Die„Schwerter Zeitung“ erscheint wöchentlich sechs mal. Bezugspreis wöchentl. 45 Pfg.(einschl. Trägerlohn). Einzelnummer 10 Pfg. Geschäftsstelle Gr. Marktstraße 3—5. Postscheckkonten: Dortmund 2852 und Hannover 21874. Verantwortlich. Hauptschriftleiter: Heinz Friedrich Kamecke. Verantwortl. für d. gesamt. Texteil: Heinz Friedrich Kamecke. Für den Anzeigenteil: Hans Linner; sämtlich in Schwerte. Druck u. Verlag: Carl Braus, Schwerte.— D. A. V/34; 1726 Heimatblatt Einzige in Schwerte gedruckte Tages=Zeitung Tagebial für die Stavi Schwerke und bus Alm Westhofen S Kreisvian für den nordlichen Leil des Landkreises Fserlohn Dwrer Sraulderneuetertressen sta Führers Staatsbesuch in Venedig- Ueberall begeisterte Aufnahme- Erste Unterredungen Frühstück in Villa Pisani in Stra Zweistündige Unterredung Adolf Hitlers mit Mussolini Benito Mussolini Abflug von München Reichskanzler Adolf Hitler ist Donnerstag vormittag um 8.20 Uhr von München nach Venedig zur Zusammenkunft mit dem italienischen Ministerpräsidenten Mussolini abgeflogen. In Begleitung des Kanzlers befanden sich Reichsaußenminister von Neurath, Reichspressechef Dr. Dietrich, Adjutant Brückner, Oberführer Schaub und Pressephotograph Hoffmann, ferner Ministerial= rat Thomsen und Legationsrat von Kotze vom Auswärtigen Amt. Der Flug nach Venedig erfolgte in zwei von den Flugkapitänen Bauer und Schnäbele geführten Flugzeugen. Ankunft in Venedig Wenige Minuten nach 10 Uhr kam das Flugzeug des Führers, die„Immelmann“ D. 2600, auf dem Flugplatz St. Nicolo in Venedig an. Die Maschine wurde von Flugzeugstaffeln der talienischen Luftfahrtwache begleitet. Unmittelbar nach der Landung verließ der Führer als erster die Kabine und ging auf Mussolini zu, der wenige Schritte vom Flugzeug entfernt Aufstellung genommen hatte, umgeben von den Würdenträgern Italiens und der faschistischen Partei. Mussolini begrüßte den Führer und beide schüttelten sich herzlich die Hände. Der Führer begrüßte sodann den deutschen Botschafter in Rom, von Hassell. Mussolini begab sich mit dem Führer sofort zu dem wartenden Motorboot, in dem beide Platz Die erste Aussprache zwischen dem Führer und Mussolini fand in der Villa Reale in Stra statt. Darüber wird folgendes amtlich bekanntgegeben: Der Chef der italienischen Regierung hat dem deutschen Reichskanzler heute ein Frühstück in der Villa Pisani in Stra gegeben. Nach dem Frühstück haben die beiden Regierungschefs eine über zweistündige Unterredung gehabt. Die Unterredung wird morgen fortgesetzt. Wie wir dazu noch erfahren, fand die Unterredung unter vier Augen statt. An dem Frühstück in Stra nahmen u. a. teil: Der Senator und frühere Parteisekretär Giuriata, der Staatssekretär Suvich, der Parteisekretär Starace, der italienische Botschafter in Berlin, Cerruti, Baron Aloisi und andere hohe Staats- und Parteibeamte. Von deutscher Seite waren anwesend: Außenminister von Neurath, der deutsche Botschafter in Rom, von Hassell, Gruppenführer Brückner, Pressechef Dr. Dietrich u. a. Ferner traf Geh. Rat Aschmann, Pressechef im Auswärtigen Amt, im Flugzeug von Berlin kommend, in Venedig ein. Gegenbesuch Mussolinis Eine Stunde nach der Rückkehr des Führers ins Grand Hotel machte ihm der Duce dort seinen Gegenbesuch. Begleitet von Parteisekretär Starace, Unterstaatssekretär Suvich, dem Chef der Miliz, Peruzzi und seinem Schwiegersohn Ciano, fuhr Mussolini vor dem Grand Hotel im Motorboot vor und trat auf die Landungsbrücke. Genau im Eingang zum Hotel traf er mit dem Führer zusammen, der ihm entgegengekommen war. Mit einem freundlichen Lächeln begrüßten sich die beiden Staatsmänner und schüttelten sich die Hände. Dann schritten sie in lebhaftem Gespräch die Treppe hinauf zu den Räumen des Führers. Nach kurzem Beisammensein verließ dann Mussolini, vom Führer wieder bis zum Ausgang begleitet, das Grand Hotel. Bei der Abfahrt im Motorboot wandte er sich dann noch einmal lebhaft um, mit den Augen nach dem Führer suchend, der unter der Tür stehengeblieben war. nahmen. Die Motorbootsflottille setzte sich in Bewegung. Die Fahrt führte zunächst an einer Torpedobootsflottille vorbei. Auf den Booten hatten die Besatzungen in weißer Uniform Paradeaufstellung genommen. Weiter ging die Fahrt am Dogen=Palast vorbei, durch den Canale Grande bis zum Grand=Hotel, wo das Motorboot des Duce anlegte. Mussolini verabschiedete sich hier vom Führer, und begab sich nach der Villa Pisani di Stra. Venedig hatte inzwischen sein schönstes Flaggenkleid angelegt. Von allen Plätzen und Ufern jubelten begeisterte Menschen den beiden Staatsmännern zu. „Eviva il Dure, Eviva Hitlero“. Der festliche Tag in Venedig Venedig, 14. Juni. Schon als wir kurz nach 9 Uhr mit einem Motorboot hinausfuhren zum Lidio, zum Flughafen der Stadt Venedig, bot die Stadt das Bild festlicher Erwartung. Von den alten Palästen flatterten die Fahnen Italiens und Deutschlands. Menschen sammelten sich überall auf den breiten Freitreppen, die von den Palästen und Kirchen hinunterführen an die Kanäle. Auf den Torpedobooten, die längs des Weges vom Flughafen zum Grand=Hotel am Canale Grande festgemacht hatten, trat die Besatzung bereits an. Weiß leuchteten die Paradeuniformen der Marinesoldaten. Polizeiboote furchten das Wasser, daß die Wogen hoch aufspritzten, und überall wurde letzte Hand angelegt. Am Flughafen selbst waren Ehrenformationen aller italienischen Waffengattungen angetreten. Da stand die Infanterie im flachen Schuten unter encheniicher Eenung Neuordnung des Berufs- und Fachschulwesens in Freußen Das preußische Staatsministerium hat ein für die weitere Vereinfachung der Verwaltung bedeutsames Gesetz verabschiedet, das für Preuhen auf dem Gebiete des beruflichen Ausbilbungswesens die gleiche Regelung bringt, wie se für das Reich durch den Erlaß des Reichskanzlers vom 11. 5. 1934 über die Aufgaben des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung, Volksbildung getroffen worden ist. Bisher haben die Berufs= und Fachschulen dem daun üier Vlsenchosft und Arbset und im Landwirtschaftsministerium unterstanden. urch das neue preußische Gesetz wird die Bergakademie Clausthal und das gesamte Berufsunrd Faxschulgeseg dem preußischen Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung zugeSilt, das damit in Zukunft für die Verwaltung und Beaussichtigung des Schulwesens auch auf gewerblichem, industriellem und bäuerlichem Gebiete zuständig ist. Nachdem im Reich durch den erwähnten Erlaß dem neugeschaffenen Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung das gesamte Schulwesen zugeteilt worden ist, werden nunmehr also auch im preußischen Kultusministerium Abteilungen für das berufliche und bäuerliche Ausbildungswesen errichtet werden. Damit ist die Möglichkeit geschaffen worden, daß in Zukunft die beiden im Reich und in Preußen zuständigen Fachministerien die Fragen des Berufs= und Fachschulwesens einheitlich und in engster Fühlung miteinander bearbeiten. Stahlhelm, daneben eine Abteilung Artillerie, dann, an ihren gelben Aufschlägen erkenntlich, eine Abteilung Kolonialtruppen, weiter eine Abteilung der Marine und eine Abteilung der Fliegertruppen. Mussolini, der schon bald nach 9 Uhr auf dem Flughafen eingetroffen war, sah man in angeregtem Gespräch mit dem deutschen Botschafter von Hassell. Der Flughafen war hermetisch abgesperrt. Außer besonders Geladenen hatten Zutritt Angehörige der Führung der faschistischen Partei und hohe italienische Regierungsbeamte. Man bemerkte u. u. auch Staatssekretär Suvich, ferner Generale und hohe Offiziere. Die große Flughalle war ausgeräumt worden, um der Maschine des Führers Platz zu geben. Die Stirnwand war mit einer großen Hakenkreuzflagge geschmückt, die flankiert wurde von der italienischen Trikolore mit dem Liktoren=Bündel. Flugzeuge der italienischen Marine kreisten in Staffeln um den Flugplatz und flogen dann dem Flugzeug des Führers entgegen. Kurz vor 10 Uhr landete die Streckenmaschine Rom—Berlin. Bald darauf kündigte Motorenbrausen die Ankunft des Führers an. Von der Insel Murano her, wo die bekannten venezianischen Glasbläsereien liegen, kam das Flugzeug des Führers am Flughafen vorbei, zog eine Schleife über dem Lidio und landete dann auf dem Flughafen. Als sich die Kabine des Flugzeuges öffnete und der Führer im Mantel an der Tür erschien, intonierte die Militärkapelle das Deutsch= land=Lied. Der Führer trat zunächst auf Mussolini zu, der wenige Schritte vom Flugzeug entfernt mit hohen italienischen Würdenträgern und dem deutschen Botschafter wartete. Beide Männer drückten sich die Hand und sahen sich fest in die Augen. Wir alle, die wir dabei zu sein das Glück hatten, wußten in diesem Moment, daß wir Zeuge eines historischen Augenblickes geworden waren. Adolf Hitler Das Horst=Wessel=Lied erklang. Dann schritten Mussolini und der Führer unter den Klängen der Giovinezza, gefolgt von dem Parteisekretär Starace und dem Generalstabschef der Miliz, Teruzzi, die Front der Ehrenformationen ab. Darauf führte Mussolini den Führer zur Motorbootsflottille. Mussolini und der Führer fuhren stehend im ersten Boot. Daran schlossen sich dann die Boote mit den übrigen Ehrengästen. Durch die große Lagune ging dann die Motorbootsfahrt, vorbei an der Torpedobootsflottille, wo die Besatzung die Ehrenbezeugungen erwies, vorbei am DogenPalast, am Markus=Platz zum Grand=Hotel. Am Grand=Hotel verließ der Führer das Motorboot und verabschiedete sich von Mussolini, der mit seiner Begleitung weiterfuhr zum Piazale Romano, dem großen neuen Platz, auf dem die vor einigen Wochen eingeweihte Autostraße nach Mestre beginnt. Von dort fuhr der Duce hinaus zur königlichen Villa Stra, wo am Mittag die erste historische Unterredung Mussolinis mit dem Führer stattfand. Unter den zahlreichen in Venedig anwesenden Diplomaten bemerkte man auch den Berliner italienischen Botschafter Cerruti und Frau. In Venedig ist ferner eine Fülle von Journalisten und Diplomaten aus aller Welt anwesend, die Zeugen dieser historischen Tage sein wollen. Schon am Flughafen wurden beide Staatsmänner mit spontanem Händeklatschen begrüßt. Es erschollen immer wieder die Rufe:„Eviva il Duee, Eviva Hitlero“ und dann immer wieder die Rufe„Hitler! Hitler! Hitler!“ und dazwischen wieder das Eviva und brausendes Händeklatschen. Auf der Freitreppe der Kirche St. Giorgio hatte sich allmählich eine große Menschenmenge angesammelt. Auf dem Canale Grande promenierten dauernd Motorboote und Gondeln, besetzt von Neugierigen, die den Führer sehen wollten. Als gegen 12 Uhr mittags dann der Führer mit seinen Begleitern sich hinunter zur Anlegestelle begab, um zur Piazale Romano und von dort nach der Villa Stra zu fahren, empfing ihn erneut brausender Jubel. Zahlreiche Deutsche aus Italien hatten sich dort angesammelt und brachten dem Führer ihre Huldigung dar. Die Sirenen der Schiffe und Motorboote heulten und durch ein Spalier von zum Gruß erhobenen Armen fuhr das Motorboot des Führers den Canale Grande hinauf, vorbei an den historischen Palästen, die kilometerweit diesen Kanal säumen, vorbei auch am Palazzo Vendramin, wo Richard Wagner seine Augen für immer schloß. Die Zimmer des Führers im Grand=Hotel, dem alten Palazzo Pini, haben eine historische Be deutung. Zahlreiche Staatsoberhäupter haben hier gewohnt, Könige aus aller Welt. Die Zimmer sind mit künstlerischen Möbeln aus dem 17. Jahrhundert ausgestattet, die Wände tragen die Wappen alter venezianischer Familien. An den Wänden hängen Bilder aus der venezianischen Schule Tiepolos. Der große Empfangsraum, in dem am Freitag das Essen für Mussolini gegeben werden wird, ist der sogenannte Sansovino. Der Raum ist mit grünem Brokat ausgespannt und mit wertvollen venezianischen Spiegeln von Morano geschmückt. Das Schlafzimmer des Führers ist das sogenannte Verones=Zimmer. Es trägt mythologische Eckmalereien von Verones. Alle italienischen Zeitungen brachten am Donnerslagmorgen auf der Titelseite die Nachricht vom Zusammentreffen der beiden Staatsmänner. Außerdem wurden Bilder des Führers, Mussolinis und der Villa Pisani in Stra mit langen Kommentaren veröffentlicht. Dem Kanzler wurden außerordentlich herzliche und warme Worte der Begrüßung gewidmet, die in gleicher Weise dem Schöpfer und Führer der nationalsozialistischen Bewegung u. dem Staatsmann gelten. Die Jahrt nach Stra Zur ernten Aussprache mit Mussolini fuhr der Führer gegen Mittag nach der Villa Reale in Stra. Am Piazzale Romano vorbei ging die Fahrt über die große Autostraße nach Fisina und von dort entlang dem Brenta=Kanal bis Stra. Diese Fahrt vermag ein Bild zu geben von italienischer Volkspsychose und von dem Geiste, mit dem das italienische Volk an seinem Führer hängt, mit dem es aber auch den Führer des deutschen Volkes achtet. Aus allen Fenstern hing die grün=weiß=rote Trikolore mit dem Liktoren=Bündel. Ueber die Straßen waren immer wieder in Riesenschrift die Worte geschrieben:„Duce, Duce, Duce!“ und an verschiedenen Stellen„Hitler!“. An den Häusern klebten große Plakate, die zehn, zwanzig und dreißig Male die Worte trugen:„Duce, Duce, Duce", eine Form der Begeisterung, die sich nicht nur auf einen Mann, sondern auch auf einen Begriff, auf ein Wort mit aller Intensität konzentriert. In den kleinen Orten trat gerade die Ballila an, um auf der Rückfahrt des Führers Spalier zu bilden und ihn zu begrüßen. Dann trafen wir lange Kolonnen von Jung=Faschisten, die riesige, fünf Meter große Plakate mit dem Kopf Mussolinis mit sich führten und die bei unserem Erscheinen in Beifallsklatschen und laute Rufe: „Es lebe Deutschland!