e ein ruichench ichr un! Lagopns uchaslse 6 Maniz, LSgeigzugn. 19 psg. Druck u. Verlagvon C. Bla..,— Postscheckkonten: Dortmund 2852 und Hamwoen 21 874. Geschästssielle:„Große Marktstr. 3—3. Verantworlich Verbunden mit: Tageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung Schwerter Volksblatt Mc Westhofener Aplerbecker Langscheder Holzwickeder Zeitung Zeitung Zeitung Zeitung Varaiater ud onilbs, 1.132333.2, Jse; Aakanr: elie 20 P'g. Lüt haieson ausgegedens Hesgestggng eie Gewadr. Vei undorbergsepu. Verupisthgelggggz, Garogz; gerusen durch böhere Gewalten, üdernehmen wir keinerlei für pünktliches Erscheinen der Jeitung u. kann auch keinertel Anspruch auf Schadenersatz, oder Nachlieferung erboden werden Sageblatt für die Stadt Schwerte und das Amt Westhosen G Kretsblatt für den nördlichen Seil des Landkreises Zierlohn Nr. 88 Schwerte(Kuhr), Montag, den.16. April 1934 Frohzeasz-schiialt für die Ruhrbergarbeiter Arbenefrentiragt Arkaurelehn Wienn keine Einigung mit der. Sondigat ertolgt, äithergümgt die HrbeitsWenn keine Einigung mit dem Sundikat erfolgt, übernimmt die Arbeitstront die restlichen 30 Prozent der urlauussezunlung harrlichon Führer Adolf Hitler gege Dr. Ley in Gelsenkirchen Auf seiner Reise durch das westdeutsche Wirtschaftsgebiet weilte am Samstagnachmittag Staatsrat Dr. Ley in Gelsenkirchen. Die Stadt hatte reichen Flaggenschmuck angelegt. Bei der Einfahrt in die Stadt wurde Dr. Ley überall beempfangen. Auf der Wiese am HansSachs-Haus hatte sich am frühen Nachmittag eine Menge von etwa 40000 Schaffenden aller Stände und Mitgliedern der Deutschen Arbeitsfront verammelt, die ihren Führer mit herzlichstem Bei#l empfingen. Zahlreiche Vertreter der BehörDr. Ley zur Tribüne. Bevor der Arbeitsfront die Tribüne bestieg, nahm er Gelegenheit, eine Gruppe von Gelsenkirchener„Kumpels“, die in ihrer schmucken Aufstellung gepommen hatte, mit einem herzichen und kameradschaftlichen Händedruck zu begrüßen. Moskauer Aktivität ein. verrlichen Fuhrer, en(öten in der 2000köpfi Die Ausführungen losten in der Z0wolopfigen Versammlung, der größten Mitgliederversammlung der Dinta=Gesellschaft seit zehn Jahren, stürmischen Beifall aus.— Nach der Rede ergriff Dr. Voegler noch kurz das Wort, um grundsätzliche Ausführungen über das Dinta=Werk zu machen, worauf dann der Jahresbericht von Dr. Ing. Arnhold abgegeben wurde. Aufruf Dr. Leys 100%ige Auszahlung der Urlaubsgelder an die Bergarbeiter Die Deutsche Arbeitsfront hat sich in dem Gedanken der Gemeinschaft und aus der daß die Bergleute den schwersten Beruf und damit das höchste Recht auf Urlaub haben, verpflichtet gefühlt die 30%ige Urlaubskürzung, die die Kohlenindustrie aus der durch die Weltpirtschaftskrise geborenen Notwendigkeit nicht zahlen kann, zu übernehmen. Die Deutsche Arbeitsfront ist aber der Ueberzeugung und Gewißheit, daß ein großer Teil der Zechen und ihrer Wirtschaftsführer aus der Erkenntnis der Gemeinschaft die Opfer bringen werden, die zur Gesundheit und Zufriedenheit ihrer Belegschaft notwendig sind. Auf alle Fälle bürgt die DAF. für 100%ige Urlaubsvergütung. Statt Streikgelder gewährleistet das neue Deutschland volle Auszahlung der Urlaubsgelder an die Bergarbeiter. gez. Stabsleiter der PO., Dr. Lei Deutscher Reichsbauernrat Eröffnung durch den Reichsbauernführer Darré Reichsbauernführer Darré hat zum 14. April 1934 den Deutschen Reichsbauernrat zu seiner ersten Sitzung in Berlin einberufen. Nach einer grundsätzlichen Rede des Reichsbauernführers über die Aufgaben des Reichsbauernrates fand die feierliche Verpflichtung der Mitglieder auf den Führer Adolf Hitler statt. eenommen hatte, mit exnem berzischen das höchste Recht auf Urlaub haben, gerptischtet Poch, ver, Flangernzider Böhmer das Bartsza senindustrie aus der Oberbürgermeinter Bohmer das Wort. Zu## kurzen Willkommensgruß. Darauf begrüßte nalsozialismus habe den deutschen Menschen aufgefordert, sich von dem Klassenkampfe zu lös und mit ihm den neuen Weg der Kameradschaft, der Gemeinschaft und des wahren Sozialismus zu gehen. Es dürfe nicht mehr geduldet werden, daß einer den anderen um seines Standes willen gering schätze. Wenn das nicht in Gutem zu erreichen sei, dann müßten schließlich auch die Macht: mittel eingesetzt werden. Wer die Gemeinschaf nicht wolle, den werde man ächten im ganzen * I n b e s o n d e r e n W o r t e n w a n d t e s i c h d e r F ü h r e r der DAF. dann noch an die Ruhrbergarbeiterschaft. Er betonte, daß er erfahren habe, daß man den Bergleuten den wohlverdienten Urlaub nicht voll bezahlen wolle. Mit erhobener Stimme erklärte Dr. Ley unter dem Beifall der Zehntausenden: „Ihr bekommt Euren Urlaub bezahlt, und zwar 100%ig, und wenn die Unternehmer es nicht können, dann bezahlt die Deutsche Arbeitsfront den Rest.“ Er erkläre, daß, falls die Verhandlungen mit dem Syndikat erfolglos auslaufen würden, die Deutsche Arbeitsfront sich entschlossen habe, diese Bezahlung der restlichen 30 Prozent des Urlaubs der gesamten Bergarbeiterschaft des Ruhrgebietes selbst zu tragen. Zum Schluß brachte Dr. Ley ein dreifaches SiegHeil auf den Führer des neuen Deutschlands aus. worauf die Versammlung das Deutschland= un das Horst=Wessel=Lied sang. g666#.## Am Anschluß an die Kundgebung begab sich Dr. Ley zum Hans=Sachs=Haus, wo die diesjährige Mitgliederversammlung der Gesellschaft der Dinta=Freunde stattfand. Unter stürmischem Beifall begrüßte der Führer der Dinta=Gesellschaft, Dr. Ing. Arn hold den Führer der DAF. Zum Thema„Der Begriff der Ehreim Gesetz zur Ordnung der nationale Arbeit“ führte Dr. Ley aus, der NationalIzialismus sei der Sieg der Vernunft über die Zipernunft, die in den vergangenen Sohren die Hitler-Geburtstagsfeiern bergaulgngsenerfel Erleichterungen bei der Vergnügungssteuer am Geburtstag des Führers Der Herr Reichsminister der Finanzen hat die Landesregierungen gebeten, die Gemeinden (Gemeindeverbände) anzuweisen, L#eanstaltungen von der Vergnugungssteuer freizustellen, die von der RSDAP und ihren Organisationen am 20. April 1934 ausschließlich aus Anlaß und zu Ehren des Geburtstages des Führers unternommen werden. Rußland und die Abrüstungsfrage einer gedeihlichen Lösung des Problems der Abvn hr Ve, P-Ahechogsfeage 0d einschlen möchte. Diese Absicht ist zweifellos auch das Thema der Gespräche gewesen, die der Vertreter Moskaus in Genf mit den Diplomaten der Staaten der Kleinen Entente gehabt hat. Wenn es wirklich zu russischen Schritten in dieser Beziehung kommt, so— das kann man wohl sagen— bedeutet das von vornherein, daß die Verhandlungen, die der Abrüstungsfrage gelten, eine neue Erschwerung erfahren. Man braucht sich nur den Umfang der russischen Rüstungsindustrie anzusehen, um zu dem kommen, daß Sowjetrußland auf jeden Fall nicht zu den Staaten zu rechnen ist, die an Abrüsten denken. Und tatsächlich soll ja auch von Moskau aus zu verstehen gegeben worden sein, daß man außerordentliche Forderungen für den russischen Rüstungsstand gestellf, zuar,##ompt ist denn auch eine leichte diplomatische Spannung mit Polen, das sich begreiflicherweise bedroht fühlt, entstanden. Von den russischen Diplomaten wird geltend gemacht, daß Rußland angesichts seiner ungeheuren Ausdehnung, seiner langen Grenzen usw.. über entsprechende Streitkräfte zu Lande, zu Wasser und in der Luft verfügen können müsse, besonders, weil es von vornherein immer an zwei Fronten denken müsse und weil diese Fronten schwierige, nahezu unlösbare, Diapgsitionen, erforderten, wenn Rußland sich mit einem kleineren Rüstungsstand begnügen wollte. Mit gleicher Aktivität, mit welcher Moskau in der Rüstungsfrage auftritt, wird, aber mehr im geheimen, die Frage des eventuellen Bei tritts Sowsetrußlands zum Völkerbund behandelt. Hier sei noch einmal daran erinnert, daß Rußland seine Bedingung, wonach alle Mitgliederstaaten des Völkerbundes die Sowjetunion anerkennen müßten, unentwegt aufrecht erhält. Auch hier wird es Schwierigkeiten geben. Die schweizerischen Aeußerungen während der letzten Tage lassen nicht darauf schließen, daß sich die Schweiz zu einer Anerkennung Sowjetrußlands verstehen würde, mindestens vorläufig nicht. Und in Holland herrscht in dieser Beziehung die gleiche Stimmung. Die plötzliche Aktivität der russischen Staatsmänner ist demnach keineswegs geeignet, die Situation der europäischen Politik irgendwie auszuglätten. 67. Neueste in Kürze Er teilt darin u. a. mit, daß die schwebenden Verfahren, die aus kirchenpolitischen Gründen anhängig gemacht worden sind, eingestellt werden, mit Ausnahme derjenigen, die staatspolitischen Gleichzeitig wird das vom Geistlichen Ministerium der Deutschen Evangelischen Kirche beschlossene Kirchengesetz zur Befriedung des kirchlichen Lebens bekanntgegeben. Am Sonntag sind auf einer Tagung in Hamburg sämtliche deutschen Rechtsauskunftsz und Rechtsberatungsstellen durch die treuung der Reichsleitung der NSDAP übernommen worden. kommen worden. Die österreichische Regierung hat jetzt endlich — nach langer Weigerung— der ausländischen Presse die Besichtigung des Konzentrationslagers Wöllersdorf gestattet. Die Berichte— namentlich die der englischen Journalisten— geben ein ungünstiges Bild von den Zuständen im Lager Wöllersdorf. Im Wiener Ministerrat ist es zu einem Konflikt gekommen, da Vizekanzler Steidle darül verstimmt ist, daß Fürst Starhemberg Vizekanzler werden und er Sicherheitsminister bleiben soll. Nach einer amtlichen Wiener Mitteilung die Heimwehren in die Vaterländische Front Dr. Dollfuß' eingegliedert worden. Nach dem„Oeuvre“ hat die Polizei durch einen Zufall festgestellt, daß sich Trotzki in Frankreich aufhält. Minister Krofta sagte Entgegenkommen der der sofort anzustellenden Prüfung der Ausstellungsobjekte und Abhilfe zu. Die Karikatur des Reichskanzlers entfernt Wie die„Lidove Novini“ aus Prag melden, hat die Verbalnote des Prager deutschen Gesandten Dr. Koch das Ergebnis gehabt, daß Minister Dr. Krofta seiner Umgebung erklärte, er könne sich nicht in eine künstlerische Angelegenheit, wie sie die Ausstellung darstelle, einmischen. Krofta habe aber durch die Vermittlung eines Beamten des Außenministeriums den Verein Manes ersucht, aus dem Ausstellungsfenster das Bild des Reichskanzlers Hitler zu entfernen, das vor allem den Anlaß zu dem deutschen Schritt gegeben hat. Das Blatt bemerkt dazu: Die Entfernung des Bildes stellt lediglich ein Entgegenkommen der dar. Ein neues KarikaturenPrager hetze u ungen des dautichen a Mündliche Vorstellungen des deutschen Gesandten in Prag Der Prager deutsche Gesandte Dr. Koch sprach am 14. April vormittags bei dem bevollmächtigten tschechoslowakischen Minister Dr. Krofta im Prager Außenministertum, vor, um auch noch mündlich auf die bedauerlichen Folgen, die die Manes=Ausstellung mit ihren Verunglimpfungen Deutschlands haben könne, hinzuweisen. Bildes steut, Hbigilchein Ausstellungsleitung dar. Ein neues Karikaturenarrangement mit Stalin, Dollfuß und einheimischen Politikern wurde veranstaltet. Im Innern der Ausstellung hat man nichts geändert. Polsterung der III. Klasse Lägen ader den Arbeneeirnft Erlogener Bericht in der„Daily Expreß“ n eug e- s Se e„egen Jahren die und beperg ente Glishsbusce Veitricben wiedhe, Giecrnunst, die in den vergangeze z.9 Tigrung dienstlagern eine uusoubung,betriegen würde, Wirtschaft chaotisch beherrschte und die Führ##### die besser sei als die der englischen Territorial= des Volkes Fremdrassigen überließ. Einer als armee. der ktärtste hat sich durch al die Wirrungen Zin:„g ig bezeschnend, daß, durch bewährt: der Führer. Er hat es verstanden. der stärkste hat sich durch all die Wirrungen Lurch bewährt: der Führer. Er hat es verstanden, dem Volke die Vernunft wieder zu geben. Er ist nicht wahr, daß der deutsche Arbeiter in den versangenen Jahrzehnten seinen gewaltigen Kampf um seinen Lohn geführt hat. Das hat ihm der Marxismus eingeredet. In Wahrheit aber kämpft er um seine Ehre und seine Anerkennung. Diest Ehre gaben wir ihm nun wieder und wenn wir das große Ziel der Deutschen Arbeitsfronk, der beutschen Gemeinschaft, nicht schaffen, unsere lunge Generation, die im Geiste der Hitlerjugend und des Jungvolks groß wird, sie wird es bestimmt schaffen. Das weiß ich und daran glaube weil uns der Himmel die Vernunft und den Es ist bezeichnend, daß, nachdem monatelang der deutsche Arbeitsdienst aus der Frage der Abrüstung verschwunden war, diese Verbindung nun plötzlich wieder hervorgeholt wird. Sachlich st zu der Reldung des„Ouliy grgeffegsen sie; gen boß 56 i. LeznegerWäfzen befinden, steriobeng in der Ziergahe „Haliy Epreß st vollkommen erlogen. Die neuerliche, bewußt unwahre Ogrstelung des„Daily Expreß“ ist um so verwunderlicher, als noch unlängst der englische Oberst der mehrere Monate in den deutschen Arbeitslagern tätig war, in der„Daily Mail“ eine ganz ausführliche Darstellung des deutschen Arbeitslagerlebens gegeben und dabei gleichzeitig alle derartigen, Lügenmeldungen als böswillige und niederträchtige Erfindungen bezeichnet hat. In das Reich der Märchen ist auch eine Meldung des Genfer„Journal des Nations“ zu verweisen, das die sonderbare Behauptung aufgestellt hat, in den Arbeitslagern würden Saarländer zu einer Expedition in das Saargebiet einexerziert. Die Meldung ist zu durchsichtig, als daß man nicht die ihr innewohnende Absicht erkennen würde, die darauf abzielt, im Hinblick auf die bevorstehende Saarabstimmung die Atmosphäre zu vergiften. Es ist allerdings erstaunlich, daß dabei mit so groben Lügen gearbeitet wird. Die wenigen in den Arbeitsdienst übernommenen jungen Leute aus dem Saargebiet haben nur einen Wunsch: das neue Deutschland zu erleben. Ein gepolsterter Wagen 3. Klasse Die Reichsbahn läßt jetzt die Eil= und D=Zugwagen der 3. Klasse volstern, was von den Reisenden sicher sehr angenehm empfunden werden wird. Diese Umgestaltung dient auch gleichzeitig der Die Justunde in Wetlereret Besichtigung endlich gestattet Nachdem sich die österreichische Regierung Dollfuß lange geweigert hatte, ausländischen Pressevertretern, unter anderem auch Vertretern der reichsdeutschen Presse, die Besichtigung des Wöllendorfer Konzentrationslagers zu gestatten, hat sie diese Besichtigung nun endlich genehmigt. Die Regierung hat Zeit genug gehabt, in der Zwischenzeit die gröbsten Uebelstände, die die öffentliche Weltmeinung in so hohem Maße erregen mußten, zu beseitigen.. Auch der berüchtigte Lagerkommandant ist, wie berichtet, inzwischen abgelöst worden; der neue Lagerkommandant hat seinen Posten am 12. April angetreten. Ebenso ist der Kantinenwirt Kirchner, dessen üble Wirtschaft so große Empörung ausgelöst hatte, durch einen anderen Wirt ersetzt worden. Ueber die Eindrücke, die die österreichische Regierung den Vertretern der Weltpresse am Freitag in Wöllersdorf gestattete, liegen folgende Berichte vor: Ungewisses Schicksal An der Jesichtigung nahmen auf Grund der Bestimmungen des Sicherheitsministers je zwei Mitglieder der vier verschiedenen Verbände der Auslandspresse teil, von deutscher Seite der Vorsitzende des Verbandes der reichsdeutschen Dr. Hartmeyer und der Wiener Vertreter des DRB. Die Besichtigung dauerte 2½ Stunden und fand unter der Führung höherer Beamten der Staatspolizei, des Bundespressedienstes, des Lagerkommandanten Gragel und des Spitalarztes statt. Das Konzentrationslager, eine frühere Munitionsfabrik, ist mit doppeltem Drahtverhau umzogen. Die Bewachung im Lager selbst wird von der Gendarmerie(90 Gendarmen) ausgeübt, mäöhrend die Heimwehr(600 Mann) für die äußere Vewachung des Lagers verwandt wird. Im Lager befinden sich nach Angaben des Kommandanten 270 Häftlinge, davon 265 Nationalsozialisten und fünf Sozialdemokraten, sämtlich österreichische Statsangehörige. Unter den Häftlingen sind Prosessoren, Akademiker, Studenten, Handwerker und Arbeiter. Im Lager sind den Angaben nach 47 Fälle von Ruhrerkrankungen vorgekommen; sämtliche Erkrankten wurden inzwischen nach Wien ins Spital gebracht. 20 von ihnen sollen wieder entlassen worden sein. Die bekannten nationalsozialistischen Führer Schattenfroh und die drei Brüder Frauenfeld befanden sich während der Besichtigung im Wiener Franz=JosephSpital und sollen in den nächsten Tagen nach Wöllersdorf wieder zurückgebracht werden. Die Häftlinge sind in Einzelbaracken untergebracht zu vier bis fünf in einem Zimmer. Der Bezug von Büchern, Schachspielen und Zeitungen — selbstverständlich nur die regierungstreue Presse ist gestattet, die Korespondenz ist täglich für jeden Häftling im Ausm.