Anzeigenpreise: Für die sechsgespaltene Millimeterzeile(46 mm breit) 6 Pfg. Familien=, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4 Pfg. Reklame: Millimeterzeile 20 Pfg. nach Tarif 9a. Für telefon. aufgegeb. Inserate übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorhergeseh. Betriebsstörung., hervorgerufen durch höh. Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr, für pünktl. Erscheinen d. Zeitung u. kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erhoben werden. Die„Schwerter Zeitung“ erscheint wöchentlich sechs mal. Bezugspreis wöchentl. 45 Pfg.(einschl. Trägerlohn). Einzelnummer 10 Pfg. Geschäftsstelle Gr. Markt3— S. Postscheckkonten: Dortmund 2852 und Hannover 21874. Verantwortlich. Hauptschriftleiter: Heinz Friedrich Kamecke. Verantwortl. für d. gesamt. Texteil: Heinz Friedrich Kamecke. Für den Anzeigenteil: Hans Linner; sämtlich in Schwerte. Druck u. Verlag: Carl Braus, Schwerte.— D. A. VIll/34: 1675 Heimatblatt Einzige in Schwerte gedruckte Tages=Zeitung Schwerte(Kuhr), Donnerstag, den 27. September 1934 Der Oesterreich-Pakt Die Genfer Besprechungen über die österreichische Frage haben noch zu keinem greifbaren Ergebnis geführt. Von italienischer Seite wurde die Lage sehr pessimistisch beurteilt. Der Genfer Vertreter des„Popolo d'Italia“ betont in einer Stellungnahme zu der österreichischen Frage, daß man, wenn man wirklich friedliche Ziele verfolge, dem deutschen Machtfaktor Rechnung tragen und jede Zurücksetzung Deutschlands vermeiden müsse. Aehnlich erklärt Corriere della Sera, daß das Abkommen über Oesterreich nicht den Charakter einer Einkreisung Deutschlands tragen dürfe. Die Verhandlungen, die bis jetzt auf der ganzen Linie mit einem Mißerfolg für Frankreich endeten, haben in der Pariser Presse eine ziemliche Mißstimmung ausgelöst. Die österreischische Angelegenheit, so sagt Echo de Paris, sei auf dem toten Punkt angelangt weil die italienische Regierung freie Hand in Mitteleuropa verlange. Die Blätter richten in diesem Zusammenhang heftige Vorwürfe gegen Italien. Die Londoner Presse sagt in einem Leitaufsatz, der letzte Vorschlag Barthous in der österreichischen Frage sei vom englischen Kabinett geprüft worden, es sei jedoch unwahrscheinlich, das irgendeine britische Regierung über die im Februar von Simon in einer Unterhausrede umrissene Politik hinausgehen werde. Am Mittwoch ist es in der österreichischen Frage verhältnismäßig ruhig gewesen. Hinter den Kulissen werden aber immer noch Verhandlungen geführt. Es handelt sich; wie man von verschiedenen Seiten hört, hauptsächlich um die Abfassung einer Erklärung, deren Veröffentlichung am Donnerstag erfolgen soll, falls man sich auf einen gemeinsamen Text einigt. Es bestanden noch viele Meinungsverschiedenheiten. Falls es nicht gelingen sollte, die Ansichten von den drei der sechs Mächte auf einen Nenner zu bringen, so wird einfach an eine Wiederholung und Bekräftigung der Erklärung der drei Großmächte vom 17. Februar d. J. gedacht, was in Wirklichkeit nur den Zusammenbruch aller Verhandlungen und das Scheitern aller Pläne in der österreichischen Frage unterstreichen würde. Wie man von englischer Seite hört, hat England es abgelehnt, sich an einer einfachen Wiederholung und Bekräftigung Im Zusammenhang mit den marxistischen Aufstandsplänen in Spanien werden neue Verhaftungen von sozialdemokratischen Gewerkschaftsbeamten aus Monforte gemeldet, wo die Polizei ein Waffenlager mit 100 Bomben und 8000 Schuß Infanteriemunition aufdeckte. Im Freihafen von Cadiz beschlagnahmte die Polizei 10000 Stahlplatten, die angeblich von den Marxisten für die Panzerung von Kraftwagen verwendet werden sollten. Gleichzeitig wird aus Cadiz gemeldet, daß dort Trotzki gesehen worden sei. In letzter Zeit haben sich die Fälle gehäuft, in denen die autonome Regierung Katalaniens ihrer Zentralregierung in Madrid Widerstand entgegensetzt. Mittwoch veröffentlicht die Madrider Morgenpresse ein Schreiben des Präsidenten der katalanischen Regierung an den spanischen Ministerpräsidenten, das einer direkten Auflehnung gleichkommt. Die Zentralregierung hatte die katalanische Regierung ersucht, die Gewissensfreiheit und die Unverletzbarkeit der dortigen Richter zu achten, und den Präsidenten Katalaniens, der gleichzeitig die Rolle des Vertreters des spanischen Staates in Katalanien spielt, beauftragt, dem Obersten Richter mitzuteilen, daß die letzten Anordnungen des katalanischen Justizministers jeder N OR rak=Schlacht Anteil nahm. Im weiteren Verlaufe des Krieges wurden die Schiffe des Zweiten Geschwaders wegen ihres hohen Alters und des nicht mehr genügenden Gefechtswertes nach und nach außer Dienst gestellt bzw. außerhalb des Verbandes der Hochseeflotte verwendet. Die Folgen des Versailler Vertrages zwangen die Reichsmarine, die veraltete„Hessen" im Jahre 1925 wieder in Dienst zu stellen, bis nunmehr nach 29jähriger Dienstzeit die endgültige Außerdienststellung erfolgt. Die„Hessen"=Besatzung wird demnächst das Panzerschiff„Admiral Scheer“ in Dienst stellen. Der Veteran der deutschen Kriegsflotte, das Linienschiff„Hessen", das 30 Jahre lang die schwarz=weißrote Flagge über die Meere führte, hat jetzt seine letzte Fahrt angetreten, um am 12. November außer Dienst gestellt zu werden. Die„Hessen“ ist in Kiel auf der Germaniawerft in den Jahren 1902 bis 1906 erbaut worden. Der Stapellauf erfolgte am 18. 9. 1903, also vor genau 31 Jahren.— Nach der Indienststellung im Frühjahr 1906 wurde die „Hessen“ dem damaligen Zweiten Geschwader zugeteilt, in dessen Verbande sie an der SkagerDie Verleihung des Ehrenkreuzes Die in einer Berliner Morgenzeitung enthalkene Nachricht, daß die Verleihung des Ehrenkreuzes für Kriegsteilnehmer eine Tätigkeit im Kriegsgebiet bedingt, ist, wie das Reichsministerium des Innern mitteilt, falsch. Kriegsteilnehner im Sinne der Verordnung des Reichspräsidenten über die Stiftung eines Ehrenkreuzes vom 13. Juli 1934 ist jeder Reichsdeutsche, der im Weltkriege zur Wehrmacht eingezogen war, also auch derjenige, der während des Weltkrieges bei dei Wehrmacht in der Heimat Dienste geleistet hat. Das Erfordernis eines Aufenthaltes im Kriegsgebiet gilt lediglich für das Personal der freiwilligen Krankenpflege, des freiwilligen Automobilkorps und des freiwilligen Motorbootkorps. der österreichischen Garantieerklärung vom Februar zu beteiligen. Auf Veranlassung des Marineministers ist ein im letzten Drittel 15 Fälle von spinaler KinderGeschwader aus zwei Kriegsschiffen nach Osaka lähmung zu verzeichnen gewesen. Insgesamt werausgelaufen, um hier Aufräumungsarbeiten den also 31 Krankheitsfälle gezählt. Drei Persoauszuführen. In Osaka sind noch immer 3000 lnen sind der Krankheit erlegen, eine 45jährige Personen obdachlos. Das Kriegsministerium hat Frau aus Sylt, ein 25jähriger Mann im Kreise die Aufstellung von Feldküchen in den zerstör= Südtondern und ein 62jähriger Mann im Kreise ten Gebieten angeordnet. Infolge der schlechten Segeberg. Ernährung ist die Ruhr ausgebrochen. Es] Im Kreise Schleswig waren am Montag zwei werden auch bereits Todesfälle gemeldet. neue Fälle von Kinderlähmung zu verzeichnen. Die Lebensmittelpreise sind im Unglücksgebiet In der Stadt Schleswig wurde eine 23jährige um 200 Prozent gestiegen. Hausangestellte, die in einem Gasthof beschäftigt Mie dae sapanische Marineministerium mitteilt, war, davon befallen. In dem Orte Lobacker bei Taifun, he in Kobe 23 Han Tolk erkrankte das vierjährige Kind eines Bauern ud des der„ ot uuß 2553 Motor= und Beide wurden dem Schleswiger Krankenhaus zuvoi Segier, und Wool Wo—.= geführt. Man rechnet damit, daß die erhebliche Ein Vorstoß Litwinows Völkerbund soll sich mit der Abrüstungskonferenz befassen Litwinow hat am Mittwoch ein Schreiben an den Präsidenten der Völkerbundsversammlung, Sandler, gerichtet, in dem er bittet, die Versammlung mit dem bisherigen Ergebnis der Abrüstungskonferenz zu befassen. Die Völkerbundsversammlung soll dann den Völkerbundsrat ersuchen, seinerseits zu der gegenwärtigen Lage der Abrüstungsfrage Stellung zu nehmen. Damit würden die Völkerbundsorgane zum ersten Male wieder in die Abrüstungsfrage eingreifen, deren Behandlung bisher dem Präsidium der Abrüstungskonferenz bezw. den wirklich maßgebenden Mächten überlassen blieb. Ueber den Sinn und Zweck des sowjetrussischen Vorstoßes sind verschiedene Ansichten zu hören. Die einen glauben, ihn auf die sowjetrussische Innenpolitik zurückzuführen. Andere wieder glauben, daß es sich um einen Versuch der Liquidierung der Abrüstungskonferen; durch den Völkerbundsrat handelt. Fritzlarer Postraub fingiert Der Fritzlarer Postraub, der in der Nacht zum Sonntag verübt worden war, hat schnell seine Klärung gefunden. Bei der Untersuchung kamen dem leitenden Kriminalbeamten Bedenken. Er sagte dem Postbeamten Scholl die Täterschaft auf den Kopf zu. Scholl gestand schließlich ein, den Raubüberfall fingiert zu haben. Er nannte das Versteck des Geldes, das auch dort gefunden wurde. Der ungetreue Beamte wurde in das Kasseler Gefängnis übergeführt. delsschiffe, zo# Segler und 2v# Motor= und Fischerooote zerstört worden. Die Verluste in den anderen Bezirken des Landes werden noch festgestellt. Amtlich wurden folgende Zahlen über die Verluste und Verwüstungen des Taifuns bekanntgegeben: Die Zahl der Toten beträgt 2500, die der Verletzten 8400 und die der Vermißten 568. Völlig zerstört wurden 30 162 Häuser, teilweise zerstört wurden 385000 und überschwemmt 305 134 Häuser. 290 Schulen stürzten ein, und 1600 Brücken wurden unbenutzbar gemacht. also binnen kurzem vollständig erlöschen. Noch zwei Todesopfer in Ruda Das Brandunglück auf der Kohlenhalde des Clara=Schachtes in Ruda, das sich am Sonnabend ereignete, hat zwei weitere Todesopfer gefordert, so daß die Zahl der Toten sich auf acht beläuft. In dem Befinden von weiteren neun Schwerverletzten ist noch keine Aenderung eingetreten, so daß mit einer weiteren Erhöhung der Zahl der Toten gerechnet werden muß. Die von dem Bergbau und den Gerichtsbehörden eingeleitete Untersuchung über die Ursache des Unglücks ist noch nicht abgeschlossen. Spinale Kinderlähmung geht zurück In Schleswig Holstein zustangigtr. Hiene velannigegeren Irischen Freistaat ist mitgeteilt worden, daß der Papst über die von de Valera in Genf gehaltene Rede zum Völkerbundseintritt Sowjetrußlands sehr erfreut sei und daß Seine Heiligkeit von ganzem Herzen de Valera den Apostolischen Segen erteile. Der deutsche Gesandte in Bern Freiherr von Weizsäcker hatte am Mittwoch in Geuf eine Besprechung mit dem Vertreter Italiens, Baron Aloisi, über Fragen der Saarabstimmung. Wie von zuständiger Stelle bekanntgegeben wird, sind im ersten Drittel des Monats September drei Fälle, im zweiten Drittel 13 Fälle und „uren Marh herzi dus dilesenschtf Von der Königin gelauft— Skapellauf vor 250 000 Menschen So wird der neue Ozeanriese, der das größte Schiff der Welt sein wird. nach seiner Vollendung aussehen Sonntag vormittag kein SA.-Dienst Eine Anordnung des Chefs des Stabes der SA. Der Chef des Stabes der SA., Lutze, hat folgende Anordnung erlassen: Um dem Erntedankfest seinen Charakter eines Dankfestes zu sichern und eine Beeinträchtigung der Erntedankfestgottesdienste zu vermeiden, dürfen am Sonntag, dem 30. September 1934, während der Gottesdienstzeit von 9.30 bis 11.30 Uhr andere Veranstaltungen der SA. nicht stattfinden. Deutsch-italienisches Zahlungsabkommen Am Mittwoch ist im Berliner Auswärtigen Amt ein Abkommen über die Regelung des Zahlungsverkehrs zwischen Deutschland und Italien unterzeichnet worden. Durch dieses Abkommen, das am 1. Oktober 1934 in Kraft treten wird, werden alle im Warenverkehr zwischen Deutschland und Italien zu leistenden Zahlungen einem Verrechnungsverfahren unterworfen, an das die Einführer und Ausführer in den beiden vertragsschließenden Ländern gebunden sind. Gleichzeitig mit dem Verrechnungsabkommen ist eine Vereinbarung über die Erleichterung des Reiseverkehrs ewischen den beiden Ländern getroffen worden. Roggenabkommen Deutsch=polnisch=sowjetrussisches Abkommen paraphiert Zwischen Vertretern Deutschlands, Polens und der Union der Sowjetrepubliken haben am 24. September in Warschau Verhandlungen über eine gemeinsame Regelung der Ausfuhr von Roggen und Roggenmehl begonnen, die am Mittwoch zur Paraphierung eines Abkommens zwischen diesen drei Ländern geführt haben. Hierdurch tritt die Union der Sowjetrepubliken dem deutsch=polnischen Getreideabkommen vom 1. August 1934 hinsichtlich der Ausfuhr von Roggen und Roggenmehl bei. Das deutsch=polnische Abkommen ist aus diesem Anlaß entsprechend ergänzt und ausgebaut worden. Der Beitritt der Union der Sowjetrepubliken wird wirksam durch Bestätigung der Regierung der Sowjetrepubliken. Polen siegt im Gordon-Bennett-Flug Der dritte deutsche Ballon bei Leningrad gelandet Nach den ersten nichtamtlichen Berechnungen des polnifchen Aero=Clubs, die natürlich noch kleinen Veränderungen unterliegen werden, hat Polen die beiden ersten Plätze im Gordon=Bennett=Flug errungen. Beim dritten Platz ist noch unsicher, ob ihn ebenfalls Polen oder Belgien erhält. Die vorläufigen Kilometer=Berechnungen ergaben für den polnischen Ballon„Koszciusko“, gelandet bei Woronesch, 1310 Klm., für den Ballon„Warszawa“, gelandet bei Rjasch, 1240 Klm., für den Ballon„Polonia“, gelandet in Finnland und den belgischen Ballon„Belgiea“, gelandet in SowjetRußland, etwa 1170 Klm. Von den drei deutschen Ballons hat der in Sowjet=Rußland gelandete Ballon„Deutschland“ mit etwa 960 Klm. den besten Platz. Der Ballon„Deutschland“ landete bei Duo, einem etwa 75 Kilometer von Leningrad entfernten Bahnhof. Die Landung war, wie Meldungen aus Moskau besagen, ziemlich hart. Die Ballonfahrer blieben jedoch unverletzt. Der neue Riesendampfer der Cunard=Linie wurde am Mittwochnachmittag in Clydebank bei Glasgow durch die Königin von England auf den Namen„Queen Mary“ getauft. Vor dem Taufakt hielt der König von England eine kurze Ansprache, in der er darauf hinwies, daß sich die englische Regierung in der Hoffnung auf eine baldige Besserung des Welthandels dazu entschlossen habe, den Riesendampfer, dessen Bau lange Zeit unterbrochen war, zu Ende zu bauen. Er erwarte, daß der neue Dampfer zur Vertiefung der Beziehungen zwischen Großbritannien und den stammverwandten Vereinigten Staaten und darüber hinaus zur Förderung des Friedens beitragen werde. Nach der Taufe leitete die Königin durch einen Druck auf drei elektrische Kontakte den Stapellauf des Riesenschiffes ein, der unter dem Jubel der etwa 250 000 Zuschauer glatt vonstatten ging. Die Hoffnungen von Millionen von Engländern sind auf das Schiff gesetzt. Wird es, so fragt man sich, sich als schnellster Dampfer erweisen und das der„Mauretania“ entrissene Blaue Band des Atlantischen Ozeans wiedergewinnen? Im Hafen von Southampton ist dieser Tage Alfred Kampf, der Sohn des berühmten deutschen Malers Professor Arthur v. Kampf eingetroffen, um die Suche nach einem Engländer aufzunehmen, der im Kriege in deutsche Gefangenschaft geraten war. Arthur von Kampf hatte im letzten Kriegsjahr vom Kaiser den Auftrag erhalten, von Vertretern aller Nationen, die gegen Deutschland kämpften, Bilder zu malen. Die Gefangenen, die als Modell dienten, wurden aus dem Gefangenenlager Döberitz in sein Atelier gebracht. Neben anderen Männern kam auch ein junger, großer Engländer, mit dem der Maler im Verlauf der Sitzungen Freundschaft schloß. Als das Bild endlich fertiggestellt war, mußte der Maler versprechen, sobald als möglich nach England zu kommen und dort sein Modell zu besuchen. Unglücklicherweise verlegte nun Arthur von Kampf die Adresse seines englischen Freundes. Die Bilder von den Gefangenen blieben nach der Revolution im Besitz des Malers. Als Professor Kampf kürzlich, anläßlich eines Umzuges, seine Bilder ordnete, fiel ihm wieder das Porträt Bereits viele Stunden vor dem Stapellauf hatten sich trotz des grauen regnerischen Wetters Tausende aus allen Teilen Englands an der Clyde angesammelt, um der Taufe des Schiffes beizuwohnen, dessen Bau, abgesehen von 4000 Arbeitern des Clyde, die unmittelbar daran beteiligt waren, einer Viertel Million Menschen auf den britischen Inseln Erwerb verschafft hat. Nicht weniger als 2000 Polizisten mußten hinzugezogen werden, um den Verkehr zu regeln und 3000 Sanitätsbeamte waren tätig. Innerhalb der Werft war eine besondere Unfallstelle eingerichtet. Der König und die Königin trafen in Begleitung des Prinzen von Wales um 14.51 Uhr auf dem Werftgelände ein und wurden von der Menschenmenge begeistert begrüßt. Der König, der die Uniform eines Admirals der Flotte trug, besichtigte vor dem Festakt eine Ehrenwache, die in den Werftanlagen aufgestellt war. Auch der Prinz von Wales trug Flottenuniform. Der Reichsarbeitsminister hat angeordnet, daß der zunächst auf den 30. September d. J. vorgesehene Ablauf der zurzeit als Tarifordnungen geltenden Werks=(Betriebs=)Tarifverträge im Bereich der öffentlichen Hand bis längstens zum 31. März 1935 verlängert wird. des Engländers in die Hände. Er entschloß sich, sein Versprechen unter allen Umständen einzulösen und ließ seinen Sohn mit dem Bild nach England reisen, der dort den Namen und die Adresse des Modells ermitteln und ihm das Porträt als Geschenk überreichen soll. Von dem ehemaligen Kriegsgefangenen ist nur bekannt, daß er ein Ingenieur war. Es ist aber anzunehmen, daß man ihn auffindet, sofern er noch am Leben ist, denn die englischen Zeitungen berichten in langen Artikeln über den deutschen Maler und sein unbekanntes englisches Modell. Vor einem Bergarbeiterstreik in Südwales? Londoner Blättermeldungen zufolge, sind die Verhandlungen zwischen den Bergarbeitern und den Zechenbesitzern von Südwales gescheitert. Es bestehe jetzt alle Aussicht auf einen Kohlenstreik am Montag, wenn die Kündigung der Bergarbeiter ablaufe. Die Bergarbeiter verlangen eine Lohnerhöhung von 20 bis 28 v. H. der Standardsätze. „Anwerbungen zu erleichtern...