Die„Schwerter Zeitung“ erscheint wöchentlich sechs mal. Bezugspreis: 45 Pfg.(einschl. Trägerlohn). Einzelnummer 10 Pfg. Geschäftsstelle Gr. Marktstraße 3—5. Postscheckkonten: Dortmund 2852 und Hannover 21874. Verantworrlich. Hauptschriftleiter: Heinz Friedrich Kamecke. Verantwortl. für d. gesamt. Texteil: Heinz Friedrich Kamecle. Für den Anzeigenteil: Hans Linner; sämtlich in Schwerte. Druck u. Verlag: Carl Braus, Schwerte=Ruhr.— Tel. 2770 Zeimatblatt a Anzeigenpreise: Für die sechsgespaltene Millimeterzeile(46 mm breit) 6 Pfg. Familien=, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4 Pfg. Reklame: Millimeterzeile 20 Pfg. Nachlässe nach Tarif 9 a. Für telefon. aufgegeb. Inserate übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorhergeseh. Betriebsstörung., hervorgerufen durch höh. Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr, für pünktl. Erscheinen d. Zeitung u. kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erhoben werden. in Schwerte. Druck u. Verlag: Carl Braus, Schwerte=Ruhr.— Tel. 2770 8 Hehwerter Zeimalblatt= Tageblaut für die Htadt Hchwerte, die Amter Westhosen? Ergste. Einzige in Schwerte gedruckte Tageozeitung Nr. 235 Schwerte(Kuhr), Montag, den 3. Oklober 1934 67. Jahrgang Schwers und Vertastreiche dumgse in Spunten Kriegszustand im ganzen Lande- Aufstand in Katalonien zusammengebrochen herr der Lage?(Heutsches Winterhilfswerk 1934/35 Ein neues Mietrecht Soweit sich die Lage am Sonntag übersehen läßt, ist es der neuen spanischen Regierung Lerroux gelungen, sich gegenüber dem Ansturm des Marxismus und des Separatismus zumindest erfolgreich zu behaupten. Während die Lage in Madrid noch ungeklärt ist und es noch nicht feststeht, ob die Marxisten ihre Versuche, die Macht im Staat mit Gewalt an sich zu reißen, fortsetzen werden, ist der separakistische Aufstand in Katalonien vollkommen zusammengebrochen. Die katalanische Regierung hat sich, obwohl sie im Rundfunk immer wieder erklärt hat, daß sie „siegen oder sterben“ wolle, am Sonntagmorgen um 6.15 Uhr den Regierungstruppen des Generals Batet ergeben. Diegesamte Regierung, der Bürgermeister von Barcelona, die Mitglieder der Stadtverwaltung und der Oberbefehlshaber der katalanischen Streitkräfte wurden verhaftet. Die spanischen Regierungstruppen hatten im Morgengrauen zu einem Generalangriff auf das katalanische Regierungsgebäude angesetzt und das Gebäude mit Mörsern beschossen, worauf sich die katalanische Regierung, um unnützes Blutvergießen zu vermeiden, ergeben hat. In zahlreichen Stadtteilen von Barcelona fanden in den Morgenstunden des Sonntags noch lebhafte Schießereien zwischen den spanischen Regierungstruppen und den bewaffneten Aufständischen statt, man rechnet aber damit, daß die Truppen, die von Militärflugzeugen unterstützt werden, im Laufe des Sonntags überall die Oberhand gewinnen werden. Die Ereignisse haben sich am Samstagabend und in der Nacht zum Sonntag überstürzt. Am Samstagnachmittag war der Ministerrat zusammengetreten und hatte beschlossen, sich am Dienstag dem Parlament vorzustellen. Gegen 20 Uhr brach in Madrid, nachdem der Tag ziemlich ruhig verlaufen war, ein neuer Großangriff der Marxisten los. In allen Stadtvierteln setzte heftiges Pistolen= und Gewehrfeuer ein. Polizei und Militär hatten in den mangelhaft beleuchteten Straßen schwere und verlustreiche Kämpfe zu bestehen, jedoch ist es den Marxisten nicht gelungen, die Oberhand zu gewinnen. Die Vorgänge hatten den Charakter eines planmäßigen Angriffes des Marxismus und Separatismus auf den spanischen Staat. Die Marxisten schienen entschlossen, nunmehr mit aller Gewalt gegen den Staat vorzugehen, wobei sie von Anarchisten und Syndikalisten unterstützt wurden. Auf einen Minister wurde beim Verlassen seines Hauses ein Bombenanschlag verübt. Der Minister blieb unverletzt. Die Zahl der Verwundeten steht noch nicht fest. In Madrid streckte ein 18jähriger Anarchist einen Polizeiunteroffizier durch mehrere Schüsse nieder. Die Polizei mußte kurz darauf nochmals eingreifen, wobei drei Personen, darunter ein 14jähriger Junge, getötet wurden. Die Lage in Barcelona gestaltete sich für die Regierung Lerroux außerordentlich ernst. Der Präsident der General=Junta von Katalonien, C. mpanys, rief um 20.17 Uhr vom Balkon des Regierungsgebäudes die selbständige katalanische Republik aus. Außerdem bildete sich in Barcelona eine provisorische spanische Zentralregierung unter Führung des früheren spanischen Ministerpräsidenten Azana, die sich die Aufgabe gesetzt hat, Spanien in eine FöderatioRepublik umzuwandeln. Angesichts dieser bedrohlichen Lage verhängte der spanische Staatspräsident um 23.20 Uhr den Kriegszustand über das gesamte Staatsgebiet einschließlich Kataloniens. Außerdem wurde die Schließung sämtlicher Grenzen angeordnet. Noch in der Nacht erhielten die in Cartagena liegenden Flotteneinheiten Befehl, nach Barcelona in See zu gehen, und zahlreiche Truppenabteilungen wurden gegen die separatistischen Anführer in Mursch gesetzt, darunter zwei Bataillone Fremdenlegionäre, die in Algeciras eingetroffen waren. diesmal wieder im Zeichen der nationalen Solidarität Eröffnung am Dienstag Mit der Eröffnung des Winterhilfswerkes 1934/35, die durch den Führer und Reichskanzler und durch Reichsminister Dr. Goebbels am Dienstag, 9. Oktober, 12 Uhr mittags, im Rahmen einer Arbeitssitzung des Reichsbeirates des Winterhilfswerkes erfolgt, beginnt der diesjährige Kampf gegen Hunger und Kälte. Außer den Mitgliedern des Beirates sind zu dieser Versammlung im Reichstagssitzungssaal fast ausnahmslos diejenigen Volkskreise durch Delegationen geladen worden, die in unmittelbarer Beziehung zum Winterhilfswerk stehen. Es werden also außer sämtlichen Gauamtswalters der NSV., die mit ihren engsten Mitarbeitern aus dem ganzen Reich zu einer ersten Besprechung über das Winterhilfswerk 1934/35 zusammentreten, zahlreiche freiwillige Helfer und Sammler aus den Berliner Ortsgruppen geladen. Auch aus den Kreisen der vom Winterhilfswerk betreuten Arbeitslosen, Kleinrentner und sonstigen Unterstützungsbedürftigen werden aus jeder Ortsgruppe einige Vertreter hinzugezogen. Schließlich werden auch die Beamten, Angestellten und Arbeiter, die durch ihre Spenden zum Gelingen des Winterhilfswerkes erheblich beitragen, durch Delegationen vertreten sein. Die Eröffnung des Winterhilfswerkes 1934/35 ist keine Feier und keine Festlichkeit, sondern eine ernste Arbeitstagung. Denn noch viel mehr als im letzten Jahre muß in den bevorstehenden schweren Monaten das Winterhilfswerk zur tiefempfundenen Herzenssache des ganzen Volkes werden. Nicht durch Druck oder Zwang, nicht aus lästiger Verpflichtung soll geopfert werden. Vielmehr wird der vom Führer ausgesprochene Gedanke der nationalen Solidarität des ganzen deutschen Volkes, durch den der klassenkämpferische Begriff der sogenannten internationalen Solidarität des Proletariats ersetzt worden ist, zum Leitgedanken des neuen Winterhilfswerkes gemacht werden. Der tiefe Gehalt und Sinn dieser richtig verstandenen und erlebten nationalen Solidarität muß jedem Volksgenossen im Laufe der Wintermonate in Fleisch und Blut übergehen. Dann braucht uns um das Winterhilfswerk 1934/35 nicht bange zu sein. Zugleich mit dem Auftakt zum Winterhilfswerk 1934 wird auch der Rechenschaftsbericht über die Arbeit des vergangenen Jahres erstattet, von dem schon heute gesagt werden kann, daß die bis ins kleinste buchmäßig aufgeführten Zahlen allen Nörglern gegenüber dem Winterhilfswerk die Spitze abbrechen werden, um so mehr, als dadurch zahlenmäßig belegt wird, daß die Verwaltungskosten überhaupt nicht ins Gewicht fallen. Mehr noch als bisher muß das Winterhilfswerk ganz im Zeichen der nationalen Solidarität stehen und zu einer Angelegenheit des ganzen Volkes werden, von der sich niemand ausschließen kann und darf, der sich zu dieser Gemeinschaft bekennt. Die Organisation des Winterhilfswerkes wird auch im kommenden Winter im großen und ganzen die gleiche wie im Vorjahr bleiben. Vorberatungen in Jena Von Mittwoch bis Freitag der vorigen Woche tagte im Senatssaal der Universität Jena der bürgerliche Rechtsausschuß der Akademie für Deutsches Recht unter dem Vorsitz von Prof. Hedemann, Jena. Die Tagung hatte dadurch ein besonderes Gepräge bekommen, daß Staatssekretär Dr. Roland Freisler mit Ministerialdirektor Dr. Volkmar aus Berlin zugegen waren. Gegenstand der Beratungen war das Mietrecht, ein Rechtsgebiet, das dringend einer Neuregelung und Neufassung bedarf. Wegen seiner überaus großen Bedeutung für fast jeden deutschen Volksgenossen ist dieses Gebiet als erstes vom Ausschuß in Arbeit genommen worden. Uebereinstimmend steht der Ausschuß auf dem Standpunkt, daß gerade im Mietrecht der Gemeinschaftsgedanke mehr zum Ausdruck kommen muß, daß der Gegensatz: hie Vermieter— hie Mieter durch einen gleicherweise dem Mieter und Vermieter zugebilligten Schutz ausgeglichen werden muß. Auszugehen ist von dem Wohnbedürfnis der Volksgenossen. Das Ideal ist und bleibt das Eigenheim. Solange dieses sich nicht für jeden Deutschen verwirklichen läßt, muß ein Wohnrecht gegeben werden, das durch seinen Aufbau dem Mieter ein Heimgefühl vermittelt und die gemieteten Räume als Mittelpunkt seines Lebens und seines Berufes empfinden läßt. Auf die wirtschaftlichen Belange wird allerdings vor allem auch im Interesse der Hausbesitzer Rücksicht zu nehmen sein. Sturm untergegangen, wobei die vierköpfige Besatzung ertrank. Raudinors um 30 Mark Das Opfer auf die Schienen geworfen Wie aus Heidelberg berichtet wird, hörten Bewohner eines Dorfes bei Eberbach am Freitagmorgen laute Hilferufe vom jenseitigen Ufer des Reckar. Erst später fand man auf dem Bahnkörper zwischen Eberbach und Hirschhorn eine männliche Leiche. Es handelt sich um einen 54 Jahre alten Mann aus Leipzig, der sich auf Wanderschaft befand und am Abend vorher in Begleitung eines zweiten Mannes und einer Frauensperson zwischen Reckarhausen und Hirschhorn gesehen wurde, wobei er ein Fahrrad sich führte. Das Rad, das wahrscheinlich gestohlen war, hatte der Tote am Abend in Hirschhorn für 20 Mark verkauft. Da bei der Leiche kein Geld gefunden wurde, liegt zweifellos ein Raubmord vor. Als Täter kommen die erwähnten beiden Personen in Frage, die die Leiche, um Selbstmord vorzutäuschen, auf den Bahnkörper schafften. Die Leiche wies neben Schlagwunden auch Würgespuren auf. Die mutmaßlichen Täter sind noch nicht gefaßt. Diphtherie-Epidemie in Zahlreiche Kinder erkrankt— Schon 4 Kinder gestorben Wie aus Kattowitz gemeldet, wird, sind Nikolai und verschiedenen Ortschaften der Umgebung in den letzten Tagen zahlreiche Schulkinder an Diphtherie erkrankt. In das Krankenhaus in Nikolai wurden 16 schwerkranke Kinder eingeliefert, von denen vier gestorben sind. 20 Schulkinder, die gleichfalls schwer erkrankt sind, mußten wegen Platzmangels im Krankenhaus von Nikolai in den elterlichen Wohnungen belassen werden. Die Behörden haben alle Maßnahmen getroffen, um eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Schiffsunglück im Marmara=Meer Motorboot mit Dampfer zusammengestoßen— 33 Todesopfer Englischer Frachtdampfer gestrandet Ein mit 40 Personen besetztes Motorboot ist im Marmara=Meer bei den Prinzen=Inseln mit einem Dampfer zusammengestoßen. Das Motorboot ist gesunken. Die Zahl der Toten beziffert sich nach den letzten Feststellungen auf 33 Personen. Das große Motorboot, das dem regelmäßigen Personenverkehr über das Marmarameer diente, wurde hauptsächlich von Bauern und Handwerkern benutzt. Der Zusammenstoß mit dem Dampfer erfolgte in der Morgendämmerung. Der Kapitän des Dampfers und die Besatzung des Motorbootes wurden verhaftet. Der britische 7000 Tonnen=Dampfer„City of Cambridge“ ist auf den Patras=Klippen gestrandet und in schwerer Gefahr, da ein Wirbelsturm im Anzug ist. Der Kreuzer„Suffolk“ ist von Hongkong zur Hilfeleistung abgesandt worden. Französischer Mokorschlepper gesunken Besatzung ertrunken In der Nähe von St. Brieue an der Nordküste Frankreichs ist ein kleiner Motorschlepper im Bombenflugzug ins Meer gestürzt In der Mündung des Firth of Forth(Schottland) ereignete sich ein schweres Flugzeugunglück. Ein Bombenflugzeug, das auf dem Verdeck des Flugzeugmutterschiffes„Courageous" landen Deutschland siegt 5:2 Großer Sieg in Kopenhagen Der Fußballänderkampf Deutschland— Däne= mark in Kopenhagen endete am Sonntag vor 28 000 Zuschauern mit einem 5:2=Siege der deutschen Nationalmannschaft. Die Torschützen für Deutschland waren Fath(3), Rohwedder und Hohmann; für Dänemark: Lundsten und Stoltz. Ausführlicher Bericht im Sportteil. wollte, verfehlte die Richtung, stieß gegen eine Ecke der Kommandobrücke und stürzte dann ins Meer. Das Flugzeug geriet unter das Schiff und kam nicht mehr wieder an die Oberfläche. Von den beiden Insassen fand der eine, ein Fliegeroffizier, den Tod, während der andere, ein Sergeant, bei dem Zusammenstoß auf das Deck geschleudert wurde und beide Beine brach. Schweizer leiten Saar-Stimmbüros Das Eidgenössische Politische Departement in Bern ist von Henry(Schweiz), Mitglied der Abstimmungskommission des Saargebietes, befragt worden, ob die Bundesbehörden Bedenken dagegen hätten, daß Schweizer Bürger als Präsidenten der Stimmbüros während der Volksabstimmung berufen würden. Diese Funktion würde einige Tage dauern und solle von Personen ausgeübt werden, die die nötige Erfahrung und Autorität besitzen. Der Bundesrat ist einhellig mit dem Vorsteher des Politischen Departements der Meinung, daß nichts dagegen einzuwenden sei, daß Schweizer Bürger mit dem in Frage stehenden befristeten Auftrag betraut werden. Bus deutsche Brot Man konnte in den letzten Tagen die Meldung lesen, daß ein Brotgesetz, auf anderer Stelle hieß es, eine neue Brotordnung in Vorbereitung sei, daß sich also die Regierung mit der Frage zur Schaffung eines Einheitsbrotes beschäftigte. Tatsächlich aber handelt es sich, wie wir hören, um vorbereitende Arbeiten des Reichsnährstandes und um kein Gesetz. Der Reichsnährstand plant in Uebereinstimmung mit den Bäckern eine gewisse Standardisierung des Brotes k. h. bestimmte Brotsorten und Brotgrößen festzulegen, also eine Ordnung auf dem Brotmarkt herbeizuführen. Auch hier ist die Standardisierung notwendig, es ist empfehlenswert, sogenannte Typenbrote festzulegen, um alle Differenzen, die auch heute noch bestehen, zu vermeiden. Die Vorarbeiten des Reichsnährstandes sind deshalb nur zu begrüßen. Für die Auslandspresse war die Meldung von dem Brotgesetz ein gefundenes Fressen. Das war etwas, was sie wieder einmal gegen Deutschland ausbeuten konnte und wahrscheinlich wird auch diese Aufklärung sie nicht zu einer Richtigstellung veranlassen. Sie hat ja behauptet, daß Deutschland wieder einmal am Ende sei und daran denken müsse, das Brot zu strecken und das uns allen noch bekannte Kriegsbrot einzuführen. Sie will damit beweisen, wie schlecht es in Deutschlnad stehe. Da es so wenig Beweise gegen Deutschland gibt, ist dieser künstlich frisierte ihr gern willkommen. Aber wir brauchen uns nicht nur darauf zu beschränken, festzustellen, daß an ein Brotgesetz nicht gedacht wird und die Standardisierung einen ganz anderen Zweck verfolgt, wir können vielmehr gerade aus diesem Anlaß darauf hinweisen, daß Deutschland tatsächlich in seiner Brotversorgung unabhängig geworden ist. Wir brauchen, selbst bei mittleren Ernten, nicht mehr die Gefahr einer Blockade zu fürchten. Die deutsche Landwirtschaft produziert so viel, daß das deutsche Volk sogar ungestrecktes Brot essen kann, und wenn alle Grenzen gesperrt würden, kein Anlaß vorläge, wie zur Zeit des Krieges, minderwertiges und gestrecktes Brot herzustellen. Bis zum 15. Oktober mußte dem Brotgetreide noch Kartoffelmehl zugesetzt werden. Das geschah aber nicht, um eine Streckung des Mehles vorzunehmen, sondern um den Kartoffelabsatz zu beleben. Mit dem 15. Oktober hört auch dieser Zusatz von Kartoffelmehl zum Brot auf. Das spricht am besten dafür, daß wir unser Mehl nicht zu strecken brauchen, weil wir sogar auf ein natürliches und gutes Streckungsmittel verzichten können. Es ist unserer Ernährungspolitik zu verdanken, daß wir vom Ertrag des deutschen Bodens leben können, daß wir auf die Getreideeinfuhr und auf ausländische Mehlzufuhr verzichten dürfen, daß die gesteigerte landwirtschaftliche Produktion uns eine große Sicherheit gibt und vor allem den Devisenmarkt entlastet. Für die Einfuhr von Getreide und Mehl brauchen Devisen nicht in Anspruch genommen zu werden. Wenn die Kontrolle des deutschen Marktes, die durch die Marktordnung möglich ist, die Notwendigkeit zur Einfuhr von Nahrungsmiteln ergibt, können wir gleichzeitig beurteilen, inwieweit ein Austausch erfolgen kann. Zumeist wird sich, wenn wir z. B. Weizen benötigen, dieser Einfuhrweizen durch die Abgabe von Roggen ausgleichen lassen. Die Marktordnung ist ein besserer Regulator als der Grenzzoll. Jede Spekulation ist ausgeschaltet und schon dadurch die Uebersicht des Marktes verbürgt. Die geplante Standardisierung des Brotes wird den vorhandenen Festpreis noch mehr klären und zu einem reibungslosen Verkehr zwischen Produzenten, Verarbeiter und Konsumenten führen. Es wird also ein weiterer Schritt zur Ordnung der deutschen Ernährungswirtschaft und der Preisfrage getan, ein Schritt, den ein anderes Land, das von Parteien getragene Parlamente führt. niemals durchzuführen vermag. Selbstverständlich wird die Planung des Reichsnährstandes die volle Zustimmung der Regierung finden und ohne daß ein Gesetz erlassen wird; wird eine Regelung durchgeführt werden können, auf die wir stolz sein dürfen. Cumeldereris Verlungert Sammelverbote zugunsten der Adolf-Hitler=Spende der deutschen Der Reichsschatzmeister der RSDAP hat folgende Anordnung erlassen: Am 9. Oktober 1934 beginnt das Winterhilfswerk des deutschen Volkes. Um diesem einen vollen Erfolg zu sichern, ordne ich hiermit an, daß alle Gliederungen der Partei, wie auch alle der Partei angeschlossenen Verbände während der Dauer des Winterhilfswerks jede Sammlung von Geld- und Sachspenden zu unterlassen haben. Ich mache die strengste Einhaltung dieser Anordnung allen Parteidienststellen zur unbedingten Pflicht. Nach dem Reichsgesetz über das Verbot von öffentlichen Sammlungen vom 3. Juli 1934 sind alle Sammlungen von Geld= oder Sachspenden auf öffentlichen Straßen oder Plätzen, von Haus zu Haus, in Gast= oder Vergnügungsstätten oder an anderen öffentlichen Orten bis zum 31. Oktober 1934 verboten. Als Sammlung gilt auch der Verkauf von Gegenständen, deren Wert in keinem Verhältnis zu dem geforderten Preis steht. Ich weise darauf hin, daß das von mir für die Partei und die der Partei angeschlossenen Verbände erlassene Verbot Sammlungen jeder Art, also nicht bloß Sammlungen, die dem bezeichneten Reichsgesetz unterliegen, umfaßt, und daß sich mein Verbot unabhängig von der Geltungsdauer des Sammelgesetzes zeitlich bis zum Ende des Winterhilfswerks des deutschen Volkes erstreckt. Von dem Verbot wird auch die Werbung von sogenannten fördernden Mitgliedern und von Patenschaften erfaßt. Die Erhebung von Spenden für die AdolfHitler=Spende der deutschen Wirtschaft wird durch mein Verbot nicht berührt. Schwarz. * Das Kuratorium der Adolf=Hitler=Spende der deutschen Wirtschaft gibt bekannt: Der bevorstehende Beginn des Winterhilfswerks 1934=35 veranlaßt mich zu der Mitteilung, daß die Sammlungen für das Winterhilfswerk nicht unter das Sammelverbot zugunsten der „Adolf=Hitler=Spende der deutschen Wirtschaft“ fallen. Bezüglich der NS=Volkswohlfahrt ist folgende Regelung getroffen: Für Betriebe, die sich in ungünstiger wirtschaftlicher Lage befinden und im Besitz der von der „Adolf=Hitler=Spende der deutschen Wirtschaft" ausgestellten Bescheinigung sind, kann von der Geschäftsführung des Kuratoriums auf Antrag das Sammelverbot zugunsten der„Adolf=HitlerSpende der deutschen Wirtschaft“ auch auf die Spendenvorhaben der RSV(Mitgliedsbeiträge, Patenschaften usw.) ausgedehnt werden. Dadurch werden bei diesen Firmen alle Leistungen an die RSV abgelöst. Während der Dauer des Winterhilfswerks werden besondere Sammlungen für die RSV nicht veranstaltet. Nachstehend ist noch einmal die Liste derjenigen Dienststellen und Einrichtungen aufgeführt, für die das im Auftrage des Führers durch seinen Stellvertreter erlassene Sammelverbot zugunsten der„Adolf=Hitler=Spende der deutschen Wirtschaft“ Gültigkeit hat: PO der RSDAP, SA, SS, RSKK, H3, Luftsportverband, Luftschutzbund, Arbeitsfront und RS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude", Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung, RS=Hago, NS=Studektenschaft, RS=Frauenschaft, Nationalsozialistischer Frontkämpferbund, NSV siehe obige Regelung. Berlin, 4. Oktober 1934. Der Vorsitzende des Kuratoriums. Dr. Krupp von Bohlen und Halbach. schweres Brunnenungtau i Herstel Zwei Persouen durch giftige Gase getötet Bei dem unweit Wankendorfs gelegenen Ort Obendorf ereignete sich, wie aus Neumünster berichtet wird, ein schweres Brunnenunglück, dem zwei Menschenleben zum Opfer fielen. Der 25jährige ArbeiterSchlotfeldt aus Wankendorf und der 22jährige Schmiedegeselle Woelk aus Neumünster sollten auf dem Grundstück eines Landwirts eine Pumpe aufstellen. Sie stiegen in einen dort befindlichen Brunnen ein, und zwar zunächst Woelk und dann, als dieser nicht zurückkam, Schlotfeldt. Als auch dieser dann kein Lebenszeichen mehr von sich gab, benachrichtigte man die Gendarmerie. Ein Feuerwehrmann, der zunächst mit einer Gasmaske einstieg, wurde sofort bewußtlos und mußte auf der Stelle emporgezogen werden. Später stieg ein zweiter Feuerwehrmann ein. Ihm gelang es, die beiden auf dem Brunnenboden liegenden Leute anzuseilen, so daß sie emporgezogen werden konnten. An eine Rettung war nicht mehr zu denken. Bei beiden war der Tod infolge Gasvergiftung seit geraumer Zeit schon eingetreten. Em haldes Masenin Veruntreuungen des früheren Direktors des Peipinger Palast-Museums Leiter des Landjahres ist der braunschweigische Staatsrat Oberregierungsrat Schmidt=Bodenstedt, der vom Reichskultusminister an die Spitze dieser großen Organisation berufen wurde. torsportlichen Veranstaltung fand im Ehrenhof des Tannenberg=Denkmals eine stille Gedenkstunde für den verewigten Generalfeldmarschall und Reichspräsidenten von Hindenburg statt. Ein Ehrensturm aus sämtlichen Formationen der RSKK. in Ostpreußen mit allen Standarten hatte vor dem Sarge Aufstellung genommen und Obergruppenführer Hühnlein legte mit einer kurzen Ansprache einen großen Kranz am Sarge des Reichspräsidenten nieder. Er hob die Bedeutung der Stunde hervor. Die Ostpreußenfahrt sei auch ein Dienst am deutschen Volke. Dann legte Brigadeführer von Waldhausen namens der RSKK. einen zweiten Kranz nieder und ebenso der Präsident des DDAC. Nach einer Ansprache an den Motorsturm verließ Obergruppenführer Hühnlein den Hof des Tannenberg=Denkmals. 