Auto rollte heran und sie standen in langen Kolonnen vor der hohen Umfriedung. Zwischen Uniformen und schwarzen Anzügen der Herren leuchteten die kostbarsten Nachmittagstoiletten der Damen. Geute un e e endlich am Platze zu sein, irgendwo unterschlüpfen zu können. Aber wenn sie nach den Tribünen sah, schloß sie die Augen. Es war nichts zu unterscheiden, als ein wogendes Meer von Gesichtern, Hüten und Schirmen. Wer sich da noch zurechtfand, konnte wahrhaftig von Glück sprechen. Die Herzogin von Viterbo, die sie soeben begrüßt hatten, schien zu diesen wenigen zu gehören. Sie winkte nach allen Seiten, rief hier einen Gruß nach links, schickte gleich darauf ein Lachen nach rechts hinüber und grüßte und dankte und verneigte sich fortwährend. Sie kannte ganz Rom und ganz Rom kannte sie, wenigstens soweit dieses Rom Beziehungen zum Quirinal hatte. Sie war obendrein Montenegrinerin und schon aus den Jugendtagen her Duzfreundin der Königin. „Carissima! Wo bleiben Sie denn?“ Sie winkte, zurückblickend, Stephanie zu und schritt geradewegs nach einer Tribüne.„Hier!— Oh, wie heiß!“ Ihr kleiner grell bemalter Sonnenschirm klappte auf.„Bambino. Sie müssen eine Reihe unterhalb Platz nehmen.— Dort, ja! Neben dem Marquis von Casteletto!“ Stephanie ging wie in wogenden Nebeln, wurde halb geschoben und dann auf einen Stuhl gedrückt. Sie öffnete erst die Augen. als unten die Musik einsetzte, das Zeichen, daß der Duce gekommen war. Die Hitze war unerträglich geworden. Aber sie fühlte plötzlich einen Strom prickelnden Eises durch ihren Körper gehen. Einen Stuhl über ihr saß Hans=Jörg— und neben ihm Georg Oehme. Die Freundschaft der beiden Männer schien durch ihre damalige nächtliche Unterredung keinen Abbruch erlitten zu Demnach konnte Jörg Treue halten.— Einem Manne konnte er das, dachte sie verbittert, eigenen Frau aber nicht. (Fortsetzung folgt.) SIUS SSssswosoaardaera. 8000 Beamte in der Münsterlandhalle Münster. Die Westfälische Verwaltungsakademie in Verbindung mit dem Amt für Beamte in der RSDAP leitete ihre Vorträge für das Wintersemester 1934/35 mit einer Veranstaltung in der Halle Münsterland ein, zu der sie den Leiter des Amtes für Beamte der Obersten Leitung der PO, Pg. Neef, zu einem Vortrag über die Aufgaben des Beamten im Dritten Reich verpflichtet hatte. Die Veranstaltung gestaltete sich zu einem machtvollen Bekenntnis unverbrüchlicher Treue der westfälischen Beamtenschaft zum nationalsozialistischen Staat und seinem Führer Adolf Hitler. Mehr als 8000 Beamte aus der Provinzialhauptstadt und den Kreisen des Münsterlandes strömten nach einem Fackelzug durch die Straßen Münsters, der sie auf dem Prinzipalmarkt an dem Leiter der deutschen Beamten und dem Reichsstatthalter und Gauleiter Dr. Meyer vorbeiführte, in die Münsterlandhalle und besetzten diese bis auf den letzten Platz. Als Pg. Neef unter Fanfarenklängen in Begleitung des Gauleiters Dr. Meyer die Halle betrat, wurde er stürmisch beGauamtsleiter Barthels begrüßte die Versammelten. Anschließend ergriff Reichsstatthalter und Gauleiter Dr. Meyer das Wort, dessen Rede mit den Worten ausklang: Nieder mit der Engherzigkeit! Nieder mit dem Bürokratismus! Nieder mit Formalismus und Eigennutz! Pg. Neef verbreitete sich dann in einem mehr als einstündigen Vortrag über die Aufgaben des Beamten im Dritten Reich. Der Beamte sei nicht nur zur politischen Tätigkeit berufen, sondern müsse sogar lebendiger politischer Träger sein. „Ich habe immer hervorgehoben und tue es auch heute wieder, daß nicht das Mitgliedsbuch den Nationalsozialisten ausmacht, sondern charakterliche und geistige Eigenschaften, die einer im Sinne des Nationalsozialismus besitzt.“ Scharfe Worte fand der Redner für die Kritikaster. Die NSDAP habe in den vergangenen Jahren keine Zusagen gemacht, die über das hinausgehen, was der Beamtenschaft gebührt. Was aber zugesagt worden sei, werde erfüllt. Die neuen Gesetze, die in Arbeit seien, werden von dem Willen der RSDAP auf dem Gebiete der Neuordnung Zeugnis ablegen.— In seinen weiteren Ausführungen der verbreitete sich Pg. Neef über die Verwaltungsakademien und hob ihre Notwendigkeit für die#### Fortbildung der Beamtenschaft und Erziehung im nationalsozialistischen Geiste hervor. Der Redner schloß seine interessanten Ausführungen mit der Mahnung, die Kameradschaft zu pflegen und sich von keinem übertreffen zu lassen in der Opferbereitschaft und Treue zum Führer, dann werde die Geschichte auch über die heutige Beamtenschaft das gleiche ehrende Urteil sprechen, wie es der Führer über die Beamtenschaft des Vorkriegsdeutschland gesprochen habe.— Das Sieg=Heil auf den Führer und das Deutschland= und HorstWessel=Lied beendeten die eindrucksvolle Kundgebung. Zuchthaus für hochverräterische Antrirde Ein früherer kommunistischer Landtagsabgeordneter vor Gericht Düsseldorf. Wegen Vorbereitung zum Hochverrat und Vergehens gegen das Gesetz gegen Neubildung von Parteien verurteilte der Volksgerichtshof den 36jährigen leitenden KPD=Funktionär Johannes Fladung zu 2 Jahren 6 Monaten Zuchthaus. Der Angeklagte, der seit ihrer Gründung Mitglied der KPD ist, gehörte bis zur nationalen Erhebung dem Preußischen Landtag als kommunistischer Abgeordneter an und war außerdem Stadtverordneter in Düsseldorf. Dort hat Fladung Anfang 1933 die hochverräterische Druckschrift„Der Revolutionär“ herausgegeben, die die Revolutionierung der Massen zum Zwecke der Vorbereitung des gewaltsamen Umsturzes fördern sollte. Bei einer Haussuchung im Parteibüro der Bezirksleitung Niederrhein in Düsseldorf, deren Mitglied der Angeklagte gleichfalls war, wurden am 23. 2. vorigen Jahres auf seinem Schreibtisch 21 an die Unterbezirks=Agitprop=Leiter adressierte Briefumschläge gefunden, in denen sich hochverräterisches Propagandamaterial befand. Außerdem lagen auf dem Tische des Angeklagten 200 Stück der illegalen Schrift„Sowjetrussische Deutsche sprengen die Ketten des Youngplanes“. Da sich Fladung nun in Düsseldorf nicht mehr sicher fühlte, siedelte er Anfang März nach Wuppertal über und arbeitete— wie in Remscheid — unter dem falschen Namen„Diesing“ weiter an dem Wiederaufbau der KPD. Nach einem vorübergehenden Aufenthalt in Dortmund tauchte er Ende Oktober 1933 in Berlin auf, um hier Verbindung mit einem Spitzenfunktionär der KPD aufzunehmen. In einem Lokal in der Krausenstraße traf er mit dem ihm durch ein verabredetes Zeichen erkennbaren Kurier der KPD zusammen, der ihn bei einem Genossen unterbrachte. In dessen Wohnung kam Fladung mit dem damaligen Reichskurierleiter des Zentralkomitees, Kaczmier= czak, zusammen. Dieser hohe, unter dem Namen „Vox“ arbeitende Funktionär diktierte ihm einen Brief, in dem die Neuorganisation und die Einteilung des Reichsgebietes in 3 Kurier= und 7 Instrukteurbezirke bekanntgegeben wurde. Dieser Brief, den Fladung weiterbefördern sollte, fiel am nächsten Tage in die Hände der Polizei, als er am 9. 1. zusammen mit dem früheren 3K-Mitglied Schehr in einer Wohnung in der Großbeerenstraße hochverräterische Besprechungen abhielt und bei dieser Gelegenheit verhaftet wurde. Das Gericht glaubte, eine geringere Strafe als die vom Reichsanwalt zulässige von 3 Jahren Zuchthaus verhängen zu können mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte den Krieg mitgemacht hat, zweimal verwundet und mit dem E. K. ausgezeichnet worden ist. Großer Bankprozeß in Paderborn Die Vorgänge bei der Lippstädter Gewerbebank vor Gericht gen in Höhe von 110000 Mark zu 1 Jahr 9 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Auch die beiden angeklagten Kunden der Bank hatten ßere Verluste erlitten. Ihnen wurde aber Verlegung der Diensträume der D. A. F. Westfalen=Nord Münster. Die Diensträume der Gauverwaltung der Deutschen Arbeitsfront Westfalen=Nord sind verlegt worden. Der Eingang zu den Diensträumen des Gauwalters Pg. Schürmann, seines Stellvertreters und des Gaugeschäftsführers ist nur Rothenburg 10, während der Zugang zu der Kassenverwaltung der DAF nur Königstraße 3 ist. Dienst für die Schönheit der Heimat Gegen die Verschandelung der Landschaft Bielefeld. Die Landschaft Westfalen im Reichsverband Volkstum und Heimat nimmt jetzt den Kampf auf gegen die Verschandelung der westfälischen Landschaft durch häßliche Dauerreklame. Bei dieser Bereinigung des Stadt=, Dorf= und Landschaftsbildes kann jeder einsichtige deutsche Volksgenosse mitarbeiten. Er kann sogar nach Uebereinkunft zwischen dem Reichsbund Volkstum und Heimat und dem Werberat der deutschen Wirtschaft einen Ausweis erhalten, der ihn ermächtigt, mit den Grundstückseigentümern in gütlicher Weise zu verhandeln. Selbständiges Vorgehen von unbefugter Seite ist als vorsätzliche Sachbeschädigung strafbar. Gütliches Einwirken und freundliches Verhandeln im Sinne der Entfernung