— Die„Schwerter Zeitung“ erscheint wöchentlich sechs mal. Bezugspreis wöchentl. 45 Pfg.(einschl. Trägerlohn). Einzelnummer 10 Pfg. Geschäftsstelle Gr. Marktstraße 3—5. Postscheckkonten: Dortmund 2852 und Hannover 21874. Verantwortlich, Hautschriftleiter: Heinz Friedrich Kameckt, Verantworl. für b. gesart, 65###— HChra, Nua u. Katgz: aul Bau Shuns. u. D k. V3t, 12.) Leimnabiat elandoe inschuente getructe Tagstzseltung L.. e Tageblatt für die Stadt Schwerte und das Amt Westhofen Gmp; Kreisblatt für den nordlichen Leit des Landtreiser Gse. Anzeigenpreise: Für die sechsgespaltene Millimeterzeile(46 mmn breit) 6 Pfg. Familien=, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4 Pfg. Reklame: Millimeterzeile 20 Pfg. Nachlässe nach Tarif 9 a. Für telefon. aufgegeb. Inserate übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorhergeseh. Betriebsstörung., hervorgerufen durch höh. Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr, für pünktl. Erscheinen d. Seitung u. kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erhoben werden. Nr. 133 Schwerte(Ruhr), Montag, den 11.Juni 1934 Neue Vomdenunschlage in Besterreih, Se eie Venudeugte e, aunt ur ee aif Aur eie Boitliche Venontangn. In der Nacht zum Samstag sind zum ersten Male in Oesterreich drei schwere Bombenanschläge auf Eisenbahnbrücken der großen internationalen Strecken verübt worden. Auf der Westbahnlinie Wien— Salzburg— Innsbruck— Zürich wurde bei Vöcklamarkt auf die Eisenbahnbrücke ein Bombenattentat verübt. Nach polizeilichen Mitteilungen ist die Eisenbahnbrücke derart beschädigt, daß mit einer sechstägigen Unterbrechung des Verkehrs gerechnet werden muß. Der Schnellzug Wien—Paris, der 10 Minuten nach dem Anschlag die Brücke passieren sollte, konnte gerade noch rechtzeitig angehalten werden. Ein weiteres Bombenattentat ist auf der Strecke Wien—Triest zwischen Semmering und Breitenstein verübt worden. An der Wachauer Bahn zwischen Spitz und Aggsberg sind gleichfalls in der Nacht die Gleise gesprengt worden. Der Verkehr wurde lahmgelegt. Dieses dritte Bombenattentat wird mit einem Diplomatenausflug in Zusammenhang gebracht, der von der Regierung für das gesamte diplomatische Korps in die Wachau veranstaltet wird. Die letzten Eisenbahnanschläge haben in Oesterreich das größte Aufsehen hervorgerufen. Die Anschläge waren diesmal viel gründlicher durchgeführt, als die Anschläge zu den Pfingstfeiertagen. Der Verkehr wurde auch in viel nachhaltigerer Weise gestört. Auf der Westbahnstrecke müssen die Züge bis zur zerstörten Brücke von Vöcklarmarkt herangeführt werden. Dort müssen die Reisenden aussteigen= und werden über eine rasch errichtete Notbrücke geleitet, worauf sie dann in einen neuen Zug einsteigen können. Die Wiederherstellungsarbeiten werden nach Schätzungen voraussichtlich acht Tage dauern. Auf der Südbahnstrecke sind die Gleise in die Luft gesprengt. Der D=Zug=Fernverkehr wurde über Bruck—Leoben—Selztal auf die Westbahnstrecke umgeleitet. Das bedeutet für alle aus dem Süden kommenden Fernzüge eine Verspätung von vielen Stunden. Wie weiter bekannt wird, lösten sich bei dem Anschlag auf der Semmering=Strecke durch die Sprengung oberhalb des großen Tunnels knapp vor der Station Semmering die Gesteinsmassen los, stürzten auf die Gleise und verlegten den Eingang zum Tunnel. Der Personenzugverkehr wird durch Umsteigen aufrechterhalten.“ Die Fahndung nach den Tätern wurde unverzüglich aufgenommen. Es steht aber außer jedem Zweifel, daß es sich auch bei diesen Anschlägen, genau wie bei den großen Anschlägen zu den Pfingstfeiertagen, um die von langer Hand vorbereiten Anschläge marxistischer Sprengbrigaden handelt, die mit außerordentlicher Sachkenntnis, aber auch mit großer Kühnheit ans Werk gegangen sind. Besonders die Sprengstelle am Semmering befindet sich an einem ziemlich unzugänglichen Ort. Ein amtlicher Bericht Zu den Eisenbahnanschlägen meldet die Amtliche Nachrichtenstelle: Samstag nacht wurden in der Nähe von Breitenstein und zwischen Böcklarmarkt und Eedl Zipf Anschläge auf Bahnobjekte versucht, wobei ein gewisser Sachschaden verursacht wurde. Der Zugverkehr ist nicht unterbrochen. Der Sachschaden wird in wenigen Stunsen behoben sein. Menschenleben sind nicht zu beklagen. Es gab auch keine Verletzten. Auschlag auf die Stromversorgung der Arlbergbahn Nach einer amtlichen Meldung wurde in der Nacht zum Samstag um Mitternacht die Druckrohrleitung des großen Spuller=See=Werkes, die Die Arlbergbahn mit Strom versorgt, durch einen unschlag gesprengt. Der Schaden dürfte 250 000 Schilling verrugegt,„Der Sicherheitsdirektor hat sich an Ort und Stelle begeben. Peige nohrleitungen des Werkes wurden beschädigt. Die Rohre weisen an drei Stellen kopfgroße Sprenglöcher auf. Der Anschlag erfolgte ungefähr in der Mitte der 900 Meter langen Rohrleitung. Das Maschinenwerk selbst blieb unbeschädigt. Nach vier der Tat verdächtigen Männern wird gefahndet. Der Verkehr auf der Arlbergstrecke wird durch Entnahme des Stromes vom Ruetzwerk in Tirol aufrechterhalten. Zu dem Anschlag auf die Eisenbahnbrücke bei Vöcklarmarkt verlautet jetzt, daß gleich nach der Explosion der auf der Strecke von Linz herannahende Pariser Schnellzugg rechtzeitig„Jdurch Signale auf die drohende Gefahr aufmerksam gemacht worden ist. Es besteht daher vielfach der Eindruck, daß der Anschlag nicht dem Pariser Schnellzug galt, sondern nur eine politische Demonstration sein sollte. Kußluns und die Kieinne Enntente Tschechei und Rumänien nahmen die Beziehungen zur Sowjetunion auf Barthou bei den„Kleinen“ Amtlich wird aus Prag mitgeteilt: Der Volkskommissar Litwinow und der Minister des Auswärtigen Dr. Benesch haben am 9. Juni in Genf gleichlautende Schriftstücke ausgetauscht, rch die die normalen Beziehungen zwischen der tschechoslowakischen Republik und der Union der sozialistischen Sowjetrepubliken hergestellt werden. Auch der rumänische Außenminister Titplesen hat mit Herrn Litwinow Schriftstücke gleichlautenden Textes ausgetauscht, durch die die diplomatischen Beziehungen auch zwischen Sowjet=Rußland und Rumänien aufgenommen werden. Die südslawische Regierung wird sich über ihr Vorgehen erst entscheiden, wenn Außenminister Jeftitsch nach seiner Rückkehr von seiner Reise nach Paris, die er am Sonnabend angetreten hat, berichtet haben wird. Der Austausch der erwähnten Schriftstücke erfolgte nach mehrtägigen Verhandlungen aller Mitglieder des Ständigen Rates der Kleinen Entente mit dem Volkskommissar Litwinow nach einmütigem Beschluß des Ständigen Rates und aufgrund der Entscheidungen der zuständigen Pegterunge zZ, hristizücken wird aucs die E.penIn den Schrifrstucken wird auch die Ernennung der Gesandten angekündigt. Barthou nimmt an der Konferenz der Kleinen Entente teil Die Konferenz der Kleinen Entente, an der bezeichnenderweise auch Barthou teilnehmen wird, ist für die Zeit vom 18. bis 20. Juni in Bukarest festgeletzt worden. Barthou selbst wird am 20. in Bukarest eintreffen, so daß er Gelegenheit hat, mit allen drei Außenministern zu verhandeln, Das Ergebnis der Konferenz wird wahrscheinlich eine neue Solidaritätserklärung der Kleinen Ententefür Frankreich sein Ueber die einzelnen Fragen, die zur Aussprache stehen, verlautet noch nichts. Wahrscheinlich wird jedoch die russisch=französische Annäherung die Frage der Anerkennung Sowjet=Rußlands durch die Kleine Entente in den Vordergrund treten lassen. Die einzige Schwierigkeit dabei bietet die beßarabische Frage. Rumänien wird alles versuchen, um für die Anerkennung Sowjet=Rußlands dessen endgültigen Verzicht auf Beßarabien einzutauschen, wobei der Grad der russischen Bereitwilligkeit wohl ausschließlich von der Entwicklung der Dinge im Fernen Osten beeinflußt werden wird. Neglerung zarau Heibeien Eine Folge des verunglückten Putsch-Versuches? Die litauische Regierung ist zurückgetreten. Der Präsident der Republik hat die Minister mit der Erledigung der laufenden Geschäfte betraut. Zum Regierungsrücktritt verlautet, daß er dadurch eingeleitet wurde, daß der Kriegsminister Giedraitis und Außenminister Zaunius selbständig schon am Nachmittag zurückgetreten waren. Hierauf trat das Kabinett noch einmal zur Beratung zusammen, die sich bis in die späten Abendstunden mit angeblich dramatischem Verlauf hinzog, und mit dem Rücktrittsbeschluß des gesamten Kabinetts endete. Der Staatspräsident beauftragte die Regierung mit der Weiterführung der Geschäfte bis zur Neubildung. Wie verlautet, wird der jetzige Ministerpräsident Tubelis und der Innenminister Oberst Rusteika bestimmt im Amt bleiben, während die übrigen Ministerposten durch vollkommen neue Personen besetzt werden sollen. Als aussichtsreichster Kandidat für den Posten des Kriegsministers wird in Kowno die Person des früheren Memelgouverneurs und jetzigen Bürgermeisters von Kowno, Oberst a. D. Merkys, genannt. Allgemein glaubt man, daß sich die Neubildung der Regierung noch verschiedene Tage hinziehen wird. Oberst Merkys ist deshalb vorgesehen, weil er in allen Teilen der Armee als ehemaliger Kriegsminister sehr beliebt ist. Woldemaras im Verhör Ueber die Gründe und die Urheber des Putsches herrscht noch immer keine Klarheit, so daß bei der Erörterung der Dinge noch immer Gerüchte die Oberhand haben. Wie von zuständiger Seite verlautet, hat Woldemaras bei einem Verhör jede Schuld an dem Unternehmen abgestritten. Er rechtfertigte sich damit, daß er gegen seinen Willen nach Kowno gebracht worden sei, wo man ihn erst nach der Landung des Flugzeuges über den Tatbestand unterrichtet habe. Hier habe man ihm erklärt, daß Umgruppierungen in der Regierung vor sich gingen und er zum Regierungschef ausersehen sei. Er habe dazu weder sein Einverständnis noch seine Zustimmung gegeben. Nachdem er erfahren habe, daß der Putsch sich auch gegen die Person des Staatspräsidenten richte, habe er seine Umgebung im Stabe des Fliegerkorps sofort von einem derartigen Unsinn abgeraten und sich mit der Angelegenheit nicht mehr befaßt. Auf weiteres Drängen der Anwesenden, die in die Aktion eingriffen, habe er schroff betont:„Ihr habt den Brei angerührt, seht zu, wie ihr ihn schluckt!“ Die weiteren Erklärungen Woldemaras gingen dahin, daß er sich als Internierter betrachtet habe. Bei der Nachprüfung dieser Aussagen habe sich ergeben, daß das Verhalten Woldemaras nach der Landung in Kowno keinerlei Aktivität zeigte. Ganz anders habe er sich jedoch beim Abflug aus dem Verbannungsort benommen. Dort habe er sich den ihn bewachenden Beamten gegenüber schon als Sieger aufgespielt. Nach dem Verhör ist Woldemaras nach einem Provinzgefängnis übergeführt worden. Der Ort wird geheimgehalten. Weitere Anschläge Die Wiener Presse schweigt sich aus.— Zunahme der Verhaftungen von Nationalsozialisten In den Wiener Samstagabendblättern kommen, offensichtlich auf höhere Weisung hin, die Ereignisse der Samstagnacht, besonders der Anschlag auf die Eisenbahnbrücke bei Böcklamarkt so gut wie überhaupt nicht zum Ausdruck. Nur einige wenige Blätter bringen die amtliche Mitteilung meist auf der zweiten oder dritten Seite, während einige große Blätter von den die Oeffentlichkeit in hohem Maße beunruhigenden Vorkommnissen überhaupt nicht Kenntnis nehmen. Von Seiten der Regierung ist über die amtliche Mitteilung hinaus, die die Ereignisse von geringerer Bedeutung stark in den Vordergrund rückt, dagegen die Bombenanschläge zurückstellt, zu dieser neuen Anschlagswelle bisher in keiner Weise Stellung genommen worden. So wird auch auf Anfrage keinerlei Mitteilung darüber gemacht, ob die Regierung neue Abwehrmaßnahmen ergreifen gedenkt. Seit den letzten Meldungen über die zahlreichen Bombenanschläge liegen jetzt weitere Berichte vor. So wurde auf dem Korridor des Regierungspressedienstes im Bundeskanzleramt in einem leeren Schreibtisch Sprengstoff aufgefunden, der jedoch noch vor der Explosion unschädlich gemacht werden konnte. Weitverbreitete Gerüchte, wonach der Sprengstoff in dem Zimmer des Vizekanzlers Starhemberg gefunden sein soll, werden von amtlicher Seite entschieden als falsch bezeichnet. In Kapfenberg wurde auf das Wohnhaus des Medizinalrates Mayr, den Ortsgruppenleiter der Vaterländischen Front, ein Dynamitanschlag verübt, der ein tiefes Loch in ein Zimmer riß. Die Frau des Medizinalrates erlitt einen Nervenschock. Es handelt sich um den vierten Anschlag auf das Haus dieses Ortsgruppenleiters der Vaterländischen Front in wenigen Wochen. In Marchtrenk verursachte ein Anschlag auf das Anwesen des dortigen Bürgermeisters erheblichen Sachschaden. Als Täter wurde ein 19jähriger Angehöriger des Freiwilligen Dienstlagers festgestellt. Aus sämtlichen Bundesländern liegen jetzt Meldungen vor, aus denen hervorgeht, daß die Verhaftung von Nationalsozialisten und ihre Ueberführung in das Konzentrationslager Wöllersdorf in den letzten Tagen in hohem Maße zugenommen habe. Wegen der Anschläge hat die Sicherheitspolizei in der ganzen Stadt Wien außerordentliche Sicherungsmaßnahmen getroffen. Die öffentlichen Gebäude, Plätze und Straßenkreuzungen werden von größeren Polizei= und Gendarmerieabteilungen bewacht. Besonders scharf ist die Bewachung der großen Eisenbahnbrücken und Verkehrsbrücken. Kuba souverän Zwischen den Vereinigten Staten und Kuba fand am Sonnabend der Austausch der Ratifikationsurkunden des kürzlich abgeschlossenen volitischen Vertrages statt. Damit ist Kuba ein vollkommen souveräner Staat geworden. Staatsjugendtag für die Hitler-Jugend Der Reichsjugendpressedienst teilt mit: „Freitag abend hat der Reichsminister für Erziehung und Unterricht eine entscheidende Neuerung des nationalsozialistischen Deutschland bekanntgegeben: den Staatsjugendtag. Eine wahrhaft nationalsozialistische Tat ist geschehen. Durch diesen revolutionären Schritt hat der Reichsminister Rust der H3. die Möglichkeit gegeben, die sechs Millionen deutscher Jungen und Mädel, die in ihrer Organisation zusammengefaßt sind, an einem ganzen Tag in deutscher Staatspolitik zu schulen und dadurch das Vermächtnis Adolf Hitlers in die kommenden Jahrhunderte weiterzugeben. Die Verkündung dieses Abkommens zwischen dem Reichsminister Rust und dem Reichsjugendführer Baldur von Schirach stellt das Ergebnis von Verhandlungen dar, die zu einem schnellen positiven Abschluß führten, weil sie von dem Geist des jahrelangen besonders herzlichen Verhältnis zwischen dem Reichsminister und dem Reichsjugendführer getragen waren. Der Reichsminister Rust hat sich durch diese Tat zur Hitler=Jugend bekannt, und er und mit ihm der nationalsozialistische Staat haben damit die Erziehungsarbeit der Hitler=Jugend als einen entscheidenden gleichberechtigten Faktor der Erziehung der deutschen Jugend nehen der Schule und dem Elternhaus bestätigt. Eege der Arbenereschaffuns eoung ber do guaslesehtelike Lesaharst und De. Leogter deden vuni Am Sonntag trat in München die Kommission Wirtschaftspolitik der RSDAP zu ihrer ersten Tagung gzgrggp. 209 eg, ingardt stattete Staatsserretär Reinhardt über den„Kampf um die Beseitigung der ArStaatsekretär Beinhope, Wirschafz, n schaft und Volk zur Staatsführung unbedingtes Vertrauen haben, zweitens müsse der Staat durch geeignete Maßnahmen zur Deckung vorhandenen Bedarfes anregen und drittens müsse der Staat die Umschichtungen verordnen und durchführen, die eine Gesundung der Lebensgrundlagen des Der Staatssekretär ging dann ausführlich auf die Einzelheiten der Arbeitsbeschaffung und ihrer Finanzierung ein und wies darauf hin, daß Arbeiten im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsgesetzes vom 1. Juni bis zum Frühjahr und Sommer 1933 erstrecken werden. Eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme sei auch die Grundförderung durch die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung. Die Haushaltslage der Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände ergebe 1934 gegenüber dem Vorjahr eine Verbesserung von insgesamt 453 Miuionen. Bei dieser Verbesserung könne von den Ländern, Gemeinden und Gemeindeverbänden verlangt werden, daß sie mit einem Grundförderungssatz von 2,50 je Tag und Mann zufrieden seien und auch dazu übergingen, öffentliche Arbeiten aus eigenen Mitteln ohne Grundförderung zu finanzieren. Die Begrenzung der Grundförderungssumme auf 310 Millionen RM. sei aufgehoben worden. Es werde möglich sein, die Grundförderung für weitere mindestens 30 000 Mann zu gewähren. Die Arbeitslosenziffer würde allein infolge der Auswirkung dieser Maßnahme in den nächsten Wochen um weitere 300000 Mann sinken. Die Gewährung von Grundförderung dürfe aber zu keiner Dauereinrichtung werden, sondern solle nuc arbeitslosen Volksgenossen, die anders noch nicht Arbeit finden können, die Notstandsarbeit bringen. Von den heute noch 2.5 Millionen Arbeitslosen seien schätzungsweise 300 000 bis 500000 Mann für Norstandsarbeiten geeignet. Es solle alles daran gesetzt werden, sie in den nächsten Wochen und Monaten in Notstandsarbeit zu bringen und in ihr zu halten, bis sie von der Wirtschaft in feste Berufszweige überführt werden können. Der Redner betonte weiter, daß zu den gegenwärtig in der Landwirtschaft untergebrachten 116000 Landhelfern und Landhelferinnen weitere 300 000 hinzukommen könnten, was wieder eine Entlastung des Arbeitsmarktes um 300000 bedeuten würde. Durch das Gesetz zur Ueberführung weiblicher Arbeitskräfte in die Hauswirtschaft sei bereits eine dauernde Entlastung des Arbeitsmarktes um 100 000 ereicht. Durch das Gesetz zur Förderung der Eheschließungen sei eine unmittelbgre, Verminderung der Arbeitslosigkeit um 200000 erzielt. Dazu komme die bedeutende Belebung in es werde gelingen, die innerhalb längstens zweier Jahre so gut wie restlos zu beseitigen, wenn alle Volsgenossen s#eehng der 2Bhn; linien der Reichsregierung ihr„Pflicht turz. s.. schwebe über dem Rahmen abez„, g Maßnahme vor, die zu einer fast vollfändiBeseitigung der Arbeitslefigiet, chrheige regierung sich zur Durchführung auch dieser Maßnahme entschließen werde, sobald sie bis zur Re ei cece eece ler Zuversicht entgegenzusehen. Dann dußerte sich beg Sgpftegetz de ie ie eiscescecsäic scäce in diesem Kampfe sind der Glaube an die Zukunft und das Vertrauen auf den Fuyrer. Der Leiter der Kommission für Wirt politik, Köhler, gab eine längere Betrachtung über das Thema„Politischer Sozialismus". Die Politik, nicht die Wirtschaft, ist die Vollstreckerin dieses Willens. Wir müssen eine politische Gestaltung des Volkes haben, die den Sozialismus verbürgt. Jedes Volk hat die Wirtschaft, die seinem politischen Zustand entspricht. Die Ems-Moore werden entwässert Mce RO 1 Ein Roor=Vauer bei seiner mühevollen Arbeit ov) zu einer Auzhehnung von 5ogoo Hektar entwiset und Aitzige, Veiden, Verszgehstieke Hres halset auf le Jasie Lscist Bise sit sich daran ermessen, daß die in Frage stehende Fläche 2 Drittel der Pontinischen Sümpfe ausmacht. Der Reichshandwerksführer in Bremen Anläßlich des großen Gebietsaufmarsches der RS=Hago Weser=Ems im Rahmen der Veranstaltung der Braunen Hansamesse weilte am Sonntag Reichshandwerksführer Schmidt in Bremen. Am Vormittag stattete der Reichshandwerksführer dem Bremer Gewerbehaus einen Besuch ab, wo er vor den dort versammelten Handwerksmeistern eine Ansprache müsse heute alles daran gesetzt werden, so betonte er, die Kraft, die aus der politischen Einheit ströme, auch in die deutsche Volkswirtschaft zu leiten. Erst wenn die deutsche Volkswirtschaft nationalsozialistischen Gedankengut werde es sich zeigen, daß die de bedeung, beschung u uchrngen etz, eitsk ans Kasit aich de er Aoben, und Housgerhteyjestr Ziese, VBelsgz, nationalsrialistische Botu: und damit auch, de ebenfals 