Zeitung“ erscheint wöchentlich sechs mal. Bezugspreis wöchentl. 45 Pfg.(einschl. Trägerlohn). Einzelnummer 10 Pfg. Geschäftsstelle Gr. Markstraße 3—5. Postscheckkonten: Dortmund 2852 und Hannover 21874. Verantwortlich. Hauptschriftleiter: Heinz Friedrich Kamecke, Verantwortl. für d. gesamt. Texteil: Heinz Friedrich Kamecke. Für den Anzeigenteil: Hans Linner; sämtlich in Schwerte. Druck u. Verlag: Carl Braus, Schwerte.— Sageblatt für die Stadt Schwerte und das Amt Westhofen H Kreisblatt für den nördlichen Teil des Landkreises Sserlobn Familien=, Vereins= u. amtl. Anzeigen 4 Pfg. Reklame: Millimeterzeile 20 Pfg. keinerlei Ayspruch auf Schadenesatz 3tag.—— 9 991.——.— 67. Jahrgang Se Hehr nicht ehne Sratschiatts Gondorsong Bowühungan um dio Rottung der Abrüstungskonferenz— Henbersons Benlühuugen um die Reitung der Abrüstungskonferenz Geheime Litzung des Abrüstungspräsidiums Reise nach Berlin? Wie am Montag um 17 Uhr aus der noch andauernden Geheimsitzung des Abrüstungspräsidiums in Genf bekannt wird, hat der Präsident der Abrüstungskonferenz, Henderson, eine Entschließung vorgeschlagen, durch welche das Präsidium den Auftrag erhält, zunächst alle weiteren Schritte zu tun, um die Konferenz zu retten. In erster Linie komme es dabei darauf an, Deutschland durch Verhandlungen wieder in die Konferenz zurückzuführen, anderenfalls sei die Lage aussichtslos. Henderson soll sich bereit erklärt haben, zu diesem Zweck selbst nach Berlin zu fahren. Wie man hört, hat Außenminister Barthou nähere Auskünfte darüber verlangt, aus welchem Grunde man diesen Schritt gegenüber Deutschland schon jetzt und im gegenwärtigen Stadium zu tun beabsichtige. Daß Frankreich an sich bereit sei, mit Deutschland sich nach Möglichkeit zu verständigen, habe man aus der Erledigung der Saarfrage erkennen können. Barthou fragte weiter, ob etwa das Präsidium der Abrüstungskonferenz nach Berlin fahren wolle; er würde dann jedenfalls nicht mitfahren. Derartige Reisen hätten keinen Zweck, ohne daß man dabei etwas Bestimmtes in der Tasche mitbringe. Herr Eden sei durch die verschiedensten Hauptstädte gefahren, aber ohne jeden Erfolg. Man könne sehr gut hier in Geuf jetzt weiterarbeiten. Es lägen eine Menge wertvoller Vorschläge vor(hier verweist Barthou offenbar auf neue russische Vorschläge). Er sei gegen eine Vertagung. Im Anschluß an Barthou nahm der Sprecher der sechs neutralen Staaten, der schwedische Außenminister Sandler, das Wort. Er betonte mit Nachdruck, daß die Sicherheit nur in Verbindung mit der Abrüstung überhaupt zu finden sei... 106 Laer M1ahNorman Davis gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß die Arbeiten der Konferenz ohne Rückkehr Deutschlands zum Scheitern verurteilt seien. Auch die Sicherheitsfrage könne ohne Deutschland nicht gelöst werden. Der Vertreter Englands, Eden, ließ erkennen, daß England die Fortsetzung der Konferenz für zwecklos halte und nicht mehr wünsche, daß die sinnlos gewordenen Gespräche fortgesetzt werden. Vertagung auf Dienstag Nach fast vierstündiger Dauer ist die Sitzung am Montag gegen 19.30 Uhr zu Ende gegangen, ohne irgendwelche Beschlüsse gefaßt zu haben. Im Verlauf der Aussprache hatte der Vorschlag Gestalt angenommen, einen Ausschuß aus Vertretern der Großmächte, der Urheber der Entschließungsanträge und den drei Präsidenten der Konferenz zu bilden, der über das weitere Vorgehen beraten sollte. Aber auch hierüber konnte keine Einigung erzielt werden. Es wurde lediglich beschlossen, die Beratungen am Dienstagnachmittag fortzusetzen. Der Bericht des Sekretariats Ueber die hinter verschlossenen Türen stattgefundene Sitzung wird vom Völkerbundssekretariat ein ausführlicher Bericht ausgegeben, dem folgendes zu entnehmen ist: Henderson äußerte sich zunächst zu den einzelnen Entschließungsentwürfen. Zu dem russischen Vorschlag, die Konferenz in eine Friedenskonferenz umzuwandeln, erklärte er, daß zu diesem Zweck eine einstimmige Entschließung erfolgen müßte. Es seien offenbar keine großen Aussichten für eine Lösung vorhanden, solange nicht die ernsten politischen Schwierigkeiten überwunden seien. Das Präsidium müßte prüfen, welche Empfehlungen es dem Hauptausschuß zu machen hätte. In dieser Hinsicht hätten sowohl die Neutralen wie auch die türkische Abordnung auf die Bedeutung der Beteiligung Deutschlands hingewiesen. Aus der französischen Note vom 1. Januar, der italienischen vom 4. Januar, der englischen vom 29. Januar und der deutschen vom 16. April ergebe sich ein Kompromißwille. Die Schwierigkeiten seien durch diese Noten verringert worden. Das Präsidium müßte also dem Hauptausschuß eine Methode empfehlen, die es ermöglichen würde, die Meinungsverschiedenheiten noch weiter auszuräumen, um eine Beteiligung Deutschlands an den Bemühungen um den Abschluß eines Abkommens herbeizuführen. Henderson hielt es nicht für unmöglich, zu einem Kompromiß zwischen den verschiedenen Auffassungen zu gelangen. Er regte an, daß das Präsidium den Hauptausschuß auffordern solle, die notwendigen Maßnahmen zu treffen, um durch Zusammenarbeit der Staaten zum Abschluß eines Abkommens zu gelangen. Er frage sich, ob es nicht notwendig wäre, auf Verhandlungen zwischen den interessierten Mächten zurückzugreifen, ehe man einer ersprießlichen Aussprache innerhalb der Konferenz kommen könne. Wenn der Hauptausschuß dieses Verfahren billige, wäre es angezeigt, die Erörterung der vorgelegten Entschließung auf die nächste Woche zu vertagen, solange kein Fortschritt erzielt sei. A tt##(ast, 9. Außenminister Barthou legte die Auffassung der französischen-Abordnung folgendermaßen dar: 14 Staaten hätten verlangt, daß die Sicherheitsfrage die Arbeiten der Konferenz beherrsche. Wie könne man den Meinungsaustausch auf Sonderverhandlungen zwischen einzelnen Staaten beschränken? Er glaube andererseits nicht an die Nützlichkeit eines dem Präsidenten zu erteilenden Auftrages, die Standpunkte Deutschlands und Frankreichs einander anzunähern. Am heutigen Vormittag habe in der Saarfrage eine Verständigung erzielt werden können. Warum sollte nicht auf anderem Gebiet eine Annäherung herbeigeführt werden können? Jedenfalls sei die Konferenz mit der Sicherheitsfrage befaßt. Es sei ihre Aufgabe, sie zu erfüllen. Der amerikanische Vertreter Norman Davis erklärte, die Sicherheitsfrage könne leichter gelöst werden, wenn Deutschland da wäre und wenn man mit ihm über ein Abkommen, das sich auf die Sicherheit und auf die Abrüstung beziehen würde, verhandeln könnte. Nach amerikanischer Auffassung sei die beste Art, zur Sicherheit zu gelangen, die Abrüstung, und Amerika sei wie viele andere Staaten an einer Sicherheit ohne Abrüstung uninteressiert. Der englische Vertreter Eden erklärte, in dem Abkommensentwurf(gemeint ist offenbar der englische) seien viele der jetzt eingereichten Vorschläge enthalten. Er war mit allen Feststellungen und Vorschlägen des Präsidenten einverstanden. Man müsse eine Verhandlungsmethode finden, um zu einer Verständigung zu gelangen, ohne zwecklose neue Ausschüsse einzusetzen. Eden schloß mit der Erklärung, daß seine Abordnung an neuen Anstrengungen, die mit Bezug auf die Hauptziele der Konferenz unternommen würden, teilnehmen werde.. 9. 4.4ffas Tchestaute Die Einsetzung eines Ausschusses scheiterte schließlich daran, daß sowohl Baron Aloisi als auch Barthou erklärten, daß sie in ihm lieber nicht vertreten sein möchten. Daraufhin schloß Henderson die Sitzung mit der Erklärung, daß es besser sei, den Gedanken eines Ausschusses aufzugeben und die Aussprache am Dienstag fortzusetzen. Neuer russischer Entwurf Vollkonferenz soll zusammentreten Die russische Abordnung hat am Montagnachmittag dem Präsidium der Abrüstungskonferenz eine Entschließung vorgelegt, in der u. a. betont wird, daß der Hauptausschuß beschließe, der Konferenz zu empfehlen, als Vollkonferenz zusammenzutreten wegen der ganz besonderen Wichtigkeit, die in der gegenwärtigen Stunde einer erweiterten und ununterbrochenen Organisation und der Aufrechterhaltung des Friedens zukommt. Ferner soll die ununterbrochene Fortdauer der Konferenz für die Herabsetzung und Begrenzung der Rüstungen erklärt werden, indem man ihr gleichzeitig den Auftrag gibt, die Konferenz umzunennen.“ Der Wechsel des Namens der Konferenz wird in keiner Weise die vorher bestehenden Beziehungen zwischen der Konferenz und dem Völkerbund berühren. Auch Eden sprach dann seine Zuversicht aus, daß die Vereinbarungen in jeder durchgeführt werden, was eine wesentliche Bedingung für die Volksabstimmung sei. Zum Schluß lobte auch Eden den Geist der Verständigungsbereitschaft, der von den beiden Regierungen bewiesen worden sei. „Können wir,“ so fuhr er fort,„ das nicht als ein gutes Vorzeichen für ähnliche Bestrebungen auf anderen Gebieten betrachten? Sicherlich könnte nichts der Regierung seiner Majestät willkommener sein, als das Wachsen und die Entwicklung der von gegenseitigem Vertrauen und gutem Willen getragenen Beziehungen zwischen den beiden großen Staaten, die am meisten an der Frage interessiert sind, mit der wir uns heute befaßr yuvriz,„.# eitrte Der polnische Außenminister Beck führte u. a. aus, die Frage einer Volksabstimmung sei unter Bedingungen, wie sie an der Saar vorliegen, immer eine schwierige Sache. Umso mehr könne er den Ratsausschuß und seinem Präsidenten aufrichtig zu dem Erfolg beglückwünschen. Er sprach dann die Hoffnung aus, daß die im Saargebiet eingesetzten Organe ihre Aufgaben erfüllen werden und daß es gelingen werde, die Volksabstimmung unter den denkbar besten Bedingungen durchzuführen. Nach Beck sprachen noch der tschechische, Außenminister Benesch und die Vertreter Mexikos und Dänenaris.„ I.zngsiommision des Der Präsident der Regierungskommi###n des Saargebietes, Knox, sprach die Hoffnung aus, daß die nun angenommene Entschließung die nötige Ruhe im Lande wiederherstellen werde und die für die Volksabstimmung unbedingt nötige Befriedung herbeiführen werde.— Der Präsident des Völkerbundsrates beantragte, daß das Dreier=Komitee seine Arbeiten fortsetze und seine Befugnisse behalte. Der Bericht des Dreier=Komitees wurde dann vom Völkerbundsrat einstimmig und unverändert angenommen. Da Deutschland, Japan und Panama als Ratsmitglieder fehlten, waren nur zwölf Ratsmitglieder anwesend. ersten Leichen Die Vergungsarbeiten in Buggingen Bei den Bergungsarbeiten im Bugginger Unglücksschacht konnte am Montag eine Anzahl Toter geborgen werden. Bei den in der provisorischen Leichenhalle aufgebahrten Leichen steht eine Ehrenwache von Bergleuten. Es wurde festgestellt, daß die Verunglückten Aeuer Sak anrtber Bhees chei cer Siche. Dank des Völkerbundsrates an Baron Aomn— barigou erteilt Lehren sso daß hätten binzutreten müssen. Bartbou, prgz hindungsstellen zur 812.=Meter=Sohle sind nun abgedichtet, wobei in die Dichtungsmauer Beobachtungsrohre eingebaut wurden, um einen eventuellen Brand oder aufkommende Kohlengase feststellen zu können. Duur Arromnte: PJtutol ##„ Mll.* Parthau ortof Um 12.40 Uhr am Montagmittag nahm der Völkerbundsrat die ihm vorgelegte Entschließung über die Saarabstimmung ohne jede Abänderung einstimmig an. Vorher sprachen noch verschiedene Mitglieder des Völkerbundsrates, darunter der Vertreter Englands, Lordsiegelbewahrer Eden, der polnische Außenminister Beck und der tschechoslowakische Außenminister Benesch ihre Freude über die erreichte Einigung aus, in der sie ein gutes Vorzeichen für die Zukunft sehen wollen. Die Sitzung des Rates begann gegen 12 Uhr. Nach einleitenden Worten des Präsidenten berichtete der Vorsitzende des Dreier=Komitees, Baron Aloisi, dem Rat. Er betonte, die erreichte Einigung habe nicht nur den Sinn, die Abstimmung selber zu ermöglichen, sondern sie solle auch als Grundlage für eine bessere Verständigung und Zusammenarbeit dienen. Sodann sprach Außenminister Barthou. Er erwähnte, daß über die Festsetzung des Datums keinerlei Meinungsverschiedenheiten bestanden hätten. Man habe keinen Augenblick daran gedacht, daß vertragliche Recht der Bevölkerung zu mindern. Tatsächlich habe nur dafür gesorgt werden müssen, daß dieses Recht in Freiheit und Würde ausgeübt werden könne. Deshalb sei es unerläßlich gewesen, für die Einwohner der Saar, und zwar für alle Einwohner, die nötigen Garantien für die Zukunft zu schaffen, was auch immer das Schicksal des Saargebietes sein werde. Barthou führte dann im einzelnen die für die Saarbevölkerung festgelegten Garantien auf. Er bezog sich dabei auf die von ihm und dem deutschen Außenminister abgegebenen Erklärungen. Hier fügte er aber hinzu, daß zu den Erklärungen noch Ausführungsgarantien hatten hinzutreten müssen. Barthou sprach dann noch von dem doppelten Beschwerderecht der Saarbevölkerung, die sich einerseits an die Abstimmungsgerichte während der Uebergangszeit und weiter für unbegrenzte Zeit an einen internationalen Körper wenden könne. Barthou betonte dann weiter, daß die Autorität der Regierungskommission des Saargebietes unbedingt gewahrt bleiben müsse. Von jetzt ab gelte im Saargebiet keine Entschuldigung mehr für Gewaltakte und Bedrückungen. Drohungen, Reden. und Rundfunksendungen (Straßburger Sender!), die die Gemüter erregen und auf deren Gefahr die Regierungskommission hingewiesen habe, müssen in Zukunft unterbleiben. In diesem Zusammenhang wies der französische Außenminister darauf hin, daß auch Frankreich, das mehrere tausend Staatsangehörige im Saargebiet hat, ein besonderes Interesse an der Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung habe. Von den Abstimmungsgerichten erwähnte er, daß sie zur Beruhigung und Klärung der Lage beitragen können. Zum Schluß dankte Barthou dem Berichterstatter, Baron Aloisi, in sehr freundlichen Worten für die hervorragende Durchführung seiner Aufgabe und dehnte diesen Dank auch auf die übrigen Mitglieder des Dreier=Komitees aus. Der Vertreter Englands, Eden, hatte den Bemerkungen Barthous nicht viel hinzuzufügen. Er wies darauf hin, daß der Rat das Recht habe, die für die Abstimmungsberechtigten erreichten Garantien auf alle Einwohner des Saargebietes auszudehnen. Wenn, wie er hoffe, das Dreier=Komitee seine Funktionen weiter behalte, so werde es zweifellos zu gegebener Zeit in der Lage sein, Vorschläge zu machen, auf Grund deren allen Einwohnern des Saargebietes angemessene Garantien gegeben werden könnten. Oberbergrat Ziervogel führte aus, daß die beiden Sachverständigen Prof. Feitsche von der Technischen Hochschule Aachen und der Leiter des Maschinentechnischen Büros Karlsruhe, Reg.