häßlicher Außenreklame ist dagegen nicht nur zulässig, sondern sogar erwünscht. Niemand oird die Berechtigung und Wirksamkeit der zuverlässigen Außenreklame im Hinblick auf unsere Wirtschaft verkennen. Tatsache ist, daß der Geschäftsmann Daueranschläge haben muß und daß eine ansehnliche Gruppe der Wirtschaft von ihnen lebt. Die berechtigten Belange der Wirtschaft müssen gewahrt werden. Es soll daher auch kein„Bildersturm“ erfolgen, sondern möglichst in freundlichem Einvernehmen mit den Interessenten Dienst an der Schönheit der Heimat geleistet werden. Museumsdirektor Dr. Schoneweg(Bielefeld) bittet, ihm über beanstandete oder bereits entkernte Dauerreklame Nachricht zu geben. Tödlicher Unfall beim Krähenschießen Salzkotten. Die Landwirte Heinrich Timmer= mann und Johannes Willeke hantierten mit einem Revolver, mit dem sie Krähen schießen wollten Plötzlich löste sich ein Schuß. Die Kugel durchschlug zunächst die Hand des Willeke und traf den gegenüberstehenden Timmermann in den Oberschenkel. Timmermann ist kurz nach der EinPaderborn. Vor der Paderborner Großen Strafkammer hatten sich fünf Angeklagte, unter ihnen der frühere Direktor der Gewerbebank in Lippstadt, zu verantworten. Es handelt sich um den ehemaligen Bankdirektor Heinrich Vogt aus Berlin=Wilmersdorf, den Effektenabteilungsleiter Schönfeld und den Buchhaltungsabteilungsleiter Behrend, sowie um zwei Kunden der Gewerbebank, Dr. Hillenkamp und Schönewolf. Die Angeklagten Vogt und Schönfeld befinden sich seit mehreren Monaten in Untersuchungshaft. Dem Angeklagten Vogt wird zur Last gelegt, als Direktor der Gewerbebank in Lippstadt zum Nachteil seiner Bank über ihr Vermögen und über das Vermögen von Kunden der Bank verfügt zu haben. Schönfeld wird Beihilfe hierzu vorgeworfen, Behrend Untreue bzw. Beihilfe zur Untreue und Urkundenfälschung des Vogt. Die fünf Angeklagten hatten in den Jahren 1925 bis 1931 umfangreiche Effektenspekulationen durchgeführt, bei denen alle große Verluste erlitten. Es handelte sich hierbei um Summen von insgesamt über 300000 Mark, um die die Bank geschädigt worden ist. Der Angeklagte Schönfeld ist bereits vor einigen Tagen wegen Effektenunterschlagunatten gröerlitten. Ihnen wurde aber ein erheblicher Kredit durch die Bankleitung eingeräumt. Damit nun bei Revisionen der Bank dem Aufsichtsrat die erheblichen Kredite nicht auffielen, wurden einfach von Konten anderer Kunden Uebertragungen vorgenommen, so daß dem Aufsichtsrat die Verfehlungen lange Zeit unbekannt bleiben konnten. Im Jahre 1931 wurde die Angelegenheit zunächst im Interesse der Sicherheit der Bank nicht in die Oeffentlichkeit getragen. Die Anklageschrift enthält 17 Fälle von Effektenunterschlagung und ähnliche Delikte. Während der Angeklagte Vogt bei seiner Vernehmung den größten Teil seiner Verfehlungen zugibt und so die Verhandlungsführung ganz erheblich erleichtert, leugnete der Angeklagte Behrend die ihm vorgeworfenen Straftaten. Der Angeklagte Schönfeld gab den größten Teil seiner Verfehlungen zu. Bis zum Abend war die Vernehmung der ersten drei Angeklagten noch nicht beendet. Der Prozeß wird etwa zehn Tage in Anspruch nehmen. lieferung ins Krankenhaus gestorben, da die Kugel eine Schlagader getroffen hatte. Der Revolver, der aus der Nachkriegszeit stammen und zufällig gefunden sein soll, wurde polizeilich beschlagnahmt. Die Brandkatastrophe im Schloß Hinenbung Wassermangel bei der Löscharbeit Paderborn. Die Feuersbrunst in Schloß Hinnenburg, über die bereits berichtet wurde, ist in dem hölzernen Treppenhause des Gebäudes zum Ausbruch gekommen, doch konnte die Ursache noch nicht ermittelt werden. Die Untersuchung wird fortgesetzt. Die rasche Ausdehnung des Flammenmeeres wurde dadurch begünstigt, daß die Feuerwehr mit Wassermangel zu kämpfen hatte und das Wasser erst vom Fuß des Berges, auf dem das Schloß liegt, emporleiten mußte. Die Wehren mußten sich unter diesen Umständen darauf beschränken, das Feuer abzuriegeln, was dadurch geschah, daß man die Dachsparren abriß und alle Verbindungen für die Flammen beseitigte. Der östliche Teil des Südflügels des Schlosses ist vollständig ausgebrannt. In diesem Flügel war auch das Inventar aus dem westlichen Teil des Schlosses aufbewahrt, weil in diesem Teil Renovierungsarbeiten vorgenommen wurden. Vernichtet wurden außer Gemälden und Kunstgegenständen die kostbare Holztäfelung, Geweihe und Bücherschränke, während die Bibliothek selbst nicht verbrannte. Auto mit Arbeitsdienstmännern verunglückt— Drei Verletzte Paderborn. In einer scharfen Kurve im Dorfe Neuenheerse stürzte ein Lastkraftwagen des Arbeitsdienstes um, der sich auf der Fahrt zur beitsstelle befand. Der Wagen, der von in Bad Driburg liegenden Arbeitsdienstmännern besetzt war, wurde wie durch ein Wunder vor schwerstem Unglück bewahrt. Obgleich er vollkommen umschlug, so daß die Räder nach oben standen, wurden nur drei Arbeitsdienstmänner erheblicher verletzt. Die übrigen zogen sich nur leichtere Wunden zu. Schwerer Autozusammenstoß Vier Schwerverletzte Essen. An der Ecke Frillendorfer und Verbandsstraße in Essen stießen in der Nacht zwei Personenkraftwagen mit derartiger Wucht zusammen, daß sich der eine Wagen überschlug. Während die beiden Wagenführer mit Hautabschürfungen davonkamen, trugen die Insassinnen des einen Wagens schwere Verletzungen davon. Es handelt sich um die Hausangestellte Maria Pieper aus Elberfeld, die eine Gehirnerschütterung erlitt, und die Ehefrau Lina Winter aus Elberfeld, die Schulterquetschungen davontrug. Die Insassinnen des zweiten Wagens, Klara Theißen aus Altenessen und Erna Müller aus Kray hatten Schnittwunden an den Händen und im Gesicht davongetragen. Alle vier Verletzten mußten dem Krankenhaus zugeführt werden. Lebensgefahr besteht bei ihnen nicht. Einbrecherbandenführer unschädlich gemacht Die Verarbeitungsquote Der Vorstand der Wirtschaftlichen Vereinigung der Roggen= und Weizenmühlen als Kontingentstelle gibt auf Grund des Paragraphen 16 der Satzung hiermit folgendes bekannt: 1. Die Verarbeitungsquote für die Monate November und Dezember 1934 wird festgesetzt: für den Monat November auf 10 Prozent des Weizen= und 7 Prozent des Roggenverarbeitungskontingentsz für den Monat Dezember auf 10 Prozenr des Weizenverarbeitungskontingents; die Roggenverarbeitungsquote für den Monat Dezember wird später festgesetzt. 2. Für Mühlen, denen nur Naturkraft zur Verfügung steht und die ein Jahreskontingent von nicht mehr als zusammen 3000 Tonnen Roggen und Weizen haben, sowie für die Mühlen bis zu 5 Tonnen Tageshöchstleistungsfähigkeit, die infolge Saisonarbeit in der Landwirtschaft ihre Vermahlung nicht gleichmäßig auf alle Monate des Jahres verteilen können, erhöht sich die seinerzeit für die Monate September bis November 1934 freigegebene Verarbeitungsquote von 25 Prozent des Jahresverarbeitungskontingents auf 30 Prozent für Weizen und auf 27 Prozent für Roggen. Die Verarbeitungsquoten für die unter 2. genannten Mühlen für die Zeit ab 1. Dezember 1934 werden im Laufe des Monato November bekanntgegeben. Wirtschaftliche Vereinigung der Roggenund Weizenmühlen gez. v. Havranek. gez. Dr. Siburg. Für 16 800 Mark Schmuck gestohlen Hagen. Montag vormittag wurde in ein Ein. familienhaus an der Hallestraße eingebrochen. Mehrere Zimmer wurden durchwühlt und etwa 70 einzelne Schmuckstücke im Werte von rund 16 800 Mark gestohlen. Außerdem wurden etwa 470 Mark an Bargeld und ein schwarzer Winterpaletot entwendet. Drei Unterführungen im Duisburger Hauptbahnhof Duisburg=Hamborn. Von den geplanten drei großen Unterführungen im Duisburger Hauptbahnhof ist die Unterführung für den Postverkehr bereits in 110 Meter Länge fertiggestellt, so daß sie bald in Betrieb genommen werden kann. Die beiden anderen Unterführungen, die dem Personenverkehr dienen, werden beschleunigt vorgetrieben. In Zukunft werden sich die Reisenden und auch die Besucher der Innenstadt durch die Benutzung der Unterführungen große Umwege ersparen. Brzeziny-Gedenkfeier in Köln! Anläßlich des 20. Jahrestages des berühmten Durchbruches bei Brzeziny wird außer der in Berlin am 18. November vorgesehenen Reichsfeier noch in Köln am 2. Dezember im„Hindenburgsaale" der„Lesegesellschaft", Langgasse 6, eine große Brzeziny=Feier stattfinden! Veranstalter ist der unter dem Protektorat Sr. Exz. des Herrn Generals Litzmann und der Ehrenführerschaft des Herrn Polizeigenerals Stie ler von Heydekampf stehende„Kameradenkreis der Brzeziny=Kämpfer im Rheinland". An alle im Rheinland wohnenden Kameraden des ehemaligen 25. Armeekorps und der zugeteilten Verbände(3. Garde=Inf.=Div., 49. u. 50. Res.=Div., 6. u. 9. Kav.