200000 anzunehmen ve. z1., Shastands, nationalsozialistische Wirtschaftspe bung werde dauernd sein, denn die Ehestandsdarlehen sollen gewährt werden, so lange es heiratsfähige Arbeitnehmerinnen gebe. In Auswirkung des Gesetzes zur Förderung der Eheschließungen würden jährlich auch 200 000 Kleinwohnungen mehr gebraucht werden als bisher. Vier Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes werde allein in seiner Auswirkung der Arbeitsmarkt eine Entlastung um eine Million Menschen ernationatpozialistische Poer nationalsozialistische Wirtschaftspolitik, die litik der Vernunft schlechthin ist. teresse der Wahrung der Betriebssicherheit am Dienst in der SA und SS nur dann teilnehmen, wenn vor dem Wiederantritt des Eisenbahndienstes eine Ruhezeit von mindestens zehn Stunden zur Ausspannung und Erholung gewahrt bleibt. Nachdem dann die Verfügung im einzelnen noch festgestellt hat, welche Beamtenkategorien in diesem Zusammenhang dauernd oder vorübergehend in Betrachr rommen, wird mitgeteilt, daß die Oberste SA=Führung den SAund SS=Gruppen empfohlen habe, auen im Reichsbahndienst stehenden SA=Führern und =Männern, die infolge dieser Regelung für den SA=Dienst doch nur verhältnismäßig selten verfügbar sein würden, ein ehrenvolles Ausscheiden aus der SA nahezulegen. Den Betreffenden wird anheimgestellt, sich um Aufnahme in den Bahnschutz zu bewerben. Lehrer müssen jung sein! Altersgrenze im ganzen Reich 62 Jahre Iusammenkunft Mussolini-Barthou? Wie bekannt wird, hat Außenminister Barthon am Sonnabendvormittag im französischen Kabinettsrat ausführlich über zwei an ihn ergangene Einladungen berichtet. Er sei von Magdongld nach London und von Mussolini nach Veneoig oder Rom gebeten worden. Nach dem„Intransigeant“ wird der französische Außenminister frühestens im Oktober nach Italien reisen. In einem Artikel wird dann des Näheren ausgeführt, Frankreich stehe mit Recht auf dem Standpunkt, daß zu viele Frage ungelöst seien, als daß man sie in einer Aussprache von 48 Stunden regeln könnte. Um einen endgültigen Mißerfolg zu vermeiden und um die Möglichkeit zu einer fruchtbaren Zusammenkunft vorzubehalten, habe der französische Außenminister beschlossen, wenigstens für den Augenblick von einer Reise nach Italien abzusehen. Inzwischen könne Italien eine entscheidende Rolle spielen, indem es zwischen Deutschland und Frankreich eine Brücke schlage. Wenn Mussolini in diesem Sinne arbeite, könne er viel für den Frieden tun. Drakonische Strafen für Jahnenflucht aus der Roten Armee Der Zentralvollzugsausschuß der Sowjetunion veröffentlicht eine Verordnung über die Verantwortung der Familienangehörigen für die Flucht von Soldaten der Roten Armee. Die Verordnung bestimmt, daß in einem solchen Fall sämtliche männlichen volljährigen Angehörigen mit Gefängnisstrafen bis zu zehn Jahren Beschlagnahme des Besitzes sowie gegebenenfalls mit Verbannung nach Sibirien bestraft werden. Auch Zivilpersonen, die in die Pläne und Vorbereitung zur Flucht eingeweiht waren und von diesen den Behörden nicht rechtzeitig Kenntnis gaben, werden mit Zwangsarbeit und lebenslänglicher Verschickung nach Sibirien bestraft. Erst kürzlich sind Fälle von Grenzüberschreitungen nach Rumänien bekannt geworden. Verunglimpfung von SA und ss Grund zur fristlosen Entlassung Das Reichsarbeitsgericht hat in einer grundsätzlichen Stellungnahme über die arbeitsver: tragliche Auswirkung der Sabotage und Herwürdigung der nationalen Regierung auch zur Beschimpfung der SA und SS Stellung genommen. Das Reichsarbeitsgericht erblickt, wie das NdZ.=Büro meldet, in der Verunglimpfung der nationalen Regierung sowie auch schimpfung der SA und SS durch einen Arbeitnehmer einen wichtigen Grund zur fristlosen Entlassung im Sinne des§ 626 BGB. Jer absichtliche Herabsetzung des Ansehens der Kampftruppen der nationalen Erhebung und jede Aeußerung einer staatsfeindlichen, nämlich gegen die jetzige nationale Regierung gerichteten Gesinnung sei als ein wichtiger Grund zur frist losen Entlassung eines Arbeitnehmers zu bewerten. Das gelte vor allem dann, wenn der betreffende Arbeitnehmer in einem im nationalsozialistischen Geiste geleiteten Betrieb stehe. Der NS.=Lehrerbund hatte, wie das Büro meldet, beim Reichsminister Rust in dessen Eigenschaft als preußischer V1 herrgitergrenze Der Rotkrenztag in Berlin Kranzniederlegung am Im Mittelpunkt der Veranstaltungen des Rot, der Fehrer. Während im allgemeinen die Alterseine Entlastung um eine Million Menschen er= kreuztages in der Reich=hmgtfrnt ereden Linden; grenze für Beamte beim 65. Lebensjahre liegt, Der Redner führte dann noch eine Reihe vor, Karl Eduard von Sachlen=Koburg und Gotha, in Aitekzsgrenze beim 82. Lebenssahe geschafen vorimnlch dier icher Noknahmen für Vermin(Anpesenheit des Obershrgergunhere I i, Opger den, Anlätlich von Klagen verschedener, Lehrer s ee ieit auf die uch eräut sockenten an de Getauger, uoe un ve., Ga. hate ader dus Beihegericht glise, Beigr Sehirte an Leib und Leben, de oie Schwestezn, uno—. der Altersgrenze für versatungswidrig ertärt. nitätsmänner des Roten=sreuhe=Znschliegend He, Andererseits ist die ausorückliche uufgegung der ten, einen vorbggrkrghenttsedePoten Freitzeg de angegriffenen„preußischen Verordnung bisher telligte, sich der 2(„Jan des hoten arenzes an nicht erfolgt. Auf seine Bit nehmich steuerlicher Maßnahmen für Vermin; derung der Arbeitslosigreit auf, die noch ergänzt würden durch eine durchgreifende Zinssenkung und durch einen Umbau der Steuern und eine weitestmögliche Senkung der Steuersätze. Mit der Zinssenkung werde gegenwärtig begonnen. Die Steuerreform werde im Herbst 1934 erscheinen. Die neuen Steuergesetze würden zum größten Teil am 1. Januar 1935 in Kraft treten. Staatssekretär Reinhardt verwies noch auf die vierprozentige Anleihe des Deutschen Reiches von 1934. Eine sicherere Geldanleihe sei undenkbar. Der Staatssekretär verwies ferner darauf, daß das Steueraufkommen sich ausgezeichnet entwickle. Es sei in den Monaten April und Mai um rund 150 Millionen RM. größer gewesen als in den entsprechenden Monaten des Rechnungsjahres 1933. Diese Entwicklung werde sich auch in den Länder= und Gemeindehaushalten außerordentlich günstig auswirken. Ganz besonders gut flössen diejenigen Steuern, in denen sich der Aufschwung der Wirtschaft spiegele. gegriffenen preutichgtge exerzzung Bieße teiligte sich der prängenr des Roten. 9.—.— zu nicht erfolgt. uuf seine Witte um Ridrung vieser der großen, Sammelartion, wobei der Herzog 1. Angelegenheit hat nun der RS.=Lehrerbuno vom den aufgesuchten Hotels und Gofigite gexe gg, preußischen Kultusministerium die Antwort erouten Erfoig iu verzesgerinnen des Raten..(halten, daß die durch die zweite vregbische, Spat. halten, daß die durch die zweite preußische Sparveroronung vom 23. Dezemoer 1931 festgesetzte Altersgrenze für Lehrer an öffentlichen Schulen demnächst durch Reichsgesetz sanktioniert werden wörde. nitätsmännern und Heiferinnen des Roren Kreuzes beteiligten sich auch die SA und ES an dem Verkauf der Abzeichen. In manchen Bezirken waren die Glasplaketten„aus dem Thüringer Notstandsgebiet bald vergriffen, so daß auf Restbestände früherer Sammlungen zurückgegriffen werden mußte. Betriebssicherheit gehl vor SA- und SS=Dienst der Eisenbahnbeamten bahn hat eine Verfügung erlassen, in der im Ein= dann aber dürfte auch die Erage der vernehmen mit der Obersten SA=Führung eine schaffung für den Lehrernachwuchs ein nicht zu Regelung# P a, Hotz, un#S- Dienstes für Eisen= untersgäßzenoes Argument.##g., Die., einheitliche bahnbeamte, getroffen wird. Wie mir dieser Verfügung chwung der Wirtschaft Staatssekretär Reinhardt schoß: Die Zahl der bahnoeamte ge##o1trt, Pirn, unter anderem entArbeitslosen betrage heute noch 2.5 Millionen. woie wir bieser Przinz, La#r#t umter Ee werde gelingen, diese 8ap! iw. m isjon Denshauervorschrften falende Personal des zu bermindern, in konmenden Binter Verieds= und Verschrzbenster, 8. verschont zu dleiden und 1sandhelt der Rassenden anvertmaut snd, in Jugürde. Diese Antwort des Reichsunterrichtsministers bedeutet, daß in absehbarer Zeit im ganzen Reich die Altersgrenze für Lehrer beim 62. Lebensjahr liegen wird. Es dürfen vor allem zwei Argumente sein, die für die Festsetzung einer früheren Altersgrenze bei Lehrern sprechen: einmal ist allgemein anerkannt, daß es im Interesse einer möglichst guten Erziehung der Jugend liegt, wenn die Lehrkräfte noch jung und rüstig sind; dann aber dürfte auch die Frage der Arbeitsbeschäffung, fag den Lehrernachwuchs ein nicht zu unterschätzenves Argumen:###r oie einheitliche Festsetzung einer fruheren Altersgrenze für Lehrer sein. Ein neuer litauischer Willkürakt Die Rudervereine von Memel und Heydekrug haben in letzter Stunde ihre Beteiligung an der Königsberger großen Ruderregatta am Sonntag absagen müssen, da ihnen von litauischer Seite die Ausreisegenehmigung verweigert worden ist. Es handelt sich hier um einen neuen Willkürakt und eine Schikane gegen die memelländischen Sportvereine. „Graf Zeppelin“ wieder nach Südamerika Das Luftschiff„Graf Zeppelin“ ist Sonnabend um 20.12 Uhr zu seiner zweiten diesjährigen Südamerikafahrt unter Führung von Dr. Eckener glatt gestartet. An Bord befinden sich 14 Fahrgäste, 167 kg Post und 60 kg Fracht. Unter den Fahrgästen befinden sich u. a. Direktor Kipfmüller von der Hapag, die Direktoren de Boer und Bronsing von der holändischen Luftschiflohrtege, sellschaft und der englische Mount Everest=Expeditionsteilnehmer Colonel Etherton. 100 Personen ertrunken Schweres Fährunglück bei Kalkutta Auf dem Hoogly ist Sonnabend vormittag in der Nähe von Kalkutta ein großes Fährboot von einem plötzlichen Windstoß erfaßt und zum Kentern gebracht worden. Es befanden sich 200 Personen an Bord. Wieviele davon den Tod gefunden haben, konnte inmitten der durch das Unglück ausgelösten Verwirrung noch nicht festgestellt werden. Man rechnet jedoch auf Grunk der vorläufigen Feststellungen mit einer sehr hohen Verlustziffer. Sie dürfte sich auf etwa 10 Personen belaufen. De Der Umzug des Reichswirtschafteministeriums in sein neues Dienstgebäude in der Behrenstraße beginnt am 11. Juni und wird voraussichtlich am 25. Juni beendet sein. Aus einem Briefwechsel zwischen demrumänischen Außenminister Tituleseu und Litwinow geht hervor, daß Sowjetrußlond seine Ansprüche auf Bessaradien zum mindesten vorläufig zurückgesteltt hat. Bessarabien ist mit keiner Silbe erwähnt. Dieerste Jahresversammlung der franzstischen San# e. gung, die den Namen„Frauctome fuhrt, fand am Sonnabend statt. Der Bewegung bis jetzt 20 000 Mitglieder an. Sie erstrebt neden einem. Bündnis m.1 Mussolini die Verständigung mit Deutschland. * Treffen des Führers mit Mussolini? Noch kein Termin festgesetzt Mit Bezug auf Nachrichten in der ausländischen Presse über eine bevorstehende Zusammenkunft zwischen dem italienischen Regierungschef Mussolini und dem Reichskanzler Adolf Hitler wird von zuständiger Stelle erklärt, daß zwar Erwägungen nach dieser Richtung schweben, daß aber Abschließendes über Zeit und Ort der Zusammenkunft noch nicht bekannt ist. Minister Darré am Grabe Wittekinds Zu einem kurzen Besuch weilte der Reichsernährungsminister Darré in der Wittekindstadt Enger. Er besichtigte die alte Kirche mit ihrem wertvollen Altar und die Grabstätte des Sachsenfürsten Wittekind. Vertreter der SA, die PO, die Bauernführer und die Behörden grüßten den Gast, den Superintendent Niemöller durch die Kirche geleitete. Mühlhausener Frontkämpferkongreß fordert unmittelbare Verhandlungen zwischen Deutschland und Frankreich Der Bezirkskongreß der Kriegsopfer und ehemaligen Frontkämpfer in Mülhausen hat eine bemerkenswerte Entschließung angenommen. Er befürwortete darin unmittelbare Verhandlungen von Volk zu Volk, die die vorhandenen Streitfragen näher beleuchten sollten, damit gegenseitige Zugeständnisse ins Auge gefaßt werden könnten, bevor die betreffenden Fragen vor den Völkerbund gebracht würden. Die Entschließung bezeichnet es als wünschenswert, daß dieses Verfahren zwischen Frankreich und Deutschland hinsichtlich der Saarabstimmung angewendet werde. Der Verband fordert dann volle und unparteiische Aufklärung über die politischen, wirtschaftlichen und landwirtschaftlichen Rückwirkungen der Saarabstimmung. Zum Schluß wird darauf hingewiesen, daß in den meisten europäischen Ländern die Frontgeneration am Ruder sei, und daß auch die französischen ehemaligen Frontkämpfer der Sache des Friedens und Frankreichs unschätzbare Dienste leisten könnten, wenn das Land das wolle. Am Sonnabendvormittag wurden die beiden großen Münchener Ausstellungen dieses Sommers, die Deutsche Siedlungsausstellung und die Ausstellung„Die Straße“ feierlich eröffnet. Der denkwürdige Tag kam auch im äußeren Bild der Stadt zu festlichem Ausdruck. Der Eröffnungsakt wurde im Freien abgehalten. Bei der Eröffnung hielt nach einleitenden Worten des Münchener Oberbürgermeisters Fiehler der Generalinspekteur der Reichsautobahnen, Dr. Todt, eine Ansprache, in der er nach einem einleitenden geschichtlichen Rückblick auf das Straßenwesen auf den Baubeginn der Reichsautobahnen hinwies. Das Retz des ersten Aufbaues umfasse rund 7000 Kilometer. Das Gesamtprogramm des deutschen Straßenbaues, so betonte er u. a. weiter, ist wichtiger Bestandteil des großen, vom Führer eingeleiteten Planes der Motorisierung des Verkehrswesens. Die Veranstaltung der Ausstellung „Die Straße“ entspricht der nationalsozialistischen Staatsauffassung, daß alles, was geschieht, vor den Augen des Volkes ausgeführt „Stretung uns setrape Feierliche Eröffnung der großen Münchener Ausstellungen wird. Die zweite Absicht liegt darin, daß das Interesse an der Straße bei der gesamten Nation wieder geweckt wird. Dieser Straßenbau ist eine Sache des ganzen Volkes, das in dieser Ausstellung vertraut gemacht werden soll mit der Idee und den Plänen des Führers, die dem ganzen Werke zugrunde liegen. Eine weitere Veranlassung liegt darin, daß durch die öffentliche Darstellung dieses großen Werkes all denen Anerkennung ausgesprochen werden soll. die mit Stirn und Fauß daran mitarbeiten. Wir wissen, daß die vielen tausend Arbeiter, durch deren Hände allmählich dieses modernste Straßennetz der Welt entsteht, in manchen Tarifgebieten um einen schmalen Lohn arbeiten. Wir wissen aber auch, daß es durch diese und eine Reihe anderer Maßnahmen gelungen ist, innerhalb Jahresfrist drei Millionen Menschen überhaupt wieder in den Arbeitsprozeß einzureihen. Dann erklärte Reichsstatthalter Ritter von Epp nach einer kurzen Ansprache die Ausstellung für eröffnet. Mit dem Deutschlandund Horst=Wessel=Lied schloß die Feier. schen Staatsjugend. Es wird darüber weder die deutsche Schule noch das deutsche Volk zusammenbrechen. Denn an den übrigen Schultagen haben wir dann frische Buben und Mädel in unseren deutschen Schulen. Es wird eine neue Grundeinteilung des Jahres zu vollziehen sein, damit im Sommer alljährlich die Möglichkeit gegeben wird, die Lehrer ohne Unterschied des Faches zu sammeln und sie wissenschaftlich, sportlich und nationalpolitisch zu überholen. In diesen Lagern gibt es keine erste und keine zweite Klasse. Am Ende der Uebungszeit wird jeder seine Beurteilung bekommen. Elternhaus-Schule- Staatsjugend Große Kundgebung der Lehrerschaft in München Frontkämpfer unterstützen die hitler=Spende In einem Aufruf des Nationalsozialistischen Frontkämpferbundes wird, wie das NdZ.=Büro meldet, betont, daß die Hitlerspende zur fung von Freiurlaubsplätzen auch in diesem Jahre wieder der stärksten Unterstützung des Bundes bedürfe. Die Bundesleitung habe deshalb schon vor längerer Zeit alle Dienststellen des Bundes zur Werbung für die Stiftung von Freiplätzen der Hitlerspende aufgefordert. Für jede Ortsgruppe ist ein Kamerad mit der Werbung beauftragt worden. Der Bund erwartet die freudige Unterstützung durch alle Kameraden, die wirtschaftlich dazu in der Lage sind. Wer nicht schon im Frühjahr seine Mitwirkung zugesagt habe, könne sich auch jetzt im Sommer noch zur Verfügung stellen. Die Zusammenkunft des Reichsunterrichtsministers Rust mit der bayerischen Staatsregierung, vor allem mit dem bayerischen Kultusminister, galt Besprechungen und Beratungen über eine Reihe grundsätzlicher oder augenblicklich und in nächster Zeit vordringlicher Fachfragen. Den Abschluß der Verhandlungen bildete eine Massenkundgebung des NS=Lehrerbundes, Gau München=Oberbayern, im Zirkus Krone in München. Als erster Redner sprach Kultusminister Schemm, der davon ausging, daß der unerschöpfliche Lebensquell die nationalsozialistische Weltanschauung, die deutsche Art und das deutsche Wesen sei. Lehrer und Erzieher müssen immer mitten im Leben stehen. Weiter betonte der Staatsminister, daß er gar nicht daran denke, die Lernschule oder die Arbeitsschule auszuschalten. Beide aber müßten der Charakterschule untergeordnet sein. Nach Staatsminister Schemm sprach Reichsunterrichtsminister Rust. Adolf Hitler schuf die Gegenwart, so sagte Reichsminister Rust; die Kolonnen der deutschen Jugend, die heute marschieren, werden sich in der Zukunft selbst behaupten müssen. Die entscheidungsvolle Vorbereitung hierzu liegt beim deutschen Erzieher. Diejenigen, die Hitlers Erbe einst zu vollenden haben, können nur durch Nationalsozialisten erzogen werden. Elternhaus und Schule formen das Kind. Die Bewegung ist berufen, dafür zu sorgen, daß die nächste Generation den Kampf besteht. Und so kommt denn zwangsmäßig eine Erscheinung, die auf dem Gebiete der Erziehung neben Lehrer und Elternhaus mit einem Male neu in die Erscheinung tritt, die Jugend selbst, die unter der Fahne Adolf Hitlers steht. Ich gehe von dem Grundsatz nicht ab und ich werde dafür sorgen, daß die Schaffung einer deutschen Staatsjugend nicht vergessen wird. Die ewige Zelle eines großen Volkes ist und bleibt die Familie. Ich habe daher im Einvernehmen auch mit der Führung der HI eine klare Teilung vorgenommen: Die Schule solle bekommen, was der Schule ist; ebenso die HI und die Eltern, was ihnen gehört. So habe ich den Sonntag wieder zum Tage der Familie gemacht; der 7. Tag der Woche gehört der deutschen Familie, den 6. Tag gab ich der deut120 Jahre ist er„nur“ Zaro Agha, der älteste Mann der Welt Zaro Agha,„der älteste Mann der Welt“, ist nach einem Bericht türkischer Aerzte nicht 160, sondern„nur“ 120 Jahre alt. Während seiner Behandlung in einem Krankenhaus hatten die Aerzte die Behauptung Zaro Aghas angezweifelt, daß er 30 Jahre vor der Schlacht von Trafalgar geboren sei. Sie machten mehrere Röntgenaufnahmen seines Knochenbaues, aus denen hervorgehen soll, daß sein wirkliches Alter nur 120 Jahre beträgt. Die Röntgenaufnahmen sind an den Verjüngungsspezialisten Dr. Voronoff in Paris zur Begutachtung gesandt worden. Zaro Agha hatte seinerzeit ein Angebot Dr. Voronoffs abgelehnt, sich durch eine Behandlung mit Affendrüsen verjüngen zu lassen. Tropenstürme über Zentral-Amerika Wie Associated Preß aus San Salvador meldet, bewegt sich ein neuer Wirbelsturm über dem Golf von Mexiko in Richtung auf die zentralamerikanische Küste. Im Staat Chiapas(Mexiko) stürzte ein Flugzeug im Sturm ab. Die sechs Insassen wurden getötet. Auch in Honduras haben schwere Regenstürme großen Schaden angerichtet. Seutsche Verhsteiger um Hinmahn Dem Drahtlosen Dienst, dem Nachrichtendienst des deutschen Rundfunks. ist am Samstag ein neuer Bericht von der deutschen Himalaya=Expedition zugegangen. Der Leiter meldet den Beginn des eigentlichen Angriffs auf den Nanga Parbat. Nachdem alle Lasten im endgültigen Hauptlager in 3600 Meter Höhe eingetroffen waren, wurde ohne einen Rasttag mit dem Angriff auf den Nanga Parbat begonnen. Am 27. Mai errichteten Bechtold, Wieland und Müllritter das Lager ein in 4600 Meter Höhe auf dem Rakiot=Gletscher. Die Eis= und Schneeverhältnisse waren günstig, so daß sofort der Vorstoß nach Lager 4 beschlossen wurde. Dieses Lager soll auf der obersten Stufe des Rakiot=Gletschers in 5800 Meter Höhe angelegt werden. Am 30. Mai erreichten Aschenbrenner. Schneider. Welzenbach und Drechsel mit 24 Trägern das Lager 3. Am 31. Mai brachen dann Bechtold, Müllritter, der Expeditionsarzt Dr. Bernard sowie Kavitän Sangster, einer der englischen Begleitoffiziere, ebenfalls nach 4 auf. Am 1. ten Merkl und Wieland mit Kapitän Frier, dem treuen englischen Expeditionskameraden von vor zwei Jahren. Der Angriff auf den noch niemals erstiegenen Nanga Parbat wird unter möglichster Ausnützung der gegenwärtigen Schönwetterlage unternommen und zwar mit 30 Darjeeling=Leuten und 40 Hochträgern. Die Verbindung zwischen der Spitzengruppe der deutschen HimalayaExpedition und dem Hauptlager wird durch einen Kurzwellensender aufrechterhalten. Durch diesen Kurzwellensender werden auch die Bericht der Expedition für den deutschen Rundfunk=Nach richten=Dienst übermittelt. Sie werden mit Hilfe des kleinen Senders zum Hauptlager gegeben. Dort freilich muß eine weniger moderne Beförderungsart eintreten. Vom Hauptlager werden die Berichte nämlich durch einen Postschnekläufer in viertägigem Marsch über drei Himalaya=Gebirgskämme von 3000 bis 4000 Meter Höhe nach Astor geschafft. von wo sie durch Kabel nach Deutschland gehen. Dieser Botendienst ist stets dadurch gefährdet, daß der Bote den Oberlauf des Indus bei Talliche überschreiten muß. Das geht nun bei günstigem Wetter. Bei schlechtem Wetter ist eine Ueberfahrt mit Booten über den Indus nicht möglich— dann muß unser indischer Bote noch am Ufer des Indus aufwärts bis nach Bunji lausen, wo er eine Brücke findet, und die deutschen Hörer müssen zwei Tage länger auf die Berichte der deutschen Forscher Die deutsche Himalaya=Expedition meldet schließlich, daß nun auch Hans Hieronymus im Hauptlager eingetroffen ist. der Ersatzmann für den erkrankten Heins Baumeister. Mit ibm gangumgn kam der deutsche Konsul Dr. Kapp aus.