M Eühte“ Die„Schwerter Zeitung“ erscheint wöchentlich sechs mal. Bezugspreis wöchentl. 45 Pfg.(einschl. Trägerlohn). Einzelnummer 10 Pfg. Geschäftsstelle Gr. Marktstraße 3—5. Postscheckkonten: Dortmund 2852 und Hannover 21874. Verantwortlich. Hauptschriftleiter: Heinz Friedrich Kamecke. Verantwortl. für d. gesamt. Texteil: Heinz Friedrich Kamecke. Für den Anzeigenteil: Hans Linner; sämtlich in Schwerte. Druck u. Verlag: Carl Braus, Schwerte.— D. A. V/34, 1726 Heimatblatt Einzige in Schwerte gedruckte Tages Zeitung[reener.e—.=—.. Tageblant für die Stadt Schwerke und das Am Westhofen S Kreisblalt für den nörblichen Leit des Landtreises Iserlohn gnd Heimatblatt Einzige in Schwerte gedruckte Tages=Zeitung Schwerte(Kuhr), Dienstag, den 26. Juni 1934 Anzeigenpreise: Für die sechsgespaltene Millimeterzeile(46 mm breit) 6 Pfg. Familien=, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4 Pfg. Reklame: Millimeterzeile 20 Pfg. Nachlässe nach Tarif 9a. Für telefon. aufgegeb. Inserate übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorhergeseh. Betriebsstörung., hervorgerufen durch höh. Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr, für pünktl. Erscheinen d. Zeitung u. kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erhoben werden. 67. Jahrgang „Der Hahbeb unein=Vestmmt=Weg uns Sempe Der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß sprach über alle deutschen Sender- Programmatische Rede Am Montagabend hielt der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, von Köln aus über alle deutschen Sender seine Rede, die er am Sonntag auf der wegen des schlechten Wetters abgebrochenen Schlußkundgebung des Essener Gauparteitages in Duisburg nicht halten konnte. Der Stellvertrete: des Führers leitete seine große programmatische Rede mit der Betonung ein, daß er nicht als Reichsminister, sondern als Nationalsozialist zu Parteigenossen und zu Volksgenossen spräche. Er erinnerte an die Anfangszeit der Bewegung, an die er heute eine unerhört schöne Erinnerung in sich trüge, so schwer diese Zeit auch gewesen sei.„Ich habe vor dem Führer gestanden, unter dem ersten Dutzend SA=Männer der Bewegung. Ich bin in der ersten Saalschlacht der SA blutüberströmt vor meinem Führer zusammengebrochen. Ich schwor als einer der ersten SA=Führer Adolf Hitler die Treue... ich nahm teil an seinen Leiden und nahm teil an seinem Hoffen und Glauben und Siegen.“ Aus dieser Erinnerung und aus der Betonung, daß ihm seine Parteigenossen danach glauben werden, daß er den Führer und seine letzten Gedanken kenne, wie wohl kaum ein anderer, folgerte Rudolf Heß, daß er blieb, was er war: Nationalsozialist in seiner ursprünglichen Bedeutung. Rudolf Heß sprach vom Kampf der nationalsozialistischen Bewegung, der an Rhein und Ruhr, im Arbeitsherzen Deutschlands, gemäß der Dichte der Menschen und der Schwere ihrer Arbeit mit am schwersten war im ganzen Reiche. Heute aber stände der deutsche Arbeiter auch im onoustriegebjet treu zum Nationalsozialismus und bilde dessen wesentlichstes Fundament.„Der Führer ist Euer bester Kamerad! Sein Streben gilt Euch!“ rief er den nationalsozialistischen Arbeitern zu. Nach einer Darstellung der Zustände des Deutichen Reiches von gestern ging Rudolf Heß in seiner Rede auf die bisher durch den Nationalsozialismus ereichten Glolge An und betonte vor allem, daß der Führer dem Leben der Deutschen wieder einen Sinn gegeben habe. Wenn nur das Problem der Arbeitslosigkeit seit der Machtübernahme des Nationalsozialismus in Angriff genommen wäre, so hätte der Nationalsozialismus bewiesen, daß er zur Macht berufen sei. Wäre nur die einzige innere politische Kampffront der SA und PO, der SS unv des Arbeitsdienstes entständen, so hätte allein der Nationalsozialismus seine Sendung dokumentiert. Hätte die Bewegung Adolf Hitlers nur der Jugend einen neuen Glauben an ihr Volk in die Herzen gelegt, so wäre allein daraus zu erkennen, wie zielrichtig der Weg gewe ist. Aber viel mehr ist noch erreicht: das deutsche Volk baut neue große Autobahnen, es ringt in Notjahren der Erde und dem Meere neuen fruchtbaren Boden ab, in Technik, Wissenschaft und Kunst bemüht es sich, führend in der Welt zu bleiben. Der Erhaltung der Familie und rassischen Sauberkeit gilt sein Streben. In all seinem Planen und Tun dokumentiert sich die Verwandlung des Volkes, das das rein materialistische Denken überwunden hat. „Wie lächerlich hebt sich all diesem Gegenüber der Nörgler ab! Er sieht etwas Großes, das er nicht begreift und für dessen Ausmaß er nicht aufnahmefähig ist. Eine vergangene Zeit hat ihm die innere Größe genommen, die Voraussetzung ist für das Begreifen des Geschehens in unseren Tagen.“ Mit diesen Kritikern, mit den böswilligen Kritikastern von außen her, für die alle das wesentliche Motiv ihrer Kritik der Aerger über das nationalsozialistische Können ist, lehnt Rudolf Heß für den Nationalsozialismus eine Oebatte ab. „Andererseits sind wir jeder sachlichen Kritik, die dem Wesen nationalsozialistischen Denkens entspricht, zugänglich, sofern sie auf geeignetem Wege vorgebracht wird. Der Weg führt über die Nervenstränge der Partei, dem lebendigen Bindeglied zwischen Führer und Volk. Niemals aber darf diese Kritik auf Straßen und Märkten allen Unberufenen in die Ohren geschrien werden zur Freude aller Feinde des neuen Deutschlands.“ Um so mehr aber müssen wirkliche nationalsozialistische Führer dafür Sorge tragen, daß berechtigte Kritik durchdringt. Demgegenüber betonte der Stellvertreter des Führers: seh „Ich erwarte von den Führern des Nationalsozialismus, daß sie mit offenen Ohren durch den ihnen anvertrauten Befehlsbereich gehen und alles, was der Kritik wert ist und durch Kritik geändert werden kann, nach oben melden, wobei sie auch der nüchternen Selbstkritik nicht vergessen mögen.“ Die Nationalsozialisten. führte er weiter aus, seien eine große deutsche Familie, auch ungeratene Kinder haben könne. Er sei Purkenlag Aoschläß in Sulsburg Der Stellvertreter des Führers spricht Die Abschlußkundgebung des Gauparteitages der RSDAP. Gau Essen im Duisburger Stadion konnte wegen des am Nachmittag plötzlich einsetzenden heftigen Regens nicht in der vorgesehenen Weise durchgeführt werden. Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, der auf dieser Schlußkundgebung eine große Rede halten wollte, sah davon mit Rücksicht auf die in dem weiten Stadionrund dem strömenden Regen ausgesetzten Kolonnen der SA., der SS., des Feldjägerkorps und der Amtsleiter ab. Gauleiter Staatsrat Terboven eröffnete kurz die letzte Kundgebung des Gauparteitages. Ein Erlebnis ganz besonders eindringlicher Art wurde die Ueberreichung des Ehrendolches der SA. an den stellvertretenden Gauleiter und Ehrenführer der Brigade 73, Unger. SA.=Obergruppenführer Schepmann feierte in einer ans Herz packenden Ansprache den nunmehr 70jährigen, aber immer noch jugendfrischen Kämpfer des Gaues Essen. Obergruppenführer Schepmann wußte diesen symbolischen Akt der Ueberreichung des Ehrendolches an den Freund Unger, in dem der Unbekannte SA.=Mann geehrt werde, zu einer erhebenden Feier zu gestalten. In kurzer Ansprache übermittelte der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, die Grüße des Führers. Ich rief er den versammelten SA.=Männern und Amtswaltern zu, daß Ihr in diesem mit Arbeit und Menschen angefüllten Gebiet besonders schwer zu kämpfen habt, daß viele von euch in den Werken des Reviers zum Teil schwer zu arbeiten haben, daß Ihr unter Lebensbedingungen arbeitet, die wir euch gern fern gewünscht hätten. Wir wissen aber auch, daß unser Führer Adolf Hitler einen Staat übernommen hat, der im Zusammenbruch stand, und es ist unmöglich, in wenigen Monaten oder gar Jahren die Gesundung herbeizuführen. Wir können nur eines tun, Arbeit und immer wieder Arbeit geben und die Voraussetzungen schaffen für ein Bessergehen des Einzelnen wie des ganzen Volkes. Ich weiß, daß Euer materielles Einkommen, Euer Lohn, sehr knapp ist, daß Euer Verzicht im Augenblick Kameradschaftsdienst bedeutet an denjenigen, die in Arbeit gekommen sind. In der kurzen Zeit von 1½ Jahren sind bis heute vier Millionen Arbeitslose wieder in Arbeit gebracht worden. sein, daß guch der Tag kommt des Bessergehens Augen führen, für den Einzelnen und das Volk. Der Him= beurteilt. mel hat seinen Segen auf uns herabgesandt, und die Kundgebung ist verregnet. Bedenkt aber eins: Was uns hier schlecht paßt, kommt den Bauern zur rechten Zeit. Oft, wenn dem el weit entfernt von einem Vollkommenheitsstandpunkt für alle Nationalsozialisten; aber was bedeute die Last, die hier und da ein Unterführer am falschen Ort dem Parteigenossen aufbürde, gegenüber der Last, die für alle das Deutschland der Unehre und des Niederganges bedeutete? „Mit Stolz sehen wir: Einer bleibt von aller Kritik stets ausgeschlossen— das ist der Führer. kommt daher, daß jeder fühlt und weiß: Er hatte immer recht und er wird auch immer recht haben... Wir glauben daran, daß der Führer einer höheren Berufung zur Gestaltung deutschen Schicksals folgt! An diesem Glauben gibt es keine Kritik!“ Es kommt überhaupt heute nicht auf die Kritik, sondern auf die Mitarbeit an. Wenn die nationalsozialistische Bewegung sich demgemäß gegen die Kritik um der Kritik willen wendet, und wenn sie den Feldzug gegen die Nörgler unter dem Motto„Wenn Du schlägst, dann schlage hart“ aufgenommen hat, so tut sie es aus ihrer grundsätzlichen Einstellung heraus, ein jeweiliges Ziel mit allen Kampfmethoden zu verfolgen. In vierzehnjähriger Kampfzeit hat sich dieser Grundsatz tausendfach bewährt. Besonders das Ausland möge sich diese Ihr dürft überzeugt grundsätzliche Einstellung mmt des Bessergehens Augen führen, wenn es de der RS9AP vor den derzeitigen Kampf Bauer Regen oder Hagel zu unrechter Zeit kommt, ist der Erfolg langer schwerer Arbeit zunichte. Wer von uns arbeitet, weiß: etwas bekommst du dafür wenigstens immer noch. Beim Bauer kann eine einzige Stunde die Arbeit von Monaten umsonst gewesen sein lassen. Zum Schluß seiner mit begeistertem Beifall aufgenomDie Haltung des deutschen Volkes ist dieselbe geblieben wie im November 1933. Darüber möge auch sich das Ausland nicht täuschen, iß— den undenkbaren Fall gesetzt— nach einem Abtreten des Nationalsozialismus von der politischen Bühne in Deutschland nur ein bolschewistisches Chaos folgen würde, dessen Radikalismus nicht nur für das eigene Land, sonderen besonders für die benachbarten menen Ausführungen gedachte der Stellvertreter Industriestaaten furchtbar wäre. des Führers mit einem dreifachen Sieg=Heil im! Zu besonderer Vorsicht mahnte Rudolf Heß Geiste echter Gemeinschaft der Bauern, denen der jene idealistischen Leichtgläubigen unter seinen Regen zur rechten Zeit kam. Parteigenossen, die manchmal in der Erinnerung Gauleiter Staatsrat Terboven verkündete an den Heroismus und an die herrliche Kameradsodann das Ende des in allen Teilen glänzend schaft in den Kampfzeiten der Bewegung dazu gelungenen Gauparteitages und bat den Stell= neigten, sich Provokateuren zuzuwenden, welche vertreter des Führers, dem Führer zu melden, Volksgenossen gegeneinander zu hetzen versuchen das dar C.;(eran maltauschat lich und erganie und dieses verbrecherische, Spiel mit dem Ehrennamen einer„zweiten Revolution“ bemänteln. Verantwortungsvolle wirkliche Nationalsoziainschaulich und organidaß sich der Führer auf daß der Gau Essen weltanie Iatorisch gerüstet ist und daß sich diesen Gau verlassen kann, Dem Stellverter des Führers und dem Führer ein dreifaches SiegHeil! Ein Vorbeimarsch auf der Königstraße beschloß den Parteitag. Stsenbahnunglau der Farke Personenzug auf Güterzug aufgefahren— Ein Toter und 42 Verletzte Ein Zugzusammenstoß, bei dem eine Person getötet und insgesamt 42 Personen mehr oder weniger schwer verletzt wurden, ereignete sich am Sonntag kurz vor Mitternacht in der westlichen Bannmeile von Paris. Kurz vor dem Bahnhof Houilles fuhr ein vollbesetzter Personenzug auf einen Leergüterzug auf, der infolge ungenügenden Dampfdruckes auf der Strecke lag. Bei dem Zusammenstoß schoben sich einige Wagen ineinander, andere sprangen aus den Schienen. Mehrere Reisende, darunter drei mit schweren Schädel= und Beckenbrüchen, sind in das Krankenhaus von Ranterre eingeliefert worden. Andere konnten nach Anlegung von Notverbänden weiterbefördert werden. Erst nach langen Bemühungen gelang es, den Maschinisten, der zwischen zwei Eisenplatten eingeklemmt war, aus seiner gefährlichen Lage zu befreien. Er ist seinen schweren Verletzungen im Krankenhaus erlegen. Der Zugzusammenstoß hätte leicht zu einer größeren Katastrophe führen können, weil im gleichen Augenblick auf einem Nebengleis der Schnellzug Cherbourg—Paris heraubrauste. Glücklicherweise waren keine Trümmer, die den Schnellzug hätten zur Entgleisung bringen können, auf dieses Gleis gefallen. Aukobusunfall französischer Makrosen Ein Toter, acht Schwerverletzte Aus Oran wird gemeldet, daß am Sonntagabend ein Autobus, in dem sich Angehörige eines französischen Flottengeschwaders befanden, mit einem Lastkraftwagen zusammenstieß. Ein Matrose wurde auf der Stelle getötet, acht andere sind schwer verletzt worden. Fünf Tole und acht Verletzte Schwerer Kraftwagenunfall in Amerika Bei einem Zusammenstoß von zwei Kraftwagen in Evansville im amerikanischen Staate Indiana wurden am Sonntag fünf Personen getötet und fünf verletzt. Später raste ein weiterer Kraftwagen in die Menschenmenge hinein, die sich an der Unfallstelle versammelt hatte, und verletzte drei Personen. listen müßten verhindern, daß unser Volk samt den wahren Revolutionären durch solche Gedankengänge schwersten Schaden litte. Denn es müßte Schaden leiden, wenn Phantasten mit Scheuklappen sich in Revolutionsspielerei ergingen: Revolutionen in Staaten mit komplizierten modernen Wirtschaften, an denen das Leben der Völker hängt, können nicht nach Vorbildern aus dem 18. Jahrhundert oder nach dem Muster der alljährlichen Revolutiönchen kleiner exotischer Republiken gemacht werden. Nur der Führer kann Tempo und Richtung seiner Revolution angeben:„Nur er allein kann vollenden, was er begonnen, nur er allein kann uns geben, was wir alle ersehnen.“ „Vielleicht hält Adolf Hitler es für nötig, eines Tages die Entwicklung wieder mit revolutionären Mitteln weiterzutreiben. Wir stehen seines Befehls gewärtig— im Vertrauen, daß er seine alten Revolutionäre ruft, wenn es nötig ist, und daß er weiß, wann es nötig ist.“ „Der Befehl des Führers, dem wir Treue schworen“, so rief Rudolf Heß seinen Partei= und Volksgenossen zu,„allein hat Geltung. Wehe, dem, der die Treue bricht im Glauben, durch eine Revolte der Revolution dienen zu können. Adolf Hitler ist Revolutionär größten Stils und bleibt innerlich revolutionär größten Stils. Er braucht keine Krücken.“ Die nationalsozialistische Revolution war nicht um ihrer selbst Willen nötig, sie war nötig um der Taten willen, die aus ihr geboren wurden und in Zukunft geboren werden. Mit dem deutschen Arbeiter wird die nationalsozialistische Führung diese Taten vollenden. Rudolf heß im Ruhrgebiet 0*; Gesprich“ Grubeneinfahrt auf Zeche„Heineny“.