“ ausbrachen. Schloß Stra ist ein zweistöckiger, weißer breiter Bau, von einem großen Park umgeben, hinter der sich ein langes, schmales, kanalartiges Wasserbecken zieht. Das Ganze wird abgeschlossen durch ein niedriges Orangerie=Gebäude. Als der Führer, der unterwegs immer wieder von der Bevölkerung und faschistischen Abteilungen begrüßt wurde, an der Villa Stra eintraf, ging ihm Mussolini entgegen und begrüßte ihn: dann schritten Mussolini und der Führer durch die weite Halle des Schlosses hinaus in den Park, den der Führer zunächst besichtigte. Nach dem Essen gegen 3 Uhr begann die erste große historische Unterredung zwischen den Führern der beiden großen Völker. Auf der Rückfahrt blieb der Führer mit seinem Motorboot etwas zurück, um noch das berühmte Condottiere=Denkmal des Colleoni zu besichtigen. Er traf kurz nach ½6 Uhr im Hotel Grande ein, nachdem wenige Minuten vorher der Duce auf dem Canale Grande das deutsche Standquartier passiert hatte. Der Alpenflug des Führers Der Flug des Führers über die Alpen war sein erster derartiger Flug. So war er— der begeisterte Alpenfreund— naturgemäß besonders gespannt auf die Eindrücke. Ueber Tirol lag leider eine dicke Wolkendecke, hinter dem Brenner jedoch hörten dann die Wolken auf, und die 2600 „Immelmann“ mit Bauer, dem ersten Piloten des Führers, am Steuer konnte sich von 4000 Meter etwas tiefer schrauben. Brixen war zu sehen und dann die herrliche zerklüftete Felsenwand der Dolomiten. Der Führer setzte sich, um eine schönere Sicht zu haben, zu dem Piloten. Man sah dann die steil abfallende Marmolata, die wie ein Gruß aus einer Urwelt erschien, die venezianischen Alpen, dann die weite oberitalienische Tiefebene und einem Urstrom gleich das ungeheuer weite, aber wasserarme Flußbett der Piave. Heldenfriedhöfe, baumumkränzt, auf denen Deutsche und Italiener gemeinsam von den schweren Kämpfen ausruhen, die hier einst getobt haben, sind Symbol dafür, daß die Zeit des Mißverständnisses vorbei ist, da zwei große Völker, die nun nichts mehr trennt und die alles verbindet, gegeneinanderstanden, zwei Völker, die heute die gleichartige Staatsstruktur und die gleiche innenpolitische Entwicklung besonders stark verbindet. Der Flug ging dann über Padua hinüber zu den Lagunen Venedigs, das zweimal umflogen wurde, nach Morano, der Stadt des venezianischen Glases, einer jener Inseln, die zur Dogen=Republik Venedigs gehörte, den Lido und dann in einer Schleife noch hinauf auf die Adria, die im tiefen Blau heraufglänzte. Dann setzte das Flugzeug zur Landung an. Neue Kirchenschließungen in Sowjetrußzland Wie über Reval aus Moskau gemeldet wird, wurden in Weißrußland und in der Ukraine in der Zeit von Ostern bis Pfingsten 46 Kirchen geschlossen. Die Gebäude werden für Wohnzwecke oder als Versammlungslokale hergerichtet. Si. Ererreis der Hilsurel. Kranzniederlegung am Grabe des Unbekannten Soldaten in Warschau Dr. Goebbels Warschauer Besuch Am Donnerstag kurz nach 11 Uhr legte Reichsminister Dr. Goebbels am Grabe des Unbekannten Soldaten feierlich einen Kranz nieder. Reichsminister Dr. Goebbels, der vom deutschen Gesandten von Moltke, dem deutschen Militärattaché Generalleutnant Schindler und allen Herren der deutschen Gesandtschaft begleitet war, wurde bei seinem Eintreffen vom Chef des Protokolls, vom Kommandanten des Warschauer Armeekorps sowie vom Wojwoden begrüßt. Die Kapelle spielte das Deutschland= und das HorstWessel=Lied, während die Ehrenkompagnie präsentierte. Nachdem Dr. Goebbels die Meldung des Führers der Kompagnie entgegengenommen hatte, schritt er die Front ab. Darauf erfolgte feierlich die Niederlegung des Kranzes, der mit dem Hakenkreuz und den Farben schwarz=weiß=rot geschmückt war. Während der Kranzniederlegung spielte die Kapelle die polnische Nationalhymne. Eine zahlreiche Zuschauermenge, die von der Polizei zurückgehalten wurde, folgte dem feierlichen Akt. Vom Grabmal des Unbekannten Soldaten begab sich Dr. Goebbels mit dem deutschen Gesandten auf das Schloß des Staatspräsidenten, wo er sich in das Gästebuch eintrug. Mittags fand ein Frühstück beim Außenminister Beck statt. reiche Berichte über die Ankunft, den Aufenthalt und die Rede des Reichspropagandaministers Dr. Goebbels. Die offiziöse„Gazeta Polska“ sagt u. a.: „Minister Goebbels hat die Aufmerksamkeit des Publikums ununterbrochen durch die berühmten Fragen gefesselt, die die Versammelten mit großem Interesse angehört haben. Minister Goebbels besitzt eine vortreffliche Ausdrucksweise und belegt seine Ausführungen durch treffende Akzente der Leidenschaft und ruhigen Kraft. Der Vortrag wurde durch lebhaften Beifall belohnt. Der überaus eingehende Bericht wird durch eine dreispaltige Ueberschrift„Das nationalsozialistische Deutschland als Faktor des europäischen Friedens“ gekennzeichnet. Der regierungstreue„Kujer Polski“ hebt besonders hervor,„daß der Hitlerismus keine Ausfuhrware, sondern eine typisch deutsche Erscheinung ist".„Expreß Poranny“ sagt,„es gibt in Europa keine Frage, die einen Krieg erfordern würde". Es ist bemerkenswert, daß nicht nur alle Regierungsblätter, sondern auch die Presse der Opposition eingehende Berichte über den Aufenthalt Dr. Goebbels in Warschau und umfangreiche Inhaltsangaben seiner Rede veröffentlichen. Die Warschauer Morgenpresse vom Donnerstag bringt durchweg Bilder und umfangEmpfang bei Marschall Pilsudski Kurz vor ½6 Uhr nachmittags wurde Reichspropagandaminister Dr. Goebbels in Begleitung des deutschen Gesandten von Moltke und im Beisein des polnischen Außenministers Oberst Beck von Marschall Pilsudski im Belvedere empfangen. Die Konferenz dauerte etwa ¾ Stunden. Ueber den Inhalt der Unterredung ist keinerlei amtliche Verlautbarung zu erwarten. Die Nachricht vom Empfang im Belvedere hat sich in den Abendstunden in Warschauer politischen Kreisen wie ein Lauffeuer verbreitet und großes Aufsehen erregt. Außenminister Beck hat am Donnerstag zu Ehren des Reichspropagandaministers ein Frühstück gegeben. Etwa ½ Stunde vor dem Frühstück stattete Dr. Goebbels in Begleitung des deutschen Gesandten von Moltke dem Außenminister Beck einen Besuch ab, wobei eine Aussprache stattfand. Kurz vor dem Besuch beim Außenminister Beck hat Dr. Goebbels am Ehrenmal des deutschen Kriegerfriedhofes im Powonski einen Kranz mit den Reichsfarben niedergelegt. Am Abend wurden in den Räumen der deutschen Botschaft die Vertreter der deutschen Kolonie durch Dr. Goebbels empfangen, wobei er eine kurze Ansprache hielt. 50 000 Mark auf Nummer 299 692 In der Ziehung der 34./269. Preußischen Klafsenlotterie wurde am Donnerstagmittag der Hauptgewinn von 50 000 Mark auf die Nummer 299692 gezogen. Das Los, das in Achteln gespielt wird, kam in der ersten Abteilung nach Bayern, in der zweiten nach Westfalen. Ein Hunderttausender fällt nach Berlin und Schlesien In der Nachmittagsziehung der Preußisch= Süddeutschen Klassenlotterie fiel ein Gewinn von 100 000 RM. auf die Losnummer 17480. Das Glückslos wird in Achteln in der ersten Abteilung in Niederschlesien und in der zweiten in Berlin gespielt. Die Rückgliederung des Saargebiets Der Reichsminister des Innern teilt folgendes mit:„Aus Kreisen der Saarbevölkerung sind wiederholt Anfragen an die zuständigen Stellen gerichtet worden, in welcher Weise die Rückgliederung des Saargebietes erfolgen werde. Hierzu ist festzustellen, daß das Saargebiet so zurückgegliedert wird, wie es auf Grund des Friedensdiktates von der Verwaltung der Länder abgetrennt wurde. Der früher preußische Teil wird der Verwaltung des Landes Preußen, der bayerische der Bayerns entsprechend der früheren Grenze ohne Aenderung eingegliedert werden. Dollfuß in Budapest Der österreichische Bundeskanzler Dr. Dollfuß ist am Donnerstag im Flugzeug in Budapest eingetroffen. Er wurde in Vertretung des ungarischen Ministerpräsidenten und des LandwirtSüßt, Auterdem hatten... st. Außerdem hatten sich Sicherheitsminister Fey, der sich schon seit einigen Tagen in Budapest aufhält, und der österreichische Gesandte mit Mitgliedern der Gesandtschaft zum Empfang eingefunden. In unterrichteten Kreisen nimmt man an, daß der Bundeskanzler seinen Aufenthalt in Budapest dazu benutzen wird, um mit der ungarischen Regierung in eine engere Fühlungnahme über die internationalen Fragen einzutreten. Der Bundeskanzler wird einen Vortrag über agrarpolitische Fragen auf der Landwirtschaftskonferenz halten. Setterat Wehgund nach Ernden Geheime englisch-französische Generalstabsbesprechungen? Eine Meldung der„Morning Post“ über einen bevorstehenden Besuch des französischen Generalstabschefs General Weygand in England wird vom diplomatischen Mitarbeiter des„Daily Herald“ übernommen, der wissen will, daß der General am kommenden Montag in London eintreffen werde. Es heiße, der Besuch sei ganz unoffiziell, aber er sei beunruhigend angesichts hartnäckiger Pariser und Londoner Gerüchte, wonach private Besprechungen zwischen dem französischen und dem britischen Generalstab im Gange seien, die auf Ausarbeitung von Plänen für eine militärische Zusammenarbeit im Falle eines europäischen Krieges abzielten. Der Mitarbeiter erinnert daran, daß auch vor 1914 versichert worden sei, es bestehe kein Bündnisvertrag. Später habe dann die Oeffentlichkeit Kenntnis erhalten von der jahrelangen engen Zusammenarbeit der beiden Generalstäbe vor Kriegsanfang. Eine eingehende und unzweideutige Erklärung des Ministerpräsidenten Macdonald sei erforderlich. In der nächsten Woche werde die Regierung wegen dieser Sache im Unterhaus gefragt werden. Aufnahmesperre im RS=Juristenbund und in der Deutschen Rechtsfront Auf Anordnung des Reichsführers des RSJuristenbundes und der Deutschen Rechtsfront wird bis zum 1. August 1934 für die genannten Organisationen eine Aufnahmesperre anberaumt. Nach diesem Zeitpunkt ist die Aufnahme nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Reichsführung des BRFDI möglich, wenn Vereinbarungen mit anderen Organisationen bisher den Eintritt nicht gestatteten. Sie 460 000 Mart in der Matruhr Weitere Zeugenaussagen im Prozeß gegen Dr. Gereke Am Donnerstag drehte es sich im Gerekeprozeß um die Frage, ob die Behauptung des Angeklagten stimme, er habe schon vor der HindenburgWahl eine Summe von rund einer halben Million für die Gründung einer Hindenburg=Zeitung erhalten. Diese Summe will Dr. Gereke nach seiner Behauptung für andere politische Zwecke gegeben h ben, sodaß er sich für berechtigt fühlte, diesen Betrag später aus den eingegangenen Hindenburg=Wahlgeldern wieder abzuzweigen. In der Verhandlung am Donnerstag hat sich als Zeugin für die Richtigkeit dieser Behauptung ein Fräulein Margarethe Sprung gemeldet, in deren Haushalt Dr. Gereke und der Mitangeklagte Freygang wohnten. Die Zeugin erklärt, daß Dr. Gereke im Februar 1932 ihr eine dicke Aktenmappe übergeben habe mit der Weisung, das darin befindliche Geld sofort zur Bank zu bringen. Auf ihre Erwiderung, daß die Bank doch schon geschlossen sei, habe ihr Dr. Gereke die Mappe hingelegt mit den Worten:„Machen Sie damit, was Sie wollen, ich muß jetzt wegfahren.“ Zu ihrem Erstaunen habe sie dann, als sie die Tasche öffnete, darin 480000 Mark in Scheinen gefunden. Sie habe dann das Geld in eine Matratze eingenäht. Nach 5 bis 6 Tagen sei Dr. Gereke von einer dienstlichen Reise zurückgekommen und verlangte von ihr das Geld. Sie trennte darauf die Matratze auf und stellte zu ihrer Bestürzung fest, daß nur noch 470000 Mk. darin waren. Dr. Gereke, der es eilig hatte, nahm diesen Betrag und fuhr dann fort. Nach gründlicher Durchsuchung fand die Zeugin dann noch die restlichen 10 000 Mark und fuhr Dr. Gereke nach dem Reichstag nach. Dort sah sie ihn im Gespräch mit dem inzwischen durch Selbstmord geendeten deutschnationalen Abgeordneten Oberfohren und zwei anderen Herren stehen. Als sie Dr. Gereke die fehlenden 10000 Mark übergab, sagte er zu den Herren:„Hier ist auch der Rest.“ Mit diesen Worten habe er das Geld Dr. Oberfohren überreicht. Am gleichen Abend, so bekundet die Zeugin weiter, habe Oberst von Hindenburg angerufen und Dr. Gereke habe am Telephon zu ihm gesagt:„Ich habe die 480000 Mark auf 500000 Mark aus eigenen Mitteln abgerundet.“ Nach dieser Aussage übergibt die Zeugin dem Gericht ein Notizbuch. Es befinden sich in diesem Buch unter dem Datum des 20. Februar 1932 eine Notiz: 480000 Mark. Der Oberstaatsanwalt erklärt dazu, daß gerade an diesem Tage in dem Notizbuch eine Radierung zu bemerken sei. Hierauf beschlagnahmt der Vorsitzende das Buch und erklärt, es werde sich durch eine chemische Untersuchung nachweisen lassen, was ausradiert worden sei. Der Reichsfinanzminister hat in Leipzig über aktuelle Fragen der Finanz= und Wirtschaftspolitik gesprochen, und dabei betont, daß eine Gefahr für die Währung in keiner Weise vorliegt, zumal der Führer eine Devalvation in eindeutiger Form abgelehnt hat. Für den jungen Nachwuchs wird eine besondere Regelung getroffen, wonach Gerichtsreferendare, Regierungsreferendare und junge Wirtschaftsreferenten ab 1. August 1934 nur aufgenommen werden können, wenn sie wenigstens ½ Jahr nach dem Bestehen ihres ersten Examens (Referendarexamen, Diplomvolkswirtexamen) ein Aufnahmegesuch abgeben. Junge Rechtspfleger können vom 1. August ab nur aufgenommen werden, wenn sie spätestens ½ Jahr nach Zulassung zur Rechtspflegerlaufbahn ein Aufnahmegesuch abgeben. Drei Todesurteile vollstreckt Richard Hüttig, Willi Rochow und Otto Woithe wurden Donnerstag früh im Hofe des Strafgefängnisses zu Plötzensee hingerichtet. Hüttig war als Rädelsführer eines Ueberfalles auf zwei SS=Männer, bei dem der SS=Mann von der Ahe den Tod fand, am 16. Februar zum Tode verurteilt worden. Rochow und Woithe waren wegen gemeinschaftlichen Mordes an Fritz Schmitzberg, genannt Imme, vom Gericht am 9. Oktober zum Tode verurteilt worden. Die Unnterterung-Neurath Enntrmon Was der Berliner„Times“-Vertreter über die Unterredung wissen will Der Berliner Vertreter der„Times“ meldet: Es kann als sicher angesehen werden, daß Litwinow bei seiner Besprechung mit Freiherrn von Neurath am Mittwoch Zeit gefunden hat, den französisch=russischen Sicherheitspakt zu erwähnen. Anscheinend ist aber noch keine Rede davon, daß Rußland oder Frankreich ein Angebot oder eine Einladung an Deutschland gerichtet haben. Zu den Gerüchten, daß in Aussicht genommen wird, das Ostlocarno mit dem ursprünglichen Westlocarno in Verbindung zu bringen, bemerkt der Korrespondent: Dies würde nur eine Schwächung des ursprünglichen Locarno=Vertrages sein. Soweit sich beurteilen läßt, muß die ganze Paktidee nicht nur Deutschland, sondern auch zum mindesten einigen seiner Nachbarn unsagbar plump und verwickelt erscheinen. Die Zurückhaltung Deutschlands gegenüber solchen Plänen ist begreiflich, wenn man bedenkt, daß seine geographische Lage es direkt in die Mitte eines Systems bringen würde, das trotz aller gegenteiligen Versicherungen den Eindruck einer gegen Deutschland gerichteten Gruppierung machen muß. Es ist kaum zu erwarten, daß Deutschland einen Plan, dessen Haupturheber Frankreich und Sowjet=Rußleno sind, ohne ein gewisses Mißtrauen betrachtet. Es kann natürlich erwartet werden, daß Deutschland alle Pläne sorgfältig prüft, ob sie den Richtlinien der von Hitler angebotenen Friedenspakte mit Nachbarländern entsprechen. Es ist aber zweifelhaft, ob die deutsche Regierung ein solches Netzwerk von Vereinbarungen im eigenen Interesse notwendig oder im Interesse des Friedens klug findet. Soweit Deutschlands eigene Sicherheit in Frage kommt, hat es im Westen den Locarno=Pakt und mit Polen, dem einzigen Nachbarn im Osten, seine eigenen Abmachungen gelrassten. Schwerte(Ruhr), Freitag den 15. Juni 1934 Tagesspruch Was ist die größte Kunst auf Erden?, Mit frohem Herzen alt zu werden! Vom Wetter Aussichten für den Wetterdienstbeziek Essen. Freitag: Bei schwachen Winden aus vorwiegend westlichen Richtungen überwiegend heiter und warm. Tagsüber nur zeitweise starkes Haufengewölk und vereinzelt aufkommende Gewitterneigung. Sonnabend: Abgesehen von zeitweiliger Bewölkungszunahme Fortbestand der Schönwetterlage. Zunehmende Gewitterneigung. X Betriebsunfall. Der Schlosser Wilh. H. von der Schützenstraße, der in einem auswärtigen Betriebe beschäftigt ist, stürzte auf seiner Arbeitsstätte so unglücklich von einer Leiter ab, daß er sich einen Bruch des rechten Unterarmes zuzog. X Aus der katholischen Gemeinde. Am Sonntag, 9. Juli, wird die alljährliche große Prozession der katholischen Gemeinde abgehalten. Gestern abend waren die Vorstände der kath. Vereine unter dem Vorsitz von Pfr. Aufenanger im Vereinshause zusammen gekommen, um Fragen der Ausschmückung, der Musik, Aufbau der Stationen und andere mit der Prozession zusammenhängende Angelegenheiten zu besprechen. Die Prozession nimmt um 10 Uhr ihren Anfang und bewegt sich durch die Haselack=, Hüsing=, Hagener=, Beckestraße, überquert die Bahnhofstraße und kehrt über die Hohenzollern= und Goethestraße wieder zur Kirche zurück. Die vier Stationen werden wieder an der Ecke Hagener=Beckestraße, an der Beckestraße, am Eingang der Goethestraße (Degenhardt) und am Krankenhause errichtet. : Personalnachrichten der öffentlichen Behörden. Versetzt: Regierungsrat van de Sandt, bisher kom. Landrat in Meschede, an die Regierung in Hannover. Regierungsbaurat Eichmann, bisher in Beeskow# Kulturbauamt— an die Regierung in Arnsberg. Regierungsassessor Bold ist die Verwaltung des Landratsamtes in Meschede nunmehr kommissarisch übertragen worden. Zum Deutschen Abend der SS im Freischütz Einen Deutschen Abend veranstaltet am kommenden Sonntag, den 17. Juni, abends um 20 Uhr, der 4. Sturm der 69. SS=Standarte im Freischütz. Die Festfolge beginnt mit Marschmusik. Nach der Begrüßungsansprache folgen weitere musikalische Vorträge, sodann zeigt die SS. die Körperschule. An Gesangvorträgen wird man hören,„Es ritten drei Reiter zum Tore hinaus" und„Deutschland, dir mein Vaterland“. Nach der Pause werden lebende Bilder gezeigt und Vorträge für Klavier und Geige geboten. Den Abschluß der öffiziellen Programms bilden die beliebten Fanfarenmärsche. Programme für 30 Pfg. sind im Parteilokal Wilkes, beim Schwerter SS=Sturm zu haben. Ab 16 Uhr nachmittags wird der Musikzug 4/ 69 SS=Standarte im Garten des Freischütz konzertieren. Vom Heimatverein Schwerte ** Schwerte, 14. Juni. Unter dem Vorsitz des Rektors Schulte am Bruch tagte der Vorstand des Heimatvereins zur Beschlußfassung über verschiedene wichtige Angelegenheiten. Das Kreisheimatfest des Kreisheimatbundes Iserlohn wird am Sonntag, den 29. Juli in unserer Stadt gefeiert. Die 45 Vereine des Kreisheimatbundes werden ihre Vertreter entsenden. Eingeleitet wird die Tagung durch Begrüßungsansprachen, geschäftliche Mitteilungen, Besuch des Ruhrtalmuseums und einen Vortrag des Pfarrers Ohlig über„Kunstschätze in der St. Viktorkirche“, der an Ort und Stelle stattfindet. Die eigentliche Festfeier ist im großen Saale„Im Reiche des Wassers“. Hier werden die Besucher durch Aufführungen in plattdeutscher Sprache, plattdeutsche Gedichter und Lieder= und Bauernreigen erfreut. Eine Kommission, bestehend aus den Herren Schulte am Bruch, Lecking, Tusch und Spiegel, wird die nötigen Vorbereitungen treffen. Ueber den peiteren Ausbau des Ruhrtalmuseums berichtete der Museumsleiter Spiegel. Das Museum muß mehr Räume zur Verfügung haben, um wertvolle Gegenstände auf den verschiedensten Gebieten unterbringen zu können. Der Heimatverein wird sich dieserhalb mit einem Antrag an die Stadtverwaltung wenden. Der Beitritt zum MuseumsverSchwerte, 15. Juni.