Die„Schwerter Zeitung“ erscheint wöchentlich sechs mal. Bezugspreis wöchentl. 45 Pfg.(einschl. Trägerlohn). Einzelnummer 10 Pfg. Geschäftsstelle Gr. Marktstraße 3—5. Postscheckkonten: Dortmund 2852 und Hannover 21874. Verantwortlich. Hauptschriftleiter: Heinz Friedrich Kamecke. Verantwortl. für d. gesamt. Texteil: Heinz Friedrich Kamecke. Für den Anzeigenteil: Hans Linner; sämtlich in Schwerte. Druck u. Verlag: Carl Braus, Schwerte.— D. A. VII/34: 1700 Heimalblatt Einzige in Schwerte gedruckte Tages=Zeitung Anzeigenpreise: Für die sechsgespaltene Millimeterzeile(46 mm breit) 6 Pfg. Familien=, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4 Pfg. Reklame: Millimeterzeile 20 Pfg. Nachlässe nach Tarif 9 a. Für telefon. aufgegeb. Inserate übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorhergeseh. Betriebsstörung., hervorgerufen durch höh. Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr, für pünktl. Erscheinen d. Zeitung u. kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erhoben werden. Tageblatt für die Stadt Schwerte und das Amt Westhofen Gp; Kreisblatt für den nördlichen Teil des Landkreises Iserlohn Nr. 197 Schwerte(Ruhe), Freitag, den 24. August 1934 67. Jahrgang Keine Nein=Sager=Jagd Due Programm des=Neichspartenagee tagungen statt, auf denen u. a. Dr. Göbbels, Walther Darre, Rudolf Heß. Reichsminister Rust, Dr. Frick, Dr. Frank, Feder, Dr. Todt, Alfred Rosenberg. Schemm, Dr. Ley, Hierl, Neef sprechen werden. Nachmittags um 5 Uhr findet ein Volksfest im Stadiongelände statt. Sonntag, 9. September 8 Uhr: Appell der SA und SS in der Luitpold=Arena mit einer Heldenehrung. Nach der Rede des Führers Weihe von 200 Feldzeichen. Anschließend Marsch der SA und SS durch die Straßen und Vorbeimarsch vor dem Führer am Adolf=Hitler=Platz. Montag, 10. September: Vorführungen der verschiedenen Waffengattungen der deutschen Wehrmacht. 18 Uhr: Fortsetzung und Schluß des Parteikongresses. Er spricht der Führer. Leni Riefenstahl filmt wieder den Film vom Reichsparteitag 1934 Wie wir erfahren, ist die Schöpferin des vorjährigen Reichsparteitag=Films„Sieg des Glaubens“, Leni Riefenstahl, über ihre damaligen Aufgaben hinaus, nun mit der gesamten künstlerischen und technischen Oberleitung beauftragt worden. Im Gegensatz zum vorjährigen Film sind nicht nur die Ereignisse von Nürnberg selbst einzufangen, sondern in einem abendfüllenden Film soll sich um den Kern des feierlichen Geschehens von Nürnberg die Geschichte der nationalsozialistischen Freiheitsbewegung ranken. So ist eine Aufgabe zu meistern, die große Verantwortlichkeit voraussetzt. Seit Wochen werden bereits in ganz Deutschland Aufnahmen für diesen Film gemacht. Dr. Sleidie Gesandter m Rom! Jägerlatein der Auslandspresse In der Auslandspresse sind Meldungen verbreitet, daß als Beginn einer großen Aktion gegen die Rein=Sager am Mittwoch von der Geheimen Staatspolizei 150 Personen verhaftet worden seien, die im Verdacht ständen, gegen Hitler gestimmt zu haben. Nach den Meldungen dieser Auslandsblätter soll es sich bei den Verhafteten vorzugsweise um Angehörige zweier verschiedener Bevölkerungsgruppen, nämlich um Katholiken und um Juden, handeln. Das ist nach Ansicht dieser Blätter das Signal zu allgemeinen großen Unterdrückungsmaßnahmen und zu einer Jagd auf die Nein=Sager. Diese Jagd besteht, wie wir von zuständiger Stelle erfahren, nur in der Phantasie der Auslandspresse. Die Meldungen sind natürlich von Anfang bis zu Ende erlogen. Verhaftungen aus den angegebenen Gründen sind selbstverständlich in keinem Falle vorgekommen. Es scheint, daß hier wieder von übelwollenden und sensationslüsternen Berichterstattern einzelne in den letzten Tagen vorgekommene Verhaftungen von Kommunisten, die im Rahmen eines seit langem laufenden Hochverratsverfahrens vorgenommen wurden, zum Anlaß einer verleumderischen Hetze genommen worden sind. Kraftwagen 20 Meter kief abgestürzt Fünf Schwerverletzte Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich abends auf der Straße von Landeck nach Reichenstein. Bei dem Versuch, durch starkes Bremsen einen Zusammenstoß mit drei Radfahrern zu vermeiden, geriet ein von einer Frau gesteuerter Kraftwagen ins Schleudern und stürzte eine 20 Meter tiefe Böschung hinab. Die fünf Insassen des völlig zertrümmerten Kraftwagens wurden schwer verletzt ins Krankenhaus geschafft. Das 1¾jährige Kind der einen Wageninsassin kam ohne Verletzungen davon. Ein Radfahrer wurde Überfahren und lebensgefährlich verletzt. Auf dem Flugplatz in Finowfurth startete zum zweiten Male der Heißluftballon, über den bereits am Mittwoch berichtet wurde. Unter Führung des Erfinders Rudolf Brunner erreichte der Ballon eine Höhe von 1500 Meter. Der Südwind trieb den Ballon in Richtung Lichterfelde. Am sich nicht allzu weit von dem Startplatz zu Soeben ist das Programm des Reichsparteitages 1934 nach entscheidenden Besprechungen auf dem Obersalzberg bei Berchtesgaden in seiner endgültigen Form festgelegt und veröffentlicht worden. Der Reichsparteitag 1934 beginnt am Dienstag, 4. September, mittags mit einem Empfang der Auslandspressevertreter durch den Auslondspressechef der NSDAP., Dr. Hanfstaengl, in der Ehrenhalle des Germanischen Museums. Nachmittags empfängt der Reichspressechef Dr. Dietrich alle in Nürnberg anwesenden Pressevertreter im Kulturvereinshaus. Am Abend wird der Parteitag durch die Glocken sämtlicher Kirchen Rürnbergs eingeläutet, worauf ein Empfang der Spitzen von Partei und Staat im Rathaussaal erfolgt. Hier wird der Führer eine Ansprache halten. Am Mittwoch, 5. September, vormittags, findet die feierliche Eröffnung des Parteikongresses in der Luitpoldhalle statt. Abends spricht der Führer auf der Kulturtagung der NSDAP. im Apollo=Theater. Donnerstag, 6. September: Appell des nationalsozialistischen Arbeitsdienstes auf der Zeppelinwiese. Es spricht der Führer. Am frühen Nachmittag erfolgt ein etwa zweistündiger Vorbeimarsch des nationalsozialistischen Arbeitsdienstes vor dem Führer am Adolf=Hitler=Platz. Am späteren Nachmittag Fortsetzung des Parteikongresses. Freikag, 7. September, vormittags: Fortsetzung des Parteikongresses, nachmittags Tagungen der RS.=Kriegsopferversorgung im Kulturvereinshaus und des Amtes für Volksgesundheit im Katharinenbau, abends 6 Uhr: Appell der politischen Leiter auf der Zeppelinwiese im Stadiongelände, Rede des Führers. Ab 21 Uhr Abnahme des Fackelzuges der politischen Leiter durch den Führer am Hauptbahnhof. Samstag, 8. September: Der Führer spricht um 10 Uhr vormittags zu 60 000 HitlerJungen in der Hauptkampfbahn des Stadions. Am gleichen Tage finden zahlreiche Sonderentfernen, entschloß Brunner sich nach einer Flugdauer von 19 Minuten zur Landung auf einem Acker in der Nähe von Lichterfelde. Nach der Landung erklärte Brunner, daß es ihm ein leichtes gewesen wäre, eine Höhe von 2000 Meter zu erreichen. Wie von Wiener informierter Seite mitgeteilt wird, steht die Besetzung des durch die Amtsenthebung Dr. Rintelen freigewordenen Gesandtenpostens in Rom unmittelbar bevor. Der Posten wird mit dem jetzigen Generalkonsul in Triest und Landesführer der Tiroler Heimwehren, Dr. Richard Steidle, besetzt werden. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus. Schuschniggs Rizzaer Besuch Der österreichische Bundeskanzler Schuschnigg ist in Rizza von Pressevertretern geradezu belagert worden, da die verschiedensten Gerüchte im Umlauf waren. Man spricht von einer möglichen Begegnung mit einem französischen Staatsmann, von einer Zusammenkunft mit dem in Aix=lesBains zur Kur weilenden Stanley Baldwin und auch von Verhandlungen mit Titulescu, der sich an der Cote d'Azur aufhält. Bundeskanzler Schuschnigg hat es kategorisch in Abrede gestellt, daß sein Aufenthalt in Nizza politische Zwecke verfolge. Ueber seine Besprechungen von Florenz befragt, erklärte er, wir haben den römischen Pakt ergänzt. Schuschnigg bekräftigte, daß die Frage der Habsburger in Florenz überhaupt nicht angeschnitten worden sei. Sie sei nicht aktuell. Allerdings gebe es für Oesterreich eine rein innenpolitische Habsburger Angelegenheit, die der Beschlagnahme des ehemaligen kaiserlichen Besitzes, die durch die Revolutionsgesetze beschlossen worden sei. Möglicherweise werde die österreichische Regierung nach dieser Richtung etwas unternehmen. Nervosität in Prag wegen Florenz In den Meldungen der der Prager Burg nahestehenden tschechischen Presse über Ergebnisse der Florentiner Besprechungen zeigt sich am Donnerstag eine Nervosität, die vor allem darauf zurückzuführen ist, daß man glaubt, aus dem Kommunique Fortschritte der habsburgischen Möglichkeiten herauslesen zu können. So gibt z. B. der Wiener Berichterstatter der„Lidove Noviny“ zunächst die Beängstigungen wegen verschiedener vermuteter Reiseaufenthalte Schuschniggs wieder, wobei immer wieder der Verdacht betont wird, daß er doch mit der Exkaiserin Zita eine Zusammenkunft gehabt haben könne. Hinrichtung in Leoben Das Gnadengesuch des von dem Leobener Militärgerichtshof zum Tode verurteilten Rudolf Erlbacher wurde abgewiesen. Erlbacher wurde durch den Strang hingerichtet. Zu schweren Kerkerstrafen verurteilt Nach einstündiger Beratung erkannte das Wiener Standgericht sämtliche Angeklagten, die der Sprengung einer Brücke in der Nacht zum 28. Juni bei Henndorf beschuldigt wurden, schuldig und verurteilte einen zu acht Jahren schweren Kerker und drei zu lebenslänglichem schweren Kerker, verschärft bei allen Angeklagten durch einen Fastentag vierteljährlich und Dunkelheit am 28. Juni jeden Jahres. Vor dem Militärgericht in Leoben hatte sich am Donnerstag der 25 Jahre alte Schlossergehilfe Karl Marschler aus Obdach wegen Verbrechens des Hochverrats zu verantworten. Marschler wurde zu zehn Jahren schweren Kerker, verschärft durch eine Dunkelhaft an jedem 25. Juli verurteilt. Säuberungsaktionen in österreichischen Gutsbetrieben Auf zahlreichen Gutsbetrieben Oesterreichs wurden nach Mitteilung der„Reichspost“ scharfe Säuberungsaktionen durchgeführt. So hat das Stift Admont im Ennstal alle Angestellten und Arbeiter, die in die Juli=Ereignisse verwickelt waren, fristlos entlassen. Auch auf den Betrieben der Großgrundbesitzer, des Fürsten Liechtenstein, des Grafen Donnersbach und des Barons Bachofen=Echt wurden Säuberungsaktionen durchgeführt, desgleichen auf der Herrschaft des größten oberösterreichischen Gutsbesitzers, des Grafen Lamberg. Zahlreiche Forstingenieure, sowie der Güterdirektor Ingenieur Gargg wurden ihrer Stellungen enthoben. Beamtenvereidigung im ministerium Im Reichsministerium des Innern fand am Donnerstagmittag in feierlicher Form die Vereidigung der Beamten auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler statt. In Vertretung des beurlaubten Reichsinnenministers Dr. Frick richtete Staatssekretär Pfundtner vor der Vereidigung eine Ansprache an die versammelte Beamtenschaft, in der er unter Hinweis auf das Gesetz über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches und auf das überwältigende Ergebnis der Volksabstimmung vom 19. August hervorhob, daß neben Partei und Wehrmacht die deutsche Beamtenschaft die dritte Säule sei, auf die sich der Neuaufbau des nationalsozialistischen Staates gründe. Hierauf sprach der Staatssekretär den Beamten die neue Eidesformel vor, die diese unter Erhebung der Rechten nachsprachen. Tag des handwerks auch in diesem Jahre Aehnlich wie im vorigen Jahre soll auch in diesem Jahre ein Tag des deutschen Handwerks veranstaltet werden. Die Veranstaltung soll, wie das Rdz meldet, am Sonntag, 14. Oktober, stattfinden. An diesem Tage werden in allen Städten große Umzüge die ehrwürdige Geschichte des Handwerks und seinen heutigen Anteil an der deutschen Wirtschaft zeigen. Es ist geplant, für alle Zukunft einen Sonntag im Oktober als Tag auszuwählen, an dem die lebendige Verbundenheit des deutschen Handwerks mit der Volksgemeinschaft zum Ausdruck kommen soll. Alle Einwohner niedergemetzelt Ueberfall von Banditen auf ein Koreaner=Dorf Ein von Koreanern bewohntes Dorf an der Hauptbahn von Mukden nach Korea wurde von Räubern überfallen, die fast alle Einwohner niedermetzelten. Nur drei Dorfbewohner konnten flieben. Der, Hallon, dessen Hülle aus feuerfest imprägniertem Baumwollstoff besteht, erhält seinen Aufsried durch Heißluft. Diese wiro durch eine mit Rohöl gespeiste Heizanlage erzeugi, deren gewalStichflamme den Ballin so lange in der Luft halten kann, wie zu ihrer Unterhaltung Srennstoff vorhanden ist.— Das Bild zeigt links den Erfinder(in der Gondel stehend) beim Ueberprüfen der Heizanlage, rechts den Aufstieg des Ballono. Vetßiustonnon=Trreichte 1300 Meter Neuer Aufstieg Brunners— 19 Minuten Flugzeit Antwert auf die deutsche Hretesinete Die Saar-Regierungskommission erkennt die deutschen Beschwerden an Die Regierungskommission des Saargebietes hat dem Auswärtigen Amt in Berlin auf die Verbalnote vom 14. August geantwortet.- Das Wichtigste an dieser Note scheint uns zu sein, das die Regierungskommission die deutschen Beschwerden als begründet anerkennt. Sie versucht zwar, dies Anerkenntnis dadurch abzuschwächen, daß ihrerseits Beschwerden über die Haltung der deutschen Presse und des deutschen Rundfunks ihr gegenüber vorbringt. Dieser Versuch scheitert freilich völlig, denn wenn die deutsche Presse die Haltung der Regierungskommission einer zuweilen scharfen Kritik unterzogen hat, so haben dafür gewisse, von der Regierungskommission geduldete Zustände im Saargebiet, die zu den letzten beispiellosen Exzessen einiger im Saargebiet erscheinenden Blätter geführt haben, allen Anlaß gegeben. In der Note heißt es u. a., daß auch die Regierungskommission die Exzesse einiger im Saargebiet erscheinender Tageszeitungen beim Ableben des Herrn Reichspräsidenten mißbillige. Bei Erorterung der zu ergreifenden Maßregeln habe sie mit Bedauern festgestellt, daß keine Gesetzesbestimmung zur Unterdrückung schimpflicher Angriffe gegen verstorbene Staatsmänner vorhanden sei. Diese Fälle unterlägen allein dem Urteil des Anstandes und der öffentlichen Meinung. Somit habe sie nur die Ausdrucksweise, die von einigen Zeitungen des Gebietes geführt wurde, ebenso zu beklagen wie diejenigen anderer Zeitungen bei der Ermordung des österreichischen Bundeskanzlers. Die Note fährt dann u. a. fort: Was die gegen Seine Exzellenz, den Führer und Reichskanzler, gerichteten Schmähungen anbelangt, hatte die Regierungskommission bereits vor dem 14. August gegen zwei Zeitungen Sanktionen ergriffen, welche nach dem derzeitigen Stand ihrer Gesetzgebung zulässig erschienen, eine Tatsache, die der Aufmerksamkeit der deutschen Regierung entgangen sein dürfte. Sie hatte ferner vor diesem Zeitpunkt den Entwurf einer Verordnung vorbereitet, durch welche sie instandgesetzt werden soll, gegen Druckschriften, welche sich Ausfälle gegen Staatsoberhäupter zuschulden kommen lassen, einzuschreiten. Der Entwurf liegt zurzeit den gewählten Vertretern der Bevölkerung zur Abgabe eines Gutachtens vor. In ganz Amerika hatte vor einigen Tagen die Entführung des Reverend Askew erhebliches Aufsehen erregt. Askew, der als Prediger bei einer der großen amerikanischen Sekten angestellt war, verschwand plötzlich aus seinem Wohnsitz Goldsborough. Seine Frau bekundete, daß er schon seit langer Zeit Drohbriefe erhalten habe. Es traf dann auch ein Schreiben ein, in dem ein Lösegeld für den verschwundenen Prediger gefordert wurde. Bald darauf aber wurde der Vermißte von der Polizei wohlbehalten aufgefunden. Wie der Sherif von Goldsborough jetzt bekannt gibt, hat Askew ihm gestanden, daß die ganze Entführungsgeschichte seine eigene Erfindung gewesen sei. Er habe das Bedürfnis gehabt, sich einmal unbehelligt und in aller Stille erholen zu können. Die Regierungskommission hat damit im voraus die Berechtigung der in der deutschen Note vorgebrachten Beschwerde gegen die Exzesse einer unabhängigen Presse anerkannt. Sie kann indessen nicht umhin, ihrem Erstaunen darüber Ausdruck zu geben, daß die deutsche Regierung seit vielen Monaten und trotz der unbeantwortet gebliebenen Proteste der Regierungskommission in einer gesetzlich der Kontrolle des Staates unterstellten Presse einen heftigen Feldzug gegen die Regierungskommission, ihre Mitglieder und ihre Beamten duldet. Mehr noch: Angriffe oft schimpflicher Art— um dies festzustellen, genügt ein Hinweis auf eine von einem verantwortlichen Reichsminister an der Grenze des Saargebietes gehaltene Rede— wurden fast täglich durch die amtlichen deutschen Rundfunksender verbreitet. Vor dem Londoner Gericht wurde ein Prozeß gegen eine Brandstifterbande zu Ende geführt, die die englische Versicherunsgesellschaften um Millionenbeträge geschädigt hat, bis ihr im Jahre 1933 das Handwerk gelegt werden konnte. Leopold Harris und fünfzehn Komplizen hatten sich ob ihrer Taten dreiunddreißig Tage lang vor dem Strafrichter zu verantworten. Die Verhandlungen entwickelten das Bild eines Kriminalfalles. der ein Unikum in der Kriminalgeschichte darstellt und der in seinen Einzelheiten geeignet ist, die Phantasie eines Wallace und eines Conan Doyle verblassen zu lassen. Vier Personen stehen im Vordergrund aller Geschehnisse: Leopold Harris mit dem Beinamen„Der Prinz“ war der Führer der Bande. Er kennzeichnet sich als schlau, unglaublich brutal und verschlagen. Jahrelang brachte er es fertig, ein Doppelleben zu führen. Offiziell trat er bei Bränden als Sachverständiger und Taxator auf. Diese Brände In den Salzburger Bergen ereignete sich eine furchtbare Bluttat. Zwei Burschen drangen in die St. Pöltener Hütte auf den Felbertauern ein und schossen den Hüttenwirt Fritz Steinberger und das Vorstandsmitglied der Sektion St. Pölten des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins, Pirtl, nieder. Beide waren auf der Stelle tot. Die beiden Mörder eröffneten darauf auf die anwesenden Gäste ein rasendes Pistolenfeuer. Mehrere Touristen, darunter ein Holländer, sanken schwer verletzt zu Boden. Hierauf flüchteten die Verbrecher. Fünf Stunden nach der Tat konnten sie, ein 17jähriger und ein 23jähriger Bursche aus der Steiermark, verhaftet werden. Sie sind geständig und behaupten, die Tat im Rausch begangen zu haben. Japanischer Truppentrausport entgleist Etwa 50 Kilometer westlich von Imienpo(rund 100 Kilometer südöstlich von Charbin) wurde ein japanischer Truppentransportzug zur Entgleisung gebracht. Die Lokomotive und vier Wagen stürzten ab. Die Zahl der Opfer des Anschlages ist noch unbekannt; sie soll sehr groß sein. Die mandschurische Polizei geht jetzt scharf gegen die sowjetrussischen Angestellten der nordmandschurischen Eisenbahn vor. 65 dieser Angestellten sind bereits verhaftet worden. Sie werden beschuldigt, an den letzten zahlreichen Bahnüberfällen indirekt beteiligt zu sein, da sie angeblich mit den Attentätern zusammengearbeitet haben. Der Bischof von Ripon, Dr. Edward A. Burroughs, ist am Donnerstagfrüh, 52 Jahre alt, gestorben. Sein Name ist dadurch allgemein bekannt geworden, daß er die britische Regierung wegen des Ruhreinmarsches der Franzosen mit Schärfe kritisierte. hatte er jedoch zuvor selbst angelegt bzw. durch seine Bande anlegen lassen. Es handelte sich zumeist um alte Lagerhäuser, die er durch Strohmänner um ein Geringes hatte erwerben lassen. Auf Grund gefälschter Inventarverzeichnisse schloß er hohe Versicherungen ab und ließ das Ganze dann in Flammen aufgehen. Naturgemäß konnte von den Scheinvorräten in keinem Falle etwas„gerettet“ werden, und die Versicherungsgesellschaften mußten„Werte" bezahlen, die nur in der Phantasie Harris' bestanden hatten. Sein großer Gegenspieler in diesem modernen Kriminalroman der Wirklichkeit war William Charles Crocker. Es handelt sich bei Crocker nicht etwa um einen Detektiv oder einen Polizeibeamten, sondern um den Rechtsanwalt der großen englischen Versicherungsgesellschaften, deren Ansprüche er in allen den Fällen vertritt, bei denen auch nur der leiseste Verdacht von Unregelmäßigkeiten besteht. Sein umfangreiches Archiv gibt einen ausgezeichneten Ueberblick über alles, was in der Geschichte des Feuerversicherungswesens der jüngsten Zeit bemerkenswert erscheint. Crocker war auch derjenige, der als Erster Verdacht gegen Harris schöpfte, als sich die Großbrände unter ähnlichen Umständen häuften. Er bedurfte jedoch zu einem Vorgehen gegen Harris unumstößlicher Beweise, vor allem, da er kein Interesse daran hatte, einige Werkzeuge Harris' zwar unschädlich zu machen, dagegen den Haupttäter aus dem Spiele lassen zu müssen. Harris bemerkte bald, wer sein gefährlichster Feind war. Es setzte ein scharfer Kampf zwischen ihm und Crocker ein, bei dem sich zwei ebenbürtige Gegner gegenüberstanden. Crocker stand jedoch auf einer schwachen Position, da einer seiner Ratgeber niemand anders war als Captain Miles, Inhaber des Militär=Ritterkreuzes und anderer Kriegsauszeichnungen, der jedoch ein gekauftes Subjekt des Brandstifters war. Es wäre fraglich geblieben, ob es Crocker trotzdem gelungen wäre, Harris zur Strecke zu bringen, wenn nicht ein Hauptkomplize des Brandstifters, der Italiener Camillo Vittorio Luigi Capsoni, mit Harris in Streit geraten wäre, so daß er ihn verriet. Harris' System war immer das gleiche. Es wurde eine Scheinfirma gegründet, die Harris und seine Komplizen finanzierten. Meistens hanAusbruch des Stromboli Der Vulkan Stromboli, der auf einer Insel in der Nähe von Sizillen liegt, hat plötzlich eine starke Ausbruchstätigkeit begonnen. Unter lautem Getöse steigen aus dem Vulkan hohe Rauch= und Feuergurben, die nachts ein großartiges Schauspiel bieten. delte es sich dabei um Handelsunternehmen der Seidenbranche, weil diese Stoffe— gut brannten. Mit Hilfe gefälschter Bücher, Rechnungen und Lagerlisten wurden hohe Versicherungen abgeschlossen, die dank der Tätigkeit der Bande Harris' sehr schnell fällig wurden! Die Brandstiftungen waren meistens das Werk Capsonis und seiner Frau. Die Inhaber der„Firmen“ sorgten vorher für ein tadelloses Alibi. Harris selbst befand sich dagegen immer als einer der ersten an der Brandstelle, um den„Geschädigten“ seine Dienste als Taxator anzubieten, damit sie den Versicherungsgesellschaften gegenüber Unterlagen für ihre„Forderungen“ hatten. Harris wußte es dann so einzurichten, daß als Taxatoren der Versicherungsgesellschaften von ihm bestochene Subjekte auftraten. Auf diese Weise gelangte die Bande in den Genuß enorm hoher Versicherungsbeträge, deren Löwenanteil auf Harris entfiel, während die anderen Beteiligten sich mit geringeren Abfindungen begnügen mußten. Umsturzversuch der kubanischen Armee vereitelt Ein Umsturzversuch der Armee wurde durch die schnellen Maßnahmen des Präsidenten Batista vereitelt. Das Kriegsgericht urteilte die Beteiligten ab. Wie es heißt, wurden zwölf Angehörige der Armee erschossen, darunter ein Oberstleutnant. 40 Tote bei dem Ueberfall auf den Dampfer „Inkou" Eine mandschurische amtliche Kommission hat festgestellt, daß bei dem kürzlichen Ueberfall auf den Dampfer„Inkou“ auf dem Sungari=Fluß ein japanischer und elf mandschurische Staatsangehörige ermordet wurden. Ueber 40 Personen wurden insgesamt getötet. Unbekanntes Flugzeug ins Meer gestürzt Nach einer Meldung aus Criel bei Dieppe in Frankreich ist dort ein blau angestrichenes Flugzeug ins Meer gestürzt. Es kam aus der Richtung von England und kehrte kurz vor Erreichung der französischen Küste um. Augenzeugen wollen gesehen haben, wie das Flugzeug etwa drei Kilometer von der Küste entfernt ins Meer stürzte. Man behauptet, daß es die Zeichen G. M. G. S. R. trug. Von Dieppe aus sind mehrere Rettungsboote und ein Flugzeug entsandt worden, um nach den Vermißten zu suchen. Der Munn, der fic feleft entführte Die Entführungsgeschichte des Reverend Askew war Schwindel Furchtbare Bluttat in den Bergen Ein Anirum der Rennmatgeschiäste Ein Kriminalroman der Wirklichkeit vor dem Londoner Gericht Die Brandstifterbande harris Unschau Politik auf weite Von einer Politik auf weite Sicht sprach Adolf Hitler in seiner großen Hamburger Rede und brachte damit nicht etwa ein grundsätzlich Neues, eden erst entdecktes Prinzip der Völkerführung zum Ausdruck, sondern umschrieb eine der elementarsten Regeln im geschichtlichen Werden. Nachdem die Staatsführung vom Egoismus der Fürstenhäuser und der Kabinettspolitik unseligsten Angedenkens zu einer Angelegenheit des Volkes geworden ist, sollte sie auch mit dem Maßstabe gemessen werden, den die Lebensdauer eines Volkes von selbst ergibt. Allein schon im Wirtschaftsleben bestehen bei den Unternehmungen des Fiskus, der mit einer Rentabilitat in 100 und zuweilen mehr Jahren rechnet(Wald=, Wasserwirtschaft) und dem Einzelunternehmen, das eine Zeitspanne von 30 Jahren, also ein einiges Menschenalter den Berechnungen zugrunde legt, ganz verschiedene Auffassungen. Mit wie viel längeren Zeitspannen muß man da eine Volksentwicklung, eine Volkwerdung berechnen. So hat den Preußentyp, der Europa ein neues Gesicht gegeben hat, Friedrich Wilhelm der Erste zu bauen begonnen, indem er den preußischen Beamtentyp schuf, dem Friedrich der Große die Ehrenlaufbahn des Soldatenstandes hinzufügte. Dieser Preuße war so sehr als Typ erstarkt, daß er nicht allein den Weltkrieg, sondern auch die Wirren der Nachkriegszeit überdauerte. Der Nationalsozialismus übernimmt nun die Ewigkeitswerte, die jene Epoche herausgestellt hat: Pflicht, Ehre, Treue, und überträgt sie auf das gesamte Volk, dem er den Stempel der Blutgemeinschaft und deren ethische und soziale Folgerungen aufprägt. Das ist Politik der weiten Sicht. Die Staatsführung hat der Geschichte einen Wechsel ausgestellt, an dem sie wird arbeiten müssen, damit er dereinst mit Zins und Zinseszins an das Schicksal ausgezahlt werden kann. Der Termin liegt in einer fernen Zukunft. Aus dieser Einstellung ergibt sich eine fortgesetzte Arbeit am deutschen Volksstamm und eine Vermeidung von Kriegen, die das beste Volksmaterial aufzehren könnten. Sie ist also eine durchaus positive Einstellung. Es ist beinahe unwahrscheinlich, wie wenig im Auslande dieser neue Kurs, sagen wir; diese elementarste aller Regeln im Völkerwerden verstanden wird. Grotesk gar wirkt es, wenn die Kräfte, die ihr entgegenstreben, behaupten, sie kämpften für Europas Erhaltung und den Frieden. Beides ist der weißen Rasse nötiger denn je. Während sie vollends zu zersplittern droht, geht die gelbe einer Zusammenfassung unter der Führung Japans entgegen. Man braucht sich nur vor Augen zu halten, daß allein die Chinesen ein Viertel aller Menschen der Erde ausmachen, um zu erkennen, daß in den folgenden Generationen eine durch Krieg geschwächte weiße Rasse zum Untergang verurteilt wäre. Es entspricht fast den mechanischen Gesetzen, daß gerade in Deutschland, im Herzen Europas, der Gedanke einer neuen Auffassung des Völkerlebens geboren wurde. In der meisten der sogenannten Kulturländer herrscht noch immer das Prinzip:„Tempo, Tempo!