I Die„Schwerter Zeitung“ erscheint wöchentlich sechs mal. Bezugspreis wöchentl. 45 Pfg.(einschl. Trägerlohn). Einzelnummer 10 Pfg. Geschäftsstelle Gr. Marktstraße 3—5. Postscheckkonten: Dortmund 2852 und Hannover 21874. Verantwortlich. Hauptschriftleiter: Heinz Friedrich Kamecke. Verantwortl. für d. gesamt. Texteil: Heinz Friedrich Kamecke. Für den Anzeigenteil: Hans Linner; sämtlich in Schwerte. Druck u. Verlag: Carl Braus, Schwerte.— Heimatblatt Einzige in Schwerte gedruckte Tages=Zeitung Anzeigenpreise: Für die sechsgespaltene Millimeterzeile(46 mm breit) 6 Pfg. Familien=, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4 Pfg. Reklame: Millimeterzeile 20 Pfg. Nachlässe nach Tarif 9a. Für telefon. aufgegeb. Inserate übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorhergeseh. Betriebsstörung., hervorgerufen durch höh. Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr, für pünktl. Erscheinen d. Zeitung u. kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erhoben werden. Tageblatt für die Stadt Schwerte und das Amt Westhofen Gmp; Kreisblait für den nördlichen Teil des Landkreises Iserlohn Nr. 155 Schwerte(Ruhr), Freitag, den 6. Juli 1934 67. Jahrgang Unlsreverrat=des Rirersee um Frankreich war schon vor Wochen unterrichtet- Geheime Verhandlungen Schleichers mit dem Frunzosischen Generatstad schon wührend seiner Kunzteeschaft Ensthüllungen der Anited Preß Aus London, 5. Juli, meldet das DRB: Von Seiten glaubwürdiger diplomatischer Vertreter einer großen nichtdeutschen europäischen Macht erfährt die United Preß, daß Frankreich bereits vor einigen Wochen über das groß aufgezogene Komplott Schleichers gegen Hitler unterrichtet gewesen sei. Die offizielle deutsche Mitteilung, daß Schleicher mit einer ausländischen Macht in Verbindung gestanden habe, wurde anfänglich im Auslande nicht sehr ernst genommen, beginnt aber jetzt in offiziellen Kreisen mehr und Glauben zu finden, und man ist der Ansicht, daß eine Reihe von Umständen auf Frankreich hindeuten. Ein sehr bekannter deutscher Journalist in Paris soll, wie bestimmt versichert wird, der Mittelsmann zwischen Schleicher und der französischen Regierung gewesen sein. Die Schleicher=Verschwörung soll angeblich Barthou vor kurzem veranlaßt haben, dem Vertreter einer europäischen Macht mitzuteilen, daß Frankreich nicht bereit sei, Deutschland irgendwelche Konzessionen in der Rüstungsfrage zu machen, da die Tage des Hitler=Regimes in Deutschland gezählt seien. Wie der United Preß weiter mitgeteilt wird, soll Barthon bei dieser Gelegenheit vertraulich erzählt haben, daß in Deutschland ein Komplott gegen Hitler bestehe, dessen treibende Kraft der frühere Reichskanzler General von Schleicher sei. Diese Zusammenhänge erscheinen in hiesigen diplomatischen Kreisen umso wahrscheinlicher, als man wissen will, daß Schleicher während seiner Kanzlerschaft mit dem französischen Generalstab in geheimen Verhandlungen gestanden habe, die zur Zeit seines Sturzes einer Vereinbarung sehr nahe gewesen seien. Die Verräter Die Deutsche Allgemeine Zeitung erinnert daran, welche Hoffnungen sich die fcanzösische Regierung auf einen Sturz des HitlerRegimes gemacht hat, und welche verhängnisvolle Rolle diese Hoffnungen in der internationalen Politik gespielt haben, die für das französische„Nein“ an England und im Anschluß daran, zum Fiasko zur Abrüstungskonferenz führte. Das Blatt sagt u. a.:„Daß es Deutsche gegeben hat, die schon längere Zeit mit einer fremden Macht gegen ihr Vaterland sich zu verbünden suchten, das ist eine erschütternde Nachricht. Daß es in einer Zeit geschah, in der wir in chwerstem Kampf um unsere Gleichberechtigung und um unsere wirtschaftliche Existenz standen, stempelt die Tat zu einem beispiellosen Verbrechen. Denn diese Menschen haben gewußt, wer ein Interesse an dem Zusammenbruch Deutschlands hatte. Wir glauben in der Lage zu sein, das Datum mitteilen zu können, an dem Herr Barthou die Mitteilung gemacht hat. Am 30. Mai scheint Herr Barthou in Genf den englischen Delegierten hiervon Mitteilung gemacht zu haben. Die englische Regierung hat sofort in den Spalten der „Times“ Frankreich vor solchen Spekulationen warnen lassen, die niemals eine Grundlage für irgend eine Politik seien.“ Der„Angriff“ sieht in der Enthüllung den Beweis dafür, wie notwendig und richtig die wohlüberlegten Maßnahmen des Führers waren, als er sich entschloß, diese Pestbeule auszustechen und die Leute erschießen zu lassen, die sich so weit erniedrigten, mit einer ausländischen Macht in Verbindung zu treten, und die Politik des vom Führer geführten geeinten Deutschland zu hintertreiben. Die„Deutsche Zeitung“ schreibt: Man ist erstaunt und erschüttert, wie Menschen, die Wert darauf gelegt haben, daß man sie als gute Soldaten betrachtete, sich dazu hergeben konnten, überhaupt mit ausländischen Stellen Verbindungen anzuknüpfen. Wenn noch irgend etwas nötig gewesen wäre, um als Beweis für die Richtigkeit der Maßnahmen der Reichsregierung zu dienen, so ist das der Beweis. Im jetzigen Augenblick Landesverrat üben, ist das schlinngste Verbrechen, dessen sich ein Deutseg machen kann. Wenn aber diese? schen Schleicher=Röhm auf der einen Se#te und einer ausländischen Macht auf der anderen Seite bestanden hat, dann ist das Landes= und Hochperrat in der höchsten Steigerung. Diese Menschen haben die Freundschaft und das Vertrauen des Führers in so unglaublicher Weise mißbraucht, daß man ihnen jedes Mitgefühl mit ihrem Schicksal versagen muß. Der„Lokalanzeiger“ meint, daß einiger Grund zu der Annahme besteht, daß die von der United Preß mitgeteilte Lesart in diplomatischen Londoner Kreisen gut beglaubigt ist. Ist sie das aber, dann ergibt sich ohne weiteres, wie sich im Falle des so energisch unterdrückten Komplotts Hochverrat und Landesverrat die Hand gereicht haben. Ueber eine Gesinnung, die mit dem Land paktiert, mit dem um die deutsche Gleichberechtignug gerungen wird, braucht man kein Urteil abzugeben. Das schärfste würde hinter dem zurückbleiben, das die simplen Tatsachen selbst fällen. Der Kommentar des„Berliner Tageblattes“ lautet:„Nach dieser Darstellung hätte General von Schleicher mit seinen Mittelsmännern als Privatmann Fühlung mit Frankreich genommen, um dieser Macht zu suggerieren, die deutsche Regierung stünde— nämlich dank den Bemühungen Schleichers und seines Kreises— mehr oder weniger dicht vor dem Sturz, und es sei daher nicht geraten, mit dieser Regierung zu verhandeln oder ihr gegenüber irgendwelche Zugeständnisse zu machen. Wenn auch nur wesentliche Punkte dieser Darstellung zutreffen, so hätten wir es hier mit einem Akt des Landesverrates zu tun, der kaum ein Beispiel in der Geschichte finden würde, namentlich wenn man erwägt, daß der Mann, dem diese Handlungsweise zugeschrieben wird, ein deutscher Offizier und eine Zeitlang Wehrminister und Kanzler war.“ Im übrigen ist das Blatt der Ansicht, daß sich dieses Komplott nicht nur gegen die Sicherheit des Deutschen Reiches, sondern ebenso auch gegen die Befriedung Europas gerichtet hätte. „Der Deutsche“ erklärt:„Seit Monaten hat der Führer immer wieder der Welt gegenüber den deutschen Friedenswillen kundgetan und seit Monaten hat Adolf Hitler immer wieder auch gerade Frankreich gegenüber betont, daß das deutsche Volk nichts anderes als Frieden, als Gleichberechtigung und Ehre fordere. Wir haben uns manchmal darüber gewundert, daß es den Anschein hatte, als ob man jenseits der Grenzen deshalb zögere, Deutschlands berechtigten Wünschen entgegenzukommen, weil man nicht an die Beständigkeit des Hitler=Regimes glaube. Uns, die wir wissen, wie fest Adolf Hitlers Führung im deutschen Volk und in der deutschen Arbeiterschaft verankert ist, war diese Hoffnung mancher ausländischen Kreise auf einen Sturz des nationalsozialistischen Staates unfaßbar. Heute wissen wir, aus welch dunklen und trüben Quellen diese Hoffnung genährt werden konnte. Das Verbrechen, das der Herr von Schleicher und seine Mittelsmänner an Führer und Volk begangen haben, war also nicht nur Hochverrat, sondern auch Landesverrat. Das war der Dank dieses reaktionären Herrn an dem Nationalsozialismus, der ihn nach dem 30. Januar 1933 ungeschoren ließ. So beantwortete die Reaktion unsere nationalsozialistische Großmut. Der Landesverräter von Schleicher ist tot. Sein Verhalten aber wird uns in Zukunft bei der Behandlung von Reaktionären als Warnung und Lehre dienen.“ Ein Dementi der französischen Boschast Dem DRB. geht von Havas folgendes Dementi zu: Die französische Botschaft erklärte auf eine Anfrage hinsichtlich der von der Berliner Presse heute nachmittag in sensationeller Aufmachung wiedergegebenen Depesche der United Preß über die Rolle, die Frankreich angeblich bei den Ereignissen vom 30. Juni gespielt habe, daß sie in der Lage sei, diese widersinnige Fabel auf das entschiedenste zu dementieren. Todesurteil im Gollmützer pelnischen Veroprozen Die Begründung In der Begründung zu dem bereits gemeldeten Urteil im Gollmützer Prozeß führte der Vorsitzende u. a. aus: Der Ermordete Elsholz war das geistige Oberhaupt der Ortsgruppe Gollmütz der N. S. D. A. P. Eine persönliche Feindschaft bestand zwischen dem Ermordeten und dem Verurteilten nicht. In Gollmütz herrschen besondere Verhältnisse. Für viele war die Mitgliedschaft bei der SA oder der Partei nur eine äußere Sache. Sie besaßen keine Kenntnisse von der Partei selbst. Die SA=Männer kannten nicht einmal die Rangunterschiede. Den Einwohnern war nur äußerlich darum zu tun, der N. S. D. A. P. anzugehören. Es ist kein Beweis dafür erbracht worden, daß es sich um einen Religionsstreit gehandelt hat. Im Gegenteil, die Religion benutzten diese Leute als Deckmantel zur Bekämpfung der Partei. Der Angeklagte stand auf der Seite der Gegner der N. S. D. A. P. und war Mitglied der Deutschen Jugendkraft. Er hat sich schwer geärgert über die pflichtmäßige Arbeit der Partei. Aus diesen Verhältnissen ist es in diesen begrenzten Kreisen zu verschiedenen Zusammenstößen gekommen. Hitlerjugend, die man in die Deutsche Jugendkraft gelockt hatte, wurde, als sie sich nicht fügen wollte und zu Hitler bekannte, an der Kirchentür angeprangert. Fremde Agitatoren reisten im Lande umher. In Gollmütz wurde ein Sportfest mit der Spitze gegen die Bewegung abgehalten. SA=Männer wurden verführt, sich gegen ihre Führer zu stellen. Arbeitsdienstfreiwillige wurden geschmäht und sogar Schimpfworte wurden gegen den Führer ausgestoßen. Der Angeklagte kämpfte mit Leidenschaft dafür, an dem Führer der Partei Rache zu nehmen, besonders an deren geistigem Oberhaupt in Gollmütz, dem Pg. Kurt Elsholz. Besprechungen fanden unter den Gegnern statt. Der Gedanke entstand, erst durch die Tat etwas zu unternehmen. So fiel zuerst das Wort vom Totschlagen. Der stellvertretende Leiter der Deutschen Jugendkraft hat sich gerade darüber mit dem Angeklagten nachdrücklichst unterhalten. In diesem Zusammenhang fiel auch das entsetzliche Wort von der Grube, in die man die vier RSDAP=Führer der Ortsgruppe hineinlegen müßte und die man sogar verunreinigen müßte. Der Lehrer des Ortes, der der geistige Urheber jener Kreise geworden ist, hat sich gerade mit dem Mörder darüber unterhalten, und ihm gesagt:„Du bist doch der richtige Mann dazu!“ Diese Aeußerung hat in der Seele des Angeklagten Wurzel geschlagen. Unter diesem Einfluß ist bei Meißner der Plan entstanden, gegen das geistige Oberhaupt der Bewegung vorzugehen. Ob bereits alle Einzelheiten der Tat besprochen wurden, ist noch nicht geklärt. Der Vorsatz des Mordes tritt klar hervor, Meißner hat planmäßig gehandelt. Er hat auch mit Ueberlegung gehandelt. Er wollte den Amtswalter auf dem Hofe ermorden und hat dies Ziel auch erreicht. Er hat die Tat aus politischen Beweggründen begangen. Er hat einen Amtswalter der N. S. D. A. P. ermordet, einen alten Parteigenossen mit großen Verdiensten, für den der Führer ein Staatsbegräbnis angeordnet hat. Das Verhalten des Angeklagten während des Prozesses war klar und sicher und er ist völlig zurechnungsfähig. Er hat einen politischen Mord begangen. Für Mord gibt es nur die Todesstrafe. Das Urteil des Sondergerichts ist rechtskräftig. Es gibt gegen das Urteil kein Rechtsmittel. Der zahlreich besetzte Saal nahm mit tiefem Schweigen das Urteil auf. Der Angeklagte zuckte mit keiner Miene. Den Schluß der Beweisaufnahme am zweiten Verhandlungstage bildeten die Ereignisse am Mordtage. Die Geschehnisse in den letzten Stunden vor der Tat haben sich nach den übereinstimmenden Zeugenaussagen wie folgt abgespielt: Meißner hatte auf dem elterlichen Hof mit seinem Bruder Streit bekommen und hatte sich darauf vom Hause entfernt. Auf ausdrückliches Befragen gab sein Bruder an, daß der Angeklagte keine Selbstmordabsichten geäußert habe. Meißner begab sich in das Zimmer des Elsholz, der an seinem Schreibtisch mit dem Schreiben eines Briefes beschäftigt war. Nach einem kurzen Wortwechsel zog der Angeklagte das Fleischermesser, rief Elsholz zu: „Hände hoch oder das Leben!“ und forderte ihn auf, das Zimmer zu verlassen und über den Gutshof mit ihm ins Freie zu kommen. Elsholz machte einen Fluchtversuch. Der Angeklagte holte ihn aber ein und stach kaltblütig und ruhig auf ihn ein, wobei er ihn zuerst durch Stiche in den Arm kampfunfähig machte. Auf die Hilferufe von Elsholz, der sich nun nicht mehr wehren konnte, eilten mehrere Gutsarbeiter herbei, die im Hinzukommen deutlich erkennen konnten, wie der Angeklagte weiter auf sein Opfer einstach. In dem Augenblick, als Meißner den Elsholz einen Halsschnitt beibringen wollte, schlug ein Gutsarbeiter den Angeklagten mit einem Besen nieder. Jetzt ließ Meißner von seinem Opfer ab und wandte sich gegen mehrere Arbeiter, die ihm als SA=Männer bekannt waren und die Elsholz zu Hilfe gekommen waren. Erst nach längerem Ringen konnte der Mörder entwaffnet werden. Nach dem Gutachten der medizinischen Sachverständigen ist der Ermordete von sieben Stichen getroffen worden. Die Sachverständigen-Gutachten haben übereinstimmend ergeben, daß der Mord in ganz bestialischer Weise ausgeführt worden sei. Aus der Lage aller Stiche gehe die Tötungsabsicht deutlich hervor. Ueber die Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten gingen die Gutachten aller Sachverständigen einmütig dahin, daß der§ 51 nicht in Frage komme. Meißner sei ein mittelmäßig begabter Mensch ohne irgendeine krankhafte seelische Veränderung, aber von großem Geltungsbedürfnis. Alkoholrausch und Blutrausch lagen ebenfalis keinesfalls vor, sodaß der Angeklagte voll zurechnungsfähig sei Die penntischen PPrerteme der Lagre Staatsrat Görlitzer, Berlin, vor Partei und Studentenschaft in Marburg In Marburs(Lahn) veranstalteten Partei und Studentenschaft eine eindrucksvolle Kundgebung. auf der Staatsrat Görlitzer=Berlin das Wort erEs ist, so führte er aus, eine glatte Verdrebung. wenn zwischen uns und gewissen konservativen Debattierklubs nur ein Unterschied in der Taktik bestanden haben soll. Welten haben uns getrennt und werden uns immer von ihnen trennen. Diese unüberbrückbare Kluft zeigt sich heute in der Reaktion. Reaktion ist einsach das, was nicht mitmacht. Wer so tut, als gehöre er zu uns. uns aber in Wirklichkeit bekämpft. vor allem wer uns erst Bedingungen stellt, der ist ein Reaktionär. Somit hat der Begriff Reaktion einen durchaus festen und klaren Sinn. Unter der Reaktion verbergen sich diejenigen, die sich auch früher nicht für das eine oder andere entscheiden konnten, die damals alles von marxistischer und kommunistischer Seite hinnahmen, und heute eine unverschämte Kritik an der Regierung üben, zu der sie sich verpflichtet haben. Man sagt, der Staat organisiere zuviel. und man scheut sich nicht, dabei auf den Bolschewismus hinzuweisen. Eine Organisation, die die konfessionelle Jugend von 1½ Millionen auf eine knappe halbe Million herabgedrückt hat, muß gewissen Leuten allerdings ein Grauen sein. Man verkennt hier bewußt, daß die Revolution des 20. Jahrhunderts nicht bolschewistisch ist, sondern gerade aus der heroischen gottgebundenen Persönlichkeit hervorwächst. Sie allein ist auch nur fähig. Geschichte zu machen. Und wenn das im Nationalsozialismus geschieht. so spricht man verächtlich von einer befohlenen Geschichtsauffassung. Die Alternative: Gläubige und Ungläubige kann uns nicht berühren, weil sie von vornherein einseitig verzerrt ist. Der Nationalsozialismus hat das ungeheure Verdienst. die Persönlichkeit wieder zur Grundlage des religiösen Gefühls gemacht zu haben. So haben sich im Nationalsozialismus nur tiefgläubige Menschen zusammengefunden: aber sie haben sich an keine Dogmen gebunden. Hieraus ergibt sich klar die Stellung des neuen Staates zum Christentum. Es genießt als Religion allen Schutz, muß aber in seine Schranken gewiesen werden, wenn die Kirchen sich auf Gebiete wagen, die sie nichts angehen. Vor allem schwindet beeie das Verständnis dafür, daß man von einer politischen Weltmacht im Auslande sich kirchliche Befehle geben läßt. Wenn sich heute in vielen Deutschen ein religiöser Umbruch vollzieht, so hat der Staat nur darüber zu wachen, daß seine oder des Volkes Autorität gewahrt bleibt. Die Behauptung. Deutschland würde sich aus jeder Weltpolitik ausschalten, wenn es nicht mehr restlos christlich wäre, ist unwahr, denn die Juden haben eine weltvolitische Stellung ohnegleichen behauptet. Diese vornehme Großzügigkeit des Staates in religiösen Dingen ist naturgemäß den beiden Konsessionen fremd. weil sie auf Dogmen aufbauen. Aehnlich wahnwitzig ist der versteckte Vorwurf der Irreligiösität, ist die Unterstellung. als würde in Deutschland ein Vernichtungskrieg gegen den Geist geführt. Niemals hätte Adolf Hitler seinen Kampf gewinnen können, wenn er nicht alle Kräfte des Geistes eingesetzt hätte. Damit erledigt sich dieser Vorwurf von selbst. Der Erfolg hat es immer wieder bewiesen, daß sein Geist der überlegenere ist, denn sonst hätte er nie den Sieg über die erringen können, die sich so viel auf ihren Geist zugute tun. Was den sozialen Aufbau betrifft, so tritt gerade hier der grundsätzliche Gegensatz zum Nationalsozialismus wieder zutage, wenn gesagt wird, daß die ewige Dynamik endlich einmal zu Ende sein müsse. Der Weltkrieg und der Kampf der letzten Jahre haben bewiesen, daß der Adel von Blut und Seele heute nicht mehr an einen Stand gebunden ist. Deshalb ist es reaktionär, wenn man verlangt. der Aufstieg von unten müsse endlich ein Ende nehmen. Ein Unten und Oben gibt es im nationalsozialistischen Deutschland überhaupt nicht; diese Begriffe gehören einer vergangenen Zeit an. Der Nationalsozialismus weiß genau, daß er außer der Erfassung des ganzen Volkes einen festen Kern behalten muß. Hier liegen seine stärksten Kräfte und dagegen richtet sich auch die Anklage der Reaktion. Es ist behauptet worden, daß das sogenannte EinPartei=System eine geschichtliche Uebergangserscheinung sei. Dazu ist zu sagen, daß die Herren, die das behaupten, froh sein würden, wenn sie schon 1928 oder 1929 zu uns gekommen wären. In diesem Zusammenhang aber dem Auslande das Stichwort Terror zu geben, nennt man normaler Weise Landesverrat. Wenn weiter behauptet wird. es seien marxistische Programmpunkte durchgeführt worden, so muß man antworten: eine schlimmere Verächtlichmachung des deutschen Sozialismus ist kaum denkbar. Schlimmer kann die mit Mühe zusammengeschweißte Volksgemeinschaft nicht gestört werden. Ein einziger Gang mit offenen Augen durch den Wedding zeigt den großen Unterschied von dem was war und dem was ist. Und wenn vom mangelhaften sozialen Aufbau gesprochen wird, so gibt es für uns vorläufig nur eine schmerzhafte Lücke, das sind die zwei Millionen Erwerbslose. Nichts kann auf der anderen Seite die sozialistische Politik deutlicher zeigen und den marristischen Anwurf widerlegen, als die ungeheure Leistung. Millionen von Volksgenossen in kurzer Zeit wieder einigermaßen in Arbeit und Brot gebracht zu baden. Was unter einer schwarz=roten Regierung in langen Jahren vernichtet worden ist, hat der Nationalsozialismus in kurzer Zeit wieder ausgebaut. Und dabei mußte er noch die Störungsarbeit der reaktionären Elemente ertragen. Zum Schluß ging Staatsrat Görlitzer auf die jüngsten Ereignisse ein. Sie haben bewiesen, daß es in erster Linie auf charakterlich zuverlässige Leute ankommt. Der Schlag gegen die Meuterer und ihre Hintermänner war lange vorbereitet und wurde nur aus außenvolitischen Gründen zurückgestellt. Wenn jetzt. so erklärte Staatsrat Görlitzer, zu den SA.=Männern gewandt, viele völlig unschuldig von allgemeinen, äußeren Maßnahmen betrosfen würden, so könne er durchaus ihren Schmerz verstehen. Es bandele sich aber um generelle Maßnahmen. Die SA. als Ganzes habe sich ausgezeichnet gehalten und werde geläutert in neu gestärkter Form wiedererstehen. Adolf Hitler und seine Männer seien nicht zu trennen. Wer hiermit noch Geschäfte machen wolle. werde schwer enttäuscht werden. Führer und Gefolgschaft seien eins. Weitreichende Vollmachten für den Reichswirtschaftsminister Das Gesetz über wirtschaftliche Maßnahmen wird jetzt veröffentlicht. Es hat folgenden Wortlaut: S 1. 1. Der Reichswirtschaftsminister wird ermächtigt, innerhalb seines Geschäftsbereiches alle Maßnahmen zu treffen, die er zur Förderung der deutschen Wirtschaft sowie zur Verhütung und Beseitigung wirtschaftlicher Schädigungen für notwendig hält. Soweit die Maßnahmen auch in den Geschäftsbereich eines anderen Reichsministers fallen, werden sie im Einvernehmen mit diesem getroffen. 2. Die auf Grund des Absatzes 1 getroffenen Maßnahmen können von bestehenden Gesetzen abweichen. 8 Der Reichswirtschaftsminister kann bestimmen, daß Zuwiderhandlungen gegen die von ihm erlassenen. Vorschriften mit Gefängnis und Geldstrafe oder mit einer dieser Strafen bestraft werden. Das Höchstmaß der Geldstrafe ist nicht beschränkt. § 3. Dieses Gesetz tritt mit seiner Verkündung in Kraft. Es tritt mit Ablauf des 30. September 1934 außer Kraft. Der Reichskriegertag endgültig abgesagt Aus Kassel wird berichtet: Der Reichskriegertag ist jetzt endgültig für dieses Jahr abgesagt worden. Der nächste Reichskriegertag findet 1935 in Kassel statt. Ein Rechtsanwalt beim Reichsgericht verweigert den Deutschen Gruß Zu Beginn der Donnerstagsitzung des Dritten Strafsenats des Reichsgerichts hat der als Verteidiger auftretende Rechtsanwalt Dr. Gustav Melzer sich geweigert, dem eintretenden Senat den Deutschen Gruß zu erweisen. Der Vorsitzende, Reichsgerichtsrat Schmitz, forderte den zweimal auf, die rechte Hand zu erheben. Als dies nicht geschah, zog sich der Senat zurück und verkündete nach kurzer Beratung: „Die Verweigerung des Deutschen Grußes trotz wiederholter Aufforderung bedeutet eine erhebliche Störung der Sitzung im Sinne des§ 176 des Gerichtsverfassungsgesetzes. Rechtsanwalt Dr. Melzer wird deshalb von der weiteren Teilnahme an der Sitzung ausgeschlossen.“ Der Stellvertreter des an den Chef des Stabes der 5A und den Reichsführer der ss Wie aus Flensburg, 5. Juli, gemeldet wird, hat der Stellvertreter des Führers an Viktor Lutze, Chef des Stabes der Obersten SA=Führung, folgendes Telegramm gesandt: „Lieber Pg. Lutze! Namens der zu einer Amtstagung hier zusammengekommenen Reichsleiter und Gauleiter der RSMAP wünsche ich Ihnen für Ihr schweres Amt und zur Durchführung der Ihnen vom Führer gestellten Aufgaben vollste Arbeitskraft und Erfolg. In Ihrem Streben um die Erhaltung des geschichtlichen Rufes der SA als ein treues und schlagkräftiges Instrument in der Hand des Führers finden Sie die Unterstützung von uns allen. Dies umso mehr, als wir überzeugt sind, daß die SA bis zum letzten Mann ihre Ehre daransetzen wird, die Flecken, die hier und dort auf dem der SA blieben, zu beseitigen. Wir wissen auch, daß der alte SA=Mann, dessen Kampf und Opfer die nationalsozialistische Bewegung hat großmachen helfen, unberührt geblieben ist von dem Treiben der Verräter und nach wie vor Achtung und Dank des deutschen Volkes verdient. Heil Hitler! Ihr Rudolf Heß.