=Div.) ergeht die Aufforderung, mit ihren Angehörigen an dieser Feier recht zahlreich teilzunehmen! Die im Laufe des Vormittags bereits ankommenden auswärtigen Kameraden treffen sich im Lokale des BrzezinyKameraden Bendheuer in Köln, Hotel=Restaurant „Concordia“, Ursulastr. 26. Alle näheren Auskünfte erteilt der Geschäftsführer des„Kameradenkreises der BrzezinyKämpfer", Kamerad Hubert Außem, Köln=Merheim lrh., Roßbachstr. 6, an den auch Anmeldun gen zum„Kameradenkreis" zu richten sind. Personenauto fuhr auf einen Last-Fernzug Essen. Der Anführer einer Schaufenstereinbrecherbande, die im Frühjahr 1934 in Essen und mehreren anderen Städten im Westen zahlreiche Einbruchsdiebstähle begangen hatte, konnte jetzt unschädlich gemacht werden. Während acht Mitglieder der Bande im Oktober dieses Jahres von der Großen Strafkammer in Essen abgeurteilt werden konnten, hatte es der Anführer, der 30 Jahre alte Franz Kerger bis jetzt verstanden, sich der Festnahme zu entziehen. Kerger wurde Ende vorigen Monats mit seiner ständigen Begleiterin Helene Kaczmarek auf dem Hauptbahnhof festgenommen. Die Festgenommenen waren sehr gut gekleidet und hatten viel Geld bei sich. Gleichzeitig wurde auch der Hehler, der von Kerger und seiner Bande fortgesetzt gestohlene Sachen kaufte, festgenommen. Es handelt sich um den wegen Hehlerei bereits vorbestraften 45 Jahre alten Wladislaus Kuzoris aus Köln, der für mehrere tausend Mark gestohlene Gegenstände aufgekauft hatte. Kerger und Kuzoris wurden nach Essen überführt und in Untersuchungshaft genommen Opladen. Ein auf der Fahrt von Köln nach Chemnitz befindlicher Lastfernzug mußte auf der Autoumgehungsstraße Opladen in der Nähe einer die Autostraße hier überspannenden Brücke haltmachen. Als der Fahrer ausstieg, um nach einem eventuellen Schaden am Motor zu forschen, fuhr aus bisher unbekannter Ursache ein Personenkraftwagen auf den Anhänger des Lastfernzuges auf. Infolge des starken Anpralles zog sich eine der in dem Personenwagen sitzenden Personen, ein Herr aus Solingen, so schwere Verletzungen zu, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Ein weiterer Insasse konnte von dem Führer des fernzuges aus dem verunglückten Wagen, der inzwischen in Brand geraten war, geborgen werden. Auch er hatte schwere Verletzungen davongetragen und mußte dem Krankenhaus in Leverkusen zugeführt werden. Der Personenkraftwagen verbrannte; an dem Anhänger des Lastfernzuges waren keine Schäden festzustellen. Wie sich das Unglück, das sich in der Nacht zutrug, ereignen konnte, müssen die angestellten Ermittlungen ergeben. 1444 9 URHEBER u etel. RECHTSSCHUT2 DURCH VERLAS ·OSKAR: MIEISTER: WEROAU 8. Fortsetzung Anne von Falke starrte verblüfft auf das Pseudogespenst. Der Prinz aber sprang mit einigen Sätzen die Treppe empor, hob den Geist einfach auf seine Arme und zog ihm das Laken herunter. Ein schwarzer, wuschliger Jungenkopf kam zum Vorschein. Lachende Augen wurden sichtbar und ein roter Mund, dessen Lippen sich fest auf eine Gießkannentülle preßten und diesem sonst so nützlichen Gartengerät ein schauerliches Geheul entlockten. „Tuhuhn=huhnhuhn— tuhuthunnn!“ „Natürlich, die Fritzt!“ rief die Gräfin und hielt sich die Ohren zu.„Mädel, willst du wohl mit dem Gedudel aufhören!“ „Ich bin die Posaune des Jüngsten Gerichts, Tante Klara. Anders kriege ich meine Wahl= und Qualonkels nicht zu sich. Sie haben nämlich ein neues Buch über olle Handschriften vor. Tuhuthunn, tuh=huhu=tuhntuth!. Der Prinz trug das niedliche Gespenst die Treppe herab, stellte es auf die Füße, schälte es aus dem Laken und nahm ihm die Gießkanne weg. Ein zierliches Fräulein in einem roten Taftkleidchen präsentierte sich, musterte alle mit spitzbübischem Augenzwinkern und streckte schließlich Anne die Hand hin. „Na. das ist sicher unser Zuwachs fürs Atelierhaus. Guten Tag! Ich bin die Fritzi Hesterberg. Sind Sie wieder gesund, Sie kranker Spatz? Dumme Frage, was? Ich seh's ja selber. Ernstelchen, blas du mal!" Damit schob Fritzt dem Prinzen die Gießkanne in den Mund und ihren Arm unter den Annes. Bei jeder anderen Gelegenheit hätte Anne die Gespensteridee des kleinen Fräuleins ebensoviel Spaß gemacht, wie die burschikose Begrüßung. Aber— Meersburg hatte den reizenden Geist“ einfach auf den Arm genommen, ihn geduzt und ließ sich Gießkannentüllen von ihm in den Mund stecken! Das war ein Grad von Vertraulichkeit, der Anne schmerzte. Sie benahm sich etwas steif gegen die zutrauliche Fritzt. Jetzt erschienen die beiden Freunde Klein und Hesterberg unter vielen Entschuldigungen. Man begab sich in das Eßzimmer und wählte die Plätze. Fritzi wollte durchaus neben„ihrem“ Ernst sitzen, mußte aber den Platz zwischen dem Justizrat und dem Professor einnehmen, ihren Wahl= und Qualonkels. Welchen von beiden sie damit meinte, ließ sich einwandfrei nicht feststellen. Fritzi verteilte diese Titel nach zutdünken. Am Tisch machte die Gräfin Anne mit den beiden alten Herren bekannt. „Freut mich sehr, freut mich außerordentlich,“ sagte Hesterberg zerstreut. Justizrat Klein verneigte sich nur. klemmte dann aber sein Augenglas auf die Nase und betrachtete das junge Mädchen so eingehend. daß Anne errötete. Kannte dieser alte Herr sie? Das war unmöglich. Sie hatte ihn niemals gesehen. „Mein Fräulein, kommen Sie bitte dem Gedächtnis eines alten Mannes zu Hilfe,“ sagte Klein pedantisch. „Wo habe ich Sie schon gesehen?“ „Nirgends. Herr Justizrat. Ich habe immer sehr zurückgezogen gelebt.“ „Ich habe Sie aber bestimmt schon gesehen. Ihr Gesicht erinnert mich an jemand, aber ich weiß nicht an wen.“ Senta Bratt wies den alten Herrn auf die richtige Spur. „Sie haben Fräulein Webers Bild in einem von mir illustrierten Märchenbuch gesehen. Sie hat mir zu dem Aschenbrödelbild Modell gesessen.“ „Das also ist's,“ murmelte Klein nachdenklich. Bei dem Worte„Aschenbrödel" war Hans von Grottkau wie ein Stehaufmännchen emporgeschnellt. „Aschenbrödel!“ krähte er laut.„Sie sind Aschenbrödel?“ „Ich war's, als ich Fräulein Bratt zu dem Bilde saß.“ Annes Herz klopfte laut, aber sie blieb äußerlich ruhig. „Sie müssen das Bild meinem Freunde Ernst zeigen. Er hat eine kolossale Schwäche für Märchen. Das Aschenbrödel hat es ihm ganz besonders angetan. Ist’s nicht wahr, Ernst?“ „Halt doch den Mund, Hans! Ich werde dir sonst ein Fritzi Hesterberg schlang ein großes Stück Kuchen herunter. „Das Aschenbrödelbild ist wunderschön. Tante Bratt hat es herrlich gemalt. Ein ganz richtiges Märchenbild mit Hühnern und Tauben. Und das Aschenbrödel steht bezaubernd aus. Darf ich das Buch holen, Tante Gräfin?" Das Buch ging am Tisch von Hand zu Hand. Das Bild wurde gebührend bewundert. Der Justizrat studierte es besonders eingehend. Als letzter bekam es Prinz Meersburg zu sehen. Zu Annes Schmerz warf er nur einen flüchtigen Blick darauf. Sie hatte gehofft, daß ihm das Bild gefallen und er ihr ein paar nette Worte sagen würde. Aber Meersburg legte das Buch zur Seite, weil Fritzi ihm einen Knallbonbon bot. Das Ding platzte und wurde auseinandergepellt. „Ich habe einen wunderschönen Vers“ schrie Fritzt. „Er paßt herrlich auf uns beide, Ernstchen. Soll ich vorlesen?“ „Raus damit, Fritzi!“ „Ich lieb’ dich... und du liebst mich. Wir lieben uns beide fürchterlich," buchstabierte Fritzt. „Schauerlich,“ sagte Grottkau.„Wollen wir auch einen Knallbonbon ziehen, Fräulein Anna?“ „Danke. Das Resultat von Fräulein Hesterberg genügt mir.“ „Brr! Fräulein Hesterberg! Warum sind Sie denn so steifleinen zu mir? Ich habe Ihnen doch nichts getan. Ich bin die Fritzt, und so sollen Sie mich nennen!“ Ja, es war die Fritzi, und ein reizendes, bildhübsches Mädel. Es war wirklich unrecht, sich kühl gegen sie zu benehmen. Aber warum zog sie auch mit dem Prinzen Knallbonbons, auf denen„passende" Verse standen? Warum duzte sie ihn und behandelte ihn als ihr Eigentum? Und warum tat das alles ihr, der Anne von Falke, so weh? fürchte, du verdirbst Fräulein Weber den mer Schlingsucht. „chlinge gar nicht. Fräulein Anna, stört es Sie, sich ein hungriger junger Mann mal ordentlich Damals, auf dem Ball, habe ich geglaubt—— ja, was habe ich mir denn eigentlich eingebildet? Er ist freundlich gegen mich gewesen. Er hat zwei Tänze mit mir getanzt und mich gebeten, die Maske zu lüften. Damals hat ihn das Unbekannte gelockt. Die Fremde, die unter der Maske steckte, übte einen Zauber aus. Nun ist der Zauber verflogen. „Das war aber ein schwerer Seufzer, liebes Kind,“ nickte die Gräfin und hob ihr Glas.„Stoßen Sie mit mir an. Ich heiße Sie im Atelierhause willkommen. Möge es Ihnen bei uns gefallen und das Haus Ihnen Glück und Frohsinn bringen.“ „Danke,“ sagte Anne leise. Die kalten Platten mundeten den Gästen ausgezeichnet. Besonders Hans von Grottkau kniete sich, bildlich gesprochen, in eine Lachsmayonnaise, von der er sich unanständig viel auf den Teller tat. Meersburg sah ihn strafend an. „Warum bohrst du mich denn mit Blicken in Grund und Boden?