„Imah das Hauptlager der Willi=Merkl=Expeo#tion. „Dece haesch,, sunger Wiunn Zum 70. Geburtstag des Komponisten und Dirigenten Richard Strauß Aus einem Leben für die Musik Am 11. Juni 1934 begeht Richard Strauß seinen 70. Geburtstag und blickt an diesem Ehrentage zurück auf ein Leben, das reich an künstlerischer Arbeit und Erfolgen war. wie selten eines. Richard Strauß, gebürtiger Münchner, war schon als Zweiundzwanzigjähriger Kapellmeister in Meiningen, als Fünfundzwanzigjähriger Hofkapellmeister in Weimar. Die nächsten Stationen heißen München. Berlin und Wien. Neben seiner umfassenden Tätigkeit als Dirigent in Deutschland und bei Gastspielreisen durch die ganze Welt, hat Richard Strauß uns die schönsten und erfolgreichsten Musikwerke der neueren Zeit geschenkt: nur um einige zu erwähnen: von den symphonischen Werken sind „Tod und Verklärung".„Zarathustra“ und „Eulenspiegel" wohl die bekanntesten, während von den Overn„Rosenkavalier".„Salome".„Elektra“.„Ariadne auf Naxos“. „Frau ohne Schatten“ und„Arabella“ den größten Erfolg auf den Bühnen der Welt haben. „Der Junge hat Talent“— Im Winter des Jahres 1884 wendet sich Franz Strauß brieflich an den großen, gefürchteten Hans von Bülow nach Meiningen, der im Münchener Odeons=Saal mit dem Meininger Orchester eine Matinee geben will. Er bittet Hans von Bülow, bei dieser Gelegenheit eine Bläsersuite seines Sohnes Richard ansehen und eventuell probieren zu wollen. Bülow läßt antworten, daß das Werk vor der Abreise noch mit den Bläsern des Hoforchesters probiert werden könne und daß„der Junge“ die Sache dann vom Blatt dirigieren dürfe.— Am Tag vor der Aufführung macht Richard Strauß, der Zwanzigjährige, dem großen Bülow seinen Besuch. Er erfährtdabei, daß eine Probe nicht mehr möglich ist... Als er aber den merklich schlecht gelaunten Bülow vor der Matinee abholt, bekommt er den„Befehl“, sein Werk ohne Probe zu dirigieren. Richard Strauß, der noch niemals einen Taktstock berührt hat, wagt den Sprung.—„Ich dirigierte in leichtem Dämmer= zustand— weiß nur, daß ich nicht umgeschmissen habe...“ Als Vater Strauß Bülow seinen Dank aussprechen will, wird er angefahren:„Sie haben mir gar nichts zu danken. Was ich heute tat, habe ich getan, weil Ihr Junge halt Talent hat—“ „Sein einziger Fehler ist seine Jugend“ Neben Bülow war in Meiningen, ein halbes Jahr später, eine Stellung frei geworden, weil der bisherige Hofmusikdirektor Professor Mannstädt einer Berufung nach Berlin als Leiter der Philharmonischen Konzerte gefolgt war, um, wie Bülow in seiner bekannten sarkastischen Art meinte,„Gartenkonzerte im geschlossenen Raum zu dirigieren“. Namhafte Musiker bewarben sich um den vorzüglichen Posten, darunter Leute wie Weingartner, Nieode, Mahler. Bülow selbst ließ Richard Strauß auffordern, seine Bewerbung einzureichen, und schrieb am einundzwanzigsten Geburtstag des jungen Musikers an den Meininger Fürsten:„Darf ich mit Herrn Richard Strauß für die nächste Saison abschließen? Ich erwarte mit Bestimmtheit, daß seine Leistungen Eurer Hoheit genügen werden. Der ungemein begabte junge Mann (ist er doch auch ein Enkel des berühmten BierPschorr!) weilt seit mehreren Tagen hier. Sein einziger Fehler besteht in seiner Jugend: zweiundzwanzig Jahre!“ Johannes Brahms— sehr leutselig Bülow hat die Absicht, die F=moll=Somphonie von Strauß gleich im ersten Meininger Konzert der Saison aufzuführen, doch schreibt Johannes Brahms, der bald darauf zur Einstudierung seiner Vierten Symphonie erwartet wird: „Spar' doch das Straußsche Debüt auf, bis ich komme.“ Brahms, damals heimlich„der liebe Gott“ genannt, spricht dann den Wunsch aus, daß Strauß zwischen der Beethovenschen Coriolan=Ouvertüre und der Siebenten Symphonie das C=moll=Klavierkonzert von Mozart spielen möge, mit selbstverfaßten Kadenzen. Danach geschieht es, daß im Vorübergehen„der liebe Gott" Richard Strauß auf die Schulter klopft und bemerkt:„Sehr hübsch, junger Mann!“— Durch das plötzliche Ausscheiden Bülows wenige Wochen später wurde Richard Strauß zum alleinigen Dirigenten der Meininger Hofkapelle während der weiteren Spielzeit. Ein Mozart schwerer als hundert Sträuße Gastspiel von Richard Strauß in Prag— erster Abend eigene Werke des Dirigenten— zweiter Abend klassische Werke. Die Prager Philharmoniker geben bei den Proben her, was irgend möglich ist. Die Vorbereitungen zu dem ersten Abend verlaufen glatt und glänzend die Prager Musiker sind stolzerfüllt. Anders bei den Proben zu dem klassischen Abend: an jedem Takt hat Richard Strauß etwas auszusetzen— die Proben dehnen sich endlos— die Musiker geraten in Verzweiflung. „Ja, ja, meine Herren“, sagt Richard Strauß gelassen auf eine beleidigte Bemerkung hin,„so ein kleiner Mozart ist hundertmal schwerer als hundert Symphonien von Strauß.“ Urlaub zum Komponieren? Richard Strauß verschaffte einst einem vielversprechenden jungen Musiker eine Kapellmeisterstelle an einer größeren deutschen Bühne und hoffte, der junge Mann würde von dieser guten Basis aus weiterarbeiten und sich durchsetzen. Zu seinem Erstaunen meldete sich der junge Mann wenige Monate später,„um zu verabschieden".—„Wieso, verabschieden?“ fragte Strauß, und erfuhr, daß der junge Mann ein Jahr Urlaub genommen habe, um eine Oper zu vollenden. :„Versteh' ich nicht", erklärte der Meister,„ein ganzes Jahr Urlaub, nur Ihrer Oper wegen? Tag hat doch vierundzwanzig Stunden! Zwölf Stunden für die Arbeit an der Bühne, acht Stunden Schlaf, bleiben immer noch vier Stunden zum Komponieren!. Und bei soviel freier Zeit brauchen Sie Urlaub?“ Der gesuchte Dreiklang Mancherlei Anfeindungen war Richard Strauß ausgesetzt, als ihm das Erscheinen der„Elektra“ und der„Salome“ das Ansehen eines radikalen Neutöners eingetragen hatte. Bei einer Probe zur Salome hatet Strauß, der am Dirigentenpult stand, einige szenische Aenderungen zu beantragen. Auf der halbdunklen Bühne erschien ein Bühnenarbeiter mit einer Laterne und suchte den Anordnungen des Meisters zu folgen. Gespanntes Schweigen— dann ertönte eine halblaute Stimme:„Der sucht wohl einen Dreiklang—“ Das war vor noch nicht dreißig Jahren— heute zählen die Straußschen Opern zu den schönsten und melodienreichsten, die uns geschenkt wurden. Sehriuts für Büro und Lager gesucht. Schriftliche Angebote an H. Künkler Baustoffhandlung Schwerte, Wilhelmstraße 28. Für Handwerker: Lohn- und PersonalKartothek-Karten empfiehlt Garr- iskaus Buchhandlung Schöne 4 ZimmerWohnung mit allem Zubehör zum 1. August zu vermieten. Zu erfragen in der Geschältsstelle ds. Zeitung. 1274 Sümillehe werden von uns geliefert und durch eigene Boten zugestellt. Aus der großen Zahl der bei uns wöchentlich eingehenden deutschen Zeitschriften führen wir nachstehend an: Mode=Zeitungen Beyers Mode für Alle Beyers Modenblatt Beyers Monatsblatt für Handarbeit u. Wäsche Blatt der Hausfrau Damen= und Kindermode Deutsche Frauenkleidung Deutsche Modenzeitung Der Bazar Elegante Mode Frauenfleiß Häuslicher Ratgeber Mode und Wäsche Modenschau Modenwelt Neue Moden Vobachs Frauenzeitung Vobachs Kindergarderobe Vobachs Wäsche= und Handarbeitszeitung S Die neue Linie Bestellungen auf d. vorstehenden und alle anderen Zeitschriften nimmt entgegen und führt pünktlich aus: Buchhandlung Carl Braus and die Geschäftsstelle der „Schwerter:un Turnen, Spiel, Sport sH Deutsche Turnerschaft Faustbeit Am letzten Samstag spielte die Faustballab= teilung des TV. Jahn Schwerterheide gegen Reichsbahn Schwerte. Ergebnisse: Jahn 1.— Reichsbahn 1. 58:43. Jahn 2.— Reichsbahn 2. 60:60. Jahn Alte Herren— Reichsbahn A. H. 35:28 Lehrarbeit im Ring 7 des Lenne=VolmeKKreises der Deutschen Turnerschaft am 10. Juni 1934 in Schwerte. Unter Leitung der Ring=Fachwarte des Vereinsrings 7 hatten sich am Sonntag die Vereinsfachwarte(innen) der 13 zum Ring 7 gehörenden Vereine zur Lehrarbeit zusammengefunden. Erfreulich war es, daß der Turnverein Berchum mit der neugegründeten Frauenabteilung zahlreich vertreten war. Der Uebungsbetrieb wurde durch eine kurze Morgenfeier eröffnet, der das Wort zugrunde lag:„Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu.“ Im Mittelpunkt der praktischen Arbeit standen die Uebungen für das Ringfest, das am 21. und 22. Juni in Schwerte durchgeführt und von der Schwerter Turnerschaft vorbereitet wird. Im Männerturnen wurde diesmal auf den volkstümlichen Uebungsbetrieb besonderer Wert gelegt. Im Frauenturnen wurden die Freiübungen und der Festtanz für das Mindener Landesturnfest in ihre Grundteile zerlegt und eingeübt. In der gemeinsamen, sich anschließenden Besprechung wurde neben Erledigung organisatorischer Fragen, die sich auf das kommende Ringfest bezogen, eine Sonnenwendfeier am 30. Juni beschlossen. Die Besprechung klang aus mit dem Bekenntnis:„Turner sein, heißt treu und deutsch sein!“ ßische Justizminister bereits vor einiger Zeis in einer Verfügung darauf hingewiesen hat, daß die durch Trunkenheit verursachten Verkehrsdelikte einer ganz besonders scharen Ahndung unterliegen müßten, zumak meist von den leichtfertigen Tätern arbeitende Volksgenossen in ihrem schweren Kampfe um das tägliche Brot betroffen werden. Die Rechtsprechung der letzten Zeit hat denn auch bereits gezeigt, daß in entsprechenden Fällen ganz erhebliche Strafen verhängt worden sind. Sie mögen allen zur Warnung dienen, damit in der Zeit des steigenden Verkehrs die erforderliche Diszipliniertheit und das notwendige Verantwortungsbewußtsein allgemein erreicht werde: Trunkenheit bei Verkehrsdelikten wirkt strafverschärfend Die Justizpressestelle in Dortmund übermittelt uns folgende, aus der„Deutschen Justiz“, dem amtlichen Organ des Reichsministers der Justiz, des preußischen und Bayerischen Justizministers, entnommene Warnung: In einer Berliner Zeitung ist anläßlich einiger Verkehrsunfälle verlangt worden, daß die Gerichte und Staatsanwaltschaften Trunkenheit der Täter nicht mildernd für die Beurteilung der Tat, sondern strafverschärfend berücksichtigen müßten. Es wird ausgeführt, daß bisher noch oft die Trunkenheit in der „feudaleren Form des Rausches von einem unerlaubten romantischen Schimmer umkleidet“ sei und als mildernder Umstand berücksichtigt werde, entsprechend einer volkstümlichen Redewendung,„der Täter habe sich mildernde Umstände angetrunken. Die Stellungnahme der Zeitung ist selbstverständlich in vollem Umfange gerechtfertigt, allerdings ist die Forderung schon dadurch verwirklicht, daß der PreuFrontdienst Wieder hat sich vor der Welt eine Deutsche Front gezeigt, die im gewaltigen, zöhen Kampf gegen den ärgsten Feind, die Arbeitsnot, zu bestehen hat. Unser Führer wies uns den Weg und Mann für Mann stand Deutschland auf, um sich mit voller Kraft für die Idee des Führers einzusetzen und mit Tatkraft dem ganzen deutschen Volke Arbeit und Brot zu schaffen. Ein reiches Jahr Frontdienst gegen die Arbeitslosigkeit haben wir hinter uns. Wir haben viel erreicht. Aber noch große Aufgaben stehen vor uns. Kleine Hilfen bauen große Stützen und so wendet sich dieses Mal die dritte Arbeitsbeschaffungslotterie wieder an das Deutsche Volk und gibt damit jedem Gelegenheit, Mithelfer im Kampfe gegen die Arbeitslosigkeit zu sein. Sie vermittelt mit ihren Losen die kleinen Hilfen zur Unterstützung des neuen Aufbaues, des regen und gesunden Arbeitsmarktes. Und sie bietet mit der vollständigen Umgestaltung ihres Gewinnplanes bedeutend erhöhte Gewinnaussichten. Statt eines außergewöhnlich hohen Gewinnes werden sehr viele mittlere Gewinne ausgespielt. Entspricht das nicht unserer heutigen nationalsozialistischen Idee, die das Wohl aller Volksgenossen ins Auge faßt? Humoristische Keine Zeit für den Himmel. Lehrer:„Alle Knaben, die in den Himmel zu kommen wünschen, mögen die Hand erheben. „Alle erheben die Hand bis auf einen. Lehrer:„Nun, Alfred, weshalb meldest du dich nicht?“ Alfred:„Meine Mutter hat gesagt, ich solle rasch nach Hause kommen.“ Was ein Hälchen werden will. Der Felix ist zur Schule gekommen. „Nun, wie gefällt es dir?“ fragt die Mutter. „Ach“, meint Felix abfällig,„weißt du, die Lehrerin ist ja noch älter als du!“ Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Heinz Friedr. Kamecke, Schwerte=R. Verantwortlich für den gesamten Textteil: Heinz Friedr. Kamecke. Schwerte=R. Für den Anzeigenteil: Hans Linner, Schwerte=R. D. A. V./34. 1726. Shue Tritt Märsch Ein Roman aus den Kampfjahren 1929 bis 1932 von Heinz Friedrich Kamecke. 45. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Heute betreibt man Postenjägerei nach Strich und Faden. Die Bonzen wissen, wie man an die Futterkrippe herankommt. Dem deutschen Arbeiter aber ist es noch nicht so schlecht gegangen wie jetzt! Er weiß nicht, wie er vor Hunger in den Schlaf kommen soll. Die Menschheit hat die Richtung verloren. Nie war der Tanz ums goldene Kalb wilder als jetzt. Wir gerieten in Ossenbrügge mit dem Magistrat in Konflikt. Wir haben ihm nach Strich und Faden das Maß genommen. Man wollte uns mit Paragraphen zum Stillschweigen brin. gen im Namen des Volkes. Solange dieses System besteht, haben wir Korruptionen über Korruptionen. Die vierundzwanzigtausend=Mark=Verdiener beziehen ihre hohen Gehälter auf unsere Kosten, anstatt daß dafür gesorgt wird, daß der Arbeiter und Angestellte eine anständige Wohnung haben. In Teutowalde werden Kinder in elenden Wohnungen von Ratten angefressen und der Herr Minister baut sich eine Villa. Die Staatskasse hat Schulden über Schul. den, dazu drei Millionen Erwerbslose. Der Mittelstand wird von der Steuerlast erdrückt. Den Bauern werden die Ackergeräte gepfändet. Dem gewerblichen Mittelstar#ef; es noch schlechter. So wird das deutsche Nolk erniedrigt. Aber die sittlich lebennegen Kräfte in der gesunden Arbeiterschaft, die besten Mitglieder des Mittelstandes und der Bauern werden sich diese Zustände nicht länger gefallen lassen. So wie 1914 macht das deutsche Volk eine Nervenprobe durch. Auf die Dauer kann es diese nicht aushalten; eines Tages wird es aufstehen gegen den inneren Feind. Bei der Mehrzahl der Verantwortlichen ist nicht der Wille zur Opferbereitschaft da! Als Armenarzt muß ich wissen, was Elend ist. Ich bitte jeden Volksgenossen, Wohltaten zu tun. Wohltun bringt Zinsen. Jeder soll erhalten, was ihm von Gott zusteht! Wir wollen diese Korruption nicht mehr. Wir müssen neue Menschen werden. Auch der Arbeiter soll als Persönlichkeit gerwertet werden. Der Klassenkampf hört dann auf. Bürger und Arbeiter von Ossenbrügge! Ich spreche zum Schluß die Worte des großen Ulrich von Hutten: Geduld, einst kommt der Tag, da wird gespannt Ein weites Zelt ums ganze deutsche Land. Geduld! Wir kämpfen dann um ein Panier. Wer dann uns trennen will, den schlagen wir! Geduld! Ich kenne meines Volkes Mark. Was langsam wächst, das wird dann doppelt stark. Geduld! Was langsam reift, das altert spat, Wenn andre sterben, werden wir ein Staat! Nach der Rede erhob sich die Menge und sang das Deutschlandlied. Am Ausgang des Saales warben Transparente für den„Wächter". Mehrere Werber boten die bereits durch eine einstweilige Verfügung aus dem Handel gezogene neueste Nummer an. Zahlreiche Volksgenossen trugen sich in eine Bestelliste ein. Der Erfolg der ersten Versammlung übertraf alle Erwartungen. Klaus Stüwen begab sich mit Dr. Hagedorn und seinen Anhängern in den Ratskeller. Hier wurden die zukünftigen Werbeaktionen durchgesprochen. Die Wächterrunde erregte bei der roten Gesellschaft, die gegenüber am Stammtisch saß, Aergernis. Stadtverordneter Holzwurm führte das große Wort. Was er sagte, war nicht zu verstehen, aber aus seinen Gesten war zu entnehmen, daß er mit den „Wächtern“ abrechnen wollte Sechsundzwanzigstes Kapitel. Dr. von Rabenstein, der zum ersten Mai von Groß=Ossenbrügge nach Teutowalde übergesiedelt war, entfaltete in Westdeutschland als Bezirksvertreter der Romania Oelwerke A. G. eine nach außen hin rege Betriebsamkeit. Er brauchte sich allerdings nur ins fertige Nest zu setzen. Die Stammkundschaft war da. Was seinen Namen anging, nannte er sich vorsichtshalber nur noch Willy Katzur. Generalvertreter Schneider hatte nicht zuviel versprochen; schon nach Ablauf des ersten Monats konnte Katzur feststellen, daß mit einem monatlichen Reingewinn von Dreitausendfünfhundert Mark zu rechnen war. Seine frühere Tätigkeit empfand er jetzt als kümmerliches Hausieren. Wenn der rührige Vertreter auch seiner Meinung nach mit einflußreichen Persönlichkeiten wie mit Moritz Weintal, wurm, August Kasten, Dr. Weiß und Schrecklich bereits Fühlung genommen hatte, so war er doch von der„politischen Laufbahn“ zurückgetreten. Sein Zeitungsprodukt„Die Dunkelkammer“, war eine Eintagsfliege gewesen. Dafür hatte schon der Ossenbrügger„Wächter“ gesorgt! Sein„Versicherungsinstitut, Abteilung Graphologie“ hatte er seinem Untervertreter, dem er noch Provision schuldig geblieben,„mit allen Rechten“ überlassen. Ja selbst von Kälber und Schley zog er sich langsam zurück. Die ganze Ossenbrügger Vergangenheit hatte er„aus Geschäftsrücksichten“ als unnötigen Ballast über Bord geworfen. Nur Frau Corala Meding konntg er noch nicht vergessen. Vergeblich hatte er auf einen Anruf gewartet. Nun, da er in Teutowalde fest im Sattel saß, als Bezirksvertreter der„Romania“ etwas vorstellte und eine ganze Etage allein bewohnte, erachtete er den Zeitpunkt als herbeigekommen, ein neue Verabredung mit der Frau des Generaldirektors zu treffen. Es war der erste Sonntag im Juni. Katzur saß im Klubsessel, die Beine übereinandergeschlagen. Die weiße Mittagssonne ließ sein Vogelgesicht mit den flackernden Augen bleich erscheinen. Als es Zwölf schlug, begab er sich zum Tischtelephon und rief Frau Medings Nummer an.