=Baumeister Lais, überaus wichtige Feststellungen hinsichtlich der Brandursache bei den Kabelkupplungen machen konnten. Auch die beiden gerichtsärztlichen Sachverständigen, Prof. Schwarzacher und Dr. Uhtz, begaben sich nach Auffindung der Toten mit in die Grube, um die nötigen Feststellungen hinsichtlich der Beschaffenheit der Leichen, der Todesursachen usw. zu machen. Die Halle im Zecheneingang ist durch Tannengrün und Flaggen zu einer würdigen Leichenhalle ausgestaltet worden, in der die geborgenen Leichen provisorisch bis zur Beisetzung aufgebahrt werden. Es ist damit zu rechnen, daß am Dienstag die erste Beisetzung auf dem bereits in Angriff genommenen Ehrenfriedhof in Buggingen stattfinden wird. 20 Tote bei einem Erdrutsch In der rumänischen Gemeinde Orateni wurden 20 Bauern am Fuße eines Berges beim Graben nach Lehm durch einen Erdrutsch verschüttet. Die zur Hilfeleistung herbeigeeilten Dorfbewohner konnten bisher nur einen Loten bergen. Von einer Rettung der übrigen kann keine Rede mehr sein. Zwangsorganisation für den hausbesitz Der Präsident des Zentralverbandes deutscher Haus= und Grundbesitzervereine, Obersturmbannführer Tribius betont in einem Artikel im „Grundeigentum“ die vielfältige Verwurzelung des Grundeigentümers in Staat, Wirtschaft und Politik. Mit dem Vorurteil, daß der Haus= und Grundbesitz lediglich als eine Form des Kapitals betrachtet wird, aus dem der Besitzer eine mühelose Rente bezieht, müsse endgültig aufgeräumt werden. Es sei wünschenswert, daß der Staat sich sowohl in sachlicher als auch in organisatorischer Hinsicht des Haus= und Grundbesitzes in gleicher Weise annimmt, wie dies bei den übrigen großen Gruppen der Wirtschaft geschehen sei. Durch Zwangsmitgliedschaft müsse verhindert werden, daß liberalistische und indolente Hausbesitzer durch eigentbrötlerisches Abseitsstehen sich ihrer Pflicht gegenüber der Allgemeinheit entziehen. Militärwache in Wöllersdorf Der österreichische Pressedienst in München meldet: In den letzten Tagen wurde die Wachmannschaft im österreichischen Konzentrationslager Wöllersdorf, die bisher aus Gendarmeriebeamten und Heimwehrleuten bestand, durch Bundesheer ersetzt. Im Zuge dieses Austausches wurden 16 Gendarmeriebeamte verhaftet und in das Wiener Neustädter Kreisgericht eingeliefert, weil sie im Verdachte stehen, mit den in Wöllersdorf angehaltenen Nationalsozialisten tonspiriert zu haben. ohe Zure; der Runft Dr. Goebbels auf der Tagung der Reichskammer der bildenden Künste Tells„Hohle Gasse“ wird Nationaldenkmal Reichsminister Dr. Goebbels hielt anläßlich der Tagung der Reichskammer der bildenden Künste am Montag in München eine Ansprache, in der er einleitend auf die Bedeutung Münchens für die bildenden Künste hinwies. Als der Nationalsozialismus an die Macht kam, so führte der Minister u. a. weiter aus, glaubte man vielfach, daß damit ein Rückfall in die Barbarei primitiver Urzeiten vor der Türe stehe. Wie anders haben sich auch auf diesem Gebiete die Dinge entwickelt, als die Ueberklugen glaubten befürchten zu müssen. Das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda hat einen umfassenden Feldzug zur Wiedereingliederung des bildenden Künstlers und des untrennbar mit ihm verbundenen Kunsthandwerkers in den allgemeinen Wirtschafts= und Arbeitsprozeß begonnen. Das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda hat mit der gesamten sogenannten Kunstindustrie weiterhin Verhandlungen ausgenommen, mit dem Ziele, daß bereits in diesem Jahre noch an Stelle der in diesen großen Industrien nur zu häufig tätigen ungeeigneten Vertreter wirklich fähige bildende Künstler und Kunsthandwerker neue Arbeits- und Gestaltungsmöglichkeiten finden sollen. Wir haben zu Dritt die Absicht, in allen größeren Städten Deutschlands Stellen zu schaffen, die gute Kunst zu angemessenen Preisen dem Publikum vermitteln. Lassen Sie mich in diesem Zusammenhang ein paar Worte über das Verhältnis des Nationalsozialismus zur modernen Kunst verlieren. Ich verwahre mich dagegen, daß der Nationalsozialismus reaktionären Tendenzen huldige und in der Bequemlichkeit, mit der man ausgetretene Wege weitergeht, der Weisheit letzten Schluß sieht. Aber ebenso bewußt und unbeirrt lehnen wir es ab, alles das als modern hinzunehmen, was extravagant ist und in der Extravaganz den Mangel an technischem Können zu verstecken sucht. Auch das Moderne muß etwas können und es darf ihm nicht erlaubt sein, durch hysterische Ekstase zu ersetzen, was nur Fleiß und zähe Arbeit an sich selbst vermitteln können. Wir Nationalsozialisten fühlen uns als die Träger fortgeschrittenster Modernität nicht nur im Politischen und Sozialen, sondern auch im Geistigen und Künstlerischen. Nur aus dem Mutterboden der Heimat zieht der schaffende Mensch seine unversiegliche Nährkraft. Wann eine ganze Welt im Zeichen völkischen Erwachens steht, wie kann der künstlerische Mensch sich der dynamischen Kraft dieses Vorganges entziehen oder gar entgegenstellen. Es ist des Staates große Hoffnung, daß der Nationalsozialismus, der im Politischen seine einzigartige Form gefunden hat, einmal im Geistigen und Künstlerischen seine letzte seelische Deutung erfahren wird. 30 neue Erlasse in Oestetreich An der Amtstafel der Polizeidirektion in Wien wurden am Montag 30 Ausbürgerungserlasse angeschlagen, von denen die meisten Personen betreffen, die als Funktionäre des nationalsozialistischen Kampfringes der Oesterreicher in Deutschland gearbeitet haben und die Werbeaufrufe dieses Vereins mit unterzeichnet haben. Saarkommunist darf nicht nach England Die englischen Behörden verweigern die Einreise Die englischen Behörden haben dem Saarkommunisten Kurt Thomas die Einreise nach England verweigert. Als Thomas an der englischen Küste in Newhaven eintraf, wurde er von dem Einreisebeamten wieder zurückgeschickt. Thomas sollte als„Vertreter der Saar“ an einer Versammlung des sogenannten Unterstützungsausschusses für die Opfer des Faschismus teilnehmen. Der Präsident des Ausschusses, Lord Marley, protestierte gegen die Einreiseverweigerung und teilte mit, daß Thomas seinen englischen Zuhörern interessante Einzelheiten über seine neuerliche Unterredung mit Thälmann hätte berichten können. Meretoimuns der Grricht Der Prozeß wegen Ermordung der Berliner Polizeihauptleute Anlauf und Lenk Jemen liefert aus Ibn Sauds Friedensbedingungen angenommen? Die beiden Irissi=Scheichs, deren Auslieferung König Ibn Saud in seinen Friedensbedingungen gefordert hatte, sind jetzt dem Emil Feisal, dem Vizekönig von Mekka und Sohn Ihn Sauds, übergeben worden. Die Auslieferung der beiden Scheichs wird als Zeichen dafür betrachtet, daß der Imam von Jemen alle Bedingungen des Friedensvertrages zu erfüllen gedenkt; denn diese Bedingung war die schwerste, da es nach arabischen Ehrbegriffen eine Schande ist, Menschen, die Zuflucht gesucht haben, auszuliefern. Vor dem Berliner Schwurgericht begann am Montag ein Prozeß gegen 15 Kommunisten, die beschuldigt werden, sich im August 1931 an der Ermordung der beiden Berliner Polizeioffiziere Anlauf und Lenk beteiligt zu haben. Die Anklage lautete auf Mord. Der zuerst vernommene Angeklagte, der 38 Jahre alte Kommunist Michael Klause, schilderte seine politische Laufbahn. Bereits nach Beendigung des Krieges hatte er sich der KPD. als Kurier zur Verfügung gestellt. Im Jahre 1929 wurde dann der berüchtigte„Ordnerdienst" der KPD. geschaffen, dessen Zweck nach der Bekundung des Angeklagten der war, zur Vorbereitung der kommunistischen Revolution eine bewaffnete Kerntruppe zu bilden. Klause wurde dann später nach seiner Schilderung zum Berliner Leiter des Ordnerdienstes vorgeschlagen. Vorher sollte er jedoch noch einen Schulungskursus in Rußland durchmachen.. Seine Familie erhielt während seiner Abwesenheit von der Parteileitung 150 RM. im Monat Unterstützung. Klause schildert nunmehr seine Fahrt nach Rußland. Dort wurden sie über Strategie und Taktik sowie über Spreng= und Verbindungswesen unterrichtet. Dann wurden Scharfschieß=Uebungen veranstaltet. Den Mitgliedern des Kursus war das Betreten bestimmter Distrikte in Moskau streng verboten; namentlich war ihnen untersagt, mit russischen Arbeitern Fühlung zu nehmen, so daß sie über die wirkliche Lage keinerlei Kenntnisse erhalten konnten. Die Reichsleitung des „Ordnerdienstes“, lag in Händen des früheren kommunistischen Abgeordneten Kippenberger. Da ein Ueberfall auf Anlauf am 8. August nicht geklappt hatte, befahl Kippenberger, den Ueberfall am folgenden Tage auszuführen.„Ich sah keine Möglichkeit mehr“, so sagte der Angeklagte, „den Ueberfall zu verhindern und mußte meinem Befehle gehorchen.“ Zu seiner Schilderung erklärte der Angeklagte noch:„Ich habe mir überlegt, daß es keinen Sinn hat, hier zu leugnen. Denn als Verräter werde ich doch einmal über den Haufen geschossen werden. Ob ich jetzt der Rache der Kommune zum Opfer falle oder in vielleicht zehn Jahren nach meiner Entlassung aus dem Zuchthaus, ist mir dann egal. Deshalb will ich hier alles sagen, was ich weiß.“ Der nächste Angeklagte, der 38jährige Kommunist Albert Kunz, gibt sich große Mühe, die belastenden Aussagen seines Mitangeklagten Klause möglichst zu verwischen. Klause bleibt bei seiner Darstellung und erklärt:„Selbst wenn ich hier freigesprochen werden würde, mein Urteil würde ich ja doch von der KPD. zu erwarten haben.“ Als ihn der Vorsitzende darauf hinweist, daß doch jetzt die KPD. aufgelöst sei und ihn fragt, ob er denn meine, daß es noch kommunistische Organisationen gebe, die alle diejenigen terrorisierten und verfolgten, die etwas verraten würden, erwiderte der Angeklagte Klause:„Jawohl. Der beste Beweis ist ja auch der Fall des früheren Kommunisten Alfred Kattner, der von der Kommune erschossen wurde, weil er etwas„verpfiffen“ hatte. Mir wird es auch nicht anders ergehen.„.„" Lanslung heshurhiat Am Schluß der Verhanrlung beschuligte Klause seinen Mitangeklagten Kunz, als Mitglied der Bezirksleitung der KPD. die Anweisung zur Plünderung von Lebensmittelgeschäften erteilt zu haben.— Die Verhandlung wird dann auf Dienstag vertagt. Die„Hohle Sasse" bei Küßnacht am Vierwaldstätter See, die durch Schillers„Wilhelm Tell“ Weltberühmtheit erlangt hat, soll jetzt in ihren früheren Zustand versetzt und zum Nationaldenkmal erklärt werden. Sie hat durch den dortigen Verkehr bereits stark gelitten, denn„es führt kein andrer Weg nach Küßnacht". So soll vor allem eine Umgehungsstraße gebaut werden, die den störenden Verkehr von der„Hohlen Gasse“ ableitet. Die Brüder Saß in Kopenhagen zu drei Jahren Gefängnis verurteilt Die Gebrüder Erich und Franz Saß sind Montag vormittag von dem Kopenhagener Gericht zu drei Jahren Gefängnis, zum Verlust der Ehrenrechte auf Lebensdauer und zur Ausweisung aus Dänemark verurteilt worden. Die Verurteilten haben durch ihren Verteidiger, Rechtsanwalt Cohn, Berufung eingelegt. Wahnsinnskat einer Mutter Die beiden Töchter und sich selbst erschossen In Hain(Riesengebirge) erschoß die 40jährige Gattin des Ingenieurs Liebenow in ihrem Eigenheim ihre beiden, sieben und acht Jahre alten Töchter und darauf sich selbst mit der gleichen Pistole. Ihr Gatte war verreist und entdeckte die unselige Tat bei seiner Heimkehr am Sonntag früh. Gerüchte, an deren Wahrheit die Bedauernswerte fest geglaubt hatte, hatten der Frau jede Ueberlegung geraubt und sie am Leben verzweifeln lassen. Im Schlaf die Kehle durchschnitten Eine furchtbare Bluttat wurde am Montag in den frühen Morgenstunden in einem Hause in Berlin=Friedenau entdeckt. Dort fand man den 60jährigen Molkereibesitzer Albert Wendt, seine 41jährige Ehefrau und seine neun und sechs Jahre alten Söhne in ihrem Blute liegend auf. Wendt, der mit seiner Ehefrau in Scheidung lebte, hatte nach den bisherigen polizeilichen Ermittlungen seinen Familienangehörigen während des Schlafes die Kehle durchschnitten und dann Selbstmord begangen. Hwtscheilsatte in Saurgeotel Entstellte Berichte in der französischen und englischen Presse Einheitliche Zuständigkeiten im Jamillenrecht Der Reichsjustizminister und der Reichsinnenminister haben eine Verordnung zur Vereinheitlichung der Zuständigkeit in Familien= und Nachlaß=Sachen erlassen, die einen weiteren bedeutsamen Schritt auf dem Gebiete der Vereinheitlichung der Justiz bedeutet. Die Verordnung erfaßt Rechtsgebiete, auf denen bisher eine ganz besondere Buntscheckigkeit der Vorschriften bestand. Durch die neue Veroronung werden, wie das NDZ.=Büro meldet, einheitliche Zuständigkeit geschaffen. Ueber die Befreiung vom Erfordernis der Ehemüdigkeit entscheidet einheitlich das für die Frau zuständige Vormundschaftsgericht, über die Befreiung vom Ehehindernis des Ehebruches der Präsident des Landgerichtes, vor dem der Ehescheidungsstreit im ersten Rechtszug behandelt worden ist. Ueber die Befreiung von der Wartezeit entscheidet der Standesbeamte, vor dem die Ehe geschlossen werden soll. Für Ausländer wird das Ehefähigkeitszeugnis allgemein vorgeschrieben. Weitere Zuständigkeitsvorschriften betreffen die Namenserteilung an ein uneheliches Kind und die Ehelichkeitserklärung, Entscheidungen, durch die einem Gesuch stattgegeben wird, sind nicht deshalb unwirksam, weil sie von einer örtlich zuständigen Behörde erlassen sind. Es wird weiter festgestellt, daß es sich bei all diesen Dingen um Verwaltungsentscheidungen handelt, gegen die Beschwerde unmittelbar an die zuständige Landesjustizverwaltung stattfinden kann. Die Neuregelung tritt am 1. August 1934 in Kraft. Verfahren, die in diesem Zeitpunkt anhängig sind, werden nach den bisherigen Vorschriften erledigt. Auch saaramtlich widerlegt Durch die ausländische Presse gehen Meldungen über Zwischenfälle am Sonntagnachmittag in Saarlouis, über die u. a. der Petit Parisien und der Daily Herald völlig entstellte Berichte bringen. In Saarlouis war am Sonntag zufällig eine Stuttgarter Studentengesellschaft anwesend, eine Tatsache, aus der die Franzosen „große Studentendemonstrationen in Saarlouis“ konstruiert haben. Saarflaggen seien heruntergerissen worden, man habe sogar das Lied „Siegreich woll'n wir Frankreich schlagen“ gesungen und schließlich sei es zu einer schweren Schlägerei gekommen. Wahr ist, daß in Saarlouis selbstverständlich große Freude über die Entscheidung des Abstimmungstermins geherrscht hat. Die Studenten haben in einem Restaurant das Saarlied und das Märkerlied gesungen. Das war alles, sonst ist es zu keinem Zwischenfall gekommen. Die französische Darstellung ist aber anscheinend ein Racheakt für die Erlebnisse der Studenten aus Nancy im Saargebiet.— Am gleichen Tage hatte das Saarlouiser Journal fünf Saarfahnen herausgehängt. Einzelne Leute zogen vor das Lokal und machten ihre Witze darüber, bis die Polizei zum Auseinandergehen aufforderte. In einem dritten Fall lief ein betrunkener Separatist bewaffnet durch die Straßen, belästigte die Vorübergehenden und schlug schließlich einen jungen Mann, der ihn wegen seiner Beschimpfungen der Deutschen Front zur Rede stellte, nieder. Endlich wurde aus einer Wohnung in einer alten Kaserne eine rote Fahne heruntergeholt und beschmiert von Leuten, die gen ist das Heraushängen von Parteiflaggen Unweklerkakastrophe in Südfrankreich im Saargebiet überhaupt verboten. Von einer„schweren Provokation durch die Deutsche Front“ kann daher nicht die Rede sein. Auch Untersuchungen örtlicher Behörden haben den einwandfreien Beweis erbracht daß an den gekennzeichneten Auslandsnachrichten über Ausschreitungen im Saargebiet kein wahres Wort ist. Die Meldungen der französischen Presse werden auch durch eine Mitteilung von sagramtlicher Seite widerlegt. Begeisterter Empfang im Saargebiet Die Führer der Deutschen Front nach ihrer Rückkehr aus Genf Die Fahrt der Führer der Deutschen Front durch das Saargebiet bei ihrer Rückkehr aus Genf glich einem Triumphzug. In allen Ortschaften, die sie im Kraftwagen durchfuhren, stand die Bevölkerung Spalier und jubelte ihnen begeistert zu. Verschiedentlich wurden die Wagen angehalten und die Insassen, besonders der Führer der Abordnung, Pirro, herzlichst begrüßt. In Homburg an der Saar war an der Einfahrt zux.Itadt ein großes Transparent mit der Auf„eift„13. 1. 1935 Sieg=Heil!“ über die Straße gespannt. Die 18. Internationale Arbeitskonferenz wurde Montag vormittag in Genf mit einer Rede des Präsidenten eröffnet. Es nehmen 46 Staaten daran teil. Ein schweres Unwetter, das in Südfrankreich wütet, nimmt nach letzten Meldungen geradezu katastrophale Ausmaße an.