“ wehrte sich Grottkau.„Du hast heute fortwährend an mir auszusetzen und an meinen Appetit solltest du schon gewöhnt sein.“ „Ich furune, du verdirbst Fräulein Weber den Appetit mit deiner „Ich so wenn sick satt ißt?“ „Durchaus nicht. Es macht mir selber Appetit, Ihnen zuzusehen.“ „Da hast du's!“ Grottkau nahm zum drittenmal Lachsmayonnaise. „Na, mehr wie platzen kannst du nicht. Tue das nur nicht auf Tante Klaras Teppich, sonst fällst du in Ungnade.“ „Ich werde es zu Hause besorgen,“ versprach Grottkau ernsthaft. Schließlich waren alle satt. Sogar Grottkau erklärte, daß kein Stecknadelkopf mehr in ihm Platz hätte. Gräfin Altenklingen hob die Tafel auf. Man begab sich ins Wohnzimmer. Guste trug die Bowle herein und der Prinz füllte noch einmal die Gläser. Er hob sein Glas gegen Anne. „Auf Ihr Wohl, gnädiges Fräulein!“ Anne errötete. Sie konnte nicht antworten, denn Fritzi Hesterberg kam mit ihrem Glase angehüpft und ließ sich zu Annes Füßen nieder. „Wollen wir Brüderschaft trinken?“ fragte sie. „Eigentlich gehört es sich sa nicht, daß ich Kücken den Vorschlag zuerst mache aber Sie werden sich schon an meine schlechten Manieren gewöhnen. Meine Wahlund Qualonkels haben sich auch damit abgefunden. Also, wie ist's? Auf du und du!“ Anne sah in die offenen Augen Fritzis. Wirklich, sie sah wunderhübsch aus mit dem strahlenden Gesichtchen. Man mußte sie ja lieben. „Auf du und du, Fritzi,“ sagte sie herzlich. „So ist's recht! Schließt nur Freundschaft, Mädels“ sagte die Gräfin.„Aber wie kommst du darauf, dich als Kücken zu bezeichnen, Fritzi? Du tust ja gerade, als wäre Fräulein Anna von der Last ihrer Jahre erdrückt.“ „Das stimmt fast, Gräfin. Ich bin schon einundzwanzig,“ bemerkte Anne. „Gott behüte, welch ein ehrwürdiges Alter! Die einundzwanzig glaubt Ihnen kein Mensch.“ „Fragen Sie Senta. Sie war dabei, als ich den einundzwanzigsten Geburtstag feierte.“ Anne wechselte einen schelmischen Blick mit der Malerin. Professor Hesterberg hatte das Wort Geburtstag aufgeschnappt und witterte ein neues Opfer für seine astrologische Experimentiersucht. Er pirschte sich zu der Gruppe. „Wann hatten Sie Geburtstag, mein Fräulein?" fragte er interessiert. „Am 22. September,“ lautete die erstaunte Antwort. sentals rinzen schließlich doch „Nicht i alltäglich.“ Anne wurde rot. So ganz alltäglich war ihr Erscheinen au Ball und ihre Flucht vor dem Pri nicht gewesen! Der Professor rückte aufgeregt an seinem Augenglas. „Ich spreche nicht von Ihrem letzten Geburtstag, sondern von dem Datum Ihrer Geburt überhaupt, mein Fräulein. Ihr Geburtsdatum fällt auf den Tag, da die Sonne das Tierkreiszeichen der Jungfrau verläßt und in das Zeichen der Waage tritt. Notwendigerweise müssen Sie von den Eigenschaften beider Zeichen beeindruckt sein.“ „Dann habe ich also einen zwiespältigen Charakter, nicht wahr?“ scherzte Anne. „O nein, das ist damit durchaus nicht gesagt!“ „Welche Eigenschaften verleihen Jungfrau und Waage, Professor?“ Prinz Meersburg stellte diese Frage zur größten Ueberraschung seiner Tante. Er hatte Hesterbergs Steckenpferd bisher immer als Spielerei eines alten Mannes belächelt. „Das kann ich als gewissenhafter Astrologe erst sagen, wenn ich das vollständige Horoskop der jungen Dame ausgearbeitet habe. Dazu muß ich die genaue Stunde und den Ort der Geburt wissen.“ „Aber Professor,“ drängte der Prinz,„uns haben Sie auf den ersten Anhieb astrologisch abgeschlachtet. Ich erinnere mich genau, daß Sie mir einen herrschsüchtigen Mars und einen finsteren Saturn nachgesagt haben. Glücklicherweise kam irgendwoher eine strahlende Venus dazu, sonst hätte kein Hund mehr ein Stück Brot von mir genommen. Ich sehe nicht ein warum Fräulein Weber glimpflicher davonkommen soll. Los, lieber Freund, sezieren Sie die junge Dame! Wir sind sehr neugierig auf das Resultat.“ „Ich weiß nicht, ob das Fräulein einverstanden ist.“ Der Professor zögerte, aber man sah es ihm an, daß er sich über sein neuestes Opfer freute. Die Gräfin jedoch rief verblüfft: „Ernst, ich kenne dich ja gar nicht wieder! Warum willst du denn das arme Mädchen dem Professor ans astrologische Messer liefern? Du bist doch sonst nicht so!“ „Das macht mein streitsüchtiger Mars, Tante. Natürlich bestehe ich nicht auf der Prozedur, wenn sie Fräulein Weber unangenehm ist.“ „So arg wird ja mein Charakter nicht sein, daß er das Licht der Oeffentlichkeit scheuen muß,“ lachte Anne. „Bitte, Herr Professor, ich bin sehr neugierig.“ „Die Jungfraugeborenen sind klug, fleißig, ruhig und taktvoll. Sie besitzen Gerechtigkeit und viel Selbstbeherrschung. Sie zeigen oft ein verschlossenes Wesen, weil sie im Grunde schüchterne Naturen sind.“ „Von heute ab bekenne ich mich zur Astrologie,“ warf Senta Bratt ein.„Alle diese Eigenschaften hat Anna.“ „Weiter!" drängte Meersburg. „Jungfraumenschen üben strenge Selbstkritik, oft sind sie bescheiden bis zur Selbstverleugnung. Sie finden ihre beste Ergänzung in Menschen, die im Zeichen des Löwen geboren sind.“ Fritzi Hesterberg krähte vor Vergnügen. „Ernstchen, das bist du! Du bist im Juli geboren. Sonne im Zeichen des Löwen!“ erklärte sie sachkundig. „Waage betont den Gerechtigkeitssinn ihrer Kinder,“ dozierte der Professor weiter.„Sie schafft verfeinerte Naturen, die sehr sensitiv sind. Sie können sich nicht immer so gegen ihre Umwelt wehren, wie es nötig ist. Sie brauchen Schutz, denn ste sind zart und empfindsam!“ Grottkau klatschte demonstrativ in die Hände. „Ein ausgezeichnetes Charakterbild! Ich bin stolz auf Ihre Bekanntschaft, Fräulein Anna. Was habe ich dagegen in die Waagschale zu werfen? Ich bin die Karikatur eines Charakters!" „Und wie sieht die aus?“ lächelte Anne. „Fragen Sie nicht! Ich verhülle mein Haupt vor Scham. Der Professor hat mich als Stiermenschen erkannt. Ich bin materiell. Ich esse und trinke gern und gut. Habe zwar einen praktischen Sinn, bin aber einer anstrengenden Tätigkeit abhold. Mit einem Wort: dumm, faul und gefräßig. Ist das nicht eine gräßliche Innenaufnahme?“ „Das kann ich nicht finden,“ neckte Anne übermütig. „Sie kommt mir ziemlich normal vor.“ „Du bist erkannt, Hans!“ lachte der Prinz. „Herr von Grottkau vergröbert sein Horoskop,“ beklagte sich der Professor.„Er nimmt die Astrologie nicht ernst. Uebrigens möchte ich noch etwas sagen, mein Fräulein, wenn ich damit keine schmerzliche Stelle berühre.“ „Sprechen Sie ruhig.“ „Bei den Jungfraugeborenen besteht häufig wenig oder gar keine Sympathie zwischen einigen#### mitgliedern.“ Anne sah den alten Herrn verblüfft an. „Sie haben recht,“ sagte sie offen. Professor Hesterberg geriet übr. Feuer. „Wenn Sie mir Ihre Hand reichen wollen, kann ich hnen noch mehr sagen. In der Astrologie bin ich noch änger. Die Handlesekunst aber ist mein eigentliches Steckenpferd. Anne zögerte ein wenig, dann reichte sie dem Professor die Rechte. „Auch die Linke, bitte.“ Mit gespanntem Gesichtsausdruck neigte sich Hesterberg über die schmalen Handflächen. „Sie haben eine sonderbare Schicksalslinie, mein Fräulein. Spielen Sie nicht ein wenig Verstecken mit „## Persönlichkeit;“ „Na, na, Professor: mahnte Senta Bratt. „Man hat Ihnen ein großes Unrecht zugefügt,“ fuhr Hesterberg unbeirrt fort.„Einmal hat das Glück Ihren Weg gekreuzt, aber Sie haben es nicht halten können. Sie müssen sehr aufpassen, liebes Fräulein. Es wird ein ungeheuerlicher Betrug an Ihnen verübt werden von einer Person, die— aber Sie sind ja Waise, wenn ich nicht irre?“ „Ich bin Waise,“ sagte Anne mühsam. „Eine Person, die Ihnen blutsverwandt ist, wird Sie schamlos hintergehen.“ Anne war sehr blaß geworden.(Forts. folgt.) Familien= ber die Anerkennung in Ihn Anft Lebensstandard Bredow wird weiter vernommen I belung der Wirtschoft Komnf gegen ur. S#ebdtr enn#.:.