“ Italienische und belgische Saarpolizisten? Die Informationsabteilung des Völkerbundssekretariats veröffentlicht folgende Verlautbarung: Der Völkerbundsrat hatte durch eine Entschließung vom 4. Juni 1934 beschlossen, der Regierungskommission des Saargebietes seine volle Unterstützung zu gewähren für den Fall, daß diese es für nötig halten sollte, ausländische sonen anzuwerben, um durch sie die Polizei und die lokale Gendarmerie während der Abstimmungszeit zu verstärken. Am 3. September hatte der Ratspräsident in einem Rundschreiben auf Bitten der Regierungskommission den Mitgliedsstaaten des Völkerbundes empfohlen, dieser Kommission ihre Mithilfe zu gewähren, um die Einzelanwerbungen für die Polizei und die lokale Gendarmerie im Saargebiet zu erleichtern. Der Generalsekretär hat nun die Antworten einiger dieser Regierungen auf sein Rundschreiben erhalten. Die belgische Regierung teilte mit, daß sie bereit sei, Einzelanwerbungen unter geeigneten belgischen Staatsbürgern nicht zu verhindern „und gegebenenfalls zu erleichtern“. Die italienische Regierung hat erklärt, daß sie nicht verfehlen werde, der Regierungskommission des Saargebietes ihre Unterstützung zu gewähren,„indem sie im Gebiete des Königreiches die Verpflichtung italienischer Staatsbürger erleichtert". Die litauische Regierung hat geantwortet, daß die Vorschläge, die vom Rat angenommen seien, die volle Beachtung der litauischen Regierung gefunden hätten. Die schweizerische Regierung hat zunächst betont, daß die Gesetzgebung der Schweiz es schweizerischen Bürgern nicht verwehre, in fremden Polizeitruppen zu dienen. Sie hat aber aus Gründen der allgemeinen Politik und vor allem im Hinblick auf ihre Neutralitätspolitik den Wunsch geäußert, daß die Regierungskommission darauf verzichtet, in der Schweiz Einzelanwerbungen vorzunehmen. Folgenschweres Verkehrsunglück Drei Tote im Rheinland Auf der Provinziallandstraße Mechernich— Dormagen ereignete sich in der Nacht zum Mittwoch kurz vor Dormagen ein folgenschweres Verkehrsunglück. Ein mit sieben Personen besetzter Kraftwagen, dessen Führer wahrscheinlich, durch einen entgegenkommenden Kraftwagen geblendet, die Uebersicht über die Fahrbahn verloren hatte, raste in voller Fahrt gegen einen Straßenbaum. Zwei der Insassen, der Bezirksstellenleiter der NSV Dormagen, Emil Lauterborn, und der Kreiskassenwart der NSV Theodor Diebach=Neuß wurden auf der Stelle getötet, während ein dritter Mitfahrer, der Geschäftsführer der PO Dormagen, Werner Berg, kurz nach der Einlieferung in das Krankenhaus Dormagen an den Folgen der bei dem Unfall erlittenen schweren Verletzungen starb. Der Wagenführer blieb wie durch ein Wunder unverletzt, während die übrigen drei Insassen mit leichteren Verletzungen dem Krankenhaus Dormagen zugeführt wurden. Der Besuch der deutschen Journalistenabordnung in Polen hat seinen Abschluß erreicht. In Krakau fand eine große Abschiedsveranstaltung statt, bei der herzliche Ansprachen gewechselt wurden. Am Mittwochvormittag 11.22 Uhr verließen die deutschen Journalisten mit dem Berliner D=Zug Krakau. En Kriegegesungener wird gefacht v. Kampf läßt in England sein unbekanntes Modell suchen Der König der Manege Wie aus Haus Stosch der große Sarrasani wurde — Die Laufbahn eines Besessenen Wie schon schon berichtet, ist in Sao Paulo in Brasilien der berühmte deutsche Zirkusunternehmer Hans Stosch=Sarrasani gestorben. Die sterblichen Ueberreste dieses Königs der Manege, der in Südamerika vor allem viel Sympathien für Deutschland erworben hat. wurden an Bord des Dampfers„Sierra Revada“ gebracht, der Sao Paulo am Dienstag mit dem Ziel nach Deutschland verlassen hat. Die Tochter Sarrasanis, Frau Hedwig Brandt. begleitet den Toten in die Heimat. Sarrasant wird in Dresden seine letzte Ruhestätte finden. da, wo er eigentlich seine Laufbahn begonnen hot, und wo er einen eigenen festen Zirkusbau errichtet hat. Mit Sarrasani ist einer der berühmtesten und beliebtesten Wanderzirkus=Unternehmer der Welt aus dem grellen Scheinwerferlicht der Manege geschieden. Er war ein Mann. der mit seltener Tatkraft, unbeugsamer Energie und überragendem organisatorischen Talent ein Vergnügungsunternehmen aus dem Boden stampfte, das vielen hunderten Artisten aus aller Herren Länder Jahrzehnte hindurch Beschäftigung und auskömmlichen Lebensunterhalt. ungezählten Millionen Menschen Unterhaltung und Zerstreuung verschaffte. Sarrasani, der mit seinem wahren Namen Haus Stosch hieß, entstammte keineswegs einer zünftigen Artistenfamilie. Er war der Sohn eines wohlhabenden vosenschen Landbesitzers und genoß in seiner frühen Jugend eine sorgfältige Erziehung. Aber der früherwachte Hang zum Abenteurertum wirkte hemmend auf seine Studien und auch der Versuch des verzweifelten Vaters. seinen Jungen in einer kaufmännischen Lehre in Berlin untersubringen, endete— mit der Flucht des wanderlustigen jungen Mannes. Mit baren 50 Pfennig in der Tasche und einer kleinen Wegzehrung trabte er in einer Kürmischen Winternacht in die ungewille Zunkunft. Doch die kleine Barschaft reichte nicht welt. Nach wenigen Tagen bringt ihn das Schicksal mit einem Wanderzirkus zusammen. Mit dem letzten Sechser läßt er sich von einem kleinen Stalljungen in die Bude schmuggeln. Der Stallbursche Am frühen Morgen weckt ihn des Lebens rauhe Wirklichkeit. Nach Hause will er auf keinen Fall mehr, so läßt er sich denn„als Stallbursche bei freier Kost ohne Lohn“ in der Wanderschau der Witwe Klotzer anheuern. Von klein her schon Zirkusenthusiast und noch größerer Tierliebhaber, avanciert er bald zum„Tierpfleger“, und sein mutiges Benehmen bei der Bergung eines entsorungenen Löwen, wo er ein Kind rettete, macht ihn zum besserbesoldeten„Stallmeister" Bald kann er von dem ersparten Geld einen Affen und einen Esel anschaffen, die mit seinen beiden Straßenkötern, die er unterwegs auflas. in seiner freien Zeit zu einem lustigen Ensemble dressiert werden— und eines Abends hat der kleine Zirkus eine neue Nummer:„Clown Sarrasani mit seiner lustigen Familie“. Clown Sarrasani Die Nummer schlägt mächtig ein, denn StoschSarrasani ist nicht bloß ein glänzender Tierlehrer, sondern auch der geborene Komiker. Nun kommen Bären, Ziegen, Schweine und sogar Ratten zu der bunten Gruppe, die alles machen, was ihr Meister will: sie schlagen Saltos, sie laufen am Drahtseil, sie kutschieren und svielen Zither— und der junge Sarrasani, der schon längst als„Große Attraktion“ ganz Europa bereist, wird zum gefährlichsten Konkurrenten des zu jener Zeit weltberühmten russischen Clowus Anatole Durow. Damals war es, daß er in einem Sommervarieté in Dresden— seinen Vater als Zuschauer nach vielen Jahren wiedersah. Traurig und ernst sab dieser der Arbeit seines Sohnes zu und das erste Wort, das er nach Schluß der Vorstellung zu seinem„mißratenen" Jungen sprach, war:„Haus. du brauchst Geld—?“ Da zog der Sohn seine gefüllte Brieftasche nebst einem auf eine hobe Summe lautenden Sparkassen= buch hervor und hielt sie stols seinem„alten Herra“ unter die Rase. And dann meinte enz„In dieler Stunde gelobe ich dir, daß ich hier in Dresden noch etwas schaffen werde, das dem Namen der Stosch' Ehre machen wird.“ Vorläufig aber zog Sarrasani noch mit eigenen Dressuren von Affen, Gänsen, weißen Ratten, Katzen und dergleichen durch ganz Europa, hatte große Erfolge und Gagen bis 2000 Mk. im Monat. So wurde die„größte Schau der Welt“ Noch in jungen Jahren gelang es ihm aber dann, bei einem Zirkuskonkurs in Aachen sieben Pferde zu kaufen. Er begründete seinen Wohnsitz in Radebeul bei Dresden, erwarb sich ein eigenes Zelt und konnte als 29jähriger im April 1902 mit drei Wagen und fünf Pferden in Meißen zum erstenmal als Zirkus Sarrasani auftreten. Schon bei Beginn hatte er Unglück. Bei der Eröffnungsvorstellung vernichtete ein Sturm dus Zelt. Aber er arbeitete weiter und es gelang ihm. nach Erwerbung der Tierbestände des Zirkus Busch in Berlin und des historischen Kostümfundus des Zirkus Schumann in Berlin sein Unternehmen gewaltig zu vergrößern. Bei Kriegsausbruch hatte er bereits 211 europäische Städte besucht. Nach diesen langjährigen Wanderfahrten mit eigenem Zirkus, der von Jahr zu Jahr an Pooularität und Umfang zunahm, der sämtliche Weltteile bereiste und seinem Begründer und Leiter zahllose Erfolge, Ehrungen und, nicht zuletzt. Reichtum brachte, ließ Stosch=Sarrasani in Dresden einen stabilen Zirkuspalast mit einem Fassungsraum für 5000 Personen bauen, der in seinen Mauern unübertreffliche zirzensische Vorführungen gab. Nach dem Krieg durchlief sein Unternehmen die merkwürdigsten Schicksale, nachdem im Feldzug selbst seine Pferde und Elefanten Kriegsdienste verrichtet hatten. Er baute wieder auf. ging nach Uebersee, versuchte sich auch in Europa. Manches Mißzgeschick wielte ihm mit, aber immer wieder, oft mit den seltsamsten Reklamemetboden, suchte er das Schicksal zu meistern. Der unermüdliche Arbeiter Sarrasani arbeitete auch in der Tat vom krühesten Morgen bis in die tiefe Nacht. Wenn die Zirkusstadt Unost ichen im Dunkein lag, Jeuchtete noch immer Licht aus seinem Wohnwagen, der inmitten des Platzes stand. Er genoß stets das uneingeschränkte Vertrauen und die ehrliche Zunetgung bei Artisten und Arbeitern. Ebenso stark war seine Macht und seine Gewalt über die Tiere. Man erzählt sich, daß er eines Nachts, da die Löwen durch ihr Brüllen, gegen das die Wärter machtlos waren, und das seinen kargen Schlaf störte, wutentbrannt aus dem Bett sprang. das Wagenfenster aufriß und in die finstere Nacht brüllte: „Ruhe, ihr Luder! Hassan am Platz!“ Und siehe da. Mit einem Schlag ward's mäuschenstill im Löwenkäfig: Die geliebte und gefürchtete„Stimme ihres Herrn“ war den Rubestörern in die Glieder gefahren! Jetzt hat in Südamerika. bei einem neuen Versuch, den alten Glanz wiederberzustellen, der Tod den unermüdlichen Mann zur Rube gezwungen. Am Grab der Schwester gestorben Am Mittwochvormittag ereignete sich auf dem Stolberger Friedhof bei der Beerdigung einer Frau ein tragischer Zwischenfall. In dem Augenblick, als der Priester vom offenen Grabe zurücktrat, um den Verwandten Platz zu machen, erlitt die Schwester der Toten einen Schlaganfall. Der Priester und ein im Trauergefolge anwesender Sanitäter bemühten sich um die Ohnmächtige, die einige Minuten später infolge Gehirnschlages verschied. Flugzeugträmmer an der englischen Küste grfenden An der englischen Moeresküste, 5 Klm. von Holyhead, wurde am Dienstagabend die Tragfläche eines Flugzeuges gefunden. Das Luftfahrtministerium bemüht sich, die Herkunft der Maschine auf Grund der auf der Tragfläche verzeichneten Ziffern und Buchstaben zu erbenenn. König Fuad von Aegypten hat aus Gesundheitsrücksichten seinen Staatebesuch in Boiederiend vrifheben. 2½ BV. r. 226(Zweites „Schwerter Zeitung“ Donnerstag, 27. September 1934 S e esut Soihrnrmeie Euu ir Gngoa Seshh Schwerte(Ruhr), Donnerstag den 27. Sept. 1934 Cagesspruch Wer offenen Sinnes ist, findet stets Genossen; Und man verschließt sich dir, bist du verschlossen. Aus dem Persischen. Die Zeitlose Wenn sich die ersten feuchten Herbstnebel über die Niederungen legen, dann erhalten auch die Wiesen zugleich ihren letzten, ebenso reizenden, wie eigenartigen Blumenschmuck. Dann erhebt die Herbstzeitlose ihre zartgefärbten, edel gebauten Flütenkelche über die kurzen, von glitzernden Geweben behangenen Grashalme, auf denen die Sonne immer kürzere Zeit täglich ruht, nachdem der Sommer seinen Abschied genommen hat. Die Nächte sind lang und kühl geworden. Und darum haben es wohl auch die Sommerblumen eilig gehabt, die welk ihre Köpfchen hängen, um zu schlafen, bis sie ein neuer Frühling wieder zum Grünen und Blühen einladet. Nur die Herbstzeitlose scheint nicht zu merken, daß alles um sie herum ausruhen will und sprießt empor, als ginge es dem Lenz, nicht aber dem rauhen, grimmigen Winter entgegen. Träumerisch scheint sie ihre Zeit vergessen zu haben. Diese auffällige Abnormität hat wohl auch Anlaß zu ihrer Bezeichnung gegeben, wie sich ja auch der Volksmund den Hergang dieses Vorganges in der Natur in poetischer und sinnreicher Weise erklärt. Als die Jahreszeiten vor Gott traten, um ihren Anteil am Werden und Vergehen in der Natur zu empfangen, da bekamen sie alle auch eigenen Blumenschmuck. Selbst der Winter erhielt zu seinen Eisblumen, die er sich selbst gemalt hatte, die unter dem Schnee blühende weiße Schneerose und den gelben Winterling. Schließlich hatte nur der Herbst auf eigenen Blütenschmuck verzichten müssen, weil der Winter drohte, jede Blume des Herbstes zu töten, noch ehe sie ihre Frucht ausreifen könne und sonach dann sterben müsse. Dazu wollte sich aber keine entschließen. Denn aussterben wollten sie alle nicht, und so zogen sie sich alle in den blumenreichen Sommer zurück. So stand der Herbst allein da, ohne Blumen verstummt in höchster Betrübnis, ob solchen Undankes, da er doch die ganze Erde mit seiner Fruchtfülle überschüttete und jegliche Frucht des Sommers reifte. Da trat der Frühling an eine seiner schönsten Blumen heran und überredete sie, dem Herbste zu folgen, damit er nicht so einsam seine Zeit verbringen müsse. Er riet ihr, sich beim Herannahen des Winters, der ja sein grimmigster Feind sei und mit dem er alljährlich einen harten Kampf auszufechten habe, in den Schutz der Mutter Erde zu begeben, sobald aber seine Zeit kommen würde und er das Regiment übernehme, dann wollte er sie zuerst wieder wecken aus dem Winterschlafe. Auch der Sommer redete ihr zu und versprach, ihre Frucht zu reifen, damit sie nie dem Untergange geweiht sein könne. So schloß sich dieses Blümchen vertrauensvoll dem Herbste an, der ihm zum Schutz einen