ß von einem Brief und zwei Karten erlaubt. Die ein= und ausgehende Korrespondenz der Häftlinge wird von dem Lagerkommandanten zensiert. Die Zusendung von Lebensmittelpaketen, die bis Aufang Januar zulässig war, ist jetzt eingestellt worde. Nur zu Ostern war die Zusendung in zeringem Umfange gestattet. Dagegen ist die Zusendung von Zigaretten erlaubt. Während der Besichtigung fand sich Gelegenheit, mit den Häftlingen ins Gespräch zu kommen, jedoch nur unter der unmittelbaren strengen Kontrolle der zahlreichen, die Besichtigung begleitenden Beamten. Hierbei wurde zunächst grundsätzlich mitgeteilt, daß Fragen politischen Charakters verboten seien. Im Laufe der Unterredung wurde von den Beamten mehrfach die Weiterführung des Gespräches wegen angeblicher politischer Fragen unterbunden, bei Fortführung sogar sofortige Beendigung der Besichtigung in Aussicht gestellt. Zu den verbotenen Fragen politischen Charakters gehörte auch die Frage nach der Ursache der Verhaftung, jedoch wurde in den Gesprächen regelmäßig von den Häftlingen gerade diese Frage aufgenommen. Aus sämtlichen Unterhaltungen ergab sich der übereinstimmende Eindruck, daß die Häftlinge über die Ursache ihrer Verhaftung auch nicht die geringste Abnung hatten. Immer wieder betonten sie, daß ihre Verhaftungen nur wegen ihrer Gesinnung erfolgt sein könne und daß ihnen irgend eine Straftat nicht zum Vorwurf gemacht werden könne. In einzelnen Fällen sind die Häftlinge wegen des Singens des HorstWessel=Liedes oder wegen des Anklebens von Hakenkreuzen bereits seit Monaten im Konzentrationslager. Die Ueberzeugung von der Aussichtslosigkeit, in absehbarer Zeit freigelassen zu werden, und das Fehlen jeder Mitteilung über das Ende ihrer Haft bewirkt unter den Häftlingen im allgemeinen eine sehr gedrückte Sitmmung. Besondere Erregung herrscht anscheinend über die Unklarheiten, die sich aus der Verfügung ergeben, wonach Häftlinge durch eine„Loyalitätserklärung“ ihre Haft beenden könnten. Zeitungsartikeln hatten die Häftlinge entnommen, daß die Unterzeichnung der Loyalitätserklärung die sofortige Freilassung zur Folge haben werde. Diese Vermutung hat sich nach Darstellung der Beamten als ein Irrtum erwiesen. Die Unterzeichnung der Loyalitätserklärung ist nur eine der verschiedenen Bedingungen zur Freilassung, zu denen auch noch„gute Führung sowie die Klärung der allgemeinvolitischen Verhältnisse gehören Uebereinstimmend wurde von den lingen ausgesagt, daß zwischen ihnen und der Gendarmerie ein gutes Einvernehmen herrscht. Dagegen äußerten sie sich teils erregt, teils haßerfüllt über die Heimwehren, die nach ihren Mitteilungen häufig eine provozierende Haltung einnehmen, unmittelbar vor den Häftlingen Schimpflieder über Deutschland und den Nationalsozialismus singen und die Gendarmerie gegen die Häftlinge zu verhetzen und sie von ihrer korrekten Haltung abzubringen suchen. Der Lagerkommandant teilte mit, daß bisher kein einziger Häftling entflohen und es zu keinen Revolten gekommen sei. Dagegen wird zugegeben, daß in der Zeit um Weihnachten ein Hungerstreik von einigen Tagen ausgebrochen war. Von den in der Lagerordnung vorgesehenen Disziplinarstrafen, die bis zur Dunkelhaft gehen, sei bisher kein Gebrauch gemacht worden. Die Frage der Verpflegung scheint bisher erhebliche Schwierigkeiten bereitet zu haben. Nach den Aussagen der Häftlinge war die Verpflegung durch den kürzlich entlassenen Kantinenwirt Kirchner völlig ungenügend und schlecht. Die Gefangenen erklärten, heute(am Tage der Besichtigung) zum ersten Mal einen genießbaren Kaffee erhalten zu haben. Sie müssen sechs Schillinge je Tag entrichten, doch kann der Betrag in den meisten Fällen nicht eingebracht werden. Die Häftlinge haben die Möglichkeit, bis zu 14 Tagen Urlaub zu nehmen gegen Abgabe der Loyalitätsverpflichtung und ehrenwörtlichen Zusicherung, zurückzukehren. Der Urlaub wird bei Krankheit, Todesfällen und geschäftlichen Notwendigkeiten gegeben. Bisher haben alle bis auf zwei Beurlaubte die Verpflichtung zur Rückkehr eingehalten. Die fünf Sozialdemokraten befinden sich in einer Sonderbaracke und kommen mit den Nationalsozialisten in keine Berührung. Offener Protest der Gefangenen Die englischen Berichterstatter melden, daß ihre Eindrücke nicht allzu günstig waren. Sämtliche Insassen des Lagers, so schreibt der„Daily Telegraph“, wurden ohne irgend eine besondere Beschuldigung verhaftet, und die Zeit ihrer Gefangenhaltung ist unbegrenzt. Im Winter müsse Wöllersdorf ein schrecklicher Platz sein. 40 Insassen, darunter Alfred Frauenfeld, sind an der Ruhr erkrankt und mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Die Nahrung ist ungenügend, was zu mehreren Hungerstreiks geführt hat. Eine der Hauptbeschwerden der Insassen besteht darin, daß das Singen verboten ist. Während des Besuches der Journalisten ereignete sich ein kleiner Aufruhr unter den Insassen. Ein bärtiger Nationalsozialist schritt auf den Lagerkommandanten zu und verlangte unter dem Beifall seiner Mitgefangenen seine Entlassung. Er erklärte, seit vier Wochen habe er vergebens gebeten, seine Frau sehen zu dürfen. Der Lärm sei immer größer geworden, sodaß der Lagerkommandant die Journalisten voller Bestürzung nach einem anderen Teil des Lagers brachte, wo fünf Sozialdemokraten interniert sind. Die Zahl der Lagerwache ist doppelt so groß wie die der Insassen und besteht aus 600 Heimwehrleuten und 16 Landjägern. Lbungeischee Nirchengeser, Es soll der Befriedung des kirchtichen Lebens dienen Das Geistliche Ministerium der Deutschen Evangelischen Kirche hat, wie der Evangelische Pressedienst mitteilt. folgendes Kirchengesetz beschlossen: § 1: Die Verordnung des Reichsbischofs betreffend die Wiederberstellung beordneter Zustände in der Deutschen Evangelischen Kirche vom 4. Januar 1934 wird außer Kraft gesetzt. S 2: Maßnahmen, die gegen kirchliche Amtsträger wegen ihres kirchenpolitischen Verhaltens eingeleitet sind, sind nicht durchzuführen.— Ausgenommen bleiben Verfahren mit staatspolitischem Einschlag. Ob ein solches Verfahren vorliegt, entscheidet das rechtskundige Mitglied des Geistlichen Ministeriums. § 3: Abgeschlossene Maßnahmen unterliegen der Nachprüfung des Reichsbischofs. Er bestimmt den Zeitpunkt der Nachprüfung und trifft die erforderlichen Durchführungsbestimmungen. § 4: Die in§ 4 der Verordnung des Reichsbischofs betreffend die Wiederherstellung geordneter Zustände in der Deutschen Evangelischen Kirche vom 4. Januar 1934 ausgeführten Gesetze. nämlich das Gesetz betreffend die Rechtsverhältnisse der Geistlichen und Beamten der Landeski= hen vom 16. November 1933 und das vorl“..#e Kirchengesetz betreffend die Rechtsverhältnisse der Geistlichen und Beamten der Landeskirchen vom 8. Dezember 1933 sowie das Kirchengesetz betreffend Beilegung kirchenpolitischer Streitfälle vom 8. Dezember 1933 außer Kraft gesetzt. § 5: Das Gesetz tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft. Botschaft des Reichsbischofs Der Reichsbischof hat, wie der Evangelische Pressedienst mitteilt, folgende Botschaft zum kirchlichen Frieden erlassen: Die wiederhergestellte Einheit in Volk und Staat verlangt nach geordneter Einheit im äußeren Leben der evangelischen Kirche. Bekenntnisstand und Glaubensgut unserer Kirche, die uns wichtigste Verantwortung sind, werden wir um so besser und treuer pflegen können, wenn organisatorisch in der Kirche Ordnung gehalten wird. Nachdem auf der Grundlage der Neuregelung des Verhältnisses von Staat und evangelischen Kirchen die Bahn zu weiter ausbauender Arbeit freigemacht ist, soll unter Trennendes in der Vergangenheit ein Strich gezogen werden. Es werden daher die schwebenden Verfahren, die aus kirchenvolitischen Gründen anhängig gemacht worden sind. eingestellt werden mit Ausnahme jedoch derjenigen Verfahren, die staatspolitischen Einschlag haben. Es wird auch in eine Ueberprüfung bereits abgeschlossener Verfahren eingetreten. sobald Ruhe und Frieden in der Kirche eingekehrt sind. Wer ungeachtet des hierdurch bezeugten Willens zum Frieden dennoch in Auflehnung gegen die notwendige äußere Ordnung den Frieden stört, wird die volle Strafe des Gesetzes zu tragen haben. Ich erwarte von den Amtsbrüdern und Beamten der Kirche volle Einführung in die Gemeinschaft des Dienstes und ihre Vereinigung in berufsmäßiger Kameradschaft. Alle willigen Kräfte rufe ich zur Mitarbeit auf. Evangelische Kirchen am 1. Mai Kirchenamtlich wird durch den Evangelischen Presiedienst mitgeteilt: Ministerialdirektor Jäger. Mitglied des Geistlichen Ministeriums und Leiter der Deutschen Evangelischen Kirchen=Kanzlei, hat zum Tage der nationalen Arbeit für die evangelischen Landeskirchen folgende Anordnung getrossen: „Am Tage der nationalen Arbeit oder am Vorabend sind, wo es irgend möglich ist. Gottesdienste zu halten, die die nationale Arbeit und ihren Festtag unter Gotteswort stellen. Die Kirchengebäude sind am 1. Mai zu beflaggen. Zu geeigneter Zeit sind die Glocken zu läuten. Am Sonntag vor dem 1. Mai ist in den Gottesdiensten für den Tag der nationalen Arbeit Fürbitte zu tun und bei den Ankündigungen sind die Gemeindemitglieder zur Teilnahme an den Festveranstaltungen berzlich auszusordern. B# Nachdem schon im Vorjahre auf Anordnung der Obersten Kirchenbehörde in den meisten evangelischen Kirchengemeinden am Vorabend des Tages der nationalen Arbeit gottesdienstliche Feiern eingerichtet waren, ist nunmehr die Beteiligung der Kirchen an diesem Festtag der Nation einheitlich geregelt. Die Vorbereitungen für eine würdige Ausgestaltung der Festgottesdienste am Vorabend oder Frühmorgen des 1. Mai sind bereits eingeleitet. Für die Durchführung der von der Reichskirchenregierung gegebenen Anregung hat der Evangelische Presseverband für Deutschland eine Reihe von gottesdienstlichen und kirchenmusikalischen Entwürsen zusammengestellt. Erzherzog Otto bleibt in Steenockerzeel Wie die Wiener Amtliche Nachrichtenstelle aus Schloß Steenockerzeel meldet, entsprechen die Pressemeldungen nichk den Tatsachen, wonach Exkaiserin Zita und Erzherzog Otto vor dem 1. August das Schloß endgültig verlassen dürften. 300 Familien obdachlos In Spanien brach ein Staudamm In dem Dorf Palacios(Provinz Zamora) brach infolge großer Ueberschwemmungen ein Staudamm. Das Wasser überflutete das Dorf. Die Einwohnerschaft, 300 Familien, ist ohne Obdach. Der zunge Caren uie Fruge 9. Verhandlungstag im Waltershausener Mordprozeß Am 9. Verhandlungstag im Waltershausener Mordprozeß wurde unter großer Spannung in die Vernehmung des Zeugen Wohlfgang Freiherrn von Waltershausen eingetreten. Er gab an, daß er auf Schloß Waltershausen bis zu seinem zehnten Lebensjahr erzogen wurde, das Gymnasium in Weimar besuchte, sich dann als Fahnenjunker bei den Garde=Jägern in Potsdam meldete, ganz kurze Zeit noch im Felde war, dann das Notabitur machte und sich später beim KappPutsch beteiligte. Auch war er Zeitfreiwilliger bei den Kämpfen in Oberschlesien. Er hat dann noch studiert in Karlsruhe und Clausthal, mußte in der Inflation sein Studium aufgeben, trat in die kaufmännische Lehre in Mellen und kam zurück nach Waltershausen, wo er eine zeitlang die Kaltkbrennereien und Steinbrüche leitete. 1925 kam er nach Berlin und war dort in verschiedenen Stellungen. 1930 hat er sich mit einer geborenen Freiin von Below in Weimar verlobt. Dann sei er in die NSDAP eingetreten, sei Mitglied der SA in Stuttgart geworden und später Mitglied der SS. Nach seiner Rückkehr nach Waltershausen sei er im Arbeitsdienst eingestellt worden, bei dem er heute noch sei. Er werde aber am 1. Juli ausscheiden und beabsichtigte, sich der Versicherungsbranche zu widmen. Der Vorsitzende ließ sich dann berichten, wo er sich im Oktober, November und Anfang Dezember 1932 aufgehalten hat und was er in dieser Zeit tat. Der Zeuge gab genaue Daten an. Zur Zeit des ersten Einbruches am 15. bis 16. Oktober sei er in Berlin gewesen. Als Zeugen hierfür nannte er den Grafen Leopold von Götz. Das lettze Mal sei er, der Zeuge, im Juni in Waltershausen gewesen. Am 1. Dezember 1932 gegen 10 Uhr, habe er eine Depesche erhalten:„Großes Unglück im Schloß, sofort kömmen“.— Vorsitzender: Sind Sie auch nicht beteiligt? Jausthaus für einen Rinersentfahrer Fragwürdige Weltreisen mit einem kleinen Mädchen Die Große Strafkammer des Hamburger Landgerichts hatte sich mit einer Kindesentführung zu befassen, die vor längerer Zeit in der breiten Oeffentlichkeit berechtigtes Aufsehen erregte. Aus Los Angeles in den Vereinigten Staaten kam die Meldung, daß dort ein kleines Mädchen aus Hamburg aufgegrissen worden sei. das aus seiner Heimat entführt war. Es befand sich in Begleitung eines reichlich fragwürdigen älteren Mannes namens Dathe, der in Los Angeles wegen Paßvergehens festgenommen wurde. Die amerikanischen Behörden schoben ihn nach Deutschland ab. In Bremerhaven wurde er festgenommen und unter Anklage gestellt. Die Große Strafkammer erkannte auf 1½ Jahre Zuchthaus und Unterbringung in einer Heil= und Pflegeanstalt. Die Art, wie der Angeklagte zu dem Kinde gekommen ist, is höchst eigenartig. Er suchte ein Kind als eigen anzunehmen. Auf seine Zeitungsanzeige meldete sich der Vater der kleinen Ledwig, der geschieden in. Die Verhandlung zwischen den beiden Männern endete damit, daß der Vater sein Kind dem Agenklagten gegen eine „Empfangsbescheiniung" übergab. Dathe reiste mit dem Kinde nach Barcelona und verschaffte sich durch Betteln, wobei ihm das Mädchen behilflich sein mußte, den Lebensunterhalt. Von dort ging es über Genua nach Konstantinovel. wo man ihn und das Kind aber bald abschob. In München lebte er längere Zeit von Wohlfahrtsunterstützung. Schließlich reiste er über Amsterdam nach Ekuador. Da er dort wegen des Bettelns des Kindes den Unwillen der deutschen Kolonie erregte, ging die Wanderung über Kolumbien und Meriko nach Los Angelos.— Das Leben des 49. jährigen Mannes ist das eines Landstreichers und Baganten. Er ist schon überall in der Welt gewesen und spricht sechs Sprachen. Aber seine Angabe, er führe den Professor= und den Doktortitel mit Recht und sei Lektor für die spanische Sprache an einer amerikanischen Universität. is zweiselles unwahr. Zeuge: Nein! Das Telegramm war unterzeichnet von einem Baron Witter. Vorsitzender: Ist das derselbe Witter, bei dem dann Frau Werther krank gelegen hat? Zeuge: Ja. Ich bin dann mit dem MittagSchnellzug nach Weimar und dann mit dem Auto weitergefahren, habe aber schon vorher telephonisch mit Dr. Welte, dem Hausarzt des Schlosses, gesprochen. Da erfuhr ich, daß der Hauptmann erschossen und meine Mutter schwer verwundet sei und sie Karl Liebig als Täter bezeichnet. Ich habe dann mit meiner Mutter gesprochen, etwa eine Viertelstunde lang. Sie hat ruhig alles erzählt. Später habe ich sie nach Einzelheiten gefragt. Vorsitzender: Was war Ihr persönlicher Eindruck von der Erzählung Ihrer Mutter? Haben Sie gedacht, daß sie richtig ist? Zeuge: Natürlich! Der Zeuge gab dann bekannt, genau so wie es bisher Frau Werther getan hat, an welchen besonderen Merkmalen sie den Täter erkannt haben will. Er führt an, daß sie ihn am Gesicht, an seiner Figur und an seinem typischen und auffallend schnellen Schritt erkannt habe. Baron Waltershausen gab weiter an, daß er in Begleitung durch alle Räume des Schlosses gegangen sei. Er habe keine Spuren verwischt und auch nichts verändert. Vorsitzender: Es sind aber doch Fingerabdrücke von Ihnen gefunden worden, zum Beispiel am Gewehrschrank. Zeuge: Ja, so oft ich in Waltershausen war, bin ich an den Gewehrschrank gegangen und habe ein Gewehr herausgenommen und damit geschossen. Baron Waltershausen teilte auf Befragen weiter mit, daß seine Mutter ihm von dem ersten Einbruch geschrieben habe. Bei dieser Gelegenheit äußerte er zum ersten Male eine eigene Ansicht. Es sei, so sagte er, sehr merkwürdig gewesen, daß man damals nichts gefunden habe. müsse ein raffinierter Bursche ausgeführt haben und zwar müsse es derselbe gewesen sein der seinen Stiefvater ermordet und auch den zweite Einbruch begangen habe. Bei einer Erörterung der Verhältnisse auf dem Schloß erklärte Baro Waltershausen, sein Stiefvater sei ein großer Optimist gewesen und es sei ausgeschlossen daß seine Eltern aus Vermögensschwierigkeiten Selbstmord hätten verüben wollen, der Gedanke sei ihm nie gekommen.— Weiter wurde auch erörtert. ob die Möglichkeit bestanden hat, das Schloß zu halten und es dem Sohn zu übergehen. Ba Waltershausen erklärte, es wäre vielleicht möglid gewesen, aber auch dann wäre die Lage in tershausen sehr schwierig gewesen und er hätt sich nur unter größtem Widerstroben zu e Uebernahme bereitgefunden. Das Gut sei of bar nicht mehr zu halten gewesen Vorsitzender: Sie haben doch damals äußert: Das ist aber fein, daß das geschehen ist! Zeuge: Jawohl, das gabe ich gesagt. Ich meinte, der Einbruch hänge mit dem Mord„in: sammne, es komme nun vielleicht doch eine## rung.— Am Montag wird Baron von Waltershausen vom Verteidiger befragt werden. Nr. 88(Zweites Blatt) „Schwerter Zeitung“ Montag, 16. April 1934 AnPener Schwerte(Ruhr), Montag den 16. April 1934 Vom Wetter Vorhersage für Montag: Um Süd schwankende Winde. Zunächst noch stärker wolkig, später aber mehr aufgeheitert. Dabei Temperaturen langsam zunehmend. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Wechselnde Bewölkung, aber auch zeitweise heiter. Ziemlich warm. Südliche bis südwestliche Luftströmung. : Am 17. April geht die Sonne um 5 Uhr auf und 7 Uhr 1 Minute abends unter; wir haben also schon eine lichte Tageslänge von 14 Stunden! : Bestandene Prüfung. Der Druckerlehr= ling Albert Eberhard, der in der Buchdruckerei C. Braus die„Schwarze Kunst“ erlernte, hat vor dem Prüfungsausschuß in Dortmund seine Drucker=Gehilfenprüfung mit Erfolg bestanden. Wir gratulieren! Der Reichsberufswettkampf beendet. Am Sonntag hatte zum Abschluß der Woche des Berufes, die Deutsche Angestelltenschaft ihren Reichsberufswettkampf. In Schwerte waren 73 Jungen und Mädel angetreten, ein Ergebnis, das durchaus befriedigen kann und das die Sollzahl von 60 Prozent bereits übersteigt. Näheres über diesen Wettkampf, der im Realgymnasium stattsand, bringen wir in der morgigen O diese Hitze! Heute früh um 8.22 konnten wir bereits eine Temperatur 22 Grad im Schatten messen. Unsere heimischen Konditoren lassen die Eismaschinen laufen— und des freut ein denn ja auch! Die Badesaison eröffnet. Um zwei Monate früher als sonst, ist in diesem Jahre die Badesaison inoffiziell eröffnet. Gestern konnte man schon beobachten, daß in der Ruhr vor den Toren unserer Stadt und auch im Wellenbad Geisecke jugendliche Personen hadeten. Am stärksten war die Hitler=Jugend vertreten. Selbstverständlich wurde nur ein kurzes Bad genommen, das aber außerordentlich erfrischend war. Die Sonne brannte gestern mitlag und nachmittag fast so heiß wie im Hochsommer. Die warme Temperatur und dazu der lauwarme Regen vor einigen Tagen und nicht zuletzt die tropisch=schwülen Nächte, haben die Natur zu einem wahren Treibhaus gemacht. Die Obstbäume blühen und die Linden, z. B. die auf der Hörder Straße, sind zum Teil schon grün belaubt. Wundervoll sind diese Frühlingstage! X Für das Gefallenen=Ehrenmal. Der kath. Arbeiterverein St. Stephanus hat in seiner gestrigen Versammlung einstimmig beschlossen, aus seinem ganz bescheidenen Vereinsvermögen dem Ausschuß für die Errichtung eines Gefallenen=Ehrenmals in unserer Stadt den Betrag von 50 Mark zu überweisen. Abgabe der Arbeitslosenhilfe ab 1. 