„Wir wollen die Brotfreiheit unseres Volkes“, so heißt es im Arbeitsdienst der NSDAP. Wie der neue Staat nicht mehr zu denken ist ohne die großen Einheiten der SA und SS, so gehört der Freiwillige Arbeitsdienst, das graue Heer der Arbeitskameraden mit Spaten und Hacke zu den produktiven aufbauenden Kräften des werdenden Dritten Reiches. Der Freiwillige Arbeitsdienst hat im deutschen Vaterlande und im besonderen Maße in Westfalen Stammlager geschaffen, um die Arbeitsbataillone unterzubringen und von hier aus planmäßig die Erziehungsarbeit an der deutschen Jugend und die Nutzbarmachung noch brachliegenden deutschen Bodens in Angriff zu nehmen. Das schönste Stammlager Westdeutschlands ist das Ergster Arbeitslager. Gestern war nun der große Tag, an dem die Gruppe 206 des Arbeitsdienstes der NSDAP., Arbeitsgau 20 B, Westfalen=Süd, die Stammabteilung 5/206 in Ergste bei Schwerte weihte. Zu diesem Ehrentag erschienen die Führer des FAD., der SA, SS, die P. O. und die Vertreter der Deutschen Arbeitsfront, der NSV., der NSKOV. Ferner sah man Landrat Dr. Storck, sowie die Bürgermeister von Schwerte, Ergste und Westhofen und die Dorfschulzen der ganzen Gegend. Im Innenhof des Arbeitslagers standen die Stammabteilung 5/206 und der Ehrensturm der SA 21/329„August Haßler“ angetreten. Standartenführer Haak schritt zunächst die Front des Ehrensturmes ab. Dann machte Abteilungsführer Bernshausen dem Führer der Gruppe 206, Arbeitsführer Link Meldung. Der Musikzug des Gaues Westfalen=Süd des FAD. spielte den Präsentiermarsch und der Arbeitsführer schritt mit seinem Stabe die Front ab. Sodann begrüßte Gauarbeitsführer Link die Angehörigen des gefallenen Truppführers August Haßler, ferner, als den Vertreter des verhinderten SA=Guppenführers Giesler, den Obersturmbannführer Bertelmann. Er betonte, daß die SA und SS mit dem FAD. Schulter an Schulter kämpfen müsse unter der Parole: Nichts für uns, alles für Deutschland. Sodann dankte er dem Dortmunder Wasserwerk dafür, daß es dieses vorbildliche Lager geschaffen habe. Kreisleiter Pg. Flach=Dortmund. übergab im Auftrage des Dortmunder Wasserwerkes das Lager in die Obhut des Arbeitsdienstes. Er wies darauf hin, daß der Arbeitsdienst im Auftrage des Wasserwerks Dortmund die Uferregulieung an der Ruhr auszuführen hat. Hieran würden sich die Kulturarbeiten in den umliegenden Gemeinden anschließen. Für 5—10 Jahre habe der FAD. hier ein reiches Arbeitsfeld. Aber nicht die wirtschaftlichen Gründe seien für die Einrichtung des Lagers bestimmend gewesen, hinzu seien die ideellen Gründe gekommen. Das Lager solle eine Stätte sein, die der Erziehung der deutschen Jugend zu dienen habe. Nur durch ungeheure Arbeit und Fleiß könne das Vaterland wieder aufgebaut werden. Als die Volksverräter 1918 uns das Heer genommen, habe man vergessen, daß dieser Verlust nur durch doppelte Arbeit wieder wettgemacht werden könne. Erst dem Führer Adolf Hitler sei es gelungen, das Problem zu lösen. In diesem Lager werde nun eine deutsche Jugend heranwachsen, die ihre Aufgabe erkannt habe, die darin bestehe, die Ehre des deutschen Volkes wieder zu erringen. Im Namen des Gauarbeitsführers übernahm sodann Oberstfeldmeister Müller das Lager in die Obhut des Gaues 20 B. Er gab das Versprechen ab, hier eine Erziehungsstätte zu schaffen, in der die Jugend im wahren nationalsozialistischen Sinne herangebildet werden solle. Die politischen Soldaten Adolf Hitlers, so fuhr der Redner fort, haben um die Seele des deutschen Volkes gerungen. Der Glaube, der Berge,versetzt, hat alle Hindernisse überwunden. Wir vom Deutschen Arbeitsdienst sind uns unserer geschichtlichen Mission, die wir am deutschen Volke zu tun haben, voll bewußt. SA und SS haben ein, der seinen Sitz in Münster hat, wurde mit einem Jahresbeitrag von 5 Mark beschlossen. Die Frage über Eintragung des Vereins in das Vereinsregister wurde dem Vereinsvorsitzenden zur Erledigung überwiedie Macht erobert. Sie sind die Garanten des Staates. Der Arbeitsdienst aber ist der Stoßtrupp der deutschen Revolution. Mit Schippe und Hacke wollen wir die deutsche Erde, die noch brach lag, erobern. Wir müssen uns aus eigener Kraft ernähren können, und es darf nicht wieder vorkommen, daß Tausende hungern. Wir wollen die Brotfreiheit des Reiches erringen. Nicht zum Kriege wollen wir hetzen, sondern ein gewaltiges Aufbauwerk leisten. Wir haben uns ein Ideal gesetzt, was auf dieser Welt nicht zu erkämpfen ist. So muß es aber sein, denn nur im Ringen wächst man als Volk. Nur so kann es höher gebracht und veredelt werden. Im Freiwilligen Arbeitsdienst sammeln sich die jungen Menschen aller deutschen Stämme. Die wahre Volksgemeinschaft soll verwirklicht werden. In unseren Reihen sind durchweg Idealisten. Wir wollen die sozialistische Volksgemeinschaft bilden, in dem der Arbeiter neben dem Prinzen zu finden ist, der Mann mit der schwieligen Faust neben dem Akademiker. Der alte Kastengeist darf nicht wieder in Erscheinung treten. Wir unterscheiden nur Führer und Gefolgschaft. Führer sein heißt bei uns, besorgt sein um das Wohl der Kameraden. Wir wollen den deutschen Sozialismus! Sodann weihte Obersturmbannführer Bertelmann das Stammlager auf den Namen des Turppführers August Haßler: Deinem Gedenken, August Haßler, gilt dieser Tag. Du starbest für Deutschland. Diese herrliche Stammabteilung soll deinen Namen tragen. Du erlebtest noch den großen Tag der Machtergreifung. Du solltest nicht unter uns bleiben. Schon mit 15 Jahren zogst du in den Krieg und du bliebst Soldat und wolltest weiterkämpfen. Du fandest dich wieder in den Reihen der braunen Kämpfer. Du standest deinen Mann! Dein Sturm ist angetreten. Feucht wird das Auge manches Kameraden werden. August Haßler! Manches ist nicht gekommen, was du erträumtest. Schon sind Kräfte am Werk, die zerstören wollen, was du erkämpfen halfst. Hier sind aber Männer angetreten, die das Erkämpfte erhalten wollen, Männer in grau und braun und schwarz. Wir wollen das Opfer als Verpflichtung fühlen. Wir wollen nicht eher ruhen, als bis wir ein freies deutsches drittes Reich haben. Eine Minute verharrten die Kameraden im Schweigen zur Ehrung des Gefallenen. Dann traten die Fahnenträger der Stammabteilung und des SA=Sturms 21/329 vor. Oberstfeldmeister Müller hielt die Weiherede zur Weihe der Abteilungsfahne. In dunkelster Stunde der Grenzlandsdeutsche Adolf Hitler den Kampf aufgenommen. Es gehörte Mut und Entschlossenheit dazu, in der damaligen Zeit wieder an Treue und Glauben zu appellieren. Die Kämpfer sind angefeindet worden. Aber Wir haben dem deutschen Volke die alten Symbole, die Fahnen wiedergegeben und uns eine neue Fahne geschaffen. Der Oberstfeldmeister berührte sodann das Fahnentuch der SASturmfahne mit dem Fahnentuch der Abteilungsfahne und übergab die neue Fahne dem Träger zu getreuen Händen. Er schloß mit den Worten des Reichsjugendführers:„Unsere Fahne flattert uns voran!“ Unter den Klängen des Horst=Wessel=Liedes erfolgte die Flaggenparade. Das HakenkreuzBanner und die Fahne des Arbeitsdienstes stiegen an den Masten hoch. Oberfeldmeister Bernshausen legte das.Versprechen ab, die ihm übergebene Stammabteilung im Sinne des Führers zu führen. Die Kameraden des Arbeitsdienstes legten darauf ein feierliches Gelöbnis ab. Sie verpflichteten sich, sich mit ganzer Kraft für das Vaterland einzusetzen. Abteilungsführer Bernshausen nahm die Vereidigung der Arbeitsdienstwilligen durch Handschlag vor und schloß mit der Mahnung:„Treue um Treue“. Gauarbeitsführer Krichbaum wies darauf hin, daß das Stammlager Ergste seinen Ehrentag habe. Er stattete dem Dortmunder Wasserwerk den Dank des Arbeitsdienstes ab. Das Stammlager Ergste sei das sen. Beschlossen wurde ferner, dem Verein für Naturschutz und Naturdenkmalspflege mit einem Jahresbeitrag von einer Mark beizutreten. schönste von ganz Westdeutschland. Der Gauarbeitsführer wies die FAD.=Männer darauf hin, daß sie durch den Eid Mitglieder der nationalsozialistischen Partei geworden seien. Sie müßten Stunde um Stunde nur den einen Gedanken haben, nun wahre Nationalsozialisten zu werden. Die Fahne sei ein Mahnzeichen. Der Spaten zeige, daß für die Brotfreiheit gekämpft werde, das Hakenkreuz zeige, daß geopfert werden müsse und daß die Arbeitsdienstwilligen Kämpfer unseres Führers Adolf Hitler seien. Der Weg führe zum deutschen=Sozialismus. Bezirksarbeitsführer Böndel, der Leiter der Führerschule Buddenburg, betonte, daß nur durch opfern der Weg in die Freiheit gehe. Heute erlebe man einen Tag von geschichtlicher Bedeutung, denn in Italien begegneten sich zwei Revolutionen. Er überreichte ein Bild Albert Leo Schlageters mit den Worten des Freiheitskämpfers: Der Weg ist weit, das Ziel ist klar, vorwärts geht es Schritt für Schritt. Habt Mut, kommt mit! Wenn wir auch nur wenige sind, wir werden es schaffen! Nach dem feierlichen Akt der Uebergabe und Weihe des Lagers fand eine Besichtigung des Arbeitslagers statt, während der die Buddenburger Gaukapelle im Innenhof konzertierte. Die Stammabteilung 5/206 und der Ehrensturm August Haßler marschierten darauf unter Vorantritt der 50 Mann starken Kapelle, in der der große Schellenbaum glänzte, nach Schwerte. —cke. NS.-Volkswohlfahrt Ortsgruppe Schwerte Das verflossene Winterhilfswerk des deutschen Volkes hat nicht nur vielen Millionen von Volksgenossen Hilfe und Erleichterung in den schweren Wintermonaten gebracht, es hat viele frühere Feinde des Nationalsozialismus, viele unentschlossene Abseitsstehende zu der Ueberzeugung gebracht, daß dieser Sozialismus der Tat sich grundlegend unterscheidet von der Wohlfahrt und Fürsorge des verflossenen Systems. Die neue Arbeitsschlacht wird vielen Volksgenossen Arbeit und Brot bringen. Es bleiben aber noch gewaltige Aufgaben zu lösen. Das Denken und Trachten des Nationalsozialismus ist nicht auf das Heute und auf Augenblickserfolge gerichtet. Der Nationalsozialismus denkt in erbbiologischen Gedankengängen, er arbeitet ohne Rücksicht auf den Beifall oder die Ablehnung der gegenwärtigen Generation zielbewußt für kommende Jahrhunderte. So ist als neues großes und notwendiges Hilfswerk die Arbeit für die deutsche Mutter und ihr erbgesundes Kind in den Vordergrund getreten. Das Hilfswerk „Mutter und Kind“ soll überall dort zusätzliche Hilfe bringen, wo es gilt, einer deutschen Mutter in körperlicher, geistiger und seelischer Not beizustehen, einem deutschen, erbgesunden Kinde zu gesunder Fortentwicklung zu verhelfen. Die Vorarbeiten für das Hilfswerk sind bei der NS. Volkswohlfahrt in Schwerte abgeschlossen. Es finden bis auf weiteres jeden Dienstag in der Zeit von 15 bis 17 Uhr im Kreisgesundbeitsamt, Hindenburgstraße 3 Sprechstunden statt, die von Fürsorgerinnen der NS. Volkswohlfahrt abgehalten werden. Erbbiologisch gesunde Mütter mit mehr als zwei Kindern, Mütter, die durch Krankheit oder Wochenbett besonders geschwächt sind, Mütter, deren Männer schon längere Zeit arbeitslos sind und Mütter, die sich während der Kampfzeit in den Dienst der Bewegung gestellt haben, können, falls sie nicht die Möglichkeit haben, sich aus eigenen Mitteln die notwendige Erbolung zu verschaffen„in diesen Sprechstunden die entsprechenden Anträge stellen und sich beraten lassen. Die erste Sprechstunde wird Dienstag, den 19. Juni von 15—17 Uhr abgehalten. Amt für Volkswohlfahrt: gez. Hemeyer, Ortsgruppenamtsleiter. Arbeitsdienst der NSDAP. Aberguss und Weihr des vlaninagerd=Trhste Das schönste Arbeitslager Westdeutschlands trägt den Namen„August Haßler“. 9 Anstung! Iu den Sammeltagen des B0A. am 16. und 17. Juni 1934 deutschtum mit diesen friedlichen Wassen zu verLiest man eine gewisse Sorte ausländischer Blätter, so vernimmt man mit Stannen, daß in Deutschland die 10 jährigen Knirpse bereits vollendet sind in der Handhabung von Karabinern, daß die Freizeitbeschäftigung des deutschen Mannes das Ueben in kunstvollem Handgranatenwersen ist, daß die 3 Millionen, neu eingestellter Arbeitsloser sich ausschließlich mit der Erzeugung von Tanks, Kanonen und Flugzeugen befassen— kurz und gut, daß Deutsch= land in einer Weise aufrüstet, wie es die Welt noch nicht gesehen hat. Nun weiß jedes Kind, wie mühevoll, kostspielig und langwierig eine deutsche Aufrüstung — und noch dazu eine geheime Aufrüstung!