— Werksbesichtigung bei Krupp Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, der am Sonntag an dem Gauparteitag der NSDAP, Gau Essen, teilgenommen hatle, weilte auch am Montag noch im Ruhrgebiet. Am Vormittag unternahm er in Begleitung des Gauleiters Staatsrat Terboven und des Bezirksleiters Nordwest der Deutschen Arbeitsfront, Johlitz, unter Führung von Bergwerksdirektor Petersmann eine mehrstündige Grubenfahrt auf der Zeche„Heinrich“, in Ueberruhr bei Essen. Man hatte gerade diese Zeche gewählt, weil hier infolge der überaus hohen Zahl von Feierschichten die Notlage der Bergarbeiter besonders groß ist. Der Stellvertreter des Führers, der durch diese Besichtigung den hier in hartem Daseinskampf und unter schwierigen Lebensbedingungen arbeitenden Volksgenossen seine besondere Anteilnahme zum Ausdruck bringen wollte, wurde überall mit großer Herzlichkeit begrüßt. Am Nachmittag besichtigte Rudolf Heß mit seiner Begleitung unter Führung des Werksführers Dr. Krupp von Bohlen und Halbach, Prof. Dr. Goerens und andere Mitglieder des Kruppdirektoriums eine Reihe von Betrieben der Kruppschen Gußstahlfabrik. Die Besichtigungsfahrt führte vom Lichthof des Hauptverwaltungsgehäudes zum Schmiedepreßwerk, zu einigen mechanischen Werkstellen, zum Blechwalzwerk und schließlich zum Hüttenwerk in Borbeck. Am späten Nachmittag begab sich Rudolf Heß nach Köln, wo er vom Reichssender Köln aus keine große Rede an das deutsche Volk hielt. Katholikentag in Berlin 60 000 Katholiken auf der Rennbahn Hoppegarten Vor den Toren Berlins, im Hoppegarten, hielten am Sonntag die katholischen Christen Berlins den 32. Katholikentag im Bistum Berlin ab, zu dem sich annähernd 60000 Menschen auf den weiten Zuschauerplätzen der Rennbahn versammelt hatten. Hunderte von Fahnen der katholischen Jugendorganisationen und Vereine, Abordnungen katholischer Studentenverbindungen in vollem Wichs gaben der kirchlichen Feier einen bunten Rahmen. Unter den zahlreichen Ehrengästen sah man die Reichsminister Schmitt und von Eltz=Rübenach, Staatssekretär Lammers sowie die Gattin und die Töchter des Vizekanzlers von Papen und hohe Würdenträger der Kongregationen und Orden. Der diesjährige Katholikentag des Bistums Berlin stand im Zeichen der Weihe an das heiligste Herz Jesu. Glockengeläut und die Klänge der Papstfanfaren leiteten das feierliche Pontifikalamt ein. In langsamem Zuge begaben sich der päpstliche Nuntius Cesare Orsenigo und der Berliner Bischof Dr. Nikolaus Bares nach dem Altar. Unter Assistenz der Domgeistlichen zelebrierte der Dischof persönlich das Pontifikalamt. Am Schluß der Messe teilten Dr. Bares und 25 Priester an Tausende von Gläubigen die heilige Kommunion aus. Besonders feierlich gestaltete sich sodann die Weihe des Bistums an das heiligste Herz Jesu. Nach einem Wechselspruch schritt Bischof Dr. Bares in vollem Ornat, auf dem Haupte die Mitra und in der linken den Krummstab des Seelenhirten, zum Altar. In seiner Predigt führte Dr. Bares aus, daß die Weihe seines Bistums an das heiligste Herz Jesu ein Schutzdamm sein solle gegen die Versandung des religiösen Lebens, gegen Abgestumpftheit des religiösen und sittlichen Lebens sowie gegen die Gefahren, die die Geweinde der Gläubigen bedrohen könnten. Dann vollzog der Bischof den Akt der Weihe durch ein Gebet. Das gemeinsam gesprochene „Vater unser“ leitete über zum feierlichen„Te Deum“, das den Abschluß des Vormittagsgottesdienstes bildete. Nach einer Mittagspause vereinigten sich um 14 Uhr die Teilnehmer des 32. Katholikentages noch einmal zu einer Andachtsstunde, in der das Allerheiligste ausgesetzt wurde. Nach dem Tantum ergo erteilte der Bischof den versammelten Gläubigen den sakramentalen Segen. der den Seulschiuns I..9 Preisverteilung im Berliner 300 Auf dem Abschiedsessen, das die Teilnehmer an dem Deutschlandflug 1934 im Marmorsaal des Berliner Zoos anläßlich der Preisverkündung vereinte, nahm der Präsident des Deutschen LuftsportVerbandes. Loerzer, das Wort. Er gedachte mit großer Anerkennung der an diesen vier Tagen vollbrachten Leistungen. Es habe sich entsprechend dem Willen des Reichsluftfahrtministers nicht darum gehandelt. Einzelleistungen zu vollbringen, sondern Gemeinschaftsleistungen. Bei diesem Fluge hätte er selbst die Früchte der Arbeit des vergangenen Jahres festgestellt.— Während die Fliege und Gäste sich von den Plätzen erhoben, gedachte Loerzer der drei Opfer des Deutschlandfluges. die für ihre Idee gefallen seien. Es sei aber nicht Fliegerart, traurig den Kopf hängen zu lassen. Der Flieger wie überhaupt der Kämpfer werde durch die Opfer der Kameraden angespornt zu böheren Die Ergebnisse des Wettbewerbes wurden dann wie folgt bekannt gegeben: 1. Gruppe Hannover, 2. Württemberg, 3. Oberschlesien. 4. Mannheim, 5. Hessen=Darmstadt, 6. Oberbayern. 7 Berlin(Gruppe Geyer). 8. Berlin(Gruppe Christiansen), 9. Bremen, 10. Berlin(Lustbansa), 11. Danzig=Langfuhr. 12. Königsberg, 13. Humourg= Altona, 14. Ruhr=Niederrhein, 15. Berlin(Gruppe Seger), 16. und 17. Berlin(Gruppe Mohn), 18. Dresden, 19. Osnabrück, 20. Magdeburg, 21. Düsseldorf. In später Nachtstunde erschien, jubelnd begrüßt. Reichsluftfahrtminister General Göring, der es sich nicht hatte nehmen lassen, im Nachtslug von Nürnberg nach Berlin zu eilen, um einige Zeit im Kreise der Fliegerkameraden zu verbringen. Er nahm dann persönlich die Verteilung der Preise Reichsminister Göring bat die siegreiche Mannschaft der Fliegergruppe Hannover an seinen Tisch und hielt dann eine Ansprache, in der er die Leistungen der Deutschlandflieger mit großer Anerkennung würdigte. Der Schneid und der hohe Kameradschaftssinn, die die Teilnehmer des Deutschlandfluges beseelt haben, ließen erkennen, daß der alte deutsche fliegerische Geist lebendig geblieben ist. Die vollbrachten Leistungen erfüllten ihn mit stolzer Freude. Der jungen Generation. die sich begeistert dem Flugsport widmet, möge der sportliche Ehrgeiz und das Draufgängertum, den die Deutschlandflieger gezeigt haben, Anreiz und Vorbild sein. Nach einem dreifachen Sieg=Heil auf den Führer, dem die Deutschlandflieger auf ihrem Fluge ihre Huldigung darbringen konnten, überreichte General Göring der siegreichen Mannschaft den von ihm gestifteten Wanderpreis in der Erwartung, daß der Mannschaft Hannover, nachdem sie zweimal den Preis errungen hat, auch im dritten Jahre der Erfolg beschieden sein möge. Hoschlaß dre Nirderfaussen=Enger Eine Rede des Reichsministers Rust in Braunschweig Die Kundgebung bei der Burg Heinrichs des Löwen in Braunschweig gestaltete sich zu einem machtvollen Abschluß des Niedersachsen=Tages. Vom Burgplatz mit dem Löwen, den von zwei Seiten die Burg Dankwarderode und der Dom St. Blasien begrenzen, übertrugen Lautsprecheranlagen die Reden des Reichsleiters Rosenberg und des Reichsministers Rust über ein weites Stadtgebiet. Hitlerjugend. Marinejugend und Bund deutscher Mädel batten rund um das Denkmal des Löwen Aufstellung genommen.„„ 4 Nach einer offiziellen Begrußung vurch Gauleiter=Stellvertreter Schmalz und dem Niedersachsen=Lied sprach zunächst Reichsleiter Alfred Rosenberg. der, wie in seiner Rede in Verden, den Kampf des deutschen Volkes um seine Wiederbesinnung auf sein ureigenes Wesen als die gerechte Bewertung der geschichtlichen Persönlichkeiten und der Tatsachen darlegte. Anschließend trat Reichsminister Rust vor das Mikrophon. Das deutsche Volk hat neu wallfahrten gelernt. Wir wandern zum einsamen Gedenkkreuz Schlageters, zum Grabe Horst Wessels, dem Symbol des Kämpfers der letzten 15 Jahre, wir schauen zurück in die Geschichte und erkennen Gestalten. die einsam kämpften und nicht immer Sieger waren. Von ihnen lernen wir das, was uns heute beseelt. Wir stehen hier beim Denkmal des Löwen an beiliger Stätte. Zwar könnte man die Zerschlagung der Macht des Löwen durch Barbarossa als ein geschichtliches Ereignis bestrafter Diszivlinlosigkeit bezeichnen, wenn wir nicht die Zusammenhänge sehen würden, die das Schicksal noch größer machen. Die römische Kaiseridee, die dem Handeln Barbarossas zugrunde lag, war eine Belastung mit fremdem Gut. Man hat sich zu Unrecht mit dieser fremden Tradition belastet, und die Folgen dieser fremden Tradition sind nicht ausgeblieben. Immer wieder mußten deutsche Kaiser und Könige hinunterziehen und deutsches Blut vergießen im Morgenlande und in Italien. Gegen diesen Traum stellte der Löwe seine Welt, und wir fügen hinzu: unsere Welt. Wir erkennen das ewige Gesetz, daß Menschen, die sich aus der eigenen Geschlechterkette lösen, anfechtbar werden in der Weltgeschichte. Das hat bereits Heinrich der Löwe erkannt. Er kämpfte für dieses Volk und für seinen Platz. Wir können uns heute, nachdem uns einmal dieses Gesetz bekannt geworden ist, nicht mehr von ihm lösen. Wir sehen nicht nur auf die Gestalten Widukinds und Heinrichs des Löwen. Es erscheinen vor unseren Augen auch jene Gestalten, die deutsche Sittlichkeit und deutsche Naturverbundenheit in grauer Vorzeit als Göttergestalten schuf. Wir lieben diese Gestalten und verwahren uns gegen jene ewig Unverbesserlichen, die sagen, wir wollten neben die gotischen Dome Wotanhallen bauen. Darauf haben wir nur eine Antwort: Wir haben nicht gekämpft, um beidnische Tempel zu bauen, sondern um ein deutsches Volk zusammenzuschließen wie Pech und Schwesel. hafter Beifall.) Wir verlangen, daß man von uns nicht auss neue fordert, daß wir uns trennen sollen von dem, was unseren Vätern heilig und edel war.(Erneuter Beifall.) Wie wir keine Tempel bauen wollen gegen die christlichen Kirchen, so wollen wir auch keine Walhalla als Ersatz für den christlichen Himmel. Aber eines wollen wir: Es soll sich dieser christliche Himmel wölben über einer freien deutschen Erde(langanhaltender Beifall), und diese Erde wird nur frei sein, wenn ein einiges Volk dasteht, das auf dieser Erde seiner Schicksalsverbundenheit auf ewig bewußt ist, und darum wollen wir nicht, daß dieses Volk in Konsessionen auseinandergeht, sondern daß es sich zusammenfindet. Der Minister verwies dann auf seine vor zwei Wochen gemachten Ausführungen, die den unnützen Kampf beenden sollten und wiederholte, man möge den letzten Schritt tun, und das Kreuz in der Kirche und das Hakenkreuz auf dem Thingplatz und dem Sportpalast herrschen lassen. Dort, wo wir weltanschaulich die deutsche Zukunft und die deutschen Menschen zusammenbringen können, da dürfen sie nicht voneinander getrennt werden. Der hirtsiefer-Prozeß Im Hirtsiefer=Prozeß begann am Montag die Zeugenvernehmung über den Anklagekomplex Reichszentrale... Mpinig rialust 2 Als erster Zeuge wird der Ministeriatrat Freiherr von Gemmingen vernommen, der als Beamter des Reichsarbeitsministeriums als Reichskommissar für die Organisation Reichszentrale beordert war. Die Frage des Vorsitzenden, ob die Kinderverschickung auch nationalpolitischen Zielen diene, bejahte dieser Zeuge. Umwandlung von Todesstrafen in lebenslangliche Zuchthausstrafen Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der preußische Ministerpräsident die von dem Schwurgericht in Berlin am 24. 7. 1933 gegen Paul Foelz und Ewald Szezodry wegen gemeinschaftlichen Mordes verhängten Todesstrafen in lebenslängliche Zuchthausstrafen umgewandelt. Der preußische Ministerpräsident hat von seinem Begnadigungsrecht Gebrauch gemacht, weil die Verurteilten sich an dem am 12. 5. 1932 auf die Gastwirtschaft„Zur Linde“ in Berlin=Lichtenberg verübten Ueberfall nicht führend beteiligt, vielmehr auf Anordnung der flüchtigen Haupttäter gehandelt haben, und weil durch ihre Schüsse auch nachweislich niemand getötet oder verletzt worden ist. „Graf Zeppelin“ fliegt 160 Kilometer Das Luftschiff„Graf Zeppelin“ legte auf seiner dritten Südamerikafahrt in der Nacht zum Montag nach Meldungen der Deutschen Seewarte stündlich 160 Kilometer zurück. Diese enorm hohe Durchschnittsgeschwindigkeit wurde durch Rückenwinde begünstigt. Das Luftschiff erreichte um 2 Uhr MEZ die Kanarischen Inseln und wird in den Mittagsstunden bereits die Kapverdischen Inseln erreicht haben. Es fuhr in einer Höhe von 300 Meter. Der Himmel war wolkig bis bedeckt. Kruftigung des Sauermumte Die Gebietsumlegungen der Bauernstellen Der Kardinalprimas von Polen in München Der Kardinalprimas von Polen, Dr. Hlond, ist am Sonntag mit seinem Sekretär in München eingetroffen. Er wurde am Bahnhof u. a. vom päpstlichen Nuntius begrüßt. Am späteren Vormittag stattete der Gast verschiedene Besuche ab. Am Montag fuhr Dr. Hlond nach Oberammergau zum Passionsspiel. Zum Gesetz über die Aenderung der Umlegungsordnung hat, wie das Rdz. meldet, Reichsminister Darré in seiner Eigenschaft als preußischer Landwirtschaftsminister Ausführungsanweisungen erlassen, aus denen sich die große Bedeutung der Gebietsumlegungen für die Kräftigung des Bauerntums ergibt. Der Minister bezeichnet die Erhaltung und Mehrung eines lebensfähigen Bauerntums als Quelle des deutschen Volkes als eine wichtige Staatsaufgabe. Während in der Siedlung durch Aufteilung von Großbesitz neues Bauerntum geschaffen wird, solle die Umlegung vorhandenen Bauerntums kräftigen und stärken und dabei insbesondere die durch dauernde Realteilungen herbeigeführte unwirtschaftliche Zersplitterung Teisrhung der Karsten Zeikum 2 pfer Erhebende Trauerfeier Am Sonntagnachmittag fand in Beuthen unter großer Beteiligung die feierliche Beisetzung der sechs in der Karsten=Centrum=Grube verunglückten Bergknappen statt. Als Vertreter des preußischen Ministerpräsideuten Göring war Gauleiter Oberpräsident Brückner erschienen. Um 16 Uhr fand in der städtischen Leichenhalle die Einsegnungsfeier statt. Zwischen Lichtkandelabern und frischem Grün standen die Särge. Vor ihnen hielten Bergknappen in Uniform und Mitglieder der SA=Motorstaffel mit trauerumflorten Fahnen die Ehrenwache. Pater Scholl, genannt der„Kumpelpater“, hielt eine tief zu Herzen gehende Trauerrede. Nach der Einsegnung durch Prälat Schwierck setzte sich der gewaltige Trauerzug unter dem Geläut der Kirchenglocken in Bewegung. Nationalsozialistische Organisationen sowie die Vereine und Verbände bildeten Spalier. Dahinter stauten sich die Menschenmassen, die die Toten mit erhobenen Händen in ehrfurchtsvollem Schweigen grüßten. Am offenen Gemeinschaftsgrabe ergriff u. a. auch Oberpräsident Helmut Brückner das Wort, der im Namen des Ministerpräsidenten den toten Bergknappen den letzten Gruß überbrachte und den Hinterbliebenen sein und der preußischen Staatsregierung herzliches Beileid aussprach. Rach ihm sprachen die Vertreter der städtischen und Bergbehörden sowie der Partei. von Grund und Boden beseitigen und die vorhandenen Bauernstellen lebensfähiger machen. Die hohe staats= und volkswirtschaftliche Bedeutung der Umlegung erfordere es, die Entscheidung über die Inangriffnahme nicht weiterhin dem Zufall örtlicher Mehrheitsbeschlüsse zu überlassen. Das Gesetz übertrage sie daher dem Oberpräsidenten. Dabei müsse im Einzelfalle die Lage der Beteiligten usw. sorgfältig geprüft werden, um die zu erzielenden agrarpolitischen und wirtschaftlichen Erfolge klar übersehen zu können. Um bei dem amtlichen Vorgehen die lebendige Fühlungnahme mit dem Bauerntum zu gewinnen, würden die Kulturamtsvorsteher mit den Kreis= und Ortsbauernführern, der Oberpräsident mit dem Landesbauernführer ins Benehmen zu treten haben. Der Minister wünscht ferner eine umfassende Planung des Umlegungswerkes unter Berücksichtigung wichtiger Gesichtspunkte, wie z. B. der Schaffung von