“ An den Reichsführer der SS Himmler hat der Stellvertreter des Führers folgendes Telegramm gerichtetz; „Die hier versammelten Reichsleiter und Gauleiter gedenken hier der Leistungen der SS, die unter Ihrer Führung in vergangenen schweren Tagen ihre Opferbereitschaft und Treue aufs neue bewiesen hat. Ihr Rudolf Heß.“ Die nS Rulturgemeier Programmatische Reden auf der ersten Reichstagung Die erste Reichstagung der RS.=Kulturgemeinde wurde am Mittwochabend auf dem AdolfHitler=Platz in Eisenach mit einer Kundgebung eröffnet. Als der Abend hereinbrach, versammelte sich auf dem Adolf=Hitler=Platz eine riesige Menschenmenge. Vom Turm des Stadtschlosses kündeten Trompeten den Beginn der für die kulturelle Zukunft des deutschen Volkes bedeutungsvollen Tagung. Reichsleiter Alfred Rosenberg und Dr. Stang, gefolgt von den Ehrengästen, unter denen man Vertreter der Reichs=, Staatsund Städtischen Behörden sowie die Dichter Hanns Johst, Walter Bloem und Karl=Maria Holzapfel bemerkte, wurden von der Menge stürmisch begrüßt. Nach den Begrüßungsworten des Eisenacher Kreisleiters trat Reichsleiter Alfred Rosenberg auf die Rednertribüne. Er führte u. a. aus: Heute stehen wir vor der Tatsache, daß die alten Anschauungen zerbröckeln, daß mit den politischen Parteien auch eine bestimmte soziale Ordnung gesprengt worden ist, daß die Schranken zwischen den Berufen und Konfessionen gefallen sind und daß nun 70 Millionen nach einer neuen Lebensanschauung, einer neuen Anschauung der Weltrichtung, und folglich zu einem neuen Lebensstil, zu einem Stil in der Dramatik, zu einem Stil in der bildenden Kunst gelangen. Blut und Boden, Ehre und Arbeit, das sind einige jener Losungen, die heute durch die Seelen von Millionen ziehen. Alles, was vergessen schien, wird heute lebendig. Die Schatten der Geschichte steigen wieder empor und Menschen, die früher im höchsten Licht einer alten Geschichtsbetrachtung standen, treten vor den Gefühlen der heutigen Gegenwart in den Schatten zurück. Man sagt uns, daß wir mit unserer Geschichtsbetrachtung tausendjährige deutsche Geschichte auslöschen wollen. Wir dagegen sagen, daß wir eine jahrtausendalte deutsche Geschichte wieder zum Leben erwecken. Und wenn wir hier in Thüringen und Eisenach von deutscher Geschichte und deutscher Kultur sprechen wollen, so feiern wir Nationalsozialisten den Cenius auch in dieser Stadt nicht als Führer einer neuen Konfession, sondern wir feiern Martin Luther als deutschen Revolutionär und als Nationalhelden. Es geht eine Neuformung des Geistes vor sich. Um eine einheitliche Kultur und ein einheitliches Volk zu schaffen und zu besitzen, ist es notwendig, daß auch die Vergangenheit einheitlich von diesem Volk begriffen wird. Deutschland war Jahrhunderte lang zersplittert in hunderte, später in dutzende von Staaten. Jeder dieser Staaten hatte seine eigene Kultur, sein eigenes Kulturzentrum und niemand von uns kann, wenn er durch Deutschland fährt, an diese Kulturstätten vorübergehen, ohne die Frage gehört zu haben: Wenn Ihr als Volk ein zentral straff geordnetes Reich schaffen wollt, werdet Ihr auch diese Kulturstätten nivellieren? Wir verneinen diese Frage. Wir stellen uns vielmehr vor, daß, wenn einmal dieses Reich erst fest gefügt ist, es auch Muße genug hat, sich immer tiefer der kulturellen Bestrebungen anzunehmen. Wir können uns vorstellen, daß in München eine Zentrale der bildenden Kunst geschaffen wird, und daß in ähnlicher Weise für Musik und Malerei, auch für den Sport besondere Städte ausgesucht werden und diese für sich ein Lebenszentrum für eine bestimmte Aufgabe werden. Es wird jetzt die große Aufgabe sein, die deutsche Kunst von allen Perversitäten und Abnormitäten zu säubern und wieder den deutschen Instinkt zu seinem Recht kommen zu lassen. Dieses zum Erwachen zu bringen und dramatisch in der bildenden Kunst alles zu fördern, was Lebenskunst in Deutschland gewesen ist, das ist die große Aufgabe der RS.=Kulturgemeinde. Dann sprach Dr. Walter Stang, der Führer des Reichsverbandes Deutscher Bühnen, nunmehr zum Leiter der neuen Organisation bestellt. Am Donnerstagvormittag fanden sich die Vertreter der Reichs= und Staatsbehörden, die Intendanten und Dramaturgen, die Abordnungen aus dem ganzen Reich, auch aus dem Saargebiet, zu einer Kulturtagung im Rahmen der ersten Reichstagung der RS.= Kulturgemeinde zusammen. Als erster Redner sprach der Leiter der NS.= Kulturgemeinde Dr. Walter Stang über„Weltanschauung und Kulturpflege". Mit der N. S. D. A. P. sei eine Weltanschauung geboren aus der ewig gleichen Schöpferkraft deutschen Blutes, die aus Gefühl und Vernunft ein neues Weltbild geschaffen habe. Der Nationalsozialismus habe das Leben wieder in den Mittelpunkt allen Geschehens gestellt. Er habe ferner erkannt, daß es keine allgemeine Menschheit gebe, sondern daß Rasse, Blut und Eigenart jedem Volke eigen seien. Das Streben nach Ausschließlichkeit sei ein Zeichen dafür, daß die Weltanschauung des Nationalsozialismus gesund und ungebrochen sei. Endgültig habe seine Weltanschauung sich aber erst dann durchgesetzt, wenn sie nicht nur Politik und Wirtschaft, sondern auch die Gesittung des Volkes mit ihren Ideen erfüllt habe. Erst mit dem Werden einer deutschen Nationalkultur werde daher die Einheit des deutschen Volkes wirklich geschaffen. Eine deutsche Kulturpflege müsse zuerst jene werdenden Kräfte erfüllen, die wirklich die Veranlagung haben, deutsches Leben zu gestalten. Damit aber diese Kräfte sich auch entfalten könnten, gelte alle Aufmerksamkeit zuerst einmal der Kunstkritik, die bisher nur negativ war, anstatt dem jungen, sorgenden Künstler die Richtmaße für seine Gestaltung zu setzen. Es müsse auch im Theater mehr auf Qualität als auf Quantität gesehen werden. Jedes echte Kulturleben setze einen Kulturwillen des ganzen Volkes voraus. Der Weg hierzu müsse gefunden werden durch Schaffung eines Kernes aller Gleichgesinnten in der Kunst, so wie die Partei einst Ausgangspunkt der großen Bewegung gewesen sei. de folgten dann kulturpolitische Referate. Vertrauensvolum für die spanische Regierung Das spanische Parlament hat der Regierung mit 191 gegen 62 Stimmen der vereinigten Linken ein Vertrauensvotum erteilt und das Kabinett ermächtigt, im Einklang mit der Verfassung und dem katalanischen Statut den Streitfall mit der katalanischen Regierung nach eigenem Ermessen zu lösen. Gleichzeitig beschloß das Parlament, am 5. Juli in die Sommerferien zu gehen und sich bis zum 1. Oktober zu vertagen. Es ist anzunehmen, daß diese Vertagung der Regierung trotz der großen innerpolitischen Schwierigkeiten bis zum genannten Zeitpunkt das Leben rettet. Schüsse in Amsterdam In mehreren Stadtteilen Amsterdams kam es am Mittwochabend zu ernsten Zwischenfällen, die sich schließlich im Laufe der Nacht zum Donnerstag zu förmlichen Straßenkämpfen steigerten, zwischen einem starken Polizeiaufgebot und einer aufrührerischen Menge, die von kommunistischen Elementen aufgestachelt wurde. Die Unruhen begannen bereits in den ersten Abendstunden in dem im Zentrum gelegenen Arbeitsviertel Jordaan, in dem sich eine größere Menschenmenge zusammengerottet hatte, um gegen die Herabsetzung der Arbeitslosenunterstützung zu protestieren. Bei Einbruch der Dunkelheit nahm die Lage bedrohlichen Charakter an; die Polizei mußte fortwährend Verstärkungen anfordern. Die Aufrührer zerstörten in verschiedenen Straßenzügen die Laternen und errichteten Barrikaden. Die Polizei wurde aus den Häusern mit Blumentöpfen, Steinen und anderen Wurfgeschossen bombardiert. Erst nach umfangreichem Gebrauch der Schußwaffe konnte in den frühen Morgenstunden die Ordnung wieder hergestellt werden. Fast gleichzeitig ist es in den Abendstunden in den östlichen Stadtvierteln zu ähnlichen Zwischenfällen gekommen, wobei nur der Anlaß ein anderer war. Auf die Kunde, daß in Ambonplein eine Versammlung der Nationalsozialistischen Bewegung(RSB) abgehalten werden sollte, hatten sich größere Teile marxistischer Elemente eingefunden, um die Veranstaltung zu stören. Die Versammlung wurde aber im letzten Augenblick abgesagt. Trotzdem schwoll die Menge auf mehrere Tausend an. Da man ernste Ausschreitungen befürchtete, rückten starke Polizeiabteilungen von allen Seiten heran. Die Polizeibeamten wurden mit Pflastersteinen beworfen. Auch hier mußte des öfteren von der Schußwaffe Gebrauch gemacht werden. Bis nach Mitternacht war die Polizei genötigt, fortwährend nach allen Richtungen hin Streifen einzusetzen. Bei den Zusammenstößen gab es eine ganze Anzahl mehr oder weniger Schwerverletzte. Ob auch Tote zu beklagen sind, steht noch nicht fest. Das neue japanische Kabinelt Unveränderte Außenpolltik ! Einer Reutermeldung aus Tokio zufolge hat das neue japanische Kabinett folgende Zusammensetzung: Ministerpräsident Okada, Außenugu Fujli, Justizminister Rao# In der Meldung wird weiter betont, daß in der japanischen Außenpolitik nicht die geringste Aenderung eintreten werde Nr. 155(Drittes Blatt) „Schwerter=Helluns Freitag, 6. Juli 1934 Barenkreaze i alten Westsaten Schon Jahrtausende vor Christi sind die Hakenkreuze als heilige Zeichen bekannt gewesen. Sie sind ein germanisches Runenzeichen, das auf den Anbruch einer besseren Zeit hoffen läßt. Das gotische Wort„runa" bedeutet Geheimnis, geheime Verhandlung, und klingt in unserem hochdeutschen raunen(—zuflüstern, heimlich anvertrauen) wieder. Von der ältesten uns überkommenen Runenschrift wissen wir, daß sie zur Weissagung beim Losorakel und zum Zauber benutzt wurde. Wie das geschah, berichtet der römische Geschichtsschreiber Tacitus in seiner Germania mit den Worten: „Sie schneiden einen Zweig von einem wilden Fruchtbaum zu Stäbchen, ritzen in jedes ein bestimmtes Zeichen und streuen sie aufs Geratewohl über ein weißes Tuch hin... Dann hebt man drei dieser Zeichen auf und deutet sie.“ Das waren die sinnbildlichen Runen. Die Schriftrunen gehören einer späteren Zeit an. Hakenkreuze finden sich schon auf Gegenständen der Jungsteinzeit(um 2000 v. Chr.). Es sind ursprüngliche Radkreuze, von denen ein Teil des Felgenkranzes entfernt worden ist, ein Abbild des Sonnenrades als Sinnbild des Lebens. Da es bei fast allen Kulturvölkern vorkommt, wird es bis auf die ältesten Zeiten der Menschheit zurückzuführen sein. Nur die Semiten kennen es nicht. Durch die Gnostiker, die in den ersten Jahrhunderten unierer Zeitrechnung das Christentum umzugestalten versuchten, wurde es auch zu einem christlichen Zeichen, wie wir es schon auf den Grübern der Katakomben in Rom finden. Ursprünglich war das Hakenkreuz ein Sinnbild des höchsten Gottes Ziu(Tyr, Tibus) und in späterer Zeit Wuotans, nach anderer Meinung Thors, des Bauerngottes. Auf zwei alten der Zeit um 300 entstammenden Speerblättern von Müncheberg und Kowel(Rußland) finden sich Hakenkreuz. Auch auf den Runensteinen ist es vielfach vertreten. Im christlichen Mittelalter finden wir es viel auf hohenstausischen Münzen. Schwedische Glocken zeigen es als Gießermarke. Auch in Westfalen war es verbreitet. Ich erinnere hier nur an die einzigartige Leinenstickerei in der Wiesenkirche zu Soest aus dem frühen 14. Jahrhundert, die 15 Hakenkreuze aufweist, bisher aber wenig Beachtung fanden. Im Laufe der Zeit war es nämlich in Vergessenheit geraten. Einer der ersten, der es nebst anderen uralten Zeichen geschichtlich behandelte, und zwar Jahrzehnte früher, bevor es im öffentlichen Leben wieder auftauchte, war Prof. Dr. Karl von den Steinen(geb. Mülheim an der Ruhr am 7. 3. 1855, gest. Berlin am 7. 11. 1929), der langjährige Direktor am Museum für Völkerkunde zu Berlin. Der zur Zeit der Kreuzzüge gegründete Ritterorden der Tempelherren führte das Hakenkreuz als Geheimzeichen, wie die mit ihm verwandte Wolfsangel das Femezeichen eines geheimen Bauernbundes zur Zeit des 30jährigen Krieges war.„Die von Meyburg“ in Soest führten zwischen sieben roten Rosen drei schwarze Wolfsangeln in ihrem Wappen. Auch die Gemeinde Westernkotten hat als Wappen die Wolfsangel zwischen Blumenornamenten unter einem Engelskopfe. Hermann Löns schreibt in seinem Bauernroman:„Der Wehrwolf“:„Ich bin der Meinung, daß wir uns die Wehrwölfe nennen und zum Zeichen, wo wir der Niedertracht gewehrt haben, drei Beilhiebe hinterlassen, einen hin, einen her und den dritten in der Quer... Die Kapelle wurde fertig bis auf den Schlußstein über der großen Türe, und darin war ein Kreuz eingehauen, das aus zwei übereinanderliegenden Wolfsangeln gebildet war.“ Durch Verwendung bei den Herolds= und Wappenzeichen des Mittelalters bürgerte sich das Hakenkreuz mehr und mehr ein. Auch die diagonalen Balken in unseren Fachwerkhäusern, die sog. Andreaskreuze, sind in ihrem Ursprunge auf das Hakenkreuz zurückzuführen. H. Lamprecht. Eine Hakenkreuzurne aus Westfalens frühgeschichtlicher Zeit. Einen wenig geachteten Platz in der Rangordnung der Wissenschaften nimmt auch in der Gegenwart noch die vorgeschichtliche Forschung ein, deren Ergebnisse zumeist ein kaum benanntes Museumsdasein führen. Nicht gering darf daher die Bedeutung bemessen werden, die einer Ausstellung von Urnen und Gefäßen aus vorgeschichtlicher Zeit zukommt, die z. Zt. den münsterischen Bildhauer Franz Breitholz in Verbindung mit der vorgeschichtlichen Abteilung des Westfälischen Landesmuseums zu Münster veranstaltet wird. Es handelt sich hierbei um rekonstruierte keramische Gegenstände der jüngeren Bronzezeit u. Völkerwanderungsperiode, Auf Schusters Rappen durchs Sauerland Es gibt so manche Straße, Da nimmer ich marschiert. Geibel. An der Bahnstrecke Finnentrop— Olpe— Kirchen liegt das Siegerländer Städtchen Freudenberg im Asdorftag. Seine niedrigen Fachwerkhäuslein lagern sich malerisch hügelaufwärts. Blatt 12 Siegen der Sauerlandkarte 1:50 000 des Sauerland=Verlages zu Iserlohn zeigt uns den Verlauf der Hauptwanderstrecke 19 des Sauerländischen GebirgsVereins, die durch Freudenberg hindurchführt und mit der wir zur Hauptstadt des Siegerlandes vorstoßen wollen. Große Steigungen sind nicht dabei zu überwinden. Von 280 m wandern wir zunächst durch Hauberge von Freudenberg aus über den Bottenberg zur Höhe 408(35 Min.), dann am höchstgelegenen Haus von Lindenberg vorüber, meist durch Ins Siegerland. Schälwald wenig ab und auf in 1½ Std. zur Höhe 402 nördlich von Oberschelden, endlich in 1 Std. zum Witschert und in ¼ Std. an der Schlackenhalde des Fischbacherbergs vorbei nach Siegen hinab(250 m). Nahe dem Bahnhof endet unsere Wanderstrecke. Wir gehen über die Siegbrücke und an dem unteren Schloß mit der Gruft des Nassau=oranischen Geschlechts vorbei aufwärts, über den malerischen Marktplatz und durch freundliche Gäßchen zum oberen Schloß, um dort nicht allein die prächtige Aussicht, sondern auch das wohlgepflegte Heimatmuseum zu bewundern. Durch andere winklige Straßen und Gassen streben wir dann dem Bahnhof Eintracht am Südende Siegens zu, wo Hwstr. 11 für uns beginnt. Am Nordrand der rheinwärts drängenden Sieg entlang bringt uns ein Wiesenpfad in ½ Std. zur Grube„Alte Dreisbach“, dann in einer weiteren ½ Std. durch Feld und Hauberge nach Niederschelden. Hier klettern wir von 225 m empor zum 200 m höheren Roten Hahn(¼ Std.). Je höher wir kommen, umso schöner wird es um uns. Hochwald verdrängt den Hauberg, und bald wandern wir im herrlichsten Buchenwald. Durch ihn gelangen wir nach ½ Std. zum Giebelwald auf 500 m Höhe, damit also zum höchsten Punkt unserer heutigen Fahrt. Eine ganze Stunde bleiben wir in diesem Buchenwald, ehe wir an der Totenbuche durch Hauberge steil abwärts zur Jugendburg Freusburg kommen(20 Min.) Immer wieder lockt uns der Zauber dieser größtenteils von der Jugend selbst wiederaufgerichteten Burg zu einem Rundgang durch ihre Höfe und Anlagen an. Dann gleiten wir fast von selbst auf steilem Weg durch die wenigen Häuser Freusburgs zur Sieg hinab und erreichen endlich nach ½ stündigem Marsch am Fluß entlang die Bahnstation Kirchen an der Sieg. die nach Angaben des Leiters der praehistorischen Abteilung des Landesmuseums Dr. A. Stieren und nach alten Scherben durch den genannten Bildhauer hergestellt wurden. Neben Gefäßen, die dem nordisch germanischen Kreis der jüngeren Bronzezeit entstammen und keramischen Kunstwerken der alten Sachsen(4.—5. Jahrh. n. Chr.) ist besonders eine altwestfälische Buckelurne zu erwähnen, die nach einem im Kreise Lübbecke aufgefundenen Bruchstück einer mit einem Hakenkreuz verzierten Urne hergestellt wurde. Außerdem ist eine altsächsische Hakenkreuzurne(Fundort Ostengland) von Interesse, bei der die Hakenkreuze an der Wölbung der Urne angebracht sind. Die genannten Stücke sind sowohl vom künstlerischen als auch vom wissenschaftlichen Standpunkt als besonders gelungene Rekonstruktionen bzw. Reproduktionen zu bezeichnen. Rundfunk=Programm Sonnabend, den 7. Juli 1934. 6.00 Morgenruf. 6.05 Frühkonzert. 6.30 Leibesübungen. 6.50 Zeit, Wetter, Nachrichten. 7.00 Wiederholung des Morgenrufs. 7.05 Morgenkonzert. 8.00 Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen. 8.05 Gymnastik für Frauen. 8.20 Blumen und Vasen. 10.00 Zeit, Wetter, Nachrichten. 10.10 Kindergarten. 10.30 Guckkasten.(Kleine Reise durch die Planetenwelt). 11.00 Vor 100 Jahren. Briefe deutscher Ansiedler aus den Urwäldern Amerikas. 12.00 Musik am Wochenende. 12.45 Erste Mittagsmeldungen, Glückwünsche. Fortsetzung des Konzerts. 13.45 Zweite Mittagsmeldungen. 14.00 Heiteres vom Schallplattentisch. 14.45 Kleines Kunterbunt. 15.30 Wirtschaftsmeldungen. 15.45 Arbeitsbeschaffungsfront. 16.00 Nachmittagskonzert. 17.00 Westfälische Heimatmuseen erzählen: Bochum. 17.15 5J. singt und musiziert. 18.00 Arbeitsschlacht im Westen. 18.30 Volk erzählt. 18.50 Wirtschaftsmeldungen, Sportbericht. 19.00 Abendmusik. 19.50 Erste Abendmeldungen und Saarumschau. 20.00 Wir suchen die besten Rundfunksprecher. 22.00 Zeit, Wetter, Nachrichten. 22.20 Bunter Hörbericht von den Landesturnfesten der Deutschen Turnerschaft. 22.50 Heiterer Ausklang des Sprecherwettbewerbes. zum Lachen Erklärung. Auf einem Ozeandampfer vergnügten sich Fahrgäste mit Spielen. Ein Herr trat zu einem andern und sagte:„Wir machen einen Wettlauf zwischen Verheirateten und Unverheirateten. Sie sind doch verheiratet?“ „Nein“, sagte der andere,„ich sehe nur so aus... ich bin seekrank!“ Ausgleich. Taxiführer:„Donnerwetter, jetzt habe ich doch vergessen, bei der Abfahrt die KilometerUhr einzustellen; nun weiß ich gar nicht, was Sie zu zahlen haben.“ Fahrgast:„Das macht fast gar nichts; ich bemerke nämlich soeben, daß ich meine Brieftasche vergessen habe.“ Mißverständnis. Schulze ruft an. Meldet sich Sanatorim Müller. Schreit Schulze ärgerlich:„Falsch verbunden!“ Tönt es aus dem Apparat zurück: „Und wann sollen wir Sie abholen lassen?“ Technit des Rasierens. Die Kompagnie ist angetreten. Der Feldwebel inspiziert und nichts entgeht seinem scharfen Blick. „Büllermann!“ dröhnt es plötzlich,„haben Sie sich heute morgen rasiert?“ „Zu Befehl, Herr Feldwebel!“ „Dann tretense's nächste Mal gefälligst näher ran an den Apparat!“ Vernichtende Kritik. Ein großes Hotel stellte einen neuen Küchenchef an. Als er seine erste Suppe fertig hatte, nahm der Geschäftsführer die übliche Kostprohe. Er streifte dem Kochkünstler mit einem bittersüßen Lächeln, kostete nochmals und fragte mit merklich umflorter Stimme: „Sie haben gedient?“ „Jawohl... ich war zwei Jahre Offizierskoch und bin dreimal verwundet worden.“ „Da hatten Sie Glück, Mann... ein Wunder, daß man Sie nicht erschossen hat...“ * „Meinst du nicht auch, daß dieser Hut mich zehn Jahre jünger macht?“ „Wie alt bist du denn?“ „Dreißig.“ „Rein, ich meine ohne den Hut.“ * „Mein Frau hat ein furchtbares Gedächtnis „Kann sie sich nichts merken?“ „Im Gegenteil... alles!“ * „Zum letztenmal erinnere ich Sie jetzt an Ihre Schuld.“ „Mir recht, ich habe die ewige Mahnerei schon längst satt.“ * „Herr Doktor, verschreiben Sie mir was Billigeres, Ihre Kur ist mir zu teuer.“ „Sie sollen doch nur bei offenem Fenster schlafen.“ „Ja eben. Brieftasche und goldene Uhr sind schon weg.“ * „Enädige Frau wünschen?“ „Ich möchte meine Photographie vergrößert haben, aber den Mund lassen Sie bitte, wie er ist.“ „Fritz, du lernst doch Griechisch. Erkläre mir doch mal, was Hippologie heißt.“ „Jetzt, in den Ferien?“ * „Wie machen Sie das eigentlich, daß Sie als Reisender soviel Erfolg haben, mir kauft keiner was ab.“ „Ich sage immer, wenn mir eine Frau aufmacht: Fräulein, ist Ihre Mutter zu sprechen?“ „Hast du schon deine Sommerkleider bekommen?“ „Nein, ich schluckze noch daran.“ * Druckfehler: Immer noch brüllte das Kind unverdroschen weiter. * Bei Dichters zuhause:„Junge, wenn du nicht augenblicklich artig bist, mußt du ein Gedicht von Papa auswendig lernen.“ * „Was machst du morgen?“ „Ich gehe auf die Jagd.“ „Recht so, leben und leben lassen.“ * „Wann sind die Tage am längsten?“ „Ende des Monats, Herr Lehrer.“ „Soso, bei euch auch?“ * Milly:„Ich habe Freddie vor zwei Wochen einen Korb gegeben und seitdem betrinkt er sich jeden Tag. Schrecklich! Nicht?“ „Ja, er könnte doch endlich aufhören, dieses Ereignis zu feiern.“ * „Die Kuckucksuhr schlägt ja heute nicht.“ „Die Katze ist im Zimmer, gnädige Frau, da traut sich der Kuckuck sicher nicht raus.“ * Schupo zum heulenden kleinen Mädchen, das den Weg verloren hat:„Na, wie heißen denn deine Eltern?“ Die Kleine(schluchzend):„Mammi und Pappi!“ * „Gestern sah ich, wie ein junger Mann versucht hat, Ihre Tochter zu küssen.“ „Hat er's getan?“ „Nein.“ „Dann war's nicht meine Tochter.“ „Meine Frau hatte letzte Nacht einen Traum. Sie glaubte, sie sei mit einem Millionär verheiratet.“ „Das glaubt meine Frau auch am Tage!“ * „Haben Sie gehört, der Schriftsteller Federkiel will heiraten.“ „Das will er nur, um seinen Leserkreis zu verdoppeln.“ * „Gestern sah ich einen Pianisten, der mit den Zehen spielte.“ „Pah! Mein Kleiner von sechs Monaten kann das im Schlaf.“ „Unangenehm! Mein Verlobter verlangt seinen Ring zurück.“ „Warum unangenehm?“ „Ich weiß nicht mehr, welcher von ihm ist.“ * Museumsdiener:„Dieses Porzellan ist über zweihundert Jahre alt!“ Der Gatte:„Hast du gehört? Zweihunders Jahre! Bei dir hätte es nicht vier Wochen gehalten.“ Der Verliebte:„Ich denke selten, Fräulein, aber wenn ich denke, denke ich an Sie.“ * „Wie war das Festessen?“ „Knapp.“ „Und die Tafelmusik?“ „Reichlich.“ * „Fritzchen, in deinem Alter darf man doch keine Unwahrheiten sagen.“ „Aber Mutti, mit wieviel Jahren habt Ihe denn angefangen?“ * „Männe, schick mich doch an die Riviera, ich will auch jede Nacht von dir träumen.“ „Bleibe bei mir und träume von der Riviera.