— selbst auf den Stand wäre, der eine wirkungsvolle Verteidigung zuließe. Und es weiß jeder vernünftige Mensch, wie ehrlich die Friedensversicherungen seines Führers sind, die lange, friedliche Jahre des Aufbaus benötigen, um alten Schutt fortzuräumen und das neue Reich der Volksgemeinschaft zu errichten, das uns allen vorschwebt. Die Saat, die das neue Deutschland sät, wird eines Tages auch in der Erkenntnis fremder Völker ausgehen. Sie werden erkennen, daß nicht der imperialistische Krieg, nicht die Erwerbung fremden Bodens, die Unteriochung fremde Valkstums das Glück einer Nation begrünet, sondern die innere Aufrichtung und Haltung das Glück einer Nation begründet, sondern die innere Aufrichtung und Haltung, das Bewußtwerden der Schicksalsgemeinschaft aller, die gleichen Blutes sind. Dann werden sie erkennen, daß der Begriff des deutschen Volkstums kein staatlicher Begriff ist mit imperialistischen Machtzielen und daß er nur die Forderung in sich birgt, jedem Volke auf dem Boden, auf dem es siedelt, das Recht zu gewähren, nach den Gesetzen seiner Art zu leben. Zu diesem Kampf um die friedliche Erhaltung und Sicherung kostbarsten deutschen Gutes wollen wir freilich ausrüsten. Wir wissen, daß dieser Kampf, nicht ein Kampf mit kriegerischen Wafsen, über die Zukunft der Nation entscheidet. Wir wissen, daß wir mit der Idee von den Rechten des Volksturs auch die Idee verbreiten, die einzig und allein den Frieden sichern kann. Wir müssen die Achtung vor jeglichem fremden Volkstum predigen. Aber wir können sie nur erzwingen, indem wir voranschreiten in der Achtung des eigenen Volkstums und in der Bekundung des Willens, dieses eigene Volkstum zu stärken, zu wahren und zu schützen. Die große Pfingsttagung des VDA. in Mainz und Trier hat gezeigt, wie weit der Gedanke der Volkstumsarbeit fortgeschritten ist. Sie hat auch gezeigt, wie groß das Vertrauen des Deutschtums im Auslande in die Treue des Deutschtums im Reich ist. Der geeinte Wille eines 100-Millionen=Volkes, der dort zum Ausdruck kam, muß jetzt zur Erfüllung schreiten. Wir müssen das Deutschtum an den Außenfronten mit all den kulturellen und geistigen Waffen versehen, in Schule und Haus, die es fähig machen, die deutsche Aufgabe zu erfüllen, die es wahrhaft gerne erfüllen will. Rüstet auf mit den Waffen deutscher Kulturgüter! Gebt dem VDA. die Mittel, das Außensorgen. Tut eure Pflicht im deutschen„Hinterland“ wie die da draußen im Volkstumskampf ihre Pflicht tun, eure Brüder jenseits der staatlichen Grenzen. Opsert, wenn der BDA. in diesen Tagen ruft, ihr opfert nicht im Namen irgendeiner Barmberzigkeit, ihr opfert für euch, für eure Kinder, für das deutsche Volk! für die Aemter Westhofen und Ergste Holzen, 14. Juni. NSSD AP., Ortsgr. Holzen. Am Freitag, dem 15. Juni 1934, abends 8 Uhr findet in Holzen im Saale des Hosing eine öffentliche Kundgebung statt. Redner: Pg. Rechtsanwalt Buhr=Hörde. Thema: Gegen Miesmacher und Nörgler. Es ist Pflicht eines jeden Pg. zu erscheinen. Alle Volksgenossen sind aufs herzlichste eingeladen. Der Eintritt ist frei! Westhofen, 15. Juni. Wem gehört der Jagdhund? Ein herrenloser Jagdhund, ein selten schönes Tier, ist zugelaufen. Der Eigentümer kann sich an die Polizeibehörde wenden. Westhosen, 15. Juni. Ein gemeiner „Spender.“ Bei der Leerung der Sammelbüchsen vom Rotkreuztag wurde in einer Büchse ein falsches 50=Pfennigstück gefunden. Das Stück ist dermaßen schlecht geprägt und verbeult, daß es der„Spender“ bestimmt als Falschstück erkannt hat. Leider konnte der gemeine Mensch nicht ausfindig gemacht werden. Lichtendorf, 15. Juni. Ergebnis der Schweinezählung. Bei der vor einigen stattgefundenen Schweinezählung ist in der Gemeinde Lichtendorf folgender Bestand festVerhnel di=Enldbrunee. Die Zahl der Waldbrände hat, wie der Landrat mitteilt, in den letzten Jahren ständig zugenommen, obwohl es an Hinweisen und Ermahnungen zur Vorsicht nicht gefehlt hat. Da, abgesehen von den Schäden, die den Eigentümern dadurch entstehen, jeder Waldbrand eine ganz empfindliche Einbuße an unserem Volksvermögen bedeutet, ist es Pflicht jedes Staatsbürgers, zur Erhaltung unserer Waldbestände beizutragen und die zum Schutze berufenen Organe darin zu unterstützen. Es gilt besonders unsere Jugend auf die durch unvorsichtiges Umgehen mit Streichhölzern sowie das Wegwersen brennender Zigaretten pp. in Wäldern entstehenden Folgen und Gefahren aufmerksam zu machen und sie zur größten Vorsicht zu ermahnen. Die Eltern sind, worauf ausdrücklich hingewiesen wird, abgesehen von der strafrechtlichen Seite, für jeden Schaden, welcher durch ihre Kinder verursacht wird, verantwortlich. Die wichtigsten Strafbestimmungen werden nachstehend bekanntgegeben: Strafgesetzbuch für das Deutsche Reich. § 308. Wegen Brandstiftung wird mit Zuchthaus bis zu 10 Jahren bestraft, wer vorsätzlich Gebäude, Schiffe, Hütten, Bergwergwerke, Magazine, Warenvorräte, welche auf dazu bestimmten öffentlichen Plätzen lagern, Vorräte von landwirtschaftlichen Erzeugnissen oder von Bau= oder Brennmaterialien, Früchte auf dem Felde, Waldungen oder Torfmoore in Brand setzt, wenn diese Gegenstände entweder fremdes Eigentum sind oder zwar dem Brandstifter eigentümlich gehören, jedoch ihrer Beschaffenheit und Lage nach geeignet sind, das Feuer einer der im§ 206 Nr. 1 bis 3 bezeichneten Räumlichkeiten oder einem der vorstehend bezeichneten fremden Gegenstände mitzuteilen. Sind mildernde Umstände vorhanden, so tritt Gefängnisstrafe nicht unter 6 Monaten ein. § 309. Wer durch Fahrlässigkeit einen Brand der in den§§ 306 und 308 bezeichneten Art herbeiführt, wird mit Gefängnis bis zu einem Jahre oder mit Geldstrafe bis zu neunhundert Reichsmark und wenn durch den Brand der Tod eines Menschen verursacht worden ist, mit Gefängnis von einem Monat bis zu drei Jahren bestraft. § 360, Ziff 10. Mit Geldstrafe bis zu hundertünfzig Reichsmark oder mit Haft wird bestraft, wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not von der Polizeibehörde oder deren Stellvertreter zur Hilfe aufgefordert, keine Folge leistet, obgleich er der Aufforderung ohne erhebliche eigene Gefahr genügen konnte. § 368, Ziff. 6: Mit Geldstrafe bis zu sechzig Reichsmark oder mit Haft bis zu 14 Tagen wird bestraft: wer an gefährlichen Stellen in Wäldern oder Heiden, oder gefährlicher Nähe von Gebäuden oder feuerfangenden Sagen Feuer anzündet. Feld= und Forstpolizeigesetz. § 40. Mit Geldstrafe bis zu einhundertfünfzig Reichsmark oder Haft bis zu 14 Tagen wird bestraft, wer 1. mit unverwahrtem Feuer oder Licht den Wald= oder Moor= oder Heideflächen betritt oder sich denselben in gefahrbringender Weise nähert, 2. in der Zeit vom 1. März bis 31. Oktober im Walde oder auf Moor= oder Heideflächen brennende oder glimmende Gegenstände fallen läßt, fortwirft oder unvorsichtig handhabt, 4. abgesehen von den Fällen des§ 368 Nr. 6 des Strafgesetzbuches im Walde oder auf Moor= oder Heideflächen oder gefährlicher Nähe derselben im Freien ohne Erlaubnis des Grundeigentümers oder seines Vertreters Feuer anzündet oder das gestattetermaßen angezündete Feuer gehörig zu beaufsichtigen oder auszulöschen unterläßt, 5. abgesehen von den Fällen des§ 360 Nr. 10 des Strafgesetzbuches bei Wald=, Moor= oder Heidebränden von der Polizeibehörde, dem Ortsvorsteher, dem Grundeigentümer oder deren Stellvertreter zur Hilfe aufgefordert, keine Folge leistet, obgleich er der Aufforderung ohne erhebliche eigene Nachteile genügen konnte. Als Vetreter im Sinne der Nummern 2, 4 und 5 gelten auch die zuständigen Forst= und Flurschutzbeamten. gestellt worden: 20(16) Zuchtsauen, 419(361) auf Mast gestellte Schweine; 128(81) Haushaltungen, in denen Schweine gehalten werden. In den Monaten März=Mai 1934 sind hier 40 Kälber geboren worden. Die eingeklammerten Zahlen sind die Ergebnisse der Schweinezählung vom 5. März 1934. Es ist hiernach wieder eine starke Zunahme zu verzeichnen. Villigst, 15. Juni. Hohes Alter. Die Witwe Wilhelmine Krämer geb. Mark, wohnhaft Letmatherstraße 21, vollendete ihr 76. Lebensjahr. Nachträglich unsern herzlichen Glückwunsch! Börsen und Märkte Notierungen der Großmarktpreise des Großmarktes für Getreide und Futtermittel e. V. Dortmund. Dortmund, 14. Juni. Weizen: Westf. Weizen(75/76 kg)—; Preisgebiet VII 199 Rm., Preisgebiet VIII 200 Rm., Preisgebiet X 203 Rm.; Roggen: Westfälischer Roggen (71/72 kg) 182—184 Rm., Preisgebiet VI 170 Rm., Preisgebiet VII 171 Nm., Preisgebiet VIII 173 Rm.; westfälischer Hafer 193—194 Rm., pomm. Hafer 205—210 Rm., Wintergerste 180 Rm., Russen=Gerste 190—195 Rm., Plata=Mais 193—194 Rm., Cinquantino= Mais 203—204 Rm., Trockenschnitzel—. Steffen=Schlitzel 30% 13,75—14,00 Rm., vollwertige Zuckerschnitzel, 55% 15,25—15,75 Rm. Die Preise verstehen sich: 1. für Brotgetreide frei Verladestelle des Erzeugers, 2. für Futtergetreide waggonfrei Dortmund, im übrigen per Tonne, in Ladungen von 15000 kg. Amtliche Mehl=Notierung. Weizenmehl: inl.: Grundtype 790 W X 26,90 Rm., Grundtype 790 W VIIl 26,65 Rm, Grundtype 790 W VIl 26,35 Rm. Für Mehl gleicher Typen mit Zusatz von 15% Austauschweizen+ 0,75 Rm., dto. von 30% Austauschweizen+ 1,50 Rm. Roggenmehl, inl.: Grundtype 815 R VIII 25,05 Rm., Grundtype 815 R VII 24,75 Rm., Grundtype 815 R VI 24,60 Rm. Roggenschrot, inl.: Grundtype 1800 R VIII 21,05 Rm., Grundtype R VII 20,75 Rm., Grundtype 1800 R VI 20,60 Rm. (Alles zuzüglich 0,50 Rm. Frachtausgleich).— Weizenkleie, feine 10,50 Rm., dto. mittelgrobe 10,90 Rm., dto. grobe 11,25, Weizen=Grießkleie (Bollmehl) 12 Rm., Weizen=Nachmehl 14,50 Rm., Roggenkleie, feine 10,75 Rm., RoggenGrießkleie(Bollmehl) 11,75, Roggen=Nachmehl 13,50, alles ab Mühle. Tendenz: ruhig. Handelsklassen ohne Angebot. Bau wunder Das Sicherheits-Backpulver mit Gutscheinen Nach Einsendung von*; oder 1% überweisen wir Ihnen 50 Pfennig in bar portofrei. Reese, C.m.b. H., Hameln Shn= Eritr Märsch Ein Reman aus den Kampfjahren 1929 bis 1932 von Heinz Friedrich Kamecke. 49. Fortsetzung.. Nachdruck verboten. Stüwen sagte entschlossen:„Ich werde der Unterredung nicht aus dem Wege gehen. Wenn ich allerdings merke, daß die Privatsekretärin nur vorgeschickt ist—“ „Dann wollen Sie die Dame zwingen, nun ihrerseits das Material herauszurücken.“ Der alte Kommissar mußte herzlich lachen. „Jedenfalls entbehrt die Sache nicht einer gewissen Abenteuerlichkeit.“ Kiekebusch verabschiedete sich, Stüwen einen guten Erfolg wünschend. Achtundzwanzigstes Kapitel. Rabenstein, alias Willy Katzur, hatte Mittagsrast. Er hatte die Mahlzeit, wie gewöhnlich, im Ratskeller zusammen mit Dr. Weiß und Jakob Holzwurm eingenommen und ruhte nun in seinem Herrenzimmer auf dem Liegesofa. Er vermißte Zigaretten, war aber zu bequem, selbst zum Laden zu gehen. So trat er ans Fenster mit der Absicht, eines der auf der Straße vor dem Hause spielenden Kinder zum Zigarettenhändler zu schicken. Da bemerkte er, daß gerade Waltraud, die Tochter eines Arbeiters aus dem Nachbarhause, aus der Schule kam. Sie hatte schon öfter kleine Gänge für ihn gemacht, und er hatte vom ersten Tage an, als er das Kind auf der Straße spielen sah, Gefallen an dem frischen blonden Geschöpf gefunden. Waltraud ähnelte, hatte er festgestellt, der Tochter des Wirts aus dem Ossenbrügger Fuchsbau, sowohl im Wesen als auch im Aussehen. Rabenstein rief das Schulmädchen zu sich herauf. Da seine Haushälterin ausgegangen war, schloß er selbst die Flurtür auf. „Guten Tag“, sagte Waltraud und machte einen Knicks. „Tag, mein Kind“, erwiderte er freundlich. „Hast du einen Augenblick Zeit für mich?“ Waltraud nickte.„Meine Eltern helfen meinem Onkel beim Heuen, ich soll ein bißchen essen und dann nachkommen.“ Rabenstein horchte auf.„Dann hole mir mal eine Schachtel Zigaretten, die gute Sorte wieder. Hier hast du Geld, was übrig bleibt, kannst du behalten—“ „Ja, danke schön.“ „Den Schulranzen kannst du solange hierlassen, ist ja unnütz schwer. Den Zigarettenhändler kennst du noch, gleich rechts um die Ecke.“ Waltraud legte den Ranzen ab und schon ruschte sie das Treppengelände hinunter. Rabenstein wartete einige Augenblicke oben an der Tür, die er aufließ. Dann ging er in sein Herrenzimmer zurück. Er warf sich in seinen Klubsessel, und als er den Kopf zurücklehnte, tauchte in seiner Vorstellung die dreizehnjährige Tochter des„Krummen Hund“ auf, der er vor einem dreiviertel Jahr nachgestellt hatte. Und nun zog er wieder Vergleiche. Waltraud hatte nicht das feingeschnittene Gesicht, etwas Derbes lag in ihren Zügen, etwas Herausforderndes, bildete er sich ein, in ihren Augen, etwas Freches—— Und das gefiel ihm. Die alte unselige Leidenschaft brach in ihm wieder auf, seine Gedanken erhitzten sich an seiner zügellosen Phantasie. Er bedeckte mit der Hand die Augen, als scheue er das Licht. Dann erhob er sich und trat ans Fenster. Da kam schon Waltraud in raschen Sprüngen an. Wenige Augenblicke, schon stand sie an der Tür. „Komme nur herein“, rief er durch den Flur. Er hörte ihre Schritte. Sie stand vor ihm, aber voller Scheu. Er nahm ihr die Zigaretten ab. Als sie ihm das restliche Geld, es waren mehr als drei Mark, zurückgeben wollte, sagte er, die kleine braungebrannte Hand zurückschiebend:„Das sollst du doch behalten. Du hast mir ja nicht das erste Mal einen Gefallen getan. Das Kind wurde rot bis über beide Ohren. „So viel, Herr Katzur, so viel?“ „Behalt' es nur, kauf dir dafür etwas Schönes.“ Noch einmal machte Waltraud einen Knicks. Als sie sich zum Gehen wenden wollte, legte Rabenstein seine Hand auf ihre schmale Schulter und fragte in erzwungen ruhigem Ton: „Ißt du gern Schokolade, Kleines?“ Sie blickte erstaunt auf.„Selten, denn wir sind arm. Aber Mutter gibt mir heimlich ab und zu ein Stückchen.“ „Da muß ich dir doch einmal ein paar Tafeln schenken“, sagte er.„Komm, setz' dich solange.“ Waltraud nahm auf dem Rande des Diwans Platz. Rabenstein holte aus seinem Bücherschrank zwei Tafeln Schokolade und gab sie dem Mädchen. „Warum sind Sie so lieb zu mir?“ fragte Waltraud, noch ganz benommen. „Weil du mir gefällst, mein Engel.“ Wieder blickte sie überrascht auf. „Ich will dir noch etwas bringen, einen winzigen Augenblick“, sagte er und ging auf den Flur. Hastig schloß er die Tür ab. Dann schlich er sich in sein Schlafzimmer und holte einen Karton, in dem sich ein paar seidene Damenstrümpfe in verlockender Aufmachung befanden. „Gefällt dir das?“ fragte er das Mädchen, das noch immer auf der Kante des Diwans kauerte. Sie nickte.„Das ist nur was für ganz große Damen.“ Er beugte sich über das Kind.„Möchtest du nicht auch eine große Dame werden, in Seide gehen und mit goldenen Schuhen?“ Waltraud lächelte befangen. „Willst du die Schokolade nicht einmal probieren“, fragte er. Sie öffnete eine Tafel und reichte ihm ein größeres Stück. „Das sollst du doch essen“, sagte er,„aber du kannst mich nachher mal abbeißen lassen. Tust du das?“ Seine Stimme nahm einen merkwürdigen Flüsterton an, unheimlich flakkerten seine Augen. Dem Kind wich plötzlich die Farbe aus dem Gesicht. Der schmale Körper schüttelte sich vor Angst. Das Raubvogelgesicht näherte sich dem Munde des Mädchens. Abwehrend hob das Kind seine Hände. Da packte er die schmalen Handgelenke.„Warum bist du plötzlich so unartig?“ Vergeblich suchte das Mädchen, sich aus der Umklammerung zu befreien.„Mutter! Mutter!" Da hielt eine knochige Hand den schreienden Mund des Opfers zu. Daß auch das Herz des Kindes nach der Mutter schrie, wollte der Mann nicht hören. (Fortsetzung folgt.) K Jeierliche Immatrikulation in Münster Fähigkeit und Charakter sollen den deutschen Studenten auszeichnen Münster. Im Auditorium Maximum der Westfälischen Wilhelmsuniversität fand die feierliche Immatrikulation der zuletzt eingeschriebenen Studierenden des laufenden Sommersemesters statt. Der Rektor, Professor Dr. Naendrup, wies in seiner Ansprache darauf hin, daß mit dem Begriff des Studenten sich früher vornehmlich der Gedanke an Schläger= und Becherklang, an Freude und Frohsinn verbunden habe. Der Außenstehende habe meist mehr von solchem überschäumenden Leben als von ernster studentischer Arbeit gesehen. Das habe nicht dazu beigetragen, den Studenten beim Volk und bei der Arbeiterschaft beliebt zu machen. Heute sei das Poblem ein wenig verschoben. Was bei der allgemeinen Verarmung der akademischen Jugend an Freuden übrig bleibe, werde ihr vom Volke nicht mehr geneidet, da es sich um erholende Freude handele. Das Volk sei ja durch den Nationalsozialismus erzogen für den Gedanken „Kraft durch Freude“ und gerade solche Freude mit der Leistung des Studenten zu vereinigen, werde nicht schwer sein. Heute werde eine andere Klage laut, die zunächst aus der Studentenschaft komme, die aber auch von weiteren Kreisen aufgegriffen werde und dahin ziele, daß der Arbeits= und SA.