4. 1334. Wie uns amtlich mitgeteilt wird, ist die Abgabe der Arbeitslosenhilfe im Gesetz zur Erhaltung und Hebung der Kaufkraft vom 24. 3. 1934(Reichsgesetzblatt 1 S. 235) neu geregelt. Wichtig ist insbesondere, daß eine Abgabe von Arbeitslosenhilfe an die Krankenkassen ab 1. 4. 34 nicht mehr infrage kommt. Die Abführung erfolgt ab 1. 4. 34 nunmehr restlos an die Finanzkasse. blätter und Tarife für Arbeitgeber können beim Finanzamt angefordert werden. Schulanfänger=Andacht. Zum ersten Mal findet in diesem Jahre ein Gottesdienst statt, in dem sich die Lernanfänger mit ihren Eltern und Paten im Gotteshaus versammeln. Auch die Lehrer der Kinder werden an dieser Feierstunde teilnehmen. Wir wollen mit unseren Kleinen, die an einen neuen LebensAbschnitt stehen, gemeinsam vor Gott treten und seinen Segen erbitten. Der Gottesdienst findet am Dienstag, den 17. April, morgens 8 Uhr in der St. Viktorkirche statt. Herzlichst sind alle Beteiligten eingeladen. Der Volkstag der Inneren Mission wurde in Schwerte am Samstag durch ein Konzert, das der Posaunenchor auf dem Adolf=Hitler= Platz gab, und durch eine Straßensammlung eingeleitet. Auch an gestrigen Sonntag gab es Platzkonzerte und Straßensammlungen für die Innere Mission. Strad. Sauteiler Srarh in ochwertk Kulturnachmittag des Vaterl. Frauenvereins. Am Arbeitsnachmittag am Dienstag, dem 17. April, bei Oberschelp wird Frau Bach, geb. Tütel, über das„Leben der Deutschen in Ungarn“ einen Vortrag halten. 33 Jahre mit ihrem Gatten in Budapest für das Deutschtum tätig gewesen und kennt die dortigen Verhältnisse aus gründlicher, eigener Erfahrung. Zu dem interessanten Vortrag sind alle Mitglieder herzlich eingeladen, auch Gäste sind willkommen. X Aus der kath. Gemeinde. In der letzten Sitzung des Kirchenvorstandes der hiesigen kath. Gemeinde wurde der Haushaltsplan für 1934 in der vorgelegten Fassung genehmigt und in Einnahme und Ausgabe auf den Betrag von 27059 Mk. festgesetzt. An Kirchensteuern sollen die oleichen Sätze des Vorjahres erhoben werden: 20 Prozent von der Reichseinkommensteuer 1933, dazu ein mäßiges Kirchgeld, dem Einkommen entsprechend gestaffelt. Durch sparungen auf den verschiedensten Gebieten ist es erreicht worden, das feste Kirchgeld für diejenigen Gemeindemitglieder, welche keine Einkommensteuer zahlen, von 4 auf 3 Mark zu senken. Weiter wurde in der Sitzung beschlossen, die Kirche mit einer modernen Heizungsanlage zu versehen. Uebertragbare Krankheiten. In der Woche vom 11. März bis 17. März 1934 waren im Regierungsbezirk Arnsberg folgende überkragbare Krankheiten gemeldet: Diphtherie 108 Krankheitsfälle(5 Todesfälle), Fleisch=, und Wurstvergiftung 2, Genickstarre 6(6), Kinddettsieber 8(2), Körnerkrankheit 2, Lungen= und Rehlkopstuberkulose 49(29). Nuhr 9, Scharlach 91(2). Schwerte, 16. April. Es war vielleicht ein Wagnis, fünf Tage vor der Hitler=Geburtstagsfeier und bald nach den Östertagen einen Deutschen Abend zu veranstalten. Und doch war die gestrige Veranstaltung der Ortsgruppe Schwerte der NSDAP., die im Freischützsaale stattfand und bald nach 5 Uhr begann, ganz gut besucht. Zu berücksichtigen war außerdem, daß die Sonne, die es am gestrigen Sonntag ganz besonders gut meinte, viele Naturfreunde in die Berge und grünenden Täler gelockt hatte. Die Vortragsfolge, die Propagandaleiter Pg. Rau geschmackvoll zusammengestellt hatte, wurde mit dem Badenweiler Marsch, dargeboten von dem Städtischen Orchester der Stadt Witten unter der Leitung von Musikdirektor Fliegner, eröff“ n e t. D u r c h d a s W i t t e n e r O r c h e s t e r e r f u h r d a s Programm nach der künstlerischen Seite hin eine wesentliche Bereicherung. Nach dem Marschauftakt ergriff Ortsgruppenleiter Pg. Köhne das Wort zu einer Begrüßungsansprache, in der er u. a. ausführte: Warum die vielen Veranstaltungen der NSOAP.? In der Bevölkerung hat man größtenteils vergessen, daß mit dem 30. Januar 1933 ein neues Zeitalter angebrochen ist. Die meisten haben auch vergessen, wie sehr der Liberalismus dem deutschen Volke geschadet hat, wie durch ihn der Klassendünkel großgezogen wurde. Wir müssen die Revolution, die noch nicht zu Ende sein kann, in das Volk hineingetragen, jeder Volksgenosse muß geistig revolutioniert werden. Wir müssen täglich in das Volk hineingehen, um die Volksgenossen zur großen wahren Volksgemeinschaft zu bringen. Das äußerliche„HeilHitler“=Rufen allein tut es nicht, im Innern muß jeder das Wesen des Nationalsozialismus begreifen lergen,„Wir, wotten das Volk im nationalsozialistischen weist erziehen, gleichzeitig wollen wir ihm deutsche Kunst, deutsche Musik, alle Kurturgüree, die im Zeitalter des Liberalismus so stark vernachlässigt worden sind, näher bringen. Dann erteilte Ortsgruppenleiter Köhne das Wort dem stellv. Gauleiter Stürtz. Nach der Ansprache des Ortsgruppenleiters trat das erfolgreiche Klempt=Vokalter= zett Schwerte auf. Die drei Geschwister, die von ihrem pianistisch tüchtig begabten Bruder Karl Heinz Klempt am Flügel eine gute Stütze hatten, gab die schwierigen„Skizzen aus Italien,“ drei Lieder von Gretschner. Sowohl das„Tanzlied,“ als auch das„Gondellied" und„Sizilianisch“(das letztere mit Begleitung) konnten in der Wiedergabe, gnt gefallen, da der exotische Stimmungsgehall in edlem Zusammenklang der drei Solostimmen voll erschöpft wurde. Reich war der Beifall. Die Ouvertüre zur Oper„Die lustigen von Windsor“ wurde unter der beschwingten Stabführung des 70jährigen Meisters Fliegner sauber zu Gehör gebracht. auch Aufforderung zum Tanz konnte in der Wiedergabe gut gefallen, sodaß der Beisall voll verdient war.— Eine schöne Abwechslung in dem langen Programm bot der„Gemischte Chor Harmonie.“ Unter der Leitung des bewährten und vielseitigen Dirigenten Hermann Brockpähler brachte die tüchtige Sängerschar drei herrliche Volksliederbearbeitungen von Reger zum Vortrag: „Das Sternlein“ und zum Schluß das heitere„Trutze nicht.“ Die männlichen und weiblichen Stimmen verteilen sich in diesem Chor derart, daß ein wirklich harmonisches Zusammenwirken zu. stande kommt. Pg. Stürtz, einer der ersten in der Hitler=Bewegung, führte in seiner einstündigen Rede im wesentlichen aus: Um die Lasten und Sorgen zu vergessen, bedarf es der Fröhligkeit. Aber auch in den Stunden des Frohsinns haben wir Alten das Bedürfnis zu einer kurzen ernsten Sammlung. Zwischen der Weltanschauung des Nationalsozialismus und den früheren Anschauungen besteht ein grundlegender Unterschied. Wir legen keinen Wert darauf, Märtyrer zu schaffen. Mit Gewalt kann man keine Volksgenossen überzeugen. Wir ringen um die einzelne Seele. Dieses Ringen erfordert Geduld und kostet Nerven. Das sind wir aber gewohnt. Um aber den Kampf um den einzelnen Menschen führen zu können, brauchen wir den Glauben. Es gibt eben, wie Shatespeare sagt, Dinge zwischen Himmel und Erde, von denen sich unsere Schulweisheit nichts träumen läßt. Wer ein krasser Materialist ist, und nicht an eine Ewigkeit glaubt, kann auch nicht den Glauben aufbringen, den wir brauchen. Wir Alten sind davon überzeugt, daß es ein Gotteswunder war, und wir sehen im Führer die Vorsehung Gottes. Dieser Glaube hat uns Kraft gegeben, in den schweren Jahren auszuhalten. Es gibt Leute, nachdem der neue Staat geschaffen ist, die da glauben, wir haben Staat und Autorität, jetzt kommt es darauf an, zu kommandieren. Im Felde war das Vorsterben für den wirklichen Soldaten nicht schwer. Ihm half der Optimismus, ohne den es kein Soldatentum gibt. Im Felde und in der Bewegung kommt es aber auf das richtige Vorleben an. Man muß sich ständig an der Kandarre haben, und das kostet dauernde Selbstüberwindung. Der Kampf mit sich selber ist der schwerste, aber auch der schönste. Der Nationalsozialismus, deutscher Volksgenosse, fängt bei dir selber an. Du mußt das Gefühl haben, du bist in Ordnung, erst dann kannst du mitreden und etwas von anderen verlangen. Autorität ohne innere Begründung ist überhaupt keine Autorität! Man muß die Ueberzeugung haben, daß das was geschieht, geschehen muß. Allzuviele können noch nicht das Alte vergessen. Die Aufgabe der Verfolgten und vom alten System Verprügelten ist es, den Verzweifelten Mut einzuflößen. Das Deutschland vom April 1934 unterscheidet sich wesentlich von dem Deutschland vor dem Januar 1933. Die Arbeitslosenziffer ist um die Hälfte gesunken und auch den meisten Gewerbetreibenden geht es besser. Wenn Angebot und Nachfrage sich steigern, so ist es nicht zulässig, daß auch die Preise steigen. Denn es ist nicht das Verdienst der betreffenden Unternehmer, die da glauben, jetzt höhere Preise fordern zu können, daß die Wirtschaftslage sich gebessert hat. Auch sind höhere Lohnforderungen noch nicht am Platze. Wir haben nicht zu fragen, was nützt es mir, sondern was nützt es dem deutschen Volke. So mußten im Kriege, wenn es galt, einen Rückzug zu decken, oft mehrere Kompagnien eingesetzt werden, für die es feststand, daß sie nicht lebend zurückkommen würden. So wurden einige hundert Männer, die keine Schuld auf sich geladen hatten und die prächtige Kerls waren, sozusagen zum Tode verurteilt. Sie wurden bis auf den letzten Mann in den Tod geschickt. Solche Opfer waren und sind notwendig, wenn es gilt, das Ganze zu erhalten. Es gibt nichts Schwereres, als zwei Stunden Trommelfeuer an der Somme zu ertragen. Und das haben Tausende feldgrauer Kameraden dutzende“ Male ausgehalten.(Stellv. Gauleiter Stürtz erhielt im Felde einen schweren Lungendurchschuß. Die Schriftl.) Deshalb ist es nicht viel, was wir verlangen. Wir haben uns sehr geduldig, sehr arbeitsam zu erweisen, um der zwei Millionen Toten würdig zu sein. Deutschland ist keine Insel der Seligen. Solange Deutschland ein zerrissenes, bettelarmes und wirtschaftlich am Boden liegendes Volk war, solange brauchten wir keine außenpolitischen Sorgen zu haben. Denn wenn die Gegner nach Deutschland einfallen wollten, dann hatten sie noch Proviant mitbringen müssen. Je mehr aber das ntaionalsozialistische Regiment die wirtschaftlichen Schäden beseitigt, desto größer ist die Gefahr, die uns von unseren neidvollen Nachbarn droht. Die Innenpolitik ist nicht Selbstzweck. Die Führer, die fast alle im Felde waren, wollen keinen Krieg. Der Ruf„Nie wieder Krieg!“ ist aber ähnlich dem„Nie wieder Gewitter!" Deshalb muß ein guter Hausvater einen Blitzableiter anschaffen. Grauenhaft wird es aber, wenn man solchem Naturereignis unvorbereitet gegenübersteht. Der nationalsozialistische Staat denkt nicht daran, sich durch Unterjochung fremder Volksteile zu vergrößern. Das Einbürgern volksfremder Teile hat noch nie Segen gebracht. Der Führer hat auch nicht vor, Elsaß=Lothringen zurückzuerobern, oder sogar Oesterreich an sich zu reißen. Wir wissen, daß unsere Blutsbrüder von selbst, aus eigener Ueberzeugung zur Mutter Germania zurückkehren werden.(Tosender Beifall.) Wir werden sie nicht zwingen, aber wenn sie kommen, wird keine Macht der Welt sie zurückhalten können. Unsere Führer haben von der Vorsehung den Auftrag, Deutschland so zu gestalten, daß Europa vor dem Untergang bewahrt bleibt. ,, In Pae 85 Vorerst geht es darum, dafür zu sorgen, daß jeder Deutsche wieder in eine produktive Tätigkeit kommt. Was wir dann zu verteilen haben, das wird direkt verteilt. Vorläufig haben wir noch die Lasten zu tragen, die uns die anderen zurückgelassen haben. Es muß uns ein Lebensbedürfnis sein, uns immer wieder einsetzen zu können für die eine große Sache, die da heißt: Deutsches Volk! Auf dieser Grundlage müssen wir uns alle finden. Es ist eine Schickung des Himmels, daß die Nachbarn so viel innere Schwierigkeiten haben, daß sie Deutschlands Aufbau nicht verhindern können. Der Nationalsozialismus kennt keine Klassen und keine sraster und keinen Dünkel, er kann keine Duckmäuser, keine Kriecher, keine Schleimer gebrauchen, sondern freie Männer, die den Nacken steif halten, die sich ihrer Unentbehrlichkeit bewußt sind, auch wenn sie nur auf einem ganz kleinen Puste stehen. Wer herausgehoben ist, soll sich nichts darauf einbilden. Der eine ist so wichtig wie der andere. Es muß ein gemeinsames Zusammenwirken sein. Wir sind glücklich, daß wir den richtigen Baumeister haben. Wenn aber der Bau fertig ist, dann ist es auch für den Kleinsten eine Befriedigung, wenn er sagen kann, ich habe mitgeholfen, ich habe in dem Spitzbogen den Stein eingesetzt, und wenn dieser Stein nicht da wäre, so würde das ganze Gewölbe zusammenbrechen. Es geht darum, daß wir Deutschland aufbauen. Der Generation, die viel ertragen muß, wird ein Denkmal errichtet, das neue, das Dritte Rein Wenn alle die Erkenntnis haben, daß sie mithelfen müssen, dann braucht uns um das Schicksal des Deutschen Volkes nicht bange zu sein. * Die Rede des stellv. Gauleiters, für die Ortsgruppenleiter Köhne den Dank aussprach, wurde mit großem Beifall ausgenommen. Nach einer kurzen Pause sang das beliebte Klemgt. Volgl. Terzett in feinsinniger Erfassung das Drayms Lied„Mein Mädel hat einen Rosenmund“ und Kuypers„Mägdlein sei gut". Das Terzett gefiel wieder so gut, daß eine Zugabe notwendig wurde, und zwar das Walzerlied„Wenn der Wein blüht an der Donau". Fliegeners Orchester erfreute durch die Ouvertüre zur Operette „Die Fledermaus“ und die Rhapsodie von Hartung. Als Zugabe wurde das Solo für Posaune„Still wie die Nacht“ gegeben. Einen durchschlagenden Erfolg erzielte schließlich der Gemischte Chor Harmonie mit dem unsterblichen Walzer„An der schönen blauen Donau“, der mit Orchesterbegleitung gefungen wurde. Es hatte keine gemeinsame Probe vorher stattgefunden, und doch gelang es dem Dirigenten Broapaoler, aus dem Gemischten Chor und dem Orchester einen Klangkörper von höchster Musikalität zu machen. Der Erfolg war so stark, daß es ein stürmisch verlangtes Da capo gab. Nach einigen Märschen fand der offizielle Teil sein Ende. Das Orchester spielte dann noch zum Deutschen 8 8 Sretet ein in die Front der ke. Voltswoistfahrt 9 Kamerauschaftsabend beim NS/329 in Schwerte Ter NS./329 hatte am Samstag seinen ersten Kameradschaftsabend. 8,15 Uhr stand der Sturm vor dem Lokal Feldmann angetreten zum Biermarkenempfang. Nach einigen Musitstücken des Trios Köppikus und einer launigen Eröffnung durch den Kameraden Ahrens begrüßte in Vertretung des Sturmführers Kam. Altfeld die Kameraden mit ihren Damen und eine Reihe lieber Gäste. In kernigen, zu Herzen gehenden Worten wies er auf den Zweck des Abends hin, die Kameradschaft zu festigen und die Verbundenheit miteinander als Kameraden in Freud und Leid zu erneuern. Die Kameradschaft stehe immer über allem als oberstes Gesetz in der SA. Jeder echte deutsche Mann ist uns der passende Kamerad um im Sinne Adolf Hitlers am Wiederaufbau mitzuhelfen. Es wurde nach einem dreifachen SiegHeil auf Kanzler und Reichspräsidenten das Deutschland= und Horst=Wessellied gesungen. In bunter Reihenfolge gaben dann wort= und humorbegabte Kameraden etwas zum Besten. Es fehlte nicht an Komikern und Rezitatoren. Die Stimmung war nicht nur schon sehr schnell vorhanden, sondern steigerte sich von Stunde zu Stunde. Nicht ausbleiben durfte die beliebte Bierzeitung. Die Redaktion derselben hatte sich alle Mühe gegeben, die Kameraden laut und kräftig durch die Zähne zu ziehen. Es war des Lachens kein Ende über dieses kameradschaftliche die„Wahrheit=sagen". Leider vergaß sich selbst die Redaktion bei diesem Spaß, aber auch ihr wurde noch nach Redaktionsschluß ihr Fett zuteil. Viel Lachen brachte auch das „Verleihen von Orden und Ehrenzeichen". Sehr schöne Orden, in eigener Werkstatt hergestellt, verlieh Kam. Staat mit seinem Ordens= und Siegelbewahrer Rienhöfer. Selbst alte und älteste Dokumente, die schon in grauer Vorzeit des Mittelalters eine Ehrung des betreffenden niedlichen Kameraden voraussahen, wurden zur Verlesung gebracht. Als neueste Errungenschaft des Sturmes wurde der alles Könnende und selbsttätig telegraphierende Meldehund vorgeführt. Leider war ihm das Fell nicht besonders fest gewachsen und er auch sonst nicht ganz stubenrein. Aber die Heiterkeit macht vor diesen Nebensächlichkeiten kein Halt. Unterhalb der Darbietungen ging eine großartige Verlosung vonstatten. Es kann wohl gesagt werden, daß prachtvolle Gewinne, und was viel wichtiger war, fast jedes Los war ein Gewinner, zur Verteilung kamen. Auch beim Preisschießen sah man sehr schöne Preise. Im Verlaufe des Abends erschien dann auch der Standartenführer mit seinem Adjutanten und Sturmführer Nieling. Erst in später Stunde trennte man sich in dem Bewußtsein: Das war ein richtiger Kameradschaftsabend. as igen Montag beginnt die„Schwerter Zeitung“ mit dem Erst Ohne Tritt- Marsch Die Arbeit stammt aus der Feder ihres Schriftleiters Heinz Friedrich Kamecke, der 1930 in schwerem politischem Kampf lag und vom Novembersystem ins Gesängnis geworsen wurde. Der Roman behandelt nicht so sehr das Einzelschicksal eines Menschen, als vielmehr eine bestimmte Epoche, und zwar den Zeitabschnitt der jüngsten Vergangenheit, der vor dem Jahr der Entscheidung lag. Der Führer des Westfälischen Gemeindetages, Reichstagsabgeordneter Oberbürgermeister Emil Irrgang=Bottrop, einer der tapfersten alten Kämpfer Westfalens, der noch im Jnli 1932 von Reichsbanner= und KPD.