„Kann ich Frau Generaldirektor sprechen?“ „Selbst am Apparat. Wer ist dort?“ „Hier Katzur— genannt Dr. von Rabenstein.“ „Und?“ Es klang nicht überrascht, eher kühl. „Ich möchte Sie, gnädige Frau, um eine Unterredung bitten. Ich teilte Ihnen bereits Ostern mit, daß mir in Teutowalde die Bezirksvertretung für die bekannte Romania Oelwerke A. G. übertragen wurde. Ihre kostbare Zeit, Frau Corala, wenn ich Sie so nennen darf, hat es Ihnen noch nicht erlaubt, mir eine Antwort auf meine Frage zu stellen. Ich möchte Sie nunmehr bitten, mir noch heute oder morgen die Gelegenheit zu geben, mich mit Ihnen aussprechen zu könen. Sie wissen, gnädige Frau—“ „Läßt sich die Sache nicht telephonisch erledigen?“ „Nein, nicht fernmündlich! Das läßt sich nur mündlich besprechen—“ „So, so, und worum handelt es sich? Wieder um eine unsinnige„Erklärung“?“ „Nennen wir es Geständnis, Frau Carola. Darf ich Sie mit meinem Bugatti abholen? Oder ist Ihr Herr Gemahl—“ „Mein Mann kommt erst morgen abend wieder—“ 8 un „Stehen Sie noch in Vervindung mir Heren Stüwen? Er ist doch der Schriftleiter des Teutowalder„Wächters'.“ Könnten wir nicht eine gemeinsame Verabredung treffen?" Nr. 133(Zweites Schwerter Zeitung“ Montag, 11. Juni 1934 T Bgerr.. Prec Schwerte(Ruhr), Montag den 11. Juni 1934 Cagesspruch Ob Glück und Wohlstand dir beschieden, Ob Leid und Kümmernis dich plagen, Bewahre dir in allen Lagen Den Gleichmut und den Seelenfrieden. Albert Knülle, Schwerte. Büitzgefahr unter Bäumen Die Zeit der Gewitter ist wieder gekommen. Oft kommt es vor, daß Leute, die im Freien von einem Gewitter überrascht werden, unter einen Baum flüchten. Deshalb ist die Frage von Interesse: In welche Bäume schlägt der Blitz am häufigsten ein? Ein alter Spruch lautet:, 46 Nr ui4 Vor den Eichen sonlnt du weichen Und die Weiden sollst du meiden, Auch die Fichten such' mit nichten; Doch die Buchen kannst du suchen. Wir wissen, daß die Blitzgefahr für die Eichen viel größer ist als für die Buchen, und auch über die Ursachen des verschiedenen Verhaltens haben Untersuchungen Aufschluß gegeben. Die elektrische Fähigkeit des Holzes ist abhängig von seinem Oelgehalt. Diejenigen Bäume, die den größten Oelgehalt besitzen, erscheinen im höchsten Grade gegen die Blitzgefahr gesichert; stärkereiche und ölarme Bäume werden dagegen vom Blitzschlage bevorzugt.— Bäume, deren Holz stets reich an Oel ist, sind der Nußbaum und die Buche; Stärkebäume, arm an Oel aber sind Eiche, Weide, Pappel, Haselnuß, Ahorn, Ulme, Mehlbeere, Weißdorn und Esche.— Ordnet man die Bäume nach der Blitzgefahr, so erhält man: Blitzgefahr sehr gering: Nußbaum, Buche; Blitzgefahr etwas größer: Fichte, Lärche; Blitzgefahr groß: Tanne; Blitzgefahr sehr groß: Eiche, Weide, Pappel und die übrigen Stärkebäume. Wetter Aussichten für den Wetterdienstbezirk Essen. Vorhersage für Montag: Zunächst noch schwachwindig und heiter, später bei zunehmenden Winden östlicher Richtungen allmählich aufkommende Bewölkung, warm. Vorhersage für Dienstag: Mäßige bis frische östliche Winde, heiter bis wolkig, warm, örtliche Gewitter möglich. : Bestandene Prüfung. Die Schneiderin Else Lange, Klusenweg 51, hat in der vorigen Woche vor dem Prüfungsausschuß der Handwerkskammer zu Arnsberg ihre Meisterprüfung mit„gut“ bestanden. Der neuen Meisterin unsere besten Glückwünsche! Rasch tritt der Tod den Menschen an. Der Vorsitzende des Schwerter Schwimmvereins 06, Hermann Vorschütz, erlitt am gestrigen Sonntag um die Mittagszeit einen Unglücksfall, der einen tödlichen Ausgang hatte. Der 32jährige V. war damit beschäftigt, das Bassin mit einigen Schwimmbrüdern für die Reichsschwimmwoche herzurichten. Er stand mit den Füßen im Wasser, während durch die Pumpe der Rest des verbrauchten Wassers herausgepumpt werden sollte. Plötzlich sank V. um. Ein Schwimmkamerad stürzte sofort hinzu holte den Leblosen aus dem Bassin. Alle sofort angestellten Versuche, das Herz wieder in Tätigkeit zu setzen, blieben erfolglos. Der Verunglückte wurde dann mit dem Sanitätsauto ins evangelische Krankenhaus gebracht. Die ärztliche Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen, aber es ist anzunehmen, daß V. einem Herzschlag erlegen ist. Hermann Vorschütz war ein tüchtiger Schwimmer und Inhaber des silbernen Abzeichens der D. L. R. G. Der Schwimmverein 06 verliert in ihm einen seiner besten. Der Tote hinterläßt Frau und Kind. X Verkehrsunglück. Ein folgenschwerer Verkehrsunfall ereignete sich Freitag nachmittag auf der Hörderstraße in Höhe der Werkstatt Pflug. Der Krankenkassen=Angestellte Jos. Keller aus Bochum, ein Mann Ende der 40er Jahre, der mit seinem Fahrrad in Richtung Schwerte die Straße passierte, war, als er einem Leichenzuge begegnete, scharf Straßenbahngleise herangefahren. Plötzlich muß er mit einem Rade im Gleise stecken geblieben sein, er überschlug sich mit seinem Stahlroß und schlug mit dem Kopf auf dem Straßenpflaster auf, wo er bewußtlos liegen blieb. Man brachte den Verunglückten, der eine in Iserlohn wohnende Schwester besuchen wollte, zunächst zum Arzt und dann zum Krankenhause, wo außer anderen Verletzungen ein schwerer Schädelbruch festgestellt wurde. — Ein weiterer Verkehrsunfall ereignete sich gestern nachmittag gleichfalls auf der außerordentlich belebten Hörderstraße. Dort wurde unterhalb des Friedhofes ein Radfahrer von einem Kraftwagen angefahren. Der Fahrer wurde zwar ziemlich unsanft zu Boden geschleudert, kam jedoch mit dem Schrecken davon, das Rad ist allerdings in Trümmer gegangen; die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Ein Motorradunfall ereignete sich gestern in Schwerte. Ein Knabe wurde angefahren und zu Boden geschleudert. Er erlitt dadurch einen Oberschenkelbruch. Der Motorradfahrer brachte den Verletzten ins evangelische Krankenhaus. Sportunfall. Auf dem Sportplatz am Schützenhof ereignete sich ein Unfall. Ein Fußballspieler kam so unglücklich zu Fall, daß er sich den Arm auskugelte. Feste Zusagen zur Beteiligung an der Reichsschwimm=Woche in Schwerte, insbesondere zum Kampf= und Schautag am 24. Juni, haben bis jetzt gemacht: Die SA., die Schutzstaffel(SS.), der Freiwillige Arbeitsdienst Ergste, die Hitler=Jugend, der Bund Deutscher Mädel, die Deutsche Leben=Rettungs=Gesellschaft und der Schwimmverein 06. Die Veranstaltung beginnt am Sonntag, den 24. Juni, nachmittags 3 Uhr in der Schützenhof=Badeanstalt. Die Bevölkerung wolle sich diesen Tag merken. Jeder Schwerter ein Schwimmer— jeder Schwimmer ein Retter! : Das Wellenbad Geisecke wurde am gestrigen Sonntag von rund 1000 Badegästen besucht. Das Wehr ist wieder in Ordnung gebracht. Im Garten fand das übliche Sonntagskonzert statt. Publikumsverkehr im neuen Rathaus. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß die städtischen Dienststellen im neuen Rathaus nur vormittags für den Publikumsverkehr geöffnet sind. Der mukalische Abend der Deutsche Arbeitsfront am vergangenen Samstag mußte wegen des Standartenaufmarsches auf den 23. Juni, abends 8 Uhr verschoben werden. Die gekauften Programme behalten ihre Gültigkeit, weitere Programme bei der NSBO. und den Amtswaltern. dem nunmehr insbesondere das Interesse der Schulen von nah und fern geweckt worden ist und zahlreiche Anmeldungen vorliegen, die die Befürchtung aufkommen lassen, daß es nicht möglich sein wird, die Schuljugend bis zur Beendigung der Ausstellung noch durch die Ausstellung zu führen, so ist der Ausstellungsschlußtermin nunmehr auf Mittwoch, den 12. ds. Mts., endgültig festgesetzt worden. Selbstverständlich ist die Ausstellung auch nach wie vor für alle übrigen Interessenten geöffnet. Sammelbestellungen zu Vorzugspreisen können auch für die letzten Ausstellungstage vorgenommen werden. Die SA-Standarte 132 Hagen besuchte die Stadt Schwerte Brigadeführer Schmidt nahm den Vorbeimarsch ab. Schwerte, 11. Juni. Am Samstag abend war die Standarte 132 Hagen in der Stadt Schwerte zu Gast. Es mochte vielleicht als ein Wagnis erscheinen, am Samstag nachmittag, wo die meisten Kameraden noch berufstätig sind, die Standarte zum großen Ausmarsch antreten zu lassen. Dennoch rückte das braune Re=giment in Stärke von 2626 Mann in Schwerte, allerdings verspätet ein. Rund 1500 Mann marschierten gegen 5 Uhr unter Führung des Standartenführers Schäfer ab. An der Stadtgrenze bei Rettelmühle wurden die Gäste aus Hagen von Ortsgruppenamtsleiter Hemeyer und Propagandaleiter Rau empfangen. Die Stürme marschierten auf dem Platz an der Hagener Straße gegen 7,30 Uhr auf. Schon um 6 Uhr standen in den Hauptverkehrsstraßen die Schwerter Volksgenossen und warteten. Alle Straßen, durch die der Umzug führen sollte, besonders aber die Beckestraße hatten reichen Flaggenschmuck angelegt. Um 8,01 Uhr traf von Hagen ein Sonderzug ein, der die älteren Jahrgänge der Standarte 132 in Stärke von rund 1100 Mann brachte. Diese marschierten zum Städt. Platz. Erst 8,35 Uhr rückte die Standarte geschlossen in das Stadtinnere. Allgemein s'el die einheitliche Kleidung und die vorbildliche Ausstattung dieser politischen Formationen auf. Der Marsch führte durch die Beckestraße und Bahnhofstraße. Auf dem AdolfHitlerplatz standen mehrere tausend Menschen. Mit klingendem Spiel zog die Standarte in großem Bogen durch die Stadt und es begann bereits zu dunkeln, als 9,35 Uhr vor dem neuen Rathaus der Vorbeimarsch erfolgte. Hier standen wie bei dem braunen Sonntag der Schwerter Standarte viele tausend Volksgenossen. Die Polizei, unterstützt von einigen SA=Männern aus Hagen, hatte alle Hände voll zu tun, um die Masse zurückzudrängen. Im scharfen Tumpo rückten die Stürme an. Brigadeführer Schmidt, bei dem sich Standartenführer Schäfer befand, nahm vom Auto aus den Vorbeimarsch ab. Die älteren Jahrgänge, die zum größten Teil Feldzugteilnehmer sind, marschierten in schneidigem Paradeschritt vorbei. Auch der Vorbeimarsch der jüngeren SA=Männer klappte vorzüglich. Die Standarte marschierte dann zum Städtischen Platz und legte dort das Gepäck ab. Sturmweise begaben sich dann die Hagener Gäste in die einzelnen Lokale. Da sich alles verspätet hatte, herrschte in den Lokalen nicht der Betrieb, den man erwartet hatte. Von 10,30 bis 11 Uhr gab der Musikzug der Standarte 132 ein nächtliches Platzkonzert auf dem Adolf=Hitlerplatz. Die Menge spendete lebhaften Beifall. K Rotkreuztag in Schwerte Umzüge.- Die Rede des Bürgermeisters.- Heldenehrung. Verlängerung der„Deutschen LuftfahrtAusstellung Dortmund 1934.“ Ursprünglich war geplant, die Deutsche Luftfahrt=Ausstellung in der Westfalenhalle am Sonntag, dem 10. 6., abends, endgültig zu schließen. NachZum ersten Oberbannaufmarsch in Hagen 20000 Hitlerjungen marschieren. Am Sonntag, den 24. Juni 1934, findet in Hagen der erste Oberbannaufmarsch des Oberbannes 3/9 Sauerland statt. Aus dem ganzen Sauerland werden die Jungen mit 20 Sonderzügen nach Hagen befördert, um an der ersten großen Kundgebung des Oberbannes teilzunehmen. Der Oberbürgermeister der Stadt Hagen, Gauinspektor und Kreisleiter Pg. Heinrich Vetter hat das Protektorat für den Oberbannaufmarsch und der damit verbundenen„Woche der Hitler=Jugend“ vom 17.—24. Juni 1934 übernommen. Die Hauptveranstaltungen der „Woche der Hitler=Jugend“ sind: 17. Juni: Sportliche Veranstaltungen der Hitler=Jugend auf dem Höing. 19. Juni: Großkundgebung in der Städthalle. Gauleiter Staatsrat Wagner spricht über das Thema„Jugend und Staat.“ 21. Juni: Sonnenwendfeier auf dem Platz vor dem Altersheim. 23. Juni: Feierliche Hissung der Hitler=Jugend=Fahne am Rathaus. 24. Oberbannaufmarsch. Rede: Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Rheinland Pg. Willi Börger, spricht zur deutschen Jugend. 24. Juni: Nachmittags und abends: Großes Reichswehrkonzert im Parkhaus, ausgeführt vom Musikzug des 1. Batl. J. N. 18 Paderborn, unter der Leitung des Musikzugmeisters T. Ruhland. Heil Hitler! Die Pressestelle des Bannes 136(Iserlohn). Schwerte, 11. Juni. Der Rotkreuztag am gestrigen Sonntag in Schwerte verlief zur vollen Zufriedenheit. Schon am Freitag und Samstag waren die eifrigen Sammler und Sammlerinnen am Werk und verkauften die hübsche Rotkreuzplakette aus Glas. Hierbei hatten sich in den Dienst der Sache gestellt, Mitglieder des Vaterländischen Frauenvereins, die Sanitätskolonne, die SA und SS. Der Erfolg war hervorragend. Am Sonntag traten folgende Vereine auf dem Markt an: NS. Kriegsopferversorgung, Kriegervereine, NS. Frontkämpferbund, Freiw. Feuerwehr und die Sanitätskolonne. Um 11 Uhr marschierte der Zug unter Vorantritt des Musikzuges der Standarte 329 durch die Straßen der Stadt zum neuen Rathaus. Am Rathaus fand ein Festakt statt, die Fahne des Roten Kreuzes wurde gemeinsam mit der Reichs= und Hakenkreuzflagge gehißt. Bürgermeister Dr. Guttmann sprach darauf zu der zahlreichen Festversammlung. Er führte etwa folgendes aus: Wir haben zum heutigen Rotkreuztag die Rotkreuzfahne inmitten der beiden Reichsflaggen gehißt! Seit 70 Jahren begleitet unser deutsches Rotes Kreuz Volk und Vaterland in treuer inniger Verbundenheit in Krieg und Frieden helfend und dienend, wo sich Not zeigt: Wunden heilend, Schmerzen stillend und die Kräfte des Deutschen Volkes aufbauend. So war das Deutsche Rote Kreuz bereits zur Stelle in jenem Kriege 1870/71, welcher unser Volk zum zweiten Reiche einte; und es hat uns in den schweren Jahren des Weltkrieges mit unendlichen Leistungen zur Seite gestanden, dessen Erleben und nach langem Ringen endlich zum Dritten Reich geführt hat. Was sagt uns der Rotkreuztag? Zunächst und vor allem gedenken wir derer, die ihr Leben hingaben für des Vaterlandes Ehre und Erhaltung. Das Rote Kreuz ist zunächst für den Krieg geschaffen und hat während der Kriege und insbesondere während des Weltkrieges seine höchsten Leistungen vollbracht. Die Sanitätsmänner und Schwestern vom Roten Kreuz haben unsere Helden bis in die Kampflinien begleitet, haben den Verwundeten beigestanden und den letzten Blick und Heimatgruß so manchen sterbenden Kriegers entgegengenommen. Darum gedenken wir unserer Helden auch heute im stillen Gebet und tiefen Gelöbnis; der Helden des Krieges sowie jener Helden, welche im besonderen Kampfe für das 3. Reich gefallen sind, zugleich auch jener Sanitätsmänner und Rotkreuzschwestern, welche im treuen, unerschrockenen Helferdienst ihr Leben opferten. Sodann aber erkennen und bekennen wir zum heutigen Tage, daß wir im Deutschen Roten Kreuz ein wichtiger notwendiger Baustein zur nationalsozialistischen Volksgemeinschaft geworden sind und immer sein wollen. Dazu sind uns wichtigste Aufgaben gestellt: Das Deutsche Rote Kreuz ist aufs tiefste verbunden mit dem amtlichen Sanitätsdienst des Heeres und verantwortlich für dessen stete Bereitschaft. Dieser Bereitschaftswille und die Bereitschaftskräfte des Roten Kreuzes werden Tag für Tag dem deutschen Volke zur Verfügung gestellt. Bei außergewöhnlichen Notständen, schweren Unglücksfällen und dergleichen ist das Rote Kreuz zur . i u. te en erfbet Die Aufklärungs= und Ausbildungsarbeit soll weiteste Volkskreise erfassen, damit möglichst jeder deutsche Mann und jede deutsche Frau geschult werde in der ersten Hilfe, um jederzeit in Familie und Nachbarschaft helfen zu können. Dadurch vor allem wird der Geist der Volksgemeinschaft gefördert und gestärkt. Die zahlreichen Einrichtungen, die das deutsche Rote Kreuz in mancherlei Anstalten und Heimen geschaffen hat, stehen dem Aufbau der Volksgesundheit und Volkskraft zur Verfügung. So steht das Rote Kreuz mitten drin im deutschen Volke und dessen Aufbau. Darum wollen wir es lieb haben und jeder Volksgenosse wird es sich gern und freudig zur Pflicht machen, dem roten Kreuz zu helfen, daß es seine großen vaterländischen Aufgaben dauernd erfüllen kann. Treue um Treue! Wir alle aber stehen in diesem Treuegelöbnis zusammen zu Volk, Vaterland und Führer! Danach wurde das Deutschlandlied und das Horst=Wessellied gesungen. Nach der Rede des Bürgerer sters zog man durch die Hohenzollern=, Bahnhofstraße zum Kriegerdenkmal auf dem Adolf=Hitler=Platz. Hier wurde ein Kranz niedergelegt und der Helden, die für Deutschland fielen, in stiller Ehrung gedacht. Nach dieser Heldenehrung gen die Vereine zum Markt zurück, wo sie sich auflösten und in ihre Standquartiere abzogen. Um 12 Uhr setzte sich der traditionelle Kinderfestzug in Bewegung. Vom Senningsweg aus zog dieser Zug über den Adolf=Hitlerplatz die Bahnhofstraße herauf durch die Hohenzollernstraße, Hörder Straße, Hüsingstraße, Brückstraße zum Markt, wo der Zug sich auf löste. Man sah im Zuge entzückende Gruppen. Als erstes kamen die Puppenmütter mit ihren bekränzten Puppen= und=Wagen, dann folgten die kleinen Herren der Schöpfung, tig und sich recht zeigend, auf ihren Rollern und in Autos. Die nächste Gruppe zeigte zwei Märchenwagen mit Elsen, die eine lange Blumenkette trugen. Dann kamen die Vertreter des Handwerks, ein Metzaer, eine Schneider, ein Schumacher und der Schornsteinseger in ihren Zunftkleidern. Putzig anzusehen war der Rattenfänger von Hameln, dem voraus noch einige Gruppen Tiere und Märchengestalten gingen. Ein buntes Bild fröhlicher Kindlichkeit zog an den Augen der zahlreichen Zuschauer vorüber. An der Gestaltung des Kinderfestzuges waren beteiligt die Kindergruppe des Vaterl. Frauenvereins und die Kükengruppe der NS. Frauenschaft. Die Sanitätskolonne betreute die Kleinen und mußte dann und wann auch mal schiebender und helsender Weise eingreifen. Die Standartenkapelle 329 spielte im Kinderschritt „Häuschen klein",„Ein Männlein steht im Walde" und andere hübsche Kinderlieder. Ueber die Abendveranstaltung berichten wir morgen. Siegen- Schwerte Commerausflug der Schwerter Eisenbahner Schwerte, 11. Juni.„Siegen erwartet morgen den Besuch von 800 Eisenbahnern des Eisenbahnvereins Schwerte. Die Gäste werden in einem Sonderzug hier eintreffen und mit Musik abgeholt“, so meldete am Samstag die „Siegener Zeitung“ in einer längeren Notiz. Der Sonderzug brachte in Wirklichkeit aber etwas über 1000 Gäste aus der Ruhrstadt ins Siegerland. Einmal im Jahre sind die Eisenbahner selbst Gäste der Eisenbahn. Der 20 Wagen lange Sonderzug stand früh um 7 Uhr auf dem Schwerter Bahnhof startbereit. Der Vorsitzende des sich durch eine stattliche Mitgliedschaft auszeichnenden Vereins, Reichsbahnamtmann Eucker, konnte auf dem Bahnsteig etwa 900 Gäste begrüßen. Um 7,30 Uhr gab der technische Leiter der Reisegesellschaft, Reichsbahnobersekretär Cöppicus das Zeichen zum Start. Die Eisenbahner=Kapelle unter der Leitung des Kapellmeisters Kersting spielte im Zug:„Muß i denn—“ In Westhofen ein kurzer Aufenthalt. Hier wurden noch etwa 100 Fahrgäste ausgenommen. Dann ging es 7,36 Uhr weiter über Kabel vorbei an der majestätisch liegenden Hohensyburg hinein ins schöne Sauerland. Reichsbahnbauoberinspektor Bote, als genauer Kenner dieser Reisestrecke, erwies sich als der ideale Reiseführer. Antenhundem wurde um 9 Uhr angelaufen. Auf dem Bahnsteig gab die Eisenbahnerkapelle ein Zwei=Minuten=Sonderkonzert, während dessen sich hinten eine Lokomotive anhängte. heute den und morgen vielleicht dich! Der Unfallteufel faßt wahllos sein Opfer. Aus dem Ansteigen der Unfallkurven im Verkehr können wir erkennen, daß wir uns in einem Stadium befinden, wo es unverantwortlich wäre, den Unfallteufel weiter wüten zu lassen. Volksgenossen in der Blüte ihrer Jahre werden vernichtet. Die Zahlen der Opfer halten stand einem Vergleiche mit den Gefallenen einer Schlacht des Weltkrieges. Tapebtan für die Alter Westhofen und Ergste Ungeheuere Verluste an Menschenmaterial. Sachschäden, die in die Milliarden gehen. Hiergegen machen wik Front!!! Die Verkehrs-Erziehungs-Woche findet in der Zeit vom 9. bis 16. Juni 1934 statt. Sie wird unter Führung des Reichsministeriums für Volkswohlfahrt und Propaganda von der Sonderabteilung„Schadenverhütung“ im Amt für Volkswohlfahrt bei der Obersten Leitung der p. O. veranstaltet. Unter dem Motto: „Kampf dem Verkehrsunfall“ gilt es den Gedanken der Selbstzucht und Achtsamkeit hineinzutragen in die breitesten Massen unserer Volksgenossen. „Verkehrsdisziplin ist Pflicht", so lautet der Titel der Broschüre zum Preise von 10 Rpf., die anläßlich der Verkehrs=ErziehungsWoche der Förderung der Sicherheit dient. Die Verkehrsregeln müssen unbedingt von allen beachtet werden. Keiner darf sich als Herr der Straße fühlen. Gegenseitige Rücksichtnahme wird dazu beitragen, dem Unfallteufel das Handwerk zu legen. Erst dann, wenn alle Menschen auf der Straße die nötige Vorsicht walten lassen, werden ihre Gefahren abnehmen. Wieviele Unfälle sind durch Unkenntnis der Verkehrsbestimmungen hervorgerufen worden. Diese in Zukunft zu vermeiden, ist der Zweck des lehrreichen und interessanten Hefichens: „Verkehrsdisziplin ist Pflicht!