=Dienst sowie der Sport nicht mehr genügend Zeit für das Studium ließen. Solche Klagen, die er sogar in ausländischen Blättern gefunden habe, gehörten bereits in das Gebiet der Nörgelei am heutigen Staat, die dem Ansehen der deutschen Studentenschaft, der deutschen Wissenschaft, der deutschen Universitäten und des deutschen Staates in gleicher Weise abträglich sei. Die deutsche Studentenschaft sei ausersehen zu Führern des Volkes, wer aber Führer sein wolle, müsse gelernt haben zu dienen, müsse geführt gewesen sein, und namentlich auch durch den von ihm verlangten Dienst körperlich sich gestählt haben. Bloße Bücherwürmer seien nicht als Führer zu gebrauchen. Führertum setze aber auch Auslese voraus, und der harten Zeit entsprechend müsse die Auslese eine harte sein. In diesem Jahre sei sie als Auslese für eine besondere Hochschulreife besonders hart gewesen. Sie greife aber nicht bloß beim Eintritt in die Hochschule Platz, sondern finde ihre Fortsetzung in ihrem weiteren akademischen und späteren Werdegang. Den Ausleseanforderungen sei nur gerecht zu werden, wenn es gelinge, die richtige Synthese zwischen vaterländischem Gemeinschaftsdienst, akademischer Leistung und studentischer Freude herzustellen. Diese Synthese erfordere Fähigkeit und Charakter. Der Führer der münsterischen Studentenschaft, cand. germ. Böhlke, erinnerte die Studierenden an die wichtigsten Bestimmungen der Verfassung der deutschen Studentenschaft, soweit sie die politische und Gemeinschaftserziehung betreffen. Anschließend vollzog Professor Dr. Naendrup die Immatrikulation von 411 neu angemeldeten Studierenden.— Da die Neuaufnahme von Studierenden für das Sommersemester hiermit abgeschlossen ist, hat die Westfälische Wilhelmsuniversität in diesem Semester eine Gesamtzahl von 4043 Studierenden, und zwar 3355 Männer und 688 Frauen. Landjahrführerschulung Münster. Die Pressestelle des Regierungspräsidenten teilt mit: Für die Führerausbildung für das preußische Landjahr können sich geeignete Bewerber und Bewerberinnen bis zum Alter von 35 Jahren unter Vorlage eines Lebenslaufes, Abstammungsnachweises, Lichtbildes und der Unterlagen über die bisherige berufliche Tätigkeit und Vorbildung sowie eines parteiamtlichen Begleitschreibens beim preußischen Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, Abteilung Landjahr, Berlin W. 8, Unter den Linden 4, melden. Die Führerausbildung dauert sechs Wochen. Es finden im Laufe des Jahres mehrere aufeinanderfolgende Führerlager statt, so daß laufend Anmeldungen eingereicht werden können. Die Teilnehmer bekommen während dieser Zeit freie Unterkunft und Verpflegung und haben den halben Fahrpreis für die Hin= und Rückfahrt sowie 10 RM. für Bekleidung und Verwaltungsunkosten selbst zu tragen. Reicher Kindersegen Münster. Dem Monteur Gerhard Rittscher aus Emsdetten wurde das 23. Kind geboren. Der ersten Ehe entsprossen 12 und der zweiten Ehe bisher 11 Kinder. Hauamtsleitung der RSV. Westfalen=Nord nach Münster verlegt Münster. Die Gauamtsleitung WestfalenNord des Amtes für Volkswohlfahrt hat am Montag, dem 11. Juni, ihren Sitz von Gelsenkirchen nach Münster verlegt. Die Adresse lautet: Amt für Volkswohlfahrt, Gau Westfalen=Nord, Münster i. W., Clemensstraße, Eingang Loerstraße(Clemens=Hospital). Das Stinzelfest der Wittgensteiner Bauern Berleburg. Die Wittgensteiner Bauern veranstalten wie alljährlich auf dem Stinzel in der Nähe von Berlebucg eine große Tierschau verbunden mit einem Volksfest. Diesmal wurde das Fest von der Kreisbauernschaft Wittgenstein mit großem Erfolg aufgezogen. Den Mittelpunkt der Veranstaltung stellte die grundlegende Ansprache des Landesbauernführers Kost dar, der über die große Sendung des deutschen Bauerntums sprach. Der Reichssender Köln hatte den großen Uebertragungswagen entsandt, der eine Reportage des Stinzel=Festes im besonderen und über die kulturelle und wirtschaftliche Eigenart des Wittgensteiner Landes im einzelnen auf Wachsplatten aufnahm. Die Reportage wird demnächst über den Reichssender Köln übertragen. Dabei kamen der Fürst von Sayn=Wittgenstein, der bekannte Historiker Museumsdirektor Dr. Kruse, Landrat von Rumohr, Schriftleiter Pöppel als bester Rundfunksprecher und Kreisleiter Feige zu Wort. Großfeuer vernichtet einen Bauernhof Dülken. Aus bisher unbekannter Ursache brach in Amern heute nachmittag auf dem Gehöft des Besitzers Michel ein Großfeuer aus, das sehr schnell um sich griff und binnen kurzer Zeit das Wohnhaus samt den Stallungen bis auf die Grundmauern niederlegte. Das Vieh konnte gerettet werden. Die Feuerwehren mußten sich darauf beschränken, die anliegende Scheune vor dem Feuer zu bewahren, was auch gelang. Vom Mobiliar konnte nichts gerettet werden. Von einem herabfallenden Balken getötet Soest. Auf einer hiesigen Baustelle ereignete sich am Mittwochvormittag ein schweres Einsturzunglück, bei dem dem 28jährigen Maurermeister Ewers aus Muellingsen ein Balken auf den Kopf fiel. An den Folgen der schweren Verletzung ist der Bedauernswerte, der eine Frau und zwei Kinder hinterläßt, eine halbe Stunde später im Krankenhaus gestorben. Außerdem wurden bei dem Unglück drei Zimmerleute leicht verletzt. Ein Doppelwohnhaus niedergebrannt Wahlbach(Siegerland). In einem Hause an der Hauptstraße brach in den Abendstunden des Montag Feuer aus, das das gesamte Gebäude einäscherte. Die schnell eintreffenden Feuerwehren aus Wahlbach und Burbach mußten sich bei ihren Löscharbeiten darauf beschränken, daß das Feuer nicht auf die nebenstehenden Häuser überschlug. Das in den Stallungen untergebrachte Vieh konnte gerettet werden, das Mobiliar wurde jedoch ein Raub der Flammen. Mit Mühe und Not konnte eine 80jährige Frau noch vor dem Flammentode gerettet werden. In dem durch das Feuer vernichteten Doppelwohnhaus waren drei Familien untergebracht. Dank des tatkräftigen Eingreifens des Bürgermeisters wurden für diese Familien sofort notdürftige Unterkunftsräume beschafft und veranlaßt, daß den Betroffenen 200 RM. von der NSV. zur ersten Linderung der Not zugewiesen wurden. Die Brandursache ist noch nicht bekannt. Wie verlautet, ist der Schaden des Feuers z. T. durch Versicherung gedeckt. Verbrecher am Winterhilfswerk Duisburg. Zum Schaden des Winterhilfswerks hatten sich in der gröbsten Weise zwei Brockensammler vergangen, die die gesammelten Gegenstände vor der Ablieferung durchsuchten und sich besonders wertvolle und passende Stücke aneigneten. Dieses verwerfliche Tun kam heraus, und die Folge war eine Anzeige. Das Gericht ging scharf gegen die beiden Volksschädlinge vor; es betonte, das derartige Taten, die den Erfolg des Winterhilfswerks in Frage stellten, ein rücksichtsloses Vorgehen gegen solche Verbrecher verlange. Es verurteilte einen der Täter zu drei Monaten, den Haupttäter indes zu einem Jahr und zwei Monaten Gefängnis. Beim Ankuppeln zwischen die wagen geraten Duisburg. Am Schachtfüllort der Schachtanlage Beeckerwerth wurde der 33 Jahre alte, verheiratete Hauer Karl Wenig aus Hamborn beim Ankuppeln der leeren Wagen von einem furchtbaren Unfall betroffen. Wenig geriet mit dem Kopf zwischen zwei Wagen und zog sich dadurch eine schwere Schädelverletzung zu. Er wurde ins Morian=Stift gebracht, wo er in bedenklichem Zustande darniederliegt. Die Vorbereitungen zum 5. Deutschen Händelfest Krefeld. Die Vorbereitungen zum 5. Deutschen Händelfest stehen vor dem Abschluß. Einen besonderen Höhepunkt in der Reihe der Veranstaltungen verspricht die Feuer= und WasserSerenade zu werden, die am Abend des 19. Juni den Ausklang des Festes bringen wird. Während die übrigen Veranstaltungen naturgemäß immer nur einem verhältnismäßig kleinen Kreis zugänglich sein können, wird die Feuer= und WasserSerenade, die im Stadtwald am großen Weiher aufgeführt wird, für eine große Zuschauermenge bestimmt sein. Sieben Jahre Zuchthaus wegen Totschlags und Totschlagsversuchs an seinen Kindern Düsseldorf. Das Düsseldorfer Schwurgericht verurteilte am Mittwoch den Angeklagten Gerhard Freitag wegen Totschlags und Totschlagversuchs zu einer Gesamtzuchthausstrafe von sieben Jahren und zu zehnjährigem Ehrverlust. Die Anklage hatte auf Mord gelautet. Freitag hatte in der Sylvesternacht 1934 nach einer Auseinandersetzung mit seiner Frau, die in einer Wirtschaft nach reichlichem Alkoholgenuß stattgefunden hatte, seinem 15 Monate alten Mädchen und seinem dreijährigen Jungen mit einem Schustermesser den Hals durchschnitten. Sich selbst hatte Freitag darauf eine schwere Schnittwunde am Hals beigebracht. Während das Mädchen und Freitag selbst gerettet werden konnten, war der Junge sofort tot. Nach der Tat fand man einen Zettel des Freitag mit den Worten:„Meine Frau hat mich hintergangen. Ich scheide aus dem Leben mit meinen Kindern.“ Bei F. handelt es sich um einen Psychopaten. Tragischer Unfall auf einem Bauerngl Köln. Ein tragischer Unglücksfall ereignete sich am Mittwochmorgen auf dem Gut Furth bei Köln=Worringen. Ein 15 Jahre alter Arbeiter, der erst seit vier Wochen auf dem Gut in Stellung war, war mit dem Abladen eines mit Stroh Jum 75. Geburtstag von Heinrich Bohnrey Professor Dr. Heinrich Sohnrey, der hervorragende Erforscher des Volkstums und der Sage, vollendet am 19. Juni sein 75. Lebensjahr. Aus atmen Verhältnissen stammend, erwarb er sich durch eigene Arbeit die Mittel zur Ausbildung für den Lehrberuf. Er gab zahlreiche Schriften über das ländliche Volkstum heraus und schrieb eine Reihe von Romanen, die das Landleben behandeln. Seine hervorragenden Verdienste um Volkskunde und Sagenforschung wurden von der Universität Königsberg durch die Verleihung des Doktortitels ehrenhalber eanerkannt. beladenen Wagens beschäftigt. Durch die plötzlich scheuenden Pferde fiel der Arbeiter vom Wagen und geriet unter die Vorderräder. Er wurde so schwer verletzt, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Wie verlautet, trifft den Jungen selbst die Schuld an dem Unfall. Besuch Kölner Führer auf dem Kreuzer„Köln“ Köln. Gauleiter Staatsrat Grohé, der Treuhänder der Arbeit, Willi Börger, Gauinspekteur Doerr sowie Oberbürgermeister Dr. Riesen statteten, wie der Westdeutsche Beobachter meldet, in der vergangenen Woche dem Potenschiff von Köln, dem Kreuzer„Köln“, in Wilhelmshaven einen Besuch ab. Die Gäste fuhren mit auf die hohe See hinaus, wo sie während mehrerer Tage das große Können der Besatzung und den herrlichen Geist beobachten konnten, von dem Offizierkorps und Mannschaft beseelt sind. Voraussichtlich wird eine Abordnung des Kreuzers„Köln“ im Juli der Patenstadt Köln einen Gegenbesuch abstatten. Dr. Goebbels und Dr. Ley sprechen in Köln Köln. Reichspropagandaminister Dr. Goebbels wird am Samstag, 30. Juni, nach Köln kommen und in einer großen Kundgebung auf dem Neumarkt zu der Kölner Bevölkerung sprechen. Der Stabsleiter der PO., Dr. Robert Ley, wird, einer Meldung des Westdeutschen Beobachters zufolge, am Sonntag, 1. Juli, einen Appell der politischen Leiter des Gaues Köln=Aachen abhalten, anschließend der Eröffnung der Braunen Messe beiwohnen und nachmittags an Veranstaltungen im Siebengebirge teilnehmen. Raubüberfall auf einen Landwirt Köln. In der Nacht zum Dienstag wurde in der Thieboldsgasse ein Landwirt beim Verlassen einer Wirtschaft von einem Manne von hinten angefallen und, nachdem er einen Schlag ins Gesicht erhielt, seiner Barschaft beraubt. Der Bursche konnte leider unerkannt entkommen. Schlangen in der Schiffslast Koblenz. Auf einem Anhängeschiff eines großen Schleppzuges, der die Koblenzer Schiffsbrücke passierte, waren als Decklast zahlreiche Ballen Korbrinde geladen. In Antwerpen wurden diese Ballen aus dem Seedampfer auf das Lastschiff„Mannheim 200“ überschlagen, um rheinaufwärts an ihren Bestimmungsort gebracht zu werden. Zum Entsetzen der Schiffsbesatzung krochen zwei große Schlangen aus den Korbrinde=Ballen heivor und züngelnd bewegten sich die gefährlichen Tiere an Bord. Erst nach geraumer Zeit gelang es, die Schlangen zu erlegen. Unsachliche Polemik über kirchenpolitische Fragen wird nicht geduldet Koblenz. Die Pressestelle des Oberpräsidiums teilt mit: Der Oberpräsident der Rheinprovinz hat am 12. d. M. folgende polizeiliche Verordnung für die Rheinprovinz erlassen: Auf Grund des Polizeiverwaltungsgesetzes vom 1. Juni 1931 (G. S. S. 77 und f. S.) und des§ 1 der Verordnung des Herrn Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 (Reichsgesetzblatt Teil 1, Seite 83) wird zur Aufrechterhaltung des inneren Friedens und der öffentlichen Sicherheit und Ordnung mit sofortiger Wirkung jede unsachliche Polemik bei der Erörterung kirchenpolitischer Fragen untersagt. Zuwiderhandlungen gegen die Verordnung werden nach den Bestimmungen des Polizeiverwaltungsgesetzes vom 1. Juni 1931 bezw. der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 geahndet. Steckbrieflich gesuchter Leipziger Mörder in Rheda verhaftet Rheda. Durch die Polizei wurde in Rheda k. W. ein Hausierer angehalten, der keine Ausweispapiere hatte. Bei der Feststellung seiner Personalien stellte es sich heraus, daß es sich um einen Mörder handelt, der von der Leipziger Polizei steckbrieflich verfolgt wird.— Auf Anfrage bei der Kriminalpolizei in Rheda erfahren wir, daß es sich um den von der Leipziger Staatsanwaltschaft streckbrieflich gesuchten Paul Illing, geboren am 20. 8. 1872 in Bielefeld, handelt, der unter schwerem Mordverdacht steht. Paul Illing betrieb in Rheda Handelsgeschäfte und wurde festgenommen, weil er sich nicht im Besitze eines Wandergewerbescheines befand. Bei Durchsicht des Steckbriefregisters wurde festgzestellt, daß es sich um den von der Leipziger Staatsanwaltschaft seit einiger Zeit Gesuchten handelt. Illing wurde nach Leipzig abtransportiert. Drei Wohnhäuser von einer Feuersbrunst vernichtet St. Goar. In der Ortschaft Windhausen brach Dienstag morgen in einem Wohnhaus ein Feuer aus, das sich sehr schnell ausbreitete. Die Feuerwehr, die durch Wassermangel in ihren Löscharbeiten stark behindert war, konnte ein Uebergreifen der Flammen auf zwei benachbarte Häuser nicht verhüten. Sämtliche drei Häuser wurden ein Opfer der Flammen. Lediglich das Vieh konnte in Sicherheit gebracht werden. Der Sachschaden ist in der Hauptsache durch Versicherung gedeckt. Arbeitsdienstfreiwilliger von einem rücksichtslosen Autofahrer angefahren und getötet Bingen. Auf der Landstraße zwischen Wackernheim und Finthen im Kreise Bingen überholte ein Autofahrer, der mit großer Geschwindigkeit die Straße entlangfuhr, zwei Arbeitsdienstfreiwillige aus dem FAD.=Lager Wackernheim. Hierbei streifte er einen der jungen Männer, der in den Straßengraben geschleudert wurde und schwere Schädelverletzungen davontrug. Ohne sich um den Schwerverletzten zu kümmern, setzte der Autofahrer seine schnelle Fahrt fort und konnte unerkannt entkommen. Der Schwerverletzte ist kurz noch der Einlieferung ins Krankenhaus gestorben. Am Hochspannungsmast zu Tode gekommen Geilenkirchen. In dem bei Geilenkirchen gelegenen Ort Leiffarth kletterte am Dienstag auf dem Heimweg von der Schule ein 8jähriger Schüler an einem Mast der Starkstromleitung empor und berührte die Drähte. Dabei verbrannte die Hand des Jungen buchstäblich, und der Unglückliche stürzte von dem Mast zur Erde. Er erlitt hierbei eine Lungen= und Brustkorbquetschung, an deren Folgen er vier Stunden später im Geilenkirchener Krankenhaus starb. Schmugglertricks, die nicht mehr ziehen Aachen. Von Beamten des Hauptzollamtes wurde ein Kohlenfuhrwerk gestellt, das zu Schmuggelzwecken mit doppelten Böden und Seitenwänden ausgestattet war. Hierin waren 200 Pfund Rohkaffee untergebracht, die beschlagnahmt wurden. Pferd und Wagen wurden ebenfalls eingezogen; die Schmuggler selbst konnten festgenommen werden.