„ g. Ankuroetung per wirtschaft, Kampf gegen Arbeitslosigkeit. Sicherung der eigenen Ernährung — das alles liegt auf einer Linie, das alles hängt unmittelbar zusammen, das alles aber läßt sich auch nur erfolgreich durchführen, wenn der Lebensstandord des Volkes gesichert ist. Es ist nie verschwiegen worden, daß die Löhne in Deutschland niedrig liegen und daß sehr viele Arbeitslose eine außerordentlich niedrige— Entschädigung für ihre Arbeit erhalten. Der Führer hat jedoch wiederholt angekündigt, daß er die Lohnregulierung einer späteren Zeit vorbehalten müsse, einmal aber die Zeit kommen werde, da er auch an die Durchsetzung eines gerechten Lohnes gehen würde. Wenn das heutige Einkommen umstritten werden kann, so sind dennoch Lohnkämpfe selbstverständlich ausgeschlossen. Bittere Uebervorteilungen von Arbeitern und deren gerechte Forderungen werden durch die dafür geschaffenen Instanzen auf dem Verhandlungswege, und wenn es sein muß, durch einen bestimmten Nachdruck behoben und zu erfüllen versucht. Im übrigen herrscht in Deutschland der Geist der Opferbereitschaft, die Einsicht, daß jeder sich zu bescheiden habe, weil zunächst an die Arbeitsbeschaffung alles gesetzt werden muß. Wie gesagt, ist die Voraussetzung für den Aufbau und für den Endsieg ein stabiler Lohn, dem jedoch ebenso stabile Preise gegenüberstehen müssen. Denn jeder muß mit seinem Einkommen rechnen und sich nach diesem Einkommen einstellen und seinen Lebensstandard bestimmen können. Nun hat es sich trotzdem wiederholt gezeigt, daß die liberalistische Methode der Preisbildung noch nicht ganz überwunden ist und der gerechte Preis bestimmten Leuten nicht recht behagt. Es sind Versuche gemacht worden, sogenannte Konjunktur zu schaffen. Das heißt, Waren zurückzubehalten, um sie zu verknappen oder aus Gerüchten, daß irgendwie Rohstoffmangel herrscht, Vorteile zu ziehen. Da hat nun der Staat mit seinen Organen rücksichtslos eingegriffen. Der Spekulation ist in Deutschland der Boden entzogen worden. Reichsernährungsminister und Reichsnährstand haben in gemeinsamer Arbeit den gerechten Preis für die landwirtschaftliche Lebensmittelproduktion gefunden, sie kontrollieren den Preis vom Erzeuger an und haben damit dem Erzeuger, dem Handel und dem Verarbeiter eine Gewinnspanne gegeben, die zur Aufrechterhaltung des Betriebes und der Existenz reicht und sie haben darüber hinaus im Endeffekt den stabilen Preis für alle landwirtschaftlichen Erzeugnisse gefunden. Der Konsum kann also mit dem gerechten Preis und dem festen Preis rechnen. Dieses Vorbild hat weiter angeregt und den gerechten Preis für fast alle Konsumwaren, vor allem Waren des täglichen Bedarfs, geschaffen. Wenn hier auch bislang noch keine durchgreifende Kontrolle bemerkbar war, so ist diese nunmehr durch den Erlaß eines Gesetzes über die Einsetzung eines Reichskommissars für Preisüberwachung bestimmt worden. Diesem Gesetz ist bekanntlich ein Erlaß des preußischen Ministerpräsidenten Göring an die Oberpräsidenten, Regierungspräsidenten und Polizeipräsidenten vorausgegangen, der schwere Strafen auf Preissteigerungen androhte und die amtlichen Organe anwies, auf jede künstlich herbeigeführte Warenverknappung und Preissteigerung zu achten. Diese Verordnung des preußischen Ministerpräsidenten bleibt selbstverständlich weiter bestehen, sie wird indessen die Arbeiten des Reichskommissars für Preisüberwachung unterstützen. Damit ist nun die Gewähr gegeben, daß die Konjunkturgewinnler, die aus der Notlage bestimmter Kreise ihren Vorteil zu ziehen versuchen, gezwungen sind, die einmal gefundenen gerechten Preise zu halten. Und damit ist auf der ganzen Linie eine einheitliche Regelung der Preisfrage erfolgt, die es der breiten Masse möglich macht, den einmal gefundenen Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Damit werden aber auch alle aufkommenden Verbitterungen beseitigt. Es ist ja kein Geheimnis, daß die Lohnkämpfe der vergangenen Zeit zumeist durch willkürliche Preissteigerungen bedingt waren, und die Unruhe auf dem Warenmarkt, die Unruhe in der Lohnfrage förderte. Eine alte Erfahrung war es, daß Konjunkturgewinnler regelmäßig aus höheren Lohntarifen ihren Nutzen zu ziehen versuchten und jede Lohnaufbesserung letzten Endes durch höhere Preise wieder verschlungen wurde und so eine Schraube ohne Ende entstand. Man kann mit einem geringen Einkommen selbstverständlich richtiger disponieren und auskommen, wenn immer mit stabilen Preisen gerechnet werden kann. Und diese Sicherheit ist jetzt gegeben: Weder von der Lohnseite noch von der Preisseite können Beunruhigungen auftreten. Deutschland geht durch die Sicherung der Festpreise, durch die Bekämpfung jeden spekulativen Moments, seinen eigenen Weg, und es kann diesen Weg einhalten, weil dafür gesorgt ist, daß die Preisbildung von gerechten Grundsätzen aus und unter Berücksichtigung aller Momente vor sich geht. Der große Kundfunkprozeß Zu Beginn der Dienstagsitzung im großen Rundfunkprozeß setzte der Hauptangeklagte Bredow seine Darstellung über die Entstehungsgeschichte und den Aufbau des Rundfunks fort. Bredow schilderte ausführlich die finanziellen Schwierigkeiten, die in der letzten Inflationszeit und in der Uebergangszeit zur Stabilisierung der Währung der Bau der Sender gemacht habe. Bredow gab zu, daß er, um Mittel für den Ausbau des Sendernetzes zu schaffen, unter Verletzung des Haushaltsrechts die Rundfunkindustrie und den Rundfunkhandel zu verschiedenen Abgaben gezwungen habe, so durch Banderolierung der Röhren und Gebühren für die Prüfung und Stempelung der Geräte. Die dafür eingenommenen Gelder wurden auf ein Sonderkonto„Rundfunk" bei der Generalpostkasse eingezahlt. Dies sei an sich ein schwerer Verstoß gegen die Haushaltsordnung gewesen. Aber nur dadurch sei überhaupt die weitere Entwicklung des Rundfunks ermöglicht worden, der später der Reichspost viele hundert Millionen an Einnahmen gebracht habe. Alle diese Sondermaßnahmen habe er aufgehoben, als der Ausbau des Sendernetzes aus ordentlichen Haushaltsmitteln möglich gewesen sei und die Reichspost die Finanzierung übernommen hatte. Magnus über die Gründung der Funkstunde Der Angeklagte Magnus berichtete alsdann eingehend über die kaufmännische Seite der Gründung des Berliner Rundfunks. Der Vox=Konzern habe sich im Herbst 1923 bereit erklärt, für die Gründung 3000 englische Pfund zu zeichnen; das sei in der damaligen Zeit schlimmster Inflation ein außerordentlich wertvoller Beitrag gewesen. Der Konzern habe dafür zunächst sämtliche Aktien übernommen. Bei der Gründung der AG. seien insgesamt 60 000 Goldmark eingesetzt worden, mit denen der Betrieb aufgenommen worden sei. Entsprechend den Vertragsbestimmungen habe der Vox=Konzern dann 1924 51 v. H. der Aktien übergeben, und zwar zum Teil an die„Deutsche Stunde“, die die Vertreterin der Interessen der Reichspost gewesen sei, an die Reichspost selbst und zum Teil an die Dradag. Die Einrichtung des Rundfunks sei vom Vox=Konzern leihweise zur Verfügung gestellt worden. Der Rundfunk habe sofort große Gewinne abgeworfen. Schon 1926 seien zwei Millionen Reingewinn zu verzeichnen gewesen, die an die inzwischen gegründete Reichsrundfunkgesellschaft hätten abgeführt werden können. Dann schilderte der Angeklagte Dr. Otto die Entwicklung des Leipziger Rundfunks. Bredow wies mit Nachdruck zurück, sich selbst jemals Vater des Rundfunks genannt zu haben. Diese Bezeichnung sei ihm von unterwürfigen Schmeichlern gegeben worden. Er habe sie niemals für sich in Anspruch genommen. Zum Schluß der Nachmittagssitzung schilderte Bredow, daß der Rundfunkbetrieb eine schwere Belastung durch die Forderung der Länder erhalten habe, in den örtlichen Sendegesellschaften politische und kulturelle Ueberwachungsausschüsse einzusetzen. In diesen Ausschüssen saßen die Parteivertreter der einzelnen Landtage. So waren über 100 Parteivertreter im ganzen Reich Erfolg deutscher Flieger In acht Tagen von Dessau nach Johannisburg Drei Junkers=Flugzeuge, die vor genau acht Tagen in Dessau zu einem Fluge nach Südafrika gestartet waren, sind am Montag in Johannesburg eingetroffen. Die Flugzeuge haben für die gewaltige Strecke eine reine Flugzeit von nur 43 Stunden und 20 Minuten benötigt. Der Flug führte über Kairo, Chartum, Juba, Dodoma und Salisbury. Die Zuverlässigkeit der deutschen Maschinen wurde während eines furchtbaren Tropengewitters über dem Weißen Ril auf eine schwere Probe gestellt, jedoch konnten alle drei Flugzeuge ohne jede Beschädigung ihren Flug durchführen. Der Empfang in Johannesburg war außerordentlich freundlich. Die gesamte Oeffentlichkeit und vor allem auch die Presse und die Fachkreise zollen der großen fliegerischen Leistung höchste Anerkennung. Amerika überwacht die Küste Der Opium= und Chinesenschmuggel Durch die Auffindung der 17 Chinesen in Atlantic(New Jersey) ist die Bundespolizei einem Schmugglerring auf die Spur gekommen, der sowohl an der Ostküste als auch an der Westküste arbeitete und bereits über 100 Chinesen nach Amerika eingeschmuggelt hat. Außerdem haben die Schmuggler Opium im Werte von über einer Million Dollar auf Schleichwegen ins Land gebracht. Um die Tätigkeit der Schmuggler zu unterbinden, hat die Bundespolizei nunmehr eine in der Lage, in die Rundfunkangelegenheiten scharfe Ueberwachung der Küsten der Vereinigten ständig hineinzureden. Bredow schloß seine Aus- Staaten durch Flugzeuge angeordnet, die etwa der Tragik dieses Zustan= noch auf hoher See wartende Schmugglerschiffe auffinden sollen. Außerdem werden alle verdächtigen Schiffsdewegungen zwischen China, West=Indien und der Küste des Stillen Ozeans und des Atlantischen Ozeans aus der letzten Zeit nachgeprüft. führungen: Die Größe ver Tragik dieses Zustandes kann man erst heute ermessen, wo alles von einer