=Mitgliedern überfallen und lebensgefährlich verletzt wurde. hat die Widmung für das Werk angenommen. Der Verlag der„Schwerter Zeitung“. Tagertun für die Untter und Ergste Holzen, 13. April. Einrichtung einer Bücherei der RSDAP. Die Ortsgruppe Holzen hat sich entschlossen, eine eigene Bücherei einzurichten. Eine Anzahl wichtiger Werke über den Nationalsozialismus ist bereits angeschafft worden. Zum weiteren Ausbau der Bücherei bittet die Ortsgruppenleitung um Spenden in Form von Büchern oder Barmitteln. Holzen, 14. April. Filmaben d. Die Filmstelle Iserlohn der RSDAP. veranstaltete im Saale Schmidt in Hozen einen Filmabend, der einige unterhaltsame und erkenntnisreiche Stunden vermittelte. Ortsgruppenleiter Pg. Breuker sprach. Begrüßungsworte und wies auf die volkserzieherische Bedeutung des Abends hin. Namentlich auch der Film„Blut und Boden“, der auch künstlerisch auf hoher Stufe stand, führte den Zuschauern eindringlich vor Augen, wie sehr jeder Deutsche und Bauer dem Führer danken muß, daß er dem weiteren Verfall des Bauerntums Einhalt geboten hat. Neben Filmen unterhaltenden Inhalts wurde noch ein sehr sehenswerter Film vom Tag der nationalen Arbeit 1933 und von den phänomenalen Leistungen des Fernlenkschiffes„Zähringen“ zur Vorführung gebracht. Den Kindern der Gemeinde Holzen war bereits vorher Gelegenheit geboten worden, sich die Filme anzusehen. Westhofen, 16. April. LernanfängerAndacht. Auch in Westhofen wird das neue Schuljahr mit einer LernanfängerAndacht feierlich begonnen, an der die gesamte Schule teilnimmt und zu der alle Eltern und Freunde der Schule herzlich eingeladen werden. Sammeln der Schulkinder und Erwachsenen am Dienstag, den 17. April, morgens 10 Uhr auf dem Schulhof. Flaggenhissen. Die Kinder werden unter Glockengeläute von den Lehrern in die Kirche geleitet, wo Pfarrer Klinker eine kurze Schulandacht abhält. Westhofen, 14. April. Neue Förderung des Kleinwohnungsbaues.— An träge bis 20. April stellen. Zur weiteren Herabminderung der Zahl der Arbeitslosen und im Interesse der Bodenständigmachung weiterer Volksgenossen hat der Vorstand der Landesversicherungsanstalt Westfalen ein großes Finanzierungsprogramm beschlossen. Es handelt sich um die Förderung von Kleinwohnungs=, Siedlungs=, Um= und Erweiterungsbauten. Aus den von der Landesversicherungsanstalt bereitgestellten Mitteln können für die Bauvorhaben Darlehen bis zu 40 Prozent der Bau= und Grundstückskosten gegeben werden. Hauptsächlich kommen hierfür Eigenheime und Zweifamilienhäuser in Frage. Die Darlehen werden nur an Personen gegeben, die Versicherte der Landesversicherungsanstalt sind. Nähere Auskünfte werden im Amtshause— Baubüro— erteilt, wo auch Antragsvordrucke erhältlich sind. Da größte Beschleunigung angeordnet ist, müssen die Anträge bis spätestens zum 20. April im Amtsbaubüro vorliegen. Westhofen, 14. April. Genehmigte Ortssatzungen. Durch die erlassenen Ortssatzungen ist die Zahl der Gemeinderäte in sämtlichen sieben Gemeinden des Amtes Westhofen einschließlich des örtlichen Leiters der NSDAP. und des rangältesten Führers der SA oder SS auf fünf festgesetzt worden. Die Genehmigung der Ortssatzungen ist durch den Landrat in Iserlohn erfolgt und hängen die Satzungen gegenwärtig in den Gemeindebekanntmachungskästen aus. Die Namen der Gemeinderäte werden nach ihrer Ernennung bekannt gegeben. Westhofen, 14. April. In die Ruhr wurden Aale eingesetzt. Um den Bestand an Aalen im Ruhrfluß zu vermehren, ist am Hengsteysee eine große Anzahl junger Aale eingesetzt worden. Es ist interssant zu hören, woher und wie die Tiere nach hier gebracht worden sind. An der englischen Küste, wo die jungen Aale in solchen Mengen ankommen, daß sie das Ufer dicht bedecken, wurden etwa 200 000 dieser Tiere gefangen. Sie sind etwa vier Jahre alt und in ihrer Größe wie Regenwürmer. Da sie fast durchsichtig sind, bezeichnet man sie noch als Glasaale. Bereits am Tage nach ihrem Einfangen kam die Sendung in Werden an der Ruhr an. Jedes Fach des Transportbehälters enthielt 6—7000 der kleinen Tierchen. Im obersten Fach lag Watte und über dieser war Eis gepackt. Das Wasser des langsam schmelzenden Eises sickerte durch den Wattefilter auf die jungen Aale bis nach unten ins letzte Fach. Auf diese Weise waren die Tiere dauernd mit Feuchtigkeit versehen. Nach der Ankunft wurde eine Stunde lang Ruhrwasser durch den Wattefilter geleitet, damit sich die Tiere an das Süßwasser gewöhnen konnten. Nach dem Einsetzen in den Ruhrfluß waren die jungen Aale schnell im Wasser untergeschlupft. Das Einsetzen der 200000 Aale erfolgte außer am Hengsteysee noch in Arnsberg, im Harkortsee, bei Witten und im Baldeneysee. Den Erfolg dieses Einsetzens wird man in den kommenden Jahren mit Interesse verfolgen. * Ergste, 16. April. 40 jähriges Berufsjubiläum. Hauptlehrer Wilh. Schulte konnte ein seltenes Jubiläum feiern. Vor 40 Jahren trat er bei der hiesigen Kirchengemeinde sein Organistenamt an. Während dieser langen Zeit hat Sch. der Ergster Kirchengemeinde treue Dienste geleistet.— Wir gratulieren! Ergste, 16. April. Das Aufgebot beantragten: Maurer Friedrich Heinrich August Leßmann und Erna Helene Schäfer aus Ergste. Ergste, 16. April. Genehmigte Ortssatzungen. Durch die erlassenen Ortssatzungen ist die Zahl der Gemeinderäte einschließlich der politischen Leiter in den Gemeinden des Amtes Ergste wie folgt festgesetzt: in der Gemeinde Berchum auf 5, in der Gemeinde Ergste auf 5 und in der Gemeinde Hennen auf 6. Die Ortssatzungen haben die Genehmigung des Herrn Landrats gefunden. Berchum, 13. April. Erbhofverzeichnis. Im gerichtlichen Verzeichnis des Anerbengerichts Iserlohn sind folgende Höfe, deren Eintragung in die Erbhöferrolle in Aussicht genommen ist, verzeichnet: Friedr. Brenne, Heinrich Dieckmann=Wirth, Heinrich Dieckmann=Störing, Paul Gälgen, Dietrich Hüsecken, Heinrich Jürgensmann, Christian Peters, Witwe Karl Rasche, Heinrich Theis. Fritz Vollmer, Albert Dieckmann, Gustav Störing, Heinrich Silbersiepe. Holzwickede. Das Auge verloren. Im Hofe des Anliegers Bremke, Chausseestr., kam es zu einem bedauerlichen Unglücksfall. B. war damit beschäftigt, einen Nagel in einen Eichenpfosten zu schlagen. Nach einigen Schlägen rutschte der Nagel in dem harten Holz ab und flog dem B. ins Auge. Die Nagelspitze war dem Bedauernswerten in den Augopfel gedrungen, so daß das Auge ausgelaufen ist. Der Schwerverletzte wurde sofort dem nächsten Arzt zugeführt. Ehne Srirt Mursch Ein Roman aus den Kampfjahren 1929 bis 1932 von Heinz Friedrich Kamecke. Nachdruck verboten. Erstes Kapitel. Auf dem Arbeitsamt in Groß=Ossenbrügge war Zahltag. In der hochgewölbten Löwenhalle des alten Herzogsschlosses, das einst eine ritterliche Zeit gesehen und nun als Zahlstelle diente, schob sich die lange Viererreihe der grauen Stempelbrüder langsam vorwärts. Mehr als tausend Arbeitslose standen hier, warteten geduldig auf ihre Abfertigung. Nun, sie konnten warten. Sie hatten Zeit, viel Zeit, nichts als Zeit. Ihre Kluft war abgeschabt, ihr Schuhwerk nicht mehr wetterfest. Die neu hinzugekommenen Unterstützungsempfänger, noch gut gekleidet u. voll Haltung, stachen deutlich von den Alten ab. Unter den Neuen befand sich Klaus Stüwen, ein Mann Ende der Zwanzig, von mittlerem Wuchs, schmal in den Hüften und auch in den Schultern nur mäßig breit. Mit eiligen Schritten war er über den Schloßhof gekommen und hatte sich dem letzten Schub der Wartenden angeschloessen, einer von vielen, allzu vielen, und doch die ganze bestimmte Nummer St. 12371. Städtische Ordner, die an den“ blauen Mützen in Wessing die Buchstaben AAO. trugen, übern achten den Arbeitslosenbetrieb. Jeweils vierzig Mann wurden abgezählt und in den Vorrarm gelassen. Als Stüwens Schub ins Stocken kem, drängte der Ordner mit ausgebreiteten Armen ron hinten nach. Dabei rief er„Hü, hü" und trieb die Arbeitslosen an. Klars Stümen aber dachte: Ausgediente Arbeiterferde, die ihren Enadenhafer bekommen sollen! Graue Stempelbrüder! Armselige Ealgenvögel! Und du, Nummer 12371 mitten unter ihnen. Hü, hü! Der Blick seiner tief in den niedrigen Höhlen liegenden grauen Augen, die gleichsam in die Ferne sahen, fiel auf ein Plakat: Den Anweisungen der Ordner ist unbedingt Foige zu leisten. Ordnung muß sein, sagte sich Stüwen und setzte sich mit dem Schub in Bewegung. Er stand nicht in der letzten Rotte. An ihn hatten sich inzwischen noch einige hundert Erwerbslose angeschlossen. Es riß nicht ab, dieses graue Elend.—— Der Blaubemützte nahm die Stempelkarten ab. Der Schub hatte noch eine weitere halbe Stunde zu warten. Der kalte Novemberwind zog durch die Halle. Klaus schlug sich den Mantelkragen hoch. Das erste, das ich nachher zu mir nehme, überlegte er sich, ist eine Tasse Kaffee, heiß und sehr stark. Die Schloßturmuhr schlug zehn. Jetzt begannen die Ordner und die Kassenbeamten zu frühstücken. Nach einer Viertelstunde wurde der Schub mit Stüwen in den Kassenraum gelassen. Wie war die Luft hier verbraucht! Ueberall hingen Anordnungen. Stüwen überlegte bei sich, welchen Betrag er wohl ausgezahlt bekommen werde. Im Stillen rechnete er 22 Mark aus. Plötzlich ertönte vom Schalter her sein Name:„Stüwen, Klaus.“ „Hier!“ meldete er sich, zum Schalter sich mühsam durchdrängend. Der Kassierer legte ihm wortlos vier Mark und zwanzig Pfennig abgezählt hin. „Warum nur—?“ fragte er enttäuscht. „Ich bin doch schon seit dem 1. Oktober stellungslos. „Eingetragen sind Sie am 8. November 1929. Dann kommen 7 Tage Karrenzzeit. Aussezahlt sind zwei Tage.“ *„So. Aber ich muß meiner Wirtin die Miete—“ „Sie können sich ja im Notfall an das Wohlfahrtsamt wenden“, meinte der AAOZahlmeister, schon ungeduldig werdend. „Mit welcher Summe kann ich denn in Zukunft wöchentlich etwa rechnen?" fragte Stüwen, das Geld an sich nehmend. „Ich habe Ihre Akten nicht zur Hand“, herrschte der Auszahler ihn an. Die Nummer 12371 ging schweigend hinaus. Draußen schlug ihm die Novemberkälte ins Gesicht. Die Hände in den Taschen vergraben, schwankte er dahin. Vor dem Marktcafé blieb er stehen. Sollte er sich von dem Geld eine Tasse Kaffee leisten? Eigentlich ein Leichtsinn, sagte er sich und ging doch hinein. Er nahm den gewohnten Fensterplatz ein. Hier hatte er in besseren Tagen in den Mittagspausen gesessen, vor dem 1. Oktober, als er noch erster Sortimenter in der Buch=, Kunstund Musikalienhandlung Ernst Niehaus war. Abends hatte er hier einen kleinen Kreis literarisch interessierter junger Menschen gefunden, die er stets auf dem Laufenden hielt. Nun hatte er keine Verbindung mehr mit diesen Bücherfreunden. Klaus saß da wie einer, der sich verfemt und ausgestoßen fühlt aus aller Gemeinschaft. Er bestellte sich eine Tasse Kaffee. „Etwas Gebäck dazu, Herr Stüwen?“ fragte das Mädchen mit der weißen Schürze und der niedlichen Haube. Er schüttelte den Kopf. Dann nahm er den Ossenbrügger„Anzeiger“ zur Hand und betrachtete den Stellenmarkt. Da fand er eine Anzeige:„Sichere Existenz! Redegewandte Herren mit tadelloser Garderobe und von gefälligem Aeußern wollen sich Montag vormittag zwischen 11 und 12 Uhr im Hotel „Teutonia“ bei Direktor Musées melden.—“ Stüwen notierte sich die Anschrift. Als er wieder aufblickte, bemerkte er ein junges schlankes Mädchen neben sich. Ueberrascht Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Heinz Friedr. Kamecke, Schwerte=R. Verantwortlich für den gesamten Tertteil: Heinz Friedr. Kamecke, Schwerte=R. Für den Anzeigenteil: Hans Linner Schweite=R. Druck und Verlag Carl Braus, Schwerte=R. D.=A. III. 34. 1755. sprang er auf.„Helga, du hier? Guten Morgen!“ „Guten Morgen“, erwiderte sie, im Augenblick etwas verlegen und leicht errötend. Das Mädchen reichte ihm die Hand und setzte sich zu ihm an den Tisch. „Willst du nicht den Mantel ablegen und deine Kappe?“ fragte er. Sie nahm die schwarze Baskenmütze ab. Ein flachsblonder, kurz geschnittener Schopf kam zum Vorschein, der dem an für sich schon herben Gesicht etwas Knabenhaftes gab. „Ich habe nur wenig Zeit“, sagte Helga, die Handschuhe abstreifend. „Wir sehen uns jetzt so selten“, bemerkte er. „Ja, als wir noch Kollegen waren— „Geht euer Zeitschriftenhandel wieder besser?“ fragte er. „Schlecht, Klaus. Der Kreis, den unsere Buchhandlung beliefert, ist noch klein. Am besten geht jetzt das Kampfblatt„Der Wachter'. Nach jeder Beschlagnahme steigt die lage. Gestern haben die Roten uns wieder den Zeitungskasten zertrümmert. Vater. weißt du, ist ja in jeder Beziehung eisern. Kennst du eigentlich den Herausgeber des ters'? Vater ist mit ihm befreundet. Ich mag ihn auch gut leiden. Ist der richtige Niedersachse.“ „Ich kenne Dr. Hagedorn leider noch nicht. Seine Kräuterbücher haben ich als Bl händler ja oft verkauft. Er ist ja kein appi bierter Arzt.“ „Aber es laufen ihm täglich mehr als hundert Kranke zu. Er gewinnt auch in Ossenbrügge immer mehr Anhänger für seine po tischen Ideen.“ „Gehört er schon der Partei an?“ „Noch nicht. Er ist auf seine Art Vgriéan; fer und Wegbereiter. Ich glaube, ihr ka## miteinander aus, wenn er auch zwanzig älter ist als du.“ „Wie dank' ich Ihnen, daß Sie gekommen sind, wie danke ich Ihnen“, sagte Manfred. „Und denken Sie, wie Glück immer zusammenkommt— es ist mir eine Professur zugesagt; nun ist die lange Brautzeit nicht nötig Liebste, Liebste, nun liegt das Leben vor uns!“ Marie errötete tief und blickte auf ihren Teller. Eine Träne blitzte in ihrem Auge. Er fragte erschreckt:„Habe ich Sie beleidigt? Sie schüttelte den Kopf, lächelte und sah ihn liebevoll an. Novelle von Paul Ernst. Ein junger Mann, er heiße Manfred, war zu Besuch bei Verwandten in der Hauptstadt, *je eine einzige Tochter hatten namens Melanie. Maufred war ein junger Gelehrter. Er war als Helfer einem seiner früheren Lehrer an der Universität beigegeben, und hielt bereits selber Vorlesungen; aller Wahrscheinlichkeit nach hatte er noch viele Jahre vor sich, in denen er sich recht ürmlich durchdrücken mußte. Der Oheim, bei dem er zu Besuch weilte, war vortragender Rat im Unterrichtsministerium, von ihm hing seine Besörderung ab. war die Zeit im Winter, wo die großen. Gesellschaften sind. Auf einer solchen Gesellschaft hatte Manfred ein junges Mädchen kennengelernt; wir wollen ihr den Namen Marie geben, an die er am anderen Tage folgenden Brief richtete: „Es ist ungehörig, daß ich Ihnen als fast Fremder schreibe; aber ich weiß keine andere Möglichkeit, mich Ihnen zu nähern, und übermorgen muß ich wieder abreisen. Ich habe Anschrift durch Melanie erfahren. Sie sagte mir, daß Sie ein armes Mädchen sind. Ich selber bin auch arm, und es kann lange dauern, bis ich daran denken darf, zu heiraten. Aber ich liebe Sie. Sie haben für heute abend t Ihren Eltern eine Einladung; auch ich soll in der Gesellschaft sein. Wenn ich eine Hoffnung haben darf, so bitte ich Sie, zu kommen.“ Marie las den Brief langsam, sie drehte das Blatt um und betrachtete die leere Rückseite. Sie seufzte, dann faltete sie das Blatt und legte es in ein kleines Kästchen, dessen Schlüssel sie beständig bei sich trug. Sie sagte ihrer Mutter, sie habe Kopfschmerzen und könne am Abend die Gesellschaft nicht besuchen. Am Abend erwartete Manfred Marie. Sie kam nicht. Es wurde getanzt. Er tanzte und sprach viel mit Melanie. Er sagte:„Den heutigen Menschen erscheint das Leben als eine Reihe von wirren Zufällen. Auch Ihnen erscheint es so. Ich weiß nicht, wie die Leute mit einer solchen Ansicht leben können. Unsere Vorfahren glaubten, daß unser Leben von Gott geleitet wird. Der Glaube ist kindlich; aber was er meint, das ist richtig— und man kann ihn nicht anders ausdrücken als kindlich, denn unser Vater ist er ja, der uns leitet, und wie könnte ein Kind seinen anders verstehen als kindlich? Ohne den Willen Gottes fällt nicht ein Haar von meinem Haupt.“ Melanie sagte:„Für die Frau ist die Lieve Schicksal. Für den Mann nicht.“ „Es ist alles Schicksal“, sagte Manfred,„und alles ist eine Verbindung von gornichem Führen und menschlichem Gehen.“ Am anderen Morgen erhielt Manfred einen Brief seines Lehrers. Er durfte noch drei Tage länger in seinen Ferien verweilen. Er war der erste in der Familie, der wach war. Er hatte eine Besorgung zu machen und ging fort; am Frühstückstische war Melanie mit ihren Eltern Ihr Vater sagte:„Ich habe Manfred zu Besich kommen lassen, um ihn näher kennenzulernen. Eine Professur ist zu verleihen, für die er an sich geeignet wäre, trotz seiner Jugend, burch seine wissenschofatirtz, esch paße aber die Empfehlungen der meine Bedenken. Mir sind diese übermäßig frommen Menschen nicht angenehm. Ich vermute Strebertum und Liebedienerei.“ Melanie wurde rot.„Du hast eine falsche Vorstellung von ihm“, sagte sie.„Er ist ein ganz freier Mensch.“ Der Vater sah das Mädchen erstaunt an. „Du nimmst ja seine Partei mit großer Lebhaftigkeit", sagte er. „Einem jungen Mädchen gibt er sich wohl natürlicher als er sich dir gibt“, sagte sie.„Ich versichere dich, ihm liegt nichts ferner als Strebertum.“ „Du bist ja ein kluges Mädchen“, erwiderte nachdenklich der Vater.„Vielleicht habe ich mich geirrt. Ich müßte mir ihn noch einmal vornehmen. Möglich, daß ich zu ungeduldig war. Man macht unwillkürlich seine Ableitungen und ordnet dann gedankenlos jede neue Erscheinung einer solchen Ableitung zu.“— Vor dem Hause war ein Briefkasten. Pünktlich elf Uhr kam jeden Tag ein Postbote und leerte ihn. Als der Postbote kam, seinen Ledersack mit dem eisernen Bügel unter den Kasten schob und den Kasten in ihn entleerte, da stand plötzlich Melanie neben ihm. Sie sagte:„Ich habe eine große Bitte an Sie. Ich habe einen Brief an meine Freundin Marie in den Kasten gesteckt, der nicht abgehen darf. Ich muß ihn zurückhaben. Bitte, geben Sie ihn mir.“ Der Postvote sagte:„Das darf ich nicht. Das ist verboten.“ Er zog seinen Ledersack aufgeklappt unter dem Briefkasten hervor. Melanie sah hinein, der Brief an Marie lag obenauf. Sie griff zu und nahm ihn heraus. „Die Anschrift ist ja auch von einer Männer= handschrift", rief der Postbote. Aber Melanie hörte nicht auf ihn hin. Sie schwang den Brief hoch und eilte mit ihm ins Haus zurück. Verdutzt sah ihr der Postbote nach, stand unschlüssig einen Augenblick da, ob er hinter dem jungen Mädchen herlausen sollte; aber sie hatte die Haupttür hinter sich zugeschlagen— er hätte klingeln müssen. Aergerlich Sack zusammen und ging fort. Indessen ging Manfred unruhig in seinem Zimmer auf und ab.