— Des weiteren wurde ein ausländischer Personenkraftwagen beschlagnahmt, der die Grenze mit gefälschter Rummer passiert hatte. Den Arbeitskameraden mit der Sense überfallen Saarburg(Bez. Trier). In der Nähe des Ortes Canzem an der Saar waren drei Leute mit dem Mähen des Grases beschäftigt. Plötzlich schlug einer von ihnen, ein älterer Mann, auf den neben ihm arbeitenden jungen Landwirtssohn mit der Sense solange ein, bis der junge Mann blutüberströmt zusammenbrach. Der dritte eilte hinzu und wandte sich beherzt mit seiner Sense gegen den Wütenden, der schließlich von seinem Opfer abließ und flüchtete. Der Ueberfallene hatte überaus schwere Schnittwunden im Rücken, an den Armen und Veinen davongetragen. Er wurde in bedenklichem Zustande ins Krankenhaus nach Saarburg geschafft. Der alte Mann scheint die Tat in einem Anfall geistiger Umnachtung begangen zu haben. RHEBER-RECHTSSCHUTZ DURCH VERLAG OSKAR MIEISTER, WERDAUISA 4. Jortsetzung „Herr Polizeirat! Mein Name ist Karl von st der Inhaber der bekannten Firma Bolle& Co. Ich bin ser Mittelstürmer der 1. Bolle=Mannschaft, die morgen gegen Engländer spielt. Ich verstehe, daß Sie korrekt vorgehen müssen. Aber ich bin an der ganzen Sache unbeteiligt. Rufen Sie, bitte, meinen Vater her. Er wird jede gewünschte „Das wird in diesem schwerwiegenden Falle wenig nützen! Hm... Mittelstürmer der Bolle=Mannschaft! Das stadion ist ausverkauft. Dumme Sache! Aber es wird nicht gehen! Mit dem besten Willen nicht!— Ich wundere mich nur, wie Sie in das Lokal kommen.“ „Wie man eben so in ein Lokal kommt. Ich bin zum ersten Male dort gewesen.“ Sol“ Der Beamte geht in ein Nebenzimmer und kommt nach wenigen Augenblicken mit der Nachricht zurück: HaftThomas hat sich inzwischen bei den anderen ZwangsgestellDa entdeckt er jenen Mann, der das Kuvert an Karl ausEr bezeichnet ihn sofort dem Kommissar. Der betreffende Mann wird vorgerufen, leugnet aber auf das bestimmteste. „Schuft verfluchter! Feiger Kerl!“ donnert Thomas. Es ist nichts zu machen...„ 4 Thomas wird nach Feststeuung seiner Personalien entlassen, Karl behält man in Haft. Thomas rast zu Karls Vater. Große ist außer sich, als er hört, was geschehen ist. Er setzt sich sofort ins Auto, und der alte Josef, immer noch der gute Chauffeur von einst, fährt ihn nach dem PolizeipräsiOtum.......„ f. Ainräßhont. Karl laßt sich beim Ponzeiprasiventen melden. Der ist schon ins Wochenend gefahren. Auch sein Stellvertreter. Große versucht, eine maßgebende Persönlichkeit zu sprechen und dringt endlich bis zum Polizeirat Stubenrauch vor. Der ist ein sehr vorsichtiger Herr und bedauert, nichts unternehmen zu können.„„. 94, m.in E hn an einm „Ich bitte Sie, Herr Pollzeirall Mein Sohn an einem Verbrechen beteiligt, das ist ja doch unsinnig. Ein obskurer „Es ist ja möglich, daß wir Unrecht haben und der Schein gegen ihn spricht. Dann wird er entschädigt werden.“ „Aber das große Wettspiel morgen!" „Das wird eben ohne Ihren Herrn Sohn absolvierr werden müssen! Das ist doch nicht so schlimm!" 4612 „Ja, aber um was handelt es sich denn eigentuch „Man hat bei ihm einen Attentatsplan auf den Reichskanzler gefunden.“ Da muß Große herzhaft lachen.„Attentat... aus den Reichskanzler? Donnerwetter, was traut man meinem siebzehnjährigen Sohn alles zu!“ Aber Große kann nichts ausrichten, auch seinen Jungen darf er nicht sprechen.. Garict einen Sru Er fährt bedrückt heim und verichter seiner Frau von dem Vorfall. K 140 Grete weint herzzervrechend, aver bald ist sie wieder gefaßt, und ihre Augen blitzen. Ihr Junge... ein Verbrecher! Das gibt's nicht! Großvater Bolle ist voll Entrüstung, er schimpft wie ein Rohrspatz auf die Polizei. Minna schluchzt laut. Schrippe aber sekundiert seinem Herrn und getreuen Freunde August Bolle. Doch es hilft alles nichts. Karl kann morgen nicht spielen. Große holt rasch Ersatz heran. Er fährt selber zum„Paddler“ und verpflichtet ihn als Mittelstürmer. Karl geht wutgeladen in seiner Zelle auf und ab. Er hat insofern Glück, als sein Wärter ein begeisterter Anhänger des Fußballsports ist und den jungen Große genau kennt und sehr schätzt. Der Beamte redet ihm zu, doch noch einmal mit dem „Alten“ zu sprechen. Große könnte ja um Urlaub bitten, eventuell unter polizeilicher Bewachung spielen. Karl wird auf sein Ersuchen hin von einem anderen Beamten nach den Amtsräumen des Polizeirats geleitet. Er muß im Vorzimmer warten, denn eben ist Besuch bei dem Polizeigewaltigen. Karl geht im Zimmer auf und ab. Der Beamte steht draußen auf dem Korridor. Da sieht Karl am Haken den Mantel eines Polizeioffiziers und eine Mütze hängen. Ein guter Gedanke blitzt in ihm auf. Karl zieht den Mantel rasch an; er paßt. Auch mit der Beschuhung klappt es Denn Karl ist heute im Sportdreß mit langen Stiefeln. Die Mütze wird aufgestülpt. Dann tritt der junge Große auf den Korridor. Der Beamte ist gerade ein Stück wegspaziert. Aengstlich vermeidet Karl, sein Gesicht zu zeigen. Mit festen Schritten geht er den Korridor entlang, die Treppe hinunter. Jeden Augenblick ist er gewärtig, daß die Alarmglocke ertönt. Sein Herz hämmert schneller und schneller. Endlich ist er unten angelangt und passiert ungehindert den Ausgang. Mit caschen Schritten eilt er über den Alexanderplatz Ueberlegt krampfhaft, was zu tun ist. Geht dann die Königstraße entlang und betritt ein Bierhaus in einem Hofe. Dort sucht Karl die Toilette auf und entledigt sie des Polizeimantels und der Mütze. Unbehelligt gelangt: er wieder auf die Straße, wo er früher einen Hündler mit Baskenmützen gesehen hat. Er kauft sich eine für einen Taler. Die beste, die der Händler hat. Sie paßt zu seinem Sportdreß wunderbar. Dann nimmt er sich ein Auto und fährt zum„Adlon“. Läßt sich bei Fräulein von Collenhouge melden. Mit aller Herzlichkeit begrüßt sie ihn. „Daß Sie vor Ihrem großen Spiel noch einmal kommen, das ist fein. Ich werde morgen auch dabei sein.“ „Wer weiß, ob ich mitspielen kann!“ „Warum? Haben Sie sich verletzt?“ „Nein, aber die Polizei hat mich verhaftet!“ Das alte Fräulein ist sehr erschrocken. Karl muß erzählen. Fräulein Collenhouge ist ganz außer sich. „Was soll nun werden?“ „Jetzt appelliere ich an Ihre Freundschaft!“ „Das freut mich! Aber was kann ich tun?“ „Ich muß morgen spielen! Ich werde mich in den Garderoberäumen unserer Mannschaft verstecken. dann dreißigtausend Menschen das Spielfeld umrahmen, dann möchte ich den kennen, der mich da herausholt.“ Jal Und dann?“„., 9, 2/ Haße Lins Gust „Dann geht's fort aus Deutschlano! Ich habe keine Lust, auch nur einen Monat lang in Untersuchungshaft zu sitzen. Ich werde der Polizei eine schriftliche Erklärung über den ganzen Fall abgeben, auch begründen, warum ich mich davonmache. Am Ende verurteilen sie mich noch. Die Sache steht nämlich schlecht.“ „Fahren wir nach Südamerika! Oh, ich bin glücklich!“ ruft Fräulein Collenhouge. „Mein Kamerad Thomas muß auch mit!“ „Gern soll er Sie und mich begleiten. Ist es Ihnen recht, wenn wir uns nach Montevideo begeben?“ „Mir ist alles recht!“„. m. 34.. „Wir könnten den Zeppelin, der am Montag mittag in Friedrichshafen abgeht, benutzen.“ „Den Zeppelin? Das kostet ja ein Heidengeld!“ „Wir können's uns schon leisten! Und drüben in Montevideo habe ich ein schönes Haus und viel Landbesitz. Da können Sie sich mit Ihrem Kameraden nach Herzenslust austummeln.“,. Taslanh „Sie tun so viel für mich, Frautein von Collenhouge!“ Die alte Dame lächelte mütterlich.„Oh, nicht genug! Sie haben mich wieder jung gemacht. Ich kann mich freuen, ich kann wieder lachen. Das ist mir wie ein Wunder. Nein, nein, ich tue es auch für mich. Aber Ihren Kameraden müssen wir sofort benachrichtigen. Geben Sie mir die Adresse. Ich werde das erledigen.„ 666 „Danke vielmals! Ist uorigens etwas für mich abgegeven worden?“ „Ja, ein kleines Päckchen.“ „Hurra... die Pässe!“ Karl wollte unbedingt seinen Vater verständigen. Er wartete darum bis auf Thomas' Kommen. Endlich erschien dieser bei Fräulein Collenhouge. Herzliches Wiedersehen. 14.„„ „Mensch, daß du rausgekommen oinr, lachte Thomas. „Knorke hast du das angedreht! Im Rundsunk ist's schon berichtet worden. Man fahndet nach dir.“ Nun wurde mit dem Freunde alles genau besprochen. Man verabredete Abfahrt mit dem Flugzeug am nächsten Morgen früh um acht Uhr vom Flugplatz Tempelhof. Dann verließen die Freunde das Hotel. Karl trug jetzt an Stelle seines Sportanzuges einen eleganten Smoking, den Fräulein Collenhouge ins Hotel bestellt hatte und dazu einen harten Hut. Unangefochten erreichten sie die Straße. Karl verabschiedete sich von Thomas und nahm sich ein Auto, mit dem er zu seinem Freunde, dem Kapitän Stiepel, der alte Sebär, der Karl wie einen Sohn liebte, war freudig überrascht und nahm ihn mit offenen Armen „Jong, Jong... wat hast du man da anserichtet!“ rief der Kapitän in einer Mischung von Platt und Berlinerisch. „Nicht das geringste, Kapitän. Oder glauben Sie wirklich, daß ich einen Anschlag auf den Reichskanzler unternehmen wollte?“ „Dat is all dummer Snak, mein Jong! Dat die Polizei so wat glaubt. Ist jetzt so bannig uffgeregt, weil et in alle Länders so ville Attentaters jeseben hat. „Freilich, Kapitän! Der japanische Ministerpräsident, der französische Präsident und eine ganze Reihe anderer Persönlichkeiten wurden getötet. Das macht die Polizei aller Länder nervös. Aber schließlich bin ich doch ein unbescholtener Mensch. Das müßte auch Bedeutung haben.“ „Mach dich man kein Kopfschmerz, mein Jong, dat wird sich alles uffklären!“ Lange unterhielten sie sich, und Karl blieb bei seinem alten Freunde, den er einst in Bremerhaven kennengelernt hatte, und der ihm zuliebe seine freie Zeit in Berlin verbrachte, wo seine Schwester ein Häuschen in Erkner besaß. ** * Die Villa Bolle wird von Kriminalpolizei bewacht. Man nimmt an, daß Karl versuchen wird, die elterliche Wohnung zu erreichen. Auch das Telephon wird überwacht. Gegen neun Uhr abends kommt ein junger Mann mit zwei Fußbällen zur Villa Bolle. Ein Wachposten hält ihn an. „Was wollen Sie in diesem Hause?“ „Aba, Herr Wachtmeesta, det sehn Sie man doch, die Bälle für det Spiel morjen... die muß ick doch dem Herrn von Jroße übabring!“ „Jut!“ Der Wachtmeister läßt ihn passieren. Thomas Krott schmunzelt und klingelt am Eingang zur Nach einer Weile öffnet Schrippe und strahlt über das ganze Gesicht, als er Krott erkennt. „Der Thomas... aba det is schön, det Se man komm'!“ Er läßt ihn ein.„ B.s4se; um „Ich muß doch Karls Vater Bescheib sagen: Wo ist Karl setzt““,„ 6u, Mar(asen Ei. m l. „In Sicherheit! Alles in Burtert was sagen Sie, Vater Schrippe, war das nicht knorke, wie der Karl getürmt ist?“ „Wie haben wir man jelacht, Herr Krott! Bildschön hat dat unser Junge jemacht!“ In der großen Wohnstube sind sie alle versammelt. Thomas Erscheinen wirkt wie eine Sensation. Große geht ihm entgegen.„„ „Ah... lieber Krott! Bringen Sie Nachricht von Karl?“ „Jawoll, Herr von Große! Die Fußbälle sind bloß ein Vorwand. Sonst hätten mich die Kriminellen nicht ins Haus gelassen. Also einen schönen Gruß von Karl, er ist in Sicherheit, und Sie sollten sich nicht sorgen. Das mit seiner Verhaftung wäre natürlich der größte Blödsinn— ich kann das auch beschwören— und es würde sich bestimmt bald aufklären. Er läßt Ihnen sagen, daß er morgen pünktlich zum Wettspiel da sein wird.“ „Karl wird spielen?“ ruft Große, maßlos erstaunt. „Unter allen Umständen!“„.. 4„ „Aber das geht doch nicht! Man wiro iyn ja sofort verhaften!“.. 9k. Mstet wiss „Das wird nicht so leicht moglich sein, und die Polizei wird sich hüten, vor dreißigtausend Menschen eine Verhaftung vornehmen zu lassen. Karl braucht sich ja erst bei Spielbeginn zu zeigen. Große blickt lachend seinen Schwiegervater an. „Was sagst du dazu, Vater?“ „Knorke, Karl! Det is so richtig unser Junge! Allemal wird er spielen, er hat janz recht, der Thomas, wenn da dreißigtausend Menschen sind, denn wird man sich vadammt hüten, Karl vom Platz weg zu verhaften!“ und dannk“......, Wpi, Mir I: mmens „Dann wird Karl verschwinden! Mir mir zusamment Wir machen eine kleine Auslandsreise!" öa, aber..... Gust nan Leiner schänst„Karl meint, er habe keine Lust, von seiner schonsten Lebenszeit auch nur einen Monat wegzugeben. Er hat nicht die Absicht in Untersuchungshaft zu brummen.“ „Aber man wird glauben, daß er sich schuldig fühlt!“ „Das glaubt man auch so! Auf die Untersuchungen hat es ja wenig Einfluß, ob Karl da ist oder nicht. Und dann hofft er fest, daß die Polizei in Kürze den wahren Sachverhalt doch aufdecken wird.“ „Das paßt mir eigentlich nicht! Aber... schließlich... Wie denkst du darüber, Gretel?" Frau Grete nickt ernst:„Karl handelt richtig, mein Lieber. Er soll sich nicht unschuldig einsperren lassen!“ „Man wird ihn dann erst für schuldig halten!“ „Wir wissen, daß er es nicht ist, lieber Mann. Darauf kommt's an. Und die Polizei wird's auch bald festgestellt haben. Nur, daß der Junge ins Ausland will, das ist mir nicht recht“.. Garzen Gl. 4 „Liebe, gnädige Frau!“ tröstet Thomas.„Sorgen Sie sich nicht. Wir reisen mit Fräulein von Collenhouge. Die alte Dame ist Karl wirklich wie eine mütterliche Freundin, sie tut alles für ihn. Wir fahren mit ihr nach Montevideo, wo sie große Besitzungen hat.“ „Und will er lange fortbleiben?“ „Nur so lange, als es nötig ist, gnädige Frau. Karl hat ja immer Sehnsucht gehabt, fremde Länder zu sehen. Er ist jung und will die Welt kennenlernen. Und ich freue mich riesig, daß ich mit dabei sein kann.“ Das Mutterherz schlägt bange beim Gedanken an lange Trennung, aber tapfer verschluckt Frau Grete die Tränen. Thomas spricht mit Herrn von Große noch einmal alles gründlich durch, dann verabschiedet er sich. Der Rundfunk bringt am Sonntagmorgen Einzelheiten über Karls Flucht aus dem Alex. Toller Kerl! schmunzeln alle, die ihn kennen. Man glaubt allgemein fest, daß er an der Sache unbeteiligt ist. Die Volksmeinung ist für ihn. Im Lager der Fußballanhänger herrscht natürlich große Bestürzung und viel Aerger, daß Karl, der ausgezeichnete Mittelsturmer, nicht antreten kann. Das Spiel verliert dadurch sehr. Auch der Reichskanzler, bei dem gerade der Justizministee zum Frühstück weilt, hört den Rundfunkbericht. Die beiden Staatsmäner lachen, und der Kanzler meint: „Ich kann mich des Gefühls nicht erwehren, daß die Polizei hier einen Fehlgriff getan hat.“ „Möglich! Der junge Mann ist unbescholten, Sohn achtbarer Eltern, und es ist nicht das erstemal, daß Verbrecher verhängnisvolle Schriftstücke einem Unbeteiligten anvertraut haben. Aber, fragt man sich, wie kommt der junge Mann in das üble Lokal? Was hat er da zu suchen?“ „Jugendliche Abenteuerlust!“ „Möglich, Herr Kanzler, sehr möglich! Das läßt sich alles aufklären. Erschwerend fällt nur in die Waagschale, daß der Junge sich durch Flucht der Haft entzogen hat.“ „Ich gebe zu, daß dieser Umstand belastend wirkt. Aber es muß für einen jungen Mensch, der sich völlig unschuldig fühlt, eine Marter bedeuten, eingesperrt zu sein. Das kann ich mir vorstellen.“ Gewib!“„„.4s10 Meher au.# i. „Ich mache Ihnen einen Vorschlag, nieder Herr Kollege, fahren wir hinaus zum Voststadion, schauen wir uns den Wettkampf an.“(Fortsetzung folgt.) 