8 Stunden treibend auf der Nordsee Wie die Deutsche Dampfschiffahrtsgesellschaft „Hansa“ mitteilt, hat der Kapitän ihres Schiffes „Wildenfels“ zu dem Untergang des belgischen Dampfers„Charles José“, der am Donnerstag um Mitternacht westlich von Haaks Feuerschiff gekentert ist, ausgesagt, daß nur der Kapitän des belgischen Dampfers aus dem auf den Wellen treibenden Rettungsboot geborgen werden konnte. Der Gerettete berichtete, daß sein Schiff bei außerordentlich schlechtem Wetter untergegangen sei. Er selbst habe über acht Stunden auf der Nordsee getrieben, bevor ihm die Besatzung der „Wildenfels“ an Bord genommen habe. Explosion in Sprengstoffabrik In einer Sprengstoffabrik, die etwa 30 Kilometer von Oslo entfernt liegt, ereignete sich eine Explosion, durch die vier Arbeiter getötet wurden. Durch die Explosion wurde ein Schuppen zerstört, außerdem gingen durch den Luftdruck zahlreiche Fensterscheiben in allen Häusern, die in einem Umkreis von einigen hundert Metern entfernt lagen, in Scherben. 50 Schweine verbrannt Ländliches Großfeuer in Pommern Aus bisher noch nicht geklärter Ursache entstand in der Scheune des Landwirts Loose in Rügenwalde ein Brand, der sich mit großer Schnelligkeit auf das angrenzende Wohnhaus und Stallgebäude eines Nachbargrundstücks ausbreitete und von hier auf ein weiteres Nachbargebäude übergriff. Sämtliche vier Gebäude der drei Besitzer wurden ein Raub der Flammen. Mitverbrannt sind neben den gesamten Vorräten der diesjährigen Ernte 50 Schweine, ein Bulle, ein Pferd mit Fohlen und eine große Anzahl Kleinviel. Zuschuß für Jamilienernährer bei Bahnfahrten— die fern ihres Wohnortes arbeiten In der Entwicklung des nationalsozialistischen Tarifordnungswesens stellt, wie das Rdz meldet, die Tarifordnung eine weitere Neuerung dar, die der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Brandenburg, Dr. Daeschner, für die gewerblichen Gefolgschaftsmitglieder der Reichsautobahnstraße Berlin—Eberswalde, Provinzgrenze Brandenburg—Pommern, von etwa Kilometer 20 bis 80 erlossen hat. In dieser Tarifordnung wird den Gefolgschaftsmitgliedern, die nicht täglich in ihren Wohnort zurückkehren können und verheiratet oder ledig und nachweislich Ernährer ihrer Familie sind, ein Zuschuß zur Verpflegung die Höhe von drei Reichsmark je Woche zugesprochen. Außerdem ist den Gefolgschaftsmitgliedern dieser Kategorien alle zwei Wochen eine Arbeitersonntagskarte 3. Klasse nach ihrem Wohnort und zurück zu gewährend. Die Unterbringung der Gefolgschaftsmitglieder, die nicht täglich in ihren Wohnort zurückkeh geltlich. Wie die„Shanghai Evening Post“ berichtet, hat der oberste Staatsanwalt in Nanking schwere Beschuldigungen gegen den früheren Direktor des Peipinger Palast=Museums, Yihpeichi, wegen Diebstahls von unersetzlichen Palastschätzen im Werte von 50 Millionen Dollar erhoben. Yihpeichi hatte den größten Teil der Palastschätze wegen angeblicher Bedrohung Peipings durch die Japaner und vor dieser Zeit unter dem Vorwande einer späteren Ausstellung in Ranking in Kisten verpacken und nach Schanghai schaffen lassen. Wie der Staatsanwalt sagte, seien vielfach größete entwendete Stücke durch Nachahmungen ersetzt worden. Während des Sommeraufenthalts Yiheichis in Dairen seien dann Schätze im Werte von über 20.000 chinesischen Dollar aus dem Wohnhause Yihpeichis in Tientsin nach dem Ausland verschleudert worden. Yihpeichi wurde zuerst von der Frau eines einflußreichen Mitgliedes der Koumintangs, namens Shangchi, verdächtigt, gestohlene Pelze aus dem Palast zu versteigern. Unter den Helfershelfern sollen sich ein Neffe des betagten Führers der Koumintang, Lichungtung, und der frühere erste Sekretär Yihpeichis befinden. Beide seien unauffindbar. Der Prozeß gegen Yihpeichi soll Ende Oktober stattfinden. Er dürfte, falls er durchgeführt wird, viel Aufsehenerregendes bringen. Schon seit vielen Monaten waren Gerüchte über Unregelmäßigkeiten an den in Schanghai untergestellten Palatzschätzen im Umlauf. Mariani mit Stavisky im Bunde Der Liller Polizeiskandal Die Untersuchung über die Umtriebe des früheren französischen Polizeiinspektors Mariani, der in Lille an der Spitze einer Bande zahlreiche Betrügereien und Erpressungen begangen hat und auch im Verdacht steht, an verschiedenen Morden beteiligt zu sein, hat ergeben, daß Mariani Beziehungen zu dem Hochstapler Stavisky hatte. Stavisky, der vor einigen Jahren in Nordfrankreich durch einen Kriegsschädenersatzschwindel 15 Millionen Franken ergaunert hat, ist wiederholt mit Mariani in einer Bar in Lille zusammengekommen, in der sich allerhand lichtscheue Elemente ein Stelldichein gaben und in der auch, wie behauptet wird, gewisse Spionagefäden zusammengelaufen seien. Stavisky trat dort unter dem Namen Boitel auf. Die Gerüchte, daß Stavisky sich auch als Spion für eine ausländische Macht betätigt hat, werden in diesem Zusammenhang wieder aufgewärmt. Mariani ist inzwischen auf Anordnung des Justizministeriums seines Postens enthoben worden. „hren können, erfolgt unentDie Alte Garde der P0 in der Sächsischen Schweiz Freitag mittag fuhren die alten Kämpfer der 9O. vom Weißen Hirsch in Dresden in Omnibussen zu einer Fahrt durch die Sächsische Schweiz ab. In all den kleinen Gebirgsdörfern umsäumte fast die gesamte Einwohnerschaft die Straßen, jubelnde Heilrufe erschallten und zahlreiche mensträuße wurden in die langsam durch die Orte fahrenden Kraftwagen geworfen. Auf der Bastei erwartete die Gäste das Wunder dieser einzigartigen Felsenwelt. Viele von ihnen, besonders die Parteigenossen aus Norddeutschland, hatten so etwas noch nicht gesehen. Ihnen wurde Gelegenheit geboten, die Ausgrabungen auf der Burg Neurathen zu besichtigen und dem Arbeitsdienst bei seinem Schaffen zuzuschauen, mit dem er der Allgemeinheit ein neues Wunder dieser Felsenwelt erschließt. Auch in Rathen wurde den Gästen ein herzlicher Empfang zuteil. Inzwischen waren die Reichs= und Gauleiter, die ihre Tagung in Dresden beendet hatten, ebenfalls in Rathen angekommen. Als sie, mit Rudolf Heß, Dr. Ley und Martin Mutschmann an der Spitze, sich auf den Dampfer„Dresden“ begaben, hallten die Felswände von den Heilrufen der begeisterten Rathener Bevölkerung wider. Bei eintretender Dämmerung fuhr der Dampfer das Felstal aufwärts am Lilien= und Königstein vorbei nach Schandau. Außer Programm wurde eine Unterbrechung der Fahrt in Königstein vorgenommen, und Rudolf Heß nahm Veranlassung, die begeisterten Menschenmassen persönlich zu begrüßen. In Schandau, dem Ziel der Fahrt, trafen sich dann die politischen Leiter und die Reichs= und Gauleiter zum gemeinsamen Abendessen im Saal des Kurhotels. Beginn der Ostpreußenfahrt Am 6. und 7. Oktober findet die traditionelle Ostpreußenfahrt statt, die vom RSKK. und dem DDAC. gemeinsam durchgeführt wird. Im Laufe des ersten Tages dieser großen moAuto in Menschengruppe Ein Mann getötet, zwei Frauen schwer verletzt Ein schweres Verkehrsunglück ereignete sich auf der Kreuzung Uhlandstraße und Kurfürstendamm in Charlottenburg. Eine jugendliche Fahrerin überfuhr das Haltesignal und raste mit ihrem Wagen in eine die Straße bereits überquerende Menschengruppe hinein, wobei ein Mann getötet und zwei Frauen schwer verletzt wurden. Die 18jährige Führerin des Personenkraftwagens wurde vorläufig von der Kriminalpolizei festgenommen, ihr wird sofort der Führerschein, den sie erst am 1. Oktober 1934 erhalten hat, entzogen. Der polnische Außenminister Oberst Beck erklärte einem Vertreter der halbamtlichen„Gazetta Polska“, daß die Genfer Aussprache die moralische Begründung für die polnische Erklärung vom 13. September geliefert habe. Die Erklärung bleibe in voller Ausdehnung bestehen und die polnische Regierung werde bis zur Einführung eines allgemeinen und einheitlichen Minderheitenschutzsystems mit den inernationalen Organisationen nicht mehr mitarbeiten. Baldwin hielt Freitagabend vor den Teilnehmern der Konservativen Parteikonferenz in Bristol eine Rede, in der er einen Rechenschaftsbericht über die Leistungen der nationalen Regierung erstattete. Er hob hervor, daß seit Bildung der Koalitionsregierung 800000 Menschen mehr an der Arbeit seien, was angesichts der Verhältnisse in den übrigen Teilen der Welt P Nr. 235(Zweites Blatt) Montag, 8. Oktober 1934 Fa ar aaern! Schwerte(Ruhr), Montag den 3. Okt. 1934 Cagesspruch Die Gefühle des Herzen sollen nicht Herrscher sein über den erwägenden, prüfenden Geist, sondern nur seine Diener und Gehilfen. Aktuell, lieber Freund! Wir saßen zusammen und beklagten den Verlust an besinnlichen Stunden. Lärm und Spannung der Zeit verschlängen den Menschen. Wie ist es anzufangen, daß die Menschen in dem allen auf ein besinnliches Wort hören? Sie müssen aktuell sein, lieber Herr! Womit uns also die Zeitgemäßheit abgesprochen ist und wir in unserer so bewegten Zeit erledigt sind? Denn aktuell sein, was ist zeitgemäß? Das, was gerade vor sich geht, oder das, was geschehen muß? Mir scheint das, was geschieht, ist im selben Augenblick Vergangenheit, also nicht mehr aktuell, indem ich es feststelle. Aber das, was geschehen muß, darin liegt die gestaltende Macht der Zukunft. Darin hat die Aktivität ihre augenblickliche Aufgabe. Hier ist also das wirklich Aktuelle, dasjenige Handeln, das der gegenwärtigen Stunde entspricht. Und da zum andeln immer auch Gedanken gehören, liegen hier auch wohl die aktuellen Gedanken. Sonntagsgedanken aktuell? Sie können, meinen viele, doch höchstens eine freundliche Begleitmusik zum Werktag sein, zwischendurch ein Ton des Friedens im Lärm des Lebenskampfes. Aber aktuell? Wann waren Sonntagsgedanken jemals aktuell? Wir meinen, sie seien es immer gewesen, und zwar in demselben Maße, wie für den Arbeiter in der Fabrik, für den Menschen im Büro und für den Bauern in harter Arbeitsfron ein Gang ins Freie und ein stiller Blick über die Felder, ja wie für jeden Menschen das ruhige tiefe Atmen. Wie man in hetzender Arbeit den Atem nicht aussetzen kann, vielmehr ihn gerade nötig hat, so ist's nichts anders mit dem Gedanken, die unserer Seele as stille Atmen und damit die Kraft eralten.— Sagte es nicht unser Führer bei vielen Gelegenheiten, daß wir Gottsvertrauen brauchen? Das ist ein Sonntagsgedanke mitten in der Unruhe härtester Arbeit. Wo aber Gottvertrauen ist, da müssen auch wirklich besinnliche Stunden sein. Man kann ja nicht vom Gottvertrauen reden, wenn man nicht Gott selber zu sich reden läßt. Andernfalls wird es zur Redensart ohne Kraft und darum ohne Aktualität, d. h. ohne Bedeutung für die Stunde. Aktuell, bedeutungsvoll für das, was geschieht, ist Gottvertrauen nur, wenn es fähig und willig macht, Gottes Willen zu tun. Das aber ist in jeder Lage für den einzelnen und für das Volk aktuell. Darum ist es so zeitgemäß, auf die Stimme Gottes zu hören. Wo geschieht das am besten und konzentriertesten. Im Gebet. So kommen wir zu den überraschenden Sonntagsgedanken, daß das stille, gesammelte Gebet, zu jeder Zeit und in jeder Lage aktuell ist. Es sammelt die Kraft für das, was geschehen muß. Die Kraft zum Tragen und zum Wirken in dem, was die Stunde fordert. So ist es gemeint, wenn der Apostel den Kämpfern aller Zeit und auch unserer Gegenwart zuruft:„Leidet jemand unter euch, der bete!“ Wer betend die Fragen der Zeit in seinem Herzen bewegt, ist bis ins innerste Zentrum seines Wesens an ihnen beteiligt und muß im Gehorsam gegen Gott in ihr wirken. Dr. W. der Welt; Gedenkgottesdienst für v. Hindenburg F anläßlich seines 87. Geburtstages; Spanisches Militärflugzeug in Barcelona ver: unglückt. Schwerte=Ost, 8. Okt. Kellerdiebe. In der letzten Zeit haben die Diebe sich den Keller ausgesucht. An einer Stelle stahl man ein Fahrrad aus dem Kellerflur und an einer anderen stahl man das ganze Eingemachte aus dem Keller. Hoffentlich gelingt es, das lichtscheue Gesindel hinter Schloß und Riegel zu setzen. Fest der 1000 Schüler Das war am Sonnabend ein fröhliches Leben und Treiben im Freischützsaal, als der Zug der Schwerter Schulen einmarschierte. Die Kinder hatten sich am Marktplatz versammelt; neben einzelnen Schulfahnen wurden Erntekränze, Wimpel und Fähnchen mitgeführt. Daß der Gedanke des V.D.A. in Schwerte schon weite Verbreitung gefunden hat, sah man an der zahlreichen Beteiligung der Bürgerschaft, die den Saal schon zur Hälfte besetzt hielt, als die Schulen ankamen. Nach einem Eingangslied:„Ruhrland, Heimatland“, welches hier seine Uraufführung erlebte, begrüßte der Vorsitzende die Gäste und Schüler. Er wies auf die große Bedeutung des V. D. A. hin und forderte zu allgemeiner Mitarbeit auf. Bei der Abwicklung des Programms wetteiferten die einzelnen Schulen in ihren Darbietungen: Turnen, Reigen, Chöre, Tänze wechselten in bunter Folge ab. Eine Verlosung fand reichen Beifall und brachte auch ein gutes finanzielles Ergebnis. Als ein Festrednex aus dem Saargebiet in anschaulicher Weise die dortigen Verhältnisse, den Kampf unserer Saarbrüder um ihre Freiheit schilderte, mit der Beweisführung schloß: Die Saar war, ist und bleibt Deutsches Notes Kreuz V.F.V. Dienstag, den 9. d. M. Besichtigung des Arbeitsdienstlagers in Ergste. Treffpunkt um 2,30 Uhr am Bahnhof Ergste. Für Frauen, die fahren wollen, kommt der Zug 13.45 Uhr ab Schwerte oder Autobus 2,10 Uhr ab Post in Frage. Preis für Hin= und Rückfahrt mit Autobus 40 Pfg.— Nach Besichtigung gemeinsames Kaffeetrinken bei Pütter=Ergste. Preis für Kafsee, Butter, Brot und Gebäck 70 Pfg. X Aus der kath. Gemeinde. Seit einigen Tagen sind in der kath. Pfarrkirche fleißige Hände mit den Vorarbeiten zur Anlage der Heizungsanlage beschäftigt, u. laute Hammerschläge dröhnen durch das sonst so stille Gotteshaus. Es handelt sich zunächst um Aufbruch des Bodenbelags, Erd= und Maurerarbeiten für die eigentliche Heizungsanlage für Heißluftheizung. Unser aktueller Bilderdienst zeigt folgende neue Photos: Ueberführung des Sarges von Bundeskanzler Dr. Dollfuß nach der Gedächtniskirche: Ueber der Erde friedliche Natur— unter der Erde: gewaltigste Festungsbauten deutsch! erreichte das Fest seinen Höhepunkt. Durch diese schöne Veranstaltung hat der V.D.A. sich bestimmt viele Freunde erworben. Im Dienste der Wohltätigkeit Edel sei der Mensch, hilfreich und gut. Unter diesem Geleitwort stand die gestrige große Veranstaltung am„Freischütz“ zum Besten des Schwesternhauses auf dem Höchsten. Diese Einrichtung der kath. Gemeinde Höchsten befindet sich schon seit Jahren in bedrängter finanzieller Lage. Aus eigenen Kräften kann die kleine Gemeinde das Haus nicht halten, und so hatte sich denn der Führer der Gemeinde Pfarrvikar Kleffmann an seine Nachbarn und Freunde mit der Bitte um Unterstützung gewandt. Und dieser Ruf war nicht vergeblich gewesen. Namhafte Kräfte hatten sich für die Veranstaltung zur Verfügung gestellt, und die nähere und weitere Umgebung hatte eine derartige Menge Besucher zum„Freischütz“ entsandt, daß mancher keinen Platz mehr finden konnte. Für die Veranstaltung war ein Programm aufgestellt, welches fast zu reichhaltig war. In den Dienst der guten Sache hatte sich gestellt der Konzertsänger Fritz Müermann=Dortmund, der Kath. Männer=Gesangverein Dtd.=Hörde 1882, der Kath. Kirchenchor und die Kath. Bühnengesellschaft Otd.=Höchsten. Pfarrvikar Kleffmann fand herzliche Worte der Begrüßung und Dankesworte für die Mitwirkenden. Während der Darbietungen, welche alle auf einer beachtlichen Höhe standen und viel Beifall fanden, verkauften fleißige Damenhände Lose und BerlinerBallen, in denen auch Lose eingebacken waren. Der Schießstand wurde besonders von der Jugend belagert. Ein fröhlicher Tanz bildete den Abschluß dieser Veranstaltung. Wir wünschen, daß aus derselben dem Höchstener Schwesternhaus ein namhafter Betrag zufließen wird. des Kreisheimatbundes Iserlohn Stadt und Land Der Heimatbund Iserlohn Stadt und Land, 1923 gegründet, um alle Heimat und Volkstum erhaltenden und gestaltenden Kräfte des Kreises und seiner Nachbargebiete zu gemeinsamer Arbeit für Volk und Vaterland zu sammeln, und seitdem nachdrücklich bemüht, im Sinne des Dritten Reiches zu arbeiten, um eine Pflegestätte deutscher Kulturgüter und deutscher Sittenforschung zu sein und um Heimatbewußtsein und Heimatliebe zu wecken und zu pflegen, war gestern zu festlich=frohen Stunden in den Mauern unserer an geschichtlichen Erinnerungen so reichen Ruhrstadt eingekehrt, und unser Heimatverein als Glied des Bundes hatte ihm eine gastliche Stätte bereitet und für den Tag ein auserlesenes Programm aufgestellt. Unser Ruhrtalmuseum, das unsere Kultur als das Ergebnis jahrhundertelangen menschlichen Strebens, vorgeschichtliche Funde unseres Ruhrtals in großer Zahl und mit unserer Heimat zusammenhängende Altertümer in sich aufgenommen hat, war den ganzen Tag bei freiem Eintritt für unsere Gäste und die ganze Bürgerschaft geöffnet und wurde schon in den Morgenstunden lebhaft besucht. Gegen 600 Besucher sind den Tag über eingekehrt. Um 15,30 Uhr versammelten sich die Festteilnehmer in sehr großer Zahl in unserem Gotteshaus am Markt, wo Pfarrer Ohlig über„Die Kunstschätze in der St. Viktorkirche“ in eingehender Weise sprach. Heimat und Kunst, so betonte er eingangs, hängen miteinander zusammen und sind miteinander verwebt. Alle wahre Kunst ist Heimatkunst, gewachsen auf dem Boden der Heimat und trägt Wesen und Art der Heimat an sich. Die allerinnerste und allertiefste Seele schlummert in der Kunst der nordischen Völker. Die Kunst ist das Bekenntnis des nordischen Menschen. Der Redner ging auf die Geschichte der Kirche ein. Hofrat Baehrens sieht unsere Kirche als eine Tochterkirche der von Hohensyburg an, die Papst Leo III. im Jahre 800 eingeweiht hat. Sie wird um das Jahr 1000 erbaut sein und ist erst eine sogenannte Basilika gewesen. Der älteste Teil stammt aus frühromanischer Zeit. Nach 200 Jahren wurde das Querstück angebaut. Aus dieser Zeit stammen die ersten Gewölbe, das Radfenster und der Schlußstein im Gewölbe. Aus der romanischen Zeit ist auch der Taufstein, aus einem Steinblock geschlagen und mit Akanthusblättern verziert. Dann kam die Zeit des gotischen Stils mit der nach oben strebenden vertikalen Linie, die Blick und Herz auswärts zieht. Aus dieser Zeit stammen die Seitensenster und die vier Figuren, welche die menschlichen Leidenschaften darstellen. Aus dieser Zeit ist auch das Weihwasserbecken in der Sakristei, das als Taufstein benutzt wird und das Prozessionskreuz im Seitenaltar. Aus späterer Zeit rührt das besonders schöne Triumpfkreuz. Viele Figuren aus dieser Zeit sind in das Provinzialmuseum nach Münster gewandert. Der Seitenaltar ist wahrscheinlich westfälische Arbeit. Hier stand früher die Maria mit Christus. Das Chor der Kirche ist, wie an einem Chorpfeiler vermerkt, 1508 erbaut worden. Dasselbe ist prächtig, geräumig, hochgewölbt und hell. Hier sehen wir den Fortschritt der Gotik, die schöne und leichte Linienführung. Die sieben großen Fenster des Chors sind früher mit prächtiger Glasmalerei versehen gewesen. Nur dürftige Bruchstücke sind davon auf uns gekommen. Man hat diese Reste hinter dem Altar im Mittelfenster des Chors in bunter Mischung zusammengebracht. Der eigentliche Schatz der St. Viktorkirche ist der prächtig ausgestattete Altar mit zwei schönen Leuchtern aus spätgotischer Zeit. Der Altar ist 1523 aufgestellt. An der Südseite des Altars ist zu lesen:„Anno Domini up Paschen is düse Tafel upgericht". Er stammt aus Antwerpen. Westfalen hat deren neun; der schönste ist in der Petrikirche zu Dortmund. An unserem Altar fällt besonders ins Auge das reich vergoldete Schnitzwerk, Szenen aus der Geburts=, Leidens= und Siegesgeschichte unseres Herrn und Heilandes darstellend. Die Doppeltafeln, die zur Deckung und zum Schutz des Schnitzwerkes dienen, sind mit Oelgemälden verziert. Zur Fortsetzung der Feier ging es dann in den großen Saal im„Reiche des Wassers“, der bald bis auf den letzten Platz besetzt war. Ein Prolog„Ruhrland“ in kräftiger und wuchtiger Sprache von Pfarrer Hagemann von hier verfaßt und der Schwerter Hitlerjugend gewidmet, leitet die auserlesene Festfolge ein. Ruhrland ist auch in wuchtiger Weise von Studienrat der Musik Pook in Berlin vertont und wurde nun unter Leitung von Rektor Berensmann von einem Kinderchor schön zu Gehör gebracht. Dann folgten Begrüßungsansprachen. Rektor Esser aus Hohenlimburg, der Führer des Kreisheimatbundes, dankte für die Einladung und pries die Schönheiten unserer Stadt mit seiner alten Geschichte, sowie das Ruhrtalmufeum, das mit zu den besten in weiter Runde gehöre. Er dankte vor allem Muscumslei'er Spiegel für das, was er hier geschafsen, auch Pfarrer Ohlig dafür, daß er das Schatzkästlein der Kirche den Teilnehmern geöffnet. Er grüßte ferner die Heimatfreunde von nah und sern, besonders die aus den Kreisen Hagen und Ennepe=Ruhr, ferner die stattliche Festversamlung, die ein Gefühl der Freude bei ihm ausgelöst habe. Sein Gruß galt auch dem Landrat des Kreises Iserlohn, Dr. Storck. Der Tag können nun beginnen unter den fröhlichsten aussichten: Nach vollzogener Jahresarbeit dürfe man auch in einem Feste einmal an die Oeffentlichkeit treten und zeigen, wie der Verein arbeite. Aus Liebe zur Heimat habe er seit 1923 alle Arbeit, die der Pflege deutschen Volkstums und deutscher Kultur, deutscher Sitte und deutscher Art dienlich war, geleistet. Er dankte dann der nationalsozialistischen Bewegung, die der Heimatbewegung neue Impulse gegeben und dem Führer, der sich der Heimatsache in Wort und Tat warm annimmt. Es folgte ein dreifaches Sieg=Heil auf den Führer und das Deutschlandlied. Landrat Dr. Storck überbrachte die Grüße des Kreises und Rektor Schulte die des Heimatvereins Schwerte. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß der Kreisheimatbund sein Jahresfest in die Mauern unserer Stadt verlegt habe. Er grüßte die Brudervereine, mit denen uns innige Beziehungen verbinden und dankte der Stadtverwaltung, welche uns bei der Einrichtung des Museums unterstützt habe. Sein Gruß und Dank galt ferner allen, die zur Ausgestaltung des Festes beis getragen. Auch Museumsleiter Spiegel nahm noch im Laufe des Abends das Wort, um allen zu danken, die zur Ausgestaltung des Heimatmuseums, das im ersten Jahre seines Bestehens schon 6000 Besucher gehabt habe, beigetragen habe. Nun begann der heitere plattdeutsche Teil, zu dem Josef Tusch prächtige Einführungsworte sprach. Wo Heimatfeste gefeiert würden, dürfe auch dat aolle Platt nicht fehlen, das der Heimatdichter Wibbelt mit den Worten besingt: Dat golle Platt! Et klinget nich so smöh un smiedig, Et singet nit so söt und sidig, Doch wat is dat? Et lütt so trü un lütt so däftig, Et grient so still un lacht so kräftig— Dat aolle Platt! Das kam auch so recht in dem nun folgenden Heimatspiel zum Ausdruck:„Re Schweiertsche Hochtiet vüä ßäßtig Johr“, von Fräulein Waltenberg verfaßt und von Schwerter Frauen und Mädchen in Alt=Schwerter Tracht dargestellt. Hier konnte man so recht erkennen, wie der Weg zum Herzen durch die Mundart geht, und daß Goethe recht hat, wenn er sagt: Der Dialekt ist das Element, in dem die Seele ihren Atem schöpft. In vier Aufzügen werden wir in die Zeit von Alt=Schwerte zurückversetzt. Marjänken, in Stadt und Land, in Not und Tod, in Freud und Leid als aller Familien Hilfsmamsell bekannt, ladet in AltSchwerter Dialekt zu einem Altschwerter Hochzeitsfeste ein. Doch zuvor zeigt die köstliche Aufführung, wie Schwerter Kinder, in der Zeit als der Großvater die Großmutter nahm, freien gingen. Der 2. Teil handelt von dem sogenannten„Friggefangen". Freunde und Nachbarn kommen herbei, um dem Brautpaar für das Eheleben Glück zu wünschen. An einem solchen Tage geht es hoch her. Es herrscht ein fröhliches Treiben. Im 3. Aufzug finden wir die Nachbarfrauen zusammen, die mit beredtem Munde die Braut und ihre Tüchtigkeit preisen. Unterdessen ladet Marjänken mit dem Altschwerter Spruch die Hochzeit ein. Dann gehen die Frauen auseinander, um für ihren Hochzeitsstaat zu sorgen. Der 4. Akt führt uns auf eine Altschwerter Hochzeit mit Sang und Klang, mit Ränken und Schwänken und mit manchem das Brautpaar neckenden Späßchen. Bei vorgerückter Stunde werden Braut und Bräutigam des bräutlichen Schmuckes beraubt. Der Braut wird eine Haube aufs Haupt gesetzt. Es folgt ein Tänzchen, und bei dieser Gelegenheit bringt der Bräutigam seine Braut in Sicherheit. Doch die Hochzeit geht weiter. Zum Schluß ladet die Brautmutter noch auf den folgenden Tag ein. Ein Altschwerter Tänzchen Willewei genannt, nach der Melodie: Als ich noch im Flügelkleide in die Mädchenschule ging, getanzt, beschließt den Abend.— Groß war der Beifall, der dieser Aufführung gespendet wurde. Die weitere Festfolge bot gemeinsam gesungene plattdeutsche Lieder, plattdeutsche Vorträge und Reigen in bunter Folge. Die Bauernreigen der DT. waren eine wahre Augenweide und fanden eine beifallsfreudige Festversammlung. Mit Begeisterung wurde das Weßfolenlied und das Grautebauhnenlied gesungen, die im echt Schwerter Dialekt Fräulein Waltenberg dem Heimatverein übermittelt hatte. Viel Freude bereiten immer die humoristischen plattdeutschen Sachen unserer westfälischen Heimatdichter, die von Rektor Lecking und Josef Tusch dargeboten wurden, letzterer gab auch Proben unserer Schwerter Dichter Schmitz und Knülle. Dann kam der Tanz. Alles in allem, das Heimatsest, das wieder Liebe zur Heimat geweckt und gepflegt hat, war ein wohlgelungenes. Börsen-Wochenschau vom Schwerter Bankverein, Klein& Co., KG. Schwerte, 8. Okt. Das Börsengeschäft erfuhr in der Berichtswoche zeitweise eine Belebung. Wenn diese Entwicklung auch vorübergehend wieder von einer gewissen Schrumpsung der Umsätze abgelöst wurde, so zeigte sich doch unverkennbar ein wiedererwachendes Interesse der Bankenkundschaft an den Efsektenmärkten. Besonders deutlich war dies am Kassamarkt der Industriewerte zu spüren, an dem sich auch an den ruhigeren Tagen in zahlreichen Spezialpapieren verhältnismäßig große Umsätze entwickeln konnten. Aber auch an den Schwankungsmärkten war in einer ganzen Zahl von Favoritvapieren erhebliches Geschäft zu verzeichnen. Zwar machten sich nach der starken Aufwärtsbewegung der letzten Zeit auch Bestrebungen zur Sicherung von Gewinnen und zu einer Umlagerung auf Rentenwerte geltend, die in der zweiten Wochenhälfte ein Nachgeben der Aktien=Kurse gegenüber dem höchsten Stande hervorriefen. Doch blieb die Grundstimmung zuversichtlich. An dieser Tatsache vermochte auch eine zeitweilige Abschwächung der Auslandswerte nichts zu ändern, die sich als Folge einer Neuregelung über Tauschoperationen von Auslandspapieren in deutsche Auslands=Bonds ergab. Bisher spielten sich diese Geschäfte in der Weise ab, daß man in Deutschland Auslandswerte kaufte, diese sodann im Auslande veräußerte und dagegen im Auslande deutsche Auslandsbonds erwarb. Von den zuständigen wurde die hierzu erforderliche Genehmia####= Sann erteilt, wenn von dem Devisener 25 Proz. an die Reichsbank abgeführt wurden. Diese Quote ist nunmehr auf 35 Proz. erhöht worden. Außerdem wurde nochmals besonders scharf hervorgehoben, daß der Ankauf der Auslandsbonds nicht von den Anleiheschuldnern selbst vorgenommen werden darf, bzww. daß die von dritten Personen erworbenen Auslandsbonds nicht an die Anleiheschulder verkauft werden dürfen. Im übrigen sind Transaktionen dieser Art nur noch durch Vermittlun: der Golddiskontbank zulässig. Der Druck auf die Auslandspapiere, den diese im Interesse unserer Devisenbilanz notwendige Erschwerung zunächst auslöste, wurde indessen sehr bald wieder überwunden, zumal sich die Geldmarktenspannung nach dem Ultimo allgemein günstig auf die Tedenzgestaltung an den Effektenmärkten auswirkte. Wie stark zum diesmaligen Quartalsultimo tatsächlich eine Beanspruchung des Zentralnoteninstituts erfolgt ist, zeigte deutlich der letzte Reichsbankausweis. Die Belastung zum Ende September betrug nicht weniger als 500 Mill. Mk., worin sich deutlich die Belebung der Wirtschaft widerspiegelt. Ein charakteristisches Beispiel für die Aufwärtsentwicklung ist ferner die Zunahme der Umsätze im Einzelhandel. Sie belief sich im August im Vergleich zum entsprechenden Monat des Vorjahres auf rund 15 Proz. Darin äußert sich die gestiegene Kaufkraft der Bevölkerung, die durch eine weitere Besserung des Volkseinkommens begründet ist. In diesem Zusammenhang verdient auch eine günstige Semestralbilanz der deutschen Lebensversicherungsunternehmen Erwähnung. Die Zahl der Versicherungen ist auf 20,8 Mill. Stück mit einem Kapitalwert von 18,16 Milliarden RM. gestiegen. Aus der InEhne Tritt=Kärsch Ein Roman aus den Kampfjahren 1929 bis 1932 von Heinz Friedeich Kamecke. 146. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Anfang Mai erhielt Stüwen einen Gerichtsbeschluß. Er lautete: In der Strafsache gegen den früheren Schriftleiter des„Wächters“ Klaus Stüwen in Teutowalde, z. Zt. in der hiesigen Strafanstalt, wegen Beleidigung des Bürgermeisters Kaiser in Leinenfelde wird das Verfahren nach Rücknahme der Strafanträge auf Kosten des Bürgermeisters Kaiser eingestellt——— Stüwen verzog den Mund. Nun war für ihn auch die einzige Chance, einen großen Prozeß zu gewinnen, verloren. Die Behörde kniff. Man gönnte ihm keinen Triumph... Ohne besondere Zwischenaktmusik wurde nun auch der letzte Wächter=Prozeß abgerollt. Die Staatsanwaltschaft sah ihre Aufgabe darin, die Autorität eines Landjägermeisters zu schützen, der einen freien Bürger zur Erzwingung eines Offenbarungseides an der Kette abgeführt hatte. Stüwen erklärte, er habe seine Arbeiten im guten Glauben veröffentlicht und wies auf die eidesstattliche Erklärung des Artikelschreibers hin. Das Gericht verurteilte Stüwen zu zweihundert Mark Geldstrafe. Der Angeklagte nahm das Urteil an. Die Aktendeckel fielen zu. Anklageschrift und Urteilsbegründung wurden eingesargt. Nun stand aber für Klaus Stüwen fest, daß er am vierundzwanzigsten Juni neunzehn. hunderteinunddreißig frei kommen würde. Er zählte die Tage und strich sie an der Wand ab. Das Bild Ankes s.and ihm vor Augen. Lautlos wiederholte er Worte, die sie einst gesprochen, und der süße dunkle#lang ihrer dustrie lagen weiter günstig lautende Meldungen vor. Rege Beachtung fand der Jahresbericht des Reichskohlenverbandes, der nicht nur in seinem am 30. Juni abgelaufenen Geschäftsjahr eine ansehnliche Zunahme des Gesamtverbrauchs in allen Brennstoffen feststellen konnte, sondern auch für die kommende Entwicklung eine zuversichtliche Prognose stellte. Die Höhe der diesmaligen Industrieabruse gestattete in der saisonmäßig stilleren Zeit des laufenden Jahres einen Ausgleich des üblichen Rückganges im Hausbrandgeschäft, so daß sich die Ergebnisse ständig über Vorjahrshöhe halten konnten. Erneut größer geworden ist ferner die Leistung der Walzwerke. Die zielbewußte Pflege der Ausfuhr ließ auf dem Gebiete des Kraftwagenabsatzes und im Export der deutschen Weißblechindustrie besondere Erfolge erkennen. Die Ausfuhr des zuletzt genannten Wirtschaftszweiges steht im Zeichen eines beachtlichen Anstiegs bei gebesserten Preisen, wozu das Zustandekommen der internationalen Weißblechkonvention beigetragen hat. Die Inlandsbeschäftigung hat sich ebenfalls, und zwar um etwa 16 Proz., gehoben. Bedeutende Auslandsaufträge konnte ferner der Röhrenverband hereinnehmen. Es handelt sich um größere Lieferungen für Britisch= und Niederländisch=Indien sowohl im Kompensations verkehr als auch gegen Sperrmark. Auf handelspolitischem Gebiete wurden die vielfältigen Beratungen Deutschlands mit anderen Staaten aufmerksam weiter verfolgt. Mit Befriedigung nahm man die Unterzeichnung des deutsch=argentinischen Handelsabkommens auf, das vom 20. Oktober ab vorläufig angewendet wird. Es ist wesentlich von dem Gedanken unserer Rohstoffversorgung aus Argentinien getragen. Eine ähnliche befriedigende Lösung wird von den soeben begonnenen deutsch=brasilianischen Handelsbesprechungen erwartet. Schirverichtergruppe=Schwerte Pressewart Rud. Bürger, Wandhofen, schreibt diesmal einen Artikel über„Hartes und verbotenes Spiel“, an dem sämtliche Schiedsrichter der Gruppe, sowie alle Spieler von Schwerte und Umgegend ein besonderes Interesse haben dürften. Ein Fußballspiel ist ein Kampfspiel, darüber werden wir uns alle im Klaren sein. Darum auch sollen die Mannschaften kämpfen und nochmals kämpfen. Bei einem noch so wichtigen Treffen kann man immer mit dem Gegner die Ritterlichkeit achten. Der Schiedsrichter soll, weil er Hüter der Fairnis ist, durch frühzeitiges Eingreifen irgendwelche Unsportlichkeiten nicht aufkommen lassen. Aber leider haben nicht alle Schiedsrichter die spielerische Erfahrung, die wohl unbedingt notwendig wäre, um ein Vergehen vorauszusehen. Wer gespielt hat. kennt das Auf=die=Knochen= Gehen der Spieler, der kann aus der Praxis heraus feststellen, daß nicht Ungeschicklichkeit, sondern Absicht vorlag. Er kann bewerten, ob es erforderlich ist, so oder anders zu spielen. Er läßt sich auch nichts vormachen, weder durch Unschuldsmiene des„Sünders", noch durch die Proteste der meist sachlich und fachlich wenig geschulten Zuschauer— von den Fanatikern ganz zu schweigen— und wird strafend, ermahnend und verwarnend eingreifen, um solche Unsportlichkeiten auszumerzen. Ist es Zweck unseres schönen Spiels, daß man unbedingt ein„Andenken“ mit nach Hause trägt und die nächste halbe Woche zu tun hat, um mit Heizkissen und Massagen Krieg gegen solche„Kleinigkeiten“ zu führen? Der Schiedsrichter mit der spielerischen Erfahrung weiß den Kampf gegen solche Unsitten zu führen. Er wird energisch dazwischen fahren, wenn ein allzukriegerisch veranlagter Gegner mit der Sohle„einsteigt". Er wird unbeschadet der fehlenden Verwarnung zum Ausschluß des Spielers schreiten, wenn der seine Stiefelspitze über den Ball und damit in das Schienbein des Gegners hält. Er weiß, daß diese versteckten„Fouls“ zehnmal schlimmer sind als die offenen; in der Wirkung bestimmt deutlicher fühlbar. Ein derart erfahrener, spielbegabter Schiedsrichter wird bei den Spielern allerschnellstens sich Respekt verschaffen, nicht nur für einen Kampf, den er leitet, sondern für die Dauer seiner„Amtszeit.“ Die Behörden werden künftig auf die Geeignetheit dieser Spieler sehen und danach trachten, den Schiedsrichternachwuchs nur aus den Reihen der aktiven Spieler zu nehmen. Eine Sammlung unfairer Angelegenheiten wollen wir hier näher betrachten. Zuerst die groberen, die eine gewisse Erläuterung bedürfen. Nehmen wir das Beinstellen. Ein solches liegt„amtlich“ vor, wenn ein Spieler unter Gebrauch seiner Beine einen Gegner absichtlich zu Fall bringt. Aber— man höre— schon der Versuch hierzu ist strafbar. Wenn also ein Spieler deutlich sichtbar den Versuch macht, den Gegner zu Fall zu bringen, und er hat„das Pech“, daß dieser seinen Trick erkannt und ihm ausweicht, so hat der Schiedsrichter dennoch die Pflicht, die volle Strenge der Regeln anzuwenden, sofern er hierdurch nicht dem Vorteil des betroffenen Gegners schadet. Beinstellen ist ein ganz einfaches Vergehen und besteht eben in der unfairen Benutzung der Beine gegen den Gegner. Komplizierter ist aber das Unterlaufen, das immer gegen einen springenden Gegner vorgenommen wird. Springt der Gegner nicht, so wird aus dem Unterlaufen ein Anrennen, das gleichfalls verboten ist und im starken Gegensatz zum Rempeln besteht. Ein den Ball köpfender Gegner wird angerannt. Das ist eins der übelsten„Fouls“ und außerdem sehr gefahrvoll. Ist der Gegner der Torwart, der nach dem Ball springt, so wird in den meisten Fällen das Unterlaufen mit einer Verletzung enden. Es ist bei dieser Art des Torwartangriffes aus bereits mehr als ein Torwart auf der Strecke geblieben. Die amtliche Entscheidung spricht davon, wenn sie das Unterlaufen erklärt, von einem zu=Fall=Bringen durch Niederdrücken vor oder hinter einem Gegner. Das ist die weit gefährlichere Art. Der so unterlaufene Gegner wird meist schwer fallen. Fällt er gar auf das Genick, so droht ihm große Gefahr. Also: Schiedsrichter, unerhörte Härte gegen Sünder dieser Art ist am Platze, wobei auch der Versuch strafbar ist. Anspringen des Gegners ist immer absichtlich. Hier gibi es keine Ausnahme. Wenn ein Spieler den Ball führt, kann man nur mit erlaubtem Rempeln versuchen. ihn vom Ball zu bringen. Der Fuß darf nur gegen den Ball geführt werden, wobei der Schiedsrichter auf den Umstand besonders zu achten hat, ob der angreifende Spieler bei seinem Versuch überhaupt Aussicht hat, den Ball zu erreichen und ob bei seinem Vorgehen nicht die Knochen des Gegners in Gefahr sind. Man muß vom Spieler verlangen, daß er diesen Umstand in Rechnung stellt, weil auch der Schiedsrichter diesen Maßstab anzulegen hat. Eine mildere, d. h. weniger gefährlichere Art der Unfairnis liegt im Halten oder Stoßen des Gegners. Hier hat der Schiedsrichter weniger Anlaß, energisch vorzugehen, wenn er auch davon überzeugt sein soll, daß die Unfairnis dieser Art dazu angetan ist, den Charakter des Spieles zu verderben und damit der Vorbote größter Entgleisungen zu sein. Eine Ermahnung bzw. Verwarnung wird auch in diesem Fall angebracht sein, zumal die Regel verlangt, daß wiederholte Verstöße als unsportliches Betragen zu werten und mit einer Verwarnung (später Feldverweis) zu belegen sind. Der Begriff Halten und Stoßen braucht kaum erläutert zu werden. Rempeln ist Abdrängen des Gegners vom Ball bei angelegten Armen. Verboten ist das von= hinten= Rempeln. Ueber dieses Thema werde ich in meinem nächsten Bericht sprechen. Rundfunk=Programm Mittwoch, den 10. Oktober 10?4 6.00 Morgenruf. 6.05 Leibesübungen. 6.25 Morgenkonzert. 6.50 Morgenruf, Zeit, Wetter, Nachrichten. 8.00 Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen 8.05 Frauenturnen. 8.20 Blumen im Heim. 10.00 Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen. 10.10 Wir und die Welt 11.40 Bauernfunk. 12.00 Musik am Mittag. 12.45 Erste Mittagsmeldungen, Glückwünsche. 13.45 Zweite Mittagsmeldungen. 14.00 Für jeden etwas! 15.00 HJ=Funk, BDM=Sport. 15.30 Wirtschaftsmeldungen. 15.50 Stimme der Zeit. 16.00 Nachmittagskonzert. 17.00 Heimat oder Obdach. 17.15 Fahrt durch das Siegerland. 17.25 Zum 80. Geburtstag von Martin Plüddemann. 17.45 Wandern im Jagdrevier. 18.00 Wirtschaft unter der Zeitlupe. 18.20 Aus unserer Heimat. 18.40 Vom Tage. 18.50 Wirtschaftsmeldungen. 19.00 Althannoversche Militärmusik. 19.50 Momentaufnahme. 20.00 Erste Abendmeldugnen. 20.10 Unsere Saar— den Weg frei zur Verständigung. 20.35 Stunde der jungen Nation: Christoph Columbus(Geschichte eines Seefahrers). 22.00 Zeit, Wetter, Nachrichten. Stimme lag ihm im Ohr. In dem schmalen Lichtstreifen, der durch das Gitter gegen die Zellenwand fiel, entdeckte er das leuchtende Antlitz Ankes. Er träumte von ihr und vom hellen Glück. * Es war ein heißer Junitag, als der aus der Strafanstalt entlassene Klaus Stüwen in der Hand einen verschnürten Pappkarton, ins Freie trat. Noch geblendet von der Fülle des grellen Sonnenlichts, sah er zunächst eine Straße, die Gerichtsstraße, und ein Durcheinander von Farben und Bewegungen. Offene Wagen glitten an ihn vorüber. Menschen streiften seinen Arm. Wie ein Trunkener taumelte er an den Häusern entlang. In der nächsten Wirtschaft, die den Namen „Zur Freiheit“ führte, kehrte Stüwen ein. Die Wirtstochter, die wohl ahnen mochte, welches Tor sich hinter dem Gast geschlossen hatte, war wohltuend freundlich in der Bedienung. Er bestellte ein Glas Rotwein. Durch das offene Fenster drang der Lärm der Straße. Komm' zu mir, sang das Leben. Er blinzelte gegen das schmerzende Licht. Schlanke braune Mädchen, schöne Frauen in herrlichen, duftigen Sommerkleidern schwebten vorbei. Der Anblick verwirrte ihn leicht. Ueber sein bleiches Antlitz huschte die erste Röte warm werdenden Blutes.— Die Hände aufgestützt betrachtete er seinen Entlassungsscheia: Der Klaus Stüwen wurde heute nach Brambusch entlassen——— Ehe er aber die Lippen an des Weinglas setzte, trat er ans Telephon und rief Anke an. Sie war noch im Büro. „Anke, ich bin frei!“ „Ach du— Klaus!“. Es klang wie ein Freudenschrei. „Ich muß dich sehen. Anke.“ „Komm zu mir, heute abend——“ „Ich komme „Haben sie dich wirklich freigelassen?“ „Auf die Sekunde——“ „Und nun?“ „Es wird sich alles finden, Anke.“ Klaus Stüwen ließ seine Habseligkeiten in der Wirkschaft und lief hinaus in den Bergwald, um in freier Bewegung alles zu überdenken. Jeder Schritt bedeutete für ihn ein Geschenk der Freiheit. Und mit jedem Schritt fühlte er, kam er Anke näher. Freiheit! Jetzt erst wußte er sie so recht zu schätzen. Frei sein für Anke, frei für neues Wagen und Werken! Den Cheruskerberg erstieg er und blieb oberhalb der Stelle stehen, die ihm und den Seinen einmal fast zum Verhängnis geworden wäre. Er breitete die Arme aus, als warte er auf irgend etwas Gewaltiges, das jetzt über ihn kommen sollte. Seine Glieder dehnten sich, und er atmete die reine Luft des Höhenwaldes tief in seine hungrigen Lungen. Erst am Spätnachmittag kehrte er in die Stadt zurück. Zunächst meldete er sich bei seiner Wirtin. Die beiden Zimmer waren inzwischen an einen anderen Herrn vermietet worden. „Wir wußten ja alle nicht, wie lange man Sie festhalten würde“, sagte die Wirtin.„Die Leute meinten, den Wächter=Redakteur lassen sie überhaupt nicht wieder raus.“ Stüwen packte seine Sachen. Dann suchte er Brinkmann auf. Dieser war ganz überrascht, als Stüwen plötzlich vor ihm stand. „Ich dachte, man würde Sie nicht eher freilassen, als bis Sie Ihre Geldstrafen abgesessen hätten.“ „Man hat mir Ratenzahlung bewilligt", sagte Stüwen,„aber wenn der Umschwung eintritt, komme ich doch von den Geldstrafen ab. Ich könnte mich ja sonst kaputt zahlen, denn mein: Prozeßgegner haben auf Grund de: Verurteilungen in den Strafprozessen jetzt noch Privatklage gegen mich erhoben. Allein Dr. Weiß will wegen angeblicher Schädigung seiner Praxis zehntausend Mark von mir haben———“ „Vielleicht will er damit seinem Spitzel, Fräulein Ranunkel, honorieren——“, warf Brinkmann ein. „Schon möglich! Ist sie wieder bei ihm?“ „Aber sicher. Sofort nach Ihrer Verhaftung trat sie als Privatsekretärin bei ihrem früheren Chef ein. Na, die zehn Mille kann Weiß von uns doch nicht bekommen———“ „Das Geld ist knapp, nicht wahr?“ fragte Stüwen. Brinkmanns Stirn legte sich in Falten „Unser Verlag ist in der letzten Woche eingegangen——“ „Also doch——“ „Ich habe Sie bisher absichtlich mit dieser Hiobsbotschaft verschont. Sie sollten sich im Gefängnis nicht den Kopf zergrübeln. „War denn die Zeitung nicht mehr zu halten?“ „Nach unserer Verhaftung war es wie abgeschnitten. Wir hatten keine Möglichkeit, die furchtbaren Verdächtigungen von uns zu weisen. Ich kam zwar wieder frei. Aber Sie galten in den Augen der Oeffentlichkeit als Verbrecher. Die Zahl der Getreuen war nur klein im entscheidenden Augenblick. Ihr Freispruch in Ossenbrügge kam zu spät.“ Stüwen schluckte.„Dann kann ich also hier abtreten——?“ „Unser„Wächter' hat sich mit dem Ossenbrügger verschmolzen. Aber der hat ja schwer zu kämpfen, da die Geldstrafen fällig sind. Ich glaube kaum, daß Sie noch in Teutowalde ein Arbeitsfeld finden———“ Ueber Stüwens Gesicht flog ein neuer Schatten.„Dann werde ich mich wohl wieder nach einer Vertretung umsehen müssen Schluß folgt. SrLss Soestssbsservsorrsuh Schiffahrtspolizeiliche Anordnung Münster. Das Preußische Wasserbauamt teilt mit: Die Schiffahrttreibenden werden darauf aufmerksam gemacht, daß ab 1. Januar 1935 die Beschäftigung weiblicher Familienangehörigen an Stelle von Schiffsjungen zur Bemannung von Fahrzeugen von 15—250 To. auf den westdeutschen Kanälen von der Strom= und Schiffahrtspolizeibehörde grundsätzlich nicht mehr zugelassen wird, da die Sicherheit des Kanalbetriebes bei der Beschäftigung weiblicher Personen insbesondere bei der zurzeit regen Schiffahrt nicht gewährleistet ist. Die Schiffahrttreibenden werden ersucht, sofort für eine ausreichende männliche Besatzung Sorge zu tragen. Nach dem 1. Januar 1935 wird grundsätzlich gegen sämtliche Fahrzeuge, die keine ausreichende männliche Besatzung an Bord haben, polizeilich eingeschritten werden. Wechsel in der Führung des SS.=Abschnittes 17 in Münster Münster. Der bisherige Führer des SS.=Abschnittes 17 in Münster, SS.=Brigadeführer Koppe, hat seinen Arbeitsbereich verlassen, um sich zunächst als Führer zur besonderen Verwendung im Stabe des SS.=Abschnittes Südwest neuen Aufgaben zu widmen. Mit der Weiterführung des SS.