Die„Schwerter Zeitung“ erscheint wöchentlich sechs mal. Bezugspreis wöchentl. 45 Pfg.(einschl. Trägerlohn). Einzelnummer 10 Pfg. Geschäftsstelle Gr. Marktstraße 3—5. Postscheckkonten: Dortmund 2852 und Hannover 21874. Verantwortlich. Hauptschriftleiter: Heinz Friedrich Kamecke. Verantwortl. für d. gesamt. Texteil: Heinz Friedrich Kamecke. Für den Anzeigenteil: Hans Linner; sämtlich in Schwerte. Druck u. Verlag: Carl Braus. Schwerte.— D. A. VII/34; 1700 Heimatblatt Einzige in Schwerte gedruckte Tages=Zeitung Anzeigenpreise: Für die sechsgespaltene Millimeterzeile(46 mmn breit) 6 Pfg. Familien=, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4 Pfg. Reklame: Millimeterzeile 20 Pfg. Nachlässe nach Tarif 9 a. Für telefon. aufgegeb. Inserate übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorhergeseh. Betriebsstörung., hervorgerufen durch höh. Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr, für pünktl. Erscheinen d. Leitung u. kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erhoben werden. Tageblatt für die Stadt Schwerte und vas Am Westhofen S Kreisblalt für den nördlichen Leit des Landtreises Iserlohn Nr. 193 Schwerte(Kuhr), Montag, den 20. August 1934 67. Jahrgang zurscheinng auttsfeinan Fahtur Aberwältigender Verlauf des Abstimmungstages- Begeisterung sondergleichen- Riesige Wahlbeteiligung Dus Hou Der Verlauf der Volksabstimmung im Reich Die bis zum Sonntagnachmittag aus allen Teilen des Reiches eingegangenen Berichte besagen übereinstimmend, daß der Andrang zu den Wahllokalen bereits in frühester Morgenstunde außerordentlich stark einsetzte, so daß bis zur Mittagsstunde fast überall 70 bis 80 v. H. der Wahlberechtigten bereits ihre Stimme abgegeben hatten. Im einzelnen liegen folgende Bezichte vor: Im Kuhrgebiet Essen: Ueberall in den Städten und Ortschaften an Ruhr und Niederrhein dasselbe Bild einmütiger Geschlossenheit, stärkste Beflaggung der Straßen und Häuser, riesige Transparente und Bilder des Führers. Eine Rundfrage ergibt, daß schon in der Mittagszeit rund 70 v. H, der Stimmberechtigten an der Wahlurne gewesen sind. Die Arbeiter der Stirn und der Faust tun ihre Pflicht in freudiger Selbstverständlichkeit. Die Straßen hallen wider von Gesang und Musik. Alle Kraftwagenbesitzer haben sich zur Verfügung gestellt, um auch den Körperbehinderten die Möglichkeit zur Abstimmung zu geben. Dortmund: In Groß=Dortmund war die Beteiligung an der Abstimmung schon in den Vormittagsstunden sehr rege. Viele Schwerkriegsbeschädigte wurden von hilfsbereiten Kameraden und Freunden zu den Wahllokalen geleitet. Die Stadt prangt im reichsten Flaggenschmuck. Selbst im Norden Dortmunds, der früher eine Hochburg der Sozialdemokraten und Kommunisten war, ist kein Haus ohne Fahne. Am Rhein Köln: Die alte Domstadt am Rhein bietet ein festliches Bild. Die ganze Stadt ist in ein Flaggenmeer getaucht. An verschiedenen Brennpunkten sind große Broncebüsten des Führers ausgestellt, umgeben von Lorbeerbäumen und frischem Grün. Ueberall klangen in den frühen Morgenstunden lustige Marschweisen durch die Straßen. Schnell belebte sich das Straßenbild. Schon von der ersten Wahlstunde an war die Abstimmungstätigkeit außerordentlich rege. Bereits gegen 10 Uhr hatten in vielen Bezirken schon 50 v. H. der Abstimmungsberechtigten ihre Stimme abgegeben. Beängstigend stark wurde der Andrang zu den Abstimmungslokalen besonders nach der Hauptkirchgangszeit, so vor allem in den Abstimmungslokalen der Frauen, die bekanntlich in Köln gesondert wählen. Auf dem Hauptbahnhof traf am Sonntag früh ein Sonderzug mit den Angehörigen der deutschen Kolonie in Brüssel ein, die in Köln ihr Stimmrecht ausübten und dann die Stadt besichtigten. In Aachen wird das Straßenbild deherrscht von holländischen Kraftwagen und Kraftomnibussen, die Tausende von Deutschen aus dem benachbarten Holland zur Abstimmung bringen. Am Nachmittag kam der Sonderzug, der die deutsche Kolonie in Antwerpen nach Aachen brachte. Aus Koblenz wird gemeldet, daß dort bis zur Mittagszeit vielleicht schon 75 bis 80 v. H. der Abstimmungsberechtigten ihre Stimme abgegeben hatten. Niedersachsen Hannover: In ganz Niedersachsen herrscht freudigste Stimmung. Aus allen Orten wird außerordentliche starke Wahlbeteiligung gemeldet. In Peine, der Stadt der großen Eisenhütten und des Walzwerks, gab Reichsminister Kerrl, der die Nacht zum Sonntag in seiner Heimatstadt verbrachte, seine Stimme in seinem alten Wahllokal ab. Bremen: Die alte Hansestadt leitete den Abstimmungstag mit einem viertelstündigen Glockengeläut ein. Schon um 8 Uhr früh standen die Volksgenossen vor einzelnen Wahllokalen Schlange. Aus allen Kreisen des Gaues Weser=Ems laufen Meldungen von starker Wahlbeteiligung ein. Das gleiche wird aus den nördlich von Hannover gelegenen Landkreisen gemeldet. Trotzdem dort die Gehöfte oft viele Kilometer auseinanderliegen und die Bevölkerung einen langen Anmarschweg bis zum nächsten Wahllokal zu bewältigen hat, beteiligte sie sich geschlossen an der Abstimmung. Auch Braunschweig berichtet über großen Andrang der Abstimmungsberechtigten. In der Stadt wie auf dem Lande standen die Volksgenossen oftin langen Reihen, bevor sie ihren Stimmzettel abgeben konnten. Vor den Wahllokalen sieht man häufig das Bild des Führers, von frischem Grün umrahmt, flankiert von SA=Männern. In der Nordmark Hamburg: Hamburg steht noch ganz unter dem gewaltigen Eindruck des Führerbesuches. Der Führer und Kanzler des deutschen Volkes hat sich durch seine Anwesenheit auch die Herzen der wenigen noch abseits Stehenden im Sturm erobert. Die ungeheure Begeisterung, die am Freitag die ganze Stadt überschwemmte, ist keineswegs abgeebbt. Ueberall herrscht festliche Stimmung. Es ist, als weile der Führer noch in den Mauern der alten Hansestadt. Am Vorabend sammelte sich die Bevölkerung nochmals um die Lautsprecher, um erneut die Stimme des Führers zu hören, während die Straßenfronten überall in festlichem Kerzenschein erstrahlten. So hatten die große Hafen= und Hansestadt des Deutschen Reiches, das Tor zur Welt, eigentlich bereits vor dem Abstimmungstag ihr einstimmiges und begeistertes„Ja“ für den Führer abgegeben, und was heute geschieht, ist nur noch die eindrucksvolle Bestätigung des Ja-Wortes mit dem Stimmzettel. Dank der vorzüglichen Organisation wickelte sich das überaus lebhafte Abstimmungsgeschäft schnell und glatt ab. Wie in Hamburg, so war auch die Wahlbeteiligung in der ganzen Nordmark äußerst stark. Besonders aus den BaDer Fahrer aller Seutschen c deorten Schleswig=Holstein, vor allem aus Westerland auf Sylt und aus Travemünde wird rege Abstimmungsbeteiligung mit Stimmscheinen gemeldet. Ebenso ist der Wahldienst auf allen Fernbahnhöfen äußerst lebhaft. Kiel: Die durchfahrenden deutschen Seeleute haben sich Mann für Mann, ohne Ausnahme, an der Volksabstimmung beteiligt. Das war die freudige Antwort, die man am frühen Nachmittag im Seemannswahllokal auf der Mittelmauer der gewaltigen Holtenauer Schleuse bei Kiel, am Eingang des Nord-Ostsee=Kanals, erhielt. Dieses Wahllokal, das nur für die durchfahrenden deutschen Seeleute eingerichtet ist, ist bereits seit dem Nachmittag des 18. August geöffnet. Mit leuchtenden Augen treten die Besatzungen der durchschleusenden Schiffe an und geben ihre Stimme ab. Nicht weniger als 2700 deutsche Seeleute stimmten bis mittags 13 Uhr hier ab, 100prozentig, ein Ergebnis, wie es noch nie erreicht wurde. An der Ostseeküste Stettin: Mit dem Glockenschlag 8 Uhr setzte am Sonntag sofort starker Andrang zu den Abstimmungslokalen ein. In den Badeorten ist die Beteiligung der Badegäste gleichfalls außerordentlich stark. In Swinemünde hatten bis 13 Uhr schon 70 v. H. der Stimmberechtigten ihre Stimme abgegeben. In den Universitätskliniken in Greifswald ist die Wahlhandlung bereits abgeschlossen. Sämtliche Stimmberechtigte haben ihr „Ja“ abgegeben. Schwerin: Bis 12 Uhr waren in vielen Abstimmungslokalen schon bis zu 75 v. H. aller Stimmen abgegeben. HI.=Abteilungen marschieren durch die Straßen, um durch Sprechchöre nochmals auf die Bedeutung der Abstimmung hinzuweisen. Ostpreußen Königsberg: Die Messestadt Königsberg ist in ein einziges Fahnenmeer gehüllt. Das Leben und Treiben in den Straßen ist außerordentlich groß. Besonders großer Andrang zu den Abstimmungslokalen herrscht auf dem Messegelände und auf dem Hauptbahnhof. In den Ortschaften in der Provinz hatten bis zum Mittag vielfach schon sämtliche Stimmberechtigte ihrer Abstimmungspflicht genügt. Im Krankenhaus Bartenstein stimmten alle 75 Wahlberechtigten mit Ja. In Schlesien Breslau: In Breslau veranstalteten am Abstimmungstage zahlreiche Formationen in den frühen Morgenstunden Propagandamärsche. Girlanden und Spruchbänder sind über die Straßen gespannt. Die Abstimmungslokale waren zum Teil mit Blumen geschmückt. Gegen Mittag marschierten die Standarten der SA-Brigade Breslau auf dem Schloßplatz zu einem Appell auf. Die Beteiligung an der Abstimmung ist sehr stark. In Görlitz veranstaltete die RSKOV. eine Kundgebung, zu der die Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen in drei großen Zügen aufmarschierten. Gegen 11 Uhr erschien in einem Wahllokal der Südstadt die älteste Einwohnerin von Görlitz, die 99jährige Witwe Elisabeth Schreiber, die mit freudiger Begeisterung ihre Stimme für Hitler abgab. Auch aus der Grafschaft Glaß wird gemeldet, daß dort die Kriegsverletzten und Hinterbliebenen unter Vorantritt eines Spielmannzuges geschlossen zum Abstimmungslokal zogen, um als erste ihre Stimmen für den Führer abzugeben. Gleiwitz: In ganz Oberschlesten ist die Beteiligung an der Volksabstimmung sehr lebhaft. In einem Gleiwitzer Wahllokal gab am Sonntagfrüh als erster ein Reichsdeutscher aus Wien seine Stimme für den Führer ab. In Beuthen, der von Ostoberschlesien am bequemsten zu erreichenden Stadt des Reiches, fanden n# her, is am Vormittag zahlreiche Reichsdeutschvon jenseits der Grenze ein, um ihre Stimme abzugeben. Das deutsche Generalkonsulat in Kattowit hatte rund 3200 Stimmscheine ausgegeben. Der Schluß der Ausgabe von Stimmscheinen wurde vom Generalkonsulet auf Sonntag mittag 12 Uhr festgesetzt, um auch den Reichsdeutschen aus dem Bielitzer Bezirk die Teilnahme an der Abstimmung zu erleichtern. Im Waldenburger Bergland setzte sofort nach Eröffnung der Abstimmungslokale reger Betrieb ein. In mehreren Gemeinden wurde schon am Vormittog eine rege Beteiligung von 70 v. H. festgestellt. Sachsen Dresden: Der Abstimmungssonntog wurde in ganz Sachsen wie ein großer Festtag begangen. Ueder Nacht ist die Ausschmückung der Häuser und Straßen noch vermehrt worden. Viele wahlberechigte Perionen, darunter auch die Kriegsopfer, zogen in zahlreichen Orten schon am Vormittag zur Abstimmung. Alle Berkehrsmittel sind in den Dienst der großen Sache gestellt. Die Reisezeit macht sich in der großen Zahl von Wahlcheinen bemerkbar, von denen allein in den vier Städten Dresden, Leipzig, Chemnitz und Plauen über 130000 ausgestellt wurden. Bereits um 12 Uhr mittags wurde aus zwei kleineren sächsischen Orten eine Wahlbeteiligung von 100 vom Hundert gemeldet. Halle: Im Regierungsbezirk Merseburg setzte überall schon kurz nach 8 Uhr stärkster Abstimmungsbetrieb ein. Freude liegt auf allen Gesichtern. Viele Verbände marschierten geschlossen zur Wahlurne. Alle Eisenbahnzüge, auch die Güterzüge, sind mit Wahlausschriften und Plakaten versehen, in denen zum„Ja“ zum Führer aufgefordert wird. Thüringen Erfurt: In Thüringen erreichte der Werbefeldzug für das„Ja“ des 19. August am Vorabend des Abstimmungstages noch einmal einen eindrucksvollen Höhepunkt. SA. SS und andere Verbände marschierten mit Fockeln durch die Straßen. Ein großes Wecken leitete in vielen Orten den Abstimmungstag ein. Der keise-Stimmschein des Führers den er sich ausstellen ließ, de er am Abstimmungstage nicht an seinem offiziellen Wohnort weilte. De dis Ainlkster wähtten Berlin am Tage der Volksbefragung Süddeutschland München: Der Führer rief, und alle, alle kamen! Das ist der große Eindruck vom Abstimmungstag in der bayerischen Landeshauptstadt. Alle kamen im Bewußtsein der Bedeutung des Tages und mit dem Willen, dem Führer die Machtmittel in die Hand zu geben, die er zur Lösung seiner gewaltigen weltgeschichtlichen Aufgaben nötig hat. Die Eingänge zu den Wahllokalen sind mit Tannenbäumen und mit dem Bild des Führers geschmückt. Schon in der ersten Abstimmungsstunde genügten Tausende und Abertausende ihrer staatsbürgerlichen Pflicht. betrieb herrscht auch im Wahllokal am Münchener Hauptbahnhof. 13 Zellen und drei Wahlurnen standen bereit, so daß sich das Wahlgeschäft trotz der außerordentlichen Anforderungen reibungslos abwickelte. U. a. sah man Tausende von Volksgenossen, die ihren Urlaub mit der RSG „Kraft durch Freude" im Oberland zugebracht hatten, und die sich nun am Sonntag in München zur Rückfahrt sammelten. Während am 12. November vorigen Jahres im Münchener Hauptbahnhof etwa 5000 Reisende ihrer Wahlpflicht genügten, waren es heute, gegen 10 Uhr vormittags, fast doppelt soviel. Mit lebhaftem Interesse verfolgten die zahlreichen Ausflügler, in der Hauptsache Engländer und Amerikaner, die Wahl. In großen Kolonnen wanderten sie von Wahllokal zu Wahllokol, um sich selbst zu überzeugen, wie sich das deutsche Volk zum Führer dekennt. Karlsruhe: Böllerschüsse und Marschweisen kündeten der Bevölkerung der badischen Landeshauptstadt, die in reichem Flaggenschmuck prangt, den Anbruch des Abstimmungstages an. Hier standen die Wahlberechtigten in den ersten Abstimmungsstunden infolge des starken Andranges Schlange. Auch aus den übrigen Städten und Gemeinden Badens wird stärkste Wahlbeteiligung gemeldet. Frankfurt am Main: Ueberall flattern die Fahnen des neuen Deutschland lustig im Winde. SA=Kapellen veranstalten auf verschiedenen Plätzen Konzerte. Ununterbrochen strömen die Wahlberechtigten zur Urne. Ununterbrochen fahren Kraftwagen des RSKK=Helferdienstes durch die Stadt, um alte, gebrechliche Leute, die nicht versäumen wollten, dem Führer ihre Stimme zu geben, in die Wahllokale zu bringen. Kurz noch 11 Uhr liefen auch im Bahnhof zwei Sonderzüge der RSc„Kraft durch Freude“ ein. Der eine Zug enthielt die Teilnehmer der Nordlandreise des Dampfers„Monte Oliva“. Mit freudigen, sonnengebräunten Gesichtern begaben sich alle Teilnehmer, ebenso wie die Insassen des anderen Zuges, der aus Norderney kam, sofort zum Bahnhofs=Wahllokal. In Darmstadt und in den Luftkurorten längs der Bergstraße und im Odenwald waren die Bereits um 8 Uhr früh war die Reichs hauptstadt, die fonst zu dieser sonntäglichen Morgenstunde noch sehr still zu sein pflegt, von betriebsamem Leben erfüllt. Ueberall sah man die Wahlberechtigten auf dem Wege zu den über die ganze Stadt planmäßig verteilten Abstimmungslokalen, wo sich bald größere Menschenmengen stauten, die ihrer Wahlpflicht möglichst rechtzeitig genügen wollten. Auch in den Fernbahnhöfen herrschte zeitweise, wenn die DZüge eintrafen, ein reger Wahlbetrieb der Reisenden, die hier mit Stimmscheinen ihrer Wahlpflicht Genüge leisteten. Wohl kaum ein Abstimmungslokal war so umlagert, wie das Kaffee Rudlofs in der Kanonierstraße, das schon seit Jahren den in Berlin anwefenden Reichsministern zum Wahllokal dient. Kurz nach 8 Uhr erschien Reichsminister Dr. Goebbels, mit stürmischen Heikrufen begrüßt. Umgeben von einigen ihn begleitenden SS=Männern, gab der Reichsminister ven Briefumschlag ab. Die gleiche stürmische Begrüßung wie Reichsminister Dr. Goebvels wurde auch dem Reichsinnenminister Dr. Frick zuteil, der in Begleitung seiner Gattin gegen ½11 Uhr ebenfalls im Kaffee Rudloff erschien und seine Stimme abgab. Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, ging in München zur Wahlurne. Ministerpräsident Göring weilte auch noch auf seiner Besitzung bei Berchtesgaden. Reichsaußenminister Freiherr von Reurath stimmte von seinem Gut Leinfaden in Württemberg aus ab. Der Reichsverkehrs= und Postminister von Eltz von Rübenach, der sich zur Zeit auf der Insel Jnist aufhält, ging dort zur Wahl, während Reichserziehungsminister Rust, der im Anschluß an seine Wahlreise einen kurzen Erholungsurlaub angetreten hat, in der Provinz abstimmte. Reichsbankpräsident Dr. Schacht, der augenblicklich die Geschäfte des erkrankten Reichswirtschaftsministers Dr. Schmitt führt, weilte am Sonntag auf seinem Gute Gühlen in der Nähe von Rheinberg, wo er am Vormittag gegen 11 Uhr seine Stimme abgab. Die Reichsminister Seldte und Dr. Gürtner hatten sich Stimmscheine besorgt. Reichsbischof Ludwig Müller gab seine Stimme um ½10 Uhr in den Zelten“ ab. Besonders reges Leben herrschte im Regie rungsviertel. Die Linden, vor allem aber die Wilhelmstraße und Wilhelmsplatz, waren zeit. weise schwarz von Menschen. Die Tausende von auswärtigen Besuchern der Funkausstellung, die hier in größeren Trupps spazierten, benutzten ihre freie Zeit, um den historischen Stätten deutscher Geschichte einen Besuch abzustatten und um womöglich eine der führenden Persönlichkeiten oder gar den Führer selbst einmal sehen zu könP Reichskanzle! und dem Fenster des Zimmers bewegte. Hände hoben sich: „Deutschland, Deutschkand über alles“ ertönt, aber— es war doch eine Täuschung; das Fenster blieb verschlossen. Andermal setzten die Sprechchöre ein:„1, 2, 3, 4, 5 bis 10, wir wollen unsern Führer sehn!“ Händeklatschen, Heilruse. Immer und immer wieder drausendes Heil im Wechsel mit Sprechchören und Gesang. Kurz vor ½1 Uhr aber plötzlich und unerwartet erscheint am Fenster im ersten Stock: der Führer!— Ein Sturm nicht endenwollender Begeisterung bricht los. Donnernd klingen die Heikrufe zum Fenster hinauf. Immer und immer wieder winkte der Führer. Machtvoll klang das Deutschlandlied und das Horst=Wessel=Lied über den Platz. Die Kundgebungen für den Führer nahmen in den Nachmittagsstunden Formen an, wie sie noch nie erlebt wurden. Ein einziges wogendes Menschenmeer steht auf dem Wilhelmsplatz vor der Reichskanzlei und vor dem Propagandaministerium. Die Polizei hat Mühe, die begeisterte Menge zurückzuhalten. Gegen ½3 Uhr erschien der Führer abermals am offenen Fenster. Sofort brandeten ununterbrochen Heilrufe hoch. Der Führer dankte tiefergriffen seinen Volksgenossen für die Huldigungen. Kaum waren die Fenster wieder geschlossen; da setzten die Heilrufe von neuem ein. Gegen ½4 Uhr zeigten sich der Führer und mit ihm Reichsminister Dr. Goebbels erneut am Fenster. Einige Frauen, denen es gelungen war, bis in die vordersten Reihen vorzudringen, streckten dem Führer große Blumensträuße entgegen. Durch eine Handbewegung forderte der Führer die Frauen auf, die Reichskanzlei zu betreten, um ihre Blumen überreichen zu können. Voll Stolz betraten sie die stillen Räume der Reichskanzlei. Wie der Stab des Führers wählte Der Führer hat diesmal an der Volksabstimmung naturgemäß nicht teilgenommen, dagegen hat der ganze Stab des Führers Sonntagnachmittag geschlossen in dem Wahllokal in der Taubenstraße seine Stimme abgegeben. Der erste Adjutant des Führers, SA-Gruppenführer Brückner, der Reichspressechef der RSDAP, SS=Gruppenführer Dr. Dietrich, der zweite Adjutant des Führers, SS=Oberführer Schaub, der Pilot des Führers, Flugkapitän und SS=Standartenführer Baur mit seinen beiden Helfern, sowie der Photograph Hoffmann begaben sich gemeinsam an die Wahlurne. Die engeren Mitarbeiter des Führers wurden von der Bevölkerung sofort erkannt und lebhaft begrüßt. Einstimmiges„Ja“ in Nendeck Auf dem Stammsitz Hindenburgs in Neudeck hatten bereits gegen Mittag sämtliche Wahlberechtigten ihre Stimmen abgegeben. Alle 96 Wahlberechtigten stimmten mit„Ja“ für Adolf Hitler. Pflichttreue bis in den Tod In Regensburg ereignete sich am Abstimmungssonntag ein ergreisender Vorfall. Eine im Sterben liegende Frau verlangte noch, ihre Stimme abgeben zu können. Sie machte von ihrem Wahlrecht Gebrauch; kurze Zeit später verschied sie. Estlands Reichsdeutsche stehen zum Führer Die Reichsdeutschen Estlands stimmten an Bord des Dampfers„Rabe“, der zum Zweck der Wahl sich von Reval in neutralische Gewässer des Finnischen Meerbusens begeben hatte. Die Wahlfahrt war vom prächtigsten Wetter begünstigt. Das Schiff hatte Flaggenschmuck angelegt. Unter den Reichsdeutschen Estlands herrschte die freudigste Stimmung, die sich noch steigerte, als der deutsche Geschäftsträger Freiherr von Dörnberg das Wahlresultat bekanntgab. Von 341 Sitmmen waren 333 Ja=Stimmen, sieben Nein=Stimmen und eine ungültige Stimme. Freiherr von Dörnberg stellte fest, dieses Ergebnis zeige, daß die reichsdeutsche Kolonie Estlands geschloffen hinter dem Führer steht. Jubelnd brachen die auf dem Vordeck versammelten Wähler in das Sieg=Heil auf den Führer aus. Dann schallte über den Fin nischen Meerbusen das Deutschland= und das Horst=Wessel=Lied. Tirutesphateneulten.„Aiultkel In der Nacht zum Sonntag in einem südfkawischen Dorfe und Sportvereine dokumentierten durch schlossene Frühwahl ihre Verbundenheit und Dankbarkeit für Adolf Hitler. Turneine Kassel: In der bis 13 In hessen-Rassan der Provinzhauptstadt Kassel hatten Uhr kurchschnittlich 75 v. H. der Wahlberechtigten ihrer Wahlpflicht genügt, während auf dem Lande bereits um Mittag vielfach alle Stimmen abgegeben waren. Die Bewohner verschiedener Häuserdlocks marschierten geschlosson zu den Wahllokalen. nen. Vor der Reichslauzke“, und den Propagandaministerium aber stau ten sich die Massen. Stundenlang stand die Menge Kopf an Kopf. Ein größeres Polizeiaufgebot mußte bald mit Seilen, die die Bürgersteige entlang gespannt wurden, die notwendigen Absperrungsmaßnahmen vornehmen. Immer wieder klangen stürmische Heilrufe zu den Fenstern der Reichskanzlei auf, spontan wurden abwechselnd das Horst=Wessel=und Deutschland=Lied gesungen, lautes Händeklatschen ertönte. Jeden erfüllte die stille Erwartung, daß diese begeisterten Ovationen doch noch den Führer ans Fenster rusen würden. Der Führer am Feusler der Reichskanzlei Der belgische Gelehrte Max Cosyns, der als Mitarbeiter von Professor Piccard bekanntgeworden ist, ist am Sonnabend früh um 6,19 Uhr in Hour=Havenne in der Nähe von Dinant mit seinem Stratosphärenballon zum dritten belgischen Stratosphärenflug aufgestiegen. Die Familien der beiden Stratosphärenflieger Cosyns und van der Elst blieben bis gegen 5,15 Uhr auf dem Platz und nahmen dann von den beiden Forschern Abschied. Um 6,19 Uhr erfolgte der Aufstieg. Cosyns rief:„Auf Wiedersehen“ und sodann„Loslassen". Die anwesende Menge brach in begeisterte Rufe aus, und der Ballon erhob sich senkrecht in den klaren Morgenhimmel. Der Ballon, der wie eine riesige Birne ausfieht, wandte sich zunächst nach Osten, dann nach Südosten und schließlich noch Süden. ES=Aufe! Um 13,55 Uhr am Sonnabend wurden von tschechoslowakischen Kurzwellenamateuren die Zeichen SOS mit dem Zusatz B 9 aufgefangen. Die Zeichen wurden immer schwächer und hörten schließlich ganz auf. Die Prager Nachmittagsblätter sprechen die Vermutung aus, daß es sich um den belgischen Stratosphärendallon handeln Bante. Ueber dem Wolfgangsee gesichtet Am späten Nachmittag flog der Ballon über St. Gilgen am Wolfgangsee und wurde über Bad Aufsee in 2500 bis 3000 m Höhe gesichtet. Um 18.20 Uhr ist der Ballon in großer Höhe über Trosaiach(Steiermark) gesichtet worden. Er fliegt langsam in der Richtung Graz. Um 19 Uhr wurde Graz in der Steiermark in südöstlicher Richtung in einer Höhe von etwa 3000 m überflogen. Der Ballon bot in der Abendsonne den prächtigen Anblick eines großen, flimmernden Sternes. In den Sonnabendabendstunden war der Bollon bei Morburg über südslawisches GeUm 19,30 Uhr# sehen!