“— Zeit ist Geld. In der Zeit unterbieten, heißt Gewinn ernten. In dieser Kurzfrist ist eigentlich auch schon der kurze Blick mit einbegriffen. Was über den augenblicklichen Erfolg hinausgeht, interessiert nicht mehr. Wem es aber auf das augenblickliche Geschäft ankommt, der muß notwendigerweise die langwirkende Gesetze der Volkwerdung mißachten. Von Italien wollen wir absehen. Es hat in seinem Faschismus eine Version des Rassegedankens, der sich auf dem Boden der ehemaligen Antike und der Abgeschlossenheit der ApenninHalbinsel wohl zu behaupten vermag. Polens Bevölkerung ist fast durchgehend slawisch. Es hat eine Aufgabe zu erfüllen, die ihm durch die Lage seines Landes gestellt wird. Die nordischen Staaten werden mehr oder minder den Kurs des Uebergewichts mitmachen müssen. Frankreich bleibt sich selbst gerecht. Es bietet das Bild eines entnordeten Volkes und will nichts anders sein. Seine Geschichte ist eine Kette von Greueln gegen die weiße Herrenrasse. In jedem Kriege, in jeder Revolution ging es über Frankreichs blonde Menschen her. In der Bartholomäusnacht wie in der Revolution erklang der Ruf:„Chasse aux blonds“(Jagd den Blonden). So ist dieses Frankreich folgerichtig zum Einfallstor der afrikanischen Völker in Europa geworden. Instinktiv wird es eine Befriedigung der weißen Völker zu verhindern suchen. Das kann es nur mit Hilfe des Versailler Friedens erreichen. Je weiter die Zeit vorrückt, desto wirkungsloser muß er werden. Darum muß das Frankreich von heute(es ist schon lange nicht mehr das Land des ritterlichen Franzosen) sich an dieses Objekt klammern, das wie ein Fremdkörper im Blute eine gedeihliche Entwicklung Europas zu verhindern geeignet ist. Durch diese Einstellung Frankreichs und durch Deutschlands Politik der weiten Sicht wird Englands Haltung bestimmt. Es maßt sich noch immer an, das Zünglein an der Waage des europäischen Gleichgewichts zu sein. Es hat noch immer nicht begriffen, daß es schon lange nicht mehr das isolierte Inselland ist. Es lebt noch so und rechnet noch so wie in der Zeit, als es noch keine Flieger und U-Boote gab. Es wiegt sich noch immer in den letzten Ausstrahlungen der Politik des großen Pitt, der den Korsen durch Zähigkeit erdrosseln konnte, ohne sein Inselland einer unmittelbaren Gefahr auszusetzen. Noch beachtet es nicht das Gebot der Rasse. Immer noch setzt es Mensch gleich Mensch. Seine Führer wollen durchaus nicht begreifen, daß Politik etwas anderes als Geschäft ist. Bis zu Augenblickserfolgen werden sie es freilich bringen. Es ist auch möglich, daß ihnen für eine ganze Generation noch die Geschichte Recht geben wird. Wenn aber die Vorpostenstellung ihrer Rasse, wenn Deutschland dem Völkerchaos erliegen sollte, der schwarz=braune Einbruch aus Frankreichs Tor gelungen, der Untergang der Herrenrasse und somit des europäischen Menschen besiegelt wäre,— dann wird die Reihe an sie kommen. Und viele von ihnen werden erleben, wie ihre letzten blonden Enkel vor ihnen ausspucken. „Wir denken nicht daran, mit England Krieg zu führen“— sagte Hitler zu einem englischen Korrespondenten—„wir wollen nicht, daß sich Rassegenossen untereinander zerfleischen.“ Und: „Wie schnell verständigt sich ein Engländer mit einem Deutschen. Es wäre zu wünschen, daß mehrere zu uns herüberkämen.“ Es scheint wirklich Deutschlands Aufgabe zu sein, Europa allmählich zur Gesundung zu führen. Im Siebenjährigen Kriege legte Preußen den Grund zur festeren Gestaltung der europäischen Staaten, die 1871 endgültig geregelt wurde. Im Weltkriege gebar Deutschland völkischen Gedanken, an dem Kommunismus und Anarchismus scheiterten. Das letzte Glied in dieser Kette ist, die Errichtung eines nationalsozialistischen Staates mit seinem volkserhaltenden Prinzip, der Politik auf weite Sicht. Und England wird sich entscheiden müssen. Schulgedenkfeiern für Hermann Löns Am 26. September jährt sich zum 20. der Tag, an dem Hermann Löns im Kampf für seine Heimat vor Reims den Heldentod fand. Der preußische Kultusminister hat, wie das Rdz meldet, in einem Erlaß an die Oberpräsidenten und Regierungspräsidenten den Wunsch ausgesprochen, daß die Schulen an diesem Tage des Künders des Dritten Reiches in der letzten Unterrichtsstunde gedenken. Hierbei soll auch ein Hinweis auf seine Werke stattfinden. Die Ausgestaltung der Feiern ist den Schulleitern überlassen. Nr. 197(Zweites Blatt) „Cchwberter=hollung Freitag, 24. August 1934 P Bgue Schwerte(Ruhr), Freitag den 24. August 1934 Tagesspruch Weh uns, wenn wir das Heil von außen suchen; in unserm eignen Herzen muß es wohnen. 9. Tieck. Sommerabend am Waldteich Da ist der Waldteich. Der Himmel und die Janne ringsum spiegeln sich in seinen Wassern. Schilf umsäumt seine Ufer. Und eine große Stille ist über ihm. Für kurze Zeit ist der Besucher gefesselt. Dann will er weitergehen. In diesem Augenblick gibt ein Teichhuhn kurz Laut. In dem Wanderer erwacht plötzlich eine ver#ittete Liebe zum großen Walten in der Natr Er möchte sehen und lauschen und er hat (iic: ein naher Hochsitz gibt ihm einen herrlichen Rundblick über den ganzen Teich. Minuten er unbeweglich. Jetzt hat er das TeichF i entdeckt. Vorsichtig rudert es durch die kleinen Schachtelhalme, die weit in den Teich hineinwachsen. Eine ganze Schar von Jungen ist mit dem Alten, das immer wieder warnt und lockt. Und dann fällt dem Beobachter, der nur noch glücklich lauscht und sucht, ein Vogel auf, der geschickt durch das Schilf streicht. Nie läßt sich der Schelm recht sehen. Plötzlich fängt er zu singen an: Ein Teichrohrsänger. Kräftig schallt sein Lied in die Stille. Es geht gegen den Abend. Allenthalben wird es jetzt lebendig. Das Rotkehlchen läßt sich hören und ein Zaunkönig, die Frösche quaken im Chor. Herrlicher Abend am Waldteich. Wenn auch die Ufer manchen erbitterten Kampf sehen: Erhaben ist doch die Ordnung hier draußen, die feierliche Stille, in der nur die Natur selber redet. Etwas Gutes, Echtes erwacht hier in einem, das im Lärm der Städte nicht zum Durchbruch kommt. Und ein Leuchten liegt noch auf den Zügen des Heimgekehrten. Manche Alltagssorgen verjagt ihm seither ein Trunk aus dem köstlichen Jungbrunnen der Gotteswelt draußen. Vom Wetter Das Störungssystem wird sich bei langsamer Verflachung weiter nordostwärts fortbewegen, so daß über dem Festlande fortschreitende langsame Wetterberuhigung einsetzt. Wetteraussichten für Freitag: Abflauende Winde aus westlichen Richtungen, dabei wechselnd bewölkt, nur noch ganz vereinzelt leichte Regenschauer, etwas kühler, später Aufheiterung verbunden mit leichtem Temperaturanstieg. X Ein Jubiläum nicht alltäglicher Art kann heute Frl. Schirmer, die Hausdame des Pfarrers Ausenanger, feiern. Sind doch 25 Jahre bahingegangen, seit sie den Dienst bei dem damaligen Kaplan und heutigem Seelsorger der katholischen Gemeinde Schwerte aufnahm und ihn in vorbildlicher Pflichterfülkung versehen hat. Wir sprechen der Jubilarin untere besten Glückwünsche aus und hoffen gern, daß ihr noch lange Jahre erfolgreichen Wirkens in ihrem liebgewordenen Lebenskreise beschieden sind. X Arbeiten an der Nuhr. Ein gewaltiges zehen und Treiben herrscht gegenwärtig am des Ruhrflusses von der Iserlohner Eisenbahn=Brücke stromaufwärts. Nachdem bekeits im vorigen Jahre Flußregulierungsarbeiten von Westhofen in Richtung Schwerte ausgeführt waren, ist jetzt der Arbeitsdienst Ergste in Stärke von etwa 100 Mann und eine größere Anzahl Stai m=Mannschaften auf der Teilstrecke bis zur hiesigen Ruhrbrücke eingesetzt, volkswirtschaftlich überaus wichtige Areiten auszuführen. Das nach Ergste zu gelewets=Ufer wird neu begradigt, Ausbuchtungen bhaigr; beseitigt, die Ufer durch Faschinen neu „ig und das Flußbett bedeutend verbreischnitt ist hochinteressant, die einzelnen Abder Arbeiten zu beobachten, wie ein in Lager die Erdmassen wegräumt, wie Abteilung der fleißigen Arbeiter ihle einrammt und oie Faschinen befestigt, eine andere Abteilung den Rasen abhebt und versaap iterten abgeschrägten Ufer wieder neu Das Flußbett der wird nach Fertigsahr 73u J, A-beiten— im kommenden Frühd##(oll dus rechte Ruhrufer begradigt werales###oppelt so breit wie jetzt und ein idehietenz: gelände für die zahlreichen Paddler leben, Nuchseren schönen Heimatfluß begtenzechen eine Ueberschwemmung der anwasser nich Beiden und Felder dürfte bei Hochin 18 sicht mehr zu befürchten sein, und das in der Hauptzweck der Arbeiten. Lichtbildervortrag„Adolf Hitler— unser Führer". Die Propagandaleitung der NSDAu zeigt heute abend im Saale des Parteilokales Wilkes eine Reihe von interessanten Bildern aus dem Leben und der Arbeit des Volkskanzlers. Dazu wird ein entsprechender Vortrag gehalten. Alle Volksgenossen, die am vergangenen Sonntag freudigen Herzens ihr„Ja“ gaben, müssen sich diesen Lichtbildervortrag ansehen. : Polizeibericht. In der Zeit vom 7. S. bis 19. 8. 1934 kamen zur Anzeige: Je 1 Fall wegen Bedrohung, verbotenen Fischens, Fahrraddiebstahls, Zuwiderhandlung gegen das Gesetz zum Schutz des Einzelhandels, Vergehens gegen das Kraftfahrzeuggesetz, Verbrechens gegen das keimende Leben, unberechtigten Tragens des SA=Abzeichens, Beschimpfung der SAUniform, Sachbeschädigung, Körperverletzung, 2 Fälle wegen Beleidigung, 3 Fälle wegen Verstoßes gegen die Verkehrsbestimmungen, 2 Fälle wegen Diebstahls.— Polizeilich bestraft wurden: 10 Personen wegen Versäumung des Fortbildungs=Schulunterrichts, 2 Personen wegen unberechtigten Fischens, 2 Personen wegen Verstoßes gegen die Kraftfahrzeugbestimmungen, je 1 Person wegen Fernhaltung des Kindes vom Schulunterricht, Verstoßes gegen das Nahrungsmittelgesetz, Verstoßes gegen das Feld= und Forstpolizeigesetz, 1 Person wurde polizeilich verwarnt, 4 Personen wurden in hiesigen Betrieben verletzt, 2 Personen meldeten sich obdachlos. Als gefunden wurden abgegeben: 1 Schirm, 2 Fahrräder, 1 Geldbörse, verschiedene Schlüssel. Ein Hund wurde als zugelaufen gemeldet. -. Der Kursus im Rettungsschwimmen wird heute nachmittag ab 5,30 Uhr in der Schützenhof= Badeanstalt fortgesetzt. Die DLRG. arbeitet im Sinne der Schadenverhütung, wie sie von der NS=Volkswohlfahrt propagiert wird. -- Die Beurlaubung für den Reichsparteitag. Der Reichsminister des Innern hat Anweisung erteilt, daß den Beamten, Angestellten und Arbeitern sämtlicher Behörden zur Teilnahme an dem bevorstehenden Reichsparteitag der NSDAP. in Nürnberg auf Antrag der erforderliche Urlaub ohne Anrechnung auf den Erholungsurlaub und mit Fortzahlung der Gehalts= und Lohnbezüge erteilt werden. - Bund ehem. 135er. Wegen Hinscheidens unseres Reichspräsidenten und Generalfeldmarschalls von Hindenburg, mußte die für die Zeit vom 6.—8. August in Düsseldorf vorgesehene Wiedersehensfeier des Bundes ehem. 135er in letzter Minute abgesagt bezw. verlegt werden. Dieselbe findet nunmehr in der ursprünglich vorgesehenen Weise vom 8.—10. September in Düsseldorf statt. Sämtliche Karten, Gutscheine usw. behalten ihre volle Gültigkeit. Die angeforderten Freiquartiere und Hotels bleiben ebenfalls bestehen. Zuschriften betr. Wiedersehensfeier an: Willy Koch, Düsseldorf, Merowingerstr. 11. Vor 60 Jahren Ochwerre in flagast 1014 Schwerte, 24. Aug. An Hand des 7. Jahrgangs der„Schwerter Zeitung“ stellen wir fest: Am 1. August 1874 fand eine öffentliche Sitzung der Stadtverordneten statt. Es wurde beschlossen: Ein neues Rathaus zu bauen; das Hagemann'sche Haus nach Ablauf des nächsten Kündigungstermines auf Abbruch zu verkaufen. In die Baukommission wurden die Herren Lührmann, Rasche und Munckenbeck gewählt. Ferner wurde die Herstellung einer Pumpe auf dem hiesigen Marktplatz genehmigt. Dem Gendarmen Nuhnen wurde eine Mietsentschädigung von Taler 25 pro 1874 bewilligt. Dem Polizeidiener Humpert wurde die gleiche Mietsentschädigung bewilligt. Ein Antrag auf Erhöhung der Hundesteuer fand keine Annahme. Am 2. August erwarb der Turnwart Louis in Dortmund beim Turnfest des Turnvereins „Eintracht“ den ersten Preis im Klimmziehen! Am 4. August wird festgestellt, daß sich in diesem Jahre(1874) der Segen, mit welchem Gott unseren Hellweg beglückt hat, einmal wieder in hohem Maße zeige. Von Mißernte könne bei keiner Frucht die Rede sein. Am 7., 8. und 9. August fand das Schützenfest in Schwerte statt. Ein großer Zapfenstreich leitete am 6. August das Fest ein. Freitag früh 5,30 Uhr war Reveille. Um 6,30 Uhr: Antritt der Kompagnien bei den Hauptleuten resp. Major, der Kavallerie beim Rittmeister, Abholen der Fahnen vom Hause des Obersten W. E. Beckhaus und Abholung des Königs. Darauf fand die große Parade und der Umzug durch die Stadt statt. Marschiert wurde zum Schützenplatz im Schwerter Wald. Dort begann das Königsschießen. Während des Schießens war„den ganzen Tag über Harmonie und Volksbelustigung". Das Wetter war herrlich. Den Königsschuß tat der Gastwirt W. Ostermann. Anschließend war die Krönung des neuen Königs und der Zug zur Stadt. Abends um 7 Uhr begann der Königsball. Am Samstag, den 8. August, fand statt des Königsschießens ein großes Preisschießen statt, an dem auch Fremde teilnehmen konnten. Am 9. August ging mittags um 11 Uhr auf dem Markte die große Wachtparade vor sich. Nachmittags um 4 Uhr wurde noch einmal durch die Stadt gezogen, und darauf stieg im großen Schützenzelte ein Konzert mit anschließendem Festball. Die Musik wurde ausgeführt von der ganzen Kapelle des 1. Westf. Inftr.=Rats. Nr. 13 aus Münster, sowie vom Trompeterkorps des 11. Husaren=Regts. Abends um 9 Uhr zeigte der Pyrotechniker Knack ein gigantisches Feuerwerk. Zu erwähnen ist noch, daß auf dem Schützenplatz im Schwerter Walde ein großes Eselwettrennen in drei Abteilungen stattfand. Der erste Preis war ein Faselschwein.— Der Schützenvorstand veröffentlichte in der Schwerter Zeitung am 22. August als Anzeige die genaue Rechnungslegung über die Kosten des Schützenfestes 1874. Einnahme und Ausgabe schließen mit 1501 Taler, 12 Silbergroschen und 6 Pfennigen ab. Die Einnahme von den drei Festtagen betrug nur 356 Taler. Die Schützengelder von den 5 Kompagnien und der Kavallerie betrugen 255 Taler. Durch Festgenossenkarten wurden 159 Taler vereinnahmt. Für zwei Zelte waren 380 Taler zu zahlen, für die Infanterie=Musik 350 Taler, für die Kavallerie=Musik 53 Taler. Hoch sind die Auslagen für Pulver und Büchsenladen. Sie betrugen 45 Taler.(Fortsetzung folgt). Der erste deutsche Weintag Auch Westfalen=Süd gedenkt der notleidenden Winzer! Am 25. und 26. August 1934 findet mit Genehmigung der Reichsleitung im gesamten deutschen Reichsgebiet allerorts eine Veranstaltung statt, die den Zweck hat, den Verbrauch des deutschen Weins zu steigern. Wir wissen, daß von allen alkoholischen Genüssen kein edleres Naß aus der deutschen Erde gewonnen wird als die Reben unseres historischen Stromes. Daß auch die Mosel und andere durch deutsches Gebiet ziehenden Flüsse von Jahr zu Jahr an ihren Hängen neue Schätze bergen, soll der erste deutsche Weintag allen in Erinnerung bringen. Die NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" wird in zahlreichen Orten ein Winzerfest oder ähnliches veranstalten, um zu beweisen, daß sie Vier Schwerter Reiter erfolgreich Schwerte. Das Reit=, Spring= u. Fahr=Turnier in Halver am 18. und 19. August brachte unter Mitwirkung zahlreicher Reiterstürme für die Freunde des Turniersports wieder manche interessante Prüfung. Am letzten Samstag starteten vom Stammlokal„Zur Helle“ vier Fahrzeuge zur Fahrt nach dem Halver Turnier. In einem flotten Reisetrab wurde die 50 Kilometer lange Strecke, zeitweise unterbrochen durch Schritt=Reprisen, zurückgelegt. Hugo Comberg, Ostberge(Reitersturm Schwerte) holte auf Schwäbin in der Eignungsprüfung für Reitpferde den ersten, in der Dressurprüfung Klasse A den ersten, sowie zwei weitere Preise im Gehorsam=Springen und Klasse A. Hugo Stamm, Ergste, vom Reitersturm Schwerte, ein Mann, der schon viel Preise in seinem Besitze hat und für die edle Reiterei sein Letztes hergibt, errang in der Dressur=Prüfung den dritten Preis und im Fahren(Einspänner) ebenfalls den dritten Preis. Dieses erfolgreiche Abschneiden auf seiner selbstgezogenen Hedwig ist umso anerkennenswerter, als Truppführer Stamm schon Mitte der Fünfzig ist. Er ist immer noch ein schneidiger Reiter und Fahrer. Der Hitlerjunge Jan Dierk Hidding, Ergste nahm an den Fahr=, Reit= und Springprüfungen teil. Als er mit seinem Wagen (Einspänner) auf den Platz fuhr, wurde sein Pferd Nitus sehr unruhig, scheute und der Wagen mit seinem Pferd kippte um. Die Räder standen nach oben. Nitus lag am Boden. Geistesgegenwärtig war der Hitlerjunge, als der Wagen zu kippen drohte, er sprang ab und hielt sofort sein Pferd fest, damit es nicht aufspringen und alles zerreißen konnte. Der Begleiter Wortmann sprang hilfreich hinzu und half mit anderen Reitern, die Sache wieder auf die Beine zu bringen. Der Hitlerjunge zeigte aber edlen Reiergeist, setzte sich auf den Wagen und wurde in der Fahrprüfung noch vierter Sieger. Leider konnte I. D. Hidding die anderen Prüfungen nicht mitmachen, da die Preisrichter feststellten, daß sein Pferd etwas schonte. Diese Entscheidung war für ihn sehr nachteilig, da der Hitlerjunge noch in den anderen Konkurrenzen große Chancen hatte, nach vorn zu kommen. Wir sind davon überzeugt, daß der jugendliche Reiter Hidding sich noch manche Schleife und darunter viele erste erringen wird. Unser erfolgreicher Reit= und Fahr=Lehrer, Obertruppführer Frettlöh, Schwerte, hatte die vier Reiter besonders für dieses Turnier vorbereitet. Die Erwartungen, die in diese vier Reiter gesetzt waren, sind voll und ganz in Erfüllung gegangen. Als Preisrichter fungierten: Sümmermann, Schulte=Westig, Böllhoff und Frettlöh. Anwesend waren u. a. auch Sturmführer Lippman, als Vertreter der Brigade 166 und der Gruppenreiterführer Beuße=Dortmund. Die Veranstaltung war von günstigem Wetter begleitet. Der Besuch war außerordentlich gut. Der Preisverteilung am Sonntagabend schloß sich ein sehr gut besuchter Reiterball an. immer auf dem Plane ist, wenn es gilt, dem bedürftigen Volksgenossen Hilfe zu bringen. Westfälische Arbeitskameraden, verbringt diesen Tag unter Teilnahme an diesen Festen. Der deutsche Wein gehört zum deutschen Menschen. Das Amt„Volkstum und Heimat“ der NSGemeinschaft„Kraft durch Freude“ hat die ehrenvolle Aufgabe übemnommen, diesen Tag durch eine würdige Programmgestaltung zu verschönern. * Im Kreise Iserlohn wird wohl eine Veranstaltung nicht steigen, da am Sonntag, dem 26. August, die große Saarkundgebung der gesamten Organisationen der NSDAP. stattfindet. Die Schwerter Ortsgruppe wird aber am darauffolgenden Sonntag, dem 2. September, in den sämtlichen Anlagen des Freischütz ein großes Volksfest steigen lassen. Näheres darüber durch Plakataushang. e Aus der Bewegung Schwerte=Nuhr. Achtung! Amtswalter der SDRAP. und deren Gliederungen. Am Sonntag, den 26. August ds. Is., 15 Uhr(3 Uhr) wird auf der„Hans BernsauKampfbahn“ in Iserlohn i. W. u. a. auch die Fahne der Ortsgruppe Schwerte vom Gauleiter Wagner geweiht. An dieser Fahnenweihe müssen sämtliche Amtswalter teilnehmen. Es wird ein Sonderzug benutzt. Fahrpreis Rm. 0.50. Antreten: 12 Uhr am Bahnhof in Schwerte. Die Amtswalter, die als Marschteilnehmer am Parteitag in Nürnberg teilnehmen, müssen in vorschriftsmäßiger Ausrüstung antreten. Heil Hitler! gez. Franz Hudek jr., Organisationsleiter. Werdet Mitglied der NSV. - Die Herbstkirmes in Dortmund=Mitte findet in der Zeit vom 16. bis 26. September statt. B hivarzkopf Schaumpon weit„Caargsann“ 9.R9 204 Antweri auf die denische Hretestnetr Die Saar-Regierungskommission erkennt die deutschen Beschwerden an Die Regierungskommission des Saargebietes hat dem Auswärtigen Amt in Berlin auf die Verbalnote vom 14. August geantwortet.- Das Wichtigste an dieser Note scheint uns zu sein, das die Regierungskommission die deutschen Beschwerden als begründet anerkennt. Sie versucht zwar, dies Anerkenntnis dadurch abzuschwächen, daß ihrerseits Beschwerden über die Haltung der deutschen Presse und des deutschen Rundfunks ihr gegenüber vorbringt. Dieser Versuch scheitert freilich völlig, denn wenn die deutsche Presse die Haltung der Regierungskommission einer zuweilen scharfen Kritik unterzogen hat, so haben dafür gewisse, von der Regierungskommission geduldete Zustände im Saargebiet, die zu den letzten beispiellosen Exzessen einiger im Saargebiet erscheinenden Blätter geführt haben, allen Anlaß gegeben. In der Note heißt es u. a., daß auch die Regierungskommission die Exzesse einiger im Saargebiet erscheinender Tageszeitungen beim Ableben des Herrn Reichspräsidenten mißbillige. Bei Erorterung der zu ergreifenden Maßregeln habe sie mit Bedauern festgestellt, daß keine Gesetzesbestimmung zur Unterdrückung schimpflicher Angriffe gegen verstorbene Staatsmänner vorhanden sei. Diese Fälle unterlägen allein dem Urteil des Anstandes und der öffentlichen Meinung. Somit habe sie nur die Ausdrucksweise, die von einigen Zeitungen des Gebietes geführt wurde, ebenso zu beklagen wie diejenigen anderer Zeitungen bei der Ermordung des österreichischen Bundeskanzlers. Die Note fährt dann u. a. fort: Was die gegen Seine Exzellenz, den Führer und Reichskanzler, gerichteten Schmähungen anbelangt, hatte die Regierungskommission bereits vor dem 14. August gegen zwei Zeitungen Sanktionen ergriffen, welche nach dem derzeitigen Stand ihrer Gesetzgebung zulässig erschienen, eine Tatsache, die der Aufmerksamkeit der deutschen Regierung entgangen sein dürfte. Sie hatte ferner vor diesem Zeitpunkt den Entwurf einer Verordnung vorbereitet, durch welche sie instandgesetzt werden soll, gegen Druckschriften, welche sich Ausfälle gegen Staatsoberhäupter zuschulden kommen lassen, einzuschreiten. Der Entwurf liegt zurzeit den gewählten Vertretern der Bevölkerung zur Abgabe eines Gutachtens vor. In ganz Amerika hatte vor einigen Tagen die Entführung des Reverend Askew erhebliches Aufsehen erregt. Askew, der als Prediger bei einer der großen amerikanischen Sekten angestellt war, verschwand plötzlich aus seinem Wohnsitz Goldsborough. Seine Frau bekundete, daß er schon seit langer Zeit Drohbriefe erhalten habe. Es traf dann auch ein Schreiben ein, in dem ein Lösegeld für den verschwundenen Prediger gefordert wurde. Bald darauf aber wurde der Vermißte von der Polizei wohlbehalten aufgefunden. Wie der Sherif von Goldsborough jetzt bekannt gibt, hat Askew ihm gestanden, daß die ganze Entführungsgeschichte seine eigene Erfindung gewesen sei. Er habe das Bedürfnis gehabt, sich einmal unbehelligt und in aller Stille erholen zu können. Die Regierungskommission hat damit im voraus die Berechtigung der in der deutschen Note vorgebrachten Beschwerde gegen die Exzesse einer unabhängigen Presse anerkannt. Sie kann indessen nicht umhin, ihrem Erstaunen darüber Ausdruck zu geben, daß die deutsche Regierung seit vielen Monaten und trotz der unbeantwortet gebliebenen Proteste der Regierungskommission in einer gesetzlich der Kontrolle des Staates unterstellten Presse einen heftigen Feldzug gegen die Regierungskommission, ihre Mitglieder und ihre Beamten duldet. Mehr noch: Angriffe oft schimpflicher Art— um dies festzustellen, genügt ein Hinweis auf eine von einem verantwortlichen Reichsminister an der Grenze des Saargebietes gehaltene Rede— wurden fast täglich durch die amtlichen deutschen Rundfunksender verbreitet. Vor dem Londoner Gericht wurde ein Prozeß gegen eine Brandstifterbande zu Ende geführt, die die englische Versicherunsgesellschaften um Millionenbeträge geschädigt hat, bis ihr im Jahre 1933 das Handwerk gelegt werden konnte. Leopold Harris und fünfzehn Komplizen hatten sich ob ihrer Taten dreiunddreißig Tage lang vor dem Strafrichter zu verantworten. Die Verhandlungen entwickelten das Bild eines Kriminalfalles. der ein Unikum in der Kriminalgeschichte darstellt und der in seinen Einzelheiten geeignet ist, die Phantasie eines Wallace und eines Conan Doyle verblassen zu lassen. Vier Personen stehen im Vordergrund aller Geschehnisse: Leopold Harris mit dem Beinamen„Der Prinz“ war der Führer der Bande. Er kennzeichnet sich als schlau, unglaublich brutal und verschlagen. Jahrelang brachte er es fertig, ein Doppelleben zu führen. Offiziell trat er bei Bränden als Sachverständiger und Taxator auf. Diese Brände In den Salzburger Bergen ereignete sich eine furchtbare Bluttat. Zwei Burschen drangen in die St. Pöltener Hütte auf den Felbertauern ein und schossen den Hüttenwirt Fritz Steinberger und das Vorstandsmitglied der Sektion St. Pölten des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins, Pirtl, nieder. Beide waren auf der Stelle tot. Die beiden Mörder eröffneten darauf auf die anwesenden Gäste ein rasendes Pistolenfeuer. Mehrere Touristen, darunter ein Holländer, sanken schwer verletzt zu Boden. Hierauf flüchteten die Verbrecher. Fünf Stunden nach der Tat konnten sie, ein 17jähriger und ein 23jähriger Bursche aus der Steiermark, verhaftet werden. Sie sind geständig und behaupten, die Tat im Rausch begangen zu haben. Japanischer Truppentrausport entgleist Etwa 50 Kilometer westlich