=Abschnittes 17 wurde Standartenführer von Humann=Hainhofen beauftragt. Kanalisierung und Regulierung der weser Minden i. W. Die Arbeiten zur Kanalisierung der Weser an den Staustufen werden nachdrücklich vorbereitet. Die erste Staustufe nördlich Minden wird in der Nähe von Petershagen errichtet und soll den großen Weserbogen von Lahde bis Windheim abschneiden. Der Regierungspräsident hat genehmigt, daß zur endgültigen Absteckung der Kanalachse in den Gemarkungen Lahde, Jössen, Windheim und Döhren in einzelnen Koppeln die Grenzhecken in etwa zwei Meter Breite ausgeholzt und einige Bäume beseitigt werden. Das Mindener Wasserbauamt 1 wird im Laufe des Winters bei Minden und Döhren noch größere Regulierungsarbeiten vornehmen, wie sie im vergangenen Jahre bei Hameln, Hoya und Verden ausgeführt wurden. Das wird in erheblichem Maße zur Entlastung des heimischen Arbeitsmarktes beitragen. Der Führer als Taufpate Nordhorn. Anläßlich der Geburt des 10. Kindes der Eheleute Heuermann Gerhard Bült in der benachbarten Bauerschaft Freßdorf hat der Führer sich zur Uebernahme der Patenschaft bereiterklärt. Der Chef des Protokolls in der Präsidialkanzlei übermittelte den Eltern die Glückwünsche des Führers und ein namhaftes Geldgeschenk. Tod im Schacht Duisburg. Freitagabend geriet auf der Zeche Walsum der Bergmann Kostomey aus Wehofen unter hereinbrechendes Gestein. Er erlitt einen schweren Beckenbruch sowie andere Verletzungen, an deren Folgen er starb. Neichsbratsche Krauffuhrung Lehars„Giuditta“ auf der Bühne Oberhausen. Wenn schon in den letzten Jahren der Ertrag an neuen Operetten, die man als solche ansprechen darf, gering ist, dann ist es dennoch unverzeihlich, wenn ein Komponist von Ruf und Namen dazu übergeht, aus spekulativen Motiven sogenannte Operetten auf den Markt zu geben, wie es Lehar mit seiner „Giuditta“ getan hat. Eigentümlich berührt dabei, daß ausgerechnet die Wiener Staatsoper es war, die dieses als eine Alterserscheinung des Herrn Lehar zu wertende, halb Oper, halb Operette verkörpernde, im Textlichen, Dramatischen und Musikalischen an Halbheiten und Plattheiten nicht mehr zu überbietende Werk uraufführte. Man hätte zumindest von Herrn Lehar erwarten müssen, daß er, wenn ihn der mehr als dürftige Stoff schon nicht anregt, mit Rücksicht auf seinen eigenen Namen auf die Vertonung verzichtet hätte. In fünf Bildern, von Paul Knepler und Fritz Löhner zusammengefügt, spielt sich folgende „Handlung" ab. Giuditta, die Frau mit dem afrikanischen Blut in den Adern, läuft ihrem Manne davon, um mit einem Hauptmann zusammenzuleben, der, als er in den Krieg muß, seine Kameraden im Stich läßt, derweil Giuditta schon wieder mit einem„Lord“ zusammenlebt. Es folgt eine dramatische Wiedersehensszene, die damit endet, daß beide ihres Weges ziehen. Intendant Voigt hatte die Aufführung selbst inszeniert und ihr dank seiner intensiven Probearbeit zu Schmiß und Schwung verholfen. Chor (Nolte) und Ballett(von Lobenthal) untermalten recht wirkungsvoll die Handlung Von großer Illusionskraft zeugten die von Wilhelm Terboven(als Gast) gestellten Bühnenbilder. Franz Richard Haas, der schon manche Uraufführung Lehars dirigierte, war auch diesmal ein gewandter Interpret seiner Melodien. Rhythmisch wie dynamisch war die Wiedergabe unzweifelhaft echt. In der Titelrolle war Alice Ritter stimmlich überzeugend, darstellerisch allerdings schwach. Dagegen war der Tenor Helmut Staré ein fescher Hauptmann, dessen kräftige Stimme gefiel. Das Buffo=Paar(Agi Moorasch und Otto Prem) gestaltete seine undankbare Aufgabe überzeugend. Die übrigen Darsteller gefielen. Den Weg, der die„Lustige Witwe“ von Erfolg zu Erfolg führte, kann man der„Giuditta“ jedenfalls nicht voraussagen. Der neue Kunstwille wird über dieses Werk zur Tagesordnung übergehen, will er sich nicht selbst untreu werden. Kommunisten wegen Vorbereitung zum Hochverrat vor Gericht Insgesamt zwei Jahre Zuchthaus und 37 Jahre Gefängnis Hagen. Die Justizpressestelle in Dortmund teilt mit: Der 4. Strafsenat des Oberlandesgerichts in Hamm verhandelte vom 24. bis 26. September im Schwurgerichtssaal des Landgerichts Hagen gegen 34 Kommunisten, denen die Anklage Vorbereitung zum Hochverrat, Waffen= und Sprengstoffbesitz und Fortsetzung des verbotenen Roten Frontkämpferbundes zur Last legte. Wie bereits eine Reihe von früheren Verfahren bewies auch diese Verhandlung wieder, daß in Hagen, Schwerte, Hörde und Düsseldorf der 1929 verbotene Rote Frontkämpferbund im Geheimen auch noch nach dem 31. Januar 1933 fortgeführt wurde und erhebliche Mengen von Waffen und Sprengstoff besaß. Auch in dieser Verhandlung kam zur Sprache, daß der Rote Frontkämpferbund am 5. März 1933 in seinen Quartieren schwer bewaffnet zum Losschlagen bereitstand. Nur das energische Durchgreifen der Polizei, die angesichts des Reichstagsbrandes die wichtigsten Funktionäre festgesetzt hatte, sowie der für die kommunistische Partei klägliche Wahlausgang verhinderte die Durchführung des geplanten Aufstandes. Ein Angeklagter erhielt zwei Jahre Zuchthaus wegen Vorbereitung zum Hochverrat in Tateinheit mit Sprengstoffverbrechen. Er hatte bei Waffentransporten mitgewirkt und dabei auch einige Sprengstoffpatronen weitergegeben. Die verhältnismäßig milde Strafe verdankte er nur Arten un Bonkoper=Sparrussenprezey Verfahren auf Grund der Amnestie eingestellt Die Essener Große Strafkammer verkündete am Samstag im Bottroper Sparkassenprozeß Emscher= mann folgendes Urteil: Das Verfahren wird auf Kosten der Staatskasse eingestellt. In der Begründung führte der Vorsitzende u. a. aus, daß es nicht Aufgabe gewesen sei, Gericht zu sitzen über die eigenartigen Verhältnisse bei der Bottroper Sparkasse und über die Geschäftsführung des Angeklagten. Das Gericht habe auch nicht zu entscheiden gehabt, ob etwa disziplinarische Angelegenheiten zu beurteilen oder Regreßansprüche anzuerkennen seien, sondern es habe sich nur damit zu befassen, inwieweit sich der Angeklagte strafrechtlich schuldig gemacht und inwieweit er zu einer Strafe herangezogen werden müsse. Bei der Aufdeckung der Sache habe es anfänglich sehr böse für den Angeklagten ausgesehen; seine eigenen Konten waren überzogen und verschiedene Bücher, die Auskunft hätten geben können, verschwunden. Erst in der letzten Stunde sei Licht in das Dunkel gedrungen, es sei festgestellt worden, daß doch Einzahlungen erfolgten, wenn auch nicht nachgewiesen werden konnte, daß diese Gelder auf die Eigenkonten des Angeklagten gehörten. Es lägen sehr dunkle Verdachtsmomente gegen den Angeklagten vor, aber es könne nicht aufgeklärt werden, ob seine Angaben unrichtig seien. Der Verdacht der Unterschlagung ruhe nach wie vor auf dem Angeklagten, der nicht ohne Schuld in diese Geschichte verwickelt worden sei, einmal durch seine eigentümlichen und dauernd wechselnden Aussagen, dann durch die seltsamen Eintragungen auf den blauen Gegenkontenkarten und vor allen Dingen dadurch, daß Effektennachweise nicht mehr vorhanden waren. Auch hinsichtlich der Ubrigen fingierten Konten lägen große Verdachtsmomente vor, aber die Angabe des Angeklagten, er sei durch die verstorbenen Mitglieder des Vorkandes in seinen Handlungen gedeckt worden, habe nicht widerlegt werden können. Im Falle Ohm nehme das Gericht an, daß Emschermann die 8000 RM. unterschlagen habe, aber nicht um sie in seine Tasche zu stecken, sondern um damit die Unterschlagungen Hautkappes zu decken. Der dringendste Verdacht laste auf dem Angeklagten im Falle der 2000 RM., die von dem Konto für Privatangelegenheiten des Pfarrers Wenner von dem Kirchenkassenkonto abgebucht worden sind. Allerdings reiche der Verdacht nicht aus, um nachzuweisen, daß Emschermann sich bereichert habe. Auf jeden Fall aber habe sich der Angeklagte der gewinnsüchtigen Urkundenfälschung schuldig gemacht, weil er ohne Genehmigung der Kunden, die Wertpapiere bei der Sparkasse lagerten, Quittungen auf deren Namen gefälscht habe. Aber der Angeklagte habe diese Quittungen in den ordentlichen Geschäftsverkehr gebracht, sodaß sie ein jeder sehen konnte, also hier nicht verschleiert. Das Gericht sei aber weiter zu der Ueberzeugung gekommen, daß der Angeklagte sich einen Vermögensvorteil zu verschaffen suchte in der Form, daß er sich vor Regreßansprüchen sichern wollte. Zur Diebstahlsbeschuldigung bemerkte der Vorsitzende, daß der Angeklagte sich das Schriftstück nicht habe aneignen, sondern lediglich eine Abschrift habe machen wollen. Das sei ein Gebrauchsdiebstahl und daher nicht strafbar. Abschließend erklärte der Vorsitzende, das Gericht habe unter Zubilligung mildernder Umstände eine Gefängnisstrafe von vier Monaten wegen gewinnsüchtiger Urkundenfälschung als ausreichende Sühne erachtet. Da die Strafe somit unter sechs Monaten liege, müsse automatisch die Amnestierung auf Grund des Straffreiheitsgesetzes vom 7. August 1934 erfolgen und das Verfahren eingestellt werden. Aus diesem Grunde war auch der Haftbefehl gegen den Angeklagten aufzuheben. seiner Jugend und seinem offenen Geständnis. Von den übrigen Angeklagten wurden 21 wegen Vorbereitung zum Hochverrat in Tateinheit mit Fortsetzung des Roten Frontkämpferbundes, sowie zum Teil mit Waffenbesitz, zu Gefängnisstrafen von insgesamt 37 Jahren verurteilt. Mehrere Angeklagten entgingen nur durch ihr Geständnis und ihre gute Führung im Kriege den beantragten Zuchthausstrafen. Acht Angeklagte wurden freigesprochen. Gegen vier weitere Angeklagte wurde das Verfahren eingestellt, da ihre Straftaten unter die Amnestie vom 20. Dezember fielen. Orthopädische Versorgungsstellen büsseldorf und Essen Essen. Mit Wirkung vom 1. Oktober 1934 ab wird die bisherige Zweigstelle Essen der Orthopädischen Versorgungsstelle Düsseldorf in eine selbständige orthopädische Versorgungsstelle Essen umgewandelt. Die Bezirke werden wie folgt abgegrenzt: a) orthopädische Versorgungsstelle Düsseldorf: Kreis Kleve, Stadtkreis Düsseldorf, Landkreis Düsseldorf=Mettmann(Rest)— siehe orthopädische Versorgungsstelle Essen und orthopädische Versorgungsstelle Köln,— Kreis Erkelenz, Kreis Geldern, Kreis Geilenkirchen=Heinsberg, Landkreis Grevenbroich=Neuß, vom Kreis Jülich der nördliche Teil, Stadtkreis Krefeld=Uerdingen am Rhein, Landkreis Kempen=Krefeld, Kreis Mörs, Stadtkreis M.=Gladbach, Stadtkreis Neuß, Stadtkreis Rheydt, Stadtkreis Viersen. b) orthopädische Versorgungsstelle Essen: Kreis Dinslaken, Stadtkreis Düsseldorf=Mettmann der nördliche Teil mit den Bürgermeistereien Heiligenhaus, Langenberg, Neviges und Velbert, Stadtkreis Essen, Stadt Kettwig, Stadtkreis Mülheim an der Ruhr, Stadtkreis Oberhausen, Kreis Rees, Stadtkreis Wuppertal und die reichsdeutschen Versorgungsberechtigten in den Niederlanden. Schnell gefaßter Dieb.— Die Blutspur verriet ihn Duisburg. Auf gerade nicht alltägliche Weise konnte hier ein Dieb ermittelt und festgenommen werden. In der Nacht wurde in die Geschäftsräume eines Friseurs eingebrochen. Der Dieb zog sich beim Einschlagen einer Fensterscheibe eine stark blutende Handverletzung zu, sodaß er schließlich unverrichteter Dinge wieder umkehren mußte. Der Friseur, der den Diebstahlsversuch bald bemerkte, benachrichtigte sofort die Polizei. Die Blutspuren ließen sich vom Tatort bis zur Wohnung des Einbrechers verfolgen, der natürlich nicht wenig überrascht war, daß man ihn so schnell entdeckt hatte. Ein Toter, fünf Schwerverletzte bei einem Verkehrsunglück Duisburg=Hamborn. In Walsum ereignete sich ein folgenschweres Verkehrsunglück. Ein Motorrad stieß mit einem Personenkraftwagen so heftig zusammen, daß sich der Wagen, in dem sich eine Hochzeitsgesellschaft aus Hamborn befand, überschlug. Der im Beiwagen des Motorrades sitzende Gerichtsassessor Dr. Schwarz aus Hamborn wurde auf der Stelle getötet, während der Fahrer und die vier Insassen des Personenwagens mit schweren Verletzungen dem Krankenhaus zugeführt werden mußten. Der Lenker des Personenwagens kam mit dem Schrecken davon. Schwerverbrecher bei umherziehenden Zigeunern gefaßt Kevelaer. Bei umherziehenden Zigeunern, bei denen er sich unter falschem Namen aufhielt, wurde hier ein Max Pott aus Burg a. d. Wupper gestellt, der einen auf den Namen Johannes Gies lautenden Paß bei sich führte. Verhängnisvoll war es für den Festgenommenen, daß ein Polizeibeamter, der vor längerer Zeit mit ihm zu tun hatte, ihn jetzt wiedererkannte. Pott ist ein ganz „schwerer Junge“, der schon lange von der Polizei steckbrieflich gesucht wird. Ihm werden u. a. Raubmord und Widerstand gegen die Staatsgewalt zur Last gelegt. Wieder ein Brand auf Vorster Gebiet Kempen. Von einem dritten Brand innerhalb von fünf Tagen wurde jetzt das Vorster Gebiet heimgesucht. Diesmal brach das Feuer in den Abendstunden in der Scheune des Bengdernhofes an der Kempener Straße aus. Die Vorster Freiwillige Feuerwehr, die wegen der häufigen Brände, von denen der größte Teil offenbar auf Brandstiftung zurückzuführen ist, in höchster Alarmbereitschaft ist, war bald an der Brandstelle. Sie mußte sich aber darauf beschränken, das Wohnhaus und benachbarte Gehöfte vor dem Uebergreifen der Flammen zu schützen. Die Scheune mitsamt den reichen in ihr aufgestapelten Fruchtvorräten wurde vollkommen vernichtet. Die Polizei hat sofort umfangreiche Ermittlungen eingeleitet, um den gefährlichen Brandstifter, der offenbar hier sein Unwesen treibt, zu fassen. Gefährliche Ladendiebin gefaßt M.=Gladbach. Die Polizei verhaftete eine Weißnäherin aus Giesenkirchen, die sich schon seit längerer Zeit in M.=Gladbach und Rheydt als raffinierte Taschendiebin betätigte. Sie führte die Diebstähle meist in Läden und Kaufhäusern aus, in denen reger Verkehr herrschte, so an den Verkaufsständen in Einheitspreisgeschäften, an der Rolltreppe im Warenhaus usw. Käuferinnen entwendete sie jeweils im Vorbeigehen die Handtasche oder die Geldbörse, wobei ihr teilweise größere Beträge in die Hände fielen. Unter dem erdrückenden Beweismaterial hat sie bisher acht solcher Diebstähle eingestanden. Die Vernehmungen sind aber noch nicht abgeschlossen, so daß noch mit einer Erhöhung dieser Zahl zu rechnen ist. Unter den aufgeklärten Diebstählen ist einer, der bisher nicht einmal bei der Polizei gemeldet war. Schmuggel an der Westgrenze Aachen. Das Hauptzollamt Kronprinzenstraße in Aachen verzeichnete auch im Monat September d. J. wieder große Erfolge in der Schmuggelbekämpfung. Wie die Statistik sagt, wurden im Berichtsmonat 614 Strafverfahren wegen Schmuggels eingeleitet. Im einzelnen wurden beschlagnahmt: 34.000 Stück Zigaretten, 560 Heftchen Zigarettenpapier, 133 Kg. Rauchtabak, 2225 Kilogr. Kaffe, 103 Kg. Getreide, 63 Kg. Mehl, 315 Kg. Fleischwaren, 10 Kg. Brot und 24 Kg. Zucker. 9 Personenkraftwagen, 13 Kraftwagenbereifungen, ein Lastkraftwagen, zwei Krafträder, drei Pferde, drei Pferdewagen, eine Handkarre und 34 Fahrräder, mit denen man Schmuggelware über die Grenze schaffen wollte, wurden eingezogen. Sendung vom Flugzeug aus Ein neuartiger Versuch des Deutschlandsenders Köln. Der Deutschlandsender führte am Sonnabend eine in ihrer Form völlig neuartige Sendung durch, die erstmalig von einem Flugzeug aus erfolgte. Zu diesem Zweck startete auf dem Kölner Flughafen ein besonders eingerichtetes Flugzeug. Der Funkberichter im Flugzeug trat während des Fluges durch einen Kurzwellensender mit sechs Punkten auf der Flugstrecke, und zwar in Köln, Lüdenscheid, Warburg, auf dem Brocken, in Brandenburg und Berlin in Verbindung. Die Sendung begann in Berlin um 20,05 Uhr, 20,06 Uhr erfolgte ein kurzer Hörbericht von Köln. Um 20,09 Uhr startete das Flugzeug und setzte um 20,10 Uhr mit seiner Sendung ein, die vom Deutschlandsender, vom Hamburger und vom Kölner Sender dann als Wechselgespräche zwischen Flugzeug, Regieleitung und den sechs Bodensendern übertragen wurden. Das Flugzeug empfing mit einer Festantenne und sandte mit einer Schleppantenne. Die Leistung des Senders betrug bei einer Wellenlänge von 102 Metern 10 Watt. Der Prozeß wegen Vorbereitung zum Hochverrat— 51 Angeklagte verurteilt Köln. Am Samstagmittag ging der Prozeß zu Ende, in dem sich wegen Vorbereitung zum Hochverrat 67 Angeklagte vor dem Strafsenat beim Oberlandesgericht Hamm, der die Verhandlung im Kölner Schwurgerichtssaal durchführte, zu verantworten hatten. Das Gericht verurteilte einen Angeklagten wegen kommunistischer Umtriebe, begangen im Jahre 1933, zu zwei. Jahren drei Monaten Zuchthaus. Die übrigen Angeklagten kamen mit Gefängnisstrafen bis zu zwei Jahren zwei Monaten davon. 16 Angeklagte wurden freigesprochen. Folgenschwerer Irrtum Köln. Eine im 82. Lebensjahre stehende Frau irrte sich bei einer Teezubereitung, indem sie zum Räuchern von Fleischwaren bestimmte Kräuter statt einfachen schwarzen Tee aufgoß. Nach dem Genuß des Getränkes starb die Frau an Vergiftung. Dieser verhängnisvolle Irrtum beweist einmal mehr, wie dringend notwendig es ist, bei der Zubereitung von Getränken äußerste Vorsicht walten zu lassen. Kolan vok Wotjyal., Miarkeit Fortsetzung URNEBEBERECHTSSCHLITZ A KERLAGOSKAR MEIATER, MERDAU 6. „Ich verstehe Ihre Ueberraschung, Mister Boulot! Aber ich mußte es Ihnen einmal sagen; denn Sie hätten es ja doch erfahren, und es liegt kein Grund vor, Ihnen diese Tatsache zu verschweigen.“ „Mon dien... was war denn diese Frau alles... eine große Künstlerin... eine schöne Frau...! „Und das größte Finanzgenie, das mir je vorgekommen ist! Es war fabelhaft, wie Mistreß Boulot gearbeitet hat, was sie für ein Feingefühl für die kleinsten Schwankungen der Börse hatte. Sie verdiente allein bei der Transaktion mit dem französischen Frank durch rechtzeitigen Kauf und Verkauf... über acht Millionen Dollar.“ 64 5 Boulot sieht nachdenklich vor sich hin, plötzlich blickt er Walter scharf an. A 34. „Dann war wohl auch meine Frau... die Gegenspielerin in dem Uralgeschäft?“ „Ich möchte nicht darüber sprechen, Mister Boulot. Erlassen Sie es mir. Sie ist tot!“ „Einen Feind weniger!“ versetzt Boulot hart.„Einen Feind, den ich nicht ahnte.“ „Haben Sie ihn wirklich nicht geahnt?“ „Nein!“ „Wußten Sie tatsächlich nicht, daß Ihre Frau Sie... haßte?“ freundlich zu Boulot:„Sir, Sie werden es jetzt etwas leichter haben, Ihr Ziel durchzusetzen.“ Boulot verneigt sich nur stumm und Walter geht. „Papa,“ wendet sich Ariane an ihn.„Hast du gewußt, daß Mama so riesig reich war?".61 M 8 „Nein, mein Kind! Ich bin ebenso überrascht wie du! Aber daß ich erfahren mußte, daß deine Mutter mir feindlich gegenüberstand und mein schärfster Widersacher in allen geschäftlichen Transaktionen war, das ist schmerzlich! Ich weiß nicht, womit ich ihren Haß verdient habe. Sie hat ihre Gefühle mit keinem Wort verraten!“ „Laß es gut sein, Papa.“ „Nein! Hat sie Ihnen das verraten?" Der Bankier ist ganz bestürzt.„Gehaßt? Weswegen hat sie mich ge„Das weiß ich nicht, Mister Boulot. Einmal sagte sie nur:„Carry soll an van Tolmen denken!“ „Ich kenne keinen van Tolmen!“ „Van Tolmen war der erste Gatte von Mistreß Boulot. Sie setzten seinerzeit durch, daß sie sich von ihm scheiden ließ.“ „Jenny war damit einverstanden. Weiter!“ „Ich weiß nichts weiter, Mister Boulot. Mein Ehrenwort! Ich fühlte mich nur verpflichtet, Ihnen das zu sagen, was ich wußte!“ „Ich bin Ihnen dankbar, Mister Walter! Ich will jetzt meine Tochter rufen.“ „Bitte sehr, Mister Boulot!“ „Wünschen Sie, allein mit ihr zu sprechen?“ „Nein! Das ist nicht nötig! Bestimmungsgemäß bleibt die Verwaltung des Vermögens ohnehin bis zum vollendeten einundzwanzigsten Lebensjahre in meinen Händen. Ich will nur Miß Ariane über den Stand ihres Vermögens unterrichten. Die Papiere, die sie in das Recht des Erbes setzen, erhält sie vom Gericht zugesandt.“ „Kann meine Tochter selbständig disponieren?“ „Bis zur Höhe von fünfhunderttausend Dollar, höher vorläufig nicht.“ „Nun, es sind ja nur noch wenige Monate bis dahin.“ „Allerdings! Wie es Miß Boulot dann halten will, ist ganz ihre Sache. Ich werde sie in keiner Weise beeinflussen.“ „Ich verspreche Ihnen dasselbe. Meine Tochter mag allein entscheiden; es ist ja mütterliches Vermögen.“ Boulot klingelt, der Diener tritt ein. Der Bankier bittet seine Tochter zu sich. Ariane kommt und wird von Walter herzlich begrüßt. „Mister Walter will dich davon in Kenntnis setzen, mein Kind, daß du Universalerbin des mütterlichen Vermögens geworden bist.“ „Jawohl, Miß Boulot. Ihre verstorbene Frau Mutter hat ein Vermögen von über achtzig Millionen Dollar hinterlassen, das ich einstweilen noch verwalte, worüber Sie aber in einigen Monaten voll verfügen können.“ Ariane glaubt nicht recht verstanden zu haben. „Achtzig Millionen? Wie käme meine Mutter zu diesem ungeheuren Vermögen?“ „Ihre Frau Mutter war ein Finanzgenie, Miß Boulot! Ich überreiche Ihnen hier die Abrechnung über das gesamte vorhandene Kapital. Ich bitte, die Aufstellung zu prüfen und sich, wenn es Ihnen angenehm ist, allein oder mit einem Zeugen, bei mir einzufinden, damit ich Ihnen über jeden einzelnen Vermögenswert den Nachweis führe.“ Ariane nickt stumm. Sie ist ganz benommen. „Ich händige Ihnen hiermit auch verschiede Depotscheine europäischer Banken aus, wo Ihre Frau Mutter Depots unterhielt. Ueber den Inhalt dieser Depots bin ich nicht unterrichtet. Auch die Schlüssel füge ich bei. Es ist der ausdrückliche Wunsch Ihrer Frau Mutter, daß Sie nach vollendetem einundzwanzigsten Lebensjahre nach Europa reisen und diese Depots beheben. Außerdem händige ich Ihnen den Depotschlüssel über ein Depot bei der Morgan=Bank aus. Dieses Depot soll ich Ihnen ganz besonders ans Herz legen. Wann Sie es öffnen wollen, bleibt Ihnen unbenommen. In diesem Falle sind Sie an keine Vorschrift gebunden.“ Er reicht ihr einen Bogen mit der Bitte, den Empfang der Depotschlüssel und Scheine zu bestätigen. Arianes Hände zittern dabei. Der Bankier Walter nimmt mit liebenswürdigem Lächeln die Quittung entgegen. „Sie sind etwas erregt, Miß Boulot,“ sagt er in seiner gütigen Art.„Kein Wunder! In wenigen Monaten werden Sie eine der vermögendsten Frauen von USA. sein. Wann darf ich Sie bei mir erwarten, damit ich Ihnen über das Vermögen Ihrer Frau Mutter Aufschluß und Abrechnung geben kann? Sie können einen Sachverständigen oder Vertrauten mitbringen.“ „Dann... übermorgen, Mister Walter.“ „Und die Stunde?“ „Wenn es Ihnen recht ist nachmittags gegen drei Uhr.“ „Einverstanderzu Der Bankier Walter verabschiedet sich und meint das wäre töricht! Du bist immer gut zu mir gewesen. Die Wirtschaftskrise hat da stark mitgesprochen.