— Andere: Wir können nicht zum gehen, eh' wir nicht unsern Führer seDo schlen us, eis ob sich bis 8. biet x ugr besand sich der Ballon jenseito der Mur. In B#bslawien ## in der Oommatt kr Cosyns unmittelbar vor dem Abflug der Nähe von Murste Soboto in Südslewien landet. Professor Cofyns und sein Assistent befinden sich wohl. Zu der Landung wird noch bekannt, daß sich die Landestelle auf der sogenannten Murinsel befindet, die in der Dreiländerecke Südslawien=Oester= reich=Ungarn liegt. Die Landung erfolgte um 21 Uhr und volzog sich glatt, E.Fggen nur eine Stunde länger in der Luft geotieben, als sie ursprünglich beabsichtigt hatten. richt von der Landung wurde erst am Sonntag gegen Mittag in Belgrad bekannt, da das Dorf Zenavlje auf der Murinsel über keine telegragaihie weoden wihte. — — Nr. 193(Zweites Blatt) „Schwerter Zeitung“ Montag, 20. August 1934 4 Schwerte(Ruhr). Montag den 20. August 1934 Cagesspruch Benutze redlich deine Zeit! Willst was begreifen, suchs nicht weit. Goethe. Ggr Sech Schwerte fest in der Treue zu Führer Mit 96% Jastimmen weit über dem Reichsdurchschnitt. Schwerte, 20. Aug. Nach dem Auftakt am Freitagabend setzte am Samstagnachmittag u. am Vorabend zum Tag der großen Volksabstimmung in Schwerte eine Wahlpropaganda ein, wie wir sie bisher kaum erlebt haben. Der Marinesturm stellte sein selbsterbautes Motorboot in wirkungsvoller Weise in den Dienst der Wahlagitation. Das Boot, das 25 Mann Besatzung aufnehmen kann, war über die Toppen mit Hakenkreuzflaggen geflagt. Es lag auf einem Flachwagen, der von zwei geschmückten Pferden gezogen wurde. Ein SAMann saß am Steuer, an Back= und Steuerbord wurde durch Inschriften zum Ja=Wort aufgefordert. Sturmführer Dr. Dinger führte diese Wahldemonstration, die in der Zeit von 3—5 Uhr in den Straßen unserer Stadt bei der Bevölkerung viel Beachtung fand, an. Das auf der Schwerter Werft gebaute„Schiff“. wurde anschließend in Westhofen vom Stapel gelassen. Am Sonntag stellte sich das Motorboot gleich in den Schleppdienst. Durch einen Außenbord=Motor schnell vorwärts getrieben, brachte es alle die Paddler, die an der Ruhr lagen, heran. Propagandaleiter Rau hatte es in der Kürze der Vorbereitungszeit fertig gebracht, daß im ganzen Stadtgebiet Wahlplakate, Transparente und Aufschriften angebracht waren. Eine Schar SA=Männer trug riesige auf Sperrholz aufgezogene Wahlplakate durch alle Straßen. Die Stadt selbst prangte im reichsten Flaggenschmuck. In vielen Schaufenstern unserer Geschäftsleute hing das Bild unseres Führers mit dem„Ja“. Unserer früherer Postdirektor Neubert hatte wieder einen besonders schönen Einfall gehabt. Wer die Bahnhofstraße entlang ging, konnte feststellen, daß im Neubert'schen Garten auf der hakenkreuzgeschmückten Weltkugel ein Wahlplakat aufgestellt war, welches den Führer in brauner Uniform zeigte. Unser stadtbekannter Mitbürger hatte sich die Mühe gemacht, das sotografische Bild des Führers zu kolorieren, das Koppelschloß war vergoldet, ja selbst den Gesichtern der den Führer umstehenden Menschen hatte er Farbe gegeben. Abends um 8 Uhr marschierte ein SonderKommando der SA. durch das ganze Gebiet der Ortsgruppe und blieb auf allen öffentlichen Plätzen und wichtigen Verkehrspunkten stehen. Bei„Abteilung Halt' löste sich der Trupp auf und bildete einen Halbkreis mit dem Gesicht zum Kommandoführer. Nach dreimaligem langen Trommelwirbel(Scharführer Kramer) trat der Kommandoführer(Rottenführer Kamecke) in den Halbkreis seines Kommandos, öffnete, wie es bei einer Kriegserklärung gemacht wird, eine Akte und verlas eine Proklamation, die ein Bekenntnis zum Führer war. In Schwerte wurde diese Proklamation, die für die Bevölkerung überraschend kam, 14 Mal verlesen. Kurz vor 10 Uhr war diese Aktion beendet. Da an einigen Stellen von staatsfeindlichen Elementen versucht worden war, Plakate abzureißen, war eine erhöhte Einsatzbereitschaft die Nacht über notwendig. Wie bisher festgestellt werden konnte, sind an einigen Stellen z. B. in der Großen Marktstraße bei zwei Häusern von dunklen Elementen die Fahnenstangen in der Nacht zerbrochen worden. Der Führer hat sa in seiner letzten Rede durckblicken lassen, daß es immer noch Narren in Deutschland gibt. Früh morgens in der Sonntagsfrühe war großes Wecken. Der Musikzug der Standarte 329 mit Spielmannszug zog durch die Straßen Unserer Stadt. Die Hitler=Jugend trat von 7 bis 8 Uhr mit Sprechchören auf. Die Kriegsopfer marschierten wieder als erste geschlossen unter Vorantritt ihres eigenen Spielmannsduges zu den einzelnen Wahllokalen. Schon in den Vormittagsstunden war eine rege Wahlbeteiligung festzustellen. Bis zum Mittag war bereits über 50 Prozent gewählt worden, es hab natürlich auch Ausnahmen. Die ganze Wahlzeit über, die von 8 Uhr morgens bis 9 Uhr nachmittags dauerte, arbeitete der Bekeitschaftsdienst, der sich mit dem Heranschleppen der Säumigen, mit der Benachrichtigung der Wähler und mit der Hilfeleistung bei etwaigen Unfällen befaßte. Außer dem RSKK. hatte Zugführer Homel auch noch andere Wagenbesitzer in den Schleppdienst gestellt. Außerdem trat die Motor=SA. u. ein SonderKommando der SA. in Funktion. Nirgends wurde auf einen Volksgenossen ein Druck ausgeübt, sein Ja abzugeben. Die Wahlfreiheit ging sogar soweit, daß ein politischer Häftling, über den die Schutzhaft noch nicht verhängt war, der aber bereits 4 Wochen in Polizeigewahrsam sitzt, vom Rathaus durch einen schnittigen Privatwagen abgeholt und zum Wahllokal gebracht wurde. Auch er konnte frei zwischen Ja und Nein entscheiden. Jeder Wähler erhielt, nach dem er seine Pflicht erfüllt hatte einen Handzettel mit der Auschsrift„Hat gewählt— Krs. Iserlohn“. In den Nachmittagsstunden bliesen Musikzugführer Köppikus und Obertruppführer Stabstrompeter Loos im Propagandawagen, begleitet von Propagandaleiter Rau und seinem Adjutanten Truppführer Heini Walger, durch die Straßen fahrend, zum letzten Appell. Die Wähler taten in Schwerte ihre Pflicht. Ja, Schwerte steht gegenüber dem Reichsdurchschnitt, der 90 Prozent Ja=Stimmen brachte und eine Wahlbeteiligung von 94,5 Prozent aufwies, glänzend da: Die Wahlbeteiligung betrug 96½ Prozent. Es stimmten 96 Prozent für Ja. 11 305 Ja=Stimmen standen nur 476 NeinStimmen gegenüber. Wenn man bedenkt, daß bei der Volksabstimmmung am 12. November 1933 11 867 Ja=Stimmen und 356 Nein=Stimmen vorhanden waren, so kann man sagen, daß unsere Stadt bei einer ganz unwesentlichen Schwankung fest geblieben ist in der Treue zum Führer. Die Wahlbeteiligung liegt ja in Schwerte eigentlich noch höher als 96½ Prozent. Wahlberechtigt waren in Schwerte zwar 12 841. Es sind aber, und das gibt zu denken, denn so viele Urlaubsfahrer hat Schwerte nicht— 13 094 Stimmscheine nach auswärts gegeben worden, von auswärts sind nur 770 Stimmscheine hereingekommen, so daß tatsächlich in Schwerte nur 12 217 wählen konnten. Da 11794 Wähler von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht haben, haben also 96½ Prozent gewählt. Die Wahlvorstände in den 12 Abstimmungsbezirken arbeiteten mit gewohnter Sicherheit und Umsicht. Die Arbeit nach Schluß der Wahlzeit, also das Auszählen der Stimmen, war dieses Mal leichter. Es gab mal eine Zeit wo 32 verschiedene Wahlzettel existierten, gestern gab es nur ein Ja, ein Nein und ein Ungültig. Das Wahlresultat stand bereits eine gute halbe Stunde nach 6 Uhr fest. Die einzelnen Wahlergebnisse landeten im Rathaus. Hier wurde das Gesamtergebnis aus den einzelnen Stimmbezirken festgestellt. Um 7,30 Uhr konnte bereits das Gesamtresultat mit den Einzelergebnissen zum Aushang gebracht werden. Die Schwerter waren nicht wenig stolz auf das Wahlergebnis. Am Radio hörte man dann die Abstimmungsresultate aus dem Reich und mit besonderer Freude die Uebertragung aus Berlin. Wir haben am Freitagabend die Jubelstürme der Hamburger gehört. Gestern abend, nachdem der überwältigende Sieg des Führers feststand, schien es, als ob Berlin die Volksgenossen von der Waterkant in der Begeisterung für Adolf Hitler noch übertreffen wollte. Und die Gewißheit kehrte in alle Herzen, die für Deutschland schlagen, ein: Im Volke geboren, erstand uns ein Führer, Gab Glauben und Hoffnung an Deutschland uns wieder! H. F. Kamecke. Ergernisse der Volksabstimmung über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches. Schwerte Stadt: Nr. Abgrenzung des Stimmbezirks. Volksabstimmung Voiksabstimmung 10 11 12 Hagenerstraße, Heil. Geiststraße, Liethstraße, am Markt, kl. Marktstraße, Ruhrstraße, Schulstraße, Südwall, Westenstraße, Westenort. Bismarckstraße, Hüsingstr., Mährstraße, Moltkestraße, Teichstraße, Westwall, Wilhelmstraße, Ziethenstraße. Beckestraße, Beckenkamp, Bruchstraße, Eisenindustrie, Gasstraße, Sedanstraße. Bohlgarten, Dammstraße, Emmastraße, Feldstraße, Fleitmannstr., Fleitmannsplatz, Gartenstr., Auf der Gunst, Holzener Weg, Kreuzstraße, Nickelstraße, Richardstraße, Rosenweg, Theodorstraße. Friedrichstr., Goethestr., Haselackstr., Jägerstr., Kampstr., Kampgasse, Kleppingstr., Körnerstr., Kuhstr., Neumarkt, Nordstr., Nordwall, Schillerstraße, Wallstraße. Brückstr., Grünstr., Hellpothstr., Iserlohnerstr., in den Höfen, am Kirchhof, Kötterbachstraße, Luisenstr., gr. Marktstr., Mittelstr., Mühlenstraße, Mühlengraben. Ostenstr., Paulstraße, Adolf=Hitler=Platz, Bahnhofstraße, Hohenzollernstraße, Hörder Straße 8—58, Poststraße, Senningsweg. Bergische Straße, Graf Adolfstraße, Graf Diedrichstraße, Hindenburgplatz, Königsplatz, Märkische Straße, Mülmkestraße, Schlageterstraße. Frhr. v. Steinstraße, Weißenburger Straße, Wittekindstraße. Bergstraße, Bergerhofweg, Alter Dortmunder Weg, Friedhofstraße, Heidestraße, Hörder Str. 59—131, Klusenweg, Osthellweg, Regenbogenstraße, Sonnenstraße, Talweg, Waldstraße, Westhellweg, Hüsingheide. Hasencleverweg, Hermannstraße, Kirschbaumsweg, Lessingstraße, Lohbachstraße, Messingstr., Ostberger Straße 1—62, Schützenstraße, Am Eggenstein. Behnesstr., von Borriesweg, Garbepfad, Hertelshof, Kornweg, Ostbergerstr. 63—135, Ostenheide, am Quickspring, Römerstr., am Ufer, Wiesenweg, Wittfeldweg. Gehrenbachstr., Im Hohlstück, Am hohen Stein, Lichtendorfer Straße, Heinrich=Wickstraße. Wablberechtigt waren in Schwerte 12841- Es haben gewählt 96.5 Stimmscheine nach auswärts 1394, Stimmscheine von answärts 770 Torater Vom Metter Wettervorhersage für Montag: Klares, son niges Spätsommerwetter, zunehmende Temperatur, gegen Abend Bewölkung und kleine Gewitter nicht ausgeschlossen. Voraussichtliche Weiterentwicklung: Frühmorgens starke Nebelbildung, sich aufheiternd, sonst wenig veränderte Wetterlage. Temperaturen steigend. 74. Geburtstag. Am Sonntag der Volksabstimmung konnte Opa Wilhelm Pütter, Beckestraße 92, seinen 74. Geburtstag in erwähnenswerter geistiger und körperlicher Rüstigkeit feiern. Der geschätzte alte Herr ist ein langjähriger Leser der„Schwerter Zeitung". Zu seinem Ehrentage nachträglich unseren hei lichen Glückwunsch! Gesegnetes Alter. Die in der Kreuzstraße wohnende Ehefrau des Rentners Karl Heidemann wurde 74 Jahre alt. Nachträglich auch unseren Glückwunsch! X Wenn man zu schnell fährt! Ihren Ehrgeiz, ihre Freundin in der Schnelligkeit zu übertreffen, mußte Freitag eine Radlerin, welche die Kuhstraße passierte, schwer büßen. In dem Bestreben, ihre Gefährtin zu überholen, hatte die kühne Lenkerin des Stahlrosses nicht auf die Straße geachtet. An der Ecke der Goethestraße wurde ihr ein auf dem Fahrdamm liegender Stein zum Verhänignis. Das„Roß“ machte einen Seitensprung und die Reiterin mußte mit einem Knöchelbruch zum Arzt gebracht werden. X Gefährliches Spiel. Freitag nachmittag vergnügten sich wieder einige Kinder an der Mauer des alten Friedhofes an der Beckestraße. Eines der Kinder, der 10jährige Heinr. G. war etwa 1 Meter an der Mauer hochgeklettert; plötzlich verlor er den Halt und stürzte ab. Glücklicherweise ist er mit einer starken Beule an der Stirn und einer Hautverletzung am Knie davongekommen. Unfall. In der Mühlenstraße stürzte eine Greisin die Treppe hinunter. Hierbei zog sie sich Verletzungen zu, die eine Aufnahme in das Krankenhaus notwendig machte. - Motorradunfall. Auf dem Adolf=Hitler= Platz wurde eine Frau, welche die Straße überqueren wollte und in einer gewissen Nervosität hin und her lief, von einem Motorradfahrer leicht angefahren. Hierbei kamen Passantin und Fahrer zu Fall. Beide trugen glücklicherweise nur leichtere Verletzungen davon. : Sommerfest der Straßenbahner. Wie alljährlich, so feierten auch in diesem Jahr die Angestellten des Betriebsbahnhofs Berghofen im„Freischütz“ ihr Sommerfest. Zahlreich waren Samstag abend die Freunde und Angehörigen erschienen. Es wirkte mit die Kapelle der Straßenbahn unter Leitung von Musikzugführer Bremer, der eine Reihe von Musikstücken zum Vortrag brachte. Nach dem Konzert nahm Herr Lange das Wort und hieß alle Erschienenen herzlich willkommen. Zum Schluß wünschte er viel Vergnügen und Geselligkeit, und lange blieb man, in echter Berufskamerad zusammen. Ohne Srirt Märsch Ein Roman aus den Kampfjahren 1929 bis 1932 von Heinz Friedrich Kamecke. 104. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Herr Stüwen, Sie wissen, Sie sind mir stets ein willkommener Gast, aber heute.. Mir zu liebe gehen Sie, nicht wahr, Sie wollen mir doch nicht das Geschäft verderben—. Die ganze Prominenz ist doch da——. Die reizende Gräfin Walder mit Ihrem Schwiegersohn und ihrer Tochter...“ In Stüwens Gesicht zuckt ein Muskel. Aber er reißt sich zusammen.„Gut, ich gehe.“ Der Wirt ergreift seine Hand.„Ich danke Ihnen, Herr Stüwen. Sie sind ein Ehrenmann! Sie verstehen mich. Ich habe es auch nicht anders von Ihnen erwartet. Aber bitte, kommen Sie am Montag abend wieder. Dann sind wir unter uns. Dann sind Sie mein Gast. Sie erzählen mir aus Ihrer Kampfzeit, nicht wahr, und ich erzähle Ihnen Anekdoten aus meiner Soldatenzeit, ich bin ein alter Gardist. Das soll ein schöner Abend werden unter uns Männern——. Das heißt, meine Bardamen können uns Gesellschaft leisten, ganz wie Sie wollen.“ Der Portier in Gala bringt Hut und Mant2l. Stüwen wendet sich noch einmal im Gehea um.„Meine Zeche ist noch zu bezahlen.“ Der Wirt streicht mit der Hand durch die Lust.„Erledigt!“ Stüwen drückt dem Portier ein Trinkgeld in die Hand. Noch eine Frage hat er an den Wirt. „Kennen Sie das junge Ehepaar, zu dem ich mich an der Tisch setzte?“ „Ach, Kaluddrigkeit! Prächtige Menschen! Stammen aus der kalten Heimat, aus den Masteren, glaube ich. Er ist Reisevertreter, ein geuz patenter Kerl, verdient scheinbar ganz gut. . 4 weitere neue aktuelle Bilder sehen Sie in unserer Bilderschau in den Schaukästen der Fa. C. Braus: Hitler ist für Deutschland und die ganze Welt der Garant des Friedens; Starhemberg, Oesterreichs Vizekanzler, besucht Mussolini; Der Führer in Oberammergau; Das Braune Band Deutschlands Italien zugefallen. Kirchliche Nachrichten Katholische Gemeinde. Die Sprechstunden des Pfarramtes sind von 9—11 Uhr vorm. und von 3 bis 4 Uhr nachm. An den Werktagen sind die hl. Messen um 6,30, 7,10 und 7,45 Uhr. In der Krankenhauskapelle ist eine hl. Messe um 6,30 Uhr. Jeden Mittwoch ist in der Krankenhauskapelle Andacht zu Ehren des hl. Josef um 4,30 Uhr. Krankenwoche hat in dieser Woche Pfarrer Aufenanger, Haselackstr. 16. Lichtendorf Sölderholz. Ab heutigen Montag beginnt die Schulmesse wieder um 7 Uhr. Aus der Bewegung NS. Frauenschaft, Ortsgr. Schwerte. Amtswalterinnen der NS. Frauenschaft, die den Reichsparteitag in Nürnberg mitmachen wollen, müssen sich bis spätestens heute, Montag, den 20. 8. 34, abends 8 Uhr bei Wilkes, Bahnhofstraße 17, gemeldet haben. eil Hitler! F. d. R. RS. Frauenschaft Kl. Nehring. gez. Frau M. Wilkes, Stellv. Leiterin. Tageblatt für die Aemter Westhofen und Ergste Westhosen, 20. Aug. 77. Geburtstag. Am 22. August wird die Witwe Karoline Landskröner, Eickhofstr. 32, 77 Jahre alt. Der Hochbetagten unseren herzlichen Glückwunsch! Westhofen, 20. Aug. Ehrentafel des Alters. Am 18. August erreichte der Rentner Heinrich Filshaut, Schloßstraße 5, sein 76. Lebensjahr. Herzlichen Glückwunsch nachträglich! Westhofen, 20. Aug. Ergebnis der Obstbaumzählung. Die Obstbaumzählung hat im Amtsbezirk Westhofen folgende Bestände ergeben: 10 656 Apfelbäume, 5412 Birnbäume, 1565 Süßkirschbäume, 664 Sauerkirschbäume, 6486 Pflaumen= und Zwetschenbäume, 602 Mirabellen= und Reineclaudenbäume, 32 Aprikosenbäume, 203 Pfirsichbäume und 60 Walnußbäume. Die Zahlen der Obstbaumbesitzer betragen in Westhofen 199, in Garenfeld 57, in Geisecke 122, in Holzen 270, in Lichtendorf 139, in Villigst 79, in Wandhofen 43. Westhofen, 20. Aug. Konfessionsverhältnisse. Die Bevölkerung im Westhofener Bezirk setzt sich nach den Ergebnissen der letzten Zählung wie folgt zu sammen: 66,44 Proz. Evangelische, 30,39 Proz. Katholische, 0,30 Prozent Israeliten, 2,28 Proz. Dissidenten und 0,59 Prozent Sektenangehörige. * Ergste, 18. Aug. Aus der NSDAP. Die NS. Frauenschaft Ergste und Bürenbruch machte eine Fahrt mit Autobussen nach Essen zur Gruga. Es nahmen hieran 119 Frauen teil. Ergste, 18. Aug. Der neue HegeringFührer. Vom Kreisjägermeister wurde für den Hegering des Amtes Ergste zum Hegeringführer Fabrikant Egon Mitsdörffer in Gut Halstenberg b. Ergste ernannt. Abstimmungs=Ergebnis des Amtes Westhofen. Sein Frauchen ist die Schönheit selber, mein Gott, ist das eine Rasse!" Stüwens Antlitz erhellt sich wieder. Er zieht eine Besuchskarte undschreibt: „Gern hätte ich mich von Ihnen, liebe Menschen der Ostmark, verabschiedet. Aber ich mußte plötzlich aufbrechen. Warum, können Sie sich denken. So wird eine Explosion vermieden. Verleben Sie noch einen schönen Abend! Auf Wiedersehen! Ihr Stüwen.“ Klaus gibt das Kärtchen dem Wirt:„Bitte dem Herrn aus Ostpreußen abgeben.“ Dann dreht er sich auf dem Absatz herum und verläßt den„Teutowalder Hof". Draußen weht ihm die kühle Abendluft des Novembers entgegen. Er schlägt den Mantelkragen hoch und geht langsamen Schrittes nach Hause. Kurz vor seiner Wohnung hört er schleichende Schritte hinter sich. Er dreht sich um und sieht, daß zwei Männer ihm in kurzer Entfernung folgen. Ein Griff in die Gesäßtasche, die verdächtigen Gestalten bleiben zurück. Vor der Haustür führt ein Trunkener seine wirren Reden. „Was haben Sie hier zu suchen?" fragt Stüwen und schiebt den Mann zur Seite, um die Tür aufzuschließen. „Vorsicht, junger Freund! Ich suche den „Wächter"... Kennen Sie vielleicht den Mann? Der muß hier doch wohnen..“ „Ich kenne ihn genau. Was wollen Sie von ihm?“ fragt Stüwen. „Das ist privat.. Es handelt sich nämlich um seinen Kopf“, zischelt der Trunkene. „So, so, weiter nichts!". Der Unbekannte rückt Stüwen auf den Leib. „Sind Sie vielleicht auch einer von denen, die dem Redakteur auflauern wollen, he? Ich hab die Wut im Balg! Das können Sie mir glauben..“ Stüwen legt begütigend die Hand auf die Schulter des Unbekannten.„Ich kann Ihnen verraten, daß ich Stüwen in= und auswendig kenne.“ „Sie sehen dem Redakteur verdammt ähnlich——“ „Schon möglich.“ Der Unbekannte zündet ein Streichholz an, der Wind schlägt die Flamme wieder aus.„Sie können sogar als Doppelgänger laufen. Sowas kanns geben. Da soll der eine totgeschlagen werden, und es trifft den anderen—— da muß man auf Draht sein——. Sagen Sie mal ehrlich, wer sind Sie? Der richtige Stüwen soll eben im Theatercafé gewesen sein.. Ich ging hin, er war nicht mehr da.“ „Da verkehrt Stüwen auch gar nicht.“ „Er ist aber in dem Lokal gewesen—— Ich also die Verfolgung weiter ausgenommen, ströme in den Ratskeller. Was meinen Sie, auch hier ist der Redakteur nicht mehr da! Der Ober will ihn aber gesehen haben, er hat nur einen Lütten an der Theke im Stehen genehmigt. Ich also weitergetigert.“ „Erlauben Sie mal, was haben Sie für ein Interesse, den Mann zu verfolgen?" „Pscht! Ich muß Stüwen warnen“, flüstert der Unbekannte.„Ich war vorher in der Zentralhalle. Da komme ich gerade dabei, wie Katzurs Bekannte an der Bar sitzen und sich Mut antrinken Und Chiquita, das Teuselsbiest, braut vielleicht einen Saft, da biste von de Socken——. Sie kamen von der Beerdigung, sie rochen noch nach Verwesung, kams mir vor, und sie beratschlagten, wie sie Stüwen umbrächten, und dann wollten sie ihn wohl auch gleich beerdigen——.“ „Na, hei lewet noch!“ lacht Stüwer.. „Aber sie wollen ihn nicht mehr am Leben lassen. Harry Müller sagte: Stüwen hat Katzur nicht umsonst in den Tod getrieben, der soll auch dran glauben—— wir sind Ehrenmänner und als solche müssen wir den Toten rächen. Das hat Kapurs Intimus gesagt, und Chiquita, die Schönes Sauerland Kirche in Schliprüthen. —. Der Kursus für Rettungsschwimmer wird heute nachmittag um 17,30 Uhr fortgesetzt. Weitere Wahlergebnisse Iserlohn: Stimmber. 24 730, abg. Stimmen 23 786, ung. 498, gült. St. 23288, Ja 17954, Nein 5334. Iserlohn(Landkreis): Stimmber. 76111, abg. Stimmen 73.563, ung. 1395, gült. St. 72.168, Stimmscheine 5184, Ja 63736, Nein 8432. Unna=Land. Stimmber. 