“. Mit zwei Lokomotiven wurde dann die Steigung 1:72 genommen. Im 30 Kilometer= tempo ging es bis zur Wasserscheise Ruhr— Rhein bei Welschenennest. Die schiebende Lokomotive löste sich aus und blieb automatisch zurück. Durch den 800= MeterTunnel schoß der Zug bergab. Pünktlich 9.46 Uhr wurde Siegen erreicht. Die Fahrgäste formierten sich zu einem stattlichen Zuge, und unter Vorantritt der Kapelle rückten die Schwerter in die Bergstadt ein. Sie trafen eine festlich gestimmte Stadt an, da hier neben dem Rotkreuztag noch ein Saartag war. Zweihundert Sänger von der Saar weilten hier. Alle Straßen trugen reichen Flaggenschmuck. Die Schwerter marschierten zum Schützenhaus„Eintracht“. Im Garten wurde der Morgenkäffee eingenommen. Auf der 20 Meter langen Tanzfläche betrieben die ersten Tanzlustigen Morgengymnastik unter strahlender Sonne und unter den rhythmischen Klängen der Eisenbahnerkapelle. Von der„Eintracht“ unternahmen die Schwerter kleine und größere Ausflüge in die an Eisen= und Kupfererzen reiche Landschaft des Siegerlandes. Ungefähr 300 begaben sich ins Stadtinnere und besichtigten das untere Schloß mit der Fürstengruft und das aus dem Jahre 1224 stammende obere Schloß. Hier wurde das große Heimatmuseum, das in 35 Räumen untergebracht ist, besichtigt. Und in manchem Schwerter Heimatfreund stieg der Wunsch auf, daß doch in Schwerte das ganze alte Rathaus dem Ruhrtalmuseum zur Verfügung stehen möge, damit man auch in Schwerte das Heimatmuseum ausbauen könne. Das Arbeitsamt soll ja wohl auch in nächster Zeit in anderen Räumen untergebracht werden. Im Siegener Museum erregte besonderes Interesse die Eisenbahn=Sonderausstellung, die zu Ehrung der Schwerter veranstaltet worden war. Viel beachtet wurden auch die Bilder von und nach Rubens.(Siegen ist bekanntlich der Geburtsort dieses großen Malers, 1577). Interesse erweckte auch die Geschichte des Hauses Nassau, die kirchliche Kunst und die Schau der Bergindustrie. Man sah über ein Dutzend im Stile der Zeit ausgestattete Zimmer. Die Führung war ausgezeichnet. Neben dem ragenden Turm der Nicolaikirche, wurde der„dicke Turm“ des unteren Schlosses, der aus einem Felsen herauswächst und sich über die Schieferdächer der Altstadt reckt, als besonderes Wahrzeichen der Stadt betrachtet. Wundervoll altertümlich sah die Metzgerstraße mit der Marienkirche aus. Um 3 Uhr hatten die Schwerter Gelegenheit, den großen Festumzug für die Saarkundgebung, der sich vom oberen Schlosse aus durch die ganze Stadt bis zur„Eintracht" bewegte, sich anzusehen. Zu bewundern war hier die verwirklichte Volksgemeinschaft. Die Spitze bildete die SA. mit ihrem Musikzug und dem großen von einem Riesen getragenen Schellenbaum, es folgten die 200 Saarsänger, dann sah man einen weiteren Sturm SA. Dann folgten ungefähr 60 Männer=Gesang=Vereine mit Fahnen, die Kriegervereine mit Fahnen, ein Zug SS., die BDA=Jugend, ein SS=Musikzug und die Deutsche Arbeitsfront, ebenfalls mit Fahnen. In Sechserreihen wurde marschiert. Ein erhebendes Bild. Leider erwies sich die„Eintracht" als viel zu klein, sodaß es den Schwertern unmöglich war, am Nachmittag das Standquartier wieder aufzusuchen. Alle die Kaffeedurst hatten, erlebten eine Täuschung. Denn in keinem Lokal gab es eine anstädige Tasse Kaffee. Das lag wohl am eisenhaltigen Wasser. Auch der Mokka hatte einen eigenartigen Beigeschmack. Das Bier dagegen war sehr süffig. Auffällig war auch noch, daß fast alle Lokale in Siegen, so einladend sie von außen wirkten, renovierungsbedürftig sind. Da erlebte man es, daß auf dem Sofa die Gedärme, Roßhaar u. Sprungsedern, herausquollen. Die Bevölkerung des schönen Siegerlandes gab auf alle Anfragen bereitwilligst Auskunft. Das Gros der Ausflügler fand gegen 6 Uhr ein Standquartier, in dem die Kapelle zum Tanz ausspielte. Um 8 Uhr wurde die Heimfahrt angetreten. Die Stimmung war bis zum Schluß ausgezeichnet. Das lag am Wetter, an der Führung und an den Eisenbahnern selbst, die nun einmal, um mit Klaus Stüwen zu reden,„ein Stück Himmelblau“ im Herzen haben. ecke. Westhofen, 11. Juni. Jungmütterkreis. Am Dienstag, den 12. Juni, hält der Westhofener Jungmütterkreis eine Zusammenkunft ab.— Die Frauenhilfe hat eine Versammlung am Mittwoch, den 13. Juni, im Gemeindehause. Westhofen, 11. Juni. Ergebnisse der Schweinezählung. Nach der am 4. dieses Monats stattgefundenen Schweinezählung werden in der Stadt Westhofen in 132(59) Haushaltungen insgesamt 258(158) Schweine gehalten. In den Monaten März bis Mai 1934 wurden hier 18 Kälber geboren. Die eingeklammerten Zahlen sind die Ergebnisse der Schweinezählung vom 5. März 1934. Die in den drei Monaten eingetretene große Veränderung ist darauf zurückzuführen, daß durch die Winterschlachtungen am 5. März der Schweinebestand sehr herabgemindert war, inzwischen für die neue Mästung(Hausschlachtungen) aber wieder ergänzt worden ist. * Ergste, 8. Juni. Nationalsozialismus der Tat. Der Ortsgruppenleiter der Ortsgruppenleiter der Ortsgruppe Ergste der NSDAP. sendet uns folgende Berichtigung für den vor einigen Tagen unter diesem Titel erschienenen Artikel:„Der landwirtschaftliche Besitz der Witwe S. von hier, der durch langjährige Mißwirtschaft bis an den Rand des Ruins gebracht worden ist, wurde nunmehr durch die Initiative einiger Bauern aus hiesiger Gemeinde vor dem Untergang gerettet. Der Kotten, welcher etwa 17 Morgen Kulturland umfaßt, ist, da der Besitzerin die nötigen Mittel zur Bestellung des Ackers fehlten, zunächst ohne Entschädigung bearbeitet und bestellt worden. Der Bauer Th. von hier hat z. B. 2½ Morgen mit Hafer bestellt, außerdem Kunstdünger gekauft und diesen auf ein 3 Morgen großes Roggenfeld gestreut. Ebenfalls hat der Bauer 1. die Verarbeitung einiger Stücke vorgenommen. Bauer H. hat ein etwa 2½ Morgen großes Stück Land mit eigenen Pflanzkartoffeln bestellt. Durch diese Maßnahme ist es der Besitzerin ermöglicht worden, ihren Kotten, den sie sonst nicht hätte halten können, zu erhalten. Mit dem Ertrage aus der Ernte sollen zunächst die fälligen Zinsen gezahlt und die nötigen Reparaturen an dem Wohnhause ausgeführt werden. Die ebengenannten Bauern haben durch dieses Vorgehen ihre Berufskollegialität durch die Tat bewiesen und gleichzeitig gezeigt, daß sie wirkliche Nationalsozialisten sind.“ Mitglieder=Versammlung der N. S. 9.A.P. in Holzen Holzen, 11. Juni. Die nach einer längeren Pause von der Orksgruppe Holzen der NSDAP. im Lokale Schmidt einberufene Mitgliederversommlung, zu der neben der gesamten politischen Leitung auch die Führung der SA und NS. Volkswohlfahrt erschienen war, stand ganz im Zeichen der Rede des Ortsgruppenleiters Pg. Breuker. Pg. Althoff eröffnete die Versammlung und erteilte dem Redner des Abends das Wort. Einleitend führte Pg. Breuker aus, daß jetzt, nachdem der Nationalsozialismus so gewaltige Erfolge auf allen Gebieten zu verzeichnen habe, keine Lauheit und Gleichgültigkeit aufkommen dürfe. Ueberall im Reich ist der Kampf gegen Nörgler und Miesmacher entbrannt. Gesunde, aufbauende Kritik lassen wir uns wohl gefallen. Jene Besserwisser aber, die alles niederreißen wollen, die nur der Kritik und der Nörgelei wegen da sind, jene Miesmacher und Kritikaster werden wir zu treffen wissen, wo immer sie sich befinden. Diese Leute soll man auf der Stelle festnehmen und der Polizei zuführen. Sie können keine besseren Wege angeben, sie murren darüber, daß sie im neuen Reich nicht genug verdienen können, daß sie für die notleidenden Volksgenossen noch einen Opferpfennig geben sollen. Diese Herrschaften vergessen ganz, wie es noch vor 2 Jahren in Deutschland aussah, wo eine Korruption die andere jagte, wo Unterschlagung und Untreue an der Taßsesordnung waren. Niemals betrachten sie das große Ganze, die großen Ziele, die sich Adolf Hitler gesteckt hat. Sie vergessen, daß die Erwerbslosenzahl von 7 und 8 Millionen auf 2½ Millionen vermindert wurde. Sie treten nicht offen auf, sondern von hinten herum suchen sie das Gift ihrer Kritik im Volk zu verbreiten und Unruhe zu stiften. Der SAMann ist der Garant des Dritten Reiches, er muß dafür sorgen, daß diesen Leuten ihr Handwerk gelegt wird. Im Verein mit dem politischen Leiter muß er immer wieder aufklärend wirken. Gerade bei der SA und den alten Vorkämpfern des Dritten Reiches findet man den Heroismus, den wir so notwendig brauchen. Der deutsche Gruß ist„Heil Hitler!", aber es gibt schon eine Sorte von Menschen, die nur„Heil!“ rufen können. Man kann darunter alles verstehen. Man kann sich denken„Heil Moskau!" oder„Heil SPD.!“. Man sollte annehmen, diese Leute hätten allen Grund, klar und deutlich„Heil Hitler!" zu grüßen. Wir lassen uns unseren Kampfruf, der uns von Sieg zu Sieg geführt hat, nicht nehmen. Es liegt an uns, dies nach außen hin immer wieder zu zeigen. Der Redner berührte kurz das Rasseprinzip des Nationalsozialismus und kam dann auf die Außenpolitik zu sprechen. Der Völkerbund ist ein Debattierklub geworden. Schon lange streitet man sich um die Abrüstung, statt, dessen rüsten die Großmächte immer mehr auf. Das internationale Judentum sucht die Ausfuhr deutscher Waren mit allen Mitteln zu verhindern. Wir werden uns nicht daran stören. Ganz abgesehen davon, daß Deutschland schon heute in der Lage ist, sich von den Erzeugnissen des eigenen Landes zu ernähren, wird die deutsche Ware bald wieder ihren Siegeszug in die Welt antreten. Kein Land kann auf die Dauer ohne Deutschland existieren. Mit einer Reihe von Staaten hat Deutschland bereits Handelsverträge abgeschlossen, andere werden folgen. Auch in Oesterreich wird sich bald ein Wandel vollziehen. Der Nationalsozialismus kämpft dort einen heroischen Kampf. 1935 wird das Saargebiet zum Reich zurückkehren, mögen auch die Emigranten hetzen und versuchen, die notwendige Entwicklung durch ihre Wühlarbeit aufzuhalten. Habt Geduld und Ausdauer! Wenn wir zusammenhalten und treu zum Führer stehen, jeder an seinem Platze, dann werden wir die großen Aufgaben auch zur Durchführung bringen, die wir zur restlosen Verwirklichung des Dritten Reiches zu erfüllen haben. Pg. Althoff dankte dem Redner für seine Ausführungen und forderte, anknüpfend an einen Ausspruch der Königin Luise, die Erschienenen auf, jetzt nicht auf den Lorbeeren auszuruhen, sondern weiter zu kämpfen im Sinne unseres Führers. Es wurde bekannt gegeben, daß am 15. Juni Rechtsanwalt Pg. Bur=Hörde in einer großen, öffentlichen Volksversammlung bei Pg. sang sprechen wird. Deutsche Männer! Deutsche Frauen! Deutsche Jugend! Millionen Deutscher können nicht schwimmen und versagen sich dadurch eine Erholung, die Körper und Seele in gleicher Weise stählt. Abertausende wollen schwimmen und rufen vergeblich nach Schwimmgelegenheit am Ort. Tausende von Nichtschwimmern ertrinken jährlich, weil im Falle der Gefahr hilflose Zuschauer nicht retten können. vom 7-24. Juni1934 Juduu SSuitlon ein Iihgimmur uin Rulluu: B ie de eithele Geritruasschaft. Schoimme dchter! Im nationalsozialistischen Staat muß das anders werden! Wertvolle Volkskraft darf nicht mehr ohne Not aufs Spiel gesetzt werden! In einem einzigartigen Vorstoß ins Lager der Nichtschwimmer wird die Reichs=Schwimm=Woche in geschlossenem Einsatz alle Gliederungen und Formationen der Nation mobilisieren und jeden Volksgenossen vor die Forderung stellen: „Lerne schwimmen, übe dich im Retten, kämpfe mit uns gegen den nassen Tod, setze dich dafür ein, daß überall Schwimm=Anlagen geschaffen werden, hilf uns bei der Aufklärungsarbeit!“ Die offizielle Aufklärungsschrift zur ReichsSchwimm=Woche:„Schwimme richtig!", Lehrmittel und Schwimmfibel zugleich, gibt dem Nichtschwimmer die theoretische Grundlage, dem Schwimmer und Retter Gelegenheit, sein Können zu überprüfen. In allen Orten werden die Ortsausschüsse der Reichs=Schwimm-Woche zu einer Kundgebung aufrufen, die jeden angeht, der sich einsetzt für ein kräftiges, gesundes und zielbewußtes Geschlecht, bei dem die Forderung erfüllt sein wird: „Schmimmen muß Volksbrauch werden! 91 Sab Westauh Zuchthaus für Jahrraddiebe Etwa 60 Fahrräder in einem Jahr gestohlen Münster. Der Vater Pollakowski hatte seine Familie in Stich gelassen; seine Kinder waren noch schulpflichtig und lungerten in Dortmund herum, ohne Erziehung und später ohne Arbeit. Hier und da verdienten sie sich einige Mark und schließlich wurden die Kinder, jetzt erwachsene Jungen, in das Heer der Arbeitslosen eingereiht. In diesen Jahren verschafften sich Konrad und Paul P. ihren Unterhalt durch Stehlen, und da ihnen vorher versagt geblieben war, eine Facharbeit zu erlernen, erlernten sie jetzt, gewiegte Fahrraddiebe zu werden, die erst nach langer erfolgreicher Tätigkeit zur Strecke gebracht wurden. Es war an einem frühen Morgen, Konrad und Karl hatten wieder einmal Münster heimgesucht, als sie auf der Landstraße nach Hamm von einem Beamten angehalten wurden. Bei sich führten die beiden vier Räder, die samt und sonders in der Nacht vorher aus Häusern auf der FritzPütter-Straße gestohlen waren. Nach anfänglichem Leugnen legten die beiden vor der Kriminalpolizei in Münster ein aufklärendes Geständnis ab. Konrad gestand, daß er in einem Jahr etwa 60 bis 70 Räder in Münster gestohlen hatte, und zwar immer aus Häusern der Stadtrandstraßen. Kriminalsekretär Karthaus suchte mit Konrad alle Tatorte auf und verfolgte dann die Spuren der gestohlenen Räder bis nach Dortmund, wo sie durchschnittlich zum Preise von 15 Mark in die Hände des Mathias Schmitz gelangten. Konrad gab weiter zu, daß er auch in Ahlen etwa 15 Räder stahl und daß oft sein Bruder Karl, manchmal auch andere Dortmunder Freunde, mit ihm die Diebestour nach Münster machten. Zwei dieser Dortmunder Freunde standen zusammen mit den beiden Brüdern Konrad und Karl Pollakowski vor der Großen Strafkammer in Münster. Nach dem Vorleben der Angeklagten und wegen des großen Umfanges der Diebereien kamen nur hohe Strafen für die Angeklagten in Frage. Die Große Strafkammer in Münster verurteilte Konrad P., als den Haupttäter, zu vier Jahren Zuchthaus, Karl P. zu zwei Jahren und sechs Monaten Zuchthaus und erkannte bei beiden auf den Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren. Die beiden Dortmunder Freunde des Konrad P. kamen mit je einem Jahr Gefängnis davon. Die beiden letzteren nahmen die Strafe an, die beiden Brüder Konrad und Karl P. weigerten sich, auf Rechtsmittel zu verzichten.— Alle vier Verurteilten wurden sofort dem Gerichtsgefängnis zugeführt. Die Bluktat in Münster Münster. Um die Todesursachen feststellen zu können und zur Untersuchung der Schußverletzungen fand die gerichtsärztliche Obduktion der Brüder Lichterbeck, die in der Wirtschaft Lichterbeck niedergeschossen worden sind, statt. Ein amtlicher Bericht über den Obduktionsbefund liegt noch nicht vor. Die beiden Pistolen und die bis jetzt aufgefundenen Hülsen sind einem Sachverständigen zugesandt worden, der feststellen soll, ob aus beiden Pistolen geschossen worden ist. Man glaubt, daß mehr Schüsse abgegeben worden sind, als Hülsen aufgefunden wurden. Nach den bisherigen Feststellungen scheint es auch zu einem Kampf zwischen einem der Gebrüder Lichterbeck und den Mordgesellen gekommen zu sein. Die Leiche Karl Lichterbecks, des Bruders des Wirts, wies schwere Schußverletzungen und auch Hautabschürfungen im Gesicht auf, die zu dieser Vermutung berechtigen. Es bleibt abzuwarten, ob Anklage wegen Mordes erhoben werden wird. Von Gesteinsmassen verschüttet und tot geborgen Witten. Auf der Eisenerzgrube Eupel bei Niederhövel geriet der Bergmann Josef Otto aus dem benachbarten Selbach unter hereinbrechende Gesteinsmassen und konnte trotz sofort einsetzender Rettungsarbeiten nur noch als Leiche geborgen werden. Der auf so tragische Weise ums Leben Gekommene war der einzige Ernährer seiner alten Mutter. Motorradfahrer rast gegen Straßenmast Duisburg. Ein schweres Motorradunglück ereignete sich auf der Johann=Broweleit=Straße in Quisburg=Hamborn. Ein auswärtiger Motorradfahrer prallte mit derartiger Wucht gegen einen Straßenmast, daß sowohl der Führer wie der Beifahrer einen Schädelbruch und andere Verletzungen davontrugen. Der Vorarbeiter Ernst Haferkamp aus Sterkrade starb kurz nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus, während der aus Oberhausen stammende Beifahrer in bedenklichem Zustande darniederliegt. 37 Personen wegen Schmuggels angeklagt Nordhorn(Grafschaft Bentheim). Im Bezirk des Nordhorner Hauptzollamtes wurden im Monat Mai an Schmuggelgut beschlagnahmt: rund 251 Stück Zigarren und Zigaretten, 2 Klgr. feingeschnittener Rauchtabak, 4 Klgr. Kaffee, 0,2 Klg. Tee, 215 Klgr. Getreide und Müllereierzeugnisse, 90 Klgr. Kunstdünger sowie kleinere Mengen an Nahrungsmitteln und Gebrauchsgegenständen. Gegen 37 Personen ist das Strafverfahren eingeleitet. Straßensperrung im Kreis Büsseldorf=Meitmann Düsseldorf. Der Landrat des Kreises Düsseldorf=Mettmann erläßt folgende polizeiliche AnWusno.. u..# 8—-80 1. Die Provinzialstraße Rgtingeng=#gisets: werth wird wegen Ausführung dringender Gleisund Wegebefestigungsarbeiten am Eisenbahnübergang des Bahnhofs Kalkum am 13. 6. 34 von 0,00 bis 17 Uhr für den gesamten Fahrzeugverkehr gesperrt. Umleitung: Von Ratingen nach Kaiserswerth über Lintorf, Angermund, Kalkum, in umgekehrter Richtung über dieselbe Strecke..„, JIu Jermuns 2. Der Kommunalweg Kalkum—Angermund wird wegen Ausführung dringender Gleis= und Wegebefestigungsarbeiten am Eisenbahnübergang des Haltepunktes Angermund am 14. 6. 34 von 0.00 bis 17 Uhr für den gesamten Fahrzeugverkehr gesperrt. Umleitung: Von Kalkum nach Angermund über Provinzialstraße nach Ratingen, Lintorf; in umgekehrter Richtung über dieselbe Strecke.. I 1a— 3. Die Ratherstraße in Ratingen wird wegen Ausführung von Gleisarbeiten am Eisenbahnübergang Rather Straße der Strecke RatingenWest—Düsseldorf am 1. Juni 1934 von 6—16 Uhr für den gesamten Fahrzeugverkehr gesperrt. Umleitung: Von Ratingen nach Düsseldorf=Unterrath über Sandstraße, Kaiserwerther Straße, Kalkumer Straße, Broichstraße; in umgekehrter Richtung über dieselbe Strecke. Sperrung und Umleitung sind durch entsprechende Schilder kenntlich gemacht.