“ „Wenn du meinen Rat brauchst, Ariane, will ich dir gern zur Seite stehen.“ „Ich danke dir, Papa! Morgen werde ich Mister Walter bitten, daß er keine neuen Transaktionen unternimmt. Bin ich dann mündig, werde ich mich selber um die Dispositionen kümmern. Ich will es wenigstens versuchen. Ist es schwer, Papa?“ Boulot zuckt die Achseln. „Schwer? Nichts ist schwer! Man muß nur Nerven haben... das ist alles! Und ein instinktives Gefühl für die Chance. Vielleicht hast du das von Mama. Walter sagt, sie wäre ein Finanzgenie gewesen! Das will schon etwas heißen, wenn Walter es behauptet.“ Sie reichen sich verabschiedend die Hände, und Boulot nickt seiner Adoptivtochter freundlich zu. * Ariane denkt immer an Tom. Sie hat Sehnsucht nach dem guten Kameraden und kann es gar nicht erwarten, sich mit ihm auszusprechen. Sie ruft in seiner Redaktion an. Tom erklärt ihr, daß er noch eine Stunde zu arbeiten habe. „Ich hole Sie dann mit dem Wagen ab, Tom!“ „Wenn Sie sich bemühen wollen?" „Sehr gern! Ich habe ja Zeit.“ „Famos, Miß Ariane! Ich erwarte Sie!“ Alles im Büro lauscht gespannt, als der Reporter Halifax mit Ariane Boulot spricht. Das flößt allen Hochachtung ein. Wie kameradschaftlich er mit der Tochter des Multimillionärs verkehrt! Die Damen ahnen schon einen Roman mit allerlei Komplikationen. Aber seltsam, so mißgünstig die Menschheit sonst ist, dem Tom gönnt man alles. Jonny ruft ihm lachend zu:„Ein Glückspilz bist du, Junge!“ „Wieso?“ „Befreundet mit einer Millionärstochter! Die dazu noch fabelhaft reizend ist! Und nicht genug damit— du hast eine Wohnung bei einer deutschen Dame, die dich bemuttert wie einen Sohn!“ „Meine Wohnung kannst du bekommen, Jonny.“ „Was, du ziehst aus?“ 5 „Du bist verrückt! Eine bessere Unterkunft findest du nicht!“ „Das ist schon möglich.“ „Wohin ziehst du denn?“ „Nach Schloß Torsten! Mister Boulot hat mich gebeten, zu ihm zu übersiedeln.“ Das ist eine gewaltige Sensation unter den Kollegen. „Zu Boulot... ziehst du!“ staunt Jonny atemlos. „Jawohl! Ist das so seltsam?“ „Mensch... Tom! Das ist fast märchenhaft! Der Multimillionär— einer der unnahbarsten unter den Neuyorker Krösussen— lädt dich ein, bei ihm zu wohnen? Hat er dir nicht auch gleich angetragen, sein Schwiegersohn zu werden?“ „Nein! Das wird nie in Frage kommen! Aber der tragische Tod der Mutter hat natürlich Miß Ariane schwer getroffen, und Mister Boulot fürchtet, daß sie gemütskrank werden könnte. Er scheint sehr an seiner Adoptivtochter zu hängen und will, daß ich mich ein wenig um sie kümmere, sie aufheitere und dazu bringe, daß sie ihren Sport bald wieder aufnimmt. Du siehst also, lieber Jonny, daß meine Uebersiedlung nach Torsten etwas ganz einfach Erklärbares und keine Sensation ist.“ ** Ariane wartet mit dem Wagen vor dem Zeitungsgebäude. Es vergehen einige Minuten, dann kommt Tom und begrüßt das Mädchen herzlich in seiner offenen Art. Er nimmt neben der flotten Fahrerin Platz, und das kleine, schmucke Kabriolett rollt davon. „Ich mußte Sie sprechen, Tom!“ beginnt Ariane nach einer Weile und verlangsamt die Fahrt.„Ich habe eine große Ueberraschung erlebt! Ich hätte Sie ja auch daheim erwarten können, aber ich weiß nicht, ob wir da unbelauscht sind.“ „Also schießen Sie los!“ „Mister Walter, der Bankier meiner Mutter, war bei mir.“ „Und hat Sie vermutlich über eine stattliche Erbschaft unterrichtet:.„on Mn e uni. „Ja! Daß meine Mutter ein resperravies Privat= vermögen besaß, wußte ich, aber auf eine so gewaltige Summe war ich nicht gefaßt! Es sind über achtzig Millionen... die Wert=Depots nicht eingerechnet.“ „Donnerwetter!" „Tom! Glauben Sie mir, daß mir wohler wäre, wenn ich nur ein Zehntel der Summe besäße?“ „Das kann ich verstehen! Oh, das kann ich verstehen Geld ist notwendig... aber zuviel Geld ist eine Last!“ „Mir ist ganz wirr im Kopfe, Tom! Ich habe noch keinen klaren Gedanken fassen können. Ich bin ordentlich froh, daß ich erst in ein paar Monaten über mein Vermögen zu verfügen brauche. Nur über die Depots habe ich vorläufig freie Hand. Die Depotscheine und Schlüssel sind mir ausgehändigt worden. Können Sie sich morgen einmal frei machen? Ich möchte gern mit Ihnen zusammen die Depots besichtigen. Ja, wollen Sie?“ korgen? Hm, mein Chef wird zwar ein Gesicht schneiden, aber da muß Jonny einmal einspringen und die Berichte schreiben. Gut, ich spreche nachher noch mit Mister Breack und morgen können wir uns treffen.“ *** Am nächsten Vormittag fahren Tom und Ariane zuerst zur Walter=Bank. Als sie dort das Depot von Mistreß Boulot öffnen, finden sie nur ein schmales Tagebuch. Ariane schlägt es hastig auf, die Blätter sind unbeschrieben. Nur auf der ersten Seite steht: „Mein geliebtes Kind! Wenn Du diese Zeilen liest, dann bin ich nicht mehr, dann hat mich Mörderhand niedergestreckt. Ich fühle, wie das Verhängnis naht Und ich kann ihm nicht entgehen. Immer ist der Tod um mich. Ich habe Dich geliebt, mein Kind... das ist das einzige, was ich vor meinem höchsten Richter einst in die Waagschale werfen kann. Denn meine Sünden sind ohne Zahl, ich war schlecht, so schlecht wie felten ein Mensch. Aber bei Gott dem Allerhöchsten, ich habe Dich geliebt, geliebt über alles! Du wirst wenig davon gespürt haben; denn diese Liebe war in mir eingeschlossen, das bittere Schicksal hat mir das Herz zugeschnürt. Bete für mich! Deine Mutter Jenny Boulot, geschiedene van Tolmen, geborene Marnier aus Marseille.“ Ariane ist bleich geworden. Sie starrt Tom fassungslos an. Die Zeilen haben sie aufs tiefste erschüttert. „Tom... haben Sie gelesen... meine Mutter war schlecht... schlecht wie selten ein Mensch!“ „Ariane,“ erwidert Tom tröstend,„Ihre Mutter hat Sie geliebt. Das sühnt alles, was sie auch getan haben mag. Sie litt unter dem Gefühl des Todes, da wächst manchmal eine kleine Schuld turmhoch.“ Sie nickt ihm unter Tränen dankbar zu. „Ja, Tom, ich will glauben, was Sie sagen.“ Das Mädchen nimmt das Tagebuch der Mutter an sich, dann fahren sie zur Staatsbank von Neuyork. Die Größe des dortigen Tresorsaches setzt sie in Erstaunen. Tom muß das Fach aufschließen; denn Arianes Hände zittern zu sehr. Der Tresor birgt einen Juwelenschatz von unschätzbarem Wert. Das Prunkstück ist ein Diadem, ähnlich einer Krone, das mit einem riesengroßen Diamanten geschmückt ist, umrahmt von hunderten von Smaragden, Rubinen und Topasen. Die beiden jungen Menschen stehen eine Weile wie sevannr. LIu un) Heihen tm hallan Sicht Die Diamanten funreln und gleißen im heuen richt, daß sie die Augen schließen müssen. „Dieses Stück allein,“ spricht Tom schwer atmend, „muß Millionen wert sein. Schauen Sie nur diesen Stein an!“ „Wie kommt Mama zu dem Juwelenschatz?“ Sie betrachten und bewundern die schweren, mit Diamanten geschmückten Goldspangen und kostbaren Ringe, Anhänger und Gürtel. Plötzlich hebt Ariane wie abwehreno die Hande und sagt schandernd: „Ich fürchte mich vor den Steinen, Tomi Schließen wir alles wieder ein. Lassen Sie uns gehen! Ich... ich habe ein so unheimliches Gefühl.“ Tom folgt ihrem Wunsche.„Gut, Ariane. Aber ich wollte eigentlich die Stücke aufnehmen, damit Sie ein Verzeichnis davon haben.“ „Nicht jetzt, bitte! Das hat Zeit. Kommen Sie, Tom!“ Ariane atmet befreit auf, als sie wieder im Wagen Tom!“ klagt sie.„Am liebsten möchte ich die anderen Depots gar nicht untersuchen. Es ist unheimlich, so reich zu sein!“. Ba8 7.94. ach staub „Lassen Sie uns doch heute aues erledigen. Ich gläube, in den anderen Depots werden wir keine Kostbarkeiten mehr finden.“ Aber er trrt sich.. 4 um Das nächste Depot in der Morganvant enrhält Goldbarren im Werte von fünfhunderttausend Dollar und im letzten ist abermals ein Juwelenschatz exotischer Art eingeschlossen. Biele goldene Spangen, Ringe und eine seltsame altertümliche Krone, mit Edelsteinen förmlich übersät. Aber Ariane ist bedrückt von dem Reichtum uno orangt zum gehen. Als sie wieder die Straße hinabrollen, sagt das Mädchen:„Tom, ich hätte eine große Bitte an Sie.“ „Kann ich sie erfüllen?“ „Ja! Ich möchte Sie bitten, die Depots für mich zu verwalten. Nehmen Sie die einzelnen Wertstücke allein auf, fertigen Sie ein Verzeichnis davon an und verwahren Sie es samt den Schlüsseln.“ „Sie haben viel Vertrauen zu mir, Artane!“ „Alles, lieber Tom! Wenn ich an Ihnen irre werden sollte, könnte ich an nichts mehr glauben.“ „Ich werde Sie nicht enttäuschen. Gut, ich nehme Ihren Auftrag an. Hoffentlich empfindet Ihr Herr Vater es nicht als eine Kränkung und Zurücksetzung, wenn Sie mich damit betrauen."(Forts. folgt.) Der deutsche Schmierster Alfred Rosenberg spricht vor den nationalsozialistischen Lehrern In einer Leipziger Kundgebung der NSDAP., Gau Sachsen, Amt für Erzieher(RSLB.) hielt der Reichsleiter des Außenpolitischen Amtes der NSDAP. und Beauftragte des Führers für weltanschauliche Schulung, Alfred Rosenberg, eine Rede, in der er u. a. ausführte: Die große heroische Haltung der europäischen Wissenschaft vor 400 und 500 Jahren war nahezu vergessen, als die Epigonen dieses heroischen Kampfes die Lehrstühle Europas bevölkerten. Man stieg herunter nur in die sogenannte Erfahrungswissenschaft. In diese von oben kommenden Einflüsse wurde schließlich auch die Lehrerschaft, der deutsche Schulmeister, mit einbezogen. Er verlor die Wurzel, die ihn an Blut und Boden festhielt und schöpferisch machte. So sehen wir denn eine große Generation hinter dem politischen Demokratismus herlaufen, also auch hinter den verschiedenen Wirtschafts= und sonstigen Theorien, die in den letzten Jahrzehnten durch Europa gingen. Das war eine Verirrung zu einer hemmungslosen Vielwisserei, die nur die Früchte zeitigen konnte, die wir schließlich überall beobachten mußten. Hier ist es dann durch diese äußeren Einwirkungen dazu gekommen, daß der Schulmeister die Achtung vor sich selbst verlor und deshalb auch in breiten Volksschichten nicht mehr geachtet wurde wie früher. Ich glaube sagen zu können: So wie die nationalsozialistische Bewegung die Ehre des deutschen Arbeitertums und die Ehre des deutschen Bauern wiederhergestellt hat, so wird es auch ihre große Aufgabe sein, die Ehre des deutschen Schulmeisters wiederher. zustellen.(Starker, anhaltender Beifall.) Der wahre Schulmeister ist überhaupt die Voraussetzung für einen guten deutschen Professor. Er muß heute von der uferlosen WeltstadtTheorie wieder zurückfinden zu Blut und Boden. Und ein Schulmeister, der in seinem Dorf Bescheid weiß über die Blumen und Tiere seines Landes, über die Geschichte der Erde seines Dorfes, über die Bodengeschichte seiner Landschaft, der Bescheid weiß über die politischen Kämpfe seiner Heimat und der um die großen Schicksale seines ganzen Volkes weiß, der hat die Voraussetzungen seelischer und charakterlicher Art, die zum Teil verloren gegangen sind, die aber heute zurückerobert werden können. Und schließlich hängt davon im wesentlichen alles ab. Kann ein Lehrer sich selbst und seine Jugend zu mutigen Menschen formen, dann ist der Grund für die ganze künftige Entwicklung gelegt, denn ein mutiger Menschen und ein mutiges Volk haben einen anderen Blick in die Welt als ein charakterloses Volk. Die neue Weltanschauung geht weder vom Einzel=Ich noch von einer unvorstellbaren, universalistischen Menschheit aus, sondern von einem Erlebnis, das wir nicht immer schwarz auf weiß nach Hause tragen können, das wir aber mit dem Begriff der Rassenseele umschreiben. Von diesem geheimnisvollen Zentrum entwickelt sich das, was wir Volkskultur und Volkstum nennen. Und das ergibt die schöpferische Persönlichkeit, und, alles zusammen, einen Kulturkreis. Damit ist auch etwas ausgesprochen, was sich heute in der nationalsozialistischen Bewegung überall vollzieht: die Einheit von Leib und Seele und Geist. Auch die nordische Wiedergeburt, die wir hauptsächlich an unserer Jugend erleben, ist Ausdruck dieser Erkenntnis. Mit dem Wort „menschlich“ deckte man bisher alle Unzulänglichkeiten des Daseins und wußte selbst nicht, daß man die Idee des Menschen dadurch unterdrückt hatte. Für die nationalsozialistische Bewegung ist die Idee des Menschen der Gedanke, daß das Starke und Gesunde in den Mittelpunkt des deutschen Lebens und der deutschen Kunst gehört und nicht das Kranke und Verfaulte.(Lebhafter Beifall.) Ich glaube, daß in der ganzen Welt heute ein geistiger Umbruch vor sich geht, weil es keinem Volk erspart sein wird, zu dem Problem von Volkstum und Kommunismus Stellung zu nehmen. Hier, glaube ich, wird das angefeindete Deutschland einmal beispielhaft dastehen. Ich glaube, daß dieser große Kampf, den unsere alte SA. 14 Jahre geführt hat, ihr einen Ehrentitel für alle kommenden Zeiten sicherstellt. Denn das beispielhafte Opfer dieser Kämpfer Adolf Hitlers gemeinsam mit allen Organisationen der Bewegung war ein Beispiel dafür, daß Menschen wirklich daran glaubten, was sie lehrten. Und das ist das Geheimnis des nationalsozialistischen Erfolges. Das wird auch hoffentlich das Geheimnis der Erfolge einer späteren Volksund Lehrererziehung werden. Signatar-Mächte prüfen MemelBeschwerde Die Londoner Times schreibt: Der Bericht der Juristen über die Beschwerde der deutschen Regierung gegen die Maßnahmen, die von dem litauischen Gouverneur des Memelgebietes getroffen wurden, ist jetzt erstattet worden und wird vom englischen Auswärtigen Amt und den Regierungen Frankreichs und Italiens geprüft. Die drei Mächte sind zusammen mit Japan die besonderen Garanten des Memelstatuts. Es besteht wenig Zweifel darüber, daß technische Verletzungen des Statuts begangen worden sind. Der litauische Kommandant des Memelgebietes hat nunmehr auch dem derzeitigen Präsidenten des Memelländischen Landtages, Waschkies, das Abgeordnetenmandat entzogen. Landtagspräsident Waschkies hatte auf der letzten Sitzung einen Einspruch gegen Maßnahmen erhoben, durch die ihm das Hausrecht und die Aufsicht über die Hauspolizei während der Sitzung entzogen werden. Manunder Nere Maffelnle Mussolini hielt am Sonnabend in Mailand vor etwa einer halben Million Menschen eine große politische Rede, in der er u. a. betonte, daß die Entwicklung der europäischen Geschichte ohne Deutschland nicht denkbar sei. Besonders bemerkenswert ist im Zusammenhang mit dieser Rede, daß die französischen Blätter vorher eine Uebertragung durch den französischen Staatssender ankündigten und besonders auf das in französischer Sprache gehaltene Vorwort des Duce aufmerksam machten. Nach einleitenden innerpolitischen und innerwirtschaftlichen Darlegungen gab Mussolini einen „Rundblick“ auf die Länder, die an Italien grenzen und denen gegenüber man eine Haltung einnehmen müsse, die nicht Gleichgültigkeit sein könne, sondern entweder Feindschaft oder Freundschaft. Er betonte, daß keine großen Möglichkeiten bestünden, die Beziehungen zu Südslawien zu verbessern, wenn man dort fortfahre, in den Zeitungen tobende Polemiken zu bringen, die Italien im Innersten verletzten. Immerhin können wir, so sagte er u. a. weiter, die wir uns stark fühlen und es auch sind, nochmals die Möglichkeit einer Verständigung bieten, für die bestimmte Voraussetzungen bestehen. Wir haben die Unabhängigkeit der österreichischen Republik verteidigt und werden sie weiter verteidigen, eine Unabhängigkeit, die durch das Blut eines Bundeskanzlers geweiht worden ist, der klein von Gestalt, aber groß im Charakter und im Herzen war. Wer behauptet, daß Italien Eroberungsabsichten hegt oder der Republik eine Art Protektorat auferlegen werde, ist entweder über die Tatsachen nicht auf dem Laufenden, oder er lügt wissentlich. Das gibt mir Gelegenheit, zu betonen, daß die Entwickelung der europäischen Geschichte ohne Deutschland nicht denkbar ist, aber daß es notwendig ist, daß einige deutsche Strömungen nicht den Eindruck erwecken, daß es Deutschland ist, welches sich dem Lauf der europäischen Geschichte entziehen will. Mussolini fuhr dann u. a. fort: Es besteht kein Zweifel, daß seit wenigstens einem Jahr unsere Beziehungen zu Frankreich erheblich gebessert sind. Und wenn wir durch Abkommen erreichen, was wir wünschen, wird das sehr nützlich und fruchtbringend sein sowohl für die beiden Länder, als auch im allgemeinen Interesse Europas. Alles das wird sich zwischen Ende Oktober und Anfang November zeigen. Die Verbesserung der Beziehungen zwischen den Völkern Europas ist umso nützlicher, als die AbArbendrienst uls Fahrerschate Vereinbarung zwischen Reichsführer Hierl und Stabsleiter Dr. Ley Zwischen dem Reichsführer des Nationalsozialistischen Arbeitsdienstes, Staatssekretär Hierl, und dem Stabsleiter der PO. und Führer der Deutschen Arbeitsfront, Reichsleiter Dr Ley, ist eine Vereinbarung getroffen worden, deren wesentlichsten Inhalt wir folgend wiedergeben: 1. Der gesamte Führernachwuchs der PO. und der DAF. muß zukünftig durch die Schule des Arbeitsdienstes gehen. Für alle nach dem 31. Dezember 1914 geborenen Führeranwärter der PO. und der DAF. ist der Arbeitsdienstpaß die unFläßliche Voraussetzung für die Zulassung zur Hahrerlaufbahn. Für die in der Zeit vom 1. Januar 1911 bis : Dezember 1914 geborenen Führeranwärter in die Arbeitsdienstzeit nachzuholen, soweit die Aufnahmefähigkeit der Organisation des Arbeitsdienstes dieses ermöglicht. 2. Die Arbeitsdienstzeit beträgt künftig ausnahmslos ein Jahr; für die vor dem 1. Januar 1915 Geborenen ein halbes Jahr. 3. Die Einstellung erfolgt erstmals zum 1. November 1934 auf Grund der von der Reichsleitung des Arbeitsdienstes dem Stabsleiter der 30. und Führer der DAF. eingereichten Bebarfsanzeige. Ueber das Einberufungsverfahren erfolgen Ausführungsbestimmungen. Die aus dem Arbeitsdienst ausscheidenden Führeranwärter erhalten eine eingehende abschließende Beurteilung mit besonderer Würdigung ihrer voraussichtlichen Führereignung. 5. Der Führer der Arbeitsfront trifft Anordnungen, daß die nach beendigter Arbeitsdienstzeit ausscheidenden Führer und Arbeitsdienstmänner des Arbeitsdienstes möglichst sofort Arbeitsplätze in der Wirtschaft erhalten. * Die Vereinbarung zeigt, welche große erzieherische Bedeutung dem Arbeitsdienst von seiten der maßgebenden Parteistellen zugesprochen wird. Die Vereinbarung bringt außerdem noch eine bedeutungsvolle Festsetzung, die im Interesse der jungen Arbeitsmänner auf das lebhafteste zu begrüßen ist. Die Vereinbarung besagt nämlich, daß die Arbeitsfront sich darum bemühen wird, die aus dem Dienst für Volk und Staat ausscheidenden Arbeitsmänner möglichst sofort in Arbeit zu bringen. Damit wird dem Arbeitsdienst eine große Sorge abgenommen, und es wird eine Handlung der Gerechtigkeit vollzogen, indem den jungen Männern, die ein Jahr mit dem Spaten an deutscher Erde für Deutschland werkten, der Weg ins Leben geöffnet wird. Im ganzen genommen ist dieser Akt ein Schritt vorwärts zur allgemeinen Arbeitsdienstpflicht, die aus dem Volke heraus sich zu gestalten beginnt, so daß die Schaffung ihrer gesetzlichen Grundlage nur noch eine Frage absehbarer Zeit ist; ein Schritt vorwärts zum Heil und Segen des nationalsozialistischen Aufbaues und des deutschen Volkes. rüstungskonferenz gescheitert ist. Es besteht kein Zweifel, daß es Henderson, der als richtiger Engländer zähe ist, in keiner Weise gelingen wird, den Lazarus der Abrüstungskonferenz wieder aufzuerwecken, der unter der Last der Panzer und Geschütze begraben liegt. Nachdem die Dinge so stehen, werdet Ihr nicht überrascht sein, daß wir heute entschlossen auf der vollständigen militärischen Ausbildung des Volkes bestehen. Das ist die andere Seite des Korporativsystems. Damit die Stimmung der Arbeitermassen gehoben sei, haben wir die Forderung einer höheren sozialen Gerechtigkeit für das italienische Volk verkündet. Denn ein Volk, das im Innern nicht zeitgemäße Verhältnisse besitzt, wird in der Stunde des Ernstes nicht die erforderliche Leistungsfähigkeit aufbringen. Die Zukunft kann nicht wie ein Stundenplan oder ein Fahrplan festgesetzt werden. Man darf nicht zu langfristige Hypotheken aufnehmen. Wir wiederholen mit Ueberzeugung und Nachdruck, daß der Faschismus das Vorbild der europäischen und der italienischen Zivilisation in diesem Jahrhundert sein wird. Was die sichere oder unsichere Zukunft betrifft, so steht eine Tatsache unerschütterlich fest, nämlich unsere Leidenschaft, unser Glaube und unser Wille. Wenn sie den wahren Frieden bringt und den ersprießlichen Frieden, der von Gerechtigkeit begleitet sein muß, werden wir unsere Gewehrläufe mit Oelzweigen schmücken können. Aber wenn das nicht zutrifft, so könnt Ihr sicher sein, daß wir als Männer, die im Zeichen des Liktorenbündels stehen, notfalls die Spitzen unserer Bajonette mit den Lorbeeren und Eichenblättern aller Siege schmücken werden. Deutsche Musiker— Deutsche Namen Die Neigung mancher Deutscher, nur das Ausländische für gut und insbesondere in jedem Fall für besser als das Deutsche zu halten, muß mit allen Mitteln bekämpft werden. Der Präsident der Reichsmusikkammer hat deshalb folgendes angeordnet: Es ist den Mitgliedern der„Reichsmusikerschaft“ verboten, sich aus Reklame= oder anderen Gründen ausländische oder ausländisch klingende Namen statt ihrer bürgerlichen Namen zuzulegen. Das Gleiche gilt für die Benennung von bestimmten kammermusikalischen oder sonstigen Musik=Vereinigungen. Deutsche Musiker bezw. Musikvereinigungen, die bisher unter einem ausländischen oder ausländisch klingenden Namen aufgetreten sind, haben in Durchführung dieser Anordnung ihren Namen bis zum 31. Oktober 1934 entsprechend umzuändern. Ein Verstoß gegen diese Anordnung kann als Unzuverlässigkeit im Sinne des§ 10 der I. Durchführungsverordnung zum Reichskulturkammergesetz angesehen werden und zum Ausschluß aus der Reichsmusikerschaft führen. Der Ausgeschlossene verliert das Recht zur Berufsausübung. 