87 278, abg. Stimmen 84 863, ung. 1514, gült. St. 83349, Ja 75833, Nein 7616. Holzwickede. Ja=Stimmen 4425, Nein= Stimmen 288, ungültig 58. Hengsen: Ja=Stimmen 562, Nein=Stimmen 7, ungültig 8. Aus aller Welt Ein Rekord=Baby. Das kleinste Baby, das, seitdem Aufzeichnungen darüber bestehen, je zur Welt gekommen ist, hat jetzt im Kinderheim von Tpickenham in London das Licht der Welt erblickt. Das Knäblein ist 35 Zentimeter groß und wiegt nur 378 Gramm. Die Aerzte hoffen das Kind durch künstliche Ernährung am Leben zu erhalten. Wandlung Als noch blond die ungetreuen Haare, Alle Länder suchend ich durchstrich, Und mein Leben trieb ich durch die Jahre Absichtslos und abenteuerlich, Kaum an einer Stunde still mich labend, Klang mir aller Uhren Stundenschlag Wie der Uhrenschlag am Samstagabend Vor des Lebens großen Feiertag. Und das Leben hob die ernste Leuchte, Und der Jugend Schattentraum verblich, Was dem Knaben nur ein Vorsviel deuchte, War dem Manne klar und wesentlich, Wonach Süden ich durchsucht und Norden, Lag von Heimathecken eingezäunt, Und, dem Alltag beinah fremd geworden, Fand ich ihn als meinen liebsten Freund. Börries, Frhr. von Münchhausen. Hexe, hat die Gläser gefüllt, und dann haben sie auf Stüwens gewaltsamen Tod angestoßen. Im Sechssitzer sind sie abgebraust, um Stüwen zu suchen——“ „So, so. Der Redakteur hat aber Wind bekommen, sonst stünde er nicht vor Ihnen.“ Der Unbekannte starrt ihn ernüchtert an. „Kerl, ich sags doch,“ stößt er mühsam hervor, „Sie sind der echte, der richtige Stüwen. Dann gnade Gott den anderen!" Um diese Zeit geht der 28 jährige Apotheker Julius Kröger über den Osningplatz. Er hat das Theatercafé besucht, hat im Ratskeller einen Steinhäger getrunken und in der Zentralhalle in der Bar gesessen. Er bleibt an der Normaluhr stehen und vergleicht die Zeit. Es ist kurz vor 12 Uhr. Durch den Alkoholgenuß ein wenig benommen, geht er seines Weges. Plötzlich springen aus dem Halbdunkel der Straßenecke drei Männer auf ihn zu. Ehe Kröger zur Seite springen und sich in Sicherheit bringen kann, hat er einen Schlag mit einem Totschläger über den Kopf bekommen, er hört noch den Schrei:„Nieder mit Stüwen!“ wie aus weiter Ferne und sinkt dann bewußtlos zu Boden. Der eine der Gedungenen, der eine Schirmmütze tief ins Gesicht gezogen hat, tritt dem Bewußtlosen seinen Absatz ins Gesicht.„Der hat sein Fett weg!“ lacht er und speit aus. „Den Hund haben wir schon lange auf dem Kieker gehabt“, sagt der Kleinste der drei Männer. „Die Belohnung ist uns sicher, blauer Wilhelm!“ meint der Dritte. Dann ziehen sie ab, Wilhelm King geht in der Mitte. Als aus der nächsten Querstraße eine Polizeistreise naht, beschleunigen die Täter ihr Tempo. An der nächsten Ecke steht ein Wagen bereit.„Zentralhalle“, ruft King dem Chauffeut zu. Er nimmt seine Schlägermütze ab, und sichtbar wird auf seiner Stirn das Erkennungszetchen, die Narbe. Fortietzung folgt. Oisse Aosssousserrverrsc Freiheitsbekenntnis der jungen Generation Der Aufmarsch der H5. in Detmold Detmold. Die letzten Anordnungen für den Riesenaufmarsch der Hitlerjugend in Detmold Sonnabend, dem 25. August, sind getroffen. Alles ist für den imposanten Auftakt des großen Jugendtreffens in Westfalen=Lippe vorbereitet. Pünktlich um 19 Uhr wird Oberbannführer Breipohl auf dem Kronenplatz zu den aufmarschierjen Formationen und zur Detmolder Bevölkerung sprechen. Ein großer Zapfenstreich schließt sich an, und dann bewegt sich ein Fackelzug von 3000 Hitlerjungen zum Palais=Garten, wo ein Massenkonzert und ein Schlachtenfeuerwerk beginnen. Um Mitternacht treten die Führer der Minden=Ravensberger Hitlerjugend an den Externsteinen zu einem Führerthing zusammen. Der ganze Aufmarsch in Detmold wird ein Freiheitsbekenntnis der jungen Generation und ein Bekenntnis zum Frieden werden. Auf der Jagd den Tod gefunden Gütersloh. Auf tragische Weise kam der Gastwirt Eckmann aus Gütersloh ums Leben. Eckmann befand sich in einem Jagdrevier in der Nähe von Bad Pyrmont auf der Bockjagd. Beim Abstieg von einem Hochsitz entlud sich plötzlich das entsicherte Gewehr. Die Kugel traf den Jäger s= unglücklich, daß er auf der Stelle tot war. Polsterei eingeäschert Hagen. Hier brannte, wahrscheinlich infolge Kurzschlusses, die Polsterei und Matratzenfabrik Karl Rade in Hagen=Kabel vollständig nieder. Das Feuer griff mit großer Schnelligkeit um sich, so daß auch die angrenzenden Wohnhäuser von den Flammen bedroht wurden. Nur den vereinten Bemühungen der Hagener Berufsfeuerwehr und der Kabeler Wehr gelang es nach zweistündiger aufopfernder Arbeit, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Der Brandschaden ist sehr beträchtlich. Zwei tödliche Verkehrsunfälle Hagen. In der Mühlenstraße wurde eine 80jährige Frau, als sie die Fahrbahn überqueren wollte, von einem Lieferwagen überfahren und so schwer verletzt, daß sie bald im Krankenhaus ihren Verletzungen erlag. An der Ecke Reh- und Wernighauser Straße geriet ein dreieinhalbjähriges Mädchen unter einen Lieferwagen. Der Tod des unglücklichen Kindes trat auf der Stelle ein. Die Eltern waren Zeuge dieses Unfalls. 1278 um Lohngelder gestohlen Die Diebesbeute wiedergefunden Herten. Dieser Tage wurde aus einer Baubude auf dem Zechenplatz der Zeche Ewald 1/2 1278 RM Lohngelder gestohlen. Sofort nachdem der Diebstahl bemerkt war, setzten umfassende Nachforschungen nach dem verschwundenen Gelde ein, die aber sehr schwierig waren, weil über 200 Personen in der Nähe der Tatortes beschäftigt sind. Später wurde das Geld in dem Lokomotivschuppen der Zeche Ewald, hinter einer großen Eisenplatte versteckt, gefunden. Der Dieb hatte den Raub offenbar dort hingelegt, um ihn zu gegebener Zeit abzuholen. Der Dieb konnte noch nicht gefaßt werden. Westfälische Tierärztekammer Münster. Die Geschäftsstelle der Tierärztekammer für die Provinz Westfalen und Lippe sowie des tierärztlichen Standesgerichts für die Provinz Westfalen ist vom 15. August 1934 ab nach Iserlohn— Schlachthof— verlegt. Bauernkultur wird demonstriert Minden. Im Rahmen der am 15. und 16. September in Minden stattfindenden Landwirtschaftlichen Ausstellung und Tierschau findet auch eine acht Tage dauernde BauernkulturAusstellung statt. Es werden die verschiedensten Gebiete der Heimatgeschichte bis zum bäuerlichen Brauchtum der Jetztzeit umfassend dargestellt. Auf unzähligen Bildern werden die alten Bauernhäuser des Kreises gezeigt, weil gerade sie die bäuerliche Kultur der verflossenen Jahrhunderte neu beleben. Um das Zustandekommen der seltenen Schau haben sich der Leiter des Ausbildungswesens der Landwirtschaft Dr. Walter, sowie Max Mathey und Lehrer Laag besonders verdient gemacht. Opfer der Arbeit Eschweiler. Beim Lösen festgeklemmter Kohle wurde auf der 600=Meter=Sohle der Grube Eschweiler=Reserve ein 30jähriger Bergmann verschüttet. Trotzdem sofort die Rettungsarbeiten aufgenommen wurden, konnte der Verunglückte, der Frau und ein Kind hinterläßt, nur als Leiche geborgen werden. Vom Tender der Maschine auf ein Gleis geschleudert Aöln. Auf dem Gereonsbahnhof überwachte ein im 43. Lebensjahre stehender Lokomotiv= ater vom Tender seiner Maschine aus das Kohzast un* Plötzlich wurde er von dem Kran ersaßt und auf ein drei Meter tiefer liegendes Gleis geschleudert. Der Lokomotivführer schlug dabei so schwer mit dem Kopf auf, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Arbeitslosigkeit der Jugendlichen nn Nahrgeotei Tesenig. „Reguläre" und„zusätzliche“ Beschäftigung in Rheinland-Westfalen In dem Handelskammer=Organ„Ruhr und Rhein" veröffentlicht Dr. E. Mangels, Dortmund, vom Landesarbeitsamt Westfalen interessante Feststellungen über die Entwicklung der „regulären“ und der„zusätzlichen" Beschäftigung während der Arbeitsschlacht in Rheinland und Westfolen. Diese Feststellungen sind gerade im gegenwärtigen Stadium der Arbeitsschlacht außerordentlich aufschlußreich. Unter zusätzlicher Beschäftigung versteht das Institut für Konjunkturforschung Notstandsarbeiter, Fürsorgearbeiter, Landhelfer und Arbeitsdienstwillige. Es ist sich dabei dessen bewußt, mit dieser Begriffsbestimmung keine gan genaue Scheidung im wirtschaftlichen Sinne durchgeführt zu haben. Trotzdem können die Feststellungen den Anspruch erheben, für die im Zuge der Arbeitsschlacht aufgetretene Tendenz der Verlagerung des Schwergewichts von der zusätzlichen Beschäftigung auf die reguläre Beschäftigung bemerkenswerte Anhaltspunkte zu geben. In den felgenden Darlegungen wird der Begriff der zusätzlichen Beschäftigung etwas enger gefaßt: Die Arbeitsdienstwilligen sind nicht einbezogen worden. Der Arbeitsdienst hat eine immer deutlichere Verlagerung seines Schwergewichts auf die volkserzieherische Seite vorgenommen. Die Veränderungen in der Zahl der Arbeitsdienstwilligen sind nur wenig von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängig gewesen. In der geringen, bei der Machtübernahme überhaupt vorhandenen zusätzlichen Beschäftigung war die gemeindliche Fürsorgearbeit vorherrschend. In dem Maße, in dem das Reich die Initiative in der Arbeitsschlacht übernahm und damit auch zur Gesundung der Gemeinden beitrug, sank die abfolute, noch mehr aber die relative Bedeutung der Fürsorgearbeit. Die Notstandsarbeiten waren im Verlaufe der großen Wirtschaftskrise allmählich zu absoluter Bedeutungslosigkeit herabgesunken. Das wurde mit einem Schlage anders, als unter der einheitlichen Führung des Nationalsozialismus das deutsche Volk zur Arbeitsschlacht aufgerufen wurde. Die Notstandsarbeiten haben das große Reinhardt=Programm in seinen Zielen unterstützt, aber neben der Ankurbelung der freien Wirtschaft die der eigentliche Zweck des Reinhardt=Programms war, zusätzliche Arbeit bereitgestellt. Da diese Maßnahmen aber ausschließlich in landwirtschaftlichen und gemischtwirtschaftlichen Bezirken liegen, in denen die Höhe der Arbeitslosigkeit an sich gering, der Rückgang der Arbeitslosigkeit dazu am allerstärksten war, ergab sich bald das Problem, wie diese Maßnahme in landwirtschaftlichen Gegenden der städtischen Arbeitslosen, im Westen also dem Ruhrgebiet, erschlossen werden könnten. Diese an sich dringliche Frage hat eine weitere Verschärfung dadurch erfahren, daß sich bereits in diesem Sommer eine starke Verknappung der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft bemerkbar gemacht hat. Das Gesetz zur Regelung des Arbeitseinsatzes vom 15. März 1934 gibt die Wege an, die dieser Entwicklung Rechnung tragen. Die Landhilfe wurde erst vom Nationalsozialismus geschaffen mit dem doppelten Ziel, arbeitslosen großstädtischen Jugend einen neuen Lebensinhalt zu geben und gleichzeitig der Landwirtschaft die benötigten Arbeitskräfte zuzuführen. Die Landhilfe hat sich im Frühsommer des vorigen Jahres in schnellem Aufschwung zu großer Bedeutung entwickelt. Wenn die Zahl der Landhelfer in diesem Jahre nicht mehr zugenommen hat, sondern sogar leicht rückläufig ist, so sind dafür mehrere Gründe maßgebend. Die Arbeitslosigkeit der Jugendlichen im Ruhrgebiet ist, und zwar mit durch die Landhilfe, so gut wie beseitigt. Die Ruhrarbeitsämter können bereits seit Monaten den Anforderungen an Landhelfern nicht mehr genügen. Den Ueberblick über das Verhältnis zusätzlicher und regulärer Beschäftigung gibt die folgende Tabelle: Abnahme Ueberblickt man diese Zahlen, so ergibt sich, daß an der bisherigen Zunahme der Beschäftigung von durchschnittlich 38 700 die reguläre Beschäftigung mit 34 300 oder 88,7 Prozent, die zusätzliche Beschäftigung dagegen nur mit rund 4400 oder 11,3 Prozent beteiligt ist. Danach sind diese Wirtschaftsgruppen, die 1929 noch einen strukturellen Anteil an der Gesamtbeschäftigung von 17,4 Prozent hatten, am Belegschaftsabbau während der Krise mit rund 21 Prozent, an der Zunahme der Beschäftigung seit der Machtübernahme bisher mit rund 9 Prozent beteiligt. Bei einem Vergleich der Abnahme der Arbeitslosigkeit und der Zunahme der Beschäftigung fällt auf, daß die Zahl der Arbeitslosen erheblich weniger abgenommen hat, als nach der Zunahme der Beschäftigten zu erwarten wäre. Das ist um so auffallender, als durch die Landhilfe und den Arbeitsdienst Tausende von jugendlichen Arbeitslosen Rheinland=Westfalen verlassen haben müssen, da sie in anderen Bezirken Beschäftigung gefunden haben. Einen Aufschluß darüber vermittelt die Tatsache, daß dieser Zahlenunterschied erst seit diesem Frühjahr beobachtet wird. Sie hängt mit der Eingliederung des diesjährigen— im Vergleich zu den letzten Jahren außerordentlich starken— Jahrgangs der Schulentlassenen zusammen. Sie bestätigt für Rheinland=Westfalen dasselbe, was das Institut für Konjunkturforschung für das Reich feststellen konnte: daß die Eingliederung dieses Jahrgangs in die Wirtschaft gelungen ist. Während allerdings in den übrigen Teilgebieten des Westens diese Eingliederung unmittelbar in den erwählten Beruf erfolgen konnte, mußte das Ruhrgebiet auch für diesen Jahrgang weitgehend auf landwirtschaftliche Arbeit zurückgreifen. Die Notwendigkeit hierzu liegt einmal im Charakter der noch immer außerordentlich bedrängten Arbeitslage der verheirateten Arbeitslosen an der Ruhr zusammen. Kommanistischer Auffrans der Gericht Hamm(Westf.). Wie der Generalstaatsanwalt mitteilt, hat am 10. und 14. August vor dem 3. Strafsenat des Oberlandesgerichts Hamm eine Verhandlung stattgefunden, die die kommunistischen Aufstandspläne in Höxter und Beverungen an der Weser vor März 1933 zum Gegenstand hatte. Angeklagt waren der frühere Leiter der KPD und Herausgeber der kommunistischen Zeitung„Weserwacht", Willy Klangwarth aus Höxter, der Ortsgruppenleiter der KPD Beverungen, Clemens Dietrich, sowie zwei weitere führende Kommunisten aus Höxter und 13 Kommunisten aus Beverungen. Klangwarth, ein mehrfach vorbestrafter Mensch, galt als besonders fanatischer Kommunist. Unter seiner Mitwirkung wurde 1932 in Höxter eine kommunistische Zentrale eingerichtet, von der aus die kommunistische Zersetzungsarbeit in Höxter und der ganzen Umgebung betrieben wurde. Am 4. Februar 1933 sollte gelegentlich einer Erwerbslosendemonstration in Höxter der kommunistische Aufstand ausbrechen. Das Landratsamt sollte gestürmt und die Polizei entwaffnet werden. Der Landrat, der Bürgermeister und der Leiter der Polizei sollten auf dem Marktplatz erhängt werden. Zur Beschaffung von Geld wollte man die Post, die Banken und die Sparkassen plündern. Mit dem geraubten Geld und den Waffen sollte eine Rote Armee ausgerüstet werden. Zur Sicherung des Verbrechens wollte man die Fernsprechanlagen zerstören und die Zufahrtsstraßen der Eisenbahn nach Höxter durch Sprengung der Brücken und Tunnels unterbrechen. Nur nach Warnungen, die Diedrich im letzten Augenblick erhielt, stellte Klangwarth seine Pläne zurück. Klangwarth wurde zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Lediglich der Umstand, daß er sich im Kriege an der Front ausgezeichnet hatte, bewahrte ihn vor einer Zuchthausstrafe. Die Ortsgruppe Beverungen der KPD war eine Zweiggründung der KPD in Höxter. Auch die dortigen Kommunisten zeichneten sich durch besonderen Radikalismus aus. Bereits im Juli 1932 waren in Beverungen Nationalsozialisten von Kommunisten überfallen worden, wobei ein SA=Mann zu Tode kam. Im März 1933 wurden in Beverungen große Mengen Waffen, Munition und Sprengstoffe gefunden. Wegen Vorbereitung zum Hochverrat in Tateinheit mit Verbrechen gegen das Sprengstoffgesetz wurden Clemens Dietrich aus Beverungen zu einem Jahr neun Monaten Zuchthaus und fünf Angeklagte zu Zuchthausstrafen von einem Jahr zwei Monaten bis zu einem Jahr acht Monaten verurteilt. Wegen Vorbereitung zum Hochverrat in Tateinheit mit Vergehen gegen das Schußwaffen= und Kriegsgerätegesetz erhielten sieben weitere Angeklagte Gefängnisstrafen von acht Monaten bis zu einem Jahr sechs Monaten. Ein Angeklagter wurde wegen Mangels an Beweisen freigesprochen. Ein 65jähriger wandert zu Juß um Deuschland Oberhausen. Wir haben im letzten Jahrzehnt manche Rekordleistung erlebt, dabei waren die meisten nicht um der Leistung willen, sondern fast ausschließlich wegen der Sensation vollbracht worden. Das war aber nicht der Zweck, des Oberhausener Wilhelm Schings, ein 65jähriger, der von frühester Jugend Körper und Geist in ständigem Training stählte. Schings wollte der deutschen Jugend ein leuchtendes Beispiel von dem Wert der edlen Turnerei geben, als er am 15. April dieses Jahres sich zu Fuß auf den Marsch rund um Deutschland machte. Da er nicht über erhebliche Geldmittel verfügte, wandte er sich kurz entschlossen an den Führer. Der verfügte durch sein Sekretariat die Anweisung eines Betrages, der Schings die Anschaffung einer Wanderausrüstung ermöglichte. Von den besten Glückwünschen begleitet, machte Turnbruder Schings sich am 15. April auf den Weg, der ihn zunächst rheinaufwärts bis Mainz, dann nach Wiesbaden führte, wo er den zweitältesten Turnverein Deutschlands von 1817 besuchte. Weiter führte ihn der Weg über Frankfurt, Heidelberg, Stuttgart durch das ganze Württemberger Land. Ueber Ulm ging es nach München und von da nach Liegnitz, wo er am 4. Juli eintraf. Von dort wanderte er weiter nach Osten zum polnischen Korridor, um hier die Grüße der rheinischen Turner zu überbringen. Am Samstag nun traf der rüstige Wanderer, nachdem er über 3000 Kilometer zurückgelegt hatte, wieder in seiner Heimatstadt Oberhausen ein. Nach lebhafter Begrüßung durch Vertreter der Deutschen Turnerschaft und umjubelt von einer großen Menschenmenge gab er unserem Mitarbeiter einen kurzen Ueberblick über seine Erlebnisse. Ich habe, so erzählte Schings, die entlegendsten deutschen Turnvereine von der elsässischen, lothringischen, böhmischen, tschechischen und polnischen Grenze aufgesucht. Ueberall wurde ich herzlich empfangen. Mit besonderem Stolz sprach er von seiner Leistung. Ich habe 3129 Kilometer zu Fuß zurückgelegt und kann mit reinem Gewissen sagen, daß ich jede Fahrgelegenheit abgeschlagen habe, sooft sie mir auch von den Autofahrern angeboten wurde. In meinem Fahrtenbuch habe ich annähernd 300 Abstempelungen von der Deutschen Turnerschaft, Vertretern des Sportführers und Gaubevollmächtigten. Trotz der gewiß nicht unerheblichen Strapazen erzählte der Wanderer noch manch interessante Episode. Betrügerischer Architekt hinter Schloß und Riegel Köln. Ein schon mehrmals vorbestrafter Architekt verstand es, Interessenten für den Bau von Eigenheimen zu gewinnen. Er ließ sich von diesen Beträge von 1000 bis 3000 Mark geben als Vorschüsse, damit angeblich die Bauvorhaben in Angriff genommen werden könnten. Unter der Angabe, er brauche weitere Gelder für die Beschaffung von Materialien und zur Bezahlung der Handwerker, erreichte er weitere Einzahlungen. Mit den Bauarbeiten wurde trotzdem nicht begonnen. Der Architekt versuchte mit allen möglichen Ausreden, die Geschädigten zu vertrösten und gab schließlich an, das Bauprojekt würde wesentlich teurer, als zuerst angenommen worden sei; es müßte eine Erhöhung der Einzahlungen um 12 Prozent erfolgen. Nachdem man das Betrugsmanöver durchschaut hatte, wurde Anzeige erstattet. Der Täter wurde, da auch früher schon ähnliche Anzeigen gegen ihn geschwebt hatten und es sich offensichtlich um einen Volksschädling handelt, hinter Schloß und Riegel gebracht. Der Mord in Köln-Fühlingen ausgehicerl Köln. Der am vergangenen Sonntagmittag verübte Mord an der 68jährigen Witwe Harff in Köln=Fühlingen hat nunmehr seine volle Aufklärung gefunden. Der am Dienstag dieser Woche unter dringendem Tatverdacht verhaftete 19jährige Josef Schiefer, der mit seiner Mutter im Hause der Ermordeten wohnte, hat am Freitagnachmittag ein umfassendes Geständnis abgelegt. Die von der Mordkommission zuerst ausgesprochene Vermutung, daß der Täter beim Einbruchsdiebstahl überrascht worden war und daraufhin die Wohnungsinhaberin ermordet hatte, hat sich bestätigt. Schiefer, der bei seiner letzten Vernehmung nach anfänglich hartnäckigem Leugnen große Reue zeigte, ist nach seinen Angaben am Sonntag, dem 12. August, mittags gegen 13,30 Uhr in Abwesenheit seiner Mutter, der Witwe Christine Schiefer, mit dem Küchentürschlüssel seiner Wohnung in das Schlafzimmer der Witwe Harff eingedrungen. Dabei wurde er von der Witwe Harff überrascht. Nachdem er anfänglich bei seiner Auseinandersetzung mit der Frau eingestanden hatte, früher schon Diebstähle in der Wohnung verübt zu haben, geriet er schließlich mit der betagten Frau in ein Handgemenge. Er drückte die Frau Harff rücklings mit der einen Hand auf das Bett und nahm mit der anderen Hand eine neben dem Bett auf dem Tisch liegende Geldbörse an sich. Durch diesen frechen Diebstahl aufs äußerste aufgebracht, schrie Frau Harff um Hilfe. Hierauf drückte Schiefer der Frau mit beiden Händen den Hals fest zu und verließ dann das Schlafzimmer, wobei er die Tür wieder von außen verschloß. Das Haus verließ er durch das Küchenfenster seiner Wohnung. 12. Fortsetzung. IE URNEBER·RECHTSCCHUTZ OURCM VERLAG OTKAR MAGISTER WEROAU Am anderen Vormittag, als sie schon reisefertig war und gerade den Inhalt des Benzintanks prüfte, kam Doktor Bredtchneider auf sie zu. „Es ist also wirklich wahr, gnädige Frau? Sie wollen uns verlassen? Eben erfahre ich die Hiobsbotschaft.“ „Ja,“ nickte Jenny,„man kann nicht immer auf der faulen Haut liegen. Je eher ich meine Zukunft in Angriff nehme, desto besser.“ Sie hatte dem Arzt in gelegentlichen Gesprächen ihre Verhältnisse angedeutet. „Und haben Sie sich nun schon zu etwas Bestimmtem entschlossen?“ „Eigentlich nicht!“ mußte Jenny zugeben.„Ich hoffe aber, daß sich im gegebenen Augenblick der rettende Gedanke einstellt“ Der Arzt stemmte einen Fuß gegen das Trittbrett des Autos.„Ich habe mir selbst schon Ihre Geschichte durch den Kopf gehen lassen.— Sie sind doch eine gute Fahrerin! Könnten Sie nicht aus Ihrer herrlichen Limousine Kapital schlagen?“ „Wie meinen Sie das? Doch nicht verkaufen?“ Sie wischte sich an einem Bündel Putzwolle die Hände ab und kam zu ihm herüber. Doktor Bredtschneider rieb sich die Nase. Das war so eine Gewohnheit von ihm.„Sie wissen, gnädige Frau, daß ich mich einer geradezu trostlos nüchternen Denkart rühme. Verzeihen Sie mir also, wenn ich Ihrem weiblichen Zartgefühl nahe trete!— Nun, ich könnte mir vorstellen, daß Sie durch Vermietung Ihres Wagens ganz nett verdienen würden. zumal wenn Sie sich dazu verstünden, selbst als Chauffeuse zu arbeiten.“ Jenny starrte den Sprecher entgeistert an, dann schüttelte sie den Kopf.„Nein, das könnte ich mir nicht vorstellen.“ „Es war nur ein Vorschlag!“ entgegnete Doktor Bredtschneider mit verbindlichem Lächeln.