Wegenetzen, eines einheitlichen Ent= oder Bewässerungssystems usw. Aus dem eingestürzten Stollen gevorgen Wie bekannt, ereignete sich am Samstag auf der Redengrube in Dombrowa bei Kattowitz ein schweres Einsturzunglück, wobei drei Bergleute unter den Kohlenmassen verschüttet wurden. Nach über 24stündiger gefahrvoller Arbeit gelang es den Bergungsmannschaften, an die Unglücksstelle vorzudringen. Ein Bergmann konnte nur noch als Leiche geborgen werden; die beiden anderen wurden besinnungslos zu Tage gebracht. Es besteht wenig Hoffnung, die völlig Erschöpften am en zu erhalten. Belagerungszustand in Amoi In der Nacht zum Sonntag wurde, wie aus Schanghai gemeldet wird, in einem japanischen Hotel in Amoi von Unbekannten eine Bombe geworfen. Nach den bisherigen amtlichen Mitteilungen sind Opfer nicht zu beklagen. Das japanische Generalkonsulat, das festgestellt hat, daß die Bombe von einer Gruppe Chinesen geworfen wurde, hat sofort bei den chinesischen Behörden eine Protestnote überreicht und betont, es werde gezwungen sein, die japanische Regierung um Schutz der Japaner in Amoi durch Kriegsschiffe zu ersuchen. Die chinesischen Behörden behaupten, daß die Bombe nicht von chinesischen Staatsangehörigen geworfen worden sei. Die chinesischen Behörden haben zur Aufrechterhaltung der Ruhe in der Stadt den Belagerungszustand verhängt. Autodieb fährt in ein Schaufenster und verletzt fünf Personen In München geriet ein Personenkraftwagen auf den Bürgersteig und zertrümmerte das Schaufenster eines Schuhwarengeschäftes. Fünf Personen wurden von dem Kraftwagen angefahren und gegen das Schaufenster geschleudert. Alle fünf Personen mußten mit Knochenbrüchen und Schnittverletzungen in die Klinik gebracht werden. Der Führer des Kraftwagens, der wahrscheinlich auch Schnittwunden erlitten hat, ist unmittelbar nach dem Unfall geflüchtet. Er hatte den Kraftwagen kurz vorher gestohlen. bechs Tote bei Gewitterstürmen im amerikanischen Mittelwesten Mehrere Staaten des amerikanischen Mittelwestens wurden von schweren Gewitterstürmen heimgesucht, durch die sechs Personen ums Leben kamen. Der Sachschaden wird auf eine halbe Million Dollar beziffert. In mehreren Städten brachen infolge Blitzschlages Brände aus. Die Telephon=, Telegraphen- und Kraftleitungen sind meilenweit zerstört. Neger in Stücke gehackt und erschossen In einer Regertanzhalle in Manchester im amerikanischen Staate Tennessee versetzte ein Schwarzer einem Weißen, der mit Freunden den Tanz besucht hatte, aus irgendeinem einen Schlag. Er wurde darauf von den Weißen fortgeschleppt, mit einer Axt zerhackt und schossen. Acht weiße Männer sind unter der Anschuldigung des Mordes verhaftet worden. Toller Verbrecherstreich in Amerika Aus Lubbock(Texas) wird ein neuer toller Verbrecherstreich gemeldet. Vier Schwerverbrecher, darunter zwei Mörder, benutzten den Besuch des Gefängnisses durch einen Bankier und einen Richter, um auszubrechen und die beiden als Geiseln mitzunehmen, nachdem sie sich vorher mit Maschinengewehren und Revolvern bewaffnet hatten. Die Geiseln wurden von den Verbrechern in einem Kraftwagen mitgeführt und erst nach einer Fahrt von über 100 Kilometer freigelassen. Von den Ausbrechern fehlt jede Spur. Nr. 146(Zweites Blatt) „Schwerter Zeitung“ Dienstag, 26. Juni 1934 Ageren Kelmat Schwerte(Ruhr), Dienstag den 26. Juni 1934 Tagesspruch Man rettet gern aus trüber Gegenwart Sich in das heitere Gebiet der Kunst, Und für die Kränkungen der Wirklichkeit Sucht man sich Heilung in des Dichters Träumen. Uhland. Vom Wetter Aussichten für den Wetterdienstbezirk Essen. Dienstag: Bei schwachen, um Südwest schwankenden Winden veränderliche, stärkere Bewölkung. Nach strichweise auftretenden Gewittern oder Gewitterregen nur wenig Abkühlung. Mittwoch: Südwestliche Winde bei wechselnder Bewölkung. Zeitweise Niederschlag in Schauerform nicht ausgeschlossen. Warm. Betriebsunfall. Auf dem RAW. ereignete sich gestern morgen ein Betriebsunfall. Der Praktikant J. wurde dadurch verletzt, daß ihm ein Gewicht auf den Fuß fiel, die Zehen wurden gequetscht. Mit dem Sanitätsauto wurde der Verletzte ins Krankenhaus gebracht. “ Ferienplan. Der Landrat teilt mit: Für die Schulen in den Aemtern Ergste, Menden, Westhofen, Oestrich und die Schule in Schwerterheide: Letzter Schultag Donnerstag, den 26. Juli 1934, erster Schultag Dienstag, den 21. August 1934. Ferienrest von 14 Tagen im Herbst. In allen Schulen ist am letzten Schultage der Unterricht nach der zweiten Unterrichtsstunde des planmäßigen Vormittagsunterrichts zu schließen. + Staatssekretär Reinhardt spricht. Die Reichsleitung teilt mit: Staatssekretär Reinhardt vom Reichsfinanzministerium spricht über die Grundsätze der neuen Steuerreform am heutigen Dienstag, 26. Juni, im Reichssender Berlin. Der Vortrag wird von 20,10 bis 20,30 Uhr gehalten und von allen deutschen Sendern übernommen, mit Ausnahme des Deutschlandsenders, der den Vortrag am Mittwoch von 20,30 bis 21,00 Uhr von Wachs überträgt. + Neue Fernkraftpostlinie. Im Anschluß an die„Deutsche Alpenpost“ von Berchtesgaden nach Lindau(Bodensee) betreibt die Deutsche Reichspost vom 1. Juli dieses Jahres an eine neue Fernkraftpostlinie, die„Bodensee=Schwarz= wald=Post’, von Lindau über Freiburg(Breisgau) nach Baden=Baden. Die Fahrt auf der neuen Strecke führt durch die schönsten Gegenden des Badnerlandes. Im Rothaus(südlicher Schwarzwald) ist Uebergang auf die schon längere Zeit bestehende Fernkraftpostlinie Heidelberg=Luzern möglich. Jahrgang 1922/23: 1. Helene Kramer 54 P. 2. Erika Steinschulte 48 P. 3. Elli Roß 45 P. 4. Waltraud v. d. Kerkhoff 44 W. 5. Margarete Exnowsky 43 P. 6. Waltraud Simon 40 P. Knaben: Jahrgang 1920/212 1. Wilhelm Werth 54 Punkte. 2. Heinz Wöllenstein 51 P. 3. Günther Mielke 49 P. 4. Walter Kohn 47 P. 5. Alfred Kaup 44 P. 6. Otto Steinke 43 P. Jahrgang 1922/23: 1. Richard Werner 67 P. 2. Willi zur Nieden 59 P. 3. Günther Bolege 58 P. 4. Horst Kerber 57 P. 5. Arthur Wilkes 55 P. 6. Helmut Zorzi 55 P. Dad Beuische ,agleser in öchwerie! Hochbetrieb auf allen Sportplätzen während der Wettkämpfe der Schüler und Schülerinnen.- Gute Organisation.- Die leichtathletischen Wettkämpfe der männlichen und weiblichen Jugend.- Heinz Arndt, VfL. Schwerte erreicht die Höchstpunktzahl 6s.- Der Bund deutscher Mädel zeigt gute Leistungen und hat unter 20 Teilnehmerinnen 11 Siegerinnen. Schwerte, 26. Juni. Der vergangene Samstag, der 23. Juni, stand ganz im Zeichen der Jugend. Auch in Schwerte traf sich auf dem Sportplatz Schützenhof die männliche und weibliche Jugend, um dort die im ganzen deutschen Reich eingesetzten leichtathletischen Wettkämpfe auszutragen. Schon am Vormittag sah man reges Leben und Treiben auf allen Sportplätzen von Schwerte und Umgegend. Die schulpflichtigen Knaben und Mädchen standen sich im friedlichen Dreikampf gegenüber. Die Organisation war vorbildlich, die Lehrer waren alle zur Stelle. Am Nachmittag folgten dann die leichtathletischen Kämpfe der männlichen und weiblichen Jugend von 14 bis zu 21 Jahren, eingeteilt nach Jahrgängen. Folgende Vereine hatten eingefunden: Turnverein Jahn Schwerte, Schwerter Turnerschaft, BfL. Schwerte, Reichsbahn Schwerte, der BdM. und die weibliche Jugend des Reichsbahn Turn= und Sportvereins. Es wurden durchweg befriedigende Leistungen gezeigt. Dem BdM. gebührtein besonderes Lob: Mit 20 Mädeln nahm man an den Kämpfen teil und hatte somit die größte Teilnehmerzahl zu verzeichnen. Die Höchstpunktzahl wurde von dem Jugendlichen Heinz Arndt, VfB. Schwerte, erzielt. Mit 68 Punkten setzte sich der eifrige Junge über die Leistungen aller anderen hinweg. Allein im Kugelstoßen holte der junge Anfänger 28 Punkte heraus. Der 100=Meter=Lauf brachte ihm 23 Punkte ein und der Weitsprung sorgte für die fehlenden 17 Punkte. An die zweite Stelle rückt Otto Reinert, Turnverein Jahn mit 59 Punkten, welchem kurz auf den Fersen sein Vereinskamerad Wilhelm Buschkämker mit 56 Punkten folgt. Aber auch die weibliche Jugend wollte nicht zurückstehen. Beim BdM. holte Lotte Stark 56 Punkte und Gertrud Geisel konnte 55 Punkte aufweisen. weisen. Auch die Mädel vom ReichsbahnTurn= und Sportverein wollen wir nicht vergessen. Grete Heinz und Edith Zorzi ten ihre große Form und kamen mit je 58 Punkten heraus, und die Vereinskameradin Hilde Kleppmann belegte einen guten Platz mit 51 Punkten. Im großen und ganzen kann man mit den gebotenen Leistungen voll und ganz zufrieden sein. Man kann hier einmal wieder sehen, daß auch in Schwerte die Leichtathletik eine Zukunft hat. Der Termin der Siegerehrung liegt noch nicht fest, wird aber frühzeitig bekannt gegeben. Die Ergebnisse der männl. und weibl. Jugend von 14 bis 21 Jahren: Männliche Jugend: Jahrgana 1915: 1. Otto Reinert, Jahn Schwerte, 59 Punkte. 2. Wilb. Meinold, Reichsbahn, 50 P. 3. Walter Salzmann, Jahn, 40 P. 4. Rudolf Löhr, Reichsbahn, 40 P. 5. Franz Bethlehem, Reichsbahn, 39 P. 6. Heinrich Bergmann, Schw. Turnersch., 39 P. 7. Werner Dörfler, Reichsbahn, 38 P. 8. Wilh. Swolana, Jahn, 37 P. 9. Hans Schmidt, Reichsbahn, 32 P. 10. Arthur Becker, BfL., 28 P. Jahrgang 1916/17: 1. Wilh. Buschkämper, Jahn. 56 Punkte. 2 Hans Imbecg BfL., 30 fl 3. Heinz Brinz, 8/8, 13 R. Jahrgang 1918/19: 1. Heinz Arndt, VfL., 68 Punkte. 2. Werner Kreikenbaum, BfL., 53 P. 3. Manfred Voß, BfL., 48 P, 4. Hans Kreidt, BfL., 47 P. 5. Erwin Hilker, BfL., 44 P. 6. Emil Körber, BfL., 21 P. Bund deutscher Mädel: Jahrgang 1915: 1. Grete Externbrink 40 Punkte. 2. Elfriede Prinz 35 P. 3. Hilde Hengstenberg 34 P. Jahrgang 1916/17: 1. Gertrud Geisel 55 Punkte. 2. Hedwig Staat 43 P. 3. Anneliese Brockmann 41 P. 4. Milly Gräwe 24 P. Jahrgang 1918/19: 1. Hildegard Brieke 50 Punkte. 2. Anneliese Schmitz 47 P. 3. Ursula Ihlefeld 45 P. 4. Else Schneider 40 P. 5. Ilse Brieke 36 P. 6. Liesel Grürmann 32 P. 7. Helene Kritzler 28 P. 8. L. Wessinkhagen 24 P. Jahrgana 1920/21: 1. Lotte Stark 56 Punkte. 2. Hanni Graumann 47 P. 3. Grete Scheiber 44 P. 4. Hilde Maus 36 P. 5. Gerda Schött 17 P. Reichsbahn=Turn= und Sportverein: Jahrgang 1915: 1. Edith Zorzi 58 Punkte. 2. Elfriede Heinecke 32 P. 3. Wilhelmine Messinghage 20 P. Jahrgang 1918/19 und 1920/21: 1. Hilde Kleppmann 51 Punkte. 2. Maria Sczimarowski 37 P. 3. Grete Hinz 58 P. * Ergebnisse der Schulen Bismarckschule Schwerte, 26. Juni. Bei herrlichstem Wetter versammelten sich Schüler, Schülerinnen und Lehrer am Sonnabend um 7,30 Uhr auf ihrem Schulplatz, alle voller Erwartung und Spannung. Die alte Schulfahne voran, ging es in frischem Schritt und unter fröhlichen Marschliedern zum Sportplatz des Turnvereins Jahn, Schwerterheide. Der Verein hatte in vorbildlicher Weise den Platz für die Wettkämpfe hergerichtet und half dadurch mit zur raschen Abwicklung der Kämpfe. Nach Einteilung der Riegen wies der Schulleiter, Rektor Schulte, alle Teilnehmer auf die Bedeutung des Tages hin: Während bei den früheren Reichsjugendwettkämpfen nur immer diejenigen Kinder sich am Wettkampf beteiligten, deren Sieg fast gewiß war, so ist in diesem Jahre eine ganz einschneidende Aenderung vorgenommen. Heute ist es Pflicht eines jeden Kindes, vom 11. Lebensjahre ab das Jugendfest mitzumachen. Diese Erfassung der gesamten Jugendlichen zur körperlichen Ertüchtigung ist geboren aus dem Willen der Reichsregierung, ein starkes, kräftiges und widerstandsfähiges Geschlecht heranzubilden. Nach einem dreifachen Sieg=Heil auf den Reichspräsidenten und den Reichskanzler wurden die beiden Nationallieder gesungen. Nach der Ansprache übergab Rektor Schulte die technische Durchführung der Kämpfe Lehrer Honsalek. Durch eine gut verbreitete Einteilung der Riegenführer, Kampfrichter und des Berechnungsausschusses wickelten sich die Kämpfe (Lauf, Schlagballweitwurf, Weitsprung) reibungslos und schnell ab. Vor der Siegerverkündigung ermahnte Lehrer Honsalek nochmals alle Kinder, Turnen und Sport zu betreiben, damit sie die Forderungen des Führers erfüllten. Das Ergebnis der Bismarckschule ist ein gutes, wenn man bedenkt, daß die vom Reichssportkommissar festgesetzten Bedingungen von 63 Prozent der Teilnehmer erreicht wurden. Nachfolgend die Namen der drei ersten Sieger aus den verschiedenen Altersklassen. lädchen: Jahrgang 1922/23: 1. Edith Finkhaus 60 Punkte. 2. Anneliese Wagner 56 P. 2. Hilde Weber 56 P. Jahrgang 1920/21: 1. Lotte Kusch 75 Punkte. 2. Margarete Arnold 68 P. 3. Ilse Alberts 61 P. Knaben: Jahrgang 1922/23: 1. Theodor Uhlig 70 Punkte. 2. Werner Vonjahr 58 P. 3. Gerhard Demmer 56 P. Jahrgang 1920/21: 1. Karl=Heinz Eckhardt 71 Punkte. 2. Rudolf Brune 67 P. 3. Karl Angelkorte 57 P. Sedanschule 1. Altersklasse 1922/23: 51 Knaben, 29 Mädchen Sieger: 29„ 7„ 2. Altersklasse 1920/21: 15" 44 Sieger: 5„ 16„ Insgesamt 139 Teilnehmer, 61 Sieger. Mädchen: Jahrgang 1920/21: 1. Martha Bischoff 61 Punkte. 2. Hilde Heimbeck 56 P. 3. Helga Kokskemper 55 P. 4. Helga Stahl 50 P. 5. Luise Bäcker 49 P. 6. Hildegard Rwasny 46 P. Knaben Marktschule Jahrgang 1920/21: 1. August Arend 65 Punkte. 2. Karl Schwartze 64 P. 3. Heinz Heyerhoff 59 P. 4. Heinz Blum 59 P. 5. Karlheinz Dahlbüdding 57 P. 6. Alfred Stein 55 P. 7. Ewald Wöste 55 P. 8. Harlheinz Sinn 55 P. 9. Karlheinz Risse 54 P. 10. Theodor Schürmann 52 P. Jahrgang 1922/23: 1. Herbert Selve 66 P. 2. Karlheinz Hömke 55 P. 3. Fritz Scharfe 54 P. 4. Paul Podzuweit 54 P. 5. Fritz Gebhard 52 P. 6. Ernst Steinke 51 P. 7. Erich Lange 50 P. 8. Heinrich v. Lünen 49 P. 9. Kurt Reff 49 P. 10. Willy Schneider 48 P. Mädchen: Jahrgang 1920/21: 1. Elisabeth Weinbrenner 42 Punkte. 2. Hilde Koch 40 P. 3. Elfriede Becker 40 P. Jahrgang 1922/23: 1. Hella Krüger 58 P. 2. Marga Happ 50 P. 3. Magdalene Müller 48 P. 4. Elfriede Denninghaus 46 P. 5. Irmgard Grewe 43 P., 6. Grete Malewschick 43 P. 7. Ursula Podzuweit 40 P. 8. Anneliese Kramer 40 P. Die Ergebnisse der anderen Schulen sind noch nicht eingetroffen. Mitgliedersperre für die H5. Bis auf weiteres verfüge ich: 1. Der Eintritt in die Hitlerjugend(HI., DJ., B0M.) ist gesperrt. 2. Ausgenommen von dieser Verfügung sind lediglich die von den Kath. Jugend=Organisationen laufend übertretenden Jugendlichen sowie die zu uns übertretenden Mitglieder der Turn= u. Sportorganisationen. gez. Baldur von Schirach. Der braune Schalt komnt nüch Schwerte W Schwerte, 26. Juni. Es ist der hiesigen NSGemeinschaft„Kraft durch Freude“ gelungen, das deutsche Brett'l„Der braune Schalk“ für ein Gastspiel am 14. und 15. Juli 1934 im Saale„Im Reiche des Wassers“ zu gewinnen. Der bekannte Vorkämpfer der nationalsozialistischen Vortragskunst Pg. Kurt Georg Treumer ist der Leiter dieser einzigartigen Spielschar. Prominente NS=Künstler wie Dr. Allos, Hermann Theimann, Theo Hayn, Els Hagen und andere mehr sind in diesem Ensemble vereinigt. In prachtvoller humorigsatirischer Form wird dem deutschen Publikum eine 2½stündige Vorstellung geboten. Herrliche Solos und geistreiche witzige Szenen wechseln in bunter Reihenfolge ab. Wirkliche Freude und herzlich befreiendes Lachen löst diese Schau aus. Echte deutsche Künstler werden alle Skalen der nachdenklichen und humorigen Kunst leuchten lassen. Bei all den lustigen Szenen und Stücken nicht Triviales oder gar Zweideutiges, wie es im liberalistischen Zeitalter an der Tagesordnung war, nein! Innerlicher und kerniger deutscher Humor, welcher vom Herzen kommt und zum Herzen geht! Alle Volksgenossen, die in echter Fröhlichkeit die Alltagssorgen vergessen wollen, müssen den braunen Schalk sehen und hören. Nachfolgend die erste Kritik des„Völkischen Beobachters“, welche in ihrer begeisterten Form jedem Kommentar überflüssig macht:„der“ braune Schalk.