— Zuwiderhandlungen gegen diese polizeiliche Anordnung werden auf Grund des§ 47 der obengenannten Straßenverkehrsordnung mit Geldstrafe bis zu 150 Mark oder entsprechender Haft bestraft. Ausstellung rheinischer Gartenarchitekten Düsseldorf. Eine Fülle von Anregungen für das gartenfreudige Publikum bietet die Sonderschau, welche der Düsseldorfer Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Hindenburgwall 42, in der Zeit vom 10. Juni bis 8. Juli d. J. in seinen Räumen veranstaltet.— Der Kunstverein ist hier aus seinem üblichen Rahmen herausgetreten und hat die sehr dankenswerte Aufgabe übernommen, nicht nur in Form einer reinen Plan= und Modellschau, sondern auch durch praktische Beispiele jedem Gartenfreund neue Anregungen für die Einrichtung und Auswertung seines ihm zur Verfügung stehenden Freiluftraumes zu geben. Der Düsseldorfer Gartenarchitekt Oswald Woelke zeigt durch die Anlage eines reizvollen Steingartens mit auserlesenem Pflanzenmaterial, wie man auch im kleinen Raum viele Gartenfreuden erleben kann.— In der Plan= und Modellschau ist einer Gruppe rheinischer Gartenarchitekten Gelegenheit gegeben, in geschickt ausgewählten Proben ihrer erfolgreichen Tätigkeit einen Gesamtüberblick über das Schaffensgebiet des heutigen Garten- und Landschaftsarchitekten zu geben. fahren und zur Erde geschleudert. Sie stürzte so unglücklich, daß sie einen Schädelbruch und eine schwere Gehirnerschütterung davontrug. Ihr Zustand ist hoffnungslos. Schwerer Einbruchsdiebstahl Köln. Ein schwerer Einbruchsdiebstahl wurde in der vergangenen Nacht in einem Schreibwarengeschäft ausgeführt. Den unerkannt entkommenen Tätern fielen 5 komplette Reiseschreibmaschinen in die Hände.— Einbrecher, die in der gleichen Nacht in eine Wirtschaft in der Zwirnerstraße eingedrungen waren, wurden von dem Wirt im Lokal gestellt. Die dreisten Burschen bedrohten sofort den Wirt mit einem Revolver, wodurch es ihnen gelang, die Flucht zu ergreifen und unerkannt zu entkommen. Barzahlung im Kartoffelhandel Köln. Der Gebietsbeauftragte für die Regelung des Absatzes von Frühkartoffeln in Rheinland und Westfalen teilt mit: Durch die Anordnungen, die der Reichsbeauftragte für Frühkartoffeln aufgrund der Verordnungen des Reichsernährungsministers vom 17. 2. 1934 und der Anordnung des Reichsnährstandes vom 10. 4. 1934 erlassen hat, muß der Kartoffelhandel beim Bezug die Ware bar bezahlen. Es ergeht deshalb auch die Aufforderung an die Verbraucher, im Interesse der Gesundung der Wirtschaft beim Einkauf von Kartoffeln ihre Kartoffelhändler ebenfalls bar zu bezahlen. Dreister Betrüger hinter Schloß und Riegel Köln. In der Nähe der Riehler Radrennbahn konnte am Donnerstagnachmittag ein von der hiesigen Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei schon lange gesuchter Betrüger festgenommen werden, der in der letzten Zeit in Rheinland und Westfalen sein Unwesen getrieben hat. Eine Reihe von Gasthofbesitzern schädigte der Festgenommene dadurch, daß er ihnen die ZechLogiskosten schuldig blieb, bei anderen Geschäftsleuten machte er große Warenbestellungen, um auf schnellstem Wege die gelieferte Ware zu verschleppen, ohne natürlich die Lieferanten zu bezahlen. Bei Verübung seiner Betrügereien benutzte er dazu noch Kraftwagen, deren Fahrer er um die Fahrtkosten prellte. Um seine Betrügereien besser durchführen zu können, bediente sich der Mann der holländischen Sprache und gab sich als holländischer Großkaufmann aus. Der Festgenommene hat wegen fortgesetzten Betruges im Rückfall mit einer hohen Freiheitsstrafe zu rechnen und wird auch wohl kaum an der Sicherungsverwahrung vorbeikommen. Wahrsagen verbeten Köln. Der Regierungspräsident von Köln hat jetzt eine bemerkenswerte Polizeiverordnung betreffend das Wahrsagen erlassen. Danach ist für den Umfang des Regierungsbezirks Köln das entgeltliche Wahrsagen, die öffentliche Ankündigung entgeltlichen oder nicht entgeltlichen Wahrsagens, sowie der Handel mit Druckschriften, die sich mit Wahrsagen befassen, verboten. Entgeltliches Wahrsagen liegt auch dann vor, wenn zwar kein Entgelt gefordert, jedoch angenommen wird. Wie der§ 2 der Verordnung weiter besagt, gilt als Wahrsagen im Sinne der Polizeiverordnung das Wahrsagen künftiger, gegenwärtiger und vergangener Tatsachen und Ereignisse, sofern ihre Kenntnis außerhalb des natürlichen Erkenntnisvermögens zu gewinnen versucht wird. Hierzu gehört insbesondere das sogenannte Kartenlegen, das Stellen des Horoskops, die Sterndeuterei und die Zeichen= und Traumdeutung. Die Deutung des Charakters aus der Handschrift auf anerkannt wissenschaftlicher Grundlage gilt nicht als Wahrsagen im Sinne dieser Polizeiverordnung. Für den Fall der Nichtbefolgung der mit dem 1. Juni d. J. in Kraft getretenen Polizeiverordnung wird die Festsetzung eines Zwangsgeldes in Höhe bis zu 50 RM., im Nichtbeitreibungsfalle die Festsetzung von Zwangshaft bis zu einer Woche angedroht. Opfer des Verkehrs Köln. An der Straßenkreuzung Vollerstraße und Weichserhof stießen ein Motorrad und ein Personenkraftwagen zusammen, wobei der Führer des Motorrades und sein Beifahrer erheblich verletzt wurden, so daß sie dem Krankenhaus zugeführt werden mußten. Eine auf dem Bürgersteig stehende Frau wurde bei dem menstoß noch von dem Motorrad erfaßt und zur Erde geschleudert. Sie trug innere Verletzungen ppon. L.pgrücksfall trug sich weiter auf Ein schwerer Unglugsfau trug sich weiter auf dem Weidenbach zu, wo ein Radfahrer noch im letzten Moment vor einer herannahenden Straßenbahn die Straße überqueren wollte. Dabei wurde der unvorsichtige Fahrer von dem Triebwagen erfaßt und zu Boden geschleudert. Der Arzt stellte bei dem Verunglückten schwere innere Verletzungen fest, die die sofortige Ueberführung ins Krankenhaus erforderlich machten. Beim Ueberschreiten der Straße„An der Eiche" wurde eine Frau von einem Radfahrer angeEingliederung des Deutschen Feldpostbundes in den Deutschen Reichskriegerbund„Kyffhäuser“ Köln. Der 19 Bezirksgruppen umfassende Deutsche Feldpostbund hat auf Grund der Richtlinien für die Aufnahme von Verbänden ehemaliger Soldaten in den„Kyffhäuser"=Bund seine Aufnahme in den Bund beantragt. Diesem Ersuchen wurde stattgegeben. Wegen Kindesmißhandlung zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt Andernach. Vor dem hiesigen Amtsgericht wurde am Samstag ein besonders krasser Fall von Kindesmißhandlung verhandelt. Unter Anklage stand die Ehefrau des Einwohners Hentrich, die jahrelang in brutalster Weise ein Adoptivkind aus der ersten Ehe ihres Mannes gequält und mißhandelt hat. Schläge mit dem Stocheisen, mit Holzlöffeln, Wäscheknüppel usw. mußte das bedauernswerte Kind, das bei ihrer ersten Pflegemutter auf das liebevollste aufgenommen worden war, faß täglich über sich ergehen lassen. Sechs Jahre war das Kind alt, als nach dem Tode der Ziehmutter der vater die Ehe mit der Angeklagten einging. Mit 7 Jahren kam das Kind in ein Heim nach Köln, kehrte aber vor zwei Jahren mit Erreichung des 14. Lebensjahres wieder zu seinen Adoptiv= eltern zurück. Sogleich mußte das bedauernswerte Geschöpf wieder erneut die Mißhandlungen der unmenschlichen Frau über sich ergehen lassen, so daß es mehrmals aus Furcht vor der, Pflegemutter sich wieder in das Kölner Heim flüchtete. Mehrer Zeugen schilderten in der Verhandlung das Martyrium des Kindes und des zahlreich anwesenden Publikums bemächtigte sich eine derartige Eregung, daß der Vorsitzende mehrfach wegen der dauernden Unruhe im Saal die Räumung ankündigen mußte. Die Angeklagte ihr Verhalten damit zu rechtfertigen, daß das Kind, als es sieben Jahre alt war, einmal versucht habe, ihr eigenes, zweijähriges Kind mit einer Sicherheitsnadel umzubringen. Durch Zeugenaussagen konnte aber auch diese Behauptung bald entkräftet werden. Das Gericht verhängte gegen die Angeklagte eine Gefängnisstrafe von einem Jahr. Raubmord nach zehn Jahren aufgeklärt? Appeldorn(Kr. Kleve). Vor etwa 10 Jahren wurde in dem benachbarten Kehrum die allein wohnende, hoch betagte Johanna Ophorst das Opfer eines schweren Raubüberfalles, der bei Nacht von unerkannten Tätern ausgeführt wurde. Die alte Frau wurde mit einem Beil derart schwer mißhandelt, daß sie nach Jahresfrist an den Folgen dieser unmenschlichen Verletzungen starb. Nach der Tat raubten die Banditen neben einer beträchtlichen Summe Bargeld was sie nur irgendwie sonst noch verwerten konnten. Zehn Jahre hat nun ein geheimnisvoller Schleier diese furchtbare Tat umwoben, bis es jetzt endlich in Mörs gelang, zwei sonen zu fassen, die vermutlich als Täter in Frage kommen. Die polizeilichen Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Kriegergräberfahrten von Trier aus Trier. Am Freitag lief die erste planmäßige Kriegergräberfahrt des Volksbundes für Kriegsgräberfürsorge von Trier aus nach Frankreich, nachdem im Mai verschiedene„Erkundungsfahrten“ zur vollen Zufriedenheit der Teilnehmer ausfielen. Mittwoch bis Freitag dieser Woche findet eine dreitägige Fahrt in Richtung ArrasPeronne statt. An diesen Fahrten beteiligen sich Angehörige von deutschen Gefallenen aus allen Teilen des Reiches. Die Anmeldungen sind in Trier so zahlreich eingelaufen, daß das gesamte für 1934 vorgesehene Fahrtenprogramm durchgeführt und vielleicht noch erweitert werden muß. 72. Hauptversammlung des Vereins deutscher Ingenieure— 2. Tag Trier. Der zweite Tag der 72. Hauptversammlung des BOI in Trier stand, ganz im Zeichen der Fachsitzungen und wissenschaftlichen Ausschüsse. Im Landesmuseum fand am Samstagmorgen als erste Arbeitstagung eine Sitzung der Fachabteilung„Technikgeschichte" statt, die sich im Hinblick auf den Tagungsort mit der Technik der Römerzeit beschäftigte. Den Vorsitz führte Prof. Dr. Hertwig=Berlin; es sprachen über das Thema„Städtebau an den Rändern des römischen Weltreiches" Prof. Krencker(Berlin) sowie über das Thema„Ausgrabungen und Funde in der Stadt Trier" Prof. Dr. Krüger, der Leiter des Provinzialmuseums Trier. Beide Redner schilderten in eingehender Weise die technischen Großtaten der Römer und verstanden es glänzend, die Zuhörer mit interessanten Einblicken in die Ergebnisse wissenschaftlich vielseitiger Ausgrabungen deutscher und internationaler Kommissionen einzuführen. Während der Beratungen des Vorstandsrates fanden gleichzeitig im Zivilkasino zwei überaus stark besuchte Fachsitzungen statt, von denen die eine das Gebiet der Schweißtechnik und die andere das der Weinbautechnik behandelte. In der Fachsitzung Schweißtechnik sprachen Marinebaurat Küchler(Wilhelmshaven) über den Stand und die Entwicklung der Zusatzwerkstosse, Dr. Ammann(Essen) über„Anwendung der Auftragsschweißung von Hartmetallen auf Arbeitsstücke und Werkzeuge", Ministerialrat Hubrig (Berlin) über„Einwirkung der neuzeitlichen Schweißtechnik auf die Gestaltung und die Werkstoffwahl von Straßenfahrzeugen" und Oberingenieur Hoffmann(Berlin) über„Anwendung der Schweißtechnik bei Verwendung nicht rostenden Stahls". Die Fachsitzung„Technik im Weinbau“ stand unter dem Vorsitz des Präsidenten der Industrie= und Handelskammer Trier, Duhr. Arbeit für 100 Volksgenossen Weidenau. Wie wir erfahren, wird das den Vereinigten Stahlwerken angeschlossene Weidenauer Walzwerk(früher Hesse u. Schulte) wieder in Betrieb genommen werden. Die Vorarbeiten hierfür werden schon seit einigen Tagen lebhaft betrieben, so daß mit dem Beginn der Arbeiten schon in etwa 14 Tagen zu rechnen ist. Durch die Wiederinbetriebnahme werden etwa 100 Volksgenossen Arbeit und Brot erhalten. 1 Jahr Zuchthaus und Entmannung Wetzlar. Das Schöffengericht Wetzlar wandte in einer außerordentlichen Sitzung zum ersten Male in seinem Gebiet das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses an. Ein junger Mann aus Braunsfeld, der schon wiederholt wegen unsittlichen Verhaltens bestraft worden ist, hatte sich im Januar in der Nähe seines Wohnortes wieder ein derartiges Vergehen zuschulden kommen lassen. Das Gericht erkannte gegen ihn auf eine Zuchthausstrafe von einem Jahr und ordnete außerdem die Entmannung an. Der Verurteilte wurde sofort nach Urteilsverkündung in Haft genommen. Ein Mäusebussard bebrütet Hühnereier. Cleeber(Kr. Wetzlar). Daß Hühner, Gänse und Enten Hühnereier bebrüten, ist keine seltene Erscheinung. Daß aber ein Mäusebussard Hühnereier bebrütet, dürfte wohl ziemlich einzig dastehen. Ein junger Mann kam hier auf den Gedanken, einem Mäusebussard die grünlichen, buntgefleckten Eier aus dem Horst durch Hühneueier zu ersetzen. Nach längerem Beobachten stellte er fest, daß das Pärchen die Hühnereier angenommen hatte und ausbrütete. Für Aetzung hatte das Bussardvärchen reichlich gesorgt: zwei Spitzmäuse, eine Wasserratte, eine Blindschleiche, ein Maulwurf und ein junger Hase waren als Vorrat herbeigeschafft worden. Die beiden ausgebrüteten jungen Hühnchen waren trotz dieser reichlich dargebotenen Nahrung allerdings dem Verhungern näher als dem Aufwachsen. Sie wurden noch rechtzeitig zu einer anderen Kükenschar gebracht und fühlen sich in ihrer naturgegebenen Umgebung heute ganz wohl. Bei Reparaturarbeiten auf der Grube verunglückt Kohlscheid. In der Nacht zum Freitag kam auf der Grube„Laurweg“ der Reparaturschlosser Nietritz aus Kohlscheid ums Leben. Er war bei Reparaturarbeiten im Abzugsschacht der Brikettanlage beschäftigt, als er plötzlich hinunterstürzte. Der Verunglückte konnte nur noch als Leiche geborgen werden. Er ist verheiratet und Vater eines Kindes. 1. „Also, was hast du auf dem Herzen, Gretel?“ Frau Grete wird unter dem forschenden Blick des Gatten rot wie ein junges Mädchen. Achtzehn Jahre ist sie schon mit Kari von Große, dem jetzigen Chef der Firma Bolle& Co., verheiratet und ist mit ihren neununddreißig Jahren immer noch eine reizende Frau. Sie hat ihrem Gatten einen Sohn und eine Tochter geKarl den Kleinen, so nennt man den Sohn. Großpapa August Bolle hat den Spitznamen aufgebracht. Die Tochter heißt Luise. Karl ist siebzehn Jahre alt, Luise ein sechzehn„Es handelt sich um unseren Jungen, Karl!“ antwortete „So. so, um unseren Jungen, der scheint dir recht viel Sorge zu machen.“ „Ja, lieber Mann..“ viel Sorge! „Aber unnütze Sorge, Gretel!“.„Mnsu gr 24 5 „Das darfst du nicht sagen, Karl. Mullel forgen sich mehr um ihre Kinder, und sie müssen das auch tun. „Und doch sage ich, überflüssige Sorge, Liebe! Unser Junge wird bald achtzehn Jahre. Hochgewachsen, ein Kerl wie ich in der Figur, wirkt er schon reifer, man könnte ihn beim flüchtigen Betrachten auf gut dreiundzwanzig schätzen. Aber man muß ihm in die Augen schauen, um zu sehen, wie jung er ist und wie sauber. Hörst du, Gretel, wie sauber! Das ist's, was mich immer mit stolzer Freude erfüllt, und darum habe ich ihm alle Freiheit gelassen. Edles Blut braucht Frei„Aber nicht zu viel! Karlchen besucht die Unterprima, er ist noch Schüler, gibt sich aber wie ein Erwachsener. Er ist so selbständig, daß man fast erschrickt. In der letzten Woche ist er zweimal gegen ein Uhr nachts nach Hause gekommen. „Aber du weißt doch, daß er sich mit seinem alten Freunde, dem Kapitän Stiepel, getroffen hat. Karl berichtet ja alles offen.“ „Ja, das wohl. Aber, man muß doch achthaben. Er ist in den Entwicklungsjahren. Große sieht seine Frau lächelnd an. „Unsere Kinder sind immer, was wir sind. Sie werden letzten Endes so sein, wie wir sind. Ich denke immer, er wird so gut und sicher mit dem Leben fertig werden, wie du und ich es wurden. Entwicklungsjahre gewiß, die können Gefahren bergen. Aber wir Erwachsenen vergessen immer, daß jeder junge Mensch damit selber fertig werden muß, wenn er ein fertiger Mensch werden soll. Wir können hin und wieder nur ein wenig beraten. Was in der jungen Seele gärt und schäumt, das soll zum edlen Wein werden, mischen wir Erwachsenen da uns hinein, dann wird's ein trüber Saft, der zu nichts taugt. Gretel, laß den Jungen. Vertraue mir und ihm!" Es klopft. Vater Schrippe, das Faktotum des Hauses, der treue Freund und Diener August Bolles, den Karl mit übemnommen hat. tritt ein. Er ist siebzig Jahre, aber er scheint sich in den letzten fünfzehn Jahren fast nicht verändert zu haben. Munter und gütig blicken die Aeuglein. „Morjen, Herr Jroße, een Herr möchte Ihnen sprechen!“ „Wer ist's denn. Vater Schrippe?“ „Abraham Goldstein, so steht uff die Karte.“ „Was will er denn?“ „Och... det is ne komische Kruke, Herr Große. Tur janz seheimnisvoll. Er will Ihnen alleene sprechen. Et sei unjeheuer wichtig. „Na. lassen Sie ihn mal rein, Vater Schrippe.“ „Ich gehe einstweilen ins Nebenzimmer, Karl!“ sagt Frau Grete und entfernt sich mit einem Kuß. Schrippe verschwindet, und nach wenigen Augenblicken betritt eine kleine Gestalt, mit peinlicher Eleganz gekleidet, das Büro Große muß lächeln, als er den Mann in Augenschein nimmt. Er ist Jude, das würde man ihm auch auf hundert Meter ansehen. Pfiffige Augen sitzen in einem vollen, runden Gesicht, das Haar ist glänzend schwarz, mit viel Pomade an den Schädel gepappt. Es ist etwas im Gesicht dieses Mannes, das unwiderstehlich zum Lachen reizt. „Verzeihung! Habe ich die Ehre, mit Herrn von Große zu sprechen?" beginnt Abraham Goldstein. „Der bin ich! Nehmen Sie doch Platz!“,. M „Dank schön, dank schön!“ Der Jude steht sich um.„Novei haben Sie es hier, sehr nobel!“ „Was führt Sie zu mir, Herr Goldstein?“ „E ganz großes Geschäft, Herr von Große! Der Tate wollte selber kommen, um abzuschließen mit Ihnen, aber er ist krank. De Gicht plagt ihm. Er ist achtzig Jahre. „Um wieviel handelt es sich?“ „Dreihunderttausend!“ „Pfund?“ „Pfund und Sterling... ich wollte sagen... auch Dollar! Alles hochprozentige Devisen, Herr von Große!“ „Ich verstehe Sie nicht!“ „Se werden mir gleich verstehen, Herr Große! Se kennen doch das Fräulein, das gnädige Fräulein Baronin oder=nesse, ich weiß die Titels nicht so genau, von Collenhouge?“ „Kenne ich nicht! Was ist mit ihr?“ „Oh... Herr von Große haben den Namen vergessen. Wo soch der Herr von Große mit dem Fräulein in der„Roten Lampe“ dreimal getanzt haben.“ Große wird die Sache immer rätselhafter. Aber er nimmt sie von der heiteren Seite. „So. also in der„Roten Lampe“ habe ich mit Fräulein .. wie war der Name?“ „Collenhouge!“ „... mit Fräulein Collenhouge dreimal getanzt. Was weiter?“ „Das Fräulein hat sich in Sie verliebt! „... in mich verliebt?“ „Jawohl... rasend... ungeheuer... sie kann schlafen keine Nacht mehr... sie weint um Sie... Sie... oh, ich finde, e guten Geschmack hat die Dame...e guten Geschmack.“ „Schmeichelhaft, Herr Goldstein, aber ich weiß wirklich noch nicht......„ g S.5,leim ist fhr# „Se sollen gleich aues erfahren! Das Fraulein ist sehr, sehr reich, und se läßt mit all ihrem Reichtum durch mir bitten, um Ihre geehrte Hand. Sieben Millionen Goldmark schwer ist sie!“ Große verbeißt ein Lachen. „Und sonst?“ „Sonst zweihundert Pfund! „Ja, mein Herr, das tut mir aber furchtvar leib, ich vin nämlich bereits verheiratet.“ „Zu was gibt's Rechtsanwälte... zu was sind sie da... Scheidung... Scheidung, mein Herr... jawohl, Scheidung sieben Millionen... ich bitte zu bedenken... nu, ist das nicht eine Scheidung wert?“ Grete steht hinter der Tür und hat alles mit angehört. Aber keinen Augenblick war ein eifersüchtiger Gedanke in ihr wachgeworden. Sie lacht innerlich. „Gretel!“ hört sie nun Karls frohgemute Stimme.„Komm doch mal herein!“„..„. Girst. Frau Grete tritt üver die Schwelle, der s#eilatsvermittler steht auf und verbeugt sich etwas verlegen. „Bitte, Herr Goldstein!“ sagt Karl mit gespieltem Ernst. „Reden Sie mit meiner Frau! Aber da guckt Abraham Goldstein so hilflos drein, daß das Ehepaar Große in Lachen ausbricht. „Herr Goldstein, schauen Sie sich meine Frau mal gut an! fordert Karl senior.„„674116 6 Goldsteins Hoffnung auf einen Geschaftsubschlug sinkt auf den Nulpunkt. „Glauben Sie, Herr Goldstein, daß es soviel Gelo auf der Welt gibt, daß man dafür eine Frau, wie meine liebe Frau, verläßt?