„Verzeihen Sie mir! Ich wünsche Ihnen aufrichtig, daß Sie nie in die Lage kommen. sich meiner Worte erinnern zu müssen.“ Immerhin blieb in Jenny eine leise Mißstimmung zurück, und der Abschied von dem Arzt wurde kühler, als sie gewollt hatte Nachdem die Hotelrechnung bezahlt war, blieb von Märckls Geld nur noch ein geringer Rest. Doch Jenny machte sich darüber keine allzu großen Sorgen. Noch hatte sie ja ihren Schmuck, den sie in der nächsten größeren Stadt zu Geld machen wollte. Mit einem Gefühl frohen Glaubens an das Kommende jetzte sie sich ans Steuer. Der Wagen glitt auf die Straße, ein Druck auf den Gashebel— in wenigen Minuten lag der kleine Ort hinter ihr, der ihre erste Zuflucht gewesen war. Die endlose Landstraße nahm von ihren Sinnen Besitz. Sie fühlte sich eins mit dem singenden Motor, der ihr untertan war. Der riesige Wagen gehorchte jeder leisen Bewegung ihrer Hände, ein Gefühl, das sie berauschte und ihr Selbstbewußtsein stärkte. In unaufhörlichem Gleichtakt hämmerten die acht Kolben in den Stahlzylindern und jagten den Wagen nach Norden. Erst in der letzten Minute, während des rasch eingenommenen Frühstücks, hatte sich Jenny Prenner einer Freundin erinnert, die in Erfurt lebte und mit einem Stadtbaurat verheiratet war. Zwar hatte man sich nicht gerade häufig geschrieben und außer gelegentlichen Kartengrüßen nichts zu sagen gewußt, nun aber wollte Jenny sie besuchen. Vielleicht konnte Thea Wohlbruck oder ihr Mann, der doch sicher über mancherlei wertvolle Beziehungen verfügte, ihr mit einem Rat oder mit einer Empfehlung behilflich sein! Nach rastloser Fahrt kam Jenny Prenner am späten Nachmittag in Koburg an. Sie stellte den Wagen in einem Hotel unter, dessen Namen sie auf einer Tafel am Ortseingang gelesen hatte, nahm ein Zimmer und machte sich dann mit ihrem Handkoffer auf den Weg, um den Schmuck zu verkaufen. Ein Juweliergeschäft in der Nähe des Schloßplatzes schien ihr vertrauenswürdig. Immerhin trat sie mit merklichem Herzklopfen in den Laden. Es war das erstemal, daß sie etwas von ihrem Eigentum zum Verkauf anbot. Der Juwelier klemmte eine Lupe ins Auge und prüfte die Gegenstände mit einem Gesicht, als koste ihm sein Tun große Ueberwindung „Wieviel dachten Sie für alles zusammen?" fragte er. Seine Stimme ließ erkennen, daß er nicht geneigt war, eine allzu große Summe zu zahlen. Jenny Prenner blickte zögernd auf den Schmuck.„Vielleicht— tausend Mark?" „Aber nein, liebe Frau!“ lächelte der Juwelier, über so viel Unerfahrenheit erstaunt.„Um es kurz zu machen: Ich biete Ihnen dreihundert Mark!" Jenny war dem Weinen nahe.„Aber— das kann doch nicht Ihr Ernst sein! Der Schmuck ist doch das Vierfache wert!" Doch der Juwelier ließ nicht viel mit sich reden. Nach langem Hin und Her und erst, nachdem Jenny, drennende Röte im Gesicht, ihre Notlage eingestanden hatte, rückte er als äußerstes Gebot vierhundert Mark heraus. Dabei blieb er. Jenny hatte keine Wahl. Sie brauchte Geld. Sie konnte doch nicht mit leeren Händen nach Erfurt kommen. Und die von Märckl entliehene Summe mußte zurückbezahlt werden. Den flüchtigen Einfall, damit noch zu warten, verwarf sie rasch wieder. Das Gefühl, dem jungen Menschen verpflichtet zu sein, war ihr unerträglich Als sie mit dem heißerkämpften Geld das Geschäft verlassen hatte, suchte sie das Postamt auf. noch bevor sie den Rückweg ins Hotel antrat Es kostete ihr einige Ueberwindung, die Anweisung mit der von Märckl angegebenen Postlageradresse auszufüllen. Ihr war diese Heimlichkeit zuwider, die alle möglichen Mitzdeutungen zuließ. Märckl hatte geschrieben, daß er jeden Tag auf der Post nachfragen werde, das Geld würde also ohne Verzögerung in seine Hände gelangen. Gottlob, daß diese Angelegenheit nun in Ordnung gebracht werden konnte! Im Hotek bestellte Jenny Prenner ein einfaches Abendeffen. Sie hatte sich vorgenommen, mit den geringen Mitteln. die ihr geblieben waren, aufs sparsamste Haus zu halten. Nun, da das nette kleine Sümmchen, in dessen Besitz sie sich gewähnt hatte, durch das enttäuschende Ergebnis des Schmuckverkaufes in Nichts zerflossen war, bereute sie die etwas leichtsinnige, wenn auch nicht verschwenderische Art, mit der sie in den vergangenen Tagen ihre Mittel verausgabt hatte. Ein in der Nähe sitzender Herr warf ihr unausgesetzt Blicke zu. Nach einiger Zeit bemerkte sie wie er von einer Zeitung den leeren Rand abriß und einige Zeilen daraufkritzelte. Dann winkte er den Kellner heran, flüsterte ihm etwas zu und drückte ihm den Zettel in die Hand, wobei er den Kopf verstohlen in die Richtung von Jennys Platz bewegte. Jenny hätte fast laut aufgelacht, als sie sah, daß der Kellner erst einen Umweg durch die ganze Breite des Saales machte, bevor er Kurs auf ihren Tisch nahm. Jenny entfaltete den Papierstreifen und las mit verächtlich herabgezogenen Mundwinkeln den Inhalt.„Sie sind zu schön, um allein zu bleiben. Würden Sie mir die Freude machen, für den Abend mein Gast zu sein?" Ohne eine Miene zu bewegen, zerknüllte Jenny den Zettel und schnippte ihn in den Aschenbehälter. Dann bezahlte sie ihre Zeche und ließ sich den Zimmerschlüssel aushändigen. Die etwas betretene Miene des Kellners, der sich an dem jähen Aufbruch nicht ganz schuldlos fühlte. übersah sie In ihrem Zimmer, einem trostlos nüchternen Raum, ließ sie sich müde auf den Bettrand fallen. Es war nur gut, daß sie eine Zuflucht hatte, daß sie sich an den Abend des verflossenen Tages erinnern konnte, an die kurzen Minuten im Nebenzimmer jenes Kurhauses. An sich war es ein schreckliches Zimmer gewesen, eine Rumpelkammer, angefüllt mit verstaubten und halbzerbrochenen Tischen, mit übereinandergeturmten Stapeln eiserner Gartenstühle. Aber— er hatte dort zu ihr gesprochen. Mit neuerdings befriedetem Herzen legte sich Jenny Prenner zur Ruhe. Am nächsten Tag, als sie schon wieder eine gute Zahl von Stunden am Steuer gesessen war, fiel ihr plötzlich ein, daß sie sich nun immer mehr der Stadt näherte, in der ihr geheimnisvoller Freund lebte. Der Gedanke war so beklemmend und beglückend zugleich, daß sie die Geschwindigkeit des Wagens vermindern mußte, um ein Unglück zu vermeiden. Sonderbar, daß ihr diese Tatsache nicht schon längst bewußt geworden war! Nein, sie wird sich von der Gunst des Zufalls nicht verführen lassen, sie wird jeder Begegnung aus dem Wege gehen. Das zaubervolle Dunkel des Geheimnisses durfte nicht erhellt. durfte nicht in die Grelle des Alltags gezerrt werden. Die— blaue Insel durfte nicht zerstört werden.— Gegen Abend war Jenny Prenner am Ziel. Aber erst nach mancherlei erfolglosen Erkundigungen gelang es ihr, die Wohnung des Stadtbaurates Wohlbruck ausfindig zu machen. Wohlbrucks wohnten in einem Mietshaus in der Altstadt, nahe des Domes. Jenny ließ den mit einer dicken Staubschicht überzogenen Wagen am Straßenrand stehen und betrat den dämmernden Flur, in dessen Dunkel sie sich zunächst kaum zurechtzufinden vermochte Schließlich entdeckte sie die Treppe, ein Messingschild an der Tür des zweiten Stockes bewies ihr, daß sie am richtigen Ort war. Sie zog die Glocke, ein ältliches Dienstmädchen öffnete. Als Jenny nach Frau Wohlbruck fragte, mußte sie aber zu ihrer Enttäuschung erfahren, daß die Frau Stadtbaurat sich bei ihrem allwöchentlichen Kaffeekränzchen befinde und erst in etwa einer Stunde zu erwarten sei. Der Herr Stadtbaurat sei noch im Büro. Jenny überwand eine Regung des Unbehagens und sagte dem Mädchen, daß sie warten wolle. Das Mädchen wußte offenbar nicht recht, wie sie sich der Besucherin gegenüber zu verhalten habe und führte Jenny in den Salon. Die junge Frau ließ sich in einen Plüschsessel fallen.„Ich hätte Thea durch eine Depesche von meiner Ankunft unterrichten sollen!“ argerte sie sich, während sie sich mißtrauisch in dem mäßig großen Raum umsah. Ihr gegenuber stand ein grünes Sofa, dessen Rücklehne mit einem gestickten Behang geschmückt war.„Das Vertiko in der Ecke strotzte von Porzellanfigürchen, Photographierähmchen und rosig schimmernden Meermuscheln. Auf der obersten Etage thronte mit zierlichem Gesichtchen eine Teepuppe. Ihr Reifrock, aus blauen Seidenbändern in Rüschenform genäht, schien Frau Theas Reigung für Handarbeiten dokumentieren zu wollen. An der Wand über dem Sofa hing ein braver alter Regulator mit zierlich gedrechselten Säulchen und tickte, von Pflichtgefühl durchdrungen. Sekunde um Sekunde sein Pensum herunter. Das also war Theas Welt! Jenny schauderte. Was mochte aus dem übermütigen Mädel geworden sein, das mit ihren tollen Streichen das ganze Internat in ständiger Aufregung gehalten hatte?— Und nun saß sie, eingepackt in Ehrbarkeit. auf ihrem Plüschsofa, stickte Teedeckchen und Wandschoner und besuchte ihr Kaffeekränzchen— jeden Dienstag nachmittag. Jenny gähnte. Gelangweilt griff sie nach dem Photographiealbum, das in wattiertes Leder gebunden auf dem Tisch lag. Dann kam Thea Wohlbruck, ein rundlich gewordenes Frauchen. Jenny erkannte auf den ersten Blick, daß alles gestorben war, was einmal kraftvoll und berauschend in diesem Menschen geblüht hatte. Thea war über den unerwarteten Besuch der Freundin entzückt. Welch eine freudige Ueberraschung! Wie es denn zu Hause gehe? Jenny gab lächelnd Antwort. Ja, danke, es gehe gut. Man könne nicht klagen. „Nein, so eine Ueberraschung! Theobald wird Augen machen. Weißt du, er hat immer schrecklich lange zu tun, der Aermste! Nun, ich bin ja neugierig, wie er dir gefällt.“ Theobald?— Jennn vermutete, daß dier der Herr Stadtbaurat Wohlbruck sei. Ob die Gute nicht endlich daran dachte, ihr einen kleinen Imbiß vorzusetzen? Thea schien mit einer leichten Verlegenheit zu kämpfen. „Wenn du noch warten willst, Liebe, wir essen dann zusammen, sobald Theobald kommt.— Hast du schon ein Nachtquartier?— Nein? Da kannst du dich ja schnell noch nach einem Zimmer umsehen. Wir selbst sind leider sehr beschränkt im Raum, ich hätte dich sonst gerne hierbehalten. Du nimmst mir's doch nicht übel?“ „Aber nein!“ sagte Jenny mit einem starren Lächeln. „Kannst du mir ein Hotel empfehlen?" „Ach, die Hotels sind hier alle so furchtbar teuer, sagt Theobald. Aber gleich hier in der Nähe, im Gasthaus zum Anker, da kannst du sehr billig wohnen. Als im Vorjahr Theobalds Bruder zu Besuch kam, hat er auch dort geschlafen.“ Jenny nickte müde. Sie hatte ein Gefühl, als lauere die Seekrankheit in ihrem Innern.„Na, da will ich mal sehen. ob ich ein Zimmer bekomme.“ Aber als sie sich zum Gehen wandte, wurde sie von Thea zurückgehalten. „Noch etwas, Jenny, solange wir noch allein sind. Wenn Theobald da ist, nicht wahr, du wirst nichts von früher, von der Internatszeit erzählen. Weißt du, Theobald ist so furchtbar korrekt, er darf davon nichts wissen.“ Mit Jennys Beherrschung war es zu Ende. Ihr Lachen klang wie Frevel und Lästerung durch die von Herrn Theobalds Atem geweihten Räume. „Denk dir bloß, liebe Thea, ich bin meinem Mann durchgebrannt— mit einem Studenten, mitten in der Nach!! Das kannst du deinem Theobald erzählen!“ Sie konnte Theas entsetztes Gesicht nicht mehr sehen, denn sie hatte bereits die Wohnungstür hinter sich zugeschagen. Selbst die Klingel erschrak über den ungebührlichen Larm und jammerte stöhnend auf Jenny Prenner eilte die Treppe hinab auf die Straße. Auf dem Trittbrett des Wagens balgten sich einige Gassenjungen. Sie schienen höchst empört, daß die Fenster hochgeschoben waren. Gern hätten sie das Boschhorn tönen lassen. Jenny schloß das Auto auf Als sie drinnen saß und die Tür zufallen ließ, fühlte sie sich wie geborgen. Sie fuhr so heftig los, daß sie an der nächsten Straßenecke einen würdig aussehenden Herrn in Bratenrock und steifem Hut fast überfahren und Thea Wohlbruck auf die Art zur Witwe gemacht hätte. Erst als sie die letzten Häuser der Stadt hinter sich hatte und mit bohrenden Scheinwerfern in die einsame Nacht ein drang. atmete sie auf. „Wohin nun? Wohin?“ zerquälte sie sich den Kopf. Wieder war eine Hoffnung unversehens zuschanden geworden. Im nächsten Augenblick glitt ein Leuchten über ihr Gesicht. Der Fuß stemmte sich gegen den Gashebel. Aufheulend warf sich der Wagen in die Nacht. Jenny Prenner fuhr nach Berlin. 12. Hans Hildebrand fühlte sich nicht ganz so wohl, wie man es eigentlich hätte erwarten sollen. Er saß mit einem recht unglücklichen Gesicht auf seinem Motorrad, um das verabredete Stelldichein aufzusuchen. Genau besehen war es doch ein recht einfältiges Abenteuer, in das er sich da eingelassen hatte. Was wollte er denn von dieser kleinen Liese?— Wollte er sie etwa heiraten? Absurder Gedanke! Er, der sein Junggesellenbanner stets mit solcher Ueberzeugung geschwungen hatte! Wenn er nun ausgerechnet mit einem Dienstmädchen ankam! Nein, das Hallo bei seinen Kollegen! Es war nicht auszudenken. Nun ja, an so etwas wie heiraten dachte die kleine Liese wohl selber kaum. So vernünftig war sie wohl, daß sie sich keine solchen Flausen in den Kopf setzte. Wahrscheinlich wollte sie selber gar nichts weiter, als ein paar zärtliche Worte hören und sich ein bißchen küssen lassen und ein Stück Kuchen verzehren, den sie nicht zu bezahlen brauchte. Man kannte das! Aber trotzdem konnte der gute Hildedrand das Gefühl nicht loswerden, daß Lieses braune Augen eine Gefahr für seine Freiheit bedeuteten. Liese Vergius stand schon da und hatte ein duftiges Seidenkleidchen an. Vor ihrer strahlenden Gegenwart zerstoben Hildebrands düstere Gedanken. Großartig, wie das Mädchen sich anzuziehen verstand! Das Kleid saß, als hätte es eine Schneiderin für sie angefertigt. Dazu ein kleines, lichtrosa Strohhütchen! Man konnte sich mit ihr sehen lassen. Ueber das Vorhandensein des Motorrades war Liese Vergius geradezu fassungslos.„Was Sie alles haben!“ staunte sie.„Wollen wir denn mit dem Motorrad ausfahren?" „Aber klar!“ freute sich Hildedrand.„Sie werden doch Courage haben, Fräulein Liese, oder?“ Liese machte mutige Augen.„Habe ich! Das wird ja fein, da können wir eine richtige Tour machen.— Und der Photokasten? Ist er da?“ Hildebrand klopfte stolz auf seine Rocktasche. Der ist immer schußbereit.— Und nun klettern Sie mal los, auf den Sogus!“ Liese Bergius lächelte.„Wie wäre es, wenn Sie mir vorher Ihren Namen nennen würden? Man möchte doch wissen, wem man das Vergnügen verdankt. Oder ist es ein Geheimnis?“ Hildebrand fühlte eine fähe Röte der Beschämung in sich aufsteigen. Wie hatte er das vergessen können! „Ein hübscher Name!“ gab das Mädchen zu, als er sich vorgestellt hatte.„Ich heiße Bergius!“ „Bergius?" horchte Hildebrand auf. Hören Sie mal, das ist sogar ein sehr berühmter Name! Geheimrat Professor Bergius ist ein sehr angesehener Berliner Gelehrter, eine prominente Persönlichkeit der Bertiner Gesellschaft. Soviel wie dieser für einen Vortrag bekommt, verdienen Sie Ihr ganzes Leben lang nicht!(Fortsetzung folgt.) Die Ergrenisse ul den Wahltreisen Aus westdeutschen Bezirken Würdiger Berlaus im ganzen keiche Vorläufiges Endergebnis Alle aus dem Reihe-legenden Meldungen Wahlkreis 1 Ostpreußen. Stimmberechtigte 1497000; Ja 1 353000; Rein 57.000; ungültig beteiligung 94,7 Prozent. Wahlkreis 2 Berlin. Wahlberecht.: 1 386 000; Ja 986 334; Nein 224 558; ungültig 31233; Wahlkreis 4 Potsdam 1. Stimmberechtigte 1591000; Ja 1339000; Rein 155 000; ungültig 28.000; abgegebene Stimmen 1522000; Wahlbeteiligung 90,6 Prozent. Wahlkreis 5 Frankfurt=Oder. Stimmberechtigte 1134 294; Ja 1031 112; Rein 58 417; ungültig 13979; abgegebene Stimmen 1103 508. Wahlkreis 6 Pommern. Stimmberechtigte 1338 701; Ja 1187 259; Rein 84659; ungültig 17529; abgegebene Stimmen 1287447. Wahlkreis 8 Liegnitz. Stimmberecht. 865 000; Ja 755000; Nein 63.000; ungültig 17000; abgegebene Stimmen 836000. Wahlbeteiligung 96 Prozent. Wahlkreis 9 Oppeln. Stimmberechtigte 877 327; Ja 793216; Nein 66.652; ungültig 15.806; abgegebene Stimmen 875 674; Stimmscheine 36 094. Wahlkreis 10 Magdeburg. Stimmberechtigt 1184949; Ja 1026 446; Nein 99953; ungültig 21 854; Abgegebene Stimmen 1147 853. Wahlkreis 11 Merseburg. Stimmberechtigte 1011000; Ja 885000; Nein 78000; ungültig 90000; abgegebene Stimmen 983.000; Wahlbeteiligung 97/3 Prozent. Wahlkreis 12 Thüringen. Stimmberechtigte 1636 000; Ja 1434000; Nein 122.000; ungültig 33.000; abgegebene Stimmen 1588000; Wahlbeteiligung 96,8 Prozent. Wahlkreis 13 Schleswig=Holstein. Stimmberechtigt 1186 000; Ja 955000; Rein 155.000; ungültig 25.000; abgegebene Stimmen 1 125000. Wahlbeteiligung 95 Prozent. Wahlkreis 14 Weser=Ems. Stimmberechtigt 1092000; Ja 874.000; Nein 137.000; ungültig 27000; abgegebene Stimmen 1038000. Wahlbeleiligung 95 Prozent. Wahlkreis 15 Hannover-Oft. Stimmberechtigte 770 965; Ja 663176; Nein 61 436; ungültig 11 927; abgegebene Stimmen 736 519. Wahlkreis 16 Süd=Hannover-Braunschweig. (Vorl. Ergebnis.) Stimmberechtigte 1 406000; Ja 1218000; Nein 111 000; ungültig 22.000; abgegebene Stimmen 1351000; Wahlbeteiligung 95,8 Prozent. Wahlkreis 17 Westfalen=Nord.(Vorl. Endergebnis.) Stimmberechtigte 1750000; Ja 1361 000; Nein 255.000; ungültig 48.000; abgegebene Stimmen 1664000; Wahlbeteiligung 95.6 Prozent. Wahlkreis 18 Westfalen=Süd. Stimmberechtigte 1 729000; Ja 1 408 000; Rein 209 000; ungültig 35 000; abgegebene Stimmen 1652000. Wahlkreis 19 Hessen=Rassau. Stimmberechtigte 1801 000; Ja 1 573.000; Rein 145 000; ungültig 30 000; abgegebene Stimmen 1779.000; Wahlbeteiligung 97,1 Prozent. Wahlkreis 20 Köln=Aachen. Stimmberchtigte 1572000; Ja 1194 000; Rein 265.000; ungültig 48000; abgegebene Stimmen 1500000; Wahlbeteiligung 95,4 Prozent. Wahlkreis 21 Koblenz=Trier. Stimmberechtigte 902 000; Ja 742.000; Nein 106.000; ungültig 29500; abgegebene Stimmen 878000; Wahlbeteiligung 97,3 Prozent. Wahlkreis 22 Düsseldorf=Ost. Stimmberechtigt 1 428154; Ja 1 276 992; Nein 144 208; ungültig 18079; abgegebene Stimmen 1439 279; Stimmscheine 88 760. Wahlkreis 23 Düsseldorf=West. Stimmberechtigte 1 201 190; Ja 1087954; Rein 103.029; ungültig 21 225; abgegebene Stimmen 1212 208; Stimmscheine 62584. Wahlkreis 24 Oberbayern=Schwaben. Stimmberechtigte 1 942.000; Ja 1655.000; Nein 164 000; ungültig 31.000; abgegebene Stimmen 1 850 000. Wahlbeteiligung 95.8 Prozent. Wahlkreis 25 Niederbayern. Stimmberechtigte 887301; Ja 770343; Rein 51391; ungültig 15394; abgegebene Stimmen 847 128. Wahlkreis 26 Franken. Stimmberechtigte 1786000; Ja 1619.000; Rein 89 000; ungültig 31 000; abgegebene Stimmen 1739.000. Wahlbeteiligung 983 Prozent. Wahlkreis 27 Pfalz. Stimmberechtigte 622113; Ja 622359; Nein 21 829; ungültig 4246; abgegedene Stimmen 648434; Stimmscheine 38 764. Wahlkreis 28 Dresden=Bauden. Stimmberech= 98 1464 801; Ja 1 271 918; Rein 112.528; unguttig 34 211. 959301:. Leipzlg, Stimmberechtigte 391: Ja 764 836; Rein 133 680; ungültig 40 112, abgegebene Stimmen 921 628. Stimmber= Pirtemberg ohne Bahnhöfe. 117544, 4ctigte 1751 600; Ja 1691 626; Rein 19. ungültig 31873; abgegebeue Stimmen 841043; Stimmscheine 137 000. Sa reis 32 Baden. Stimmberecht. 1 665 000; — 4 20 000; Rein 144 000; abgegebene Stiremen Düsseldorf. Ja 117000; Nein 17000; ungültig 2000; abgegebene Stimmen 136.000. Remscheid. Stimmberechtigte 68900; Ja 60 000; Rein 7900; ungültig 1100; abgegebene Stimmen 68100. Bonn.(Vorl. Ges.=Ergebnis.) Stimmberechtigte 62.000; Ja 49000; Nein 12.000; ungültig 1000; abgegebene Stimmen 62.000. Duisburg=Hamborn.(Vorl. amtl. Endergebn.) Stimmberechtigte 264 269; Ja 241 364; ungültig 2955; abgegebene Stimmen 258 779. Wanne=Eickel.(Vorl. amtl. Endergebnis.) Stimmberechtigte 56 866; Ja 45910; Rein 6697; ungültig 1296; abgegebene Stimmen 53903. Solingen.(Vorl. amtl. Endergebn.) Stimmberechtigte 98538; Ja 85 664; Nein 11 924; ungültig 1787; abgegebene Stimmen 99375. Wesel.(Vorl. amtl. Endergebnis.) Stimmberechtigte 15 653; Ja 14535; Rein 1306; ungültig 276; abgegebene Stimmen 16 117. Herne. Stimmberechtigte 58 718; Ja 47343; Nein 8104; ungültig 1356; abgegebene Stimmen 56 803; Stimmscheine 1737. Krefeld=Uerdingen. Stimmberechtigte 111329; Ja 92227; Rein 14936; ungültig 2733; abgegebene Stimmen 109896. Rheydt. Stimmberechtigte 50325; Ja 42853; Nein 6714; ungültig 986; abgegebene Stimmen 50 553. Mülheim=Nuhr. Stimmberechtigte 86 930; Ja 85 861; Nein 2790; ungültig 736; abgegebene Stimmen 89387; Stimmscheine 4983. Landkreis Kempen=Krefeld. Stimmberechtigte 88843; Ja 76554; Nein 12 565; ungültig 2871; abgegebene Stimmen 91 990; Stimmscheine 6388. Stadt Münster. Stimmberechtigt 72145; Ja 58 667; Rein 13.064; ungültig 1588; abgegebene Stimmen 73319. Stadt Viersen. Stimmberechtigt 21790; Ja 17830; Nein 3184; ungültig 601; abgegebene Stimmen 21615; Stimmscheine 707. Stadt Groß=Dortmund. Stimmberechtigte 359000; Ja 277000; Nein 54.000; ungültig 7800; abgegebene Stimmen 338000. Stadt Bochum. Stimmberechtigte 203.000; Ja 179000; Rein 13000; ungültig 3000; abgegebene Stimmen 194000. Gladbach-Stadt. Stimmberechtigt 82.451; Ja 68 664; Nein 12 402; ungültig 1494; abgegebene Stimmen 82.560; Stimmscheine 3817. Landkreis Cleve. Stimmberechtigt 47 863; Ja 45040; Rein 4340; ungültig 1093; abgegebene Stimmen 50473; Stimmscheine 4868. Landkreis Diuslaken. Stimmberechtigt 36 404; Ja 35 135; Rein 1581; ungültig 311; abgegebene Stimmen 37.027; Stimmscheine 1615. Landkreis Geldern. Stimmberechtigt 36741; Ja 34 056; Nein 5570; ungültig 1582; abgegebene Stimmen 41 208; Stimmscheine 5888. Gladbeck. Stimmberechtigt 33 463; Ja 26364; Rein 6085; ungültig 699; abgegebene Stimmen 33 148; Stimmscheine 1031. Landkreis Grevenbroich=Neuß. Stimmberech= tigt 66.010; Ja 56 946; Nein 7642; ungültig 1668; abgegebene Stimmen 66 256; Stimmscheine 2560. Die gesamte deutsche Kolonie in hongkong säimmte ab Selbst im fernen Hongkong nahmen die Deutschen an der Volksabstimmung teil. In der Frühe begab sich die gesamte deutsche Kolonie an Bord des Norddeutschen Lloyd=Dampfers„Bremerhaven“, der außerhalb Hongkongs kreuzte. Aus der Begeisterung, die der Name Hitler entfachte, ging klar hervor, wie die Deutschen Hongkongs stimmten. aus dem Reiche vor lassen erkennen, daß der Abstimmungstag überall würdig und ohne jeden Zwischenfall verlaufen ist, ganz im Gegensatz zu den Wahltagen in der Systemzeit, die durch Tumulte und Zusammenstöße mit Toten und Verletzten gekennzeichnet waren. Allerorts, in den Städten und auf dem Lande, war die Wahlbeteiligung äußerst stark. Reicher Flaggenschmuck im Saargebiet Das Saargebiet konnte sich an der Volksabstimmung noch nicht beteiligen. Wenn es auch seine Zusammengehörigkeit mit Führer und Reich nicht durch seine Stimmabgabe bekunden konnte, so bewies doch der reiche Flaggenschmuck, der überall seit Freitag im Saargebiet zu sehen war, die innere Verbundenheit der Deutschen an der Saar mit dem Deutschen Reich. Das Saargebiet selbst muß sich noch fünf Monate gedulden, bis es am 13. Januar 1935 sein Bekenntnis zum Führer und Reich ablegen kann. Ueberall im Saargebiet hörte man am Freitag die große Rede des Führers. Zahlreiche vorübergehend im Saargebiet weilende Reichsdeutsche strömten am Sonntag zu den nahegelegenen Grenzorten, um dort ihrer Wahlpflicht zu genügen. „Deutschland wählt in einem Taumel von Begeisterung hitler „Deutschland wählt in einem Taumel der Begeisterung Hitler. Die Wählerschaft hat sich buchstäblich in die Wahllokale gestürzt“, so heißt es in der Schilderung, die das meistgelesene Pariser Abendblatt, der„Paris Soir“, aus Berlin erhält. Der Korrespondent erwähnt auch, daß die Jubelstimmung, die den Wahltag zu einem Volksfest mache, in allen Schichten die gleiche sei. Der reiche Westen Berlins wetteifert mit den Arbeitervierteln in Neukölln, und auf der Fahrt von Hamburg nach Berlin hat der Berichterstatter festgestellt:„Der deutsche Bauer steht hinter seinem Führer wie der Arbeiter in den Städten. Männer und Frauen glauben, daß das Wunder geschehen wird und haben mehr denn je Vertrauen.