“ Ein großer Wurf! Zwei alte Vorkämpfer der nationalen Kleinkunst Pg. Kurt Georg Treumer und Pg. Dr. Allos sind die Schöpfer. Fabelhaft politisch=satirische Szenen! Ausgezeichnete Solos! Feinziselierte Chansons der stimmfrischen Els Hagen. Die Szene am Stammtisch, eine köstliche SpießerSatire. Zum Schreien komisch! Endlich die Erfüllung deutscher Klein= und Brett'lkunst, wie wir National=Sozialisten sie erhoffen.“ Die einheitlichen Preise der Eintrittskarten sind so gestellt, daß jeder Volksgenosse Gelegenheit hat, die Veranstaltung zu besuchen. Eintrittskarten zum Preise von—.40 Rm. sind ab morgen bei den Betriebszellenobmännern, in der Geschäftsstelle der Deutschen Arbeitsfront, im Zigarrengeschäft Schöttler, im Reiche der Wassers zu haben. Beginn der Vorstellungen am 14. Juli um 20 Uhr, am 15. Juli ur 8 155. Schluß des redaktionellen Teils. Vereins= u. Verbandsnachrichten Deutsche Christen, Gemeindegruppe Schwerte. Der Vortrag des Pfarrers Stein findet heute abend 8.15 Uhr im Lutherhaus statt. Jedem steht der Zutritt frei. 0 Jahreshauptversammlung der Allgemeinen Sterbekasse„Selbsthülfe“ Günstige Entwicklung— Werbemonat— Zuweisungen an die NS=Volkswohlfahrt und an das Hilfswerk„Mutter und Kind.“ Schwerte, 26. Juni. Die Allgemeine Sterbekasse„Selbsthülfe“ für Schwerte, Wandhofen, Holzen, Geisecke=Lichtendorf, Hennen, Rheinen, Villigst und Ergste hielt am Sonntag, vormittags 11 Uhr, im Gasthof Wilkes an der Bahnhofstraße ihre diesjährige Jahres=Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende der Sterbekasse, Rechtsanwalt und Notar Hohenschwert, eröffnete diese mit einem Treuegelöbnis zu dem Reichspräsidenten und zu unserem Volkskanzler. Dann trat man in die Erledigung der Tagesordnung ein. Kassen= und Schriftwart Recke erstattete zunächst den Geschäftsund Kassenbericht. Die Sterbekasse, welche in der Notzeit des Jahres 1923 gegründet wurde, hat in ihrem elfjährigen Bestehen sich recht günstig entwickelt und manche Not lindern helfen. Gegen 200000 Mark sind in dieser Zeit an Sterbegeldern ausgezahlt; auch im verflossenen Jahre konnten in 73 Sterbefällen die Sterbegelder sofort an die Hinterbliebenen übermittelt werden. Am Schlusse des Berichtsjahres hatte die Kasse 4137 Mitglieder. Den durch Tod und Verzug ausgeschiedenen 130 Mitgliedern stand eine Neuaufnahme von rund 150 Mitgliedern gegenüber, ein erfreuliches Zeichen für die Entwicklung der Kasse und ihre Inanspruchnahme in Stadt und Land. Der Kassenbericht weist eine Einnahme von 19 926,55 Mark und eine Ausgabe von 14 646,92 Mark auf. Der Bestand betrug mit den Ueberschüssen aus früheren Jahren in Höhe von 24 222,48 Mark am 31. Dezember 1933 29 502,11 Mark. Lehrer Otten, der mit Boecker die Kasse geprüft hat, stellte die Richtigkeit und die saubere Führung fest und beantragte Entlastung, die dann dem Kassenwart mit Dank und Anerkennung für die selbstlose, mühevolle und ehrenamtliche Tätigkeit ausgesprochen wurde. Zu Kassenprüfern für das Jahr 1934 wurden Dr. Fromen und Tillmann gewählt. Um den noch Außenstehenden Gelegenheit zum baldigen Eintritt in die Kasse zu geben, wurde die Einrichtung eines Werbemonats beschlossen. Die Sterbekasse hat der RS=Volkswohlfahrt den Betrag von 200 Mark überwiesen. Ebenso sollen auch für das Hilfswerk„Mutter und Kind“ 200 Mark gestiftet werden! Frersterten für SckumernerniErhsie Dank für Zu meiner größten Freude und Ueberraschung wurde mir Ende April durch den Sturmbann IV/164, Bad Pyrmont, eine Freistelle aus der Hitlerspende gewährt. Vier Wochen sollte ich fort ins schöne Sauerland. Wie ein Kind freute ich mich auf den Tag meiner Abreise am 30. April. Erwartungsvoll fuhr ich ab. Fragen tauchten auf über Landschaft, über das Einleben bei meinem Gastgeber Herrn Althoff, Ergste, dem ich einige Tage vorher meine Ankunft gemeldet hatte. Meine Erwartung wurde jedoch übertroffen durch den überaus herzlichen Empfang. Hier lernte ich Volksgemeinschaft im wahrsten Sinne des Wortes kennen und schätzen. Es ist mir unmöglich, all die kleinsten Aufmerksamkeiten anzuführen, die mir, dem Schwerkriegsverletzten, zuteil wurden. Während meines vierwöchigen Aufenthalts war die Verpflegung stets vorzüglich und reichlich und mein Zimmer verriet peinlichste Aufwartung. So vergingen die Tage in bester Harmonie. Ja, ich sollte noch 14 Tage länger bleiben, leider mußte ich zurück zur ärztlichen Untersuchung in meiner Versorgungsangelegenheit. Doch für das nächste Jahr erhielt ich ein freundliche Einladung zum Wiederkommen. Gleichzeitig weilten mit mir noch 3 SA=Kameraden und die Tochter eines anderen aus meiner engsten Heimat in Ergste auf den Höfen Hidding, Holtschmidt, Gottfried Hövelmann und Keppmann. Was ich anfangs äußerte über Verpflegung und liebevolle Aufnahme meines Freistellenspenders, gilt in gleicher Weise auch von den Gastgebern meiner Kameraden. So durften wir einmal all die Alltagssorgen vergessen, ausspannen und Erholung suchen. Wir fühlten uns geborgen im Kreise ehrlichster Volksgenossen und sahen ein schönes Fleckchen unseres lieben Vaterlandes. Die gemeinsamen Ausflüge nach Refflingsen, Hohenlimburg, Hohensyburg u. s. w. liegen uns noch in bester Erinnerung. Es würde hier zu weit führen, all die Einzelheiten und Schönheiten dieser Gegend zu schildern, ebenso weitere Ausführungen über Anteilnahme und Entgegenkommen der Bevölkerung zu machen. Erwähnen möchte ich noch besonders das kameradschaftliche Verhalten der dortigen SA. Man fühlte, daß uns die braune Uniform zusammenführte, und sie das überbrückte, was irgendwie hemmend wirken könnte. Gestärkt an Leib und Seele, gestärkt in der Ueberzeugung unseres nationalsozialistischen Denkens und Handelns kehren wir zu unserm Alltag zurück. Noch einmal zieht das Erlebte der letzten Wochen an uns vorüber, wo auch wir„Kraft durch Freude" sammeln durften. Wir haben den Nationalsozialismus der Tat gespürt. Es ist uns tiefstes Bedürfnis, der Obersten SA=Führung und damit ganz besonders unserm Führer, der dies edle Hilfswerk ins Leben gerufen hat, unseren ehrlichsten Dank auszusprechen. Heil Hitler! gez. Johann Danger, SA. R. 31/164 Bad Pyrmont. Laprriun fur eis Antker Westhofen und Ergste Westhofen, 25. Juni. Kein Papier auf die Straße werfen! In letzter Zeit ist es häufig aufgefallen, daß in verschiedenen Straßen weggeworfenes Papier, leere Behälter, Bananenschalen und dergleichen lagen. Besonders in der Bahnhofstraße, Schlageterstraße, Amtsstraße und an den Sportplätzen war dies der Fall. Für die zahlreichen Ausflügler, die in den Sommermonaten nach hier kommen, macht eine Vernachlässigung der Straßen einen schlechten Eindruck. Bekanntlich bemüht sich der Ausschuß im Heimatverein„zur Verschönerung des Stadtbildes“ sehr um die Sauberhaltung. Ein jeder aus der Bevölkerung muß aber dazu beitragen. Syburg, 25. Juni. Der Ausbau der Ruhrwaldstraße schreitet rüstig vorwärts. Nachdem die Ruhrwaldstraße auf ihrer Strecke von Hagen über Boele— Stausee— die Serpentinenstraße nach Hohensyburg hinauf bis zur Jugendherberge schon fertiggestellt ist, gilt es seit einiger Zeit, die weitere Linienführung und Einmündung in die Wittbräucker Straße bei der Wirtschaft Albus herzustellen. Große Begradigungen sind auf dieser Strecke bereits ausgeführt worden. Jetzt liegt die Hauptarbeitsstelle an der großen Böschung gegenüber der Wirtschaft Albus. Um hier die Einmündung übersichtlich zu gestalten, müssen rund 20000 Kubikmeter Erdund Gesteinsmassen weggenommen und in der Richtung zur Jugendherberge abtransportiert werden. Ueber 90 Arbeiter sind hier in zwei Schichten beschäftigt. Um die festen Steine zu lösen, müssen manchmal Sprengungen vorgenommen werden. Eine weitere Baustelle liegt 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. M 1. 2. Jahrgang 1920/21: K. Sude 60 Punkte(Diplomsieger). W. Bär 59 P. H. Kloos 54 P. K. Schmidt 53 P. R. Weiberg 50 P. O. Kühn 47 P. A. Pieper 47 P. W. Schulte 43 P. K. Sonntag 42 P. Fr. Knieling 42 P. Fr. Mürmann 41 P. H. Schulte 40 P. Jahrgang 1922/23: W. Adamski 65 P. W. Kranefeld 64 P. W. Bär 62 P. W. Ziegler 58 P. H. Pöhler 57 P. H. Scheffler 56 P. E. Jehnes 52 P. H. Oberste 52 P. W. Kaup 50 P. W. Weiberg 49 P. H. Schulte 49 P. E. Bonacker 48 P. ädchen: Jahrgang 1920/21: J. Krämer 57 Punkte(Diplomsiegerin). L. Lichteiker 53 P. 3. W. Bartmann 46 P. 4. J. Rinker 42 P 5. J. Kramer 40 P. 6. L. Bonacker 40 P. Jahrgang 1922/23: 1. G. Schreiner 50 Punkte. 2. E. Leßzmann 48 P. 3. J. Adamski 44 P. 4. M. Sauerländer 43 P. 5. H. Mürmann 43 P. 6. E. Baltes 42 P. 7. A. Kohlhauer 41 P. 8. J. Kowallek 41 P. 9. E. Bartmann 40 P. * Ergste, 26. Juni. DLRG=Lehrgang. Der Bezirk Iserlohn Stadt und Land führt außer den bereits bekanntgegebenen Lehrgängen in Schwerte, Westhofen, Hohenlimburg, Letmathe und Evingsen noch einen weiteren in Ergste durch, der im Juli d. J. in der Badeanstalt in der Ruhr stattfinden wird. Ergste, 26. Juni. Deutsches Jugendfestin Ergste. Auch in Ergste hatte die hier bestehende Sportgemeinschaft der beiden Turnvereine„Tus 1884“ Ergste und„Grüne Eiche 1896“ Bürenbruch die deutsche Jugend zum Deutschen Jugendfest aufgerufen. Unter Leitung des Riegenführers, Pg. Lehrer Hövelmann, stellten sich am Samstag nachmittag pünktlich um 3 Uhr die jugendlichen Turner und Turnerinnen der beiden Sportvereine. Vormittags waren bereits die Wettkämpfe der einzelnen Schulen für Schüler und Schülerinnen unter Dach und Fach gebracht worden. Nachmittags ließ leider die Beteiligungsziffer der jugendlichen Wettkämpfer(innen) zu wünschen übrig. Bevor in die Wettkampffolge eingetreten wurde, sprach Riegenführer Hövelmann kernige Worte. Er ermahnte die Jugend, daß sie in ihren Pflichten zur Gesunderhaltung des Körpers nicht erlahmen dürfte und neben ihren sonstigen Diensten an Volk und Vaterland vor allem den Turnsport noch mehr als bisher pflegen müsse. Mit dem Schlachtruf„Nun auf in den Kampf“ begannen die einzelnen Konkurrenzen. Dabei wurden beachtliche Leistungen von den Jugendlichen erzielt. So konnte im 100=Meter=Lauf von Alwin Doennges(Jahrgang 1915 und älter) als Bestzeit 12,1 Sek. und von dem gleichen Turner im Kugelstoßen(10 Pfd.) die Wurfgrenze von 13 Metern herausgeholt werden. Im Weitsprung dominierten die beiden Sportler Paul und Walter Heidbreder, die 6,20 bzw. 6,15 Meter weit sprangen. Erstaunlich waren auch die Leistungen des erst 17jährigen Georg Tomiak, der in seiner Klasse folgende Bestresultate erzielte: 100=Meter=Lauf in 13,2 Sek., Weitsprung 5,90(!) Meter, Kugelstoßen 11,50 Meter.— Die Ergebnisse: A: Turner(Jahrgang 1915 und älter): 1. Alwin Doennges„Tus 1884“ Ergste, 60 Pkt., Das Abzeichen für die Reichssammlung zugunsten des Hilfswerks „Mutter und Kind“ Sonnabend den 30. Juni und Sonntag den 1. Juli. Kinder auf's Land Jeder Deutsche muß für Deutschlands Jugend Opfer bringen können. 66 2. Walter Heidbreder„Grüne Eiche 1896“ Bürenbruch 46 Pkt., 3. Paul Bach„Tus 1884“ Ergste 45 Pkt. (Jahrgang 1916/17): 1. Georg Tomiak„Tus 1884“ Ergste 61 Pkt. (Jahrgang 1918/19): 1. Erwin Schulte„Tus 1884“ Ergste 59 Pkt., 2. Fritz Sievert,„Tus 1884“ Ergste 49 Pkt., 3. Willy Helbig„Grüne Eiche 1896“ Bürenbruch 42 Pkt., 4. Werner Kunze„Tus 1884“ Ergste 42 Pkt. B: Turnerinnen(Jahrgang 1918/19): 1. Klärchen Tillmann„Grüne Eiche“ Bürenbruch 41 Pka. Um 5 Uhr wurde die sportliche Veranstaltung des Deutschen Jugendfestes beendet und nach Bekanntgabe der Wettkampfresultate marschierten Turner, Kampfrichter und Riegenführer geschlossen vom Platz zur Ruhrbadeanstalt in Ergste, um daselbst vor zahlreichen Besuchern im Rahmen der Reichsschwimm=Woche für den Gedanken der Deutschen Schwimmerschaft„Jeder deutsche Schwimmer ein Retter“ zu werben. Bürenbruch, 26. Juni. Die Sonnen= wendfeier an der Jugendherberge am Samstag abend mußte infolge vorherrschender Trockenheit und der damit verbundenen Waldbrandgefahr ausfallen. Ein neuer Honneruiden zur Zeit mehr östlich bei dem bekannten Gute Reichsmark. Hier werden etwa 800 Meter neue Straßenstrecke gebaut, um für die alte rechtwinklige Einmündung in den weiteren Straßenverlauf Reichsmark—Wichlinghofen— Wellinghofen einen verkehrsgerechten Anschluß zu bekommen. Siegerliste der evgl. Volksschule Westhofen Knaben: Iserlohn, 15. Juni. Wer in den letzten Jahren einmal das Hönnetal an sonnigen Sonntagen besucht hat, vermißte bei dem von Jahr zu Jahr zunehmenden Autoverkehr einen stillen Pfad abseits der Landstraße, um die Wunder und Schönheiten des„romantischsten Tales Westfalens" ungestört genießen zu können. Das Hönnetal ist nicht zuletzt gerade durch seine Engheit besonders reizvoll. Machten sich früher der Hönnefluß und die Kreisstraße schon den Platz an einigen besonderes schmalen Engpässen streitig, so kam vor dem Kriege noch die Eisenbahn hinzu. Ein weiteres Aergernis der Hunderttausende von Hönnetalbesuchern— daß das Hönnetal das besuchteste Tal des Sauerlandes ist, dürfte unbestritten bleiben— war die Ausbeutung des Kalkgebirges ohne Rücksicht auf landschaftliche Schönheiten. In dieser Beziehung griff die Regierung von Arnsberg bereits 1913 durch entsprechende Maßnahmen ein, die erst 1920 zum Abschluß kamen. Damals kauften die beiden im Hönnetal zusammenstoßenden Kreise Arnsberg und Iserlohn mit erheblichen Zuschüssen der Provinz Westfalen und der übrigen Sauerlandkreise abbauwürdige Kaltflächen auf, die sie gegen 23,5 Hektar Felskulissen des schönsten Teils vom Hönnetal eintauschten. Eine Gedenktafel an einem schroffen Kalkfelsen hält diese denkwürdige Tat der Nachwelt im Gedächtnis. 325 000 Mark, also über 100 000 Goldmark wurden hier aufgebracht. So blieb der schönste Teil des Hönnetals, das schon Freiligrath besungen hat, vor der Zerstörung bewahrt. Der Sauerländische Gebirgs=Verein führte schon vor 3 Jahrzehnten seine 1. Hauptwanderstrecke Hagen=Brilon durch das Tal der Hönne hindurch. Er war es auch, der zusammen mit dem Amt Balve nunmehr den Hönnetalschutzweg schuf. Er beginnt oben unmittelbar an der bekannten Sommerfrische Sanssouci, geht gleich durch eine Bahnunterführung neben der Hönne am Wiesenrande bis zum Dörflein Volkring= hausen, zwängt sich bei dieser Ortschaft zwischen Hönne und Eisenbahn durch, berührt dann am Ende des Dörfleins die kleine uralte Steinbrücke über die Hönne, die von Naturfreunden immer wieder auf die Plate gebannt wird, und lehnt sich dann auf längerer Strecke eng an den Bahndamm, mal unten, mal oben, an. Dort, wo die Ruthmecke in die Hönne mündet, war wieder mal ein Engpaß zu überwinden, auch Vorbei an saftiggrünen Wiesen, durchbrochen von schattigen Ruheplätzen mit neuen Bänken, vorüber an Aussichtsstellen auf einzelne grünumwucherte Kalkselsen auf der Westseite des Tales, verläuft der neue Wandererschutzpfad in einer Breite, daß drei Mann bequem nebeneinander gehen können, bis gegenüber dem Eingang zur Reckenhöhle auf der linken Flußseite. Hier jedoch wurde eine Brücke über die Hönne nötig, die der Besitzer der Höhle aus kräftigen Baumstämmen und mit schönem Geländer erstellte. Wenn man die Tropfsteinhöhle und den Gasthof Recke auf der Kreisstraße in 2 Minuten an sich hat vorübergehen lassen, biegt man rechts ab von der Landstraße ein wenig auswärts, um bald danach links durch eine Wiese und dann über eines alten Kohlenmeilers Rundstelle durch Jungwald und Gebüsch zur Eisberner Straße zu gelangen. Nach Ueberquerung dieses Weges wird endlich 4 Klm. hinter Sanssouci, bei der Wirtschaft Haustadt die Hönnetalstraße wieder erreicht. Hier beginnt die Poesie des Tales in den„Sieben Jungfrauen", Klusenstein, und Uhnfelsen geheißenen Felsgebilden. Als dieser für den Hönnetalverkehr, Kraftfahrer wie Wanderer sowohl, begrüßenswerte Wanderweg Mittwoch nachmittag von dem geschäftsführenden Hauptvorsitzenden des Sauerländischen Gebirgs=Verein, Bürgermeister i. R. Dr. Schneider=Arnsberg in Behinderung des SGV.