“ In der Nacht zum Montag ging ein neuer schwerer Wolkenbruch nieder. Mehrere Gehöfte sind vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten. Mehrere Kraftwagen wurden von den Wassermassen fortgespült. Die Eisenbahnlinien verschiedener Nebenstrecken stehen unter Wasser, so daß der Verkehr eingestellt werden mußte. Zwei Menschen wurden durch Blitzschlag getötet. Truppen sind entsandt worden, um der Bevölkerung bei der Rettung ihres Hab und Guts behilflich zu sein. Viel Vieh ist in den Fluten umgekommen. Mehrere Gebäude sind unbrauchbar geworden; da die Grundmauern unterspült sind, rechnet man jeden Augenblick mit ihrem Einsturz. In wenigen Infolge des schlechten Wasserstandes ist am Montag die Schiffahrt der Oberelbe und den Nebenflüssen offiziell eingestellt worden. Nach einer Reutermeldung aus Teheran ist der Schah von Persien in Begleitung des Außenministers sowie hoher Beamter und Offiziere nach Angora abgereist. Riesiges Schadenfeuer Die Anlagen einer Kachelfabrik in South River sind am Montag durch einen Brand vernichtet worden. Der Schaden wird auf über eine Million Dollar geschätzt. Nr. 128(Zweites Blatt) Schwerter Zeitung“" Dienstag, 5. Juni 1934 D Ggeret Trrctter Schwerte(Ruhr), Dienstag den 5. Juni 1934 Vom Wetter Aussichten für den Wetterdienstbezirk Essen. Dienstag: Nördliche bis nordwestliche Winde. In den Morgenstunden strichweise Nebelbildung oder Dunst. Sonst wechselnde Bewölkung ohne wesentliche Temperaturänderung. Nur vereinzelt geringfügiger Niederschlag. Bei Aufheiterung etwas wärmer. Mittwoch: Wetterlage kaum verändert. Etwas wärmer. Im Silberkranz. Das schöne Fest der silbernen Hochzeit feierten in der vergangenen Woche die Eheleute Schneidermeister Otto Siebert von hier. Dem beliebten Jubelpaar nachträglich zum Familen=Ehrentag unseren aufrichtigen Glückwunsch. Möge sich das Silber nach einem weiteren Vierteljahrhundert ehelicher Gemeinsamkeit in Gold verwandeln! Vierzigjähriges Dienstjubiläum. Sein vierzigjähriges Dienstjubiläum konnte am 2. Juni 1934 der Oberzugschaffner Karl Kirchhoff in Schwerte begehen. Aus diesem Anlaß wurden dem Jubilar Glückwunschschreiben des Herrn Reichspräsidenten, des Herrn Generaldirektors der Deutschen Reichsbahn=Gesellschaft und des Herrn Reichsbahndirektionspräsidenten in Wuppertal=Elberfeld überreicht. Auch wir gratulieren herzlichst! : Eine treue Leserin, Frau Wilhelm Paul, Moltkestraße 19, die die„Schwerter Zeitung“ seit 1899 liest, vollendet heute das 6. Jahrzehnt ihres Lebens. Herzlichen Glückwunsch! Vaterländischer Frauenverein. Mutterberatung: Mittwoch, den 6. Juni ist von nachmittags 2,30— 4 Uhr Wiegestunde im Kreisgesundheitsamt, Hindenburg=Platz. Donnerstag, den 7. Juni, nachmittags 3 Uhr findet Mutterberatung in Schwerte=Ost, Gaststätte Kreinberg statt. : Wesentliche Fahrplanverbesserungen in Aussicht! Wie uns von der Pressestelle der Reichsbahndirektion Wuppertal mitgeteilt wird, sind für verschiedene Strecken im Bezirk der Reichsbahndirektion Wuppertal schon jetzt Fahrplanänderungen für den 1. Juli in Aussicht genommen, die wesentliche Verbesserungen im Reiseverkehr auf den Strecken Köln— Industriegebiet, Remscheid—Köln und Remscheid—Düsseldorf bedeuten. So sollen von Köln nach Dortmund mehrere neue Eilzuspaare über die am 15. Mai in Betzieh.genommene Neubaustrecke Schwelm West geführt werden, wodurch eine schnellere Verbindung vom Rhein nach dem Industriegebiet geschaffen wird. Remscheid wird neben den schon bestehenden, weitere durchgehende Verbindungen nach Köln erhalten. Außerdem wird der Fahrplan für die Strecken Remscheid —Düsseldorf und Remscheid—Wuppertal durch mehrere neue Verbindungen wesentlich verbessert. Für die Fahrten sollen neue Triebwagen eingestellt werden, an deren Stelle vorübergehend auch kleine Dampfzüge treten.— Die näheren Fahrplanangaben sind aus dem Ende Juni erscheinenden Neuausgabe des Taschenfahrpläns zu ersehen. Erste Arbeitstagung der NéV. in Schwerte Schwerte, 5. Juni. Die erste Arbeitstagung der Kreisamtsleitung der NSV. Iserlohn findet am morgigen Mittwoch, dem 6. Juni, nachmittags 4 Uhr im Parteilokal Wilkes, Bahnhofstraße, statt. Hiermit gelangt die erste Arbeitstagung des Hilfswerkes„Mutter und Kind“ zur Durchführung. Zu dieser sind sämtliche Zellen= und Blockleiter sowie die Helfer und Helferinnen der NSV. eingeladen. Erscheinen eines jeden, soweit er irgend abkommen kann, ist Pflicht. Den ersten Vortrag hält Kreiskommunalarzt Dr. Marx. Er spricht über Gegenwartfragen der Gesundheitsfürsorge. Das Thema des zweiten Vortrags, in dem Dipl.= Volkswirt Happel=Iserlohn hält, heißt„Zusammenarbeit zwischen öffentlicher und freier Wohlfahrtspflege“. Heil Hitler! F. d. R. Köhne, Hemeyer, Ortsgruppenleiter. Ortsgruppenamtsleiter. aus den Schrecknissen des Weltkrieges vor uns abläuft, erleben. In den„Lichtspielen zur Reichskrone“ ist er zu sehen. Wer ihn schaut, der wird bis ins Innerste gepackt von der eindringlichen Wucht dieser Kampf und Frontbilder von den Schlachten an der Aisne, in der Champagne, von der Flandernschlacht und der Tankschlacht bei Cambrai. Die unheimliche Feuernacht vom 15. zum 16. August 1917 in Flandern scheint der Beginn des Jüngsten Tages zu sein. In der öden Wüste des Schlachtfeldes stöhnen die Verwundeten. Zwei vom Stoßtrupp finden einen sterbenden Kameraden. In der Stunde vor dem Ende schlägt Frage und Antwort die ungeheuren Tiefen des Krieges auf und läßt erkennen, wie groß und gewaltig diese einfachen Soldaten sind. Die Heimat versteht nicht mehr ihr stilles Dulden und Leiden und verbissenes Kämpfen, aber stillschweigend werfen sie ihr Leben im Glauben an ihr Deutschland hin. Wir haben wohl alle schon Frontbilder, Kämpfe und Schlachten im Film gesehen. Kriegsfilme, die mit falschen Mitteln und verlogener Gesinnung das Entsetzen der modernen Materialschlacht zu schildern suchten und die sich nicht scheuten, verächtlich vom Kriege und nichtswürdig vom Blut der Frontsoldaten zu sprechen. Nur wenige, vielleicht nur einer: „Douaumont“, darf als ein Schlachtenfilm genannt werden, vor dem wir still und andachtsvoll saßen, weil#er die ungeheure Kraft des soldatischen Willens noch einmal lebendig werden ließ, die an den deutschen Fronten eine Welt in Erstaunen versetzt hat. Aber was hier gezeigt wird, das kannten wir bisher nicht. Das haben Frontsoldaten erlebt und in ihrem Innern begraben. Jetzt wird es an die Oberfläche geholt und es nimmt niemand wunder, wenn das Publikum minutenlang erstarrt ist von der Wirklichkeitsnähe dieses gigantischen Kriegsfilms. Ergronisse vom Frahsuhre. " Wir hrachten hereits] der Gutsverwaltung Brünninghausen. Ihn Schwerte, 5. Juni. Wir brachten bereits gestern eine allgemeine Würdigung des Frühjahrs=Turniers 1934, veranstaltet vom Schwerter Reit= und Fahrverein auf dem neuen Turnierplatz am Freischütz. Zu erwähnen ist noch, was den Besuch antrifft, daß man unter den zahlreichen Gästen auch Landrat Dr. Storck und Brigadeführer Bauer=Dortmund sah. Das Wetter, das sonst bei unseren Turnieren kühl und regnerisch ist, begünstigte die Veranstaltung mit Sonnenschein, nachdem eine kleine Dusche am Samstag den Staub auf dem Turnierplatz beseitigt hatte. Die Ergebnisse waren folgende: In der Dressurprüfung Kl. A für SA= und SS=Reiter marschierten 22 braune Teilnehmer auf. Sieger wurde H. Staupendahl mit der selbstgezüchteten Fuchsstute Coralle. Zweiter wurde L. Trappmann auf dem Fuchswallach Flank. E. Becker(Standarte 67) errang mit der braunen Stute Parabel den 3. Platz, Vierter wurde Fr. Westermann 2/67 auf Anwalt. 5. W. Lütgemüller 3/67(Bes. Flunkert) auf Schwalbe. 6. Schulte=Günne aus Soest auf Anthrazit. 7. H. Budde 2/67(Bes. G. Budde) auf Aldo. 8. H. Comberg jun. 4/166 aus Lichtendorf auf Schwäbin. 9. A. Althüser 1/67 auf Schwabenprinz. 10. H. Stamm(Reitersturm Schwerte) auf der Fuchsstute Hedwig. 11. Cl. Tillmann Standarte 68 auf Goldperle und 12. der Hitlerjunge Hidding,(Bes. W. Hidding=Villigst) auf dem 5jährigen Fuchswallach Nitus. Die Dressurprüfung Kl. L, offen für 4 jährige und ältere inländische Warmblutpferde für alle Reiter hatte folgendes Ergebnis: 1. Hauptwachtmeister Uhle auf dem braunen Wallach Scharnhorst. Den 2. Platz eroberte W. Rahlenbeck vom Schwerter Reitersturm auf dem Edelblüter Gauner. Den 3. Platz belegte der Dortmunder Hauptwachtmeister auf der dunkelbraunen Stute Quelle. Vierter wurde L. Stoßtrupp 1917 Seit Samstag dürfen wir auch hier in Schwerte schon jetzt diesen gigantischen Schlachtenfilm, der wie ein ungeheurer Ruf Trappmann 2/67 auf Flank, 5. P. Menken 1/67 auf Seydlitz und 6. auf dem Rappen Sonja der Dortmunder Oberwachtmeister Katzenberg. In dieser leichten Klasse hatte also die Dortmunder Schutzpolizei gut abgeschnitten. Die Eignungsprüfung für Reitpferde Kl. A, sah 19 Bewerber in der Kampfbahn. Hier war der 1. Sieg W. Rahlenbeck vom Schwerter Reitersturm 4/166 auf dem Fuchswallach Gauner nicht zu nehmen. H. Staupendahl mit Coralle und H. Budde auf Aldo sah man auf den nächsten Plätzen. 4. wurde Menken auf Seydlitz, 5. L. Trapmann auf Flank, 6. Westermann auf Anwalt, 7. H. Comberg jr. auf der dunkelbraunen Stute Schwäbin, 8. Schulte=Günne auf Anthrazit, 9. H. Wilmsmann auf dem fünfjährigen Fuchswallach Hecko und schließlich Cl. Tillmann auf Goldperle. In einer zweiten Dressurprüfung kämpften 8 Reiter um die Siegespalme. H. Staupendahl ging auf dem Falben Scheik als 1. Sieger hervor. W. Rahlenbeck belegte mit seinem Gauner den 2. Platz und der auch schon mehrmals genannte L Trappmann eroberte mit Flank den 3. Platz. Westermann wurde auf Anwalt Vierter, Menken auf Seydlitz 5. und Budde auf Aldo 6. Sieger. Unter den braunen Reitern sah man als einzige Reiterin Frl. Gerda Sils aus Kalthof, die von früheren Turnieren noch in bester Erinnerung ist. Mit ihrer braunen Hannoveranerstute Brunhilde landete sie an 7. Stelle. H. Filthaut aus Hememrde auf Anni Erster von hinten. Abwechselung brachten die 17 Einspänner in der Eignungsprüfung. Ein interessantes Schauspiel bot der 7jährige Fuchs Nero von der Gulsverwaltung Branninghäusen. Iyn brachte das bunte Bild der Menschenmenge in Verwirrung. Er bockte, stieg hoch, wurde geführt, versperrte die Bahn, wurde abgeführt und kehrte nach 10 Minuten nach erfolgter Beruhigung in die Kampfbahn zum Start zurück. Schwierigkeiten bereitete auf Filthauts Anni. Wilmsmann sen. führte die Spitze, sein Sohn war auch in der Arena im Kampf der Wagenpferde. Dann ging es los im Trab, im Schritt usw. 40 Minuten nahm diese Prüfung in Anspruch, mit dem Resultat, daß H. Wilmsmann jun. vom Reitersturm 3/67 mit der br. Stute Burga den verdienten Sieg errang. Hanni von der Gutsverwaltung Brünninghausen, eine selbstgezogen 4 jährige br. Stute, erstritt den 2. Platz. Der mehrfach erwähnte Fuchswallach Anthrazit ertrabte sich den 3. Platz. Die 7jährige Fuchsstute Monika, westf. Abstammung, Bes. D. Wehlmann, wurde 4. Sieger. Der Schwerter H. Wilmsmann sen. errang mit seiner br. Stute Hertha leider nur den 5. Platz, obwohl es zunächst den Anschein hatte, daß er den 1. Preis erringen würde, aber der Sieg blieb in der Familie. Die elf Zweispänner der Eignungsprüfung für Wagenpferde boten ein rassiges Bild. Erster Sieger wurde der Wagenlenke E. Eckey mit den hellen Bleßfüchsen Hilde und Nestor. Sybilla und Sportfee brachten ihrem Besitzer Fr. Lütgemüller die silberne Auszeichnung ein. Hilda und Hertha als Vertreterinnen des Schwerter Reitervereins errangen mit dem Fahrer H. Wilmsmann sen. den 3. Platz. Vier Vierspänner erschienen darauf in der Bahn. Am erfolgreichsten schnitt der prächtige Viererzug von Füchsen, gestellt vom Reiterverein Brackel, den Westermann geschickt steuerte, ab. Ein Pimpf produzierte sich auf dem Wagen als Fanfarenbläser und erntete einen Sonderbeifall. In der Placierung folgte Reiterverein Kalthof, Lenker L. Magney. 3. Reiterverein Schwerte, Bes. H. Wilmsmann sen., Fahrer H. Wilmsmann jr. 4. Reiterverein Brackel. H. Wilmsmann jr. hatte im Wagen 2 reizende junge Damen aus Schwerte, die das braune Bild mit ihren bunten Kleidern anmutsvoll belebten. Im sausenden Galopp sprengte der kühne Fahrer aus der Bahn, die letzte Kurve mit dem Viererzug so scharf nehmend, daß der Sand hoch aufwirbelte. Das Patrouillenspringen(Jagdspringen Kl. A) sah den SA=Reitertrupp Schwerte mit O. Kötter jr. auf Herzbube, H. Weistenhöfer auf Fanny, Willy Sänger auf Nero und H. Trappmann auf Amor als siegreiche Mannschaft. 2. wurde der SA=Reitertrupp Dortmund=Bodelschwingh und 3. der SA=Reitertrupp Kalthof. Auch hier kamen zwei Reiter zu Fall. 16. Das Jagdspringen übte wie immer eine besondere Anziehungskraft aus. In dieser Kl. A gingen nur 4 Reiter ohne Fehler siegdahl auf Scheik. Es war aber die Zeit von 63 bzw. 67 Sekunden für die Plazierung ausschlaggebend. Zum Schluß erregte das Jagdspringen Kl. M. noch viel Interesse. Wachtmeister Uhle auf dem Fuchswallach Pikör konnte hier als einziger fehlerfrei die Prüfung hinter sich bringen. Den 2. Platz belegte ebenfalls die Dortmunder Schutzpolizei mit Wachtmeister Giesen auf Norne. Dritter wurde der Truppführer H. Wilmsmann jr. auf Burga. Das herrliche Turnier fand mit militärischer Pünktlichkeit um 7,30 Uhr seinen Abschluß. Zur guten Stimmung trugen die glatte Abwicklung, das regenlose Wetter, die ausgezeichneten Darbietungen und die musikalische Untermalung der vorzüglichen Standartenkapelle 329 unter der brillanten Stabführung unseres beliebten Musikzugführer Norbert Köppikus wesentlich bei. Alles strömt am Sonntag, den 24. Juni 1934 zur Schützenhof-Badeanstalt w reich durchs Ziel. I. Albersmeier brachte die braune Stute Alma in 28½ Sekunden über die Hindernisse. H. Schmidt stand ihm mit 29 Sek. nur wenig nach. E. Becker auf Großfürst erreichte nach 32 Sek. die Zielflagge und O. Schulte=Leckingsen wurde mit dem Rappen Amor nach 44 Sek. Vierter. Mehrere Reiter kamen zu Gah.. 2 S 146 22 C.hl. Im Jagdspringen Kl. 2 gab es Fehler über Fehler. H. Schmidt auch Achmed(4 Fehler) und Wachtmeister Giesen mit Norne(8 Fehler) brauchten die gleiche Zeit von 55 Sekunden. 8 Fehler unterliefen auch H. Wilmsmann jr. auf Burga und dem Inhaber des westfälischen Hochsprungrekordes, H. StaupenDie alten Tarifverträge gültig Bedeutsame Entscheidung des Arbeitsgerichts Düsseldorf. Die Frage, ob die alten Tarifverträge nach Zertrümmerung der Gewerkschaften für die Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront gelten, ist sowohl in der Rechtsprechung wie auch in der Literatur ausgiebig erörtert worden. In einem aufschlußreichen Urteil nimmt das Arbeitsgericht Düsseldorf zu dieser Frage in bejahender Weise Stellung. In der Entscheidung heißt es nach dem Bericht der„Rheinischen Hotel= und WirteZeitung wie folgt: „Zu prüfen war nun, ob durch den Beitritt der Klägerin zur Arbeitsfront erst im August 1933 überhaupt die Tarifgebundenheit beider Parteien begründet werden konnte. Der Tarifvertrag für das Hotelgewerbe in Düsseldorf und der Lohntarif zum Manteltarif sind ursprünglich nicht geschlossen worden von der Arbeitsfront und den bezgl. Arbeitgeberverbänden, sondern von den früheren Gewerkschaften(Arbeitnehmerverbänden einerseits und den Arbeitgeberverbänden andererseits) am 4. August 1931. Nach Errichtung der Arbeitsfront sind die Gewerkschaften in Wegfall gekommen. An sich würde somit wegen Wegfalls der einen Tarifvertragspartei der ganze Tarifvertrag unwirksam geworden sein. Zweifellos ist die Arbeitsfront, zivilrechtlich betrachtet, nicht die Rechtsnachfolgerin der alten Gewerkschaften geworden. Hier handelt es sich aber nicht um die Haftung der Arbeitsfront für zivilrechtliche Verbindlichkeiten der Gewerkschaften, sondern lediglich um die Frage, ob die Arbeitsfront im Tarifvertragswesen als Nachfolgerin der bezgl. Tarifvertragsparteien angesehen werden muß. Diese Frage muß bejaht werden. Wie Professor Nipperdey in einem unveröffentlichten Gutachten dargelegt hat, sind an die Stelle der Gewerkschaften die in der Deutschen Arbeitsfront zusammengeschlossenen Arbeiter= und Angestelltenverbände getreten. Und ähnlich hat der Reichsarbeitsminister in einem dem Arbeitsgericht Köln zugefertigten Bescheide sich dahin geäußert:„Nach seiner Auffassung hätten an Stelle der früheren Gewerkschaften die in der Deutschen Arbeitsfront zusammengeschlossenen Verbände noch weiterhin als Tarifparteien zu gelten, nicht dagegen die Ne 89„ 5ch Diese Rechtsansicht, oer sich das erkennende Gericht anschließt, entspricht den tariflichen Forderungen, die durch die Ueberleitung der Gewerkschaftsmitglieder in die Arbeitsfront im Interesse der Aufrechterhaltung des ganzen tarifrechtlichen Gebäudes unbedingt erhoben werden müssen. Denn es war ja gerade der Sinn der Zertrümmerung der Gewerkschaften und der Errichtung der Arbeitsfront, die gesamten Rechte des arbeitenden Volksgenossen noch fester und sicherer zu verankern, als es bisher der Fall war. Würde aus rein formal juristischen Gründen die Rechtsnachfolge der Arbeitsfront auf tarifvertraglichem Gebiet verneint, so würde nicht die rechtliche Sicherheit erhöht, sondern vielmehr erheblich verringert worden sein. Demnach ist daran festzuhalten, daß die Arbeitsfront auf dem Gebiete des Tarifvertragsrechtes die Rechtsnachfolgerin der jenigen Tarifvertragsparteien geworden ist, deren Mitglieder in der Arbeitsfront zusammengeschlossen worden sind. Bei dieser Sachlage ist festzustellen, daß sowohl die Klägerin als Mitglied der Arbeitsfront wie auch der Beklagte an den Tarifvertrag für das Hotelgewerbe in Düsseldorf als Mitglieder der Tarifvertragsparteien gebunden sind.