“ Mit mehr Zurückhaltung äußern sich auch die anderen Abendblätter über die Volksabstimmung, die die Bedeutung des heutigen Wahltages noch erhöhe. Große Ueberschwemmungen in Nord-Anatolien Rach Meldungen aus Instamdul sind bei großen Ueberschwemmungen in Nord=Anatolien 15 Bauern ertrunken. 1500 Personen wurden obdachlos. Ueber 450 Häuser stehen bei Tokat unter Wasser. Eine Anzahl von Brücken wurde neggeschmemmt. Die Zugehörigkeit des LebensmittelEinzelhandels Abkommen zwischen Reichsnährstand und Rekofei Amtlich wird mitgeteilt:„Durch ein zwischen dem kommissarischen Führer der Wirtschaft, Graf von der Goltz, und dem Leiter der Reichshauptabteilung IV des Reichsnährstandes, Carl Vetter, getroffenes Uebereinkommen ist für die Betriebe des Lebensmittel=Einzelhandels die Frage der Zugehörigkeit zum Reichsnährstand und zum Reichsverband deutscher Kaufleute des Kolonialwaren=, Feinkost= und Lebensmitteleinzelhandels e. B.(Rekofei) sowie die Anmeldepflicht geregelt worden. Danach gehören die Betriebe des Lebensmitteleinzelhandels, die ausschließlich Landhandel im Sinne der öffentlichen Aufforderung des ReichsDes Reichspräsidenten letzte Unterschrift — Rin Aroos, Oogegebens StiSahr.. Wahlbekelligung 90 33 Hessen=Darmstadt. StimmberechJa 834 000; Nein 90.000; unSulng 19 000; abgegebene Stimmen 973000. 84 Hauberg, Stimmberechtigte Bebsel Uch. G # edtr ir am 99h.n! Su di enlignns Damer duns im Zie uder gleichnicer bebnn un ben ui d. Schmitee en Stellvertreter des Arichshmters u Oesendten und besollnbitigten Uintster in dufrimster desSeraiesten in Sim gremelt. 3n benhen dieam auluß. Huen gebenke arbell un für die geam Himele, deis bis am daeerius ön dmn Aister am Ttepssan aisen deri geipts. bei dulen. nem ien Sie uisshr ei e#simsbashn bressun deisenn susn iden enssssin, ue gumiclt an mnar — Kurz nach 1 Uhr nachts lag die erste Gesamtzählung aus dem Reich vor, die dem Endergebnis annähernd nahekommt. In dieser Zählung fehlen nur noch die Ergebnisse der Bahnhöfe und die von etwa 1500 Wahlbezirken aus dem Wahlkreis Mecklenburg, wo Gewitterstörungen die Uebermittlung der Ergebnisse stark beeinträchtigten, Die DRB=Zählung von 1 Uhr nachts umfaßt Stimmberechtigte.... 45 968 753 davon Ja=Stimmen.. 38279594 Nein=Stimmen 4287 808 ungültig 871 056 abgegebene Stimmen... 43438 378 Die Wahlbeteiligung beträgt rund 94,5 Prozent, die der Ja=Stimmen 90 Prozent. bauernführers vom 25. Juni 1934 betreiben oder bei denen der Handel mit reichsnährstandsfremden Waren 20 v. H. des Jahresumsatzes nicht übersteigt, ausschließlich zum Rekofei, während für die dazwischen stehende Gruppe,„die gemischten Betriebe“, Doppelzugehörigkeit Platz greift. Jeder Lebensmitteleinzelhandelsbetrieb genügt seiner Meldepflicht, wenn er sich bis zum 15. September 1934 entweder bei der örtlich zuständigen Kreisbauernschaft oder bei der örtlich zuständigen Bezirksorganisation des Rekofei anmeldet; beide Organisationen werden dann die Anmeldungen austauschen und sich die einschlägigen Betriebe gegenseitig zuweisen. Der Reichsnährstand erklärt sich damit einverstanden, daß auch die gemischten Betriebe mit Doppelzugehörigkeit ausschließlich im Rekofei organisatorisch zusammengeschlossen werden, wogegen der Rekofei die Verpflichtung übernimmt, alle Anordnungen des Reichsnährstandes allen Betrieben des Lebensmitteleinzelhandels zu übermitteln. Die auf dem Gebiet der Markt= und Preispolitik liegenden Betreuungsaufgaben werden für den Lebensmitteleinzelhandel ausschließlich vom Reichsnährstand, die übrigen Betreuungsaufgaben mit Zustimmung des Reichsnährstandes von der Rekofei wahrgenommen. Das Abkommen enthält weitere Bestimmungen über Zusammenarbeit beider Organisationen sowie über die Beitragsregelung, wodurch eine Mehrbelastung der gemischten Betriebe durch gleichzeitige Zugehörigkett zu beiden Organisationen vermieden wird. Das Abkommen hat die Zustimmung der beteiligten Ministerien gefunden. * Unter Beziehung auf die vorstehende amtliche Meldung wird von den beteiligten Organisationen(Reichsnährstand und Rekofei) auf folgendes hingewiesen: Durch alle bereits getätigten Anmeldungen, gleichviel, ob sie bei den Dienststellen des Reichsnährstandes oder bei den Bezirksorganisationen der Rekofei erfolgt sind, ist der Anmeldepflicht genügt. Eine Doppelanmeldung ist nicht erforderlich. Ist eine Doppelanmeldung erfolgt, so ist die Zurückziehung einer der Meldungen nicht erforderlich und unzulässig. In wenigen Zeilen Die Berliner Bevölkerung brachte dem Führer am Vorabend der Volksabstimmung begeisterte Huldigungen dar. Die Kundgebungen setzten sich am Wahltage in verstärktem Maße fort. Am Sonntagmittag zeigte sich der Führer, von der Menge stürmisch bejubelt, am Fenster der Reichskanzlei. Die 14tägige Frist, die für einen Besuch am Sarge des verewigten Reichspräsidenten und Generalfeldmarschalls von Hindenburg vorgesehen war, soll voraussichtlich bis zum Endtage der Tannenberg=Schlacht verlängert werden. Dte 22. Deutsche Ostmesse in Königsberg wurde am Sonntagvormittag feierlich eröffnet. Oberpräsident und Gauleiter Koch hielt längere Ansprache. Von den 500sächsischen Schutzhäftlingen wurde weit über die Hälfte auf Grund des Amnestiegesehes enklassen. Das Schutzhaftlager Burg Hohenstein wurde aufgelöst. Derevangelische Pferrer von Innsbruck D. Ludwig Mahnert wurde verhaftet. Er ist wegen seiner nationalen Gesinnung bekannt. Die deutsche Fliegerin Elli Beine horn ist in Guatemala zu einem Besuch eingetroffen. Sie hat ihr Flugzeug in Costarica zurückgelassen, wo es repariert wird. In Japan wird aus der Gegend von goya ein starkes Erdbeben gemeldet, durch die Bahnversindungen unterbrochen——en. von Rades wurden. s Kranken= haus in Rlode Janetrs wurde in Anweenheit des deutschen Gesendten, von Verrretern Ein großes deutsche. aneire un h Am Freitag, dem 17. August, entschlief unser lieber Turnbruder 1fI 1288 In jahrelanger Turnerkameradschaft war er ein echter lünger jahns und stets ein treuer Mitarbeiter des Vereins. Wir werden ihm ein dauerndes Andenken bewahren Turnverein„Jahn“ Schwerterheide Ordentliches sauberes MorgenMädchen gesucht. Hagenerstraße 34. Zur Beerdigung treten die Mitglieder Dienstag, nachmittag 3½ Uhr am Vereinsheim an. Büchel finden Sie in reichhaltiger Auswahl in den Buchhandlungen Carl Braus OUIpeT billig und gut CARL BRAUS Ruppen durchs Sadertane Wir streifen durch die Landschaft zwischen Iserlohn und Schwerte. Was gibt es Schönres in dieser weiten Welt, Als frisches Wandern durch Busch und Feld! Am oberen Ende der Hagenerstraße in Iserlohn, 3 Min. westlich vom Bahnhof Iserlohn(250 m) entfernt, gewahren wir das weiße Liegekreuz mit der Zahl 4, also diejenige auptwanderstrecke des Sauerländischen Gelirgsvereins, an die wir uns im ersten Teil des Tages halten wollen. Durch grüne Fluren wandern wir in ½ Std. zur Rauhen Hardt(310 m) empor. Ein lieblicher Rückblick über Iserlohn hinweg zu den grünen Bergen des Iserlohner Stadtwaldes zeigt uns, wie schön Iserlohn liegt. Nach Ueberquerung des schmalen Kammes der Rauhen Hardt gelangen wir nach ½ Std. an den Gehöften von Papenholz vorbei zur Grürmannsheide(270 m), nach einer weiteren ½ Std. auf einem Fahrweg durch Wald zu dem Treffpunkt mit der Hauptwanderstrecke 26. Das bedeutet für uns ein Hinüberwechseln auf diese Strecke nach rechts.(Würden wir geradeaus weitergehen, kämen wir nach 10 Min. zum Schälk.) Auf der 26 erreichen wir nach ½ Std. Waldweg Bürenbruch, von wo aus wir die Eingangspforte zum Sauerland, die alte Hansastadt Schwerte erblicken können, nach weiteren 20 Min. am Elsebach die tiefste Stelle mit 140 m. Auf der Ostseite gehts langsam wieder bergan. In 20 Min. kreuzen wir eine Landstraße, nach weiteren 30 Min. Abstieg auf aussichtsreichem Höhenweg berühren wir die Gehöfte von Lehmufer(Schäfer am Ufer). Nachdem wir nochmals ein Bächlein überstiegen haben, stehen wir nach 20 Min. am Hof Schwarzelühr. Gleich dahinter folgt der Refflingserbach und nach ¼ Std. der Bahnhof Kalthof. Unmitelbar vor dem anschließenden Ort biegen wir jedoch rechts ab, verfolgen fast 20 Min. die Landstraße, bis wir an der Köbbinghauser Mühle, am Baarbach gelegen, den kleinen Anstieg links durch Felder zum Dorf Sümmern(200 m) machen. In 20 Min. sind wir dort angekommen. Den kleinen Ort haben wir bald durchschritten. Weiter nehmen wir einen breiten Feldweg unter die Füße, der uns nach ¼ Std. zum Hof Birterhausen bringt. Der danach folgende Waldweg von 40 Min. bis Stübbecken(278 m) wie auch der anschließende Waldweg von ½ Std. bis hinter Hof Krebsbach und nicht zuletzt der halbstündige Waldpfad durch die Waldemei, den Mendener Stadtforst, bilden einen stimmungsvollen Abschluß. Am Bahnhof Menden(145 m) endet unsere wenig anstrengende Wanderung, bei der wir förmlich einen Bogen um Iserlohn geschlagen haben. Nur Blatt 2 Iserlohn der Sauerlandkarte 1:50 000 des Sauerland=Verlages zu Iserlohn braucht man zur Verfolgung dieser ganzen Strecke. Der onsernafe dlelisch uns der Erohof Das hervorstechendste Merkmal des Reichserbhofgesetzes ist die Tatsache, daß es kein landwirtschaftliches Gesetz im gewöhnlichen Sinne des Wortes ist, das lediglich mit der materiellen Seite der bäuerlichen Wirtschaft, der Bodenbearbeitung, dem sozialen Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer und mit den Vorgängen von Kauf oder Verkauf bäuerlicher Erzeugnisse zu tun hätte. So sehr die wirtschaftliche Sicherung des Bauerntums ein vordringlicher Gegenstand der Agrarpolitik und die Ernährung des deutschen Volkes auf eigener Scholle eine über unser Sein oder Nichtsein entscheidende Frage ist, so sehr steht aber der Bauer als Mensch im Mittelpunkte der nationalsozialistischen Maßnahmen für die Landwirtschaft und für das deutsche Volk. Der Bauer ist die blutmäßige Quelle der Nation. Wenn diese Quelle vernachlässigt wird und nicht mehr fließt, muß zwangsläufig mit der Zeit das Volk äussterben, da die Bevölkerungszahl zurückgeht und die Rasse sich verschlechtert. Es ist leider kur allzu bekannt, wie sehr unter der Herrschaft des Liberalismus und des Marxismus diese ewige Wahrheit jeder gesunden Volkspolitik und der bäuerliche Mensch vernachlässigt worden sind. Die Verstädterung des deutschen Volkes hat ln den letzten Jahrzehnten ungeahnte und vollkommen ungesunde Ausmaße angenommen, noch heute haben wir unter den Folgen dieser gefährlichen Entwicklung und der Vernachlässigung des Bauerntums zu leiden. Daher ist die oberste Richtschnur der nationalsozialistischen Agrarpolitik die Erhaltung des vorhandenen Bauerntums und die Neubildung von Bauerntum in möglichst großenMaßstabe. Nun ist aber die Erhaltung des Bauerntums nicht nur eine Frage hoher oder niedriger Preise, einer guten oder schlechten Wirtschaftslage, einer klugen oder kurzsichtigen Handelspolitik, sondern worauf es ankommt, ist die Erhaltung einer großmöglichsten Zahl rassisch gesunder Bauernfamilien auf ihren Höfen. Und hier springt das Reichserbhofgesetz ein. Es verhindert, daß der Bauer in kuresichtiger Ichsucht williürlich über den Hof verfügt, den Boden der wiederhalten Erbteilungen zerschlägt oder den Hof durch Belastung mit angeblich gerechten Erbansprüchen oder sonstigen wirtschaftlichen Forderungen überschuldet und schließlich dem Gerichtsvollzieher ausliefert. Der Boden ist keine Handelsware und der Bauer kein Händler, sondern Treuhänder seines Geschlechtes und des Volksganzen. Daher muß auch sein Hof, der Erbhof, seine unzerstörbare Lebensgrundlage sein und in der Kette der Geschlechter erhalten werden. Die blutmäßige Erhaltung des Geschlechtes ist die wichtigste volkspolitische Aufgabe des Bauern. Aus diesem Grundgedanken erwachsen die wichtigsten Bestimmungen des Reichserbhofgesetzes. Unter diesem Gesichtspunkt verbietet es grundsätzlich die Teilung, Veräußerung, Belastung des Erbhofes und macht es die Zwangsvollstreckung gegen den Erbhof unmöglich. Der Bauer sitzt jetzt fest auf seinem Grund und Boden, und kein Gläubiger, kein weichender Erbe kann ihn von seinem Sitz vertreiben. Eine streng geregelte Erbfolge bestimmt den Anerben, gerechte und ausreichende Bestimmungen sichern die angemessene Versorgung der weichenden Erben und stellen ihnen den Hof als letzte heimatliche Zuflucht im Falle der Not sicher. Der erhöhten Sicherung des Bauern und Besitzes entsprechen aber selbstverständlich erhöhte Pflichten und Anforderungen. Deshalb wird gerade vom Reichserbhofgesetz so großer Wert auf die Bauernfähigkeit des Erbhofbesitzers und des Anerben gelegt. Abgesehen von dem Nachweis der wirtschaftlichen Befähigung, muß gerade der Erbhofbauer als der blutmäßige Garant seines Geschlechtes und des deutschen Volkes überhaupt rassisch vollkommen einwandfrei, rein arisch und erbgesund sein. Deshalb muß auch der Erbhofbauer ehrbar sein, da er nur kraft seiner Ehrbarkeit seine vielseitigen Pflichten gegenüber den Angehörigen seines Geschlechts ersüllen und als Treuhänder seines Hoses, des deutschen Bodens und der deutschen Volksernährung wirken kann. Ueber seine Ehrberkeit wachen der gesamte Bauernstand, der Reichsnährstand und das Anerbengericht, an dessen Rechtssprechung er nach altem deutschen Bauernbrauch schöpferisch mitwirken kann. So sehr auch der Nationalsozialismus mit dem Reichserbhofgesetz den bäuerlichen Menschen in den Vordergrund gestellt hat, so sehr hängt aber auf der anderen Seite dieses grundlegende Werk mit der übrigen bäuerlichen Gesetzgebung zusammen. Wenn der Bauer heute keine dinglichen Belastungen mehr, keine Hypotheken aufnehmen kann, so wird das auch für gewöhnlich garnicht notwendig sein, da die Festpreise, die Marktregelung und eine auf die Erhaltung unseres Bauerntums bedachte Handelspolitik den wirtschaftlichen Bestand des Hofes sichern. Die miterbenden Söhne des Bauern erhalten zwar in der Regel keine Teile des väterlichen Ackers, haben aber durch die Siedlungspolitik der nationalsozialistischen Regierung, die sie als Anwärter in erster Linie berücksichtigt, selbst die Möglichkeit, Erbhofbauern zu werden. Die von verständnislosen oder übelwollenden Kritikern am Reichserbhofgesetz für das Bauerntum festgestellten Nachteile erweisen sich an diesen und an vielen anderen Beispielen, bei Licht besehen, als Vorteile. Und das große Werk des Reichserbhofgesetzes steht, zutiefst betrachtet, im Zeichen des Grundsatzes der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft: Gemeinnutz geht vor Eigennutz! Denn der Gemeinnutz des Geschlechts, dem in der Folge der Generationen der Hof ungeteilt und unbelastet als Existenzgrundlage erhalten wird, ist der Gemeinnutz des gesamten Bauernstandes und des deutschen Volkes. G. W. Werde des Reichsluftschutzbundes! Aus dem Nachbargebiet Dortmund, 20. Aug. In Schutzhaft genommen. Sonntag gegen 14.30 Uhr mußte der Julius L. aus der Huckarderstraße wegen Mißhandlung seiner Ehefrau und Tochter in polizeiliche Verwahrung genommen werden. Dortmund, 20. Aug. Wegen Verdachts des Einbruchsdiebstahls festgenommen. In der Nacht zum Sonntag gegen 2.45 Uhr hat der 54jährige D., ohne feste Wohnung, die Einfriedigungsmauer des Fredenbaumgebäudes überstiegen. Er wurde beobachtet und konnte festgenommen werden. Dortmund, 20. Aug. Eine Schrebergartenvereinigung an der Hannöverschenstraße hatte Samstag ein Gartenfest. In vorgerückter Stunde war unter den Teilnehmern eine große Schlägerei, an der etwa 60—70 Personen beteiligt waren, ausgebrochen. Die Parteien bearbeiteten sich gegenseitig mit Hacken, Flaschen und Steinen. Mehrere Personen wurden erheblich verletzt und mußten sich in ärztliche Behandlung begeben. Das herbeigerufene Ueberfallkommando schlichtete den Streit und stellte die Personalien der Haupttäter fest. Hagen, 19. Aug. Vor ein Auto gelaufen. An der Reh- und Wehringhauserstr. lief ein 5 jähriges Mädchen, die Tochter der Familie Kaminski, Rehstraße, vom Bürgersteig auf den Fahrdamm direkt vor einen vorbeifahrenden Lieferwagen. Die Eltern des Mädchens, die an der Straßenecke sich in diesem Augenblick aufhielten, sahen mit Entsetzen, wie ihr Kind überfahren wurde. Es war sofort tot. Hagen, 19. Aug. 80jährige überfahren. In der Mühlenstraße wurde die 80 Jahre alte Frau B. von hier, als sie die Straße überqueren wollte, von einem Lastwagen überfahren und schwer verletzt. Im Krankenhaus erlag sie den schweren Verletzungen. Menden, 19. Aug. Rückgang der Diphtherie. In den letzten Wintermonaten ist manches junge Leben durch die tückische Epidemie der Diphtherie und des Scharlachs in Menden zugrunde gegangen. Von einem epidemieartigen Auftreten dieser Krankheiten kann allerdings seit einigen Monaten nicht mehr die Rede sein. Jedoch konnten Kinderverschickungen in andere Gebiete, wie das sonst geschieht, nicht erfolgen. Die Gefahr der Verbreitung ist noch zu groß. Schulentlassene Mädchen hat man aber zur Erholung aufs Land geschickt. Billardsport Schwerte gewinnt den Billardkampf grgen### gen mit 930 zu 660 Punkte::. Mit einem Schwerter Sieg wurde der lardwettkampf Schwerte— Hagen am vergangenen Mittwochabend eingeleitet. In Anwesenheit von zahlreichen Zuschauern lieferten beide Mannschaften einen äußerst spannenden Kampf. Die Hiesigen warteten mit vorzüglichen Leistungen auf, zeigten ein technisch fast volendetes Spiel, sodaß die begeisterten Zuschauer ganz auf ihre Kosten kamen. Die schönste Partie des Tages zeigte der hiesige Spieler, Ootte Günther, der einen wunderbaren Durchschnitz von 7,3 Points spielte. Eine schöne Leistung. Auf Wunsch der Hagener Spieler wurde der Wettkampf mit 8 Partien bei nur 30 Aufnab. men ausgetragen. Spielen die Schwerter auch in Zukunft so, dann werden die Siege nicht aus. bleiben. Nachfolgend die Einzelergebnisse: 30 Aufnahmen. Larnen, Spiei, Sper. Turnverein„Jahn“ Schwerterheide Die Leichtathleten beim Harkort=Bergfest. Die Leichtathleten des TV. Jahn Schwerterheide nahmen am Sonntag am Harkort=Bergfest teil und konnten hier einige schöne Erfolge erringen. Im Vierkampf der Unterstufe, an dem über 1100 Wettkämpfer beteiligt waren, errangen Otto Reinert mit 78 Punkten. Willi Münstermann mit 67 Punkten und Heinrich Brenne mit 60 Punkten einen Kranz. Im 1500-MeterLauf Unterstufe belegte Fritz Brenne unter schärfster Konkurrenz den 5. Platz. Die 3 mal 1000=Meter=Lauf der Jugend kam unter 14 teilnehmenden Mannschaften auf einen guten 4. Platz Rundfunk=Programm Montag, 20. August 1934. 10.00 Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen, 10.10 Für Euch daheim! 10.30 Wir und die Welt. 12.00 Musik am Mittag. 12.50 Erste Mitatgsmeldungen, Glückwünsche, Anschließend Fortsetzung der Musik an Mittag. 14.00 Zweite Mittagsmeldungen. 14.15 Heitere Musik um Tiere und Blumen. 14.45 Erste Wirtschaftsmeldungen, Schlachtviehmarktberichte. 15.15 Sinn und Zweck der kommenden Aktienreform. 15.30 Zweite Wirtschaftsmeldungen. 15.50 Stimme der Zeit. 16.00 Nachmittagskonzert. 17.00 Deutsche Erzähler der Gegenwärt. 17.15 Die Auslese. Sinfonie Nr. 5 in C.Mos von Tschaikowsky(Konzertgebouw=Orch 18.00 Jugendstunde für Leibesübungen. 18.20 Italienisch. 18.40 Vom Tage. 18.50 Dritte Wirtschaftsmeldnugen, Sportvorbericht. 19.00 Westdeutsche Wochenschau. 19.30 Schallplattenkonzert. 19.45 Erste Abendmeldungen. 20.00 Rundfunksprecher=Wettbewerß. Die let ten 12 gehen in die Endrunds. 22.00 Nachrichtendienst. Dienstag, 21. August 1934. 5.30 Morgenruf. 5.35 Frühkonzert. 6.05 Leibesübungen. 6.25 Morgenkonzert. 6.50 Morgenruf, Zeit, Wetter, Nachrichten. 8.00 Zeit, Wetter Wasserstandsmeldungen 8.05 Frauenturnen. 10.10 Für Euch daheim! 10.40 Aus unserer Heimat. Vom Osnabrücke Schnadezug. 11.00 Musik. 11.20 Keimfreimachen in heißer Luft. 12.00 Musik am Mittag. 12.45 Erste Mittagsmeldungen, Glückwünsche. 13.00 Uebertragung aus der Kaiser=Friedrich Halle M.=Gladbach. Das Philharmonischt Orchester M.=Gladbach. 13.45 Zweite Mittagsmeldungen. 15.15 Das deutsche Danzig(A. Leußner). 15.30 Erste Wirtschaftsmeldungen. 15.45 Von Kleidung und Körperpflege d### Säuglings. 16.00 Nachmittagskongert. 17.00 Streifzug durch Volkstum und welt des Bergischen Landes. 17.15 Kleine spanische Unterhaltung. 17.45 Kleine Erinnerungen an Reclam=Buchen 18.00 Eifelfahrt des BdM. 18.20 Arbeitsbeschaffungsfront. 18.40 Vom Tage. 18.50 Zweite Wirtschaftsmeldungen, bericht. 19.00 Alte Götter. 20.00 Erste Abendmeldungen. 20.10 Frisch gespielt und froh e; 20.40 Dichter als Künder. 21.00 Unterhaltungskonzert. 22.00 Zeit, Wetter, Nachrichten. 22.20 Weltpolitischer Monatsbericht. 22.45 10 Minuten Schach. 28r5d Frunkliülle. Verantwortlicher Hauptschriftlei t#ri,##. Heinz Friedrich Kamecke, Schrteg. Verantwortlich für den gesamten Heinz Friedrich Kamecke. Schwert“ Für den Anzeigenteil: Hans Linner. Schwerte=R. D. A. VII./34. 