“ In dem großen, wunderbar ausgestatteten Schauspielraum, allwo die Mutter Natur die Oberleitung hat, kommen oft köstliche Szenen zur Aufführung, die zum Nachdenken veranlassen und häufig auch recht heiter auf den Zuschauer wirken. Im vorigen Jahre, an einem Frühlingsmorgen, kam ein schelmischer Schauspieler ins Land gezogen und nahm mit seiner Ehehälfte in meinem engeren Beobachtungskreise Wohnung. Es war ein Star und dessen Weibchen, die, hoch oben am Schornstein eines Landhauses, wo ein losgelöster Stein Platz genug zur Gründung eines Vogelheims bot, sich für die Sommerszeit einquartiert hatten; denn—„Raum ist in der kleinsten Hütte für ein glücklich liebend Paar“ Die Gegend schien den Zugereisten nicht schlecht zu. gefallen; sie fühlten sich bald heimisch in dem schönen Wieseniale, dus in allen Punkten ihren Anforderungen entsprach. Dieweil die Starmama drinnen im Neste des Brutgeschäftes sorglich waltete, pfiff ihr lustiger Ehegesponst draußen die sonderlichsten Melodien seines umfangreichen Liederschatzes in den sonnigen Frühlingstag. Er musizierte einsam auf dem Gipfel eines Baumes oder auf dem Dachstifte mit beneidenswertem Frohsinn, das hörte man an den lustigen, Weisen, das sah man an dem lebhaften Auf= und Niederchlagen des in der Sonne metallisch glänzenden Schwingenhaares. Zähnen hielt, die von seinem Herrn erlernten Praktiken noch nach dessen Tode zunutze zu machen. Er saß ruhig weiter da mit seinem Sammelteller oder lief damit im Orte umher; und wenn ihm jemand einen Penny hinwarf, nahm ihn Tommy zwischen die Zähne, lief zum Bäcker, warf das Geldstück auf den Ladentisch und erhielt dafür eine Semmel, die er gierig verschlang. Die Sache wurde aber bald bekannt, und die Einheimischen übten keine Mildtätigkeit mehr an dem bettelnden Hunde, sondern nur noch die Fremden taten es aus Neugierde. Tommy bekam dies bald weg und wandte sich setzt nur noch an die Fremden und Touristen, die er bald von den Ortsansässigen zu unterscheiden wußte. □S0 * Dieser Star war es, der zu den verschiedensten Malen durch recht komische Auftritte die Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Unter demselben Dache hatte eine Spatzenkolonie schon seit vielen Jahren Wohnung genommen. Ob der Fremdling nun den gefiederten Raufbolden nicht gelegen kam und sie allein Herrscher im Hause sein wollten oder ob der freie Sänger oben am Schornstein sich diesem oder jenem der einheimischen Dachbevölkerung gegenüber vielleicht etwas zu dreist beim Vorbeifliegen benommen hatte, wollen wir dahingestellt sein lassen; Tatsache war es, daß die Spatzen seit dem Erscheinen des Starenpaares von Tag zu Tag unruhiger wurden. Da geschah es eines Morgens, daß von der Krone eines im anliegenden Garten stehenden Baumes eine große Anzahl Spatzen in dichtgedrängten Reihen auf die äußerste Spitze des Daches zuflog, wo eben Meister Star mit gespreizten Beinen und hochgehobenem Köpfchen sein Morgenkonzert hinausschmetterte. Er musizierte kräftig drauflos und schien das heranziehende Spatzenregiment glatt zu ignorieren. Es stellte sich aber bald heraus, daß dasselbe nicht mehr und nicht weniger im Schilde führte, als den ungebetenen Gast anzugreifen und zu verdrängen; denn wie auf Kommando stimmten die aufgeregten Spatzen einen Höllenlärm an, umringten den Star und flatterten wie besessen im Kreise herum. All dies jedoch konnte ihrem Feinde nichts anhaben. Von Zeit zu Zeit wechselte er seinen Platz, indem er etwas zur Seite hüpfte, breitete hier und da die Flügel aus, aber zum Abrücken konnte Starmatz nicht bewogen werden. Verblüfsend war nun an dem schelmischen Treiben die Art und Weise, wie der Star, der schließlich des tollen Spieles genug hatte, sich anschickte, die lästige Bande zum Rückzug zu bringen. Der Vogel ahmte in deutlichster Weise den Schrei des von dem gesamten Kleingeflügel äußerst gefürchteten Sperbers nach— und siehe da, er hatte seinen Zweck erreicht: in eiliger Flucht schwärmte das ganze Spatzenvolk davon. Dieses Schauspiel wiederholte sich verschiedene Male, und ich war noch öfters Augenzeuge des urkomischen Benehmens der Spatzen und der Klugheit des Stares, der unter den Vögeln, die die Stimme anderer Tiere und sonstige Laute nachzuahmen imstande sind, als ein Meister im Fach obenan steht. Andererseits verstehen Tiere— Hunde und Pferde— den Zusammenhang der von den Menschen geübten Handlungen, wissen deren Tun nachzuahmen und durch List und allerlei Kniffe Nahruna und Leckerhissen zu erlangen. In Inverneß(Schottland) wußte sich ein Hund namens Temmr, der zahrelang einem Blinden als Begleiter diente und den für die Zlmosen bestimmten Blechteller zwischen den Leonon Ein anderer englischer Hund, Towser genannt, der einem Tischler in Alyth gehörte und von diesem gut ernährt wurde, betrieb das Betteln nicht aus Not, sondern aus Naschhaftigkeit. Er hatte eine so drollige Manier, sich auf der Straße vor den Leuten auf die Hinterpfoten zu setzen und mit den vorderen zu bitten, daß besonders die Kinder ihm gern einen Penny ins Maul warfen. Sobald aber Towser sein Geld hatte, eilte er zum Konditor, um es gegen ein Biskuit einzutauschen. Eines Tages aber gab ihm ein Kind statt eines Penny nur einen Halspenny. Towser begab sich wieder zum Konditor, warf die Münze auf den Ladentisch, nahm ein Biskuit und verschwand schleunigst. Diese ungewohnte Flucht beweist, daß sich der Hund bewußt war, eine Schwindelei begangen zu haben. Dr. Walter Atlee in Lancaster erzählt folgende Geschichte: Er behandelte einmal einen Gastwirt, der bei einer Prügelei den Arm gebrochen hatte. Dieser kam stets in Begleitung eines großen Fleischerhundes, der einen wenig vertrauenerweckenden Eindruck machte und jedesmal ein dumpfes Knurren hören ließ, wenn das Abnehmen des Verbandes seinem Herrn Schmerzenslaute entlockte. Nach und nach beruhigte sich jedoch das Tier. Der Arzt hatte dem keinerlei Bedeutung beigemessen— da hörte er lange Zeit darauf einmal ein fortwährendes Bellen an seiner Tür und sieht, als er öffnet, den Fleischerhund stehen, aber nicht allein, sondern in Begleitung eines anderen Hundes, der sich auf drei Beinen mühsam fortschleppte, das vierte, gebrochene in die Höhe hielt und ein Schmerzensgeheul ausstieß. Dr. Atlee war durch die Klugheit des Tieres gerührt und pflegte dessen Kameraden. In„Cassels Family Magazine“ erzählt Dr. Japp ein anderes Stückchen: Ein alter Gaut mußte für den Rest seiner Tage den Postwagen ziehen. In mehreren an der Straße liegenden Herbergen auf dem Lande fand er mitleidige Seelen, die ihm, weil er alt und mager war. in Bier getauchtes Brot gaben. Es dauerte nicht lange, da verlangte das Pferd in störrischer Weise an allen Haltestellen ausgespannt zu werden, ging selbst an den Tischen der Wirtshausgärten umher und verließ die Gäste nicht eher, als bis sie ihm in Bier getauchtes Brot gegeben hatten. Nachdem es seinen Rundgang beendet hatte, kehrte es zum Wagen zurück und ließ sich wieder einspannen. Josef Zenker. Was Tiere lernen! Tagtäglich können wir Beobachtungen an Tieren machen, die uns zu denken geben müßten. Wir sehen Haustiere Handlungen vornehmen, die uns nichts„Neues“ sind und scheinen. Uno doch liegt so vieles verborgen hinter solchen anscheinend einfachen Betätigungen der Tiere. Wir kennen alle Hunde, die ihren Herrn jaulend umspringen, sobald er zum Hute greift, um auszugehen; wir haben oft gesehen oder gehört, daß Pferde an Stellen, die sie regelmäßig besuchen, von selbst halimachen, so Milchwagengespanne; wir wundern uns nicht mehr über einen Papagei, der menschliche Laute täuschend nachmacht. Wenn wirklich einmal die Sprache auf derartige tierische Handlungen kommt, so werden sie meistens mit dem Schlagwort abgetan: Das ist Instinkt! Man muß jedoch klar zu unterscheiden wissen zwischen instinktiven und verstandesmäßigen Handlungen. Der Unterschied zwischen beiden sei an einem Beispiel kurz erläutert. Ein Kriegsblinder wird von seinem Hunde tadellos über die Straße geführt, das Tier zeigt seinem Herrn Hindernisse an, führt ihn sicher in den Straßenbahnwagen; das ist erlernt, das ist Verstandesarbeit. Der Hund bleibt an einem Eckstein stehen, er orientiert sich mit der Nase und nimmt dann eine Handlung vor— nun, wir kennen sie alle. Das ist keine verstandesmäßige Tätigkeit, sondern eine instinktive. Sehr oft erlernen Tiere sogar Dinge, die ihnen nicht bewußt von einem einzelnen Menschen beigebracht wurden; sie zeigen Fähigkeiten, die sie sich entweder selbst erworben oder sich aus einer Reihe von Erfahrungen und Beobachtungen heraus angeeignet haben. Da kann ich einen Affen nennen, den ich vor dem Kriege im Leipziger Zoo beobachten konnte. Er hieß Moritz und war ein Faunskapuziner aus Südamerika. Moritz verstand es, Streichhölzer anzuzünden, kannte auch die erwärmende Eigenschaft der Flamme und ihre Fähigkeit, anderes in Brand zu setzen. Er schob die Schachtel sachgemäß auf, nahm ein Streichholz heraus, wendete die Kuppe der Streichfläche zu und entzündete es, hielt dann seine Hand über die Flamme und wärmte sich freudig schnatternd an ihr. Er versuchte öfter, seinem Käfiggenossen, einem Wollaffen, die Rückenhaare anzuzünden, steckte auch Papierballen in Brand. Erlernt vom Wärter hatte er es nicht, und als er in den Zoo kam, war er frisch importiert, konnte keinerlei Kunststücke, er war „roh“, wie die Dompteure es nennen. Er hatte diese erstaunliche Fähigkeit vom Publikum erlernt, hatte selbst erfahren, daß man sich wärmen und zum Brandstifter werden kann. Ich machte nun einige Kontrollversuche mit ihm, ließ Streichholzschachteln ohne Beklebung kommen, pappte die Zündstreifen quer über die Schachteln oder klebte auf der einen Seite eine richtige Streichfläche an, auf der anderen ein gewöhnliches, ebenso braunes Papier. Immer fand Moritz die richtige Stelle zum Entzünden der Hölzchen. Er konnte auch genau das abgebrannte Streichholz von dem frischen unterscheiden— kurz, er hatte sich die Handhabung dieses Feuerzeuges ganz zu eigen gemacht. Man achte einmal in der Elektrischen darauf, wie unterschiedlich jeder einzelne seine Straßenbahnkarte aufhebt; einer faltet sie sorgfältig zusammen und steckt sie unter den Ring oder in den Handschuh, andere, meist Damen, knüllen sie zusammen und stecken sie irgendwo hin, wo sie sie nicht wiederfinden können, usw. So mußte sich der Affe aus der verschiedenen Art und Weise, wie seine Besucher die Streichholzschachtel behandelten, ein Bild machen, ein Mosaikbild gewissermaßen, daß sich aus vielen kleinen Einzelsteinchen zusammensetzt. Wirklich eine große Leistung! Der Nasenbär Jumbo brachte eine Handlung zuwege, die ihm als einem ausgesprochenen Nasentier nicht minder hoch anzurechnen ist. Er hatte kahle Stellen auf dem Rücken und am Schwanz bekommen, wahrscheinlich von Haarmilben verursacht. Der Wärter mußte ihn täglich mit Salmiakgeist einreiben, was Jumbo zwar gutwillig über sich ergehen ließ, aber stets mit entsetztem Hochziehen seiner sehr beweglichen, rüsselähnlichen Nase quittierte. Eines Tages wurde der Wärter beim Einreiben weggerufen; er ließ den mit Salmiakgeist getränkten Lappen im Käfig liegen und— Jumbo rieb sich selbst ein! Er legte sich auf den Rücken und rutschte auf dem Lappen hin und her, nahm ihn sogar in seine Vorderfüße und zog den Schwanz durch den Lappen hindurch. Er hatte die wohltuende Wirkung des Salmiaks begriffen, die Handhabung dem Wärter abgelauscht und wandte sie nun selbst an. Der Elefant ist uns allen als ein gelehriges Tier bekannt, das leicht Kunststücke aller Art erlernt und vorführt. So hatten wir im Zoo in Halle einen noch jungen indischen Elefanden Bupari, dem sein Wärter Dölz vielerlei beigebracht hatte. 3 Wer mit offenen Augen beobachtet, wird vielerlei derartige Verstandesarbeit bei Tieren entdecken und wird bald feststellen können, daß nicht alles vom„Instinkt“ diktiert ist, was Tiere ausführen Nr. 155(Zweites Blatt) „Tchwerter=Henuns 6.8 195 5 ens S pe#. Schwerte(Ruhr), Freitag, den 6. Juli 1934 Schmetterlinge Nun schwingen sie sich wieder durch die warmen Sommerlüfte, die geflügelten Blumen, die leichtlebigen Schmetterlinge. Kosen mit der und jener Blume, naschen aus allen möglichen Kelchen der Lebensfreude etwas Süßigkeit und tanzen umher, als wäre ihnen das Leben ein einziges Holdrio! Besonders schön sind die stolzen Pfauenaugen mit ihrer schimmernden Flügelpracht; man hält es kaum für möglich, daß sich aus den schwarzen, stacheligen Raupen, die auf Brennesseln sitzen, so wunderschöne Buntröckchen entwickeln können. Aber bietet nicht Steinkohlenteer auch eine ganze Farbenskala, schimmert nicht ein Tropfen Petroleum auf dem Wasser in allen Regenbogenfarben? Doch auch die heiteren Zitronenfalter, die wie goldene Ringe in der Luft spielen, die vornehmen Schwalbenschwänze und die reizenden Perlmutterfalter mit den eingesetzten Spiegelchen haben ihre Freunde und Verehrer, desgleichen der prachtvolle, dunkelsamtene Trauermantel, der über den stillen Waldwegen dahingleitet und der schon recht seltene Apollo. Daß der Schmetterling durch den Duft der Blumen angelockt wird, ist eine bekannte Tatsache. Aber die Falter sind, wie in„Reclams Universum“ ausgeführt wird, auch selber„Riechflacons" und Duftzerstäuber. So entströmt unserem Kohlweißling der Duft von rotem Geranium, dem Rapsweißling zartes Zitronenblüten=, dem Rübenweißling Resedaparfüm. Der Heufalter duftet nach Ananas, das Posthörnchen köstlich nach Heliotrop, ein Wurzelbohrer und unser Rostbindenfalter verbreiten sogar Schokoladengeruch. Vom Wetter Wettervorhersage für Freitag: Schwache veränderliche Winde. Vorwiegend heiter. Wärmer. Stärker dunstig. Im Laufe des Tages aufkommende Gewitterneigung. Voraussichtliche Weiterentwicklung: Fortbestand der Sommerwetterlage. Strichweise Gewitter. : Ehrentafel des Alters. Die Ehefrau Karl Meyer Bergischestr. 71, feierte gestern ihren 77. Geburtstag. Heute wird die Witwe Fördes, Eisenindustriestraße, 74 Jahre alt. Den Hochbetagten zum Ehrentage unseren aufrichtigen Glück= und Segenswunsch! : NS=Frauenschaft Schwerte. Vorgestern abend fand im Parteilokal Wilkes eine Versammlung der NS=Frauenschaft Schwerte statt. Studienrat Dr. Meyer sprach über das Themal:„Volk ohne Jugend, Raum ohne Volk“ Der Redner wies zunächst darauf hin, daß es darauf ankomme, dem Führer die Treue zu halten und aktiv für die Idee des Nationalsozialismus tätig zu sein. Dr. Meyer kennzeichnete die liberalistische Auffassung, daß es eine Dummheit sei, viele Kinder zu bekommen, als verwerflich und unvereinbar mit den Interessen des Vaterlandes. Infolge der heutigen Aufklärung sei man allerdings über diese Auffassung größtenteils schon hinweggekommen. Oft sei ja die Not der Grund zur Kinderlosigkeit gewesen, aber auch die wohlhabenden Familien seien nicht kinderreich gewesen und da hätten egoistische Gründe mitgespielt. Wenn kein Nachwuchs da sei, wer solle dann später für die Redner und Invaliden und alten Pensionäre sorgen? Dr. Meyer ging dann noch kurz auf das Rasseproblem und die Vererbungslehre ein. Das Gesetz zur Vergütung erbkranken Nachwuchses sei geschaffen worden zur Erhaltung des Volkstums und zur Verhütung einer Degenerierung. Die Reichsregierung trete für die kinderreiche Familie ein und werde es auch in Zukunft tun. Der Redner forderte die Versammelten auf, soweit sie kinderreich seien, dem Bund der Kinderreichen beizutreten. Nach einem Bekenntnis zum Führer und seinen treuen Mitkämpfern wurde das Nationallied gesungen.— Wie Frl. Nehring bekannt gab, veranstaltet die SRFrauenschaft am Montag, den 16. Juli, einen Ausflug. Die Mitgliederversammlung wurde mit dem Gesang des Frauenschaftsliedes beendet. Der Eisenbahn=Frauenverein hatte am 4. Juli im Saal des Lokales„Im Reiche des Wassers“ seine übliche Monatsversammlung. Das Andenken des verstorbenen Mitgliedes Frau Breer wurde durch Erheben von den Plätzen geehrt. Die Versammlung beschloß, einen Betrag von 20 Mark für die notleidenden Gaarfrauen zu stiften. Ein Vortrag wurde gehalten, das übliche Kasseetrinken fand statt und schließlich sanden verschiedene Vereinsangelegenheiten ihre Erledigung. Trroritter —. Die 89 Landkinder aus Schwerte sind in der Ostmark wohlbehalten gelandet. Gestern trafen bereits die ersten Grüße ein. Ein Junge schrieb:„Eine Frau und ein Hitlerjunge holten mich ab. Kaum war ich eine Viertelstunde da, da gaben mir die Leute was zu essen...“ Der freiwillige Arbeitsdienst Ergste marschierte gestern vor dem Evangelischen Krankenhaus auf und brachte dem genesenden Lagerführer Bernshausen ein Ständchen dar. Lieder klangen auf wie:„Märkische Heide" usw. Zum Schluß wurde dem verehrten FAD.=Führer, der im Lager den Geist der Kameradschaft Pg. Dr. Lebrecht hat das Wort Serentsums Kundyrdung der in Schwerte Schwerte, 6. Juli. Gestern abend veranstaltete die Ortsgruppe Schwerte der NS=Hago — Deutsche Arbeitsfront(Ortsbetriebsmeinschaft Handel und Handwerk) eine öffentliche Kundgebung im Saal des„Schwerter Hofes“, die gut besucht war. Ortsgruppenamtsleiter Müller eröffnete die Versammlung und erteilte dem Pg. Dr. Lebrecht das Wort. Dieser noch von der letzten Tagung her bestens bekannte Redner nahm in ungemein fesselnder Weise Stellung zu den aktuellen Fragen der Zeit. Seine Ausführungen waren im wesentlichen folgende: Wenn das Strafgericht in der SA. erfolgt ist, so kann es auch einmal woanders eintreten. Wir stehen noch unter dem Eindruck der letzten Ereignisse. Wir haben es nicht für möglich gehalten, daß Männer, die dem Führer Treue geschworen haben, einen solchen Treuebruch begehen konnten. Der Führer war brutal in der Härte, weil es Deutschland verlangte. Es ist notwendig, daß wir von dem Geist derer beseelt werden, die allabendlich kämpfen für eine Idee. Die Bewegung kann weniger an einer Kritik zugrunde gehen, als vielmehr daran, daß man nicht mit brutaler Gewalt durchgreift. Das waren meine Worte vor dem 30. Juni. Es kommt nur darauf an, ob jemand ein Herz für Deutschland hat. Der Marxist, der Kommunist kämpfte lediglich für die Idee, die falsch war. Aber sie kämpften wenigstens, sie starben für die Idee. Der Kräfteaufwand dieser Menschen war zu beneiden und man bedauerte, daß sie in einem falschen Lager waren. Wir brauchen Kämpfer für eine Idee, und nicht Leute, die ihr Mäntelchen nach dem Winde drehen, wie es ihnen wirtschaftlich paßt. Deshalb haben wir frühere Kommunisten und Sozis den Männern, die dauernd die Parteien gewechselt haben und angeblich immer schwarz=weiß=rot gewesen sind, als Amtswalter vorgesetzt. Sollte sich herausstellen, daß solch ein Amtswalter unter dem Braunhemd noch eine blutig=rote Gesinnung hat, so wird das früh genug gemerkt, und dann muß er verschwinden. Wir brauchen fanatische Kämpfer für die Idee Adolf Hitlers! Der Grundsatz des nationalsozialistischen Staates steht fest. Der Staat wird nur regieren und verwalten und keine Wirtschaftspolitik treiben. Die Wirtschaft kann Wirtschaft treiben! Nur wenn ein Zweig sich auf Kosten eines anderen Standes zu bereichern sucht, greift Vater Staat ein und sagt, ein Kind ist mir so lieb wie das andere. Zunächst wollen wir verdienen, was wir verzehren können. Die Zahl der Arbeitslosen ist von 6 Millionen auf 2,5 Millionen gesenkt. Heute stehen wir am Anfang des Fegefeuers. Heute ist ein Kampf außenpolitisch bis zur höchsten Potenz! Es wird eine Zeit kommen, wo es kein Messing, wo es kein Blei mehr gibt. Die brutale Wahrheit ist die, daß man versucht, Deutschland abzusperren mit allen Mitteln, die es gibt. Wenn denn heute einer sagt, ihr habt dem Bauern geholfen und mir nicht, der versteht den Nationalsozialismus nicht. Wenn wir den deutschen Bauern nicht zum Ernährer gemacht hätten, hätte uns das Ausland schon ausgehungert. Wir müssen dem Bauern helfen, wenn wir nicht verhungern wollen. Der Nationalsozialismus denkt nicht an einen besonderen Stand, er geht sogar über eine Person hinweg, wenn es Deutschland verlangt! Wir wollen in Deutschland nicht ein Muckertum großziehen. Wir wollen nur, daß ein Uniformierter wie in der Friedenszeit Disziplin übt und sich nicht in Uniform besäuft. Wir müssen uns vor den 750 prozentigen Nationalsozialisten hüten, die da sagen, es müssen noch mehr umgelegt werden. Wir müssen in Deutschland der Arbeitslosigkeit Herr werden. Wenn uns das gelingt, was kein Staat fertig brachte, dann sind wir in der Welt das Volk. Jeder von uns trägt die Verantwortung, daß der Nationalsozialismus noch nicht in Oesterreich da ist. Geliebt hat man das deutsche Volk nie, ob wir als Herren auftreten oder den Stiefelabsatz küßten; wenn wir es aber fertig bringen, was noch kein Staat fertig brachte, pocht der Nationalsozialismus an alle Tore. Es kommt der Tag, an dem vom Stephansturm die Hakenkreuzfahnen wehen. Was meinen Sie, was am Sonnabend passiert wäre, wenn das Volk nicht hinter Adolf Hitler gestanden hätte? Gewinnen wir die Arbeitsschlacht, setzt sich der Nationalsozialismus auch in den Staaten durch, die uns bekämpft haben. Der Betriebsführer ist verantwortlich für das Leben seiner Gefolgschaft. Er kann von Haus und Hof getrieben werden, wenn er einmal asozial denkt, wenn er einmal nur an sich denkt. Andererseits ist die Gefolgschaft zu unbedingtem Gehorsam verpflichtet. Wir stehen am Anfang des Fegefeuers. Wir können Ihnen einen neuen Glauben geben in politischer, in kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht. Aber mit dem Glauben muß man sich selbst zurechtfinden. Der Nationalsozialismus ist nicht Gegner der Kirche. Denn nur der Glaube bringt den Menschen über gewisse Dinge hinweg. Politik gehört nicht in die Kirche. Gebt Gott, was Gottes ist, gebt aber dem Staate, was des Staates ist. Ich begrüße das Verbot der Sammlungen. Damit heißt es nun nicht, das Hilfswerk„Mutter und Kind“ zu beseitigen. Mutter und Kind hat etwas ganz anderes zu bedeuten! Wir sammeln nicht, nur um zu sammeln. Ist ein Nachwuchs nicht da, tritt der Zeitpunkt ein, wo keine jungen Menschen mehr da sind, die das Geld für die Renten aufbringen. Die Nation ist zu Tode verurteilt, die verweichlicht. Wir brauchen Kämpfer, um unseren Alten einen sorgenfreien Lebensabend zu schaffen. Mutter und Kind hat eine große innerpolitische und außenpolitische Bedeutung. Es kann gelingen, daß wir über den Weg von Mutter und Kind wieder zur Arbeit kommen. „Mensch Mutter“, sagt der frühere Komunist, „sie haben immer von Volksgemeinschaft geredet, und nu haben sie unseren Jungen aufs Land geschickt, obwohl sie wußten, daß wir Kommunisten waren.“(Das Kind des früheren Kommunistenführers Adam Zeuch aus Schwerte z. B. wurde auch aufs Land geschickt. Die Schriftl.) Wenn dann der Junge nach 6 Wochen braungebrannt und gesund zurückkommt, dann wird der frühere Kommunist sagen:„Mensch Mutter, wenn sie das fertiggebracht haben, dann glaube ich auch, daß wir wieder einmal Arbeit bekommen werden.“ Der Redner betonte dann, daß der deutsche Arbeiter wieder an die Arbeit glaube und daß der Bauern sein Geld nicht mehr im Strumpf verstecke. Pg. Dr. Lebrecht rechnete zum Schluß scharf mit den Reaktionären ab, die mit den Hochverrätern im Bunde waren. Die Reaktionäre prahlten mit dem, was sie geleistet hätten. Im allgemeinen aber könne man sagen, es sei wie im Kino: Vorn flimmerts und hinten sind die besten Plätze. Wir nehmen nur, fuhr der Redner fort, die Waffe in die Hand, wenn es im Interesse Deutschlands liegt, aber niemals um Kohlenbecken zu erobern, damit einige Industriekapitäne mehr Geld verdienen können. Zum Schluß betonte der Redner, daß es darauf ankomme, der Idee des Nationalsozialismus nachzuleben. Die jetzige Generation müsse arbeiten bis dort hinaus, auf daß es unseren Kindern gut ergehe. Pg. Dr. Lebrecht schloß dann seine Ausführungen mit Worten des Kriegsdichters Walter Flex, die da ausklingen: Wir Lebenden wollen die Ahnen des lachenden Deutschlands sein! Ortsgruppenamtsleiter Müller dankte dem Redner, der starken Beifall geerntet hatte, für seine packenden Lusführungen uund forderte die Versammelten auf, dem Füh und seiner Idee die Treue zu halten. Mit einem SiegHeil auf den Reichskanzler fand die Kundgebung ihr Ende.