“. Vermitt“ „Ja... ich... ich...“ stottert der Vermittter. „Nun mal Schluß mit dem Scherz, Herr Goldstein! Sie haben mich köstlich amüsiert. Zu Ihrer Aufklärung: Ich kenne kein Fräulein Collenhouge, ich kenne keine„Rote Lampe“, ich habe nie mit der bewußten Dame getanzt. Wie kommt dieses Fräulein Collenhouge auf mich?“ Abraham Goldstein zieht triumphierend eine Visitenkarte hervor. „Wegen die Karte! Sie haben dem Fräulein auf ihre Bitte hin diese Karte gegeben. 8# Große nimmt die Karte und liest vervluffen.„Kull von Große, Inhaber der Fa. Bolle& Co. Seine eigene Visitenkarte! Er weiß sofort Bescheid und sieht Gretel lächelnd an. „Ist's dir klar, Gretel, wer nun mit der Dame getanzt hat?“ „Du meinst doch nicht etwa... Karlchen?“ „Jawohl, unser Sohn, unser Karl der Kleine hat sich da widerrechtlich meiner Karte bedient!“ Abraham Goldstein zuckt wie elektrisiert empor. „Oh... der Herr Sohn... der Herr Sohn... das ist e Glück, so e großes Glück! Ist ihm auch nicht an der Wiege gesungen worden, daß er wird machen so e großes Glück! Der Herr Sohn ist doch noch ledig?“ „Das ist er! Aber Sie glauben doch nicht etwa, daß mein Sohn, der noch nicht achtzehn Jahre alt ist, jene Dame heiratet! Wie sagten Sie, zweihundert Pfund schwer? Wie alt ist die Dame?“ „Nu... ganz jung is se nich mehr!“ „Also alt!“ „Nu.. se is... sechzig Jahre!" „Allmächtiger! Achtzehn Jahre... sechzig Jahre... das gäbe eine Ehe!“ Große lacht aus vollem Halse. „Herr von Große... was macht'n das! Se hat sieben Millionen und wenn se noch zehn Jahre lebt, dann kann sich der Herr Sohn nehmen das allerschönste unter den Mädchen. Därf ich Se bitten, dem Herrn Sohn den Antrag vorzutragen?“ Karl wechselt einen Blick mit Grete und sagt dann mit Würde:„Das soll geschehen, Herr Goldstein. Lassen Sie Ihre Adresse zurück. Ich übermittle Ihnen meine Entscheidung.“ Da empfiehlt sich Abraham Goldstein glücklich und hoffnungsfroh. Ais die Eheleute allein sind, lacht Karl aus vollem Halse. Grete aber ist wütend. „Da hast du's wieder! Dieser dumme Junge... natürlich, er will den großen Herrn spielen!“ „Nimm's doch nicht so tragisch!“ „Du verteidigst ihn natürlich wieder!„Rote Lampe“! Wer weiß, was das für eine Spelunke ist, wo er sich herumtreibt! Karl, das kann nicht so weitergehen, das muß ein Ende haben. „Ich werde ihn mir vorknöpfen! Verlaß' dich drauf!“ „Ach, dein Vorknöpfen, das kenne ich schon! Ueberhaupt ... das war eine Frechheit von dem Juden, wie konnte er es wagen, so ein Angebot zu machen. Du hättest ihn gründlich aus den Lumpen schütteln sollen!“ „Ach was! Solchen Dingen setzt man nur ein Lachen entgegen. Mehr sind sie nicht wert. Dieser Mann hätte es gar nicht begriffen, wenn ich ihm eine Standpauke gehalten hätte. Der hat nur einen Gott... die Million. Lassen wir ihn dabei. Er wird uns für nicht ganz normal halten, wenn wir ablehnen, weil er in einer ganz anderen Welt lebt. Warum sich aufregen?“ „Karlchen... und heiraten! Großer Gott, wenn ich daran denke! Er geht noch auf die Schule. „Aber mache dir doch keine Gedanken! Unser Junge wird erst verdutzt sein, und dann wird er lachen, so wie ich. Das weiß ich ganz genau. Frau Grete läßt sich nach und nach beruhigen. Eine Stunde später kommt Karls Schwiegervater, August Bolle, ins Büro. Er ist noch der quicklebendige, muntere Kerl, wie vor achtzehn Jahren, mit roten, gesunden Bäckchen, nur das Haar ist schlohweiß geworden, wie beim alten Schrippe, aber sein gewohntes Lachen lebt noch in den Augen. „Kaarl!“ „Ja, Vater!“ „De Irete hat eben meine Minna erzählt, det eener um Karlchens Hand anjehalten hat! Stimmt det?“ „Stimmt, Schwiegervater! Für eine Millionärin, sechzig Jahre alt, sieben Millionen Goldmark an Vermögen, zweihundert Pfund an Körpergewicht schwer, die unseren Jungen zu heiraten wünscht!“ „Is denn die noch normal?“ „Warum nicht? Es gibt bekanntlich Menschen, die sich einbilden, daß sie sich für ihr Geld alles kaufen können. Aber wo ist denn eigentlich der Junge?“ „Der trainiert jrade mit die erste Mannschaft.“ „Wenn du ihn siehst, dann schicke ihn mal zu mir. Vater! „Mache ick!“ ** Der Bollesche Betrieb beschäftigte jetzt sechshundert Leute. Karl Große war immer ein erklärter Freund des Sports gewesen und hatte sich in den letzten zehn Jahren besonders für den Fußball interessiert. Auf seine Initiative hin hatte sich aus Gesellen und Lehrjungen des Betriebes ein Fußballverein gebildet Karl Große hatte ihm einen Platz unweit der Fabrik geschaffen und zielbewußt darauf hingearbeitet, daß die Mannschaft sich zu einer der ersten entwickelte. Großes Sohn, Karl der Kleine, war ein begeisterter Fußballspieler. Als Crack der ersten Jugendmannschaft, hatte ihn der Vater nach Vollendung des siebzehnten Lebensjahres auf das Drängen seiner Leute als Mittelstürmer in die erste Herrenmannschaft gesteckt. Und er hatte gut damit getan. Die Spielstärke der Mannschaft erhöhte sich bedeutend, denn Große junior lieferte eine saubere, zielbewußte Arbeit und war ganz ausgezeichnet im Stoppen und Zuspielen der Bälle. Sein Schuß aber war gefürchtet. Seine Spezialität war, aus fünfundzwanzig Meter Entfernung den Ball in die Torecke zu donnern Karl junior wurde der Liebling der Mannschaft Das Angenehme seiner Spielweise war, daß er sich dabei durchaus nicht als Star fühlte und ohne Eigensinn und falschen Ehrgeiz pielte. In diesen. Jahre hatte sich Bolles Fußballelf vorgenommen, den Meistertitel anzustreben. Sie galt zwar noch als Außenseiter, hatte aber doch viel Anhänger In der ersten Spielserie stand sie mit einem Punkt Rückstand an zweiter Stelle Man hoffte jedoch, diesen Punkt jetzt im Frühjahr wieder aufzuholen, und die Ergebnisse der ersten beiden Spiele mit Karl junior rechtfertigten diese Hoffnung, denn in fabelhaftem Tempo wurden die beiden Gegner, unter denen sich der Spitzenreiter Viktoria befand, mit 8:2 und 6:0 überrannt. ** * Karl junior betritt das Zimmer. Des Vaters strenge Miene mird milder, als er seinen Jungen sieht. Was ist das doch für ein prächtiger Bengel! Groß, schlank und rank, ein richtiger, ausgebildeter Sportler. Braun schimmert das Haar, braun leuchten auch die Augen in einem kühngeschnittenen Gesicht. Ein echter Große! Die Augen sind unendlich jung, aber sie strahlen doch schon viel reine Männlichkeit und Reife aus. „Tag, Papa! Du wünschst mich zu sprechen?“ Ja, setz dichl“ Der Junior kommt der Aufforderung nach und seyr den Vater erwartungsvoll an „Hör mal, Junge! Mama beschwert sich über dich! „Aber Papa, warum?“ staunt der Sprößling. „Es paßt ihr nicht, daß du über deine Jahre selbständig bist!“ „Das ist deine Schuld, Papa! Du hast mich so erzogen! Ganz freimütig sagt er es und sieht den Vater dabei offen an. Große ist entwaffnet. Er lächelt und nickt:„Stimmt schon! Ich habe dir viel Freiheit gegeben, und du hast sie bis jetzt nicht mißbraucht. Ich kann nicht klagen Aber Mutter sorgt sich. Besonders, weil du in der letzten Zeit dreimal so spät nach Hause gekommen bist.“ „Aber Papa, das ist doch ganz harmlos! „Ich will dir glauben! Doch sage einmal was ist das für ein Lokal die„Rote Lampe“, oder wie es heißt?“ Karl wird etwas verlegen.„Die„Rote Lampe?" Das ist eine Bar in der Friedrichstadt. Ich war da einmal mit meinem Klassenkameraden Thomas Krott und Kapitän Stiepel „Ein... anständiges Lokal?" „Was heißt anständiges Lokal, Papa. Wenn sich die Menschen anständig benehmen, dann wird jedes Lokal anständig sein. Die„Rote Lampe“ ist ein Nachtlokal wie alle. Kapitan Stiepel wollte mal die feine Welt sehen. Es war aber sehr langweilig. Weißt du. wenn die Leute sich so geziert geben, das paßt mir nicht. Da sitze ich lieber mit Stiepel mal in einer fidelen Schifferkneipe im Hafenviertel, wo die Spreeschiffer verkehren. Die erzählen so interessant und geben sich wie sie sind.(Fortsetzung folgt.) Grutten würeeWr. Heidenmutiger Widerstand der Tschechei- In der Verlangerung 2:1 besiegt §* 14 da= staljenische Par in böchstor Ge=, feld auf dem die drei besten Mannschaften des Im Endspiel um die Fußballweltmeisterschaft siegte Italien über die Tschechoslowakei vor 40 000 Zuschauern in Rom in der verlängerten Spielzeit mit 2:1. Nach Schluß der regulären Spielzeit stand der Kampf 1:1. Die Seiten waren bei torlosem Verlauf gewechselt worden. Die Mannschaft der Tschechoslowakei zeigte sich als ein durchaus gleichwertiger Gegner, der sogar im Zusammenspiel eine weitaus bessere Leistung zeigte. Die Italiener bestachen durch Einzelkönner. 120 Rinuten Kampf Das Stadion des Partito Nazionale Fastica war längst nicht voll besetzt. In den Sitzreihen gegenüber den Tribünen, wo auch die gesamte deutsche Mannschaft saß, waren ziemliche Lücken zu erkennen. Jubel stieg auf, als Mussolini in der Ehrenloge erschien. Kurz nach 5 Uhr gab der schwedische Schiedsrichter Eklind das Zeichen zum Beginn. Mit wunderschönen Kombinationszügen ziehen die Tschechoslowaken sofort vor das italienische Tor. Das rein artistische Können einzelner italienischer Spieler ist nur ein Blendwerk, das gegen die geschlossene Mannschaftsarbeit der Prager Berufsspieler nicht bestehen kann. Der italienischen Zuschauer macht sich dann auch im weiteren Verlauf eine ziemliche Nervosität bemerkbar, als den blauen„Azzuris“ kein Zähler gelingen will. Als die Italiener, für kurze Zeit aufkommen, erzielen sie zwei Ecken. Noch vor Ablauf der ersten halben Stunde geben die Tschechen wieder den Ton an. Besonders ist es der Rechtsaußen, der glänzende Angriffe einleitet. Der Kampf nimmt mehr und mehr härtere Form an und hauptsächlich sind es die Italiener, die sich verschiedener Verstöße schuldig machen. Alle Anstrengungen bis zur Pause sind fruchtlos. Es bleibt beim torlosen Halbzeitstand. " Nach Wiederbeginn spielen die Italiener mit dem Wind, und es gelingt ihnen jetzt, eine kleine fühlbare Ueberlegenheit herauszuarbeiten. Einen bedauerlichen Zwischenfall gibt es schon nach 10 Minuten, als der famose Puc verletzt wird und für fast 10 Minuten ausscheiden muß. Aber die zehn Tschechen halten noch fester zusammen. Sie überstehen den gefährlichen kurzen Druck der Blauhemden. Nach prachtvollem Zusammenspiel aller Teile kommt Puc aus fast aussichtsloser Stellung in der Ecke zum Schuß. Combi kann den Ball nur noch knapp berühren, der ins Netz klatscht, und die Tschechen führen in der 26. Minute. Die Blaujacken rennen nun auch stürmisch das tschechische Tor an, aber Zenisek und Planicka sind vorerst unüberwindlich, bis in der 37. Minute Orsi mit einem unhaltbaren Schrägschuß von der Strafraumgrenze endlich das Ziel findet. Es steht nun 1:1. und der Jubel der Menge findet keine Grenzen. Beide Mannschaften haben zum Schluß noch gute Gelegenheiten, aber es gelingt nichts mehr. Das Ergebnis bleibt bis zum Ablauf der 90 Minuten bestehen. Bestimmungsgemäß geht es nach kurzer Zeit in die Verlängerung und bereits nach wenigen Minuten kann der Mittelstürmer Schiavio nach Zuspiel von Guaiti das Siegestor schießen. Wohl greifen die Tschechen noch unverzagt an, wiederholr ist das iralienische Tor in höchster Gefahr, aber Italien verteidigt den Vorsprung und hält ihn bis zum Schluß. Mussolini ehrt die Sieger Nach Spielschluß betrat der Duce das Spielfelb, auf dem die brei besten Mannschaften des Turniers Aufstellung genommen hatten. Mussolini nahm die Preisverteilung selbst vor. Reben wertvollen Pokalen überreichte er jedem einzelnen Spieler die goldene, silberne bzw. bronzene Medaille. Tabellen der Fußball=Aufstiegspiele im Westen Gau Niederrhein: Rot=W. Oberhausen 6 4 1 1 15:9 9:3 Homberger SoB 5 3— 2 11:8 6:4 Turn Düsseldorf 6 2 1 S 13.9 5:7 Odenkirchen 05=07 5 1— 4 8:21 2:8 Es steigen auf: Rot=Weiß Oberhausen und Homberger Spielverein. Sau Mittelrbein: Blau=Weiß Lindenthal 4 2 1 1 8:4 5:3 1. FC Idar 4 2— 2 6:6 4•4 Kölner Ballsp.=Club 4 1 1 2 6:19 3:5 Es steigen auf: Blau=Weiß Köln=Lindenthal und 1. FC Idar. Sau Westfalen: Westfalia Herne 7 3 S 1 Union Recklinghausen 7 S 2 2 MBV Linden 8 3 1 2 VfB Bielefeld 6 2 2 2 FC Schwelm 6 1— 5 Aufstieg noch nicht entschieden. Wer steigr un Westen auf? Gau Niederrhein Am Niederrhein beherrschte das entscheidende Aufstiegsspiel zwischen Homberger SV und Turn Düsseldorf das Programm, während die zweite Begegnung um den Aufstieg zwischen RotWeiß Oberhausen und Odenkirchen 05=07 kaum Bedeutung hatte. 6000 Zuschauer waren auf dem Platz in Homberg anwesend, um einen allerdings unverdienten Sieg ihrer Landsleute zu erleben. Turn Düsseldorf spielte technisch vorzüglich und war dem Gegner in allen Belangen weit überlegen, aber die Stürmer vermochten sich mit ihrem weichen Angriffsspiel, in dem sie oftmals den Ball zu lange hielten, gegen die sich wie eine Mauer entgegenstemmende Abwehr der Homberger nicht durchsetzen. Mit 0:1 hatten die Düsseldorfer das Nachsehen. Homberg kann wirklich von Glück sagen, daß es aus diesem Kampf als Sieger hervorging. — Das zweite Spiel in Oberhausen endete mit einem unerwartet hoben 8:1=(3:0) Siege der Kleeblätter, die in einem rasanten Kampf dem ehemaligen Westkreisschreck eine wahre Fußballektion erteilten. Privatspiele: SC 92 Düsseldorf— Kölner SC 99 Schwarz=Weiß=SSVa Barmen komb.— 3. zirk Budapest 4:2 SpV Meiderich— BfB Speldorf Alemannia Aachen— CS Fola Esch SSV Elberfeld— TSV 99 Duisburg Germania Elberfeld— Preußen Münster 2•3 Be2:2 7•0 5•2 1:1 ViR Obligs— Hamborn 07 Meiderich 06— SpV Duisburg FV 08 Duisburg— Union Krefeld Essen=West 81— Kray 04 Essener SB 99— Hüls 07 1:2 3:6 3•2 3:3 4•2 Gau Westfalen Aufstieg noch nicht endgültig entschieden Im Gau Westfalen ist die Aufstiegsfrage noch nicht endgültig geklärt— Der MBV Linden siegte am Sonntag über FE Schwelm mit 2:1 Durch diese Niederlage sind die Schwelmer vollkommen ausgeschaltet, hingegen sind die Märker in der Tabelle ein gutes Stück vorwärts gekommen. Union Recklinghausen und Westsalia Herne spielten unentschieden 1:1 Mit 7000 Besuchern hatte diese Begegnung eine Rekordzahl aufzuweisen. Es stand von vornherein fest, daß es hier zu einem Kampf auf Biegen und Brechen kommen würde, sollte doch die Frage geklärt werden, wer die Tabelle anführen sollte. Für die Westfalen aus Herne war es ein schwerer Gang, und wenn die Gäste auf fremdem Boden zu einem Unentschieden von 111 kam, so darf darin eine nicht zu unterschätzende Leistung erblickt werden. Herne behauptet also weiterhin mit einem Punkt Vorsprung die Spitze der Tabelle. Freundschaftsspiele: BC 07 Siegen— Betzdorf 06 Alemannia Dortmund— Unna 08 Deutscher SC Hagen— FC Schalke#04 BC 07 Siegen— VfL Benrath Menden 09— Borussia Fulda 1•4 4•1 0:3 0:2 1•8 Stadtmannschaft Bochum— Saarmannsch. 5:2 Oelde 09— SpBg Herten TB Eickel— Preußen Wanne Schalke 96— Horst=Emscher Iserlohn 08— SV Höntrop Arm. Bielefeld— Werder Bremen Preußen Münster— Münster 08 1:2 1•4 2:1 0•4 3:1 4•2 Gau Mittelrhein Mülheimer SV— Eintracht Frankfurt 3:4 Beim Mittelrheingaumeister, Mülheimer SV. war am Sonntag der FSV Frankfurt zu Besuch. Die Süddeutschen waren ohne Stubb gekommen, spielten aber sonst in bester Besetzung und siegten vor 2000 Zuschauer knapp mit 4:3, nachdem die Kölner zum Wechsel der Seiten mit 2:1 geführt hatten. Es war ein schönes Spiel, das die Zuschauer fesselte. Bei den Siegern zeichnete sich vor allem Gramlich aus, während die Mülheimer noch mit Schwierigkeiten in der geschlossenen Mannschaftsleistung zu kämpfen haben. dem Wechsel änderte sich das Bild vollkommen und zehn Minuten nach der Pause stand das Spiel 4:4. 5:5 stand die Partie bei Schluß der regulären Spielzeit und da mußte eine Verlängerung von zehn Minuten die Entscheidung bringen. Eimsbüttel erzielte schon in der 4. Minute ein Tor und damit war der Kampf entschieden. Deutsche Wasserball-National=Sieben siegt in Barmen— Gau Niederrhein 4:3 besiegt Im Wuppertaler Freibad Mählersbeck stellte sich am Samstagabend vor ansprechendem Besuch Deutschlands Nationalsieben vor. Von der ursprünglicher Mannschaftsaufstellung fehlte Mann, der durch Lack ersetzt worden war. Auch die Niederrhein= Sieben mußte auf Lenkitsch, der in Berlin weilt, und Schneider(Duisburg) wegen einer Fußverletzung verzichten. Die National=Sieben stand: Tor: Heinrich(Masdeburg 96): Verteidiger: Lack(Magdeburg 96). Dr. Schürger(Bayern 07 Nürnberg); Verbindung: Gunst(Wasserfreunde Hannover): Stürmer: Aki Rademacher(Hellas Magdeburg), Schwartz(Pos. Köln] und Schultze(Magdeburg 96). Niederrhein= Sieben: Tor: Klingenburg(Duisburg 96): Verteidiger: Kullmann. Mever(beide SSF Barmen): Verbindung: Kahl Duisburg 98): Stürmer: Mähler(Düsseldorf 09). Döpper(SSF Barmen), Linnbofi(SSF Barmen), 4.8 Das Spiel der Nationalmannschaft befriedict keineswegs. Man sah nur sehr wenig Zusammen hang. Wenn es dennoch zu einem knappen Siegreichte, ist es einzig und allein Schultze zu verdanken, der sich recht aktiv zeigte. Heinrich im Tor hätte zwei Tore glatt verhindern können. Mit dieser Sieben werden wir im internationalen Wettkampf wohl kaum bestehen können. Die Niederrheinmannschaft spielte bis zur 3:2=Führung recht gut. machte dann die Fehler auf Halten zu spielen, wodurch ihr Sviel verkrampft wurde. Drei sichere Siege in Köln Von Barmen reiste die deutsche WasserballNationalmannschaft nach Köln und trug am Sonntagvormittag mehrere Spiele im Kölner Stadion gegen Poseidon Köln und zwei kombinierte Mannschaften aus. Die hierbei gezeigten Leistungen waren diesmal recht gut. nach der Enttäuschung in Barmen eine erfteuliche Feststellung. Alle drei Spielabschnitte wurden von der Nationalmannschaft sicher gewonnen. Der beste Mann war unstreitig der Verbindungsmann Ganst. der alle seine Mitspieler übertraf. Heinrichs. Dr. Schürger, Amaan. Gunst. Lemp. Schulze. Aki Rademacher spielten gegen Poseidon Köln zuerst 6:9. Trotz Haas und Schwartz hatten die Poseidoner nichts zu bestellen. Gegen den in glänzender Form svielenden Gunst konnte sich auch Schwarz nicht zur Geltung bringen. Zum zweiten Treffen wurde Poseidon durch Alerheiligen(Hannover) und Lack(Magdeburg) und Aki Rademacher, für den Heiko Schwartz in der Nationalmannschaft spielte, verstärkt, verlor aber trotzdem mit 2:5. Rademacher setzte niemals nach und versiebte manchen Erfolg. Im dritten Spielabschnitt gegen eine wiederum veränderte Mannschaft gewann die Nationalmannschaft mit 7•2. Besonders gefiel diesmal das Zusammenspiel. Im Torschießen zeichneten sich Schwartz und Schulze aus. Surmistdet Die Spielvereinigung Fürth verlor mit 7:3 Das Endspiel um die Deutsche Handballmeisterschaft der Männer, für das sich zwei süddeutsche Mannschaften qualifiziert hatten, wurde am Sonntag vor 12000 Zuschauern im Darmstädter Hochschulstadion ausgetragen. Das harte und erbitterte Ringen endete mit einem knappen Heunrreich, hat geweinen veutschlands Leunismannschaft unterlag in Paris Cramm=Denker im Doppel geschlagen Der Davis=Pokal=Kampf zwischen Frankreich und Deutschland wurde am Sonnabend im Pariser Tennis=Stadion Roland Garros mit dem Doppelspiel fortgesetzt. Die Franzosen BorotraBrugnon konnten den Kampf gewinnen, obwohl das deutsche Paar von Cramm=Denker harten Widerstand leistete und sich erst mit 5:7, 6:2, 6:4, 10:8 geschlagen gab. Frankreich führt nunmehr mit 2:1 Punkten. Nourner unterlag Merlin 4:3, 5:7, 2:6 Die Davisvokalschlacht Frankreich— Deutschland ist geschlagen. Frankreich hat den Sieg davongetragen und wird in der Vorschlußrunde der Gegder der Australier sein, die in Easbourne die sch auch spielenden Japaner mit 411 ausschalteten. Veutschland hingegen muß sich genau wie im Vorjedee on den Ausscheidungsspielen beteiligen, die erst die Qualifikation für den Wettbewerb des nächsten Jahres ergeben. Die Latscheidung in Parie fiel bereits im ersten des Sonntag, als Merlin in dem beißen Steinkessel des Roland=Garros=Stadions vor über 10000 Zuschauern den Kölner Eberhard Nourney trotz tapferer Gegenwehr schließlich doch recht sicher mit 4:6, 5:7, 2:6 besiegte. Damit hatten die Franzosen eine 3:1=Führung erreicht, auf die das folgende Spiel von Cramm— Boussus ohne Einfluß blieb. von Cramm schlägt Boussus 6:1, 6:3, 9:6, 6:4 Den zweiten Gewinnpunkt für Deutschland stellte im Pariser Davispokalkampf von Cramm ber. Der Deutsche schlug den französischen Spitzenspieler Boussus 6:1. 