1700. FSS ST legenheit. Er fühlte es nur dumpf, daß er selbst älter wurde und sein Können mit ihm abwärts wandelte. Dem jungen Sebastian fehlte es nicht an Schmeichlern und guten Freunden, die ihn zu verleiten wußten, sich von seinem Gebieter zu trennen und mit einer eigenen Nummer zu reisen. So würde er höhere Gagen verdienen und sein eigener Herr werden. Sebastian, auf der Höhe seines Erfolges, war nicht nur übermütiger geworden, sondern auch leichtsinnig. Er probierte nicht mehr die schweren Tricks, die nur am Abend klappen, wenn sie am Tage fleißig geübt worden sind. Er umgab sich mit Freunden, die mit ihm bis in die Nacht hinein spielten und tranken. Sie raubten ihm die Ruhe, die er bei seinem schweren Beruf weniger als irgendein anderer missen konnte. Und so geschah es eines Abends, daß Sebastian die Billardtugel nicht mehr auf dem Queue halten konnte, und sie ihm zehnmal herunterfiel. Er übte den Trick am nächsten Tage viele Stunden— doch vergeblich. In seinem ganzen Leben ist es ihm nicht mehr gelungen, die alte Sicherheit und Kraft wiederzugewinnen, die er im Uebermut verschwendet hatte. Sebastian ist wieder ein mittelmäßiger, kleiner Artist geworden und ist es auch bis auf den heutigen Tag geblieben. Onkel Werner. Winkerzeichen der Marine. Schon als kleiner Knabe hatte er gern mit Bällen gespielt. Er warf abwechselnd die Bälle in die Luft und fing sie alle zum Takt eines selbstgepfiffenen Liedchens wieder auf. Er balancierte einen Stock zwischen Nase und Stirn— und doch bewunderten ihn seine Eltern wenig und meinten, er sollte einmal ein vernünftiges Handwerk erlernen als solche Taschenspielereien, die er auf irgendeinem Jahrmarkt gesehen hatte. So wurde der kleine, eben aus der Schule entlassene Sebastian Mechel Pikkolo in einem Café. Da konnte er den ganzen Tag Tabletts balancieren. Auch hier schon soll er den erstaunten Gästen manches Kunststückchen vorgemacht haben. Eines Tages fiel das flinke, gewandte Bürschchen dem berühmten Jongleur Titani auf. Da er gerade einen kleinen Statisten in seiner Nummer brauchte, der ihm alle Requisiten zureichen mußte, so fragte er Sebastian, ob er Lust habe, mit ihm allabendlich im Varieté auszutreten und die Welt zu bereisen. Sebastian beschloß, zunächst seine Eltern zu befragen, die zuerst gar nicht mit einem so seltsamen Berufswechsel einverstanden waren. Erst als sie Titanis Bekanntschaft gemacht, und ihn als redlichen Mann befunden hatten, gaben sie ihm ihren einzigen Sohn in die Lehre. Und der kleine Sebastian war nicht dumm! Er reichte seinem neuen Herrn nicht nur am Abend die Stöcke und Teller hin— nein, er paßte auch auf, wie er die Teller drehte und auf den Stöcken hielt. Dann übte er heimlich manche Stunde am Tage die mit den Blicken erspähten Tricks. Aber einmal hatte er ein gräßliches Mißgeschick. Er zerschlug seinem Herrn an einem Nachmittag zwei Porzellanteller. Es wurde ihm unendlich schwer, Titani sein Unglück zu berichten. Der sah zuerst sehr böse aus. Sebastian fürchtete sogar Schläge. Aber auf einmal glättete sich des Meisters mürrisches Gesicht, und ein Lächeln huschte um die breiten Lippen:„Also du übst heimlich, du Tausendsassa! Nun zeige mal, was du dir beigebracht hast." Der Kleine nahm die Bälle zur Hand. Er zitterte zwar noch ein wenig, als er sie in die Luft warf. Doch mit der Zeit gewann er wieder Zutrauen zu sich selbst. Der Meister nickte lächelnd im Takt. Das gab ihm Mut, und nicht ein Ball trudelte zu Boden. Titani erlaubte ihm, daß er noch einen Teller zerschlug.— Von diesem Tage an wurde Sebastian der Schüler des Meistersongleurs Titani. Er übte nicht mehr heimlich, sondern täglich vier bis fünf Stunden unter Aufsicht seines Herrn. Der Meister behauptete:„Zum Jonglieren und Balancieren gehört nicht nur Talent. Talent ist das geringste, was wir brauchen. Wir müssen nur eine Eigenschaft besitzen: Geduld, Geduld, Geduld!“— Und die hatte Sebastian. Schon ein halbes Jahr päter konnte er mit seinem Meister zusammen bei verdunkelter Bühne Fackeln jonglieren. Die warf er ihm mit der rechten Hand zu und fing sie mit der linken auf, über die ganze Bühne hinüber und herüber. Das war der Schlußeffekt, der dem Publikum am besten gefiel, wenn er auch bei weitem nicht die schwierigste Leistung des Herrn Titani bedeutete. Viel schwerer var das Jonglieren verschiedener Gegenstände, die in Form und Gewicht einander unähnlich waren. Das lernte Sebastian jetzt und sehnte sich oft nach seinen hübschen, runden Bällen zurück. Sein Kreuz tat ihm oft weh vom beständigen Bücken. Hundertmal und mehr fielen ihm die Gegenstände zu Boden. Manches Mal verzweifelte er und bat den Meister, endgültig aufhören zu dürfen. Einmal wollte er sogar heimlich auf und davon laufen, wieder heim zu seinen Eltern. Dann aber schämte er sich. Titani war doch so gut zu ihm und gab sich solche Mühe. Sollte er dessen Güte und Ausdauer so lohnen? Sein Meister aber sagte zu ihm:„Bei jedem Artisten— vor allem auch bei uns Jongleuren— kommt einmal der tote Punkt, bei dem wir haltmachen und an uns selbst verzweifeln. Dann glauben wir: hier geht es unmöglich weiter. Aber Geduld. Ist der tote Punkt erreicht, dann ist das Ziel auch nicht mehr fern. Willst du solange umsonst gearbeitet haben, Junge? Laß die Arbeit vierzehn Tage ruhen. Ich will dich jetzt nicht quälen. Aber dann fangen wir wieder mit neuen Kraften an.“ Und richtig, nach vierzehn Tagen hatte er seinen Mut und die Zuversicht wiedergewonnen, die ihm Kraft gab, durchzuhalten. Der Kleine beobachtete nun, daß sein Meister selbst noch täglich neue Aufgaben zu lösen suchte. Titani balancierte auf zwei dicht nebeneinander gehaltenen Queues zwei Elfenbeinkugeln. Dann versuchte er beide Queus zu trennen und auf der Spitze eines jeden eine Kugel zu halten. Er übte diesen Trick nun schon zwei Jahre, ohne daß er ihm bisher gelungen war. Sebastian versuchte recht tapfer und sehr heimlich dasselbe. Aber ihm gelang es noch weniger, diese schwere Aufgabe zu lösen. Ja, er konnte nicht einmal auf den briden nebeneinander gehaltenen Queus die Kugeln balanHeren. Dennoch ließ er den Mut nicht sinken und übte am Tage Stunde um Stunde nur den einen— einen Meistertrick. — Sebastian beherrschte mit den Jahren die Technik seines Meisters in gleicher Vollendung. Ja, viele wollten dem jungen Jongleur das Zeugnis ausstellen, daß er weit besser sei als Titani selbst. Und als der Schüler eines Tages vor dem Meister die so lange geübte Aufgabe löste, da wußte es auch Tttani, daß er von seinem Lehrling überflügelt worden war.— Aber der Meister neidete dem jungen Kollegen nicht die UeberDurch diese verschiedenen Flaggenstellungen gibt der Seemann auf Sichtweite rasche Meldungen. Die Reihenfolge der Bilder entspricht der Anordnung des abgebildeten Alphabets, Deckt dies mit der Hand zu und versucht, ob ihr z. B. das dritte Bild der vierten Reihe oder das vierte der zweiten Reihe usw. enträtseln könnt. Es muß sehr schnell gehen! Für fleißige Handt. Arbeiten aus gepreßten Blumen. Wie viele Freude macht es doch, wenn man von einer schönen Wanderung durch Wald und Feld sich einen Strauß buntfarbiger Blumen, zarter Gräser oder duftiger Farrenkräuter und grüner Zweige mit heimbringt und für ein paar Tage solche liebliche Andenken an die freie Natur draußen in der Enge des Zimmers sich aufbewahren kann! Schade nur, daß die Herrlichkeit immer so bald dahinwelkt! Die Gräser kann man wohl trocknen, die Zweige lackieren und sich so einen Dauerstrauß herstellen, dem man die blaue Stranddistel. die gelbe Eberwurz, die silberne Wetterdistel noch zugesellen mag, oder im Herbst das rötliche Heidekraut. Dann aber ist es genug; all die zarten Blumen eignen sich nicht zum Dauerstrauß in der Vase. Dafür kann man sich aus ihnen eine andere Art von Dauerstrauß unter Glas und Rahmen schaffen— einen Strauß aus gepreßten Blumen. Auch richtige Gruppenbilder und„Landschaften", aus Pflanzen zusammengesetzt, geben einen reizenden Wandschmuck; und für das Fenster als„Vorsetzer" oder Fensterbild kann eine geschickte Hand wohl auch die anmutigsten Blumenstücke, Kränze und Sträuße, auf Glas geklebt, zusammenstellen. Lampenschleier und Lichtschirme mit Verzierungen aus gepreßten Blumen sind hübsche und brauchbare Geschenke; und schließlich seien noch die Tisch= oder Gratulationskarten sowie Briefbogen genannt als Dinge, die man mit gepreßten Blümchen geschmackvoll verzieren kann. Die Arbeit selbst ist angenehm und interessant; freilich bedarf sie einer Vorbereitung, die in den Sommermonaten schon bewerkstelligt werden muß: das ist das Pressen der Blumen und Blätter. Man braucht dafür eine Pflanzenpresse— die Drahtpressen sind viel geeigneter als Holzpressen— sowie einen tüchtigen Stoß groben grauen und weißen Lösch= oder Fließpapiers und etwas ungeschwefelte Watte. Die Pflanzen und Pflanzenteile, die man zu pressen wünscht, werden recht flach und glatt zwischen weißen Fließpapierblättern ausgebreitet; für Laubund Farrenkräuter genügt auch wohl das graue Papier. Zartfarbige Pflanzen, besonders blaublütige, wie Kornblumen und Vergtßzmeinnicht oder Veilchen, die nur schwer die Farbe halten, legt man noch zwischen zwei dünne Watteschichten. Ueber jedes mit Pflanzen gefüllte Blatt folgt eine Anzahl leerer Blätter, und zwar dicht vor und hinter ersteres ein weißes, dazwischen nur graues Papier, dann wird die Presse fest geschlossen und an einen mäßig warmen, trockenen Platz gestellt. Anfangs sind alle Tage die Zwischenblätter durch noch ungebrauchte trockene zu ersetzen, denn von diesem fleißigen „Umlegen“ hängt das Erhalten der natürlichen Farbe ab. Nach mehreren Tagen kann man schon größere Pausen machen. Gewöhnlich vergehen vierzehn Tage, bis die Pflanzen ordentlich trocken sind. Man bewahrt sie dann auch weiter zwischen Fließpapierbogen, kann sich die einzelnen Pflanzenarten aber gleich für den späteren Gebrauch sortieren.— Will man nun eins der oben angeführten Dinge herstellen oder verzieren, so verwendet man für die Klebearbeit dünnflüssigen Gummi. Man kann sich erst die Stellen bezeichnen, wo der Kranz, Strauß, Zweig usw. hinkommen soll, klebt dann erst den Hintergrund oder die Form durch Farrenkräuter oder schöngeformte Blätter, an den Lücken Gräser und Ranken einfügend, und läßt nach und nach, je nach Geschmack, die Blümchen folgen. Eine größere Blüte setzt man zuletzt als Schlußstück auf; bei Sträußen werden auch noch die Stengel extra aufgeklebt. Die Pflanzen faßt man mit einer spitzen Schere, gießt etwas Gummi auf eine Glasplatte und taucht die Kehrseite der Pflänzchen ein, um sie dann an die richtige Stelle zu setzen; zuletzt drückt man sie vorsichtig an. Ist die ganze Zusammenstellung fertig, so legt man Briefbeschwerer, Scheren oder ähnliches auf, um die Arbeit vor dem„Werfen“ zu bewahren.— Bei Gegenständen, die mit farbigem Papier überklebt werden, wie etwa bei Licht= und Lampenschirmen, verwendet man vorzugsweise schöngeformte Pflanzen; sonst muß auch auf die Farbenwirkung bei der Zusammenstellung geachtet werden. Man wird sich wundern, wie allerliebst die schlichteste, unscheinbare Feldblume, das verachtetste Unkraut an der rechten Stelle zur Geltung kommt. Diese Arbeiten, unter Glas und Rahmen besonders, halten Jahrzehnte; höchstens vergilben sie etwas. Und so sind sie recht lohnend, und dabei, wie gesagt, vergnüglich— und nicht teuer! F. Gebhardt. Ein gefährliches Erlebnis hatte ein Taucher an der Südküste der Vereinigten Staaten, im Golf von Mexiko. In der Nähe der Stadt Galveston(Texas) war ein Sport=Motorboot gesunken, das bei seiner Fahrt von stürmischem Wetter überrascht und vollgeschlagen war. Es lag in kaum acht Meter Wassertiefe auf einer Sandbank und sollte geborgen werden. Der Taucher Hollowood Hall ging von einem schwimmenden Floß aus hinab und befestigte die Ketten der Hebevorrichtung unter dem Rumpfe des kleinen Fahrzeuges. Er war eben damit fertiggeworden, als er einen Stoß gegen seinen linken Arm verspürte. Sich umwendend, gewahrte er einen riesigen Haifisch, der die ihm ungewohnte Erscheinung eines tauchenden Menschen neugierig untersuchte. Entsetzt suchte Hall sich auf die andere Seite des Motorbootes zu retten und rannte gegen eine eben heranschießende dunkelgraue Masse, einen zweiten Haifisch. Sofort gab der zu Tode erschrockene Mann das Zeichen zum Aufwinden. Er war noch keinen Meter emporgestiegen, als sich das eine der Ungeheuer auf den Rücken warf, um nach Halls Beinen zu schnappen. Nun riß der Mann den Dolch mit der Säge, den jeder Taucher bei sich trägt, aus dem Gürtel und stieß wütend um sich. Zappelnd, nach allen Seiten tretend und stechend, hing er am Seil, von den Raubfischen umkreist, die nicht recht zu wissen schienen, wie sie es anfangen sollten, das vorher nie gesehene Wesen zu ihrer Beute zu machen. Zum Glück zögerten die Haie zu lange; der schwer bedrohte Taucher wurde emporgezogen und gerettet. Die beiden Fische aber trieben sich so lange um das Fahrzeug herum, bis sie, von einigen Flintenschüssen getroffen, untersanken. Das Motorboot wurde später geborgen. W. B. Wer zeichnet mit? □ □ 8 S G Für die kleinen Tierfreunde einige Motive zum Nachzeichnen,) Seutschiuns=Hewinm Lalexu Perat Euranangkal dem gund konnte bei 90 Meter an dem Deutschen vorb Im Länderwettbewerb um den Eurovavota#, dem Mannschaftskampf der Herren bei den Europameisterschaften im Schwimmen in Magdeburg siegte Deutschland ganz überlegen mit insgesamt 118 Punkten vor Ungarn, das es auf 72 Punkte brachte. und hat damit den wertvollen Pokal zum dritten Male gewonnen. Das erste Mal siegten die Deutschen in Budapest, das zweite Mal in Bologna. während bei den dritten Europa=Schwimmeister= schaften in Paris Ungarn die beste Mannschaftsleistung aufzuweisen hatte. Das Länderklassement hat folgendes Aussehen: 1. Deutschland 118 Punkte. 2. Ungarn 72 Punkte, 3. Frankreich 37 Punkte. 4. Italien 34 Punkte, 5. England 27 Punkte, 6. Tschechoslowakei 13 Punkte, 7. und 8. Belgien und Dänemark je 10 Punkte, 9. Schweden 8.5 Punkte. 10. Schweiz 5 Punkte, 11. Holland 4.5 Punkte. 12. bis 14. Finnland. Norwegen und Jugoslawien je 4 Punkte, 15. Polen 1 Punkt. Deutscher Sieg im Turmspringen der Damen Hertha Schieche vor Sjöquist(Schweden) Als erste Konkurrenz bei den Eurova=Schwimm= meisterschaften in Magdeburg am Samstagvormittag kam die Entscheidung im Turmspringen der Damen zum Austrag, das erwartungsgemäß mit einem überlegenen deutschen Siege endete. Ausgeführt wurden vier Pflichtsprünge. Schon nach dem ersten Sprung ging die Spandauerin Hertha Schieche in Führung, da sie für einen RückwärtsSalto vom 5=Meter=Brett 10.5 Punkte erzielte und für ihren tadellosen Sprung über reichen Beifall quittieren konnte. Jeder Sprung der Spandauerin klappte überhaupt ausgezeichnet. Die Zweite, die Schwedin Söquist, erreichte für einen Kopssprung mit Anlauf 8.52 Punkte. Die zweite deutsche Vertreterin, Anneliese Bingel=Dortmund, hat sich in dem fünfköpfigen Feld gut gehalten. Durch einen mißglückten Kopssprung aus dem Stand vom 10Meter=Brett bekam sie nur 5,06 Punkte gutgeschrieben. Sie belegte im Gesamtergebnis den 4. Platz. Ohne Deutschland Salbert und Halbsguth in den 400=Meter=Kraul= Vorläufen Letzte So erfreulich der Sieg von Hertha Schieche im Turmspringen war, so enttäuscht wurden die deutschen Zuschauer in den anschließenden Vorläufen zur 400=Meter=Kraul=Meisterschaft der Damen. Im ersten Vorlauf, den die junge Holländerin und Europameisterin über 100 Meter Kraul, Willie den Ouden, ganz überlegen in 5:34 Minuten gewann, belegte Frl. Salbert(Deutschland) einen mäßigen fünften Platz in 6:13.5 Minuten. Nicht besser erging es der zweiten deutschen Vertreterin, Frl. Halbsguth, im zweiten Vorlauf, wo sie ebenfalls über den fünften Platz in 6:08.8 Minuten nicht hinauskommen konnte. Damit sind beide deutsche Damen aus dem Wettbewerb ausgeschieden. Ernst Küppers Zweiter Bedford=England gewinnt die 100 Meter Rücken Obwohl das Wetter am Samstagnachmittag recht unsicher war und die Sonne sich binter düsteren Wolken zurückzezogen hatte, war das schöne Magdeburger Schwimm=Stadion wieder sehr gut besetzt. Zunächst wurde der Endlauf des Herren=Rücken= schwimmens über 100 Meter gestartet, in dem Deutschland durch Ernst Küppers den zweiten Platz belegte. Es war ein spannendes Rennen, das erst in den letzten Metern entschieden wurde. Sofort nach dem Start übernahm Küppers die Führung und wendete bei 50 Meter als Erster in genau 33 Sekunden vor dem ziemlich geschlossenen Feld. Der zweite deutsche Vertreter Heinz Schwarz verpaßte die Wende und siel zurück, konnte aber doch noch den fünften Platz vor dem Vorlaufsieger Francis(England) retten. Sein Landsmann Bedford kämpfte sich verbissen an den immer noch führenden Ernst Küppers heran, rückte immer näher und konnte dei 30 Melet un dem Deutschen vorbeiziehen und im Endspurt in 1.11.7 Minzugi.u., Sieg erringen vor Küppers. der 1:12.2 Mmnaten benötigte. hollands Damen nicht zu schlagen Deutschland belegt in neuer Rekordzeit den zweiten Platz in der Entscheidung über 4X100 Meter Kraul Die zweite Entscheidung am Nachmittag siel in der 4X100=Meter=Kraul=Meisterschaft der Damen. Die holländischen Schwimmerinnen stellten in Magdeburg ihr großes Können erneut unter Beweis. schwammen ein überlegenes Rennen und siegten in der Gesamtzeit von 4:41.5 Minuten. Ausgezeichnet hielten sich auch die deutschen Damen, die in der Besetzung Halbsguth(1:13.2), Ohliger(1:11.8). Salbert(1:13.9) und Arendt(1:11.5) mit insgesamt 4:50,4 Minuten eine neue deutsche Bestzeit erzielten. hermann Storck Europameister im Turmspringen Am Schlußtag der Europameisterschaften der Schwimmer war die herrliche Schwimmanlage in Magdeburg von rund 9000 Zuschauern bis auf den letzten Platz besetzt. Deutschlands unbestrittene Vorherrschaft in der europäischen Springkunst wurde durch einen weiteren Sieg im Turmspringen der Herren eindrucksvoll bestätigt. In dem starken Felde von 14 Bewerbern überragte der elegant und sicher springende deutsche Meister Hermann Storck=Frankfurt a. M., der mit dem ersten Sprung die Führung übernahm und sie bis zum Schluß behielt. Der Deutschböhme Johann Leikert und der zweite deutsche Vertreter. Ewald Riebschläger=Zeitz. waren in den Pflichtübungen etwas zurückgefallen und kämpften sich erst in den Kürübungen auf den zweiten bezw. dritten Platz vor. Sietas vor Schwarz Der Auftakt am Vormittag schon war für Deutschland erfolgreich, aber dennoch sollte der erste Nachmittags=Wettkampf abermals einen deutschen Triumph bringen. Der Hamburger Sietas gewann das 200=Meter=Brustschwimmen vor seinem Landsmann Paul Schwarz und dem in ausgezeichneter Form befindlichen Dänen Hans Malmström. Bis 100 Meter lagen diese drei Schwimmer Kopf an Kopf. Mit kaum wahrnehmbarem Vorsprung wendete Sietas bei 100 Meter in 1:19.4 Minuten vor Schwarz und Malmström. Bei 150 Meter lag Schwarz gleichauf. Im Endspurt konnte aber der Hamburger einen knappen, jedoch deutlich sichtbaren Handschlag=Sieg erringen. Mastenbroek und den Ouden in totem Rennen Alsdann wurde die Entscheidung im 400=MeterKraulschwimmen der Damen ausgetragen. Deutschland war in diesem letzten Wettbewerb der Schwimmerinnen nicht mehr vertreten. Von Ansang bis zum Schluß war es ein Kampf der beiden Holländerinnen Mastenbroek und den Ouden. Kopf an Kopf strebten beide auf den letzten zehn Metern dem Ziele zu, das sie zugleich erreichten. Totes Rennen in 5:27,4 Minuten. Den Luden, die bereits Europameisterin im 100=Meter=Kraulschwimmen geworden ist, verzichtete auf eine nochmalige Austragung und so wurde Frl. Mastenbroek Europameisterin. Taris(Frankreich) 1500-Meter-Sieger Das letzte Rennen bei den Europa=Schwimmmeisterschaften, das 1500=Meter=Kraulschwimmen. wurde erwartungsgemäß von dem Franzosen Jean Taris vor dem Italiener Costelli gewonnen. Von dem Deutschen Nüske war nach dem Vorlaufergebnis und mit Rücksicht auf seine Jugend nicht allzu viel zu erwarten. Dennoch ist es erfreulich, daß er wenigstens noch einen Punkt für den EuropaPokal rettete. Abschluß im Wasserball Ungarn— Schweden 9:1(4:1) Deutschland— Belgien 2:1(1:0) holland gewinnt den Bresius-Pokal knapp vor Deutschland Die Reihenfolge der Länder im Wettbewerb um den Bresius=Pokal ist: 1. Holland 88.5 Punkte, 2. Deutschland 85 Punkte. 3. England 26 Punkte, 4. Dänemark 25.5 Punkte, 5. Frankreich 13 Punkte. 6. Schweden 8 Punkte, 7. Schweiz 3 Punkte. 8. Tschochoslowakei und Ungarn je 2 Punkte. Srichh Miehe Eicher Wenmerster Lacquehay:„Die sind zu stark, ich kann nicht mehr Die Rad=Weltmeisterschaften 1934 in Leipzig erreichten am Wochenende ihren Höhepunkt und Abschluß. Nach den beiden Titelkämpfen für Amateure und Berufsfahrer auf der Straße am Samstag stand am Sonntag auf der Bahn in Lindenau die: Weltmeisterschaft der Steher über 100 Kilometer auf dem Programm. Vor rund 22000 Zuschauern eroberte Erich Metze den Titel und damit kam Deutschland zum dritten Weltmeistertitel, nachdem vorher schon die Frankfurter Germania Wanderlust im Radball zweimal zu Weltmeisterehren gekommen waren. Deutschland war außerdem die einzige Nation, die ihre beiden Vertreter bis ins Finale durchgebracht hat. Der deutsche Stehermeister gewann hinter seinem ständigen Schrittmacher Saldow als weitaus stärkster Mann vor dem Kölner Krewer, der ein taktisch kluges Rennen fuhr und zu dem Siege seines Landsmannes nicht unwesentlich beitrug, indem er für den Titelverteidiger Lacquehay ein fast unüberwindliches Bollwerk bildete, und bei einem Schwächeanfall von Metze sofort nach vorne ging. Spannend war der Kampf über die ganzen 100 Kilometer. Der Franzose Lacquehay gab auf. als er bereits überrundet war. Nach 150 Runden verließ er die Rolle, stieg vom Rade und zog sein Weltmeistertrikot mit den Worten aus:„Sie sind zu stark, ich kann nicht mehr.