“ Taperiunt für Eid Uner und Ergste Holzen, 5. Juni. Gesegnetes Alter. Der Invalide Friedrich Josef, wohnhaft Holzen, Friedrichstr. 6, kann am heutigen Tage seinen 77. Geburtstag feiern. Dem Geburtstagskinde, das sich noch seiner vollen Gesundheit erfreut, unseren herzlichen Glückwunsch! Holzen, 5. Juni. Mütterberatung. Die für Donnerstag, den 14. Juni, vorgesehene Mütterberatung findet nicht an diesem Tage, sondern schon am Freitag, dem 8. Juni, in der Eintrachtschule in Mittelholzen statt, und zwar nachmittags von 4—5 Uhr für Sänglinge und Kleinkinder und von 5 bis 5,30 Uhr für Kinder im schulpflichtigen Alter. Westhofen, 4. Juni. Unveränderte Geburten= und Sterbefallziffern. Bei dem hiesigen Standesamt sind im Monat Mai folgende Fälle beurkundet worden: 6(6) Geburten, 2(2) Sterbefälle und 5 (2) Eheschließungen. Die eingeklammerten Ziffern bedeuten die Fälle desselben Monat# im Vorjaihre. Westhofen, 4. Juni. Steuererhebung im Amte Westhofen. Zur Erleichterung der Einzahlung der Steuern und sonstigen Abgaben werden im Monat Juni folgende Hebetermine abgehalten: Für die Stadt West hofen und die Gemeinden Garenfeld und Wandhofen am 11. Juni, vormittags 9—12 Uhr, im Amtskassenlokal; für die Gemeinde Villigst am 12. Juni, vormittags 10—10,30 Uhr, in der Wirtschaft Grave; für die Gemeinde Lichtendorf am 13. Juni, vormittags 9—10 Uhr, in der Wirtschaft Wiemhoff; für die Gemeinde Geisecke am 13. Juni, vormittags von 10,30—11 Uhr. in der Wirtschaft Schulte=Höppe; für die Gemeinde Holzen am 14. Juni, und zwar vormittags von 9—9,30 Uhr in der Wirtschaft Prein auf dem Höchsten, von 10—10,30 Uhr in der Wirtschaft Eisenberg auf dem Sommerberg und von 11—12 Uhr in der Wirtschaft Schneider in den Rosen. Um unnötige Wege zur Amtskasse zu vermeiden, empfiehlt es sich, die örtlichen Termine zu notieren. Westhofen, 5. Juni. Zusammenstoß eines Radfahrers mit einem Mo torradfahrer. Auf der Hindenburgstraße stieß nachmittags gegen 4 Uhr ein in der Richtung zur Bahnhofstraße fahrender Radfahrer mit einem entgegenkommenden Motorradfahrer, H. H. von hier zusammen. Der Radfahrer W. V. aus der Unnaerstraße erlitt eine erhebliche Verletzung des rechten Unterschenkels und mußte nach Schwerte ins Krankenhaus überführt werden. Wie der Zusammenstoß erfolgen konnte, ist roch nicht genau geklärt. Westhofen, 5. Juni. Handelsmilch darf nicht unter 2,7 Prozent Fettgehalt haben. Durch entnommene Milchproben ist in den letzten Wochen in mehreren Fällen festgestellt worden, daß in den Handel gebrachte Milch nur 1,9 bis 2,3 Prozent Fettgehalt hatte. Die Händler wurden zur Anzeige gebracht. Milch, die für den Handel bestimmt Ohne Tritt=Marsch Ein Roman aus den Kampfjahren 1929 bis 1932 von Heinz Friedrich Kamecke. 40. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Achenbach erhob sich, setzte sich auf seinen Pritschenrand. Jetzt sah er, daß seine Kollegen geschwollene und wunde Füße hatten. Seltsam schweigsam waren die Pennbrüder. Man ging in den ersten Raum und wusch sich an der Wasserleitung. Für die mindestens vierzig Mann waren nur drei schmale Handtücher da und kein Stück Seife. „Kaffeeholen! Los!“ rief der Aufseher. Jeder bekam einen Becher voll schwarzen Kaffee und eine Scheibe trockenes Brot.— Gnadenbrot!— Karo einfach aus der Hand.—— Keinen Tropfen Milch. Kein Gramm Margarine. Alle setzten sich zum kärglichen Morgenimbiß wieder auf den Rand der Pritsche, kauten die Scheibe Brot, schlürften den öligen Kaffee. „Unser täglich Brot gib uns heute—“ Nach zehn Minuten rief der Aufseher: „Raus! Los! Raus!“ Hatte man sich noch am Abend erkundigt: „Wohin morgen früh?“ so kümmerte man sich jetzt nicht mehr um das weitere Schicksal—— Keiner bekam einen Zehrpfennig mit auf den Weg. Und es waren Männer dabei mit grauem Haar und welkem Antlitz. Achenbach beobachtete noch, wie die„Betten“ gebaut wurden. Der Aufseher trat auf die Pritschen, fegte sie mit einem Straßenbesen ab. Dann schichtete er diese aufeinander, klopfte sie nicht an der frischen Luft aus und fegte nur noch das Holzgestell ab. Hans Achenbach ging hinaus in den Maimorgen. In der Mühlenstraße standen seine Kollegen, wieder obdachlos, noch nicht wissend, welche Richtung sie einzuschlagen hätten. ist und nicht ausdrücklich als„fettarm“ bezeichnet wird, muß wenigstens 2,7 Prozent Fettgehalt haben. Bei den Kontrollen wurden auch angerostete Milchkannen und verschmutzte Milch vorgesunden. Sauberhaltung ist im Milchhandel erste Bedingung. Weitere Kontrollen werden unvermutet stattfinden. Garenfeld, 5. Juni. Lenneschau. Durch die Flußschaukommission des Landkreises Iserlohn wird heute eine Besichtigung der Ufer der Lenne vorgenommen. Es soll festgestellt werden, wo im letzten Jahre Böschungen und Steinbefestigungen losgespült und weggerissen oder Weidensträucher und Anlandungen vorhanden sind, die zwecks Verhütung weiterer Ufereinbrüche oder zur besseren Vorflut befestigt oder beseitigt werden müssen. Die Uferanlieger können an der Besichtigung teilnehmen. Lichtendorf, 5. Juni. Rentenzahlung. Die Auszahlung der Krankengelder, Alters=, Invaliden= und Witwenrenten der„Ruhrknappschaft“ für den Monat Juni erfolgt am 6. Juni, nachmittags 2,30 Uhr, im Lokale Wiemhoff auf dem Eichholz. Syburg, 5. Juni. Bestandenes Examen. Beim Oberpräsidium— Landeskulturabteilung— in Münster bestand Bernhard Düllmann, Sohn des Gastwirts Bernhard D., Hengstey, das zweite Examen zum Regierungslandmesser in der landwirtschaftlichen Verwaltung. Sitzung der Gemeinderäte in Geisecke Annahme der Haushaltssatzung für 1934.— Wesentliche Ersparnisse. Geisecke, 2. Juni. Unter dem Vorsitze des Gemeindeschulzen Spaeemann fand eine Sitzung der Gemeinderäte statt. Von der Amtsverwaltung Westhofen nahm Bürgermeister Hümme, als örtlicher Leiter der RSDAP. der Stützpunktleiter Hermann Spaemann und als rangältester Führer der SA. der Scharführer Fritz Hohenschwert daran teil. Der wichtigste Punkt der Tagesordnung war die Beratung der Haushaltssatzung der Gemeinde für das Rechnungsjahr 1934. Alle Einnahme= und Ausgabe=Abschnitte wurden eingehend erläutert. Als erfreulich konnte festgestellt werden, daß dank des Rückganges der Wohlfahrtslasten und verschiedener Einsparungen auf anderen Gebieten die Gesamtausgabe in dem vorgelegten Entwurf um über 10000 Rm. herabgemindert worden ist. Der Etat ist in Einnahme und Ausgabe mit 25880 Rm. ausgeglichen. Die Hauptausgaben sind folgende: 466 Rm. für allgemeine Verwaltungszwecke, 4986 Rm. für das Schulwesen, 1725 Rm. für Wohlfahrtsausgaben, 1885 Rm. für Straßenunterhaltung, 15 893 Rm. für die Finanzverwaltung. In letzterem Betrage ist die Kreisumlage mit 7746 Rm. und die Amtsumlage mit 7346 enthalten. Der Haushaltplan des Vorjahres wies in Einnahme 33 170 RM. und in Ausgabe 36 770 RM. aus. Aus dieser Gegenüberstellung ergibt sich, daß hier schon eine sehr erfreuliche Gesundung der Gemeindefinnanzen herbeigeführt worden ist. Im außerordentlichen Haushaltsplan sind nur zwei Beträge, und zwar in Einahme und Ausgabe 9000 Rm. für das Straßenwesen und 700 Rm. für Schulunterhaltungszwecke vorgesehen. Zu beiden Haushaltsplänen gaben die Gemeinderäte ihre Zustimmung. Die bisherigen Sätze der Gemeindesteuern sollen vorläufig unverändert bestehen bleiben. Es werden danach erhoben: 290 Prozent der Grundvermögenssteuer I, 260 Prozent der Grundvermögenssteuer II, 500 Prozent der Gewerbeertragssteuer, 1560 Prozent der Gewerbelohnsummensteuer sowie an Bürgersteuer das Fünffache des Reichssatzes.— Durch eine Ortssatzung soll die Zahl der künftigen Schöffen, bisher Gemeindevorsteher=Stellvertreter genannt, festgelegt werden. Die Gemeinderäte erklärten sich mit zwei Schöffen einverstanden. Die Bekanntgabe der Schöffen erfolgt nach der in nächster Zeit zu erwartenden Berufung. Weiter erklärten sich die Gemeinderäte mit dem Erlaß eines zweiten Nachtrages zur Vergnügungssteuer=Ordnung, der formelle Angleichungen vorsieht, einverstanden. * Ergste, 5. Juni. Einen schönen Erfolg errang der Brieftauben=Züchter=Verein„Heimatliebe“ Ergste, der sich an einem von der Reisevereinigung Schwerte und Umgegend veranstalteten Preisflug ab Stendal(ca. 320 km) beteiligte. Von 65 eingesetzten Tauben des Vereins konnten 12 Stück von den Besitzern als Preistiere festgestellt werden. Fritz Jesing= haus den 4., 12., 15., 20., 185., 191. Heinrich Lips den 33., Max Liesenhoff den 75., 117., 226., Paul Schink den 118., Wilhelm Dickhut den 213. Reisevereinigungs=Preis. Außerdem eroberte der Züchter Fritz Jesinghaus mit einer vorher benannten Dreier=Serie einen von den vom Verband deutscher Brieftauben=ZüchterVereine E. V. ausgesetzten bronzenen Verbandsmedaillen. Steinberg, 5. Juni. Im Silberkranze. Am heutigen Tage feiern die Eheleute Rangiermeister Heinrich Marquis und Frau Luise geb. Tillmann, Steinberg B. 42½ ihre silberne Hochzeit. Die Ehegatten, geborene Steinberger, erfreuen sich eines großen Bekanntenkreises. Den vielen Gratulationen, die den Eheleuten Marquis an ihrem Ehrentage entgegengebracht werden, fügen wir die unserigen auf das herzlichste an. Tarnen, Spiel, Spel. Tus 06 Igd. Lehrm.— SVS. Schüren Lehrm. 6:1 Die Jugend=Lehrmannschaft, welche am Sonntag in Schüren ihr erstes Spiel austrugen, landete mit einem 6:1=Sieg. Das Spiel wurde nur leider abgebrochen. Die Schwerter führten ein hoch überlegenes Spiel vor. Revision im Bernsau=Prozeß verworfen Todesurteil gegen Schidzit rechtskräftig. Der 3. Strassenat des Reichsgerichts hatte sich gestern mit den Revisionen im Prozeß gegen den Mörder des SA=Truppführers Haus Bernsau aus Iserlohn zu beschäftigen. Er bestätigte das Hagener Schwurgerichtsurteil in vollem Umfange unter Verwerfung der eingelegten Revisionen. Damit sind sämtliche Strafen, darunter das Todesurteil gegen Schidzik und die schweren Zuchthausstrafen seiner Genossen rechtskräftig geworden. die körperlichen Schürener nicht ankommen, aber hielten das Spiel bis zur Halbzeit offen(2:2). 2. Jgd.— SuS. Ergste 1. Ind. 1:4. Die Ergster machten die letzte Niederlage wieder gut und siegten. B Deutsche Turnerschaft Jahn Schwerterheide belegt in der Westsalenstaffel Hohensyburg=Herdecke den 2. Platz. Am letzten Sonntag kam die traditionelle Westfalenstaffel der Deutschen Turnerschaft zum Austrag. Die Jahner, welche zum ersten Mal bei dieser Staffel auf den Plan traten, starteten in der C.=Klasse(10 Läufer). Die Jahner hatten das Pech, mit nur 9 Läufern antreten zu können, da ein Mitglied der Staffel auf der Fahrt nach Herdecke ganz plötzlich erkrankte. Bis zum 7. Wechsel lagen die Jahner mit 60 Meter Vorsprung an der Spitze. Dann mußte der solgende Läufer der Jahner 2 Strecken durchlaufen. Obwohl hier Brennel ein ganz hervorragendes Rennen lief, mußte er sich geschlagen bekennen. Die Jahner mußten sich mit dem zweiten Platz begnügen. Immerhin bei 14 teilnehmenden Mannschaften der C=Klasse ein achtbarer Erfolg. Wir gratulieren! Börsen und Märkte Dortmund, 4. Juni. Dem heutigen Schlachtviehmarkt waren zugeführt: 878 Stück Großvieh, darunter 37 Ochsen, 238 Bullen, 546 Kühe, 54 Färsen, 616 Kälber, 2529 Schweine. Der Marktverlauf war bei Großvieh rege, geräumt, bei Kälbern mittel, geräumt, bei Schweinen gut, geräumt. Es wurden gezahlt für 50 kg. Lebendgewicht in Rm.: Rinder: Ochsen: a) 1. 35—36; b) 32—34, c) 29—31; Bullen: a) 34—35, b) 30—33, c) 25—29, d) 20—24; Kühe: a) 34—36, b) 30—33, c) 26 bis 29, d) 15—25; Färsen: a) 35—37, b) 33 bis 34, c) 29—32, d) 25—28.— Kälber: a) 50—60, b) 40—49, c) 34—39, d) 23—33.— Schweine: a) 2. 40—43, b) 40—43, c) 40 bis 43, d) 37—41, e) 33—39, g) 1. 39—40.— Von den heute dem Dortmunder Schlachtviehmarkt zugeführten Schweinen wurden pro Zentner Lebendgewicht verkauft: 74 zu 44, 513 zu 43, 675 zu 42, 417 zu 41, 391 zu 40, 141 zu 39, 122 zu 38, 80 zu 37, 29 zu 36, 43 zu 35, 6 zu 33, 1 zu 31, 7 zu 30, 1 zu 26. Der Berliner, der aus Dortmund gekommen war, streckte seinen Brustkasten vor und sagte:„Kerl, ick kann for Kraft nich loofen. Und dann trottete er ab. Man kommt ja schon dahin, wohin man oll Aus dem Tippelbruder Hans Achenbach wurde nach einem Bade wieder der Schriftleiter Klaus Stüwen. Da er im Backofen des Obdachlosenasyls keine Nachtruhe hatte finden können, holte er den Schlaf noch am gleichen Vormittag nach. Abends fühlte er sich frisch genug, seine Beobachtungen in einem Artikel so darzulegen, daß er einer Anklageschrift gegen die gastunfreundliche Teutowalder Stadtverwaltung gleichkam. Am Schluß forderte Klaus größere Hilfsbereitschaft und mehr Menschlichkeit gegenüber den Volksgenossen, die das System, in dessen Verfassung das Grundrecht jedes Deutschen auf Brot und Arbeit verankert sei, auf die Straße geworfen habe. Zweiund zwanzigstes Kapitel. Vor dem Ossenbrügger Erweiterten Schöffengericht begann am 6. Mai vormittags um 9 Uhr der Prozeß, der den Bürgervorsteher Dr. Hagedorn wegen schwerer Beleidigung des Stadtoberhauptes auf der Anklagebank sah. Klaus Stüwen saß als Berichterstatter des „Wächters“ am Pressetisch. Neben ihm hockten zwei Stenotypistinnen, die für Dr. Hagedorn die ganze Gerichtsverhandlung mitstenograsierten, weil wieder zu erwarten stand, daß die gegnerische Presse einen entstellenden Bericht bringen würde. Es war der vierte Wächter=Prozeß in Ossenbrügge. Er gewann in der Oeffentlichkeit dadurch ein besonderes Interesse, daß Adolf Hitlers Münchener Verteidiger dem Angeklag. ten zur Seite stand. Der Vorsitzende machte einen recht müden Eindruck. Auch dem Nebenkläger stand ein gewisses Unbehagen auf dem Gesicht. Ein Massenaufgebot von Zeugen mar. schierte auf. Dr. Frank II verhielt sich während der Beweisaufnahme reserviert. Ab und zu ging über das markant geschnittene Gesicht mit der leicht gebogener Nase und dem auf Härte schließenden vorspringenden Kinn ein überlegenes Lächeln. Die Verhandlung wurde zwischen zwei und drei Uhr unterbrochen. Diese Pause verbrachte Dr. Hagedorn mit seinem Verteidiger und seinen engsten Mitarbeitern im Marktcafé, das dem Landgericht gegenüberlag. Dr. Hagedorn war guter Dinge und seine großen blauen Augen strahlten vor Kampfeseifer. Es wurde kaum vom Prozeß gesprochen. Der Verteidiger unterhielt mit seinem Mandanten über allgemein politische Dinge. Klaus Stüwen wurde dem Münchener Anwalt als der Teutowalder„Wächter"=Redakteur vorgestellt. „In der Hochburg der S. P. D. geht es jetzt auch los“, sagte Dr. Hagedorn.