scharfen Saft gab, damit die Menschen es nicht anfassen, die Tiere nicht fressen sollten. Vor dem Winter aber fürchtete sich das Blümchen nicht und zog sich vor ihm in den Schutz der Erde zurück und so ward es die „Zeitlose“, die im Herbste blüht, im Frühling Blätter trägt, ihre Frucht im Sommer reift. Sie paßt gut zu den Herbstnebeln, zu den müden Sonnenstrahlen, den Herbstfäden und dem kühlen Fächeln des Windes; echt herbstlich deutet sie mit ihrer zarten Farbe die Vergänglichkeit an in der Sterbezeit des Jahres. Das kluge Vieh läßt auf der Weide die Herbstzeitlose stehen und schiebt selbst deren trockene Blätter zurück, wenn sie sich doch in die Stallfütterung verirren sollten. Diese letzte Zierde des Herbstes ist also durchaus gefährlich! Vom Wetter Der Kölner Wetterflieger stößt bereits in 1700 Meter in die Warmluft und meldet somit von hier einen Temperaturanstieg bis 9 Grad gegen gestern. Die Warmluftmassen veranlassen über Großbritannien verbreiteten Regen. Das Schlechtwettergebiet zieht sich von der Südostseite des Islandwirbels gegen Skandinavien vor, so daß es später auch Westdeutschland berühren wird. Wetteraussichten für Donnerstag: Frische üdwestliche, später westliche Winde, vorwiegend stark wolkig und anfangs strichweise Regen oder Regenschauer, etwas wärmer. Wetteraussichten für Freitag: Nach strichweise heiterer und kühler Nacht tagsüber wechselnd bewölkt, bei meist südwestlichen Winden vorwiegend trocken. - Erntedankfest in Schwerte. Das Programm für das Erntedankfest in Schwerte am Sonntag, den 30. September, liegt nunmehr fest. Die Veranstalter sind der Ortsbauernstand und die Ortsgruppe der NSOAP. Der Tag, wird eingeleitet durch Gottesdienste beider Konfessionen. Während der Mittagszeit finden Platzkonzerte statt. Am frühen Nachmittag versammeln sich alle Volksgenossen und Formationen, dazu sämtliche Betriebszellen auf dem Sportplatz an der Hagener Straße und formieren sich zum großen Festzug, der durch die Stadt führt. Anschließend gegen 4 Uhr findet im„Reiche des Wassers“ die Erntedankfeier für alle Volksgenossen statt. Der Musikzug der SA=Standarte 329 wird konzertieren und nachher zum deutschen Erntetanz ihre Weisen erklingen lassen. Ausflug der NS. Frauenschaft(Unterstadt) nach Geisecke. Am Dienstag unternahm die NS. Frauenschaft(Unterstadt) unter Leitung von Frau Moll einen Ausflug. Mittags 2 Uhr hatten sich im„Reiche des Wassers“ 79 Frauen aller Volksschichten und 21 Kinder eingefunden. Die Wanderung führte zu Eichmann in Geisecke. Dort wurde am geschmückten Tische Kaffee getrunken. Der Kuchen war größtenteils gestiftet. Die Kinder führten unter Anleitung von Frl. Lindemann unvorbereitete nette Spiele auf. Die Stimmung wurde noch durch gemeinsam gesungene fröhliche Lieder erhöht. Auch manche Frau gab in ungezwungener Weise einen kleinen Vortrag zum besten. Auch die Dialektdichtung kam zu ihrem Recht. Frau Moll sprach das Schlußwort. Dann wurde das Deutschlandlied und das Frauenschaftslied gesungen. Der Volksgenossin Frau Eberling, die kürzlich Silberhochzeit feiern konnte, wurde noch ein umrahmtes Bild mit einem Spruch aus der Rede, die der Führer in Königsberg gehalten hat, überreicht. Abends bald nach 7 Uhr kehrten die Frauen voll befriedigt von dem Ausflug heim, hatte man doch Entspannung gehabt und war man doch in volksgemeinschaftlichem Sinne beisammen gewesen. : Die Zahlung der Militärversorgungsgebührnisse findet am Samstag, dem 29. September 1934, beim Postamt statt. Unser aktueller Bilderdienst zeigt in dieser Woche folgende neue Photos: Ritter v. Epp und die Münchener Bevölkerung feiern gemeinsam das Oktoberfest; Das Festungsregiment von Namur erhält eine neue Fahne; Tschechoslowakische Soldaten maskieren ihre Feldhaubitzen; 260 Bergleute Opfer der furchtbaren Grubenkatastrophe in England; Im Einzelkampf Rivalen, im Doppel gemeinsame Sieger: Das deutsche Saint=Léger in Berlin=Hoppegarten; Rekordsieg der deutschen Leichtathleten über Frankreich; Großstadtkinder der Industriegebiete gesunden im Landjahr an Körper und Geist; Feierliche Amtseinführung des Reichsbischofs in Berlin. Schwerter Kommunisten vor Verurteilung wegen Vorbereitung zum Hochverrat gagen, 26. Sept. Im Schwurgerichtssaal des Hagener Landgerichts tagte seit Montag der Sonderstrassenat des Oberlandesgerichts Hamm. Angeklagt waren wegen Vorbereitung zum Hochverrat, wegen verschiedener Waffenvergehen und verbotener Zugehörigkeit zum Rotfrontkämpferbund 34 Kommunisten aus Hagen und Umgebung, darunter 12 Kommunisten aus Schwerte=R. Das Urteil konnte gegen den Hauptangeklagten Willi Gramiuski auf zwei Jahre Zuchthaus. Weitere 21 Angeklagte erhielten Gefängnisstrafen von 11 Monaten bis zu zwei Jahren drei Monaten; acht Angeklagte wurden freigesprochen und bei vier Angeklagten wurde das Verfahren eingestellt auf Grund des Straffreiheitsgesetzes. der Schwerter, Ergster u. Westhofener Lehrgunge un Reitungrsustonnmien Schwerte, 27. Sept. Die Krone der Schwimmkunst ist das Rettungsschwimmen. Jeder Sportsmann(auch jede Sportlerin) sollte die Erlernung des Rettungsschwimmens als eine Selbstverständlichkeit betrachten. Leider stehen trotz der intensivsten Propagandarbeit der Deutschen LebensRettungs=Gesellschaft noch Millionen abseits; selbst unter Turnern und Sportlern gibt es noch viele, die weder schwimmen noch retten können.„Man kann sich heute“, sagt Paul Kellner,„keinen Meister des grünen Rasens und der Aschenbahn vorstellen, der achselzuckend seines Weges geht, wenn ein Mensch mit den Wellen des nassen Todes ringt.“ In den letzten Jahren hat sich auch die medizinische Wissenschaft wieder mehr mit der Frage des Ertrinkungstodes befaßt. Für den Sportarzt ist daher die Beschäftigung mit dem Ertrinkungstode naheliegend, um so mehr, als die Pflege des Rettungsschwimmens neben dem übrigen Wassersport geeignet ist, das allgemeine Niveau der Schwimmkunst zu heben. Daher ist das Rettungsschwimmen auch als eine wertvolle Bereicherung der Leibesübungen anzusehen. * Aus diesen Erwägungen heraus war es sehr zu begrüßen, daß bei dem gestrigen Abschlußabend der diesjährigen Lehrgänge im Rettungsschwimmen, die in Schwerte, Ergste und Westhofen erfolgreich durchgeführt wurden, ein Arzt als Vortragender vom Bezirk 9, Iserlohn Stadt und Land, des Landesverbandes Westfalen e. V. der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft nach Schwerte geschickt wurde. Der Abschlußabend fand im Schwerter Hof statt. Lehrscheininhaber Kamecke konnte in seinen Eröffnungsworten neben den Mitgliedern des Schwimmvereins und den Kursusteilnehmern aus Westhofen, Ergste und Schwerte, auch eine Anzahl Kameraden vom Freiwilligen Arbeitsdienst Ergste, die ebenfalls erfolgreich am Kursus teilgenomen hatten, die Sanitätskolonne Schwerte, die Sanitätsmannschaft der Hitlerjugend vom Unterbann 1/136 und Vertreterinnen des BdM. begrüßen. Kamecke wies darauf hin, daß die DLRG. im Sommer 1932 im Ruhrtal festen Fuß gefaßt habe. Im Wellenbad Geisecke sei auch in diesem Sommer ständig eine Rettungswache eingerichtet worden. Im vorigen Jahre seien allein 9 Personen vom Tode des Ertrinkens gerettet worden. Sodann ergriff der vom Bezirk beauftragte Arzt, Dr. Wethmar=Iserlohn, das Wort zu einem Aufklärungsvortrag, der durch Lichtbilder seine Erläuterung fand. Der Redner behandelte an Hand eines Schemas den Blutkreislauf und ging dann auf die Atmung ein. Man erfuhr, daß der Tod im Wasser in den allgemeinsten Fällen nicht durch Ertinken, sondern durch Ersticken eintritt. In längeren Ausführungen wurden alle Wiederbelebungsmaßnahmen(Vorbereitung, künstliche Atmung, Handbeatmungsverfahren nach den verschiedenen Methoden) durchgesprochen. In kurzen Zügen machte der. Redner die Zuhörer mit den Apparaten zur Rettung und Wiederbelebung Ertrunkener bekannt. Den 2. Teil des Vortrgasabends„Das. Rettungsschwimmen“ behandelte in kurzen Zügen Lehrscheininhaber Kamecke. Die einzelnen Punkte waren: Transportschwimmen, Rettung aus Strömung, Rettung vom Boot aus, die verschiedenen Rettungs= und Befreiungsgriffe, das Tauchen nach dem Untergegangenen, die Landung des Geretteten, die Maßnahmen bei Massenunfällen und bei Eisunfällen. Der stark besuchte Aufklärungsabend klang aus mit einem Sieg=Heil auf den Führer. Die Namen der Rettungsschwimmer, die ihre Prüfung bestanden haben, werden noch bekanntgegeben. Vom Schwerter Wochenmarkt Der gestrige Mittwoch=Markt war zwar vom Wetter begünstigt, wies aber einen recht geringen Besuch auf. Die Kaufkraft ist am Monatsende schwach. So blieben denn größere Bestände unverkäuflich. Nachdem die Ernte für die Spätkartoffeln freigegeben ist, werden die Zufuhren immer stärker. Auch die Vorräte an frischem Obst sind sehr erheblich. Die Pflaumen erscheinen schon in kleineren Mengen, und Pfirsiche und Brombeeren neigen sich ihrem Ende zu. Dagegen erscheinen Apfelsinen, Feigen und Ananas. Die Eier sind infolge der Abnahme der Legetätigkeit unserer Hühner recht knapp geworden und im Preise gestiegen. Im einzelnen stellten sich die Preise für ein Pfund in Pfennigen wie folgt: Gemüse: Rotkohl 8—10, Weißkohl 5—8, Butterkohl 10, Wirsing 8—10, Einmachbohnen 15—25, Salatbohnen 10—25, Wachsbohnen 20, Wollbohnen 15—18, Möhren 5—8, Endivien 5—12, Spinat 6—8, weiße Rüben 10, Stückrüben 8—10, Rhabarber 5, Karotten 6—10, Kürbis 5, Zwiebeln 10—12, Perlzwiebeln 18. Knoblauchzwiebeln 2—3 Stück 10, Schalotten 18, Kopfsalat Stück 5—10, Laibacher Eissalat Stück 5, Blumenkohl Stück 20—40, Sellerie Stück 5—20, Kohlrabi Stück 5—10, Salatgurken Stange 15—30, Einmachgurken Pfund 10 bis 20, Porree Stange 2—10, Meerrettich Stange 10—30, Bierrettich Stange 5—15, Pfifferlinge 75, Champions 65, Stielmus Bund 5 bis 10, Radieschen Bund 5—15.— Kartoffeln: Je 10 Pfund Julinieren 50, gelbe Industrie 48, blaue Odenwälder 43 Pfg. Obst: Aepfel 5—25, Birnen 5—20, Pflaumen 18—20, Weintrauben 25—30, Brüsseler 45, Ananas 120, Feigen 25, Brombeeren 35, Preißelbeeren 15—30, Tomaten 8, Bananen 15—20, Walnüsse 25—35, Kokosnüsse Stück 20, Zitronen Stück 5—7, Apfelsinen, brasilianische. Stück 10—15 Pfg. Fleischwaren: Rindfleisch 50—75, Kalbfleisch 60—100, Hammelfleisch 65—75, Schweinefleisch 75—90, Koteletts 85—90, Pökelfleisch 20—70, Speck 75—100, Flomen 80 bis 90, Schmalz 110, Nierenfett 30—50, westf. Knochenschinken 120—140, Rollschinken 130 bis 140, Plockwurst 120—140, Bratwurst 80—90, Jagdwurst 80—90, Leberwurst 60—100, Mettwurst 90—120, Blutwurst 40—80 Pfg. Fische: Schellfisch 25—40, Kabeljau 35 bis 40, Rotbarsch 25—35, Seelachs 25—30, Filet 40, neue Kieler Bückinge 40, grüne Heringe 15—20 Pfg., neue Vollheringe, 16—20 Stück, 1 Mark. Eier: Je nach Größe 9—13 Pfg. Vollfetter Käse: Pilzkäse 1,40 bis 1,70, Schweizer 90—100, Emmentaler ohne Rinde 90—1000, Holländer 70—100, MaiGouda 100—110, Tilsiter 80—90, Edamer 70 bis 80, Allgäuer 50—80, Butterkäse 120 Pfg. 2 neue Komane. bringt Im Oktober die„Schwerter Zeitung“ „Das Rätsel von Torsten“ u. „Die Siegerin“ e Aus der Bewegung RS. Frauenschaft Schwerte. Heute Gymnastikstunde bei Brösecke(früher Stadtkeller). Gruppe 1 von 20—21 Uhr, Gruppe 2 von 21—22 Uhr. * NS6.„Kraft durch Freude“ Unsere Fahrt ins Ahrtal kann nun endgültig steigen! Was lange währt wird endlich gut! Dafür aber doppelt schön! Fortdauernde Terminschwierigkeiten veranlaßten mehrfach ein Verschieben dieser Fahrt ins Ahrtal. Diese Schwierigkeiten sind jetzt restlos beseitigt, ja, die Fahrt wird besonders schön durch die Teilnahme am Winzerinnen= und Erntedankfest in Altenahr! Wie früher schon angegeben, beginnt die Fahrt Samstag nachmittags, während die Rückfahrt Sonntags am Spätnachmittag erfolgt. Am 6. und 7. Oktober werden wir diese Fahrt veranstalten, und jeder Volksgenosse, der daran teilnimmt, wird, von ihrem Verlauf befriedigt, mit Freude zurückkehren an seinen Arbeitsplatz. Der Preis für die Teilnahme stellt sich, wie früher angegeben, auf RM. 8.20. Dafür wird geboten: Fahrt mit Sonderzug nach Altenahr und zurück; Gute und reichliche Verpflegung, bestehend aus einem Abendessen, Frühstück und Mittagessen. Sonntag mittag gibts einen großen Festzug der Winzerinnen. Im historischen Festzug wird zu sehen sein: Saujagd der alten Deutschen in der Eifel! Samstags abends gemütliches Treiben bei allen Winzern. Es ist Gelegenheit zur Besichtigung von Weinkeltereien gegeben. Wer mitfährt bringe viel Humor mit. Nun werbt alle tüchtig für diese Fahrt. Meldungen erfolgen bei der Ortsgruppe„Kraft Tagerinn für dis Anter Westhosen und Ergste Westhofen, 26. Sept. Kontrolle der Wohlfahrt verwerbslosen. Am Donnerstag, den 27. September, nachmittags von 4 bis 5 Uhr wird' am Arbeitsamt in Schwerte eine Kontrolle sämtlicher Wohlfahrtserwerbslosen aus den sieben Gemeinden des Amtes Westhofen abgehalten. Ergste, 27. Sept. Festfolge für das Erntedankfest. Der Sonntag beginnt mit des Festgottesdienst, an welchem sich sämtliche Gliederungen der NSDAP., sowie der hiesigen Vereine mit ihren Fahnen beteiligen werden. 13.45 Uhr: Antreten zum Festzug auf dem Sportplatz Bürenbruch. Von dort Abmarsch des Zuges in Richtung Kreuzschlenke, Steinberg, Knapp, Arbeitslager, Schwerter=, Offerbach=, Unterdorf=, Ruhrtalund Kirchstraße zum Schulplatz. Eintreffen gegen 15.30 Uhr. Auf dem Schulplatz Ansprache des Ortsbauernführers mit Ueberreichung des Erntekranzes. Anschließend: Anhören der Rede des Führers vom Bückeberg. Shne Sritr Märsch Ein Roman aus den Kampfjahren 1929 bis 1932 von Heinz Friedrich Kamecke. 137. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Hastig holt Stüwen die Kübelpost heraus. In fiebernder Erregung liest er:„Ich bin soweit. Anbei Uhrfeder zum Durchsägen. Zwei Gitterstäbe genügen. Gemeinsamer Ausbruch Nacht vom Samstag zum Sonntag nach Kontrolle zwei. Falls Wachhund anschlägt, Faust in den Rachen oder Schlag auf Nase. Dich melden mit Doppelpfiff. Draußen Piet und Krischan verständigt. Vernichte Zettel! Sei vorsichtig beim Sägen. Antwort durch Kübelpost erwartet Rudi.“ Stüwen steht wie elektrisiert. Die Uhrfeder liegt noch im Kübel. Er nimmt sie an sich und deckelt das Gefäß zu. Es wird ihm sofort klar, daß hier eine Verwechslung vorliegen muß; denn er kennt keinen Mann namens Rudi. Er hält das winzigge Ding auf dem Handteller. Das Herz einer Uhr will mich befreien, denkt er. Seltsame Bestimmung der Dinge! Die Versuchung bedrängt ihn. Er prüft das Für und das Wider eines Ausbruchs. Mit seiner ganzen Vorstellungskraft kniet er sich in den Fluchtplan. Solange ich noch Zivil trage, überlegt er, ist die Flucht leicht durchzuführen. Aber wie komme ich mit Anke zusammen, ohne wieder gleich aufgegriffen zu werden? Der Staat will mich doch unschädlich machen und wer weiß, welche Gefängnisstrafen mir noch drohen. Ich habe nichts zu verlieren, redet er sich ein. Fängt man mich ab, bekomme ich Arrest. Das ist auszuhalten. Man wird ja nicht gleich auf der Flucht erschossen werden. In der Einsamkeit der Haft werden seine inneren Sinne immer mehr aufgestört. Gegen Mitternacht ist es ihm, als ob ein Geist durch Nach Beendigung der Rede Auflösung des Umzuges und Abmarsch zu den einzelnen Lokalen, woselbst deutscher Tanz den Tag beschließt. Ergste, 27. Sept. Aufgebot. Es bestellten das Aufgebot: Handlungsgehilfe Wilhelm Waldemar Tillmann, Steinberg, und Elfriede Wilhelmine Margarete Jonassohn in Hohenlimburg, Heidestraße 69. Ergste, 27. Sept. Kartoffeldiebe. An einem der letzten Tage wurden 4 Personen aus Dortmund=Hörde dabei angetroffen, wie diese mittels Hacker Kartoffeln aus der Erde scharrten. Die Kartoffeln gelangten zur Beschlagnahme und wurden dem rechtmäßigen Besitzer wieder zugestellt. Rheinen, 26. Sept. Arbeitsbeschaffung. Die REW läßt die alten Leitungsdrähte innerhalb des Dorfes Rheinen entfernen und in Kupferleitungen legen. Auch hat das Werk die alten Masten durch neue ersetzen lassen. die verschlossene Tür zu ihm hereintrete. Deutlich sieht er ein Schattenbild. „Ist da jemand?