“ Metze gelang es damit zum ersten Male, WeltStau Seutscher Tergmeistet 1981 39 Rekorde auf dem Schauinsland hans Stuck der Schneliste Die Freiburger Motorsporttage erreichten am Sonntag mit dem traditionellen Bergrennen auf dem Schauinsland mit ihren 73 Kurven und einem Höhenunterschied von 900 Metern ihren Höhepunkt. Zum ersten Male wurde das Rennen, das nicht weniger als gegen 300 Meldungen gefunden hatte, als„Großer Bergpreis von Deutschland“ ausgetragen. Prachtvolles Sommerwetter begünstigte en einwandfreien Verlauf. Die begeisterten Zuschauer belohnten die angezeigten Rekordfahrten mit großem Jubel, der aber schier kein Ende nehmen wollte, denn nicht weniger als 39 Rekorde wurden unterboten. Im großen und ganzen handelte es sich dabei um die alten Bestzeiten aus dem Jahre 1932. Lediglich in zwei Klassen wurden die bisherigen Bestleistungen nicht erreicht; bei den schweren Solomaschinen und den Rennwagen bis 1100 ccm. Eine Reihe von Dopvelerfolgen wur zu verzeichnen, so von Kohlrausch in der Sportwagenklasse bis 800 ccm und in der „Sportwagenklasse bis 1100 cem sowie von Burggaller=Berlin in der 1½=Liter=Sportwagenklasse und bei den kleinen Rennwagen. Der bekannte Motorradfahrer Loos=Godesberg brachte es sogar auf drei Rekorde in Rekordzeit, und zwar in der 350er= und ½=Lite:=Klass: der Soloräder und bei den Beiwagenmaschinen. Bemerkenswert war, daß bei den Motorrädern bis 350 ccm gleich die sieben Erstplazierten unter dem bisherigen Rekord blieben. Loof stellte mit 8:38 Minuten(83.3 Stundenkilometer) sogar einen besseren Rekord auf als der Sieger in der 1000=ccm=Klasse, in der Roth=Münzingen noch 1/10 Sekunden langsamer war. Stuck vor Caracciola Der Held des Tages war wieder Hans Stuck mit der schnellsten Zeit in allen Klassen. Sein am Tage vorher beim Training erheblich beschädigter Auto=Union=Wagen war über Nacht noch fertiggestellt worden. und Stuck, der wieder einmal sein außerordentliches Können als Bergfahrer unter Beweis stellte, fuhr mit 8:06.6 Minuten ein Stundenmittel von 88.779 Kilometer und damit einen neuen großartigen Rekord heraus, der um eine volle Minute besser ist als der absolute Rekord Caracciolas auf Alsa Nomeo aus dem Jahre 1932. Mit diesem Siege holte sich der Berliner gleichzeitig den Titel eines deutschen Bergmeisters fü: 1934. Rudolf Caracciola, der Sieger vom Klausenvaß, kam auf Mercedes=Benz nur auf 8:32.6 Minuten(84.276 Stundenkilometer). Anscheinend steckte ihm der Sturz von Italien noch etwas in den Gliedern, denn er fuhr noch nicht wieder mit der sonst bei ihm gewohnten Tollkühnheit. 26 Sekunden betrug der Abstand zwischen unseren beiden größten Bergjahrern. meister zu werden. Aber noch mehr dürfte für ihn die Niederlage Lacquehays bedeuten, der 12 Monate vorher in Paris seinen Gegner einfach deklassierte und damals Metze mit sieben Runden Vorsprung auf den zweiten Platz verwies. Glückstrahlend nahm der aus dem Straßenrennsport hervorgegangene sympathische Dortmunder die vielen Ehrungen entgegen, nachdem ihm UCI.=Präsident Breton=Frankreich das Weltmeistertrikot mit dem regenbogen=farbenen Brustring übergezogen hatte. Unter den Klängen der deutschen Nationalhymnen und nicht endenwollendem Beifall legte Metze, mit einem riesigen Lorbeerkranz geschmückt, die Ehrenrunde zurück. Pellenaars(holland) Straßenweltmeister der Amateure Ueberraschungen in Leipzig Am Samstag fiel bei den Rad=Weltmeisterschaften in Leipzig eine der wichtigsten Entscheidungen. und zwar auf der Straße. Tausende von Zuschauern umsäumten die 9.4 Kilometer lange Rundstrecke im Scheibenholz, die, ganz flach, kaum große Schwierigkeiten aufwies. Aber durch die zahlreichen Vorstöße und das dauernde Antreten wurden die Fahrer zermürbt, und so entwickelte sich ein Rennen, das an Spannung nichts zu wünschen übrig ließ. Ueberraschend siegte der Holländer Pellenaars im Endspurt über Neforge(Frankreich), Andree(Belgien) und Holland(England) nach einer Fahrzeit von 2:43:02,6 Stunden für die 112.9 Kilometer. was einem Stundenmittel von 41,920 Kilometer entspricht. Der Däne Grundahl Hansen führte 2:34 Minuten später das Gros des Feldes vor Goujon (Frankreich) und Stallard(England) ins Ziel, und in dieser Hauptgruppe befand sich von den drei Deutschen auch der Berliner Weiß. Der deutsche Kampfspielmeister Krückl=München hatte durch einen Sturz in der sechsten Runde den Anschluß verloren, fuhr aber tapfer sein Rennen zu Ende. während der Bielefelder Scheller nach zwei Reisenschäden die Waffen streckte. Anerkannte Leichtathletikrekorde Vom deutschen Leichtathletikverband(Fachamt für Leichtathletik) wurden nachstehende Höchstleistungen anerkannt: Männer: 400=Meter=Hürdenlauf: Hans Scheele (Pol. SV. Altona), erzielt am 17. Juli 1934 in Köln, 53.7 Sekunden: Zehnkampf: 8790.46 Punkte. Hans Heinrich Sievert(Eimsbüttel Hamburg). erzielt am 7. und 8. Juli 1934 in Hamburg. Frauen: 100 Meter: Marie Dollinger 11.9 Sekunden, erzielt am 15. Juli 1934 in Warschau: 200 Meter: 24.6 Sekunden. Käthe Krauß(Dresdener SC.), erzielt am 2. Juli 1934 in Berlin: 80=Meter=Hürdenlauf: 12.1 Sekunden. Ruth Engelhardt(Siemens Berlin), erzielt am 24. Juni 1934 in Lennev; außerdem 11,9 Sekunden, erzielt am 8. Juli 1934 in Berlin: 11.8 Sekunden, erzielt am 28. Juli in Nürnberg und 11.6 Sekunden. erzielt am 10. August 1934 in London: Kugelstoßen: 14.38 Meter. Gisela Mauermeyer(TSV. NeuhausenNympbenburg München), erzielt am 15. Juli 1934 in Warschau. Staffeln: Neben den deutschen Höchstleistungen in den Staffeln, die nur von Vereinsmannschaften aufgestellt werden können, wird eine Liste der Bestzeiten der Nationalstaffeln der Frauen neu geführt. Hier kommt zum Eintrag: 4X100 Meter: 47.5 Sekunden. Deutsche Nationalmannschaft(E. Albus, K. Krauß, M. Dollinger, I. Dörffeldt). wieder einmal den Berussweltmeister. Kaers siegte im Endspurt mit einer Viertellänge vor Danneels=Belgien und G. Huschke=Deutschland. Geyer und Stövel konnten aus dem Rudel nicht herauskommen und mußten sich mit mäßigen Plätzen zufrieden geben. Schreiber Blersch Weltmeister im Zweier-Kadball Im vollbesetzten Großen Festsaal des Leipziger Zoo fand die Zweier=Radballmeisterschaft ihre Erledigung. Auch diesmal konnten Schreiber Blersch (Germania Wanderlust Frankfurt a. M.) wieder einen eindrucksvollen Sieg herausholen, nachdem sie bereits am Vortage in der Sechser=Rasenradball= meisterschaft mit Erfolg für ihren Verein tätig gewesen waren. Im Entscheidungskampf hatten die Frankfurter die Schweizer Gabler Osterwalder zu Gegnern, denen sie mit 6:5(3:3) das Nachsehen gaben. Den dritten Platz im Gesamtklassement nahm Belgien vor der Tschechoslowakei ein. Seyferth(Görlitz) Europameister Zwischendurch wurde die Eurovameisterschaft im Einerkunstfahren ausgetragen, die aber nicht einen ihrem Namen würdige Besetzung gefunden hatte. In Abwesenheit des Breslauers Heydenreich nahmen Arthur Seyserth(Blitz Görlitz) und Heinrich Compes(RV. 26 Schnecke Neuwerk=M.Gladbach) den Kampf auf. den Seyferth mit 256.6 Punkten zu seinen Gunsten entschied. Compes erzielte 243.8 Punkte. Kaers(Belgien) Straßenweltmeister der Berufsfahrer Huschke=Deutschland Vierter Etwa 80—100000 Zuschauer umsäumten die Leipziger Rennstrecke, als der Start zur Straßenweltmeisterschaft der Berufsfahrer über 225.6 Kilometer erfolgte und die 27 Fahrer in ihren bunten Trikots davonjagten. Im Hinblick auf die lange Distanz blieb das Tempo von vornherein gemäßigt und insgesamt wurden nur 37.8 Stundenkilometer erreicht. Abgesehen von einigen Vorstößen, ausgeführt von Geyer und später von A. Magne, blieb die Meute ständig zusammen und die noch im Renneu verbliebenen 13 Fahrer— 14 hatten nach und nach wegen Reisenschadens aufgegeben— erreichten das Ziel gemeinsam. Belgien stellte nach fünfjähriger Unterbrechung in Karel Kaers seit Ronsse Sechs deutsche Kann-Europameister Einen fast einzig dastehenden Erfolg konnte der junge deutsche Kanusport bei den Europameister= schaften in Kovenhagen seiern. Von elf werben fielen allein sechs Eurovameisterschaften an die deutschen Vertreter. Daneben gab es noch oie gleiche Anzahl zweite und drei dritte Plätze, für die Deutschen eine Gesamtleistung also, die kaum zu überbieten ist. Nach den zwei Siegen am Sonnabend holten sich die deutschen Wassersportler am Sonntag noch vier weitere Titel. und zwar mit solcher Eindeutigkeit, daß man von einer unbedingten Vorherrschaft Deutschlands im euroväischen Kanusport sprechen kann. Preußen Krefeld gewinnt Viererklubkampf in Oberhausen Butheviever von Duisburg 99 gewinnt die 100 und 200 Meter Am Samstagabend veranstaltete Rot=Weiß Oberhausen auf seiner am Vincenzhaus gelegnen Kampfbahn einen leichtathletischen Klubkampf, zu dem Duisburg 99. Rasensport Mülheim und die Krefelder Preußen ihre besten Leichtathleten entsandten. Wenn man auch erwartungsgemäß die Krefelder Preußen siegen sah, so verdient doch der ehrenvolle zweite Platz. den die 99er aus Duisburg belegten, noch mehr Beachtung, da sie nur einen halben Punkt äußerst knapo geschlagen blieben. Recht beachtlich ist die Leistung von Buthevieper (Duisburg 99). der die 100 Meter in 10.8 Sekunden lief, eine Zeit, die nur der würdigen kann, der die schweren Bodenverhältnisse kennt. Nicht minder beachtlich ist der Speerwurf des Duisburgers Bender, der mit 55,20 Meter Sieger vor Epping(Oberhausen) blieb, welcher den Speer 52 Meter weit warf. Vom Pech verfolgt war die 4X100=MeterStaffel von Rot=Weiß, die durch eine unglücklich Sehnenzerrung ihres noch aussichtsreich im Reni liegenden Schlußmannes Fritz um den sicheren dritten Platz gebracht wurde. Fritz kam,„Gzigrnggn Vein springend, mit dem Mülheimer Sa#utma.4 im toten Rennen ins Ziel. Betrachtet man das Endergebnis, das den Preuken aus Kreseld 45 Punkte, den Duisburgern 44#5 Punkte, RSV. Mülheim 25 Punkte und Rot=Weiß Oberhausen 15.5 Punkte brachte, dann erkennt mai den riesigen Klassenunterschied, der die beiden letzten Vereine von ihren Besiegern in allen Diszivlinen trennt. 1— TcBerschurfung im Saurgeoit Regierungskommission plant Verbot des Freiwilligen Arbeitsdienstes Die Regierungskommission des Saargebietes hat der Saarpresse eine Auflagenachricht zugelettet. Wie darin mitgeteilt wird, hat die Regierungskommission dem Landesrat des Saargebietes einenVerordnungsentwurf zugeleitet, der das Verbot von Einrichtungen des Freiwilligen Arbeitsdienstes sowie die Einführung der Meldepflicht für Angehörige verschiedener Organisationen betrifft. In ihrer 14 Schreibmaschinenseiten langen Auflagenachricht bemüht sich die Regierungskommission, eine Begründung für diese neue Maßnahme beizubringen. So werden auch in einer besonderen Anlage eine Reihe von Schriftstücken wiedergegeben, von denen behauptet wird, daß sie bei der kürzlich stattgefundenen Haussuchung in der Landesleitung der Deutschen Front beschlagnahmt worden seien. * Der Landesrat wird voraussichtlich in den nächsten Tagen beratend dazu Stellung nehmen. Diese neue Maßnahme der Saarregierung ruft die Ereignisse in Erinnerung, die überhaupt dazu führen mußten, Saarländer in deutsche Arbeitslager zu bringen. Wiederholt hatte die Saarbevölkerung an ihre Regierungg den dringenden Wunsch gerichtet, im Saargebiet selbst entsprechende Einrichtungen aufzuziehen, ohne daß man hier auf irgendwelches Verständnis stieß. Es war der Saarregierung offenbar völlig gleichgültig, daß zahlreiche Saarländer ohne Brot und Beschäftigung waren. In großzügiger Weise wurde daraufhin vom Reich aus eingegriffen, um diesem Uebelstand abzuhelfen und auch den Deutschen des Saargebiets die Möglichkeit einer Unterbringung und Beschäftigung zu bieten. Diese wahrhaft sozialen Maßnahmen, die der Regierungskommission vom Reich abgenommen wurden, weil sie sie selbst unterließ, will die Saarregierung nun vollständig unterbinden. Für diese einschneidende Schädigung Tausender von jugendlichen arbeitswilligen Menschen des Saargebiets trägt die Regierungskommission die Verantwortung. Die angeführte Begründung der Regierungskommission kann für so schwerwiegende und der Allgemeinheit unheilvolle Maßnahmen nicht als stichhaltig angesehen werden. Die Begründung stützt sich auf beschlagnahmte Akten über Verbindungen mit Reichsstellen, die teilweise über ein Jahr alt und längst überholt sind. Aus einigen der von Herrn Knox angeführten belastenden Schreiben geht eindeutig hervor, daß die angeführten Dienststellen im Reich nur als postalische Verbindungsstellen dienten, ohne mit dem FaD. etwas zu tun zu haben. Croteske Kontrollvorschriften für die Saarbevölkerung Die Regierungskommission hat sich nicht damit begnügt, ein generelles Verbot des Freiwilligen Arbeitsdienstes zu verfügen. Darüber hinaus enthält ihre Verordnung noch Ausführungsbestimmungen, die jeden Einwohner des Saargebietes, der außerhalb des Saargebietes im Freiwilligen Arbeitsdienst beschäftigt gewesen ist oder der innerhalb des Saargebietes der SA, der SS, der NSDAP oder der Eisernen Brigade Spaniol angehört hat, verpflichtet, sich innerhalb einer Frist von 15 Tagen vom Tage ihrer Rückkehr in das Saargebiet ab bei der Polizeibehörde ihres Wohnortes anzumelden und hierbei auch anzugeben, ob und welchen anderen Vereinigungen er angehört. Die Meldepflicht besteht darin, daß die betreffenden Personen sich regelmäßig wöchentlich zweimal bei der Polizeibehörde ihres Wohnortes zu melden haben. Bei Anordnungen, welche ganze Ortschaften oder Gemeinden betreffen, kann die Regierungskommission im Einzelfalle Befreiung gewähren. * Diese grotesken Kontrollvorschriften scheinen nur dann verständlich, wenn man an die dauernden Wehklagen des Präsidenten Knox über die angebliche Bedrohung von Ruhe und Ordnung in Saargebiet erinnert. Die Schärfe des Durchgreifens soll diese Befürchtungen des Präsidenten Knox offenbar vor aller Welt als wirklich glaubwürdig erscheinen lassen. Für Zuwiderhandlungen gegen dieses neue Gesetz wird mit Gefängnisstrafen bis zu einem Jahre gedroht. In der Verbotsverfügung ist sogar die ungeheuerliche Behauptung aufgestellt, daß den jungen Saarländern im deutschen Arbeitsdienst in kultureller und gesundheitlicher Hinsicht Gefahren drohten. In dem Begleitschreiben der Regierungskommission an den Landesrat wird dieser ersucht, zu den neuen Verordnungen spätestens bis zum 29. August Stellung zu nehmen, damit sie alsbald verkündet werden können. Späte Einsicht Verordnung zum Schutz fremder Staatsoberhäupter Die Regierungskommission hat dem Landesrat noch einen weiteren Gesetzentwurf zugehen lassen, in dem in Abänderung der bestehenden Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung verfügt wird, daß Zeitungen und Druckschriften, durch die ein Staatsoberhaupt beschimpft wird, polizeilich beschlagnahmt und eingezogen werden können. * Der Protest der Reichsregierung gegen die Regierungskommission hat somit einen unerwartet schnellen Erfolg gehabt. Es muß schon als recht merkwürdig bezeichnet werden, daß es erst dieses nachdrücklichen Hinweises bedurfte, ehe die Regierungskommission zu dieser Einsicht kam, obwohl ihr die internationalen Gepflogenheiten über den Schutz von Staatsoberhäuptern nicht Enlurenerischaft des Fuhrere Großzügige Durchführung— Zahlreiche Schutzhaft-Entlassungen Auf Anordnung des Ministerpräsidenten Göring ist in Ausführung des Willens des Führers und Reichskanzlers die Nachprüfung aller Schutzhaftfälle sofort in Angriff genommen worden. Die Untersuchung ist hinsichtlich derjenigen Maßnahmen, die aus Anlaß der Ereignisse des 30. Juni 1934 ergriffen werden mußten, bereits beendet. Es ergibt sich folgendes Bild: Anläßlich der Röhm=Revolte mußten im Interesse der Staatssicherheit insgesamt 1124 Personen vorläufig in Schutzhaft genommen werden. Auf Grund der angestellten Nachprüfungen sind 1079 Personen in Freiheit gesetzt worden. Es befinden sich also zurzeit im Zusammenhang mit der Röhm=Revolte nur noch 45 Personen in Schutzhaft, die am schwersten belastet sind und hinsichtlich deren die Ermittlungen noch fortgesetzt werden müssen. Im übrigen ist die Aktion vom 30. Juni 1934 nunmehr abgeschlossen. Die Nachprüfung der sonstigen Schutzhaftfälle wird fortgesetzt. Noch im Laufe dieses Monats wird eine weitere beträchtliche Zahl von Schutzhäftlingen in Verfolg der Gnadenbotschaft des Führers und Reichskanzlers entlassen werden. ganz unbekannt sein können. Sie hielt sich jedoch erst verpflichtet, diesen Gepflogenheiten zu entsprechen, als ihr von aller Welt schonungslos die Unhaltbarkeit ihrer nachsichtigen Auffassung bewiesen wurde. Nach den bisherigen Erfahrungen ist der Saarbevölkerung sogar diese Selbstverständlichkeit eine Ueberraschung, die sie jedoch mit der gebührenden Genugtuung zu begrüßen nicht verfehlen wird. Beschwerdeschrift der Saardeutschen an den Völkerbundsrat Der Landesführer der Deutschen Front, Pirro, hat gemeinsam mit der Fraktion der Deutschen Front des Landesrates eine große Beschwerde an den Völkerbundsrat gerichtet, die sich mit den unverständlichen Regierungsmaßnahmen des Präsidenten Knox und seiner stillschweigenden Duldung des Treibens der Separatisten und ihrer Hetzpresse befaßt. Neus Hindrchtung in Wien Ein Todesurteil und sonst lebenslängliche Kerkerstrafen im Ravag-Prozeß Domes hingerichtet Im Ravag=Prozeß vor dem Wiener Militärgerichtshof wurde am Sonnabendnachmittag das Urteil verkündet. Der Hauptangeklagte Domes wurde zum Tode durch den Strang verurteilt, alle übrigen Angeklagten zu lebenslänglichem schweren Kerker. Nachdem der Bundespräsident das Gnadengesuch für Domes abgelehnt hat, ist das Urteil am Sonnabend um 19,30 Uhr im Hof des Wiener Landgerichts vollstreckt worden. Zwei Todesurteile in Innsbruck Zu schwerem Kerker begnadigt? Das Innsbrucker Standgericht verurteilte nach dreitägiger Verhandlung die beiden Angeklagten Aberger und Hagen aus Saalfelden wegen Verbrechens gegen das Sprengstoffgesetz. Das Verfahren gegen 18 weitere Angeklagte wurde abgetrennt und dem ordentlichen Gericht in Salzburg überwiesen. Die beiden Angeklagten nahmen das Todesurteil gefaßt und mannhaft auf. Sie erbaten sich eine dritte Gnadenstunde, die ihnen auch gewährt wurde. Die Verteidiger der zum Tode Verurteilten richteten sofort fernmündlich Gnadengesuche an den Bundespräsidenten. Eine halbe Stunde vor Ablauf der Hinrichtungsfrist, die auf 18,26 Uhr festgesetzt war, traf vom Bundespräsidenten die Nachricht ein, daß Josef Aberger zu lebenslänglichem schweren Kerker und Bruno Hagen zu 20 Jahren schweren Kerkers begnadigt worden sind. Vor neuen Prozessen Die Wiener Behörden arbeiten weiter an der Aufklärung der Vorgänge vom 25., 26. und 27. Juli. Wie der Leiter der Polizeidirektion, Dr. Skubl, mitteilt, wurden weitere 19 Polizeibeamte, darunter Polizeidirektor Steinhäusl und fünf andere hohe Polizeioffiziere in Unter20 Saurvergirute=Eingeschiessen Nach vier Stunden banger Pein glücklich gerettet Auf der saarländischen Grube„Itzenplitz" bei ging Sonnabend um 11 Uhr eine Strecke zu Bruch. Etwa 40 Vergleute wurden von der Außenwelt abgeschnitten. Auf die Nachricht von dem Unfall hin bemächtigte sich der Bevölkerung den umliegenden Ortschaften große Aufregung WDer das Schicksal der eingeschlossenen Bergleute. 'n sofort herbeigerufenen Hilfskolonnen gelang s, die Eingeschlossenen bereits kurz nach 15 Uhr zu befreien. Die brennenden Stollen von Ensisheim sollen zugemauert werden Leitung des Bergwerks von Ensisheim hat schlossen, die in Brand stehenden Stollen zusemauern, da man des Feuers nicht Herr werin kann. Vor 14 Tagen wird man also die Berund Aufräumungsarbeiten nicht vornehsen können. Der Zustand eines der im Bergwerk schwer verbrannten Bergleute flößt noch größte Beunruhigung ein. Einsturz in einem Liller Bergwerk 8 wei Lote In einem 312 Meter tief gelegenen Stollen eines Bergwerks in der Nähe von Lille hat sich ein Einsturz ereignet. Drei Bergleute wurden verschüttet. Einer wurde gerettet, die anderen beiden konnten nur als Leichen geborgen werden. Kesselexplosion auf einem französischen Dampfer Drei Tote, drei Schwerverletzte Auf dem im Marseiller Hafen vor Anker liegenden französischen Dampfer„Rollon“ ereignete sich eine Kesselexplosion, durch die drei Personen auf der Stelle getötet und drei weitere Mann des Maschinenpersonals mit schweren Brand wunden gerettet werden konnten. suchungshaft genommen und dem Gericht angezeigt. Fünf von diesen sind geflüchtet. Weiter wurden sieben Wachbeamte wegen nationalsozialistischer Einstellung polizeilich bestraft und ihrer Aemter für verlustig erklärt. Gegen weitere 18 Polizeibeamte wurden wegen ihrer nationalsozialistischen Einstellung der Antrag auf Dienstenthebung und Herabsetzung der Bezüge gestellt. Ferner befindet sich noch unter den Verhafteten der Major Selinger vom Infanterie=Regiment Nr. 3. Ueber die weitere Durchführung des Prozesses teilt die amtliche„Wiener Zeitung“ mit, daß auch in Zukunft die bisherige Uebung, wonach die Schuldigen in Gruppen zusammengefaßt werden, beibehalten werden wird. Im Verlaufe der fortschreitenden Abwickelung des Prozesses wird sich die Notwendigkeit ergeben, gewisse Beschuldigte einzeln vor Gericht zu stellen. Dies gilt vor allem im Falle Dr. Rintelens und Dr. Steinhäusls sowie für andere in Haft befindliche hohe Polizeibeamte. In den letzten Tagen wurden dem Untersuchungsgefängnis 137 Teilnehmer an der Aktion im Bundeskanzleramt eingeliefert. Sollten alle Eingelieferten vor das Militärgericht kommen, so ist die Einsetzung mehrerer Militärgerichtssenate zur beschleunigten Durchführung der Verhandlung geplant. Mussolini—Schuschnigg in Florenz Die Zusammenkunft zwischen dem italienischen Ministerpräsidenten Mussolini und dem österreichischen Bundeskanzler Schuschnigg wird in Florenz stattfinden. Philipp wandert aus An Bord des polnischen Dampfers„Kosciuszko“ hat sich Philipp Scheidemann mit seiner Frau von Gdingen nach Amerika begeben. Spielende Kinder vom Balkon gestürzt Ein Kind getötet, zwei lebensgefährlich verletzt In Amsterdam ereignete sich ein schweres Unglück. Drei Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren, die auf einem Balkon im zweiten Stockwerk eines Hauses spielten, stürzten auf die Straße. Eines der Kinder wurde auf der Stelle getötet, die beiden anderen lebensgefährlich verletzt. Das Unglück hatte folgenden Hergang: Eines der Kinder hatte sich zu weit über die Brüstung des Balkons vorgewagt, so daß es das Gleichgewicht verlor. Es griff nach den beiden anderen Kindern, die jedoch zu schwach waren, den Sturz aufhalten zu können, vielmehr mit in die Tiefe gezogen wurden. Der Zustand der beiden im Krankenhaus befindlichen verletzten Kinder ist hoffnungslos. Weitere polnische Bergarbeiterfamilien verlassen Nordfrankreich Jetzt ist ein weiterer Zug polnischer Grubenarbeiter aus Escarpelle abgereist. Es handelt sich diesmal um 91 Personen, polnische Familien, die dem Ausweisungsbefehl der französischen Regierung Folge leisten und mit Hab und Gut nach Polen zurückkehren. Zu Zwischenfällen ist es nicht sekommen, die Polizei hatte einen umfangreichen Etonungsdienst eingerichtet. Der entführte Pfarrer Askew freigelassen Der entführte Pfarrer Askew ist am Sonnabend in der Nähe von Nashville(Tennessee) freigelassen worden. Der Pfarrer sagte aus, drei Männer mit Revolvern hätten ihn in einen Kraftwagen geschafft und ihn lange Zeit in der Gegend herumgefahren. Sie hätten ihm seine Kleidung und 40 Dollar weggenommen. 