„Ich habe ihr noch einmal geschrieben", dachte er bei sich.„Ich habe dringlicher schrieben. Ich habe ihr gesagt, daß ich noch länger hier sein darf und sie diesen Abend treffen kann. Vielleicht war mein erster Brief zu nüchtern. Wie konnte sie denn auch auf diese ungefühlten Worte hin kommen! Ich war zu schüchtern, ich wagte nicht, ihr mein Gefühl zu schreiben. Aber diesmal ist es mir geglückt, auszudrücken, was ich fühle. Wenn sie kommt, wenn sie kommt— das ist ein Zeichen, dann Marie kam mit ihren Eltern am Abend in die Gesellschaft. Manfred sah sie gleich und eilte auf sie zu. Sie wurde rot und verlegen. „Ich habe von der Frau des Hauses schon gehört, daß Ihre Eltern zugesagt hatten“, sagte er.„Ich habe gebeten, mich Ihnen als Tischnachbar zu bestimmen.“ Marie konnte nichts erwidern, sie nickte nur mit dem Kopfe. Er ergriff ihre Hand, sie fühlte einen warmen Druck; sie war wie gelähmt..„ Er führte Marie zu Tisch. Es fier ihm auf, wie bleich Melanie war, er sagte das Marie, und sie wurde verlegen. Nun saß er mit ihr zusammen; zu seiner Linken saß eine ältere Dame, die einen mütterlichen Blick lächelnd über die beiden gleiten ließ. Ein aufsatz stand da, aus Kristall und Silber, der verdeckte die beiden fast dem Gegenüber. Es war das Rauschen, Summen und Sprechen, in dem die einzelnen sich fast unbeobachtet wähnen können. Bücherbesprechung Alle unter dieser Rubrik besprochenen Bücher sind zu haben in der Buchhdlz C. Braus. Schwerte. Das Mietrecht. Was der Vermieter und der Mieter vom geltenden Mietrecht wissen muß. Von Heinr. Schulz. Verlag W. Stollfuß, Bonn. Preis RM. 1.—. Durch die vielen wiederholten Lockerungen der Mieterschutzgesetzgebung in den letzten Jahren sind Mieter und Vermieter meist kaum in der Lage, zu übersehen, welche Vorschriften denn nun eigentlich noch gelten. Beide Parkeien müssen sowohl ihre Rechte als auch Pflichten kennen, um unliebsame Streitigkeiten zu vermeiden. Die Schrift, die das gesamte geltende Mietrecht in einfacher Sprache für den Laien darstellt, kommt so einem großen Bedürfnis entgegen. Wie schließt man einen Mietvertrag? Welche Räume sind heute noch gesetzlich geschützt? Wo gilt noch die gesetzliche Miete? Wann sind ordentliche, außerordentliche oder vorzeitige Kündigung zulässig? Auf solche und viele andere Fragen erteilt das Bändchen treffliche Auskunft. Das der bekannte, sachkundige Verfasser endlich noch auf das Vermieterpfandrecht, auf die Folgen der Veräußerung einer Mietsache und auf die Einwirkung des Konkurses auf das Mietverhältnis eingeht, gibt dem empfehlenswerten Bändchen einen guten Abschluß. Rundfunk=Programm Mittwoch, den 18. April 1934. 06,00 Morgenruf. 06,05 Frühkonzert. 06,30 Leibesübungen. 06,50 Zeit, Wetter, Nachrichten. 07,00 Wiederholung des Morgenrufs. 07,05 Morgenkonzert. 08,00 Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen. 08,05 Gymnastik für Frauen. 08,20 Für die Frau. 10,00 Zeit, Wetter, Nachrichten. 10,10 Wir und die Welt. 12.00 Unterhaltungskonzert. 12,45 Erste Mittagsmeldungen, Gluawunsche. 13,00 Mittagskonzert. 13,45 Zweite Mittagsmeldungen. 14,00 Mittagskonzert. 15,15 Kurzarbeitersiedlung. 15,30 Wirtschaftsmeldungen. 15,50 Stimme der Zeit. 16,00 Nachmittagskonzert. 17,00 Die Welt im Buch. 17,20 Meister ihres Fachs. 18,00 Wirtschaft. unter der Zeitlupe. 18,20 Deutsch für Deutsche. 18,40 Vom Tage. 18,50 Wirtschaftsmeldungen, Sportvorbericht. 19,00 Abendmusik. 20,00 Erste Abendmeldungen. 20,10 Unsere Caar. 20,30 Kleine Funkunterhaltung. 21,00 Sinsoniekonzert. 22,00 Zeit, Wetter, Nachrichten. 22,20 Eine kleine Partie Schach. 22.30 Tanzmusik. 24,00 Walzer auf Walzer. Donnerstag, den 19. April 1934. 06,00 Morgenruf. 06,05 Frühkonzert. 06,30 Leibesübungen. 06,50 Zeit, Wetter, Nachrichten. 07,00 Wiederholung des Morgenrufs. 07,05 Morgenkonzert. 08,00 Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen. 08,05 Gymnastik für Frauen. 08.20 Für die Frau. 10,00 Zeit, Wetter, Nachrichten usw. 10,10 Schulfunk. 10,40 Wir und die Welt. 12,00 Unterhaltungskonzert. 12,45 Erste Mittagsmeldungen, Glückwünsche. 13,00 Mittagskonzert. 13,45 Zweite Mittagsmeldungen. 14,00 Mittagskonzert. 15,15 Kauft keine Schmuggelwaren. 15,30 Wirtschaftsmeldungen. 15,50 Stimme der Zeit. 16,00 Nachmittagskonzert. 17,00 Blick auf die Pforte des Sauerlandes. 17,15 Vesperkonzert. 18,00 Jugendstunde. 18,20 Professor Herm. Landois zum burtstage. 18,40 Vom Tage. 18,50 Wirtschaftsmeldungen, Sportvorbericht. 19,00 Abendmusik. 20,00 Erste Abendmeldungen. 20,15 Stunde der Nation: Ein Abend am Weimarer Musenhof.(Von Leipzig). 21,15 Unser täglich Brot gib uns heute. 22,00 Zeit, Wasser, Nachrichten und Wochenschau. 22,20 Unterhaltungskonzert. 23,00 Nachtmusik. Klaus nickte ihr zu. 9 „Wo bist du denn jetzt untergekommen: „Nirgends!“, sagte er tonlos. Die Augen des Mädchens hingen mit einem seltsamen Ausdruck von Frage an ihm. Rirgends?“ g„ 67212 5. Sie schwiegen eine Weite. Ktaus holte dann den Anzeiger hervor und wies auf das Angebot hin. In ihrem Gesicht stand plötzlich eine kleine Falte über der Nasenwurzel.„Willst du etwa Reisender werden?“ „Ich will alles versuchen“, antwortete er. „Kannst du denn nicht wieder im Buchhandel unterkommen?" „Ich habe mich seit September vergeblich um eine Stelle bemüht. Vielleicht bin ich mit meinen achtundzwanzig Jahren schon zu alt für unseren Beruf. Meistens werden jüngere Kräfte gesucht. Die sind auch billiger. Ein Buchladen ist wohl auch zu eng für mich. Ich müßte mich frei entfalten können. Aber wenn man arbeitslos ist, nimmt man schließlich alles an.“ „Schreibst du denn noch für die Unterhaltungsbeilage des„Anzeigers'?“, fragte sie. „Von Gedichten und Kritiken kann man nicht leben. Solche Arbeit kann auch nicht in der heutigen Zeit befriedigen. Man muß kampfen. Ich hatte schon den Gedanken, selbst ein Blatt herauszugeben, aber ein Kampforgan, ähnlich wie der„Wächter'. Gegen den Wirrsinn der Zeit will ich anrennen—“ Belgas Gesicht hatte einen gespannten Ausbruck angenommen.„Du bist verbittert, wie nein Bruder, der jetzt Scharführer geworden ist.“ Stüren schien sich plötzlich an seinem eigenen Gedanken zu erwärmen.„Nacht ist es in Deutschland. Wo ist der Ausweg aus diesem Lunkel? Ich stelle einen Scheinwerfer ein, leuchte hinein in das Dunkel der Bestechlichkeit, der Lüge, der Feigheit, der Entartung und des Verrats. Der Tanz um das goldene Kalb soll im Kegel des Scheinwerfers in grellster Beleuchtung zu sehen sein. Die marxistischen Dunkelmänner kriechen geblendet aus ihren Höhlen. Die Nachtwandler der Friedensliga stürzen von ihren Dächern. Der tolle Novemberspuk verschwindet. Wir bekommen Klarheit.“. Klaus Stüwen sprach mir einem Eifer, als müßte er zu einer Menge sprechen. Als er dann schwieg, zwang ihn etwas, dem Mädchen, das ihre forschenden grünen Augen auf ihn gerichtet hatte, die Hand zu geben. Einen Augenblick war es ihm, als ob das Herz des Mädchens ihm entgegenschlüge.—— „Du hast kühne Gedanken“, sagte Helga, den Kopf auf die Schulter legend und ihn von der Seite anblickend. Ihr Mund war halb geöffnet, eine Reihe gesunder Zähne leuchtete schneeweiß aus dem Himbeerrot der Lippen. Zweites Kapitel. Mutter Baltes, eine Frau Mitte der Sech. zig, behäbig und schwer in der Bewegung, scheuerte die Treppe, als ihr Mieter, Klaus Stüwerk, die Haustür öffnete. „Noch immer keine Arbeit, Herr Stüwen?", fragte sie teilnehmend. „Nein, Frau Baltes, aber das erste Stempelgeld habe ich schon erhalten.“ „Was Sie nicht sagen! Na, das ist wenigAus ihren großen wasserblauen Augen sprach mütterliche Güte. „Für die Miete reichts „Keine Eile“, sagte sie abwehrend. Klaus ging in sein einfach möbliertes Zimmer und kramte aus dem Wäschefach einen noch neuen seidenen Schlafanzug hervor. Aus dem Kleiderschrank holte er. seinen Smoking. Beides legte er in einem Karton, den er flüchtig verschnürte. Dann verließ er mit dem Paket unter dem Arm die Wohnung. Er noch nicht, Frau schämte sich, auf der Treppe seiner Wirtin zu begegnen. Durch die Hintertür schlich er aus dem Hause und eilte zum städtischen Leihamt. Hier kam er noch gerade vor Toresschluß an; denn Sonnabend nachmittag waren die Schalter geschlossen. Auf der Treppe begegnete er einer jungen Mutter mit einem Säugling im Arm. Sie hatte verweinte Augen. Wer weiß, welches letzte Hab und Gut sie hierher gebracht hatte. Als sie an Stüwen vorbei kam, schlug sie die Augen nieder, als schäme sie sich ihres Elends. Stüwen breitete seine Schätze vor dem Beamten aus.„. E.hen9 „Was wollen Sie für den Noa haben: fragte der Beamte, den Smoking abtastend und gegen das Licht haltend. „Ich dachte fünfzig Mark“, sagte Stüwen. „Geben wir die Hälfte! Mehr ist er nicht wert. „Er ist noch kaum getragen“, warf Stüwen ein. „Eben, man trägt die Klamotten zu selten. Für das Wäschestück gebe ich Ihnen fünf Mark. Abgemacht?“ Stüwen nickte, ließ sich in die Liste eintragen und nahm den Pfandschein und das Geld, von dem die Prozente schon abgezogen waren, entgegen.——m #in seiner Wohnung wieder angerommen, zahlte er der Wirtin für rückständige Miete zehn Mark an. „Haben Sie Honorar bekommen, Herr Stüwen?“ fragte sie. „Ja, meine Sachen sind ganz gut honoriert worden? „Sehen Sie, was der Mensch braucht, das kriegt er auch“, sagte sie triumphierend.„Mein Vater, der Förster war, sagte immer: Kopf hoch, Augen auf, Ohren steif, Schnauze gegen den Wind und ein Stück Himmelblau im Herzen.“ „Recht haben Sie, Frau Baltes.“ Scsentreigtr. Die schütsten cure BetriebeSie brachten schwere Opfer „Sie haben doch nicht zu Mittag gegessen. Kommen Sie zu uns in die warme Küche. Wenn Sie vorlieb nehmen mit dem, was die Kelle gibt—“, und schon packte sie ihrem Mieter am Arm und führte ihn in die Wohnküche. Die drei Töchter, Hanna, die 23jährige Kontoristin, Else, die 24jährige Konservatorium=Schülerin und Charlotte, die 19jährige Schuhverkäuferin, saßen schon um den weißgedeckten Tisch. Stüwen gab allen die Hand. Er mußte sich neben Mutter Baltes setzen, die ihm den Teller gehörig füllte. „Schmeckt's auch Ihnen, das Durcheinandergekochte?“, fragte sie. „Wie bei Muttern“, antwortete Stuwen. Als Nachtisch cab es Bratäpfel, die ihm köstlich mundeten. Seine ostdeutsche Heimat tauchte in seiner Vorstellung auf. Wenn er als Junge an den Winterabenden vom Schlittschuhlaufen gekommen, hatte seine Mutter immer Bratäpfel in der Ofenröhre bereit gehalten, duftende aus dem Pfarrgarten, dicke Bismarckäpfel oder Landsberger Renetten. Seine Mutter hatte noch gestern geschrieben: „Komme nach Hause, mein Aeltester, wenn du keine Arbeit hast. Wir bringen dich hier schon irgendwo unter. Wir schicken dir auch das Reisegeld. Aber Klaus wollte nicht als Arbeitsloser nach Hause kommen. Sein Vater war noch mit fünfundsechzig Jahren in Amt und Würden und er, der Sohn, hatte mit achtundzwanzig Jahren keine Beschäftigung. Nein, er wollte nicht in dieser Erniedrigung seinem Vater vor Augen treten, wollte sich aus eigener Kraft wieder emporschwingen. Aber was halsen die Vorsätze! Klaus hatte nur den Weg zum Stempelamt gefunden, den breiten Weg, der zur Verdammnis führt. Ein Kamerad hatte ihm auf der Stempelstelle gesagt:„Was willst du eigentlich, Kerl? Wir sind doch Staatsangestellte.——“ Fortsetzung folgt. STuss Ussssossser „Schneider Wibbel“ vor Gericht Frankfurt a. Main. An die Komödie des Schneider Wibel wurde man in einer Schöffengerichtsverhandlung gegen zwei junge Burschen erinnert, von denen der eine dem andern aus der Verlegenheit helfen wollte. Es waren zwei Kinder der Landstraße, die sich aber bisher ehrlich durch Leben geschlagen haben. Der Schuhmacher unter ihnen war mit dem Fahrrad in Bad Nauheim ohne Licht gefahren und schon hatte er ein Strafmandat in Höhe von neun Mark am Bein. Als es mit der Entrichtung dieser Strafe ernst wurde und der Schuhmacher sein Barvermögen sah, da konnte er ebenso wenig eine Lösung wie jener finden, der sich um die Quadratur des Kreises bemüht hat. Der Schuhmacher sollte also auf drei Tage auf seine goldene Freiheit verzichten und ins Gefängnis. Er beriet sich mit seinem Freund und Leidensgefährten, einem Landarbeiter, dem er angesichts seiner Lage den Vorschlag machte, für drei Mark und eine Wurst die Strafe für ihn abzusitzen. Der Landarbeiter fand sich im Gefängnis ein, stellte sich unter dem Namen des Schusters vor, behauptete, drei Tage brummen zu wollen und wurde höflich aufgefordert„Bitte legen Sie ab“. Dann trug sich der Landarbeiter als der Schuhmacher Soundso ins„Gästebuch“ des staatlichen Instituts ein. Als man eben die Garderobe des Ankömmlings in Verwahrung nehmen wollte, bemerkte das scharfe Auge des Beamten, daß sich in der Manteltasche des Landarbeiters eine Invalidenkarte befand, die auf den Namen des Landarbeiters lautete. Nun gab es eine Verlegenheitspause. Der Landarbeiter wurde schleunigst heimgeschickt, und es kam zur Anklage gegen die beiden Sünder, die wegen intellektueller Urkundenfälschung bzw. Anstiftung zu je 14 Tagen Gefängnis verurteilt wurden. Schwerer Junge unschädlich gemacht Trier. Der 47 Jahre alte Steinhauser Joseph Alt aus Eppelborn(Saargebiet) wurde jetzt laut Beschlußfassung der Großen Strafkammer in Trier in Sicherheitsverwahrung genommen. Mit Alt wurde ein die Ruhe und Ordnung gefährdener schwerer Junge hinter Schloß und Riegel gesetzt. Er verbüßt zurzeit eine Zuchthausstrafe von sieben Jahren, die noch bis 1939 läuft und die er wegen eines Raubüberfalles erhalten hat. Diesen hatte er im Mai 1932 in Stahl bei Bitburg auf die Postkasse verübt. Außerdem steht ihm noch ein Jahr Gefängnis bevor, das ihm wegen eines kurz darauf ausgeführten Einbruchsdiebstahls in Wiesbaden zudiktiert wurde. Das Strafregister von Alt weist dazu noch weitere Straftaten aus, die die eingangs erwähnte Beschlußfassung der Staatsanwaltschaft auf Sicherungsverwahrung rechtfertigen. Arbener und Runesunk Der Präsident der Reichsrundfunkkammer sprach in zwei Hundgebungen im Ruhrgebiet Bochum. Auf dem Werkplatz des Bochumer Vereins fand Samstag nachmittag eine machtvolle Kundgebung für den Rundfunk statt. Der Der weite Werkplatz war dicht gefüllt von der Belegschaft des Bochumer Vereins und anderen Werken. Im Mittelpunkt der Kundgebung stand eine Ansprache des Präsidenten der Reichsrundfunkkammer, Pg. Dr. Horst Dreßler=Andreß über die kulturellen Ziele des Nationalsozialismus in der Umformung des deutschen Volkstums und in der Neugestaltung des Rundfunks als mithelfender Faktor in dieser neuen Kulturbewegung. In seiner wegweisenden Rede wies er auf die schweren Grundfehler in der Entwicklung der letzten Jahrzehnte hin und stellte kraftvoll die großen kulturellen Erziehungsaufgaben und Arbeiten des Nationalsozialismus in Reich und Volk grundsätzlich heraus. Diese sicherlich schwierige und gewaltige Mission der Verwirklichung dieser Aufgabe in den kommenden Jahren auszuführen, biete der Nationalsozialismus sich an. Grundzug der beiden Reden war die Betonung der Umformung bisheriger Prinzipien durch den Nationalsozialismus, Gestaltung eines neuen geistigen Fundaments, eine Offenbarung des sicheren Wertes der in der deutschen Eigentümlichkeit begründet sei. Dabei betonte er, daß im Werden dieser neuen Welt auch die Werte eine Erneuerung erfahren müssen, um so dem neuen deutschen Menschen, besonders dem arbeitenden und schaffenden auf eine neue geistige kulturelle Stufe zu bringen. Ziel dieser ganzen Arbeit sei auch, die technische Leistung nicht vor der geistigen abzutrennen. An dieser Leistung habe vor allem der Rundfunk fördernd mitzuarbeiten, um so den neuen deutschen Menschen heranzubilden, als Inhalt Sinn und Ziel des von Adolf Hitler erzeugten nationalsozialistischen Wollens und Denkens. Er betonte einleitend, daß der Rundfunk im ersten Jahre nach der politischen Machtergreifung alle Kräfte dafür eingesetzt habe, die politische Willensbildung des Volkes in einheitlicher Richtung zu formen und zu durchsetzen. Es sei darauf angekommen, die Gesamtinteressen in einer Einheit zusammenzufassen und dieser Einheit die politische Bestimmung zu geben. Der Erfolg sei das Ergebnis der Volksabstimmung vom 12. November gewesen. Die nächste Aufgabe sei die Umstellung der verfälschten völkischen Art und die Neugestaltung der reinen völkischen Art, das bedeute Fortsetzung der Revolution auf geistiger Ebene nach dem Gesetz der Oekonomie der Kräfte. Unser Blick richte sich auf die große Arbeitsschlacht, die jedem Volksgenossen Arbeit und Brot geben wolle. Aber mit der materiellen Eingliederung müsse die seelische Eingliederung und Verschmelzung Hand in Hand gehen. Alle materiellen Maßnahmen seien ergebnislos, wenn es nicht gelinge, den ganzen Menschen zu gewinnen. Die neue rundfunkliche Geistesgestaltung rücke deshalb bewußt ab von der liberalistischen Geistesgestaltung der Vergangenheit. Durch die geistig=kulturelle Erneuerung müsse der deutsche Mensch eine neue Eigenprägung erhalten. Die geistige Haltung der neuen Welt könne nicht in den Studierstuben der Gelehrten erspintisiert werden. Es gelte, ein neues deutsches Arbeitstehos zu schaffen, das in der Lage sei, die Probleme, mit der Kraft des göttlichen Genies zu lösen. Gegen Abend sprach Horst Dreßler=Andreß noch auf dem Gelände des Ostschachtes der Zeche Mont=Cenis in Herne vor rund 2000 Belegschaftsmitgliedern. Beide Riesenkundgebungen schlossen mit dem Deutschland= und Horst=Wessel=Lied.