“ fragt er halblaut. Er erschrickt vor seiner eigenen Stimme. Er will das Licht anzünden. Ein Griff nach der Wand. Kein Schalter da. Er springt auf, wischt sich den Schweiß von der Stirn, trinkt Wasser aus dem Krug, legt sich wieder auf die harte Pritsche. Langsam dämmert er ein. Plötzlich pocht es an der linken Wand. Wie ein vom Blitz Gestreifter schießt Stüwen hoch. Im Halbdunkel taumelt er zur Tür. Wieder klopft es leise. Eine unklare Vorstellung jagt ihn zum Fenster. Er nimmt einen Schemel und packt die feuchten Gitterstäbe an. Mit angehaltenem Atem lauscht er. Die Klopfzeichen nehmen an Stärke zu. In der Stille der Nacht hört sich das dringende Pochen beängstigend an. Stüwen erwidert die Klopfzeichen, ohne die Mittel dieser Verständigung richtig anwenden zu können. Der Zellennachbar verstummt. Plötzlich hört Stüwen ein Geräusch am Fenster. Er preßt seinen Kopf gegen das Gitter und lauscht angestrengt. Da flüstert es von links.„He, Nachbar auf siebenundachtzig! Du hast meinen Kübel! Sieh mal nach der Nummer! Ich warte.“ Stüwen steigt vom Schemel, schleicht zur Tür. Sein Kübel hat die Nummer achtundachtzig. Die Flurwärter haben die beiden Kübel vertauscht. Der Gefangene flüstert nach nebenan:„Hast recht. Ich habe deinen Kübel.“ „Mensch, da war Klosettpost für mich drin.. daß du da nicht raufsch... Heb das auf! Ich brauche die Feder doch. Wickel das Ding ein, hörst du...“ „Ich verstehe...“ „Schick mir das morgen früh als Kübelpost zu, verstanden? Sag dem Flurwärter Bescheid, aber stikum. Bornemann sen. Der rührige MGV. „Eintracht“, Ergste verstand es, unter der sicheren Stabführung seines Dirigenten PetersSchwerte, die stattliche Zuhörerschaft durch den wirkungsvollen Vortrag schöner Chöre in den Bann zu ziehen. Herzlicher Beifall belohnte die Darbietungen. Als Abschluß zeigte unter der Leitung des Turnwarts Adolf Batze die aus zehn tüchtigen Turnern bestehende Männerriege am Reck ausgezeichnete Leistungen. Es wurden die schwierigsten Uebungen von einigen Turnern vorgeführt. Stark war der Beifall des Publikums. Nach dem offiziellen Programm ergab sich die Jugend und jeder ältere, der sich noch jung fühlte, dem Tanz. So wurde das Jubelfest der Ergster Turn- und Spielvereinigung beendet. Mögen die nächsten 50 Jahre dem Verein eine gedeihliche Weiterentwicklung bringen! Aus dem Nachbargebiet Hörde, 27. Sept. Die Hörder Eisenbahnbrücke ist nun fast vollständig renoviert worden. Gestern wurden die letzten Gerüste entfernt. Man ist jetzt mit Anstrichsarbeiten an den südlichen Drahtzäunen beschäftigt. Außerdem wird der untere Teil noch angestrichen. In einigen Tagen wird die Brücke endgültig fertiggestellt werden. Hörde, 27. Sept. Bayernhilfszug kam durch Hörde. Am Dienstag fuhr der Bayernhilfszug durch Hörde. Von Köln kommend, bewegte sich die Wagenkolonne über die Verbandsstraße in Richtung Berghofen. Das Ziel des Bayernhilfszuges ist der Bückeberg. Hier soll der Hilfszug während der Feierlichkeiten anläßlich des Erntedankfestes die teilnehmenden Volksgenossen verpflegen. Trotzdem die Verbandsstraße im allgemeinen nur wenig belebt ist, hatten sich viele Zuschauer eingefunden, um diese vorzüglich ausgerüstete Wagenkolonne zu bewundern. Weihe der Friedhofskapelle in Holzwickede Holzwickede, 24. Sept. Nun hat auch die Gemeinde Holzwickede ihre Friedhofskapelle. Schon bei der Schaffung des Kommunalfriedhofs im Jahre 1906 wurde der Bauplan erwogen. Dem tatkräftigen Zufassen der nationalsozialistischen Gemeindevertretung unter Führung des Gemeindeschulzen Spring blieb es nun vorbehalten, den jahrelangen Wünschen der Holzwickeder Bürger Ausdruck und Gestalt zu verleihen, indem sie der würdigen Aufbahrung ihrer Toten und gleichzeitig dem Gedächtnis ihrer im Kampf um Deutschlands Größe und Freiheit gefallenen Söhnen eine würdige Stätte bereitete. Am Sonntag wurde die Friedhfos= und Gedächtniskapelle durch einen Weiheakt ihrer Bestimmung übergeben. Kurz nach 5 Uhr betrat der Zug der Gemeindevertretung, an seiner Spitze der Gemeindeschulze Spring, unter den Klängen eines Beethovschen Trauermarsches, gespielt von der Kapelle des SA=Musikzuges Ißbrücker, den Friedhof. Im Zuge selbst befanden sich auch die Spitzen der SA und PO, die Vertretungen der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde sowie deren Pfarrer, der Männergesangverein Holzwickede sowie die Klaus Stüwen kriecht wieder auf sein Lager zurück. Der Zufall hat ihm das kleine Ding in die Hand gespielt. In einer Nacht, sagt er sich, kannst du den Gitterstab nicht durchsägen, und dein Nachbar wartet auf das das Ding. Du kannst es ihm nicht vorenthalten. Und wenn es ein Mörder ist? Bist du nicht verpflichtet, dessen Flucht zu vereiteln? Zweifel rennen ihn an. Die Gedanken quälen ihn. Am Morgen ist er soweit, daß er seinen Fluchtplan aufgibt. Er klemmt die Post zwischen Kübelrand und Deckel und gibt dem Flurwärter, als die Nachtgeschirre hinausgestellt werden, einen heimlichen Wink. Seine Hand weist auf das Gefäß, sein Kopf macht eine Vierteldrehung nach links. Der Kalfaktor kneift das rechte Auge zu. In der Nacht von Samstag auf Sonntag liegt Stüwen auf der Lauer. An den Schläfen hämmert das Blut. Sein Herz pocht so heftig, als gehe ihn die Sache unmittelbar an. Seiner Hellhörigkeit entgeht kein Laut. Für jedes Geräusch findet er eine Erklärung. Es klirrt, es schlägt dumpf auf, ein Hund schlägt an, ein Röcheln, ein Doppelpfiff——— Stüwen sieht mit den Ohren—— Ein schrilles Geräusch. Alarm. Poltern. Schüsse. Peng=peng=peng. Es klatscht gegen ein Mauer. Offenen Mundes wartet Stüwen auf den Aufschrei——.— Statt dessen: Laute Worte, Fluchen, Schlüsselgerassel, Freudengeheul der Gesangenen. Also, es geht, sagt sich Stüwen. Wenn du gewollt hättest, könntest auch du jetzt frei sein. Es fragt sich nur, wie lange. Selbstbefreiung ist straflos, zieht nur Arrest nach sich——— Bei der Freistunde flackert Schadenfreude auf den Gesichtern der Gefangenen. Alle im Bau wissen Bescheid: Zwei sind türmen gegangen. Holzwickeder Bürgerschaft Alsdann über ab der Erbauer der Gedächtsnishalle, Architekt Dunker=Westick, dem Gemeindeschulzen die Schlüssel des Gotteshauses. Dann hielt der Gemeindeschulze Spring, nachdem die Festgemeinde die Kapelle betreten hatte, die erste Weiherede. Anschließend ergriff Pfarrer Schäfer das Wort für die evangelische Kirchengemeinde. Nachdem er namens der evangelischen und politischen Gemeinde seinen tiefempfundenen Dank für die Errichtung des herrlichen Ehrenmals an die Gemeinde ausgesprochen hatte, sprach er insbesondere über die Bestimmung der Friedhofskapelle.— Für die katholische Kirchengemeinde sprach Pfarrer Gemmeke. In seinen Ausführungen streifte er kurz das Werden des Kommunalfriedhofs und fand dann anerkennende Worte für die herzhafte Tat der nationalsozialistischen Gemeindevertretung. die diese Friedhofskapelle habe erstehen lassen. Alsdann übergab der Gemeindeschulze dem Friedhofswärter Härecke die Schlüssel der Kapelle, der sie mit dem Versprechen entgegennahm, daß er in Zukunft mit seiner ganzen Person dafür einstehen werde, dieses herrliche Bauwerk zum Wohle der ganzen Gemeinde gern zu betrauen. Unna, 27. Sept. Ein Denunziant am Pranger. Bei der Kriminalpolizei in Unna erstattete im Laufe der vergangenen Woche ein gewisser Fritz Depul aus dem Obermassener Kirchweg Anzeige gegen einen Mitbewohner wegen Beleidigung des Volkskanzlers Adolf Hitler. Der von D. beschuldigte H. wurde vernommen und stellte die gegen ihn erhobenen Vorwürfe entschieden in Abrede. Bei einer Gegenüberstellung konnte D. die Anschuldigungen nicht aufrechterhalten; er will aus Rache die schweren Vorwürfe gegen H. gemacht haben. Nun wird dieser Denunziant noch ein Strafverfahren wegen wissentlich falscher Anschuldigung zu gewärtigen haben. Unna, 27. Sept. Die Zwiebelkirmes findet in Unna vom 12. bis 14. Oktober statt. Die Katharinenkirmes ist für den 15. und 16. November vorgesehen. Wiblingwerde, 27. Sept. Der Aufnahmewagen des Reichssenders Köln weilte auch in unserm Ort. Es sprachen der Landwirt Karl Heiermann zur Heide über das Leben des Bauern und über ein geschichtliches Ereignis aus der Franzosenzeit 1812 auf seinem Hof. Ferner sprach Herr Karl Jülicher über die„Entstehung der sauerländischen Schinken“ und Hauptlehrer Rosendahl über Geschichtliches aus der Wiblingwerder Vergangenheit. Neheim, 26. Sept. Unglücksfälle. Der älteste Sohn des Kaufmanns Wilhelm Markus aus der Trift verunglückte in Holland beim Turnen tödlich. Der Verunglückte, der erst im 26. Lebensjahr stand, hatte in Holland ein Geschäft. Die Leiche des Verstorbenen wird von Holland nach hier überführt werden.— Ebenfalls verunglückte Fräulein Jacobi von hier tödlich. Sie fuhr mit dem Fahrrad nach Dortmund und wurde dort von einem Auto überfahren. Beim Einschluß fragt Stüwen den Abteilungswachtmeister:„Die ausgebrochen sind, weswegen waren die in Untersuchung?“ Der Wachtmeister legt seine Stirn in Falten.„Das waren zwei Politische—— von Hitler seinen——“ Ueber Stüwens Gesicht huscht ein Leuchten. „Na, Ihr Gitter läßt sich nicht durchsägen, Stüwen——“ „Wieso nicht? Wenn ich eine kleine Handsäge habe——“ „Damit können Sie nichts anfangen—— ich erkläre Ihnen das mal, wenn Sie frei kommen. Sie sehen übrigens verdammt schlecht aus—— Mein Gott, Sie können doch bei uns auf Vorrat schlafen——“ „Ich konnte die letzten Nächte nicht in Schlaf kommen, Herr Wachtmeister. Ich glaube, in meiner Zelle spukt es.“ „Glauben Sie denn an Geister?“ Stüwen schüttelt den Kopf.„An sich nicht". „Ist auch Mumpitz. Aber Ihr Vorgänger, der hat sich hier erhängt——“ Stüwen horcht auf.„So—?“ „Ja, hier an der Zentralheizung, ohne Strick.“ „Dazu gehört aber Geschicklichkeit——“ „Der Gefangene hat sich einfach aus dem Handtuch eine Schlinge gedreht und sie am Rohr der Heizung befestigt—— Dann hat er den Kopf in die Schlinge gelegt, hat sich vom Fußboden abgestoßen und die Beine angezogen—— So fanden wir den alten Knaben morgens vor.“ „War sein Fall den hoffnungslos?“ „Er hatte einen falschen Eid geschworen—, nun kann er nicht mehr schwören——“ Fortsetzung folgt! Jubelfeier Turn= u. Spielvereinigung v. 1884 Ergste 50 Jahre Arbeit im Sinne Die Turn= und Spielvereinigung von 1884 Ergste feierte ihr 50jährges Bestehen. Am letzten Samstag wurde auf dem Gemeindesportplatz ein Trainingsspiel der Ergster Handballer vorgeführt. Nach dem Einmarsch der Turner wurden unter Leitung der Turnwarte Otto Liesenhoff und Georg Tomiak Uebungen an den Geräten gezeigt. Das Fußballwerbespiel, das um 5 Uhr stattfand, endete mit 3:3 Unentschieden. Im Saale des Gasthofs Hengstenberg fand der Festabend statt. Die Hauskapelle Justus=Schwerte leitete die Veranstaltung schwungvoll ein. Nach dem gemeinsam gesungenen Liede„Turner auf zum Streite", hielt Lehrer Hövelmann die Festansprache. Er betonte, daß es der Wille unseres Führers sei, daß das deutsche Volk sich körperlich ertüchtige und gesunde, und daß dem deutschen Turnsport eine besondere Pflege anzugedeihen sei. Der Redner berichtete über die Geschichte des Vereins und gedachte zum Schluß der gefallenen Helden. Die Schülerin Käthe Filthaus sprach einen feinsinnigen Prolog, und der Männerchor des Gesangvereins„Sängerbund“ Ergste erfreute durch klangvolle Lieddarbietungen. Der stelln Vereinsführer Lehrer Hövelmann feierte; sydann die Vereinsjubilare. Er dankte ihnen Eir die bewiesene Treue in herzlichen Worten. Unter den 56 Jubilaren befand sich der Turnbruder Fritz Schweitzer aus Schwerte, dem für 50jährige Zugehörigkeit zum Verein die goldene Ehrennadel feierlichst überreicht wurde. Die übrigen Jubilare erhielten silberne Ehrennadeln. Es wurden geehrt für 25jährige Zugehörigkeit zum Verein: Ernst Buschkämper, Hermann Dreher, Wilhelm Hölscher, Otto Kromberg, Karl Orlowski, Karl Pawlofski, Wilhelm Kuhmann, Otto Harde, Wilhelm Filthaus, Heinrich Raulff, August Batze, Fritz Gerling, Otto Liesenhoff, Albert Rittinghaus, Fritz Althoff, Fritz Hidding, Otto Schröder, Heinrich Lips jr., Emil Rittinghaus; für 30jährige Zugehörigkeit zum Verein: Albert Batze, Karl Borgmann, Fritz Diebenbusch, Wilhelm Hellmann, Heinrich Jesinghaus, Wilhelm Ortmann, Wilhelm Ovelgönner, Fritz Sielemann, Otto Stellpflug, Richard Stellpfug, Eduard Wille, Fritz Hinkelmannn, Otto Schumacher, Emil Schäfer, Wilhelm Grüll; für 35jährige Zugehörigkeit zum Verein: Adolf Batze, August Bürger, Heinrich Dreher, Otto Grüll, Heinrich Hövelmann, Alex Möllenhoff, August Pelzing, Bruno Weber, Fritz Pütter sen., Karl Ulenbrauck; für 40jährige Zugehörigkeit zum Verein: Ludwig Filthaus, Ludwig Dickhut, Fritz Heidemann, Heinrich Lips, Heinrich Möller, August Rademacher, Karl Schumacher, August Tillmann, Fritz Winter; für 45jährige Zugehörigkeit zum Verein: Heinrich Bornemann sen., Fritz Ulenbrauck I; für 50jährige Zugehörigkeit(Gründer) zum Verein: Fritz Schweitzer. Dem Jubelverein gingen zur Feier einige Glückwunschschreiben zu, die am Festabend bekanntgegeben wurden. Turngemeinde Westhofen, Frl. Käte Reinhard=Schwerte als Leiterin der Turnerinnenabteilung im Ring 7 und ferner Ehrenbürger Fritz Althoff=Ergste hatten ebenfalls Glückwünsche übermittelt. Im Namen der Jubilare dankte Heinrich Dus Wesideuisertiar Die Kartoffelversorgung in Nheinlans und Westfalen Landesfinanzamtspräsident Dr. von vrandt(Köln) beurlaubt Köln. Der Reichsminister der Finanzen hat den Präsidenten des Landesfinanzamtes Köln, Ministerialdirektor i. R. Dr. von Brandt, auf eigenen Antrag hin vom 1. Oktober bis 31. Dezember dieses Jahres beurlaubt. Mit dem 31. Dezember scheidet Präsident Dr. von Brandt aus, da er die Altersgrenze erreicht hat. Landesfinanzamtsdirektor Dr. Müller ist mit der vorläufigen Vertretung beauftragt. Präsident Dr. von Brandt, der am 7. Januar 1873 in Stromberg(Kreis Kreuznach) geboren wurde, war als Regierungsassessor beim Landratsamt in Saarbrücken, von 1906 bis 1916 als Landrat des Landkreises Neuß, dann als Oberregierungsrat bei der Regierung in Düsseldorf und hierauf als vortragender Rat der kirchenpolitischen Abteilung beim Kultusministerium tätig. Im Sommer 1919 wurde ihm das Amt des Stellvertreters des Reichskommissars für das besetzte rheinische Gebiete in Koblenz übertragen. Das Amt des Landesfinanzamtspräsidenten von Köln trat er nach dem Ausscheiden aus dem Dienst des früheren Präsidenten, Dr. Porcher, am 1. März 1927, an. Gefährlicher Leichtsinn Erkrath. Vor etwa 8 Tagen ist von unbekannten Tätern ein Telegraphenmast quer über die Straße bei Erkrath gelegt worden. Zwei Motorradfahrer verunglückten hierbei und trugen schwere Verletzungen davon. Kurz nachdem das Hindernis beseitigt worden war, passierte ein Kraftwagen mit Kriegsbeschädigten die Unglücksstelle, die so glücklicherweise nicht zu Schaden kamen. Nunmehr konnte die Gendarmerie zwei junge Burschen aus Erkrath festnehmen, die den gefährlichen Streich begangen haben. Ein Greis niedergeschlagen Dülken. Mit einer klaffenden Kopfwunde wurde auf der Dülkener Nette der fast 80jährige Gemüsehändler Wilmen bewußtlos in einem Stall aufgefunden. Nachdem ihm Hilfe zuteil geworden war, berichtete der alte Mann, er sei überfallen worden. Er hatte unlängst von einem Zirkus ein kleines Pferd gekauft und nun beobachtet, daß ein bei diesem Zirkus tätig gewesener Mann sich um sein Haus herumtrieb. Als er ihn ansprach, habe der Fremde gefragt, ob er noch weitere Pferde kaufen wolle. Außerdem habe er um Erlaubnis gebeten, das damals gekaufte Pferdchen noch einmal zu sehen. Im Stall habe dann der Fremde ihm hinterrücks einen heftigen Schlag versetzt. Offenbar wollte der Bursche einen Raub begehen, doch scheint er nichts gefunden zu haben. Die Nachforschungen nach ihm wurden sofort aufgenommen. Vom Starkstrom getötet Koblenz. Im benachbarten Urmitz wurde eine Eisenbahnerfamilie von einem schweren Schicksalsschlag betroffen. Der sechsjährige Sohn der Familie kletterte beim Spiel auf einen Eisenmast der Ueberlandzentrale. Dabei kam er der Starkstromleitung zu nahe und verbrannte sich schwer. Aus 12 Meter Höhe stürzte der Knabe in die Tiefe und blieb schwer verletzt liegen. Der Knabe ist seinen Verletzungen erlegen. Winzerfeste in mittelrheinischen Städten Koblenz. Verschiedene mittelrheinische Städte standen im Zeichen der Winzerfeste und der Werbung für den deutschen Wein. So hatte Boppard ein großes Winzerfest veranstaltet, das am Sonntagvormittag mit der Weihe eines Weinbrunnens auf dem Rathausplatz eingeleitet wurde. Der Brunnen, der das köstliche Naß aus der bekannten Bopparder Weinlage„Hamm“ abgab, fand großen Zuspruch. In den ersten Nachmittagsstunden bewegte sich ein stattlicher Festzug durch die Straßen. Das unterhalb Neuwied gelegene Leutesdorf hatte es ebenfalls verstanden, durch eine wirksame Propaganda viele Gäste zu seinem Winzerfest heranzuziehen. Eine Weinquelle spendete die guten Weine Leutesdorfer Reben. Am Sonntag, an dem Hauptfesttag, trafen in dem freundlichen Winzerort Sonderzüge und ganze Omnibuskolonnen ein, die zahlreiche Besucher heranbrachten. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen stand auch hier der Festzug. Fröhliches und lustiges Treiben herrschte auf dem Winzerfest in Oberwesel. Bei dem großen Festzug hatten die Winzer besonders den Humor zur vollen Geltung gebracht. Ueberall sah man die Freude, daß die Winzer in diesem Jahre die schwere, mühevolle Arbeit mit einer guten Ernte belohnt finden. der Rheinischen Naturforschenden Gesellschaft Mainz. Die Feier des hundertjährigen Beschens der Rheinischen Naturforschenden Gesell###. in Mainz und des Mainzer Naturhistorischen Museums wurde hier unter großer Beteiligung im Akademie=Saal des Kurfürstlichen Schlosses begangen. Die Festrede hielt Landgerichtsdirektor i. R. Dr. Jungk. Er ging von der seistigen Situation jener Zeit aus, in der die kheinische Naturforschende Gesellschaft entstand und skizzierte dann kurz deren Geschichte. Zusamruenfassend konnte er feststellen, daß die Gesellschaft in den zurückliegenden hundert Jahren ihre selbstgestellten Aufgaben gut erfüllt habe. Der Kartoffelhandel Der Gebietsbeauftragte für die Regelung des Absatzes von Frühkartoffeln für Rheinland und Westfalen einschließlich Lippe teilt mit: Der Handel mit Kartoffeln kann betrieben werden, wenn der Kartoffelhändler im Besitze einer Ausweiskarte ist. Die Ausweiskarten werden verschiedenfarbig ausgestellt für Versandhändler, Makler, Empfangsgroßhändler, Achsengroßhändler und Kleinhändler. Die Ausgabe erfolgt an den Händler nach Unterzeichnung eines Verpflichtungsscheines, in dem der Händler die Anordnungen des Gebietsbeauftragten anerkennt. Verpflichtungsscheine und Ausweiskarten sind zu erhalten vom Büro meines Beauftragten für die Verteilung, Aug. Herm. Büscher jun., Essen, Steubenstraße 39. Wer in den Besitz einer Ausweiskarte gelangen will, fordere von dem genannten Büro einen Verpflichtungsschein an und sende ihn unterschrieben an das genannte Büro zurück. Ware aus dem Gebiet kann nur von Bezirksvertriebsstellen des Gebiets gekauft werden; Ware von außerhalb des Gebiets kann nur von solchen Händlern eingekauft werden, die im Besitz der oben genannten Ausweiskarten und Schlußscheine des Gebietsbeauftragten Rheinlands und Westfalens sind, die ebenfalls von dem oben genannten Büro ausgegeben werden. Der Kartoffelpreis für Einkellerungsware In einem Rundschreiben teilt der Gebietsbeauftragte für die Regelung des Absatzes von Kartoffeln in Rheinland und Westfalen mit: Am Montag, 24. September, hat der Reichsbeauftragte für die gelben Sorten der Speisekartoffeln einen Preiszuschlag von Reichsmark 0.20 festgesetzt. Der Zweck der Festsetzung durch den Reichsbeauftragten ist, willkürlich erhöhte Zuschläge auszuschalten und die Zuschläge zu begrenzen. Dementsprechend setze ich den Mindestpreis für Industrie und gleichwertige Sorten franko Vollbahn=Verladestation an Versandhändler auf 2,70 plus 0,20 gleich 2,90 Reichsmark fest. Um den Verbrauchern auf dem Lande beim Einkellern entgegenzukommen und den Sonderheiten in den Erzeugergebieten Rechnung zu tragen, gebe ich als angemessenen Einkellerpreis frei Verbraucher im Erzeugergebiet für Ware, die nach den Vorschriften des Reichsbeauftragten sortiert ist den Preis von 3,50 RM. bekannt. Die Abgaben an das Winterhilfswerk fallen fort. Uebersprungene Spannen müssen dem Verbraucher gutgebracht werden. Die Bezirksvertriebsstellen werden im Interesse eines vorgebildeten Nachwuchses für die Aufgaben der Absatzregelung dringend gebeten, möglichst umgehend Volontäre einzustellen. Auf Wunsch stehe ich für die Vermittlung zur Verfügung. Mit der„Wirtschaftlichen Vereinigung“ ist für Fallobst, das zur Krautherstellung geeignet ist, eine Preisvereinbarung von 1,80 RM. je Zentner getroffen worden, wobei das Fallobst keinerlei Beschränkung hinsichtlich der Größe unterliegt. Faule und angefaulte Früchte sind aber auszusortieren; Birnen können mitgeliefert werden. Ich bitte, mit den Fabrikanten Fühlung zu nehmen. Mainz, Dr. Otto Dyckerhoff=Mainz=Amöneburg, Direktor Fritz Reins=Mainz, Johann Strub 3 und Emil Förster=Nierstein, Professor Dr. Otto Schmidtgen=Mainz. Weiterhin wurde mitgeteilt, daß Präsident Dr. Jungk zum Ehrenmitglied ernannt wurde und der Vorstand der mathematischnaturwissenschaftlichen Abteilung der Technischen Hochschule in Darmstadt, Dr. Wagner, gab die Ernennung von Professor Dr. Schmidtgen zum Dr. Ing. e. h. der Technischen Hochschule bekannt. Der Ehrung der besonders verdienten Mitglieder der Gesellschaft folgten die Begrüßung durch die Vertreter der Behörden und gelehrten Gesellschaften. Ginster und Heidekraut als Einstreumittel Aus der Eifel. Die diesjährige Getreideernte brachte in der Eifel einen besonders mäßigen Strohertrag. Bei dem bestehenden starken Mangel an Winterfutter wird man in großem Umfange dazu übergehen müssen, das Stroh zu verfüttern. Man trifft bereits jetzt Vorkehrungsmaßnahmen, um das Stroh als Einstreu für die Viehställe zu ersetzen. Auf den Oedlandflächen trifft man überall Bauersleute an, die damit beschäftigt sind, Ginster und Heidekraut zu gewinnen, die im Betriebe eingelagert werden und während der Wintermonate als Streu im Viehstall Verwendung finden. Vier Jahre Zuchthaus süir oberchansener 335=Jukilonste Oberhausen. Wegen Vorbereitung zum Hochverrat, Sprengstoffverbrechens und Waffenvergehens verurteilte der Volksgerichtshof in Berlin am Mittwoch den 41 Jahre alten bereits 15mal vorbestraften RFB.=Führer Hermann Eul aus Oberhausen=Sterkrade zu vier Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust. Eul, der angeblich wegen Meinungsverschiedenheiten mit der führenden Richtung über den politischen Kurs aus der KPD. ausgeschlossen worden war, hatte trotzdem im September 1932 auf besondere Anordnung der Parteileitung die Führung des roten Wehrsports einer getarnten Fortsetzung des verbotenen Rot=FrontkämpferBundes, in Sterkrade übernommen. Im Verlauf der bekannten Bewaffnungsaktion hatte er sich dann aus einem Bergwerk etwa 18 Sprengkapseln verschafft, die zu politischen Terrorakten, wie Brücken=und Eisenbahnsprengungen, verwendet werden sollten. Weiter konnte die Polizei in einem Versteck bei Hausnachbarn zahlreiche Schriften und Flugblätter hochverräterischen Inhalts und eine Eul gehörende Pistole nebst Munition beschlagnahmen. Opfer seines Berufs Oberhausen. Auf der Schachtanlage 4=5 der Zeche„Concordia“ geriet der Hauer Wilhelm Sporbeck auf der 6. Sohle unter hereinbrechendes Gestein und wurde so schwer verletzt, daß der Tod alsbald eintrat. Der Bedauernswerte hinterläßt Frau und sechs unmündige Kinder. 8000 Mark unterschlagen Oberhausen. Bei der Oberhausener Kontroll= stelle der Landesversicherungsanstalt der Rheinprovinz wurden bei einer kürzlich vorgenommenen Revision erhebliche Unregelmäßigkeiten festgestellt. Der seit drei Jahren in Oberhausen tätige Landesinspektor Wolf hatte im Laufe der Zeit insgesamt 8126 Mark dadurch veruntreut, daß er den Gegenwert für verausgabte Invalidenmarken, die von Oberhausener Firmen bei der Abrechnung nachzukleben waren, für sich vereinnahmte und außerdem Strafen, die auf Grund der Reichsversicherungsordnung verhängt wurden für sich einzog. Bei der Revision wurde der ungetreue Beamte flüchtig, stellte sich dann aber in Düsseldorf=Derendorf der Polizei. Er wurde festgenommemn. Wie von der Landesversicherungsanstalt mitgeteilt wird, liegt eine Schädigung der Versicherungsnehmer in keinem Fall vor. Tödlicher Rangierunfall Lippstadt. Am Dienstagabend geriet beim Rangieren auf dem Bahnhof Lippstadt=Nord ein aus Liesborn stammender Bahnbediensteter mit dem Hinterkopf zwischen die Puffer zweier Waggons. Der Bedauernswerte war auf der Stelle tot. Der Unfall ist umso tragischer, als der Rangierer nach vierjähriger Arbeitslosigkeit erst seit Montag seinen Dienst wieder versah. In Köln entsteht das Nationale Haus der deutschen Arbeit Der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, gab bekannt, daß der Führer den Entwurf für ein Nationales Haus der deutschen Arbeit in Köln gebilligt hat. Unser Bild zeigt den Entwurf. Das riesige Gebäude, dessen Hauptbau 370 Meter lang ist, soll auf dem Gelände der bisherigen Messe. und Pressabauten am Ufer des Rheins entstehen. Die riesige Anlage wird eine Bauzeit von rund zehn Jahren in Anspruch nehmen und vielen Arbeitskräften Lohn und Brot geben. Anle Eiselläure Ruturschuhgrotete Vorbereitende Besprechungen bei der Regierung zu Trier Trier. Bisher gab es außer einigen privaten Naturschutzgebieten im Besitz des Eifelvereins nur wenige staatliche in der Eifel, von denen vor allem das Totenmaar und das Gemünder Maar sowie die Krater des Mosenberges mit der Horngrabenschlucht zu nennen sind. Seit einiger Zeit sind nun Bestrebungen im Gange, im Zuge des Gesetzes über den Tier= und Pflanzenschutz vom März 1933 weitere Gebiete des Eifellandes in die staatliche Obhut als Naturschutzflur zu übernehmen. Dieser Tage fand bei der Regierung zu Trier eine Besprechung aller interessierten und beteiligten Stellen der Bezirksverwaltung in Anwesenheit des Direktors der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen, Prof. Dr. Schönichen=Berlin, statt, die sich eingehend mit den Fragen der Ausdehnung des Naturschutzes in Eifel und Hunsrück beschäftigte. Das Ziel dieser Verhandlungen und vorbereitenden Besprechungen war die Sicherung weiterer Landschaftsbilder vor Verunstaltung und Verschandelung durch die Einrichtung von neuen Naturschutzgebieten zunächst in der Eifel. Die durch den Staatskommissar für Naturschutz bei der Regierung Trier in dieser Richtung bereits aufgenommenen Vorarbeiten bildeten die Grundlage der Besprechung, in der von allen Seiten die Notwendigkeit weiterer Naturschutzgebiete anerkannt wurde, wenn nicht einzelne Landschaftsbilder der Eifel in ihrer herben Unberührtheit und ihrem typisch rheinischen Beifällig wurde die Rede von Professor Dr. Schmidtgen über Aufgaben und Leitgedanken der Arbeit des Naturhistorischen Museums aufgenommen. Die Hauptarbeit des Museums gelte in Forschung und Darstellung dem Gebiet des Mainzer Beckens und somit der intensiven Arbeit an der Erforschung der Heimat. Das Museum setze sich zum Ziel, auf alle Fragen, die der Erkenntnis der Heimat dienen, die bestmögliche Antwort geben zu können. Aber nicht nur der Sammlung, Berglandcharakter für Natur, Volkstum und Poesie verloren gehen sollen. Es ist geplant, sämtliche Eifelmaare, die Kraterseen aus der Urvorzeit, demnächst unter Naturschutz zu stellen und ihre Umgebung zu Schutzgebieten zu erklären. Zunächst wird dadurch der gesamte Schalkenmehrener Talkessel mit dem dritten Dauner Maar geschützt, dann das Pulvermaar bei Gillenfeld, eine Perle der Eifelkraterseen, weiter das zum großen Teil bereits versumpfte Meerfelder Maar, das in dem merkwürdigen, abgelegenen Talkessel am Fuße des Mosenbergs unterhalb des Ortes Bettenfeld liegt, und schließlich das kleine StroneMaar, das vollständig versandet und vermoort ist, so daß die Eifelbauern hier bereits mit Torfstechen beginnen konnten. Alle diese Gebiete, die naturkundlich so überaus interessant sind und eine Fülle von Seltenheiten der Fauna und Flora bieten, werden dem strengen Naturschutzzwang unterworfen, der jede Veränderung der Erdoberfläche, die Errichtung von Bauten irgendwelcher Art, das Feueranzünden, Abkochen, Wegwerfen von Speiseresten, Papierhüllen und dergl. verbietet. Natürlich werden die innerhalb der ordnungsmäßigen Gemeindeforstwirtschaft erforderlichen Maßnahmen, soweit sie von den zuständigen Forstbehörden angeordnet und genehmigt sind, von den Verboten auf Grund des Naturschutzes nicht berührt. wissenschaftlichen Erforschung und Aufstellung nach biologischen Gesichtspunkten in den Sammlungsräumen gelte das Bemühen des Museums, sondern die Ergebnisse der Arbeit sollten auch hinausgetragen werden in das Volk. Hierauf nahm Dr. Jungk die Ehrungen aus Anlaß der Feier vor. Zu Ehrenmitgliedern hat die Gesellschaft ernannt: Dr. Sven Hedin, Professor Dr. Othenio Abel=Wien, Ministerialrat RingshausenDarmstadt, Kommerzienrat Dr. Otto Jungk= Was muß jeder Vetril über die 1. Die Anordnung. Der Reichswirtschaftsminister hat am 10. August 1934 eine Verordnung über die Verteilung von Arbeitskräften erlassen. Darin ermächtigt er, und zwar ausschließlich den Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, den Austausch von Arbeitskräften zu regeln und verbietet jeder anderen Stelle, in Zukunft irgendwie auf die Verteilung der Arbeitskräfte einzuwirken oder auch nur diesbezügliche Auskünfte zu fordern. Dementsprechend hat der Präsident der Reichsanstalt am 28. August 1934 eine Anordnung über die Verteilung von Arbeitskräften erlassen, die die Richtlinien über das weitere Vorgehen enthält. 2. Der Zweck der Anordnung. Im bisherigen Verlaufe der Arbeitsschlacht konnte die Arbeitslosigkeit der Jugendlichen weisgebend ausgeräumt werden. Die Ursache ist nicht nur in einer Reihe Sondermaßnahmen für jugendliche Arbeitslose(Arbeitsdienst, Landhilfe) zu suchen, sondern mindestens ebenso in der größeren Aufnahmebereitschaft der freien Wirtschaft für Jugendliche. Die älteren Arbeitskräfte, worunter bereits diejenigen im besten Mannesalter verstanden werden, sind dabei weitgehend ins Hintertreffen geraten. Die Anordnung bezweckt daher die bevorzugte Vermittlung dieser staatspolitisch, sozial und wirtschaftlich wichtigsten Gruppe der Arbeitnehmer, die in der Regel Familienväter sind. Die Jugendlichen sollen daher keineswegs arbeitslos werden, sondern nur auf Arbeitsgebiete abgelenkt werden, auf denen sich bereits im letzten Jahre ein empfindlicher Mangel an Jugendlichen bemerkbar gemacht hat. 3. Welche Betriebe fallen unter die Anordnung? Alleprivaten und öffentlichen Betriebe und erwaltungen, die überhaupt Arbeiter und Angestellte beschäftigen; ausgenommen sind lediglich die Haushaltungen, die Betriebe der Landund Forstwirtschaft und die Schiffe der See=, Binnen= und Luftschiffahrt(§ 1). 