=cke. pflegt, in kameradschaftlichen Worten weitere Genesung gewünscht. Der Lagerführer ließ sich am Fenster sehen und nahm den Vorbeimarsch seiner Arbeitsdienstkameraden ab. " Brennende Dachstühle flammen im Sommer häufiger auf als im Winter, und wer wollte leugnen, daß sie der panische Schrecken der Bewohnerschaft sind. Wer erst einmal einen solchen Fall erlebt hat, weiß, was das bedeutet! Nicht nur die Trockenheit und die starke Bestrahlung durch die Sonne begünstigt solche Brändez auch mancher Bodenrummel ist daran schuld. Wer leicht entzündbare Gegenstände unterm heißen Dache aufbewahrt, handelt nicht nur unvorsichtig, sondern einfach unverantwortlich, weil er dadurch auch andere Hausbewohner in Gefahr bringt! Nie stelle man Flaschen, Gläser, Spiegel oder Gegenstände aus Celluloid, Lack, Holzwolle, Papier, Pappe in unmittelbare Nähe der Bodenfenster, weil Gläser und Spiegel als Brenngläser wirken können. Celluloid, Lack, Holzwolle Papier usw. dagegen leicht in Brand geraten. : Achtung beim Baden. In jedem Jahre zieht der Wassermann viele Tausende von hoffnungsvollen Menschen in sein kühles Reich; zumeist sind es unvorsichtige Kinder und Burschen, die zu viel wagen, vor Schaulustigen allerhand „Bravourstückchen“ ausführen oder die an schwerwiegenden körperlichen Mängeln leiden. Blutarme Kinder müssen sehr vorsichtig mit dem Baden sein und dürfen nur einige Minuten im Wasser verweilen. Kaltes Wasser strengt das Herz mehr an als warmes und entzieht dem Körper zu viel Wärme. Herzkranke, an Epilepsie, Ohnmachten oder Wadenkrämpfen leidende Menschen gehören nicht ins offene Bad. Nach dem Bade sind bei kühler Witterung Frottieren, rasches Ankleiden und Bewegen des Körpers notwendig. Auch ein Rekord! Der 85 Jahre alte Waldarbeiter Mai in Blasdorf im Riesengebirge hat bisher mehr als 8000 Kreuzottern erlegt. Sommerinserate. Viele Geschäftsleute sind der irrtümlichen Meinung, daß das Inserieren im Sommer nicht nötig sei und nur diejenigen Firmen, die speziell Erzeugnisse für den Sommer herstellen, das Inserieren nötig haben. Es sollten auch jene Geschäftsleute, die außerhalb ihrer Saison stehen, nicht ganz auf Zeitungsofferten verzichten, im Falle es nicht speziell Winterartikel sein sollten. Denn das Zeitungsinserat hat keinesfalls nur den Zweck, Ware anzupreisen, sondern sein Zweck soll auch der sein, die Firma nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, was bei dem Tempo unserer hastigen Zeit viel leichter geschehen kann, als früher der Fall war. Wer also von der Konkurrenz nicht beiseite gedrückt werden will, verzichte klugerweise nicht auf das Sommerinserat! : Fahrt zur Funkausstellung in Berlin am 17. August 1934. Da nunmehr eine ungefähre Aufstellung der Reisekosten zur Berliner Funkausstellung vorliegt, ersuche ich um Eintragung in die Teilnehmerliste. Die Fahrkosten nach Berlin und zurück betragen etwa 10 RM. ab Dortmund. Für verbilligte Quartiere und Verpflegung ist Sorge getragen. Anmeldungen und Auskunft nimmt entgegen und erteilt die Kreisgeschäftsstelle des Reichsverbandes Deutscher Rundfunkteilnehmer, Iserlohn, Dickenturm 16, und zwar nur vormittags von 11—1 Uhr. Aus der Bewegung NSDAP., Ortsgruppe Schwerte und Deutsche Arbeitsfront, Ortsgr. Schwerte. Am heutigen Abend 20 Uhr Uhr spricht im „Reiche des Wassers“ Gaupropagandaleiter Pg. Hermann Brouwers=Düsseldorf, M. d. R., über„Die Deutsche Arbeitsfront marschiert im Kampf um den Sozialismus". Jeder Volksgenosse, der am politischen Geschehen unserer Tage Anteil nimmt, muß diese Kundgebung besuchen! Schluß des redaktionellen Teils. Vereinsnachrichten Vaterländischer Frauen=Verein Schwerte. Dienstag, 10. Juli. nachm. 3.30 Uhr bei Oberschelp Arbeitsnachmittag und zugleich wichtige Mitgliederversammlung. Erscheinen Pflicht! Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Heinz Friedrich Kamecke, Schwerte=R. Verantwortlich für den gesamten Textteil: Heinz Friedrich Kamecke, Schwerte=R. Für den Anzeigenteil: Haus Linner, Schwerte=R. D. A. VI. 34. 1718. „Was das Volk erwärtet und was die Partei will“ „Sie schelnen mir doch der einzige Ehrliche zu sein“ Ein Artikel im Berlin, 5. Juli.„Der Angriff“ veröffentlichte gestern einen Artikel unter der Ueberschrift „Was das Volk erwartet— und was die Partei will“, dem wir folgende Abschnitte entnehmen: Die 12 Grundgesetze der Lebenshaltung, die der Führer der SA gegeben hat, gelten natürlich für die ganze Partei und für das ganze Volk. Sie sind heute in allen Orten des Reiches angeschlagen worden. Sie dulden auch keinen Aufschub, denn das Volk erwartet eine sosortige Wandlung der Dinge. Die Zuschriften an die Schriftleitung beweisen es. Wir wollen darum mit derselben Offenheit sprechen wie der Führer. Es liegt nicht im Sinne des Führers, daß ein moralingiftiger Kleinkrieg geführt wird. Dafür läßt sich ein nettes Beispiel anführen. Einmal, bei einer Tagung der Partei, saßen eine Reihe von Parteigenossen am Tische des Führers. Als sie sahen, daß Hitler eine Flasche Wasser bestellte, gaben sie die gleiche Bestellung auf. Nur einer ließ sich ein ordentliches Maß Bier kommen. Der Führer lachte, trank ihm zu und sagte:„Sie scheinen mir doch der einzige Ehrliche hier zu sein.“ Der Führer will also nicht, daß in Deutschland eine limonadenhafte Enthaltsamkeit aufkommt, sondern daß Männer und Jungen ihre innere Freiheit behalten und sich auch Freude und Ausspannung gönnen. Die Partei ist kein asketischer Orden, sondern eine lebendige Gemeinschaft von Führern und politischen Soldaten. Und nun zu den Wandlungen, die vorzunehmen sind. Das Volk urteilt aus der täglichen Anschauung, und ganz bestimmte Erscheinungen haben in letzter Zeit bei ihm Aergernis erregt. Auch ohne die Ergeinisse des 30. Juni hätten wir etwas über das Auto des Parteigenossen geschrieben. Wir greifen diesen Fall heute besonders heraus. Das Auto wird in Deutschland immer noch als ein Zeichen sozialer Bevorzugung angesehen. Ihm haftet in vielen Kreisen tatsächlich ein Makel an, weil sich eben gewisse Leute nur einen Wagen leisten können. In Amerika und in anderen Ländern gibt es diesen Makel nicht mehr, und es ist ganz selbstverständlich, daß in einigen Jahren der Volkswagen da sein wird, der auch den breiten Massen das Autofahren zu einer Selbstverständlichkeit macht. Mit der nationalsozialistischen Revolution ist eine politische Führung an die Macht gelangt, die einen großen Teil ihrer Erfolge ihrer ungeheuren Beweglichkeit verdankt, die sie nur mit dem Flugzeug und mit dem Kraftwagen erzielen konnte. Der Kraftwagen ist ein Mittel der politischen Führung genau so wie der Fernsprecher, die Zeitung und der Rundfunk. Man kann sie nicht entbehren. Auf ihn verzichten hieße das gleiche tun wie in der Buchdruckerei zum Pergament mittelalterlicher Mönche zurückkehren. Shne=Erirt Marsch Ein Roman aus den Kampfjahren 1929 bis 1932 von Heinz Friedrich Kamecke. 66. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Angriff“. Am politisch verwendeten Auto wird auch das Volt keinen Anstoß nehmen. Woran nahm es dann Anstoß? Sagen wir es klipp und klar: an der Eleganz der Wagen, an der Ausstattung, vielleicht manchmal an der Vielzahl der Wagen. Es fragte sich ferner, ob alle Fahrten mit diesen Wagen dienstlich seien oder privat, vor allen Dingen wenn Damen im Wagen mitfuhren. Die Reichsjugendführung hat in den letzten Monaten sehr genau erkannt, daß gerade die Hitlerjugend in der Frage der dienstlichen Autofahrten vorbildlich sein muß und eine gewisse Größe der Wagen und ihren Anstrich festgelegt. Es ist selbstverständlich, daß jedermann im Volke es versteht, wenn ein Jugendführer mit dem Motorrad den Dienst erledigt, während er es nicht verstehen würde, wenn Zwanzigjährige wie großmächtige Herren mit großen Wagen durch die Gegend brausen würden. Wir denken, es wäre das einfachste, wenn alle Dienstwagen der Partei, der Arbeitsfront und der SA in einer einheitlichen Farbe gestrichen und nach dem Grundsatz der Schmucklosigkeit gebaut würden. Daß mit ihnen keine privaten Fahrten unternommen würden, versteht sich von selbst. Wir glauben bestimmt, daß dann dieses Autoärgernis bald verschwunden wäre. Und die Lebenshaltung im allgemeinen. Ueber die Festessen hat der Führer das Notwendige gesagt. Es ist durchaus nicht nötig, daß Führer, wenn sie etwas besprechen wollen, sich dazu bei einem Fünf=Uhr=Tee treffen, und zwar im„ersten Haus am Platze". Dahin können sie rein privat gehen. Selbstverständlich sollen SA=Kameraden und ParteigeTageeinn fur eis Uner Westhofen und Ergste „Und wenn die Kommune oder das Reichsbanner den Weg versperrt oder Fallen stellt? Die Roten werden doch bald von diesen nächtlichen Transporten Wind bekommen...“, gab Kortegast zu bedenken. „Dann wird geschossen!“ sagte Stüwen kalt lächelnd.„Wir haben uns mittlerweile alle Revolver besorgt— auch Gaspistolen—— wir halten drauf— wenn man uns überfallen will— Notwehr.“ Dr. Hagedorn räumte alle Bedenken, die sein Schwager Kortegast weiter äußerte, mit einer einzigen Handbewegung beiseite. Am gleichen Abend noch wurde ein Zeitungstransport nach Teutowalde geleitet. Der Wagen der Druckerei blieb zwar unterwegs einmal liegen, aber die Fahrt durch den hügeligen und düsteren Cheruskerwald verlief ohne Zwischenfälle. „Sie wissen's noch nicht, daß der„Wächter' auf diesem Wege ankommt“, meinte Kortegast noch immer besorgt,„wenn sie's aber erst 'raushaben, dann gibt's Scherben, mein Lieber.“ „Die bringen Glück“, erwiderte Stüwen. Um ein Uhr nachts war man mit den Zeitungsballen glücklich gelandet. Der Wagen wurde in den Posthof gelenkt. Die Beamten der Zeitungsstelle, die durch den „Wächter" erhebliche Mehrarbeit zu leisten hatten, waren höchst erstaunt über die nächtliche Auflieferung. Die Ballen wurden jedoch angenommen und expediert. Klaus Stüwen erachtete nun den Zeitpunkt für gekommen, der Einladung der früheren Ergste, 6. Juli. Reger Betrieb an der Ruhrbadeanstalt in Ergste. Eine besondere Zugkraft während der Sommermonate hat schon immer die an der Ruhr gegenüber von„Haus Ruhr“ an der sogenannten Kieshardt geschaffene Badeanstalt auf zahlreiche auswärtige Schwimmerinnen und Schwimmer ausgeübt. Erfreulicherweise wird die Ergster Ruhrbadeanstalt in letzter Zeit auch von der hiesigen Bevölkerung gern und viel in Anspruch genommen. An den letzten heißen Tagen wir der Badebetrieb besonders stark und es zählt schon nicht mehr zu den Seltenheiten, daß sich an warmen Tagen mehrere 100 Personen eingefunden hatten, um hier im klaren Wasser ein erfrischendes kühles Bad zu nehmen. An Wochenend= und Sonntagen fühlen sich Wassersportler von auswärts zur Ergster Ruhr=Badeanstalt hingezogen. Am Flußufer mit dem Blickfeld zur reizvollen Hohensyburg schlagen sie ihre Zelte auf. Der als guter Schwimmer und Lebensretter bekannte Wilhelm Schöttler versieht an der Ergster Badeanstalt den Posten als Badewärter und verwaltet sein Amt schon seit Jahren in bester Weise. Ergste, 6. Juli. Lehrgang im Rettungsschwimmen. Zwecks Erwerbung des Grund= und Prüfungsscheines der deutschen Lebens=Rettungsgesellschaft findet in nächster Zeit ein Lehrgang an der Ruhr=Badeanstalt in Ergste statt. Die Mitglieder der Turn= und Sportvereine sowie alle SA=Kameraden aus Ergste und Umgegend werden hierdurch aufgefordert, sich an diesem Kursus zu beteiligen. „Jeder Schwimmer ein Retter!“ Anmeldungen werden heute(Freitag) abend 8,30 Uhr auf dem Schulhof in Ergste von dem Kursusleiter Ernst Tillmann entgegengenommen. Bürenbruch, 6. Juli. Iserlohner Mütter zur Erholung in Bürenbruch. Seit Montag sind in der hiesigen JugendherPrivatsekretärin des Dr. Weiß zu folgen. Er meldete sich für den dritten August an. Fräulein Ranunkel öffnete die Tür.„Schön, daß Sie doch Wort gehalten haben“, sagte sie mit warmer Stimme. Sie ließ Stüwen in ihr Wohnzimmer eintreten, das, wie Klaus mit einem Blick feststellte, recht behaglich eingerichtet war. Ihm schlug der Duft der Rosen, die in mehreren Vasen leuchteten, entgegen. Dem Fenster zu stand ein zierlicher Schreibtisch, es gab zwei bequeme Sessel und ein breites langgestrecktes Liegesofa mit einem seidenen Kissen. Eine Glastür führte auf einen Balkon, der zum Garten hinaus lag. Vera Ranunkel trug ein schwarzes ärmelloses Chiffonkleid mit weißen Tupfen in weicher Linienführung und mit schmalen Schulterspangen. Das schlichte Oberteil belebten eingestickte weiße Nelken. Den Hals schmückte eine einfache Elfenbeinkette. Stüwen mußte über diese Aufmachung einigermaßen staunen, es war, empfand er, mehr als das Zeigen eines ganz persönlichen Stils,— es lag darin etwas vom schlimmen Duft des Verführenwollens. Es fehlten nur noch die langen Schwedenhandschuhe als raffinierte Vervollständigung dieser Sommertoilette, die im vornehmsten Kurhotel ihre Wirkung nicht verfehlt haben würde. Fräulein Ranunkel schien sich der effektstarken Wirkung ihrer Kleidung durchaus bewußt zu sein. Sie stellte sich vor Stüwen, blickte zu ihm halb schelmisch, halb lauernd auf. „Nun, was beginnen wir?“ „Ich bin gespannt auf das, was Sie mir Neues mitzuteilen haben“, sagte Stüwen beherrscht. „Kommen Sie zunächst ins Freie“, sagte sie und öffnete die Glastür. Auf dem Balkon standen Picknick=Klappsessel mit einer Lehne aus buntem Setz#ach und ein wetterbeständiger Tisch mit französischen Kacheln, dessen Muster der herrschenden Leidenschaft für Bridge und Poker Rechnung trug. Zur Siesta lud eine beberge„Horst=Wessel=Heim“ rund 25 bedürftige und gesundheitlich geschwächte Mütter aus Iserlohn zu einer vierwöchigen Müttererholung untergebracht. Die NS. Volkswohlfahrt Iserlohn ist Trägerin dieser Hilfsaktion, sie wird dabei von der hiesigen NS. Frauenschaft in jeder Weise unterstützt. nossen zur fröhlichen Runde zusammensitzen, aber je weniger mondän, international und parfümiert die Umgebung ist, um so besser ist es für die Menschen und für die Sache. Es erscheint auch nicht nötig, daß Diensträume der Partei in den vornehmsten Gegenden der Städte bezogen werden, es sei denn, daß gerade hier sich besonders günstige Kauf= oder Mietsbedingungen ergeben, was ja allerdings bei der Lage des Wohnungsmarktes sehr oft der Fall ist. Dann ist aber immer noch die Möglichkeit gegeben, die innere Ausstattung so soldatisch und so einfach wie möglich zu gestalten. Die Diensträume der Partei und SA sind Arbeits= und Versammlungsräume, weiter nichts. Wenn in diesen paar Punkten die Selbstkritik einsetzt— wir sind überzeugt, daß sie eingesetzt hat—, so wird nicht nur das Volk, sondern die Welt sehen, daß es mit unserem Sozialismus ernst gemeint ist, und auch gewisse Vertreter einer kapitalistischen Nachhut, die sich noch unter uns aufhält, werd.n den moralischen Druck spüren, der verlangt, daß alle, die ein Amt, einen großen Besitz, eine große Verfügungsgewalt im Volke besitzen, die Pflicht haben, so einfach und so unantastbar zu leben wie unser einfacher, unantastbarer Führer. Aus dem Nachbargeblet Holzwickede. Das Schlageterkreuz verliehen. Dem alten Kämpfer der NSDAP. Pg. Wilhelm Elsenplässer der am Ruhrkampf und an den Kämpfen in München in den Jahren 1922 und 1923 hervorragend teilgenommen hat, wurde vom Schlageterbund das Schlageterehrenkreuz mit Schwertern nebst Ehrenurkunde verliehen. Holzwickede. Dienstjubiläum. Der Reichsbahnobersekretär Anton Hippel kann auf eine 30jährige Tätigkeit bei der Reichsbahn zurückblicken. Holzwickede. Der Bau der anlage, deren Schwimmbecken erfreulicherweise von der Gemeinde bereits vor einigen Wochen für die Wasserfreunde freigegeben werden konnte, geht seiner Vollendung entgegen. Das Wärterhaus, in dem sich auch die Umkleidezellen befinden, paßt sich mit seinem hohen Aussichtsturm, der eine Aussicht auf die sauerländischen Berge gestattet, harmonisch dere idyllischen Umgebung des Freibades an. Nachdem auf dem gerichteten Bau die Hakenkreuzfahne gehißt worden war, wurde im Ratskeller nach alter Sitte das Richtfest gefeiert, an dem neben den Erbauern, Handwerkern und Arbeitern auch der Gemeindeschulze Spring, Holzwickede teilnahm. Amtsbaumeister Schäfer, der mit dem Architekten Dunker zu den Gästen des Abends zählte, sprach dann ebenfalls herzliche Worte. queme Gartenkutsche aus lackiertem Holz mit Gummirädern ein, deren gestreifter Leinenbezug mit den frischen Farben der Sommerblumen, die da unten im Garten leuchteten, harmonierte. „Spielen Sie Bridge?“ fragte Fräulein Ranunkel, auf den Tisch zeigend. Klaus schüttelte den Kopf. „Auch nicht Schach?“ „Das wohl, aber es fehlt mir die Zeit zu solchen Spielen.“ „Hätten Sie nicht Lust, einmal mit mir Schach zu spielen?“ fragte sie, die linke Schulter vorziehend und ihn darüber hinweg anblickend. „Ich habe andere Leidenschaften“, sagte Stüwen. „So? Und die wären?" fragte sie leicht erregt. „... rein politischer Natur“, antwortete Klaus ernüchternd. „Ach— Politik ist doch langweilig, finde „ E.a „Aber nicht in der heutigen Zeit, Frautein Ranunke!! Etwas Neues ist doch im Werden. Nicht umsonst bin ich nach Teutowalde übergesiedelt.“ „Ach ja, die Männer!“ seufzte sie.„Aber, bitte, Herr Stüwen, setzen Sie sich doch. Hier vielleicht in die geographische Ecke. Oder lieben Sie keine weichen Kissen? Ich kann in Daunenkissen förmlich ertrinken... Stüwen lachte und beugte sich über die üppigen Petunien, die süß duftend über die Brüstung hingen. Sie setzte sich ihm gegenüber auf das Liegesofa, schaltete das Licht der Tischlampe, deren Schirm aus bunt bemaltem Pergament bestand, ein und sagte:„Sie sind heute sehr schweigsam, mein Freund.“ Klaus, der auf einem der Sessel Platz nahm, blickte unwillkürlich auf.„Sie nennen mich Freund?“ Der Arbeitsdienst in Thüringen ist der Leitgedanke, unter dem das neue Heft der Zeitschrift„Deutscher Arbeitsdienst" steht. Diese Sonderausgabe des Arbeitsdienstgaues 23 Thüringen gibt ein außerordentlich eindrucksvolles Bild vom Aufmarsch des Arbeitsgaues in Weimar, den der Leser durch die zahlreichen Bilder in seiner ganzen Wucht und Größe miterlebt. Von den Vorbereitungen zum Empfang der Werksoldaten kommen wir zur Kundgebung in der Weimar=Halle mit der großen Ansprache des Reichsarbeits=Führers, Staatssekretär Hierl, in der er der Reaktion klar und deutlich sagt:„Wir lassen uns den Erfolg der nationalsozialistischen Revolution weder durch Gewalt noch durch Betrug entwinden. Wir wollen wachsame nationalsozialistische Kämpfer sein.“ Dann erleben wir die Paradeaufstellung des Arbeitsgaues 23 auf dem Weimaer Flugplatz mit der Ansprache des Gauarbeitsführers Schmückle und der bedeutsamen Rede des Reichsstatthalters Saukel. Dann formieren sich diei Kolonnen im Vorbeimarsch, und mit dem großen Zapfenstreich ist der Tag des thüringsschen Arbeitsdienstsoldaten zu Ende. Erlauschtes vom Weimaer Arbreitsdienst, Briefe verschiedenstestr Art— von Saardeutschen und von Studenten— zeigen die große, innere Verbundenheit des thüringschen Arbeitsdienstes mit seiner Bevölkerung und führen in eindeutiger Klarheit vor Augen, daß der Arbeitsdienst in Thüringen ein großes Stück auf dem Wege zu seinem entgültigen Ziel bereits zurückgelegt hat. Huppenpulver mit Schneeklöben mit Gutscheinen Nach Einsendung von 4% oder 40% überweisen wir Ihnen 50 Pfennig in bar portofrei Reese, d.m.b. H., Hamein „Sind Sie es nicht, Klaus Stüwen?“ „Sie waren so freundlich, mich einzuladen. Ich bin Ihrem Wink gefolgt... mein Beruf führt mich zu Ihnen... verstehen Sie mich recht... Vera lächelte, lächelte fast schmerzlich.„Ich habe ein Verständnis für Ihre Aufgabe— und ich will Ihnen auch Fingerzeige geben... aber gibt es denn außer der täglichen Pflicht und Arbeit nicht auch etwas... wie soll ich es nennen... etwas Entspannendes, Schönes... Unsagbares... etwas zum Glücklichsein?“ „Wie Sie schwärmen können, gnädiges Fräulein!“ sagte Stüwen mit leichtem Spott. „Bin ich nicht über die Jahre hinaus, wie ein kleines Mädchen schwärmen zu können? Ich sehe das Leben, wie es ist... und ich sage mir, wehe uns Menschen, wenn wir das Beste versäumen—— unendlich ist später die Trauer.“ Klaus erwiderte leise:„Vielleicht haben Sie recht... vielleicht...“ Vera Ranunkel zog fröstelnd die schmalen Schultern nach vorn.„Ach, es wird doch kühl. Ich werde mir meinen Pelz holen. Einen Augenblick. Herr Stüwen, bitte...!“ Sie erhob sich leicht, trat ins Zimmer zurück und ging, wie Stüwen am nervösen Zuschlagen einer Tür vernehmen konnte, in einen hinteren Raum. Aus dem einen Augenblick wurden Minuten... Da wurde Klaus stutzig. Unwillkürlich griff er an seine Gesäßtasche. Ja, er hatte seine Pistole bei sich. Er hatte das Gefühl, als ob sich im Hintergrunde irgend etwas Verhängnisvolles vorbereite. Unruhig erhob er sich, blickte in den Garten. Unten lag alles ruhig. Nirgends gewahrte er etwas Verdächtiges. Ein Duft von Reseda, Wicken und Rosen strömte herauf. Klaus zog die Uhr. Fortsetzung folgt! Auch Bielefeld versteht zu haushalten Bielefeld. Der Finanzdezernent von Bielefeld, Bürgermeister Budde, gab Aufschluß über die Entwicklung der städtischen Finanzen. Seine Darlegungen zeigten, daß die Bürgerschaft mit den Ergebnissen der städtischen Wirtschaftsführung im ersten Haushaltsjahr unter nationalsozialistischer Leistung vollauf zufrieden sein kann. Der Rohabschluß des gesamten ordentlichen Haushalts für das Rechnungsjahr 1933 weist gegenüber dem Haushaltsplan eine Verbesserung von insgesamt 4300000 RMK auf. Durch diese Verbesserung ist nicht nur der nach dem Haushaltsplan erwartete weitere Fehlbetrag von rund 3740000 R.K gänzlich beseitigt, sondern auch noch eine Verminderung der aus den Vorjahren übernommenen Fehlbeträge von 4392622 R.s um rund 560000 Ro erzielt worden. Der gesperrte Telesonanschluß Bielefeld. Einen niederträchtigen Streich hat irgendwer einer Bielefelder Kohlenhandelsfirma gespielt. Das Fernamt erhielt von dem unbekannten Täter die telephonische Mitteilung, daß die Firma in Liquidation getreten sei und Konkurs anmelden müsse. Aus diesem Grunde benötige sie die Telephonanschlüsse nicht mehr. Unbegreiflicherweise wurde auf diese Meldung hin die Sperrung der Telephonanschlüsse der Firma veranlaßt. Eine Belohnung von 500 Mark soll die Aufklärung des Falles beschleunigen. Justizrat Klostermann gestorben Gütersloh. Eine der markantesten hiesigen Erscheinungen ist mit Justizrat Heinrich Klostermann dahingegangen. 45 Jahre lang übte er die Anwaltspraxis am Amtsgericht Gütersloh und Landgericht Bielefeld aus. Viele Jahre hat er als Mitglied des Stadtparlaments und des Kreistages sich für das Wohl der Allgemeinheit eingesetzt. 