„Dort verfiel schon unsere vierte Ausgabe der Beschlagnahme“. Dr. Frank II meinte, zu Stüwen gewandt, das sei kein schlechtes Zeichen. Klaus charakterisierte kurz den berühmten Geschäftsmann Dr. Weiß. Den Münchener Verteidiger schien auch dieser Fall zu interessieren, er erklärte sich bereit, falls es zu einem Prozeß kommen sollte, und er von München abkommen könne, die Verteidigung für Stüwen zu übernehmen. Nach der Pause ergriff der Staatsanwalt, ein noch jüngerer Beamter, das Wort zur Anklagerede. Es schien, als wolle er sich durch seine mit großem Pathos herausgeschmetterte Anklage, die an persönlicher Schärfe nichts zu wünschen übrig ließ, die Sporen für seine Laufbahn verdienen. Von der Wirkung seiner Worte überzeugt, nahm er Platz und fixierte siegessicher den Angeklagten. Dr. Frank erhob sich. Eine ungeheure Spannung lag im Gerichtssaal, der die Masse der Zuhörer nicht fassen konnte. Leise aber bestimmt beginnend, geißelte der Verteidiger das Verbrechenssystem der Spitzbuben neudeutscher Strafrechtstheorie. Dann wandte er sich an den Staatsanwalt, der noch erhobenen Hauptes und mit verschränkten Armen dasaß, mit folgenden Worten, die wie Hammerschläge auf ihn niedergingen:„Herr Staatsanwalt! Sie bezeichnen den„Wächter' in Ihrer Anklageschrift als„Revolverblatt.“ Revolverblatt aus Ihrem Munde verrät eine besonders gehässige Einstellung und die Tendenz Ihres Wirkens, die ich bei Ihnen nicht gesucht habe. Wie weit müssen Sie abseits stehen von dem wirklichen politischen Ringen im heutigen Deutschland, daß sie diese harmlosen Aeußerungen eines politischen Kampfes im Anfangsstadium derart schwer hinstellen wollen.“ Mit erhobener Stimme fuhr der Verteidiger fort: „Wo leben Sie! Herr Staatsanwalt!! Der Bürgerkrieg tobt in unseren Straßen und Sie reiben sich daran, daß ein politischer Frontkämpfer dem Oberbürgermeister irgend einen Vorwurf macht, daß er diese Stadt weniger liebt, als die andere, daß er wo anders tausend Mark mehr bekommt als hier. Täglich werden Menschen erschossen, ermordet wegen ihrer politischen Ueberzeugung, und Sie. Herr Staatsanwalt, greifen auf Worte! Worte in einer Zeitung! Man muß wahrhaftig erst nach hier kommen, um das zu erleben!“ Der Staatsanwalt wurde kleiner, er schien in sich zusammenzusinken. Mit gleicher Schärfe folgten die Worte: „Ihre Anklage beweist für mich Ihre Weltfremdheit, wie sie erschütternder nicht ausgedacht werden kann. Wenn Sie wissen, Herr Staatsanwalt, wie die Verhältnisse sind, wenn Sie wissen, daß das deutsche Volk in einem sozialpolitischen Kampf sich befindet wie nie, so sollten doch Sie, Herr Staatsanwalt, der sich in gesicherten Verhältnissen befinden, wenigstens Interesse zeigen dafür. Außerordentliche Exzesse wie die heutigen, rechtfertigen auch außerordentlichen politischen Kampf. Fortsetzung folgt. An alle Arheiter im Gau WestsalenNord Münster. Dem deutschen Volke ist von jeher das Leben in dieser Welt nie leicht gemacht worden, und das war gut so, denn der harte Kampf ums Dasein stärkt und stählt Menschen und Völker. Aber oft genug hat Unverstand, Eigenbrötelei, Meckerei, Miesmacherei und Spießertum die kämpfende Front des deutschen Volkes untergraben, und durch diesen Verrat wurde dann die Entwicklung unseres Volkes um Jahrzehnte oder sogar um Jahrhunderte zurückgeworfen. Heute steht das deutsche Volk wiederum in einem harten Kampf, in dem es um Sein oder Nichtsein geht. Alle Kräfte der Nation sind aufs äußerste angespannt, und jeder Volksgenosse, der durch Unglücksfälle ausfällt, und jedes Volksvermögen, das seinen Wert für die siegreiche Durchführung des Kampfes verliert, bedeutet für uns einen unersetzlichen Verlust. Wir müssen durchhalten und brauchen dazu jede Kraft. Um diese Volkskraft und das Volksvermögen zu erhalten und sie vor Schaden aller Art zu bewahren, ist ein großes Aufklärungswerk„Die Schadenverhütung“ in Angriff genommen worden. Mit der Durchführung dieser Aktion ist von der Reichsregierung die NS=Volkswohlfahrt beauftragt worden. Das wichtigste Aufklärungsmittel in diesem Kampf ist die monatlich erscheinende Druckschrift„Kampf der Gefahr". Da durch die Aktion„Schadenverhütung“ gerade die Arbeitgeber, deren Soziallasten für Berufsgenossenschaften, deren Ausgaben für Reparaturen, deren Verluste durch Sachwertvernichtung, Krankheitsfälle und Arbeitsausfall sich wesentlich vermindern werden, eine fühlbare Entlastung erfahren, ist es auch ihre Pflicht, mit in erster Linie für die Finanzierung dieser Aktion Sorge zu tragen. Deshalb soll jeder Arbeitgeber für seine Arbeitnehmer monatlich ein Heft„Kampf der Gefahr“ bestellen und es diesen kostenlos aushändigen. Arbeitgeber! Erkennt daher Eure Pflicht, die ihr der Gesamtheit gegenüber zu erfüllen habt. Der Verrat und die Sabotage eines Einzelnen können verderbenbringend für unser ganzes deutsches Volk sein. Es darf keinen Unternehmer geben, der die Aufklärungsschrift„Kampf der Gefahr“ nicht für alle seine Arbeitnehmer bestellt und die Kosten dafür trägt. Die Weihe des Freikorps-Ehrenmals in Dorsten Dorsten. Die Absicht der Bevölkerung des westlichen Landkreises Recklinghausen, ihren Befreiern aus Spartakistengewalt in den Jahren 1919=20 in Dorsten ein Ehrenmal zu weihen, hat allenthalben größtes Interesse gefunden. In Scharen melden sich die ehem. Angehörigen der Freikorps Lichtschlag und Löwenfeld, um an der Wiedersehensfeier am 23. Juni und der Weihe des Ehrenmals am 24. Juni teilzunehmen. Das Programm sieht am Samstagnachmittag(23. Juni) eine Gefallenenehrung auf den Friedhöfen und die Weihe einer Erinnerungsstätte in Hervest=Dorsten für den von den Spartakisten erschossenen Bürovorsteher Kohlmann vor, dessen Tod der Anlaß zum Eingreifen des Freikorps Lichtschlag war. Sonntag mittag ist die Weihe des Ehrenmals am Brückenkopf des Kanals Datteln—Wesel, wo vor 15 Jahren noch die Lippe floß. Für den Abend ist eine Befreiungsfeier vorgesehen. Die in Dorsten zu Gast weilenden Freikorps=Kämpfer werden an beiden Tagen ausnahmslos in Freiquartieren untergebracht. Die Spitzen der Behörden und die Führer der SA im Westen haben sämtlich ihr Erscheinen zu der Feier in Aussicht gestelt, ebenso auch die damaligen militärischen Führer, wie Exz. von Wetter, Hauptmann Lichtschlag, der Kommandeur der 2. K. D. in Breslau, General von Kleist. Ueber den Entwurf des Ehrenmals ist man sich jetzt auch einig. Ein mehr als 100 Zentner schwerer Findling wird in eine Heidelandschaft aus Wacholder, Birken und Kiefern gestellt. Er wird die Widmung tragen:„Euch wars verhüllt. Nun ists am Tag. Ihr schlugt den ersten Hammerschlag“. Hochbedeutende vorgeschichtliche Funde am Hiddinger Bruch Soest. Bei vom Freiwilligen Arbeitsdienst unter Leitung von Dr. Stieren(Münster) am Hiddinger Bruch ausgeführten Ausgrabungsarbeiten wurden höchst bedeutungsvolle vorgeschichtliche Funde gemacht. U. a. stieß man auf eine sogenannte Steinkiste, ein 2,50 Meter breites, 2 Meter tiefes und 18 Meter langes, aus Stein gefügtes Rechteck, das nicht weniger als 20 wohlerhaltene Schädel aus der Steinzeit, zahlreiche Steinwerkzeuge in vorzüglichem Zustand, Gefäße, Scherben und Schmuckgegenstände enthielt. Bei der Steinkiste handelt es sich um ein sogenanntes Ganggrab, das aus der Zeit um 2000 vor Christi, dem Ausgang der Steinzeit, stammt. Zwei Meter von der Steinkistesentfernt hat Dr. Stieren eine vorgeschichtliche Siedlung festgestellt. Die Ausgrabungen lassen weitere überraschende Funde erwarten. Der Fundort soll unter Natur= und Denkmalsschutz gestellt werden. Heriun.=Gering um Airderrhen. Ehrenbürger von Dinslaken und Emmerich— Riesenkundgebung der Bauern und Arbeiter Emmerich. Das niederrheinische Grenzland, das sich in der weiten Ebene zu beiden Seiten des Rheins wie ein großer grüner Teppich ausbreitet und abseits vom Getriebe lärmenden Verkehrs ein etwas stilles Dasein führt, erlebte am Sonntag einen Festtag ganz besonderer Art. Der preußische Ministerpräsident Hermann Göring war einer Einladung des Gaues Essen der NSDAP. folgend Gast des niederrheinischen Landes, dem er besonders verbunden, denn seine Vorfahren lebten einst in Emmerich, der letzten deutschen Stadt am Rhein. Am Sonntagnachmitag gegen 14,30 Uhr trafder Ministerpräsident mit seiner Begleitung auf dem Flughafen Essen Mülheim ein. In schneller Fahrt ging er dann durch Mülheim, Oberhausen, Walsum, dem ersten Ziel, der Stadt Dinslaken, zu. Ueberall dasselbe Bild: flaggengeschmückte Straßen und freudig bewegte Menschen, überall der gleiche, nicht endenwollende Jubel. Immer wieder drängte die Menschenmenge zu dem Wagen des Ministerpräsidenten, der sich oft kaum einen Weg bahnen konnte durch die Menschenmauern. Bald liegen die letzten Zeugen industriellen Schaffens hinter der Wagenkolonne, die dem Ministerpräsidenten folgte, und das prächtige Bild der niederrheinischen Landschaft mit seinen Windmühlen, seinen weiten Feldern und Wäldern bietet sich den weit ins Land blickenden Augen. Herzlicher Empfang wurde dem Ministerpräsidenten in dem Städtchen Dinslaken zuteil, wo sich Tausende und Abertausende von Bürgern der Stadt und Bauern der Umgebung versammelt hatten, um Zeuge zu sein des Festaktes der feierlichen Ueberreichung des Ehrenbürgerbriefes an den Erneuerer Preußens. Das schmucke Städtchen hatte sein festliches Gewand angelegt und immer neuer Jubel scholl dem Ministerpräsidenten entgegen. In kurzen Ansprachen würdigten Kreisleiter und Bürgermeister die Verdienste des neuen Ehrenbürgers ihrer Stadt um die Erneuerung Preußens und des Reiches, feierten ihn als den getreuen Mitkämpfer des Führers und des Retters Machtvoll klang das Horst=Wessel=Lied über das weite Feld, als die kurze, eindrucksvolle Feier beendet war und Ministerpräsident Göring am Ehrenmal der Gefallenen einen Kranz niederWeiter ging es in schneller Fahrt. Bald ist Emmerich erreicht, die letzte deutsche Grenzstadt am Rhein, die mit diesem Festtag die 700=Jahrfeier ihrer Stadterhebung beschließt. Prächtig geschmückt sind auch hier die Straßen und Gassen. Herzlich begrüßt der Bürgermeister der Stadt auf dem Marktplatz den neuen Ehrenbürger, dem er den Dank der Bürger Emmerichs und das Gelöbnis treuer Pflichterfüllung im nationalsozialistischen Geiste ausspricht. Wie schon in Dinslaken, dankt der Ministerpräsident für den herzlichen Empfang. Er gab seiner Freude Ausdruck darüber, daß ihm diese Fahrt durch das niederrheinische Land erneut habe erkennen lassen, ein wie festes Band jetzt alle Deutschen umschließt und wie stark das Vertrauen zwischen Führer und Gefolgschaft ist, und dieses Vertrauen werde die Kraft geben, aus der die Taten der Zukunft geschaffen werden müssen. Nach dem Zerfall, der Uneinigkeit und der Ohnmacht Deutschlands sei nun das deutsche Volk wieder zur Einheit auferstanden. Freudig und ernst bewegt dankte Ministerpräsident Göring für die hohe Ehrung, die ihm Emmerich, seiner Vaterstadt, erweise, denn durch Jahrhunderte habe hier seine Familie gelebt und gewirkt. Die hohe Ehrung, die ihm zuteil geworden sei, danke er neben den Bürgern dieser Stadt dem Führer, der ihn an seinen Platz gestellt habe und der allein es sei, der das deutsche Volk aus Schmach und Not wieder zur Einigkeit und Vertrauen emporgeführt hat. Wir glauben an ihn unerschütterlich, weil er uns den Glauben an Deutschland wieder schenkte. Und diesen Dank wollen wir durch noch mehr Arbeit abtragen, damit wir sagen können, Ehre und Freiheit haben wir wieder erlangt, Arbeit und Brot haben wir auch dem letzten Volksgenossen wiedergeben können.„ Ben hoh Inzwischen sind auf dem weiten, von hohen Fahnenmasten umsäumten Feld am Speelberg vor den Toren der Stadt die Arbeiter und Bauern zu Tausenden und Abertausenden zur großen Grenzlandkundgebung aufmarschiert. Mit stürmischen Heilrufen begrüßt, begann Ministerpräsident Göring seine Rede. Diese große Grenzlandkundgebung habe den Sinn, wieder einmal darzutun, daß ein einiges Reich geschaffen wurde. In den 700 Jahren deutscher Geschichte, denen die Feier der Stadt Emmerich gelte, sei das deutsche Volk oft auf Höhen, aber auch in tiefen Tälern gewandelt. Immer aber hat es die Sehnsucht gehabt nach einem Volk, nach einem Reich. Jahrhunderte und Jahrtausende sind vergangen, und nur in wenigen Augenblicken eines höheren Bewußtseins standen die deutschen Stämme und Stände zusammen, wenn es galt, eine drohende Gefahr zu beseitigen. Dann aber zerfielen sie aufs neue in Hader und Streit. Dieser alte Kampf brachte in den letzten Jahrzehnten wohl die allertiefste Zerklüftung der Klassen, Stände und Parteien, der das Reich zur Ohnmacht verdammte. Auch diese Feier ist ein Bekenntnis für die Zukunft des Reiches, daß alles Trennende beseitigt ist für alle Zeiten, daß ein neues Reich der Einheit, ein neues Volk der Geschlossenheit, beseelt von neuem Geist und Glauben erstanden ist, berufen zu neuen gewaltigen Leistungen. Unerschütterliches Vertrauen herrsche zwischen Führer und Gefolgschaft, und weil es weiß, daß der Führer nichts für sich will und weil die Führung im Volk wurzelt, legt das deutsche Volk vertrauensvoll sein Schicksal in die Hände seines Führers. Ein Sieg=Heil auf Volk, Vaterland und Führer schlossen die Kundgebung. Vieltausendstimmig erklangen das Horst=Wessel=Lied und das Deutschlandlied. auffahrenden Wagens noch genügend stark bremsen konnte. Als der Fahrer des haltenden Wagens nach dem Zusammenstoß ausstieg und nachsehen wollte, wurde er von einem aus entgegengesetzter Richtung kommenden Wagen überfahren und so schwer verletzt, daß er auf dem Wege zum Krankenhause starb. Der Verunglückte stammt aus Oberkassel. Ein sehr schwerer Verkehrsunfall ereignete sich weiter an der Ecke Brühlerstraße—. Raderberg= straße. Hier fuhr ein Personenkraftwagen aus Duisburg auf einen hier haltenden Lieferwagen auf. Die beiden Insassen des Personenkraftwagens trugen schwere Schädelverletzungen davon und mußten sofort dem Antonius=Krankenhaus zugeführt werden. Die Schuldfrage bedarf noch der Klärung. Die beiden Verunglückten waren bisher noch nicht vernehmungsfähig. Auf der Neußer Landstraße bei Worringen wurde durch das leichtsinnige Verhalten mehrerer Radfahrer ein folgenschweres Unglück heraufbeschworen. Vier Radfahrer, die nebeneinander am Samstagabend die Landstraße befuhren, trieben allerhand Unfug, wodurch natürlich ihre Fahrsicherheit sehr beeinträchtigt wurde. Von einem die Gruppe überholenden Kraftwagen wurde nun einer der Radfahrer überfahren und sehr schwer verletzt. Er wurde dem Krankenhaus in Worringen zugeführt. Der Personen, kraftwagen kam bei dem Zusammenprall ebenfalls von der Fahrbahn ab und stürzte die Straßenböschung herab. Der Wagen wurde erheblich beschädigt, doch kamen die Insassen mit dem Schrecken davon. Tödliches Schachtunglück Bochum. Auf der Schachtanlage Hannover 1=2 in Bochum erlitt der Schachthauer Olschewski einen tödlichen Unfall. Bei Abteufungsarbeiten im Schacht 2 stürzte er ab. Der Tote, der fünf unmündige Kinder hinterläßt, war 45 Jahre alt. Arbeitsdienstfreiwilliger beim Baden ertrunken Bochum. Der in Hamburg beim Freiwilligen Arbeitsdienst weilende 22jährige Fritz Igel aus der Wasserbankstraße in Bochum=Hordel ist in Hamburg beim Baden ertrunken. In der Todeskurve verunglückt— Vier Verletzte M.=Gladbach. Vor der Wirtschaft Schieferbein in Amern verunglückte in einer scharfen Straßenbiegung, die wegen der dort häufig vorkommenden Unglücke die Todeskurve benannt wird, ein Kraftwagen aus M.=Gladbach. Der Wagen fuhr gegen einen Baum auf der linken Straßenseite und blieb zertrümmert im Straßengraben liegen. Alle vier Insassen mußten zum Krankenhaus nach M.