— Beiden folgten kurze Pressebesprechungen, in denen der Präsident die Neugestaltung des Sendewesens des deutschen Rundfunks umriß. Der koie Hahn in Malsteriane Schwerbeschädigte können nur mit Genehmigung des Landeshauptmanns entlassen werden Bemerkenswerte Aufklärung durch das Arbeitsgericht Köln. Ein zu 60 Prozent Schwerbeschädigter, der in einem Kölner Geschäft angestellt war, wurde krank. Als er sich wieder gesund meldete, erfolgte jedoch die Kündigung. Er klagte am Kölner Arbeitsgericht auf Weiterzahlung des Lohnes. Der beklagte Arbeitgeber wandte ein, er habe absolut keine Arbeit mehr für den Kläger. Der Betrieb erfordere täglich Zuschüsse. Dies habe er auch dem Landeshauptmann mitgeteilt, aber bisher keine Antwort erhalten. Das Gericht entschied: „Ein Schwerbeschädigter kann nur mit Genehmigung der Hauptfürsorgestelle, und zwar mit vierwöchentlicher Frist gekündigt werden. Die Entlassung kann nur mit Genehmigung des Landeshauptmannes erfolgen. Diese Genehmigung ist noch nicht eingetroffen und so muß der Beklagte den bisherigen Lohn weiterzahlen, auch wenn er keine Arbeit mehr für den Kläger hat.“ Der Beklagte wurde noch vom Vorsitzenden darauf aufmerksam gemacht, daß der Antrag auf Genehmigung der Entlassung zweckmäßig durch einen Gerichtsvollzieher dem Landeshauptmann zugestellt werde. Erfolgt dann innerhalb 14 Tagen nach Eingang dieses Antrages keine Antwort, so gilt der Antrag als genehmigt. Ein Grund zur fristlosen Lösung des Arbeitsverhältnisses des Klägers war nicht gegeben, denn die Krankheit des Klägers war eine Folge seiner Schwerbeschädigung. Ueber die Beschäftigungsmöglichkeit des Klägers hat allein der Landeshauptmann zu entscheiden. Gevelsberger Kommunisten vor dem Strafsenat in Hamm Hamm. Vor dem Strafsenat in Hamm standen sieben Kommunisten, davon sechs aus Gevelsberg und einer aus Schwelm, wegen Vorbereitung zum Hochverrat. Die Verhandlung fand unter Ausschiuß der Oeffentlichkeit statt. Der Hauptangeklagte Hemmerle wurde zu einem Jahr, drei Monaten Zuchthaus verurteilt. Vier Angeklagte erhielten je ein Jahr sechs Monate Gefängnis. Zwei Angeklagte wurden freigesprochen. Den Verurteilten wurden Milderungsumstände zugebilligt und die Untersuchungshaft auf die Strafe angerechnet. Bei Hemmerle mußte auf Zuchthaus erkannt werden, da er mit Zuchthaus vorbestraft war. Meppen. Nachts brannte die, ein Areal von 2000 Quadratmeter umfassende, mechanische Schlosserei und Drechslerei der Meppener Eisenhütte bis auf die massiven Umfassungsmauern nieder. In dem Gebäude befanden sich viele elektrische Maschinen, sowie die elektrische Zentrale der Fabrik, die ebenfalls vollständig zerstört wurden. Auch wurde in der Nähe des Brandherdes lagerndes Holz ein Raub der Flammen. Dank der tatkräftigen Arbeit der Feuerwehr griff das Feuer nicht auf die Gießerei, Tischlerei und Weberei des Fabrikunternehmens über. Die Entstehungsursache ist unbekannt. Der Betrieb wird teilweise aufrechterhalten. Ibbenbüren. Vom Feuer vollständig zerstört wurde das von dem Invaliden Pott in der Bauernschaft Dörenthe bewohnte Haus. Die Feuerwehr rettete nur einen kleinen Teil des Mobiliars. Die Entstehungsursache des Brandes ist noch unbekannt. Sendenhorst. Auf bisher noch ungeklärte Weise entstand in der früheren Brauerei Vieler, der jetzigen Mineralwasserfabrik und Biergroßhandlung Brückmann, am Osttor Feuer, das von Feuerwehrleuten, die aus einer Versammlung zurückkehrten, bemerkt wurde. Es wurde auf diese Weise schnelle Hilfe seitens der Wehr geleistet, die zunächst die in den oberen Stockwerken wohnende Familie Harmeyer auf Leitern aus dem Gebäude herausholten. Ferner wurden von der Wehr Lastwagen und Autos rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Das Feuer fand an den lagernden Kisten reiche Nahrung, doch gelang es der Wehr bald, die Flammen auf ihren Herd zu beschränken. Herford. Auf dem Steinmeierschen Hof in Koster brach Feuer aus, das in kurzer Zeit mehrere Gebäude des Anwesens ergriff. Das Wohnhaus, das Wirtschaftsgebäude und die Stallungen fielen den Flammen zum Opfer. Das gesamte Inventar wurde vernichtet. Ferner verbrannten drei Schweine, während mehrere andere Tiere, die schwere Brandverletzungen erlitten, notgeschlachtet werden mußten. Die Feuerwehr war dem gewaltigen Element gegenüber machtlos. Die Entstehungsursache ist noch nicht bekannt. Das 20. Kind geboren Montabaur. Ein reichgesegnetes Eheglück wurde im Laufe der Jahre der Familie Johann Steinebach im benachbarten Breitenau zuteil. Dem glücklichen Ehemann wurde das 20. Kind geboren, wovon 13 noch am Leben sind, und zwar 8 Jungens und 5 Mädchen. Auch der Vater des neuen Erdenbürgers stammt aus kinderreicher Familie. Er hatte 13 Geschwister, von denen heute noch 10 leben, und von denen die ältesten 80 Jahre und die jüngsten 43 Jahre zählen. Diesen Geschwistern wurden in ihren Ehen 80 Kinder geschenkt; hiervon leben heute noch denen wiederum ein Teil verheiratet ist, sammen schon 28 Kinder besitzen. Die Steinebach umfaßt heute 101 lebende Personen ohne die dazugehörigen Schwiegersöhne und Schwiegertöchter 63, von die zumilie Acht Jahre Zuchthaus für einen Kindesentführer Düsseldorf. Die Große Strafkammer verurteilte den schwer vorbestraften Einbrecher und Sittlichkeitsverbrecher Bauarbeiter August Brück, 42 Jahre alt, wegen verschiedener Sittlichkeitsverbrechen, Entführung eines Minderjährigen zu unsittlichen Zwecken und Erpressung zu acht Jahren Zuchthaus, zehn Jahren Ehrverlust und Sicherungsverwahrung. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Brück hatte am 14. Januar abends unter Versprechungen den 13jährigen Schüler Bruno Schiller aus Düsseldorf nach Belgien entführt und von dort aus Erpresserbriefe an die Eltern des Jungen geschickt. Als er auf einem Postamt 20 Mark abholen wollte, wurde er festgenommen. Der Junge wurde in eine Anstalt gebracht, wo er von Bekannten seiner Eltern abgeholt wurde. Brück wurde nach Deutschland ausgeliefert. Schutzhaft für einen Vergwerksdirektor Die Düsseldorfer Regierungspressestelle teilt mit: Die Staatspolizeistelle Düsseldorf hat SamsK tag den Generaldirektor der Zeche Rheinpreußen in Homburg, Kreis Mörs, Bergassessor a. D. Heinrich Kost und die Direktionssekretäre Hoefer und Huehner wegen schwerer Gefährdung des Wirtschaftsfriedens in Schutzhaft genommen und in das Polizeigefängnis Düsseldorf überführt. Den genannten Personen wird vorgeworfen, anläßlich der Wahl der Vertrauensräte ein anonymes Flugblatt gegen den Führer der Vorschlagsliste verfaßt und verbreitet zu haben, obwohl diese Liste gemeinsam von der Werksleitung und dem Betriebszellenobmann aufgestellt worden war. Dieses Verhalten kennzeichnet sich als eine besonders gröbliche Verletzung der durch die Betriebsgemeinschaft begründeten Pflichten und erforderte zur Wahrung der sozialen Ordnung ein nachdrückliches staatliches Eingreifen. Westfälische Berggewerkschaftskasse Generalversammlung in Bochum Bochum. In der Generalversammlung der Westfälischen Berggewerkschaftskasse wurde der Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1934 in Einnahmen und Ausgaben auf 1 630 500 Mark festgesetzt und die Erhebung eines Beitrages von je 1,8 Pfennig für die geförderte Tonne Kohlen im Jahre 1933 beschlossen. Bei Beratung der neuen Satzung war man der Ansicht, die Zahl der Vorstandsmitglieder zu erhöhen, um damit eine möglichst große Zahl von Vertretern der Zechenverwaltungen als ordentliche oder stellvertretende Mitglieder in den Vorstand zu bekommen. Es wurden als ordentliche Mitglieder gewählt: Bergassessor Dr. Ing. Krawehl=Essen, Vorsitzender; Generaldirektor Bergassessor Bergwerksdirektor Dr. Ing. Brandi=Dortmund; Bergwerksdirektor Dr. Ing. Gustav Knepper=Essen; Bergwerksdirektor Bergassessor Hohendahl=Gelsenkirchen; Generaldirektor Bergassessor van BürckCastrop=Rauxel; Generaldirektor Vergassessor Schulze=Büxloh=Gelsenkirchen; Generaldirektor Dr. Ing. Tengelmann=Essen; Generaldirektor Bergassessor Fickler=Dortmund; Generaldirektor Dr. Ing. Hold=Essen und Generaldirektor Oberbergrat von Velsen=Herne. Außerdem wurden neun Bergwerksdirektoren zu stellvertretenden Vorstandsmitgliedern bestimmt. Die Mordsache Rumschikowski Neue Belastung der Eheleute Meyer In Sachen des aus Möllbergen seit 1928 spurlos verschwundenen Rumschikowski scheinen die in Haft genommenen Eheleute Meyer erneut stark belastet. Bei den auf Veranlassung der Landeskriminalpolizei Bielefeld auf dem Meyerschen Hofe durchgeführten Grabungen wurde in einer Tiefe von mehr als einem Meter eine ganze Anzahl Knochen gefunden, nachdem man bereits Hose und Kittel eines jungen Mannes in der Erde vergraben gefunden hatte. Der Fund ist zur Universität Göttingen gesandt worden, wo die chemische Untersuchung ergeben soll, ob es sich um Menschenknochen handelt und gegebenenfalls, wie lange diese in der Erde lagen. Die Kriminalpolizei hält es für möglich, daß es sich um die Knochen des vermißten und ermordeten Rumschikowski handelt. Versuchter Raubüberfall auf einen Händler Haltern. In Sythen wurde der Händler Josef Tönnes von zwei unbekannten Männern überfallen. Die Räuber führten einen Kraftwagen bei sich. Beide standen auf einem Waldweg und riefen„Geld her oder die Ware". Tönnes ließ sich aber nicht verblüffen und setzte sich energisch zur Wehr. Es gelang den Burschen nicht, ihre Absicht auszuführen, und sie fuhren mit ihrem Kraftwagen in Richtung Haltern davon. Vor 70 Jahren wurden die Düppeler Schanzen erstürmt Die Einnahne der Schauze 4 am Morgen des 18. Apeil 1954„.gggenung der Die bervorragendste Heldentat im deutsch=dänischen Kriege von 1864 war die Erstutrpzen„# Düppeler Schanzen durch die Preußen. Die Schanzen bilden den Schlüssel zu der Insel Al der Durchfahrt durch den Alsensund. Srotzki lebt in Ueberraschende Entdeckung der französischen bische Poligere Sowjet=Kommisar Trozi in der frühere Oepter geitggt, Elrgig m 2% Villa bei Barbizon in der Nahe von Fontainebleau aufhält, wo er mit seiner Frau und dreien seiner Anhänger, die ihm gleichzeitig als Zeit die Erlaubnis erhalten, sich in Korsika aufzuhalten, scheint aber rkt seinen Wohnsitz nach Innerfrankreich verlegt zu haben. Der Staatsanwalt hat veim französischen Innenministerium um Verhaltungsmaßregeln gebeten. Nach dem„Deuvre“ sollen die französischen Behörden beabsichtigen, leoiglich Frotzkis Rückkehr nach Korsika zu veranlassen, es sei denn, daß sich das Gerücht bewahrheitet, daß Trotzki an der Gründung einer„Vierten InterDas„Joucnal“ weiß zu melden, daß Trotzkl alle Tage seine Post durch einen Motorradfahrer zugestellt erhielt. Reistiel im Wiener Milnsterrat Steidle ist verstimmt— Eingliederung der Heimwehren in Die Vaterländische Front Dr. Dollfuß“ Zurückweisung einer Greuellüge Keine Mißhandlung Thälmanns Gewisse Kreise im Auslande, die ihre Aufgabe darin sehen, durch systematische Verbreitung von Greuellügen die Atmosphäre der Welt gegen Deutschland zu vergiften, scheinen zurzeit den kommunistenführer Thälmann als Opfer nationalsozialistischer Willkür und Brutalität präsenieren zu wollen, um eine deutschfeindliche Stiming zu erzeugen. In den verschiedensten ausländischen Hetzzeitungen tauchen Meldungen auf, „Thälmann würde in Deutschland in der furchtbarsten Weise körperlich und seelisch mißhandel.. Ein Musterbeispiel dieser Pressehetze ist die Meldes jüdisch=marxistischen Pressebüros„Inr.z“ vom 21. März. Es heißt darin:„Das inlationale Befreiungskomitee für Thälmann und alle antifaschistischen Gefangenen teilt mit: erfahren daß Thälmann mit Lederpeitschen und Stahlruten entsetzlich mißhandelt wurde. Augenvlicklich befindet er sich in einer Dunkelzelle, an Händen und Füßen gefesselt. Eine besondere Wache von SS=Männern verhindert jede Verbindung mit der Außenwelt. Die Frau Chälnanns erhielt seit Wochen keine SprechEcuene...„diger Stell. mitzsteilt, Hierzu wird von zuständiger Glelle ilgelent, daß die Behauptungen der Hetzkorrespondenz „Inpreß“ völlig aus der Luft gegriffen sind. Thälmann ist während seiner Polizeihaft, durch: aus einwandfrei behandelt worden. Es handelt sich wieder einmal um eine üble Hetzlüge antideutscher Kreise. kirchenkouflikt in Würktemberg Wie man aus Wien hört, mußte der Ministerrat, der sich am Sonnabend mit der endgültigen Redaktion des Verfassungswerks befaßte, wegen eines schweren Konflikts im Schoße der Regierung ergebnislos abgebrochen werden. Vizekanzler Fey war nämlich dem Ministerrat ferngeblieben, da er darüber verstimmt war, daß Fürst Starhemberg bei der geplanten Kabinettsumbildung Vizekanzler werden soll, während Fey Sicherheitsminister, vielleicht mit dem Titel eines zweiten Vizekanzlers, bleiben dürfte. Fest steht übrigens bereits, daß der jetzige Bundeskommissar für Propaganda, Dr. Steidle, Justizminister wird. Ein Mitglied der im Kabinett fast einflußlosen Nationalständischen Front soll zum Rücktritt veranlaßt werden. In Wien wurde am Sonntag amtlich bevun ge, einge hende Aussprache zwischen Bundeskanzler Dr. Dollfuß und dem Bundesführer der Heimwehren, Starhemberg, hat die Grundlage für die Vereinigung und Verschmelzung aller vaterländischen Gruppen im Rahmen der Vaterländischen Front ergeben. Das wird auch in den nächsten Organisationsmaßnahmen, die schon im E PEERR E GEE E g ATbruck kommen!“ Diese Kommunique bestätigt die schon längst erwartete Unterstellung der Heimwehren unter die Vaterländische Front Dr. Dollfuß. Das bedeutet das Ende der Heimwehr als eines selbständigen Faktors. In Regierungskreisen wird dem Abkommen die größte Bedeutung beigemessen, was aus folgenden Aeußerungen hervorgeh., die der Bundesleiter der Vaterländischen Front, Dr. Stepan, einem Vertreter der respondenz“ gegenüber getan hat: men ist nicht nur für die künftige Entwicklung der Vaterländischen Front und den Erneuerungsgedanken in Oesterreich von grundlegepher, Zedeu: tung, e st vielmeyr die Basis und vre„grten setzung für die Schaffung des autoritär geführren Staates, wie er angestrebt wird. Hinter dem Bundesführer Dollfuß und seinem Führer Starhemberg wird in Zukunft die große geschlossene Front all derjenigen stehen, die sich in unbedingter Gefolgschaft zu Dollfuß und dem von ihm aufgebauten christlichen Ständestaat bekennen. Am Schluß heißt es: Die Vaterländische Front wird sich nach Eingliederung der Wehrfront in -drei Gruppen gliedern: Die Wehrfront, die berufsständische Organisation und die Gebietsorganisation. einzelnen festgelegt sind, zum Aus Nur nech Ne Nechter gun 1 Uebernahme der Rechtsauskunftsstellen durch die Rechtsauteilunig der Reichsleitung der HSUHP Reichsjustizkommissar Dr. Frank im Hamburger Nathaus Im ehemaligen Bürgerschaftssaal des Hamburger Rathauses fand am Sonntagmittag in Anwesenheit des Reichsjustizkommissars, Staatsminister Dr. Frank, die feierliche Uebernahme der Rechtsauskunfts= und Rechtsberatungsstellen durch die Rechtsabteilung der Reichsleitung der RSOAP. statt. Mit der Leitung der Abteilung RS.=Rechtsbetreuung der Rechtsabteilung der Reichsleitung der NSDAP. ist der Amtsleiter der Rechtsabteilung und Gauführer des Bundes Nationalsozialistischer Deutscher Juristen, anwalt Dr. Raeke=Hamburg, beauftlugt worden. Die NS.=Rechtsbetreuung hat ihren Sitz in Die Uebernahme der Rechtsauskunftsstellen erfolgte im Rahmen der Mitgliederversammlung des Verbandes der Rechtsauskunftsstellen e. V., bei der Reichsjustizkommissar Dr. Frank in einer Rede u. a. ausführte: Der Nationalsozialismus beansprucht die Totalität des deutschen Sozialievens ebenso für sich In Württemberg hat der Synodalausschuß dem Landesbischof Wurm durch die Ablehnung des gesamten Kirchenhaushalts das Vertrauen versagt. Landesbischof Wurm, dem von seinen Gemeinden vorgeworfen wird, daß er als Persönlichkeit im neuen Deutschland untragbar sei, und dessen Beziehungen zu dem Pfarrer Notbund von seinen Gemeinden nicht verstanden werden, weigerte sich, aus dem Mißtrauensvotum die Konsequenzen zu ziehen. Dadurch herrscht in Württemberg ein Kirchennotstand, der in weite Kreise der Bevölerung Vennruhigung trägt Zur Vehebung beser) Zeichgaußenminister von Neurath sprach euurihgung beit sie der Veichoeszichlter von Lonnabenkobend auf der Schresvegnstallung Heistenverg bogenzolern.telegraphisch, an den)“ gamburger Aptelung des Hoerdeumerichlur Reichsbischof mit dem Ersuchen gewandt, umgehend in die württembergischen Kirchennotstände Ordnung zu bringen.. K e 672### 91. Wie wir hören, wird der Reichsvischof vereits am Sonntag in Stuttgart eintreffen. wie das im weiten Bereich des politischen, wirtschaftlichen und sonstigen Lebens der Nation geIn den kommenden Wochen werden schon an 2000 Rechtsbetreuungsstellen im ganzen veutsche Reichsgebiet eingerichtet. Da sie ausschließlich mit Rechtsanwälten besetzt sind, haben Volk, Partei und Staat die sichere Gewayr, daß die Auskunft, die den Volksgenossen zuteil wird, in vonkommener Uebereinstimmung mit der Rechtslage und der Rechtsordnung steht und den Volksgenossen eine wertvolle Hilfe sein wird. Rechtsauskunftsstellen von Vereinen und kleinen Organisationen werden ir nicht weiter ge statten, denn ich halte diese Art der Heran: züchtung kleiner Rechtsberogngegseerg#r eine wahrhafte Gefährdung der Rechlssicherheit. Der Reichsjustizkommissar richtete an die Juristen den Appell, an dem neuen Werk der NS.