36 Jahre lang war er Vorsitzender des Aufsichtsrates der Gütersloher Bank, die ihn anläßlich seines 75. Geburtstages im Januar dieses Jahres ehrte. Als Jurist und als Mensch erfreute er sich in weiten Kreisen des Rufes eines Westfalen von echtem Schrot und Korn. Ein guter Jang Münster. Durch die Ermittelungen der hiesigen Kriminalpolizei konnte in einem Bootshaus in Handorf ein Mann aufgegriffen werden, der vor turzem in den Loddenbüschen eine ältere Frau überfallen und versucht hatte, ein Sittlichkeitsverbrechen zu verüben. Es handelt sich um einen 26jährigen Mann aus Münster, der sich in den letzten Jahren ziel- und zwecklos im Lande umhergetrieben hat und wegen Eigentumsdelikte und Sittlichkeitsverbrechens von verschiedenen Gerichten im Reiche gesucht wird. Der Täter ist geständig, auch in einem zweiten Falle an einer Frau in Gremmendorf ein Sittlichkeitsverbrechen geplant zu haben. Er wurde ferner überführt, in der Zeit vom 18. Juni bis 30. Juni mehrere Einbruchstiebstähle in Landund Wochenendhäusern bei Aluichten und Handorf ausgeführt zu haben. Außerdem hat er in der angegebenen Zeit mehrere Einbruchsdiebstähle in Gartenhäuschen von Schrebergärten verübt, die zwischen dem Dortmund—Ems=Kanal und dem Königsweg liegen. Aus diesen Einbrüchen sind von der Kriminalpolizei eine Reihe von Gegenständen sichergestellt worden. Der Täter ist dem Amtsgericht zugeführt worden und sieht seiner Bestrafung entgegen. keine Rechtsnachfolge Münster. Es liegt schon einige Zeit zurück, daß sich der ehemalige Gewerkschaftssekretär Oskar Möhle aus Münster an das Arbeitsgericht wandte, um den Einheitsverband der Eisenbahner Deutschlands auf Auszahlung dreier Monatsgehälter in Gesamthöhe von 1236 Mark zu verklagen. Der Grund seiner Klage war darin Ruuterut=Eerger der err Hagenel Eileustele Hagen. Der Vorkämpfer der RSBO, Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Rheinland, Willi Börger, sprach zu den Hagener Arbeitern. Angestellten, Beamten und Unternehmern. In seinen mit begeisterter Zustimmung ausgenommenen Ausführungen erklärte er, daß es noch viele deutsche Volksgenossen gebe, denen erst seit dem letzten Sonntag die Augen darüber geöffnet worden seien, daß man im heutigen Deutschland nicht wie früher die Kleinen hänge und die Großen laufen lasse. Einerlei, wer gegen den Staat aufstehe, müsse seinen Kopf lassen. In einem Volke darf es keine Gegensätze geben, es gibt nur Unterschiede. Der Arbeitgeber kann von sich allein aus keine Arbeit geben, der Arbeitnehmer kann allein keine Arbeit nehmen. Jeder Volksgenosse, der verbraucht und wiederbestellt, ist ein Arbeitgeber. Einer gibt dem anderen. Wir alle zusammen sind ein Volk. Arbeitgeber ist das ganze deutsche Volk, und in diesem Volk gibt es Menschen, die unternehmen, die Aufträge geben und weitergeben. Auch hier muß eines aus ihrer Seele verschwinden, das ist der Herr=im=Haus=Standpunkt. Herr im Haus ist Adolf Hitler und sonst keiner. Und im Betriebe gibt es einen Führer und eine Gefolgschaft, und die müssen zusammengehören. Wenn es heute noch Millionen schlecht geht im Vaterlande, dann ist das nicht unsere Schuld. Wenn es aber schon vielen Menschen besser geht, dann ist das unser Verdienst, das Verdienst Adolf Hitlers. Wir müssen vor allen Dingen dafür sorgen, daß die Bitte in unserem Vaterunser erfüllt wird:„Unser täglich Brot gib uns heute.“ Der Nationalsozialist ist die Verkörperung des Persönlichkeitsprinzips, und Nationalsozialismus ist nur denkbar durch das Führerprinzip. Der Nationalsozialismus will Führer haben, keine Vorgesetzte. Wir müssen vom Vorgesetzten zum Führer kommen. Ein Führer muß den Mut haben, auch einmal etwas zu tun, was nicht jeder bejoht. Adolf Hitler wird nie von seinem Wege abweichen. Das Ziel ist gesteckt, das Tempo bestimmt der Führer, und wir haben zu folgen. Nur so kommen wir vorwärts. Alles tun wir, nur nicht eines: nachgeben werden wir nie. Wenn man uns die Rohstoffe verweigert, werden wir sie uns selber machen. Not lehrt beten, Rot lehrt auch erfinden, und das können wir. Alles braucht seine Zeit, und man kann nicht wissen, was morgen ist. Als wir zu Adolf Hitler gingen, wußten wir auch nicht, wann er zur Macht kommen würde, aber wir haben eins getan: wir haben geglaubt. Darum: Deutschland wird leben, solange wir an Deutschland und an Adolf Hitler glauben. Den Abschluß der Veranstaltung bildete der gemeinsame Gesang des Deutschland= und des Horst=Wessel=Lieds. zu suchen, daß er im Mai 1933 wegen seiner staatsfeindlichen Einstellung entlassen worden war. Immerhin hatte er das Gehalt bis Juli bekommen. Das Arbeitsgericht hatte sich für die Bearbeitung dieses Falles bereits für unzuständig erklärt, als das Landesarbeitsgericht die Sache wieder an die erste Instanz zurückverwies. Dieses ließ bei dem Führer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, eine Bestätigung darüber einholen, daß der frühere marxistische Einheitsverband der Eisenbahner mit dem Deutschen Arbeitsverband bzw. der Reichsbetriebsgemeinschaft Verkehr und öffentlicher Betriebe, die Möhle verklagt hatte, nichts gemein habe. Somit war kein Rechtsnachfolger vorhanden, und das Arbeitsgericht wies die Klage kostenpflichtig ab. Vom Zuge überfahren Plettenberg. Oberhalb der Eisenbahnbrücke vor Brockhausen wurde auf dem Schienenstrang der Bahnstrecke Hagen—Siegen die Leiche eines 19jährigen Mädchens aus Brockhausen aufgefunden. Die Unglückliche scheint von einem kurz vorher in Richtung Siegen fahrenden Personenzug überfahren worden zu sein. Der unterirdische hauptbahnhof Duisburg. Die riesigen Umwälzungen, die der neue Duisburger Bahnhofsbau in weitem Umkreis bedingt, werden rastlos durchgeführt, und die Vorarbeiten sind inzwischen so weit gediehen, daß die Reichsbahn die Arbeiten zur technischen Ausgestaltung des Hauptbahnhofs wieder um ein größeres Stück vorantreiben kann. Am weitesten ist der Posttunnel vorangetrieben, nämlich um rund 50 Meter, wozu 2500 Kubikmeter Erdaushub und 2000 Kubikmeter Beton notwendig sind. Auch der Personentunnel kann um 20 Meter verlängert werden, so daß er dann bis zu den Fundamenten des alten Bahnhofs reicht, der aber erst beseitigt werden muß, bevor man die Durchlegung fortsetzen kann. Hier sind 3000 Kubikmeter Erdaushub notwendig, während 600 Kubikmeter Beton in die Erde versenkt werden. So entstehen unter dem Bahnhofsgelände gewaltige unterirdische Gänge, die entsprechende Betonstützmauern erfordern. An der Oberfläche wird die Herstellung des Bahnsteiges 3 in Angriff genomDie Neicheautebahn nn Rhein=Nahr Erotel Düsseldorf. Von der Sektion Rhein=Ruhr der Gesellschaft zur Vorbereitung der Reichsautobahnen geht uns folgende Mitteilung zu: In letzter Zeit beschäftigen sich verschiedene Zeitungsartikel mit der Linienführung der Reichsautobahn durch das Angerbachtal. In Unkenntnis der Gründe, die für die Wahl der Linienführung der Autobahn maßgebend sind, werden Befürchtungen bezüglich einer Landschaftsverunstaltung geäußert und Gegenvorschläge gemacht, die die wirkliche Sachlage verkennen bezw. sich bei den eingehenden Voruntersuchungen bereits als undurchführbar erwiesen haben. In Zuschriften aus dem Leserkreise wird der Eindruck erweckt, daß Sonderschritte beim Generalinspekteur auch von solchen amtlichen und privaten Stellen unternommen sind, mit denen die örtliche planende Stelle in engster Fühlung steht. Wie sehr gerade der Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen, Dr. ing. Todt, bei dem Bau der Reichsautobahnen auf eine möglichste Ernspannung der Autobahn in die Landschaft und auf ihre vorbildliche landschaftliche tung Wert legt, ist aus seinen vielfachen Verlautbarungen bekannt und geht besonders daraus hervor, daß er einen in weiteren Fachkreisen anerkannten Fachberater für die Landschaftsgestaltung hinzugezogen hat nud darüber hinaus für die einzelnen Autobahnstrecken örtliche, in der Landschaftsgestaltung und Gartenarchitektur erfahrene und bewährte Berater ernannt hat. Daß der Landschaftsgestalter des Generalinspekteurs für das deutsche Straßenwesen, Gartenarchitekt Diplom=Ingenieur Alwin Seifert=München, bereits mit der Linienführung der Autobahn zwischen Düsseldorf und Duisburg, insbesondere mit der Berührung des Angerbachtales und des Natinger Waldes, sich eingehend befaßt und die Linienführung örtlich in Augenschein genommen hat, möge zur Beruhigung dienen und eine Gewähr dafür sein, daß alles getan ist und in Zukunft getan werden wird, um auf die Interessen der erholungsuchenden Bevölkerung und auf die vorhandenen landschaftlichen Schönheiten weitestgehend Rücksicht zu nehmen. men. Wenn diese drei Bahnsteige fertig sind, kann der Verkehr im Herbst schon dorthin geleitet werden. Es folgt dann die letzte und schwerste Aufgabe, nämlich die Herstellung der weiteren Bahnsteige über dem alten Empfangsgebäude. Vierjähriges Kind in heißer Lauge verbrüht Duisburg. Die vierjährige Inge Pamp aus der Hüttenstraße in Duisburg fiel in einem unbewachten Augenblick in heiße Waschlauge. Den Verletzungen ist das Kind inzwischen erlegen. Die Beisetzung der drei Concordia-knappen Oberhausen. Die Stadt Oberhausen hatte ein Trauerkleid angelegt, galt es doch Abschied zu nehmen von den drei Knappen August Engler, Karl Buresch und Emil Götz, die mitten aus ihrer harten Berufsarbeit heraus dem Leben entrissen wurden. Der Beisetzung voraus ging eine längere Trauerfeier vor der Leichenhalle, wo die drei toten Kameraden, von der Ehrenwache der RSBO und DAF bewacht, feierlich aufgebahrt lagen. Nachdem der katholische und protestantische Geistliche warme Worte der Anerkennung für die Verunglückten gesprochen hatten, setzte sich ein unabsehbarer Leichenzug unter Vorantritt zweier Kapellen und der Fahnenträger der Sturmbanne 4 und 5 der Standarte 144 zum Liricher Friedhof in Bewegung, wo die beiden Kameraden Karl Buresch und Emil Götz zur letzten Ruhe gebettet wurden, während der Wettermann August Engler auf dem Alstadener Friedhof beigesetzt wurde. Im Trauergefolge sah man die Belegschaften sämtlicher Schachtanlagen der Concordia, die Gesamtdirektion, die Beamtenschaft, weiter die Spitzen der Bergbehörde, NSDAP, RSBO und DAF sowie die Vertreter der Stadt, der Polizei und nicht zuletzt Tausende von Menschen. überwältigende Treuekundgebungen zum Führer Cleve. Schon in den frühen Nachmittagsstunden beherrschte die braune Uniform das Clever Stadtbild. Von Nah und Fern waren die Volksund Parteigenossen herbeigeeilt, um ihre einmütige Geschlossenheit zum Führer zu bekennen. Die großen Werkshallen der Hartogschen Margarinefabrik waren schon lange vor Beginn überfüllt, so daß auch auf dem freien Platz vor dem Werk Lautsprecher aufgebaut werden mußten, um den Tausenden von Volksgenossen, die keinen Einlaß mehr gefunden hatten, die Rede des Gauführers zu übermitteln. Pünktlich um 20.30 Uhr traf Gauleiter Staatsrat Terboven in Cleve ein und ergriff nach kurzen Ansprachen der SA- und SS=Brigadeführer Gutenberger und Zech das Wort, um zu den Vorgängen der letzten Tage Stellung zu nehmen. In klaren, scharf umrissenen Worten ging Staatsrat Terboven mit der ihm eigenen mitreißenden Beredsamkeit mit den Landesverrätern ins Gericht, wobei er von wiederholten Beifallsrufen der Zehntausende unterbrochen wurde. Der Redner entwarf dann ein Bild des Führers, der trotz mancher Bedenken und vieler lächerlicher Einwendungen doch den einzig richtigen Weg gewählt habe, um dieser Art von Cliquenwirtschaft zu begegnen. Seine Aufforderung, auch ferner den einfachen Gefreiten des Weltkrieges in Not und Tod die Treue zu bewahren fand stürmischen Beifall und mit Begeisterung stimmte die unübersehbare Menge in das Hoch auf Führer und Vaterland ein. Von Cleve aus begab sich dann Staatsrat Terboven nach Geldern, um auch hier noch in später Abendstunde das Treugelöbnis der Niederrheinischen Bevölkerung zum Führer entgegenzunehmen. Ein Straßenraub sand seine Sühne Düsseldorf. Die Düsseldorfer Große Strafkam= mer beschäftigte sich jetzt mit einem Straßenraub, der insofern interessant war, als er von einer Frau organisiert wurde. Neben der„Organisatorin“, der 32jährigen Frau Christine Wiedemann, waren der 24jährige Klemens Kemmann, der 26jährige Josef Zündorf und der Ehemann Wiedemann, letzterer wegen Beihilfe, angeklagt. Der Angeklagte Zündorf hatte durch eine Bekannte erfahren, daß die Verkäuferinnen eines Neußer Kolonialwarengeschäftes alltäglich die Einnahmen zum Zentralgeschäft in DüsseldorfOberkassel bringen mußten. Das erzählte Zündorf der Frau Wiedemann und dem Kemmann. Auch der Ehemann Wiedemann war bei den Unterhaltungen zugegen. Frau Wiedemann entwarf dann den Plan, der am 1. Dezember 1932 ausgeführt wurde. Auf der Löricker Straße fuhr Kemmann an die beiden Verkäuferinnen heran, entriß der einen die Aktentasche mit 1500 Mark Inhalt, während er die andere mit der Waffe in Schach hielt, und machte sich dann eiligst aus dem Staube. Die Beraubte rief einen in dem gleichen Augenblick herankommenden Lastwagen an, der die Verfolgung aufnahm. In höchster Not wußte Kemmann nichts besseres zu tun, als die Aktentasche wegzuwerfen. Und so gelang es ihm, zu entkommen. Erst vor wenigen Wochen konnte die Bande ermittelt und festgenommen werden. Die drei Hauptbeschuldigten waren geständig. Sie wurden unter Berücksichtigung mildernder Umstände— sämtliche Angeklagten waren nicht vorbestraft— zu je zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Der Ehemann Wiedemann kam mit fünf Monaten davon. Ein Verleumder festgenommen Köln. Wie das Gaupresseamt mitteilt, wurde der Wilhelm Zarschke, Köln=Bickendorf wohnhaft, von der Geheimen Staatspolizei verhaftet. Der Festgenommene hat in bezug auf die Ereignisse der letzten Tage geradezu unglaubliche Lügen und Verleumdungen über den Landesstellenleiter Pg. Toni Winkelnkemper in einer Wirtschaft verbreitet. Drei schwere Unglücke durch betrunkene Kraftfahrer M.Gladbach. Mit welch frivolem Leichtsinn kurz nach der Verkehrs=Erziehungswoche angetrunkene Kraftfahrer handeln, zeigen die Angaben des Polizeipräsidiums. An einem Tage gab es hier drei schwere Verkehrsunfälle, bei denen angetrunkene Fahrer beteiligt waren. Auf der Rheydter Straße geriet ein Motorrad, dessen Führer angetrunken war, ins Schleudern. Der Fahrer und sein Beifahrer stürzten und mußten mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Ein ähnlicher Unfall ereignete sich in der Ortschaft Poeth, wo beim Einbiegen in eine andere Straße ebenfalls ein Motorradfahrer zu Sturz kam; auch dieser Unfall ist auf Trunkenheit des Fahrers zurückzuführen. Schließlich stieß auf der Eickener Straße ein Radfahrer mit einem Lastkraftwagen zusammen, dessen Führer angetrunken war. In diesem Falle es zum Glück nur Sachschaden. Ein Denkmal für Johanna Sebus In dem kleinen Ort Brienen bei Kleve am Rhein hat die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft ein Denkmal für Johanna Sebus errichtet, am 13. Januar 1809 für die Rettung einer Mutter und ihrer drei Kinder aus Wassersnat ihr Leben geopfert hat. Das erste Denkmal#d#### die Heldin erhielt, war das bekannte Gedicht Goethes. Dis neden Crhimor..): Staatssekretär Krohn über Zweck und Inhalt Der Staatssekretär rium, Dr. Krohn, spi über die am Dienstag gesetze. Er ging zunächst Kleinrentnerhilfe ein, zu dem er u. a. folgendes ausführte: Ungeachtet aller Versprechungen waren die früheren Regierungen nicht imstande, den auf die öffentliche Fürsorge angewiesenen Kleinrentnern eine fühlbare Erleichterung zu verschaffen. Die Aufbauarbeit der nationalsozialistischen Regierung auf allen Gebieten kam in ihrer Auswirkung gerade auch alten und erwerbsunfähigen Volksgenossen zugute, die früher durch ihre Arbeit zum Aufstieg Deutschlands beigetragen und später unverschuldet infolge der Geldentwertung den Ertrag ihrer Sparsamkeit verloren haben. Das Gesetz über Kleinrentnerhilfe bringt für sie wichtige Verbesserungen. Die wichtigsten Bestimmungen des Gesetzes sind folgende. Die Kleinrentnerhilfe erhalten alte oder erwerbsunfähige Personen, die hilfsbedürftig sind und nachweislich am 1. Januar 1918 ein Kapitalvermögen von mindestens 12000 Mark oder einen Rechtsanspruch auf eine lebenslängliche Rente von jährlich mindestens 500 Mark besaßen, sofern das Vermögen oder der Rentenanspruch der Geldentwertung zum Opfer gefallen ist. Die fürsorgerechtlichen Vorschriften gelten im übrigen auch für die Durchführung der Kleinrentnerhilfe, jedoch mit folgenden VergünstiDer Empfänger der Kleinrentnerhilfe, sein Ehegatte oder seine Eltern sind nicht verpflichtet, dem Fürsorgeverband die Kosten der Kleinrentnerhilfe zu ersetzen. Sicherheiten, die in diesen Fällen für den Ersatz der bisherigen Fürsorgetosten schon gestellt worden sind, werden freigegeben. Auch die nächsten Erben des Empfängers der Kleinrentnerhilfe sind von der Verpflichtung zum Ersatz der Fürsorgekosten befreit. Die allgemeinen fürsorgerechtlichen Vorschriften über Arbeitspflicht und Arbeitszwang gelten nicht für die Kleinrentnerhilfe. Die Richtsätze für Empfänger der Kleinrentnerhilfe müssen um wenigstens ein Viertel über Richtsatz der allgemeinen Fürsorge liegen. Die Anrechnung von Aufwertungs= und Arbeitseinkommen ist wesentlich gemildert worden. Endlich wird bestimmt, daß die Hilfsbedürftigkeit der Empfänger der Kleinrentnerhilfe nur in größeren Zeitabständen(alle zwei Jahre) nachgeprüft wird. Das Gesetz tritt am 1. September 1934 in Kraft. Für Personen, die von den Fürsorgeverbänden als Kleinrentner betreut werden, aber die besonderen Voraussetzungen dieses Gesetzes nicht erfüllen, bleibt es bei den bisherigen Vorschriften der Kleinrentnerfürsorge. Zum Gesetz über den Aufbau der Sozialversicherung betonte Staatssekretär Dr. Krohn, es solle versucht werden, durch einen Umbau der Sozialversicherung diese so rationell, klar und übersichtlich zu gestalten, daß diese veränderte Gestaltung auf den Gesamthaushalt der Sozialversicherung einwirke. Die Sozialversicherung sei bereits zweimal in ihren Grundlagen erschüttert worden, durch die Inflation und durch die jetzige Krisenzeit. Die Prüfung habe aber erwiesen, daß vermöge der sittlichen Grundlagen, die der Sozialversicherung zugrunde liegen, diese Versicherung nach unseren heutigen Anschauungen die beste Form der Fürsorge für den arbeitenden Menschen gegen die Wechselfälle des Lebens sei. Der heutige Staat verlange von jedem einzelnen, daß er, soweit es irgend möglich in seinen Kräften stehe, selbst vorbeugend wirke. Dann erziehe ihn die Sozialversicherung am besten. Die nunmehr eingeleitete Reform stelle den Staat in den Hintergrund. Er greife nur dann ein, wenn die zusammengefaßten Kräfte der Gemeinschaft der Versicherten nicht mehr ausreichten. Die Reichscegierung habe also mit Recht das Weiterbestehen der Sozialversicherung bejaht und sich lediglich mit dem äußeren Aufbau befaßt. Es werde versucht, die Eigenverantwortlichkeit eines jeden Versicherungsträgers zu erhalten, aber die einzelnen Versicherungsträger würden zu einer Einheit nach oben geführt und als Einheit von oben geleitet, ohne daß die Selbstverantwortlichkeit und Verantwortlichkeit des einzelnen Versicherungsträgers dadurch gestört werde. Die Vorzüge dieser Gliederung lägen in der großen Nähe zum Versicherten und durin, daß die Vielgestaltigkeit es ermögliche, die Sozialversicherung so billig wie möglich zu gestalten. Der Redner wandte sich dann dem Inhalt des Gesetzes selbst zu, wobei er u. a. ausführte: Das Reichskabinett hat mit der Verabschiedung dieses Gesetzes eine Tat vollbracht, um die seit Jahrzehnten die verschiedensten Regierungen ohne Erfolg gerungen haben. Der neue Aufbau wird auf den genialen Grundlagen der Bismarckschen Gesetzgebung errichtet. Kernpunkt des Gesetzes ist die Zusammenfassung gemeinschaftlicher Aufgaben der Krankenversicherung, namentlich auf dem Gebiet der Gesundheitspolitik, für den Bereich einer Provinz oder eines Landes und Verbindung dieser zusammengesaßten Krankenversicherung mit der für denselben Bezirk bestehenden Landesversicherungsanstalt der Invalidenversicherung. Auf diese Weise werden Aufpolitische Maßnahmen, Rücklage usw.), gemeinschaftlich und im Zusammenwirken mit den Trägern der Invalidenversicherung in nachhaltigerer und wirtschaftlicherer Weise behandelt werden. Die neue Landesversicherungsanstalt als Träger der Invaliden- und der Krankenversicherung bedient sich der Krankenkassen als der ihrer Weisung unterworfenen Außenstellen zur Durchführung der Gemeinschaftsaufgaben der Krankenversicherung und der Invalidenversicherung; im übrigen bleiben die Krankenkassen aber selbstständige Versicherungsträger. Durch die Person des beamteten Leiters wird die Verbindung einerseits mit dem Gemeindeunfallversicherungsverband, andererseits mit der Landes= oder Provinzialverwaltung hergestellt. Weitere Aufgaben auf dem Gebiete der Sozialversicherung können später der Landesversicherungsanstalt zugeteilt werden. Die Ersatzkassen der Krankenversicherung, die bisher außerhalb der Sozialversicherung standen, werden in die Sozialversicherung eingebaut, die Ersatzkassen der Angestelltenversicherung beseitigt. Für ein engeres Zusammenwirken der besonderen sträger für dis Vorgleute und ermächtigungen vorgesehen. derssiche indesverischenengeüuter leute sind, Er,. Unter Fortfau der wkrch das Reichsversicherungsamt alleinige oberste Behörde der Sozialversicherung; auch die Aufsichtsbefugnisse über die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte, die Reichsknappschaft und die Reichsbahnarbeiterpensionskassen gehen auf das Reichsversicherungsamt über. Führergrundsatz Der Parlamentarismus bei den Versicherungsträgern wird beseitigt. Verantwortlich ist überall ein Führer, dem ein Beirat mit grundsätzlich beratender Stellung zur Seite tritt. Die Aufsicht wird straff zusammengefaßt und auf besonders wichtige Fragen der Zweckmäßigkeit erstreckt. Dabei macht aber das Gesetz den Aufsichtsbehörden zur Pflicht, in das Eigenleben und die Selbstverantwortung der Versicherungsträger nicht unnötig einzugreifen. Die Beiträge zur Sozialversicherung werden— abgesehen von der Unfallversicherung— gleichmäßig auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer verteilt; die Durchführung eines einheitlichen Beitragseinzuges für Kranken= und Rentenversicherung soll versucht werden. In der Krankenversicherung sollen Verschiedenheiten an Beiträgen und Leistungen, soweit sie ungerechtfertigt sind, durch eine gewisse Gemeinlast ausgeglichen werden. Das Gesetz legt nur die großen Grundlinien fest; vor der Inkraftsetzung wird eine Anzahl von Durchführungsverordnungen folgen müssen. Der neue japanische Ministerprasident Die dirirhrrpferrerf:0...2 Die wesentlichen Verbesserungen durch das neue Gesetz selbst mit Einsatz des Lebens verteidigten ArVon der Pressestelle der NS.=Kriegsopferversorgung wird geschrieben: Am 12. Juli 1933 wurde die NS.=Kriegsopferversorgung, die Gemeinschaft der alten deutschen Soldaten und Kriegsopfer gegründet. Am 3. Juli 1934— also noch vor Ablauf des ersten Jahres— kommen als Ergebnis der Wiedervereinigung aller deutschen Kriegsopfer grundlegende Verbesserungen in der Versorgung. Der Gesamtbetrag, den die Regierung Hitler im Zuge der Neuordnung des Versorgungsrechts zur Verbesserung der Versorgungsmaßnahmen zur Verfügung stellt, ist erheblich. Gerade wenn man bedenkt, wieviel noch zu tun ist, daß alle Volksgenossen Arbeit und Brot bekommen, kann man besonders würdigen, welche Tat diese jetzige Verbesserung bedeutet. Die Verbesserungen sind tatsächlich weittragender, als bei sachlicher Betrachtung der derzeitigen Wirtschafts- und Finanzlage des Reiches erwartet werden konnte. Daß die Verbesserungsmaßnahmen in so reichem Maße erfolgten, beweist, wie sehr der Regierung Hitler und dem nationalsozialistischen Staat die Kriegsopfer am Herzen liegen und was ihm die alten verwundeten und kranken Frontsoldaten und die Hinterbliebenen der gefallenen Kameraden bedeuten. Der Kampf des Reichskriegsopferführers Pg. Oberlindober ging von Anfang an um Ehre und Recht für die deutschen Kriegsopfer Seit dem endlich vor Jahresfrist erfolgten endgültigen Zusammenschluß wurden diese Bestrebungen immer mehr vertieft in der richtigen Erkenntnis, daß mit der Wiederherstellung der Soldatenehre das Soldatenrecht ebenfalls kommen würde, kommen müsse. Das Wort aus dem Wahlkampf des Herbstes 1932 wurde nicht vergessen: „Auch ein armes Vaterland kann dankbar sein.