=Führers Regierungsvizepräsident Dellenbusch der Offentlichkeit und der Presse übergeben wurde, hob dieser obige Tatsachen gebührend hervor. Außer Landrat Dr. Teipel von Arnsberg, Regierungsreferendar von Löwenstein vom Kreise Iserlohn, dem Leiter des Arbeitsamtes Arnsberg, den des Kreiskulturamtes Arnsberg waren die benachbarten Aemter und SGV.=Abteilungen vertreten. Bei einer Tasse Kaffee im hübschen Garten des Gasthofs Recke klang die unter gleißender Sonne vollzogene Begehung des neuen Weges aus. Möge der neue, mit Hilfe von Notstandsarbeitern geschaffene Pfad sich zum Segen des Hönnetals wie aller seiner Bewohner auswirken. K Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Heinz Friedr. Kamecke. Schwerte=R. Verantwortlich für den gesamten Tertteil: Heinz Friedr. Kamecke. Schwerte=R. Für den Anzeigenteil: Haus Linner Schwerte=R. OARS AOShbescer Weihe des Ehrenmals der Freikorps in Vörsten Wassermangel in Bielefeld Bielefeld. Infolge der langanhaltenden Trockenheit sah sich der Oberbürgermeister von Bielefeld gezwungen, eine Anordnung zu erlassen, wonach der Wasserverbrauch ab sofort um 30 Prozent eingeschränkt werden muß. Es dürfen somit in Zukunft also nur 70 Prozent der Wassermenge der vorhergehenden Monate verbraucht werden. „Bergische Bühne“ Remscheid. Besprechungen zwischen Vertretern der Verwaltungen und der Presse über die Zukunft des kulturellen Lebens der beiden bergischen Städte Remscheid und Solingen hatten zum Ergebnis, daß beide Städte in dieser Richtung künftig zusammenarbeiten. Das in Aussicht genommene Theater trägt den Namen Bergische Bühne". Mit dem Eintritt der Stadt Solingen in die Remscheider Schauspielhaus=GmbH. hat das Theaterleben in Solingen ohne Zweifel gewonnen. Der Theaterspielplan der„Bergischen Bühne“, deren Domizil Solingen ist, sieht Opern, Operetten und Schauspiele vor. Rheydter Omnibus verunglückt Rheydt. Einen jähen Abschluß nahm das Betriebsfest einer Kleiderfabrik in Rheydt. Die gesamte Belegschaft des Werkes in Stärke von 240 Mann befand sich in Kraftomnibussen auf dem Wege nach Köln, um von dort zu Schiff die Fahrt nach Königswinter fortzusetzen. Unterwegs, zwischen Stommeln und Pulheim, fuhr einer der Kraftwagen gegen einen Baum, wobei mehrere Reisende verletzt wurden. Die Fahrt wurde sofort abgebrochen und die Teilnehmer fuhren nach Rheydt zurück und nahmen einige der Verletzten, denen man Notverbände angelegt hatte, mit. Zwei schwerer Verletzte mußten im Krankenhaus in Stommeln zurückbleiben. Glücklicherweise sind ihre Verletzungen nicht lebensgefährlich. Trinkbranntwein aus Treibstoff für Klasahzenge Köln. Der Zollfahndungsstelle Köln gelang es, vor kurzer Zeit in Köln=Braunsfeld einen Betrieb aufzudecken, in dem von drei hiesigen Personen, die mit dem Branntweinmonopolgesetz schon mehrfach in Konflikt geraten sind, Trinkbranntwein aus Treibstoff für Kraftfahrzeuge hergestellt wurde. Der Treibstoff für Kraftfahrzeuge besteht bekantlich aus einer Mischung von Sprit und Benzin. Den Tätern ist es nunmehr gelungen, den in dem Gemisch vorhandenen Sprit durch Zusetzen besonderer Mittel freizumachen, den sie dann nach weiterer Bearbeitung als Trinkbranntwein in den Verkehr brachten. Ein größerer Posten solcher Ware, der zum Teil schon entgällt war, wurde beim Zugriff vorgefunden und konnte beschlagnahmt werden. Während eine Person festgenommen werden konnte, gelang es den beiden Mittätern vorerst, sich den Folgen ihrer äußerst verwerflichen Handlungsweise durch die Flucht zu entziehen. Aber lange sollten sie sich ihrer unverdienten Freiheit nicht erfreuen. Den Beamten der Zollfahndungsstelle gelang es, die beiden Gesuchten in M.=Gladbach festzunehmen, und hierbei stellte sich heraus, daß sie die kurze Zeit ihrer Freiheit nicht ungenutzt hatten verstreichen lassen, sondern in Viersen wiederum einen gleichen Betrieb eröffnet hatten. Auch hier konnte noch eine größere Menge teilweise bereits fertiggestellter Ware beschlagnahmt werden. Die Festgenommenen werden eine strenge Strafe zu erwarten haben, zumal durch ihre Tätigkeit nicht nur das reelle Gewerbe ungeheuer geschädigt wird, sondern auch besonders das Inverkehrbringen solcher entgällter Ware zu den größten gesundheitlichen Schädigungen der Verbraucher führen kann. Bonn. In diesen Tagen hielt hier der Verband freischaffender deutscher Architekten seine Reichstagung ab. Nach einem Begrüßungsabend am Samstag fand Sonntag die Haupttagung statt, bei der die Rede des Reichskommissars für das Siedlungswesen, Staatssekretär Feder, über das Thema„Ueber das deutsche Siedelungswerk als bevölkerungspolitische Aufgabe“ im Mittelpunkte stand. Redner betonte, daß die großen Städte sich nicht selbst erhalten könnten, daß die vier Millionen Einwohner Berlins in der nächsten Generation auf 1,4 Millionen zusammenschmelzen würden, wenn kein Zuwachs mehr vom Lande käme. So zehrten die kulturlosen Massenquartiere die Kräfte der Nation auf. In weitesten Volksschichten bestehe aber eine rührende Liebe zum Heimatboden, wie die Schrebergartenbewegung zeige. Diese gelte es bevölkerungspolitisch einzusetzen in das deutsche Siedelungswerk. Die großen Städte müßten aufgelockert werden. Stadtrandsiedlungen genügten nicht für diese Bestrebungen. Um das deutsche Siedelungswerk in vollem Umfange in Angriff nehmen zu können, müsse erst ein neues Baurecht geschaffen werden, das jeden Bauherrn verpflichte, sich dem Willen der Allgemeinheit unterzuordnen. Dann gelte es, neue Städte in ganz Deutschland Dorsten. Bei herrlichem Wetter erlebte die Stadt Dorsten Festtage; handelte es sich doch darum, den wackeren Kämpfern der Freikorps ein Ehrenmal zu weihen, die aus reinstem Idealismus ihr Leben einsetzten in den Jahren 1919 und 1920, als es galt, die blutig drohende Spartakistengefahr zu bannen. Reicher Flaggenschmuck, durchbrochen von frischem Grün, gab der Stadt das äußerlich feierliche Gesicht. Unter der großen Zahl von Ehrengästen sah man u. a. Exzellenz Generalleutnant von Wacker, Hauptmann Lichtschlag, Heinz von Hauenstein, Generalmajor Kloeber als Vertreter des Vizeadmirals Löwenfeld, Hauptmann von Bose, Oberstleutnant Marx als Vertreter des Wehrkreises 6, den Führer der SA=Gruppe Westfalen, Biesler, mit seinem Stabe, Standartenführer Wagner und andere mehr. Die Abordnung des Wehrkreiskommandos 6 wurde geführt von Oberstleutnant Wagner, die Abordnung der Reichsmarine von Kapitänleutnant Ahlmann. Am Samstagnachmittag fand zunächst eine Kranzniederlegung an den Gräbern der in der Dorstener Umgebung gefallenen Freikorpskämpfer statt. Den Höhepunkt des Nachmittags bildete eine Kohlmann=Gedenkfeier in HervestDorsten. Außer den schon erwähnten Ehrengästen bemerkte man auch Angehörige des Kohlmann. Der Pkatz, auf dem der schlichte Gedenkstein steht, wurde vom Arbeitsdienstgruppenleiter Berke, der auch die Festansprache hielt, auf den Namen Invalidenplatz getauft, als Zeichen dafür, daß ein neuer Geist im deutschen Volke lebt, eine Düsseldorf. Vom 23. bis 25. Juni hält der Reichsverband des Elektro=Großhandels e. V., Berlin, in Düsseldorf seine 2. ordentliche Mitgliederversammlung ab, die von Verbandsmitgliedern aus dem ganzen Reich stark besucht war. Nach einem Begrüßungsabend am Samstag sprach auf der Mitgliederversammlung am Sonntag der Reichsführer des Handels, Herr Dr. Lüer, der u. a. ausführte, daß die Aufgaben, die der Elektrogroßhandel im Rahmen der gesamten Elektrizitätswirtschaft zu erfüllen hat, nur einen Teil des gesamten Aufgabenkomplexes darstellt. Die nationalsozialistische Regierung hat die Frage der deutschen Elektrizitätswirtschaft zu ihrer vornehmlichen Aufgabe gemacht. Wir müssen Gemeinschaftsarbeit mit Gemeinschaftsmitteln leisten. Unter Mitwirkung der Vertretung der Elektrizitätswirtschaft wurde die Tätigkeit der öffentlichen Hand auf dem Gebiete der Installation und des Verkaufs erheblich eingeschränkt. Die in zahlreichen Städten gebildete Elektrizitäts= und Gasfront hatte zur Folge, daß den erhöhten Umsätzen in Elektrizitätsgeräten eine Erhöhung des Stromverbrauchs um gut 20 Proz. folgte. Die Leistungsfähigkeit unserer Elektrizitätswerke wird jetzt erst zu einem Fünftel ausgenutzt und die Erzeugung mit ca. 400 Kilowattstunden pro Kopf unserer Bevölkerung liegt beträchtlich unter der anderer Kulturvölker. Die Aufgaben des Nationalsozialismus sind schwer und nur zu lösen, wenn alle vorhandenen aufbauwilligen Kräfte mitarbeiten. Die Lösung des deutschen Wirtschafts= und Sozialproblems kann nur eine Gemeinschaftslösung sein. Die Träger des Gemeinschaftsschaffens sind auf dem Gebiete der Wirtschaft die Wirtschaftsorganisationen, der Verband, die Kammer. Bevor das letzte Ziel, der zu schaffen; damit sie eine gesunde Existenzgrundlage haben, müßten sie entweder gegründet werden da, wo Rohstoffe vorhanden seien, oder es müßten in ihnen Industrien angesiedelt werden, die die Rohstoffe aus anderen Gebieten beziehen. Bedeutende Baumeister würden für diese Städte grundlegende Entwürfe schaffen. Da gebe es für Tausende von deutschen Architekten entzückende Bauaufgaben. Die neuen Städte werden im Kern, wo sich das geschäftliche und öffentliche Leben zusammenballt, eine geschlossene Bauweise erhalten. Außen herum sollen sich Häuschen mit beliebig großen Grundstücken, Schulen usw. lagern. Ohne eine gewisse Gleichheit beim Bau der Häuser werde es nicht gehen; aber den Baukünstlern werde trotzdem eine reiche Entfaltungsmöglichkeit geboten werden bei der Anlage von Straßen und Plätzen, der Schaffung schöner Winkel. Wenn im Laufe eines langen Zeitraumes Tausende neuer Städte gebaut werden, werden viele Millionen deutscher Volksgenossen in ihnen eine neue wirtschaftliche Grundlage bekommen. Es werden ihnen Heimat und Heimatgefühl wiedergegeben, aus denen Vaterlandsliebe und Freiheitsliebe emporwachsen kann. Volksgemeinschaft, für die alle jene Kämpfer von 1919 und 1920 gefallen seien.— Am Abend fand im Festzelt die Wiedersehensfeier statt, an der auch die Bevölkerung regsten Anteil nahm. Der Sonntag begann mit einem Begrüßungsakt für die Ehrengäste durch Bürgermeister Dr. Gronover, der betonte, daß heute das ganze Land an der Lippe im Zeichen der Freikorpsgedenkfeier stehe. Er brachte abschließend ein Begrüßungstelegramm des Reichsarbeitsministers Seldte zur Verlesung. Im geschlossenen Zuge begaben sich dann die Ehrengäste zur Kanalbrücke, wo auf einer sanften Anhöhe das Ehrenmal gelegen ist. Als erster ergriff der Führer der SAGruppe Westfalen, Diesler, das Wort. Er feierte den Geist des echten deutschen Soldatentums, der sich in dem Tun der Freikorpskämpfer geoffenbart habe. Unsere Aufgabe sei es, ihrem Geiste treu zu bleiben. Kreisleiter Klegemann überbrachte die Grüße des Staatsrats und Gauleiters Dr. Meyer. Generalleutnant von Wacker gab in kurzen Worten seiner Freude und Genugtuung darüber Ausdruck, daß er diesen Tag unter seinen Kameraden verleben durfte. Lebhaft begrüßt wurde Hauptmann Lichtschlag, der in zündenden Worten den Kampfgeist seiner ehemaligen Kameraden feierte. Nachdem dann noch Generalmajor Kloeber die Grüße des Vizeadmirals Löwenfeld überbracht hatte, übernahm Bürgermeister Dr. Gronover das Ehrenmal in den Schutz der Stadt. Ein Vorbeimarsch der Festteilnehmer am Ehrenmal beendete den ereignisreichen Tag. totale nationalsozialistische Staat als Umschließung einer organisch gegliederten Volksgemeinschaft erreicht werden kann, müssen die Aufgaben erfüllt werden, die der Führer in seinem Vierjahresprogramm vorzeichnete. Bei abnehmender Arbeitslosigkeit müssen die Schwierigkeiten der Unterbringung der Arbeitslosen wachsen, aber mit Hilfe der Organisationen werden wir auch ihrer Her werden. Wichtig ist, daß die einzelnen Fachverbände ihre Aufgaben richtig verstehen und danach handeln. Die Wirtschaftsorganisationen, seien sie vertikal oder horizontal aufgebaut, tragen eine ungeheure Verantwortung. Aus Interessengruppen sind sie zu Trägern des Wiederaufbaues und zu Hütern des Gemeinnutzes geworden. Am Ende der Entwicklung des Verbandswesens von der Interessenvertretung zur staatstragenden Körperschaft steht der ständisch gegliederte Staat, der nach zwei Prinzipien aufgebaut sein wird: Nach der vertikalen, fachlichen Gliederung in der Art der bereits bestehenden Verbände und nach dem Horizontalprinzip in der Art unserer Industrie= und Handelskammern, die in eine enge Verbindung zu den vertikalen Verbänden gebracht werden müssen. In der Fachvertretung darf heute keiner mehr einen billigen Advokaten sehen, sondern jeder muß sich bewußt sein, daß die Güte des Verbandes nach dem Umfang seiner Leistungen im Dienste der gesamten Volkswirtschaft und des Staates zu bewerten ist. Wichtig ist eine straffe Verbandsdisziplin nach innen und außen. Der Verband hat lediglich die Voraussetzungen zu schaffen, die ein geordnetes soziales Leben ermöglichen und sicherstellen. Die Befugnisse des Verbandes werden von dem der Gemeinschaft übergeordneten Staat bestimmt und festgelegt. Die Arbeit des Verbandes ist überhaupt nach Die Arbeit des Verbandes ist hauptsächlich nach innen gerichtet und wenn sie nach außen hervortritt, hat sie sich in den Rahmen der allgemeinen deutschen Wirtschaftspolitik einzugliedern. Nie wieder darf ein Verband zu einer Wirtschaftspartei werden. Gewiß hat der Verband schützend vor seine Mitglieder zu treten, aber die Angriffs= und Verteidigungsmethoden müssen stets im Rahmen dessen bleiben, was der Staat gestattet. Der Redner schloß seine Ausführungen mit dem Wunsche, der Elektro=Großhandel möge wie bisher auch weiter am Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft mitarbeiten. Im Anschluß hieran fand eine interne Mitgliederbesprechung statt. Der Montag wird mit Tagungen der Fachgruppen und Werksbesichtigungen ausgefüllt. Theateraufführungen ohne Eintrittspreise Düsseldorf. Die großzügige Werbetätigkeit der Düsseldorfer städtischen Bühnen erfährt eine Erweiterung durch die unentgeltlichen Theatervorführungen im Düsseldorfer Schauspielhaus, die vom 26. Juni bis einschließlich 1. Juli stattfinden und allen minderbemittelten Volksgenossen Gelegenheit geben, an dem kulturellen Leben der Stadt Düsseldorf lebendigen Anteil zu nehmen. Auf dem Programm werden die großen Lustspielerfolge der letzten Spielzeit stehen. Der Besuch ist vollkommen frei und nur für Kleiderablage und Theaterzeitschrift wird eine Gebühr von 30 Pfg. erhoben. Der König von Siam auf der Durchreise durch Köln Köln. Von England kommend passierte in der Nacht von Samstag auf Sonntag König Prajadhipok