Persönlichkeit gemacht wird im autoritären Staat Adolf Hitlers. Die Sitzung wurde dann auf Donnerstag vormittag vertagt. Die Frau in Den erschlägen Zehn Jahre Zuchthaus wegen Totschlags an der Ehefrau Das Dortmunder Schwurgericht verurteilte am Dienstag den Albert Schenkmann aus Bergkamen wegen Totschlags seiner Ehefrau zu zehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust. Schenkmann hatte im Jahre 1920 eine Witwe geheiratet, die sechs erwachsene Kinder mit in die neue Familie brachte. Schenkmann wurde im Laufe der Jahre einmal wegen Sittlichkeitsverbrechens an seinen beiden Stieftöchtern verurteilt. Er hatte auch früher schon Strafen erhalten. und zwar wegen versuchter Nötigung. Bedrohung. Hausfriedensbruchs und unbefugten Wassenbesitzes. In der Familie kam es des öfteren zu heitigen Auseinandersetzungen. Als die Stieftochter im September dieses Jahres ihren Polterabend feierte, vermißte sie ihre Geldbörse mit 25 Mark, die sie in den Küchenschrank gelegt hatte. Der Verdacht, das Geld an sich genommen zu haben, richtete sich gegen den Stiefvater. Die Angelegenheit, die Schenkmann zuerst sehr erboste, wurde aber im Laufe des Abends noch beigelegt. Am anderen Tage aber, als Schenkmann zu einem Bekannten kam und mit diesem den Fall besprach, kam ihm der Aerger wieder hoch. Er ging ins Haus. holte seine Frau mit Gewalt von einer Nachbarin und brachte sie in die eigene Wohnung, wo er sie aufs Bett warf. Dann holte Schenkmann ein Beil aus dem Keller und schlug damit auf die Frau ein, deren Kopf vollständig zertrümmert wurde. Nach der Tat stellte er sich der Polizei, wo er sich ziemlich herausfordernd benahm. Der Staatsanwalt hatte, da es sich um einen gemeingefährlichen Menschen handelt, 15 Jahre Zuchthaus beantragt. Läden geschlossen Wegen ungerechtfertigter Preissteigerung Der Polizeipräsident in Gleiwitz gibt bekannt: In Verfolg des Erlasses des preußischen Ministerpräsidenten über ungerechtfertigte Preissteigerungen habe ich am 5. November in Hindenburg einen Fleischerbetrieb und in Beuthen vier Fleischerbetriebe polizeilich geschlossen, weil die Geschäftsinhaber sich geweigert haben, den auf Grund der Verordnung des Reichskommissars für Preisüberwachung getroffenen Anordnungen des Regierungspräsidenten vom 23. Oktober 1934, Preisverzeichnisse in den Schaufenstern auszuhängen, nachzukommen. Der 9. November in Berlin Die RSK. meldet: Berlin wird am 9. November im Zeichen des Gedenkens an die Gefallenen der Bewegung stehen. An allen Gräbern, in denen Vorkämpfer des Nationalsozialismus ruhten und am Ehrenmal am Fehrbelliner Platz werden Ehrenwachen aufziehen. Kränze des Gauleiters, des Führers der Gruppe Berlin=Brandenburg und der anderen Formationen werden an den Gräbern der Gefallenen und am Ehrenmal niedergelegt. Am Hause Alte Jakob=Straße 1a wird eine Gedenktafel für den am 7. Juni 1932 gefallenen SA.=Mann Friedrich Schröder enthüllt werden. Am Abend findet im Sportpalast eine große Kundgebung statt, in deren Mittelpunkt der feierliche Uebertritt von 200 Hitlerjungen in die SA. steht. Im Anschluß daran marschieren die Ehrenformationen zum großen Zapfenstreich und Vorbeimarsch am Ehrenmal am Fehrbellin=Platz. Ministerpräsident Göring in Kassel Ministerpräsident Göring traf Dienstag vormittag im Flugzeug„Manfred von Richthofen“ mit seiner Begleitung auf dem Waldauer Flugplatz in Kassel ein. Um 11.39 Uhr kam das Flugzeug in Sicht und landete kurz darauf glatt. Ministerpräsident Göring begrüßte den Oberpräsidenten und den Gauleiter sowie die übrigen Herren auf das freundlichste, nahm einen Blumenstrauß entgegen und schritt dann, während der Präsentiermarsch erklang, die Front der aufgestellten Formationen ab. Die Menge begrüßte ihn mit lauten Heilrufen. Sodann begab sich der Ministerpräsident mit dem Oberpräsidenten und dem Gauleiter im Kraftwagen durch die von Schulkindern und Bevölterung dicht umsäumten Straßen der reich beflaggten Stadt zum Hause des Oberpräsidenten. Nach einem kurzen Aufenthalt wurde eine Besichtigungsfahrt zum Reinhardwald und zur Forstlichen Hochschule in Hannoversch=Münden angetreten. Reichsforstmeister Goering trat kurz nach 12½ Uhr vom Oberpräsidium aus seine Besichtigungsfahrt durch den Reinhardtwald an, die zunächst zu dem Gestüt Beberbeck führte, wo SA, Arbeitsdienst und Schulen Aufstellung genommen hatten. Nachdem der Reichsforstmeister die Front abgeschritten hatte, wurde die Fahrt zum Urwaldbezirk des Waldes bei der Sababurg fortgesetzt, wo die gesamte Beamtenschaft der in Frage kommenden Oberförstereien und die Waldarbeiter zum Empfang Aufstellung genommen hatten. Beflaggung wird geregelt Reichsinnenminister Dr. Frick kündigt, wie das Rdz meldet, in einem Rundschreiben an die Landesregierungen an, daß die Beflaggung der öffentlichen Gebäude, zu denen auch die Schulgebäude gehören, demnächst allgemein geregelt werden wird. Bis dahin sei es erwünscht, daß auf diesen Gebäuden nur die Reichs= und Landesfahnen gesetzt würden. Landesstellenleiter bei Dr. Goebbels Dienstag mittag versammelten sich die Landesstellenleiter und Referenten des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda zu einer Arbeitstagung im Ministerium. Reichsminister Dr. Goebbels leitete die Tagung mit grundsätzlichen Ausführungen über die Arbeit der Landesstellenleiter ein. Er gab dabei einen umfassenden Ueberblick über die politische Lage und die dabei sich zu Presse, Rundfunk und Propaganda ergebenden Aufgaben. Der Kirchenkampf in Mexiko Der Kirchenkampf dauert in den einzelnen mexikanischen Staaten mit unverminderter Schärfe an. Aus Merida wird gemeldet, daß der Erzbischof Martin Trichler aus unbekannten Gründen zur Vernehmung auf das Polizeipräsidium befohlen worden ist. Im Staate Yucatan haben die Kirchenbehörden die Schließung der Kirchen angeordnet, nachdem auf Anordnung des Staatsgouverneurs Polizeibeamte vor den Kirchen aufgestellt worden waren, angeblich, um Uebertretungen des Kultgesetzes zu verhindern. Das Parlament des Staates Puebla hat das Bundesgesetz über die Einführung des sozialistischen Schulunterrichtes gebilligt. Das Parlament des Staates Queretaro nahm am Dienstag ein Gesetz an, das die Priesterzahl im Verhältnis zur Bevölkerung festlegt. Danach soll im Staate Queretaro auf 200 000 Einwohner ein Priester kommen. In der Stadt Queretaro wurden zwei Priester verhaftet, weil sie in einem Privathaus die Messe gelesen hatten. Im Staate Durango wurde für alle Geistlichen die Erlaubnis, ihr Priesteramt auszuüben, zurückgezogen. Die Folge davon ist: Kein katholischer Priester hat bisher um die Erlaubnis nachgesucht, amtieren zu dürfen. Die Folge davon ist, daß seit dem 1. November kein Gottesdienst mehr stattfinden kann. Bis jetzt wurde in Tabasco Camece, Aguascalientes, Oaxaxa, Chiapas, Zacatecas, Chiahuahua, Vera Cruz und Durango kein Gottesdienst abgebelten. Explosion beim Reinigen eines behälters Drei Arbeiter getötet Bei Cette am Golfe du Lion waren vier Arbeiter mit Ausbesserungsarbeiten an einem leeren Petroleumbehälter beschäftigt. Plötzlich folgte eine riesige Explosion. Die Arbeiter wurden in die Luft geschleudert. Drei von ihnen fanden in den Flammen den Tod. Der vierte trug so schwere Verletzungen davon, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Das Feuer konnte glücklicherweise bald gelöscht werden. Man nimmt an, daß einer der Arbeiter beim Anzünden einer Zigarette die aus dem Behälter ausströmenden Gase entzündet hat. Schiffsunglück beim Manöver Amerikanischer Zerstörer gerammt Bei einer Gefechtsübung in der Nähe der Bucht de la Magdalena an der Küste Nieder=Kaliforniens(Mexiko) rammte der Zerstörer„Ellis“ in voller Fahrt bei einem Torpedoangriff den Zerstörer„MC. Farland“, der anscheinend ein großes Leck erhielt. Ein amerikanischer Kreuzer und zwei Tender leisten den beiden amerikanischen Zerstörern Hilfe. Sandsturm in Südkanada Der Ort Ranton in der südkanadischen Provinz Alberta wurde am Montag von einem Sandsturm überrascht. Plötzlich verdunkelte sich die Sonne, und die ganze Gegend um Ranton wurde in Nacht gehüllt. Der feine Sand häufte sich wie Schneewehen in den Straßen. Der Verkehr wurde zeitweise lahmgelegt. In wenigen Zeilen Staatsminister Adolf Wagner, der Gauleiter des Traditionsgaues München=Oberbayern, hat sich entschlossen, dem in einem einstimmig gefaßten Beschluß des Gesamtvorstandes des Deutschen Sparkassen= und Giroverbandes beruhenden Wunsch zu entsprechen, den Vorsitz des deutschen Sparkassen= und Giroverbandes im Ehrenamt zu übernehmen. Der Chef der Marineleitung, Admiral Dr. h. c. Raeder, hat am Dienstag eine Besichtigungsreise nach Wilhelmshaven angetreten, von der er am 9. November nach Berlin zurückkehren wird. Am 10. November findet in Weimar in Gegenwart von Vertretern