81 Begiun, des dritten Verhandlungstages im... 4 T46.2egin de A. Jull Zu Beginn des dritten Verhandlungstages im Horst=Wessel=Prozez wurden eine Reihe von Zeugen vernommen, die der SA und SS angehören. Die Mittwoch vernommenen Zeugen, die drei Brüder Jambrowiki, die Zeugen Junek, Kandulfti und Rückert wurden sämtlich von den SA= und SS=Männern als Teilnehmer zahlreicher kommunistischer Ueberfälle vor der eigentlichen Mordtat wiedererkannt. Ein als Zeuge vernommener Scharführer aus dem Horst=WesselSturm bekundet, daß bei der Kommune schon 1929 der Plan bestand, Horst Wessel ums Leben zu bringen. Im weiteren Verlauf der Beweisaufnahme wurde besonders der Angeklagte Epstein schwer belastet. Ein Zeuge hat Epstein nach der Ermordung Horst Wessels im Lokal von Baer beobachtet. Dort habe sich der Angeklagte Epstein damit gebrüstet, an der Ermordung mitbeteiligt gewesen zu sein, und zwar habe er auf der Treppe„Schmiere" gestanden. Dann wurde der 28jährige Otto Esser vernommen. Er hatte im Jahre 1930 eine Bombe auf das Haus des Standartenführers Fiedler geworfen, das seitdem in SA=Kreisen die Bezeichnung„Bomben=Schloß“ führt. Sturmführer Rossier bekundet auch noch, daß Esser als einer der größten„Schießhelden“ in Fischerkietz galt. Esser habe auch einmal auf ihn, den Zeugen geschossen, sei aber vom Gericht wegen geistiger Minderwertigkeit freigesprochen worden. Esser, der sich weiter sehr vorsichtig ausdrückt, bleibt unvereidigt, da nach Feststellung des Vorsitzenden seine Aussage unglaubwürdig und„auch unter Eid von diesem Zeugen keine wahre Aussage zu erwarten ist". Am Freitag werden noch einige andere Zeugen vernommen werden. Dann wird der Staatsanwalt das Wort zu seinen Schlußausführungen erhalten. Schluß der Beweisaufnahme im BülowplatzMordprozeß Im Bülowplatz=Mordprozeß wegen der Erschießung der Polizeihauptleute Anlauf und Lenk wurde am Donnerstag die Beweisaufnahme abgeschlossen. Freitag vormittag wird der Staatsanwalt das Wort zu seinem Plädoyer nehmen. Eine Erklärung des Reichsbankpräsidenten Deutschland auf dem internationalen Landotschasfshongeß in Jadopest Am Donnerstag fand im Prunksaal der Akademie der Wissenschaften die feierliche Eröffnung des internationalen Landwirtschaftskongresses durch den Präsidenten Marquis de Voguue (Frankreich) im Beisein des Reichsverwesers von Horthy statt. Unter Führung des Ministerpräsidenten Gömbös waren sämtliche Mitglieder der ungarischen Regierung erschienen, ferner die Erzherzöge Josef, Albrecht und Josef=Franz, das ganze diplomatische Korps und andere hohe Persönlichkeiten. Auslandstaaten waren insgesamt 30 mit nahezu 1000 Vertretern anwesend. Im Namen der deutschen Abordnung und im Auftrage des Reichsbauernführers und Reichsernährungsministers Darré sprach der Vizepräsident des Internationalen Agrarkomitees, Dr. Winter, dem Kongreß für seine Arbeiten Glück= und Segenswünsche aus. Das durch seinen Reichskanzler und dessen Bauernführer geeinte deutsche Bauerntum habe den einzigen Wunsch, mit den Bauern aller Länder zusammenzuarbeiten, damit die zusammengebrochene europäische Wirtschaft in letzter Stunde wieder aufgerichtet werden könne. Dr. Winter ging dann auf die Agrarmaßnahmen in Deutschland und die neue deutsche Bouerpolitik ein. In der Donnerstagssitzung des Zentralausschusses der Reichsbank machte der Reichsbankpräsident Mitteilung von einer Aenderung der Transferregelung mit Wirkung ab 1. Juli. Der Reichsbankpräsident gab hierzu eine eingehende Begründung. Einleitend wies er darauf bin, daß der Reichsbank die Verpflichtung übertragen worden sei, zu bestimmen, zu welchem Zeitpunkt Zahlungen aus die bei der Konversionskuisse für deutsche Auslandsschulden in Reichsmark eingezahlten Guthaben an das Ausland geleistet werden dürften. Reichsbankpräsident Dr. Schacht führte dann u. a. weiter aus: Trotz der gewaltigen Schrumpfung des Welthandels auf etwa ein Drittel des Jahres 1929 und obwohl Deutschland auf den Bezug ausländischer Rohstoffe als Veredelungs= und Industrieland angewiesen sei, habe Deutschland es fertig gebracht, bis vor einem Jahre einen solchen Ausfuhrüberschuß zu erzielen, daß nicht nur die Rückzahlung etwa der Hälfte seiner gesamten Auslandsverpflichtungen erfolgen konnte, sondern auch die Zinsen für die andere Hälfte regelmäßig entrichtet wurden. Dies sei eine für ein Industrieland in der Geschichte bisher nicht dagewesene Leistung. Nunmehr sei aber, nachdem Deutschland durch eine verhängnisvolle Politik seine sämtlichen Auslandsanlagen und seine Kolonien, die als Rohstofflieferanten vor dem Kriege wachsende Bedeutung für Deutschland hatten. nachdem die hauptsächlichsten Konkurrenzländer durch Entwertung ihrer Währungen die deutsche Ware vom eigenen und vom Weltmarkte zu verdräugen suchen und schließlich durch ständige Zollerhöhungen und Einfuhrkontingente der deutsche Absatz immer mehr geschmälert wurde, der Zeitpunkt gekommen. wo der Valutatransfer auf die noch bestehende Auslandsverschuldung für Deutschland zur völligen Unmöglichkeit geworden sei. In seinem gegenwärtigen Ausmaß habe der Gold= und Devisenbestand praktisch überhaupt nicht mehr den Charakter einer Notenreserve. Er sei selbst als Grundlage für die technische Abwicklung des Zahlungsverkehrs mit dem Auslande unzureichend. Er ging weiter auf die im Auslande laut gewordenen Vorschläge ein, Deutschland möge entweder Deflationspolitik betreiben oder seine Währung absinken lassen. Das Uebermaß der Deflationspolitik und die Absperrung gegen den deutschen Export habe Deutschland eine Arbeitslosigkeit von sechs Millionen Menschen gebracht. Das deutsche Volk sei nicht bereit, noch einmal eine solche Gefahr auf sich zu nehmen. Gegenüber der Behauptung, Deutschland treibe inflationistische Arbeitsbeschaffungspolitik, wies der Reichsbankpräsident darauf hin, daß der gesamte Zahlungsmittelumlauf zuzeit niedriger sei als im Deflationsjahr 1932. Der Reichsbankpräsident erklärte nochmals, daß Deutschland auch die sogenannte Devalvation ablehnen müsse. Die deutsche Reichsmark werde stabil gehalten. Hierzu habe man die Macht. Obne eine internationale Geschäftsbelebung werde kein Transfer möglich sein. Der Reichsbankpräsident teilte dann den Beschluß über die neue Transferregelung, die am 1. Juli in Kraft tritt, mit. Sie entspricht in allen Einzelheiten dem Vorschlag, den die Reichsbank der Transferkonferenz unterbreitet hat. Hiernach findet somit für die Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezember 1934 ein Bartransfer nicht statt. Jeder Zinsscheininhaber ist aber berechtigt, gegen Uebergabe des Zinsscheines Fundierungsschuldverschreibungen oder Barzahlung in Höhe von 40 v. H. des Nominalbetrages zu verlangen. Die Reichsbank behält sich das Recht vor, dieses Barzahlungsangebot mit 30tägiger Voranzeige zurückzuziehen; sie wird die 40 v. H. erhöhen, wenn sie sich in der Lage sieht, dies zu tun. Auch die weiteren Vorschläge der Reichsbank über die einzelnen Modalitäten sind in der jetzigen Regelung enthalten. Eine Transferierung von Tilgungs= beträgen und Kapitalfälligkeiten findet nicht statt. Der lausende Zahlungsverkehr gegenüber dem Ausland wird durch die vorstehende Regelung, die sich nur auf die in die Konversionskasse eingezahlten Verpflichtungen bezieht, nicht berührt. Soweit dieser Beschluß eine Verpflichtung der Reichsregierung vorsieht, hat sie ihre Zustimmung erteilt. Sie hat dadurch aufs neue gezeigt, daß Deutschland nicht beabsichtigt, bestehende Verträge einseitig abzuändern. Im Anschluß an die Mitteilung der Reichsbank hat der Reichsfinanzminister der B33 in Basel mitgeteilt, daß auch für den Dienst der Dawes= und Young=Anleihe vorübergehend bis auf weiteres Devisen nicht mehr verfügbar sind. In einer Note, die am Freitag in den Hauptstädten der Länder, in denen die Auslandsanleihen des Reiches aufgelegt worden sind, überreicht werden wird, wird ferner die Zwangslage, die zu diesem Schritt führte, eingehend erläutert. Zusammenstöße zwischen Heimwehr und Polizei in Wien Zu bemerkenswerten Zwischenfällen kam es am Donnerstag im 8. Wiener Gemeindebezirk. Gegen Uhr abends veranstalteten Heimwehrleute in Uniform und in Zivil eine sog. spontane Kundgebung vor dem Hause der nationalen „Wiener Neuesten Nachrichten“. Nach Ausstoßung von Schmährufen schickten sie sich an, das Haus zu stürmen. Vor dem Eingang aber traten ihnen Polizeibeamte entgegen, die in Erwartung der Kundgebung vorsorglich das Haus besetzt hatten. Es kam zu einem heftigen Zusammenstoß, wobei die Polizeibeamten mit dem Gummiknüppel vorgehen mußten. 5 Heimwehrleute, anscheinend Offiziere, wurden abgeführt. Auf dem Wege über die Josefsstädter Straße sammelten sich plötzlich Passanten und nahmen gegen die Heimwehrleute Stellung. Eine Frau stürzte sich wie rasend auf einen Heimwehroffizier und ohrfeigte ihn. Andere Passanten entrissen den Heimwehrleuten die Seitenwaffen. Die Polizei konnte nur mit Mühe Ordnung schaffen. In Floridsdorf fanden gegen Abend, wie schon während des Tages in anderen Stadtteilen, größere marxistische Demonstrationen gegen die empfindlichen Mietzinserhöhungen in den Gemeindehäusern statt. Die Demonstranten wurden von einem größeren Polizeiaufgebot zerstreut. Auch an anderen Stellen ereigneten sich noch kleinere Zwischenfälle. In viele Brieftästen in Wien war Säure gegossen worden. Am Haupt postamt wurde der Inhalt eines Brieskastene angezündet. In der Nähe von Wien, bei Jedlersdorf, wurde die Telegraphenleitung durchschnitten. Wenderschalbung un Anterna Die Bilanz internationaler Zahlungen an Amerika 22,6 Milliarden Dollar Schulden Die amerikanische Presse ist überwiegend der Auffassung, daß die neue Kriegsschuldennote Amerikas an England als generelle Aufforderung an alle Schuldner aufzufassen sei, mit den Vereinigten Staaten Verhandlungen zu beginnen über die Abtragung der Kriegsschulden durch Warenlieferungen. Im Weißen Hause wurde diese Auffassung mit der Einschränkung bestätigt, daß es sich natürlich nur um eine teilweise Erledigung der Schuldenverpflichtungen durch Warenlieferungen handeln könne, und daß ein Dumping von fremder Waren auf den amerikanischen Markt nicht in Frage komme. Gleichzeitig hat das Weiße Haus eine Zusammenstellung über die Bilanz internationaler Zahlungen ausgegeben, die früher alljährlich vom Handelsamt veröffentlicht wurde, diesmal aber den Sonderberater Roosevelts in Außenhandelsfragen, Peek, zum Verfasser hat. Peek behauptet, daß die Vereinigten Staaten von ihren finanziellen Beziehungen zum Auslande keinen Nutzen gezogen hätten; trotz aktiver Handelsbilanz schlössen die 38 Jahre von 1896 bis 1933 mit einem Saldo von 22,6 Milliarden Dollar ab, die das Ausland den Vereinigten Staaten schulde. Dieser unbezahlte Betrag bedeute eine Verringerung des amerikanischen Nationlvermögens um diese Summe. Weder Peek noch das Weiße Haus waren indeß bereit, anzugeben, welche Folgen man aus dieser Feststellung ziehen müsse; offenbar soll jedoch durch diese Aufstellung klargelegt werden, daß in Zukunft die Handelsbeziehungen zu jedem einzelnen Land. möglichst balanzieren müssen, eine Forderung, die von Roosevelt schon seit etwa Jahresfrist aufgestellt wurde. für:“ untformierten Reichsbeamten Um die Einheit von Partei und Staat auch nach außen hin zu bekunden, hat der Reichsminister des Innern im Einverständnis mit dem Stellvertreter des Führers für die uniformierten Reichsbeamten angeordnet, daß die Landeskokarde, die nach dem Uebergang der Landeshoheit auf das Reich ihre Bedeutung verloren hat, durch das Hoheitsabzeichen der NSDAP. ersetzt wird. Die uniformierten Reichsbeamten tragen also künftig im obersten Mützenstreifen das Hoheitsabzeichen der NSDAP. und im unteren Mützenstreifen die schwarz=weiß=rote Kolorde. Theodor Däubler gestorben Der Dichter Theodor Däubler ist in St. Blasien(Schwarzwald) gestorben. Däubler wurde am 17. August 1876 in Trient geboren. Er war früher Vorsitzender des Penklubs. Schüsse in helsingfors Drei Verletzte in der sowjetrussischen Gesandtschaft Ein Engländer namens Hermann Wilhelm Brown fragte Donnerstag morgen in der sowjetrussichen Gesandtschaft in der finnischen Hauptstadt Helsingfocs nach dem Gesandten Stein. Als ihm mitgeleilt wurde, daß der Gesandte nicht anwesend sei, zog Brown einen Revolver und gab ziellos etwa zehn bis zwanzig Schüsse ab. Zwei Gesandtschaftsbeamte erlitten leichte Verletzungen. Dann richtete Brown die Waffe gegen sich selbst und brachte sich leichte Verletzungen bei. Brown, der im Jahre 1909 geboren wurde, war im Jahre 1920 mit seiner Familie nach Finnland gekommen. In seiner Wohnung hatte Brown einen Brief zurückgelassen, aus dem die Gründe zu seiner Tat hervorgingen. Es handelt sich wohl um einen Vergeltungsakt. oa sein Onkel und seine Tante in Sowjetrußland ermordet und ihr Vermögen beschlagnahmt worden sein soll. Postpakete mit Höllenmaschinen für Pariser Zirmen Drei großen Pariser Firmen sind am Donnerstag Postpakete zugegangen, die, wie sich beim Oeffnen herausstellte, Höllenmaschinen enthielten. In sämtlichen Fällen hat jedoch der Mechanismus versagt. Empfänger waren in Paris die Verlagsanstalt Machette, eine Parfümfabrik und die Rundfunk=Sendegesellschaft Radio Paris. Eine gleiche Sendung ist einer Keksfabrik in Nanterre zugegangen. Bereits am Mittwoch sind schon der Vorsitzende der französischen Komponisten=Vereinigung mit einer solchen Sendung bedacht worden, die schon auf dem Postbüro explodierte, wobei mehrere Angestellte verletzt wurden. Die Polizei ist der Ansicht, daß die Konstruktion sämtlicher Höllenmaschinen die gleiche ist und daß deshalb als Absender sämtlicher Pakete die gleiche Person in Frage kommt. Aus dem verworrenen Text der beiliegenden Briefe schließt man, daß es sich um einen Irrsinnigen handeln müsse. Wurfmine in der hand explodiert Sieben Personen getötet und 22 verletzt Auf dem Schießplatz der estnischen Offiziersschule bei Reval ereignete sich ein schweres Explosionsunglück. Ein Offiziersanwärter hatte eine leichte Mine gefunden, die noch aus dem Kriege stammte. Als er sie einem Kameraden zeigte, explodierte die Mine in seinen Händen. Fünf Offiziersanwärter wurden sofort getötet, zwei starben unmittelbar nach Einlieferung ins Krankenhaus. 22 Offiziersanwärter wurden durch die Explosion verletzt, vier von ihnen so schwer, daß an dem Aufkommen gezweifelt wird. Achljähriges Mädchen ermordet Am Dienstagabend meldete der Arbeiter Bastuck bei der Polizei in Saarlouis sein 8 Jahre altes Töchterchen Hildegard als vermißt. Das Kind war noch kurz vorher mit Kameradinnen beim Spiel gesehen worden. Nachbarn und die Polizei suchten die ganze Nacht und den Vormittag, bis am Mittwoch gegen Mittag ein städtischer Arbeiter im Stadtgarten in einem Graben hinter dem alten Festungsgebäude eine völlig entblößte Kindesleiche fand, die man als die des vermißten Kindes feststellte. Die Leiche wies Würgemale auf und hatte im Mund einen Watteknebel. Es liegen Anzeichen dafür vor, daß an dem Kinde ein schweres Sittlichkeitsverbrechen und ein Lustmord verübt worden sind. Von dem Verbrecher hat man noch keinerlei Spur. Kindersegen beim Bauern Das 23. Kind eines 72jährigen In einem Dörfchen in der Nähe von Savona (Oberitalien) meldete der 72jährige Bauer Benni die Geburt seines 23. Kindes beim Standesamt an. Alle Kinder, von denen ihm zwölf die erste und elf die zweite Frau schenkte, leben in voller Gesundheit. 