und Königin Rambaiuarni von Siam mit Gefolge mit dem FD=Zuge den Kölner Hauptbahnhof. Der König und die Königin befinden sich auf der Reise nach Dänemark, wo sie u. a. Gast sind beim König von Dänemark, beim Kronprinzen, bei Prinz Gustav, Prinz Waldemar und Prinz und Prinzessin Axel. Am 1. Juli trifft der König von Siam in Hamburg ein, um am 2. Juli zum offiziellen Empfang in Berlin einzutreffen. Defraudant stellt sich freiwillig der Kriminalpolizei Köln. Ein 24jähriger kaufmännischer Angestellter aus Duisburg=Beeck stellte sich freiwillig der Kölner Kriminalpolizei mit der Angabe, er habe in Duisburg Unterschlagungen begangen. Bei der Vernehmung stellte sich plötzlich heraus, daß der junge Mann kurz vor dem Betreten des Dienstgebäudes der Kriminalpolizei Kleesalz eingenommen hatte. Sein Zustand machte die Ueberführung in das Krankenhaus erforderlich. Die Ermittlungen über den Umfang der Unterschlagungen sind noch nicht abgeschlossen. Scheinwerferlicht verursacht einen Kraftwagenunfall Andernach. Auf der Landstraße zwischen Kruft und Niedermendig geriet ein kleiner Opelwagen in das Scheinwerferlicht eines großen Lastzuges. Der Führer des Opelwagens verlor die Herrschaft über das Fahrzeug und steuerte infolge Behinderung in der Sicht gegen einen Baum. Die drei Insassen wurden bei dem Anprall auf die Straße geschleudert, wo sie bewußtlos mit schweren Verletzungen später aufgefunden wurden. Sie fanden Aufnahme im Krankenhaus. Der Zustand der Schwerverletzten ist besorgniserregend. Eine musikliebende Meisenfamilie Das Rest im Lautsprecher Vallendar. Auf der Humboldthöhe in Vallendar hat sich ein Schwarzmeisenpaar eine selbst im musikfrohen Rheinland ganz außergewöhnliche Ristgelegenheit ausgesucht, nämlich ausgerechnet im Lautsprechertrichter der Radioanlage an der freien Tanzfläche im Garten. Acht kleine Meischen warten dort anspruchsvoll auf Atzung, und dabei scheint ihnen das musikalische Fundament ihrer Wiege recht gut zu gefallen. Während das fleißige Elternpaar den ganzen Tag über für den nötigen Lebensunterhalt der acht Nimmersatten sorgt, liebevoll unterstützt von den Gästen und dem Wirt am Büfett, die ihre Kuchenreste gern den zutraulichen Tierchen opfern, geht der Fütterungsbetrieb unbekümmert um die schneidigen SA=Märsche oder anmutigen Walzerweisen, die dem mit Verstärkung arbeitenden Lautsprecher entströmen, ungestört weiter. Selbst die gewichtige Stimme des Ansagers, die durchgegebenen Vorträge und Nachrichten, sie alle sind nicht imstande, dieses Idyll zu stören. Und wenn dann abends nach des Tages Last und Mühe das Männchen den Gästen noch dankerfüllten Herzens sein kleines Abendliedchen gesungen hat und sich zu Frau Meise und den Sprößlingen in die Liebeslaube im Schalltrichternest zurückgezogen hat, die Tanzpaare aber sich unter den Kastanien vor dem Lautsprecher drehen, vermögen selbst der klangvolle Schall der Tanzweisen und die Meldungen aus aller Herren Länder die Nachtruhe der Familie Schwarzmeise nicht zu beeinträchtigen. Opfer der Arbeit Eichen(Sieg). Im Betriebe des Eichener Walzwerkes ereignete sich ein tödlicher Unfall. Beim Leerschöpfen eines Behälters der Kläranlage stürzte aus bisher noch nicht geklärter Ursache der Arbeiter Heinrich Henninghoffen aus Ferndorf in den Behälter, aus dem er nur als Leiche geborgen werden konnte. Der Tod ist wahrscheinlich auf die in dem Trichter befindlichen Säuren zurückzuführen. Der Verunglückte war 34 Jahre alt. Todesopfer des Verkehrs Siegburg. Gestern ereignete sich im benachbarten Lohmar ein schwerer Unglücksfall. Ein in den 50er Jahren stehender Schreinermeister aus Deesem fuhr mit seinem Fahrrad auf der Lohmarer Chaussee, als er plötzlich dicht hinter sich einen Zug der Aggertalbahn hörte, die hier direkt neben der Straße führt. Er wurde unsicher und kam dem Zuge zunahe, der ihn zu Boden riß. Schwer verletzt wurde er ins Siegburger Krankenhaus gebracht, wo er nachts starb. Eine Eingemeindung am untersten Niederrhein Elten. Unter den vier Gemeinden des Amtes Elten befindet sich eine Gemeinde, die rund 50 Einwohner zählt. Es sind daher Schritte in die Wege geleitet worden, um die Gemeinde Grondstein, um die es sich handelt, nach Elten einzugemeinden. Bei der abgehaltenen Sitzung des Verfassungsausschusses von Elten wurde bekanntgegeben, daß von Seiten der Regierung keine Bedenken gegen diese Eingemeindung bestehen. Die Zusammenlegung wird daher wohl in Kürze vollzogen werden. Staatssekretür Feder über Sieotungewert Tagung des Reichsverbandes des Sterike=Eroßhundeis t. B. K URHEBER-RECHTSSCHUTZ DURCH VERLAG OSKAR MEISTER, WERDAUISA 13. Fortsetzung. Am nächsten Morgen ist Fräulein von Collenhouge schon wohlauf an der Frühstückstafel und freut sich aufrichtig, wieder unter ihren jungen Freunden zu sein. Nach dem Frühstück bittet Karl sie um eine Unterredung und erzählt ihr von seiner Verlobung mit Dolores Guerra. Das alte Fräulein ist erschrocken..# „Mein guter Junge... da sino Sie aver vose hereinetopft,..t Mir ane „Das scheint mir auch sol „Doch das sieht dem guten Guerra ähnlich!“ „Glauben Sie nicht, daß Dolores einer wahrhaften Liebe „Rein, lieber Alfredo... Mädchen dieser Art mit so schlechter Vergangenheit und Gegenwart haben auch eine schlechte Zukunft. Einen Mann beglücken... nein, das kann Dolores nicht. Und ihr Vater ist ein Gauner, das weiß ich!“ „Ich will jedenfalls die Verlobung wieder lösen!“ Wie haben Sie sich das gedacht?.. 94 i Get, „Durch eine Aussprache, liebe Freunoin. Jch will Dolores vor allen Dingen von dem Irrtum heilen, daß ich reich bin, oder Reichtum zu erwarten habe. Und... Sie glauben, Alfredo, daß damit sich alles erledigen könnte? In Europa, in Deutschland vielleicht. Aber wir sind in Südamerika. Da ist das Blut heißer! Die schöne Dolores wird Ihre Absage als eine Schmach empfinden und sämtliche Verehrer aufstacheln, Sie einfach über den Haufen zu schießen Wollen Sie es nicht wie die früheren Verlobten oer Sennorita machen und ausreißen?“ „Das mag ich nicht!“ „Ich wußte es, Alfredo! Es wäre feig! Aber sagen Sie, junger Freund, hat der Minister nicht eine Anleihe nach ereiltem väterlichen Segen bei Ihnen aufgenommen?“ „Seltsam ich hätte es bestimmt erwartet! Guerra ist nahezu unrettbar verschuldet. Er braucht unbedingt Hilfe durch einen reichen Schwiegersohn.“ Der ich nicht bin!“„„ „Noch nicht!“ lächelt die alte Dame.„Aver lassen wir das! Ich weiß, Alfredo, Sie haben nie den Gedanken gehabt, den alle anderen haben, daß Sie mein Universalerbe werden könnten.“„„„ames. bet weiner kage.. wenaehes“ „Das weiß ich, und das macht sie mir um su wertvoller. Ich habe über mein Vermögen noch nicht verfügt. Will auch noch kein Testament machen. Das hat noch Zeit! Nun, Kopf hoch. Alfredo, es wird uns schon eine Lösung einfallen!“ „Das habe ich auch vor! Es ist eine Ungeheuerlichkeit, uns die Lieferung ohne weiteres zu entziehen.“ „Ersch laß mir man mit ihm reden! Und denn werde ick uff meine alten Tage ooch mal den Reisenden spielen.“ „Was willst du tun, Vater?“. 4: zent „Weeste, det Militär is doch unse jute Wurscht jewohllt, nich? Und ick meene, den Unterschied, den merkt ooch een Soldat. Stimmt's? Also, ick werde mir man die Kantinen in die Kasernens rannehmen, det die nu unse Wurscht führen. Weeste, darum ham wa uns ja nich jroß jekümmert bisher, weil wa uns jesagt haben, wenn wa beis Militär drinne sind, denn ist et jenug, andere soll'n ooch een paar Sechser verdienen. Also ick bereise jetzt die janzen Jarnisonstädte ab. Es schadt ooch nischt, wenn ick Minnan mal een paar Wochen aus dem Weje jehe!" „Was ist denn mit Mama?“ „Ooh, nischt weiter, aba se hat ihr'n Koller. Jammer jeden Tag acht jeschlagene Stunden um den Kleenen.“ „Großmutterliebe!" „Ach weeste, Kaarl, Jroßvataliebe is ooch nich von Pappe, mich fehlt der Bengel hinten un vorne... aber ick gönne ihm doch det Leben in die Freiheit! Ick war doch ooch eenmal jung, und hinterm Ofen da wächst nicht Jescheites heran. Stimmt's Kaarl?" „Stimmt, Vater!". * In Berlin gab es ein großes Hotel zweiten Ranges, namens „Reichskanzler“. Es hatte eine weitläufige Restauration und ein Kaffee mit Billardzimmern, viele Gesellschaftsräume und stand bei der Polizei auf der schwarzen Liste. Man spielte dort. Die Polizei wußte es, hatte aber noch nichts ausrichten können. Jetzt war sie überdies ein wenig gehemmt, denn nach vier erfolglosen Razzien hatte sich der Besitzer beim Polizeipräsidenten beschwert und gedroht, daß er die Behörde für den Schaden haftbar machen werde. Eben hat der Polizeipräsident eine Nachricht erhalten, die ihn elektrisiert auffahren läßt. Ueberfall auf den„Reichskanzler"! In der vergangenen Nacht wurde ein Spielklub in einem Gesellschaftszimmer des Hotels von maskierten Banditen überfallen, die mit vorgehaltenen Revolvern die Mitglieder zwangen, sich aller Wertsachen zu entäußern. Die Beute dürfte reichlich ausgefallen sein. Von den Tätern, die mit einem Auto flüchteten, hat man noch keine Spur. Um diese Zeit in Berlin... Scmiechersah August Bolle kommt in das Büro seines Schwiegersohnes und findet ihn sehr bedrückt. „Nanu... wat is denn mit dich, Kaarl! Schneidst een Jesicht, wie der Vesuv kurz vorn Ausbruch!“ „Ach, Vater, man macht sich manchmal seine Gedanken!“ „Um den Kleinen?" „Auch, Vater! Aber ich sorge mich nicht um ihn. Er ist in Sicherheit. Ich habe Nachricht.“ „Hat er geschrieben?“..... S 44e 1 „Nein, noch nicht! Aber ich connte es in der Zeitung iesen: Hier, ein Bericht aus Uruguay. In der Klubmannschaft ist ein neuer Stern aufgetaucht, ein erstklassiger Mittelstürmer, der bei einem Probespiel alles in Grund und Boden gespielt hat. „Du meenst, das det unser Kleener is?“ „Das ist mir klar! Dieses Fräulein von Collenhouge hat in Montevideo und Umgebung Besitzungen. Sicher sind sie dort" „Wie heeßt denn der neue Mann?“ „Alfredo Colleani“ „Een Italiener!“ „Karl wird einen anderen Namen angenommen haben. Nein, um unseren Jungen ist mir nicht bange, der kommt durch, und wenn er was braucht, dann weiß er mich zu finden. Aber., mit dem flüssigen Gelde wird's in nächster Zeit etwas schwach aussehen!" „Wieso?" Mi „Weil uns heute das Wehrministerium die gesamten Militärlieferungen entzogen hat,“ antwortete Große ernst. „Wat hat es?“ „Uns die Lieferungen entzogen!“ „Um Jottes willllen... det... det is doch unsre halbe Produktion!“ „Stimmt! Wir müssen jetzt entweder den Betrieb einschränken oder versuchen, neue Kunden heranzuholen. „Unsere Wurscht is Klasse, immer noch! Dein juter Geschmack hat dir nicht verlassen, Kaarl!" „Gott sei dank nicht! Aber die Maßnahme des Wehrministeriums verdanken wir ja nun unserm Jungen. Vorläufig lastet nach wie vor der Verdacht auf ihm, daß er sich an dem bewußten Attentat beteiligen wollte.“ „Wie een Mensch uff diesen blöden Jedanken komm' kann, det soll man vastehen!“ „Unsere Konkurrenz hat natürlich mit diesen Gerüchten tüchtig gearbeitet. Wir haben's gespürt! Freilich finden wir auch mit der halben Produktion unser Auskommen. Aber die Abschlüsse, die machen mir Sorgen. Wir haben mit unseren Händlern Verträge auf zwei Jahre über hohe Summen. Nun habe ich sofort nach Reisenden inseriert. Wir müssen Deutschland systematisch durcharbeiten. Unsere vier Vertreter kommen nicht schnell genug vorwärts. Und dann habe ich einen neuen Werbeplan ausgearbeitet: Wir müssen's uns mal fünfzig Mille kosten lassen „Mach's nur, wie du denkst, Karl, es is man schon richtig! Aba weeste, det Wehrministerium, det will ick mich mal vorknöpen. Ick suche den Herrn Minista persönlich uff!“ Der Polizeigewaltige klingelt. Ein Wachtmeister tritt ein. „Herr Präsident befehlen?“ „Herrn Polizeirat Stubenrauch, bitte!“ Nach einer Weile erscheint dieser. Er merkt an den Mienen seines höchsten Vorgesetzten, daß etwas Besonderes los ist. „Lieber Stubenrauch!" beginnt der Polizeipräsident.„Sie haben doch die Sache„Anschlag auf den Reichskanzler“ geführt. Sie erinnern sich, wo uns damals der junge Große entwischte!" „Jawohl!" „Wissen Sie, daß morgen Berlin über uns lachen wird?“ „Wieso, Herr Präsident, wir haben unsere Pflicht getan!“ „Ja, aber unser Verstand war dabei eingerostet. Wir alle haben immer nur das Wort Reichskanzler gesehen und haben aus dem Ueberfallsplan auf einen Anschlag gegen die politische Person des deutschen Reichskanzlers geschlossen!“ „Das ist doch auch der Fall, Herr Präsident!" „Nein! Nein! Das ist nicht der Fall! Hier, lesen Sie die Meldung... man hat den„Reichskanzler" überfallen... das Hotel„Reichskanzler“... vor wenigen Stunden haben die Verbrecher eine Spielergesellschaft ausgeplündert. Davon sprach damals das Schriftstück, auf diesen Reichskanzler wollte man einen Anschlag ausüben... und man hat es auch glücklich fertiggebracht, weil uns die Köpfe vermauert waren. Da, lesen Sie einmal!" Polizeirat Stubenrauch sinkt auf einen Stuhl, als er die Meldung überflogen hat.. ½ ms. „Fatal... äußerst fatal... ja... aver ich meine... die... die Schuldlosigkeit des jungen Große ist dadurch noch nicht erwiesen!“ 24 „Der junge Mann hat nie etwas mit der Sache zu tun gehabt! Freilich brachte er sich durch die Flucht selber in den Verdacht! Ich halte es nun aber an der Zeit, daß man das Verfahren einstellt. Auf alle Fälle wollen wir die Presse mit der Nase draufdrücken. Vielleicht merken es die Zeitungen nicht! Das gebe so ein Fressen!" Die Zeitungen verlangten, daß die Strafsache gegen Karl von Große junior sofort niedergeschlagen werde. Das geschah auch. * Wehrminister war damals Herr von Gerards. August Bolle ließ sich bei ihm melden. Der Minister hüttelte den Kopf. August Bolle? Das war ja der bekannte Wurstfabrikant. Er wollte ihn erst, da er wenig Zeit hatte, für einen anderen Tag bestellen, aber schließlich siegte die Neugierde, die manchmal auch einen Minister plagt. Was hatte der Wurstfabrikant ausgerechnet dem Wehrminister zu sagen? August Bolle wurde vorgelassen. er trug eine dice Tasche bei sich und verbeugte sich stumm.,—4 „Herr Bolle, Sie wollen mich sprechen: Bitte, neymen Sie Platz... ich stehe zur Verfügung! Was wünschen Sie?“ „Ich habe nur een janz kleenes Anliejen, spricht August treuherzig.„Ich möchte Sie freundlichst bitten, mal unsre Bolle=Wurscht zu kosten.“ Herr von Gerards glaubte nicht recht gehört zu haben. Er brachte vor Staunen kein Wort hervor. Sieht, wie der alte Herr seine Tasche öffnet, ein paar Teller auf den Tisch stellt und dann... drei, vier, fünf große Würste auspackt.. 67 6r.... 6a4. Der Minister will emport aufführen, doch das Tachen ist „Aber Herr Volle... diese Reklame ist wohl etwas seltim!“ „Reklame, wat denn, wat denn!" blitzt ihn Bolle entrüstet an.„Det is keene Reklame nich! Det is eene Rewalitierung, jawoll! Sie sind der Mann vons Janze, von die Armee, und als Vata von die kleene deutsche Armee müssen Sie kosten, wat der Armee bisher seschmeckt hat, und wat man ihr jetzt nich mehr jönnt!“ „Ja, aber ich verstehe Sie nicht, Herr Bolle!“ Bolle reicht ihm mit entwaffneter Herzlichkeit Messer und Gabel. Bitte schön, Herr Ministal“„i4 Jacham fan borilsch Da muß Herr von Gerards unweigerlich tchen, so herzing lachen, daß er kaum noch atmen kann. Bolle horcht auf und sagt dann trocken:„Een Lachen haben Sie man! Nee, wenn man det hört, da denkt man... Sie passen jar nich als Kriegsminister!