“ Diesen Beweis der Dankbarkeit hat das heute wirklich noch nicht reiche Vaterland nunmehr im Zuge der Neuordnung der Versorgung zu liefern begonnen. Es geht somit eine ganz klare Linie durch die Entwicklung der NS.=Kriegsopferversorgung Die alten deutschen Soldaten und Kriegsopfer, die sich der unseligen schwarz=roten Zeiten des beginnenden materiellen Zusammenbruchs ihrer Versorgung im Sommer 1930 noch erinnern, werden selbst ermessen können, wie groß die Leistung ist, die der nationalsozialistische Staat ihnen jetzt schon gibt, jetzt schon, mitten im Kampf um Arbeit und Brot für die arbeitslosen Volksgenossen. Was der nationalsozialistische Staat bereits tat, um auch die Ehre der alten Soldaten und Kriegsopfer wiederherzustellen, ist zu sehr bekannt, als daß es noch besonderer Ausführungen bedürfte. Bis zur nunmehrigen Besserung der Rentenversorgung ging der Kampf von Pg. Ober lindober vor allem darum, die Kameraden und Hinterbliebenen auch wieder an die Arbeitsstätten der Nation zu bringen. In welch außerordentlichem Maße auch hier ein Erfolg zu verzeichnen ist, ist bekannt. Um sich jedoch auch die außergewöhnlichen Leistungen auf diesem Gebiet nochmals zu vergegenwärtigen, sei daran erinnert, daß von 300 000 arbeitslosen Kameraden, die die RSKOB. vor Jahresfrist zählte, heute fast 250 000 schon wieder in Arbeit gebracht werden konnten. Auch hier der Beweis, wie außerordentlich der Gedanke Allgemeingut geworden ist, daß die alten Frontsoldaten ein Recht auf die von ihnen beitsstätten haben. Unter den sonstigen Vergünstigungen, die seit Jahresfrist erreicht wurden, ist dankbar noch zu erwähnen, die Hilfe der Reichsbahn durch die Fahrtbewilligung der 2. Klasse für Schwerkriegsbeschädigte. Nunmehr sagt die Reichsregierung in dem Gesetz vom 3. Juli 1934 einleitend, daß sie„die Versorgung der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen neuordnen will“.„Die Schaffung von Arbeit und Brot für unsere Volksgenossen — sagt das Gesetz einleitend weiter—„wird aber in den nächsten Jahren noch gewaltige Mittel in Anspruch nehmen, so daß nur Aenderungen in dem durch dieses Gesetz vorgesehenen Umfang möglich waren“ Von diesen— um zu wiederholen— trotz der Finanz= und Wirtschaftslage des Reiches nunmehr geschaffenen sehr wesentlichen Verbesserungen seien hier in ganz großen Zügen erwähnt: 1. Die Frontzulage von jährlich RM 60.— d. i. eine monatliche Verbesserung von RM 5.—). 2. Der Wegfall der Krankenschein= und Verordnungsblattgebühren(je 25 Pfg.). 3. Die kostenfreie Lieferung der Handschuhe und Schuhe für die nichtbeschädigte Hand und den nichtbeschädigten Fuß. 4. Die Festsetzung der Witwenrente auf 60 Prozent für alle Witwen(d. h. die bis" herigen 50prozentigen Witwen(etwa 150 000) erhalten nunmehr alle ab 1. Juli die höchste Witwenrente). 5. Die Erhöhung der Elternreute, Witwenund Waisenbeihilfe durch den Einbau der Zusatzrente(d. h. also der Beginn der Wegnahme der Kriegsopfer— zunächst der Kriegshinterbliebenen— von der Fürsorgestelle. Ab 1. 1. 35 wird die Zusatzrente zur Hinterbliebenenversorgung durch die Versorgungsämter gezahlt). 6. Die Neuregelung— Vereinfachung und Verbesserung— der Zusatzrente(Neue Zusatzrentenordnung). Die neue Verbesserung wird sich auf etwa 100000 Personen erstrecken. 7. Uebertragung der sozialen Fürsorge für die Kriegsblinden und Hirnverletzten an die Landesfürsorgeverbände(Hauptfürsorgestellen). 8. Einbeziehung der 40prozentigen Beschädigten in den Schutz des Schwerbeschädigtengesetzes. 9. Bevorzugte Berücksichtigung bei der Begründung von Heimstätten— zum Dank für ihre Opfer(in welchem Gesetz war früher von Dank zu lesen!). 10. Weitere Steuererleichterungen für Schwerbeschädigte(Arbeitseinkommen), für Witwen(Grundbesitzsteuer bei Kapitalabfin11. Wahlrecht der Offiziere usw. 12. Milderung der Anrechnung der Bezüge aus der Sozialversicherung. Diese zwölf Punkte geben in Kürze die Verbesserungen auf dem Gebiet der Kriegsopferversorgung im Rahmen der Neuordnung. Das Gesetz vom 3. Juli 1934 wird ein besonderer Markstein sein in der materiellen Aufwärtsentwicklung der Versorgung der alten Soldaten und ihrer Hinterbliebenen. Das Gesetz selbst ist nicht nur eine Anerkennung der unermüdlichen Arbeit des Reichskriegsopferführers Po Ob 1 Admiral Keisuke Okado, der frühere Marineminister, ist zum Ministerpräsidenten ernannt worden. des Zusammenschlusses der Kriegsopfer in der Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung. Uns alten Soldaten und Kriegsopfern in der RSKOV ist es wieder eine besondere Genugtuung, daß zufolge der Aenderungen der Verfahrensvorschriften nur Mitglieder der RSKOB sowie der Reichstreubund ehemaliger Berufssoldaten— neben Rechtsanwälten und Famisienangehörigen— als Bevollmächtigte zugelassen werden dürfen. Alle weiteren Vertreter sind zurückzuweisen. Wenn auch mit diesem Gesetz, so ischreibt die oben genannte Stelle, noch nicht alle Wünsche erfüllt werden konnten, so ist doch fürs erste zweifellos mit dieser Neuordnung ein sehr großer Schritt vorwärts auf dem Wege der Verbesserung der Versorgung getan. An uns wird es liegen, in geschlossener Arbeit weitere Er#olge zu erzielen. Wir Kriegsopfer begrüßen diese Neuordnung und erkennen sie dankbar an, das um so mehr, als das Gesetz in diesen Tagen verabschiedet wurde, da der Führer und Frontkamerad curch Meineidige und Verräter einen solch ungeheuren Treubruch erfahren mußte. Wir alten Soldaten und Kriegsopfer der RSKOV wissen, welch graße Tat der Führer für Volk und Reich und damit auch für uns, die zusammengeschlossenen alten Soldaten des großen Krieges und die Hinterbliebenen unserer Gefallenen, vollbrachte. Wir können unserer Dankbarkeit und Treue nicht besser Ausdruck geben als mit den Schlußworten des Reichskriegsopferführers in seinem Aufruf an die Kameraden der RSROV:„Wir deutschen Kriegsopfer und alten Soldaten haben immer unsere größte Ehre darin gesehen, Adolf Hitler treu zu sein. Wir werden es bleiben. Heil dem Führer!“ Hochverratsprozeß in der Schweiz Vor dem Divisionsgericht in Basel begann am Mittwoch in Thun der Prozeß gegen den Schweizer Jakob Steiner, der als Angestellter des eidgenössischen Schießkartenbüros in Thun Festungsund Schießpläne der Schweiz an Italien und Frankreich verraten hat. Diese Pläne kamen ihm in seiner Eigenschaft als Zeichner in die Hände. Steiner fiel durch seinen luxuriösen Lebenswandel und seine häufigen Auslandsreisen auf. Die Behauptung Steiners, daß die von ihm den fremden Mächten ausgehändigten Pläne größtenteils gefälscht seien, stellte sich als unrichtig heraus. Die schweizerische Oeffentlichkeit verlangt, daß der Bundesrat sich nicht mit einer Aburteilung Steiners begnüge, sondern auf diplomatischem Wege auch in Rom und Paris vorstellig werden solle. des Reichskriegsopferführkt. pg. Over dober, sondern auch eine Anerkennung England will keine neuen Bindungen Zur bevorstehenden Reise Barthous nach London Zu dem bevorstehenden Besuch des französischen Außenministers Barthou in London macht der diplomatische Mitarbeiter des„Daily Telegraph“ folgende Feststellungen: Barthou habe beschlossen, bereits am kommenden Dienstag anstatt erst am Mittwoch wieder von London abzureisen. Der Grund hierfür sei, daß der Pariser englische Botschafter Sir George Clerk dem französischen Außenminister bereits mitgeteilt habe, daß die englische Politik gegenwärtig endgültig weitere Verpflichtungen auf dem Festlande ablehne. Dies bedeute erstens, daß England den von Barthou vorgeschlagenen Pakten der gegenseitigen Unterstützung für Osteuropa, den Balkan und das Mittelmeer nicht beitreten könne und sich möglicherweise nicht einmal veranlaßt sehen werde, eine platonische Zustimmung zu ihnen auszudrücken; zweitens, daß England an seinen bestehenden Verpflichtungen unter dem Locarnovertrag bezüglich Westeuropas festhalte und gegenwärtig nicht bereit sei, sie auszudehnen oder zu ändern. Demgegenüber habeFrankreich weiterhin nicht die Absicht, irgendeiner allgemeinen Abrüstungsvereinbarung zuzustimmen, die eine deutsche Aufrüstung und die deutschen Gleichsanktionieren würde. DRs Bosidelischuh Staatspolizeiliche Anmeldung über die Betätigung konsessionener Erdunisationen Lufkamt in Münster Münster. Die auf dem Gebiete der Luftaufsicht bisher von dem Oberpräsidenten wahrgenommenen Geschäfte hat mit dem 15. Juni 1934 das Luftamt in Münster, Hansaplatz 2, Ruf 41245/46, übernommen. Anträge und Eingaben in Luftfahrtsangelegenheiten(z. B. Anträge auf Gewährung von Flugzeugführerscheinen, Genehmigung von Luftfahrtveranstaltungen usw.) sind also nunmehr dem Luftamt zuzuleiten. Vertauschte Rollen Münster. Die Angelegenheit des Josef Brockmann aus Ahlen, die zunächst einen humorvollen Anfang nahm, hat jetzt ihr dickes Ende gefunden. Vor kurzem schickte der 32jährige Josef Brockmann einen Stellvertreter zur Abbüßung einer Strafhaft ins Gefängnis, wo bald die vertauschten Rollen entdeckt wurden. Die Angelegenheit nahm folgenden Anfang: Brockmann hatte vom Finanzamt einen Strafbefehl über 150 RM. erhalten. Brockmann zahlte aber bis zum Fristablauf nur 50 RM., und das Finanzamt setzte für die Restgeldstrafe eine Haftstrafe von einer Woche ein. Als nun Brockmann die Aufforderung zum Strafantritt erhielt, versuchte er in letzter Minute bei seinen Schuldnern Geld zu holen und die Haftstrafe durch schleunige Zahlung des Restes abzuwenden. So kam er auch zu Karl Hirse, der das Gefängnis schon kennengelernt hatte, und als ihm Brockmann seinen Fall vortrug, erbot sich Hirse, für Brockmann die Strafe abzusitzen, wenn er sich damit die Streichung seiner Schulden verdienen könne. Die beiden wurden handelseinig, und Hirse ging unter dem Namen Brockmann in die Haftzelle. Die Unterschiebung kam aber bald heraus und hatte nun üble Folgen. Beide standen vor dem Schöffengericht in Münster, und Hirse erhielt jetzt seine eigene Strafe, nämlich drei Monate Gefängnis, damit ihm für alle Zeit die Lust vergeht, für andere eine Haftzeit zu verbüßen. Brockmann erhielt an Stelle einer verwirkten Haftstrafe 50 RM. Geldstrafe. Das Urteil wurde rechtskräftig. Reichswirtschaftsminister Schmitt spricht nicht in Münster Münster. Der für Sonntag, 1. Juli, in Aussicht genommene Vortrag des Reichswirtschaftsministers Schmitt vor der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe in der Stadthalle in Münster ist wegen Verhinderung des Ministers auf einen späteren Zeitpunkt verschoben worden. Wochenendfahrt„Kraft durch Freude" um acht Tage verschoben Münster. Infolge des schlechten Wetters hat die Kreisgemeinschaft„Kraft durch Freude" Münster=Stadt den Termin für die Wochenendfahrt in die Baumberge auf Sonntag, 8. Juli, verlegt. Die Staatspolizeistellen für die Regierungsbezirke Arnsberg und Münster erlassen folgende übereinstimmende Anordnungen: Auf Grund des§ 1 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. 2. 33, Reichsgesetzblatt I, S. 83, sowie auf Grund des Polizeiverwaltungsgesetzes vom 1. 6. 1931, Gesetzessammlung S. 77, wird für den Bereich des Regierungsbezirks Münster folgende polizeiliche Anordnung getroffen: § 1. Den konfessionellen Jugend- und Standesvereinigungen jeglicher Art, auch den für einen Einzelfall gebildeten, wird jede Betätigung außerhalb des kirchlichen, religiösen und karitativen Gebietes, insbesondere eine solche politischer, sportlicher oder volkssportlicher Art untersagt. Verboten wird insbesondere jedes geschlossene Auftreten in der Oeffentlichkeit, auch in Form von Abordnungen, Sport jeglicher Art, insbesondere Gelände= und Volkssport, gemeinsamen Gruppenwandern, die Errichtung von gemeinsamen Ferien= und Feldlagern. Das öffentliche Führen und Zeigen von Fahnen, Bannern und Wimpeln, das auch verdeckte Tragen einheitlicher Kleidung—(Uniform, Kluft sowie eine etwaige einheitliche Ersatzkleidung)— einheitliche Kleidung oder Ausrüstungsstücke(Schulterriemen, Fahrtenmesser) sowie von Abzeichen, welche die Zugehörigkeit zu einer konfessionellen Vereinigung erkenntlich zu machen geeignet sind, das Halten und das Auftreten von eigenen Musik= und Spielmannszügen. § 2. Erlaubt ist das Aufstellen und Führen geweihter Fahnen und Banner in den Kirchen sowie die Beteiligung der konfessionellen Vereinigungen bei Begräbnissen, hergebrachten Prozessionen und Wallfahrten sowie das Mitführen von Fahnen und Bannern bei solchen Gelegenheiten; Fahnen und Banner dürfen vor und nach diesen Veranstaltungen nicht offen geführt werden. § 3. Die gleiche Anordnung gilt sinngemäß für jüdische Vereinigungen sowie für Sekten und ähnliche Vereinigungen sowie in all den Fällen, in denen andere Vereinigungen zur Umgehung dieser Anordnung benutzt werden. § 4. Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung werden gemäß den§§ 33, 55 und 56 des Polizeiverwaltungsgesetzes mit Zwangsgeld oder Zwangshaft sowie gegebenenfalls auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. 2. 33 mit Schutzhaft und die in§ 4 dieser Verordnung angegebenen Strafen geahndet. Unerlaubt getragene Kleidungs= und Ausrüstungsgegenstände, unerlaubt mitgeführte Fahnen oder Wimpeln können außerdem eingezogen werden. § 5. Diese Anordnung tritt mit dem Tage der Veröffentlichung in Kraft. Am gleichen Tage tritt meine polizeiliche Anordnung vom 6. 2. 34 außer Kraft. eine Hausangestellte festzunehmen, die am 24. Juni einem Landwirt in Werben an der Elbe im Kreise Osterburg, bei dem beide beschäftigt gewesen waren, einen Geldbetrag von 1600 Mark gestohlen hatten und damit geflüchtet waren. Die Ermittlungen ergaben, daß das Diebespaar im D=Zug nach Duisburg=Hamborn gefahren waren. Hier konnte am 25. Juni im Gepäckraum ein von dem Melker aufgegebenes Paket beschlagnahmt werden. Die Spur führte dann nach Walsum, wo das Diebespaar ermittelt und verhaftet werden konnte. Von dem gestohlenen Gelde konnten noch über 900 Mark sichergestellt werden. Sommernachtstraum im Benrather Schloßpark Düsseldorf. Am Sonntag, 30. Juni, von nachmittags 6 Uhr ab rollt im stimmungsvollen Park des Benrather Schlosses das Sommerfest des Vereins Düsseldorfer Presse ab, das sowohl nach den Vorarbeiten als auch nach der Kartenrückfrage der Höhepunkt der Düsseldorfer Sommersaison zu werden verspricht. Das entzückende Rokokoschlößchen wird zu Immermanns Lustspiel„Die schelmische Gräfin“ eine prächtige Kulisse abgeben, während der uralte Baumbestand des Schloßparkes ein Leben und Treiben aufnehmen wird, wie es Benraths Schloßpark bisher noch nicht sah. Die Solisten von Oper und Operette, die besten Varieténummern des Juni= und Juliprogramms des„Apollo“, die Kanonen des Heimatvereins„Düsseldorfer Jonges“ eine bisher in dieser Form noch nicht gebotene Schloßund Parkbeleuchtung mit großem Feuerwerk, eine Lampionfahrt auf dem Spiegelweiher und nicht zuletzt ein regelrechter Jahrmarktbetrieb werden dafür Sorge tragen, daß den Besuchern Stunden ungetrübten Genusses geboten werden. Die große Reitbahn, ein idyllisch gelegenes Fleckchen mitten im Park, wird zur Sommerwirtschaft; diverse Buffets, Tanzflächen, Jahrmarktbuden, ein Sektpavillon und Stände aller Art verleihen der Veranstaltung eine eigene Note. 3000 Besucher finden hier auf der Reitbahn Sitzplätze an Tischen. Für zahlreiche weitere Besucher ist in einer an anderer Stelle des Parkes gelegenen Düsseldorfer Altbierkneipe Sitzgelegenheit. Berufungen im Reichsbund Volkstum und Heimat Düsseldorf. Der Landeshauptmann Heinz Haake, der Führer der Landschaft Rheinland im Reichsbund Volkstum und Heimat, hat folgende Herren zu Fachleitern in der Landschaft Rheinland berufen: Direktor Dr. van der Briele, Wuppertal=Elberfeld, Stadtbiliothek für Volksbücherei; Bauer Commer, Niederbolheim bei Horrem Bez. Köln, Gut Wirtgeshof, für bäuerliche Fragen und den Kommissar für Naturdenkmalpflege, Studienrat Dr. Schwickerath, Aachen, MariaTheresia=Allee, für Naturschutz. Folgenschwerer Gerüsteinsturz Zwei Tote, vier Schwerverletzte Köln. Ein folgenschweres Unglück ereignete sich in einer Fabrikhalle des Deutz=Humboldtwerkes in Köln=Kalk. Eine Anstreicherfirma aus KölnNippes, die hier größere Anstreicherarbeiten vorzunehmen hatte, hatte ein etwa 10 Meter hohes Gerüst errichtet. Als man mit dem Gerüstaufbau nahezu fertig war, brach plötzlich ein Balken, wodurch das ganze Gerüst mit ohrenbetäubendem Lärm zusammenstürzte. Fünf Anstreicher und Gerüstbauer wurden mit in die Tiefe gerissen. Zwei von ihnen waren sofort tot, während die drei übrigen sehr schwere Verletzungen davontrugen. Ein in der Nähe des Gerüstes stehender Arbeiter der Humboldtwerke wurde von einem Balken am Kopf getroffen und ebenfalls schwer verletzt. Die Sanitäter des Werkes leisteten den Verunglückten die erste Hilfe und sorgten für die Ueberführung der Schwerverletzten in das St. Josef=Krankenhaus. Wie wir später erfahren, besteht bei allen vieren noch Lebensgefahr. Das Einsturzunglück ereignete sich, als bereits die Arbeitszeit im Werk beendet war und von den in der Halle beschäftigten Leuten nur noch wenige anwesend waren. Ohne Zweifel hätte sonst das Unglück noch weit größere Ausmaße angenommen. Wie wir noch weiter erfahren, konnte sich im letzten Augenblick ein auf dem Gerüst stehender Vorarbeiter dadurch retten, daß er sich an eine Eisenklammer des Hallenbaues klammerte, während unter ihm das Gerüst krachend zusammenstürzte. Er konnte nach einiger Zeit aus seiner gefährlichen Lage befreit werden. Wolkenbruch über dem Kylltal Gerolstein. Ueber dem Kylltal ging in der Nähe von Birresborn ein schweres Unwetter nieder, das von einem wolkenbruchartigen Regen begleitet war. Wiesen und Felder standen in kurzer Zeit unter Wasser. Das Wasser, das die Kanäle und Straßenrinnen nicht fassen konnten, drang in tiefer gelegene Häuser ein und gefährdete in verschiedenen Bauernanwesen das Kleinvieh, das nur mit Mühe und Not aus den Ställen in Sicherheit gebracht werden konnte. In den Gärten und Feldern, die an den Berghängen gelegen sind, riß der in Sturzbächen niedergehende Regen tiefe Gräben. Straßen und Wege waren mit Geröll und Schlamm bedeckt und für längere Zeit unpassierbar. Der entstandene Schaden ist beträchtlich. Anmteldung demn=Reichsnahestane Oeffentliche Aufforderung In diesen Tagen wird in allen Landgemeinden an den Gemeindetafeln und in Städten an den Plakatsäulen ein„Oeffentlicher Aufruf des Reichsnährstandes“ ausgehangen. Von zuständiger Seite wird zu dieser öffentlichen Aufforderung des Reichsbauernführers zur Anmeldung des Landhandels und der Betriebe, die landwirtschaftliche Erzeugnisse be= und verarbeiten, bei den zuständigen Dienststellen des Reichsnährstandes folgendes mitgeteilt: Wer einen der in dem Aufruf aufgeführten Wirtschaftszweige betreibt, hat sich bei seiner Kreisbauernschaft anzumelden. Die Anmeldung hat bis 15. Ernting(August) 1934 zu erfolgen und ist kostenlos. Dazu ist ein Vordruck, der bei sämtlichen Dienst=Stellen des Reichsnährstandes (Ortsbauernführer, Kreisbauernführer, Landesbauernführer, Landeshauptabteilung IV— Köln, Altenberger Straße 12 und bei dem ReichsnährSitzung der Industrie= und Handelsrumier Munster Reichsstatthalter Dr. Meyer wohnte der Tagung bei Münster. Die erste Sitzung des neuen Beirats der Industrie= und Handelskammer Münster erhielt eine ganz besondere Bedeutung durch die Anwesenheit des Reichsstatthalters und Gauleiters Dr. Meyer. Der durch Ministerialerlaß als Präsident der Kammer bestätigte Gauwirtschaftsberater Franke konnte in seiner Begrüßungsansprache neben dem Gauleiter und den neuen Mitgliedern auch den Vertreter des Regierungspräsidenten, Reichsbankdirektor Theisen, und einen Vertreter der DAF begrüßen. Die Aufgabe der Beiratsmitglieder sei, so führte er aus, den Präsidenten in seiner Arbeit zu unterstützen und ihm die notwendigen sachlichen Unterlagen für seine Entschlüsse zu schaffen. Präsident Franke hob hervor, daß die Reichsregierung die gegenwärtigen Schwierigkeiten in der Rohstoffund Devisenfrage bewußt in Kauf genommen habe. Das große Ziel Adolf Hitlers sei auch auf dem Gebiete der Wirtschaft unbedingt richtig. Es dürfe nur kein kleinliches Verzagen bei jeder ersten Schwierigkeit und kein Nachlassen in dem Vertrauen zum Führer geben. Hierauf ergriff Reichsstatthalter Gauleiter Dr. Meyer das Wort. Den Miesmachern und Nörglern hielt der Gauleiter insbesondere die frühere Auffassung entgegen, daß die Berufung Hitlers zum Kanzleramt und auch das Ausscheiden aus dem Völkerbunde gleichbedeutend mit einer Kriegserklärung gewesen sei. Allen diesen klugen Voraussetzungen entgegen stünden wir indessen heute in aller Welt machtpolitisch stärker da als vorher. Es würden die Zeiten kommen, in denen das Gedankengut des Nationalsozialismus sich mehr und mehr durchsetze und auch von anderen Völkern verstanden und gewürdigt werden würde. Voraussetzung hierfür aber sei, daß wir uns fester denn je um den Führer scharen und ihm die Kraft und das Vertrauen schenken, um das deutsche Schicksal zum Besseren wenden zu können.— Der Syndikus der Kammer, Dr. Jakobshagen, gab einen Ueberblick über die Entwicklung unserer Devisenlage während der letzten Monate, die Einstellung des deutschen Zinsentransfers und die Gestaltung der deutschen Rohstoffversorgung. Zur Sicherung unserer Rohstoffeinfuhr, zur unbedingt notwendigen Anreicherung der Gold= und Devisenreserven der Reichsbank und zur späteren Wiederingangbringung billiger Zinsenzahlungen ans Ausland brauche Deutschland eine merkliche Verbesserung seiner Devisenbilanz durch Deviseneinsparung bei der Ein= und Ausfuhrsteigerung. Zur Deviseneinsparung bei der Einfuhr müsse allerdings eine Ausweitung der deutschen Ausfuhr hinzukommen. Wenn die Rohstoffländer erst einsehen, daß Deutschland mit obigen Mitteln ernsthaft durchhalten will und notfalls Einschränkung in bezug ausländischer Rohstoffe durchführt, werden sie, um selbst nicht auf ihren Rohstoffen sitzen zu bleiben, zu entsprechend stärkeren Kompensationseinfuhren sich allmählich bereitfinden.— Ueber die Kreditversorgung des gewerblichenb Mittelstandes sprach sodann Syndikus Dr. Richter, Recklinghausen. In der sich anschließenden regen Aussprache wurden insbesondere über die Frage, ob ein Garantieverband auch für den hiesigen Bezirk zu schaffen sei, verschiedene Ansichten laut. Von mittelständlerischer Seite insbesondere wurde dankbar anerkannt, daß das wichtige Thema in der ersten Sitzung des neuen Beirats in den Mittelpunkt der Erörterung gestellt sei, denn es handele sich hier um ein Kernproblem für den Mittelstand, das, wenn irgendmöglich, gelöst werden müsse.— Nachdem Syndikus Dr. Steiner noch zu dem Problem Wirtschaftsbelebung und Preisbildung Ausführungen gemacht hatte, richtete die Industrie= und Handelskammer an alle industriellen und kaufmännischen Betriebe des Bezirks die Mahnung, sich ihrerseits in der Frage der Kalkulation ihrer Verkaufspreise die den Zweck und Sinn des heutigen Staates entsprechende Zurückhaltung aufzuerlegen und Selbstbescheidung und Opfersinn zu zeigen. Dadurch könnten sie am besten den Fortgang des Wirtschaftsanlaufs fördern u. den Interessen der deutschen Volksgemeinschaft und des Staates dienen. stand, Reichshauptabteilung IV, Berlin RW 7, Mittelstraße 2—4) kostenlos erhältlich ist, zu benutzen. Auskünfte erteilen die Kreisbauernführer, Landesbauernführer(Hauptabt. IV) sowie die Bürgermeister und Ortsbehörden. Auch in allen Fällen, in denen die Zugehörigkeit zum Reichsnährstand zweifelhaft erscheint, ist die Anmeldung unbedingt erforderlich. Die Entscheidung über die Zugehörigkeit zum Reichsnährstand erfolgt in zweifelhaften Fällen von zentraler Stelle. Es wird besonders darauf aufmerksam gemacht, daß der Reichsminister für Ernährung und Landwirschaft gemäß§ 9 des Reichsnährstandsgesetzes vom 3. 