von Imienpo(rund 100 Kilometer südöstlich von Charbin) wurde ein japanischer Truppentransportzug zur Entgleisung gebracht. Die Lokomotive und vier Wagen stürzten ab. Die Zahl der Opfer des Anschlages ist noch unbekannt; sie soll sehr groß sein. Die mandschurische Polizei geht jetzt scharf gegen die sowjetrussischen Angestellten der nordmandschurischen Eisenbahn vor. 65 dieser Angestellten sind bereits verhaftet worden. Sie werden beschuldigt, an den letzten zahlreichen Bahnüberfällen indirekt beteiligt zu sein, da sie angeblich mit den Attentätern zusammengearbeitet haben. Der Bischof von Ripon, Dr. Edward A. Burroughs, ist am Donnerstagfrüh, 52 Jahre alt, gestorben. Sein Name ist dadurch allgemein bekannt geworden, daß er die britische Regierung wegen des Ruhreinmarsches der Franzosen mit Schärfe kritisierte. hatte er jedoch zuvor selbst angelegt bzw. durch seine Bande anlegen lassen. Es handelte sich zumeist um alte Lagerhäuser, die er durch Strohmänner um ein Geringes hatte erwerben lassen. Auf Grund gefälschter Inventarverzeichnisse schloß er hohe Versicherungen ab und ließ das Ganze dann in Flammen aufgehen. Naturgemäß konnte von den Scheinvorräten in keinem Falle etwas„gerettet“ werden, und die Versicherungsgesellschaften mußten„Werte“ bezahlen, die nur in der Phantasie Harris' bestanden hatten. Sein großer Gegenspieler in diesem modernen Kriminalroman der Wirklichkeit war William Charles Crocker. Es handelt sich bei Crocker nicht etwa um einen Detektiv oder einen Polizeibeamten, sondern um den Rechtsanwalt der großen englischen Versicherungsgesellschaften, deren Ansprüche er in allen den Fällen vertritt, bei denen auch nur der leiseste Verdacht von Unregelmäßigkeiten besteht. Sein umfangreiches Archiv gibt einen ausgezeichneten Ueberblick über alles, was in der Geschichte des Feuerversicherungswesens der jüngsten Zeit bemerkenswert erscheint. Crocker war auch derjenige, der als Erster Verdacht gegen Harris schöpfte, als sich die Großbrände unter ähnlichen Umständen häuften. Er bedurfte jedoch zu einem Vorgehen gegen Harris unumstößlicher Beweise, vor allem, da er kein Interesse daran hatte, einige Werkzeuge Harris' zwar unschädlich zu machen, dagegen den Haupttäter aus dem Spiele lassen zu müssen. Harris bemerkte bald, wer sein gefährlichster Feind war. Es setzte ein scharfer Kampf zwischen ihm und Crocker ein, bei dem sich zwei ebenbürtige Gegner gegenüberstanden. Crocker stand jedoch auf einer schwachen Position, da einer seiner Ratgeber niemand anders war als Captain Miles, Inhaber des Militär=Ritterkreuzes und anderer Kriegsauszeichnungen, der jedoch ein gekauftes Subjekt des Brandstifters war. Es wäre fraglich geblieben, ob es Crocker trotzdem gelungen wäre, Harris zur Strecke zu bringen, wenn nicht ein Hauptkomplize des Brandstifters, der Italiener Camillo Vittorio Luigi Capsoni, mit Harris in Streit geraten wäre, so daß er ihn verriet. Harris' System war immer das gleiche. Es wurde eine Scheinfirma gegründet, die Harris und seine Komplizen finanzierten. Meistens hanAusbruch des Stromboli Der Vulkan Stromboli, der auf einer Insel in der Nähe von Sizillen liegt, hat plötzlich eine starke Ausbruchstätigkeit begonnen. Unter lautem Getöse steigen aus dem Vulkan hohe Rauch= und Feuergurben, die nachts ein großartiges Schauspiel bieten. delte es sich dabei um Handelsunternehmen der Seidenbranche, weil diese Stoffe— gut brannten. Mit Hilfe gefälschter Bücher, Rechnungen und Lagerlisten wurden hohe Versicherungen abgeschlossen, die dank der Tätigkeit der Bande Harris' sehr schnell fällig wurden! Die Brandstiftungen waren meistens das Werk Capsonis und seiner Frau. Die Inhaber der„Firmen“ sorgten vorher für ein tadelloses Alibi. Harris selbst befand sich dagegen immer als einer der ersten an der Brandstelle, um den„Geschädigten“ seine Dienste als Taxator anzubieten, damit sie den Versicherungsgesellschaften gegenüber Unterlagen für ihre„Forderungen“ hatten. Harris wußte es dann so einzurichten, daß als Taxatoren der Versicherungsgesellschaften von ihm bestochene Subjekte auftraten. Auf diese Weise gelangte die Bande in den Genuß enorm hoher Versicherungsbeträge, deren Löwenanteil auf Harris entfiel, während die anderen Beteiligten sich mit geringeren Abfindungen begnügen mußten. Umsturzversuch der kubanischen Armee vereitelt Ein Umsturzversuch der Armee wurde durch die schnellen Maßnahmen des Präsidenten Batista vereitelt. Das Kriegsgericht urteilte die Beteiligten ab. Wie es heißt, wurden zwölf Angehörige der Armee erschossen, darunter ein Oberstleutnant. 40 Tote bei dem Ueberfall auf den Dampfer „Inkou" Eine mandschurische amtliche Kommission hat festgestellt, daß bei dem kürzlichen Ueberfall auf den Dampfer„Inkou“ auf dem Sungari=Fluß ein japanischer und elf mandschurische Staatsangehörige ermordet wurden. Ueber 40 Personen wurden insgesamt getötet. Unbekanntes Flugzeug ins Meer gestürzt Nach einer Meldung aus Criel bei Dieppe in Frankreich ist dort ein blau angestrichenes Flugzeug ins Meer gestürzt. Es kam aus der Richtung von England und kehrte kurz vor Erreichung der französischen Küste um. Augenzeugen wollen gesehen haben, wie das Flugzeug etwa drei Kilometer von der Küste entfernt ins Meer stürzte. Man behauptet, daß es die Zeichen G. M. G. S. R. trug. Von Dieppe aus sind mehrere Rettungsboote und ein Flugzeug entsandt worden, um nach den Vermißten zu suchen. Der Munnf der sich feirnt entführte Die Entführungsgeschichte des Reverend Askew war Schwindel Furchtbare Bluttat in den Bergen Ein Anirum der Rennmatgeschiäfte Ein Kriminalroman der Wirklichkeit vor dem Londoner Gericht Die Brandstifterbande harris Uensciau Politik auf weite Sicht Von einer Politik auf weite Sicht sprach Adolf Hitler in seiner großen Hamburger Rede und brachte damit nicht etwa ein grundsätzlich Neues, eden erst entdecktes Prinzip der Völkerführung zum Ausdruck, sondern umschrieb eine der elementarsten Regeln im geschichtlichen Werden. Nachdem die Staatsführung vom Egoismus der Fürstenhäuser und der Kabinettspolitik unseligsten Angedenkens zu einer Angelegenheit des Volkes geworden ist, sollte sie auch mit dem Maßstabe gemessen werden, den die Lebensdauer eines Volkes von selbst ergibt. Allein schon im Wirtschaftsleben bestehen bei den Unternehmungen des Fiskus, der mit einer Rentabilitat in 100 und zuweilen mehr Jahren rechnet(Wald=, Wasserwirtschaft) und dem Einzelunternehmen, das eine Zeitspanne von 30 Jahren, also ein einziges Menschenalter den Berechnungen zugrunde legt, ganz verschiedene Auffassungen. Mit wie viel längeren Zeitspannen muß man da eine Volksentwicklung, eine Volkwerdung berechnen. So hat den Preußentyp, der Europa ein neues Gesicht gegeben hat, Friedrich Wilhelm der Erste zu bauen begonnen, indem er den preußischen Beamtentyp schuf, dem Friedrich der Große die Ehrenlaufbahn des Soldatenstandes hinzufügte. Dieser Preuße war so sehr als Typ erstarkt, daß er nicht allein den Weltkrieg, sondern auch die Wirren der Nachkriegszeit überdauerte. Der Nationalsozialismus übernimmt nun die Ewigkeitswerte, die jene Epoche herausgestellt hat: Pflicht, Ehre, Treue, und überträgt sie auf das gesamte Volk, dem er den Stempel der Blutgemeinschaft und deren ethische und soziale Folgerungen aufprägt. Das ist Politik der weiten Sicht. Die Staatsführung hat der Geschichte einen Wechsel ausgestellt, an dem sie wird arbeiten müssen, damit er dereinst mit Zins und Zinseszins an das Schicksal ausgezahlt werden kann. Der Termin liegt in einer fernen Zukunft. Aus dieser Einstellung ergibt sich eine fortgesetzte Arbeit am deutschen Volksstamm und eine Vermeidung von Kriegen, die das beste Volksmaterial aufzehren könnten. Sie ist also eine durchaus positive Einstellung. Es ist beinahe unwahrscheinlich, wie wenig im Auslande dieser neue Kurs, sagen wir; diese elementarste aller Regeln im Völkerwerden verstanden wird. Grotesk gar wirkt es, wenn die Kräfte, die ihr entgegenstreben, behaupten, sie kämpften für Europas Erhaltung und den Frieden. Beides ist der weißen Rasse nötiger denn je. Während sie vollends zu zersplittern droht, geht die gelbe einer Zusammenfassung unter der Führung Japans entgegen. Man braucht sich nur vor Augen zu halten, daß allein die Chinesen ein Viertel aller Menschen der Erde ausmachen, um zu erkennen, daß in den folgenden Generationen eine durch Krieg geschwächte weiße Rasse zum Untergang verurteilt wäre. Es entspricht fast den mechanischen Gesetzen, daß gerade in Deutschland, im Herzen Europas, der Gedanke einer neuen Auffassung des Völkerlebens geboren wurde. In der meisten der sogenannten Kulturländer herrscht noch immer das Prinzip:„Tempo, Tempo!“— Zeit ist Geld. In der Zeit unterbieten, heißt Gewinn ernten. In dieser Kurzfrist ist eigentlich auch schon der kurze Blick mit einbegriffen. Was über den augenblicklichen Erfolg hinausgeht, interessiert nicht mehr. Wem es aber auf das augenblickliche Geschäft ankommt, der muß notwendigerweise die langwirkende Gesetze der Volkwerdung mißachten. Von Italien wollen wir absehen. Es hat in seinem Faschismus eine Version des Rassegedankens, der sich auf dem Boden der ehemaligen Antike und der Abgeschlossenheit der ApenninHalbinsel wohl zu behaupten vermag. Polens Bevölkerung ist fast durchgehend slawisch. Es hat eine Aufgabe zu erfüllen, die ihm durch die Lage seines Landes gestellt wird. Die nordischen Staaten werden mehr oder minder den Kurs des Uebergewichts mitmachen müssen. Frankreich bleibt sich selbst gerecht. Es bietet das Bild eines entnordeten Volkes und will nichts anders sein. Seine Geschichte ist eine Kette von Greueln gegen die weiße Herrenrasse. In jedem Kriege, in jeder Revolution ging es über Frankreichs blonde Menschen her. In der Bartholomäusnacht wie in der Revolution erklang der Ruf:„Chasse aux blonds“(Jagd den Blonden). So ist dieses Frankreich folgerichtig zum Einfallstor der afrikanischen Völker in Europa geworden. Instinktiv wird es eine Befriedigung der weißen Völker zu verhindern suchen. Das kann es nur mit Hilfe des Versailler Friedens erreichen. Je weiter die Zeit vorrückt, desto wirkungsloser muß er werden. Darum muß das Frankreich von heute(es ist schon lange nicht mehr das Land des ritterlichen Franzosen) sich an dieses Objekt klammern, das wie ein Fremdkörper im Blute eine gedeihliche Entwicklung Europas zu verhindern geeignet ist. Durch diese Einstellung Frankreichs und durch Deutschlands Politik der weiten Sicht wird Englands Haltung bestimmt. Es maßt sich noch immer an, das Zünglein an der Waage des europäischen Gleichgewichts zu sein. Es hat noch immer nicht begriffen, daß es schon lange nicht mehr das isolierte Inselland ist. Es lebt noch so und rechnet noch so wie in der Zeit, als es noch keine Flieger und U-Boote gab. Es wiegt sich noch immer in den letzten Ausstrahlungen der Politik des großen Pitt, der den Korsen durch Zähigkeit erdrosseln konnte, ohne sein Inselland einer unmittelbaren Gefahr auszusetzen. Noch beachtet es nicht das Gebot der Rasse. Immer noch setzt es Mensch gleich Mensch. Seine Führer wollen durchaus nicht begreifen, daß Politik etwas anderes als Geschäft ist. Bis zu Augenblickserfolgen werden sie es freilich bringen. Es ist auch möglich, daß ihnen für eine ganze Generation noch die Geschichte Recht geben wird. Wenn aber die Vorpostenstellung ihrer Rasse, wenn Deutschland dem Völkerchaos erliegen sollte, der schwarz=braune Einbruch aus Frankreichs Tor gelungen, der Untergang der Herrenrasse und somit des europäischen Menschen besiegelt wäre,— dann wird die Reihe an sie kommen. Und viele von ihnen werden erleben, wie ihre letzten blonden Enkel vor ihnen ausspucken. „Wir denken nicht daran, mit England Krieg zu führen“— sagte Hitler zu einem englischen Korrespondenten—„wir wollen nicht, daß sich Rassegenossen untereinander zerfleischen.“ Und: „Wie schnell verständigt sich ein Engländer mit einem Deutschen. Es wäre zu wünschen, daß mehrere zu uns herüberkämen.“ Es scheint wirklich Deutschlands Aufgabe zu sein, Europa allmählich zur Gesundung zu führen. Im Siebenjährigen Kriege legte Preußen den Grund zur festeren Gestaltung der europäischen Staaten, die 1871 endgültig geregelt wurde. Im Weltkriege gebar Deutschland völkischen Gedanken, an dem Kommunismus und Anarchismus scheiterten. Das letzte Glied in dieser Kette ist, die Errichtung eines nationalsozialistischen Staates mit seinem volkserhaltenden Prinzip, der Politik auf weite Sicht. Und England wird sich entscheiden müssen. Schulgedenkfeiern für Hermann Löns Am 26. September jährt sich zum 20. Male der Tag, an dem Hermann Löns im Kampf für seine Heimat vor Reims den Heldentod fand. Der preußische Kultusminister hat, wie das Rdz meldet, in einem Erlaß an die Oberpräsidenten und Regierungspräsidenten den Wunsch ausgesprochen, daß die Schulen an diesem Tage des Künders des Dritten Reiches in der letzten Unterrichtsstunde gedenken. Hierbei soll auch ein Hinweis auf seine Werke stattfinden. Die Ausgestaltung der Feiern ist den Schulleitern überlassen. Nr. 197(Zweites Blatt) „Schwerter Zeitung“ Freitag, 24. August 1934 Eand Ggrrnr Schwerte(Ruhr), Freitag den 24. August 1934 Tagesspruch Weh uns, wenn wir das Heil von außen suchen: in unserm eignen Herzen muß es suchen,. L. Tieck. wohnen. Sommerabend am Waldteich Da ist der Waldteich. Der Himmel und die Janne ringsum spiegeln sich in seinen Wassern. Schilf umsäumt seine Ufer. Und eine große Stille ist über ihm. Für kurze Zeit ist der Besucher gefesselt. Dann will er weitergehen. In diesem Augenblick gibt ein Teichhuhn kurz Laut. In dem Wanderer erwacht plötzlich eine verittete Liebe zum großen Walten in der Natr Er möchte sehen und lauschen und er hat (i: ein naher Hochsitz gibt ihm einen herrliche Rundblick über den ganzen Teich. Minuten si er unbeweglich. Jetzt hat er das TeichF i entdeckt. Vorsichtig rudert es durch die kleinen Schachtelhalme, die weit in den Teich hineinwachsen. Eine ganze Schar von Jungen ist mit dem Alten, das immer wieder warnt und lockt. Und dann fällt dem Beobachter, der nur noch glücklich lauscht und sucht, ein Vogel auf, der geschickt durch das Schilf streicht. Nie läßt sich der Schelm recht sehen. Plötzlich fängt er zu singen an: Ein Teichrohrsänger. Kräftig schallt sein Lied in die Stille. Es geht gegen den Abend. Allenthalben wird es jetzt lebendig. Das Rotkehlchen läßt sich hören und ein Zaunkönig, die Frösche quaken im Chor. Herrlicher Abend am Waldteich. Wenn auch die Ufer manchen erbitterten Kampf sehen: Erhaben ist doch die Ordnung hier draußen, die feierliche Stille, in der nur die Natur selber redet. Etwas Gutes, Echtes erwacht hier in einem, das im Lärm der Städte nicht zum Durchbruch kommt. Und ein Leuchten liegt noch auf den Zügen des Heimgekehrten. Manche Alltagssorgen verjagt ihm seither ein Trunk aus dem köstlichen Jungbrunnen der Gotteswelt draußen. Vom Wetter Das Störungssystem wird sich bei langsamer Verflachung weiter nordostwärts fortbewegen, so daß über dem Festlande fortschreitende langsame Wetterberuhigung einsetzt. Wetteraussichten für Freitag: Abflauende Winde aus westlichen Richtungen, dabei wechselnd bewölkt, nur noch ganz vereinzelt leichte Regenschauer, etwas kühler, später Aufheiterung verbunden mit leichtem Temperaturanstieg. X Ein Jubiläum nicht alltäglicher Art kann heute Frl. Schirmer, die Hausdame des Pfarrers Ausenanger, feiern. Sind doch 25 Jahre dahingegangen, seit sie den Dienst bei dem damaligen Kaplan und heutigem Seelsorger der katholischen Gemeinde Schwerte aufnahm und ihn in vorbildlicher Pflichterfülkung versehen hat. Wir sprechen der Jubilarin unsere besten Glückwünsche aus und hoffen gern, daß ihr noch lange Jahre erfolgreichen in ihrem liebgewordenen Lebenstreise beschieden sind. X Arbeiten an der Nuhr. Ein gewaltiges Leben und Treiben herrscht gegenwärtig am Ufer des Ruhrflusses von der Iserlohner Eisenbahn=Brücke stromaufwärts. Nachdem bekeits im vorigen Jahre Flußregulierungsarbeiten von Westhofen in Richtung Schwerte ausgeführt waren, ist jetzt der Arbeitsdienst rgste in Stärke von etwa 100 Mann und eine größere Anzahl Stai m=Mannschaften auf der Teilstrecke bis zur hiesigen Ruhrbrücke eint, volkswirtschaftlich überaus wichtige Arbeiten auszuführen. Das nach Ergste zu gelemets Afer wird neu begradigt, Ausbuchtungen ha##r beseitigt, die Ufer durch Faschinen neu „Lstigt und das Flußbett bedeutend verbreischnite hochinteressant, die einzelnen Abzu beobachten, wie ein ine„Zagger die Erdmassen wegräumt, wie Pfähle i Abteilung der fleißigen Arbeiter ###e einrammt und die Faschinen befestigt, „andere Abteilung den Rasen abhebt und vers#### iterten abgeschrägten Ufer wieder neu stellung.s Flußbett der wird nach Fertigjahr dan Arbeiten— im kommenden Frühden— das rechte Ruhrufer begradigt werdles Spaer“ breit wie jetzt und ein ide. bieten, die unsrasü die zahlreichen Paddler leben gu uueren schönen Heimatfluß begrenzcchen ein Ueberschwemmung der anwasser nicht mehe ist jas“ nehr zu befürchten sein, und das in der Hauptzweck der Arbeiten. Lichtbildervortrag„Adolf Hitler— unser Führer". Die Propagandaleitung der NSDAu zeigt heute abend im Saale des Parteilokales Wilkes eine Reihe von interessanten Bildern aus dem Leben und der Arbeit des Volkskanzlers. Dazu wird ein entsprechender Vortrag gehalten. Alle Volksgenossen, die am vergangenen Sonntag freudigen Herzens ihr„Ja“ gaben, müssen sich diesen Lichtbildervortrag ansehen. Polizeibericht. In der Zeit vom 7. S. bis 19. 8. 1934 kamen zur Anzeige: Je 1 Fall wegen Bedrohung, verbotenen Fischens, Fahrraddiebstahls, Zuwiderhandlung gegen das Gesetz zum Schutz des Einzelhandels, Vergehens gegen das Kraftfahrzeuggesetz, Verbrechens gegen das keimende Leben, unberechtigten Tragens des SA=Abzeichens, Beschimpfung der SAUniform, Sachbeschädigung, Körperverletzung, 2 Fälle wegen Beleidigung, 3 Fälle wegen Verstoßes gegen die Verkehrsbestimmungen, 2 Fälle wegen Diebstahls.— Polizeilich bestraft wurden: 10 Personen wegen Versäumung des Fortbildungs=Schulunterrichts, 2 Personen wegen unberechtigten Fischens, 2 Personen wegen Verstoßes gegen die Kraftfahrzeugbestimmungen, je 1 Person wegen Fernhaltung des Kindes vom Schulunterricht, Verstoßes gegen das Nahrungsmittelgesetz, Verstoßes gegen das Feld= und Forstpolizeigesetz, 1 Person wurde polizeilich verwarnt, 4 Personen wurden in hiesigen Betrieben verletzt, 2 Personen meldeten sich obdachlos. Als gefunden wurden abgegeben: 1 Schirm, 2 Fahrräder, 1 Geldbörse, verschiedene Schlüssel. Ein Hund wurde als zugelaufen gemeldet. - Der Kursus im Rettungsschwimmen wird heute nachmittag ab 5,30 Uhr in der Schützenhof= Badeanstalt fortgesetzt. Die DLRG. arbeitet im Sinne der Schadenverhütung, wie sie von der NS=Volkswohlfahrt propagiert wird. -- Die Beurlaubung für den Reichsparteitag. Der Reichsminister des Innern hat Anweisung erteilt, daß den Beamten, Angestellten und Arbeitern sämtlicher Behörden zur Teilnahme an dem bevorstehenden Reichsparteitag der NSDAP. in Nürnberg auf Antrag der erforderliche Urlaub ohne Anrechnung auf den Erholungsurlaub und mit Fortzahlung der Gehalts= und Lohnbezüge erteilt werden. - Bund ehem. 135er. Wegen Hinscheidens unseres Reichspräsidenten und Generalfeldmarschalls von Hindenburg, mußte die für die Zeit vom 6.—8. August in Düsseldorf vorgesehene Wiedersehensfeier des Bundes ehem. 135er in letzter Minute abgesagt bezw. verlegt werden. Dieselbe findet nunmehr in der ursprünglich vorgesehenen Weise vom 8.—10. September in Düsseldorf statt. Sämtliche Karten, Gutscheine usw. behalten ihre volle Gültigkeit. Die angeforderten Freiquartiere und Hotels bleiben ebenfalls bestehen. Zuschriften betr. Wiedersehensfeier an: Willy Koch, Düsseldorf, Merowingerstr. 11. Vor 60 Jahren Ochwerte in fagast VoT4 Schwerte, 24. Aug. An Hand des 7. Jahrgangs der„Schwerter Zeitung“ stellen wir fest: Am 1. August 1874 fand eine öffentliche Sitzung der Stadtverordneten statt. Es wurde beschlossen: Ein neues Rathaus zu bauen; das Hagemann'sche Haus nach Ablauf des nächsten Kündigungstermines auf Abbruch zu verkaufen. In die Baukommission wurden die Herren Lührmann, Rasche und Munckenbeck gewählt. Ferner wurde die Herstellung einer Pumpe auf dem hiesigen Marktplatz genehmigt. Dem Gendarmen Nuhnen wurde eine Mietsentschädigung von Taler 25 pro 1874 bewilligt. Dem Polizeidiener Humpert wurde die gleiche Mietsentschädigung bewilligt. Ein Antrag auf Erhöhung der Hundesteuer fand keine Annahme. Am 2. August erwarb der Turnwart Louis in Dortmund beim Turnfest des Turnvereins „Eintracht“ den ersten Preis im Klimmziehen! Am 4. August wird festgestellt, daß sich in diesem Jahre(1874) der Segen, mit welchem Gott unseren Hellweg beglückt hat, einmal wieder in hohem Maße zeige. Von Mißernte könne bei keiner Frucht die Rede sein. Am 7., 8. und 9. August fand das Schützenfest in Schwerte statt. Ein großer Zapsenstreich leitete am 6. August das Fest ein. Freitag früh 5,30 Uhr war Reveille. Um 6,30 Uhr: Antritt der Kompagnien bei den Hauptleuten resp. Major, der Kavallerie beim Rittmeister, Abholen der Fahnen vom Hause des Obersten W. E. Beckhaus und Abholung des Königs. Darauf fand die große Parade und der Umzug durch die Stadt statt. Marschiert wurde zum Schützenplatz im Schwerter Wald. Dort begann das Königsschießen. Während des Schießens war„den ganzen Tag über Harmonie und Volksbelustigung“". Das Wetter war herrlich. Den Königsschuß tat der Gastwirt W. Ostermann. Anschließend war die Krönung des neuen Königs und der Zug zur Stadt. Abends um 7 Uhr begann der Königsball. Am Samstag, den 8. August, fand statt des Königsschießens ein großes Preisschießen statt, an dem auch Fremde teilnehmen konnten. Am 9. August ging mittags um 11 Uhr auf dem Markte die große Wachtparade vor sich. Nachmittags um 4 Uhr wurde noch einmal durch die Stadt gezogen, und darauf stieg im großen Schützenzelte ein Konzert mit anschließendem Festball. Die Musik wurde ausgeführt von der ganzen Kapelle des 1. Westf. Inftr.=Rats. Nr. 13 aus Münster, sowie vom Trompeterkorps des 11. Husaren=Regts. Abends um 9 Uhr zeigte der Pyrotechniker Knack ein gigantisches Feuerwerk. Zu erwähnen ist noch, daß auf dem Schützenplatz im Schwerter Walde ein großes Eselwettrennen in drei Abteilungen stattfand. Der erste Preis war ein Faselschwein.— Der Schützenvorstand veröffentlichte in der Schwerter Zeitung am 22. August als Anzeige die genaue Rechnungslegung über die Kosten des Schützenfestes 1874. Einnahme und Ausgabe schließen mit 1501 Taler, 12 Silbergroschen und 6 Pfennigen ab. Die Einnahme von den drei Festtagen betrug nur 356 Taler. Die Schützengelder von den 5 Kompagnien und der Kavallerie betrugen 255 Taler. Durch Festgenossenkarten wurden 159 Taler vereinnahmt. Für zwei Zelte waren 380 Taler zu zahlen, für die Infanterie=Musik 350 Taler, für die Kavallerie=Musik 53 Taler. Hoch sind die Auslagen für Pulver und Büchsenladen. Sie betrugen 45 Taler.