“ „Ich bin ja auch nur Wehrminister! Bei uns gibt's doch keinen Kriegsminister mehr!" „Det weeß ick... Sie sind ooch wirklich wer! Bitte schön, Herr Minister, probieren Sie mal unsere Wurscht! „Aber nachher sagen Sie mir, warum!“ „Abjemacht! Eene Liebe ist de andere wert!“ Der Minister nimmt Messer und Gabel. „Nehm' Sie man erscht die Sardellenlebawurscht. Nich die Blutwurscht, die erinnert Sie man so an Krieg!“ Herr von Gerards hat vor Lachen Mühe zu kauen. Bolle beobachtet ihn scharf. „Wie schmeckt de Wurscht?“ „Ganz ausgezeichnet, Herr Bolle!“ August Bolle strahlt über das ganze Gesicht.„Nich wahr, Herr Minista, die is joldprima! Na ja, wat mein Schwiegasohn is, der is der Würzer aller Würzer. Knorke, sage ia Ihnen! Un jetzt die Trüffellebawurscht. Die is nicht so trocken, wie meistens bei die Zunft. Und die Fleischwurscht ... und noch die Mettwurscht... und wenn Ihnen der Wohl Ihrer Soldatens richtig ans Herz lieft... dann versuchen Sie ooch mal unsere Soldatenwurscht... da kost der Kilometer eene Mark!“ B 12(4 „Ich tue alles, was Sie wollen, Herr Bollei lacht der Minister, der sich noch nie so köstlich amüsiert hat. Er probiert die Sorten durch und ißt ein Stück Brot dazu, das ihm der aufmerksame Bolle gereicht hat. Auch die Soldatenwurscht kostet er. „Wie teuer ist die?“ „Der Meter eene janze Reichsmark!“ „Das ist allerhand für das Geld, die schmeckt vorzüglicht So, nun bin ich aber für heute gesättigt. Besten Dank, Here Bolle! Jetzt packen Sie aber wieder ein und dann erzählen Sie mir, warum ich ausgerechnet Ihre Wurstsorten kosten „Een kleen Momang, Herr Ministal Sol Rin in Laden Also schönsten Dank ooch, Herr Minista! Jetzt will ick mai *. woich'; ums Herz Aber der Herr Polizeipräsident hatte die Presse unterMan merkte es sofort und sorgte durch entsprechende Artikel dafür, daß Berlin, ja ganz Deutschland, lachte. Dazu kam noch, daß bei einer großen Berliner Zeitung ein Brief einlief, der für Karls Unschuld zeugte. Jetzt, wo wir die Zicke hinter uns haben, kann ich ja sagen, daß der junge Mann, der Große, gar nichts mit der Angelegenheit zu tun hatte. Ich selber habe ihn gebeten, das Kuvert einzustecken, weil ich das verdammte Gefühl hatte, daß die Polente kommen könnte. In Verbindung mit diesem Brief veröffentlichte man den Text des seinerzeitigen Ueberfallplanes. Daraus ging nun klar hervor, daß damit kein Attentat gemeint war. Mit einem Male begriff die Polizei nicht mehr, wieso sie aus dem verworrenen Plane einen Anschlag auf den Reichskanzler hatte herauslesen können. reven, wie mich's ums Herze is!“ sen, wie michs ums Hei „Unsere Fabrike hat seit Jahren die Reichswehr mit urscht beliefert, und zwar waren es in die Woche zweidie Ware kann's nich liejen, denn die knorke. Wahrscheinlich lieft et daran, det unser Junior von die Polizei wejen Beteiligung an een Attentat uff den Herrn Reichskanzler jesucht wurde. So quasi eene kleene Repressalse!" Hm... nicht unmoglich, immerhin... das wäre ju kein ausreichender Grund!" „Det mit unseren Junior hat sich jetzt uffjeklärt. Die Polizei hat sich wieda mal jeirrt! Jetzt is et rausjekomm', det nich der Herr Reichskanzler jemeint war, sondern det berüchtigte Spielerlokal Hotel„Reichskanzler“. Sie haben doch von dem Ueberfall uff den„Reichskanzler“ in die Zeitungen jelesen?“ „Jawohl, Herr Volle! Auch von der Rehabilitierung Ihres Enkels."(Fortsetzung folgt.) Volkstümliche und gute Rechtspflege Arbeitstagung der Oberlandesgerichtspräsidenten und Generalstaatsanwälte Preußens Im preußischen Justizministerium fand am Montag unter dem Vorsitz der Beischrentzischen der Justiz eine Arbeitstagung der Oberlandesgerichtspräsidenten und Generalstaatsenwälte statt. K.. W. har B. 1 5. Bei Eröffnung der Sitzung dies der Reichsjustizminister in einer grundsätzlichen Ansprache darauf hin, daß er größten Wert darauf gelegt habe, möglichst bald nach Uebernahme der Leitung des preußischen Justizministeriums mit den Führern der Provinzialjustizbehörden persönliche Fühlung zu nehmen, denn wichtiger als schriftliche Anweisungen und Verfügungen sei zur fruchtbaren Arbeit die unmittelbare persönliche Verbindung. Minister Dr. Gürtner betonte nachdrücklichst, daß eine der sichersten Grundlagen des Staates eine wahrhaft volkstümliche und gute Rechtspflege sei. Um sie zu gewährleisten, sei kein neuer Weg und keine Methode erforderlich, es gelte vielmehr, kraftvoll das fortzusetzen, was vor fünf Viertel Jahren begonnen und seitdem weitergeführt worden sei. Der Minister ging dann auf die Bedeutung der Verbindung zwischen Reichsjustizministerium und preußischem Justizministerium ein und hob hervor, daß es für das Reich ebenso einen außerordentlichen Gewinn bedeute, die Erfahrungen der größten Landesjustizbehörden verwerten zu können, wie andererseits für die preußische Justizbehörde, in unmittelbarer Fühlungnahme mit dem Gesetzgebungsministerium zu stehen. Als Abschluß sei zwar eine zentrale Reichsbehörde gedacht, ohne daß diese jedoch in übertriebenem Zentralismus alle Kompetenzen an sich zöge und in sich vereinige. Es wurde alsdann unter Leitung des Reichsustizministeriums mit der Beratung des Arbeitsprogramms begonnen. Regelung der deutsch-französischen Wirtschaftsbeziehungen Verhandlungen in Berlin Die seit einiger Zeit in Aussicht genommenen Verhandlungen über eine Neuregelung der deutsch=französischen Wirtschaftsbeziehungen nach Ablauf des Handelsabkommens vom 17. August 1927 haben am 23. Juni in Berlin begonnen. Um das Eintreffen eines vertraglosen Zustandes am 30. Juni zu vermeiden und um die Verhandlungen von dem in diesem Termin liegenden Zeitdruck zu befreien, haben die deutsche und die französische Regierung am Montag durch Notenwechsel vereinbart, die Geltungsdauer des Abkommens noch einmal um einen Monat, also bis zum 31. Juli 1934, zu verlängern. Soweit der Warenverkehr zwischen den beiden Ländern durch Kontingente geregelt ist, werden die für den Monat Juli in Höhe einem Drittel der Vierteljahrskontingente festgesetzt werden. Vertrauensfrage in der französischen Kammer In der französischen Kammer wurde am Montag ein Entschließungsentwurf über die wirtschaftliche und soziale Ausrüstung des Landes in der von der Regierung gebilligten Form verabschiedet. Ein Zusatzantrag der Sozialisten, der die Regierung zwingen sollte, das Programm noch vor den Ferien einzubringen, wurde mit 405 gegen 150 Stimmen abgelehnt, nachdem die Regierung die Vertrauensfrage gestellt hatte. Die sozialistische Fraktion hat einen Gesetzentwurf zu der von der Regierung eingebrachten Finanzreform eingereicht. Die Aussprache über diese Finanzreform dürfte den Abschluß der Kammerberatungen vor den Ferien bilden. Barthou in Belgrad Der französische Außenminister Barthou traf am Sonntag um 17,15 Uhr auf dem Donaudampfer„Alexander“ in Belgrad ein. Barthou wurde in Belgrad von den Behörden und den hauptstädtischen Vereinen und Organisationen im Hafen empfangen. Ministerpräsident Usunowitsch begrüßte ihn an der Spitze sämtlicher Kabinettsmitglieder. Begrüßungsansprachen wurden jedoch nicht gewechselt. Vom Hafen bis zum Hotel„Serbischer König“, in dem Barthou Wohnung nahm, bildete der Sokol Spalier. Barthou begab sich sogleich nach seiner Ankunft ins Hofmarschallamt, um sich in das Hofbuch einzutagen.... 9 euminder Garikan Tant Der franzosische Außenminster Barthou legte am Montagvormittag am Grabe des unbekannten Soldaten einen Kranz nieder. Auf der Rückkehr äußerte er den Wunsch, im Nadio eine Rede zu halten. Der Rundfunk veranstaltete demgemäß eine sog.„Stunde der Gerechtigkeit". Barthou erklärte, daß er schon immer für die Freiheit der Südslawen eingetreten sei. Von der Sendestation begad sich Bartheu ins Außenministerium wo er mit dem süd lawischen Außenminister Jeftitsch eine Besprechung hatte. Sodann statrete er dem Ministerpräsidenten Usuncwitsch einen Besuch ab. Als der Besuch beendet war, wurden Usunowitsch und Barthou von Zeitungsphotographen um Aufnahmen gebeten. Barthou zog den Präsidenten, der in einiger Entfernung von ihm Aufstellung genommen hatte, ganz nahe an sich heran und sagte: „Kommen Sie näher an das französische Herz.“ Um 5 Uhr nahm er an einem Tee in der frangösischen Gesandtschaft teil. Deutschanglische Transfer# Verhandlungen in Lenden Abreise einer deutschen Abordnung nach London Antwort auf die englische Uote Die deutsche Regierung hat die am 22. Juni veröffentlichte Rote der englischen Regierung über die Transferfrage am Montag beantwortet. Die Antwortnote der deutschen Regierung wird veröffentlicht werden, sobald sie der englischen Regierung zugegangen ist. In der Note wird der Vorschlag der englischen Regierung, zu einer Erörterung der Transferfrage Vertreter nach London zu entsenden, augenommen. Die deutsche Delegation, die Montag abend nach London abreiste, besteht aus: Ministerialdirigent Dr. Berger, Reichsfinanzministerium; Vortragendem Legationsrat Dr. Ulrich, Auswärtiges Amt, und Direktor bei der Reichsbank Blessing. Wie man in Lonoon Montag abend hörte, werden die Verhandlungen am Mittwoch eröffnet werden. Clearing-Gesetz im Unterhaus Eine Rede Neville Chamberlains Das englische Unterhaus nahm am Montagabend das„Gesetz zur Einrichtung von SchuldenClearing und für Vergeltungsmaßnahmen für Einfuhrbeschränkungen“ in 2. Lesung ohne Abstimmung an. Bei der Einbringung der zweiten Lesung der britischen Clearinghouse=Vorlage usw. erklärte Schatzkanzler Neville Chamberlain, er freue sich, daß die Einladung nach London von Deutschland angenommen worden sei. Er hoffe, daß es weiterhin möglich sein werde, eine Vereinbarung zu treffen, die eine billige Behandlung für die britischen Bondsinhaber und Kaufleute vor dem 1. Juli sicherstellen würde. Zwei Punkte seien nach Ansicht der britischen Regierung für eine befriedigende Vereinbarung wesentlich: Erstens: daß eine volle Bezahung des Dienstes der Dawes= und Younganleihe, die gesetzlichen Vorrang haben, erfolgt, und zweitens: daß mit Bezug auf andere Fragen zwischen englischen und anderen Gläubigern keine Unterscheidung zuungunsten englischer Interessen Chamberlain gab weiterhin der Hoffnung Ausdruck, daß selbst, wenn es notwendig sein sollte, ein Clearingamt zu errichten, um diese zwei Ziele zu erreichen, es möglich sein würde, die britische Ausfuhr nach Deutschland außerhalb des Wirkungsbereiches des Clearingamtes zu belassen und daß ein Eingriff in den Handel unterbleiben könne. Chamberlain bemerkte weiter, er hoffe, daß so wenig Eingriffe in den Handel wie möglich stattfinden würden und daß die Regierung, falls die Verhandlungen scheiterten, sich nur mit den Anleihen befassen brauche. Was die Dawes= und die Younganleihe betreffe, so werde unter der Vorlage vorgeschlagen werden, eine Verordnung zu veröffentlichen, die vorsieht, daß 20 v. H. des Wertes der deutschen Einfuhr mit dem Zoll zusammen für das Clearingamt eingezogen würden. Mit Bezug auf andere Anleihen als die Dawes= und die Younganleihe schlage die deutsche Regierung vor, für ihren Dienst dreiprozentige Fundierungsbonds für die von den britischen Gläubigern vorgeschlagenen Anleihen auszugeben, und die Gläubiger würden bereit sein, diese Fundierungsbonds anzunehmen, vorausgesetzt, daß die Bedingungen befriedigend sind und daß keine unbillige Unterscheidung stattfinde. Wenn nötig, sei beabsichtigt, einen kleinen beratenden Ausschuß zu schaffen, der den Zweck verfolgt, die Reibungsmöglichkeiten und die Unannehmlichkeiten für den Handel auf das geringstmögliche Maß zu vermindern, wenn der Plan in Wirksamkeit gesetzt wird. Schwere politische Bluttat in Pommern Anläßlich einer Sonnenwendfeier, die am 23. Juni in Guetzin bei Hekenhagen, Kreis Kolberg stattfand, verübte, wie das DRB aus Kolberg berichtet, der NSDFB=Mann Erich Kummerow eine schwere Bluttat an einem SA=Führer. Sturmführer Moltzahn wurde bei seiner Feuerrede von Kummerow durch Provokation gegen die SA gestört. Als Sturmführer Moltzahn nach der Feier ihn zur Rede stellte, setzte Kummerow seine Beschimpfungen gegen die SA fort und griff Moltzahn mit einem Eichenstock tätlich an. Obwohl mit seinem Dolch versehen, machte der Sturmführer seinerseits keinen Gebrauch davon, sondern versuchte lediglich, dem Kummerow den Eichenstock zu entwinden. riß Kummerow den SA=Dolch des Sturmführers aus der Scheide und stieß ihn seinem Träger in den Unterleib. Moltzahn liegt schwerverletzt im Kolberger Krankenhaus. Gleichzeitig mit Kummerow wurde in diesem Zusammenhang der Lehrer Koegelin verhaftet. Sturmführer Moltzahn ist einer der ältesten SA=Führer Pommerns und seit zehn Jahren Nationalsozialist. Infolge der in der Bevölkerung entstandenen Erregung ist die zuständige Ortsgruppe der RSDFB aufgelöst und dem RSDFB jede politische Tätigkeit untersagt worden. Weitere Maßnahmen sind zu erwarten. Einstweiliges Verbot des RSOFB in Köslin. Die Staatspolizeistelle Köslin teilt mit: In der letzten Zeit ist festgestellt worden, daß sich zwischen dem RSDFB und der SA scharfe Gegensätze herausgebildet haben. Die Ursachen sind begründet in einem übelwollenden Verhalten der Mitglieder des NSDFB gegenüber der SA. Da es die Führer des NSDFB an dem erforderlichen disziplinarischen Durchgreifen haben fehlen lassen, ist es zu sehr ernsten Zusammenstößen gekommen. Um Weiterungen durch das nicht zu billigende Verhalten des RSDFB vorzubeugen, ist von den Staatspolizeistellen in Köslin und Stettin ein einstweiliges Verbot des RSDFB für deren Bereich am 25. Juni erlassen worden. Das Verbot erstreckt sich auf jede politische Betätigung und Auftreten in Versammlungen und Aufmärschen sowie das Tragen der Uniform und Abzeichen. Finmter wireder Sprengsiessunschnier In den kommunistischen Hochburgen Oesterreichs In den bekannten kommunistischen Hochburgen Kapfenberg und Voitsberg(Steiermark) haben sich einer amtlichen Mitteilung zufolge neue Auschläge ereignet. In Kapfenberg wurde an der Eingangstür des Pfarrhofes ein Sprengkörper zur Explosion gebracht. Dabei wurde Kaplan Eibel durch ein Sprengstoffstück so schwer verletzt, daß er im Laufe des Sonntags im Krankenhaus verstorben ist. Zwei weitere Personen wurden leicht verletzt. In Voitsberg wurde ein Sprengkörper, und zwar ein Stück Wasserleitungsrohr, das mit Amonit geladen war, aufgefunden. Man vermutet, daß der Sprengkörper in das von der Vaterländischen Front geplante Sonnenwendfeuer geworfen werden sollte. Auch in Wien explodierte in der Wohnung eines Rudolf Anderle ein Sprengkörper, der durch das offene Fenster geworfen war. Durch die Explosion wurden die Ehefrau und die Kinder Anderles leicht verletzt. Polizeimajor durch Sprengkörperexplosion schwer verletzt Samstag abend wurde im 6. Bezirk„Wiens ein Sprengkörper gefunden, der auf die polizeiwache gebracht wurde. Als der Polizeimajor Nosko den Sprengkörper in die Hand nahm, explodierte dieser. Nosko erlitt schwere Verletzungen. Am Sonntag mußte ihm der rechte Arm abgenommen werden. Der Zustand des Polizeimajors ist außerordentlich bedenklich. chwere Kerkerstrafen für österreichische Nationalsozialisten Das Standgericht Wien fällte am Montag nach zweitägiger Verhandlung das Urteil gegen neun nationalsozialistische Angeklagte, die nach der Anklageschrift beschuldigt werden, Telefon= und Telegraphenleitungen zerstört zu haben. Die Angeklagten leugnen jegliche Schuld. Sämtliche neun Angeklagten