70 Millionen Taler eingezogen Ausprägung der neuen Fünf=Mark=Stücke schreitet rüstig fort Der Reichsfinanzminister gibt einen Ueberblick über die Münzprägung in den Monaten Juli, August und September bekannt. Von den neuen Silbermünzen ist besonders die Ausprägung von Fünf=Mark=Stücken tatkräftig betrieben worden. Sie erreichte mehr als 76 Millionen Mark, so daß jetzt insgesamt rd. 94 Millionen Mark von den neuen Münzen im Umlauf sind. Auch von den 1=Mark=Nickelmünzen sind wieder rd. 30 Millionen Mark ausgeprägt worden, der Umlauf beträgt jetzt rd. 153 Millionen Mark. Von den alten Drei=Mark=Stücken, die bekanntlich am 1. Oktober ihre Gültigkeit im allgemeinen Zahlungsverkehr verloren haben, sind bis Ende September rd. 210 Millionen eingezogen. Obwohl diese Münzen jetzt nur noch von der Reichsbank angenommen werden, sind sie noch in sehr beträchtlicher Zahl, nämlich in Höhe von rd. 62 Millionen Mark, im Umlauf. Von den alten 1=MarkStücken sind bisher 92 Millionen Mark eingezogen. Eine Einziehung der großen Fünz=MarkStücke ist bisher überhaupt noch nicht erfolgt. Hiervon ist noch die Gesamtprägung von 760 Millionen Mool im Verkehr. Reichsminister Rust in Ungarn Reichsminister Rust ist Sonntag nachmittag um 4 Uhr zu seinem Besuch in der ungarischen Hauptstadt eingetroffen. Der Besuch erfolgt auf Grund einer persönlichen Einladung des ungarischen Kultusministers, dessen Gast Minister Rust in Budapest sein wird. Auf dem flaggengeschmückten Flugplatz wurde dem Reichsminister ein herzlicher Empfang zuteil. Das amtliche, von ungarischer Seite ausgearbeitete Besuchsprogramm für den Aufenthalt des Reichsministers Rust in Budapest sieht mehrere Empfänge, darunter einen beim Reichsverweser Horthy, dem Ministerpräsidenten und beim Fürsterzbischof Seredi vor. Reichsminister Rust wird auch die Universitäten, Museen, Kliniken, öffentlichen Anstalten und anderes besichtigen. Selbstverwaltung für die Studierenden der Fachschulen Reichsminister Rust hat am Samstag die vom Reichsführer der deutschen Fachschulschaft unterbreiteten Vorschläge für die fachschulstudentische Selbstverwaltung unterzeichnet. Damit ist in der Geschichte der deutschen Fachschule der erste Schritt zur Reform des Fachschulwesens und besonders des technischen Schulwesens getan. Die Grundlage der fachschulstudentischen Selbstverwaltung bildet eine Reichsverordnung in Form einer Mustersatzung, die für den Aufbau der Satzung jeder örtlichen Fachschulschaft Gültigkeit hat. Außerdem hat Reichsminister Rust den vom Reichsschaftführer Feickert vorgeschlagenen Reichsführer der deutschen Fachschulschaft, Pg. Hermann Ziegler, endgültig bestätigt. Barthou am 3. November in kom Dem„Paris Soir“ wird aus Rom gemeldet, daß auf Grund eines Meinungsaustausches zwischen dem Unterstaatssekretär im italienischen Außenministerium, Suvich, und dem französischen Botschafter in Rom der Besuch des französischen Außenministers Barthou grundsätzlich auf den 3. November anberaumt worden sei. Barthou werde am 4. November in Rom bei den Gedenkfeiern des italienischen Waffenstillstandes zugegen sein, was„dem ersten Tage seines Aufenthaltes in der Hauptstadt Italiens einen brüderlichen Charakter verleihen“ würde. Droste— vew. Vor dem Dortmunder Landesarbeitsgericht fand ein Prozeß des früheren Leiters der VEWZechen, Droste, gegen die VEW=Zechen statt. Nach mehrtägiger Verhandlung wurde folgendes Urteil verkündet: Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger aus dem Urteil der ersten Instanz 10 842 Mark zu zahlen; ferner weitere 20 469 Mark Gehalt bis zum 30. Juni 1934 sowie die Prämie bis zu diesem Zeitpunkt. Die Widerklage wird abgewiesen. Hinsichtlich des Dienstverhältnisses stellt sich das Gericht in der Urteilsbegründung auf den Standpunkt, daß eine Kündigung im Jahre 1933 nicht erfolgt sei, und auch aus Schreiben des Staatskommissars, wodurch Droste im vergangenen Jahre seines Amtes enthoben wurde, nicht als Kündigung aufzufassen sei. Wegen der übrigen Punkte der Widerklage stellte das Gericht fest, daß Droste in keinem Falle schuldhaft gehandelt habe. Hinsichtlich der Gehaltszahlungen an Krone jr. habe er lediglich die Weisung des Grubenvorstandsvorsitzenden, Generaldirektor Krone, ausgeführt.— Bei der Rückvergütung der„Gärtnerlöhne“ an Fischer=Krone habe Droste nicht wissen können, daß die beiden Generaldirektoren diese Beträge zu Unrecht verlangten. Bezüglich der Abteufprämien sei das Gericht zur Ueberzeugung gelangt, daß mit der vorzeitigen Fertigstellung der beiden Schächte die Prämie fällig gewesen sei, und zwar sowohl für die Angestellten als auch für Droste. Wenn man die Sonderzulagen der Unternehmer, wie solche in den vorliegenden Angeboten zu verzeichnen wären, berücksichtige, so sei immer noch durch die Ausführung der Abteufarbeiten in eigener Regie eine Ersparnis um ein Drittel entstanden. In wenigen Zeilen Der Deutsche Rundfunk überträgt am Dienstag, 9. Oktober, von 12 bis 13.20 Uhr, die Eröffnung des Winterhilfswerkes 1934 aus dem Reichstagssitzungssaal der Krolloper zu Berlin. Die Sendung wird Dienstag abend von 20.10 bis 21.40 Uhr vom Reichssender Berlin für„alle deutschen Sender wiederholt. Die RS6„Kraft durch Freude“ hat das Prinzregenten=Theater in München übernommen. Das Theater wird am 26. Oktober mit dem Schauspiel„Der Prinz von Homburg“ von Kleist feierlich eröffnet. Die Reichsleitung der RS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ hat 18 norwegische Frauen und Mädchen aus Stavanger, die sich bei dem Unglück des Dampfers „Dresden“ an der norwegischen Küste tatkräftig für die Bergung der Fahrgäste und der Besatzung des Schiffes einsetzten, zu einer Reise nach Deutschland eingeladen. In den Bergen des Allgäus ist bie 1600 Meter herab Schnee gefallen. Stets einfach war Dein Leben, Nie dachtest Du an Dich, Nur für die Deinen streben, War Deine höchste Pflicht. Freitag abend 7½ Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine liebe, unvergeßliche Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante, die Ehefrau Zad Wig Kiaseridiek Lina geb. Fischer im Alter von 77 Jahren und 5 Monaten. Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen. Schwerte, Barmen und Riesa 1. Sa., den 5. Oktober 1934. Die Beerdigung findet Dienstag, den 9. Oktober 1934, nachm. 4 Uhr vom Trauerhause, Fleitmannstr. 23, aus statt. Hausandacht eine halbe Stunde vorher. 1972 4-5 ZimmerWohnung zu mieten gesucht. Schriftl. Angebote unter Nr. 1974 an die Geschäftsstelle ds. Zeitung. Preus.-Jaddeutsche e Klassenlotterie! Es ist höchste Zeit die Errieuerung der Lose für die 1. Ziehung vorzunehmen. Lose in allen Abschnitten sind noch zu haben. Buchhandlung C. Braus, Schwerte Spielkarten wieder eingetroffen Buchhandlung Carl Braus Lichtspiele z. Reichskrone Nurnochheute und morgen! Das einzig schöne Filmwerk Keisener aprn! mit Heinr. George u. Hertha Thiele I. d. Hauptrollen. 1975 SchlosserLenring für sofort gesucht. Bewerbungen unter 1976 an die Geschäftsst. ds. Zeitung. Außenseiterflege schufen bei dem zahlreich erschienenen Publikum eine Stimmung, wie man sie wünscht, wenn man auf dem Rennplatze ist. Unsere Voraussagen trafen im allgemeinen ins Schwarze. Von den von uns an erster Stelle genannten Pferden passieren drei als Sieger den Zielpfosten, nämlich Glacis, Steinbruch und Musterknabe(Novität lief nicht), während zwei(Schwarzwaldfürst und Morgengabe) Platzgelder erzielten. Es hätte bestimmt noch einen 4. Sieg mit Militto gegeben. Dieser Hengst hatte Mitte des Einlaufs den Kopf schon vor. Die Lupine in Front, als er auf grader Bahn einen Fesselbruch erlitt. Das vielversprechende Pferd mußte gerade vor den Tribünen erschossen werden. Für den Stall Hope bedeutete dieser tragische Ausgang dieses Rennens einen doppelten Verlust, einmal, weil das Pferd vor einer guten Zukunft stand und zum andern auch der Rennpreis entging. Das Hauptereignis des Tages holte sich überraschend Mogul vor dem Favoriten Morgengabe und Gnom. Die Doppelwette brachte Mogul— Steinbruch, infolgedessen die saftige Quote von 574:10. Alles in allem für die Besucher ein erfreulicher Renntag. Zu bedauern bleibt nur der zeitliche Zusammenfall von Rennveranstaltungen in Dortmund und Hamm. Wenn auch die Hammer Rennen am gestrigen Tage nur mehr lokalen Charakter trugen, so muß doch in Zukunft dafür vorgesorgt werden, daß derartige Kolisionen unterbleiben. Die Dortmunder Termine lagen schon seit vorigen Winter fest. Auch die Verantwortlichen von Hamm konnten das wissen und hätten im eigenen und im Interesse des Publikums besser einen anderen Termin gewählt. Der nächste Renntag in Dortmund, Mittwoch dieser Woche verspricht wieder allerhand Genüsse. Wir kommen darauf noch zurück. Notkäppchen=Rennen. Res.: 1. Glacis, 2. Blaufuß, 3. Kernpunkt. Sieg 14, Platz 12, 15, 65. Schneewittchen=Hürdenrennen. Res.: 1. Die Lupine, 2. Kastanienblüte, 3. Pfalzgraf. Sieg 104, Platz 30, 22, 34. Dornröschen=Rennen. Res.: 1. Standlaut, 2. Husar, 3. Schwarzwaldfürst. Sieg 54, Platz 18, 26, 17. August=Klönne=Erinnerungsrennen: Res.: 1. Mogul, 2. Morgengabe, 3. Gnom. Sieg 107, Platz 17, 12, 19. Elfen=Jagdrennen. Res.: 1. Steinbruch, 2. Aria, 3. Corax. Sieg 23, Platz 17, 28, 16. Sieg=Doppelwette 574:10. Nixen=Rennen. Res.: 1. Musterknabe, 2. Charmante, 3. Elmar. Sieg 39, Platz 19, 39, 28. Erlkönig=Rennen. Res.: 1. Agent, 2. Stober, 3. Mentha. Sieg 114, Platz 25, 14, 15. Sofort oder per 1. Nov. 1934 3-4 ZimmerWohnung in Schwerte gesucht. Offerten unter 1977 an die Geschäftsstelle ds. Stg. Stans drs Fernsehene in Trutschlane Irreführende Pressenachrichten— Bisherige Er gebnisse— Regelmäßige Fernsehsendungen— Beteiligung des Publikums erwünscht— Vorläufig keine besonderen Gebühren— Weitere Pläne— Fernsehsendernetz— Fernsehkabel— Fernsehfernsprechen. Fußschmerzen BrennenJJucken u. Schwitzen beseitigt das sauerstoffhaltige KakmOr Kräuter-Fußbade-Salz Beutel 20 Pfg. Türnen, Spiel und Fußball=Meisterschaftsspiele der Gruppe Dortmund. In der Gruppe Dortmund der westfälischen Bezirksklasse standen wichtige Treffen an, die für die Tabellengestaltung von großer Bedeutung waren. Die Dortmunder Alemannia siegte über den TuB. Mengede mit 5:1 und übernahm damit die Führung der Tabelle vor Union Haspe. Der VfL. Wetter schloß auch sein drittes Spiel gegen Hagen 72 mit einem 3:2= Sieg ab und steht dadurch relativ am besten. Der Kampf Arminia Marten gegen Borussia Dortmund endete mit 3:2 für die Arminen. Einen großen Sprung nach oben nahmen die Dortmunder Sportfreunde, die durch ihren 2:1= Sieg über Unna 08 vom 11. und auf den 6. Platz vorrückten. Die Tabelle. Unna 08— Sportfreunde Dortmund 1:2 BV. Brambauer— Castrop 02 4:1. BC. Bövinghausen— Schw.=Gelb Unna 2:1 Wetter 1910— Hagen 72 3:2 Arminia Marten— Borussia Dortmund 3•2 * Fußball=Meisterschaftsspiel in der Gruppe Arnsberg. Am ersten Oktober=Sonntag herrschte im Bezirk Arnsberg Hochbetrieb. Sämtliche Mannschaften standen im Kampf um die Punkte und selbstverständlich blieben die Ueberraschungen auch nicht aus. So büßte der führende VfB. Weidenau in Werdohl mit 1:1 den ersten Verlustpunkt ein, der allerdings die Tabellenführung nicht gefährdet. Der Neuling Arnsberg 09, der bisher so groß überraschte, mußte in Klafeld=Geisweid die erste Niederlage hinnehmen und Sportfreunde Siegen bezog in Hemer mit 1:4 eine weitere Niederlage. Die Tabelle: Tus. 07 Holzen Tus Holzen 07 1.— Tv. Dellwig 1. 8:1 Im zweiten Spiel standen sich auf dem Holzener Sportplatz obige Gegner gegenüber. Gleich nach Anwurf gehen die Holzener geschlossen durch, und schon heißt die Partie 1:0. Die Dellwiger kommen nur zu vereinzelten Durchbrüchen, ihre Angriffe werden meistens von der Hintermannschaft des Platzvereins abgefangen. Besonders der Schlußmann der Rot=Weißen zeigte eine bestechende Form, die schwierigsten Bälle werden von ihm sicher gehalten. Die Gäste drängen jetzt mächtig, sie spielen sich bis in den Strafraum der Holzener durch, ein Spieler von Dellwig kommt zu Fall, der Schiedsrichter pfeift; es gibt Strafwurf, den 07's Torwart passieren lassen muß. Nach Halbzeit gestalten die Platzherren das spiel überlegen, die Gäste werden in ihre eigene Spielhälfte eingeschnürt, nach guter Kombination erzielen die Holzener innerhalb 15 Minuten das 5:1=Ergebnis. Dellwigs Mannschaft versucht immer wieder das Resultat zu verringern, aber bei der Holzener Hintermannschaft befindet sich alles in bester Ordnung. Die RotWeißen setzen jetzt zum Endspurt an, es ist ihnen vergönnt, den Tormann noch dreimal zu überwinden. Der Schiedsrichter leitete zufriedenstellend. Tus 07 1. Jgd.— Tamd. Westh. 1. Igd. 16:0 Holzens Jugend zeigt eine gute Leistung, besonders der Sturm arbeitete einwandfrei. In regelmäßigen Abständen fallen die Tore, es gelingt den Gästen nicht einmal das verdiente Ehrentor zu werfen. 1. Reichsbahn— 1. Schwarz=Weiß Holzen 4:0 (1:0). Pferderennsport in Dortmund Ein Renntag, der gestern kaum etwas zu wünschen übrig ließ. Starke Felder, spannende Entscheidungen, eine abwechslungsreiche Rennfolge, schönes Regenwetter, Favoriten= und In letzter Zeit sind in der Tages- und Fachpresse wiederholt Nachrichten über das Fernsehen erschienen, die nicht der Wirklichkeit entsprechen. Die Ausführungen waren z. T. geeignet, übertriebene Hoffnungen zu erwecken und die Oeffentlichkeit irrezuführen. Die Deutsche Reichspost gibt uns daher im folgenden ein den wirklichen Verhältnissen entsprechendes Bild von der Entwicklung und dem Stand des Fernsehens in Deutschland, wobei sie auch auf die Pläne eingeht, die für die Weiterentwicklung während der nächsten Jahre vorliegen. Die Leitung der technischen Entwicklung des Fernsehens und der Betrieb der Sendeanlagen liegt nach wie vor in Händen der Deutschen Reichspost. Sie hat während der letzten Jahre in enger Zusammenarbeit mit der Fernsehindustrie diese neue Technik so weit gefördert, daß heute bereits in Berlin eine fertige Sendeanlage für einen Fernsehrundfunk zur Verfügung steht. Diese Anlage befindet sich in Berlin=Witzleben am Funkturm. Sie besteht aus zwei Ultrakurzwellensendern, von denen der eine für das Bild und der andere für den Ton bestimmt ist. Die dazu gehörenden Antennen sind auf der Spitze des Funkturms angebracht. Die Geräte zur Modulation dieser beiden Sender sind in einem benachbarten Haus in der Rognitzstraße aufgestellt. Regelmäßige Fernsehversuchsendungen von Tonfilmen werden seit einiger Zeit täglich vormittags, nachmittags und abends durchgeführt. Sie dienen im wesentlichen dazu, die Fernsehindustrie und auch den amtlichen Stellen Gelegenheit zu geben, Fernsehempfänger praktisch zu erproben und Versuche über Empfangsverhältnisse, Reichweite usw. durchzuführen. Die Industrie ist eifrig mit der Entwicklung marktfähiger Empfänger beschäftigt, und es ist zu erwarten, daß bald mehrere Firmen brauchbare Empfangsapparate stellen können. Diese erste Fernseh=Sendeanlage für Tonfilme soll eine Musteranlage werden. An ihr wird die Deutsche Reichspost fortlaufend Verbesserungen anbringen und alle Versuche ausführen, die für die weitere Entwicklung des Fernseh=Rundfunks erforderlich sind. Die Deutsche Reichspost hat Vorsorge getroffen, daß die Anlage in kurzer Zeit auch einen Abtastgeber erhält, mit dem die Köpfe einzelner Personen wiedergegeben und kleinere Szenen mit einem fahrbaren Zwischenfilm=Geber Freilichtszenen über den Sender zu geben. Der Sender hat eine Reichweite von etwa 40 Klm. im Umkreis, so daß in ganz Groß=Berlin brauchbarer Empfang zu erreichen ist. Auch den auf der letzten Deutschen Funkausstellung gezeigten Fernsehwagen hat die Deutsche Reichspost nach eigenen Angaben bauen lassen. Für die Versorgung ganz Deutschlands mit Fernsehsendungen ist eine erhebliche Anzahl von Anlagen nötig, diese Zahl muß aus wirtschaftlichen Gründen möglichst niedrig gehalten werden, d. h. man muß durch irgendwelche Mittel möglichst große Reichweiten der einzelnen Sender zu erzielen versuchen. Da die Reichweite von Ultrakurzwellensendern umso größer ist, je höher die Antenne liegt, wird man im Flachland die Antennen auf sehr hohe Masten setzen und in gebirgigen Gegenden die Sender auf hohen Bergen aufstellen. Ein geeigneter Berg für die Aufstellung einer solchen Fernsahanlage scheint in Mitteldeutschland der Brocken zu sein. Vorversuche sind bereits eingeleitet; fallen sie günstig aus, so würde man mit einem Sender auf dem Brocken eine Reichweite von 100—150 Klm. erzielen d. h. man könnte die Städte Hannover, Braunschweig, Magdeburg, Kassel, Erfurt usw. von diesem Sender aus versorgen. Die Deutsche Reichspost hat den Bau einer fahrbaren Fernseh=Sendeanlage in Auftrag gegeben, die zunächst während des Sommers 1935 auf dem Brocken aufgestellt werden soll, und mit deren Hilfe festgestellt werden wird, ob die Vermutungen über Reichweite usw. in vollem Umfange zutreffen. Fallen diese Versuche zufriedenstellend aus, so würde auf dem Brocken eine feste Fernsehanlage errichtet werden und die fahrbare Anlage würde frei werden zur Ermittlung weiterer Plätze für die Aufstellung neuer Sender(Schneekoppe, Zugspitze usw.). Z. Z. werden auf dem Brocken Empfangsversuche gemacht, um festzustellen, ob das von der Berliner Fernseh=Sendeanlage ausgestrahlte Fernsehbild dort einwandfrei empfangen wird. Gelingt dies, dann könnte der Brocken=Sender durch den Verliner Sender unmittelbar auf drahtlosem Wege moduliert werden. Die Zubringung von Fernseh=Darbietungen zum Sender bedarf ebenfalls noch einer Reihe von Versuchen. Sie kann auf drahtlosem Wege geschehen mit Hilfe von Ultrakurzwellensendern mit Richtantennen oder auch auf besonders für diesen Zweck gebauten Kabeln. Die vorhandenen Fernsprechkabel sind für die Uebertragung von Fernsehsendungen nicht verwendbar. In letzter Zeit ist es zedoch der Deutschen Reichspost in Zusammenarbeit mit der Kabelindustrie gelungen, Sonderkabel für Fernsehzwecke durchzubilden. Ein solches ganz neuartiges Kabel wird demnächst in Berlin verlegt werden und soll u. a. dazu dienen, die die Berechnungen solcher Kabel durch praktische Fernsehübertragungen nachzuprüfen. Bei günstigem Ergebnis könnte man versuchen, Fernsehdarbietungen mit Hilfe von Kabeln auch über größere Entfernungen zu übertragen. Man könnte dann später, ähnlich wie beim Rundfunk, das Fernsehen von jedem beliebigen Ort den Sendern zuführen. Sind einmal solche Kabel vorhanden, so können sie auch ohne Schwierigkeiten für andere technische Zwecke, z. B. zur Verbindung des Fernsehens mit dem Fernsprecher ausgenutzt werden. Fernseh=Fernsprechverkehr kommt wegen der hohen Kosten allerdings nur für außergewöhnliche Fälle in Frage. Man könnte vielleicht daran denken, je eine Fernseh=Fernsprechverbindung zwischen einzelnen größeren Städten einzurichten. Die im Vorstehenden angedeuteten Pläne für die weitere Entwicklung des Fernsehens in Deutschland stellen ein Programm dar, das bis zur praktischen Verwirklichung mehrere Jahre in Anspruch nehmen dürfte. Obgleich die Versuche mit recht erheblichen Kosten verknüpft sind, wird die Deutsche Reichspost die Arbeiten zur Förderung des Fernsehens mit allen Kräften fördern. Ergste, 8.Okt. Seine Kameraden bestohlen. Schon im vorigen Jahr wurden auf einem größeren Werk in Westhofen mehrere Fahrrad=Lampen gestohlen. Den Täter erwischte man auf wiederholter Tat. Es war ein junger Bursche aus Ergste. Er wurde mit einem Schild um den Hals, worauf geschrieben stand„Ich habe meine Arbeitskollegen bestohlen“ durch das Werk geführt, und obendrein entlassen. Nun ist derselbe Bursche im Ergster Arbeitslager. Hier ertappte man den Burschen in der vorigen Woche wieder bei seiner Tat. Die Strafe wird hier bedeutend schlimmer sein. Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Heinz Friedrich Kamecke, Schwerte=R. Verantwortlich für den gesamten Textteil: Heinz Friedrich Kamecke. Schwerte=R. Für den Anzeigenteil: Haus Linner, Schwerte=R. D. A. IX./34. 1603. Geurschruneschiapt=Sunemuet=SvsuTte. Erster deutscher Fußballsieg in Kopenhagen— Ein interessantes Treffen, das in jeder Phase begeisierte Am Sonntag konnte zum ersten Male eine deutsche Nationalmannschaft im Fußball=Länder= kampf mit Dänemark in Kovenhagen erfolgreich sein. Das siebente Länderspiel zwischen Deutschland und Dänemark endete mit 5:2(1:0) Toren zugunsten der Deutschen. Der zahlenmäßig schöne Erfolg ist etwas zu hoch ausgefallen, denn so klar überlegen, wie es vielleicht das Ergebnis ausdrückt. war unsere Mannschaft nicht. In der zweiten Spielhälfte lag bei der knappen 3:2=Führung der Deutschen ein Unentschieden noch weit näher, aber zum Schluß stand unseren Vertretern das Glück. das uns schon in so vielen Schlachten treulos im Stich gelassen hat, auch einmal zur Seite. Der Ersolg in Kovenhagen hat gleichzeitig die Bilanz der deutsch=dänischen Länderspiele für uns etwas freundlicher gestaltet. Dänemark gewann bisher vier, Deutschland drei Sviele, bei einem Torverhältnis von 21:17 zugunsten der Dänen. 