(Fortsetzung folgt). Der erste deutsche Weintag Auch Westfalen=Süd gedenkt der notleidenden Winzer! Am 25. und 26. August 1934 findet mit Genehmigung der Reichsleitung im gesamten deutschen Reichsgebiet allerorts eine Veranstaltung statt, die den Zweck hat, den Verbrauch des deutschen Weins zu steigern. Wir wissen, daß von allen alkoholischen Genüssen kein edleres Naß aus der deutschen Erde gewonnen wird als die Reben unseres historischen Stromes. Daß auch die Mosel und andere durch deutsches Gebiet ziehenden Flüsse von Jahr zu Jahr an ihren Hängen neue Schätze bergen, soll der erste deutsche Weintag allen in Erinnerung bringen. Die NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" wird in zahlreichen Orten ein Winzerfest oder ähnliches veranstalten, um zu beweisen, daß sie immer auf dem Plane ist, wenn es gilt, dem bedürftigen Volksgenossen Hilfe zu bringen. Westfälische Arbeitskameraden, verbringt diesen Tag unter Teilnahme an diesen Festen. Der deutsche Wein gehört zum deutschen Menschen. Das Amt„Volkstum und Heimat“ der NSGemeinschaft„Kraft durch Freude“ hat die ehrenvolle Aufgabe übernommen, diesen Tag durch eine würdige Programmgestaltung zu verschönern. * Im Kreise Iserlohn wird wohl eine Veranstaltung nicht steigen, da am Sonntag, dem 26. August, die große Saarkundgebung der gesamten Organisationen der NSDAP. stattfindet. Die Schwerter Ortsgruppe wird aber am darauffolgenden Sonntag, dem 2. September, in den sämtlichen Anlagen des Freischütz ein großes Volksfest steigen lassen. Näheres darüber durch Plakataushang. Vier Schwerter Reiter erfolgreich H. Aus der Bewegung Schwerte. Das Reit=, Spring= u. Fahr=Turnier in Halver am 18. und 19. August brachte unter Mitwirkung zahlreicher Reiterstürme für die Freunde des Turniersports wieder manche interessante Prüfung. Am letzten Samstag starteten vom Stammlokal„Zur Helle“ vier Fahrzeuge zur Fahrt nach dem Halver Turnier. In einem flotten Reisetrab wurde die 50 Kilometer lange Strecke, zeitweise unterbrochen durch Schritt=Reprisen, zurückgelegt. Hugo Comberg, Ostberge(Reitersturm Schwerte) holte auf Schwäbin in der Eignungsprüfung für Reitpferde den ersten, in der Dressurprüfung Klasse A den ersten, sowie zwei weitere Preise im Gehorsam=Springen und Klasse A. Hugo Stamm, Ergste, vom Reitersturm Schwerte, ein Mann, der schon viel Preise in seinem Besitze hat und für die edle Reiterei sein Letztes hergibt, errang in der Dressur=Prüfung den dritten Preis und im Fahren(Einspänner) ebenfalls den dritten Preis. Dieses erfolgreiche Abschneiden auf seiner selbstgezogenen Hedwig ist umso anerkennenswerter, als Truppführer Stamm schon Mitte der Fünfzig ist. Er ist immer noch ein schneidiger Reiter und Fahrer. Der Hitlerjunge Jan Dierk Hidding, Ergste nahm an den Fahr=, Reit= und Springprüfungen teil. Als er mit seinem Wagen (Einspänner) auf den Platz fuhr, wurde sein Pferd Nitus sehr unruhig, scheute und der Wagen mit seinem Pferd kippte um. Die Räder standen nach oben. Nitus lag am Boden. Geistesgegenwärtig war der Hitlerjunge, als der Wagen zu kippen drohte, er sprang ab und hielt sofort sein Pferd fest, damit es nicht aufspringen und alles zerreißen konnte. Der Begleiter Wortmann sprang hilfreich hinzu und half mit anderen Reitern, die Sache wieder auf die Beine zu bringen. Der Hitlerjunge zeigte aber edlen Reiergeist, setzte sich auf den Wagen und wurde in der Fahrprüfung noch vierter Sieger. Leider konnte I. D. Hidding die anderen Prüfungen nicht mitmachen, da die Preisrichter feststellten, daß sein Pferd etwas schonte. Diese Entscheidung war für ihn sehr nachteilig, da der Hitlerjunge noch in den anderen Konkurrenzen große Chancen hatte, nach vorn zu kommen. Wir sind davon überzeugt, daß der jugendliche Reiter Hidding sich noch manche Schleife und darunter viele erste erringen wird. Unser erfolgreicher Reit= und Fahr=Lehrer, Obertruppführer Frettlöh, Schwerte, hatte die vier Reiter besonders für dieses Turnier vorbereitet. Die Erwartungen, die in diese vier Reiter gesetzt waren, sind voll und ganz in Erfüllung gegangen. Als Preisrichter fungierten: Sümmermann, Schulte=Westig, Böllhoff und Frettlöh. Anwesend waren u. a. auch Sturmführer Lippman, als Vertreter der Brigade 166 und der Gruppenreiterführer Beuße=Dortmund. Die Veranstaltung war von günstigem Wetter begleitet. Der Besuch war außerordentlich gut. Der Preisverteilung am Sonntagabend schloß sich ein sehr gut besuchter Reiterball an. Schwerte=Nuhr. Achtung! Amtswalter der SDRAP. und deren Gliederungen. Am Sonntag, den 26. August ds. Is., 15 Uhr(3 Uhr) wird auf der„Hans BernsauKampfbahn“ in Iserlohn i. W. u. a. auch die Fahne der Ortsgruppe Schwerte vom Gauleiter Wagner geweiht. An dieser Fahnenweihe müssen sämtliche Amtswalter teilnehmen. Es wird ein Sonderzug benutzt. Fahrpreis Rm. 0.50. Antreten: 12 Uhr am Bahnhof in Schwerte. Die Amtswalter, die als Marschteilnehmer am Parteitag in Nürnberg teilnehmen, müssen in vorschriftsmäßiger Ausrüstung antreten. Heil Hitler! gez. Franz Hudek jr., Organisationsleiter. Werdet Witglied der RiS9. Die Herbstkirmes in Dortmund=Mitte findet in der Zeit vom 16. bis 26. September statt. C. hwarzkopt Schaumpon ## Seharphner 123 Löherinnt für die Aeinter Westhofen und Ergste Westhofen, 24. Aug. Gesunden. Auf der Straße wurde eine Herrenjacke mit einem Photoapparat gefunden. An einer anderen Cielle sand man ein Schlüsselbund mit Schlüsseln. Die Verlierer können sich im Polizeibüro melden. Garenfeld, 24. Aug. Auseinander= setzung. Ein Einwohner hatte erfahren, daß ihm sein Untermieter ein Quantum Birnen aus dem Garten gestohlen habe. Darüber gab es eine Auseinandersetzung, die schließlich in Tätlichkeiten ausartete. Der Untermieter wurde geschlagen, daß er forläufig krankseiern muß. Villigst, 24. Aug. Instandsetzung des Wegenetzes. Neben Ausbau= und Instandsetzungsarbeiten an mehreren Stellen läßt die Gemeinde auch einen Ausbau des Verbindungsweges zwischen den Besitzungen Hache, Brune und Melchheier im Villigster Bezirk vornehmen. Ursprünglich war dieser Weg ein Interessentenweg. Nach längeren Verhandlungen des Amtsbauamtes mit den Grundstücksanliegern ist es möglich geworden, durch Abtretung von Geländestreifen, eine Erbreiterung des Weges vorzunehmen. Eine gute Straßendecke konnte zwischen den Besitzungen Hache und Brune bereits hergestellt werden. Gegenwärtig wird die letzte Strecke von der Besitzung Brune bis zur Besitzung Melchheier in Angriff genommen. Wegen des Ausbaues ist es während der nächsten Zeit nötig, daß der Weg für den Fuhrwerksverkehr geschlossen bleibt. Sperrschilder sind aufgestellt. Es konnten an diesem Wegebau wieder etwa 20 Erwerbslose der Gemeinde für längere Zeit Arbeit bekomemn. Ergste, 24. Aug. Obstbaumzählung. Die in der Gemeinde Ergste durchgeführte Obstbaumzählung hatte folgendes Ergebnis: Zusammen sind vorhanden 7823 Bäume, davon ertragsfähig 6396, noch nicht ertragsfähig 1265, abgängige 162. Aus dem Nachbargebiet Wetter. Gerechte Strafe. Zwei Volksschädlinge, die aus einem Garten 50 Pfund Kartoffeln, mühevoll von einem armen Volksgenossen gezogen, entwendet hatten, wurden mit einem Schild um den Hals durch die Stadt geführt. Zwei SA=Leute, die dem Flurschutz angehören, hatten sie erwischt und ihnen diese schnelle Strafe zukommen lassen. Dahl. Kind läuft vor ein Auto. Das vierjährige Söhnchen eines hiesigen Arbeiters lieft in Priorei vor dem Hause des Arztes Dr. Müller vor ein Auto und wurde mit schweren Verletzungen(doppelter Schädel= und Oberschenkelbruch), von der Sanitätskolonne ins Marienhospital gebracht. Dem Vernehmen nach soll den Kraftwagenführer keine Schuld treffen. Dahl. Obstdiebe. Auf einem Bauernhof in Düingsen machten einige Burschen aus Dortmund unter Anführung eines ehemaligen Knechtes einen Besuch im Obstgarten und ließen einige Säcke mit unreifen Aepfeln mitgehen. Sie wurden jedoch mit ihren Fahrrädern von einer Streife gestellt und bequemShn Eritt Märsch Ein Roman aus den Kampfjahren 1929 bis 1932 von Heinz Friedrich Kamecke. 108. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Anke überläuft ein Zittern. Noch hält sie befangen die Hände vor die Brust. Sein Blick tastet weiter die Wände ab.„Als ich zum ersten Mal zu dir hinauftaumelte, gab es noch keine Schatten für uns.“ Seine Stimme bebt aus der Tiefe. Sie kehrt ihr Gesicht mit den Augen ihm zu und sagt in einem Atemzug, unerwartet für ihn:„Ich werde dir immer gehören, auch wenn Gewalt uns trennen sollte.“ Klaus ergreift sie bei den Handgelenken. „Uns wird nichts trennen können. Das Leben wird uns noch eine große Chance geben— Du k: ichst dich nicht um mich zu ängstigen.“ Aber sie nickt.„Doch, Klaus.“ „Nein, nein, Anke.“ Er schließt sie in seine Arme. Nach einer Pause fragt Anke:„Glaubst du denn, daß wir im kommenden Frühling noch einmal ganz unbekümmert, ganz ausgelassen sein können? In meinen Träumen sehe ich Gitterstäbe. Meine Ahnungen werden mich nicht trügen.“ Zitternd schmiegt sie sich näher in seinen Arm. „Das Gefängnis wird mir wohl kaum erspart bleiben, denn noch in diesem Monat finden drei Prozesse gegen mich statt.“ „Vielleicht ist es gut“, lächelt sie verzweifelt. „Wenn man dich in den Kerker wirft, bist du wenigstens in Sicherheit—. Deine Gegner können dir nichts anhaben, und mir bleibst du erhalten.“ „Der Gedanke, lebendig eingemauert zu sein, wöhrend draußen der Kampf weitergeht, ist mir unerträglich. Mit einigen Monaten könnte ich ten sich nach einigen faulen Ausreden zum Geständnis. Osterode. Hecht zieht einen Seeadler in die Tiefe. Ein tödlicher Kampf in der Tierwelt, den man für unmöglich halten würde, wenn sein Hergang nicht durch einen Augenzeugen verbürgt wäre, hat sich in diesen Tagen in einem ostpreußischen See zugetragen. Ein Reedereibesitzer aus Osterode beobachtet einen Seeadler von- ungefähr einem Meter Spannweite, der auf der Suche nach Beute über dem Geserichsee schwebte. Plötzlich schoß der Vogel hinab, weil er anscheinend etwas gefunden hatte. Es war ein riesiger Hecht, etwa 10 Pfund schwer, auf den der Adler es abgesehen hatte. Tief gruben sich die Fänge des großen Räubers in das weiche Rückenfleisch des Riesenhechtes, mit den Flügeln suchte der Vogel Gleichgewicht zu halten und wollte, die Beute in den Fängen, wieder aufsteigen. Der Adler hatte aber die Rechnung ohne den Hecht gemacht, der sich nicht so ohne weiteres aus dem Wasser holen ließ. Zwischen den beiden Räubern, dem Adler über dem Wasserspiegel und dem Hecht im Wasser, entspann sich ein zähes Ringen. Der Adler wollte aufsteigen, der Hecht wollte in die Tiefe. Länger als eine halbe Stunde dauerte der stumme, wütende Kampf. Schließlich zog der Hecht den Adler, dessen Krallen sich aus dem Rücken des Fisches nicht mehr lösen konnten, unter Wasser. Nach einiger Zeit tauchten Adler und Hecht, so wie sie verschwunden waren, wieder auf. Beide waren tot, der Adler war ertrunken und der Hecht an den tiefen Wunden verendet, die ihm die Fänge des Adlers geschlagen hatten. 7 und Kindesrinder gleicheder stillen Kratt usphat sie Cort undkart, Fielkt vollenden das Wert der Nlächstonliche: Werdet Mitglicd der As Voltswohlfahrte G Adoptivkinder im Erbhofgesetz Die Frage, welche Stellung Adoptivkinder als Erben eines Bauern haben, tritt in der Wohlfahrtspflege wederholt auf Wir geben deshalb die einschlägigen Stellen der Reichserbhofgesetzgebung im folgenden wieder. Reichserbhofgesetz(REG)§ 1, 6: „An Kindes Staat angenommene Personen sind nicht zur Anerbenfolge berufen“ (Reichsgesetzblatt). Erste Durchführungsverordnung zum REG vom 19. 10. 1933(RGBl.) I, S. 749):§ 63: „Hat der Erblasser vor dem 1. Oktober 1933 eine Person an Kindes Statt angenommen, so steht dieses Kind hinsichtlich der Anerbenfolge einem ehelichen Kinde gleich“. Zweite Durchführungsverordnung zum REG vom 19. 12. 1933(RGBI. S. 1096),§ 7: „Das Anerbengericht kann für den nächsten auf das Inkrafttreten des Gesetzes folgenden Erbfall zulassen, daß ein an Kindes Staat angenommenes Kind zum Anerben bestimmt wird, wenn es beim Inkrafttreten des Gesetzes bereits längere Zeit wie ein Kind im Hause des Bauern gelebt hatte. Die Vorschriften des§ 48. Abs. 2,§ 49 Abs. 2, des Gesetzes finden entsprechende Anwendung.“ Rundfunk=Programm Sonnabend, den 25. August 1934. 5.30 Morgenruf. 5.35 Frühkonzert. mich abfinden. Aber wenn man mich länger festhalten sollte, würde ich mich verzehren in Sehnsucht—“ Ankes Augen schimmern. Ihre Finger schmiegen sich wärmesuchend in seine Hand. „Ach Klaus, wie soll es enden?“ „Es endet alles gut, und indem es so endet, haben wir Mut für die nächste Zukunft, so ungewiß sie auch sein mag.“ Sekundenlang schließt Anke die Augen. Dann sagt sie mit fester Stimme:„Ich vertraue dir.“ „Wir werden jetzt zu deiner Mutter gehen“ flüstert er.„Sie kommt mir gar nicht fremd vor.“ „Sie ist eine Friesin von Geburt“, sagt Anke. „Du hältst doch soviel von Rasse——“ „Es besagt viel“ antwortet Klaus,„daß deine Muter eine Friesin ist und dein Vater ein Niedersachse. Mich geht alles an, die Form deines Schädels, die Linien deiner inneren Handfläche, die Linie deines Nackens, ich möchte alles wissen, bis in die Jahrhunderte zurück.“ Durch Ankes Herz pulst das Blut.„Auch ich möchte alles von dir wissen und auch deine Mutter, deinen Vater und deine Geschwister kennen. Es ist doch etwas Wunderbares, etwas Heiliges um die Sippe. Aber daß ich so denke, Klaus, verdanke ich dir. Weißt du noch, daß ich mit einem Neger mein Spiel treiben wollte, als wir uns nach langer Zeit wiedersahen? Ich habe heute kaum noch eine Erklärung dafür. Vielleicht war es Laune, Uebermut, vielleicht auch die Absicht, dich zu treffen. Ich habe durch dies gefährliche Spiel deine Aufmerksamkeit so stark auf mich gelenkt, daß du mich zurückhieltst. Du standest diesen Dingen nicht gleichgültig gegenüber, sondern ine Gegensatz zu den anderen Bekanntea, die am liebsten gesehen hätten, daß ich mit dem schwarzen Mann getanzt hätte. Seit jenem Abend gehöre ich di:—“ „Auch du kannst meiner ganz gewiß sein, Anke.“ Und nach einer Weile kommt die zs6.05 6.25 6.50 8.00 8.20 10.00 10.10 10.30 11.00 12.00 12.45 13.00 13.45 14.00 14.45 15.30 15.45 16.00 17.00 17.15 17.50 18.10 18.40 18.50 19.00 20.00 20.15 20.45 21.40 22.00 22.30 Leibesübungen. Morgenkonzert. Morgenruf, Zeit, Wetter, Nachrichten. Frauenturnen. Vom deutschen Volkstanz. Zeit, Nachrichten usw. Kindergarten. Für Euch daheim. Guckkasten. Musik am Mittag. Erste Mittagsmeldungen. Die fröhlichen Fünf. Zweite Mittagsmeldungen. Wochenendkonzert auf Schallpletten. Kleines Kunterbunt. Wirtschaftsmeldungen. Arbeitsbeschaffungsfront. Nachmittagskonzert. Westfälische Heimatmuseen erzählen. HJ. singt und musiziert. Volk erzählt. Neues aus Forschung und Wissenschaft. Was ist eigentlich mit den kosmischen Strahlen? Vom Tage. Wirtschaftsmeldungen, Sportvorbericht. Leo Eysoldt spielt mit seinem Orchester zum Tanz. Erste Abendmeldungen und Saar=Rundschau. Bunte Musik. Pennäler!(Lustige Szenen und Erinnerungen). Bunte Musik. Zeit, Wetter, Nachrichten. Nacht= und Tanzmusik. Börsen und Märkte Notierungen der Großmarktpreise des Großmarktes für Getreide und Futtermittel e. V. zu Dortmund am 23. August 1934. Weizen: Westfälischer Weizen: Gesetzlicher Erzeugerpreis: Preisgebiet W 9 193 Rm; dto. gernde Frage:„Du würdest mich lieben können?“ Anke errötet. Sie will etwas sagen, aber ihre Stimme versagt. Er nimmt ihren Kopf in seine Hände und streichelt ihre Wange. Nach einer Weile, in der sie sich zu fassen versucht, spricht sie einfach:„Ich will dir immer ganz zu eigen sein.“ „Ich werde dich nie verraten“, antwortet Klaus, und seine Augen, die sonst gleichsam die Ferne suchen, sind erfüllt von der Nähe des Glücks. Anke zieht die Mullgardinen zur Seite und öffnet das Fenster. Klaus tritt hinter sie, daß ihr Nacken unter seinem Atem erschauert. Die Tiefe ihres Blutes singt. Sie schauen beide hinaus in den herbstlichen Abend. Die Luft geht schwach. Von dem geringsten Hauch lösen sich die Blätter der Obstbäume. Auf den Wiesen lagern dicke Schwaden. „Wie schön auch dieser Abend ist", flüstert Anke. „Nebelung—, in meiner Heimat liegt schon Schnee.“ „Einmal mußt du mich mitnehmen in dein Heimatland.“ „Dann bleibst du aber immer bei mir.“ Atmend lehnt Anke sich an seine Schulter. Wie trunken ist ihr Herz.„Klaus, ich hatte schon mit meiner Mutter abgemacht, wenn du schwer verletzt worden wärst, hätten wir dich zu uns geholt——“ „Ich glaube schon. Anke, du kannst Wunden heilen——“. Und leise fügt er hinzu,„aber nun komm, wir wollen zur Mutter gehen“. Er nimmt sie bei der Hand und sie schreitet geschlossenen Auges, selig blind. Auch die Treppenstufen hinunter geht sie mit traumwand. lerischer Sicherheit. Erst auf der Schwelle zum Wohnzimmer öffnet sie voll ihre Augen. W 12 196 Rm, dio. W. 13 197 Rm, dio. 26 14 198 Rm, dto. W 15 199 Rm. Roggen= Westsäl. Roggen: Gesetzlicher Erzeugerpreis: Preisgebiet R 9 133 Rm, dio R 11 155 Rm, dto. R 12 156 Rm, dto. R 12 157 Rm, dto. R 14 159 Rm. Hafer: Gesetzlicher Erzeugerpreis: gebiet H 13 154 Rm, dto. H 14 156 Rm, dio. H 15 157 Rm, dto. H 16 158 Rm, dio. H 18 160 Rm,dto. H 19 161 Rm, Weißhaser: Aufschlag 7,00 Rm. Futtergerste: Gesetzlicher Erzeugerpreis: Preisgebiet G 10 158 Rm, dto. G 11 159 Rm, dto. G 12 161 Rm, dto. G 13 162 Nm. dto. G 14 164 Rm; Industrie=Gerste—; Platz. Gerste—. Plata=Mais 220 Am, Cinquantino=Mais 227,50 Rm, Trockenschnitzel—. Steffen=Schnitzel 30 Proz. 16,75—17 Rm; vollwertige Zuckerschnitzel, 55 Proz. 17,25—17,50 Rm; reiner Luzernhäcksel 7,25 Am, reiner Kleehäckse! 6.25 Rm, Strohhäcksel 2,25 Rm. Die Preise verstehen sich bei Getreide per Tonne, Futtermittel per 100 kg waggonfrei Dortmund, in Ladungen von 1500 kg. Die Preise für Häcksel verstehen sich per Zentner waggonfrei oder frei Fuhre Industriegebiet. Amtliche Mehl=Notierung. Weizenmehl, inländ.: alle Grundtypen 26,90 Rm.— Weizen=Brotmehl, Type 2000 7 Rm. Aufschlag. Roggenmehl, inländ.: Type 997 für R 9 23,25 Rm., Type 997 für R 11 23,35 Rm; Type 997 für R 12 23,50 Rm, Type 997 für R 13 23,65 Rm, Type 997 für R 14 23,70 Nm. Kommißmehl, inländ.(Roggenbackschrot) Type 1370 Abschlag auf die vorgenannten Basispreise 1,00 Rm. Roggenschrot, inl. Type 1800 Abschlag auf die vorgenannten Basispreise 3,50 Rm. Weizenkleie, feine 11 Rm, dto. mittelgrobe 11,25 Rm, dto. grobe 11,75 Rm; WeizenGrießkleie(Bollmehl) 12,75 Rm, Weizen=Nachmehl 15 Rm; Roggenkleie, feine 10.50 Rm; Roggen=Grießkleie(Bollmehl) 12.50 Rm. Weizen=, Roggenmehl, Kommißmehl und Roggenschrot zuzüglich 0,50 Rm. Frachtausgleich, bei Abnahme von mindestens 10 Tonnen, frei Empfangsstation gemäß Anordnung 9 des W. V., Auf= und Abschläge gemäß Anordnung 8 der W. V.— Mühlenabfälle ab Mühle.— Tendenz: Ruhig. Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Heinz Friedrich Kamecke, Schwerte=R. Verantwortlich für den gesamten Textteil: Heinz Friedrich Kamecke, Schwerie=R. Für den Anzeigenteil: Hans Linner, Schwerte=R. D. A. VII. /34. 1700. Bauwunder Das Sicherheits-Backpalver mit Gutscheinen Nach Einsendung von 4% oder 40% aberweisen wir Ihnen 80 Pfennig in bar portofrei Keese, G. m.b. H., Ramein Die Mutter hebt den Kopf, als wolle sie etwas fragen. Aber sie schweigt und zeigt ihr liebes, ein wenig befangen scheinendes Lächeln. „Sie wohnen schön hier am Wall, Frau Buchholz“, sagt Klaus.„Und wenn ich bedenke, daß Anke in diesem Hause geboren wurde, ist mir jeder Winkel doppelt lieb.“ Anke ist, als falle sie aus einem Traum in den anderen. Und nun sieht sie den entschlossenen Ausdruck seines Gesichts. Klaus tritt mit Anke auf die Mutter zu. Mit leidenschaftlicher Stimme, nicht laut, aber bestimmt sagt er:„Mutter Buchholz, Anke und ich gehören zusammen——. Ich liebe Ihre Tochter sehr, sehr——“ Der Kopf der Mutter fährt auf.„Aber lieber Herr Stüwen——“ „Bin ich Ihnen nicht als Sohn willkommen?“ Prüfend mißt ihr Blick seine Züge. Aus Ankes Gesicht weicht das Blut.„Mama, — ich habe Klaus lieb——.“ Da ergreift die Mutter beider Hände, leg ineinander.„So haltet fest zueinander, meine Kinder.“ Ihre Augen werden feucht. gebe, daß dir, Klaus Stüwen, nichts Böses zu stoße———“ „Mama, du gibst uns wirklich deinen Segen?“, fragt Anke in tieser Scheu. „Wie könnte ich anders.“ Und als nach einer Weile die Hände sich lösen, und Anke durchschütttert zurücktritt, wolle sie Atem schöpfen, umsängt Klaus selig Taumelnde und küßt sie auf den Mund Ein jähes Erröten fließt in ihre Wangen. Und als dann Klaus die Mutter umarmi, kommt das leise Mahnen:„Du wirst nun versichtiger mit deinem Leben umgehen müssen, mein Sohn.“ Fortietzung folgt. SAS Ossraonischtunch Schwere Gasexplosion in Oberhausen Erheblicher Sachschaden Oberhausen. Am Abend ereignete sich im Hause Seilerstraße 68 in Oberhausen eine folgenschwere Gasexplosion. Eine in die im Dachgeschoß gelegene Wohnung eingezogene Familie war mit dem Aubringen einer Gaslampe beschäftigt, als ein Bekannter, der dem Ehepaar bei der Herrichtung der Wohnung geholfen hatte, plötzlich Gasgeruch wahrnahm. Die gemeinsame Feststellung ergab, daß die Gasleitung anscheinend nicht sorgfältig abgesperrt worden war. Als man dann die Tür zu einem anliegenden Zimmer öffnete, erfolgte die Explosion, die die Türen und Fenster der Wohnung sowie das Dachgeschoß zertrümmerte. Während der Bekannte mit leichteren Verletzungen davonkam, trug das Ehepaar schwere Brandwunden an Gesicht und Händen davon. Zum außerordentlichen Professor ernannt Oberhausen. Privatdozent Dr. Wilhelm Flaßkamp, zurzeit Chefarzt der Abteilung Geburtenhilfe, Frauenheilkunde und Röntgengenealogie am Evangelischen Krankenhaus in Oberhausen, wurde dieser Tage zum außerordentlichen Professor der Universität Gießen ernannt. Eineinhalb Jahre Zuchthaus für einen Volksschädling Oberhausen. Der nicht weniger als 21 mal vorbestrafte Heinrich Notthoff aus Oberhausen=Sterkrade hatte seit dem Jahre 1932 in Gemeinschaft mit einer Frau das Wohlfahrtsamt und das Winterhilfswerk um einen Gesamtbetrag von rund 600 Mark geschädigt. Das Gericht verurteilte den rückfälligen Betrüger über den Antrag des Staatsanmalts, der ein Jahr Duchthaus beantragt hatte, hinaus zu eineinhalb Jahren Zuchthaus. Außerdem wurden dem Angeklagten die Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt. Grausiges Verbrechen Verschnürte Leiche aus dem Rhein geborgen Voerde. Ein Kahnfahrer bemerkte im Rheinstrom zwischen Mehrum und Spellen eine treibende Leiche und brachte sie ans Ufer. Die benachrichtigte Ortspolizei Voerde und die Zentrale Mordkommission Ruhrgebiet aus Essen trafen bald an Ort und Stelle ein, ebenso ein Arzt aus Voerde. Es handelt sich um die Leiche eines 25bis 35jährigen Mannes, die etwa zwei bis sechs Tage im Wasser gelegen haben kann. Der Oberkörper des Toten mitsamt dem Kopf, der mehrere schwere Verletzungen aufwies, war in Decken eingehüllt und verschnürt worden. Außerdem waren die Veine an den Fußknöcheln zusammengebunden. Alle diese Umstände lassen keinen Zweifel offen, daß der Tote einem Verbrechen „um Opfer gefallen ist. Beschreibung des Toten: 1,62 Meter groß, Haare dunkelblond, über Augen und Gesichtszüge lassen sich keine Angaben machen, im Unterkiefer fehlen die Vorderzähne, am Körper und n den Gliedmaßen keine besonderen Kennzeichen. Bekleidung: blaues Ober= oder Sporthemd. Zweckdienliche Angaben an die Ortspolizei in Voerde oder an jede nächste Polizeistelle erwünscht. Wie der Tote ermordet worden ist, muß noch festgestellt werden. kellnerinnen verteidigen ihr Recht Köln. In einem Kölner Wirtschaftsbetrieb sind Kellner und Kellnerinnen beschäftigt. Es ergab sich, daß die Gäste sich durchweg an die Tische setzten, wo die Mädchen bedienten. Diese verdienten denn auch erheblich mehr als die Kellner. Dieserhalb kam es wiederholt zu Auseinandersetzungen zwischen dem männlichen und weiblichen Bedienungspersonal, und so entschloß sich der Wirt, zwei Serviermädels zu kündigen und dafür einen Rellner mehr einzustellen. Nun klagten die beiden Kellnerinnen am Arbeitsgericht auf Widerzuif der Kündigung, da unbillige Härte vorliege. Der Beklagte und der als Zeuge vernommene Oberkellner führten aus, daß von einer unbilliden Härte doch wohl keine Rede sein könne. Die verheirateten Kellner vermöchten nicht den Gakantielohn zu verdienen, während die meist unverheirateten Kellnerinnen stets auskömmlichen Verdienst hätten. Das Gericht aber stellte sich auf ahten anderen Standpunkt und verurteilte den Wirt, die Klägerinnen weiterzubeschäftigen und, wenn das abgelehnt werde, ihnen je eine Entschädigung von 253 RM. zu zahlen. Ueber die Führung der Klägerinnen sei nichts Nachteiliges vorgebracht worden. Auch sei die Kündigung der 2#. Zayern nach hier beorderten Kellnerinnen ischt durch die Verhältnisse des Betriebes besingt; es liege demnach unbillige Härte vor. Wer spielt mit?— Eine bemerkenswerte Veranstaltung des Reichssenders Köln 5. sel. Am Montag, 27. August, 19.30 Uhr, eginnt der Reichssender Köln mit einer Folge Hausmusik=Darbietungen, die den vielen nen Zarrnete r., Geigern im Lande, die keiZiolinin haben, zur Wiedergabe von KlavierRolin-Werken usw. verhelfen sollen. Die erste # hetung bringt die Sonatine D=Dur, Werk bert.“ Violine und Klavier von Franz SchuZigling in dreifacher Darbietung: 1. Klanier=a" Klavier; 2. Violin=Part allein: 3. dierspiesen auein. Es besteht so für den Kladen Rund. Leiger die Möglichkeit, sich durch engfunk begleiten zu lassen bezw. den der den Violinpart darbietet, zu beErfolg der Reichsbetriebsgemeinschaft „Vergeuu hohe Säuglingssterblichkeit der Bergmannskinder „Mit der weltanschaulichen Schulung“, so schreibt J. Gruber im Mitteilungsblatt der Reichsbetriebsgemeinschaft Bergbau, der„Deutsche Bergbau",„geht Hand in Hand die Arbeit des Staates auf dem Gebiete der sozialen Hilfe. Hierbei stehen Mütter und Kinder als die Keimzellen und Garanten der Zukunft im Vordergrund der Betätigung. Beiden Gesundheit und Lebenskraft und damit Staat und Volk die Grundlagen des Seins zu erhalten ist der Leitgedanke dieser Bestrebungen. Voraussetzung ist selbstverständlich die Sicherung der Lebensbedingungen durch Hebung der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse, u. a. gerade der Mütter und Kinder. Entsprechende Maßnahmen der Regierung sind in Vorbereitung. Bei dieser Gelegenheit wird an das große soziale Hilfswerk „Mutter und Kind“ und an die hervorragenden Erfolge dieser Organisation erinnert. Eine weitere unentbehrliche Voraussetzung zur Gesunderhaltung der Familie ist ausreichende ärztliche, und zwar spezialärztliche Versorgung. Dieser Teil praktischer Staatsarbeit obliegt den Versicherungsträgern, also in bezug auf die Bergleute und deren Angehörigen der „Knappschaft". Im Vordergrunde steht dabei nicht, wie bisher, die Sorge für den einzelnen Kranken, sondern die Gesundheit des Volkes. Das schließt die Bevorrechtung der Mütter und Kinder in sich. Bisher ist auf diesem Gebiete herzlich wenig getan worden. Keineswegs verkennen wir hierbei die schwierige Lage der Knappschaft. Wir sehen sowohl die Probleme als auch die finanziellen Möglichkeiten. Eine Nachprüfung wird jedoch ergeben, daß die durch die Zulassung von Frauen= und Kinderärzten entstehenden Mehrlasten im Gesamtrahmen gesehen tragbar sind. Die spezialfrauenärztliche Versorgung scheiterte bisher nicht zuletzt an den Forderungen der Frauenärzte, während in bezug auf die Kinderärzte sich die Reichsknappschaft bisher nicht von der Notwendigkeit der Anstellung von Fachärzten zu überzeugen vermochte. Schon längere Zeit bemüht sich die Reichsbetriebsgemeinschaft„Bergbau", bei den Bezirksknappschaften wenigstens die Zulassung von Kinderärzten zu erreichen. Die Bemühungen haben nun zum Erfolg geführt. Der Kommissar für die Reichsknappschaft hat die Bezirkskommissare und die Verwaltungen der Bezirksknappschaften ersucht, für die Zulassung von Kinderfachärzten in geeigneter Zahl zu sorgen, die Knappschaftsärzte in allen notwendig erscheinenden Fällen zu veranlassen und für die beschleunigte Durchführung dieser Anordnung Sorge zu tragen. Wie sehr diese Maßnahme zu begrüßen ist, ergibt sich aus der Tatsache, daß nach den amtlichen Berichten des Preußischen Statistischen Landesamtes in den Jahren 1928—1931 die Säuglingssterblichkeit der Bergmannskinder im Durchschnitt 115 gegen 82 auf 1000 beträgt, mit anderen Worten: es starben auf je 1000 eheliche Bergmannskinder 33 mehr, als dem Reichsdurchschnitt entsprechen würde. Weiterhin ist das Verlangen der Bergbaubevölkerung nach Kinderärzten unverkennbar, das geht, wie die Gesellschaft für Kinderheilkunde berichtet, u. a. daraus hervor, daß im Ruhrbezirk in einem Jahre 20 der hier praktizierenden Kinderärzte in über 2100 Fällen, und zwar zum größten Teil mehrfach von Bergleuten, privat, also auf eigene Rechnung, in Anspruch genommen worden sind. Durch die nunmehrige Zulassung von Kinderfachärzten zur knappschaftlichen Versicherung wird, bevölkerungs=, sozial= und wirtschaftspolitisch gesehen, unabsehbarer Nutzen entstehen und nationalsozialistisches Wollen in höchstem Maße verwirklicht.