= Rechtsbetreuung mit allen Kräften mitzuarbeiten. Auch diese Rechtsbetreuungsstellen sollen tungen sein, in denen der leidenschaftliche Glaube an dem Neuaufstieg unseres Volkes pulsiert. kuntat des bentschenErg„ Wierschaftefrieeeeurch Eerstaneigung esiechen Verichlenech um Belande ite gb Sonnarendabend auf der Jahresveranstaltung der Hambulger Ablmung des Ivero=Amerikani schen Instituts. Er führte u. a. aus: In zwei Punkten zeichnet sich die für Deutschland heute. schon klar ahz, oa Si — bas im Auslande zu manchen Mißdentungen 3 Lehrer im Memelgebiet verhaftet deutlich aus: Die Staatssicherheitspolizei hat, wie die Memeler Blätter melden, nach vorherigen Haussuchungen drei Lehrer verhaftet. Es handelt sich um die Lehrer der Schulen in Ruß, Bismark und Skirwietell. Die drei Verhafteten namens Niemann, Laschelweit, Teschner wurden zunächst zur weiteren Vernehmung mit dem Abendzug nach Memel gebracht Niemand in der Reichsregierung glaubt, daß Deutschland wirtschaftlich vom Auslande isoliert werden soll und kann. Zwar wird mit neuen und vereinten Kräften daran gearbeitet, unser Volk und unsere Wirtschaft von ausländischen Lebensmitteln und Roystoffen unabhängiger zu machen als dies Die aus Moskau gemeldet wird, soll der im früherzger, und peZegr Hauipi spir hosen''in Veritna=Wer gesunkene„Tscheluslin“ im Laufe) vos„Pigtung hereits sehr posttive Fort: e Geueruer eschenr urcdhen. Sscher Büue. — schritte gemachr. Andererseits aber verlangt unsere zentrale Lage in Europa verständnisvolle und auf wechselseitiges Entgegenkommen, guf: gebaute Handelsbeziehungen unn den Nachbarlandern, und ebenso verlangt die NotHand nehmen müssen als in der Vergangenheit. Die Währungspolitik und die handelspolitische Abschließung vieler Länder hat uns einfach in die Zwangslage versetzt, eine planvolle Verlagerung der notwendigen dern vorzunehmen, die bereit sind, entsprechende Werte abzunehmen. Die Reichsregierung wird diese Linie zwar unter ster Schonung alter Handelsbeziehungen, aber Giese rückschtsvolle aber zielbewußte Gestaltung unserer Handelspolitik verlangt mehr als je eine einheitliche Führung. Es geht nicht an, daß jeder Berufszweig es unternimmt, seine eigene Handelspolitik zu treiben. Der Erfolg einer deutschen Außenhandelspolitik ist natürlich, wie der Erfolg jeder Handelspolitik, stets von einer elementaren allgemeinen Voraussetzung abhängig, das ist die Beruhigung und Konsolidierung der internationalen Lage in politischer Beziehung. Daß die Außenpolitik gegenwärtig mit schwierigen und ernsten Problemen zu ringen hat, mit Problemen, die zum Teil das Fundament unserer nationalen Existenz berühren, wissen Sie alle. Ich sehe unter diesen Problemen aber kein einziges, das nicht bei vernünftiger Behandlung einer Regelung auf dem Wege friedlicher Verständigung zugänglich wäre. Daran, daß wir nach Recht und Gerechtigkeit für Deutschland fordern müssen und gefordert haben, werden wir freilich mit unbeirrbarer Entschlossenheit festhalten; denn es sind Forderungen, auf die ein gesundes und ehrliebendes Volk überhaupt nicht verzichten kann. Es kommt nur auf den Entschluß der anderen Regierungen an, eine fordhggenersentz gung zur Wirklichkeit werden zu lassen. Wenn das, wie ich auf das dringendste hoffen möchte, geschieht, und wenn so das Vertrauen unter den Völkern wiederhergestellt wird, dann haben die Regierungen ihrerseits für die Belebung des Welthandels das wichtigste getan, was sie überWeitere Reden hielten u. a. Reichsminister Stabschef Röhm, und Reichsjustizkommissar Dr. Frank. Ausschmückung der Schaufenster zum 1. Mai 1934 Auf Veranlassung des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda haben die Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels und die Reichsfachschaft Deutscher Werbefachleute über die Ausschmückung der Schaufenster zum Nationalen Feiertag des Deutschen Volkes am 1. Mai 1934 nachstehende Richtlinien vereinbart: Die Schaufenster sollen der Bedeutung dieses Tages entsprechend in festlicher und würdiger Form ausgeschmückt werden. Mit der Ausschmückung wird empfohlen, wo dies aus technischen Gründen erforderlich ist, am Samstag, 28. April, zu beginnen. Für die Dekoration ist frischer Grünschmuck, vor allem an den ten, zu verwenden, der jedoch erst frühestens ar Montag, 30. April, abends anzubringen ist. Geflaggt wird nur am 1. Mai von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Die Dekorationen sind al Mittwoch, 2. Mai, wieder zu entfernen. Der Leitgedanke für die Schaufensterdekoration soll die Verbundenheit aller Werktätigen sein. In geschmackvoller sollen die Erzeugnisse heimischen Fleißes ihre Würdigung finden. Erwünscht sind dabei Hinweise auf die Mitarbeit der einzelnen Wirtschaftszweige im Rahmen des Wiederaufvaues. Besonderer Wert ist auf die Ausschmückung der Geschäfte zu legen, die in den Anmarschstraßen für die Festzüge liegen. Unbedingt abzusehen ist von der Anbringung von Bildern und Büsten der nationalen Führer und von allen dekorativen Hilfsmitteln, die das Gebiet des nationalen Kitsches Unerwünscht ist ferner die Verwendung von schlecht imitierten Materialien. In den nächsten Tagen werden in der gesamten deutschen Presse von Fachleuten entworfene Vorschläge für die Ausgestaltung des Schaufensters im einzelnen wiedergegeben werden. Damit soll eine möglichst einheitliche festliche Form in der Gestaltung der Schaufenster herbeigeführt werden. Es ist zu empfehlen, für die Ausschmückung der Fenster zum Nationalen Feiertag des Deutschen Volkes möglichst fachlich berufene künstlerische Werbekräfte heranzuziehen. Die Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzel: handels weist hiermit ihre Mitglieder an, fur die Durchführung der Richtlinien bei sämtlichen Einzelhandelsfirmen ihres Bereiches Sorge zu tragen. Die Reichsfachschaft Deutscher Werbefachleute hat ihre Mitglieder aufgefordert, bei Durchführung der Richtlinien mitzuwirken. Stabschef Röhm besichtigte am Samstag die gesamten Hamburger SA.=Gliederungen, bei der er eine längere Ansprache hielt, in der er die SA.=Männer aufforderte, den SA.=Geist weiter zu wahren und ihre Pflicht zu tun. sei Schulungsarbeit im handwerk Nach außen hin hat das Handwerk mehrfach enen zielsicheren Willen zur Aufbauarbeit im neuen Staate bekundet: So durch die erste Braune Leipziger Großmesse, durch die Reichshandwerkswoche im Herbst 1933 und durch die Halle des Handwerks“ in der bevorstehenden Ausstellung„Deutsches Volk— Deutsche Arbeit“. Hand in Hand damit geht eine lebhafte Schutungsarbeit nach innen. Wertarbeit, Wirtschafttschkeit und nationalsozialistisches Arbeitsethos sind die Leitgedanken dieser Schulung. Gerade veil die Zukunft des Handwerks in der Qualikatsarbeit liegt, braucht das Handwerk durchweg moderne wirtschaftliche und betriebstechnische Methoden, um so durch niedrige Preise, pünktische Lieferung und wirksame Werbung einen moglichst weiten Abnehmerkreis für seine Güte=Zzeugnisse zu sichern. Diesen Zielen sind Vorrage gewidmet, die vom 1. Mai ab in allen Zellen des Reiches auf Obermeistertagungen geWten werden und eine größere Schulungsaktion enleiten Der Reichsstand des Deutschen Handverts hat die Durchführung dem Deutschen Handvertsinstitut übertragen, das seit Jahren alle Landwerksfragen technischer, kaufmännischer, volkswirtschaftlicher und kultureller Art in Forschung und Lehre bearbeitet. handwerksrechnungen und Arbeitsbeschaffung Dank der allgemeinen Wirtschaftsbelebung und der besonderen Reichshilfe für zungen und Wohnungsteilungen hat die Beschäftigung im Handwerk stark zugenommen. Das Handwerk hätte allerdings noch mehr übernehmen können, wenn die Bezahlung der Handwerkerrechnungen nicht vielfach in unerträglicher Weise hinausgezögert werden würde. Da ist z. B. die Begleichung von Fassadenanstrichen in Raten angeboten worden, die sich über zwei Jahre erstrecken. In vielen Erien#aen Austraggeber die Zahlungste: adeuzicien Banz halten. Der Reichsstand des Lautschen. H###owerks, der von sich aus alles tut, um Punkllichkeit, Zuverlässigleit, Preisehrlichkeit und Luzh: tätswahrheit im ganzen verständlichkeit zu machen, dittet alle„Auftraggeber, im Interesse der Arbeitsbeschaffung das Handwerk so rasch wie möglich zu seinem erarbeiteten Gelde kommen zu lassen. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat, wie das Vd3-Büro meldet, angeordnet, daß die Bestimmungen der Verordnung über die Schaffung einheitlicher Sorten von Käse, die den Fettgehalt, die Kennzeichnung, die Verpackung und die Kennzeichnung von Auslandskäse betreffen, am 1. Juli 1934 in Kraft treten. Von dem genannten Termin ab gelten für den in Deutschland zum Verkauf gelangenden Käse die Bestimmungen, die je nach dem Fettgehalt acht Käsesorten schaffen, und zwar den Doppelrahmkäse(Mindestfettgehalt 60 v. H. in der Trockenmasse), Rahmkäse(50 v. H.), Vollettäse(45 v. 5.), Vertsghafgzetigse# 3# viertelfettkäse(30 v. H.), Haloselklüse(20 v. H.), Viertelfettkäse(10 v. H.) und Magerkäse(weniger als 10 v. H.). Käse, die nur mit Phantasienamen ohne nähere Sortenbezeichnung versehen sind, müssen mindestens Vollfettkäte sein. Der im Inland hergestellte Käse, ausgenommen Magerkäse, muß nach Herkunft und Fettstufe in gut sichtbarer und haltbarer Weise gekennzeichnet sein. Aller der Kennzeichnung unterliegende Ueber 600 Sabotage-Prozesse in der Sowjekunion Wie aus Moskau gemeldet wird, laufen zurzeit in Moskau und anderen größeren Städten Sowjetrußlands über 600 Verfahren gegen Direktoren und Leiter verschiedener Werke, Fabriken und Unternehmungen, denen vorgeworfen wird, teils durch mangelnde Sachkenntnis, teils durch Sabotage, die russische Industrie geschädigt zu haben. Die Schäden sollen sich auf mehrere Millionen Rubel belaufen. Die Prozesse, die schon in allernächster Zeit stattfinden werden, sollen eine straffere Disziplin herbeiführen und das Verantwortungsgefühl der leitenden Persönlichkeiten der sowjetrussischen Industrie heben. Am 27. April findet in der Reichsbank eine Konferenz der Vertreter der Hauptgläubigerländer statt. Lernt schwimmen und retten! Immer wieder wird die Deutsche LebensRettungs=Gesellschaft diesen Mahnruf erschal#en lassen, weil sie immer wieder sich bemüht, Schwimmerinnen und Schwimmer zu erfassen, um sie im Rettungsschwimmen auszubilden. Solange es Menschen gibt, die die Schwimmkunst nicht beherrschen und das wird immer der Fall sein, wenn auch der Prozetsatz(nur 8 Prozent aller Menschen können schwimmen) dank der Zusammenarbeit von Sportverbänden, Schulen und DLRG. langsam zurückgehen muß und wird— so lange wird die DLRG. in Wort, Schrift und Bild mahnen: lernt Schwimmen und Retten! Was für den Staat die Familie bedeutet, sind die Bezirke in fast sämtlichen deutschen Städten für die DLRG.: die Urzellen allen praktischen Schaffens. Sie werden bei schwimmerischen und Wassersportveranstaltungen für den Rettungsgedanken, sie führen Kurse durch, in denen Rettungsschwimmen gelehrt wird. Ehre den braven Männern, welche ihr Leben einsetzen zur Rettung ihrer Mitmen schen aus Gefahr“ ist ein Wort von Moltke, das die DLRG. auf ihren Urkunden stehen hat, die jeder geprüfte Rettungsschwimmer erhält. Wie stölz und glücklich muß einen Rettungsschwimmer die vollbrachte Tat nachen. Aber vergessen wir nicht, welche Qualen es verursachen muß, am Ufer machtlos zuehen zu müssen, wie vor den eigenen Augen ein Schwimmunkundiger mit dem nassen Tod kämpft. Und du kannst nicht helfen! Vielleicht ist es der eigene Bruder oder sonst ein lieber Angehöriger. Wenn Du nicht willst, einmal in eine solche Lage zu kommen, dann folge dem Ruf der DLRG., werde Schwimmer, lerne Retten! Dann wirst Du vielleicht auch einmal stolz einer Mutter das Kind, oder dem Kinde die Mutter wiedergeben können, wirst vielen Menschen Kummer, Herzeleid und auch Not ersparen können, wenn einer Familie der Ernährer erhalten wird. Der Bezirk Iserlohn Stadt und Land führt in Iserlohn und den Landkreisorten auch in oiesem Jahre wieder Lehrgänge im Rettungsschwimmen durch. Schon heute fordert er alle Schwimmerinnen und Schwimmer, die bisher dem Rettungsschwimmen noch fernstehen, zur Teilnuhme auf. Bereitet Euch rechtzeitig auf diesen Kursus vor, denn: Schwimmfertigkeit ist Vorbedingung zur Ablegung der Prüfungen nach beendetem Kurs. Die DLRG. erteilt Urkunden über die erfolgreiche Teilnahme an ihren Kursen und zwar den Grundschein für die leichtere, und den Leistungsschein für die schwerere Prüfung. Die in diesem Jahre neu aufgestellten Bedingungen sind: Grundschein: 15 Minuten im stehenden oder 600 Meter im fließenden Wasser— mit Strom schwimmen. 100 Meter im stehenden oder 200 Meter im fließenden Wasser— mit Strom angekleidet schwimmen. Daran anschließend: In der Schwimmlage oder beim Wassertreten entkleiden. 4. 17 Meter Streckentauchen im stehenden, oder 22 Meter mit Strom im fließenden Wasser. Von der Wasseroberfläche a innerhalb 6 Minuten 2—3 mal tauchen und Herausholen eines schweren Gegenstandes. 30 Meter Retten eines Menschen unter Anwendung von Kopf= und Achselgriff. Praktische Ausübung der Rettungs= und Befreiungsgriffe. 8. Theoretische Erklärung und praktische Ausführung der Wiederbelebungsmethoden nach Schäfer und Kohlrausch. Der Grundschein kostet mit bronzener Nadel und Tuchabzeichen RM. 1.40. Leistungsschein: 1. ½ Std. Schwimmen im stehenden oder 3 km. im fließenden Wasser. 2. 300 Meter im stehenden oder 600 Meter im fließenden Wasser mit dem Strom angekleidet schwimmen. 3. Daran anschließend: Im Wasser in der Schwimmlage oder bei Wassertreten entkleiden. 4. a) für männliche Personen: 27 Meter Streckentauchen im stehenden oder 42 Meter mit Strom im fließenden Wasser. b) für weibliche Personen: in gleicher Art 20 und 30 Meter. 5. Von der Wasserfläche aus innerhalb 3 Minuten 2—3 mal Tieftauchen und Heraufholen eines 5 Pfd. schweren Gegen standes. 6. 30 Meter Retten eines Menschen unter Anwendung des Achsel=, Oberarm= sowie Seemannsgriffs und eines vierten nach freier Wahl. 7. Theoretische Auslegung und im Wasser praktische Ausübung sämtlicher Rettung und Befreiungsgriffe. 8. Theoretische Erklärung und praktische Vorführung d. Wiederbelebungsmethoden nach Schäfer, Sylvester=Brosch=Meyer und Kohlrausch. 9. Beschreibung der wichtigsten RettungsHilfsmittel bei Bade=, Boots= und Eisunfällen. 10. Theoretische Erklärung der wichtigsten Nothelfergriffe. Der Leistungsschein kostet mit silberner Nadel= und Tuchabzeichen RM. 2.—. Schwimmen und Rettungsschwimmen wird nur dann am stärksten seine Früchte zeitigen und die Opfer des nassen Elements verringern helfen, wenn jeder zu seinem Teile dazu beiträgt. Auf den einzelnen kommt es an! Je enger die DLRG. das Netz der Rettungsschwimmer ziehen kann, desto wirksamer ist die Arbeit. der Seidenzucht wegen gepflegt wird.— Und dann sei noch ein eigenartiger Baum genannt, der in dem Garten hinter der alten Apotheke steht, der Götterbaum, der Baum des Himmels, wegen seiner gewaltigen Höhe in seiner südostasiatischen Heimat(Ailanthus glandulosa). Wertvolle Laub= und Nadelhölzer, darunter auch alte Eibenbäume, birgt auch der Park zu Haus Ruhr. - Inseriere! Im Frühjahr wird von vielen Firmen der große Fehler begangen, die Kundenwerbung durch die Zeitung auf eine Geringfügigkeit zu beschränken oder ganz einzustellen, im Falle nicht gerade der Sommer „die Saison“ ist. Wie falsch! Wie immer wieder Regen und Sonnenschein notwendig sind, damit die Entwicklung der Natur nicht ganz aufhört, so muß ab und zu immer wieder— auch während der stillen Geschäftszeit— auf die Firma und ihre preiswürdigen Artikel aufmerksam gemacht werden, soll sich das kaufende Publikum nicht an andere Geschäfte gewöhnen. Die Zeiten, wo die Kundschaft von selber einer Einkaufsquelle jahrelang treu blieb, sind endgültig vorüber! Der Glanz unserer Schauläden, die rührige Tätigkeit von Reisenden und die dauernde Reklame kluger Konkurrenz zwingen den Geschäftsmann, mitzutun, um nicht ganz beiseite gedrückt zu werden. Machen Sie von dem Anzeigenteil unseres Blattes regen Gebrauch, ob nun als Inserent oder Interessent und Käufer. Jederzeit stehen wir mit Entwürfen und Kostenanschlägen gern zur Verfügung! Schiedsrichterversammlung in Schwerte Im Brauhaus Wilkes fand unter Leitung des Führers Poggenpohl eine Versammlung der Schiedsrichtergruppe Schwerte statt. Der Besuch konnte leider nicht als sehr gut bezeichnet werden. Der Führer wies eingangs darauf hin, daß künftig eine Unregelmäßigkeit nicht mehr geduldet würde, und Streichung von der Schiedsrichterliste zur Folge hätte. Ferner wurde dann der langjährige Kollege Rudolf Bürger durch Herrn Poggenpohl zum Schriftführer und Pressewart ernannt. Weiter wurde der Versammlung mitgeteilt, daß ein Austausch mit der Schiedsrichtergruppe Iserlohn vom Vereinsführer genehmigt worden sei. In Frage kommen aber nur Spiele der ersten Stammannschaften. Als Belehrungsabende wurde der erste und dritte Samstag im Monat festgesetzt. Einige Fälle aus der Praxis wurden besprochen. Das Brauhaus Wilkes wählte man einstimmig zum Tagungslokal. Die nächste Zusammenkunft findet am 21. April, abends 20 Uhr, statt, die frühzeitig durch Presse bekanntgegeben wird, Mit einem dreifachen Sieg=Heil auf den Volkskanzler wurde die Sitzung beendet. See 181 Wad sodlen wir singen! 1. 2. 3. 5. 6. 7. Wertvolle und seltene Bäume in Schwerte und Umgebung In der„Schwerter Zeitung“ wurde darauf hingewiesen, daß alte, wertvolle und seltene Bäume des Stadt= und Landkreiss Iserlohn unter Naturschutz gestellt werden sollen. Da melden sich auch in Schwerte und Umgegend wertvolle und seltene Bäume, die der Beachtung verdienen. Auf Haus Villigst am Eingang zum Gemüsegarten steht eine uralte ehrwürdige Eibe(Taxus baccata), die Jahrhunderte Wind und Wetter getrotzt hat. Nicht weit davon im Park erfreut uns ein prächtiger, 30—40 Meter hoher Tulpenbaum(Liriondendron Anlipifera), dessen schön gezackte 5 eckige Blätter Aehnlichkeit mit der Platane haben. Der Park birgt auch noch sehr alte herrliche Buchen, Ulmen und Roßkastanien.— Auf Haus Hohenschwert in Lichtendorf entfaltet alljährlich im Juli der Trompetenbaum(Catalpa syringaefolia) seine großen, glockigen Blüten. Der hübsche Baum stammt aus Kalifornien.— Immer seltener wird die Deutsche Mispel(Mespilus germanica), die in unserer Umgebung nur noch in einem Exemplar im früher Klewitzschen Garten, Ecke Verbandsstraße und Schützenstraße steht. Dann steht hinter dem Wohnhaus der Firma Müller nach der Hellpothstraße zu ein Maulbeerbaum(Morus alba), der aus dem Orient stammt und im Süden Europas C. Braus Adolf Hitler- Platz Hier eine kleine Auswahl aus den nationalsozialistischen Liederschatz: Uns geht die Sonne nicht unter Lieder für H. I. und B. d. M., jedes Heft.25 Liederbuch für die NS.-Frauenschaft gehettet SAundSS-Liederbuch mit Singstimme geheftet50 NSBO-Kampfliederbuch geheftet SA-Sturmlieder geheftet...... Das kleine SA-Sturmliederbuch geheitet10 Deutsche Marsch- u. Fahrtenlieder geheftet38 Aelterer, erfahrener für Messingbleche zum sofortigen Eintritt gesucht. Angeb. u. T. Z. 1825 an d. Geerkens. Ann.