der Reichsregierung und der Länderregierungen eine Schiller=Gedenkfeier statt, auf der Reichsminister Dr. Goebbels die Gedenkrede halten wird. Der englische Staatssekretär des Aeußern, Sir John Simon, erklärte am Montag im Unterhaus auf verschiedene Anfragen, daß die Verwendung britischer Truppen im Saargebiet von der britischen Regierung niemals in Aussicht genommen sei und niemals in Frage komme. Ineinem Hotel in Nizza wurde Friedrich Schaie, der unter dem Namen Rotter an der sogenannten Rotter=Affäre beteiligt ist, auf Grund eines Auslieferungsantrages der Reichsregierung festgenommen. Die Staatsanwaltschaft in Aix=en=-Provence wird über das Auslieferungsbegehren entscheiden. In47 Staaten der amerikanischen Union sanden am Dienstag die Wahlen für esbesretamn hof, 1-Uhggachhste ke Repräsentantenhauses, 33 Senatoren und 38 Gouverneure wurden neu gewählt. A Ueber den landwirtschaftlichen Betrieb des Bauern Ernst Köther in Lichtendorf b. Schwerte, eingetragener Eigentümer der Grundstücke Band II Artikel 74 des Grundbuchs von Lichtendorf wird heute, Samstag, den 3. November 1934, 12 Uhr, das Entschuldungsverfahren gemäß Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhältnisse vom 1. Juni 1933(RGBl. I. S. 331) Die Landesbank der Provinz Westfalen in Münster i. W. wird zur Entschuldungsstelle ernannt. Die Gläubiger werden unter Hinweis auf die Rechtsnachteile des§ 11 Abs. 2 des Entschuldungsgesetzes aufgefordert, ihre Ansprüche möglichst in doppelter Form bis zum 15. Dez. 1934 bei dem unterzeichneten Amtsgericht anzumelden und die in ihren Händen befindlichen Schuldurkunden einzureichen. Die Unterlagen für die Eröffnung des Verfahrens können auf der Geschäftsstelle, Zimmer Nr. 13, eingesehen werden. Schwerte, den 3. November 1934. Das Amtsgericht. 2134 Gesungen!., in allen Preislagen empfiehlt Buchhandlung E. Braus, Schwerte Adolf=Hitler=Platz 3 Große Marktstraße 3 N. S. Frauenschaft Ortsgruppe Schwerte Am Mittwoch, den 7. Nov. 1934 abends um 20 Uhr findet für alle 3 Gruppen der N. S. Frauenschaft, im Parteilokale Wilkes, Schwerte, Bahnhofstraße, eine Pflichtversammlung tatt. Frl. Leipert, Bochum spricht über Sinn und Art der deutschen Revolution. 2182 Die Mitglieder werden gebeten, vollzählig zu erscheinen. Die Ortsgruppenleiterin der N. S. Frauenschaft, Schwerte Frau Obstfeld. Preuß.-Süddeutsche Klassenlotterie Heute letzter Erneuerungstag für die Lose der 2. Ziehung: Jsuckkändtung, Cartz Gkaus Hornbrille in dunkelblauem Lederetui auf der Bahnhofstraße verloren gegangen. Abzugeb.: Kampstr. 29, Hinterhaus, Büro. 2181 Bücher finden Sie in reichhaltiger Auswahl in der Buchhandlung Carl Braus Bald lockt wieder die weiße Spur... Dianae fast neu, preisPianos wert abzugeben. Verlangen Sie Angebot von Fabrik Rolh& Junius Bahnhofetr. 29. baom Rechten, Gerndu ichers .19 Se5es dahal Man Woen bchallen undhat Manam Rama uudt orr 277 Vorlagen empfiehlt Carl Braus Neukirchener Kalender 1935 schon jetzt vorrätig Preis 0.90 Mr. Buchhandlung Carl Braus Adolf=Hitler=Platz 3 Große Marktstr. 3 Du leuchtende Schönheit, du klingender Frost, Dir jauchzt unsere Seele im segenden Ost Ein jubelnd Stiheil entgegen. Schwerte, 6. Nov. Es muß etwas Sonderbares um die Gilde der Schneeläufer sein, wenn sie zu Zeiten, in denen die Alltagsmenschen nach den Sommererinnerungen nachträumen, oder in denen diese für die Herbst= und nahende Winterszeit sich nur Gedanken und Sorgen um Kleidung, Nahrung und Heizung machen, als ein kleines Völklein fiebernd der Zeit entgegenlebt, in der die allgütige Natur den weißen Hermelin über Wald und Flur breitet. Der rechte Skiläufer kramt nun schon in seinem Skistall herum, holt die Bretter, prüft sie auf Spannung und Elastizität, schaut die Bindung nach, kümmert sich auch um seine Kleidung, sein Schuhzeug und um die sonstige Ausrüstung; die schneelaufbegeisterte Jugend drängt sich wieder vor den Auslagen der Wintersportgeschäfte, drückt die Nasen an den Schaufenstern platt, um ja alles genau zu erhaschen und zu erspähen, was es in diesem Winter an Neuigkeiten geben wird. Die Werbeschriften der einschlägigen Industrie, die Ankündigungen der Wintersportplätze werden gierig durchstöbert, die Gedanken eilen voraus, jener einzigen Nacht im Jahre zu, in der schließlich unter dem Lichterbaum heimliche Wünsche ihre letzte Erfüllung finden:„... und die Schneeschuhe sind doch gekommen!“ Verwundert es daher, wenn auch wir unsere vielen Freunde in unserer Deutschen Turnerschaft darauf aufmerksam machen, daß es wieder Zeit ist, an all das zu denken, was für den Genuß der herrlichen Winterwochen auf den raschen Gleithölzern notwendig ist. Ein Hauptfehler vieler Schneeläufer ist der, daß sie körperlich unvorbereitet beim ersten Schnee sich auf die Bretter stellen. Sie sind sehr schnell überanstrengt und können aus diesem Grunde die wahren Schneeläuferfreuden nicht erleben. Müde und unlustig bewegen sie sich bald durch die verschneite weiße Welt. Dazu kommt dann noch, daß diese müden, matten Gestalten sich nicht durch geschulte Lehrwarte unterweisen lassen, sondern glauben, die Schneelaufkunst könnte man sich leicht absehen. Wie anders alle die, die wissen, welche hohe Anforderung der Schneelauf an sie stellt und sich infolgedessen genügend darauf vorbereitet haben. Wenn nun noch die Bretter in Ordnung und liebevoll gepflegt sind, so ist für diese der Schneelauf nicht nur körperliche Anstrengung und Leibesübung, sondern auch seelisches Erleben, Ausspannung und Kräftesammlung für den Alltag. Er singt mit dem Schwaben Dr. Frey: Mag lauern zu Hause wer lauern mag, Mich zieht ein mächtig Verlangen, Den sonnlichtdurchfluteten Wintertag In meiner Seele zu fangen. Die Fachschaft Schneelauf in der Deutschen Turnerschaft wird bemüht sein, auch im kommenden Winter in allen Vereinen das Interesse für den Schneelauf zu wecken, und in besonderen Abteilungen durch geeignete Körperschule die Muskeln und vor allen Dingen die Organkraft zu stärken. Die 1932 in der Schwerter Turnerschaft von 1868 gegründete Skiabteilung beginnt am morgigen Donnerstag wieder ihre Uebungen im„Reiche des Wassers". Auch Nichtmitglieder des Vereins sind zu diesen Uebungsabenden herzlichst eingeladen. Durch einen Zusammenschluß sämtlicher Schneeläufer Schwertes könnte der Schneelauf vielleicht auch denen zugänglich gemacht werden, die noch vor den Kosten zurückgeschreckt sind. Die Fachschaft Schneelauf in der Deutschen Turnerschaft wird neben der Vermittlung des schiläuferischen Könnens die Liebe zu Volk und Heimat, die auf winterlichen Fahrten gepflegt und vertieft werden kann, als eine der schönsten Aufgaben betrachten. Sie wird all ihren Freunden und Anhängern die innere Verbundenheit mit der Deutschen Landschaft als eine wertvolle Erziehungspflicht zur Volksgemeinschaft machen, und sie wird den Gedanken der großen deutschen Schiläufergemeinde hegen und pflegen, im Hinblick auf die Heranbildung und Ertüchtigung eines wetterharten und tüchtigen deutschen Geschlechtes. Lürnen, BfL. Schwerte Iserlohn 11 1.— VfL. Schwerte 1. 2:1(1:0) Die Sportanhänger von VfL. erlebten in Iserlohn eine große Enttäuschung. Man hatte doch von der eigenen Mannschaft, die gegen Nachrodt ein glänzendes Spiel vorführte und dementsprechend mit 10:0 gewann, etwas mehr erwartet. Durch eigenes Verschulden hat die Elf das Spiel verloren. Durch anhaltende Meckereien und eigensinniges Spiel machte sich in erster Linie die Schwerter Stürmerreihe unbeliebt. Vielleicht wird der Verein diese beiden Punkte noch einmal bitter entbehren. Eine große Schuld an diesem zerfahrenen Spiel trägt aber auch der morastmäßige Platz. Was das Gelände noch an trockenen Stellen aufzuweisen hatte, war durch das vorher stattgehabte Spiel der 2. Mannschaften der anderen Spielfläche gleichgemacht. Der Ball blieb förmlich im Schlamm stecken, wodurch das Zusammenspiel ltt. In der ersten Halbzeit konnten die Schwerter sich nicht finden, wodurch die Iserlohner im Vorteil waren. Die Hintermannschaften von V'L. hatte stark zu kämpfen, um sich der gefährlichen Angriffe der blauweißen Stürmerreihe zu entledigen. Eine ganz gefährliche Situation, die totsicher ein Tor gegeben hätte, weiß Wallmann im richtigen Moment zu vereiteln. Nach 25 Minuten Spieldauer bricht für die Gäste das Verbängnis herein. Ein schöner Angriff der Iserlohner Stürmerreihe führt zum ersten Erfolg für den Gastaeber. Kurz vorher mußte Finkhaus wegen einer Fußverletzung ausscheiden, wodurch die Mannschaft eine große Stütze verlor. Immer wieder fehlt im Sturm der fünfte Mann. Alle Anstrengungen der Schwerter sind vergebens. Kaum ist Finkhaus wieder eingetreten, da muß Schoppol das Svielfeld verlassen, was ebenfalls auf eine Fußverletzung zurückzuführen ist. Die Mannschaft wird dadurch