“ Eine der Verkehrsaufgaben im mnbusteleiten Westen Siedlung und Verkehr im Kuhrbezirk— Das Problem der Jahrradwege In einem Artikel in„Ruhr und Rhein“ vom 6. 7. 1934 betont Dr. A. Dix mit Recht, daß in einem so großen und engbebauten Bezirk die Siedlungsfrage hauptsächlich von der zukünftigen Verkehrsgestaltung abhängig ist. Die erstrebte Dezentralisation im großen und im kleinen, die Auflockerung in jeder Form, die Erlangung billigeren Geländes, überhaupt alles, was die Näherführung von Stadt und Land wirklich fördert, die Krisenfestigkeit der angesiedelten Familien— das alles ist ohne Anpassung des Verkehrswesens an diesen Zweck nicht befriedigend zu lösen. Das von Dix richtig gekennzeichnete„Versagen des Schienenweges“, so schreibt Dr.=Ing. O. Krawehl=Essen in„Ruhr und Rhein“, dem offiziellen Organ der niederrheinisch=westfälischen Industrieund Handelskammern, wird am besten erwiesen durch den jahrzehntelangen Mißerfolg unserer Bemühungen um einen billigen Vorzugstarif im Industriebezirk. Irgendwelcher Ersatz dafür muß unter allen Umständen geschaffen werden. Wir kommen außerdem sicher nicht bald in den breiten Genuß eines so billigen Volksautos, daß die gering bemittelten Belegschaftsmassen unserer Werke davon in befriedigendem Umfang Gebrauch machen können. Auch Motorräder können diesem Bedürfnis nicht genügend entsprechen. Einzig und allein das Fahrrad ist in der Lage, die Lücke einigermaßen zu schließen. Es ist daher m. E. eine der wichtigsten Aufgaben des Straßenbaues, dieser Entwicklung mit allem Nachdruck sofort Rechnung zu tragen. Seit mehreren Jahrzehnten sind wir schon dafür eingetreten. Die heutigen Straßen im bisherigen Zustand sind dazu natürlich ganz ungeeignet. Die sicher zu erwartende starke Zunahme des Autoverkehrs wird ohnehin besondere Maßnahmen zum Schutze der Radfahrer nötig machen. Es gibt achtmal mehr Radfahrer als Automobile. Verkehrt wäre es, die Lösung dieser Aufgabe vor allem nur im Bau besonderer Radfahrwege zu suchen. Einfacher, billiger und schneller erreicht man einen großen Teil des erstrebten Ziels auf den vorhandenen und auf neuen Straßen durch Abtrennung von Streifen, die gleichzeitig der Erziehung zur Verkehrsdisziplin dienen werden. Aber die wichtigste Seite dieser Aufgabe ist doch die soziale. Das Fahrrad gilt mit Recht als das Auto des kleinen Mannes. Es wird dies auch bleiben, und zwar sowohl im Berufsals auch im Erholungsverkehr. Was namentlich den letzteren anbetrifft, so braucht man im Jahre der Schaffung des Begriffs„Kraft durch Freude" keine Worte darüber zu verlieren. Die Erleichterungen, welche gerade das Fahrrad durch die Fahrradstreifen bezw. Fahrradwege im Industriebezirk der viel zu eng wohnenden Bevölkerung bieten kann, sind im wahren Sinne des Wortes unbegrenzt. Die Lösung dieser Bedürfnisse kann auch auf keine andere Weise mit so geringen Mitteln erreicht werden. Hier liegt unzweifelhaft eine der allerdankbarsten Verkehrsaufgaben im industriellen Westen! Uebrigens auch ein Beitrag zum Kapitel Volkswohlfahrt und Arbeitsbeschaffung sondergleichen. gleiten. Natürlich liegt es im Interesse dieser Hörer, das Werk vorher zu studieren, so daß wirklich ein ungestörtes Musizieren zustande kommt. Die Veranstaltung soll später mit ähnlichen geeigneten Werken fortgesetzt werden. Ausführende der ersten Stunde sind Therese SarataKuermann(Violine) und Egbert Grape(Klavier). Das Urteil im Rölgener Prozeß Rötgen. Unter starkem Andrang der ganzen Rötgener Bevölkerung wurde das Urteil im Unterschlagungsprozeß gegen den früheren Bürgermeister von Rötgen, Franken, und seines Obersekretärs Heck verkündet. Franken wurde wegen schwerer Amtsunterschlagung und vorsätzlicher Urkundenvernichtung zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Außerdem wurde ihm die Fähigkeit, öffentliche Aemter zu bekleiden, auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt. Das Verfahren gegen ihn wegen Urkundenfälschung wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft eingestellt. Heck erhielt wegen fortgesetzter schwerer Urkundenfälschung und vorsätzlicher Urkundenvernichtung eine Gesamtgefängnisstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Von der Anklage der Unterschlagung wurde er freigesprochen. Dem Angeklagten Heck wurde die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf die Dauer von zwei Jahren aberkannt. Beiden Angeklagten wurde die erlittene Untersuchungshaft von sieben Monaten voll angerechnet. Beide nahmen das Urteil an. Der beantragte Haftbefehl wurde sofort ausgeführt. Großfeuer vernichtet die Strohernte einer Gemeinde Koblenz. Auf dem Druschplatz der Rheingemeinde Kaltenengers brach ein Großfeuer aus, durch das die gesamten Strohvorräte der Gemeinde bis auf einen kleinen Rest vernichtet wurden. Vor einigen Tagen hatte die Dreschmaschine das Getreide der Gemeinde gedroschen und war abgefahren. Zur Bedienung der Maschine hatte man eine elektrische Leitung gelegt, die plötzlich abriß. Es entstand Kurzschluß, und im Nu stanZur Frage der Sonntagsarbeit Münster. Die Pressestelle des Regierungspräsidenten teilt mit: Durch eine im Regierungsblatt auf Seite 121 veröffentlichte Verordnung vom 30. Juli 1934 hat der Regierungspräsident in Münster die Ausnahmen vom Verbot der Sonntagsarbeit im Handelsgewerbe neu geregelt. Diese Verordnung ersetzt die vom 3. April 1926, die in weitem Umfange wörtlich übernommen ist. Neu ist in der Verordnung vor allen Dingen, daß im Kolonialwarenhandel, im Samenhandel, im Eisen=, Emaille= und Haushaltungswarenhandel, im Manufakturwarenhandel, im Seiler= und Schuhwarenhandel(einschließlich Holzschuhe) und im Uhren= und Fahrradhandel die Genehmigung an folgende Bedingungen geknüpft ist: 1. In jedem Geschäft dürfen an Sonntagen höchstens zwei Arbeitnehmer(Angestellte, Lehrlinge, Arbeiter) beschäftigt werden. 2. Jeder Arbeitnehmer darf innerhalb zwei Wochen nur an einem Sonntag oder Festtag beschäftigt werden(mindestens jeder zweite Sonntag muß also frei sein). 3. Jedem Arbeitnehmer, der an einem Sonntag oder Festtag zur Arbeit herangezogen ist, ist in der darauffolgenden Woche ein Nachmittag von 13 Uhr an freizugeben. Die Prüfung der Bedürfnisfrage ist dem Polizeipräsidenten in Recklinghausen bzw. den Landräten und Oberbürgermeistern im Benehmen mit den Gewerberäten überlassen. Diese setzen auch die Verkaufszeiten nach Dauer der Lage fest. den die Strohgarben in hellen Flammen. Die herbeigeeilten Feuerwehren konnten nur noch ganz geringe Strohgarbenbestände retten. Die Pfaffendorfer Rheinbrücke dem gesamten Verkehr freigegeben Koblenz. Der Umbau der Pfaffendorfer Rheinbrücke ist jetzt beendet. In monatelanger schwerer Arbeit wurden die umfangreichen Umbauarbeiten geleistet. Nachdem am Dienstag zum erstenmal die Straßenbahnen nach Oberlahnstein und rheinabwärts über Vallendar=Bendorf nach Sayn fuhren, wurde die Brücke am Mittwoch auch für den gesamten Fußgänger= und Wagenverkehr freigegeben. Die Weinberge an der Mittelmosel werden schon geschlossen Bernkastel. Soeben wurde in den bekannten Weindörfern Uerzig und Edden als Termin für die Schließung der Weinberge der 25. August festgesetzt. Die Weinbergsarbeiten sind an der ganzen Mittelmosel zum Abschluß gebracht worden, und nun beginnt die Reife der Trauben, die überaus stark„in den Wein gehen". Man erwartet allenthalben drei Viertel bis zu einem vollen Herbst und damit eine überaus reiche Weinernte des Jahres 1934, für die man an der Mosel nicht genügend Fässer zur Verfügung haben wird. Sämtliche Küfer sind vollbeschäftigt. Das Weinbauamt Bernkastel hat Vorsorge getroffen, damit der Faßbedarf festgestellt und nach Möglichkeit so befriedigt wird, daß keine Notverkäufe von Trauben erfolgen müssen, die dem Winzer in diesem Jahr nur einen geringen Erlös einbringen können. Daß im übrigen an der Mosel so früh die Weinberge geschlossen wurden, dessen können sich selbst älteste Winzer und Weinbauern nicht erinnern. Schwerer Unfall in den Schiefergruben bei Thomm(Hochwald).— Zwei Grubenarbeiter tot Trier. In den Schiefergruben bei Thomm (Hochwald) ereignete sich ein schweres Unglück, dem zwei Grubenarbeiter zum Opfer fielen. Am Mittwochabend wurden bei der Ausfahrt der Tagschicht aus dem Stollen der Kesselstattschen Gruben zwei Arbeitskameraden vermißt, die zusammen in einem Nebenstollen arbeiteten. Die gesamte Belegschaft wurde zurückgerufen. Als man den Stollen absuchte, fanden die Grubenarbeiter eine Strecke vor, die zu Bruch gegangen war. Die beiden vermißten Kameraden konnten nur noch als Leichen aus den Gesteinsmassen geborgen werden. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht geklärt. Und noch ein Schadenfeuer... Süchteln. Im Anwesen des Landwirts Bauten in Süchteln=Vorst vernichtete ein Schadenfeuer die mit Erntevorräten reich gefüllte Scheune, die auch wertvolle Maschinen beherbergte. Bei dem herrschenden Winde waren auch das Wohnhaus und ein Nachbarhaus sehr gefährdet. Diese Gebäude konnten aber gerettet werden, indem die Feuerwehr mit der Motorspritze aus einer Entfernung von 500 Meter Wasser heranpumpte. Wohnhaus durch Schadenfeuer vernichtet Siegen. Ein Invalide, dessen Anwesen in der Ortschaft Eisern steht, wurde durch ein Schadenfeuer um Haus und Hof gebracht. Obwohl die Ortsfeuerwehr sofort zur Stelle war, konnte sie nicht verhindern, daß das Haus bis auf die Grundmauern niederbrannte und auch das gesamte Inventar ein Raub der Flammen wurde. Die angrenzenden Wohnhäuser konnten vor einem Uebergreifen des Feuers geschützt werden. Die Entstehung des Brandes ist noch unbekannt. 16. Fortsetzung. rehrot scheifnten mich bereits neben Fräulein Beckmann am lich! Sie scheinen mich vereits neoen Frautein Beckmann am nicht? Im Ernst, ich könnte mir keine pasiom elv ergen: War sie denn wirtlich so stolz und unnahvorübergegangen., War sie Exzin Wirttich so stbiz und unnahwie er sich einredete? War nicht vielmehr seine eigene Zurückhaltung, seine fast ablehnende Achtlosigkeit damals schuld gewesen, daß das Mädchen sich zurückzog: eu. geu Es schien ihm plötzlich, als seien seine Gefühle jur Jenny Prenner nichts weiter als ein krankhaftes Sich=hinein=steigern in Verirrung und unechten Rausch. Er hatte sich geärgert. daß die schöne Frau sich seines Herzens nicht erbarmte. Das Bewußtsein, ahne Hofnung, zu, Lieben, sestzl Hemziteiperfunz süßen Reize. Wie schön und köstlich, sich selvir vemitleiden ur Lieses fester Zugriff hatte genügt, ihn in die Wirklichkeit zurückzuführen. Der angebetete, mit romantischen Schleiern umwobene Abgott entpuppte sich plötzlich als ein Mensch, dessen man zwar in freundlicher Erinnerung gedenken konnte, ohne aber darum das Recht des eigenen Lebens zu vergessen. „Warum sind Sie auf einmal so nachdenklich geworden?“ unterbrach Liese seine Grübeleien. Paul Märckl legte die Fingerspitzen aneinander.„Ich habe mich eben einer kleinen Selbstkritik unterzogen.“ „Und das Ergebnis?“ „Man soll die Sonne dort suchen, wo sie zu finden ist!“ „Also im Vorzimmer von Herrn Busses Privatbüro!“ lächelte Liele Bergius. 4. Lum Gauf uird 5. Ei. schon Märckl nickte fröhlich mit dem Kopf.„Uno da Sie schon Fräulein Beckmanns Anwalt zu sein scheinen, könnten Sie mir gleich einen Rat geben, wie man sich der jungen Dame am angenehmsten in Erinnerung bringt!“ Er erzählte ihr den Verlauf jenes Abends, als er Fräulein Beckmann eingeladen hatte, mit ihm ins Kino zu gehen. Liese Bergius hob überrascht die Augenbrauen.„Ei, ei, was man da plötzlich für Neuigkeiten erfährt! Es ist also bereits der Anfang gemacht.— Und nun wollen Sie mich als Ihren„Rosenkavalier“ engagiererzv### Sie dachte einen Augenblick nach.„Hm, wie ware esr Ich könnte Sie beide gelegentlich zum Tee bitten!“ UREGFR-RECHTEGCHUTZ DURCR VERLAG OEKAR NEISTER WERDA wenn ich mich Herrn Märckl aufdrängen wollte! Ich bin arm. habe keine Verwandten, stehe ganz allein in der Welt. Herr Märckl, der ja selbst noch nicht weiß, welche erfreuliche Wendungen ihm bevorstehen, wäre der erste, der mich verurteilen und sich voll Abscheu von mir abwenden würde, sobald er erführe, daß ich bereits von Anfang an in alles eingeweiht war. Meine Liebe würde in den Schmutz gezogen und als eine plumpe Spekulation angesehen werden." Liese Bergius war aufgestanden und ans Fenster getreten. Plötzlich wandte sie sich um, kam auf die Sitzende zu und Sie sind ein törichtes kleines Mädchen! Sie leben ihn doch. Gertrud Beckmann blickte mit hellen Augen zu ihr auf. „Ich habe ihn sehr lieb— seit dem ersten Tag!“ „Dann müssen Sie den Mut haben, um Ihre Liebe kämpfen! Sie dürfen nicht feige dem drohenden Zugxiff. des Häßlichen ausweichen! Liebe ist ein kostbares und heuliges Ding, als daß man sie aus Angst vor Konflikten verleugnen dürfte. Wir wollen annehmen, daß Ihre Befürchtungen eintreten. Dann liegt es bei Ihnen, die unüberwindbare Kraft Ihres liebenden Herzens zu beweisen. Und so ungerecht ist Schicksal nicht, daß es dem Bösen zum Sieg verhilft. Lassen Sie nur mutig die Fahnen Ihres Herzens wehen! Das Leben wird sich auf öhre Seite stellen!“, grichen Rede raschen Fräulein Beckmann hatte der feieruchen neoe raschen Atems zugehört. Die ängstliche Bedrücktheit verschwand au ihrer Miene und machte einer stolzen Frößiogzgit, Plotz, „Wie soll ich Ihnen danken, Fräulein,# mit heller Stimme.„Ja. Sie haben recht! Ich will kämpfen und mutig sein, konwe, wo=Märaf einfand, begrüßte sie ihn mit ihrem alten, frohen Lächeln, so daß ihm gleich ordentlich Oesie Verziu, de ich wov)srigende Lele. Se Friher Lachen überbrückte die leise Befangenheit, mit der sich Paul und Gertrud gegenüberigetgang und so kam es, Doß Liese Uehrigeg hatte Anne Ausgung, und so.. vatz Liese sich schließlich entschuldigen mußte, um in der Küche einen einen Imbis andurichten,„7, La, funge Par zurück, beide Im dämmernden Raum blieb das jurFg schweigend, jedes erfüllt von des anderen Nahesein. Fräuleimn Becwonn,,,eäzfefs-gleichgewichtsübungen anDos worgich Hereits demt Neuen gu birnen enich Seim steg „Schön! Setzen wir gleich den nächsten Sonntag für die Wissen Sie 80ch'...„ussam zuf und eing un ihm Entscheidungsschlacht fest! Ich freue mich sehr, daß Sie sich die Geschichte mit Frau Jenny nun endlich aus dem Kopf schlagen wollen. Es war eine zwar begreifliche, aber vollkommen aussichtslose Gefühlsverirrung. Sie dürfen mir das harte Wort nicht übelnehmen! Sie hätten sich von Anfang darüber klar sein müssen, daß Frau Jenny Ihnen nicht nur an Zahl der Jahre, sondern auch an Reife der Lebensauffassung um ein gutes Stück überlegen ist. 9.6. Märckl brummte etwas wie eine unsichere Hurchfgung, Zwei Tage später erfuhr Paul Märckl, daß Frog mann die Einladung angenommen und ihr Erscheinen zuWeiß sie denn, daß auch ich da bin?“ fragte er über8888..#lh in Sedlemmen-Bunne uurte „Gewiß! Nur über die eigenrlichen Zusammenhänge unseres Komplottes ist sie natürlich nicht unterrichtet. Ich habe das Arrangement so begründet, als leite mich allein der Wunsch, mit meinen Freunden eine gemeinsame Plauderstunde zu verbringen..„.„ entes 2 Kein Wunder, daß der junge wann dem Sonntag mit hochgespannten Erwartungen entgegensah!— Fräulein Beckmann betrat Lieses Zimmer eine halbe Stunde vor der verabredeten Zeit und brachte damit die Gastgeberin fast in Verlegenheit. Denn Liese Bergius lag im Morgenrock auf der Couch und hatte noch gar nichts hergerichtet. „Sie dürfen mir nicht böse sein, Fräulein Bergius!“ entschuldigte sich die Eintretende mit einem entwaffnenden Lächeln.„Ich wollte nur mit Ihnen sprechen, bevor Herr Märckl kommt!“ Liese war aufgestanden und ordnete sich vor dem Spiegel hastig das Haar. „Wenn Sie mich wegen meiner Faulheit nicht auslachen, dann ist alles in Ordnung.— Aber nun bin ich wirklich neugierig, was Sie mir zu sagen haben. Legen Sie doch ab, Fräulein Beckmann, und machen Sie sich's bequem!“ Als Gerteud Beckmann Platz genommen hatte, blickte sie eine Weile vor sich hin. Dann begann sie zögernd zu sprechen. „Es ist— wegen Paul Märckl! Ich habe Grund, anzunehmen, daß Ihre so liebenswürdige, aber immerhin unerwartete Einladung ihre besonderen Ursachen hat. Vielleicht greife ich nicht zu sehr daneben, wenn ich in Herrn Märckl die treibende Kraft dieser Unternehmung vermute.“ Liese wollte verwirrt leugnen, aber Fräulein Beckmann wehrte lächelnd ab.„Um so selbstioser ist es von Ihnen, daß Sie ihm und mir behilflich sein wollen!“ „Sie sind Herrn Märckl nicht gleichgültig, soweit ich in seine Gefühle Einblick gewinnen konnte.“ „Das ist es eben, Fräulein Bergius! Auch mir ist der junge Mann lieb und wert, und— unter anderen Voraussetzungen würde ich glücklich sein, meine Neigung erwidert zu sehen.“ Liese Veraius hob verwundert den Kopf.„Ich wüßte nicht, vürde ich glücklich sein, meine Neigung erwidert zu sehen.“ Ein: Vergius hod verwüsdert den Kopf.„Ich wüßle nicht, welche Hindernisse——..„ „Ich will Ihnen alles erklären! Herr Direktor Busse würdigt mich seines vollen Vertrauens und pflegt mich in viele seiner Absichten und Pläne einzuweihen. So weiß ich auch, daß er seinen jungen Verwandten als alleinigen Erben nicht nur seines Prinatoermögens, sondern des gesamten Fabrikbetriebes unsersehen hat. Herr Märckl wird also eines Tages ein sehr vermögender und einflußeeicher Mann sein!" „Ja, aber das ist dach gerade—.,... Phe# Gertrud Beckmann bewegte hilflos die Hände.„Verstehen Sie doch! In welch häßlichen Verdaicht würde ich geraten, Da stand Gertrud Beckmann langsam auf und ging zu ihm. Schweigend bot sie ihm das Geschenk ihrer Lippen. In ihren Augen war ein helles Leuchten angezündet Paul Märckl schlang bebend die Arme um sie. Als Liese Vergius nach einer, Weile voll genug, draußen vor der Tür mit den Tellern zu klappern. „So, nun wollen wir's uns schmecken lassen!“ sagte sie unschuldig.„„ ** Und es sah aus, als ob nun alles nach Wunsch sich fügen wolle. Es sah aus, als ob manch fröhlicher Sonnentag für Paul Märckl und die hübsche Gertrud Beckmann anbrechen Aber wir sind allzumal nur Puppen in der Hand des Meisters. Wohl bilden wir uns ein, daß wir selbst den Weg bestimmen, daß unsere eigenen Hände das Steuer halten, aber— werden wir nicht an Drähten geführt? 15. Fritz Wendrich stand am Fenster von Frau Wesselys Arbeitszimmer und blickte auf das bunte Leben der Straße hinab Seine Hände glitten bedachtsam über das Muster der „Jenny Prenner ist in Verlin!“ sagte er plötzlich, ohne sich „Ach!“ war Alices gleichgültig klingende Antwort. Wendrich konnte nicht sehen, daß die Dessertgabel in ihrer Hand Aittertz,„. Marfints micharhafte Merhrich „Ja, nun ist sie in Berlin!“ wiederholte Wenorich. „Habt ihr euch schon getroffen?“ Nun erst verließ Wendrich seinen Platz am Fenster und ließ sich in der Plauderecke nieder. Alice folgte ihm. Unterwegs schaltete sie den Lautsprecher ein. Berlin sendete ein Konzert auf Schallplatten. „Wo denkst du hin. Alice? Ich erzählte dir doch, daß dies alles wie ein hübsches Wunder ist. Das möchte ich mir nicht zerstören. Ich habe nicht die Absicht, mich ihr zu erkennen zu „Ist das nicht ein bißchen kindisch, mein Lieber?“ warf Alice mit einem feinen Lächeln ein und lehnte sich auf der Couch nieder.„Ihr könnt euch doch nicht ewig durchs Tele„Ratürlich werde ich nach einer Gelegenheit suchen, mit der Frau bekannt zu werden. Aber ich werde mich hüten, ihr zu verraten, daß ich mit ihrem geheimnisvollen Freund identisch bin. Vorerst wenigstens nicht!“ „Sieh mal an!“ spottete Alice.„Du verstehst es gar nicht schlecht, aus deiner Romantik Vorteile zu schlagen. Wenn dir die Frau gefällt, dann hast du zwei Fliegen im Netz., Im anderen Falle kannst du deine Hände in Unschuld waschen und auf die blaue Insel zurückkehren.“ Wendrich lachte etwas verlegen, wußte aber im Augenblick keine Antwort... 4 Shmsiaen El. Thll.## Auch Frau Alice verfiel in Schweigen. Sie schien dem Musikstück zu lauschen, das eben vorgetragen wurde, in Wirklichkeit aber beschäftigten sich ihre Gedanken mit— jener anderen Frau, der sie nun weichen mußte. Es war so schwer, tapfer zu sein und endgültig alles beiseite zu tun, was man an geheimen Wünschen in sich aufbewahrt hatte. Die Stunde kam unaufhaltsam näher, da sie den Freund verlor, den geliebten Mann. Sie trug selbst die Schuld. Warum hatte sie ihn ihr Inneres nicht geoffenbart? Nun war es vorbei! Ihr blieb die Einsamkeit— und die Arbeit. Als Wendrich sich zu ihr wandte, hatte sie sich bereits wieder in der Gewalt.„Man sollte am hellen Tage keine so melancholischen Stücke spielen!“ scherzte sie „Melancholisch?— Das war doch ein Potpourri aus der „Dollarprinzessin"!“. Er lachte mit dem ganzen Gesicht. Alice zuckte ergeben die Schultern.„Da siehst du wieder: Was Musik betrifft, ist mein Fall hoffnungslos!“ Dann rief Frau Krüger an. Ein gewisser Herr Hildebrand sei eben gekommen und erwarte ihn.„..##ume Alice wollte gegen den vorzeitigen Aufbruch Einspruch heben, aber Wendrich war nicht mehr zu halten. Als er die Wohnung verlassen hatte, trug Alice den eben aufgebrühten Tee in die Küche zurück. Sie hatte keine Lust mehr, etwas zu sich zu nehmen.—.4ue Gishskrans Bei Wendrichs Eintritt stand Hans Hildebrand vom Schreibtisch auf, an dem er gesessen und in einem Buch geblättert hatte.... 0 84—8 „Menschenskind, Hildeoranol" rief Wenorich und streckte ihm die Hand entgegen.„Das ist eine Ueberraschung! Seien Sie willkommen!“„„ I.78n Hildebrand lachte.„Da Sie morgen in Urlaub gehen— ich möchte nicht bis zu Ihrer Rückkehr warten, um meinen ehrlich verdienten Lohn in Empfang zu nehmen. „In der Tat. Sie verstehen Ihr Fach, das muß Ihnen der Neid lassen.— Also Frau Prenner ist tatsächlich in Berlin? Woher wissen Sie das eigentlich so bestimmt?“ „Aus bester Quelle! Liese hat es mir gesagt.“ „Liese?“ staunte Wendrich„Wer ist das nun wieder?“ Hildebrand tat verlegen.„Ja, das ist auch so eine romantische Geschichte. Aber es ist jetzt nicht der Augenblick. Ihnen davon zu erzählen".. 84.s: Meir und zmei Wendrich hatte inzwischen eine Flasche Wein und zwei Gläser aus dem Seitenfach des Schreibtisches zum Vorschein gebracht.„Ein kleiner Vorschuß auf den Sekt!" Hildebrand sah nachdenklich zu, wie Wendrich die Gläser füllte.„Tja also— junger Mann, was nun?“ zitierte er. „Ganz einfach!“ erwiderte Wendrich.„Ich wüßte meinen ersten Urlaubstag nicht besser anzuwenden, als ein wenig in der Kurfürstenstraße herumzuspionieren Hildebrand tat gekränkt.„Aha, ich sehe schon, gaß. sch, ausgeschaltet werde! Der Mohr hat seine Schunigkeit getan. Aber den Wein dürfen Sie vorher noch austrinken!“— Und am andern Tag suchte Wendrich die Vension Flora auf Seine Gefühle hatten gewisse Aehnlichkeit mit denen eines Primaners, der dem ersten Stelldichein zueilt Um keinen Preis wird er das holde Geheimnis verraten, das ihn mit ihr verband. Er war klug genug, sich zu gestehen, daß man so leichten Kauses die Liebe dieser Frau nicht würde gewinnen können. Selbst wenn sie, noch vom Banne der traurigen Erlebnisse befangen. vielleicht einem Zwang eingebildeter Pflicht gehorchend, dem Werbenden sich ergab, hätte er solch raschen und mühelosen Sieges nicht froh werden Frau Wittich warf einen rasch abschätzenden. Blick auf ihn. bevor sie ihn einließ und nach seinen Wunschen fragte. Wendrich sah sich mißtrauisch in dersgeinrichlung von erraum um, dessen schäbig vornehme Einniuung von erschreckender Stillosigkeit zeugte. Er hatte sich bereits unterwegs einen Vorwand zurechtgelegt.„Ihre Pension ist mir empfohlen worden," log er. „Ein Geschäftsfreund, der auf einige Wochen nach Berlin kommt, bat mich, ihm eine Unterkunft zu besorgen. Ich möchte mich aber bevor ich meinen Freund an Sie weise, gerne mi eigenen Augen überzeugen, daß ich Ihre Pension mit gutem Gewissen empfehlen darf!“.„..., Mitte 1.5rss Frau Wittich geriet in einige Verlegenheit.„Bitte sehr! sagte sie schnippisch.„Wollen der Herr vielleicht ein Zimmer „Ich bitte darum— wenn es Ihnen keine Mühe macht!“ Wendrich überlegte krampfhaft, wie er ohne Aussehen seinem Ziel näherkommen konnte. en gu, Geute bei „Was wohnen denn so im allgemeinen für Leute Ihnen?“ holte er vorsichtig aus „Meine Pension ist hochanständig!“ geriet Frau, Wittsch in Eifer Sie warf dem Besucher einen vorwurfsvouen Blick zu, als habe er diese Tatsache in Zweifel gezogen. Man war inzwischen in ein zur Zeit unbewohgtgg Zunrgzg getreten. Frau Wittich zog die Markise hoch und begunn di Vorzüge des Raumes in den hellsten Farven zu malen. ohne näher auf Wendrichs Frage einzugehen. Wendrich hörte den Vortrag geduldig an. Sogar den Bei bezug mußte er befühlen.. ragen zönnten— ich dlaub„Wenn Sie meine Gäste fragen konnten— ich glaube Frau Witich benez, eingerischetf= prahite sien geösinet. lich verbeultes Aussehen hatte: bevor er sich aber genauer überzeugen konnte, hatte Frau Wittich die Tür Man scheint ganz nett hier zu wohnenl“ sagte Wendrich und kehrte neben Frau Wittich unschlüssig und in hohem unautrieden in die Diele Aurhc, Bezuch haben,; versuchte er „Da werden Sie immer guten Besuch haben, gersucht es ein letztes Mal.„Bohnen eige Wasewale, die ich schon Ihnen?— Ich habe eine, Tante in paletomnn, vie ich lange mal einladen lonte, grau Wztzisch„Manchmal sind Aber gewihl“ beieuerte gtrau mumg.„anumpgt.! die Damen sogar in der Ueberzahl. Im Augerzklig e r##### allerdings nur eine einzige hier.— Da kommt sie ge##fuihr sie dalblaut kort.