11 Personen durch Blitzschlag getötel In einem Landhaus im Staate Oaxaka, in Mexiko, wurden durch einen Blitzschlag sieben Männer und vier Frauen getötet. Durch denselben Blitzschlag wurden noch 30 Stück Vieh erschlagenDoumergue droht mit Kammerauslosung Der ehemalige französische Ministerpräsident Daladier hat am Donnerstag in den Wandelgängen der Kammer angekündigt, daß er im Laufe der am Freitagmorgen stattfindenden Fortsetzung der Aussprache über die militärischen Nachtragskredite gegen die Vorlage Stellung nehmen werde. Er werde außerdem die Frage der zweijährigen Militärdienstzeit aufwerfen. Ministerpräsident Doumergue betonte seinerseits, daß er, selbst wenn die Kammer die Kredite ablehnen sollte, was jedoch unwahrscheinlich sei, diese Kredite auf dem Wege des Dekrets und auf seine persönliche Verantwortung der Ressort zur Verfügung zu stellen. Sollte ihn die Kammer stürzen, so werde er vom Senat ihre Auflösung verlangen. Neue Erdbebenwelle in Südamerika? Wie die Seismographische Station aus Cordoba in Brasilien meldet, ist in den nächsten Tagen mit einer neuen stärkeren Erdbebenwelle zu rechnen. Die Bewohner der am Sonntag zerstörten Stadt Sampacho sind in die Nachbarorte abgewandert, da man einen Wiederaufbau Sampachos als unmöglich ansieht. Gewinnauszug 3. Klasse 43. Preußisch=Süddeutsche (269. Preuß.) Staats=Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf sede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gesallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Rummer in den beiden bteilungen I und II 1. Ziehungstag 13. Juni 1934 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 240 M. gezogen 2 Gewinne zu 5000 M. 326721 2 Gewinne zu 2000 M. 162936 .18 Gewinne zu 1000 M. 73919 84638 102684 142236 260161 277046 282736 330980 382840 „.I8.Hewinne zu 800 M. 72357 96086 106372 184006 199707 282690 285833 301441 50 Gewinne zu 500 M. 13960 33638 46975 48314 49533 55043 68171 94154 96972 125741 158831 160601 298339 229911 256862 270430 281240 327992 333736 346414 348897 361930 813868 38454 „J166. Gewinne zu 400 M. 9704 12067 13289 18765 19222 19247 19509 21261 24166 26965 30215 31743 33938 39045 42352 43648 65508 59772 66483 71439 73382 73885 76576 90775 100770 198203 107265 120333 121436 121611 28119 152631 154026 154088 166720 185814 193915 199399 207939 209022 210067 214887 224144 226134 226023 226220 227492 230610 237373 238778 243464 246252 35293s 252860 261855 267798 271398 272909 279679 292511 298143 301250 309374 32603s 333125 338519 BAsoja 3458s9 845562 346501 359997 361884 363500 875048 393985 394449 395240 395436 396593 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 240 M. gezogen 2 Gewinne zu 10000 M. 78032 6 Gewinne zu 3000 M. 86946 167806 307107 2 Gewinne zu 2000 M. 378464 24 Gewinne zu 800 M. 12336 25466 36873 41089 176781 235164 278777 289919 309789 850870 367691 392453 58 Gewinne zu 500 M. 14622 26050 40290 67262 98426 114493 161241 167529 172472 172519 184137 195503 197065 205593 221519 232687 246476 260860 271233 273595 277360 281939 290357 291154 342162 363488 365315 383949 891857 190 Gewinne zu 400 M. 270 2247 8706 22039 26139 31193 34744 36714 46666 50417 50813 64260 64921 68927 69735 75039 76704 87424 95816 100237 107705 108562 115111 115131 119279 120692 132689 144897 146620 149168 161538 151706 154590 159025 161208 162884 166362 167180 168018 172025 176931 176348 185270 188412 191665 194062 195134 197232 207328 211067 213152 213304 213837 215557 221476 222634 223538 226766 226823 231353 234651 235839 236121 264059 258026 269401 261277 262227 268662 268743 288221 289651 296147 300942 812315 313474 313625 319398 345230 367199 359321 361194 361764 865664 376182 377208 883344 383627 368885 389596 389814 390337 397396 399976 20 Tagesprämien. Auf jede gezogene Rummer sind zwei Prämien zu se 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose Dummas ie den beiden Abteilungen I und 11: gleicher Nummer in den 3030S 31703 121260 133 Sote aronne scaan: 13921: 1e3712 Für die vielen Beweise wirklicher Tellnahme danken wir hierdurch allen Freunden und Bekannten herzlichst. Familie Kayser und Schocke Schwerte, Im Juni 1934. Serunmmachung In der Aufgebotssache des Schuhmachermeisters Heinrich Nolte in Schwerte, Moltkestraße 22— F. 2/34— hat das Amtsgericht in Schwerte am 13. Juni 1934 durch Ausschlußurteil für Recht erkannt.: Der Grundschuldbrief über die im Grundbuche von Schwerte, Band VII Artikel 434 in Abteilung III unter Ifd. Nr. 16 für den Schuhmachermeister Heinrich Nolte in Schwerte eingetragene Grundschuld über 2000.—(Zweitausend) Goldmark, wird für kraftlos erklärt. Tuer kaufen Sie billig bei Gerz Iskaus u Model! schöner als das andere Lichtspiele zur Reichskrone Freitag bis Dienstag 2 große Schlager Das ganz entzückende Tonlustspiel Keinen Tag ohne Dich (Wovon soll der Schornstein rauchen?) Lee Parry, Oskar Karlweis Paul Hörbiger i. d. Hauptr. Der große Sensationsfilm: Der Sprung in den Abgrund Ein spannender Abenteuerfilm aus dem Hochgebirge. Harry Piel in d. Hauptrolle. Samstag nachm. 3 Uhr: Kinder-Vorstellung 1299 Samstag, den 16. d. M., vormittags 7½ Uhr wird auf der Freibank das Fleisch eines Schweines zum Preise von 40 Pfg. pro Pfund verkauft. Schlachthofverwaltung Leupin-Creme u. Seife seit Jahren bewährt bei riechte, Hautjüchen, Ausschlag, Wundsein u. s. w. Med.- Drogerie Heppe Ostenstraße Lürnen, Spief, Spert BfL. Schwerte Westhofen verliert in Schwerte 6:0! Hervorragende Stürmerleistungen der Schwerter. Die BfL.er können einen durchaus verdienten Sieg feiern. VfL. Schwerte 1.— VfB. Westhofen 1. 6:0(5:0). Man hatte schon an eine knappe Niederlage der Gästemannschaft geglaubt, aber an einen Bombensieg von 6:0 hatte wohl niemand geHacht. Man muß immer in Betracht ziehen, daß die Gästemannschaft in letzter Zeit große Spiele gezeigt hat und als spielstärkste Mannschaft von Schwerte und Umgegend anzusehen ist. Die einzelnen Spieler der Elf trifft jedoch keine Schuld, aber gegen den in ganz großer Form befindlichen Schwerter Sturm war einfach nicht anzukommen. Durch das Einstellen von zwei Spielern der ersten Jugendmannschaft, (nebenbei haben die Jugendlichen das Alter erreicht, um in der Zukunft in der Seniorenmannschaft mitwirken zu können), war die Stürmerreihe wesentlich verstärkt. Auch der als Ersatz mitspielende rechte Läufer Redemann konnte mit seinen Leistungen voll befriedigen. Mit ungefähr einer Viertelstunde Verspätung pfeift Schiedsrichter Bürger den mit großer Spannung erwarteten Fußballkampf an. Beide Mannschaften spielen zu Beginn etwas aufgeregt. Jedoch finden sich die Blauweißen schneller und leiten gefährliche Angriffe aufs gegnerische Tor ein. Iltenhaus im Westhofener Tor muß sein ganzes Können unter Beweis stellen. Durch eine glänzende Kombination des Schwerter Innentrios erhält Eichenhauer in guter Position das Leder und kann zum Führungstreffer einsenden. Weiterhin ist eine leichte Ueberlegenheit des Platzvereins nicht zu verkennen. Westhofens Hinterdreieck muß Riesenarbeit verrichten, um sich die immer gefährlich werdende Schwerter Stürmerreihe vom Halse zu halten. Die Gäste können einige gefährliche Bälle im letzten Moment zur Ecke ablenken. Durch ihr flaches eraktes flüssiges Paßspiel reißen die Schwerter die Sympathien der Zuschauer an sich. Wiedermal eine Umspielung der Westhofener Verteidigung, der kleine Schüler erfaßt die günstige Gelegenheit im richtigen Moment und der Ball segt für Ilkenhaus unhaltbar zum zweiten Treffer in die Maschen. Westhofen kommt verschiedentlich gut durch, aber die Schwerter Hintermannschaft erweist sich als ein unüberwindliches Bollwerk. Schon nach drei Minuten muß der Gästetorwart zum drittenmal hinter sich greifen. Ein schöner Schuß des Rechtsaußen stellt das Resultat auf 3:0. Die Gäste versuchen mit aller Gewalt das Resultat zu verbessern. Aber auch zwei aufeinanderfolgende Ecken bringen der eifrig spielenden Mannschaft kein Tor ein. Abermals eine schön hereingegebene Flanke von Finkhaus landet soeben am Anfang des Torgehäuses. Außerdem wird wegen Abseitsstellung manch schöne Torgelegenheit von den Schwertern verpaßt. Das schönste Tor des Tages erzielt der noch fast jugendliche Linksaußen und zugleich den vierten Treffer. Einen aus etwa 20 Meter Entfernung getretenen Strafstoß jagt dieser Spieler mit unheimlicher Forsche für den Torwart unhaltbar in die Maschen. Der Rechtsaußen verdirbt weiterhin manche schöne Torgelegenheit durch Abseitsstehen. Vielleicht ist hierbei der Uebereifer die Triebfeder. Einen schönen Angriff des Gästesturmes kann Biermann im letzten Moment vereiteln, man darf wohl sagen, mit etwas viel Glück. Es entsteht hieraus eine Ecke, welche aber im Aus landet. In der 38. Minute kann Eichenhauer durch Alleingang das Resultat sogar mit 5:0 stellen. Bis zur Halbzeit wird nichts zählbares mehr erreicht. Mit dem Resultat von 5:0 für Schwerte geht es in die Halbzeit. Nach dem Seitenwechsel sieht man die Gästemannschaft des öfteren vor dem Schwerter Tor, aber das verdiente Ehrentor will und will nicht fallen. Eine fast 10 Minuten dauernde Drangperiode der Westhofener ist nicht zu verkennen. Daran anschließend folgt ausgeglichenes Feldspiel. fährliche Schüsse der Schwerter Stürmerreihe weiß Ilkenhaus in hervorragender Manier zu meistern. Aber totzdem können die Westhofener nicht hindern, daß der Linksaußen durch unhaltbaren Schrägschuß in der 28. Minute den sechsten Treffer anbringt. Beim Stande von 6:0 für Schwerte trennen sich die beiden Mannschaften, welche dem Publikum das gezeigt haben, was die Fußballwelt sehen will. Nämlich einen jederzeit harten aber doch fairen und interessanten rassigen Fußballkampf. Schiedsrichter Bürger wurde durch seine umsichtige Leitung beiden Parteien gerecht. Tennisabteilung der Schwerter Turnerschaft von 1868 Ueberraschungen an beiden Tagen! Samstag und Sonntag fanden bei sonnigem Wetter die Spiele um die Stadtmeisterschaft statt. Schon Samstag waren spannende Kämpfe zu erwarten. So fertigte Frl. Falkenroth die gute Spielerin Frl. H. Wiemann ziemlich sicher 6:5, 6:5 ab, obwohl sie in beiden Sätzen im Rückstand lag. Es folgte das Herren=Einzel Färber gegen Siepmann, das von Siepmann glatt 6:2, 6:3 gewonnen wurde. Am späten Nachmittag wurde dann noch das Einzel Siepmann gegen Devaud ausgetragen. Siepmann, der kurz vorher Wommelsdorf 6:2, 6:0 geschlagen hatte, hatte schwer um den Sieg zu kämpfen. Der 1. Satz fiel nach offenem Spiel an Siepmann mit 6:4, im 2. Satz wurde Devaud sicherer und es gelang ihm, den Satz knapp 6:5 für sich zu buchen. Den 3. entscheidenden Satz holte sich Siepmann nach hartem Kampf 6:5. Im Einzel Devaud gegen Dellmann hatte Dellmann auch schwer zu kämpfen, um 3:6, 6:5, 6:3, zu gewinnen, aber im Spiel gegen Siepmann verlor er 2:6, 3:6. Sonntag morgen sollten dann die großen Ueberraschungen fallen. Die größte war die Niederlage von Frl. Färber gegen Frl. H. Wiesemann, dann der glatte 6:1, 6:5 Sieg von Wommelsdorf über Dellmann. Ebenso überraschend kam der 6:0, 6:0 Sieg von Devaud über Herm. Färber, der somit für den 3. Platz nicht mehr in Frage kam, obwohl er gegen Rohrmann 6:3, 3:6, 6:5 gewann. Am Nachmittag mußte die Entscheidung fallen. Obwohl Frl. Färber von Frl. Wiesemann geschlagen war, gelang es ihr durch glatte Siege über alle anderen Gegner den 1. Platz für sich einnehmen zu können. In der A=Klasse wurde also folgende Plazierung vorgenommen: 1. Frl. Färber durch 2 Siege u. 1 Niederl. 2. Frl. Falkenroth„ 2„„ 1„ 3. Frl. H. Wiesemann„ 1„„ 2„ 4. Frl. L. Wiesemann„ 1„„ 2„ 1. Herr Siepmann durch 6 Siege 2. Herr Devaud durch 4 Siege u. 2 Niederl. 3. Herr Wommelsdorf„ 4„„ 2„ 4. Herr Färber„ 4„„ 2„ 5. Herr Dellmann„ 1„„ 3„ 6. Herr Frage„ 0„„ 4„ Soldaten dürfen im Sport nur für das Reichsheer starten Die besten Sportsleute des Heeres werden auf die Deutschen Kampfspiele in Nürnberg, durch den Lehrgang für Leibesübungen Wünsdorf vorbereitet. Falls außer den durch diese Lehrgänge erfaßten Soldaten weitere Solde## ten an anderen Sportarten(außer Reiten! auf Grund besonders hervorragender Leistun gen teilnehmen sollen, sind sie sobald wie möch lich dem Reichswehrministerium zu melden Soldaten des Reichsheeres dürfen, wie dag Ndz.=Büro einem Tagesbefehl des Reichswehr ministers entnimmt, nur für das Reichshe### starten. Die Nennungen erfolgen dann durch das Reichswehrministerium, das auch die Kosten trägt. Weltkrieg- was ist das? D. Da ist man nun der festen Ueberzeugung gewesen, Eisenbahn, Flugzeug und Telegraph hätten die ganze bewohnte Welt umspannt, dis wichtigsten Nachrichten würden, zwar manchmas mit Verspätung, aber doch sicher bis in die klein sten Nester in Sibirien, Afrika oder Kanada vordringen. Falsch gedacht! Es gibt sogar Leute## die bis vor kurzem noch nicht wußten, daß#### einen Weltkrieg gegeben hat. Diese guten und erfahrenen Menschen kommen keineswegs vom Mond, sondern wohnen im äußersten Nordostsibirien. Es handelt sich durchaus nicht um Einsiedler, die mitten in der Steppe oder im Urwald ihre Behausung haben, sondern um Bewohner eines größeren Dorfes, das sich in nichts von anderen russischen Dörfern unter# scheidet. Man lebt auch dort familienweise in geordneten Häusern, treibt ein bißchen Landwirtschaft, die nötigen Handwerker haben ih Auskommen, nur Fremde gelangen eben höchst selten hin. Das letzte Mal, daß jemand von draußen in diese Einsamkeit eindrang, war im Jahre 1913 gewesen. Jetzt hat eine wissen schaftliche Expedition der Moskauer Akademis dieses verlassene Nest aufgespürt. Die Herr## Forscher haben sich vor Staunen über die wissenheit der Leute zunächst einmal auf einen Stuhl gesetzt. Aber auch die guten Bauern wußten sich vor Verwunderung nicht zu fassen, als sie vernahmen, daß seit 1913 allerhand in der Welt los war. Besonders kuteressant wan für die Dorfbewohner natürlich die Tatsache daß inzwischen ein sogenannter Weltkrieg 4 Jahre lang gewütet habe. Ferner, daß man den Zaren gestürzt und die Sowjetrepublik geschaft fen habe. Hier betete man noch immer getreulich für das Wohlergehen der Zarenfamilie, hier wußte man nichts von Stalin und vom Fünfjahresplan. Daß man inzwischen mit Fluge zeug und Luftschiff den Ozean, ja den Erdkreis bezwungen hatte, war den Leuten ebenso neu wie die Erfindung des Radios. Als die Fofscher wieder loszogen, waren die Dorfbewohnet immerhin mit genügend Gesprächsstoff für die nächsten Jahre versorgt. Heeren, 13. Juni. Sittlichkeitsverbrecher festgenommen. Wegen sittlichst Verfehlungen wurde am Sonntagnachmittagh von der hiesigen Polizei der im Alter von#### Jahren stehende H. von hier festgenommen. soll sich in unsittlicher Weise Kindern gegen### über benommen haben. Zur weiteren Aufklä rung der Angelegenheit wurde er dem Amtegericht Kamen zugeführt. Runesunt=Programm Sonnabend, den 16. Juni 1934. 6.00 Morgenruf. 6.05 Frühkonzert. 6.30 Leibesübungen. 6.50 Zeit, Wetter, Nachrichten. 7.00 Wiederholung des Morgenrufs. 7.05 Morgenkonzert. 8.00 Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen. 8.05 Gymnastik für Frauen. 8.20 Kraft durch Freude. 10.00 Zeit, Nachrichten usw. 10.10 Kindergarten. 10.30 Wir und die Welt. 11.00 Bauernwehr und Landknechtsheer. 12.00 Musik am Wochenende. 12.45 Erste Mittagsmeldungen, Glückwünsche. 13.00 NS=Orchester Oberhausen=Osterfeld. 13.45 Zweite Mittagsmeldungen. Fortsetzung des Mittagskonzerts. 14.30 Volk erzählt. 14.45 Heiteres vom Schallplattentisch. 15.30 Wirtschaftsmeldungen. 15.45 Arbeitsbeschaffungsfront. 16.00 Bunter Nachmittag. 17.00 Westfälische Heimatmuseen erzählen: Herford. 17.15 HJ. singt und musiziert. 18.00 Aus dem Leben des Vollblutpferdes. 18.15 Musik aus fernen Ländern. 18.30 Aus dem Großen Krieg. 18.40 Vom Tage. 18.50 Wirtschaftsmeldungen, Sportbericht. 19.00 Abendmusik. 20.00 Erste Abendmeldungen u. Saarumschau. 20.15 Großer Bunter Abend. 22.00 Zeit, Wetter, Nachrichten. 22.20 Man kann's auch Brett'l nennen. Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Heinz Friedr. Kamecke. Schwerte=R. Verantwortlich für den gesamten Textteil: Heinz Friedr. Kamecke. Schwerte=R. Für den Anzeigenteil: ans Linner Schierte-R. D. A. V./34. 1726.