4. Feststellungs und Prüfungspflicht der Betriebe. Jeder Betriebsführer hat erstmalig im September 1934(die späteren Termine werden bekanntgegeben) die altersmäßige Zusammensetung seiner Belegschaft, getrennt nach Arbeitern und Angestellten, sowie nach männlich und weiblich festzustellen. Unterscheidungsmerkmal ist das 25. Lebensjahr. Eine weitere Altersaufgliederung wird nicht vorgenommen. Auf Grund dieser Feststellung hat der Führer des Betriebes verantwortlich zu prüfen, ob der Anteil der Jugendlichen unter 25 Jahren den staatspolitischen Gesichtspunkten(siehe Ziffer 2) gerecht wird Betriebstechnische und wirtschaftliche Erfordernisse des Betriebs können dabei berücksichtigt werden, ebenso die Sicherstellung des unentbehrlichen Nachwuchses(§ 2). Das Prüfungsergebnis ist in jedem Falle schriftlich festzulegen und aufzubewahren. Kleinere Betriebe haben es nur auf Verlangen dem zuständigen Arbeitsamt vorzulegen. Größere Betriebe, für die ein Vertrauensrat zu bilden ist, haben es von sich aus bis zum 1. Oktober 1934 dem zuständigen Arbeitsamt auf einem besonderen Formblatt mitzuteilen. Dieses Formblatt ist beim Arbeitsamt oder seinen Nebenstellen anzufordern. Es enthält außer der Feststellung der Altersgliederung auch die Erklärung, in welchem Umfange der Betrieb von sich aus einen Austausch vonehmen will. Für selbständige Betriebsabteilungen sind auch besondere Meldungen zu erstatten(§ 3). 5. Nachprüfung durch das Arbeitsamt. Die Anordnung legt den Arbeitsämtern die Pflicht auf, die Austauschvorschläge der Betriebe zu überprüfen. Abweichende Auffassungen werden durch örtliche Besprechungen geklärt. Kommt keine Einigung zustande, entscheidet der Präsident des Landesarbeitsamtes, in welchem Umfange der Austausch vorzunehmen ist. Gegen diese Entscheidung kann der Führer des Betriebes innerhalb 14 Tagen Beschwerde beim Präsidenten der Reichsanstalt in Berlin einlegen, der seinerseits endgültig entscheidet(§ 5). 6. Die Herausnahme der Jugendlichen aus den Betrieben. Die für den Austausch vorgesehenen jugendlichen Arbeitskräfte sollen durch diese Maßnahme nicht arbeitslos werden, vielmehr sind die gerade für Jugendliche zahlreich vorhandenen Arbeitsgelegenheiten in der Landwirtschaft, Landhilfe und im Freiwilligen Arbeitsdienst, für weibliche auch in der Hauswirtschaft, nutzbar zu machen. Um diese Vermittlung sicherzustellen, hat sich der Führer des Betriebes wegen der für den Austausch vorgesehenen Jugendlichen rechtzeitig mit dem zuständigen Arbeitsamt in Verbindung zu setzen. Die Kündigung erfolgt ordnungsgemäß; im Zeitpunkt der Entlassung muß die anderweitige Arbeitsaufnahme gesichert sein 6, 71. Welche Jugendlichen sind vom Austausch aus genommen? Welche Jugendlichen auf diese Weise vor##bergehend ihren Arbeitsplatz zu räumen haben, von der Anordnung Kisträste wissen! entscheidet(im Benehmen mit dem Vertrauensrat) der Führer des Betriebes. Außer Betracht bleiben aber grundsätzlich verheiratete männliche Arbeiter und Angestellte, sowie solche Ledige, die wesentlich zum Unterhalt ihrer Familie beitragen, ferner Lehrlinge bis zu einem Jahr nach Beendigung der Lehre, ausgeschiedene Wehrmachtsangehörige, Arbeitsdienstwillige(m. Arbeitsdienstpaß) und Landhelfer, die eine 1jährige Tätigkeit nachweisen können, sowie diejenigen, die zum Personenkreis der Sonderaktion gehören(SA, SS, NSDFB. vor dem 30. 1. 1933, Mitglieder der NSDAP. Nr. 1 bis 500000, Amtswalter(PO.) vor dem 30. 1. 1933)(§ 4). 8. Einstellung älterer Arbeitskräfte. Die Freimachung von Arbeitsplätzen erfolgt lediglich zum Zwecke der Einstellung älterer Arbeitskräfte(über 25 Jahren). Eine Verminderung der Gefolgschaft darf auf diesem Wege also nicht eintreten. Die zur Besetzung der freigewordenen Arbeitsplätze benötigten Arbeitskräfte sind sofort beim zuständigen Arbeitsamt anzufordern. Einzustellen sind arbeitslose ältere Arbeiter und Angestellte, in der Regel Familien. väter, insbesondere kinderreiche.(Mütter, die Ernährer ihrer Kinder sind, stehen dem gleich.) Langfristig arbeitslose Unterstützungsempfänger sind dabei besonders zu berücksichtigen. Die Zuweisung dieser Arbeitskräfte erfolgt durch das Arbeitsamt, die Auswahl und damit die Entscheidung über die Einstellung steht dem Betrieb zu. Namentliche Anforderungen des Betriebes sind in diesem Rahmen möglich, ebenso die Benutzung nichtgewerbsmäßiger Arbeitsvermittlungseinrichtungen(z. B. Deutsche Angestelltenschaft), doch muß auch hier bei der Einstellung die Zustimmung des Arbeitsamtes vorliegen. Ein unmittelbare Einstellung durch den Betrieb kommt nur dann in Frage, wenn das Arbeitsamt die benötigten Kräfte nicht vermitteln kann; auch in diesem Falle ist dem Arbeitsamt gegenüber klarzustellen, daß die Eingestellten die genannten Voraussetzungen erfüllen(§ 8). 9. Die besondere Förderung älterer Angestellter. Da der Arbeitsbeschaffung für ältere Angestellte besondere Schwierigkeiten entgegenstehen, können Betriebe, die anstelle ausscheidender jugendlicher Angestellter arbeitslose, fachlich vorgebildete, männliche Angestellte über 40 Jahre einstellen, die in den letzten 3 Jahren länger als 2 Jahre öffentlich unterstützt wurden, auf Antrag Zuschüsse vom Arbeitsamt erhalten. Dieser„Leistungsausgleich" beträgt im Monat höchstens 50 RM. Er erhöht sich um 5 RM. für jedes unter 16 Jahre alte Kind. Der Zuschuß wird 6 Monate gewährt. Er kommt nicht in Betracht bei namentlichen Anforderungen der Betriebe, bei öffentlichen Verwaltungen und bei Saisonbetrieben(§ 16). 10. Die künftige Einstellung von jugendlichen Arbeitskräften unter 25 Jahren. Abgesehen von der bisher geschilderten Ueberprüfung der vorhandenen Belegschaften und des daraufhin vorzunehmenden Austausches, dürfen ab 1. Oktober 1934 ganz allgemein männliche und weibliche Arbeiter und Angestellte unter 25 Jahren nur noch mit vorheriger Zustimmung des Arbeitsamtes eingestellt werden. Eine Ausnahme bilden lediglich Lehrlinge mit mindestens 2 jährigem Lehrvertrag. Soll ein Arbeitsplatz mit einem Jugendlichen besetzt werden, so ist ein entsprechender Antrag vom Führer des Betriebes an das zuständige Arbeitsamt zu richten. Außer der Angabe, wieviel Arbeiter und Angestellte über und unter 25 Jahren im Zeitpunkt der Antragstellung im Betriebe tätig sind, muß dieser Antrag die Erklärung enthalten„daß nach pflichtgemäßer Prüfung die Einstellung eines Jugendlichen notwendig erscheint. Glaubt das Arbeitsamt, seine Zustimmung versagen zu müssen, entscheidet der Präsident des Landesarbeitsamtes(auch hier ist die Beschwerdemöglichkeit gegeben, s. Ziffer 4). Stimmt das Arbeitsamt zu, kann es diese Zustimmung an die Bedingung knüpfen, einzelne der in Ziffer 7 genannten Personen unter 25 Jahren dabei zu bevorzugen. Die Vermittlung erfolgt auch hier durch das Arbeitsamt, wobei dem Betriebsführer wieder die Auswahl und damit die Entscheidung über die Einstellung verbleibt.(§§ 9—15.) 11. Zusammenarbeit zwischen Betrieb und Ar beitsamt im Rahmen der Anordnung. Da hinsichtlich der Zusammensetzung der Belegschaft, Betrieb und Arbeitsamt künftig noch enger als bisher zusammenzuarbeiten haben, werden abschließend die einzelnen Punkte, in denen eine Zusammenarbeit unerläßlich ist, nochmals zusammengefaßt. a) Der Betrieb legt dem Arbeitsamt das Prüfungsergebnis über die altersmäßige Zusammensetzung der Belegschaft vor. b) Betrieb und Arbeitsamt klären in gemeinsamer Beratung die Beurteilung dieser Feststellung, sofern verschiedene Ansichten über den Umfang der Austauschmöglichkeit bestehen. Der Betrieb setzt sich rechtzeitig mit dem Arbeitsamt in Verbindung, um die anderweitige Arbeitsbeschaffung für die für den Austausch vorgesehenen Jugendlichen durch das Arbeitsamt sicherzustellen. c) Der Betrieb fordert zur Besetzung der durch den Austausch freigewordenen Arbeitsplätze die benötigten älteren Arbeitskräfte vom Arbeitsdienst an. Das Arbeitsamt weist diese nach den in der Anokdnung vorgeschriebenen Gesichtspunkten zu. Der Betriebsführer wählt aus und stellt in eigener Verantwortung ein. d) Hält es der Führer eines Betriebes künftig für nötig, Arbeitsplätze mit Jugendlichen unter 25 Jahren zu besetzen, so bedarf er hierzu der Zustimmung des Arbeitsamtes; auch hier erfolgt die Vermittlung durch das Arbeitsamt, Auswahl und Einstellung durch den Betriebsführer. e) Stellt der Betrieb im Austausch für einen Jugendlichen einen älteren Angestellten über 40 Jahren ein kann er beim Arbeitsamt den vorgesehenen Leistungsausgleich beantragen. 12. Außer den unter Ziffer 4 erwähnten Formblättern ist die Benutzung folgender Vordrucke, die ebenfalls beim Arbeitsamt und seinen Nebenstellen zu haben sind, vorgeschrieben: a) Mitteilung über erfolgte Einstellung gemäß § 8 Abs. 3; b) Antrag auf Zustimmung zur Einstellung von Personen unter 25 Jahren gemäß 8S 9 und 11; c) Antrag auf Leistungsausgleich gemäß SS 16 und 19. Ar fahren in dis wene Wen! „Kraft durch Freude“ Seefahrt mit dem Dampfer„Der Deutsche“ Am kommenden Samstag treten 867 Westfalen mit freudigem Herzklopfen eine große Seereise an. Das Amt für Reisen, Wandern und Urlaub der NS. Gemeinschaft„Kraft durch Freude" im Gau Westfalen=Süd wartet zum Abschluß des diesjährigen Reiseprogramms mit einer hochaktuellen Ueberraschung auf. Wie stark die Nachfrage nach einer größeren Seefahrt gerade in unserem westfälischen Heimatgebiet ist, beweisen die zahlreichen Anmeldungen, die tagtäglich eingehen. Alles will mit! Die Königin der Reisen bleibt doch eine richtige Seereise. Schon das An=Bord=Gehen hat seinen besonderen Reiz für denjenigen, der zum ersten Mal einen großen Dampfer betritt. Wenn nun dieses Schiff auch noch mit allen neuzeitlichen Einrichtungen ausgerüstet ist, dann darf man weiter sagen, daß der Urlauber, dem alles, was er sieht, neu ist, die ersten Tage aus dem Staunen überhaupt nicht herauskommt; in der Kabine findet er keine Hängematte mit unterlegtem Schifferklavier, sondern einen Raum in dem es sich bequem schlafen läßt. Der große, geräumige Speisesaal läßt die Augen derer strahlen, die sich jeden Tag sorgenlos an den gedeckten Tisch setzen. Sagt man gewöhnlich auch:„Bei Muttern schmeckts am besten“, hier bestätigt jedoch die Ausnahme die Regel. Die Speisekarte an Bord des Schiffes ist eine Auslese für Feinschmecker. Wie vielseitig das Bordleben an sich ist, kann nur der ermessen, der einmal eine längere Seefahrt mitgemacht hat und dann beim Vom=Bord=Gehen aus ehrlichem Herzen ausrief:„Schade, daß es schon vorbei ist!" Bei dieser Hochseefahrt kommt jeder auf seine Kosten. Wird das Schiff erst von den Wellen der Nordsee getragen, kreisen erst die Möven um Bug und Heck, dann vergißt jeder, ob er will oder nicht, alle diese kleinlichen Sorgen, die ihn tagtäglich beschäftigen. Hier an Bord der schwimmenden Heimat beginnt ein neues Leben. Wenn in den Abendstunden Wasser und Himmel ein unvergeßliches Gemälde schaffen, so ist es vielleicht gerade dieser Anblick, der die Gedanken der Seefahrer wehmütig stimmt, und gern gedenkt man dann der Heimat; die Erkenntnis im Herzen, möge die Welt auch noch so schön sein, auf immer die Heimat zu verlassen, wird sich keiner entschließen, der sie in der Fremde lieben lernte. Vorüber geht die Fahrt an Dover, der SO=Ecke Englands durch die Straße von Dover, immer weiter den Kanal entlang und erreicht bei südlichem Kurs die normannische Insel Guernsey. Rund um diesen grünen Landstreifen wendet sich das Schiff in den Abendstunden des 3. Seefahrttages der spitzen Landecke Frankreichs zu und erreicht am 4. Oktober morgens 7 Uhr die weltbekannte Hafenstadt Cherbourg. Somit dauert die Seereise vom 1. Oktober mittags 12 Uhr gerechnet, bis zur Ankunftsstunde des 6. Oktober morgens 7 Uhr in Bremerhaven. Der Norddeutsche Lloyd hat es sich noch nie nehmen lassen, ein aufmerksamer Gastgeber zu sein. Auch bei dieser Fahrt findet in dem Lloydheim ein großes Essen statt, das unseren Arbeitskameraden ein unvergeßliches Ereignis sein wird. Bereits in den Abendstunden des 6. Oktober fährt der Sonderzug wieder in die westfälischen Heimatstationen ein. RM. 43,50 So unglaublich niedrig dieser Preis gehalten ist, es entspricht doch der Wahrheit, daß in diesem Betrag die Eisenbahnfahrt, der Preis der Seefahrt, die Uebemnachtungsgebühren, sowie die Verpflegung für die ganze Reisewoche eingeschlossen ist. Niemand, der sich dieser Fahrt anschließt, wird mit einem Gefühl der Unzufriedenheit zurückkehren. Noch Plätze frei! Wer sich noch rasch entschließen will, die letzte Gelegenheit beim Schopf zu fassen, und am Samstag mit in See zu stechen, der melde sich sofort bei dem Kreisamt der RSG.„Kraft durch Freude“ seines Wohn= oder Arbeitsortes, trage sich in die Liste der Teilnehmer ein und zahle dort sogleich den Betrag von RM. 43.50. Westsälische Arbeitskameraden, zum 12. Mal macht der Dampser der NSG.„Kraft durch Freude“ eine Urlaubsfahrt auf hoher See. Langwierige Verhandlungen waren erforderlich, um auch Euch diese Gelegenheit zu bieten. Es ist die letzte Reise, die in diesem Jahre zu Wasser stattfindet; wer noch mit will, der beeile sich. F. B. Lürnen, Spiel, Spert Boxen Westfalens Boxmannschaft für den Großkampf gegen den Gau Niederrhein in Hagen. Für den am kommenden Samstag in der Hagener Stadthalle zum Austrag kommenden Box=Repräsentativkampf Westfalen=Niederrhein hat der Gau Westfalen folgende Mannschaft namhaft gemacht: Fliegengewicht: Kaiser, Gladbeck. Bantamgewicht: Ackerman, Hagen. Federgewicht: Schwager, Dortmund. Leichtgewicht: Schmedes, Dortmund. Weltergewicht: Rosner, Iserlohn. Mittelgewicht: Blum, Altena. Halbschwergewicht: Dammert, Gladbeck. Schwergewicht: Kyfuß, Münster. Jeder dieser Kämpfer hat in unzähligen großen Kämpfen seine Klasse erwiesen, er gehört entweder zur ersten deutschen Garnitur oder rangiert nicht weit darunter. Schmedes ist der zweimalige Deutsche Meister und diesjährige deutsche Kampfspielsieger, eine der stärksten Waffen des deutschen Amateursports überhaupt. Blum qualifizierte sich im Frühjahr als bester deutscher Mittelgewichtler für die Teilnahme an den Europameisterschaften. Kyfuß war deutscher Halbschwergewichtsmeister, Rosner stand bereits im Endkampf. um die deutsche Meisterschaft, Dammert, Kaiser und Schwager sind routinierte, alte Kämpfer, die mehrfach den Gaumeistertitel erangen und auch der Hagener Ackermann ist kein unbeschriebenes Blatt, denn sein großer Kampf gegen den früheren deutschen Meister Spannagel stempelt ihn zu einem Kämpfer großen Formats. Bockum=Hövel, 26. Sept. Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich am Sonntagmorgen auf der Straße von hier nach Werne. In der scharfen Kurve beim Gersteinwerk fuhr ein aus Richtung Werne kommender Personenkraftwagen gegen eine Hausmauer. Der Anprall war so heftig, daß das Vorderteil des Wagens vollkommen eingedrückt wurde. Der Wagen schlug um, wobei sechs der Insassen mehr oder weniger schwer verletzt wurden. Aerztliche Hilfe war bald zur Stelle Die Schuldfrage muß noch geklärt werden. Rundfunk=Programm Freitag, den 28. September 1934. 5.30 Morgenruf. Anschließend Frühkonzert. 6.05 Leibesübungen. 6.25 Festpreise(Kurzgeschichte). 6.35 Morgenkonzert. 6.50 Morgenruf, Zeit, Wetter, Nachrichten. 8.00 Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen. 8.05 Frauenturnen. 8.20 Die Stiefmutter. 10.00 Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen. 10.10 Wie einst der Städter den Bauer sah. 10.45 Aus unserer Heimat. 11.00 Chopin— Brahms. 12.00 Musik am Mittag. 12.45 Erste Mittagsmeldungen, Glückwünsche. 13.00 Das Kleine Orchester. 13.45 Zweite Mittagsmeldungen. 15.15 Die Kleineisenindustrie in Westfalen. 15.30 Wirtschaftsmeldungen. 15.45 Für fröhliche Leute von 9 bis 90 Jahren. 16.00 Nachmittagskonzert. 17.00 Dichter als Künder. 17.15 Nordischer Reigen(2). 17.45 Namen niederrheinischer Landschaft erzählen. 18.00 Musik der Jugend. 18.20 Englische Unterhaltung. 19.00 Spinnstube. 19.45 Politischer Kurzbericht. 20.00 Erste Abendmeldungen. 20.15 Stunde d. Nation: Herbstlicher Taunus. 20.55 Orchesterkonzert. 22.00 Zeit, Wetter, Nachrichten. 22.20 Theater im Westen. 