(Fortsetzung folgt.) Saardeutsche im Reich! Aufruf zur Anmeldung für die Volksabstimmung im Saargebiet Die Regierungskommission des Saargebietes hat am 8. Juli 1934 die Vorschriften über die Aufstellung der Stimmlisten für Polksabstimmung im Saargebiet am 13. Januar 1935 erlassen. Weiterhin hat die Volksabstimmungskommission des Völkerbundes am 20. Juli 1934 eine Bekanntmachung veröffentlicht, die nähere Vorschriften über die Abstimmungsberechtigung und über die Anmeldung der Stimmberechtigten zur Aufnahme in die Stimmlisten Hiernach müssen Stimmberechtigte, die außerhalb des Saargebietes wohnen, einen besonderen Antrag auf Eintragung in die Stimmlisten stellen. Wer nicht in die Stimmlisten eingetragen ist, kann sein Stimmrecht nicht ausüben. Es liegt daher im eigenen Interesse aller im Reich wohnenden Stimmberechtigten, diesen Antrag mit tunlichster Beschleunigung einzureichen. Die Antragsfrist läuft mit dem 31. August 1934 ab. Der Antrag, der an den„Gemeindeausschuß“ des Bezirkes gerichtet ist, in dem der Abstimmungsberechtigte am 28. Juni 1919 die Einmohnereigenschaft hatte, muß folgende Angaben enthalten: 1. Die Namen, Vornamen, das Geburtsdatum, den Geburtsort und den Beruf des Antragstellers(im Falle einer Berufsänderung denjenigen, den er am 28. Juni 1919 ausübte) sowie die Vornamen seines Vaters und ferner, falls es sich um eine verheiratete Frau handelt, die Namen und Vornamen ihres Ehemannes(im Falle einer Veränderung des Familienstandes nach dem 28. Juni 1919 den Familiennamen, den sie an diesem Zeitpunkt trug); 2. die Gemeinde, in der er die Einwohnereigenschaft am 28. Juni 1919 hatte; 3. den gewöhnlichen Aufenthalt zur Zeit des Antrages; die Anschrift im Saargebiet, an die Mitteilungen zu richten sind. Die vorhandenen Beweisstücke für die Einwohnereigenschaft im Saargebiet sind dem Antrag beizufügen; befinden sich solche Beweisstücke nicht in den Händen des Antragstellers, so ist in dem Antrag anzugeben, bei welcher Stelle des Saargebietes diese Unterlagen erhältlich sind. Sämtliche Abstimmungsberechtigten im Reich werden hiermit aufgefordert, ihren Antrag auf Eintragung in die Stimmliste bis spätestens zum 31. August 1934 an den zuständigen Gemeindeausschuß im Saargebiet gelangen zu lassen. Zur Aufklärung über alle bei der Anmeldung zu berücksichtigenden Gesichtspunkte stehen den Stimmberechtigten die Saar=Meldestellen ihres jetzigen Wohnorts(das Einwohner=Meldeamt, in den Städten die zuständigen Polizeireviere) sowie die Geschäftsstellen des Bundes der Saarvereine— in Berlin befindet sich diese SW 11, Stresemannstraße 42— zur Verfügung. Es wird jedem Abstimmungsberechtigten dringend empfohlen, vor Absendung seiner Anmeldung die vorgenannten Stellen zum Zwecke der Beratung in Anspruch zu nehmen. * Aus Anlaß der Saar=Treue=Kundgebung am 26. August auf dem Ehrenbreitstein hat die Deutsche Reichspost zum Bewältigen des außergewöhnlichen Verkehrs besondere Maßnahmen getroffen: Am 26. werden besondere Saardriefmarken herausgegeben werden. Die in Koblenz und Ehrenbreitstein aufgelieferten Sendungen(insbesondere Postkarten) werden mit einem Stempelabdruck„Saartreuekundgebung auf dem Ehrenbreitstein" versehen, der eigens und nur für diesen einen Tag verwendet wird. Polnischer Arrunerafmischer=Prezey hugenberg als Zeuge Ein politischer Urkundenfälscher=Prozeß, dessen Vorgeschichte auf die Reichstagswahl im Mai 1928 zurückgeht, steht jetzt vor der Großen Strafkammer in Detmold zur Verhandlung. Angeklagt ist der Gutsbesitzer Ernst Meier zur Jerxen wegen schwerer Urkundenfälschung in Idealkonkurrenz mit Betrug, wissentlich falscher Anschuldigung und Beleidigung sowie Alfred Lorenz wegen Beihilfe zum Betrug. Meier zur Jerxen wollte für die Reichstagswahl im Mai 1928 an sicherer Stelle auf der deutschnationalen Reichsliste kandidieren. Als ihm dies nicht bewilligt wurde, drohte er, im Wahlkreis Westfalen=Nord, für den Hugenberg und Treviranus kandidierten, als Kandidat der damals gegründeten christlich=nationalen Bauernund Landvolkpartei aufzutreten. Es kam dann eine Einigung mit der deutschnationalen Parteileitung zustande, wonach Meier in den deutschnationalen Reichsausschuß für Landwirtschaft gewählt wurde und die gleichen Aufwandsentschädigungen wie ein Reichstagsabgeordneter erhalten sollte. Die Verhandlungen führte im Auftrage von Treviranus der Mitangeklagte Lorenz. Das entsprechende Dokument ist von Hugenberg und Treviranus unterzeichnet. Als 1930 der Reichstag aufgelöst wurde, behauptete Meier, die Zahlungen an ihn seien ihm für sechs Jahre garantiert worden. Die Urkunde enthielt auch einen entsprechenden Satz, der jedoch nach Ansicht der Anklagebehörde nachträglich eingefügt worden ist. Nach der Auflösung der deutschnationalen Partei kam Meier mit einer weiteren Urkunde heraus, die die Unterschrift Hugenbergs trägt und wonach Meier eine Entschädigung von 200000 RM. erhalten soll. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft ist auch diese Urkunde gefälscht. Reichsminister a. D. Hugenberg bestreitet die Echtheit der Urkunde und hat diese Ansicht in einem Zivilprozeß bereits eidlich bekräftigt. Meier hat daraufhin gegen Hugenberg Anklage wegen Meineids erstattet. In der ersten Verhandlung des Prozesses gegen Meier zur Jerxen=Lorenz, zu dem Hugenberg als Nebenkläger zugelassen ist, blieb der Angeklagte Meier bei seinen Behauptungen. Der Mitangeklagte Lorenz erklärte, daß er sich keinerlei Beihilfe zur Urkundenfälschung schuldig gemacht habe. Die Vernehmung Hugenbergs, der als Zeuge geladen ist, wird am Freitagnachmittag erfolgen. Treviranus, dessen Vernehmung als Zeuge ebenfalls vorgesehen war, hat sich wegen einer Auslandreise entschuldigt. Harbrurger Famntenral in Ssterreich Versammlung führender osterreichischer Monarchisten im Schloß Mariazell? Der Londoner„Evening Standard“ meldet aus Wien, daß am Donnerstagmorgen im Schloß Mariazell des Fürsten Gottfried HohenloheSchillingsfürst eine Versammlung führender Monarchisten stattgefunden habe, die von größter Bedeutung für die Restaurationsbewegung der Habsburger Dynastie gewesen sei. Den Vorsitz habe Erzherzog Eugen geführt, und unter den Anwesenden habe sich König Alfons von Spanien befunden. Mehrere Versammlungsteilnehmer hätten ihre Bereitschaft zur Finanzierung der Restaurationsbewegung erklärt. Die österreichischen Legitimisten zu den Erklärungen Schuschniggs und Starhembergs Der Führer der österreichischen Legitimisten, Gesandter a. D. Baron Wiesner, erklärte Pressevertretern gegenüber, daß die Aeußerungen des Bundeskanzlers Dr. Schuschnigg und des Vizekanzlers Fürst Starhemberg über eine Habsburger Restauration nicht im Widerspruch zu den Auffassungen der österreichischen Legitimisten ständen. Sowohl der Bundeskanzler wie auch der Vizekanzler lehnten ausdrücklich und wörtlich nur die Pläne für eine Wiederherstellung der österreichisch=ungarischen Monarchie ab. Nun denke die österreichische Legitimistenbewegung gar nicht an die Wiederaufrichtung der alten Monarchie, sondern ihre Bestrebungen zielten lediglich auf die Schaffung eines österreichischen Kaiserreichs ohne irgend einen Revisionsgedanken. Gesandter a. D. Wiesner erklärte, er könne also in der Formulierung, mit der die beiden Staatsmänner den Restaurationsgedanken einer österreichisch=ungarischen Monarchie abgelehnt haben, keine Absage an die besonderen Wünsche der österreichischen Legitimisten erblicken. Die Sauriund=Treuestaffer Von Flensburgs Förde zum deutschen Rhein Günstige Entwicklung der Reichssteuereinnahmen im Juli 1934 Das Steigen der Einnahmen an Steuern, Zollen und Abgaben hat nach dem Monatsausweis des Reichsfinanzministeriums auch im Juli 1934 weiter angehalten. Die Einnahmen betruFi bei. den Besitz= und Verkehrssteuern 370,8 unmd. RM. gegen 380,5 Mill. RM. im Juli 1933 und bei den Zöllen und Verbrauchssteuern 313,9 278,8 Mill. RM., insgesamt also 684,7 ge% 579 3 Mill. RM. Von denjenigen Steuern, hat sia sich die Wirtschaftsentwicklung spiegelt, a, uch im Juli 1934 besonders die Lohnseuer weiter gut entwickelt. Das Juliaufkome überstieg das des Vorjahres um 6/4 Mill. An veranlagter Einkommensteuer a1 im Juli 24,1 Mill. RM. mehr aufgekommen .. im Juli 1933. Die KörperschaftsHoner hat im Juli ein Mehr von 11,4 Mill. Koi. Um ; g e g e n ü b e r d e m V o r j a h r e g e b r a c h t. D i e euer entwickelt sich ebenfalls weiter Amsotzsteuer der Landwirtschaft sind 37,3 Mill. Au; mehr aufgekommen als im Juli 1933. Das blieb im Juli 388 Kraftfahrzeugsteuer Vill. Rm. zurüch, gegen das Vorjahr um 11/6 ina bittet alle die, 5. n Hermanr, Die Schleswig=Holsteiner haben sich in besonderer Weise bemüht, die Saartreuestaffel in allen Orten mit einer vaterländischen Kundgebung zu verbinden und so ihre Verbundenheit mit den Saarländern zum Ausdruck zu bringen. Die Hauptstaffel 2 hat inzwischen Brandenburg erreicht. In Breslau wurde die Staffel von einer riesigen Zuschauermenge vor dem festlich beleuchteten Rathaus erwartet. In feierlicher Weise überreichte der Vertreter des Oberbürgermeisters der Stadt Breslau die Urkunde. Um Mitternacht ging es dann weiter nach Lauben. Bemerkenswert ist, daß selbst ein 67jähriger einen Streckenabschnitt durchlief. Zwölf Läufer waren über 50 Jahre alt. Ueber Görlitz führte die Staffel nach Schleife, wo der Köcher am Donnerstagmittag dem Gau Brandenburg übergeben wurde. Während die Pommern den Hauptlauf 1 in Leba übernahmen, um die Urkunden aus Ostpreußen nach Stettin und Berlin weiterzubringen, rüstete man auch auf Rügen. Mit einer Mitternachtsfeier war in Saßnitz der Start verbunden. 200 Läufer brachten den Köcher zur Küste des Sundes, der von vier Schwimmern durchquert wurde. Stettin war das Ziel dieses Nebenlaufes. Ein anderer Nebenlauf führte von Schneidemühl über Jastrow und Deutsch=Krone nach Neu=Stettin, wo SA=Kolonnen und Turner mit hellodernden Fackeln Spalier bildeten. In tiefdunkler Nacht führte der Weg der Staffel der Ostsee entgegen, wo er in Kolberg mit der Hauptstaffel vereint wurde. Vor dem Jahnhaus, wo der Turnvater in den Jahren 1820 bis 1825 in Festungshaft saß, fand eine kurze Feier statt worauf ein 72jähriger Turner die Urkunde weiterbrachte. „Lewwerduad as Sklav!“ Diesen friesischen Wahlspruch gaben die Helgoländer ihrer Staffel mit auf den Weg. Die Einheimischen hatten sich sogar in den alten Trachten eingefunden; die Turner waren in ihrer Turnkleidung aufmarschiert. Vom Seesteg aus brachte ein Segelboot den Köcher nach dem Festlande. Im Dorfe Lanz bei Lenzen, dem Geburtsorte des Turnvaters Friedrich Ludwig Jahn, übernahm die Kurmark Brandenburg die Urkunden der Hauptstaffel vom Gau Neumark. 1811 Läufer, zwei Schwimmer und 12 Dank auf diesem ring bittet alle 2:!.#. Hermann Gö= mark. 1811 Läufer, zwei Schwimmer und 12 9Rläßlich seines Juk. den letzten Lagen Wasserfahrer waren von Fiensburg bis Lanz für undeten, seinen y.. Teilnayme be= den Gedanken„Treu unserem Gaarvolke durch uuss ungenchnen. frühere getroßen ents des ent. G Esterreich. französische MiniDaladter ist in Wien einunternimmt eine Rundreise durch die deutschen Gaue geeilt. Um die Mittemnachtsstunde führte die Staffel hinein ins Brandenburger Tor. Die Reichshauptstadt Berlin wurde von verschiedenen Staffeln am Donnerstagabend erreicht. Deutsche Flieger und Steher geschlagen 18000 Zuschauer waren zu den Amsterdamer Mittwochrennen erschienen. Bei den Stehern starteten mehrere Teilnehmer an den Stehe kämpfen der Leipziger Weltmeisterschaften. Di Italiener Severgnini eroberte in 1:18:05,6 den ersten Rang in einem 100=Kilometer=Rennen. Zweiter wurde der Franzose Lacquehay. Die nächsten Plätze belegten die Holländer van der Wulp und Snoek jun. Metze wurde fünfter. Er lag 1200 Meter zurück, während Krewer der Weltsiebten Rang endete. Die beiden Besten der Weltmeisterschaft waren nicht in Form. Sie haben sich wahrscheinlich in den zahlreichen Starts der letzten Tage zuviel zugemutet. Bei den Fliegern setzte sich van Egmond im ersten Vorlauf über den Kölner Richter hinweg. Von Egmond siegte mit ¼ Länge. Scherens gewann die zweite Vorentscheidung mit derselben Distanz vor van der Hoevel. In der Entscheidung siegte dann Scherens vor van Egmond, während Richter im Kampf um den dritten und vierten Platz den Holländer van der Hoevel Fünfter Michard. Schneller wieder Etappensieger Die deutsche Mannschaft bei der Radfernfahrt Berlin—Warschau schnitt auch auf der 2. Etappe von Schneidemühl nach Posen über 103 Kilometer wieder hervorragend ab. Der Vorsprung in der Länderwertung wurde um eine weitere halbe Stunde auf nunmehr fast vier Stunden vor Polen erhöht. Kurz nach Passieren der Stadtgrenze von Posen benutzten Schneller und Hauswald bei einem leichten Sturz der Spitzengruppe die günstige Gelegenheit, dem Felde zu enteilen und bis zum Ziel hatten die beiden Deutschen einen Vorsprung von 45 Sekunden herausgefahren. Im Endspurt blieb wieder der Bielefelder Schneller in 3:21:30 Sieger vor dem Westdeutschen Hauswald. Obli. Birk Dritter Der internationale Wettbewerb der Offiziere im Modernen Fünfkampf in Schweden wurde am Donnerstag abgeschlossen. In der letzten und einer der schwersten Uebungen, dem 4000=MeterLauf, wurde der Gesamtstand noch einmal gründlich verändert. Es siegten die schwedischen Offiziere Thofelt und Oxenstierna vor dem deutschen Oberleutnant Birk. Von den weiteren Deutschen belegten der Kampfspielsieger Oblt. Handrick den 6., Oblt. Einwächter den 8. und Li. Püttmann den 17. Platz. In wenigen Zeilen Reichsminister Rudolf Heß besichtigte in Begleitung von Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen, Dr. Todt, die Baustelle der Inn-Brücke bei Pfraundorf im Zuge der Reichsautobahn München—Landesgrenze. Der französische Botschafter in Berlin, Francois Poncet, ist in Paris eingetroffen. Die niederländischen Staatszechen haben an die deutsche und die niederländische Wagenindustrie 300 Eisenbahnspezialwagen in Auftrag gegeben. Das Luftschiff„Graf Zeppeli das in den frühen Morgenstunden am Donnerstag auf seiner 6. Südamerikafahrt in Rio de Janeiro gelandet war, ist nach den bei der Deutschen Seewarte eingegangenen Meldungen um 11,15 Uhr MEZ zu seiner Rückfahrt gestartet. Die amerikanischen Marinebehörden haben wiederum 23 Kriegsschiffe in Auftrag gegeben und die Pläne für die Kiellegung von 19 Kriegsschiffen vorbereitet. In der französischen Grube St. Louis bei St. Etienne ereignete sich ein Stolleneinsturz. Nach stundenlangen Bemühungen gelang es, die drei verschütteten Arbeiter freizulegen. Die Wiederbelebungsversuche waren jedoch erfolglos. In Futschau sind von den örtlichen Behörden 15 Kommunisten hingerichtet worden. Gewinnauszug 5. Klasse 43. Preußisch=Süddeutsche (269. Preuß.) Staats=Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 8279 208450 61298 167226 23155 180521 840191 64598 210947 357204 14472 24990 180173 243879 275300 802113 320491 870330 180950 251604 279477 303844 322427 876726 125806 143466 148764 164429 171842 176379 186063 195777 203976 212052 221295 238678 254143 269663 278243 287780 296529 803828 322997 340781 366852 373536 391114 126097 143476 154211 164774 173686 179165 186247 196805 205028 212205 221938 239136 256400 273315 278828 289723 298167 303864 324192 855832 867237 377773 894838 275022 220961 167464 84980 212532 369461 81030 74777 148948 201572 255481 280973 308157 326571 377124 19250 35800 57421. 72761 86419 107355 117048 128400 143558 155157 165476 174157 179494 186397 197287 206084 212331. 223311 239835 257758 275292 281690 290344 299478 305913 329756 357919 368322 377957 897396 13. Ziehungstag 22. August 1934 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 10000 M. 144668 8 Gewinne zu 5000 M. 187013 210402 286966 6 Gewinne zu 3000 M. 10 Gewinne zu 2000 M. 184388 273016 34 Gewinne zu 1000 M. 88219 153585 166280 214995 219796 254426 873302 378730 108 Gewinne zu 500 M. 81514 89069 43713 51608 73423 74527 96785 116917 122317 138498 141810 166464 171661 180151 221990 230308 239655 256834 258690 262887 289849 292920 301280 810183 816435 319349 828970 843689 856528 888311 393209 368 Gewinne zu 300 M. 8122 4016 5890 21607 23937 26969 29482 33750 85556 88061 89492 42792 43297 44586 53541 69779 60051 69014 69364 69738 72623 76762 77223 78310 78986 81989 82130 89548 89715 91676 98268 99356 103815 108453 109654 112482 112827 113333 121841 124697 125752 131837 141600 142535 144105 144662 146621 162902 162920 163261 ud ber 74561 175217 176775 80644 185412 185639 90926 192201 193353 198747 198758 200689 207448 208273 210153 217081 217363 218578 229641 231235 238266 240230 240660 249736 257924 261210 265876 275678 277561 277943 285018 285898 287225 292354 294898 295709 19363 39331 80252 13102 31991c 82113. 838586 838882 840561 858704 359395 360135 869366 869440 871009 878774 879604 888363 899898 On der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 75000 M. 246065 2 Gewinne zu 30000 M. 27264 12 Gewinne zu 3000 M. 87399 79587 128590 166831 166324 299788 14 Gewinne zu 2000 M. 4250 104665 136630 166966 213421 220530 819319 34 Gewinne zu 1000 M. 10186 23075 43106 76404 97392 108766 112282 168988 172066 200932 212105 255341 265410 307019 856599 869558 894361 88 Gewinne zu 500 M. 1069 36022 53507 67770 65502 68066 78179 83167 86843 99514 101287 139767 189881 141303 141950 142381 150346 151496 162829 179434 183736 205879 262944 254405 256029 260090 266033 278021 280333 294160 297323 801657 301962 307196 814666 334723 338685 350754 858818 869924 380611 887842 391981 896762 306 Gewinne zu 300 M. 1067°4295 7706 8493 12471 13854 29029 30498 82827 33983 36275 86320 88680 42320 43622 44837 45915 46740 60496 62235 52877 63533 60557 63003 66308 69328 70016 71632 72973 80144 82239 82287 83198 86739 89239 92418 96488 98400 100940 101232 102443 106983 114734 117247 131279 131400 134761 135773 140196 140349 140653 142809 148714 151260 161746 152885 152917 167696 167809 168749 164220 164581 168006 168461 175227 180681 180794 182619 183895 184220 187637 192716 193480 197787 197796 198472 203339 206066 210122 214181 217956 221273 222291 228494 231648 233963 238362 243059 243696 246137 248505 267691 268406 261994 262788 263139 268815 269170 269952 276418 276439 276809 279684 280060 280138 280401 283440 287113 287735 290547 293956 296148 297252 304017 806588 309231 809276 810987 815291 815713 817982 820768 822335 825801 829132 330711 832111 832248 834881 836159 339268 343676 844035 844509 846011 845435 346194 346352 846595 847691 364298 855326 359096 359996 863261 365988 867314 872093 880107 381293 886746 390189 300790 20 Tagesprämien. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu je 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 83321 66976 61679 70715 86600 94630 136621 171860 181957 328307 Im Gewinnrade verblieben: 340 Tagesprämien zu 1000 M. ferner 2 Gewin 300030, 4 zu 50000, 2 zu 9 zu 10000, 120 zu 5000, 214 zu 1090 zu 1000, 2074 zu 500, 10556 zu 300 M BUrSE für Sport und Reise Herren-Sport-Anzüge in modernen Sportstoffen, gut strapazierfähige Qualitäten 28.— 25.— 19.50 mit langer Hose oder Knickerbocker, aus teschen, grauen u. modefarbig. Sportstoffen 48.— 38.— 29.— Herren-Sacco-Anzüge moderne, einreihige Form, auf à Knopf gearbeitet, beliebte Streifenmuster 39.— 33.— 25.— Herren-Sacco-Anzüge aus mittelgrauen gestreiften Fresko- und Kammgarnstoffen 68.— 58.— 48.— Herren-Regen-Mäntel aus federleichten Gummi-Batist, in modernen Farben und weiten Formen 16.50 12.50 9.75 Herren-Gabardine-Mäntel flotte weite Slipon- oder Raglan-Formen, in modernen Farben 58.— 48.— 38.— BASSE& UERPMANNA.C. ISERLOHN Preischitz Lichtspiele zur Reichskrone K Heute bis Montag zeigen wir einen der erfolgreichsten und im letzten Halbjahr in Deutschland am meisten gesplelten Filme Der Flachtlis aus Ehilage Eia spannender Abenteurerfilm von ganz großem Format(Ca. 1¾ Stunden Spieldauer) Ein Spitzeofllm und künstlerisch vollendetes Meistefwerk. Gustav Fröhlich, Luise Ullrich, Paul Kemp, Adele Sandrock in den Hauptrollen. Im Belprogramm: Der funste Huter Ein Schlager-Lustspiel mit Fritz Servos in der Hauptrolle. Samstag nachm. 3 Uhr: Kinder-Vorstellung mit dem spannenden Jagd- und Abenteurerfilm„Ingagl, der Herr der Wildnis„ Wochenschau und Lustspiel Sonntag, den 26. Aug., 4 Uhr Großes Konzert des Nationalsozialistischen Arbeitsdienstes, Musikzug Gruppe 213 Wiehl, 32 Mann. Abends Tanzmusik der gesamten Kapelle. Eintritt 30 Pig. 1037 Centrifugen Milhkamen Filter u. Papier Conl Gait Reparaturwerkstatt Sart Hen für Centrifugen STemper billig und gut CARL BRAUS Schöne abgeschl. 3 ZimmerWohnung in der I. Etage zum 15. 9. od. f. 10. zu vermieten. Zu erfragen in der Geschäftsstelle dieser Zeitung. 1690 Für das kaufm. Büro eines mittl. Fabrikgeschäftes wird intelligenter Junge im Alter von 14—16 Jahren in die Kaufmannslehre gesucht.— Selbstgeschr. Bewerbungen mit Abschrift des Schulentlassungs= zeugnisses werdeu erbeten unter 1691 an die Geschäftsstelle dieser Zeitung. Willerrgei Fur.. in vielen Farben Icknur 80 m und 160 m Zu haben in den Buchhandlungen C. Braus nicht klar sind und häufig einen Schlendrian dulden, der ein grelles Licht auf das Verantwortungsbewußtsein für die Gesundheit der Kinder wirft. Dabei ist in unserer Not die Gesundheit des Volkes unser kostbrstes Gut! Von 850000 Kindern, Knaben und Mädchen ungefähr je zur Hälfte, aus 6600 Schulen in Stadt und Land, benutzten nur 360 000 Kinder= 42,9 Prozent eine eigene Zahnbürste, 150000= 18 Prozent verwenden die gefährliche Familienzahnbürste, d. h. teilen sich mit Eltern und Geschwistern in eine Bürste. In Wirklichkeit ist es übler, eine Familienzahnbürste zu verwenden, als gar keine, weil die Gefahr einer Krankheitsübertragung durch die Familienzahnbürste außerordentlich groß ist. Die Untersuchung in der Schule hat also ergeben, daß von 100 Kindern tatsächlich nur rund 43 eine eigene Zahnbürste besitzen und benutzen und 57 keine Zahnpflege treiben. Dabei ist es noch längst nicht sicher, ob alle 43 Kinder immer die Wahrheit sagten— viele Lehrer bezweifeln es—, obendrein konnte nicht festgestellt werden, wie oft die Bürsten gebraucht wurden. Sicher ist, daß ein großer Teil nicht täglich mindestens einmal, sondern viele Bürsten nur wöchentlich ein= bis zweimal, oft sogar noch seltener benutzt werden. Es handelt sich hier um die Durchschnittsergebnisse. Zwischen Stadt und Land bestehen noch wesentliche Unterschiede. Die Ermittlungen umfassen ungefähr zwölf Prozent aller deutschen Schulen und ungefähr elf Prozent aller Kinder, die gegenwärtig zur Schule gehen. Durch die Streuung über das ganze Reich darf auch der Rückschluß gezogen werden, daß die Verhältnisse bei allen deutschen Schulkindern nicht anders liegen. Wie sollen Zahnschmerzen verschwinden und andere Erkrankungen vermieden werden, wenn das einfachste, die Zahnpflege, mit einer eigenen Bürste nicht betrieben wird? Es gibt keine Entschuldigung, Zahnbürsten wären zu teuer; denn es gibt schon für wenig Geld gute Bürsten. Vorbeugen ist immer leichter und billiger, daher klüger und vernünftiger, als heilen. Das Verantwortungsbewußtsein muß im kleinen beginnen; denn aus kleinen und kleinsten Anlässen entstehen große Schäden für ein Volk, die Familie und jeden einzelnen. Die regelmäßige Zahnpflege bedarf kleinster Mühewaltung täglich, und doch ist ihr Erfolg für jeden von Bedeutung. Die Kulturhöhe eines Voltes wurde einmal nach seinem Verbrauch an Seife beurteilt. Heute ist an die Stelle der Seife die Zahnbürste getreten! Wer es wirklich ernst mit der eigenen und der Volksgesundheit meint, der handelt und trägt zu seinem Teil bei, der Zahnbürste zum Durchbruch zu verhelfen! raurig, aber wahr! wieviel Schulrmeer=Fenahzen= eine Zahnburste der Versuch unter I nommen wird sondern sie ist eine unbedingte Vor einiger Zeit wurde der Versach untersommen, Ermittlungen darüber anzustellen, die viele Schulkinder eine eigene Zahnbürste esitzen und benutzen. Die Fragestellung vervunderte viele. Die Zahnbürste ist wichtiger als Seife, weil sie Zahnbürste in Verbindung mit einem Zahnpflegemittel die Aufgabe hat, die Zähne vor frühzeitigem Zerfall zu schützen. Gesunde Zähne sind die Vorbedingung für die Gesundheit überhaupt. Kranke Zähne können ihr Arbeit, das Zerkleinern der Nahrung, nicht versichten. Wer schlecht kaut, verdaut auch schlecht. Verdauungsstörungen haben einmal eine mangelhafte Ernährung des Körpers zur Folge, außerdem treten Magen= und Darmbeschwerden unangenehmster Art auf. Darüber hinaus bilden kranke Zähne eine ständige Gefahr für den ganzen Körper insofern, als krankheiterregende Lebewesen und Eiter ständig durch die Zähne in den Körper getragen werden und übelste Allgemeinerkrankungen hervorrufen. Hierzu gehören Herzmuskel= und Nierenentzündungen, Rheumatismus usw. Die Verwendung der Zahnbürste kann also Konmen Wird, sondern K. isr eine undebingte Notwendigkeit für die Gesund erhaltung. Bei der Zahnpflege mit Zahnbürste und einem anerkannten Zahnpflegemittel kommt es nicht darauf an, schöne, weiße Zähne zu erhalten, sondern gesunde vor Zerfall mit all seinen üblen Folgen zu bewahren. Schöne Zähne sind eine angenehme Zugabe der Zahnpflege(wie immer Schönheit ein Geschenk der Gesundheit ist), der Sinn jedoch ist, die Zähne vor Feinden zu schützen, sie möglichst lange gesund zu erhalten. Wer ernsthaft nachgedacht und geprüft hat, ist längst zu diesem Ergebnis gekommen, weil es einfach und klar ist. Alles, was wir im täglichen Leben benutzen, unterliegt dem Verschleiß, der Abnutzung. Um diese Abnutzung möglichst zu beschränken, setzen wir mit der Pflege ein. Das Wertvollste pflegen wir am meisten, die Gesundheit mehr als unser Haus, die Zähne mehr als Eimer oder Kochtöpfe. So sollte es wenigstens sein! Alles dies ist bekannt, trotzdem wurde der oben angedeutete Versuch unternommen. Das Ergebnis ist sehr traurig und zeigt, daß die Turnen, Spiel, BfL. Schwerte Der glückliche Sieg der Sölder Mannschaft! 