=Gladbach gebracht werden; zwei von ihnen liegen mit schweren Verletzungen darnieder. Feierliche Grundsteinlegung für den Neubau des Kaiser=Wilhelm=Instituts für Eisenforschung Düsseldorf. Im Rahmen der Tagungen des Vereins Deutscher Eisenhüttenleute und der Kaiser=Wilhelm=Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften wurde am Sonntagmittag auf dem unweit des Grafenberger Waldes landschaftlich schön gelegenen Baugelände zwischen AugustThyssen= und Sohnstraße in feierlicher Weise die Grundsteinlegung für den Neubau des KaiserWilhelm=Instituts für Eisenforschung men. Das Stahlskelett des Rohbaues erhebt sich bereits majestätisch auf dem Baugelände. Von ihm wehen die Fahnen des Dritten Reiches und der Kaiser=Wilhelm=Gesellschaft. Zu dem Weiheakt waren neben der gesamten Baubelegschaft, dem Institutspersonal und etwa 1500 Mirgliedern des Vereins der Eisenhüttenleute und der Kaiser=Wilhelm=Gesellschaft zahlreiche hohe Ehrengäste aus dem In= und Auslande erschienen, darunter Vertreter der Behörden und der RSOAP., hervoragende Persönlichkeiten aus Industrie, Technik, Wissenschaft usw. Die Reichsregierung war durch Minister Rust vertreten. Außer einigen hohen Ehrengästen, die an dem Grundsteinblock— einem großen Gußblock— auf der Rednerkanzel Platz genommen hatten, die sich vor der bereits überdachten Riesenhalle erhebt, hatten die übrigen Anwesenden in der zur Rednerkanzel offenen, mit Grün und Fahnen ausgeschmückten Halle Platz genommen. Verwaltungsvereinfachung im Kreise Grevenbroich Grevenbroich. Der Kreisausschuß des Kreises Grevenbroich=Neuß billigte eine Verwaltungsvereinfachung, die bereits die Zustimmung der Gauleitung und der Kreisleitungen Grevenbroich=Neuß und M.=Gladbach gefunden hat. Diese Maßnahmen sollen zur Ersparnis an Verwaltungskosten beitragen. Die beiden Aemter Liedberg und Glehn werden zu einem Amt vereinigt; doch bleiben mit Rücksicht auf die historische Entwicklung Glehn und Liedberg als Gemeinden noch selbständig. Das Amt Wanlo, das bisher von Hochneukirch mitverwaltet wurde, wird in das Amt Wickrath eingegliedert, wohin es wirtschaftlich, kulturell undverkehrstechnisch die stärkeren Beziehungen hat. Auch die Aemter Jüchen und Kelzenberg wurden vereinigt, womit hier der Vorkriegszustand wieder hergestellt wird. Zahlreiche Verkehrsunfälle am Wochenende Köln. Im Polizeibezirk Köln haben sich am Wochenende, wo infolge des großen Eifelrennens auf dem Rürburg=Ring ein besonders lebhafter Durchgangsverkehr herrschte, eine ganze Reihe Verkehrsunfälle zugetragen. Die Polizei meldet nicht weniger als 14 Unfälle, die sich am Samstag und Sonntagmorgen zugetragen haben. Die Köln—Bonner Autostraße hat wieder einmal ein Todesopfer gefordert. Auf einen Personenkraftwagen, der unbeleuchtet angehalten hatte, fuhr Samstagabend ein anderer Kraftwagen auf. Allerdings hatte der Zusammenstoß an sich keine ernstere Folgen, da der Führer des Fünfundsiebenzigjähriger Mann vom Zuge überfahren und getötet Overath. Am Bahnübergang bei Naashäuschen auf der Eisenbahnstrecke zwischen Overrath und Bachermühle wurde ein 75 Jahre alter Mann von einem Personenzug überfahren und getötet. Der Verunglückte hatte das Herannahen des Zuges überhört und befand sich mitten auf den Gleisen, als die Maschine den Bahnübergang passierte. Wegen Unterschlagungen vor Aachen. Die Erste Große Strafkammer verurteilte den Sch., der im Verlaufe von vier Jahren bei den Westdeutschen Kalkwerken A.=G. Köln, Betriebsabteilung Büsbach, mehrere tausend Mark unterschlagen und das Geld nach eigenem Geständnis sehr leichtsinnig durchgebracht hatte, zu 15 Monaten Gefängnis.— Von der gleichen Strafkammer wurde ein Kassierer der Zweigstelle Oberbruch der Kreissparkasse Heinsberg=Geilenkirchen zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte hatte im Verlauf von vier Jahren 7000 RM. unterschlagen. Bei lebendigem Leibe verbrannt Mainz. Ein tragisches Mißgeschick traf die Familie eines Krankenwärters aus Mainz=Weisenau. Die 26 Jahre alte Frau des Krankenwärters wusch mit Benzin ihre Wäsche. Aus bisher noch völlig unaufgeklärten Gründen fingen die Kleider der Frau plötzlich Feuer. Die Bedauernswerte lief dann, am ganzen lichterloh brennend, ins Freie. Nachdem durch hilfsbereite Personen die Flammen erstickt waren, brachte man die Schwerverletzte in das Krankenhaus, wo sie an den Verbrennungen kurz danach starb. Schweres Autounglück in Munstereifel Vier Tote, mehrere Verletzte Münstereifel. In den Abendstunden des Sonntags ereignete sich in der Gemeinde Eicherscheidt bei Münstereifel ein schweres Autounglück. Ein auf der Rückfahrt vom Nürburgring befindlicher Kraftwagen, in dem sich etwa 25 Personen aus Birkesdorf befanden, fuhr auf der stark abfallenden Dorfstraße in einer Kurve gegen ein Haus. Die Insassen des Wagens wurden durch den Anprall vollkommen durcheinander geworfen. Dabei zogen sich mehrere Personen lebensgefährliche Verletzungen zu. Bei drei Personen, zwei Männern und einer Frau, waren die Verletzungen so schwerer Natur, daß sie den Tod bereits an der Unglücksstelle herbeiführten. Eine Dame wurde in lebensgefährlich verletztem Zustande ins Krankenhaus Münstereifel gebracht, wo sie in der Nacht zum Montag verschied. Fünf weitere Personen sind noch in dem gleichen Krankenhaus untergebracht; bei ihnen besteht jedoch keine Lebensgefahr mehr. Die übrigen, nach dem Krankenhaus in Euskirchen überführten Personen konnten noch im Laufe der Nacht bzw. am Montagmorgen nach Anlegung eines Notverbandes wieder nach Birkesdorf befördert werden. Großer Wald= und Heidebrand im niederländischdeutschen Grenzgebiet Gronau. In Wezep im niederländisch=deutschen Grenzgebiet wütete ein umfangreicher Wald- und Heidebrand, der das Naturschutzgebiet De Dellen bedrohte. Erst nach etwa 15stündiger Arbeit gelang es Militär und Feuerwehr, des Feuers Herr zu werden. Zwei Personen erlitten Rauchvergiftungen. Etwa 100 Heltar Wald- und Heidegelände wurden vernichtet Roman von Hertha Fricke □ URHEBER-RECHTSSCHUTZ DURCH VERLAG OSKAR MEISTER, WEROAU Es tut mir sehr leid, daß Sie die Reise umsonst machten, um Renates letzten Willen zu erfüllen. Ich war damals auf der Fahrt nach Southampton. Von dort hatte ich noch andere Aufgaben zu erledigen. So erreichte Ihr Schreiben mich erst jetzt. Nun mochte ich nicht, da ich Urlaub habe, daß Sie den Weg nach Bremen ein zweites Mal machen. Ich komme nach Berlin, sobald Sie mir mitteilen, wann und wo ich Sie sprechen kann. Ich möchte gerne von Renate hören, von ihrem Leben, auch von ihrem Sterben und hole mir selbst von Ihnen ihr Vermächtnis. Ich kann mir denken, was es sein wird:„Die kleine silberne Schmucktruhe, die ich Renate vor Jahren von Indien mitbrachte. Auf ihrem spitzen, dachförmigen Deckel sitzt ein kleiner Dhruva, das Sinnbild des Polarsterns, das Glück bringt, wenn wir treu sind und den Tod, wenn wir unsere Liebe verraten. Dhruva darf nicht in fremde Hände, der kleine Gott mit der großen Liebe im Herzen. Er hat gemeint, daß wir nur einmal auf Erden so lieben können, daß es ewige Seligkeit ist und Leid und Leben überdauert. Und wenn wir treu waren, finden wir uns wieder„an jenen Ufern, wo tausend Palmen stehen!“— Kennen Sie Renates Lied? Sie waren doch ihre Freundin! Meine Ehe hat mir nichts erfüllt, ich habe wohl auch nicht viel von ihr erhofft, trotzdem ich redlich versucht habe, meine Frau nicht zu enttäuschen. Aber sie ist Renate nicht ahnlich genug. Der kleine Gott auf dem Silberschrein hat wohl recht, es gibt nur einen Menschen, der für uns bestimmt ist! Schreiben Sie mir bitte, gnädiges Fräulein, wann ich kommen darf.— Ich küsse Ihre Hand und erwarte Ihre Nachricht. Ihr dankbar ergebener Klaus Behrens. Heinrich Andresen faltete den Brief nachdenklich zusammen: „Ob das Eva=Maries Rettung ist, kann man schwer sagen. Aber es ist jedenfalls ihre Rechtfertigung! Diebstahl ist die Sünde des Pöbels, auch wenn ihn seidene Kleider decken! Dieser vornehmen Seele war er unmöglich! Ich weiß nun nicht, soll ich zuerst zu ihr mit diesem Brief oder nach Berlin zu ihrem Verteidiger. damit das Verfahren wieder aufgenommen wird und Eva=Marie nicht„Mangels an Beweisen“. sondern kraft eines Beweises freigesprochen werden kann?“ fragte er. Der Professor dachte eine Weile nach. Dann meinte er: „Ich glaube, es ist für beides noch zu früh. Wir wollen erst einmal versuchen, den Herrn zu sprechen, der diesen Brief geschrieben hat. Er muß unbedingt erfahren, was geschehen tst und was das arme Mädchen um dieses unseligen Geheimnisses willen gelitten hat. Der Kapitänleutnant muß die Angeklagte rechtfertigen! Oder er muß uns die Beweise in die Hand geben. Dieser Brief enthält immerhin Dinge, die nicht für jedes Ohr sind, und wenn wir auch das Recht haben, Briefe zu öffnen, um schädliche Einflüsse fernzuhalten, so haben wir doch niemals das Recht, Mitteilungen, wie diese hier, irgend jemandem zugänglich zu machen, für den sie nicht bestimmt sind!“ „Sie haben recht, Herr Professor! Daran dachte ich allerdings nicht gleich!“ gestand Dr. Andresen enttäuscht.„Was soll ich nun tun?“ „Geduld haben, mein Freund! Wir wollen gemeinsam versuchen, aus Fräulein von Diemen herauszubekommen, wo sie dieses silberne Kästchen verborgen hat und es dann dem Erben übermitteln. Ein deutscher Marineoffiziere ist ein Ehrenmann, er wird für die Dame ritterlich eintreten.“ Heinrich Andresen sah zweifelnd vor sich hin.„Ich gebe ohne weiteres zu, daß dieser Weg der richtige ist in bezug auf unser Verhalten. Aber ich bringe Eva=Marie zu keiner Aussage. Ich habe mich schon hundertmal bemüht!“ „Wir wollen es morgen doch mit der Hypnose versuchen! Fräulein von Diemen steht unter einem krankhaften Zwang. von dem wir sie befreien müssen. Das zu versuchen, ist unter allen Umständen unsere Pflicht. Dabei brauchen wir die ärztliche Schweigepflicht nicht zu vergessen!" 22. Eva=Marie ruhte in einem bequemen Liegestuhl im Ordinationszimmer Professor Martiniks. Eine Schwester war ihr zur Seite. Der Professor stand vor ihr, hielt ein Instrument mit einer glänzenden Kugel in der Hand, die in einem Reifen rotierte und sprach sanft aber bestimmt auf die Kranke ein. Die atmete ruhig, ihre weitgeöffneten Augen folgten den gleichförmigen Bewegungen der Kugel. Andresen, der ebenfalls anwesend war, beobachtete die Kranke mit verhaltener Erregung. So viel, ach alles wohl hing von dieser Sitzung ab! Nach kurzer Zeit senkte der Professor den Arm und legte das Instrument beiseite. „Wie freundlich von der Dame, daß sie uns schon jetzt den Gefallen tut, einzuschlafen. Seien Sie froh, Andresen,“ flüsterte er. Heinrich Andresen nickte dankbar, denn er wußte, daß die schwer oder gar unheilbaren Kranken nicht zu hypnotisieren sind. Darum beruhigte es ihn ein wenig, daß Eva=Marie so schnell in Schlaf verfiel. Aber er sorgte sich auch etwas, daß die Hypnose die Kranke zu sehr angreifen könne. Der Professor bedeutete Andresen, ruhig Platz zu nehmen. Dann wandte er sich wieder an die Schlafende „Gnädiges Fräulein, es geht Ihnen bedeutend besser! Nicht wahr? Sie werden viel Appetit bekommen und besonders gern frische Milch trinken!“ sprach er laut. „Ich trinke gern Milch!“ kam es zögernd. „Wo befinden Sie sich, mein gnädiges Fräulein? In welcher Stadt?“ „Ich befinde mich—— befinde mich.. „Sie befinden sich in Berlin, in Ihrer Wohnung! Zu Hause!“ sagte der Professor eindringlich „Ich befinde mich zu Hause,“ wiederholte sie zufrieden. „Es ist Besuch gekommen, gnädiges Fräulein! Herr Kapitänleutnant Klaus Behrens!“ „Oh. Herr Kapitänleutnant, guten Tag!“ Die Schlafende nahm eine verbindliche Miene an. 17. Fortsetzung. „Guten Tag, mein gnädiges Fräulein! Sie haben mir einen Brief geschrieben! Sie wollten mir etwas bringen von Frau Renate Andresen— besinnen Sie sich?“ „Ja!" erwiderte sie leise. „Was bringen Sie? Das silberne Kästchen?“ „Es ist nicht da!“ jammerte Eva=Marie.„Nun haben Sie die weite Reise umsonst gemacht!" „Das schadet nichts, beruhigte der Professor. Sie haben es doch gut verwahrt?“ „Gut verwahrt!" bestatigte sie flusterno.„Auf der Bremer Bank.— Sie waren doch in Southampton!“ „Aber wo sind die Schlüssel. anädiges Fräulein?“ „Die Safeschlüssel— die Safeschlüssel——“ Unruhig suchte sie an ihrer Brust und in den Kleidertaschen. „Wo haben Sie die Safeschlüssel?" drängte der Professor noch einmal in sie.„Besinnen Sie sich!“ 88 „In—— der Uhrtasche!— Daß niemano sie finver!— Denn niemand darf es wissen!“ „Außer Klaus Behrens, er soll sie doch haben?“ „Soll sie haben!“ nickte sie eifrig.„In der Uhrtasche!“ „Es ist gut, gnädiges Fräulein! Es ist alles so gut! Ich bekomme die Schlüssel und das Kästchen. Und Ihre Unschuld ist damit erwiesen. Es ist nun alles gut! Sie werden froh sein, daß alles gut ist!“ „Alles gut ist." lallte die Kranke nach. „Sie werden mit einem lieben Menschen alles besprechen. Es gibt kein Geheimnis mehr! Wer ist Ihnen denn am liebsten? Mit wem möchten Sie sprechen?“ Da erhellte ein glückliches Lächeln ihr Gesicht.„Heinrich Andresen!“„. mn Ans fächal. „Ich habe nichts geyort, sagte Professor Marrinir lachelnd und blickte Andresen mit seinen gütigen Augen an. „Fräulein von Diemen, Sie werden heute abend gut und tief schlafen!" „Ja!“ lispelte sie.„Ich werde gut schlafen.“ „Sie werden erfrischt aufwachen und recht zuversichtlich sein!“ „Ja.“ Ihre Lippen bewegten sich kaum mehr. „Wir wollen sie in ihr Zimmer bringen und dort aufwecken!" bestimmte der Professor leise.„Schwester Margot, halten Sie ein Glas Portwein bereit und etwas zu essen!— Ich bin guten Muts, lieber Andresen!— Wir haben jetzt die Möglichkeit, die Hemmung von ihrer Seele zu nehmen. Nur viel Geduld braucht es noch!" Andresen drückte seinem Meister in stummer Dankbarkeit die Hand.„„„ in Beriz Und noch in derseiven Nacht schickte er einen Bericht an Frau von Diemen mit der Bitte, ihm doch umgehend den Schlüssel zuzusenden, den Eva=Marie in ihrer Uhrtasche verborgen hatte. Er würde ihn selbst dem Kapitänleutnant Klaus Behrens bringen, den Frau Renate zum Empfänger und Erben jenes bewußten Kästchens bestimmt habe. „Was aber unsere Hoffnungen betrifft, hochverehrte gnädige Frau, so haben wir wohl berechtigten Grund dazu, solange eine Möglichkeit der Heilung besteht, aber wir wollen sie vorerst noch nicht zu hoch spannen.— Möge der Himmel unserer armen Eva=Marie die Kraft geben, alles von der Seele sich zu sprechen und der guten Wendung sich freuen zu können. Freude ist Medizin für sie, ist bestes Heilmittel! Diese schreckliche Apathie muß bald weichen! Eva=Marie ist noch entsetzlich schwach.— Unser Professor hat streng verboten, mit ihr viel zu sprechen, ehe sie nicht ein wenig kräftiger ist. Dann darf man ihr vorsichtig beibringen, daß sie nun von dem schändlichen Verdacht befreit ist.“ 23. In einer schönen Villa in Bremen, saß in ihrem Boudoir eine elegante junge Frau und rauchte eine Zigarette. Dabei blätterte sie in einer modernen Zeitschrift, die mit bizarr gezeichneten Modefiguren bedeckt war. „Sieh mal!— Famos!“ lachte sie und zeigte dem schlanken Mann neben sich im blauen Tuchanzug einen etwas gewagten Witz mit grellfarbiger Illustration. „Ich weiß nicht, was daran Famoses sein soll!“ kam es ablehnend zurück „Nun, die Dame! Letzte Mode! Fabelhaft schick!“ Nächstens siehst du auch so aus!“ prophezeite der Mann. Es lag aber entschieden etwas anderes als Anerkennung in einem Ton.„ Sn K.1212 chman „Du hast wohl überhaupt keinen Sinn oafurt“ schmoute die Frau und kreuzte ihre hübschen Beine. „Nein!“ antwortete er ernst.„Für diese=Art Weiblichkeit habe ich keinen Sinn. Und es ist mir unsäglich veinlich, wenn meine Frau sich so auff schon oft gebeten, nicht fallend kleidet! Du bist vermögend, du bist hübsch, du kannst es dir leisten! Aber ich habe dich so auffallende Kleider zu tragen und nicht mit nackten Arm herumzulaufen, es ist gar keine Veranlassung dazu da, denn wir haben kaum einen Grad Wärme draußen, und es ist Winter!" „Deine Prüderie ist entsetzlich, Klaus! Wie eine alte Jungfer von Anno dazumal bist du! Denn heutzutage sind auch die alten Jungfern vernünftiger!“— Sie nahm eine neue Zigarette aus der elfenbeinernen Dose, steckte sie in eine vergoldete Spitze und zündete sie an „Ja, wenn du es vernünftig findest, möglichst viel von seinen Gliedern zu präsentieren!