6:0, 0:6. 6:4. Im Gesamtergebnis siegte Frankreich mit 3:2. Die Tschechei siegte 4:1 Als Gegner Italiens in der Vorschlußrunde der Europa=Zone qualifizierte sich erwartungsgemäß die Tschechoslowakei. Im Gesamtergebnis siegten die Tschechen über Neuseeland mit 4:1. Auch Australien gewann 4:1 In Eastbourne teilte man sich am Schlußtage die beiden Punkte, nachdem die Australier am Freitag mit 320 in Führung gelegen hatten. Sieg der Darmstädter Polizisten mit 9:7(5:4), der auch als verdient bezeichnet werden muß. Von den Leistungen beider Mannschaften wurde man etwas enttäuscht. Es wurde ziemlich auf Sicherheit gespielt, und man vermißte die schönen Kombinationszüge aus den früheren Endspielen. Hier war es immer die Berliner Polizei=Mannschaft= die jahrelang für guten Handballsport sorgte. Hinter dem Kampf wurde die Schönheit des Spieles ziemlich vernachlässigt. Die Fürther Elf hatte einen glänzenden Start, aber schon bald hatten sich die Darmstädter Polizisten gefunden und übernahmen das Kommando. Bis zur Pause sicherten sich die Darmstädter eine knappe 5:4=Führung. In der weiteren Fortsetzung des Spiels wurde der Kampf unnötig hart und gute Torgelegenheiten auf beiden Seiten ausgelassen. Im Endspurt wiesen die Darmstädter das größere Stehvermögen auf, siegten glatt mit 9:7 und sicherten sich damit die Deutsche Meisterschaft. TB. Eimsbüttel Frauenmeister VfR Mannheim— TV Eimsbüttel 5:6 u. Verlg. Im Mannheimer Stadion wurde Sonntagvormittag die Deutsche Frauen=Handballmeisterschaft entschieden. Das Sviel selbst verlief spannend und kampfreich. Die Endsvielteilnehmer wielten in Höchstform und zeigten Leistungen, die die Zuschauer restlos begeisterte und sie zu lautem Beifall binriß. Zunächst schienen die savorisierten norddeutschen Mädel einem sicheren Sieg entgegenzusteuern, denn innerhalb von einer Biertelstunde schossen sie vier Treffer, während die nervösen Mannheimerinnen völlig leer ausgingen. Nach Borchmeyer Doppelsieger in Wiltenberg Eine erfolgreiche Olymviawerbung Einen großen Erfolg hatte der Kurmärkische Turnverein Wittenberg mit seinem Olymviawerbesportfest, zu dem eine ganze Reibe der he#en Leichtathleten aus dem Reich am Start erschienen waren. Die etwas schwere Bahn ließ allerdings in den kurzen Strecken keine überragenden Leistungen zu, dafür zeigten aber die Mittel= und Langstreckenläufer ausgezeichnetes Können. In den Sorinterwettbewerben spielte unser Doppelmeister Erich Borchmeyer aus Bochum eine überlegene Rolle. Ueber 100 Meter fiegte er in genau 11 Sekunden und die 200 Meter holte er sich in 22.4. In bester Verfassung zeigte sich wieder der deutsche Rekordmann Syring, der die 3000 Meter mühelos in der sehr guten Zeit von 8:44.6 vor Schaumburg und Holthuis gewann. Auch sein Klubkamerad Böt cher kam zu einem Erfolg. Allerdings konnte über 1500 Meter den Deutschen Meister KaufmannHannover in 4104 erst im Endlpurt um Brustbreite abfangen. Einen schönen Kampf gab es über 800 Meter, wo der Studenten=Weltmeister Dessecker= Stuttgart in 1:55.9 seine Mitbewerber Adelheim. Mertens und König leicht hinter sich ließ. Der KTV Wittenberg ließ sich auch die 3X1000=MeterStaffel mit der Mannschaft„Söthag#nrene Soring in 7:45,1 nicht nehmen. Im Stuomtte bewältigte der Deutsche Reister Wegner=Haute zum ersten Male in diesem Jahre die 4=Meier=Grenze mit einem Sorung von 4.01 Meter. In den übrigen technischen Wettbewerben gab es nur gute Durchschnittsleistungen. Belgische Amateurboxer siegen in Vortmund BiL Hörde verliert 9:7 Am Samstagabend stellte sich die belgische Nationalmannschaft der Amateurborer in der Kampfbahn Rote Erde vor 1560 Zuschauern der vorzüglichen Staffel von BfL Hörde. Nach harten abwechslungsreichen Kämpfen fiegten sie überraschend mit 9:7. nachdem sie bei ihrem ersten Start in Bochum eine glatte 11:5=Niederlage hinnehmen muhten. Den schönsten Kamof des Abends lieferte sich im Federgewicht Schwager=Dortmund und MarrisBelgien, den der Dortmunder nach Punkten für sich entscheiden konnte. Planmäßige Flur- und Feldbereinigung Der Reichsernährungsminister hat für das lausende Jahr 2 Millionen Mark zur Flurund Feldbereinigung zur Verfügung gestellt. Durch Beihilse aus diesen Mitteln soll eine Beschleunigung der Umlegung landwirtschaftlicher Grundstücke erreicht werden. Die Frage der Feld= und Flurbereinigung ist von außerordentlicher Bedeutung. aber der breiten Oefientlichkeit zumeist unverständlich. Deshalb sind die folgenden Ausführungen. die uns von sachverständiger Seite zur Verfügung gestellt werden, von größerer Bedeutung; Durch jahrhundertelange Erbteilung ist der bäuerliche Besitz namentlich in Süd= und Westdeutschland völlig zersplittert. In Baden z. B. ist bei einer Besitzgröße von durchschmimich 3,6 ha die bewirtschaftete Fläche in durchschnittlich 16 Parzellen aufgeteilt. Einzelne Gemeinden weisen sogar Zersplitterungen von über 100 Parzellen im Durchschnitt je Einzelbetrieb auf; in der Gemeinde Bofsheim entfallen sogar auf den einzelnen Betrieb im Durchschnitt 157 Parzellen. Nach den Untersuchungen einer süddeutschen Landwirtschaftskammer betragen die Kosten für die menschliche und tierische Arbeitskraft bei einer Schlaggröße von 0,25 ha etwa 220 RM., bei 1 ha Schlaggröße sinken diese Kosten bereits auf rund 520 RM. und bei einer Schlaggröße von 5 ha auf rund 360 RM. Zahlreiche Behörden und private Organisationen der Landwirtschaft, Vertreter der Wissenschaft und der praktischen Landwirtschaft waren Jahre hindurch übereinstimmend der Auffassung, daß jeder Versuch, unter den Erzeugungs- und Absatzbedingungen den zersplitterten Kleinbesitz wirtschaftlich auszunutzen, aussichtslos sei. Sie forderten deshalb, aber immer vergeblich, bei früheren Regierungen Abhilfe. Sie wiesen darauf hin, daß durch die Zusammenlegung nicht nur die Wirtschaftskosten ganz erheblich vermindert, sondern noch eine Reihe weiterer Vorteile auftritt, die auch volkswirtschaftlich von einer außerordentlichen Bedeutung seien. Ein Vermessungsfachmann kam zu dem Ergebnis, daß in Baden durch die Zusammenlegung in der bisher üblichen Weise der Landgewinn durch Beseitigung von Rainen, überflüssigen Wegen und Gräben etwa 1000—1200 ha Kulturland betragen würde. Außerordentlich groß wäre, sagten sie, auch die durch die Zusammenlegung mittelbar hervorgerufene Ersparnis an Saatgut. Die kleinen Parzellen, die oft nur wenige Meter breit sind, und Spitzen und Ecken aufweisen, eignen sich nicht für die Anwendung der Drillmaschine. Für die Handsaat werden je Viertelhektar rund 40—60 kg Getreide gebraucht, während bei der Saat mit der Maschine für die gleiche Fläche rund 25—35 kg erforderlich wären. Von sachverständiger Seite wird errechnet, daß in Deutschland durch die Drillsaat bei 5,3 Millionen Hektar bereinigungsbedürftigen Landes rund 5 Millionen Doppelzentner Brotkorn, das für die Ernährung von etwa 3 Millionen Menschen ausreicht, gespart werden könnten. Schließlich ist auch darauf hingewiesen worden, daß durch die Zusammenlegung der durchschnittliche Ertrag erheblich gesteigert werden könnte. Untersuchungen in einem bayerischen Bezirk zeigten, daß durch die Zusammenlegung von 10 000 ha in 14 Gemeinden eine Ertragssteigerung von 20 Prozent erzielt wurde. Diese erhöhte Produktion entspricht etwa dem Ertrag von drei mittelgroßen Gemeinden dieser Gegend. Trotzdem allgemein anerkannt wurde, daß durch die Feldbereinigung außerordentliche wirtschaftliche Vorteile zu erzielen sind, schreiten die Arbeiten in Deutschland nur langsam vorwärts. In Preußen sind seit 1874 3,5 Millionen Hektar bereinigt, während noch 2,8 Millionen Hektar umlegungsbedürftig sind. In Baden wurden von 1868 bis 1925 von 250000 ha umlegebedürftigen Landes nur 103000 ha bearbeitet, in Würt temberg von 640 000 ha nur 240000. Bayern hat seit 1887 340000 ha bereinigt, während 2 030000 ha noch zu bearbeiten sind. Um die Feldbereinigung möglichst beschleunigt durchzuführen, war schon im Jahre 1932 vom Reichskuratorium für Technik in der landwirtschaft der damaligen Reichsregierung eine ausführlich begründete Denkschrift eingereicht worden. In dieser Denkschrift wurde ein Rahmengesetz vorgeschlagen, das die planmäßige Flurbereinigung vorsah und neue Zersplitterungen unterbinden wollte. Aber die Regierung Brüning hat nicht den Entschluß zum Erlaß dieses Gesetzes fassen können. Die Anregungen wurden zwar anerkannt, mit der Flurbereinigung blieb es aber im Argen. Wie jetzt die Anordnung des Ministers Darré erkennen läßt, wird endlich auf diesem Gebiete den alten Forderungen und Notwendigkeiten entsprochen, sind beträchtliche Mittel zur Verfügung gestellt, um die Flurbereinigung zu beschleunigen. Diese Arbeit liegt im Sinne der neuen deutschen Aufbauwirtschaft. Sicherlich hat Reichsernährungsminister Darré nach Prüfung der völlig geklärten, aber latent behandelten Frage von sich aus sofort ihre Wichtigkeit erkannt und die nötigen Maßnahmen angeordnet. 80000 Frerstenen auf Säuerihesen hiller=Spende des Reichsnährstandes Die Landwirtschaft hat auch in diesem Jahr wie im vergangenen ihrer Dankbarkeit und Verehrung für den Führer und ihrer engen Verbundenheit mit der SA und SS dadurch Ausdruck verliehen, daß sie eine große Anzahl von Freistellen für Erholungsbedürftige der SA und SS als Hitler=Spende zur Verfügung gestellt hat. Nach den dem Reichsnährstand bis jetzt vorliegenden Meldungen der Landesbauernschaften, die ebenso wie die ihnen nachgeordneten Kreisund Ortsbauernschaften mit großem Eifer in den Dienst dieser Sache getreten sind, sind zur Verfügung gestellt worden: 28 436 Freistellen für eine Aufenthaltsdauer von 67 846 Wochen. Die durchschnittliche Erholungszeit liegt demgemäß zwischen zwei und drei Wochen. Diese Zahlen können aber kein vollständiges Bild von der Bereitwilligkeit der Bauernschaft ergeben, da die Werbung für Freistellen nicht nur von den Landesbauernschaften, sondern auch vom Landgemeindetag sowie von der SA und SS selbst betrieben worden ist. Die bei diesem gemeldeten Freistellen sind in den vorstehenden Zahlen nicht mitenthalten. Die wirkliche Gesamtzahl liegt zurzeit noch nicht vor. Es ist ferner zu berücksichtigen, daß auch anderen Organisationen, wie z. B. der NSV., dem Kyffhäuserbund und der Hitler=Jugend, in erheblichem Umfange von den Bauern und Landwirten Freistellen zur Verfügung gestellt worden sind, wie auch zahlreiche Wohlfahrtsverbände mehr örtlicher Natur ihre Schutzbefohlenen auf ähnliche Weise auf dem Lande untergebracht haben. Vielfach scheitert leider die Bereitwilligkeit zur Aufnahme erholungsbedürftiger SA- und SSMänner an den gerade während der Hauptarbeitszeit durch Aushilfskräfte stark belasteten Unterbringungsmöglichkeiten. In solchen Fällen sind häufig bare Ablösungsbeträge an die HitlerSpende abgeführt oder auch Freitische bei Unterbringung in Gasthöfen gewährt worden. Insgesamt ist eine höchsterfreuliche Opferwilligkeit auf Seiten der Bauernschaft festzustellen, und dies gerade in einer Jahreszeit, wo der Bauer und die Bauersfrau durch die Sorge um die Unterbringung der Ernte bis zum äußersten in Anspruch genommen sind. Sprenganschlag gegen die Semmeringbahn Die Semmeringbahn mit ihren Viadukten und Tunnels Hier wurde ein Bombenattentat ausgeführt, durch das der Tunnel und die Gleise zerstört wurden. Der Verkehr ist völlig unterbrochen. Diese Tat ist nur ein Glied in der Kette von zehn Sprenganschlägen, die innerhalb von 24 Stunden in Oesterreich durch rote Terrorgruppen ausgeführt wurden. F Die Genfer Einigungsformel Diettalienische Presse lehnt das Genfer Kompromiß entschieden ab und bezeichnet es als einen Maskierungsversuch des völligen Bankrotts der Abrüstungskonferenz.„Popolo d'Italia“ schreibt, die Franzosen und Engländer hätten einer Vereinbarung Leben gegeben, die tatsächlich auf Zweideutigkeiten basiere und versuche, fundamentale Unstimmigkeiten und den Zusammenbruch der Konferenz zu verschleiern.— Die„Stampa“ äußert, bei den Vereinbarungen handele es sich um Dinge von allergeringstem Interesse, die gar keine Bedeutung hätten, solange nicht vorher einige politische Fragen gelöst seien, angefangen mit der Rückkehr Deutschlands nach Genf. Dieenglische Presse beurteilt die Genfer Einigungsformel sehr zurückhaltend und zeigt über sie keinerlei Begeisterung. Man könne ihr höchstens den Vorzug einräumen, eine versöhnlichere Atmosphäre geschaffen zu haben. Die Möglichkeiten einer Rückkehr Deutschlands nach Genf, die im ersten Paragraphen der Entschließung angedeutet sind, werden sehr skeptisch beurteilt. Die Blätter lassen sich aus Berlin melden, daß Deutschland nicht daran denke, von seinem Standpunkt abzugehen, daß zuerst die deutsche Gleichberechtigung gesichert sein müsse, bevor Deutschland zurückkehren könne. Die französische Presse tut natürlich das ihrige, die Annahme des Entschließungsentwurfes in Genf als einen großen persönlichen Erfolg Barthous und der französischen Diplomatie gebührend zu feiern. Barthou habe nicht nur die Manöver, durch die Frankreich die Verantwortung für das Scheitern der Konferenz aufgebürdet werden sollte, durchkreuzt, sondern auch seine ursprüngliche Entschließung mit geringen Abänderungen durchgedrückt, so daß der französische Sicherheitsstandpunkt doch gesiegt habe. Kohlenzentrale, die in erster Linie Absatz und Preise regeln soll, sowie Vorschläge zur Ersetzung der ausländischen Arbeitskräfte durch niederländische und zur Versorgung der Belegschaften mit billigen Lebensmitteln zur Diskussion gestanden. Vor allem sei die Senkung der Lebenshaltungskosten der Bergarbeiterschaft durch Belieferung mit billigem Rindfleisch, wohlfeiler Margarine und Senkung der Wohnungsmieten bei den Besprechungen erörtert worden. Minister Colijn habe sich bereit erklärt, alles daran zu setzen, was in seinen Kräften stehe, um der Krise Herr zu werden. Allerdings sei er in mancher Hinsicht durch Handelsverträge und Wirtschaftsabkommen gebunden. Der„Maasbode“ erhebt die Frage der Verpflichtung sämtlicher öffentlich- rechtlicher Körperschaften sowie derjenigen Industrien, für die Kontingentierungsmaßnahmen durchgeführt werden, ausschließlich niederländische Kohle zu verwenden. Hierbei müsse man sich jedoch der Schwierigkeiten klar werden, die einer BeschränVor der Kommission für Wirt schaftspolitik der RSDAP. sprach Staatssekretär Reinhardt am Sonntag über die Beseitigung der Arbeitslosigkeit. Im Rahmen der schlesischen Kulturtage fand am Sonnabend in der dicht besetzten Breslauer Jahrhunderthalle eine große Kundgebung statt, in der Reichsleiter Alfred Rosenberg sprach. Wie der Völkische Beobachter über die Vorbereitungsarbeiten zum Reichsparteitag 1934 der NSDAP. erfährt, hat sich die Organisationsleitung bereits gebildet. Sie wird, wie im Vorjahre, von Rudolf Schmeer geführt. Krise des niederländischen Bergbaus Hilfsmaßnahmen.— Organisation einer Kohlenzentrale Der holländische Ministerpräsident Dr. Colijn empfing die Bürgermeister der Städte im limburgischen Kohlenbecken, um mit ihnen die sich aus der Krise im niederländischen Bergbau ergebenden Fragen zu besprechen. An den Verhandlungen nahm Dr. Hirschfeld von der Wirtschaftsabteilung des Außenministeriums teil. Ueber den Verlauf der Besprechungen ist offiziell nichts bekannt geworden. Wie der„Maasbode“ erfährt, haben ein Plan zur Bildung einer kung der Kohleneinfuhr durch die bestehengen Handelsverträge entgegenständen. Unter den weiteren eventuellen Hilfsmaßnahmen käme der Bau eines Kanals im limburgischen Kohlenrevier in Frage. Streikgefahr im niederländischen Bergbau Durch die Kündigung der Lohnregelung für den niederländischen Bergbau und die von Unternehmerseite erfolgte Ankündigung einer 10%= igen Lohnsenkung ist, wie der„Telegraaf“ meldet, die Streikgefahr im niederländischen Bergbau akut geworden. Die Hauptverwaltung des Allgemeinen Niederländischen Bergarbeiterverbandes hat der Regierung ein Schreiben übermittelt, in dem sie ersucht wird, alle Mittel aufzubieten, um die Zechenverwaltungen zu veranlassen, auf die 10%ige Lohnsenkung zu verzichten sowie unverzüglich eine Sitzung der sogenannten Kontaktkommission einzuberufen, die Maßnahmen zur Sanierung des Steinkohlenbergbaus treffen soll. In der Eingabe an die Regierung weist der Bergarbeiterverband darauf hin, daß neben dem offiziellen 15%igen Lohnabbau in den Jahren 1931 und 1932 eine erhebliche Verminderung der Bergarbeitereinkommen durch Feierschichten bewirkt worden sei. Im Jahre 1933 seien allein 1300000 Feierschichten verfahren worden. Unter keinen Umständen könne der Bergarbeiterverband seinen Mitgliedern empfehlen, sich mit der Lohnsenkung einverstanden zu erklären, so daß mit einem Streik gerechnet werden müsse, falls die Regierung nicht unverzüglich eingreife. Erpresserbande droht mit Brandsiiftung von Rennställen Die Vereinigung der Trainer des französischen Pferderennplatzes Maison Laffitte hat eine Klage gegen Unbekannt eingereicht, da in letzter Zeit in den Pferdeställen häufig rätselhafte Brände ausbrachen. Polizeiliche Ermittlungen erbrachten Gründe für den Verdacht, daß eine Bande von Erpressern in Drohbriefen die Brandlegung in Ställen angekündigt hat; wenn nicht die Trainer gewisse Pferde gegen Zahlung einer größeren Summe für Siegrennen doppen, d. h. entgegen den Rennbestimmungen durch Verabreichung besonderer Reizmittel anspornen. Bei den Nachforschungen wurde zuerst ein falscher Polizeibeamter verhaftet, der sich nicht über den Besitz von 60000 Franken Bonds der nationalen Verteidigung ausweisen konnte und gegen den zunächst einmal ein Verfahren wegen Amtsanmaßung eingeleitet werden wird. In wenigen Zeilen Nach dem Reichsbankausweis der ersten Juni=Woche ging der Goldbestand um 19 Millionen auf 111,1 Millionen zurück, der Bestand an deckungsfähigen Devisen stieg um 3.7 auf 9.4 Mill. RM. Das Deckungsverhältnis beträgt jetzt noch 3.4 Proz. gegen 3.7 Proz. Ultimo Mai. Bei der Beisetzung der Todesopfer der Bugginger Grubenkatastrophe am Montag wird Reichsarbeitsminister Franz Seldte im Auftrage und in Stellvertretung des Führers anwesend sein. In den festlich geschmückten Räumen der Reichsmusikkammer, fand eine Vorseier aus Anlaß des 70. Geburtstages des Präsidenten Dr. Richard Strauß statt. Staatssekretär Dr. Funk überreichte Bilder des Führers und des Reichsministers Dr. Goebbels mit eigenhändigen Widmungen. Im Namen des Reichspräsidenten überbrachte Staatssekretär Pfundtner den Adler= Schild des Deutschen Reiches. Rich. Strauß dankte für die Ehrungen mit bewegten Worten. Die Einigung in der amerikanischen Stahlindustrie muß einstweilen als gescheitert gelten. Für den Fall, daß die Streikgefahr akut wird, ist es nicht ausgeschlossen, daß Präsident Roosevelt in den Streit eingreift. Wie Paris sich vor Luftangriffen Eine riesige Lautsprechersirene auf dem Dach eines Pariser Hauses. mit deren Hilfe die Bevölkerung beim Herannahen seindlicher Flugzeuge gewarnt werden soll. Interessant ist, daß ein für den 9. Juni angesetzter Probealarm des Pariser Luftschutzes verschoben werden mußte, da die großen Luftschutzsirenen nicht in Ordnung waren. Ei. ei!