1. VfL. Schwerte— 1. BfR. Sölde 0:1(0:0). Beide Mannschaften betreten den Platz mit Ersatz, als Schiedsrichter Bürger(Tus 06) den Ball frei gibt. Die Sölder spielen ohne Könige. Dieses findet dadurch seine Aufklärung, daß nur noch ein Spieler König in der Mannschaft mitwirkt, während die beiden andern Brüder nicht mehr im Verein tätig sind. Die Schwerter Elf sieht man auch mit Ersatz spielen. Gleich zu Beginn bringen die Sölder durch einen gefährlichen Angriff die Schwerter Hintermannschaft in große Verlegenheit; jedoch ist der Torwart Schwonke auf der Hut und kann die erste gefährliche Angelegenheit meistern. Des weiteren ist die Gästemannschaft leicht überlegen und hat etwas mehr vom Spiel, aber Tore sind nicht zu erzielen. Im Feldspiel sind sich beide Gegner ziemlich ebenbürtig. In beiden Mannschaften kann man die Hintermannschaft als den besseren Teil feststellen, denn die Stürmerreihen arbeiteten gute Torgelegenheiten heraus, sind aber vor dem Tor hilflos. Der Schwerter Mittelstürmer sieht jeden Fehler seiner Mitspieler und weiß diese zu kritisieren, aber die eigenen Fehler werden von ihm übersehen. Außerdem wird der Linksaußen Henning zu wenig beschäftigt. Des öfteren steht dieser Spieler in aussichtsreicher Stellung, aber ohne den Ball lassen sich ja bekanntlich keine Tore treten. Beide Hintermannschaften können durchweg gefallen; den Torleuten gebührt jedoch für ihr aufopferndes Spiel ein besonderes Lob. Die bessere Figur gibt ohne Frage der Schwerter Torhüter ab. Ruhig und gelassen weiß er sich seiner schweren Aufgabe geschickt zu entledigen. Mit weitem wuchtigen Schlag wird das Leder ins Spielfeld zurückbefördert. Der Sölder Torwart arbeitet dagegen mit viel Glück und kann immer noch im allerletzten Moment die gefährliche Situation meistern. Immer noch ist die Gästemannschaft leicht überlegen, aber Tore bleiben aus. Auch auf der Gegenseite wird nichts Zählbares erreicht. Torlos verläuft die erste Halbzeit. Nach dem Seitenwechsel dreht sich das Bild. Die Schwerter wollen etwas Zählbares erreichen u. geben sich alle erdenkliche Mühe in Hintermannschaft und Stürmerreihe. Das, was die Sölder in der ersten Spielhälfte voraus hatUeberlegenheit für sich. Immer wieder müssen die Torleute rettend eingreifen und das L#de# durch einen befreienden Schlag ins Ezurückbeförern, unterstützt durch die sa,ragsiche, ren Verteidiger. Verschiedentlich glaubt man den Ball im Sölder Tor, aber der Torhüter kann mit viel Glück die Freude der Zuschauer vereiteln. Nach 25 Minuten Spieldauer bricht für die Schwerter das Verhängnis herein. Durch einen gut eingeleiteten Angriff der Grün=Weißen entsteht vor dem Schwerter Tor ein wüstes Geplänkel. Notgedrungen muß Schwonke sein Heiligtum verlassen und ehe man sich versieht, hängt das Leder zum einzigen Tor des Tages in den Schwerter Maschen. 1:0 steht die Partie. Die Schwerter setzen jetzt zum Endspurt an, aber nichts will gelingen. Das schon längstverdiente Gegentor will nicht fallen. Das Leder passiert sogar einmal die Torlinie, drückt sich aber am Pfosten vorbei und geht ins Aus. Alle Anstrengungen sind vergebens. Eine direkt vor dem Tor herge, zogene Flanke des Rechtsaußen wird vom Linksaußen direkt aus der Luft aufgenommen. aber auch diese günstige Gelegenheit erreicht nicht ihr Ziel. Der Ball geht knapp am Pfosten vorbei ins Aus. Die Drangperiode der Schwerter hält weiter an, aber es will und will nicht klappen. Die Sölder setzten jetzt alles alles auf eine Karte, um nur das 1:0=Resultat zu halten. Die Hintermannschaft hat sich vermehrt und verteidigt eifrig ihr Heiligtum, Einige gut hereingegebene Ecken der Blauweißen erreichen ebenfalls nicht ihr Ziel. Se vergehen die letzten Minuten der zweiten Spielhälfte und beim Schlußpfiff heißt es im. mer noch 1:0 für Sölde. Mit einem glücklichen Siege, dem knappsten aller Ergebnisse können die Sölder das Spiel beenden. Ein Unentschie. den hätte dem Spielverlauf nach besser entsprochen. Die Sölder stellten eine stabile technisch gut durchgebildete Elf ins Feld, bei welcher die Hintermannschaft der bessere Teil war. Der Ersatztorwart gab sich alle erdenkliche Mühe und hatte dazu reichlich Glück. Die Schwerter Mannschaft konnte bedeutend besser gefallen, wie am vergangenen Sonntag im Spiel gegen Boele. Schwonke war wieder groß in Form und trägt an dem einzigen Tor nicht die geringste Schuld. Von den Verteidigern war Schoppoll der bessere. Schlagsicher und immer im richtigen Moment zur Stelle. Henneböhlt tat seine Pflicht und kam an seine früheren Leistungen in etwa heran. Die Läuferreihe,i# welcher Wallmann erstmalig mitwirkte, zeigt Durchschnittsleistungen. Besonders gut gefal len konnte der aus der Jugend hervorgegan gene linke Läufer Cramer. Dieser bringt es## stimmt noch zu etwas. In der Stürmerreih wurde verschiedentlich zu eigensinnig gespielh wodurch Torerfolge ausblieben. Schiedsrichte Bürger wurde durch seine umsichtige Leitung beiden Parteien gerecht. Reichenäbrstand Achtung Anbauer von Rübsamen! Dem Reichsnährstand ist in§ 2, Absatz 6 de „Verordnung des Reichsernährungsministers vom 26. 3. 1934(Reichsgesetzblatt 1 S. 248) die Verpflichtung übertragen worden, für ein geordnete Versorgung mit Saatgut Sorge### tragen. Um dieser Aufgabe bei Futterrübsames nachkommen zu können, werden hiermit al bauer von Rübsamen, gleichohlige### Sorte oder Absatzstuse und ohne. gung der Tatsache, ob freier Anbau ooer K traktanbau für irgendeine Firma oder Eige anbau des Züchters erfolgt, verpflichtet, bis zu 25. August zu melden: 1. die 1934 angebauten Futterrübsamen, 2. die 1934 angebauten Stecklingflächen, 3. den geschätzten Samenertrag je Hektat Ernte 1934.. M agunh, die sch Samen= oder Steatingsbestande, lässig oder absichtlich verschwiegen werden über die unrichtige Angaben gemacht werigt werden von vornherein zum Handel 1! 1935 nicht zugelassen. eusen Interest Es liegt deshalb im eigengten###ug eines jeden Anbauers, die Angaben nach Wissen und Gewissen zu machen. Die Meldungen sind zu richten an: Reichsnährstand, Hauptabteilung 2, C l, Berlin SW 11, Dessauerstr. 14. Bucherschau Alle unter dieser Rubrik besprochenen Bschre zu haben in der Buchhdla. C. Braus, Tiere, die betrügen,, 9 gibt es mehr als man annehmen!###zugal Seelöwe z. B. taucht und versentze,### Zeit unter dem Wasser. Die Schnurrhaare aber läßt er auf der Oberst kreisen. Durch die leichten Bewegungen dadurch auf dem Wasserspiegel entstehen, D# den Möwen herbeigelockt, die einen Gia sonst eine Nahrung zu finden, Zuist pen e# sie aber der Stelle nahe sind, löwe hoch, ergreift die Möwe und verspeistig In der neuen Wochenschau(Berlggzgg Girardet, Essen) wird über solche Angign## interessanten Betrugsfälle aus dem*# ORPPAT 40 T A Gang. Alles schien vergessen. Raubgier schoß aus seinen Lichtern, und wie in alter Gewohnheit duckte sich der Leopard flach auf den Boden, krallte sich tief in die Erde hinein und wollte mit einem mächtigen Sprung die Beute reißen. Doch wie vom Blitz getroffen, ließ ihn ein furchtbarer Schmerz zusammenzucken— der eben noch friedlich schöpfende Pferdehirsch stand eine Sekunde lang wie aus Erz gegossen mit aufjeworfenem Haupt, dann ein Krachen von Zweigen, und schon hatte das Dunkel des Urwaldes den Flüchtigen verschlungen. Müde und zerschlagen wankte das Raubtier am Ufer entlang. Endlich, nach langem Suchen, sichtete er den ersehnten Baumstamm. Lautlos schlich der Leopard über den toten Urwaldriesen. Murmelnd floß das Wasser silberklar unter ihm dahin. Die sanften Strahlen des Mondes ließen das andere Ufer in greifbarer Nähe erscheinen. Der eben noch feste Stamm klang plötzlich hohl und morsch. Argwöhnisch blieb das Raubtier stehen, nur noch eine kurze Strecke hatte es zurückzulegen. Das Ufer winkte, ein kleiner Sprung und bald würde er sich in seiner Höhle ausruhen können. Immer verdächtiger krachte es unter ihm, aber nichts mehr konnte ihn zurückhalten; und als er mit seiner ganzen Kraft zum letzten Sprunge ansetzte, splitterte der Baum unter ihm fort. Klatschend fiel der Leopard ins Wasser— da schnappte ein riesiges Krokodil mit seinem furchtbaren Rachen nach ihm und zog in unters Wasser. Nur noch ein Brodeln, etwas blutiges Wasser— und eine Tragödie des Urwaldes spülten die trüben Wellen des Flusses hinweg. Onkel Heinrich. Urwald. In der glühenden Mittagssonne balzte ein prächtiger Argusfasan. Er stolzierte gravitätisch einher, tänzelte und ließ ab und zu sein „Kuau, kuau!“ hören. Sonnenstrahlen spielten im dichten Laub, bis sie das bunte Fell eines Leoparden gefaßt hatten. Blinzelnd öffnete er die Augen, schloß sie wieder, schlug mit der Tatze nach dem übermütigen Sonnenstrahl, gähnte, streckte und reckte sich und war auf einmal ganz wach. Seine Augen funkelten.„Kuau, kuau!“ klang es wieder verliebt von der sonnigen Lichtung.„Kuau, Kuau!“ Ganz langsam, vorsichtig sichernd sprang er von Ast zu Ast. Mit einem Sprung war er auf der Erde und schlich sich lautlos durch das dichte Gestrüpp. Vor ihm lag die Lichtung. Der Fasan spreizte sich. seine prächtigen Federn bildeten ein wunderbares Rad. Immer näher und näher schlich der Leopard.„Kuau, kuau!“ klang es über die Lichtung. Der Fasan drehte sich im Kreise. Da schien er plötzlich zu erschrecken. Doch schon war es zu spät! Mit einem mächtigen Satz hatte der Leopard sein Opfer gefaßt und schlug mit seiner Pranke die prächtigen Federn auseinander, daß sie zerfetzten und herumschwirrten. Schmatzend trank er das süße Blut. Die Sonnenstrahlen tanzten auf den Blättern der Urwaldbäume. Der Leopard hatte sein Mahl beendet. Er leckte sich noch einmal die Pranken und schlich in den Urwald zurück. In tiefer Stille lag nun die Lichtung. Nur die Insekten schwärmten summend und brummend in der Luft. Dicke, blaue Schmeißfliegen setzten sich auf die traurigen Ueberreste des stolzen Vogels. Der Leopard war noch nicht satt. Ein kleiner Affe wäre ein willkommener Abschluß für das leckere Mahl gewesen. Der Urwald schten in der Mittagshitze zu träumen. Auf den Bäumen saßen schlafende Gibbons und Siamangs. Einige Affenmütter lausten ihre Jungen eifrig. Der Wind trug dem Hungrigen die Witterung der Affen entgegen. Unhörbar und immer dem Wind entgegen, kletterte der Leopard von Baum zu Baum. Vor ihm saß plötzlich ein junges Aeffchen. Noch ein Sprung, und die Beute war ihm gewiß. Da wurde ein großer männlicher Gibbon den Todfeind gewahr und warnte die Herde mit furchtbarem Geschrei. Der kleine Affe sprang entsetzt auf den nächsten Ast. Eine wilde Jagd begann. Von Baum zu Baum, von Ast zu Ast jagte der Leopard hinter den kreischenden Tieren her. Der ganze Urwald war wie von einem Teufelsspuk in Aufregung versetzt. Ein junger Forscher, der erst kurze Zeit in Sumatra weilte, um seltene Pflanzen zu sammeln, schaute erstaunt empor, als die wilde Jagd auf den Urwaldbäumen heranbrauste. Plötzlich sab####en einem Sonnenstrahl beleuchtet, das bunte Fell des chtbaren Raubtiers. In diesem Augenblick war die Jagd unterbrochen. Wie gebannt lag der Leopard auf dem Baum, sprungbereit. Der junge Gelehrte riß das Gewehr an die Backe, und im nächsten Augenblick krachte der Schuß durch den Urwald. Angstvoll kreischten die Afsen auf. Der Leopard fiel wie ein schwerer Sack vom Baum. Entsetzt flüchteten die Affen in die hohen Kronen der Bäume. Der Jäger war in wenigen Sätzen vor dem scheinbar verendeten Raubtier. Doch in diesem Augenblick strafften sich die Muskeln des weidwunden Leoparden; aus den weit aufgerissenen Lichtern sprühte wilder Haß, die hochgezogenen Lefzen ließen das weiße Gebiß leuchten, und ehe der unglückliche Schütze einen zweiten Schuß anbringen konnte, sprang ihm die furchtbare Katze entgegen. Wie zur Abwehr hob er im letzten Augenblick seinen rechten Arm; krachend schlugen die mächtigen Reißzähne der Bestie hinein. Das Gewehr fiel zu Boden. Die linke Pranke des Leoparden hatte sich fest in die Schulter des Mannes gekrallt, die hinteren Pranken zerfetzten dem Unglücklichen die Schenkel. Er war durch den furchtbaren Blutverlust und die rasenden Schmerzen der Ohnmacht nahe. Da sprang ein Schikade, ein eingeborener Jäger, der den Weißen begleitet hatte, aus der Dickung. Seine gellenden Schreie erschreckten den Leoparden, daß er von seinem Opfer abließ und sich auf den mächtigen Stamm eines alten Urwaldriesen flüchtete. Der Gelehrte verlor die Besinnung. Bald standen auch die übrigen Mitglieder der Expedition bei ihm. Sie verbanden ihn notdürftig, legten ihn auf eine schnell angefertigte Bahre und trugen ihn ins nahe Lager. Der Leopard lag immer noch auf einer Astgabel. Langsam sickerte das Blut aus der Wunde. Er wollte sich jetzt in seiner verborgenen Höhle, die unter den mächtigen Wurzeln eines wilden Gummibaumes lag, von seinem so unglücklich verlaufenen Jagdzuge ausruhen. Weit war der Weg, aber dort war er am sichersten. Mühselig setzte er eine Pranke vor die andere. Die Wunde hatte sich ein wenig geschlossen, doch sie schmerzte noch sehr. Stundenlang hatte er sich weitergeschleppt, bis er den kühlenden Fluß erreichte, der ihn von seinem Lager trennte. Gierig schleckte er das kalte Wasser. Das tat seinem ermüdeten Körper wohl, es erfrischte. Er suchte jetzt nach dem vom Sturmwind gefällten Baum, der ihm schon so oft als Brücke gedient hatte. Glucksend schlug das Wasser an das Ufer; dann und wann sprang ein Fisch aus seinem kühlen Element. Die Nacht war hereingebrochen. Trotz seiner scharfen Augen konnte er nirgends den Baumstamm erspähen. Müde lief er am Ufer entlang. Trügerisch schwammen auf dem ruhigen Wasser uralte, verwitterte Baumstücke. Da plötzlich stockte sein müder im Wert höhere Münze auf eine geringere gelegt werden darf, sondern sie muß immer eine mehrwertige unter sich haben. Man kann nun beliebig Münzen von Feld 1 nach 2 oder 3, sowie von Feld 2 nach 1 oder 3, als auch von 1 oder 2 legen — natürlich immer unter Beachtung der gegebenen Bedingungen—, um das Endziel zu erreichen, nämlich den Turm in Quadrat 2 zu haben. Man könnte also so beginnen. Den Fünfer nach 2. Den Zehner dürfte man dann aber nicht auf diesen legen, weil er einen größeren Wert hat. Er muß bei 3 abgelegt werden. Den Fünfziger kann man nun weder nach 2 noch nach 3 bringen, weil in beiden ein geringerer Wert liegt. Man muß jetzt erst ein Feld freimachen für ihn. Das geschieht, indem man den Fünfer von 2 nach 3, also auf den Zehner, legt. Nun den Fünfziger nach 2. Für die Mark muß erst wieder ein Feld geräumt werden. Also den Fünfer auf die Mark(1), den Zehner auf den Fünfziger(2), den Fünfer auf den Zehner(2). Jetzt ist 3 frei für die Mark. So geht es weiter mit vielen Wegen und Umwegen, bis die Münzenpyramide in Feld 2 steht. Die geringste Zahl von Zügen, mit denen das Ziel zu erreichen ist, beträgt 63. Dann darf aber kein einziger unnützer Zug dabei sein. W. B. Pfander spiene. Man lege sich aus zehn Streichhölzern die beigedruckte Figur. In das Quadrat 1 lege man ein Dreimarkstück, darauf ein Zweimarkstück, ein Einmarkstück, ein Fünfzigpfennigstück, ein Zehnpfennigstück und ein Fünfpfennigstück. Dieser pyramidenartige Turm soll nun nach ganz bestimmten Bedingungen in das Quadrat 2 übertragen werden. Es darf nur immer Das Vornamenspiel. Die Spieler sitzen im Kreise. Einer fängt an und nennt einen beliebigen männlichen oder weiblichen Vornamen. Der nächste muß nun sofort einen zweiten Namen nennen, dessen Anfangsbuchstabe der Endbuchstabe des vorigen ist usw.(z. B. wenn„Luise“ genannt war, so muß der nächste Name mit einem E anfangen— etwa„Erwin“, der folgende dann mit N, also„Nanni“ usw.). Wer zögert, zahlt ein Pfand. Das Rufen. Der Beginnende ruft einen aus dem Kreise auf, derart, daß der Anfangsbuchstabe des Vornamens den eines Eigenschaftswortes, der des Vaternamens den eines Dingwortes bildet. Beispiel: statt„Artur Winter“ ruft er „armes Wurm“ oder auch„adlige Wehr". Der Gerufene muß nun seinerseits einen anderen anrufen. Wer nicht aufpaßt oder nicht die Worte findet, zahlt ein Pfand. „Der Sultan liebt die E—e nicht.“ Einer beginnt den Nächsten anzureden:„Der Sultan liebt die E—e nicht.“ Gegenfrage:„Was liebt er denn?" Der erste Frager muß nun als Antwort ein Ding nennen. Ist ein E in dem Worte, so kostet es ein Pfand. eine Münze abgenommen werden, und diese ist entweder in das Feld 2 oder in das als vorläufiger Ablageplatz dienende Feld 3 zu legen. Dabei ist weiter zu beachten, daß niemals eine Verwandlungsspiel „Elns, zwei, erel! Schneidet mit einer guten Schere das nebenstehende Rechteck sorgfältig aus. Die Querlinien, die durch das Bild laufen, werden gebrochen, sauber umgeknickt, und zwar die Stellen, die am Rand mit A bezeichnet sind, nach hinten umgefaltet, und die Linien, die mit einem B versehen sind, nach vorn umgeknickt. Was für eine drollige Verwandlung das gibt, werdet ihr bald herausfinden. Eine Menagerie aus Streichholzschuchtein. Für den Oberbau neun Innenschachteln. Zwei bilden jedesmal einen Käfig, bis auf den letzten, den Ersatzkäfig. Die Innenwände und die Vorderwände müssen herausgenommen werden, und alles auf eine Pappe leimen. In der Mitte von jedem Käfig einen Schlitz zum Durchstecken der Tiere freilassen, wie Figur B zeigt. Das Gitter sind Zwirnsfäden, die mit der Nadel durchgezogen werden, wie Figur C zeigt. Danach klebt man eine Pappe als Hinterwand auf und vorn als Sockel drei Schachteln(Deckel), wie Figur A. Die Tiere, die vorher ausgeschnitten und ausgemalt werden, müssen durch den Schlitz gesteckt und der Falz umgebogen werden wie Figur D.— Die ganze Menagerie wird dann, um sie besonders ansehnlich zu machen, mit Buntpapier bezogen und an die einzelnen Käfige die Namen der Tiere(auf kleine Schilder) geschrieben. zum darch stecken der Tiere. D wie der Falz am gebogen wird. ie Dead ulte!..? Glauben. Von Erika Thomy. Wie oft bört man den Ausspruch:„Ich glaube an nichts mehr!“ Und der Sprecher ist von der Wahrheit seiner Worte überzeugt. und diejenigen, die es hören, auch. Und doch gibt es wodl keinen Menschen auf der Welt, der tatsächlich an An irgend etwas glaubt ein jeder. An ein jeder glauben. Ein Mensch ohne jeden Glanden ist undenkbar. Die Frau glaudt an ihren Mann. Der Mann an seine der an ihre Eltern. Die Eltern an ihre Kinder. wenn tatsächlich ein Mensch nicht mehr an einen n glaubt— an irgend etwas glaubt er doch. Sei es nun an eine Arbeit, die er schaffen will, oder die er schon deschaffen hat. Oder sei es ein Ziel, das er sich gesetzt dai An eine Zukunft, auf die er wartet. An irgend etwas muß jeder Mensch glauben. Ich sage es nochmals: der Glauben ist es, der das Rad unseres Lebens schwungbaft antreibt, wenn es stillstehen will. Wenn es nicht medr weiter mag, nicht mehr weiter kann. Und wenn es auch nur ein ganz kleiner, unbedeutender Glauben ist. Er genügt. Der unscheinbarste, unbedeutendste Glauben hat schier geheimnisvolle Kräfte. Was schadet es, wenn wir später erkennen, daß unser Glauben falsch war?— Half uns dieser falsche Glauben nicht unser Lebensrad wieder in Schwung bringen? War er es nicht, der uns über eine verzweifelte Stunde hinweghalf, über die wir sonst nicht binweggekommen wären? Müssen wir nicht diesem falschen Glauben dankbar sein? Und sollten wir nicht um dieses Drüberweg=Helfen immer aufs neue so einen kleinen Glauben in Bereitschaft haben? Wir haben ihn ja auch alle. Wir wollen es nur nicht immer eingestehen. An einem jeden Morgen erwachen wir mit irgendeinem kleinen Glauben. Jeden Tag legen wir mit diesem kleinen Glauben zurück. Er steht uns treu zur Seite, ist der zuverlässigste Kamerad, der treueste Begleiter und der uneigennützigste Freund. Mit ihm überwinden wir die Schwere des Lebens. Durch ihn wird der Alltag vergoldet und der härtesten Härten beraubt. Und wie man durch und mit ihm nur lebt, nur leben kann, so leht man auch nur— für ihn. Ja, um des Glaubens willen leben wir nur. Dadurch allein ist das Leben ertragbar. Zu jedem rechten Schaffen gehört Glauben. Zu jeder rechten Ehe gehört Glauben. Und zu jedem rechten Leben gehört Glauben. Ein Leben ohne Glauben ist ein Labyrinth. Eine Ehe ohne Glauben gleicht einem sinkenden Schiff. Und ein Schaffen ohne Glauben ist ein Säen auf ungepflügtem Land, dem jedwede Kraft fehlt. Nur der Glaube macht das Land des Schaffens fruchtbar! Nur der Glaube hält die Ehe hoch, läßt sie nicht sinken. Nur der Glaube schafft immer wieder einen Ausweg aus dem Labyrinth des Lebens. Der Glaube ist das Fanal in unserem Leben! Bewahrt uns vor Untergang und Verirren. Ohne Vater, ohne Mutter! Was wird für unsere Waisenkinder getan? Dem Tatwerden von Ideen folgt zumeist ein maßloses Erstaunen: Wie hat man nur an so naheliegenden, nach Verwirklichung förmlich schreienden Gedanken achtlos, blind und taub vorübergehen können, ohne sich zu einem kraftvollen, mutigen In=die=Hand=Nehmen entschließen zu können? War es nicht einfachste Pflicht der Menschlichkeit, sich gerade der unschuldigen und unmündigen Waisenkinder vom Staate aus um des Staates willen anzunehmen? War da ein Grübeln und Zögern, ein Keinen=Weg=finden=Können und bloßes mitleidvolles Zusehen überhaupt erst nötig und auf die Dauer noch erträglich? Fast scheint es so; denn erst vor etwa fünfzig Jahren blitzte der Gedanke auf, nun einmal auch den eltern= und hilflosen Geschöpfen zu helfen, sie vor Verzweiflung und Untergang zu bewahren, um sofort Gestaltung durch die Tat zu finden. In den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts tagte im ehemaligen Raekeschen Restaurant zu Magdeburg unter dem Vorsitz von Heinrich Nadermann eine Männer= gesellschaft von Menschenfreunden, die sich unter dem Namen „Stadtfelder Pfeifenklub“ zusammengetan hatten. Bereits am 13. Oktober 1880 wurde das„Protokoll über die Stiftung des Vereins Deutsche Reichsfechtschule“ von neun Personen unterschrieben und genehmigt, die sich verpflichteten, die Vereinstätigkeit auf das ganze Deutsche Reich auszudehnen, Institute zum Wohle der Armen und Waisen zu schaffen und zu unterstützen, und endlich ein Deutsches Reichswaisenhaus zu errichten. Im zweiten Stiftungsprotokoll vom 6. November 1880 gab man dem zunächst ziemlich schwer verständlichen Namen „Reichsfechtschule“ eine Erklärung dahin, daß sich die Mitglieder durch Wort bereit fanden,„zu Wasser und zu Lande, im Kriege und im Frieden treu und tapfer im Wohltun für das Vaterland zu fechten"; aber nach ungefähr vierzig Jahren segensreichen Wirkens rang man sich doch zu dem überall begrüßten Entschluß durch, sich fortan nur noch „Reichsverband für Waisenfürsorge“ zu nennen. Schon im Jahre 1881 konnte das Herrenhaus des für 40 000 Mark käuflich erworbenen Gutes Altvater bei Lahr in Baden zu einem Reichswaisenhaus für 100 Kinder umgebaut werden; bald folgten die Häuser in Magdeburg, Schwabach (Bayern), Salzwedel, Niederbreisig(Rhein), Bromberg und Halle(Saale). Sie alle haben sich bis auf das durch den Versailler Vertrag mit der Stadt Bromberg an Polen verlorengegangene, dort befindliche Haus erhalten und bieten rund 300 Waisenkindern eine Heimat, die sie vor den Gefahren und Tücken des rauhen Lebens bewahren. Die Kinder, die schulpflichtig, körperlich und geistig gesund sein müssen, aber auch solche, die in gestörten Familienverhältnissen zum Verkommen verdammt wären, werden in Obhut und Pflege eines Hausvaters und einer Hausmutter gebracht, wo sie in Liebe und Zucht zu ordentlichen Menschen seluugebildet werden. Sie bekommen reichliche, nahrhafte und ableechflungsvolle Kost, werden ständig ärztlich tontrolliert, haben neben ihren Schularbeiten auch häusliche Obliegenheiten zu ecledigen, haben für Sauberkeit und Ordentlichkeit in ihren Zimmern zu sorgen, müssen ihre Betten selber richten und die Schlihe putzen— kurz, sie werden von Anbeginn daran gewöhnt, daß nur das Leben Rechte einräumt, dem man erfüllte Pflichten entgegensetzen kann. Daß die Kinder nach Möglichkeit vom Tragen einer Anstaltskleidung verschont bleiben und ein jedes sber drei Anzüge verfügt, berührt besonders sympathisch. Natürlich oürsen die Kinder auch in der Freizeit nach Herzenslust spielen, lesen und die nähere Umgebung auf Ausflügen abstreifen— Glanzpunkte werden aber immer die herrlichen Weihnachtsfeiern sowie Sommerfeste bleiben. Im Laufe der Geschichte der Reichswaisenfürsorge ist es nicht immer glutt abgegangen, schwere und schwerste Zeiten haben mehr als einmal die Fortführung dieses so gemeinnützigen Wohltuns für das Vaterland in Frage gestellt, aber der Wille des Menschen siegte doch, weil das Gute in seiner vollsten Unbedingtheit dahinterstand. Jeder einsichtige Mensch wird sich mit ganzem Herzen dieser Bewegung zugetan fühlen, wird gern sein Scherflein an Sachund Geldspenden opfern, um den fünf Heimen das Bestehen zu sichern. Das neue Deutschland des Dritten Reiches hat diesem hochherzigen Liebeswerk neuen Aufschwung gegeben, so daß künftighin alle elternlos gewordenen Kinder vor äußerer Not und vor innerem Versiechen geschützt bleiben. Im Wohltun für das Vaterland werden und müssen sich alle deutschen Volksgenossen die Hände reichen. Darum, Väter und Mütter, denkt nicht nur an eure Kinder, denkt einmal auch an die armen Geschöpfe, die keine Elternliebe, die kein Glück im Elternheim kennen! Auch euch sei zugerufen: Die Reihen dicht geschlossen im Wohltun für das Vaterland! G. St. Vom Nachgeben. Wer sich selbst nachgibt, verliert sich leicht selbst! Keinem gibt der Mensch so leicht nach, wie gerade sich selbst. So unduldsam er oft gegen andere sein kann, so duldsam und nachgiebig ist er gegen die eigenen Fehler. „Warum geben Sie sich eigentlich selbst in dieser Weise nach?“ wurde einmal jemand gefragt. „Um gut mit mir selber auszukommen!“ entgegnete der andere. Man sieht, wie geneigt der Mensch zu Konzessionen gegen sich selber ist.,. 67, 54## Wer es aber einmal ausproviert hat, der weiß, wie erschreckend die Launenhaftigkeit eines Menschen zunimmt, wenn man ihr die Zügel schießen läßt. Sie gleicht dann einer Wucherpflanze, die allzu leicht ins Kraut schießt. „Aber es ist doch im Grunde genommen nicht so schlimm, wenn man tut, wozu man Lust hat!“ wird hier der eine oder der andere einwerfen.„Man kann sich doch nicht ewig kasteten!“. 44 W4m Tlamn 6 Wer so spricht, kennt nicht die furchtvaren Folgen charakterlosen Nachgebens gegen seine persönlichen Schwächen. Es geht damit wie mit dem Rad, das herabrollt: erst langsam, später mit Windeseile, so daß keine Macht der Erde es mehr aufzuhalten vermag!...., Wirs unmt s. „Gib dir selbst nach, und du wirst weit kommen— aber ins Unglück!