auseinandergerissen. Henning wird in die Verteidigung zurückgerufen, wodurch die Stürmerreihe mit vier Spielern weiterkämpfen muß. Die Iserlohner wissen diese Schwächeperiode aus=unutzen und versuchen den zweiten Treffer anzubringen, was aber bis zur Halbzeit nicht gelingt. Nach dem Seitenwechsel dreht sich das Vild. Mann vor der Nause der Platzverein in Front war, so ist es jetzt die G5steelf, die den Syieß umdreit Schoppol hat sich inzwischen wieder erhaft, aber das sonst so sichere Stehvermöcen lößt rach der Verletzung viel zu sh.'g Die V##erlohner werden zeitweise vollständig in ihre Svielhälfte zurückgedrängt, aber Erfolge sind der Schwerter Mannschaft nicht vergönnt. Der Platzverein verlegt sich auf Durchbrüche und bringt es sogar fertig, bald nach dem Seitenwechsel den zweiten Treffer zu erzielen. Schwonke hatte das Tor verlassen und Iserlohns Mittelstürmer kann mühelos das Leder einsenden. Das ist den Gästen doch etwas zu dumm, und mit neuem Elan geht es ans Werk. Angriff auf Angriff rollt aufs Iserlohner Tor, aber nichts will glücken. Die Spieler der Stürmerreihe machen dadurch einen großen Fehler, daß man sich mit den gegnerischen Spielern auf lange Reklamationen und Auseinandersetzungen einläßt, wodurch die schönsten Torgelegenheiten verpaßt werden. Des öfteren werden die Regeln des Unerlaubten gestreift, und es wären bestimmt mehrere Platzverweise zu verzeichnen gewesen, wenn nicht der Schiedsrichter verschiedentlich ein Auge zugedrückt hätte. Immer bitterer sieht es für die Iserlohner aus. Die Schwerter lassen sich noch kaum aus dem Strafraum herausbringen, aber Iserlohens Hintermannschaft kämpft unentwegt weiter mit dem Grundsatz, das Ergebnis zu halten. Wieder einmal kombiniert die Schwerter Fünferreihe im gegnerischen Strafraum, der Ball wird vom Torwart nur schwach abgewehrt. Schwertes Mittelstürmer ist zur Stelle und kann für den Torwart unhaltbar zum ersten Gegentreffer einsenden. Der Jubel bei den Schwerter Sportanhängern ist groß; ist man doch der bestimmten Meinung, daß auch nun noch der Ausgleichstieffer fällt. Aber man hat sich verrechnet. Der längst verdiente Ausgleichstreffer bleibt der Mannschaft versagt. Sie Iserlohner können als glückliche Sieger den Platz verlassen. Ein Unentschieden hätte dem Spielverlauf besser entsprochen. Die Iserlohner zeigten keine besonderen Leistungen. Der bessere Mannschaftsteil war jedoch die Stürmerreihe. Die Schwerter Elf war gegen vorigen Sonntag nicht wiederzuerkennen und hat sich den Verlust des Spieles selbst zuzuschreiben. In erster Linie ist die Stürmerreihe an dieser Niederlage schuld, die zum größten Teil der Spielzeit ohne Zusammenhang spielte. Der schlüpfrige Boden kann nicht ganz entschuldigen.— 2. Iserlohn— 2. VfL. Schwerte 0:6. sein. Die Hüstener stellten eine Mannschaft ins Spiel, die sehr gut aufeinander abgestimmt war und gute Leistungen vollbrachte. Schwerte mußte für Mittelläufer und Rechtsaußen Ersatz einstellen, lieferte dennoch den Gästen ein ebenbürtiges Spiel. Gleich beim Spielbeginn ziehen die Gäste mächtig vom Leder und Schwertes Hintermannschaft muß schwere Arbeit verrichten. Hüsten gestaltet das Spiel vorerst überlegen, kann aber zu keinem Erfolg kommen. Langsam finden sich die Tus=Leute und gestalten den Kampf offener, so daß sich dies Spiel im Mittelfelde abwickelt. In der 39. Min. der ersten Halbzeit ist dann den Gästen Glück beschieden. Syring erhält den Ball gut vorgelegt, aus vollem Lauf schießt er aufs Tor und Nr. 1 hängt in den Maschen. Mit diesem Ergebnis geht es in die Pause. Auch im zweiten Spielabschnitt liegt das Spiel im Mittelfelde. Immer wieder stürmen die Schwerter gegen die Hintermannschaft der Hüstener an, können aber zu keinem Treffer kommen. Der Ausgleich hängt in der Luft, aber der Hüstener Schlutzmann ist nicht zu überwinden. So nahm denn dieser flotte und faire Kampf sein Ende. Reichsbahn 2.— Menden 10 22. Menden nicht angetreten. Hennen 1. Jgd.— Reichsbahn 1. Jgd. 1:3. Reichsbahn 1. Schüler— Tus 06 1. Schüler 5:1 Westfalia Villigst Schleddh. Sch. Iserlohn 1.— Tus Westfalia Villigst 1. 2:4. Obige Mannschaften lieferten sich am Sonntag wieder ein erbittertes Treffen um die Punkte. Schon nach 10 Min. sicherte sich der Platzverein die Führung, der Villigster Mittelstürmer glich aber schon bald darauf aus. Bis zur Halbzeit gab es dann noch auf beiden Seiten gute Torgelegenheiten, die aber von den Hintermannschaften sicher geklärt wurden. Gleich nach dem Wechsel erzielte der Platzverein abermals die Führung, aber schon nach 3 Min. hatten die Villigster den Ausgleich wieder hergestellt. Von jetzt ab führten die Westfalen ein überlegenes Spiel vor und nur selten kamen die Iserlohner aus ihrer Hälfte heraus. Besonders gut arbeitete in diesem Spiel wieder die Läuferreihe der Westfalen, die den Sturm immer wieder mit Vorlagen fütterte. Ungefähr 10 Min. vor Schluß gelang es dann dem Halblinken der Westfalia, den Führungstreffer für seine Mannschaft zu erzielen. Kurz vor Schluß stellte dann der Rechtsaußen das Schlußergebnis von 2:4 her. Pferdesport u. Sportverein Schwerte Reichsb. Schwerte 1.— Hüsten 09 Ref. 0:1(0:1) Das, was man den Gästen aus Hüsten vorausgeschickt, ersüllten diese voll und ganz. dürfte auch der Propagandazweck voll erfüllt IH Deutsche Turnerschaft Handball Tus. 07 Holzen Tus Holzen 07 1.— Tv. Germania Wickede 1. 4:5(3:3). Beide Mannschaften führten am Sonntag ein spannendes Spiel vor, trotz des schlüpfrigen Bodens wurde der Kampf flott durchgeführt. Gleich nach Anwurf kamen die Gäste gut durch, durch genaues Zuspiel kann der Linksaußen bereits in den ersten Minuten das Führungstor für seine Farben erzielen. Die Holzener indessen nicht untätig, haben kurz danach den Gleichstand erzielt. Wieder gehen die Rot=Weißen geschlossen durch, der Halblinke kann mit genauem Wurf unhaltbar für den Torwart einsenden. Wickedes Sturm, der immer gut von der Hintermannschaft unterstützt wird, ist vor dem Tor sehr gefährlich, vor allen Dingen sind die Stürmer fangsicher und flink, abermals können die Germanen durch Strafwurf ausgleichen. Bis zur Halbzeit werfen beide Gegner je ein Tor, sodaß der 3:3 Stand erzielt ist. 14 Nach Seitenwechsel entbrennt ein heißer Kampf um die wertvollen Punkte. Bei den Gästen ist im Sturm gegenüber dem des Platzvereins ein kleines Plus nicht zu verkennen. Die Wickeder belagern immer wieder das Holzener Tor, manch scharfer Wurf wurde eine sichere Beute des in großer Form befindlichen Torwarts Kleeschulte. Sogar ein 13=Meter konnte er in sicherer Manier halten. Der Gästesturm kommt wieder einmal rangebraust und schon steht die Partie 4:3. Durch plötzlichen Vorstoß des 07 er Sturmes ist es der Mittelstürmer, der das 4:4=Ergebnis herstellt. Schon glaubt alles an ein Unentschieden, da kann in letzter Minute der Linksaußen der Wickeder durch Strafwurf den Sieg sicherstellen. Die Holzener hatten reichlich Schußpech, sonst hätte der Sieg ebensogut an die Rot=Weißen fallen können. Tus Holzen 07 1. Jad.— Tv. Germ. Wickede 1. Jad. 7:4. Wieder einmal bewiesen die Nachswuchsspieler ihre gute Form, gegen die körperliche Jugend von Wickede erzielten sie einen überlegenen Sieg. Halali in Dortmund=Wambel! 6 Rennen, davon 2 über Hindernisse! Der heutige Schlußtag des letzten diesjährigen Meetings auf der Wambeler Bahn scheint mit Rekord=Beteiligungsziffern aufwarten zu wollen. Nach den bisher vorliegenden Informationen stehen 79 Pferde zum Eingreifen um die 6 Ereignisse bereit, was einen Durchschnitt von je 13 Teilnehmern ergibt, eine Zahl, die bislang nur in Zeiten rennsportlicher Hochkonjunktur erreicht wurde. Da solch stattliche Felder einen starken Anreiz für das Publikum bilden, dürfte es— erträgliches Wetter vorausgesetzt— an Zuspruch nicht fehlen, zumal uns 5 Monate vom Beginn der neuen Rennsaison trennen. Die heutige Turffolge ist recht ansprechend; sie schließt mit einem Flachrennen über die Derby=Distanz(2400 m). Weil nur 6 Prüfungen anstehen, konnte die Beginnzeit auf 14 Uhr angesetzt werden, was für einen Werktag recht passend sein mag. Unsere Voraussagen: 1. Rennen: 1200 m Flachbahn: Goldtaler, Carna, Gute Gabe(11 Starter). 2. Rennen: 2800 m Hürdenbahn: Voltaire II, Bacchantin, Hatz(14 Starter). 3. Rennen: 2000 m Flachbahn: Stall Mosler, Galsvorthy, Kolbenfisch(10 Starter). 4. Rennen: 3700 m Jagdbahn: Steinbruch, Schwerthieb, Leithirsch(9 Starter). 5. Rennen: 1200 m Flachbahn: Gräfin Mariza, Blackberry, Milotti(12 Starter). 6. Rennen: 2400 m Flachbahn: Charmant, Losung, St. Mosler(10 Starter). Doppelwette 4. und 5. Rennen. Verantwortlicher Hauptschriftletter: Heinz Friedrich Kamecke Schwerte=R. Verantwortlich für den gesamten Tertteil: Heinz Friedrich Kamecke. Schwerte=R. Für den Anzeigenteil: Haus Linner, Schwerte=R. D. A. X./34. 1577