137 Ehescheidungen in zwei Stunden Wie die Rigaer Blätter melden, hat dieser Tage die vierte Zivilabteilung des Rigaer Bezirksgerichts einen Rekord eigener Art aufstellen können. In der Zeit von 10.10 Uhr bis 12 Uhr mittags wurden nicht weniger als 137 Ehescheidungen ausgesprochen. Das macht also weniger als eine Minute für den Fall, eine Leistung, die selbst im scheidelustigen Amerika Neid hervorrufen dürfte Cendenstagzeug dertert'8 Somden Ein ungewöhnlicher Vorfall über Kowno Ein ungewöhnlicher Vorfall ereignete sich in Kowno bei Uebungen einer litauischen Bombenflugzeugstaffel. Als die drei Bombenflugzeuge kurz nach dem Aufstieg die Stadt überflogen, lösten sich aus bisher noch unbekannter Ursache an einem der drei Flugzeuge plötzlich drei Bomben und sausten zur Erde. Eine fiel auf as Dach des Wasserbauamtes, explodierte aber nicht. Die beiden anderen Bomben durchschlugen das Dach eines benachbarten Stallgebäudes und explodierten, wobei ein Kolb und eine Kuh zerrissen wurden. Außerdem ist in dem Stall beträchtlicher Schaden angerichtet worden. Ein Mann, der sich in der Nähe aufhielt, wurde durch einen Bombensplitter am Arm verletzt. Lastkraftwagen vom Zuge erfaßt Sieben Schwerverletzte Ein schweres Kraftwagenunglück, bei dem sieben Personen so schwer verletzt wurden, daß drei von ihnen in hoffnungslosem Zustande im Krankenhaus liegen, ereignete sich an einem bewachten Eisenbahnübergang in der Nähe von Versailles. Ein kleiner Lastkraftwagen, in dem zwei Familien von je vier Personen Platz genommen hatten, wurde beim Ueberfahren des Eisenbahnüberganges, dessen Schranken geöffnet waren, von der Lokomotive eines Zuges erfaßt und etwa fünfzehn Meter weit weggeschleudert, wo er vollkommen zertrümmert liegen blieb. Nur ein siebenjähriges Mädchen blieb wie durch ein Wunder unverletzt. Bergsteiger am Mont Blane verschüttet Bei dem Versuch, den Mont Blanc von der Turiner Schutzhütte aus auf einem bisher nicht begangenen Wege zu bezwingen, sind zwei bekannte Turiner Alpinisten ums Leben gekommen. Gegen 2 Uhr nachts wurden die beiden Vergsteiger bei der Uebersteigung eines steilen Abhanges plötzlich von einer großen Lawine verschüttet und mit in die Tiefe gerissen. Chinesischer Dampfer mit 45 Mann gesunken Ein chinesischer Dampfer, der sich auf der Reise von Tschifu nach dem südlichen Sachalin befand, ist bei Sachalin in einen Taifun geraten und mit 45 Mann Besatzung untergegangen. Deutsches Faltboot in Holland treibend aufgefunden Einer Meldung aus Zoutkamp zufolge wurde dort südlich der Insel Schiermonnikoog ein Faltboot„Rheinteufel" treibend aufgefunden. Im Innern des Bootes, das eine deutsche Flagge trug, fand man nur eine leere Aktentasche. Man vermutet, daß die Insassen ertrunken sind. Die Innenseite des Bootes trägt die Aufschriften„U. 3. Krefeld und Bad Toelz=Oberbayern“. StU Bead AntotniSS Wost Ich schau' dich an... Es ist Abend. Ich sitze in der Elektrischen, dicht neben der Tür. In Gedanken versunken. Filmartig zieht der Tag, mit allem, was er brachte, an mir vorüber. Meine Gedanken hasten von einem zum andern; sie haften nicht.„ 7.6# 1a 8 Wie von ungefähr hebe ich den Kopf. Da sehe ich dich draußen stehen. Du aber siehst mich nicht... 84, einens, Meine erste Bewegung ist, aufzustehen und zu dir hinauszugehen. Es wäre so hübsch, jetzt neben seinem Manne heimzufahren. Beide müde von dem Tag, der hinter uns liegt, aber froh in der Erwartung abendlicher Stunden, die uns gehören. Da stutze ich. Bleibe ruhig sitzen und starre wie gebannt in dein Gesicht. Denn in dem steht etwas, das ich sonst nie darin Ich kenne doch— durch jahrelanges Zusammenleben— jeden Zug in diesem Antlitz. Es ist mir vertraut, wie dem Kinde das Antlitz der Mutter. Doch wie du so dastehst, ahnungslos, daß ich dir ins Gesicht schaue, ist etwas mir Fremdes in deinen scheinst über die Dinge hinwegzusehen, in die Ferne. In eine Ferne, die ich nicht sehe. Und ahnst nicht, daß ich dir sus Antlitz schaue. Guuaf in„Nler Buka bstrachten 8. Nun kann ich dich einmal in aller Ruhe betrachten. Du bist so versonnen, daß du meinen Blick nicht spürst. Ich aber lese in deinen Zügen. Und plötzlich sehe ich all die feinen, kleinen Falten um Stirn und Mundwinkel. In der Gewohnheit des täglichen Beisammenseins übersieht man sie leicht. Jetzt aber erscheinen sie vertieft. Sie lassen dein Gesicht älter erscheinen. Und was ich darin lese, ist Sorge, Sorgen aller Art. So wie sie Menschen tragen, auf deren Schultern die Verantwortung für andere liegt und die sich dieser Verantwortung voll und ganz bewußt sind! Ja, wo habe ich denn sonst meine Augen gehabt? Habe ich denn diese seinen Sorgenfalten nie gesehen, die der Kampf des Alltags in deine Züge gegraben? Fest pressen sich die Lippen auseinander. Alle Energie deines männlichen Willens liegt Du hast den Hut abgenommen. Der kühle Abendwind streicht um deine Stirn. Nun betrachte ich auch dein Haar genauer. Wie oft ist meine Hand liebevoll, aber gedankenlos, über deinen Kopf gestrichen. Nun sehe ich, daß an den Schläfen das Haar leicht zu ergrauen beginnt. Und dies ergrauende Haar paßt zu den Sorgenfalten deines Gesichts. Beides aber hat mir etwas +#„ I, Oaham asfährtin mmie schmer k. „Weißt du nicht, du, seine Lebensgefahrtin, wie schwer heute der Kampf ums Dasein ist— wie er alle Kräfte eines Menschen restlos beansprucht? Da vertiefen sich leicht die Falten im Antlitz, da werden die Haare vor der Zeit grau! Darum sollst du eines nie vergessen; es muß eine weiblichseinempfindende Hand sein, die die Sorgenfalten auf seiner Stirn glättet und ihm liebevoll über das ergrauende Haar fährt! Er kommt täglich abends aus dem Kampf ums Dasein. Sei du ihm Entspannung und Erholung! Verschone nach Kräften den müde Heimkehrenden mit all den Kleinigkeiten deiner Hausfrauenwelt! Zeige ihm das freundliche Antlitz einer Frau, die sich herzlich der Rückkehr des Gatten freut! Aber bringe ihm auch Verständnis für seine Berufswelt und deren Sorgen entgegen., gntstz u. wirst#u Sinti fechen 8as i— sich Schau' in sein Antliß, da wirst du deutlich sehen, daß er dich sbuch. tae Wanheng bes Wagens fafft maines Bei einer unerwarteten Wendung des Wagens fällt meines Mannes Blick auf mich. Aufhellend gleitet es wie Freude über einge Züge.....“ 1n5 Tehres mit sam in u 2.1 Dann stehe ich neben ihm und fahre mit ihm in den Feierabend hinein. Was ich aber in seinem Antlitz gelesen, bewahre ich als kostbares Wissen in meinem Herzen. Femina. Kleine Wahrheiten über die Frauen. Von Erika Thomy. Einer Frau, die viel gelitten hat, kann jeder Mann das größte Vertrauen schenken. Aus den Freuden ihres Lebens verfertigt sich die Frau Flügel— aus den Schmerzen ihres Lebens Sporen. Erst in höchster Not kommt der wahre Charakter vieler Frauen zum Vorschein. Wenn du von einer Frau nach kurzer Bekanntschaft unter dem Siegel der Verschwiegenheit ihre tiefsten Geheimnisse zu hören bekommst, mußt du vorsichtig sein. Wenn die Frauen nicht alles nachahmen würden und wollten, würden sie weit weniger Torheiten begehen. Eine Frau, die ein Lob ablehnt, hat unbewußt den Wunsch, es noch einmal zu hören. Fast immer ist das Gekränktsein der Frau verletzte Eitelkeit. Bedächten die Frauen mehr die Folgen ihrer Handlungen, brauchten sie nicht so viel zu irren. Die Leichtgläubigkeit einer Frau den Männern gegenüber ist zum Lachen und Weinen zugleich. Gute Taten verrichten viele Frauen, nur nicht alle verzichten auf Anerkennung und Dank. Eine fromme Frau erkennst du nicht nur daran, daß sie betet, sondern daran, daß sie von denen gut spricht, die schlecht von ihr sprechen. zur Sparsamkeit. „Spare in der Zeit, so hast du in der Not!“ Wer diese alte Wahrheit befolgen will, muß erst sparen gelernt haben. Man kann es auf allen Lebensgebieten beobachten: die junge Ehefrau, der junge Ehemann, das Kind, der Geschäftsmann, der zum ersten Male ein Geschäft gründet— alle schöpfen aus dem Vollen, so weit es ihnen zur Verfügung steht. Erst mit der Zeit lernen sie hauszuhalten und sich einrichten. Der Zwang der Verhältnisse ist ihnen Lehrmeister im Sparen gewesen. Manche aber lernen niemals, mit ihrem Einkommen auszukommen, und die Folgen sind Schulden, Not, Ehezerrüttung. Darum sollten jede Mutter und jeder Vater ihre Kinder zum Sparen erziehen. Sparen heißt nicht nur, planvoll und überlegend sein im Geldausgeben, sondern auch Kleidung und Schuhe, Möbel und sonstigen Hausrat schonend behandeln. In dieser Beziehung ist gerade bei Kindern viel Erziehung notwendig. Aus Mutwillen und Unbedachtsamkeit werden von ihnen Kleidung und Schuhwerk zerrissen und Möbel beschädigt. Solche Erziehungssehler müssen ausgemerzt werden. Sparen muß überhaupt Grundsatz innerhalb der Familie sein. Immer wieder sind Kinder, die schnell zum Geldausgeben für Näschereien und unnütze Dinge bereit sind, darauf aufmerksam zu machen, wie lange der Vater arbeiten muß, um einen Groschen oder eine Mark zu verdienen. Man muß ihnen sagen, mit wie wenig Geld die Mutter manchmal ein Mittagsmahl herrichten muß, und das unnötige Geldausgeben wird von den Kindern eingeschränkt werden. 4 WVem Ginomn bi. k. Zum Sparen erzogen mussen vor allen Dingen die heranwachsenden Mädchen, die zukünftigen Hausfrauen, werden. Das alte Bauernwort, eine Frau könne mit ihrer Schürze mehr aus dem Hofe tragen als der Mann mit seinem Wagen hineinfahren, birgt eine tiese Wahrheit. Nicht das Einkommen des Mannes allein sichert die Lebenshaltung der Familie, sondern die Art, wie die Hausfrau damit auskommt. Einfachheit und Schlichtheit sind die Voraussetzungen für das Sparen. Nicht mehr scheinen wollen als man ist und hat. Erfahrungsgemäß wird in verschwenderischen Familien das wenigste Geld an Essen und Trinken vertan; meist wird in solch schlecht geführten Haushaltungen auch schlecht gegessen und getrunken. An mehr äußerlichen Dingen wird ein unnötiger Aufwand getrieben. Da können in der Erziehung die Hinweise auf die einfache Lebenshaltung und schlichte Lebensführung großer Männer und Frauen aus der deutschen Geschichte und Kultur gute Dienste leisten. Wie einfach lebten Schiller, Goethe, Hebbel, Bach und Händel, um nur wenige der Großen in bescheidenen Lebensverhältnissen zu nennen. Erziehung zum Sparen ist eine wichtige Aufgabe! Selbstverständlich können in diesem Sinne nur die Eltern und Erzieher wirken, die durch eine einfache und sparsame Lebensführung auch darin ein gutes Beispiel geben. Und das gute Vorbild ist auch hier wie in allen erziehlichen Fragen der beste Lehrmeister. H. M. Welkende Schnittblumen. Blumen verschönern das Heim. An dieser Tatsache sollte keine Hausfrau vorübergehen, sondern eifrig darauf bedacht sein, für Blumen zu sorgen: auf dem Eßtisch, am Fenster, auf dem Balkontisch, sa sogar in der Küche. Der Einwand, daß Schnittblumen zu schnell verwelken, ist falsch. Es liegt meistenteils an der unsachgemäßen Behandlung und Pflege der Schnittblumen. Das schnelle Welken kann auf verschiedene Weise verhindert werden... 1/2 g5cuiten#n Zunächst sollte man Blumen, die frisch geschnitten sind oder als Strauß vom Gärtner ins Haus kommen, nie sofort in eine Vase stellen. Es ist ratsam, die Stengel zunächst um einen Zentimeter zu verkürzen, damit etwa schon angefaulte Stengelenden wieder besser Nahrung aufnehmen. Dieser Verschnitt sollte an jedem bzw. an jedem zweiten Tage erneut vorgenommen werden. Dann stelle man die Blumen etwa bis zum Blütenansatz ein bis zwei Stunden in laues Wasser, dann erst in eine Base.„.„At, täglich aalen Das Wasser in der Vase sollte täglich gewechselt werden und niemals darf es kalt sein. Am besten findet der Wasserwechsel morgens und abends statt. Zur Vermeidung von Fäulnis wird dem Wasser ein Körnchen oder zwei Kaliumpermanganat beigegeben. Kochsalz, wie so oft angepriesen, eignet sich nicht so gut. Wer Kaliumpermanganat nicht besitzt, nehme Soda oder Oxalsäure in Kristallform. Immer aber dürfen nicht mehr als einige Körnchen auf ein Liter Wasser zugegeben werden. In der Hauptsache welken Schnittblumen in übermäßiger. Wärme. Sie dürfen nie in die Sonne gestellt werden oder gar in ein heißes, überheiztes Zimmer. Besonders während der Nacht sollten Schnittblumen stets aus dem Zimmer entfernt und in der kühleren Küche aufbewahrt werden oder in einem anderen kühlen Raum. Das gilt für Sommer und Winter. Morgens sollten die Blüten sein mit abgestandenem Wasser übersprüht werden.. Jua, Holzige Stiele vertä, Blumen, wie Rosen, die über holzige Stiele verfügen, werden täglich ebenfalls um ein wenig verkürzt, aber der Stiel unten auf etwa zwei Zentimeter gespalten. So behandelt, halten sich Schnittblumen nicht nur einen oder zwei Tage, sondern acht bis vierzehn Tage! C. R. kann kaum noch stehen...!“ Blutvergiftungen führen. Ueberhaupt: jeder kleinste Riß, jede winzige Wunde am Fuß ist gefährlich, weil der gesärbte Strumps und der reibende Schuh darüber kommen. Am besten behandelt man solche Gefahrenquellen, indem man sie mit Jodtinktur vorsichtig abtupft; es brennt zwar einen Augenblick— aber man spart sich damit tagelange Schmerzen. Das sind ein paar gute Ratschläge für die Vielgeplagten. Ob sie aber auch befolgt werden?!“ M. W. Ueber das Schnarchen. In Japan werden Schnarcherinnen nach der Heirat einfach wieder nach Hause geschickt. Wird bei Kindern Schnarchen entdeckt, so werden ihnen Kissen angeschnallt, die eine schnarchfreie Lage ermöglichen und das Uebel beseitigen. In Persien wurde— uralte griechische Geschichtschreiber berichten darüber— ein Mädchen, das zur Braut des Perserkönigs ausersehen war, von einem Eunuchen vorher im Schlaf genau beobachtet. Ein solches Mädchen durfte nur auf dem Rücken liegend schlafen und dabei nicht schnarchen. In Deutschland aber bekam einst eine Braut von ihrer Großmutter eine Uhr geschenkt, die menschenähnlich schnarchte, damit sich die junge Braut bis zur Hochzeit an das Schnarche## gewöhne. Doch stellte es sich dann heraus, daß, da der Ehemann nicht schnarchte, die Gewöhnung nicht notwendig gewesen wäre. E. Th. Pflaumen=Rezepte. Arme Hausfrau, arme Verkäuferin, armes Lehrmädel! Wenn ihr abends todmüde auf einen Stuhl fallt, ist es die immer gleiche Klage, der Seufzer der Ueberanstrengten:„Ach, ich kann kaum noch stehen!" und„Ich spüre meine Füße nicht mehr!", was nichts anderes bedeutet, als daß ihr sie viel zu viel spürt. Niemand kann euch die Mühe des stundenlangen Stehens, des Herumlaufens, des dauernden Auf=den=Beinen=seins abnehmen; aber vielleicht gibt es doch einen oder den anderen guten Ratschlag, der diese armen, müden Füße, die belasteten Beine für ihre schwere Aufgabe tüchtiger macht. Es gibt eine Fußpflege. Aber sie ist zur Zeit leider noch ein Stiefkind in der Körperpflege, und selbst Menschen, die sich tadellos maniküren und eine überlegte Hautpflege treiben, meinen genug getan zu haben, wenn sie ihre Füße täglich waschen. Das genügt aber nicht, besonders nicht für die Berufsmenschen, deren Füße stark strapaziert werden. Wanderer und Sportler wissen das und handeln danach; aber die Hausfrau, die Verkäuferin, das Laufmädel denken gar nicht daran, sich einmal auszurechnen, wie viele Kilometer sie täglich hin und her gehen; wenn sie einen Ausflug machen, schützen sie den Fuß. Wenn sie arbeiten— lieber Gottl, dann hat man doch dafür keine Zeit! Oder man hat die Zeit erst, wenn es zu spät ist, wenn ein Fußleiden einen schmerzensreichen Zwang dazu ausübt. Jede richtige Fußpflege umfaßt zumindest dreierlei: Formpflege, Hautpflege, Nagelpflege. ginf. gam Schuhmars Die Formpflege hängt in erster Linie vom Schuhwerk ab. Frauen, die viel laufen, dürfen als Berufsschuh niemals einen mit hohen spitzen Absätzen, aber auch keinen allzu flachen Schuh tragen, da in beiden Fällen die Ueberanstrengung von einzelnen Fußteilen zur Verbildung führen kann. Der Fuß muß im Schuh Platz haben, darf sich aber nicht in einem allzu weiten wundreiben können. Die moderne Methode, den Schuh mit dem Fuß bei der Anprobe zu durchleuchten, erlaubt jedem, sich selbst davon zu überzeugen, ob der Schuh paßt oder nicht. Zur Formpflege gehört auch, bei angestrengten Füßen, eine leichte Massage besonders der Fußhöhle, des Spanns und des Knöchels, die man am besten mit Franzbranntwein ausführt, weil der Alkohol gleichzeitig die Gewebe kräftigt. Einreibungen der Fußhaut mit Alkohol ist ein wesentliches Stärkungsmittel, das Einpudern mit einem guten Fußpuder ein ausgezeichneter Hautschutz, der vor Wundlaufen, Blasen und so weiter bewahrt. Zur richtigen Hautpflege des Fußes gehört auch, daß man ihn nicht einer scharfen Seifenlauge aussetzt, sondern ihn beim Waschen und Baden mit der gleichen milden Toilettenseife behandelt, wie die übrige Haut. Kräftiges Frottieren beim Abtrocknen fördert die Blutzirkulation. Aber die schlimmste Plage für den Fuß, die Hornhäute, sollte man mit alleräußerster Vorsicht behandeln und alles daran Herumschneiden sein lassen. Erweichen durch Baden und Fetten mit Hirschtalg lindert; wer aber stark daran leidet, sollte sich regelmäßig von einem Fachmann die Hornhaut wegschneiden lassen. Der übernimmt am besten auch die Nagelpflege, die kein Luxus ist, denn eingerissene oder gar abgerissene Nägel, zu tief weggeschnitten, und was der Peinlichkeiten mehr sind. können sehr leicht zu Entzündungen und zu Graupen mit Pflaumen. Ein Pfund Graupen wird, nachdem es gewaschen ist, tags vorher eingeweicht, am nächsten Tage im selben Wasser mit einer Prise Salz auf kleiner Flamme oder in der Kochkiste weichgekocht. In der letzten halben Stunde werden den Graupen Pflaumen beigefügt und Zucker und Zitronenschale. Zum Schluß einen Eßlöffel voll Butter. Sauerkraut mit Pflaumen. Das Sauerkraut erhält durch die Zugabe von Pflaumen einen seinen, würzigen Geschmack. Man rechnet auf ein Gericht Kraut zwei Handvoll Pflaumen. Im übrigen verfährt man in gewohnter Weise. Pflaumensuppe. 500 Gramm reise, entsteinte Pflaumen kocht man in einem Liter Wasser mit Stangenzimt und Zitronenschale weich und schlägt alles durch ein Sieb. Dann läßt man die Suppe noch einmal aufkochen, gibt noch Zucker, Wasser, nach Geschmack auch Rotwein dazu und richtet sie auf Zwiebäcken oder gerösteten Weißbrotscheiben an. Brotsuppe mit Pflaumen. Einige Stunden lang in Wasser eingeweichte Brotreste werden unter häufigem Rühren langsam zum Kochen gebracht. Besonders würzig schmeckt die Suppe mit gemischten Brotsorten, wobei Roggenschwarzbrot nicht zu vergessen ist. Zutaten: reichlich Pflaumen, Rosinen, etwas Zitronen= und Apfelsinenschale, Zucker und eine Prise Salz. Die Suppe muß auf kleinem Feuer langsam garkochen. Zum Schluß fügt man nach Geschmack etwas Anissamen hinzu. Ueberbackener Milchreis mit Pflaumen. Eineinhalb Pfund Pflaumen werden gewaschen, aufgeschnitten. der Kern entfernt. Man kocht 125 Gramm Reis in eineinhalb Liter leicht gesüßter Milch. Hierauf streicht man eine Form gut mit Butter aus, gibt ein Drittel von dem Milchreis hinein, legt die Hälfte der Pflaumen darauf, streut Zimtzucker darüber, dann wieder Reis, die anderen Pflaumen und Zucker und deckt mit dem übrigen Reis. Auf diesen gibt man reichlich Butterstückchen und bäckt die Speise in heißer Röhre zu goldgelber Kruste. Die Speise wird beim Auftragen mit Himbeersaft übergossen. Pflaumenknödel. Man macht einen Kartoffelteig wie zu gekochten Kartoffelklößen, treibt diesen auf einem Nudelbrett mit Hilfe von Mehl etwa fünf Millimeter dick aus und schneidet davon Stücke von etwa fünf mal fünf Zentimeter Größe. Pflaumen werden entsteint, jede mit einem Teigstück umschlossen und rund geformt.(Wenn die Pflaumen noch etwas sauer sind, kann man den Kern durch ein kleines Stück Würfelzucker ersetzen.) Dann kocht man die Knödel in Salzwasser, schwenkt sie in zerlassener Butter, bestreut sie mit in Butter gerösteter, geriebener Semmel und Zucker und trägt sie mit reichlich gebräunter Butter auf. Einfacher Pflaumenkuchen. Das Blech wird mit einem gewöhnlichen Hefenteig belegt. Ist der Teig ein wenig gegangen, kommt eine Lage ausgekernter Pflaumen darauf, die recht gleichmäßig auseinander gebreitet werden. Sie werden mit Zimtzucker bestreut und dann gebacken. Vor dem Backen soll man nicht zu viel Zucker aufstreuen, weil sonst die Saftbildung zu groß wird. Die zweite Hälfte des Zuckers streue man erst darüber, wenn der Kuchen gebacken und etwas abgekühlt ist. Pflaumenmarmelade zum Füllen von Backwerk. Sechs Pfund sehr reife Pflaumen werden in heißem Wasser kurz gebrüht, damit die Haut leicht abzuziehen ist. Dann werden sie entsteint. Zwei Pfund Zucker kocht man mit einer halben Tasse Essig, fünf Gramm Nelken ohne Köpfchen, zehn Gramm ganzen Zimt. Zuletzt gibt man die entsteinten Pflaumen hinein. Und nun kocht man bei nicht zu großer Flamme und unter ständigem Rühren die Marmelade, bis alle Pflaumen völlig verkocht sind und die Marmelade recht dicklich vom Löffel tropft. Die praktische Hausfrau. k. Geruch in Eisschränken. Eisschränken sowie Vorratskammern, in denen Fleischspeisen aufbewahrt werden, haftet leicht ein unangenehmer Geruch an. Ein wirksames Mittel, diesen zu beseitigen, ist feingemahlener Kaffee, den man auf eine erhitzte Ofenschaufel streut und danach diese Schaufel einige Minuten in die Schränke und Vorratsräume stellt. Auch der Rauch von brennenden Wacholderzweigen tut dieselben Dienste. k. Lösen von Glasstöpseln. Man träufle einige Tropfen keines Speiseöl auf den Glasstöpsel und drehe ihn dann vorsichtig mit einem Schlüssel um. Hilft das auch noch nichts, so stelle man das betreffende Fläschchen auf den warmen Ofen, damit es sich leicht erwärmt. In wenigen Minuten wird man das Fläschchen öffnen können. k. Wie wäscht man Spitzendecken? Spitzendecken, die gewaschen werden, bekommen ihre ursprüngliche Form, ohne sich zu verziehen, wenn man sie halb feucht auf einem weißen Leinentuch über einer glatten Fläche(Plättbrett) nadelt. Man achte dabei auf rostfreie Nadeln. k. Im Sommer ist es oft schwierig, Käse madenfrei zu erhalten. Wenn man Iganniskraut— ein goldgelb blühender Halbstrauch— zwischen die einzelnen Stücke legt, verhindert man nicht nur das Entstehen von Maden, sondern auch etwa schon vorhandene Maden vertreibt der Geruch dieser Pflanze. k. Reinigen von farbigen Schuhen. Erst säubere man sie mit einer Bürste vom Straßenschmutz. Dann bereite man sich eine Waschung aus vier Teilen Milch und einen Teil Benzin und trage diese Flüssigkeit mit einem weichen Wolläppchen gleichmäßig auf den Schuh auf. Man wird erstaunt sein über den guten Erfolg.