28 000 Zuschauer Ein herrlicher, sonnenklarer Herbsttag gab dem Länderkampf im Kovenhagener Idrettsparken einen glanzvollen Rahmen. Rund 28 000 Zuschauer füllten die weiten Ränge des schönen Stadions. das bis auf den letzten Platz ausverkauft war. Schon sehn Minuten vor Beginn war Dänemarks sportbegeisterter König erschienen, der von den Massen jubelnd begrüßt, seinen bereitgehaltenen Ehrenplatz, dicht an der Mittellinie des Spielfeldes, einnahm. Der Empfang beider Mannschaften war warm und herzlich, zwar machten sich, als unsere Spieler den Deutschen Gruß entboten und das Horst=Wessel=Lied gespielt wurde. Störenfriede durch einige Pfiffe unliebsam bemerkbar. die aber durch den spontanen und begeisterten Beifall der übrigen sehr objektiven Zuschauer schnell erstickt wurden. Beide Mannschaften traten in den gemeldeten Aufstellungen an. Zur Pause ließ sich der dänische König beide Mannschaften vorstellen und begrüßte jeden Svieler durch Handschlag. Deutschland geht in Führung Deutschland war durch das Los begünstigt, mit dem starken Wind und der Sonne im Rücken beginnen zu können. Der herrliche Rasentepvich hatte seine Tücken, denn die starken Niederschläge der letzten Tage hu., en das Feld glatt und schlüpfrig gemast. Große und stämmige Leute, wie der Hamburger Rohwedder, fanden keinen rechten Halt und bewegten sich nur unsicher auf dem federnden und rutschigen Boden. Dennoch lief das Zusammenspiel unserer Mannschaft vom Start weg wie am Schnürchen. Angriff auf Angriff wurde vor das dänische Tor getragen, aber immer und immer wieder der Ball noch einmal abgespielt, so daß man sich bald des Eindrucks nicht erwehren konnte, daß in dieser Beziehung des Guten etwas zuviel getan wurde. Dabei wurde keineswegs zu wenig geschossen, aber die allzu reichliche Ballabgabe nahm den Stürmern doch die Sicherheit im Torschuß, oder ein Däne konnte noch rechtzeitig dazwischenfahren und wieder Luft schaffen. Angesichts der großen Feldüberlegenheit hätte unsere Elf bis zur Pause schon mit mindestens drei Toren führen müssen, aber aus den angeführten Gründen reichte es nur zu einem einzigen mageren Zähler, der zudem noch 1½ Minuten vor dem Halbzeitpfiff erzielt wurde. Der glänzend aufgelegte Linksaußen Fath schaffte zu diesem Zeitpunkt das deutsche Führungstor. Nach dem Wechsel Auch nach Wiederbeginn sah es noch nicht nach einem reichlichen Torsegen aus. Hohmann spielte mait. Rohwedder war zu schwerfällig und konnte den Durchreißer Conen, der sicher der rechte Mann am Platze gewesen wäre, nicht ersetzen. Wohl konnte man an dem sauberen Angriffsspiel der Deutschen helle Freude haben, aber es blieb doch unproduktiv. In der 55. Minute fiel dann auch prompt der Ausgleich. Der dänische Halbrechte Lundsteen hatte flach und scharf geschossen, Buchloh war die Sicht versperrt, so daß er nichts ausrichten konnte. Der Erfolg wurde mit einem riesigen Jubel der Zuschauer quittiert, die nunmehr ihre Landsleute zu noch größeren Leistungen anspornten. Zeitweise sah es nun sogar recht kritisch vor dem deutschen Tore aus, aber gerade als der Druck am größten war— ein Eckball konnte gerade abgewehrt werden—, erhielt Fath das Leder, zog auf und davon, und in rasendem Lauf schoß Deutschlands bester Stürmer das zweite Tor in der 60. Minute. Als wieder zur Mitte gepfiffen wird, kommt der famose Linksaußen leicht hinkend zurück. Bevor die schwarzen Gedanken über das Pech verwischt sind, steht es schon drei Minuten später 3:1 für Deutschland. Rohwedder konnte sich gut durcharbeiten und gab einen schönen Schuß ab, der zum dritten Treffer führte. Die rechte deutsche Deckungsseite mit Gramlich und Janes ist auffallend schwach. Dänemarks Linksaußen Stoltz kann nicht gehalten werden. Buchloh kann den prachtvoll getretenen und schwach über den Boden streifenden Ball nicht meistern, und schon sind in der 72. Minute die Dänen auf 3:2 herangerückt. Bitter böse sieht es jetzt für Deutschland aus. Nun wurde auch Hohmann verletzt und mußte für drei Minuten den Platz verlassen. Stark humpelnd kommt er wieder und tauscht mit Rohwedder den Platz. Die Dänen versuchen mit Macht, den Ausgleich zu erzwingen, aber alle Bemühungen bleiben erfolglos. Szevan hilft kräftig hinten aus, holt die Bälle heran, und da zum Glück beide Verletzte die Zähne aufeinanderbeißen und immer schnell und beweglich bleiben. schafft es die deutsche Mannschaft dann zum Schluß doch noch. In der 86. Minute legt Lehner dem jetzt den Angriff führenden Hohmann den Ball sein vor. Der Benrather schießt hoch, aber placiert, zum 4•2 ein. Eine Minute vor Schluß fällt dann noch ein fünftes deutsches Tor. Fath hat die Kugel am Fuß, und trotz seiner Verletzung überspielt er in einem prachtvollen Lauf alle Dänen und krönt seine Leistung durch einen zielsicheren Schuß. Doe. Hagen=Sehäupiel die Spihe Schalke 04 und 5B. Höntrop spielen nur unentschieden Im Westfalen=Gau scheint es zur Zeit in der Gauliga drunter und drüber zu gehen. Der deutsche Meister FC. Schalke 04 mußte zwar den Meisterschaftskampf gegen Hüsten 09 mit vier Ersatzleuten bestreiten, mußte sich aber gegen die tapfer wehrenden Südwestfalen mit einem Unentschieden von 0:0 zufrieden geben. Die Knappen fallen durch dieses torlose Spiel auf den vierten Platz zurück. Der Tabellenführer DSC. Hagen konnte auch am Sonntag über Viktoria Recklinghausen mit 2:1 erfolgreich sein und behauptet jetzt klar mit 9:1 Punkten die Svitze der Tabelle. Die Hagener werden also vorläufig den Platz an der Sonne behaupten. Germania Bochum trennte sich mit Preußen Münster unentschieden 1:1 und muß durch das bessere Torverhältnis der Spielvereinigung Herten dieser jetzt den Vorrang lassen. Die Hertener behielten auf eigenem Plätze über Westsalia Herne knapp mit 1:0 die Oberhand. Recht tapfer verteidigte sich Union Recklinghausen gegen SV. Höntrop, und auch dieses Spiel verlief torlos. Die sonntäglichen Ergebnisse haben also wieder gezeigt, daß die Kampfkraft der Vereine in Westfalen in diesem Jahre weit größer ausgeglichen ist als in den früheren Jahren. Trotzdem die Schalker erst 4:2 Pluspunkte aufzuweisen haben, gelten sie nach wie vor als Favoriten. Gruppe 1: FC. Schwelm— VfB. Gerthe 8:3: Preußen Bochum— SC. Dahlhausen 1:1: Witten 92— Tus Bochum 3:2: STV. Werne— Sportring Gevelsberg 2:2: MBV. Linden— Witten 07 4:3: Milspe 11— Westfalia Bochum 4:0. Gruppe 2: Alemannia Dortmund— TuB Mengede 511: Unna 08— Dortmund 95 2:1: Brambauer— Castrov 02 4:1: Bövinghausen— Unna 07 2:1: Arminia Marten— Borussia Dortmund 3:2; Wetter 1910— Hagen 72 3:2. Gruppe 3: Erle 08— Olympia Bocholt 2:1: Schwarz=Gelb Gladbeck— TB. Eickel 2:1: VfB. Gelsenkirchen— Rotthausen 4:1: Union Gelsenkirchen— Bottrov 2:0: Röhlinghausen— Gelsenkirchen 07 5:2: SC. Hassel— Horst=Emscher 1:0. Bezirk Arnsberg: Hemer 08— Sportfreunde Sieund Feldeut=Eurepameister! Abschluß der Stockholmer Europa-Reisterschaften Die Europameisterschaften im Freistil=Ringen wurden am Freitagabend im vollbesetzten Auditorium in Stockholm beendet. Die deutschen Vertreter, die im Freistilringen noch nicht die Erfahrung ihrer Gegner haben, konnten verhältnismäßig recht gut abschneiden. Der Hamburger Földeak verteidigte seinen Eurovameistertitel im Weltergewicht mit Erfolg und Ehrl=München errang die zweite Curonameisterschaft für Deutschland im Leichtgewicht. Zwei zweite und zwei dritte Plätze sind die weitere Ausbeute unserer Mannschaft, die in der Länderwertung mit 12 Punkten einen ehrenvollen Platz hinter Schweden(14 Punkte) belegte. „Der Schlußtag brachte noch eine ganze Reihe von Kämpfen, ehe man die Entscheidungstreffen zum Austrag bringen konnte. Im Mittelgewicht siegte zunächst der Schwede Ivar Johannsson nach Punkten über den Deutschen Neuhaus, der zweimal Verwarnungen einstecken mußte, da er sich seinem Gegner nicht zum Kampf stellte. Dann kam im Federgewicht der Ungar Toth zum Punktsieg über den Schweden Hansun. Im Weltergewicht erreichte der Ungar Karnati das gleiche Ergebnis gegen den Finnen A. Philajamäki. Die erste Entscheidung siel im Bantamgewicht, in der sich Fischer=Deutschlond und Lorincz=Ungarn gegenüberstanden. Der Deutsche siel nach 8:14 Minuten einer Beinschere zum Orfer. Im Stand waren sich beide Ringer sleichwertig. am Boden zeigte sich aber der Ungar besser. Einen deutschen Sieg gab es dann aber in der Entscheidung im Leichtgewicht. Ehrl=München kam gleich im ersten Gang zu dem entscheidenden Punktvorteil, der für den Gewinn der Europameisterschaft ausreichte. Der zweite Titel fiel im Weltergewicht an Deutschland. Földeak=Hamburg verteidigte die Europameisterschaft im Endkampf gegen den Schweden A. Andersson mit Erfolg und erranz einen verdienten Punktsieg. Zweimal konnte er seinen Gegner in die Brücke zwingen. die er aber nie einzudrücken vermochte. Im Mittelgewicht unterlag Neuhaus=Essen auch dem Finnen Wecksten nach Punkten und mußte so mit dem dritten Platz vorlieb nehmen. Wecksten verlor aber die Entscheidung gegen den Schweden Ivar Johannsson, ebenfalls nach Punkten. Engelhardt erging es im Halbschwergewicht nicht besser. Nach 26 Sekunden wurde er durch Ueberwurf von dem Engländer Bissel besiegt. Die Eurovameisterschaft dieser Klasse holte sich aber der Schwede Fridell durch einen Punktsieg über den Ungarn Viragh. Im Schwergewicht gab es einen schwedischen Erfolg. Siöstedt besiegte den Finnen Nyström nach Punkten. Die Entscheidung im Federgewicht ergab einen Punktsieg des Flunen Philajamäki über Wittwer=Deutschland, der sich mit unglaublicher Energie verteidigte und allen Angriffen des Gegners standhielt. Den Punktsieg seines Gegners konnte er aber nicht verhindern. gen 4:1: Jahn Werdohl— VfB. Weidenau 1:1: BC. Siegen— Sp. Vag. Olve 4:1: Altenseelbach — Plettenberg 11 1:1: Klafeld— Arnsberg 1909 3:1. Bezirk Minden: Bielefeld 06=07— Westfalia Brackwede 2:2: SuS Herford— Arminia Bielefeld 3:3: Wiedenbrück— VfB. Salzuflen 3:3: Teutonia Lippstadt— Union Herford 3:2; Sv. Vag. Hamm — VfB. Bielefeld 0:5. Bezirk Münster: Borussia Rheine— Bockum=Hövel 6:0; Gronau 09— Münster 08 1:1: Meckinghoven— Westfalia Ahlen 4:0: SuS Ahlen— Greven 09 2:2: BV. Beckum— Recklinghausen 13 2:0. Im Spiegel der Kritik Es ist nicht daran zu rütteln, daß unser Sieg verdient ist. aber dennoch ließen einige Spieler Schwächen erkennen. Buchloh. der riesige westdeutsche Torhüter. hielt u. a. einen unerhört scharfen Schuß von Pauli Jörgensen und machte auch sonst seine Sache sehr gut. Aber in einigen Fällen erwies er sich unsicher. Janes hatte einen schlechten Tag. Er verstand sich wenig mit Gramlich und deckte den gefährlichen linken dänischen Flügel wenig oder garnicht. Prächtig schlug sich der erst 19 Jahre alte hellblonde Hamburger Schwartz: seine Arbeit ist noch wenig kunstvoll, aber er zerstörte die dänischen Angriffe schnell und sicher. Während Janes seine Leistungen noch nach der Pause steigern konnte, blieb Gramlich auch nach der Halbzeit schwach. Zum Glück sprang Münzenberg als vierter Verteidiger oft helfend ein. Auch Zielinsti füllte seinen Posten glänzend aus. Im Angriff zeigte Lehner nur zeitweise seine große Form, allerdings wurde er von Hohmann stark vernachlässigt. Der zaudernde Halbrechte und wenig bewegliche Mittelstürmer Rohwedder hemmten und bremsten die geschickt und schnell eingeleiteten deutschen Angriffe. Szevan begann ausgezeichnet, hatte aber schon vor der Pause Luftmangel. Nach dem Wechsel kam der Schalker wieder gut in Fahrt und brachte den großartigen Linksaußen Fath, den man schlechtweg als den besten Svieler der deutschen Mannschaft bezeichnen muß, gut ins Spiel. Die dänische Nationalelf ist, angesangen von dem Schlußmann Svend Jensen, ziemlich überaltert. Die Verteidiger Tarp und Laursen, alte erprobte Recken, stehen einen so schweren Kampf nicht mehr ganz durch. Der beste Mann der Läuferreihe war Oscar Jörgensen. Skelmose in der Mitte machte seine Sache nicht schlecht, und auch Nielsen übertraf Gramlich. Im Angriff war der rechte Flügel Uldaler=Stoltz am wirkungsvollsten. Pauli Jörgensen zählt auch nicht mehr zu den Jüngsten. Sehr eifrig der Halbrechte Lundsteen, dagegen der Ersatzmann Christennsen am rechten Flügel zu aufgeregt. Aach Serufsta=Eludbuch geschlagen Duisburg Os bezwingt den Tabellenführer 3:1— Homberg wieder in Front In hamborn und essen unentschieben Ein weiterer Kampftag liegt hinter uns. Im großen und ganzen brachte er diesmal keine Ueberraschungen, wenn man von der Niederlage des Tabellenführers Borussia Gladbach in Hochfeld absehen will. Man hatte aber von vornherein dem Duisburger FV. 08 gute Chancen eingeräumt, denn immerhin hatte der Platzverein bisher noch kein Spiel verloren und gegen namhafte Gegner bemerkenswerte Resultate herausgeholt. So geht denn auch der 3:1=Sieg der Duisburger gegen Borussia Gladbach ganz in Ordnung. Duisburg 08 ist damit hinter den Gladbachern an die zweite Stelle gekommen. Der Homberger Sv. V., der am Vorsonntag Fortuna Düsseldorf geschlagen hatte, konnte sich auch in Rheydt durchsetzen und mit 2:0 einen klaren Sieg landen. Hamborn 07 und Duisburg 99 kämpften auf beiden Seiten mit geschwächten Mannschaften unentschieden(1:1). und mit dem gleichen Ergebnis gaben sich auch Schwarz=Weiß Essen und Rot=Weiß Oberhausen zufrieden. Bezirksklasse: Gruppe 1: Grün=Weiß Eschweiler— Viktoria Kellersberg 1:2: SC. Aachen— Jugend Düren 2:2: Kreuzauer SV.— SC. Düren 03 2:4; Spielverein Düren— Alemannia Mariadorf 1:3: SV. Baesweiler— Hückelhoven 1:0; Alemannia Aachen— Rhenania Würselen 0:5. Gruppe 2: Eintracht Gladbach— VfB. Uerdingen 3:3: SV. Wickrath— SC. M.=Gladbach 1:3: Viktoria Rheydt— GrünWeiß Viersen 3:1: VfB. Hochneukirch— Odenkirchen 05=07 0:1: Sportfreunde Krefeld— Mennrath 0:2: Spielverein Dohr— Union Krefeld 3:3. Gruppe 3: SSV. Oberkassel— VfB. Hilden 03 3:3: SSV. Velbert— Ratingen 04 1:1; VfR. Ohligs— Viltoria Düsseldorf 2:1: Rasensport Gerresheim— VfB. Eintracht Düsseldorf 1:3; TSV. Eller 04— BV. Wald 03 5:2. Gruppe 4: Sp. V. Meiderich— SV. Düssern 1:0: Borussia Rheinhausen— Meiderich 06 0:1; Sp. V. Duisburg— Lintfort 2:0; Post Duisburg— Duisburg 1900 0:2; VsvB. Ruhrori— Kleve 03 3•1: Kleve 63— Osterfeld 2:3. Gruppe 5: BV. Altenessen— Rot=Weiß Essen 0:5; 1. FC. Styrum— Preußen Essen 1:3: BV. Stoppenberg— Grün=Weiß Holten 3:3: Essen=West 81— Osterfeld 2:3: Essen 86— Karnap 07 1:2: Viktoria Wehosen — Rheingold Emmerich 2:0. Gruppe 6: VfB. Remscheid— SC. Barmen 1:1: VfL. Lennev— BV. Lüttringhausen 1:3: Tus Ronsdorf— TuBV. Vohwinkel 3:2; SSV. Elberfeld— SC. Cronenberg 2:0: Schwarz=Weiß Barmen— SC. Sonnborn 3:1: Sv. Vag. Barmen— SSV. Remscheid 07 5:0. Volfrio d. Erumschlag Raßtenn Der mit großer Spannung erwartete Kampf zwischen dem Weltmeister der Tennislehrer Hans Nüßlein und dem deutschen Meister Gottfried von Cramm war das tennissportliche Ereignis des Sonntags, das eine überaus große Menschenmenge nach dem Rot=Weiß=Platz in Berlin herausgelockt hatte. Was viele nicht für möglich gehalten hatten, trat ein, Gottfried von Cramm besiegte seinen großen Gegner in vier Sätzen 5:7, 6:3, 6:3, 6:1 dank seines besseren Aufschlags und sicheren Spiels. Schon rein äußerlich waren die besten Vorbedingungen für das Gelingen dieses Festtages des deutschen Tennissports gegeben. Allein die Auffahrt der Ehrengäste und Schaulustigen war sehenswert. Man bemerkte u. a. den Reichsminister von EltzRübenach, den Staatssekretär Grauert, den Präsidenten des DLV. Lörzer und Oberbürgermeister Dr. Sahm. Pünktlich zur festgesetzten Zeit begann mit von Cramms Aufschlag der große Kampf. Unter atemloser Spannung gewann von Cramm das erste Spiel. Nüßlein war von einer kolossalen Ruhe und spielte äußerst selbstsicher. Lange Treibschläge wechselten mit kurzen Querschlägen ab, wobei aber von Cramm immer etwas schneller und durchdachter spielte. Jeder gewann seinen Aufschlag bis 3:3. als von Cramm. gegen die Sonne spielend. seinen Aufschlag abgab. Nach 4:3 für Nüßlein gewann wieder jeder seinen Aufschlag. und so kam Nüßlein im ersten Satz zu einem 7:5=Erfolg. Der Kampf schien mehr und mehr eine Frage der körverlichen Verfassung zu werden. Durch geschickte Ausnutzung des schwächeren Aufschlags leines Gegners zog von Cramm mit 3:0 davon. Nie gesehenes Tennis brachten die nächsten Spiele, und das Publikum wurde nicht müde, immer wieder Beifall zu spenden. Nach 2:4 kam Nüßlein auf 3•4, mußte dann aber den zweiten Satz mit 3:6 abgeben. Im dritten Satz machte von Cramm, nachdem er das erste Spiel abgegeben hatte, fünf Spiele hintereinander. Nach langem Grundlinienduell gelang ihm schließlich der dritte Satzball. Nach der Pause war von Cramm völlig überlegen. Gegen den bedeutend ideenreicher spielenden deutschen Amateurmeister konnte der routiniertere Nüßlein garnicht mehr aufkommen. Nüßlein war gänzlich in die Verteidigung gedrängt, hatte sein ganzes Selbstbewußtsein verloren und war am Schluß. nachdem von Cramm wieder fünf Spiele hintereinander gewonnen hatte. nur noch fähig. ein Spiel für sich zu buchen. Das nächste brachte schon die Entscheidung, das von Cramm durch einen prachtvollen Schmetterball zu seinen Gunsten herbeiführte. Der minutenlange Beifall galt beiden Spielern. • Ein Bauer und ein Bär hielten enge Freundschaft und beschlossen, gemeinsam ein Feld mit Rüben zu bepflanzen. „Gut“, sagte der Bauer,„ich werde die Wurzeln nehmen, du kannst die Blätter behalten.“ Die Rüben wurden groß und süß. Der Bauer nahm die Knollen, der Bär die Blätter.„Laß mich eine Rübe kosten“ bat der Bär. Der Bauer gab ihm eine.„Ah“, brüllte der Bär, als er hineingebissen hatte,„du bist ein ganz Schlauer! Die Blätter sind bitter, aber die Wurzeln sind süß! Nächstens, wenn wir zusammen das Feld bestellen, sollst du mich nicht mehr anführen. Dann machen wir's umgekehrt!“ Uebers Jahr sprach der Bauer zum Bären: „Nun, Mischa, jetzt wollen wir mal Weizen säen!"—„Gut“, antwortete der Bär.„Wie ist es“, fragte der Bauer, als der Weizen schnittreif war,„willst du die Wurzeln oder die Aehren haben?"—„Die Aehren nimm nur selber“, hohnlachte der Bär. Sie mähten den Weizen, und jeder nahm das Seine. Der Bauer nahm die Körner, mahlte Mehl und buk Brot. „Willst du nicht mal ein Stück schmecken, Mischa“, bot er dem Bären an. Der Bär biß hinein.„Na, Bauer“, rief er in heller Wut,„jetzt hast du mich aber ernstlich erzürnt. Jetzt fresse ich dich selber auf!" Da floh der Bauer in den Wald, versteckte sich hinter einem Busche und begann bitterlich zu weinen. Das vernahm der Fuchs, schlich sich heran und fragte:„Warum weinst du denn?"—„Wie soll ich denn nicht weinen: will der Bär mich doch auffressen.“— Du dauerst mich, Bäuerlein", sagte der Fuchs,„ich will dir helfen. Hörst du, wie dort in der Ferne die Holzhacker Bäume schlagen?“—„Ja, ich höre es wohl. Aber was soll mir das helfen?"— Warte nur", sagte der Fuchs,„du sollst es gleich erfahren. Bleibe du hier stehen, ich werde mich dort hinter dem Gebüsch verstecken.“ Kaum hatte der Fuchs sich verborgen, als der Bär angetrabt kam. Schon wollte er sich auf den unglücklichen Bauern stürzen, als das Füchslein hervorschlüpfte und fragte:„Sag mal, Bauer, gibt es hier keine Wölfe und Bären? Da hinten schlagen sie nämlich Fallen zusammen, in denen sie die Räuber fangen wollen. Ich helfe ihnen solche Unholde aufspüren.“ Der Bär trat dicht an den Bauer heran und flüsterte ihm ins Ohr:„Verrate mich nicht, ich werde dich auch nicht fressen.“ Der Bauer sprach zum Fuchs:„Ich habe keine Wölfe und Bären gesehen.“ Der Fuchs lachte laut auf und fragte:„Wer hockt denn da neben dir?“ Wieder flüsterte der Bär dem Bauer ins Ohr:„Sag, daß es ein Baumstamm sei.“—„Es ist ein Baumstamm“, erwiderte der Bauer.„Na, wenn das ein Baumstamm sein soll“, antwortete der Fuchs,„so könntest du ihn auf deinen Wagen binden und nach Hause führen. Damit verschwand er im Gebüsch.„Schnell, binde mich und packe mich auf einen Wagen“, bat der Bär. Und der Bauer fesselte ihn. Da erschien der Fuchs aufs neue und fragte harmlos:„Bauer, gibt es hier nicht Wölfe und Bären?"— „Nein“, antwortete der Bauer.„Was liegt denn dort auf deinem Wagen?"—„Ein Baumstamm.“—„Na, wenn das ein Baumstamm ist, könntest du dein Beil hineinhauen!" Schnell tuschelte der Bär:„Tu es!“ Da schlug der Bauer dem Bär das Beil in den Rücken. Der verdrehte die Augen und hauchte sein Leben aus.„Nun“, fragte der Fuchs,„hab' ich dir nicht prächtig aus der Klemme geholfen?"—„Das haft du! Dafür mußt du nun aber mit mir nach Hause fahren und mein Gast sein.“— So etwas ließ sich der Fuchs nicht zweimal sagen. Er stieg auf, sie fuhren im Galopp zum Hof des Bauern und schwelgten und praßten dort dreimal drei Tage. W. B. Optische Täuschung. Das dauerte einige Jahre, da sagte einmal der Direktor des Zoologischen Gartens zu einem Wärter, daß er dem Kakadu doch andere Worte lernen solle als das ewige, schon langweilige:„Zu Hause gibt's Dresche!" Drei Tage lang quälte sich der Wärter mit dem Kakadu ab, bis er endlich gelernt hatte, anstatt„Zu Hause gibt's Dresche!" die schönen Worte„Zu Hause gibt's Pfannkuchen!" zu sprechen. Aber der Kakadu war schlau. Wenn große Leute und Mädchen vor ihm standen, dann gab es für sie Pfannkuchen zu Hause. Kamen aber die zumeist rüpelhaften Jungen daher, dann erinnerte er sich an den Schwanzzupfer und schrie laut:„Zu Hause gibt's Dresche!“ Jahre vergingen. Der Kakadu wurde älter und auch vernünftiger. Schließlich fand er keinen Spaß mehr daran, sich mit den Besuchern des Zoologischen Gartens zu unterhalten. Zumeist saß er stumm auf seiner Stange oder er vollführte einen Höllenlärm. Aber auch der Junge, der den Kakadu einstmals am Schwanz gezupft hatte, war älter geworden und stolzierte als Student mit einer Mütze auf dem Kopfe und einem bunten Band über der Brust in der Stadt umher. Und einstmals, an einem schönen Sonntagmorgen, ging der Student allein in den Zoo. Da saß der alte Kakadu wie einstmals auf seiner Stange und schlief. Den Kopf hatte er unter einem Flügel versteckt. Der Student pflanzte sich vor dem Kakadu auf und hielt dem Vogel ein Stück Zucker vor den Schnabel. Dabei erinnerte sich der Student an den Tag, an dem er seinerzeit von seinem Vater wegen des ungebührlichen Benehmens gegen den Kakadu tatsächlich zu Hause mächtige Keile erhalten hatte. Der Kakadu wachte auf, sah sich den Studenten erst mit dem rechten, dann mit dem linken Auge an und erkannte ihn trotz seiner Länge wieder als den Bösewicht vor vielen Jahren. Und„Zu Hause gibt's Dresche!“ schrie der Kakadu laut kreischend dem Studenten zu. Den Zucker nahm er nicht.„Ha, alte Lora!“ rief der Student.„Ich bekomme keine Dresche mehr, nur noch Pfannkuchen!“ Da flog der Kakadu dem Studenten, der gerade bis zu ihm hinaufreichte, an den Kopf und zerhackte ihn böse mit dem Schnabel. Bestürt entfernte sich der Student. Er hatte von dem Vogel doch noch seine Dresche bekommen. „Der Kakadu wird bösartig!“ sagte der Direktor zu einem Wärter des Zoologischen Gartens, als er den Vorgang mit angesehen hatte.„Er darf nicht mehr ins Freie!“ Und als sie den Kakadu in das Winterhaus sperrten, rief er noch einmal: „Guten Morgen, zu Hause gibt's Pfannkuchen!“ Und heute sitzt auf seiner Stange ein anderer Kakadu. Der ruft schön sanft:„Lora hat Hunger!“ Und wenn ihn ein Junge am Schwanze zupft, dann sagt er:„Danke schön!“ Da war der erste Kakadu doch ein anderer Kerl! Nicht wahr“, Onkel Heinrich. Zahlenrätsel. Wie ihr zeichnen lernt. Sind die beiden mit Kreuzen bezeichneten Linien nach außen gebogen? u M „Zu Hause gibt's Dresche!" Es war einmal ein ganz kleiner Junge. Den nahmen seine Eltern an einem Sonntagnachmittag mit in den Zoologischen Garten. Da saß ein großer Kakadu auf einer Stange, ein Bein an einer dünnen Kette. Und als der Junge an dem Kakadu vorbeikam, zupfte er dabei den Vogel ziemlich derb an den Schwanzfedern. Der Kakadu fuhr auf den Jungen los, aber da er angekettet war, konnte er ihn nicht für die Freveltat züchtigen. Doch der Vater des Jungen sagte:„Na warte! Zu Hause gibt's Dresche!“ Und dann gingen die Eltern mit dem Jungen wieder weiter. Dem Kakadu gesielen die vier Worte. Anstatt nunmehr die Besucher des Zoo wie sonst mit einem schönen„Guten Morgen!“ zu begrüßen, sagte er stets und ständig:„Zu Hause gibt's Dresche!“ Aber der Kakadu hatte sich sehr genau den kleinen Jungen gemerkt, der ihn am Schwanze gezupft hatte. Und wenn der in den Zoo kam, dann hörte der Kakadu gar nicht auf, ihm Dresche zu propbezeien. Wie all ist dieser Herr?