“ sagt ein altes Wort, dem die Weisheit der Erfahrung zu eigen ist. Denn mit dem Nachgeben ist es eine eigene Sache. Denn nicht unsere Tugenden, falls wir überhaupt welche besitzen, verlangen, daß wir ihnen nachgeben. In dieser Hinsicht bedrängen uns nur unsere Laster und Fehler. Die verstehen es oft, uns gewaltig zuzusetzen. Besonders, wenn sie merken, daß wir ihnen nachgeben. Jeder aber weiß, was es mit dem ersten Schritt in dieser Beziehung für eine Bewandtnis hat. Denn dem ersten Schritt folgt leicht der zweite. Wenn wir dann entdecken, wie schnell der Weg abwärts führt, ist es meist schon zu spät! Menschen aber, die es nicht verstehen, ihren ungebärdigen Gemüt. Wünschen zuweilen die Zähne zu zeigen, die sich selbst nie ein unerbittliches„Nein“ entgegensetzen können: solche Menschen werden am Ende immer die Opfer eines unseligen Nachgebens! J.A. Die heilsame Wirkung des Obstes. Obst ist nicht nur ein wohlschmeckendes Nahrungsmittel, sondern es wohnen ihm auch, wie jedermann weiß, gewisse heilsame Wirkungen inne, die aber des Näheren den meisten Menschen nicht bekannt sind, oder von denen sie sich kein klares Bild zu machen vermögen; was wohl daher kommt, daß die meisten Menschen sich für gewöhnlich um die chemische Zusammensetzung des Obstes nicht kümmern. Man nimmi es eben hin als eine Gabe Gottes. Für den gesundheitlichen Wert einer Obstart ist vor allem der Gehalt an mineralischen Stoffen von ausschlaggebender Bedeutung. Was nun diese Stoffe anbelangt, so sind die verschiedenen Beerenarten damit am besten ausgerüstet. Die Heidelbeere hat den höchsten Prozentgehalt an mineralischen Stoffen, die Himbeere den geringsten. Von den anderen Obstarten haben Zwetschen und Aprikosen einen hohen Gehalt an mineralischen Substanzen, die Birne einen sehr geringen. Der Apfel mit 0.45 Prozent hält die Mitte. Diese mineralischen Stoffe in den Früchten sind Kali, Natron, Phosphor, Eisen, Kieselsäure und Kalk. Die Alkalien(Nairon und Kalk) wirken dadurch medizinisch, weil sie die im Blute vorhandenen Säuren, wie etwa Harnsäure, Essigsäure usw., binden und dadurch unschädlich machen; denn auf diesem Wege entstehen neue chemische Verbindungen, die man Antoxine nennt. Es sind das Selbstgifte, die der Körper innerhalb seiner Gefäße erzeugt und die zur Ursache vieler Krankheiten werden. Die Kenntnis der mineralischen Stoffe im Obst ist alt und lange bekannt. Man denke nur an die Erdbeerkuren, Apfelkuren, Traubenkuren usw., mit denen früher die Gicht und andere Krankheiten erfolgreich bekämpft wurden und zum Teil noch bekämpft werden. Die Zweckmäßigkeit aller dieser Kuren beruht auf dem reichlichen und ständigen Genuß von Obst, der dem Körper dauernd gewisse Mengen mineralischer Stoffe zuführt, die dem Stoffwechsel besonders günstige Bedingungen schaffen. Es werden die im Blute vorhandenen Säuren neutralisiert und die krankheitserregenden, schädlichen Stoffe entfernt. Alkalisches Blut verringert die Gefahren einer Blasenund Nierensteinerkrankung, weshalb Personen, die zu diesen Krankheiten neigen, mineralstoffreiche Obstarten dauernd essen sollten. A. E. Mit nichts... Mit nichts treibt man soviel Unfug, wie gerade mit dem Wort„ewig“. * Mit nichts erreicht man mehr im Leben, als mit Ruhe und Gelassenheit. Mit nichts wird einer so schnell fertig, wie mit Geld, das ihm in den Schoß fällt. Mit nichts erhält man sich länger jung, als mit einem reinen Mit nichts entwaffnet man Mißtrauen, wie durch natürliche Güte. Frau Käthe hätte das wissen müssen. Paul war einige Wochen nach Bad Nauheim gefahren, weil sein Herz ihm ab und zu Beschwerden machte. Er, der Lebensfrohe, wollte gleich etwas dagegen tun. Schwer hatte er sich von seiner jungen Frau getrennt, und auch Frau Käthe war es nicht leicht, solange ohne ihren Gatten zu sein. Aber es ließ sich nicht einrichten, daß sie— was sie ja am liebsten getan hätte— mitfuhr. Die Kasse reichte wohl für den vierwöchentlichen Aufenthalt ihres Mannes und etwas Geld blieb übrig, wofür sie sich irgendeine kleine Freude machen sollte. Lange sann sie nach, wie es am besten verwendet werden könnte, ob für ein Kleid, eine neue Handtasche...? Da plötzlich kam ihr der Gedanke, daß es im Wintergarten, der nach Süden lag, oft unerträglich heiß war, und sie schon öfters mit Paul überlegt hatte, ob nicht Vorhänge angeschafft werden sollten. Bisher hatte man es dann aber immer der Kosten wegen beim alten gelassen. Doch jetzt dachte Frau Käthe: Wie wär's, wenn ich das Geld für Sonnenstores verwendete? Das wäre zugleich eine nette Ueberraschung für Paul!— Gedacht— getan! Schon fuhr sie in die Stadt, kaufte einen entzückend gestreiften Stoff, nähte die Vorhänge, konnte sie auch an den neuen, bequemen Leisten sebst anmachen. Wie freute sich Käthe! Als Paul nach vier Wochen hemkam, führte sie ihn gleich strahlend in den Wintergarten, ihm ihre neue Errungenschaft zu zeigen. Er war natürlich begeistert. Der Sommer wurde heiß, sehr heiß. Eines Tages aber betrachtete Käthe beim Ausbürsten die Vorhänge etwas genauer und bemerkte zu ihrem Schrecken, daß die blaue Farbe der Streifen stellenweise ganz abgeblaßt war. Schnell rief sie ihren Gatten herbei, ihm ihr Leid klagend: Die Vorhänge seien im ersten Geschäft gekauft und dürften doch nicht verblassen! Paul sagte aber ganz trocken:„Ja, hast du beim Kauf auch ausdrücklich indanthrenfarbige verlangt?“ „Nein!“ sagte Käthe.„Ich habe mich auf das Geschäft verlassen, das, wenn ich Stoff für Sonnenvorhänge verlange, mir doch nur indanthrenfarbige verkaufen darf.“ „Liebes Frauchen! Dazu ist der Kaufmann keineswegs verpflichtet. Du mußt beim Einkauf von Stoffen immer nach dem Indanthrexzeichen fragen. Es allein bürgt dir dafür, daß die Kosse auch unübertroffen licht=, wasch= und wetterecht sind. Dann wirst du in Zukunft nie mehr Aerger deshalb haben. Denken lernen. Man lehre die Kinder denken. Man lehre sie ihren eigenen Verstand zu gebrauchen, ihre eigene Auffassung zu haben, ein eigenes, gesundes Urteil anzuwenden und dieses Urteil gesund zu erhalten. Fördert man in diesem Sinne den Geist der Kinder, dann hilft man ihnen selbst auf den Weg des logischen Denkens. Es wird ihnen dann leicht, das Gedächtnis zu üben, das Denken zu schärfen. Haben die Kinder denken gelernt, dann besitzen sie die vornehmste Geisteseigenschaft, die notwendig ist, um den Weg zu finden durch die vielen Irrund Umwege des Lebens. Wie wenig Menschen gibt es, die denken, überlegen, suchen, untersuchen, die sich nicht einfach zufrieden geben mit dem, was andere sagen; die suchen, alles zum Guten zu lenken; die wissen, daß es anderes zu tun gibt, als nur zu klagen. Der Kultur und dem Fortschritt wird allein geholfen durch densende Menschen. Es kommt nicht darauf an, alles zu wissen, alles auswendig zu können, tausend Jahreszahlen und zehntausend Namen zu nennen. Es kommt darauf an, zu denken, seinen Verstand zu gebrauchen, den Weg zu wissen zu den ergebnissen des menschlichen Intellekts. Wir müssen denken lernen und— denten! Zw. Mit nichts entschuldigt sich der Mensch so gern, wie mit der Redensart:„So bin ich nun einmal!" Mit nichts kommt man schneller ans Ziel, wie mit Ausdauer und Geduld. J. Adams. Das soll... Das soll ein Abwaschtuch sein?— Es ist nichts weiter, als ein schmutziger, übelriechender Lappen, den man vor Ekel nur vorsichtig mit spitzen Fingern anfassen kann. Ein Abwaschtuch muß von Zeit zu Zeit zur Reinigung in kaltes Essigwasser mit Salz gelegt werden. Das soll Satin sein?— Es ist nichts weiter, als ein Stück unschöner Stoff, bei dem es sich nicht verlohnt, irgend etwas daraus zu nähen. Satin muß nach dem Waschen ausgefrisch werden, um wieder zu seiner alten Herrlichkeit, seinem alten Glanz zu kommen. Die Auffrischung besteht darin, daß du in das Spülwasser des Satins Borax schüttest. Das soll eine Hausschürze sein?— Es ist nichts weiter, als ein stärkebeflecktes, unbestimmbares Etwas, das sich keine Hausfrau, die auf sich hält, als Schürze umbinden wird. Hausschürzen wäscht man in dünner Roggenmehlsuppe ohne Seise, spült sie kalt, wringt sie aus und plättet sie halbfeucht. Das soll ein lackiertes Tablett sein?— Es ist nichts weiter, als ein abgescheuertes und verschrammtes Stück Brett mit zwei Handgriffen, das einem direkt den Appetit verleiden kann, wenn damit Speisen aufgetragen werden. Lackierte Tabletts mögen keine Wasser=, Scheuer= und Seifebehandlung. Lackierte Tabletts reibt man zur Reinigung nur mit heißem Mehl ab. Das soll ein Lederkoffer sein?— Es ist nichts weiter, als ein altes Rumpelstück der Bodenkammer, mit dem man bei der Urlaubsreise zum Gaudium aller Menschen wird. Lederkoffer, die lange unbenutzt in staubigen Räumen, wie Keller oder Bodenkammer, gestanden haben, sind keine Lederkoffer mehr; aber wenn sie gründlich mit Wasser und Seife abgerieben, gut getrocknet und mit der passenden Schuhkreme behandelt werden, kehren sie gern in ihren einstmaligen Zustand zurück, werden wieder zum gebrauchsfähigen Lederkoffer. E. Ri. Allerlei Marmeladen. Mirabellen=Marmelade. 3½ Pfund Mirabellen(3 Pfund netto!), 3 Pfund Zucker, eine Zitrone. Nachdem die Kerne entfernt sind, zerquetscht man die Frucht gründlich im Topf, bringt sie mit dem Zucker auf schärfstem Feuer zum Kochen, schäumt ab, läßt gut einkochen, nimmt vom Feuer, füllt in trocken=heiße kleine Gläser und wartet mit dem Zubinden, bis sich eine feste Zuckerdecke auf jedem Glas gebildet hat. Tomaten=Marmelade von reifen Tomaten. 2½ Pfund reise Tomaten, 3 Pfund Zucker, etwas Ingwer. Die Tomaten werden mit Haut und Kernen in kleine Stücke geschnitten, mit dem Zucker, dem Saft von vier Zitronen und dem Abgeriebenen von zwei Zitronen zum Kochen gebracht. Vor dem Kochen wird die Masse gut verrührt. Nach einem gründlichen Kochen und gewissenhaften Abschäumen alles Weitere so tun, wie man es immer tat. Holunverbeer=Marmelade. 3 Pfund Holunderbeeren, 3 Pfund Zucker. Die Holunderbeeren werden während 10 bis 15 nuten musig gekocht, wozu eine halbe Tasse Wasser benötigt wird. Dann fügt man den Zucker bei, läßt zum schäumenden Kochen kommen, gibt den Saft einer Zitrone hinzu und läßt nochmals kochen. Alles Weitere spielt sich in der bekannten Weise ab. Der Wortbrecher. „Fritz, kannst du mir als Beispiel einen Menschen nennen, der sein Wort bricht?“ „Mein Onkel Emil, Herr Lehrer— der stottert!“ Richtige Bezeichnung. Vater(seine Kinder vorstellend):„Das ist der Paul, der wird im Juli zehn Jahre alt; dies ist der Fritz, der ist am zehnten Juni acht Jahre alt geworden; und hier ist die Frieda — sie wird am vierten August sechs Jahre alt. Jetzt kennen Sie alle meine Sprößlinge. Besucher:„Potztausend, dann haben Sie ja lauter Sommersprossen!“ A. J. „Sind Sie vorbestraft?“ „Ja, leider—— ich habe einmal Strafporto bezahlen güssen“ Aus der deutschen Stunde. Lehrer:„Rennt mir mal passende Adjektive. Wenn jemand ohne Gruß an einem Bekannten vorbeigeht— was ist der Betreffende?“ Schmidt:„Unhöflich.“ Lehrer:„Gut. Wenn aber ein Schüler dem Lehrer zum Geburtstage Blumen aufs Katheder stellt— wie nennt man das?“ Schultz:„Das nennt man Kathederblüten.“ „Siehst du, das ist der Große Wagen!" „Wieviel PS hat denn der?“ Moderne Serenade. Wein aller Regenschirm. Stoßseufzer von Ludwig Waldau. (Nachdruck verboten.) Alter, treuer Freunde soll man sich eigentlich nicht schämen, auch wenn ihr Aeußeres nicht mehr gerade eine Augenweide bedeutet. Aber wenn man, wie ich.„glücklicher" Besitzer eines Regenschirms ist, von dem es aller Nasen lang heißt:„Nanu! Wo haste denn die alte Musspritze gefunden?" oder:„Mensch! Wo willste denn mit der ollen Kirmesflinte hin?", da kriegt man doch langsam die bekannten Würmer. Was Wunder, wenn ich mich gestern fast gußeisern entschloß, das alte Regendach unter allen Umständen loszuwerden! Koste es, was es wolle! Doch als ich dann in der Elektrischen saß, erschien mir das ein Kinderspiel, eine Bagatelle. Ich setzte mich ganz hinter in den Wagen; meinen alten Schirm, unauffällig in die Ecke gelehnt, zurücklassend. Schon setzte sich die Funkenkutsche wieder in Bewegung und ich ein strahlendes Grinsen wollüstiger Befriedigung auf, ob meines gelungenen Schirmstehenlaßmanövers. Da gab's auf einmal hinter mir ein ohrenzerreißendes Gequietsch und Geschnurpse! Und als ich erschrocken herumfuhr, sah ich, wie die Elektrische wie wild bremste, die Fahrgäste in ihr wie Kraut und Rüben durcheinanderflogen und der Schaffner mir aufgeregt mit— meinem Regenschirm winkte!— Flucht unmöglich, denn die Umstehenden packten mich hilfsbereit:„Ihr Schirm! Ihr Schirm!“— Dann drückte mir der Schaffner, sieghaft triumphierend, meine Musspritze in die Hand und ich ihm, verzweifelt dankend, einen Fuffziger in die Pfote, und unter„Anerkennungen“ wie:„Alte Schlafmütze! Döskopp, dämlicher!" rollten meine gewesenen Mitpassagiere von dannen. Bekümmert schlich ich ins nahe Café; den Schirm elegisch unter den Arm geklemmt. Ich hatte mir kaum an der bestellten Tasse Kaffee den Schnabel verbrannt, da kam auch schon der Kellner wieder auf mich losgestürzt und— hing mir meine alte,„treue“ Kirmesflinte, die ich in eine entfernte dunkle Ecke gebammelt hatte, um sie dort beim Gehen hängenzulassen, höflich dienernd, an den Nebenstuhl:„Daß der Herr dann seinen Schirm nicht vergessen!“ Bleich vor Aerger, zahlte ich, und als endlich nach fast dreiviertelstündigem, geduldigem Warten mal kein Kellner mich umsegelte, ergriff ich kühn die Flucht Ohne Schirm natürlich!— Schon stand ich erlöst auf der Straße und hielt bibbernd Ausschau nach der Straßenbahn, da— stand der Kellner aus dem Café neben mir:„Ihr Schirm, mein Herr! Bittschön!“— Abermals ein Trinkgeld und wieder„schmückte“ mich das gräuliche Regendach! Verzweifelt storchte ich fürbaß.— Dann stand ich auf der Brücke und stierte, auf das Geländer gestützt, resigniert in den Strom. Wahrscheinlich begrub man mich noch mal mit der vermaledeiten Regenspritze! Himmeldonnerwetter!— Wütend stampfte ich mit dem Schirm auf. Selbstredend traf ich mit der Spitze ausgerechnet mein rechtes Hühnerauge! Da schwang ich, rasend vor Zorn Pein, das graue Regendach hoch im Bogen übers Brückengeländer, weit hinaus in den Strom!— Ich hätte mir's ersparen können, denn im selben Moment, wo ich grunzend vor Abschiedswonne den Sturz des Quälgeistes mit glänzenden Augen verfolge, schießt unter der Brücke ein Dampfer hervor und mein alter Schirm landet klatschend auf dem Deck! Selbstmurmelnd direkt zu Füßen eines guten Bekannten von mir, der mir lachend zuruft, daß er mir den„Ausreißer“ sofort zustellen würde!— Und so bin ich heute noch„glücklicher" Besitzer eines Regenschirms, der... Nein, wiehern Sie nicht; ich trage so schon schwer genug daran! Oder will mir jemand die Musflinte abnehmen? Im Zigarreuladen. (Nachdruck verboten.) Im Stadtinnern Münchens betritt ein Mann im Lodenmantel einen Zigarrenladen, und es entwickelt sich zwischen ihm und dem Verkäufer folgendes Gespräch: „Hören Sie mal, ich habe gestern eine Zigarre bei Ihnen gekauft. Können Sie sich noch erinnern?“ „Bedaure. Aber vielleicht können Sie mir sagen, wie teuer sie war.“ „Fünfzehn Pfennig.“ Der Verkäufer beeilt sich, dem Manne eine ganze Anzahl von Kisten vorzusetzen, ohne daß er die gewünschte Sorte erkennt. „Die Zigarre, die ich meine, war größer.“ Der Verkäufer holt neue Kisten herbei. „Die Größe wäre es so ungefähr“, meint der Mann,„aber dicker war sie. Abermals schleift der geplagte Verkäufer eine neue Serie Kisten herbei. „Und die Hauptsache, mein lieber Freund, dunkel war sie, ganz dunkel.“ Diesmal weiß der Verkäufer Bescheid. Er klettert auf eine Leiter und langt eine Kiste von oben herunter. Das Gesicht des Mannes im Lodenmantel strahlt. Es ist endlich die richtige Zigarre. „Das ist sie“, ruft er erfreut, das ist sie wirklich! Aber was ich sagen wollte— die hat nämlich nichts getaugt. Die geben Sie mir ja nicht wieder!" M. Hodt. Beim Tanz. „Fällt es Ihnen denn so schwer, Herr Jansen, im Takt zu bleiben?“ „Keineswegs, gnädiges Fräulein. Nur die Musik lenkt mich so ab Abschied. E Aane Er:„.: und wie es dir immer geht?“ Sie:„.. das schreib' ich!“ Er:„.. und wenn du was vergessen hast?“ Sie:„Telegraphier' ich!“ Er:„.. und wenn du Geld brauchst?“ Sie:„Dann telephonier' ich!“ Die Gymnastik. Schorsch:„Es gäbt nix, was das Läwe so verlängert wie die Schimnastik.“ Emil:„Aber unsere Vorfahren han doch gar keine gemacht und sin auch gesund gewehn.“ Schorsch:„Da kannscht du's doch grad stehn; die sind doch schun längscht all geschtorbe.“ fh. Manager:„Jieb ihm, Justav, det ihm die Pupille platzt## Läßt tief blicken. Mutter:„So willst du auf das Fest? Du hast deine Lippen wohl zu rot gefärbt.“ Tochter:„Ach, Mutter, das geht im Laufe des Abends schon wieder ab.“ Sinauuf. „Guten Tag! Ich möchte gern eine Kiste Zigarren kaufen für meinen Mann zum Geburtstage!“ „Sehr wohl, gnädige Frau! Soll es eine starke Zigarre sein 4" 2 „Ja! Ich glaube, das in wohl besser, da brück er sie 10 leicht nicht kaputt!“ Die Leiptiger=Miesse heute wir emst Der Nationalsozialismus hat die deutsche Wirtschaft aus dem inneren Zwiespalt einer vergangenen Epoche befreit. In allen Zweigen der Wirtschaft herrscht Einheit des Willens und des Zieles. Dieser geschlossenen Willens= und Schaffensfront wurde auch die Leipziger Messe eingegliedert. Zur Frühjahrsmesse 1934 erklärte sie Dr. Goebbels namens der Reichsregierung zur einzigen internationalen Messe auf deutschem Boden. Ein denkwürdiges Jahr für die Leipziger Messe, knüpft doch diese Erklärung zur Reichsmesse an eine ehrwürdige Tradition an. Schon einmal, im Jahr 1497, war sie Reichsmesse geworden, als Kaiser Maximilian l. die alten Meß= und Marktrechte Leipzigs bestatigte und ihr für seine Märkte ein Reichsmeßprivileg erteilte. Diese wertvolle kaiserliche Heraushebung setzte den Schlußstein zu der ersten Messemarkt vor dem schönen alten Rathaus großen Aufwärtsentwicklung der Leipziger Messe im Mittelalter, deren Anfänge in langst entschwundenen Zeiten der deutschen Vergangenheit zurückführen, wo trutzige Ritterburgen von stolzer Höhe herabschauten und in mauerbewehrten Städten das deutsche Handwerk seine erste Blüte erlebte. Bereits in dem Stadtbrief, den Markgraf Otto der Reiche zwischen 1156 und 1170 Leipzig verlieh, wird der Märkte, aus denen sich im Laufe der Zeit die Messe entwickelte, Erwähnung getan. Als in einer im Jahre 1268 vom damaligen Landesherrn Leipzigs, dem Markgrafen Dietrich ausgestellten Urkunde auch den fremden Kaufleuten, mit deren Landesherren er in Fehde stünde, freies Geleit zugesagt wurde, ist die Leipziger Messe, um mit einem modernen Ausdruck zu reden. international geworden. Und diesen internationalen Charakter hat sie bis heute bewahrt, mochten noch so schwere wirtschaftliche Nöte, blutige Kriege und Revolutionen über die Welt hinweggehen. Ihre vortreffliche Lage im Schnittpunkte alter, bedeutender Handelsstraßen, die die Bedarfsgebiete der ost= und nordeuropäischen Randländer mit den Zentren des gewerblichen Schaffens im Süden und Westen verbanden, tuchtige weitausschauende Kaufmannsgeschlechter machten die Leipziger Messe frühzeitig zu einem naturgegebenen Mittelpunkt des mternationalen Warenaustausches. Als im Jahre 1453 die Türken Konstantinopel eroberten und damit den Schwarzmeerhandel der Genuesen und Venetianer vernichteten, übernahm die Leipziger Messe die Aufgabe, den Warenverkehr von und nach Ost= und Südosteuropa zu vermitteln, eine Mission, die sie durch die Wirren des 30jährigen Krieges getreulich erfüllt hat und sie im 18. Jahrhundert zu einer zweiten großen Blüte als Warenmesse brachte. Ein buntes Bild bot die Leipziger Messe zur damaligen Zeit. Auf schwerfälligen, von starken Pferden gesogenen Planwagen brachten die Händler aus Polen und Rußland Felle. Häute, die Griechen und Mazedonier Spezereien, die sie gegen Tuche. Seiden und Wollwaren etwa der flandrischen Kaufleute austauschten. Oft wochenlang bewegte sich der Zug der Karren und Frachtwagen mit seinen bewaffneten Reisigen und Packknechten, bis sie durch die Tore der Stadt Leipzig einziehen konnten. Aber auch hier gab es noch kein Ausruhen von den Mühen der Reise. Zunächst ging es zur Stadtwaage, wo das Gewicht der eingeführten Waren festgestellt und der Zoll festgesetzt wurde. Dann erst durften die Ballen und Kisten in den Höfen und Buden aufgestapelt werden, wo sie während der Messe zum Verkauf auslagen. Der moderne Verkehr und die Technik haben diese Form der Messe, die Warenmesse, überflüssig gemacht. An ihre Stelle trat um die Mitte des vergangenen Jahrhunderts die Mustermesse, auf der der Fabrikant nicht mehr mit seinen Erzeugnissen selbst, sondern nur mit Mustern seiner Produktion erscheint. So wurde die Leipziger Messe der bequeme und billige Absatzvermittler der Waren, deren Muster entweder für einen Vertrieb durch Reisende zu schwerfällig sind oder deren Form und Wirkungsweise nur unvollkommen durch Bild und Beschreibung wiedergegeben werden können. Ferner erschienen seit dem Weltkriege auf der Leipziger Messe die Güter, die die deutsche Industrie seit Beginn des 20. Jahrhunderts in zunehmendem Maße exportierte, Machinen= Bau= und Werkstoffe. Die Einbeziehung dieser Produkte in den Absatzbereich der Leipziger Messe führte zum Ausbau der Großen Technischen Messe und Baumesse, die nun mit ihren vielen gigantischen Hallen zu Füßen des Völkerschlachtdenkmals eine Stadt für sich bildet. Die Leipziger Messe als Wegbereiterin des deutschen Exports mußte in der gegenwärtigen Not der deutschen Ausfuhrindustrien erneut an Bedeutung gewinnen. Diese ist bereits in der vergangenen Frühjahrsmesse, die ein voller Erfolg war, zum Ausdruck gekommen, und Exportwichtigkeit ist auch die Devise, die über der bevorstehenden Leipziger Herbstmesse 1934(26. bis 30. August) stehen wird. Gerade die in den letzten Monaten akut gewordene Rohstoffrage verlangt den Einsatz aller Kräfte, voran den der Leipziger Herbstmesse, um die für die Rohstoffbeschaffung nötigen Devisen durch Exportsteigerung hereinzubringen. Die Festigung und Fortführung der Binnenmarkt=Belebung, die wichtigste Aufgabe der Leipziger Herbstmesse, würde also durch einen exportwirtschaftlichen Erfolg wesentliche zusätzliche Antriebe erhalten. Die sich langsam anbahnende Besserung der Wirtschaftslage in wichtigen europäischen Abnehmerstaaten lassen einen Zustrom ausländischer Einkäufer, besonders aus den alten Exportländern, die ihren Fertigwarenbedarf gern auf der Leipziger Messe gedeckt haben, wie Holland. Skandinavien, den baltischen Randstaaten, erwarten, und die von der Reichsbahn ausländischen Kaufleuten auf allen reichsdeutschen Strecken gewährte 60prozentige Fahrpreis rmäßigung wird den Anreiz zu einer Orientierungsfahrt nach Leipzig noch erhöhen. Die exportwerberische Kraft der Leipziger Herbstmesse wird dadurch besonders unterstrichen, daß der hanseatische Exporthandel die Gelegenheit ergreift, auf der LeipzigerHerbst=Messe die deutsche Industrie noch mehr als bisher auf die Exportmöglichkeiten über Hamburg und Bremen hinzuweisen. In dieser Zusammenarbeit zwischen der Leipziger Messe und dem Exporthandel der Wasserkante kommt sinnfällig die eingangs festgestellte Einheit des Willens Zieles zum Ausdruck, die Grundzug nationalsozialistischen Handelns und Strebens in der deutschen Wirtschaft ist. Die richtige Lungung Das Ziel der Herbstbestellung. Von den Maßnahmen bei der Herbstbestellung müssen diejenigen, die am meisten zur Ertragssteigerung beitragen, am sorgfältigsten durchgeführt werden. Beste Bodenbearbeitung sowie Verwendung einwandfreien gebeizten Saatgutes, und nicht zuletzt die Nährstoffversorgung stehen bei Ein Messetag vor 100 Jahren diesem Beginnen mit an erster Stelle. Ohne Nährstoffe vermögen die Pflanzen nicht zu leben! Da der Nährstoffvorrat des Bodens jedoch sehr begrenzt ist, müssen Wirtschaftsund Handelsdünger zu Hilfe genommen werden, um den Nährungsbedarf der Kulturpflanzen zu decken. Bei der Wahl der Düngemittel gilt es aber, mit aller Sachkenntnis zu Werke zu gehen, denn nur mit ihrer Hilfe können Höchsternten, die auch in qualitativer Hinsicht befriedigen, gewonnen werden. Man wähle die Handelsdünger daher so daß die jungen Getreidepflanzen jeden Nährstoff in der ihnen zusagenden Menge und Form vorfinden. Nur dann sind sie gekräftigt und können den Unbilden der Witterung Trotz bieten. Von der sachgemäßen Düngung hängt nämlich auch die Aehrenentwicklung ab, deren Anlage bereits vor Eintritt des Winters gebildet wird. Dabei ist neben dem meist fehlenden Kalk ganz besonders der Phosphorsäurearmut unserer Böden zu gedenken, da die Phosphorsäure es ist, die einen vollen Kornansatz erst ermöglicht. Je leicht löslicher diese ist, desto besser ist für die Aehren= und Kornentwicklung gesorgt! Darum fördert der erfahrene Praktiker das Wachstum der Pflanzen und die Ausbildung der Aehren und Körner durch angemessene Gaben wasserlöslicher Phosphorsäure. Gleichzeitig hat er dann auch die Gewißheit, raß die Getreidehalme die nötige Festigkeit erlangen und demzufolge weniger Lagerkorn bilden. Mit 1,5 Zentner Superphosphat auf den Morgen, dem auch die anderen Nährstoffe, wie Stickstoff und Kali nicht fehlen dürfen, trägt man dieser grundlegenden Forderung am ehesten Rechnung Der nicht unerhebliche Zeitverlust, der das Anfahren, Mischen und Ausstreuen der verschiedenen Handelsdünger verursacht, läßt sich vermeiden, wenn man statt der Einzeldünger Volldünger anwendet. Auch Düngungsfehlern, wie sie leider selbst heute noch an der Tagesordnung sind, beugt man dadurch vor, so daß eine gleichmäßige Ernährung sichergestellt ist. In dieser Beziehung sind ganz besonders die Am=Sup=Ka=Volldünger für den Landmann von Vorteil, da ihm hierin für alle Verhältnisse passende Nährstoffzusammensetzungen zur Verfügung stehen. So wird man im Herbst zu Roggen und Wintergerste eine Am=Sup=Ka=Sorte mit 8 Prozent Stickstoff, 8 Prozent Phosphorsäure und 8 Prozent Kali, 3 bis 5 Doppelzentner je Hektar, zu Weizen dagegen 7 Prozent Stickstoff, 7 Prozent Phosphorsäure und 10 Prozent Kali, 4 bis 6 Doppelzentner je Hektar, geben Eine etwaige erforderliche Stickstoff=Kopfdüngung im Frühjahr kann dann in Form von schnellwirkendem SalpeterStickstoff bei Erwachen der Vegetation noch gegeben werden da Eine der hauptstraßen in vollem Messeschmuck