9. 1933 bestimmen kann, daß die Richtbefolgung dieser Aufforderung mit Gefängnis und mit Geldstrafe bis zu 100000 Reichsmark oder mit einer dieser Strafen geahndet und daß außerdem die Fortführung des Betriebes untersagt werden kann, wenn wegen Nichtbefolgung rechtskräftig auf Strafe erkannt worden ist. Ausdrücklich befreit von einer neuerlichen Anmeldung sind die Mitglieder des Deutschen Landhandels=Bundes e. V., der Wirtschaftlichen Vereinigung der Roggen= und Weizenmühlen, des Reichsverbandes Deutscher Obst=, Gemüseund Lebensmittelhändler e. V., des Reichsverbandes der Deutschen Süßwarengroßhändler e. V. und diejenigen Betriebe, die sich dort bereits zum Reichsnährstand angemeldet haben; weiterhin sind von einer Anmeldung befreit, die in die Handwerksrolle der Bäcker, Schlächter, Müller oder Konditoren eingetragenen Betriebe. Dagegen gilt die etwa noch bestehende Mitgliedschaft oder eine bereits bei einer anderen Berufs= oder Standesvertretung oder bei einem anderen Verband oder Verein als den oben genannten getätigte Anmeldung nicht als Anmeldung beim Reichsnährstand. Zweck und Ziel des Reichsnährstandsgesetzes ist die Zusammenfassung aller an der Erzeugung, Weiterleitung, Be= und Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse Schaffenden zu einer geschlossenen Organisation unter einer Führung. Dem Reichsnährstand liegt insbesondere die marktpolitische Betreuung aller zu ihm gehörigen Handels= und Gewerbezweige ausschließlich ob. Die Zugehörigkeiten zum Reichsnährstand schließt bei den in der öffentlichen Aufforderung unter a) aufgeführten Fächern die Zugehörigkeit zu anderen Standes= oder Berufsvertretungen aus. Zum Ausscheiden aus einem freien Wirtschaftsverband bedarf es auch bei diesen Betrieben der satzungsgemäßen Kündigung. Wer hiernach von einem neben dem Beitrag zum Reichsnährstand zu entrichtenden Verbandsbeitrag frei zu werden wünscht, hat gegenüber seinem Verband die Kündigung auszusprechen. Abschluß einer Ehetragödie Duisburg=Hamborn. Die Eifersuchtstragödie, die sich, wie gemeldet, im Stadtteil Beeck auf offenen Straße abspielte und bei der der Ehemann Windhäuser erst seine Frau durch Messerstiche schwer verletzte, sich dann, ehe es verhindert werden konnte, selbst den Hals durchschnitt, hat jetzt ein Todesopfer gefordert. Der Mann ist seinen Verletzungen im Krankenhaus erlegen, während bei der Frau keine Lebensgefahr mehr besteht. Nach Beraubung des Dienscherrn setiäche Jetzt in Walsum festgenommen Quisburg=Hamborn. Der hiesigen Kriminalpolizei gelang, es in Walsum einen Melker und URNEBER-RECHTSSCHUTZ DURCH VERLAO OSKAR MEISTER, WERDAUISA 22. Fortsetzung. „Nein, da ist nichts zu machen! Immerhin haben wir uns schon eine Grammatik für das Japanische gekauft.“ „Sie sind beide Sportsleute?“ „Jawohl! Interessieren Sie sich für Fußball?“ „O sehr! Man hat aber leider zu selten Gelegenheit!“ „Haben Sie gelesen, daß vor einigen Monaten die Rovellers von einer deutschen Mannschaft geschlagen wurden?“ Die Augen des Offiziers funkelten.„1615n0 „Ja, das habe ich gelesen und habe es den Ertraz. 6.#e; gönnt. Sie müssen wissen, ich bin Irländer. Wir slehen nicht gut zu den Engländern. Ihr habt's ihnen mal ge„Ich war der Mittelstürmer der Mannschaftl“ Der Offizier starrte Karl erstaunt und erfreut an. Dann schüttelte er ihm die Hand:„Meine Hochachtung, Sir! Die Sportzeitungen waren voll des Lobes über den Kampf. Sie müssen ganz große Klase, Pi. eunz ge il em „Ich denke es, Mister O'Brien! Mein Freund ist ju nun kein Fußballer, der ist... Meister im Fallschirmabsprung von Deutschland. Meine Hochachtung!“...nns. wach, Gust 9 Thomas guckte Karl an und schnupple nuch Tuft. Aber er nickte liebenswürdig.„ 1253 8 „Es ist mir ein Vergnugen, zwei so hervorragenbe Spitzenkönner im Sport kennengelernt zu haben. Das muß ich dem Kapitän erzählen.“ Srand: und unterkastemn sich Karl und Thomas sitzen am Strande und unterhalten sich in japanischer Sprache.„„.. f. 15 Das heißt, sie repetieren die paar Brocen, die sie gelernt Plötzlich hören sie hinter sich ein helles Frauenlachen. Sie wenden den Kopf und sehen ein hübsches junges Geschöpf im eleganten Strandpyjama in Begleitung eines „Mein Prinz, wie finden Sie die japanischen Kenntnisse diefer Herren?“„zunx.han f.4. Die beiden jungen Manner sehen sich an. Aha, der bewußte Prinz! Achtung, Chance wahrnehmen. „Oh... welly good!“ sagt der Japaner in miserablem „Erzellenz!“ beginnt Karl munter.„Ein Wort aus Ihrem Munde ist uns eine Frrude. Daran schließt er ein paar Brocken in japanischer Sprache an: Strand— Meer— wundervoll— Seereise— Japan— herrliches Land— kein Geld, hinzureisen.„ g.Kall.—.7. Und fügt auf Englisch hinzu:„Gestatten, Exzeuenz... my dear friend, Tom Krott, Meister im Fallschirmabspringen, ich habe die Ehre, der bekannte Fußballmittelstürmer von Deutschland zu sein, der die englische Roveller=Elf geschlagen hat. Karl von Große.“ Eine Verbeugung zu der Dame. „Meine Gnädigste... es ist mir ein Vergnügen!“ Der gute Prinz hat die japanischen Brocken wohl verstanden. Er lacht die beiden jungen Männer an. „Oh.. sehl gudd... aufmelken...!“ Dann sagt er in japanischer Sprache ein paar Worte. Karl horcht auf und lächelt dann verbindlich. Auch er hat standen. Vergnügen!— Gäste sein!— Japan willkommen! Blitzschnell kramt er in seinem Gehirnkasten. Wie hieß denn gleich„Ja“? Endlich hat er es gefunden. Sagt in japanischer Sprache, die Hand auf die Brust legend: „Ja! Ehre! Deutschland Freund Japan!“ Der Prinz Okama scheint bester Laune zu sein. Er redet in japanischer Sprache auf die Freunde ein. Daß er sich freut, daß sie seine Gastfreundschaft annehmen, daß er sie japanisch lehren will Ob sie Lust dazu hätten? Karl versteht kein Wort, aber er erinnert sich, wie er mit dem alten Jochen Petersen, einem biederen Niedersachsen, der das unverständlichste Platt der Welt gesprochen hat, zurechtgekommen ist. Da hat er einfach immer„Ja“ gesagt, und das war gut so.5 S Also antwortet er mit dem lievenswuroigsten wesicht der Welt dem Prinzen, der wie eine vertrocknete Zitrone aussieht, aber sonst ein ganz patenter Kerl ist, auf Japanisch fortgesetzt„Ja!“ Der Prinz scheint entzückt. Dann ladet der Prinz die beiden Offiziere mit einer Handbewegung ein, an seinem Tisch Platz zu nehmen. Thomas plaudert angeregt mit der Filmdiva, die ihn als Fallschirmkünstler bewundert und allerhand Näheres über diesen Sport wissen möchte. Thomas hat noch nie einen Fallschirm gesehen, außer in Bildern, geschweige denn, daß er einmal mit so einer Vorrichtung abgesprungen wäre und muß jetzt reden wie ein Fachmann. Aber Jugend hat Phantasie, und Thomas beweist das. Er spricht über alles vom Fallschirm, und Erlebnisse kommen da an den Tag, die er günstigstenfalls geträumt daben konnte.,: Jumst akun. Als die Diva schwärmt, daß sie iyn gerne einmal abspringen möchte, da gibt es Thomas denn doch einen Ruck, und er versucht, das Thema zu wechseln.. Der Kammerdiener des Prinzen ist gerommen. Sein Erscheinen erinnert den hohen Herrn, daß es Zeit ist, seine Gebete und die anderen religiösen Zeremonien zu verrichten. Er verabschiedet sich huldvoll von den beiden Freunden und folgt gravitätisch dem Diener ins Hotel. O'Brien attackiert Karl sofort. „Mister Große... Sie sprechen auch Japanisch?“ „Meine Hochachtung!“ sagt der Kapitän und schüttelt ihm und Thomas die Hand.„John Knox, auch Irländer, Kapitän der„Hollywood“! Ich freue mich außerordentlich, den berühmten Mittelstürmer zu begrüßen und den waghalsigen Fallschirmabspringer kennenzulernen. Aber, daß Sie Japanisch sprechen, Sir," wandte er sich an Karl,„das setzt allem die Krone aufl,.„ 7.1 P Ehenia“, „Ich und Japanisch sprechen: lachl Kart.„Ebenso kann's meine Großmutter!" Abes e N 84 „Ich höre so andächtig zu, oaß es ausschaut, als mußte ich jedes Wort verstehen... natürlich, das ist die Kunst.“ „Aber Sie sprachen doch auch manchmal?" „Nur ein einziges Wörtchen, Kapitän. Ich sage zu allem „Ja“, und der hohe Herr freut sich." „Sie sind ein Prachtker!! Man wird Sie in Japan mit allen Ehren empfangen; ebenso Ihren mutigen Freund.“ Der Kapitän versichert, daß er ihnen ganz exquisite Kabinen einräumen werde. Er klopft Karl beim Abschied freundlich auf die Schulter n d l ä d t d i e b e i d e n F r e u n d e e i n, s e i n e G ä s t e z u s e i n. und O'Brien hat seinem Kapitän von den beiden fabelhaften deutschen Sportsmännern erzählt. Der Kapitän ist neugierig geworden und will sie kennen lernen. Vielleicht nimmt er sie mit. Vier Sprachen sprechen sie? Also gute Dolmetscher. Flotte Kerle sind es auch! Die kann man brauchen. Nun sucht O'Brien mit dem Kapitän die beiden Deutschen, und erstaunt sehen sie, wie diese mit dem Prinzen und der bekannten Filmdiva Yvonne Hartfield im Pavillon der englischen Kolonie am Strande sitzen. O'Vrien schüttelt den Kopf. Er bört, wie der Prinz dauernd in sapanischer Sprache auf Karl einredet Karl sitzt ihm sicher und elegant gegenüber und scheint dem Gespräch aufmerksam zu folgen. Und hin und wieder— erstaunt sieht es O'Brien— öffnet Kar den Mund zu einem Wort. und dann nickt der Prinz Der Kapitän trit mit 9 Brien an den Tisch der kleinen Gesellschaft. Der Prinz lächelt dem Kapitän zu. „Meine Freunde" meine Gäste! Ich... Passage!" Sehr schleht spricht er Englisch. Aber das versteht der Kapitän doch bleich. Am nächsten Tage begleitet der Prinz Okama Fräulein Yvonne Hartfield, die eine gute Schwimmerin ist, zum Strand.„.., G. Kranbuge 129 8.) Karl und Thomas schwimmen in die Brandung und sino wie muntere Delphine..,...„.aFarsänst. Viele erfreute Augen beovachten die Wassekrunste der beiden Männer und klatschen Beifall. Was sind das für prächtige Gestalten! Prinz Okama ist ganz begeistert. Als sie wieder an Land kommen, da versichert er ihnen ein um das andere Mal, wie er sich freue, mit ihnen zusammen nach Japan zu reisen. Am nächsten Tag geht die„Hollywood" ab. Karl und Thomas befinden sich an Bord und sind recht vergnügt. Sie haben all das Ernste, das hinter ihnen liegt, vergessen, wollen es jetzt vergessen, wollen nichts anderes sein, als jung, denn es gibt ja nichts Schöneres, als jung zu sein. Sie leben sorglos in den Tag hinein, treiben allen möglichen Sport und werden bald die Lieblinge aller Mitreisenden, ganz besonders der Kinder. Die sind immer um sie versammelt und gleich begeistert, wenn Karl und Thomas sich mit ihnen abgeben.... hok.u f.: S.. Nur eine ernste Beschaftigung haben sie: Sie lernen Japanisch. Es ist eine vertrackt schwere Sprache, und der liebenswürdige Prinz, der das Englische so schlecht beherrscht, ist kein guter Lehrer, aber nach wenigen Tagen unterstützt ihn sein Adjutant, Oberleutnant Ko'ais, ein Mann Mitte der Dreißig, sehr ernster Natur, der erst den beiden neuen Freunden des Prinzen fast feindselig gegenüberstand, den aber Karls natürliche Liebenswürdigkeit schließlich auch bezwang. Er erkannte bald, daß er es mit zwei absolut ehrenhaften jungen Männern zu tun hatte, und die Feindseligkeit verwandelte sich bald in vertrauensvolle Freundlichkeit. Oberleutnant Ko'ais spricht das Englische ausgezeichnet, kann sogar etwas Deutsch, ja er vermag selbst das„R“ leidlich auszusprechen, das der Prinz beharrlich in„!“ verwandelt, weil es seiner Zunge nicht gegeben war, es zu Also der Adjutant beteiligt sich mit an dem Unterricht und ist erfreut, daß sich schon eine leichte Konversation führen läßt, als sie noch acht Reisetage von Nagasaki entfernt sind. Karl und Thomas hatten für Sprachen eine ganz besondere Begadung.„ I Ceaomischen en Mh. Jetzt versuchte einer den anderen im Japunischen zu überrumpfen...... 8 Versichert bos R J4. Der Prinz ist sehr zufrieven und versichent, daß sie schon recht gut plaudern, er sei überzeugt, daß sie sich in seiner Heimat vervollkommnen und bald wie richtige Japaner sprechen würden. Daran glaubten sa nun Karl und Thomas zwar nicht, da hatten sie vor den Schwierigkeiten dieser Sprache zuviel Respekt. Immerhin, sie konnten einander guten Tag und eine gesegnete Mahlzeit wünschen, konnten sich nach dem gegenseitigen Wohlergehen erkundigen, über das Wetter sprechen und so verschiedenes mehr. In Nagasaki nahmen Karl und Thomas Abschied von ihren neuen Freunden auf der„Hollywood“ und folgten dem Prinzen Okama als seine Gäste in die Residenz nach Tokio. In Tokio verlebten sie glückliche Tage. Die japanische Gesellschaft nahm die jungen Freunde des Prinzen Okama mit größter Herzlichkelt auf.„.. 6. mit 2u. Auch die sportlichen Kreise Totios empfingen sie mit allen Karl mußte in einer Fußballmannschaft antreten und zeigte als Mittelstürmer eines Tokioer Klubs Meisterleistungen, die die Japaner begelsterger. 8.x gatt; ihm mit 6.s Anders erging es Thomas. Karl halle ihm mir seinem „Meister im Fallschirmabsprung“ eine nette Suppe eingebrockt. Prinz Okama wollte ihn unbedingt abspringen sehen. Thomas konnte sich nicht weigern, wohl oder übel mußte er in den sauren Apfel beißen, ließ sich in ein Flugzeug verfrachten und sprang aus einer Höhe von viertausend Metern mit dem Fallschirm ab. Als er die ersten hundert Meter stürzte, verlor er fast die Besinnung, bis sich der Fallschirm ordnungsgemäß öffnete. Es gab einen Ruck, der Thomas durch den ganzen Körper ging und ihn wieder munter machte. Und mit einem Male, als er spürte, daß er sicher schwebte, war alle Benommenheit wie weggeblasen, er empfand das neue Erlebnis mit der ganzen Freude seiner Jugend Ah.. was war das für ein herrliches Gefühl. im Aether zu schweben!.... E. eämm Als sich der Fauschirm der Erde nayerte, paßte Thomas gut auf und landete sicher, ohne sich etwas zu verknacksen. Mit Begeisterung wurde er empfangen und noch zweimal sprang er an diesem Tage ab, so sehr ihn auch Karl warnte. die Sache nicht zu übertreiben. Karl hatte aber auch Lust bekommen einmal abzuspringen, doch der Prinz bat ihn, es mit Rücksicht auf das morgen stattfindende zweite Fußballwettspiel nicht zu tun. Das große Spiel sah Tokio gegen die berühmte Mannschaft von Osaka im Kampfe. Die Mannschaft von Osaka war die beste von Japan und hatte in Taruta als Mittelstürmer, Oha'Ki als Verteidiger und Mkati im Tor drei ganz große Kari freute sich auf die große Aufgabe, und Tokio eriebte einen Triumph wie noch nie Mit Karl schlug Tokio die berühmte Mannschaft von Osaka 6:3. Karl schoß vier drei davon waren seine berühmten Bomben, die auch hier ale verblüften.. J. 2.17s; Familie hei Der Dem Spiel wohnte auch die kaiselliche Famllie bei. Der Kaiser selbst wurde erst in den nächsten Tagen aus der Mandschurei zurückerwartet. Die Kaiserin von Japan zeichnete die beiden jungen Deutschen durch ein längeres Gespräch aus. Prinz Okama kündigte seinen Freunden an, daß er sie in den nächsten Tagen dem Kaiser vorstellen werde. Wenige Tage später erfolgte diese Vorstellung, und damit war ein unverhofftes Ereignis verbunden. Der Kaiser weilte bei seinem Vetter, dem Prinzen Okama, zu Gaste und lernte bei dieser Gelegenheit die beiden jungen Deutschen kennen. Er unterhielt sich sehr angeregt mit ihnen in französischer Sprache, die er ausgezeichnet beherrschte und staunte sehr. als er hörte, daß Karl und Thomas sich bemühten, die japanische Sprache zu erlernen. „Es ehrt uns, meine Freunde, daß Sie sich für unsere Sprache interessieren. Wir hoffen, daß Ihnen Japan gefallen und in Ihren Erinnerungen einen guten Platz ein„Wir sind sehr glücklich hier, kaiserliche Masestätt“ verIn diesem Aagenblic entsteht draußen ein großer Lärm. Schreie gellen, ein paar Schüsse fallen. Kaiser und Prinz Plötzlich wird die Tür aufgestoßen, und eine Schar Offiziere Sie schreien durcheinander, die Freunde verstehen nicht. Geistesgegenwärtig hat Karl mit einem Ruck den schweren Tisch umgerissen, der Kaiser und der Prinz haben sofort begriffen und kauern sich hinter ihm nieder. Im nächsten Augenblick pfeifen schon die Kugeln. Stuhl gegen die Karl spürt einen stechenden Schmerz in der linken und fühlt das Blut rieseln. Aber unbeirrt reißt er den Revolver heraus und feuert rasch hintereinander auf die Attentäter. Wiste Schreie, ein paar Angreifer siaten getrosfen 3 Boden. Die übrigen ziehen sich mit den Verwundeten zurua. Ihr Schicksal ist besiegelt, denn da stürzen schon die Wachen. die überrumpelt worden waren, auf sie los. Ein wildes Schießen draußen, auf den Straßen ungeheurer Lärm Und dann ist alles vorbei. 9 Die Attentäter sind unschädlich gemacht worven. Vier liegen in ihrem Blute, siebzehn haben die Wachen, unterstützt Karl, der Töomas soringt hingn und ftüßt den Wankenden, da sehen Rasch schneidet man die Kleider von der verletzten Schulter. Mit einem Blick erkennt Thomas, was geschehen ist. „Eine Kugel hat die Schulter getroffen! Hoffentlich sind Ein Arzt ist rasch zur Stelle und legt dem Ohnmächtigen einen Verdand an. Dann biegt er den Arm vorsichtig nach oben Seten.(Zorsetzung solgt) di. 2 sentung des deutsch-englischen Transfer-Abkommens Zu dem neuen deutsch=englischen Transferabkommen machte am Donnerstag Ministerialdirektor Dr. Ritter nähere Ausführungen vor Vertretern der Presse. Er wies zunächst darauf hin, daß durch dieses Abkommen ein Konflikt vermieden worden sei, der für beide Länder eine starke Belastung ihrer wirtschaftlichen Beziehungen bedeutet hätte. Es wäre eine scharfe Diskussion entstanden, von der nun beide Teile verschont bleiben. Weiter sei zu betonen, daß die englische Regierung bisher den Grundsatz vertreten habe, daß sie sich nicht an Sonderabmachungen in der Transferfrage beteilige, sondern daß sie nur mit der Gesamtheit der Gläubiger verhandele. Nun habe aber England zum erstenmal ein zweiseitiges Abkommen geschlossen, was um so bemerkenswerter sei, da es sich hier um international gebundene Anleihen handele. Wichtig sei ferner, so betonte Ministerialdirektor Dr. Ritter, daß die englische Regierung jetzt das Ergebnis der privaten Gläubigerkonferenz vom Mai dieses Jahres sich zu eigen gemacht habe. Er glaube, daß damit eine wichtige Etappe in der Behandlung des ganzen Transferproblems erreicht worden sei. Schließlich sei auch bemerkenswert, daß die englische Regierung, die früher die Absicht habe erkennen lassen, in einem solchen Falle mit einseitigen Maßnahmen vorzugehen, diesmal den Weg der Verhandlungen beschritten habe. Was die zur Transferierung in Frage kommenden Beträge angehe, so wies Ministerial= direktor Dr. Ritter darauf hin, daß diese irgendwo herausgeschnitten werden müßten; man müsse also an den Einfuhren kürzen, die wir sonst im kommenden halben Jahr aus unseren Devisen hätten bezahlen können. Allerdings sei der Transferbetrag nicht sehr erheblich, es käme für das halbe Jahr etwa ein Betrag von 8—9 Millionen RM. an Zinsen für Dawes= und Younganleihe in Frage. Regelung dee Julungsverkehte nin der Schweiz Das siamesische Königspaar beim Reichspräsidenten Aus Neudeck, 5. Juli, wird gemeldet: Der König und die Königin von Siam statteten am Donnerstag mit ihrer engeren Begleitung dem Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg einen Besuch ab, an den sich ein Frühstück im engsten Kreise anschloß. Während der Mahlzeit brachte der Herr Reichspräsident einen Trinkspruch auf das Königspaar aus, in welchem er die hohen Gäste in Deutschland und besonders in seinem Hause willkommen hieß. Der König gab seiner Freude darüber Ausdruck, den Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg persönlich sehen zu können. Eine Ehrenkompagnie des in Deutsch=Eylau in Garnison liegenden Infanterieregiments erwies dem König bei seinem Eintreffen und seiner Abfahrt militärische Ehrenbezeugungen. Auf der Rückreise von Neudeck nach Berlin unterbrach das Königspaar die Fahrt in Marienburg und besichtigte dort unter sachkundiger Führung das Schloß. In den Verhandlungen mit der Schweiz über den Zahlungsverkehr ist eine Grundlage gefunden worden, um Schwierigkeiten zu überbrücken. Bekanntlich besteht ein Zahlungsabkommen zwischen Deutschland und einer Reihe von Ländern, nach dem deutsche Einfuhrfirmen Markzahlungen für ihre Einfuhr aus den betreffenden Ländern auf ein Sonderkonto der Notenbank des betreffenden Landes bei der Reichsbank in Mark einzahlen, soweit die Einfuhr über das zur Verfügung stehende Devisenkontingent hinausgeht. Dieses Abkommen war bekanntlich vor einigen Wochen von Seiten der Reichsbank zeitweise unwirksam gemacht worden, weil sich Mißstände ergeben hatten, die in Verhandlungen mit den einzelnen Ländern ausgeräumt werden sollten. Die Regelung mit der Schweiz geht nun dahin, daß in Zukunft die Einzahlungen nicht mehr einseitig, sondern zweiseitig vor sich gehen sollen, d. h. während bisher nur deutsche Einfuhrfirmen Markzahlungen auf ein Sonderkonto der Schweizer Nationalbank bei der Reichsbank leisteten, werden in Zukunft auch Schweizer Einfuhrfirmen den Gegenwert ihrer Einfuhr aus Deutschland auf ein Konto bei der Schweizer Nationalbank einzahlen. Die beiden Notenbanken gleichen alsdann die Konten gegenseitig aus, wobei von Seiten der Schweiz Garantie dafür geleistet wird, daß ein Ueberschuß zugunsten Deutschlands verbleibt, der zur freien Verfügung der Reichsbank steht. Die Einführung der Regelung in die Praxis bedarf allerdings noch erheblicher technischer Vorbereitungen. * Zu den vorgesehenen Verrechnungskassen werden von schweizerischer Seite noch folgende Einzelheiten mitgeteilt: Die Einrichtung der Kassen erfordert noch eine Reihe von Vorbereitungen, die mehrere Wochen in Anspruch nehmen werden. Die ersten Besprechungen über die Regelung der technischen Einzelheiten sollen bereits in den nächsten Tagen in Zürich beginnen. Die Kassen werden dann entsprechend dem Abkommen rückwirkend ab 1. Juli in Kraft gesetzt werden. Die Durchführung wird sich so gestalten, daß die Beträge für Waren, die Deutschland an die Schweiz liesert, in der Schweiz bei der Verrechnungskasse bleiben, während die Beträge für alle schweizerischen Lieferungen nach Deutschland bei der Verrechnungskasse der Reichsbank angesammelt werden. Die in der Schweiz angesammelten Beträge, die infolge der höheren schweizerischen Bezüge die in Deutschland angesammelten beträchtlich übersteigen werden, sollen wie folgt verwendet werden: 1. zur Deckung der schweizerischen Warenlieferungen nach Deutschland, 2. für den deutschen Reise= und Touristenverkehr nach der Schweiz, 3. für Zinsen und andere periodische Leistungen. Dieses Abkommen bedingt, wie auch in Kommentaren der schweizerischen Presse dazu betont wird, daß eine erhebliche deutsche Zusatzausfuhr notwendig ist, damit der schweizerische Ueberschuß die an ihn gestellten Aufgaben erfüllen kann. „Nachtflugerfahrung militärisch wertlos“ Die Frage des Nachtflugverkehrs und seiner zivilen und militärischen Bedeutung war am Mittwoch Gegenstand einer Aussprache im englischen Unterhaus. Der konservative Abgeordnete Simmonds erklärte, daß in Deutschland wöchentlich 98 Nachtflüge durchgeführt würden, während es in England keinen einzigen gebe. Die Einrichtung britischer Nachtfluglinien sei aus vier Gründen notwendig: 1. sei es unerträglich, daß England auf eine deutsche Gesellschaft für die Beförderung von Post von und nach dem Festlande angewiesen sei. Ein zweiter Grund sei die Beschleunigung des Luftverkehrs innerhalb des britischen Reiches. Der Nachtflieger verfüge über eine flugtechnische und navigatorische Erfahrung, die den Der Unfall der„Dresden“ vor dem Seeamt Das Seeamt Bremerhaven verhandelte am Donnerstagnachmittag unter Vorsitz des Richters Grüder über den Unfall des Lloyddampfers „Dresden“, der bekanntlich am 20. Juni abends auf einer„Kraft durch Freude"=Fahrt fünf Seemeilen nördlich von Utsire(Norwegen) auf Grund gelaufen war und später sank. Zunächst wurde der Führer des Schiffes, Kapitän Petermöller, vernommen. Die„Dresden“ befand sich, so führte er u. a. aus, mit 975 „Kraft durch Freude"=Fahrern an der norwegischen Küste. Die Sichtverhältnisse waren sehr schlecht, so daß den Passagieren bislang wenig geboten werden konnte. Die Schiffsleitung entschloß sich bald, nach dem Hardanger Fjord zu dampfen. Der Lotse erklärte auf Anfrage, mit dem Gewässer vertraut zu sein. Kapitän Petermöller selbst, der 48 Stunden auf der Brücke in Dienst gewesen war, übergab das Kommando seinem 1. Offizier von der Osten und dem wachhabenden norwegischen Lotsen. Der Lotse hatte keinerlei Anweisung vom Kapitän. Er sollte lediglich das Schiff nach Kopervik bringen. Von den norwegischen Lotsen hat der Kapitän den Eindruck gehabt, daß sie ruhig und zuverlässig waren. Auf die Frage des Reichskommissars Konteradmiral Hermann, wen der Kapitän in diesem Falle für die verantwortliche Persönlichkeit militärischen Fliegern in Friedenszeiten beinahe halte, erwiderte Kapitän Petermöller, daß in dieversagt sei. Man gebe Deutschland einen außer= sem Falle der Lotse neben der Schiffsleitung für ordontlichon Parteil im Vorgloich mit don ang= seine Gurgänderungen verantwortlich zu machen orbentlichen Vortenl im Vergleich mir den englischen Nachtfliegern. Ein vierter Grund wären die Interessen der Flugzeugindustrie. England habe bereits das Monopol für schnelle Flüge den Deutschen, Amerikanern und anderen Ländern überlassen. Der Unterstaatssekretär im Luftfahrtministerium, Sassoon, erklärte, daß die von Simmonds aufgestellten Voraussetzungen für die Einrich= tung britischer Nachtfluglinien unzutreffend seien. Die Nachtfliegerei sei eine der hauptsächlichen Aufgaben der englischen Luftstreitkräfte und werde in viel größerem Ausmaße durchgeführt, als man glaube. 