“ (Die eingezeichneten Zahlen im Gesicht ergeben, richtig zusammengezählt, die Lösung.) unchnn Zeichenscherz. Was ist das? Zeichnet die andere Hälfte so wie es auch die linke Hälfte vorstellt, dann habt ihr die Lösung! Hänschen hatte keinen Führerschein. Allerlei Scherzfragen. Wiedergegeben von F. Gebhardt. Wann hat der klügste Mann gelebt? (Antwort: Zwischen seiner Geburt und seinem Tode.) Wieviel Eier kann man nüchtern essen? (Antwort: Eines, nachher ist man nicht mehr nüchtern.) Welcher Vogel sieht dem Storch am ähnlichsten? (Antwort: Die Störchin.) Welcher Vogel hat nicht Federn, noch Flügel, noch Schnabel? (Antwort: Der Spaßvogel.) Welche Biere schäumen am meisten? (Antwort: Die Bar=Biere— Barbiere.) Wer kann Bräutigam sein und Blb)raut zugleich? (Antwort: Der Bierbrauer.) Was ist eine Perücke? (Antwort: Eine falsche Behauptung.) Welches ist der Unterschied zwischen Rosen und Soldaten? (Antwort: Die Rosen blühen im Tale, Soldaten zieh'n ins Feld.) Welches ist der Unterschied zwischen einem Fenster und einem Briefträger? (Antwort: Das Fenster schwitzt erst und läuft dann— der Briefträger läuft erst und schwitzt dann.) Welches ist der Unterschied zwischen„Wer?" und„Was?“ (Antwort:„Wer reitet so spät durch Nacht und Wind"— „Was glänzt dort im Walde im Sonnenschein“.) Was für ein Hochzeitskleid trug die Königin Elisabeth von England? (Antwort: Gar keins, sie war nie verheiratet.) Allerlei Spiele im geselligen Kinderkreis. Die Tierbude. Ein Spieler ist der„Schaubudenbesitzer“, einer der„Besucher". Die übrigen sind Tiere(Bären, Elefanten, Wölfe, Schlangen usw.). Der Besitzer zeigt dem Besucher die einzelnen Tiere, wobei jedes Tier, das genannt wird, seine Stimme ertönen lassen muß und sich überhaupt seinem Wesen nach benimmt. Plötzlich ruft der Besitzer:„Der Löwe bricht aus!“, oder auch:„Die Schlange— der Wolf kommt!" oder so ähnlich. Der Besucher flieht, von dem Tier verfolgt. Wird er ereilt, so wird er Tier, das Tier wird Budenbesitzer und dieser Besucher. Erreicht ihn das Tier nicht, so wird letzteres„besonders eingesperrt“, bis ein anderes Tier mehr Glück hat. Dann beginnt das Spiel von neuem. Mit dem Pfeil, dem Bogen... Ein Spieler ist„Jäger", einer der„Weih“, die übrigen bilden einen Kreis, in dessen Mitte der„Weih" umherfliegt. Gesang des Kreises:„Mit dem Pfeil, dem Bogen... usw. Der„Schütz“ geht außen am Kreise entlang, in entgegengesetzter Richtung. Ein geknotetes Tuch ist sein„Gewehr". Bei der zweiten Strophe führt der„Weih“ Flugbewegungen aus, bei der dritten steht der singende Kreis still und der Schütz sucht von außen her den Weih durch Werfen oder Schlagen zu treffen. Gelingt dies, so wird der Weih Schütze, und ein neuer Weih tritt in den Kreis. Gelingt es nicht, so muß er nochmals Schütze sein. Raten mit Ja und Nein. Der Ratende verläßt das Zimmer und die Gesellschaft berät sich über den Gegenstand, den er erraten soll. Es kann ein solcher sein, der im Raum vorhanden ist, aber auch ein beliebiger anderwärts, ja, sogar einer, der nur in Märchen und Geschichten genannt wird. Hereingerufen, stellt der Ratende nun Fragen an die Versammelten, der Reihe nach. Doch dürfen die Gefragten nur mit Ja oder Nein antworten. Wer mehr sagt, zahlt ein Pfand. Bei wem der Gegenstand geraten wird, der kommt nun zum Raten heran. Hai der Ratende die Aufgabe nicht gelöst, so muß er noch einmal„hinaus“. E Gebhardt. Vielleicht ginge es uns allen viel besser und vielleicht würden wir alle mehr auf unsere Gesundheit achten, wenn wir das Wort:„Lebens—mittel“ mit Bedacht aussprechen. Es ist durch die Umgangssprache etwas abgeschliffen und hat fast seinen geheimnisvollen Klang verloren. Aber die Sprache meint doch ein„Mittel“, welches Leben, und zwar leibliches und seelisches Leben, überträgt. Die Wechselwirkung zwischen Leib und Seele ist ja durch die Erkenntnisse der neueren Medizin und Naturwissenschaft sehr erforscht worden, so daß wir auch viel mehr als früher von der Wirkung der Ernährung auf die Stimmung, das Gemüt und das ganze seelische Leben wissen. Unsere„Lebensmittel" bergen in der Tat Lebenskräfte, deren Wesen und Ursprung uns trotz aller Wissenschaft noch unbekannt sind. Wir kaufen und verarbeiten also nicht eigentlich Kartoffeln, Mohrrüben, Fleisch oder Zucker, sondern Lebenskraft, Gesundheit, Stimmung, Mut und Zuversicht. Es ist gut, wenn wir an diesen tieferen Sinn der Ernährung einmal denken und unter solchen Gesichtspunkten die großen Anstrengungen der Menschen für Erhaltung der natürlichen Lebenskräfte der Nahrungsmittel betrachten. Es ist gut, wenn wir daran denken, welche Ueberlegungen die Wissenschaft anstellt, um den natürlichen Wert der Nahrungsmittel bei dem Vorgang des Kochens und überhaupt der Zubereitung zu erhalten. Vielfach sind mit solchen Ueberlegungen die beruflichen Köche unseren Hausfrauen vorangegangen. Es ist interessant, daran zu erinnern, gerade jetzt, wo die große Armee unserer deutschen Köche wiederum wie vor sechs Jahren jene große in der ganzen Welt beachtete Internationale Kochkunstausstellung— die IKA in Frankfurt a. M.— aufgebaut hat. Die Oeffentlichkeit weiß viel zu wenig darüber, mit welchem Eifer unsere Berufsköche an die wissenschaftliche Begründung ihrer für die Gesundheit des Volkes so außerordentlich wichtigen Arbeit gehen. In der IKA nun, zu der fast alle Nationen der Welt ihre Vertreter schicken, wird offenbar, daß die wissenschaftliche Arbeit der ganzen Welt gründlich am Ernährungsrrohlem arbeitet. Früher zeigten uns die Köche auf ihrer enetung, welche kunstvollen Küchensensationen sie hervorpringen konnten. Da stand wohl im Mittelpunkt der Ausstellung eine Schau von Luxusgerichten. Da wurde wohl daran erinnert, daß— wie wir dies im Bilde bringen— von der Phantasie der Köche Tausende von Rezepten für die verschiedensten Speisen erdacht wurden. Heute ist das anders. Es stehen die Fragen im Mittelpunkt: wie müssen die Speisen hergestellt sein, damit sie der Gesundheit der Menschen nützen und wirklich im wahrsten Sinne des Wortes: Lebensmittel sind. Und die Industrie ist bemüht, zu zeigen, mit welchen vollkommenen und einfachen Mitteln es möglich ist, durch Kochen, Braten und Backen den Wert der Lebensmittel zu erhalten und den Köchen und den Hausfrauen ihre Arbeit zu erleichtern. Vorbild: Großküche Iß dich gesund Wir stellen im folgenden Sprüche des Volkswissens und einige interessante Sätze von Philosophen und Wissenschaftlern, die volkstümlich zu werden verdienen, zusammen. Volkssprüche: Wir leben nicht, um zu essen, Sondern wir essen, um zu leben. Gesundheit ist nicht alles, aber Ohne Gesundheit ist alles nichts. Lieber einen Tag gefastet, als den Magen überlastet. Die halbe Wahrheit findet weit mehr Käufer als die ganze und reine. Der Mund ist des Bauches Henker und Arzt. Unsere Nahrungsmittel sollen Heil=, Unsere Heilmittel— Nahrungsmittel sein. Hippokrates, griechischer Arzt. Wer trinkt ohne Durst, Wer ißt ohne Hunger, Stirbt desto junger. Martin Luther. Viel tausend essen sich zu Tod', Bis einer stirbt aus Hungersnot. Friedrich Rückert. Durch den vollkommenen Mangel an Vernunft in der Küche ist die Entwicklung des Menschen am längsten aufgehalten und am schlimmsten beeinträchtigt worden. Friedrich Nietzsche. Die Auswirkung der Ernährungsfehler erstreckt sich keineswegs nur auf das Einzelleben sondern reicht über die folgenden Generationen— das dritte und vierte Glied hinaus. Dr. med. Max Bircher=Benner. Nicht durch die Apotheke sondern durch die Küche geht der Weg zur Gesundheit. Dr. Max Hindhede. Wir müssen von den Ernährungstheorien des Mannes zur neuen Nahrungskultur der Frau kommen. Hans Gregor Die internationale Kochkunst=Ausstellung, die in Frankfurt am Main stattfindet, ist keineswegs im eigentlichen Sinne eine Fachschau. Sie interessiert auch Kreise, die weit über jene hinausgehen, welche durch das engere und weitere Berufsinteresse umgrenzt sind. Die Internationale KochkunstAusstellung zeigt allen, die Wert auf Gesundheit und gutes Essen und gutes Trinken legen, wie es gemacht wird. Hohe Qualität ist seit jeher Kennzeichen und Streben der Gastronomie gewesen. Hier und da haben wir von besonderen Rekordleistungen der Köche gehört. Z. B. von der elektrischen Riesenspeisung anläßlich des deutschen Turnfestes in Stuttgart und unlängst von der gewaltigen Leistung am Reichsparteitag. Gerade solche Veranstaltungen zeigen am besten, daß die Kochkunst nicht allein darauf abzielt, dem Gaumen und dem Genuß dienen, sondern Auch das Kochen ist eine Wissenschaft daß über allem bei ihr die Frage steht „Gut und ausreichend ernähren". Wir verweisen darauf, daß gerade das gesunde Kochen in der Großküche seine grundlegenden Erkenntnisse gefunden hat. Einen anschaulichen Beweis dafür bieten uns die neuzeitlichen elektrischen Diätküchen, die zur Aufstellung in Krankenküchen und Sanatorien gedacht sind;— überhaupt kann man feststellen, daß die elektrische Küche auch im gastronomischen Betrieb in wenigen Jahren erhebliche Fortschritte gemacht hat. Vom Tafelherd mit elektrischer KochplattenAusrüstung bis zum elektrisch beheizten Kippkocher, vom Hocker bis zur Fettpfanne— alles was Wärme braucht, ist elektrisch eingestellt. Für den Laien noch interessanter ist das zahlreiche und überaus mannigfache Hilfsgerät. das in neuzeitlichen Restaurants, Hotels. Krankenhäusern und Heimen im einzelnen eine untergeordnete, im ganzen aber eine sehr bedeutame Rolle spielt: elektrische Kaffeemaschinen, Wärmeschränke, Geschirr=Spülmaschinen, Roste, Heißwasserbereiter, Obstentkerner, Rühr= und Schlagmaschinen und wie alle die Geräte heißen, die weniger von den Köchen, als von den Küchengehilfen benutzt werden. Die Hunderttausende, die die„IKA“ durchwandern, finden, daß die neuzeitliche Technik ein umfassendes Gebiet zu reichhaltiger Betätigung gefunden hat, und auch daran ist zu denken, daß so wiederum für Hunderttausende deutscher Volksgenossen Arbeit geschafft wird. Denn gerade in der heutigen Zeit, in welcher wir unt nach Möglichkeit vom Ausland unabhängig zu machen streben, sollte man darauf bedacht sein, deutsche Rohprodukte bis aufs letzte auszunutzen. Dies geschieht leider noch nicht mit der in großen Mengen anfallenden Bierhefe. Hefe gilt als das kleinste pflanzliche Lebewesen und hat nach den Untersuchungen angesehener Wissenschaftlicher neben Mineralstoffen den höchsten Gehalt an lebensnotwendigen Vitaminen. Die Lehre von den Vitaminen ist an sich noch jung. Vor wenigen Jahrzehnten erst wurden sie entdeckt. Sie sind für eine gesunde Ernährung überaus wichtig. Ihr Fehlen hat ernste Erkrankungen zur Folge. Bekannt ist der Skorbut der Seefahrer, der durch andauernde vitaminfreie Kost entsteht. Ebenso geht die in östlichen Ländern gefürchtete Beri=Beri auf den überwiegenden Genuß von geschältem, also vitaminfreiem Reis zurück. Hierzulande sind derartig schwere Krankheiten nicht zu beobachten. Trotzdem dürfte manchen Krankheitserscheinungen ohne Zweifel ein Vitaminmangel zugrunde liegen— etwa der sogenannten Frühjahrsmüdigkeit, Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen. Vitox als konzentrierter Auszug aus vitaminhaltiger Hefe ist reich an Vitaminen. Seine Verwendung als Küchenwürze beseitigt daher die Gefahren des Vitaminmangels. Die Nahrung wird gründlich verwertet. Bei Kindern wird das Wachstum gefördert. Bei gewissen Formen von Blutarmut entfaltet es blutbildende Eigenschaften. Die Hefewürze gleicht nach Aussehen, Geruch und Geschmack bestem Fleischextrakt und wird zum Würzen von Suppen, Soßen, Gemüsen, Salaten, Fischgerichten sowie zur Verwertung von Resten verwendet. Mit Butter vermischt ergibt sich ein würziger Brotaufstrich. Was wir mit Appetit essen, ist bekömmlich! Hunger haben, aber keinen Appetit— wem wäre es nicht schon so gegangen? Man fühlt sich hungrig und möchte ordentlich zulangen, sitzt man aber vor dem Teller, dann mag man ihn nicht berühren. Der Appetit fehlt. Schon längst ist man sich darüber klar, daß nicht allein der Nährwert für die Bekömmlichkeit einer Speise den Ausschlag gibt. Die Stimmung spricht ebenfalls mit. Was man im Zorn oder vom Kummer bedrückt zu sich nimmt, wird meist nicht bekommen. Aber auch die Aufmachung, in der die Speise dargeboten wird, spielt eine Rolle. Hübsch und gefällig soll alles angerichtet werden, damit auch die Augen etwas davon haben. Vor allem wichtig ist die richtige Würzung. Wenn Mutter die dampfende Suppe aufträgt und köstlich würziger Duft sich verbreitet, dann läuft jedem das Wasser im Munde zusammen. Und so soll es sein. Man muß sich auf das Essen freuen. Aussehen, Geruch und Geschmack müssen den Appetit anregen und die Verdauungssäfte fließen lassen. Dann wird das Essen schmecken, seine Nährwerte werden restlos ausgenutzt, es wird„anschlagen“. Hausfrauen und Köche setzen ihren Stolz darein, schmackhaft zu kochen. Gar vielerlei Hilfsmittel-verwenden sie dazu. Viele Köche und Hausfrauen bevorzugen in letzter Zeit als Würzmittel den Vitamin=Speisenzusatz Vitox, der neben seiner Würzkraft auch gesundheitliche Vorteile besitzt. Während man zur Herstellung der meisten Würzen Fleischextrakt aus dem Auslande einführen und dadurch unsere Devisenbilanz belasten muß, wird Vitox aus deutscher Hefe im Inland hergestellt, ist also ein rein deutscher Hefeextrakt. Er ist dem ausländischen Fleischextrakt in jeder Beziehung gleichwertig, hinsichtlich des Vitamingehaltes sogar überlegen. Die Innenministerien des Reiches und der Länder empfehlen daher die bevorzugte Verwendung von Hefe= Ertrakten anstatt Fleischextrakt. war die Zeit des Darbens Späteren Epochen muß es vorbehalten bleiben, die richtige Bewertung für die selbstlose Hingabe zu finden, mit der die deutsche Hausfrau in den vergangenen Jahren der Not die Lebenshaltung der Ihren vor der völligen Verelendung zu bewahren vermochte. Manche unserer Hausfrauen mußten in diesen schlimmen Jahren geradezu besondere Formen dafür finden, wie sich jeder einzelne in der Familie den Bissen vom Munde absparte, damit es nur für alle reichte. Selbstverständlich haben wir uns auch den Trunk vom Munde abgespart. Auch hier machte sich die Not bemerkbar. Nichts spricht dabei eine deutlichere Sprache als die Tatsache, daß uns die ganzen letzten Jahre ein ständiges Absinken des Bierverbrauchs brachten. Wohl haben die Fortschritte unserer Ernährungsforschung gezeigt, daß das Bier in steigendem Maße als ein Volksnahrungsmittel im wahrsten Sinne des Wortes bezeichnet werden muß. Wohl hat die wachsende Erkenntnis von der Nährkraft des Bieres dazu geführt, daß unsere Hausfrauen blutarmen und bleichsüchtigen Kindern alkoholarme Biersorten, z. B. das Malzbier, als gern genommene zusätzliche Nahrung geben, vielfach zur Erhöhung des Nährwertes mit einem Eßlöffel Malzextrakt. Und doch war uns durch jene unsagbare wirtschaftliche Verelendung die Möglichkeit genommen, in angemessener Form zu diesem Volksnahrungsmittel zu greifen. Der Bierverbrauch erlitt auf den Kopf der Bevölkerung weit schlimmere Einbußen als irgendein anderes auch nur einigermaßen gleich volkstümliches Verbrauchsgut. Den Trunk mußten wir uns vom Munde absparen— das sagen uns diese Ziffern. Sie sagen uns zugleich, wie weite Teile der deutschen Hopfen und Malz anbauenden Landwirtschaft in steigende Absatznot geraten mußten. Wenn heute bereits unter den ersten Auswirkungen der sich bessernden Wirtschaftsverhältnisse sich der deutsche Bierverbrauch langsam wieder zu heben beginnt, so verdanken wir das mit der Einsicht der deutschen Hausfrau. Sie räumt dem Bier einen bevorzugten Platz als Tischgetränk ein. Bier ist das Getränk, um das sich zu Hause in froher Geselligkeit die Gäste versammeln. Die Hausfrau vermerkt es dabei gerade zum augenblicklichen Zeitpunkt durchaus nicht unwillig, daß die Bewirtung einer größeren Zahl von Gästen mit Bier für den Geldbeutel in der denkbar schonendsten Form vor sich geht. Möge es bald der Vergangenheit angehören, daß sich auch nur eine einzige Familie in Deutschland jeden Schluck Bier oder jeden Bissen vom Munde absparen muß. Gerechte Lebensmöglichkeit für alle, das ist das Ziel, dem wir zustreben. Dann erhalten auch unsere Hausfrauen die Hände wieder frei, aus vollem Herzen für das Wohl der ihnen anvertrauten Menschen zu sorgen und so mit das ihre bung der Volkskraft zu tun. und muß frühzeitig gelernt werden hre zur Heecher m5 8 Ur: SUPpen. VORSPEISEN EIER- SAUCEN FISCHSPEISEN GERICHTE WARME= KALTE FLEISCH SPEISEN GEMUSESPEISEN WARME- KALTE sOSs-SPEISEN EINMACIE NATIONAL: FLEISCHLOSE RESTER REZEPTE GERICHTE GERICHTE KUCHIE In einem alten Kochkunstarchiv findet sich für die verschiedensten Gerichte eine große Anzahl von Rezepten. (Nachdruck verboten.) Ich sag' es ohne Ueberwindung: Diese bayrische Erfindung Macht mir jedes Jahr viel Spaß! Noch eine Maß! Hier erst habe ich entdeckt, Daß zum Bier ein Radi schmeckt, Und die weiße Wurst. Ober, ich hab' Durst! Jodler, Gaudi, Schuhgeplattel. Keiner sitzt mehr fest im Sattel— Und dazu die Blechmusik. Ob ich noch ein Dunkles krieg'? Blau' und weiße Dekorationen! Hei! Hier kann kein Trübsinn wohnen. Hier vergißt man seine Qualen— Huu—upp! Herr Ober, zahlen! Läuft das Bier erst auf die Weste, Ist's zu Ende mit dem Feste. So ein Jammer ist nicht nett— Marsch, ins Bett! Die„Grastt“. Humoreske aus dem Theaterleben. (Nachdruck verboten.) Will. Der Bettler. WIISNANT „Können Sie denn im Laufe des Tages so viel zusammenbetteln, daß Sie davon leben können?“ „Nein, nicht immer, liebe Frau! Manchmal muß ich selbst etwas dazulegen!“ Kleiner Egoist. „Mutti, warum bekommen wir denn die Suppe auf großen Tellern und den Pudding stets auf ganz kleinen? Können wir das jetzt nicht umgekehrt haben?" W. G. Einsicht. Lehrer:„Nun habt ihr mir alle Haustiere genannt, aber eins fehlt doch noch. Könnt ihr mir auch das eine noch nennen? Es hat struppige Haare, ist unsauber, wälzt sich gern im Schmutz und treibt sich auf des Nachbars Hof herum? Weißt du es, Fritzchen?“ „Das bin ich, Herr Lehrer!" w. gr. Er kann. — J M a Auf einer Station steckt ein Passagier den Kopf zum Fenster " S t a t i o n s v o r s t e b hinaus und fragt den vor ihm stehenden Snlensvorsteher: „He! Können Sie mir sagen, auf welchem Bahnhof wir hier sind?“ Der Stationsvorsteher sagt: „Ja, ich kann!“ Greift an die Mütze und geht von dannen. Zu der Zeit, als man eine gute, rauchbare Bremer oder Hamburger Zigarre für einen Reichsgroschen erhalten konnte, also lange vor Beginn des Weltkrieges, leitete das Stadttheater in X. der große Charakterdarsteller G. G. war ein kunstverständiger Mann und trefflicher Regisseur, aber auch als großer Knicker bekannt. An allen Ecken und Enden wurde gespart. Einigermaßen entbehrliche Requisiten wurden häufig nicht angeschafft; und mußten in irgendeinem Stück einmal genießbare Sachen aufgetragen werden, so konnten die Darsteller mit Sicherheit darauf rechnen, Attrappen oder, wie der Fachausdruck lautet,„Kaschiertes“ vorgesetzt zu bekommen. Da gab es Hamburger Kücken, Brüsseler Poularden, junge Enten, Gänse oder Fische aus täuschend nachgeahmter, bemalter Pappe. Napfkuchen, Prilleken oder Sandtorten waren aus hübsch geformtem Sand hergestellt, und— o Schmerz für den armen, rauchenden Mimen— die Bühnenzigarren des knickerigen Theaterleiters bestanden aus zigarrenähnlich zubereitetem Holz, das von dem Theatermaler fein säuberlich hell= oder dunkelbraun angestrichen war. Das hätte nun einen nichtrauchenden Jünger Thalias völlig gleichgültig gelassen; nicht aber einen bekannten Komiker, der ein starker, verwöhnter Raucher war und in Z., auf Einladung unseres Direktors, ein Gastspiel gab. Es wurde ein kassenfüllendes Lustspiel aufgeführt, und der Herr Direktor spielte mit. Im letzten Akt hatte er seinem Gast und Partner eine Zigarre anzubieten und dabei folgende Worte zu sprechen: „Belieben Sie, mein verehrter Freund, sich eine meiner vorzüglichen Brasilzigarren anzuzünden!" Der gastierende Komiker dankt, greift in die Zigarrentasche des Direktors und zieht ein festes, schwarzbraun gefärbtes Etwas hervor, das sich alsbald als Holzzigarre entpuppt. Der Komiker läßt die „Zigarre" absichtlich seinen Händen entgleiten: mit lautem Geklapper, allen Zuschauern vernehmlich, rollt das„edle Kraut“ über die Bühne. Der Direktor ist verblüfft und ringt nach Worten, als sein Partner, übrigens ein Berliner Junge, der den Schnabel sozusagen auf dem rechten Fleck sitzen hat, hohnlächelnd fragt: „Sagen Se mal, Verehrter, wat kost't Ihnen denn der Klafter von dieser jroßartigen Marke?"— Das Publikum tobte vor Vergnügen und ein Lachsturm löste den andern ab.— Es sei noch berichtet, daß der blamierte Theaterleiter nie wieder kaschierte Zigarren auf die Bühne brachte, dafür aber eine Sorte Zigarren hielt, die zarte Näschen auf das empfindlichste beleidigte und von den Mimen obendrein mit dem Ausdruck„Stinkadores“ belegt wurde. H. R. Die tüchtige Hausfrau. Vaterstolz. „Welchen Fisch möchten Sie lieber, den großen oder den kleinen?“ „Geben Sie mir lieber den kleinen, er hat so schöne große blaue Augen!“ „Herr Protze, hauen Sie doch mal Ihren Jungen tüchtig durch. Eben hat der Lausebengel mit einer Luftbüchse nach mir geschossen!“ „Hat er Sie denn getroffen?“ „Nee, Gott sei Dank nicht!“ „Nee? Dann war's mein Sohn auch nicht!“ Eine moderne Familie. Zwei Väter sprachen von ihren Kindern. A.:„Meine Aelteste studiert Medizin und die Jüngste Jura.“ B.:„Und der Sohn?“ A.:„Der hat eine sehr schöne Stelle in einem Damenfektionshause.“ konfertionshaust G. Dr. Auch richtig. 84 „Mein Vater will verreisen. treibebillett besorgt!“ Er hat sich schon ein Rum80 „So, Bimsi, jetzt wissen die Leute, daß du ein scharfer Hunt Der liebenswürdige Schwiegersohn. Schwiegermutter:„In den nächsten Wochen bekomme ich nun mein Telephon gelegt.“ Schwiegersohn:„Wie bequem für dich, da kannst du mit deiner Tochter sprechen, ohne dich erst zu uns bemühen zu müssen.“ H. St. Für Goethe=Philologen. * Hc#fe Ein Goethe=Forscher des vergangenen Jahrhunderts hörte von einem alten Mütterchen zu Mommenheim im Elsaß, daß es noch Friederike von Sesenheim gekannt habe. Er suchte die Alte auf und ließ sich von ihrer schonen Gespielin erzählen. „Riekchen war so ein herziges Kind— alle Welt hatte sie gerr „Na— und Goethe?“ fragte der Forscher. „Ja— der Goethe, richtig, der Goethe“, sagte die Alte, „der hat unser Rielchen so geliebt! Wir glaubten alle, es würde ein Paar aus den beiden. Aber eines Tages war er auf und davon, und kein Mensch hat je wieder etwas von ihm gehört...“ Der Kaffee. Ich komme in ein kleines Hotel und bestelle mir einen Kaffee. Dem Kellner sage ich dabei: „Sagen Sie aber in der Küche, sie sollten um Gottes willen keinen Zusatz in den Kaffee tun!“ „Ja. Wollen Sie denn klares Wasser trinken?" w. gr. Ein köstlicher Zug. (In einem Zug gezeichnet.)