“ sagte er kopfschüttelnd und vertiefte sich dann in die Marineoffizierszeitung, die von seinen Kameraden aus früherer Zeit Kunde brachte. „Ach. tu doch nicht so. als ob ihr Männer das nicht gerne sehen würdet!“ Sie lachte spöttisch auf. Klaus Behrens sah sie groß und ernst an.„Gerade, weil ich weiß, daß Männer das gerne sehen, sehr viele wenigstens, darum wünsche ich es an meiner Frau nicht! Hast du denn gar kein Empfinden dafür?" „Du bist furchtbar langweilig!“ entgegnete sie, unbekümmert darum, ob es ihn verletzen könnte. Er schwieg, und eine Weile war es ganz still im Raum. Man hörte nur das Umwenden der Blätter in den Zeitschriften. Endlich stand der Mann auf und machte der unbehaglichen Zweisamkeit ein Ende.„Ich will einmal ins Kontor gehen und nachsehen, ob es etwas Neues gibt!“ sagte er und knöpfte das Bordjackett zu. „Was soll da sein?“ fragte sie verwundert.„Du hast doch keinen Dienst!" „Schiffsbewegungen! Neue Pläne, das interessiert mich natürlich,“ antwortete er ruhig.„Vielleicht bekomme ich die Fahrt nach dem Indischen Ozean!“ „Deine ewige Seefahrerei ist schrecklich! Nie bist du zu Hausel" beschwerte sich ärgerlich die Frau. „Du hast doch einen Seemann geheiratet!“ verteidigte er mit nachsichtigem Lächeln.„Und deine Freundin, die den reichen Nichtstuer, den Kellmann, genommen hat, meinte doch neulich, ein Mann, der den ganzen Tag zu Hause sitzt, wäre noch viel schrecklicher!" „Du hättest doch in Vaters Geschäft eintreten können!“ „Um Gottes willen!“ rief er entsetzt und straffte den sehnigen Körper.„Auf dem Drehsessel rutschen und Zahlen schreiben. jahraus, jahrein— Kurse und Börsenberichte studieren und sich über die Ziffern im Bankkonto freuen— nein, mein Kind, lieber noch einmal in den Krieg!" „Seeräuber und Kriegsvolk!“ „Das sind die einzigen Schmeichelnamen, die ich von dir seit mehreren Tagen gehört habe. Die verletzen mich aber nicht!“ „Nun, das ist gut!“ meinte sie versöhnlich„Sie sollten dich ja auch nicht beleidigen. Im Gegenteil! Heute abend will ich Staat machen mit meinem Seeräuber! Du kommst doch mit ins Tanzpalais?“ Klaus Behrens stand am Fenster und blickte in den fallenden Schnee hinaus. Er hatte die Hände in den Seitentaschen seines blauen Jacketts und freute sich über das Flockenspiel. Dabei hatte er an die Winterfreuden seiner Jugend gedacht, daheim im verschneiten Pfarrhofe in einem holsteinischen Dorf. Jetzt drehte er sich halb herum und fragte zerstreut:„Tanzpalais? Was meinst du?“ Sie trat dicht zu ihm hin und blies ihm den Rauch ihrer Zigarette ins Gesicht„Ja, Tanzpalais, du Träumer!— Tanzpalais! Heute abend um acht Uhr. Kellmanns und Meyers kommen auch.“ Er zog die Stirn in Falten.„Dreimal hast du mich schon zu solchen Sachen mitgeschleppt! Und ich bin kaum erst vierzehn Tage hier! Einen behaglichen Abend in unserem schönen Heim hat es überhaupt noch nicht gegeben! Ich sehnte mich so nach meinen Büchern, nach meinem Flüge!!— Vorgestern bei Kellmanns, gestern bei Meyers, Freitag im Tanzpalais, Montag in der Operette— Kind, ich bitte dich, laß uns heute wenigstens mal zu Hause bleiben!— Ich habe vor kurzem eine traurige Nachricht bekommen. Jemand, der mir sehr lieb war, ist gestorben—“ „Wer denn?“ fragt sie kaum interessiert. „Du kennst meine Freunde und Bekannten aus früheren Zeiten ja doch nicht,“ antwortete er ausweichend „Dann kannst du auch nicht verlangen, daß ich darum trauern soll!“ „Das verlange ich ja auch nicht! Nur, daß du ein wenig Rücksicht auf mich nimmst!“ „Nimmst du denn welche?" Trotzig warf sie sich wieder in den Sessel. „Ich denke doch,“ erwiderte er,„mehr als du vielleicht merkst. Ich habe aber auch noch einen anderen Grund als den Gedanken an einen lieben Menschen, dessen Tod mir nahe geht.“ „Und der wäre?" „Es ist mir peinlich, meine Frau tanzen zu sehen in einem Lokal, wo Halbweltdamen verkehren, gekleidet wie diese, und das heißt sehr wenig bekleidet. und „Schweig! Wir passen nicht zueinander! Ich lasse mir nicht alles verbieten! Was habe ich vom Leben? Monatelang bist du weg, und kommst du endlich einmal nach Hause. dann verlangst du—“ „Ich verlange nur, daß meine Frau sich benimmt, wie ich es von den Frauen meiner Kameraden gewöhnt war!— Aber du magst recht haben, wir passen nicht füreinander Wir können später einmal darüber reden" Er ging nach der Diele, zog den Mantel an, setzte die blaue Tuchmütze mit dem blanken Schirm tief ins Gesicht und wollte eben gehen, als das Telephon läutete.„Hier Klaus Behrens.“ „Norddeutscher Lloyd. Büro elf. Hier ist ein Herr. der Sie gern sprechen möchte, Herr Kapitänleutnant! Ich habe ihm zwar Ihre Wohnung genannt, aber er bittet. Sie hier im Kontor sprechen zu dürfen!" „Ich komme, war ohnehin schon auf dem Wege!" antwortete Behrens.„Besten Dank!“ kam es zurück Klaus Behrens legte den Hörer ab und eilte die Treppe hinunter. Auf der Straße schlug er den Kragen hoch, denn der Schnee trieb jetzt toll. Der kleine Gott Dhruva hatte vielleicht recht. Man kann nur einmal so lieben, daß man glücklich wird— daß man nicht ohne einander sein kann! Arme Renate! dachte er schmerzlich Nun bist du tot! Was ist das Leben überhaupt noch?— Die einstige Stellung verloren, die Freunde in aller Welt verstreut— und du Geliebte——! Seine Augen, diese mutigen. deutschen Seemannsaugen, die in mancher Gefahr geblitzt wie blauer Stahl. sahen müde in die veränderte Welt. Heiß beneidete er die Kameraden, die auf dem„Himmelfahrtskommando“, wie man den U=Bootkrieg an der flandrischen Küste nannte, ihr Seemannsgrab gefunden hatten. Bis ihm der wartende Mann wieder einfiel. Wer konnte es sein?— Vielleicht ein stellensuchender Kamerad? Das kam öfter vor Und es war auch nichts Aussichtsloses.— Der Lloyd stellte langsam ein Schiff nach dem andern wieder in Dienst. Und die Kriegsmarine hatte immer die besten Seeleute gehabt, hatte daher die besten Aussichten Die Kameraden von einst! Jeder von ihnen lebte jetzt sein Sonderleben, hatte seine Sanderinderessen wie der Kampf ums Dasein sie ihnen bot, aber wenn sie sich wieder trafen, dann zeigte ein Blick ihre tiefinnere Gemeinsamkeit! .(Fortletzung folgt.) Die Pilchsten des druschen Ertruten Saldoten“ snd in! Volk“, das diesen Namen verdiente. noch nicht Die„Pflichten des deutschen Sotbaten sind in neuer Fassung ausgegeben worden: 1. Die Wehrmacht ist der Waffenträger des deutschen Volkes. Sie schützt das Deutsche Reich und Vaterland, das im Nationalsozialismus geeinte Volk und seinen Lebensraum. Die Wurzeln ihrer Kraft liegen in einer ruhmreichen Vergangenheit, in deutschem Volkstum, deutscher Erde und deutscher Arbeit. Der Dienst in der Wehrmacht ist Ehrendienst am deutschen Volk. 2. Die Ehre des Soldaten liegt im bedingungslosen Einsatz seiner Person für Volk und Vaterland bis zur Opferung seines Lebens. 3. Höchste Soldatentugend ist der kämpferische Mut. Er fordert Härte und Entschlossenheit. Feigheit ist schimpflich, Zaudern unsoldatisch. 4. Gehorsam ist die Grundlage der Wehrmacht, Vertrauen die Grundlage des Gehorsams. Soldatisches Führertum beruht auf Verantwortungsfreude, überlegenem Können und unermüdlicher Fürsorge. 5. Große Leistungen in Krieg und Frieden entstehen nur in unerschütterlicher Kampfgemeinschaft von Führer und Truppe. 6. Kampfgemeinschaft erfordert Kameradschaft. Sie bewährt sich besonders in Not und Gefahr. 7. Selbstbewußt und doch bescheiden, aufrecht und treu, gottesfürchtig und wahrhaft, verschwiegen und unbestechlich soll der Soldat dem ganzen Volk ein Vorbild männlicher Kraft sein. Nur Leistungen berechtigen zum Stolz. 8. Größten Lohn und höchstes Glück findet der Soldat im Bewußtsein freudig erfüllter Pflicht. Charakter und Leistung bestimmen seinen Weg und Wert. Berlin, den 25. Mai 1934. Der Reichspräsident von Hindenburg. Der Reichswehrminister von Blomberg. Ehrendienst am Volk Wir erhalten dazu folgende Ausführungen: Es ist kein Zufall, daß die neuen„Pflichten des deutschen Soldaten“ mit einem Satz beginnen, den Adolf Hitler geprägt hat:„Die Wehrmacht ist der Waffenträger des deutschen Volkes". Die bisher gültige Fassung der Berufspflichten von 1930 begann mit der formaljuristischen Feststellung:„Die Reichswehr ist das Machtmittel der gesetzmäßigen Reichsgewalt". Zwischen diesen beiden Sätzen liegt die Revolution von 1933, die das ganze Gefüge unseres Staates auf neue Fundamente stellte, die aus einem Hexenkessel von Klassenhaß und Kastendünkel, Ich=Sucht und Kantönlisgeist wieder ein Volk erstehen ließ, und die auch dem deutschen Soldaten die grundsätzlich veränderte Stellung im Organismus des Staates und Volkes einräumte, die der Weltanschauung des Nationalsozialismus und den Lebensgesetzen der Nation entspricht. Die neue Pflichtenlehre bildet das Grundgesetz des Soldaten. Sie soll Wegweiser sein für sein ganzes Leben, im Krieg und im Frieden. Auch im Frieden— deshalb hat man die früheren„Kriegsartikel" umgetauft in„Pflichten des deutschen Soldaten“. Kriegsartikel und Berufspflichten gibt es solange wie es deutsche Soldaten gibt. In ihrer Fassung spiegeln sich die Ideale preußisch=deutschen Soldatentums ebenso wie der Geist der Zeit. Tapferkeit und Opfersinn, Treue und. Ehre, Gottesfurcht und Manneszucht, Kamergdschaft und selbstlose Pflichterfüllung sind, sotalische Tugenden, die in„Der Teutschen Knechte Artieul“ Maximilians II. vom Jahre 1570 anklingen, die in den„Articuls=Brieffen“, des Großen Kurfürsten und seiner Nachfolger, in den„Kriegs=Artikeln“ der Scharnhorstschen Heeresreform, in der Pflichtenlehre des deutschen Weltkriegs=Heeres und in den Fassungen von 1922 und 1930 für die kleine Berufswehrmacht gefordert wurden. In Wortlaut und Form freilich hat sich manche Wandlung vollzogen. Landsknechte und Söldner, die oft genug nicht einmal Landeskinder waren, bedurften einer derberen Sprache und anderer Erziehungsmittel als das sittlich geläuterte Soldatentum der Gegenwart. Kein Wunder, daß ehedem der Schwerpunkt auf den angedrohten Strafen lag, daß Aufhängen, Spießrutenlaufen, Pfählen und Stockschläge einen breiten Raum in den Kriegsartikeln einnahmen. Früher waren die Kriegsartikel hauptsächlich Strafgesetzbuch. Heute sind sie als reine Pflichtenlehre der kategorische Imperativ des soldatischen Berufsethos. Neue Fassungen der Kriegsartikel und Berufspflichten kündigen meist eine Wandlung im Wesen der Heere an. Grundlegende Aenderungen der Kriegsartikel erfolgten früher in Zeiträumen von vielen Jahrzehnten. Die neuen„Pflichten des deutschen Soldaten“ trennen zeitlich nur vier Jahre von den„Berufspflichten“ von 1930. In einem halben Jahrtausend preußischdeutscher Soldatengeschichte hat es das nie gegeben. Die säkulare Bedeutung der Revolution unserer Tage spricht aus dieser Tatsache. Vier Leitsätze nationalsozialistischer Weltanschauung geben in der neuen Pflichtenehre dem Soldaten Inhalt und Ziel für die Entfaltung seiner alten Berufstugenden. „Der Dienst in der Wehrmacht ist Ehrendienst am deutschen Volk“— so heißt es jetzt.—„Die Reichswehr dient dem Staat, nicht den Parteien“ — so lautete es 1930. Weil es 1930 ein deutsches Volk“, das biesen Ramen vervienle, noch nicht gab, deshalb fehlte bezeichnenderweise in der damaligen Fassung auch das Wort„Volk“. Deshalb mußte die Reichswehr ihr Ideal in einer abstrakten Staatsidee suchen, die sich freilich von der Staatsideologie der Väter und Platzhalter der Weimarer Verfassung unterschied wie Feuer vom Wasser. Weil aber der Staat von Weimar auf dem Verrat des Frontsoldatentums gegründet war, weil er Pazifismus, Landesverrat und Wehrfeindlichkeit gedeihen ließ, mußte dieses Staatsheer aus Selbsterhaltungstrieb einen„Staat im Staate“ bilden, es mußte sich abkapseln. Einsam stand der Soldat in diesem Staat von Weimar, und sollte doch den schwersten Zweifrontenkampf seiner Geschichte durchkämpfen: Nach außen gegen Entwaffnungsdiktat, Kontrollkommissionen und„Sieger"=Wahnsinn, nach innen gegen das rote Untermenschentum und seine volkzersetzenden Einflüsse. Adolf Hitler hat diesen Zweifrontenkampf auch für die Reichswehr siegreich beendet und dem Soldaten seine ursprüngliche Stellung in Staat und Volk wieder zugewiesen: Schützer des Volkes und seines Lebensraumes gegen alle äußeren Gefahren zu sein. Und stolz kann der deutsche Soldat jetzt bekennen, daß die Wurzeln seiner Kraft im„deutschen Volkstum, deutscher Erde und deutscher Arbeit“ liegen, daß der Bauer und der Arbeiter neben ihm und mit ihm sein müssen, wenn er seiner Aufgabe gerecht werden soll. Richt in kastenmäßiger Abschließung, nicht im Besser=dünken und überzüchteten Ehrbegriffen sucht jetzt der Soldat seine Ehre, sondern„im bedingungslosen Einsatz seiner Person für Volk und Vaterland bis zur Opferung seines Lebens“. Zum Soldaten gehört Gehorsam. So war es immer und so wird es bleiben. Selbstlose Unterordnung ist die Voraussetzung von Gemeinschaftsleistungen. Unterordnung aber verlangt auch Führung. Die früheren Kriegsartikel wandten sich nur an den„Untergebenen“, sie ließen die Pflichten der Führer unerwähnt. Heute ist der Gehorsamspflicht des Soldaten die Pflicht des Führers zur„Verantwortungsfreude", zu„überlegenem Können" und„unermüdlicher Fürsorge“ gegenübergestellt. Was das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit für Betriebsführer und Gefolgschaft bestimmt, hat im Artikel 4 der neuen Pflichtenlehre seinen soldatischen Ausdruck gefunden. Aus dieser Zusammenarbeit von Führer und Gefolgschaft entsteht dann„die unerschütterliche Kampfgemeinschaft“, die allein zu„großen Leistungen in Krieg und Frieden" befähigt. Und diese soldatische Kampfgemeinschaft ist ein Spiegelbild der Schicksalsgemeinschaft der Nation, die das Grundgesetz des Nationalsozialismus ist. „Größten Lohn und höchstes Glück findet der Soldat im Bewußtsein freudig erfüllter Pflicht. Charakter und Leistung bestimmen seinen Wert und Weg". Das ist gleichzeitig der Bruch mit längst überlebten Vorteilen, die in Geburt, Besitz und Bildung den Nachweis zum Führertum suchten. Im Zeichen dieser neuen Pflichtenlehre wird der waffentragende Soldat den Weg in die Zukunft gehen. Es ist der Weg vom„überparteilichen“ Staatsheer zum Volksheer, das seine Aufgabe erfüllen kann: Schützer zu sein für Reich und Vaterland, für die Nation und ihren Lebensraum. Sieger im Nürburg-Rennen Manfred von Brauchitsch, der seinen Mercedes=Benz=Wagen zum steuerte. Frantrrich. Ie Allenthalben Proteste gegen die Innere und außere politik der Regierung In diesen Tagen hat in Frankreich wieder eine Reihe von Kongressen der verschiedenen Kriegsteilnehmerverbände stattgefunden. In Sables d'Olonne erhoben die ehemaligen Kriegsgefangenen Protest gegen die Regierungsdekrete, die gewisse wohlerworbene Rechte der Kriegsteilnehmer geschmälert hätten. Ferner forderten sie die Säuberung der privaten und öffentlichen Betriebe und eine Staatsreform. Der Völkerbund wird in einer Entschließung aufgefordert, sich an die Idee der allgemeinen Abrüstung zu halten, um die völlige Abschaffung des Krieges zu erreichen. In Boisle fand der Kongreß des nationalen Verbandes der Kriegsverletzten im Beisein der ehemaligen Minister Paul=Boncour und Chautemps seinen Abschluß. Der Kongreß verurteilte die Aufrüstung, die sich nur unter Verletzung der Verträge vollziehen könne, sowie die Herstellung und den Handel mit Waffen und sprach die Absicht aus, daß unter der Voraussetzung gewisser Garantien und der Gewährleistung bestimmter Grundsätze direkte Verhandlungen mit Deutschland aufgenommen werden könnten. In Andelys tagte der Landesverband Normandie der URC.