wurden vom Standgericht für schuldig erkannt und zu fünf bis zehn Jahren schweren verschärften Kerkers verurteilt. Aeberan Anruhe i Frankrein, ehr und oin Ohormagt somi Kommunistenterror in Lille Der Freispruch, den das Pariser Schwurgericht zugunsten von zwei Mitgliedern der Action Francaise gefällt hat, die bei den letzten blutigen Straßenunruhen von Lille eine Rolle gespielt hatten, hat die dortigen Kommunisten auf den Plan gerufen. Am Sonntag machten sie eine regelrechte Jagd auf nationalistische Studenten, von denen zwei übel zugerichtet wurden. Da die Action Francaise und die Solidarité Francaise am 30. Juni und 4. Juli in Lille große Kundgebungen veranstalten wollen, rechnet man mit neuen Zusammenstößen, um so mehr, als die Kommunisten bereits Gegenkundgebungen angekündigt haben. Kommunistenüberfall auf Polizisten Vier Polizeibeamte schwer In einem Dorfe bei Pontoise kam es zu Zusammenstößen zwischen Kommunisten und Polizei. Die Kommunisten hatten die Absicht, ein Platzkonzert katholischer Jugend zu stören. Als die Mahnungen des Bürgermeisters zur Ruhe ergebnislos blieben, ging die Polizei gegen Ruhestörer vor. Diese setzten sich zur Wehr und richteten einen Gendarmeriewachtmeister und drei Polizisten so zu, daß sie mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden mußten. Auch die Kommunisten hatten mehrere Verletzte zu verzeichnen. Die Verlustliste in Lorient Nach einer abschließenden Mitteilung der Polizei von Lorient wurden bei den Unruhen am Samstag verletzt: der mit der Leitung des Ordnungsdienstes betraute Polizeikommisser, ein Kommissar der Sicherheitspolizei und drei weitere Polizeibeamte, ferner der Kapitän der Marinefeuerwehr und ein Overmalt st ein Leutnant und fünf Mann der Garde Movile. Außerdem sind eine Reihe von Mitgliedern der Polizeitruppe leicht verletzt, konnten aber schon nach 48 Stunden wieder Dienst tun. Die Strafkammer von Toulouse hat 19 von den am 18. Juni verhafteten Kundgebern zu Gefängnisstrafen von acht Tagen mit Bewährungsfrist bis zu 40 Tagen ohne Bewährungsfrist verurteilt. Ueberfall spanischer Marxisten auf Faschisten Am Sonntag wurden in Madrid Faschisten, die vor ihrem Heim standen, plötzlich von einer Autodroschke aus, vermutlich von Marxisten, beschossen. Zwei Faschisten wurden schwer verwundet. Die Täter entkamen. In Barcelona bewarfen Syndikalisten ebenfalls von einer Autodroschke aus einen Straßenbahnwagen mit Flaschen, die eine leicht entzündbare Flüssigkeit enthielten. Der Straßenbahnwagen fing Feuer und brannte völlig nieder. Der Weihbischof von Buenos Aires in Deutschland Der Weihbischof von Buenos Aires, Miquel de Andrea, ist in Begleitung seines Sekretärs Rafael Cantilo mit der„Cap Arcona“ in Hamburg eingetroffen. Am Sonntagvormittag begab sich der Bischof nach Berlin zu einem zweitägigen Aufenthalt. Anschließend wird er einige Tage als Gast des Nuntius in München weilen, um sodann den Oberammergauer Passionsspielen beizuwohnen. Flugzeug stürzt in Zuschauermenge Acht Tote Bei einer Flugveranstaltung in Belgrad stürzte am Sonntag plötzlich eine Maschine ab und fiel in die Zuschauermenge. Fünf Personen wurden auf der Stelle getötet. Zwölf wurden verletzt. Im Laufe der Nacht sind drei Verletzte im Krankenhaus gestorben. Flugzeuge stießen zusammen Drei Tote Auf dem englischen Flugplatz Yate Glou cestershire stießen am Montagnachmittag zwei Flugzeuge in der Luft zusammen und stürzter ab. Drei Personen wurden getötet. In wenigen Zeilen Reichskanzler Adolf Hitler, der sich am Samstag nach Haus Wachenfeld auf dem Obersalzberg bei Berchtesgaden begeben hatte, verfolgte am Sonntag von der Terrasse seines Hauses aus mit größtem Interesse die Flugleistungen der Deutschlandflieger im Gebirge. In Wildeshausen sprachen am Sonntag an der historischen Stätte des Lebens und Wirkens des Sachsenherzogs Widukind Reichsleiter Rosenberg und Reichsjugendführer Baldur von Schirach über die Aufgaben der deutschen Jugend im Kampf um Deutschlands Zukunft. Mit Wirkung vom 1. Juli 1934 ab ist der bisherige Bankdirektor Franz Joseph Schwarz missarisch mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Treuhänders der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen beauftragt worden. Politischer Zusammenfloß in Columbien 9 Tote, über 50 Verletzte Wie Associated Preß aus Bogota in bien meldet, hat sich in dem von Bogota 45 Kilometer entfernt liegenden Ort Etsagasuea ein politischer Zusammenstoß ereignet, bei dem neun Personen getötet und 50 verletzt wurden. Der Sicherheitsdirektor von Vorarlberg hat die Sperre des kleinen Grenzverkehrs mit dem Deutschen Reich aufgehoben. General Weygand hat seinen kurzen inoffiziellen Besuch in London beendet und ist wieder nach Paris zurückgekehrt. Wie ein Sonderkorrespondent des Daily Telegraph mitteilt, wird von der britischen Regierung ein umfangreiches Rüstungsprogramm für Heer, Flotte und Luftwaffe erwogen. Die Notwendigkeit dieser Aufrüstung werde mit dem Fehlschlag der Abrüstungskonferenz in Genf begründet. Der Bischof von Birmingham, De. Barnes, wandte sich in einer Rede am Sonntag gegen die Ungerechtigkeiten des Versailler Vertrages und befürwortete eine vollständige Abrüstung Englands. Der spanische Ministerrat hat mit larmzustand und die Für die Beweise innigster Tellnahme, die uns beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen erwiesen wurden, sagen wir unsern herzlichsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Hermann Müller Schwerte-Holzen, Im Juni 1934. 1 R M M 96 SNN S Lichtspiele nur Reichstrone " Heute bis Donnerstag Ein großes gutes Programm Kleine Eintrittspreise! Madame wünscht keine Kinder Der große Lustsplelschlager mit Liaue Hald, Georg Alexander, Otto Wallburg Radio-PollzeiPatrouille Amerik. 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Jamilien=Suppe mit Schmorblätichen.(Für 4 Personen.) 2 Würfel Maggl's Familien=Suppe, 1 Eßlössel(20 g) Butter2 Salattopf. Die Suppenwürfel fein zerdrücken, mit etwas kaltem Wasser zu dünnem, glattem Brei rühren, unter ständigem Umrühren in Liter kochendes Wasser gießen und 20 Minuten kochen lassen.— Inzwischen die Salatblätter waschen, feinstreifig schneiden, io der Butter schmoren und zur fertig gekochten Suppe geben. MASG Appiem Buckkandlung, E#e Graus Fachlich geprüfter orthopäd. Schuhmachermeister Der I Marskl * die Schairtt.E. P in Schwerte gedruckte Täger=Hekrung. Börsen und Märkte Dortmunder Schlachtviehmarkt. Bericht über die Preisfeststellung. Dortmund, 25. Juni. Dem heutigen Schlachtviehmarkt waren zugeführt: 897 Stück Großvieh, darunter 39 Ochsen, 166 Bullen, 634 Kühe, 58 Färsen, ferner 718 Kälber, 13 Schafe, 2960 Schweine. Der Marktverlauf war bei Großvieh Ueberstand, bei Kälbern geräumt, bei Schweinen mittel.— Es wurden gezahlt für 50 kg. Lebendgewicht in Rm.: Rinder: Ochsen: a) 1. 32—35, b) 27—30, c) 23—26, d) 18—21; Bullen: a) 30—33, b) 26—29, c) 23 bis 25, d) 18—22; Kühe: a) 31—34, b) 26 bis 30, c) 21—25, d) 13—20; Färsen: a) 31—33, b) 26—30, c) 22—25, d) 17—21.— Kälber: Sonderklasse: 52—62; andere Kälber: a) 45 bis 48, b) 38—44, c) 28—37, d) 19—27.— Schweine: a) 1. 50, 2. 45, b) 40—44, c) 39 bis 42, d) 36—40, e) 33—37, g) 1. 38—40, 25 33—37. Von den heute dem Dortmunder Schlachtviehmarkt zugeführten Schweinen wurden pro Zentner Lebendgewicht verkauft: 206 zu 50, 107 zu 45, 97 zu 44, 259 zu 43, 546 zu 42, 577 zu 41, 366 zu 40, 153 zu 39, 169 zu 38, 223 zu 37, 48 zu 36, 24 zu 35, 32 zu 34, 8 zu 33, 4 zu 32, 1 zu 30, 4 zu 27, 1 zu 25, 1 zu 20. Schwindler mit außer Kurs gesetzten 50Mark=Scheinen. In Dortmund treibt sich ein Schwindler umher, der von alten Frauen Zimmer mietet. Er leistet auf die Miete des ersten Monats eine Anzahlung und gibt dabei außer Kurs gesetzte 50=Mark=Scheine in Zahlung. Von den Geschädigten läßt sich der Schwindler darauf Geld herausgeben. Meist wurden 30; Mark=Scheine vom Jahre 1910— rosa Farbe —, auf denen die Zahl 1910 in 1930 abgeändert war, verwendet. Bei dem Täter handelt es sich um den Kaufmann Siegfried Graf, der am 20. 2. 1902 in Halle geboren ist. Beschrei bung: 32 Jahre alt, 1,69 Meter groß, schlank, dunkelblondes Haar, ovales Gesicht, gelbbraung Augen, mittlere gebogene Nase. Bereits Ge# schädigte wollen sich im Polizeidienstgebäude, Steinstraße 48 in Dortmund, Zimmer 49, melden. Shne Srirr Märsch Ein Roman aus den Kampfjahren 1929 bis 1932 von Heinz Friedrich Kamecke. 57. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Seinen Kahlschädel vorstreckend, gewahrte der alte Fuchs seinen Freund Stüwen. „Ach! Chefredakteur Stüwen!“ rief er aus und kam mit dem freundlichsten Gesicht von der Welt auf Klaus zu, der es allerdings nicht der Mühe für wert hielt, sich zu erheben. Schley grüßte Anke mit einer übertrieben tiefen Verbeugung. Doch sie nahm kaum Notiz von dem Alten. Schley, der diesen kalten Empfang nicht erwartet hatte, blieb in angemessener Entfernung stehen und sagte:„Pardon! Ich störe... nur eine Frage! Herr Chefredakteur, ich verfolge Ihren Kampf in Teutowalde mit wachsendem Interesse... Ich bin ehrlich erstaunt, über Ihre Aktivität... Gewiß, wir marschieren getrennt, aber ich meine, im Prinzip— „Ihrer„Roten Laterne' ist doch schon das Oel ausgegangen“, höhnte Stüwen. Schley lachte gekünstelt.„Mon Dieu, Sie kennen die Ossenbrügger! Meine Zeitung war lediglich für die Geistesaristokratie bestimmt — und die kann man hier mit der Laterne suchen—— Nein, ich habe Größeres vor! Ich wende mich an ein bedeutendes Publikum.. Ich kann's mir leisten, mein Name ist noch immer„Don Dinero’, zu deutsch:„Herr Geld"“. „Sie haben ja auch internationale Beziehungen“, fiel ihm Stüwen in die Rede,„besonders nach Holland, nicht wahr?“ „Ganz recht!“ antwortete er eifrig.„Kälber hat nicht mehr den nötigen Elan— er raucht nur dicke Zigarren, und Dr. von Rabenstein, der Dritte im Kollegium, ist als Katzur rein geschäftlich eingestellt. Ganz nett die Vertretung bei der Romania Oelwerke A. G.! Aber ich habe nun andere Leute an der Hand— Leute, auf die ich mich verlassen kann...“ „So, so!“ „Ita est, zu deutsch: So ist es! „Haben Sie übrigens in Ihrer rosaroten „Laterne' den„Wächter' anzugreifen versucht?“ Der Alte grinste.„Versucht, ganz recht, versucht! Mein Angriff prallte allerdings an dem geharnischten Ritter ab.“ „In wessen Diensten stehen Sie jetzt?“ „Im Dienst der Menschheit!“ antwortete Schley voll Pathos. „Kann ich mir denken.“ „Ich bin Ihnen zu Dank verpflichtet, my sweet swan.“ „Ach“, sagte Stüwen gedehnt. „Erinnern Sie sich nicht mehr der tollen Autofahrt? Als Sie den„blauen Wilhelm' kalt stellten?“ Stüwen lächelte, und Anke zog besorgt die Brauen in die Höhe. „Sie sind mein Lebensretter“, fuhr Schley fort.„Jawohl, meine Dame, Herr Stüwen hat mich beschützt— er ist eben Kavalier... „Wo steckt King?“ fragte Stüwen. Schley zuckte die Achseln, seine Stirn legte sich in Falten.„Keine Ahnung! Der„blaue Wilhelm' ging ja türmen. Die„rote Katja', die ich kürzlich zufällig im„Trokadero' traf, soll noch immer für ihren Liebsten groß anschaffen — ja, das sind so Sachen.“ „Sie haben King also nicht wieder gesehen?“ Schley wurde unruhig.„Leider nicht! Käme er mir zu Gesicht, gleich ließe ich ihn verhaften.“ „Kennen Sie Holzwurm?“ „Nein.“ „Stehen Sie mit Privatdetektiv Mondschein in Verbindung?" „Auch das nicht, mein Herr! Ich habe andere Aufgaben.“ Klaus blickte Anke an, die staunend das Gespräch mit angehört hatte.„Du mußt nämlich wissen, daß Herr Rechnungsrat Schley im November 1918 im Auftrage des Arbeiterund Soldatenrats mit einer bewaffneten Horde Vieh und Korn beschlagnahmte— auch auf Gut Sonneborn— und nach Holland verschob, daher seine internationalen Beziehungen———“ Schley kochte innerlich vor Zorn. Statt einer Antwort lachte er sein teufliches Lachen. „Auch ein Witz, gnädiges Fräulein. Spaß muß sein. Aber ich will die Herrschaften nicht länger mit meiner Gegenwart bedrücken. Ich habe die Ehre!“ Er verbeugte sich mit gemachter Artigkeit und entfernte sich langsam. In einer verschwiegenen Ecke nahm er Platz. Anke atmete erleichtert auf.„Was für ein Mensch!“ „Ein Zeitgenosse“, gab Stüwen zur Antwort. „Dieser eigenartige Schädel.“ „Stark degeneriert! Ich kenne einen ähnlichen Menschen. Der nannte sich in Ossenbrügge Dr. von Rabenstein. Jetzt lebt er in Teutowalde als Vertreter Katzur. Der Mann hat ein Raubvogelgesicht. Ich traue ihm alles zu! Der Wirt vom„Fuchsbau', erzählte mir mal, Rabenstein habe seiner dreizehnjährigen Tochter nachgestellt. Er bemühte sich, nebenbei bemerkt, auch um die Bekanntschaft mit der Frau des Generaldirektors Meding—“ „Seltsame Menschen“, sagte Anke. Nach einer Pause:„Du, es wird Zeit für mich, wir wollen gehen.“ Klaus brachte Anke nach Hause. Dreißigstes Kapitel. Am Sonntag trafen sich um fünf Uhr morgen Anke, Klaus, Helga und Eberhard in volTurnen, Spiel, Sport BfL. Schwerte BfL. Res.— Sportkl. Ergste 1. 3:1. Die Reservisten zeigten seit langer Zeit wieder ein großes Spiel. Die Ergster setzten sich energisch zur Wehr, aber das wuchtig hohe Spiel brachte der Mannschaft nichts ein. Die Schwerter hielten den Ball flach und waren durch diese Spielweise ihrem Gegner leicht überlegen. Ein Bombenschuß von landet in der ersten im rechten Torwinkel. Die zweite Spielhälfte bringt zwei weitere Tore, denen die Ergster nur ein einziges Tor entgegenzusetzen vermögen. Mit 3:1 behalten die Reservisten die Oberhand. Auch die Knabenmannschaft Kreismeister 19341 VfL. 1. Knab.— Letmathe 98 1. Knab. 4:1. In Westhofen kam zwischen obigen Mannschaften das Endspiel um die Kreismeisterschaft zum Austrag. Auch die Jüngsten des VfL. ben es geschafft. Mit 4:1 wurden die körperlich stabileren Letmather besiegt. Abermals ein schdner Erfolg der Jugendabteilung. ler Ausrüstung im Hauptbahnhof Ossenbrügge. Der Zug brachte sie in einer Stunde nach Mallenburg. Die Paddler hatten es vom Bahnhof Mallenburg nicht weit bis zum Startplatz. Else, ein Fluß, breit genug für Paddelboots und Vierer, machte einen Bogen um die Stadt der die neuen Viertel berührte. Sofort wurde mit dem Aufbauen der Boote begonnen. Klaus, dem die Uebung fehlte, stellte sich beim Bauen ein wenig unbeholfen an, sodaß. Helga und Eberhard ihr Faltboot„Widukind“ eher startfertig hatten. Anke lachte. „Lachst du mich aus?“ fragte Klaus. „Ich freue mich über deinen Eifer“, antwortete sie, die Zähne zeigend. Groß war für Klaus die Ueberraschung, als plötzlich am Achterstewen des„Hermann“ die Wächterflagge, die den geharnischten Ritter zeigte, wehte. „Widukind“ führte im Flaggenhalter einen Hakenkreuzwimpel. Die Boote wurden von einem kleinen Landungssteg aus in den Fluß eingesetzt. Die Paddler stiegen in die Sitzluke. Die Mädchen nahmen vorn Platz. Die Sonne brannte glühend heiß, als die Fahrt begann.„Hermann“ hatte die Führung. Die Boote hielten sich, da es flußabwärts in südwestlicher Richtung ging. am Rande, wo die Strömung nur ganz schwach war. Die Paddler kamen vorbei an Wiesen, die dem zweiten Schnitt entgegen grünten, vorbei an heißen Kornfeldern, die rauschend fluteten, wenn der Ostwind darüber hinstrich. Libellen standen, in prächtigen Farben schillernd, über dem Schilf, rückten mit dem Boote ein wenig vor, hielten im Fluge inne und schwirrten dann über dem Wasserspiegel dahin und verschwanden. Schmetterlinge schwebten vorüber. Fortsetzung folgt!