70 englische Flugzeuggeschwader seien im Nachtfliegen ausgebildet. Die Behauptung, daß die Erfahrung der zivilen Nachtflugpiloten beträchtlichen Wert im Kriege haben würde, sei vollständig unrichtig; denn die Zahl der betreffenden Flieger sei verschwindend gering. Entgegen den Erklärungen von Simmonds bestehe in England nicht die geringste Nachfrage nach Nachtpostflügen und der englische Luftpostverkehr sei ganz unzulänglich, um einen Nachtflugdienst einträglich zu gestalten. Nicht nur— so fuhr der Redner fort— sei es unrichtig, zu behaupten, daß Deutschland ein Monopol der Nachtflugerfahrung besitze, sondern vielmehr müsse billigerweise gesagt werden, daß die Nachtflugerfahrung Deutschlands in keiner Weise mit der Englands verglichen werden könne. Die Angelegenheit wurde dann im Unterhause nicht weiter erörtert. Weitere widerrechtliche Entlassungen von deutschen Beamten im nlemelgebiet Das neue Memeldirektorium hat alle Beamten entlassen, die in die Mitgliederliste der verbotenen Parteien eingetragen waren. Das Landesdirektorium Schreiber hatte bekanntlich eine solche Forderung des Gouverneurs auf Entlassung dieser Beamten ohne vorher eine Stellungnahme des Disziplinargerichtes abzuwarten abgelehnt. Inzwischen sind noch der Geschäftsführer des Memelländischen Landtages, Böttcher, und der Vorsitzende des Landgerichtes in Heydekrug, Schurze, mit der Begründung entlassen worden, daß sie der litauischen Sprache nicht mächtig seien. Außerdem wurde eine weitere Anzahl von Amtsvorstehern vom Dienste suspendiert. Die Zahl der bisher entlassenen Beamten und Amtsvorsteher wird noch nicht bekanntgegeben. Man schätzt jedoch die Zahl der Entlassenen auf über 150. Angluckechrentk Der italienische Botschafter von Barthou empfangen Barthou hat im Anschluß an den Besuch des französischen Botschafters in Rom den italienischen Botschafter in Paris empfangen. In Päwesin im Westhavelland ist man einem scheußlichen Verbrechen auf die Spur gekommen. Die 81 Jahre alte Witwe Johanna Fährmann aus Berlin wurde in ihrer Sommerwohnung erschossen gesunden. Die Witwe kam seit 23 Jahren jeden Sommer nach Päwesin und bezog in der stillgelegten Ziegelei am Beetzsee Wohnung. Man sand im Schlafzimmer die alte Frau vor dem Bett liegend tot. Die Hände waren mit einer Schnur gefesselt. Die rechte Schläse wies eine Einschußöffnung auf. Man fand auch den Tesching, mit dem der Mord ausgeführt worden war. Die Geldtasche mit etwa 100 Mark Inhalt war geraubt. Der Kreidewerksbesitzer in Sagard(Rügen) Albert Fritz. der bereits wiederholt Selbstmordabsichten geäußert eatte, begab sich in der Nacht zum Donnerstag in seinen Kreidebruch bei Sagard. steckte sich die Taschen voll Dynamit. setzte sich auf die um ihn herum aufgeschüttete Sorengmasse und zündete sle an. Im Nu war der Unglückliche in Atome verrissen. Die Explosion erschütterte die Häuser des Ortes so stark, daß zunächst ein Erdbeben vermutet wurde. Riesenbrand im Ostzipfel der Provinz Sachsen Seit einigen Tagen wütet im Ostzipfel der Provinz Sachsen zwischen den Orten Plessa und Gorden im Kreise Liebenwerda ein Waldbrand, von dem nach und nach tausend Morgen alter und junger Kiefernbestände und Moorwiesen erfaßt worden sind. Die Flammen finden im Moorboden immer wieder neue Nahrung. Unterirdisch schwelt das Feuer weiter und bringt die Bäume, wenn die Wurzeln vernichtet sind, zum Sturz. Etwa 30 bis 40000 Festmeter Holz müssen geschlagen werden, darunter über hundertjährige Bäume. Im Brandgebiet, das von einem ausgedehnten Grabennetz durchzogen wird, arbeiten etwa tausend Mann an der Bekämpfung des Brandes. Zwei Arbeitsdienstlager sind eingesetzt. Feldküchen sorgen für die Verpflegung. Von der Technischen Rothilfe Finsterwalde wurden Telephonleitungen gelegt. Ferner ist ein umfangreicher Sanitätsdienst eingerichtet worden, da die Helfer nicht selten von Rauchvergiftung befallen werden. Die Umgrenzung des brennenden Waldstückes erstreckt sich auf eine Länge von acht bis zehn Kilometer. Der deutsche Gesandtschaftssekretär in Brüssel tödlich verunglückt Auf der Landstraße zwischen Verviers und Dolheim stieß am Mittwoch der aus Richtung Verviers kommende Kraftwagen des Sekretärs der deutschen Gesandtschaft in Brüssel, Karl Werner, mit einem Benzintankwagen zusammen. Durch den Zusammenprall wurde der Personenwagen zur Seite geschleudert und stürzte um. Die drei Insassen des Wagens, der Gesandtschaftssekretär, seine Frau und seine Tochter, wurden schwer verletzt. Man brachte sie in hoffnungslosem Zustande nach Verviers, wo der Sekretär seinen schweren Verletzungen erlag. Man hofft, seine Frau und seine Tochter am Leben erhalten zu können, doch ist ihr Zustand ernst. Ob irgendein Verschulden bei dem Unfall vorliegt, konnte noch nicht festgestellt werden, doch handelt es sich bei dem Unglücksplatz um eine Stelle der Straße, wo bereits im vorigen Jahre vier Menschen bei einem Kleinbahnunglück getötet wurden. Durchgehende Pferde rasen gegen einen Eisenbahnzug— Fünf Kinder getötet An einem Bahnübergang der Strecke Salerno— Battipaglia raste ein durchgehendes Pferdegespann gegen einen Zug. Fünf Kinder; die in der Kutsche saßen, wurden auf der Stelle getötet. Tödliche Abstürze in den Dolomiten Zwei reichsdeutsche Bergsteiger, Josef Kappelmann und Else Wurganski aus Berlin, verstiegen sich beim Abstieg von der Boe=Spitze im Fassa=Tal(Dolomiten) und stürzten in ein Wildbachbett ab. Während sich die Dame nach etwa 100 Meter festzuhalten vermochte, stürzte Kappelmann in die Tiefe und blieb tot liegen. Drei Bergführer bargen trotz Unwetters und Nebels seine Leiche. Die Dame hat nur leichte Hautabschürfungen erlitten. Ein Tourist aus Magdeburg ist von der Ostwand der Großen Zinne tödlich abgestürzt, Von irde seine Aursanderungen=Verantwörtlich zu machen sei. Außerdem habe Kapitän Petermöller Anweisung gegeben, fortgesetzt den Standort des Schiffes zu kontrollieren. Anschließend fand die Vernehmung des 1. Offiziers von der Osten statt. Das Revier war ihm bekannt. Um 19.10 Uhr sei auf Anordnung des Lotsen eine Kursänderung erfolgt. Er habe kontrolliert und gesehen, daß der neue Kurs auf Skudesnaes führte. Er habe bei dieser Kursänderung keine Bedenken gehabt. Vom Vorsitzenden befragt, auf was er nach seiner Ansicht diesen Unfall zurückführe, erklärte v. d. Osten, daß hier nur ein verborgener Felsen oder eine vertriebene Boje in Frage kommen könne. Nach kurzer Vernehmung des 3. Offiziers findet die Verlesung der Lotsenberichte statt, die in Bremerhaven kommissarisch vernommen worden sind. Aus ihnen geht hervor, daß es allgemein üblich sei, daß die Lotsen das Kommando führen. Die Karten seien von beiden Lotsen wenig oder gar nicht angesehen worden, da sie mit dem Revier genügend vertraut waren. Aus den Lotsenberichten geht weiter hervor, daß die fragliche Unfallstelle seit 1864 nicht mehr nachgemessen worden ist und daß sich an dieser Stelle bereits vor Jahren ein Schiff die Schraube abgeschlagen hat. Im 2. Teil der Verhandlung wurden die Maßnahmen während des Unfalles behandelt. Kapitän Petermöller ließ bei Grundberührung sofort die Maschinen stoppen. Trotzdem sei das Schiff über Grund gegangen. Er versuchte schnellstens, unter Land zu kommen, um Schutz zu finden. Das Schiff bekam bis zu 10 Schlagseite. Von der Brücke aus wurden sofort die Schotten geschlossen und die Passagiere auf Steuerbordseite verteilt. Auf Notsignale traf als erster der norwegische Dampfer„Kong Haakon“ an der Unfallstelle ein, der nach seiner Meinung eine ganz besondere seemännische Leistung vollbracht hat, indem er sich trotz der Schlagseite des Schiffes längsseits gelegt und 535 Passagiere von Bord zu Bord übernahm. Seine Besatzung sei gut eingespielt gewesen und habe sich während der Nettungsaktion ruhig und besonnen benommen. Der später eingetroffene norwegische Dampfer„Kronprinzessin Martha“ übernahm dann den restlichen Teil der Passagiere. Die Rettungsboote des Dampfers„Dresden“ richteten einen Pendelverkehr zwischen Schiff und Land ein, so daß bis 20.46 Uhr sämtliche Passagiere gerettet waren. Freundlich benahm sich das Kommando des an der Unfallstelle eingetroffenen französischen Kreuzers, das die Schiffbrüchigen mit Lebensmitteln und Rauchwaren ausrüstete. Sehr lobend sprach Kapitän Petermöller von der norwegischen Bevölkerung, die sich restlos für die Geretteten einsetzte. Frau und Tochter ermordet? Am Donnerstag wurde die 39jährige Ehefrau Elisabeth Wirtz in einem Nebenraum ihres Ladengeschäftes in Reinickendorf=Ost mit einer Schußverletzung tot gefunden. Ihr Mann, der 45jährige Karlheinz Wirtz, wollte angeblich mit gestürzt. Vun seiner Frau und seiner 14jährigen Lochter Gieinem anderen Bergsteiger wu##e beobachllt, wie seia eine Reise nach Westerland antreten. Die er etwa 200 Meter tief fiel und in einer Schnee= Auffindung der Leiche erfolgte durch Verwandte, nne swischen der Kleiner und Hraßen Zinnoldio daa Ladengeschäft aufsuchten. Bei einer rinne zwischen der Rieinen und Großen Zilne liegen blieb. Seine Personalien konnten noch nicht festgestellt werden. Tribüneneinsturz— Drei Tote, 56 Verletzte Auf dem Fußballplatz des Gefängnisses von Welfare Island ereignete sich ein schweres Unglück. Während eines Fußballspiels der Gefangenen-Mannschaft stürztedie Tribüne, von der aus die anderen Häftlinge dem Spiel zusahen, in sich zusammen. Drei Gefangene kamen ums Leben, 56 wurden verletzt. Fünf Personen bei einem Flugzeugunglück getütet Bei Ansgar im Staate Jowa stürzte ein Passagierflugzeug ab und geriet in Brand. Fünf Insassen fanden den Tod in den Flammen. vie vur Tuvengesiczaft uussuchten. Bei einer Durchsuchung der von dem Laden getrennt liegenden Wohnung wurde ein Zettel gefunden, der darauf schließen läßt, daß Karlheinz Wirtz seine Frau und auch seine Tochter ermordet hat. Die Ermittlungen zur Festnahme des flüchtigen Wirtz sind im Gange. Eine spätere Meldung berichtet: Die Vermutung, daß Wirtz auch seine Tochter ermordet hat, hat sich rasch bestätigt. Die Leiche des Mädchens wurde im Keller des Hauses, in dem sich das Geschäft der Eheleute befand. aufgefunden. Die Leiche war in einem großen Leinwandsack verpackt. Gisela ist erschossen worden. Die Tat muß vor einiger Zeit erfolgt sein, da sowohl die Leiche der Frau Wirtz als auch die ihrer Tochter bereits in Verwesung übergegangen waren. Es besteht die Möglichkeit, daß Wirtz ins Ausland geflüchtet ist, da sein Kraftwagen nicht aufzufinden ist. Es ist jedoch auch möglich, daß Wirz selbst Hand an sich gelegt hat. Für die, unserer goldenen Hochzeit zzugedachten, überaus zahlreichen Glückwünsche und Aufmerksamkeiten, sprechen wir hierdurch den herzlichsten Dank aus. Karl Kroll und Frau Lisette geb. Beste Schwerte, den 28. Juni 1934. 1429 Freitag, Sonnabend für meine Kunden Eisenmenger Lichtspiele zur Reichskrone Heute bis Montag Das entzückende Lustsplel Ein Kuß in der Sommernacht Marianne Winkeistern und Joe Stöckel in den Hauptrollen 4 Männer raufen sich um Kathrinchen. Ein Film an dem Sie sich gesund lachen. Luana Eine Liebesgeschichte von den Südseeinseln mit Dolores del Rio in der Hauptrolle Samstag nachm. 3 Uhr Kinder-Vorstellung Und nack der Mlkeit.... Das ReimatbLatt die„Jchweiten Zeitung. Wilh. Krämer, Wanne Sonnabend, den 7. Juli 1934 abends 7 Uhr Sommernachtsfest Eintritt frei! 1423 Das Schaufenster sehen nur die Vorübergehenden, aber eine Anzeige in der„Schwerter Zeitung“ sieht der ganze Leserkreis! Stemper billig und gut CARL BRAUS finden Sie in den Buchhandlungen Carl Braus cieberichtergrußfe Schwerte Schiods= kaiten auf dam Syial'old Donn a= iste Der Pressewart und langjährige Schieos=skeiten auf dem Spielseld. Denn es., Inleuchrichter Rudolf Bürger, Wandhofen, schreibt tend, daß unsere Fußballspieler, die Sonnweiter aus seiner Praxis und zwar behandelt tag fü Sonntag unter einem anderen er in folgendem den Aufgabenkreis des Schiedsrichter spielen, nie zu einer richtigen Schiedsrichters und von der Vorbe=[Spielauffassung kommen können, wenn ihnen : heute verboten ist, was ihnen am vergangenen Es genügt heute nicht mehr allein, die Sonntag erlaubt war. Es ist dies auch gar Regeln auswendig zu lernen und die vorge= nicht verwunderlich; man muß sich nur die schriebenen Kurse des Verbandes besucht zu Mühe geben und vor dem Spiel im Umkleidehaben, um ein guter Schiedsrichter zu sein. raum herumhorchen, so wird man bald die Nein, dazu gehört vor allen Dingen auch ein! Frage hören:„Was für einen Schiedsrichter gutes Auftreten, rasches und logisches Denken haben wir heute?" Ist der und schnelles Erfassen der stets wechselnden d. h. hat er die betreffende Mannschaft schon Spielhandlungen. Nichts ist verwerflicher, als geschiedsrichtert, so wird man ja nach seiner wenn der Schiedsrichter während des Wett= Leistung verschiedenes hören können. Es tönt kampfes sich mit den Spielern in eine Unter= dann ungefähr so: Heute gehen wir feste druff, haltung einläßt. Ein rasches kluges Wort er= das macht dem nichts aus. Die Stürmer müsfüllt besser seinen Zweck und trägt zur Auto sen ganz vorne stehen, auf Abseits ist er ganz rität des Schiedsrichters wesentlich bei. Eine schwach. Heute braucht doch keine# Angst zu ganz unangenehme Sache ist es, wenn er bei haben, er fliege hinaus, wenn er reklamiert; Ausübung seines Amtes Regelverstöße aus zu dem kann man sagen, was man will usw. weiter Entfernung mit der größten Seelen=] Dem guten Schiedsrichter wird derartiges ruhe abpfeift. Dieses ist ein ganz verwerfliches nicht passieren; die Mannschaft weiß genau, Verhalten. Es ist eine ganz selbstverständliche wie sie sich zu verhalten hat; sie hat unbedingPflicht des Schiedsrichters, daß er dem Spielestes Zutrauen, weil sie von der Pflichtauffolgt, d. h. danach trachtet, so gut wie möglichfassung des Schiedsrichters überzeugt ist, auf der Höhe des Balles zu sein und auch in und sie wird einen gelegentlichen Fehlentscheid der Nähe des Belles. Dabei hat er die Gewiß= ohne Widerspruch hinnehmen. Zu allem muß heit, alle die versteckten Sachen, die ihm aus der Schiedsrichter aber auch die Fähigkeit der Ferne entgehen, zu sehen, wenn nötig, zu haben, die Spieler nach ihrer Eigenart ahnden, und zudem werden sich die meisten deln zu können. Es ist eine verfehlte Taktik, Spieler unfaire Mätzchen gar nicht erlauben, nur mit äußerste Strenge sein Ziel zu erreiwenn der Schiedsrichter eben in der Nähe desichen. Bei dem einen Spieler genügt oft ein Balles ist.(scharfer Blick, beim anderen im Vorbeigehen Die Vorbereitung: Um nun dieser rasch ein gutes Wort, um Unstimmigkeiten zu Pflicht zu genügen, braucht der Schiedsrichter beschwichtigen. Man soll also nicht allzu kleineben nicht allein nur Regelkenntnisse, sondern lich sein und jede geringfügige Sache abpfeifen, auch Körpertraining, wie es der Spieler auch sondern eben nur dann, wenn es nötig ist, haben muß. Eine weitere Pflicht des guten dafür aber rasch und sicher. Schiedsrichters, dessen Aufgabe es ist, durch Der gute Schiedsrichter hat es nicht nötig, stetes Training seinen Körper in dem Zustand oder dann wenigstens nur in Ausnahmefällen, zu halten, der nötig ist, um einem Spiele ein einen Spieler über eine zweifelhafte Sache zu richtiger Leiter sein zu können. Ueber das befragen. Entweder hat er gesehen, was pasWie und Wann des Trainings braucht hier siert ist, oder er hat eben nichts gesehen, un nicht gesprochen zu werden; ein jeder weiß pfeift nicht, nur weil eine ganze Anzahl Zuselbst am besten, wo es und was ihm fehlt, schauer ruft„Hand“ oder„Abseits“. Hat nun und so wird jeder das Training nach seiner in einem Spiele der Schiedsrichter einen FehAuffassung durchführen. Die Hauptsache ist,sler gemacht, so ist es besser, diesen durch daß sich der Schiedsrichter bewußt ist, daß eine Schiedsrichterball aufzulösen, als dadurch gutgute Körperbeschaffenheit unerläßlich ist, um zumachen zu suchen, indem er bei der nächsten ein Spiel zu leiten. Alles das macht aber im= Gelegenheit der benachteiligten Partei einen mer noch nicht den guten Schiedsrichter fertig; Regelverstoß durchgehen läßt. Es sind dies die denn nun kommt die ganze Einstellung zum sogenannten Vergeltungs=Schiedsrichter, die Spiele selbst, seine Auffassung über die Regelübertretung und sein persönliches Selbstempfinden. Es kommt nun der bekannte Umstand, daß die Schiedsrichter trotz aller Bemühungen noch nmer einige Bestimmungen der Regeln unterler zugute reden, die schlechtes Spiel mit gutem Mundwerk verdecken wollen, aber ich habe schon oft die Erfahrung gemacht, daß Spieler verwarnt oder vom Platz gewiesen wurden wegen eines in der Aufregung gefallenes Wort, das der Spieler bei nachheriger Ueberlegung selbst bereut. Auch hier kann der Schiedsrichter erzieherisch wirken, und eine kurze ermahnende Bemerkung wirkt in den meisten Fällen mehr als eine Verwarnung oder Platzverweis, die im Gegenteil immer eine Erbitterung hervorrufen. In vielen Fällen ist es für den Schiedsrichter ein schlechtes Zeugnis, wenn er seine Autorität nur mit diesen drakonischen Maßnahmen aufrechterhalten kann. Zugegeben, daß es Fälle gibt, wo nur ein Platzverweis das einzige ist, was in Frage kommen kann, dann wird aber gewiß niemand dagegen etwas einzuwenden haben. Von einem guten Schiedsrichter verlangt man ferner auch pünktliches Antreten und zudem eine saubere einheitliche Kleidung. Er soll den Spielern in dieser Hinsicht ebenfalls ein Vorbild sein, und seine Aufführung soll sowohl vor wie während und nach dem Spiele die eines vollendeten Sportmannes sein. Dadurch lernen ihn die Spieler nicht nur als einen guten Regelkenner kennen, sondern sie werden ihn achten und anerkennen, was der Schiedsrichter heute braucht, um sein gewiß nicht immer leichtes Amt zur Zufriedenheit aller auszuüben. Alle diejenigen aber, die ein Vergnügen darin finden, dem Schiedsrichter bei jeder Gelegenheit eins anzuhängen, mögen sich gesagt sein lassen, daß auch sie der Schiedsrichtersache und somit unserem Sport, einen sehr schlechten Dienst erweisen. Schon oft ist durch unrichtige oder allzu scharfe Kritik der Schiedsrichter seines Ansehens„entkleidet“ worden. Eine Kritik soll sich stets im Rahmen des Erlaubten bewegen, und der Kritiker sollte sich dabei immer auch selbst sagen: Das ist die beste Kritik auf der Welt, wenn einer neben das, das ihm nicht gefällt, etwas Eigenes, Besseres stellt. Frauen der DT., Hanny Warninghoff, sowie den Ehrenoberturnwart des Gaues, Regener. Bertram, der Turnkanzler der Stadt Minden und Organisator des Festes, hieß die Gäste auf das herzlichste in Mindens Mauern willkommen. Die Turnerschaft wolle hier zeigen, was sie ist. Der Oberbürgermeister der Stadt Hamm übergab dann das Gaubanner, das er seit dem letzten Turnfest in Hamm im Jahre 1931 in Verwahrung hatte, dem Stadtoberhaupt von Minden in treue Obhut. Mindens Oberbürger= meister versprach, das Banner treu zu hüten, es drei Jahre lang zu behüten, bis dann eine andere Stadt Ausrichter des Festes werde. Gauführer Reiff dankte dann Mindens Turnern und Turnerinnen, den Behörden der Stadt für die herzliche Aufnahme, die die herbeigeströmten Turner hier gefunden. 20 000 Menschen sangen das Deutschlandlied und das Horst=Wessel=Lied. Vor der Tribüne hatten die Fahnenabordnungen paradiert und Aufstellung genommen. Zum Schluß ergriff Reichsdietwart K. Münch das Wort. Er überbrachte die Grüße der DT=Führung und ging näher auf die Arbeit der Deutschen Turnerschaft ein. Bismarck hat einmal das Wort geprägt:„Der Dienst eines jeden für Volk und Vaterland soll dich verzehren...“ und diesen Grundsatz wolle die Deutsche Turnerschaft befolgen! Nach dem festlichen Auftakt auf dem Marktplatz strömten Turner und Turnerinnen, sowie die Bewohner der Stadt zum Festplatz am Weserstrand, wo sie von einem riesigen Festzelt aufgenommen wurden. Turnerlieder klangen auf, die SA=Kapelle konzertierte und Gauführer Reiff sprach noch einmal zu seinen Turnern und Turnerinnen. Am späten Abend paradierten die Wasserfahrer in ihren beleuchteten Booten auf dem Weserstrom, ein herrliches Bild. Mit vieltausendstimmigem Gut=Heil wurden die Paddler empfangen. einen gemachten Fehler wieder gutmachen wollen und dabei in ein ganz gefährliches Fahrwasser kommen. Während des Spiels selbst soll der Schiedsrichter nicht allzu empfindlich sein. Er soll sich immer vergegenwärtigen, daß ein Spieler in schiedlich auslegen. Diese Unterschiedlichkeit der Aufregung öfters einen Ausdruck braucht, kommt zuerst im Spielcharakter zum Ausdruck. den er bei normalem Zustande niemals angeHieraus ergeben sich nicht selten Unstimmig=wandt hätte. Ich möchte nicht diejenigen SpieWestsälisch=Lippisches Landesturnfest Minden 1934 Das Fest hat begonnen In Minden, der tausendjährigen Weserstadt, begann gestern Westfalens und Lippes großes Turnerfest. Die Stadt prangt im Flaggenschmuck. Besonders prächtig ist der Marktplatz geschmückt. Am Abend wurde das Landesturnfest eingeläutet. Neben den Nationalfahnen sah man die rotgoldenen Fahnen des Lipper Landes, die Fahnen der Stadt Minden und die DT.=Flaggen. Auf den Ehrentribünen sah man die Vertreter der Behörden, der SA, SS und der Partei, den Kassenwart der DT., Stoyka, den Reichsdietwart K. Münch, die Führerin der e