23.00 Tanzmusik. Heiden in Preinenden=Schacht ven=Wrerham Einzelheiten von der Rettungsarbeit in Wrexham— Männer, die ihr Leben ließen, um den Kameraden zu helfen Pros. hugo Vogel gestorben Die entsetzliche Katastrophe von Wrexham, die das Leben von 271 Arbeitern forderte, hat durch Zumauerung der Schächte ihren vorläufigen Abschluß gefunden. Trotz der aufopfernden Anstrengung der Rettungsmannschaften war es nicht möglich, in der glühenden Hölle unter Tage bis zu den Verunglückten vorzudringen. Die Sachverständigen, die eine genaue Prüfung der in der Unglücksgrube stehenden Gase vornahmen, sind übereinstimmend der Ansicht, daß keiner der eingeschlossenen Arbeiter noch am Leben sein könne. Andererseits aber war dringend zu befürchten, daß sich noch weitere Explosionen ereigneten, durch die das Leben der Rettungsmannschaften aufs Spiel gesetzt wurde. So mußte man sich zu der Vermauerung des Schachtes entschließen. Jeder Bergmann war bereit, zu helfen Nahezu 40 Stunden haben sich die Retter unten in dem brennenden Schacht aufgehalten. Für ihren Heldenmut gibt es keine Worte. In der unerträglichen Hitze wurden ihre Haare, ihre Augenbrauen versengt, der Boden, auf dem sie Schritt für Schritt vorwärts drangen, glühte und verbrannte die Sohlen der Schuhe. Wer zur Erde fiel, der zog sich schwere Brandwunden zu und konnte nur mit Hilfe seiner Kameraden wieder über Tage gebracht werden. Oben, auf dem Grundstück der Zeche drängten sich die Bergarbeiter aus den benachbarten Ortschaften Kopf an Kopf, und wenn neue Leute für die Rettungsarbeit angefordert wurden, dann meldeten sich stets Hunderte von Hilfsbereiten. Jeder wußte, was sich unter ihren Füßen abspielte. Immer wieder wurden Tragbahren mit Männern vorübergefahren, die bei dem vergeblichen Bemühen, die glühenden Kohlenmassen aus den verschütteten Stollen zu schaffen, schwere Verletzungen davongetragen hatten. Jeder wußte von den drei Männern, die als erste nach der Katastrophe in den Schacht gefahren waren, und die nur noch als Leichen geborgen werden konnten. Dennoch war jeder bereit, sein eigenes Leben aufs Spiel zu setzen, um den Kameraden dort unten zu helfen. Die erste Rettungsgruppe Die erste Rettungsgruppe bestand aus Bergleuten aus der benachbarten Llay=Main=Grube. Ausgerüstet mit Gasmasken suchten sie sich ihren Weg durch dicken Qualm, der ihnen jede Sicht raubte und sie nicht den Nebenmann erkennen ließ. Sie drangen bis zu einer Stelle, die durch herabgestürzte Kohlenmassen völlig verschüttet war. Einen anderen Stollen an der Unglücksstelle gab es nicht, und so machten sie sich an die Aufräumungsarbeit. Sie schaufelten in höchster Eile. Schließlich aber mußten sie feststellen, daß ihr Couerstoffvorrat in den Gasmasken kaum noch für den Rückweg ausreichte. Sie liefen zurück. Plötzlich fielen zwei von ihnen zu Boden. Ihr Sauerstoffvorrat war zu Ende gegangen. Ihre Leichen wurden von einer anderen Rettungskolonne geborgen. Wenige Schritte weiter stürzte der dritte Mann. Der Führer der Kolonne wandte sich um, packte den Bewußtlosen und zog ihn nach sich. Aber dann wurde auch er bewußtlos. Der fünfte und letzte Mann von dieser Gruppe, der sich schon fast gerettet hatte, kehrte jetzt ebenfalls um. Er lüftete seine Gasmaske und gab dem Führer von seinem auch schon bis aufs letzte verbrauchten Sauerstoff. Der andere Mann, um den sich der Führer der Kolonne bemüht hatte, war inzwischen gestorben. Nur mit Mühe gelang es den Beiden, ins Freie zu kommen, wo sie augenblicklich zusammenbrachen. Kaum wurde das tragische Geschick der Rettungskolonne bekannt, als sich auch schon eine zweite Mannschaft bereit fand, den Vorstoß zu wagen. Auch sie kam völlig erschöpft, mit restlos verbrauchtem Sauerstoff zurück. Eine Rettungsmannschaft folgte der anderen. Von den verschiedensten Seiten stieg man ein. Je weiter der Weg freigelegt wurde, um so unerträglicher wurde die Hitze. Zum Schluß konnte man nur noch den Fuß vorsetzen, wenn vorher dick Sand gestreut war. Aus der ganzen Umgebung wurden die Feuerlöscher gesammelt, und jeder einzelne Retter nahm einen dieser chemischen Apparate mit sich. Aber es war unmöglich, das Eeuer in den einzelnen Stollen zu ersticken. Die Wände, der Boden, die Decke— alles glühte. Wie es die Retter in der Hitze aushielten, ist kaum zu erklären. Ein Ueberlebender fährt zum zweiten Male ein Einer der Männer, die sich bei der Rettungsarbeit am meisten auszeichneten, war Cyril hallinor, ein Hauer von 21 Jahren. Er befand sich mit etwa zwanzig Kameraden während Katastrophe 300 Meter von dem Explosionsberd entfernt. Ein starker Luftzug, der den Män#ern, die Kleider vom Leibe riß, alarmierte ihn. glaubte zunächst, an der Entlüftungsanlage ei ein Schaden entstanden, durch vorübereilende andere Arbeiter aber erfuhr er von der Explosion. Zusammen mit den Männern versuchte er jetzt, den Hauptstollen zu erreichen. Ein Luftschacht wurde durchschritten, dann stieß Challinor auf Gas. Er winkte seinen Kameraden, sich mit Tüpern den Mund zu verstopfen und das Gas vor Gesicht fortzuwehen. Er lief, was ihn die tragen konnten. Als er einen zweiten LuftNacht erreichte, forderte er seine Kameraden auf, ihm zu folgen. Aber nur sein Lehrhauer war noch in der Nähe. Die übrigen waren wahrscheinlich in dem Giftgas erstickt. Das Gas wurde immer dicker und ätzender. Mehrmals mußten Brüche überstiegen werden, und mehrmals konnten die beiden Männer kaum noch weiter. Aber sie unterstützten sich gegenseitig und gelangten so nach einer mehrstündigen Flucht zur Schachtsohle, wo sie von einer Rettungskolonne in Empfang genommen wurden. Nachdem sich Challinor einigermaßen erholt hatte, setzte er sich aufs Fahrrad, um nach Hause zu seiner Mutter zu fahren. Dort erklärte er kurz, er sei gerettet und man brauche sich keine Sorgen um ihn zu machen. Dann aber radelte er zum Schacht zurück und meldete sich bei einer Rettungskolonne. Da er den Schacht genau kennt, konnte man auf sein großmütiges Anerbieten nicht verzichten, und so fuhr er abermals ein. Durch seine genaue Ortskenntnis konnte er wiederholt schweres Unglück unter den Rettern verhindern. Neue Explosionen in Wrexham Am Ventilationsschacht der Crasford=Grube, bei dem am Dienstag ein Arbeiter den Tod gefunden hatte, erfolgte am Mittwoch früh um 0,30 Uhr eine neue Explosion. Holz und Beton wurden haushoch in die Luft geschleudert und eine riesige Wolke schwarzen Rauches quoll aus dem Schacht hervor. Glücklicherweise wurde diesmal niemand verletzt. Alle Führer von Lastkraftwagen des Werkes sind herbeigerufen worden, um neue Erdmassen an Ort und Stelle zu befördern, damit der Schacht von neuem verschlossen werden kann. Schon am Dienstag hatte sich am Ventilationsstollen eine Explosion ereignet. Große Eisenträger knickten wie Strohhalme um. Ein Arbeiter wurde meterweit durch die Luft geschleudert. Er erlitt einen Schädelbruch, an dessen Folgen er starb. Allem Anschein nach ist es erforderlich, den kürzlich zugemauerten Unglücksschacht erneut abzuriegeln. Verassleistungsbau für Eehrlnge Das neue Lehrlingswesen marschiert Der Leiter der Fachschaft Handel in der Deutschen Angestelltenschaft, Arno Bierast, macht, wie das Ndz meldet, interessante Mitteilungen über die Richtlinien für die Ausbildung von Kaufmannslehrlingen im Bereich des Lebensmitteleinzelhandels. Diese Richtlinien sind vom Führer des deutschen Einzelhandels, Dr. Hayler, und dem stellvertretenden Führer der Deutschen Angestelltenschaft, Haid, unterzeichnet worden. Danach kann Lehrling im Bereich des Einzelhandels nur werden, wer mindestens eine abgeschlossene Volksschulbildung nachweisen kann, gesund ist und den Beruf im Sinne nationalsozialistischer Weltanschauung ausüben will. Lehrlinge ausbilden dürfen nur Kaufleute, die selbst eine Kaufmannslehre durchlaufen oder mindestens 5 Jahre lang ein Geschäft erfolgreich selbst geleitet haben. Die Lehrzeit dauert drei Jahre. Der Lehrling erhält ein Berufsleistungsbuch ausgestellt, in das der Lehrherr halbjährlich genaue Aufzeichnungen über den Ausbildungsstand einträgt. Die Erziehungsberechtigten haben diese Eintragungen gegenzuzeichnen. Es wird eine paritätische Ueberwachungsstelle geschaffen, in der auch ein Vertreter der HitlerJugend mitwirkt. Diese Stelle hat für loyale Durchführung der Lehrrichtlinien zu sorgen. Sie kann durch ihre Feststellungen die Vertagsparteien zu einer fristlosen Lösung des Lehrvertrages berechtigen. Bierast fügt hinzu, daß mit anderen Gruppen des Einzelhandels wohl zweifellos in aller Kürze ähnliche Abmachungen getroffen werden würden. In Kreisen der Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels wird dem Rdz grundsätzlich zu den Schulungsmaßnahmen noch erklärt, daß man im Handel davon ausgehe, daß die Träger der rein fachlichen Schulung die zuständigen rein fachlichen Organisationen sind, also bei den Unternehmern die Unternehmerorganisationen, bei den Angestellten die Angestelltenorganisationen. Soweit bei der Schulung die weltanschauliche Grenze berührt werde, komme die Einschaltung der politischen Organisationen in Betracht, d. h. für die Unternehmer die RS=Hago, für linge und den Nachwuchs die Reichsjugendführung Der Maler Hindenburgs Einer der bekanntesten Maler der Gegenwar## Professor Dr. h. e. Hugo Vogel, ist in der Nacht zum Mittwoch im Alter von 79 Jahren verstorben. Hugo Vogel wirkte 1887 bis 1892 als Professor an der Königlichen Akademie in Berlin. Seine Werke sind weit über Deutschlands Grenzen bekannt geworden. Er malte Geschichtsbilder aus der Reformzeit. Er war der gesuchteste Porträtist vieler führender Persönlichkeiten. Mehrere Bildnisse des Generalfeldmarschalls von Hindenburg stammen von ihm. Während des Krieges im Osten begleitete er Hindenburg. Vogel war auch schriftstellerisch tätig. Unter dem Titel„Als ich Hindenburg malte“ gab en seine Erinnerungen heraus. 1923 wurde der Künstler Ehrendoktor der medizinischen Fakultät der Universität Berlin. Hugo Vogel war Mitglieb der Preußischen Akademie der Künste. Er erwarb sich zahlreiche große Goldene Medaillen, u. a. von Berlin, München, Chicago, Buenos Aires. Fischertragödie auf der Ostsee Fünf Fischer ertrunken Am Dienstag, kurz nach 15 Uhr, ereignete sich, wie erst jetzt bekannt wird, auf der Östsee bei dem Dorf Wittenberg ein sehr schweres Bootsunglück. Ein mit fünf Fischern besetztes Segelboot wurde ungefähr 40 Meter vom Strande von einem heftigen Sturm überrascht. Das Boot wurde von einer Welle, die bis an die Mastspitze hochschlug, zum Kentern gebracht. Alle fünf Insassen fanden den Tod. Infolge der Stärke des Sturmes waren Rettungsversuche vom Strande aus unmöglich, obwohl das Unglück beobachtet worden war. Ein zweites Boot, das sich zur gleichen Zeit der Nähe der Unglücksstelle befand und mit vier Personen besetzt war, konnte von einem anderen Boot ins Schlepptau genommen und schließlich an der Küste des Korridors auf Strand gesetzt werden. 2 Berliner hitlerjungen vermißt Seit dem 6. September d. J. wird der 16jährige Berliner Bäckerlehrling Hans Zander vermißt. Der Junge ist 1,70 Meter groß, dunkelblond, im Oberkiefer fehlt ihm ein Zahn, Narbe an der rechten Stirnseite. Er trägt H3=Uniform mit Militärmantel, dazu schwarze Schaftstiefel. Zusammen mit ihm reist ein anderer Hitlerjunge namens Rolf Schulze, gleichfalls in HI=Uniform. Beide haben Fahrräder mit und wurden zuletzt in Magdeburg gesehen. Hier sollen sie geäußert haben, nach Elberfeld, dem Rheinland und dem Saargebiet fahren zu wollen. Seitdem fehlt jede Spur von ihnen. Zweckdienliche Mitteilungen erbittet die Vermißtenzentrale des Polizeipräsidiums. Große Feuersbrunft in einem niederschlesischen Dorf Eine verheerende Feuersbrunst suchte das niederschlesische Dorf Sollschwitz heim. Das Feuer kam beim Dreschen in der Scheune des Bauern Graf zum Ausbruch. Es verbreitete sich rasch über das ganze Gehöft und griff dann später auf zwei weitere Gehöfte und zwei Scheunen über. Zur Bekämpfung des Feuers waren die Feuerwehren aus der weiten Umgebung sofort zur Stelle, desgleichen eine Abteilung des Freiwilligen Arbeitsdienstes. Vernichtet wurden große Erntevorräte, landwirtschaftliche Maschinen und Geräte, das Hausmobiliar beider Wirtschaften und vermutlich auch ein großer Teil des Viehbestandes. Die Warschauer Polizei hat 48 Mitglieder der illegalen Organisation„Das Lager der nationalen Revolution“ verhaftet. Condons Adresse bei hauptmann Neue Belastungen Der im Zusammenhang mit der LindberghAngelegenheit verhaftete Hauptmann wird erheblich belastet durch einen Fund, den Beamte bei einer Haussuchung in seiner Wohnung machten. Der Anklagebehörde wurde ein Stück der hölzernen Wandbekleidung aus der Wohnung Hauptmanns vorgelegt, auf der die Adresse und Telephonnummer des Mittelsmannes von Lindbergh, Dr. Condon, aufgezeichnet ist. Der Staatsanwaltschaft gegenüber erklärte Hauptmann, er habe sich die Adresse damals aufgeschrieben, weil er sich für den Fall Lindbergh interessierte. Die Polizei setzte die Durchsuchung der Wohnung und der Garage Hauptmanns fort. In letzterer wurden weitere 840 Dollarnoten und eine geladene automatische Pistole von kleinem Kaliber gefunden. Die Geldscheine waren zusammengerollt in Türlöcher hinter einem Brett, das an der Wand hing, gestopft worden. Ein Teil des Geldes wurde sofort dem Untersuchungsausschuß zugeleitet, der, wie Staatsanwalt Poley mitteilte, das Geld als einen Teil des Lösegeldes erkannte. Lindbergh sagte am Mittwoch etwa 17 Minuten vor dem Untersuchungsausschuß über seine damaligen Verhandlungen wegen des Lösegeldes aus. Höllenmaschine an Bord? Vom Untersuchungsausschuß für den Brand an Bord der„Morro Castle“ wurde Arthur Pender vernommen, der in der Unglücksnacht die Wache hatte.„. Grscat Los Lur Grund Pender vertrat die unsicht, vaß der Brand durch eine Bombenexplosion zum Ausbruch gekommen sei. Er habe einen lauten durchdringenden Explosionsknall aus der Richtung des Schreibzimmers oder des Kajütenganges vernommen. Als er sich dorthin begab, habe er einen jungen Mann in grauem Anzug bemerkt, den er nie zuvor gesehen habe und der auch kein Mitglied der Besatzung gewesen sei. Weiter habe er gesehen, daß ein Mitglied der Besatzung einen Schrank öffnete, aus dem Flammen schlugen. Eisenbahnräuberbanden vernichtet 68 000 streiken noch Die Arbeit in der amerikanischen Textilindustrie noch nicht überall aufgenommen Der Führer der streikenden Textilarbeiter, Gorman, hat erklärt, in mehreren Textilzentren der Südstaaten herrsche eine starke Stimmung für einen Wiederbeginn des Streikes, da bei der Wiedereinstellung streikender Textilarbeiter angeblich zahlreiche Benachteiligungen vorgekommen seien. In einigen Bundesstaaten, wie z. B. New Jersey und Maine war der Betrieb in den Textilfabriken ziemlich normal, in anderen Textilzentren, besonders in den Südstaaten, sind noch zahlreiche Fabriken geschlossen. So stehen in Nord= und Südkarolina noch 182 Fabriken mit einer Belegschaft von 68 000 Mann im Ausstand. 526 Fabriken haben dort die Arbeit wieder aufgenommen. In Tennessee hat nur eine Textilfabrik ihre Tore wieder geöffnet. In wenigen Zeilen Reichsaußenminister Frhr. von Neurath hat dem englischen Botschafter in Berlin in einem Schreiben seine tiefempfundene Anteilnahme anläßlich des schweren Grubenunglücks in England zum Ausdruck gebracht. Der Reichsjustizminister eröffnete am Mittwoch im Preußenhaus die neunte Jahrestagung des Internationalen LuftprivatrechtsAusschusses. Der Ausschuß hat die Aufgabe, die gebotene internationale Vereinheitlichung des Luftprivatrechts vorzubereiten. Entgegen irreführenden Pressemeldungen wird amtlich mitgeteilt, daß sich im Aufbau oder in der Zuständigkeit der Reichskulturkammer nichts geändert hat. Der Politische Ausschuß des Völkerbundes hat am Mittwochvormittag beschlossen, der Vollversammlung die Aufnahme Afghanistans zu empfehlen. Der Leiter der Nira, General Johnson, ist von seinem Posten zurückgetreten. Der Rücktritt wird in der amerikanischen Presse mit Zustimmung aufgenommen. Es mache sich jetzt ein Gefühl der Erleichterung bemerkbar. Der Führer des Hauptlagers der deutschen Himalaja=Expedition, Reichsbahninspektor Hans Hieronimus von der Reichsbahndirektion Altona, ist Dienstag in Altona eingetroffen. 