(Nationalverband der Kriegsteilnehmer), der zweitgrößten Organisation des Spitzenverbandes. In der dort angenommenen Entschließung wird aufgefordert, daß die Kriegsteilnehmer ihre bisherige Zurückhaltung aufgeben und sich aktiver ins nationale Leben einschalten sollen. Der Kongreß sprach sich für eine Staatsform aus im Sinne einer Stärkung der Gewalt im Rahmen der Republik. Frankreich befinde sich an einer entscheidenden Wendung seiner Geschichte, und die ehemaligen Kriegsteilnehmer müßten ihre Stimme erheben, um Frankreich nicht abwärts gleiten zu lassen. Auch diese Tagung hat die Zurücknahme einiger Dekrete der Regierung Doumergue verlangt. In Angouleme trat der republikanltsche Verband der Kriegsteilnehmer zusammen. Unter den Rednern erntete der ehemalige Ministerpräsident Daladier großen Beifall, der von der Einschaltung der Kriegsteilnehmer in das öffentliche Leben sprach. Wie man sieht, ist also unter den Kriegsteilnehmerorganisationen der verschiedenen Schattierungen eine erhöhte Aktivität zu bemerken, die von unterrichteter Seite als Anzeichen für eine bevorstehende stärkere Einschaltung der Frontgeneration gewertet wird. Der lungersehme Negen fter Besserung der Ernteaussichten Nordamerikas— Gebete um Regen *-ffnung auf Pettung d Die am Sonntagabend in Newyork ausgegebenen Wetterberichte besagen, daß die lange Zeit der Trockenheit in verschiedenen Gebieten der Vereinigten Staaten beendet ist. In den Rocky Montains waren leichte Regenfälle zu verzeichnen, und es wird weiterer Regen erwartet. In Nebraska sind schwere Regenfälle und Hagelschauer niedergegangen, die den Feldern schweren Schaden zugefügt haben. Auch aus Indiana, Missouri und Illinois wird Regen gemeldet. In den von der Dürre besonders schwer betroffenen Gebieten waren am Sonntag die Kirchen überfüllt von Leuten, die um Regen beteten. In den östlichen Staaten herrscht unverändert furchtbare Hitze. Millionen haben sich am Sonntag aus den Städten ans Seeufer oder aufs Land geflüchtet. 154 Todesopfer der Dürre Durch die Dürre im Mittelwesten der Vereinigten Staaten sind bisher 154 Menschen ums Leben gekommen. Der Sachschaden wird auf über 200 Millionen Dollar geschätzt. in Kanada Niederschläge Aus Ottawa wird berichtet: Während des Wochenendes ist Regen gefallen, der in den von der Dürre betroffenen Gebieten besonders den jungen Saaten zugute gekommen ist. Wenn weitere ausreichende Niederschläge erfolgen, wird der in diesen Gebieten angerichtete Schaden in sehr erheblichem Maße wieder gutgemacht werden können. In einigen Gebieten der südlichen Prärieprovinzen allerdings besteht keine Hoffnung Ernte. auf Kerlung der Haus Stuck, der auf Auto=Union den zweiten Platz belegte. wird, am Sonntagmittag ein furchtbares Unwetter nieder, das besonders in Wartha, Wigzig walde und Banau schweren Schaden In Wartha, einem bekannten schlesischen Wallfahrtsort, strömten die Wassermassen von den Bergen wie Wildbäche durch die Straßen. Mehrere Wohnungen wurden unter Wasser gesetzt. Vielfach wurden Brücken weggerissen. Das Dorf Gierischwalde wurde während des Fronleichnamsgottesdienstes von dem Wolkenbruch betroffen. Das Wasser drang in die Kirche, sodaß die Gemeinde fluchtartig das Gotteshaus verließ. straßen glichen reißenden Strömen. Das Wasse schoß durch Wohnungen, Scheunen und Ställe. Große Bäume wurden entwurzelt. Vom mitgeschlepptes Holz und Einrichtungsgegenstände schwammen auf den Straßen. Zahlreiches Kleinvieh ist in den Fluten umgekommen. Die Bauern standen teilweise bis zum Leib im Wasser, um das Vieh aus den Ställen zu retten. Nachdem das Wasser abgeflossen ist, zeigt sich überall ein Bild des Grauens. Aus vielen Gärten und dern sind die Anpflanzungen restlos weggeschwemmt. Die Gemeinden Banau und Gierischwalde sind insofern doppelt schwer getroffen, als sie bereits im Vorjahre durch ein Hagelunglück in große Not geraten sind. Schwere Autounfälle Autobus fuhr gegen einen Baum Wie aus Frankfurt a. M. gemeldet wird, verunglückte in der Nähe des Gutshofes Moonchsbruch ein Autobus, der, von Niederroden=Oberroden kommend, nach Rüsselsheim fuhr. Die Insassen, 16 Arbeiter, die zum Schichtwechsel in die Opelwerke unterwegs waren, wurden unter dem Wagen begraben. Insgesamt wurden elf Insassen des Wagens verletzt, einige Arbeiter wurden schwer, andere leicht verletzt. Die Ursache des Unglücks ist noch ungeklärt, doch nimmt man an, daß der Wagen beim Ueberholen eines anderen Wagens die Richtung verlor und gegen einen Baum rannte. Auto und Autobus stießen zusammen Zwischen Rohrbach und Kirkel(Saar) sind ein Autobus der Reichspost und ein Personenkraftwagen, dessen Besitzer in Sulzbach an der Saar wohnt, sich gegenseitig in die Flanke gefahren. Nach den Aussagen des Autobusführers war das Zusammenrennen der Wagen darauf zurückzuführen, daß der Personenwagen auf der linken Straßenseite fuhr. Der Personenwagen geriet bei dem Zusammenstoß in Brand und verbrannte vollständig. Die vier Insassen wurden schwer verletzt ins St. Ingberter Krankenhaus gebracht. Der Chauffeur des Omnibusses kam unverletzt davon. Sein Wagen wurde nur leicht beschädigt. Unwetterkatastrophe in Schlesien In der Umgebung des Königshainer Spitzberges ging, wie erst jetzt aus Breslau bekannt Vergnügungssteuer zur Finanzierung des Arbeitsdienstes Das amtliche Organ der Reichsleitung des Arbeitsdienstes veröffentlicht einen Ueberblick über die Steuervergünstigungen, die dem Arbeitsdienst gewährt werden. Daran knüpft, wie das NDZ.=Büro meldet, Dr. Hans Müthling einen Vorschlag, die Vergnügungssteuer zu einer Zweckabgabe für den Arbeitsdienst auszugestalten. Er weist darauf hin, daß, während die Mitwirkung der Gemeinden und Gemeindeverbände früher vorwiegend in einer Beteiligung an der Planung von Arbeitsmaßnahmen bestand, den unteren Gebietskörperschaften jetzt auch die Sorge um die Finanzierung der von ihnen in erster Linie als Träger der Arbeit zu übernehmenden Kosten obliege. Durch die Ausgestaltung der Vergnügungssteuer zu einer reinen Zwecksteuer und die rechtliche Bindung ihres gesamten Ertrages zugunsten des Arbeitsdienstes könnte den Gemeinden diese Aufgabe erheblich erleichtert werden. Es wird vorgeschlagen, diese Maßnahme auf die Landgemeinden und die kleineren Städte zu beschränken. Bei der Erhebung dieser Abgabe habe sich in den kleineren Gemeinden eine gewisse Steuerscheu eingebürgert. Durch die Bejahung des Steuerzwecks werde die loyale Erfüllung der Steuerpflicht gefördert und der Ertrag der Steuer steigerungsfähig sein. Die Vergnügungssteuer bringe der einzelnen Landgemeinde nur geringe Erträge. Wenn die Erträge mehrerer Gemeinden zusammengefaßt würden, so könne durch die Häufung kleiner Teilbeträge ein Fonds zur ausreichenden Förderung von Arbeitsmaßnahmen gebildet werden. Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß entschlief Sonntag abend meine innigstgeliebte Frau, unsere herzensgute, einzige Tochter und Schwiegertochter Laftir Weiher geb. Schlue Im Alter von 27 jahren, nachdem sie am 18. Mai unseren beiden Kindern das Leben geschenkt hat. Im Namen der Hinterbliebenen: Dipl.=Ing. Hermann Mlüller Preischtitz agetllgn Jeden Mittwoch nachm. und abends Konzert im neuen Hausgarten Eintritt trei! BalkanKnoblauch-Saft „ Perlen Beeren Max Mehlhose Adolf Hitler-Platz Ginachl. Donnerstag Lichtspiele zur Reichskrone Schwerte-Holzen, den 4. Juni 1934. Die Beerdigung findet statt am Freitag, den 8. Juni 1934, nachm 480 Uhr vom eygl. Krankenhaus aus. Trauerfeier dort ½ Stunde vorher. Beileidsbesuche dankend verbeten. Stempel billig und gut CARL BRAUS Freiwillige Versteigerung Im Auftrage des Bevollmächtigten werde ich am Mittwoch, den 6. Juni 1934 an Ort und Stelle, Hörderstraße 22, den gesamten Nachlaß der Eheleute Adrian versteigern. Zum Verkauf gelangen folgende Gegenstände: 1 Vertiko, 1 Ausziehtisch, 6 Stühle, 1 Spiegel, 1 Dreiflammenleuchter, 1 Ofen, 1 Bört, Tischdecken und ähnl., 1 Tisch, 1 Schrank mit Porzellan, 6 Stühle und 1 Sessel, 1 Sessel mit rotem Bezug, 1 Ofenschirm mit Schütter, 1 Lampe, 1 Kleiderschrank, 1 Kommode, 1 Eichenbett mit Strohsack, 1 Bett, 2 Lampen, 1 Kassenschrank, 1 kleiner Ofen, 1 Tisch, 1 Badewanne, 1 Waschständer, 1 Herd mit Sparplatte, 1 Gasherd, 1 Küchenschrank(Eiche), 1 Tisch, 1 Backtrog, 3 Stühle, 1 Lampe, Küchengeräte, Schustertisch mit Geräten, 1 Waschmaschine, 1 Eichentisch, Gartengeräte, 1 Fliegenschrank, 1 Schiebkarre. Franz, Obergerichtsvollzieher. Zwangsversteigerung Es werden öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigert, Mittwoch, den 6. Juni 1934, 10 Uhr, Ostenstraße 26: 1 Klavier, 1 Büfett, 1 Briefmarken= sammlung, 1 Ladeneinrichtung, 1 Radioapparat, 1 Wohnzimmer, 1 Schreibmaschine, 1 Schnelln aige. Franz, Obergerichthvollzieher Graf Adolfstraße 5 Preußisch=Süddeutsche Klassenlotterie Letzter Erneuerungstag 6. Juni 1934 Gi k. Schwerte, Adolf Hitler-Platz 3 Mädchen 16 Jahre alt, für unsern Betrieb gesucht. 1241 Westfäl. Backwerke Wegen Erkrankung des jetzigen, sauberes kräftiges Mädchen gesucht. Zu erfragen in der Geschäftsstelle dieser Zeitung. 1245 lunger Mann sucht möbliertes Zimmer mit oder ohne Pension in gutem bürgerlichen Hause zum 15. ds. Mitse Off. unter Nr. 1238 mit Preisangabe an die Geschäftsst, ds. Zig. Meel. Innner für 2 Personen sofort gesucht. Offerten unter Nr. 1240 an die Geschäftsst. ds. Zig. K K S SON Konkursverfahren über das Vermögen des Schuhmachermeisters Wilhelm Brune in Schwerte wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermines hierdurch aufgehoben. 1272 Schwerte, den 31. Mai 1934. Inserieren bringt Gewinn Buchhandlung Carl Erprobtes Rezept Kohlrabigemüse.(Für 4 Personen.] Zutaten: I5 sunge, zarte Kohlrabi, 1/2 Liter Fleischbrühe aus 2 Maggi's Fleischbrühwürfeln, 2 Eßlössel(40 g) Butter, 2 Eplöffel (40 g) Mehl, Salz nach Geschmack, 1 Prise Muskatnuß. Zubereitung: Die Kohlrabi schälen, waschen und in dünne Scheiben schneiden. In der Butter das Mehl leicht andünsten, mit der Fleischbrühe eine glatte, sämige Soße kochen, die Kohlrabtscheiben und die in feine Streifen geschnittenen zarten Blätter hineingeben, nach Salz und Muskatnuß abschmecken und nun das Gemüse auf kleinem Feuer unter zeitweiligem Umrühren weichkochen. M J. Westfulenslußfer Pehenshrurh Heretur der Beutschen Curnerschaft OSV. Hörde siegt knapp vor VfL. Stahlwerke Dortmund. SA=Standarte 217 Dortmund Sieger der SA=Klasse.- 95 StaffelMannschaften mit 1500 Läufern beteiligten sich. Die 8. Westfalenstaffel Hohensyburg=Herdecke wurde auch diesmal zu einem großen Erfolge für den Veranstalter, den Gau 9 Westfalen der Deutschen Turnerschaft. 95 Mannschaften mit rund 1500 Läufern aus allen Teilen Westfalens hatten ihre Meldung abgegeben. Bevor der Staffellauf seinen Anfang nahm, bewegten sich die 1500 Staffelläufer, vorbildlich geordnet, durch die Straßen der festlich geschmückten Stadt Herdecke zum Bismarck=Denkmal. Die Riesenzahl der Läufer mit ihren DT.=Sturmfahnen und Vereinswimpeln hinterließ bei den Tausenden von Zuschauern einen prächtigen Eindruck. Am Bismarckdenkmal begrüßte der Vereinsführer der Turn= und Sportgemeinde Herdecke die Läufer, insbesondere die zum ersten Mal am Lauf teilnehmenden Kameraden der SA und DSB. Der Beigeordnete der Stadt Herdecke, Herr Vollmann, entbot den Gruß der Stadtverwaltung. Gauoberturnwart EickWetter wies in seiner Ansprache auf den Zweck der Veranstaltung hin, den Staffellauf als wertvolles Mittel zur Pflege des Mannschaftsgeistes und der Kameradschaft zu fördern. Die Zeiten seien vorbei, wo die Kanone, der Spitzenkönner dem Turn= und Sportleben der Vereine ihr Gepräge gaben. Heute sei die Breitenarbeit, die Mannschaftsleistung das wichtigste Ziel der Vereine und Verbände. Der Beauftragte des Reichssportführers für Westfalen, Sturmbannführer Schäfer, überbrachte die Glückwünsche des Reichssportführers, sowie des Oberpräsidenten der Provinz Westsalen. Auch er wies auf den großen Werbewert, den die Straßenstaffelläufe für die Leibesübungen darstellen, hin. Er begrüßte das Zusammengehen zwischen SA und Turnerschaft bei dieser Veranstaltung. Dann wurden die Läufer zu ihren Laufstrecken gefahren. Die 7,6 Klm. lange Strecke war durch drei SA=Stürme vorbildlich abgesperrt. Ein weiterer SA=Sturm hatte die Aufgabe, den Bericht über den Stand der verschiedenen Läufe durch besonders gelegte Telefonleitungen zum Ziel durchzugeben. Die Freiwillige Sanitätskolonne Herdecke hatte den Sanitätsdienst übernommen. Die gesamten Vorbereitungen des Laufes lagen in den bewährten Händen des Turnbruders Ensuleit=Herdecke. Das Hauptinteresse richtete sich naturgemäß auf die A=(Haupt=)Klasse, die vom Fuße des Hohensyburg=Denkmals über Wittbräucke, Herdeckerbach zum Bismarckdenkmal in Herdecke führte. Jede Mannschaft stellte 20 Läufer. Die Strecke war von Tausenden von Zuschauern umlagert. Gleich nach dem Startschuß setzte sich der 800=m=Mann des DSC. Hagen an die Spitze, dicht gefolgt von Rote Erde Iserlohn und OsV. Hörde. Der vorjährige Sieger Tv. Eintracht Dortmund lag an vierter Stelle. VfL. Stahlwerke Dortmund folgte mit weiteren 5 Metern Abstand. Auf den nächstfolgenden Sprinterstrecken über 200 und 300 m konnte der DSC. Hagen die Spitze halten. Beim 5. Wechsel kurz vor dem Friedhof Hohensyburg drängt der Läufer des OSV. Hörde Rote Erde Iserlohn auf den dritten Platz. Von da ab entwickelte sich ein erbitterter Kampf der in der Spitzengruppe liegenden Mannschaften DSC. Hagen, OSV. Hörde, VfL. Stahlwerke und Rote Erde Iserlohn. Diese 4 Mannschaften wechselten sich dauernd in der Führung ab. Bei der Abgabe des Stabes durch den 1000=Meter=Mann hatte sich VfL. Stahlwerke an die Spitze gesetzt, dicht gefolgt vom OSV. Hörde und DSC. Hagen. Rote Erde Iserlohn lag an vierter, Eintracht Dortmund 60 Meter zurück an fünfter Stelle. Auf den nachfolgenden Sprinterstrecken kämpften OSV. Hörde, VfL. Stahlwerke und DSC. Hagen erbittert um die Führung. Nach 12. Wechsel gelang es dem vorzüglich laufenden 300=Meter=Mann der Hörder, den bis dahin in Führung liegenden VfL. Stahlwerke zu verdrängen und mit 3 Meter Vorsprung in Führung zu gehen. DSC. Hagen war 20 Meter zurück auf den dritten Platz gefallen, Rote Erde Iserlohn weitere 20 Meter. Eintracht Dortmund, der vorjährige Sieger lag bereits aussichtslos an fünfter Stelle. Der 800=MeterLäufer des DSC. Hagen fiel weiter zurück und wurde von dem Läufer der Iserlohner überholt. Auf den beiden nächstfolgenden 300=Meter=Strecken vergrößerte OSV. Hörde seinen Vorsprung durch glänzendes Laufen auf 20 Meter vor den VfL. ern. Durch den 600=MeterMann gelang es dem VfL. Stahlwerke, 15 Meter Boden herauszuholen und lag beim 17. Wechsel 5 Meter hinter den OSV. ern. Die drei letzten Läufer mußten die Entscheidung bringen. Tatsächlich gelang es dem 200= und 300=Meter=Läufer der Turner, den Ortsrivalen zu erreichen und ihn sogar zu überholen. Mit 2 Meter Vorsprung erhielt der Schlußläufer der VfL. er den Stab, wurde aber durch den besser lausenden Schlußmann des OSV. Hörde auf den letzten 30 Metern eingeholt und mit Brustbreite geschlagen. Hart war der Kampf auch in der SA=Klasse, wo 12 Mannschaften sich dem Starter stellten. Es entwickelte sich in dieser Klasse vom Start bis zum Ziel ein harter Kampf zwischen der Mannschaft der SA=Standarte 217 Dortmund, der Motorstandarte 67 Dortmund und der Standarte 103 Hagen, den die Standarte 211 Dortmund dank der besseren Durchschnittsleistung, mit 8 Meter Vorsprung gewinnen konnte Um den zweiten Platz entspann sich ein Bruß an=Brustkampf zwischen der Motorstandarte##### Dortmund und der Standarte 103 Hagen, der die Dortmunder im Endkampf kknapp gewinnen konnten. Vor den aufmarschierten Mannschaf ten nahm Gauvolksturnwart Lück im Namey der Deutschen Turnerschaft die Siegerehrung vor. Ihr mehrt des deutschen Volkes Wenn Ihr dem Handwerk Arbeit schaftt Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Heinz Friedr. Kamecke, Schwerte=R Verantwortlich für den gesamten Textteil: Heinz Friedr. Kamecke, Schwerte=R. Für den Anzeigenteil: Hans Linner, Schwerte=R. D. A. V./34. 1726.