1 Die Lehrerin Barbara Hansen aus Platten im Kreise Wittlich unternahm in Begleitung mehrerer Personen einen Aufstieg zum Beim Abstieg stürzte sie ab. Die Retten kon Kofel. Beim Ab tungsmannschafte# connten sie bergen. nur als Leiche Halbamtlich wird aus Mukden mitgeteilt, daß mandschurische und japanische Truppen an der östlichen Linie der chinesischen Ostbahn die chinestschen Banden, die in den letzten Monaten reiche Ueberfälle auf die Bahn durchführten, angegriffen und nach schwerem Kampte v55/ ver 481m dn Kas lz 1g8 a 1e. nichtet haben. Die Chinesen verloren 200 Mann; was präsidium des Bollz an Toten und Verwundeten, während sich die schusses der Komintern hat beschlossen, Verluste der verbündeten Truppen auf drei Offiziene und 50 Mann an Toten und Verwundeten Der Schweizer Nationalrat stimmte der vom Ständerat bereits genehmigten Verlängerung der ersten Dienstzeit(Rekrutenschule) bei den Hauptwaffen(Infanterie, Kavallerie, Artillerie) um etwa drei Wochen zu. ziere und belanfer. den 7. Weltkongreß der Kommunistischen Internationale in der ersten Hälfte des Jahres 1995 stattfinden zu lassen. Statt Karten! Für die überaus herzliche Antellnahme und die zahlreichen Kranzspenden beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen wir allen, besonders Herrn Pfarrer Hagemann für seine trostreichen Worte am Grabe und der evangelischen Frauenhilfe Schwerte-Nord unseren tiefempfundenen Dank. Familie Heinrich Krabusch Schwerte, Im September 1934. 1838 Eine alte, gut eingeführte Krankenversicherung sucht für den Bezirk Schwerte einen ständigen, rührigen Miturbenter Entsprechende Vergütung, evtl. Inkasso. Angebote sind unter Nr. 1889 an die Geschäftsstelle der Schwerter Zeitung zu richten. Wenn die den Antsuh gahlen und die Einnahmen steigen, dann macht die Arbeit noch mal so viel Freude. Aber ob das Geschäft gut geht oder schlecht— ohne Werbung, ohne regelmäßige Anzeigen in der „Schwerter Zeitung“ versäumen Sie das wichtigste: nämlich Ihr Geschäft auch allen denjenigen bekanntzumachen, die noch nicht zu Ihren Kunden zählen. Darum benutzen Sie das erfolgerprobte Heimatblatt die Zuverl. Person für dort. Bezirkstllale als Generalvertr. gesucht hoh. dauernder Verd. Berut gl. (kostenlos) 1330 Gehring& Co. G. m.b. H. Unkel Rhein 2e7 Wegzugshalber wird in dem Hause Haselackstr. s b. die II. Etage, 4 Zimmer große Diele, Baderaum, z. 1. Nov. frei. Durch Umbau Parterre 4 Zimmer od. 2 mal 2 Zimmerwohnungen z. 1s. Okt. zu vermieten. 1885 Wwve. Jos. Ante. Veranm=Eiro Ohe Kanik burch gale=Reriankt 14—16 Jahre alt gesucht. S Wilh. Rath, Wilhelmshütte. billig und gut CARL Westhosen, 27. Sept. Betrogene gesucht. Im Monat Mai d. J. trat hier ein Schwindler auf, der einen Kaufmann schädigte. Er schwindelte ihm vor, daß er Beauftragter eines Unternehmens für den Reichsautostraßenbau sei und größere Lagerräume für Baumaterialien und Geräte anmieten müsse. Der Schwindler fertigte gleich einen Mietvertrag aus und leistete auch durch Hergabe von Schecks eine Anzahlung auf den Mietpreis. Nach kurzer Zeit kam er wieder und erklärte, er müsse einen größeren Barbetrag haben, um den Mietvertrag vorstempeln lassen zu können. Durch sein gewandtes Auftreten gelang es ihm, den Kaufmann zur Hergabe des Geldes zu bewegen. Hinterher stellte sich heraus, daß die Schecks aus einem gestohlenen Scheckbuch stammten und der Mann nur darauf ausgegangen war, sich die angeblichen und in anderen Fällen recht hohen Stempelgebühren zu erschwindeln. Dieselben Schwindeleien hat der Mann in der Umgebung in einer ganzen Reihe von Städten begangen, bis er jetzt endlich in Worms von der Polizei festgenommen werden konnte. Es handelt sich um einen 32 jährigen Kaufmann Fredy Köllermann aus Bochum. Falls noch weitere Personen im hiesigen Bezirk durch den Schwindler geschädigt worden sind, sollen sie sich umgehend bei der Polizeibehörde melden. Westhofen, Tierkadaver müssen an die Verwertungsstelle abgeführt werden. Ein Landwirt von hier wurde zur Anzeige gebracht, weil er von einem verendeten Rind die Haut abgezogen und den Kadaver vergraben hatte. Anscheinend ist immer noch nicht genügend bekannt, daß zur Verhütung von Seuchen verendete Tiere sofort der Ortspolizeibehörde gemeldet werden müssen, die die kostenlose Abholung der Kadaver, ohne daß die Haut abgezogen werden darf, durch die Tierkörper=Verwertungsanstalt veranlaßt. Für die Haut wird eine Entschädigung gezahlt. Aus der Umgebung Rünthe, 26. Sept. Brand eines Wohnhauses. Am Montag gegen 16 Uhr ertönte plötzlich die Feuersirene. Bei dem Invaliden Schimschar, der ein Koloniehaus in der Stapelstraße bewohnt, war auf dem Stallboden ein Feuer ausgebrochen. Da der Brand nicht sofort entdeckt wurde und die Bewohner des Hauses auf dem Felde bei der Kartoffelernte waren, sprang das Feuer auch auf den Hausboden über. Die Feuerwehr sowie die Polizei erschienen kurz nach Ausbruch des Feuers an der Brandstelle. Nach etwa einer Stunde gelang es den Feuerwehrleuten, den Brand zu löschen. Der Dachstuhl sowie der Stallboden wurden ein Raub der Flammen. Durch die in das Haus hineingeschleuderten Wassermengen brachen die Decken der Wohnung zum Teil ein. Eine Anzahl Tauben, Heu= und Strohvorräte sind verbrannt. Das Vieh sowie das ganze Mobilar wurden gerettet. Das Feuer hatte sich bis auf den Boden des Nachbarn ausgebreitet. Es ist lediglich dem tatkräftigen Eingreifen der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr zu danken, daß die Bewohner des ganzen Hauses vor größerem Schaden bewahrt geblieben sind. Sch., der durch den Brand obdachlos geworden ist, wurde sofort eine andere Wohnung vorläufig zur Verfügung gestellt. Bochum=Hövel, 26. Sept. Bootshaus ausgeplündert. In einer der letzten Nächte wurde das an der Lippe gelegene Bootshaus des Rudervereins Stockum von Einbrechern schwer heimgesucht. Die unbekannten Täter verschafften sich gewaltsam Eingang in den Raum und stahlen Decken, Zeltbahnen, Badekleider, Pullover und andere Sachen, mit denen sie unbemerkt verschwinden konnten. Heeßen, 26. Sept. Einschweres Motorradunglück ereignete sich in der Nacht gegen 3 Uhr in der Nähe von Lünen. Zwei auf der hiesigen Zeche Sachsen beschäftigte Schlosser hatten eine Tour dorthin unternommen. Auf einer Kreuzung gerieten sie vor einem eisernen Lichtmast. Der Soziusfahrer Hendann war sofort tot, während der Fahrer Jackenkroll mit schweren Beinverletzungen ins Krankenhaus transportiert werden mußte. Die Ursache ist noch unbekannt. Lüdenscheid. Beurlaubt wegen Eidesverweigerung. Die Schulbehörde hat den Hilfsschullehrer W. vorläufig beurlaubt. Er hatte es bei der kürzlich erfolgten Vereidigung der Volksschullehrer abgelehnt, den Eid auf den Führer und Reichskanzler zu leisten. RS. Kulturgemeinde Schwerte Jeder Volksgenosse, jede Volksgenossin wird Mitglied der NS. Kulturgemeinde! Folgendes ist zu beachten:: 1. Der Jahresbeitrag beträgt RM. 1,—; für Personen mit steuerfreiem Einkommen RM. 0.20, dgl. für Mitglieder der Jugendgruppen. 2. Jedes Mitglied verpflichtet sich zum Besuch der von der NS. Kulturgemeinde im Verlauf des Winterhalbjahres durchgeführten vier bis fünf Veranstaltungen.(Theater, Konzert, Vortrag.) Das endgültige Winterprogramm 1934/35 wird in Kürze vorgelegt. 3. Die Abonementskosten werden bei genügender Beteiligung RM. 3,— nicht übersteigen. Es ist vorgesehen, diesen Betrag in Monatsraten von RM. 0,50 einzuziehen. 4. Die Mitgliedschaft berechtigt bei Vorzeigung der Mitgliedskarte zu verbilligtem Theaterbesuch bei allen großen Theatern, die mit der RS. Kulturgemeinde in Verbindung stehen. Westfalen in der Reichshauptstadt Augenblicksbilder von der Reichstagung der„Deutschen Christen“ und der Einführung des Reichsbischofs Von einem Teilnehmer an der Reichstagung der Deutschen Christen wird uns s. a. mitgeteilt: Der riesige Sportpalast in Berlin ist überfüllt am Vorabend der Reichstagung der deutschen Christen. Die Fahnenträger marschieren ein in einer langen Reihe. Eine sehr große Anzahl dieser Fahnen werden von westfälischen Männern getragen, die kurz vorher in zwei Sonderzügen angekommen sind. Der Westfalengau ist mit seinen rund 1500 Abgesandten bei weitem am stärksten hier vertreten. Der tatkräftige Landesleiter Lange aus Hamm steht hinter allem. Nun hört man mit Ernst und Eifer auf die Worte des Reichsleiters Dr. Kinder, des stammverwandten Reichsbischofs und der vielen Redner, die aus allen Gauen, aus dem Saargebiet, aus abgetrennten Landesteilen die Grüße der Volks- und Glaubensgemeinschaft bringen. * Am Sonnabendmittag kommt für die Westfalen eine große Stunde. Mitten in den arbeitsreichen Tag hinein gibt es eine heimatliche Begegnung mit dem Reichsbischof. Man sitzt noch an den Mittagstischen. Der Reichsbischof erscheint, stürmisch begrüßt, das Westfalenlied erklingt, er geht zwischen allen Tischreihen hindurch. Jeder kann ihm ins Auge sehen. Dann spricht er in seiner schlichten, herzlichen Weise zu allen: wie wohl ihm das tue, mitten in Berlin unter Westfalen zu sein, wie er so tief berührt sei, daß er an seine Mutter denken müsse, die Mutter sei vor allem der Inbegriff der Heimat; freilich sei wieder einmal das Wort wahrgeworden, daß der Prophet in seinem Vaterlande nichts gelte. Aber er glaube angesichts der großen anwesenden Westfalenschar, die in Treue zu ihm halte, daß dies Wort auch einmal überwunden werden könne. Inzwischen müsse man treu und tapfer sein.„Wi holt ut!“ Seine Worte weckten ein herzliches, starkes Echo in der großen Versammlung. Dann sprach der Reichsleiter der deutschen Christen zu den Westfalen. Er freue sich immer, nach Westfalen zu kommen und zu Westfalen zu reden, man wolle sich gegenseitig die Treue halten: Treue um Treue! Das Deutschlandlied und das Horstwessellied beschloß die schöne Stunde.— Am Abend desselben Tages ist nach dem feierlichen Akt in der Krolloper ein großer Fackelzug. Die Westfalen marschieren voran. Ihre Fahnen und Fackeln gehen durch das Brandenburger Tor, senken sich am Ehrenmal der Gefallenen, stehen am Dom mit den anderen. Man hört die Feldpredigt des Reichsbischofs über das Wort der Bergpredigt von dem Hause, das auf Felsen gegründet werden muß, wenn es nicht im Sturme fallen soll. Die Lautsprecher tragen das Wort durch den Abend zu einer großen Menschenmenge, die sich hier versammelt hat. * Beim Festakt der Nationalsynode im Preußenhaus ist unter den Grußworten an den Reichsbischof eins, das besonders dankbar aufgenommen wird. Es ist das Wort des westfälischen Landesleiters der deutschen Christen, K. Lange. Immer wieder ertönt starker Beifall, wenn er von der Treue der schlichten Menschen aus dem Westen spricht.„Wir sind stolz darauf, daß Sie ein Westfale sind!“ Im Dom ist eine weihevolle Stunde am Sonntagmittag: Die Einführung des ersten deutschen evangelischen Reichsbischofs vor der versammelten Gemeinde. Wer sie miterleben durfte, wird sie nicht vergessen können, weil sie geschah unter so ernsten äußeren Umständen. Der Reichsbischof legt sein Gelübde ab mit tiefem Ernst.„Ich gelobe in Gegenwart des Allmächtigen, im Namen des Herrn Jesus Christus, im Angesicht dieser Gemeinde: Ich bin willens, das Amt eines lutherischen Reichsbischofs der Deutschen Evangelischen Kirche, dem heiligen Evangelium gemäß, zu führen, wie Martin Luther es angedeutet hat, zur Ehre Gottes, zum Heil seiner Kirche, zum Wohle des Volkes. Gott helfe mir.“ Die Bischöfe treten heran. Jeder nennt die Kirche, in deren Namen er dem Reichsbischof Grüße und Segenswünsche mit einem Bibelwort bringt. Es ist eine lange Reihe, die Weite und Vielgestaltigkeit der Deutschen Evangelischen Kirche tritt hier in Erscheinung. Der Bischof von Westfalen spricht: Die Evangelische Kirche Westfalens grüßt ihren Landsmann und Reichsbischof in Verehrung und Treue mit dem Wort: Laßt uns rechtschaffen sein in der Liebe und wachsen an dem, der das Haupt ist, Christus. 5. Einzeichnungslisten liegen aus im Parteibüro der NSDAP., in der Geschäftsstelle der NSBO. und in der Buchhandlung Braus; dgl. nimmt Beitrittserklärungen entgegen der Ortsgruppenobmann der NS. Kulturgemeinde(Rektor Berensmann), der gern nähere Auskunft erteilt. Achtung! Achtung! Ein Katzenaug' Du stets verwend', Das Auto Dich sonst überrennt! Und hänge niemals Dich sodann Bei einem andern Fahrzeug an! Einziehung volks= und staatsfeindlichen Vermögens. Im Regierungsbezirk Arnsberg ist laut amtlicher Bekanntgabe als volks= und staatsfeindlich neuerdings das beschlagnahmte gesamte Vermögen folgender Vereine und Verbände zugunsten des preußischen Staates eingezogen worden: des Deutschen Freidenkerverbandes Dortmund, der Illegalen KPD. in Dortmund(Rosteck und Genossen), des Volkschors Lünen, des Kartells der freien Gewerkschaften in Lünen, des Freidenkervereins Lünen, des Arbeitergesangvereins„Freie Sänger“ Lünen=Horstmar=Niederaden, des Gesangvereins Lünen=Süd, des Arbeiter=Gesangvereins Lünen=Derne, des Arbeiter=Samariterbundes Lünen=Brambauer, der Arbeiter Samariterkolonne in Wattenscheid, der ArbeiterWohlfahrt Bochum=Wiemelhausen, des Touristenvereins„Die Naturfreunde“, Ortsgruppe Evingsen, der SPD=Ortsgruppe Meschede und des Radfahrervereins„Morgenstern“ in MarkOstwennemar. Mit der Einziehung erlöschen die an dem Eigentum bestehenden Rechte, soweit sie nicht dinglich gesichert sind. Verkaufskundliche Schulungskurse der Industrieu. Handelsrammer zu Dortmund (Einzelhandelsvertretung.) Es wird an dieser Stelle nochmals auf die von der Industrie= und Handelskammer Dortmund in der Zeit vom 2. bis 18. Oktober veranstalteten verkaufskundlichen Kurse des Herrn Dr. G. Schatte, Berlin, hingewiesen. Die Vortragsreihe ist wie folgt gegliedert: 1. Abend: Einzelhandel und Verkäufer. 2. Abend: Verkäufer und Kunde. 3. Abend: Der Kunde und seine Behandlung. 4. Abend: Das Verkaufsgespräch. 5. Abend: Das Verkaufsgespräch(Fortsetzung). In einer Zeit, in der alle Kräfte angespannt werden müssen, um einen wirtschaftlichen schwung unseres Volkes zu erzwingen, sollten die Geschäftsinhaber und ihre Mitarbeiter die Gelegenheit zur Vertiefung ihres beruflichen Wissens, die ihnen durch diese Kurse geboten wird, nicht versäumen. Wie schon betont, stellt Herr Dr. Schatte nicht etwa als reiner Theoretiker trockene Lehrsätze auf, sondern er versteht es, seine in der Praxis erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen, vertieft durch eine vielseitige wissenschaftliche Ausbildung, in lebendiger Form den Hörern nahezubringen. Die Schulungsabende finden am 2., 5., 10., 15. und 18 Oktober, 20 Uhr, in der Aula des Schillerlyzeums, Dortmund, Hoherwall 9, statt. Die Teilnehmergebühr für den gesamten Kursus beträgt RM. 2,50, die Einzelkarte 0,75 Reichsmark. Es ist dringend zu empfehlen, von dem Erwerb einer Einzelkarte abzusehen, da nur der Besuch des gesamten Kursus wirklichen Erfolg zeitigen kann. Vorbestellungen sind zu richten an den Verein für Handel und Gewerbe e. V., Schwerte, Fernruf 2195. Börsen und Märkte Dortmunder Zucht= u. Faselviehmarkt vom 26. September. Auftrieb: 521 Stück Großvieh, 42 Schweine, 78 Kälber. Der Handel war in guten Tieren mittel, sonst langsam, Ueberstand. Es kosteten hochtragende und frischmelke Kühe 1. Qualität 365—385 Rm., 2. Qualität 320 bis 360 Rm., 3. Qualität 250—310 Rm. Rinder 170—300 Rm. Beste Tiere wurden über Notiz bezahlt. Sämtliches zum Markt aufgetrieben gewesenes Großvieh ist gegen Maul= und Klauenseuche geimpft worden.— Am Schweinemarkt war der Handel langsam. Es kosteten Ferkel im Alter von 6 bis 8 Wochen 9—12 Rm, von 8 bis 10 Wochen 13—18 Rm, von 10 bis 12 Wochen 20—30 Rm. Der nächste Markt findet am 3. Oktober statt. Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Heinz Friedrich Kamecke. Schwerte=R. Verantwortlich für den gesamten Tertteil: Heinz Friedrich Kamecke. Schwerte=R. Für den Anzeigenteil: Hans Linner, Schwerte=R. D. A. VIII/34. 1675.