-Exp., Hagen I. W. die kontten am Schreibtisch RM. 400.— u. mehr mon. verd. Angeb. an die Wirtschaftshilfe G. m. b. H., Eisenach, Abt. E. 40 110 versinnbildlicht die Beliebtheit unserer illustrierten Funkzeitschrift- hör mit mir- Diese aufsteigende Entwicklung wird jedoch u. E. schon in der nächsten Zeit Ausmaße annehmen, deren Resultat noch garnicht abzusehen ist:—hör mit mir— kommt nämlich ab Heft 18 bei einer nochmäligen Erweiterung um 4 Seiten durch eine ausgewählte Programmfolge von etwa 60 Sendern (gegenüber 30 bisherigen) mit einer Leistung heraus, die bislang keiner 10 Pfg.-Funkzeitschrift möglich war. Probehefte und Abonnements durch unsere Boten oder durch die Geschäftsstelle der„Schwerter Zeitung“. 878 1,2 Liter 37 SperLinnechine (Regent), in tadellosem Zustand, fahrbereit, zugelassen und versteuert, preiswert zu verkaufen. Franz Pflug, Tel. 2233 Regal mit Schubladen und Theke billig zu verkaufen. Zu erfragen in der Geschäftsstelle dieser Zeitung. 875 Spielrartenl Skat, Whist, Rommé u. a. sind zu haben bei Cors Braus „Viktor und Viktoria“.- Liebelei Die„Lichtspiele zur Reichskrone“ warten mit einem großartigen Programm auf.„Viktor und Viktoria“ ist ein operettenhafter Tonfilm. Zwei junge Leute, ein entzückendes junges Mädchen und ein junger Mann besitzen den einzigen Wunsch, zur Bühne zu kommen und von hier aus die Menschheit zu bezwingen, sie einzugannen in ihren Triumphwagen. Man kann es verstehen und ist mit ihnen betrübt, wenn diese Sehnsucht nicht in Erfüllung geht. Wenn alle ihre Versuche scheitern und sie haben nur den einzigen Trost:„An einem Tag im Frühling klopft das Glück an Deine Tür.“ Und wirklich— nach vielen Bemühungen kommt dieses Glück, wenn auch in einer launvollen Weise, nun so launisch, wie eben nur das Glück sein kann.„Sie“ zieht Männerhosen an und bringt die ganze Welt in Aufregung. So entstehen die komischsten Situationen. Das alles geht gut, bis die Liebe sich in ihr Herz einschleicht und sie zum Schluß zur Demaskierung gezwungen ist. Dieser an sich einfache Inhalt gewinnt durch die geschickte Aneinanderreihung von urkomischen Einzelszenen. Renate Müller gefällt nicht nur durch ihr Aeußeres, sondern hauptsächlich durch ihr forsches, durch keinerlei Ucvertreibung geekischtes Spiel, durch ihre abwechslungereiche 2mik. Herm. Thimig spielt den ven aber N'elt„verkannten“ Schauspieler, e# # der Dio matik und seines Pathos stets selbst tief gerührt ist; es bleibt eben aber nur bei der eigenen Hochachtung, denn die Theaterdirektoren sind von seiner Kunst„unverständlicherweise“ kaum oder gar nicht eingenommen. Zu seinem Erstaunen erkennt er später, daß nicht das Dramatische ihm liegt, sondern das Komische, und wir erleben es, daß er als spanische Tänzerin ein unglaublich feuriges Temperament entwickelt. Adolf Wohlbrück der als Johann Strauß im„Walzerkrieg“ so ausgezeichnet gefallen hat, ist ein Liebhaber, wie ihn sich Frauenwelt wünscht! Liebenswürdigkeit und Nonchalance— seine Mischung, die unfehlbar wirkt, dazu macht er ausgezeichnete Figur. Friedel Pisetta ist ein süßes blondes Mädel, mobil und keck, das nicht nur Nummern über die Bühne trägt, sondern auch entzückende Schlager singt. Hilde Hildebrand ist die Vertreterin der Welt, in der man sich nicht langweilt, sieht blendend aus und hat ein offenes Herz für gesellschaftliche Freuden. Sie glänzt wieder in dem Rollenfach, in dem sie berühmt geworden ist.— Fritz Odemar als ihr hofsnungsloser Freier— eine herrliche Type! Er sieht egal Körbe, was ihn nicht hindert, sich mit einem Korb roter Rosen zu revanchieren. Er, der sich bisher vornehmlich in Schurkenrollen hervorgetan hat, bewährt sich hier im Fach des Charakterkomikers.— Acikert Wäsche: füllt die Rolle des Agenten aus, durch den Renate Müller zur Varietégröße wird. Er verleiht dieser Figur mit heiteren Mitteln die Note des Erfolgsmenschen, sein Auftreten ist bestimmt, seine Sprache schnell und präzis. Der Grad des Erfolges wird bei einem Film, der in jedem Meter singt und klingt, naturgemäß nicht zuletzt von der Arbeit des Komponisten und musikalischen Leiters bestimmt. Franz Doelle— rühmlichst bekannt durch die Weise„Wenn der weiße Flieder wieder blüht“— schrieb die Musik, er komponierte sowohl die Lieder(einschließlich des im Film zwar oft gespielten aber nicht gesungenen langsamen Walzers„Rosen und Liebe“) als auch die durch den ganzen Film gehende Untermalungsmusik. Wie die Musik in das gesamte Geschehen eingebettet worden ist, wie die Liedmotive mit den lustigen und lyrischen Szenen verschoben worden sind, daraus kann man das in vielen Bühnen= und Filmjahren erworbenes große Können dieses Komponisten erkennen. Seinem Inhalt nach überzeugender ist der Tonfilm„Liebelei“, ein Werk, das nach dem bekannten Schauspiel von Schnitzler gedreht wurde. Die Handlung spielt in Wien in der Vorkriegszeit. Ein junger Leutnant ist in der Liebe zu einer reifen Frau, der Gattin eines Bekannten, verstrickt. Sein Wesen ist durch diese Heimlichkeit unstet geworden. Er selbst kennt die Gefahr, die ihm durch seine Leidenschaft zu dieser Frau erwächst, findet aber erst auch die reine Liebe zu einem jungen Mädchen die Kraft, sich selbst wiederzufinden, sein bisherigs Leben abzuschließen, um mit der Geliebten ein neues zu beginnen. Durch Zufall erfährt aber kurze Zeit später der Gatte von dem treuelosen Handeln seiner Frau. Es kommt zum Duell und der junge Leunant fällt. Das junge Mädchen aber— und hier beginnt die Tragik— sich aus dem Fenster und stirbt. Die Tragi beginnt erst hier, weil das junge Mädchen nicht allein aus Schmerz über den Tov des Geliebten Selbstmord verübt, sondern der Glaube scheint ihr zerstört zu sein, der Glaube, daß der Geliebte vor ihr keine besessen hat. Schnitzler zeigt, wie der Glaube eines Menschen, die Liebe zuweilen so bedingt ist, so klein— eine traurige Erkenntnis. Selbst wenn der Geliebte nicht beim ren gestorben wäre, ihre Liebe wäre enttäuscht gewesen, und so könnte es uns nur froh, stinmen, daß er die geringe Kraft ihrer 2 nicht mehr erlebte, sondern starb in dem ben und in der Hoffnung, die große Liebe g funden zu haben. Magda Schneider wirkte in der Rolle des jungen Mädchen durch ihre Einfachheit überzeugend; sie wurde ehen wie Wolfgang Liebeneiner dem E##n und Wesen Schnitzlers Tragik spielten ferner Luise Ullrich, Olga Tichengan; Paul Hörbiger, Paul Otto und. g Gustav Gründgens, Deutschlanos Charakterdarsteller Nr. 88(Drittes Blatt) Tchweriet=heir!...3 Montag, 16. April 1934 — 5 Drei Brüder gingen auf die Wanderschaft— zwei davon waren böse und einer war gut. Eines Abends konnten sie kein Haus erreichen und mußten im Walde übernachten. Am Morgen aber fand es sich, daß dem Guten im Schlafe etwas in die Augen gefallen war— wie zwei Lichtlein waren sie ihm ausgeblasen. Drei Tage lang führten die beiden Brüder den Blinden; am dritten Tage aber waren sie es überdrüssig, machten sich frühzeitig aus dem Staube und überließen den Jüngsten seinem Schicksal. Sie hatten in der Nacht wieder an einer Hecke geschlafen, und als der Blinde merkte, daß die anderen beiden heimlich davongegangen waren, wanderte er tastend seines Weges. Er war aber noch nicht weit gekommen, da geriet er in einen Sumpf. Während er versuchte, aus dem Schlamme sich herauszuarbeiten, fühlte er auf einmal eine wundersame Veränderung in seinem Körper: seine Kraft wuchs gewaltig; und weil auch ein wenig Schlamm an seine Lider gespritzt war, wurden seine toten Augen wieder lebendig, und er sah die schöne, weite Welt. Voll Freude stieg er an das feste Land. nahm eine Dose aus seinem Felleisen und sagte: „Von diesem wundertätigen Schlammbad will ich mir doch ein wenig mitnehmen; man weiß nicht. wozu man es einmal gebrauchen kann.“ Er füllte also die Dose und begab sich auf die Wanderung. Während er seiner Brüder gedachte und ob der Weg sie jemals wieder zusammenführen würde, sah er eine Maus auf der Straße liegen; die war von einem Pferdehuf getreten worden, hatte große Schmerzen und konnte nicht leven und nicht sterben. Da wollte er gleich einmal eine Probe mit dem Wunderschlamm machen; und wie er das Mäuslein betupfte, wurde es frisch und gesund und schlüpfte unter die Wurzeln eines Straßenbaumes. Gleich darauf kam es wieder, legte ein Pfeischen vor die Füße des Wanderburschen und sagte:„Zur Belohnung für deine Barmherzigkeit nimm diese Pfeise! Wenn du einmal in Not gerätst, so blas nur hinein, und ich werde dir zu Hilfe eilen.“—„Das ist eine sehr würdige Geschichte", sagte der Bursche und mußte luchen; denn er dachte: Was könnte mir die Hilfe eines Mäusleins nützen? Aber er nahm die Pfeise, steckte sie in sein Felleisen und ging seines Weges. Nicht lange war er gewandert, da fand er eine Biene: die hatte der Rotschwanz gehackt und litt große Not. Die Biene heilte der Jüngling auch, und sie gab ihm zur Pseiflein; darauf sollte er blasen, wenn er in Gefahr wäre. Nach einigen Tagen führte ihn sein Weg durch einen dichten Wald. Da fand er einen Wolf; den hatten die Bauern bei einem Lammdiebstahl erwischt, und sie hatten ihn mit den Dreschflegeln jämmerlich verprügelt. Er war ihnen zwar im letzten Augenblick entronnen— nun aber lag er im Busch, hatte sich den Kopf verbunden und wollte sterben. Den der Bursche nicht heilen; denn er dachte: Mehr als zwei Pfeischen braucht der Mensch keinesfalls, und am Ende werde ich von dem Wolf aufgefressen! Aber der kranke Wolf bat so flehentlich um Hilfe; darum bestrich ihn der Jüngling mit seinem Heilmittel, und augenblicklich stand ein großer, starker Wolf vor ihm. Dieser schenkte ihm ein Pfeischen und sagte: „Auf dieser Pfeife spiele, wenn du in Not und Gefahr bist! Einstweilen kann ich dir meine Dankbarkeit nicht anders bezeigen.“—„Freut mich sehr“, sagte der Bursche, barg die Pfeife im Felleisen und ging stracks seines Weges davon; denn die Sache war ihm nicht ganz geheuer. Nach langer Wanderung gelangte er an den Hof des, Königs und diente fortan im Schlosse. Da fand er zu seinem Erstaunn die Brüder, die ihn einst in der Bozreih erzählen undiste weil sie fürchteten, er möchte ihren Sit##ch würden ihre Stellung verlieren, so verragten sie ihn beim König und sagten:„Der neue Diener ist ein gefährlicher sprecher; dazu lügt er das Blaue vom Himmel herunter und behauptet, er wolle in einer Nacht alles gedroschene Getreide des Landes in die Speicher des Königs schaffen!" Darüber mußte der König lachen rief den neuen Diener zu sich und setzte ihn zur Rede. Der Jüngling war sehr verwundert: aber der König sagte:„Was man versprochen hat. muß man auch halten! Wenn bis morgen früh nicht alles Getreide in meinen Speichern ist. will ich dich aufhängen lassen.“— Da bin ich in eine schöne Falle gegangen. dachte der Diener, ordnete seine Dinge und wartete auf den Morgen, an dem er zum Galge geführt werden sollte. Und weil er das Gefühl hatte, als ob er in großer Not sei, fielen ihm plötzlich seine Pfeifen ein. Er blies auf der einen, und alsbald schlüpfte ein Mäuslein aus dem Winkel; dem erzählte er, was man mit ihm vor hatte. =Es ist zwar schon ein bißchen spät heute“, sagte die Maus, „denn es ist nicht mehr weit bis elf Uhr— aber ich will sehen, was sich tun läßt!“ Damit eilte sie davon, und der Diener schritt ruhelos in seiner Dachkammer hin und her. kam der Tag, und nicht lange, so wurde es vor der Tür der Kammer lebendig. Ahal, jetzt führen sie mich zu Tode, daa der Diener. Aber die Tur ging auf, und herein trat der König selber und lobte den Diener wegen seiner Geschäftigkeit: die Mauslein hatten alles Getreide im Lande zusammengetragen. Die bösen Brüder aber wurden gelb vor Neid, liefen wieder zum König und logen ihm vor:„Der neue Diener ist noch mütiger geworden. Nun hat er gar gesagt, er könnte einzigen Nacht eine Wachsbrücke über den Strom schlag Der König hieß ihn auch diese Aufgabe vollbringen und sagte: Venn die Brücke morgen früh nicht stebt, wirst##r gchtigt, So sehr der Jüngling bat— es half ihm nichts. Ee#en, dab er sich in seine Kammer. Da dachte er an die zweite# und blies darauf alle Bienen des Reiches zusammen. Diese machten sich sofort an die Arbeit— und am Morgen wölbte sich eine herrliche Brücke aus gelbem Wachs auf sieben Bogen über den Strom. Das sah der König mit großem Gefallen. Die Brüder spielten aber mit Tod und Leben und riefen: Herr König, dieser Diener ist ein tückischer Zauberer! Befiehl ihm, daß er bis zum Morgen die zwölf stärksten Wölfe deiner Wälder in den Schloßhof treibe— von Stunde an wäre deine Herde verschont; aber du wirst sehen: davor wird seine Kraft zunichte.“ Dem König leuchtete dieser Rat ein, und er befahl, was ihm die Brüder geheißen hatten. Dem Jüngling.,## der dritten Nacht schon gar nicht mehr bange. Er wur###, bis die Glocke zwölf gerufen hatte, dann ging er in den Schloßgarten und spielte sich eins auf der dritten Pfeife. Sofort sprang der Wolfkönig herzu ließ sich alles erzählen, und im Grauen des Tages eilten nicht nur zwölf— nein, es eilten alle Wölfe des Landes in den Schloßpark. Der setzte sich auf den Rücken des Wolfkönigs und trieb die wilde Herde vor sich her in den Schloßhof. Die Wölfe eilten die Treppen empor. und aus der Wohnung des Königs erscholl alsbald ein großes Geschrei. Der König versprach dem Diener sechs, zehn, hundert Säcke Gold, wenn er die Wölfe verjage, Aber der Wolfkönig rief in einem fort:„Nur 3½ guggr. Da zerrissen sie den König und die beiden boshaften Braver; aber die schöne Prinzessin ließen sie leben. Und als die Leute von den Taten des Jünglings hörten, trugen sie ihm die Krone an. Der ließ sich das nicht zweimal sagen, fing gleich an zu regieren und machte die schöne Prinzessin zu seiner Königin. Als einmal vor langer Zeit ein fremder Fürst nach Frankreich reiste, wurde ihm unterwegs öd im ließ sich in einem gemeinen Wirtshause, wo sonst dergleichen Gäste nicht einkehren, drei gesottene Eier geben. Als er mit essen fertig war, forderte der Wirt dafür 300 Fürst fragte, ob denn hier die Eier so rar seien. Der Wirt lächelte und sagte:„Nein. die Eier nicht, aber die großen Herren, die so etwas dafür bezahlen können.“ auch und gab das Geld, und das war gut. Als aber der damalige König von Frankreich von der Sache hörte, nahm er es sehr übel, daß ein Wirt in seinem Reich sich unterstand, solche unverschämten Ueberforderungen zu machen, und er sagte dem Fürsten:„Wenn Sie auf ihrer Rückreise wieder an dem Wirtshause vorbeifahren, werden Sie sehen, daß Gerechtigkeit in meinem Lande herrscht.“ Als der Fürst auf seiner Rückreise wieder an dem Wirtshause vorbeifuhr, sah er kein Schild mehr daran, aber die Türen und Fenster waren zugemauert, und das war nicht gut, denn er mußte nun weiterziehen. Onkel Heinrich. Zu dem Großsultan der Türken, als er eben an einem Freitag in die Kirche gehen wollte, trat ein armer Teufel von seinen Untertanen, mit schmutzigem Bart, zersetztem Rock und durchlöcherten Pantoffeln. schlug ehrerbietig und kreuzweise die Arme übereinander und sagte:„Glaubst du auch, großmächtiger Sultan, was der Prophet sagt?" Der Sultan. der ein gütiger Herr war, sagte:„Ja, ich glaube, was der Prophei sagt.“ Der arme Teufel fuhr fort:„Der Prophet sagt im Altoran: Alle Muselmänner sind Brüder. Herr Pruder, so sei so gut und teile mit mir das Erbe. Dazu lacher.- der Sultan und dachte: Das ist eine ganz neue Art, ein Almosen zu betteln, und gab ihm einen Löwentaler. Der Türke beschaute das Geldstück lange auf der einen anderen Seite. Am Ende schüttelte er den Kopf und sagte: „Herr Bruder, wie komme ich zu einem schäbigen Löwentaler, so du doch mehr Silber und Gold hast, als hundert Maulesel tragen können, und meine Kinder daheim müssen hungern. Heißt das geteilt mit einem Bruder?" Der gütige Sultan aber hob warnend den Finger in die Höhe und sagte:„Herr Bruder, sei zufrieden und sage ja niemand, wieviel ich dir gegeben habe, denn unsere Familie ist so groß und wenn unsere anderen Brüder alle auch kommen und wollen ihr Erbteil von mir, so wird's nicht reichen, und du mußt noch herausgeben.“ Das begriff der Herr Bruder, ging zum Bäckermeister Abn Tlengi und kaufte ein Laiblein Brot. Der Sultan aber begab sich in die Kirche und verrichtete sein Gebet. W. B. Das Wasser ist ein spaßiger Zauberkünstler, der die lustigsten Sachen fertigbringt. Löffel aus Metall werden von ihm spielend zerbrochen, allerlei Gegenstände werden vergrößert oder verdoppelt, ein Hühnerei wird in schweres Silber verwandelt. Ein schlauer Zauberer zeigt wohl gern seine Künste, aber er gibt nie sein Geheimnis preis. So auch das Wasser. Sobald wir nach der Verwandlung greifen und sie aus dem Wasser herausnehmen wollen, ist alles wie zuvor: der Löffel ist wieder ganz, der Silberklumpen wird zum eßbaren Hühnerei! Nehmt ein Trinkglas und füllt es mit Wasser! Steckt einen Löffel hinein! An der Eintauchstelle wird er zerEch wonlk, ich wür“... Ich wollt', ich wär' ein Schneiderlein, Dann wüßt' ich, was ich tät': Ich nähte mir ein Röckchen sein, Doch müßt's von Purpurseide sein, Näht' dran von früh bis spät. Ich wollt', ich wär' ein Schusterlein, Dann wüßt' ich, was ich tät': Dann hämmerte ich Von Goldsaffian zwei Schühchen klein, Schafft' dran von früh bis spät. Ich wollt', ich wär' ein Goldschmiedlein, Dann wüßt' ich, was ich tät': Ich schmiedete ein Krönlein fein Aus lauter Gold und Edelstein Von morgens früh bis spät. Und wenn ich fertig wär', ei, ei, Zög' ich als Prinz durchs Land Und suchte mir die Märchenser, Und spräch' zu ihr:„Ich bin so frei und bitt um deine Sand'“ Johanag Weiskirch, Nehmt ihn wieder heraus, der Löffel ist ganz wie zuvor! Taucht euren Zeigefinger zur Hälfte ins Wasserglas! Nun?— Auch er wird„gebrochen“. Aber ihr merkt, daß es ein kleiner„Schwindel" ist; denn ihr spürt ja: der Finger ist noch heil und gesund. Eine Zahnbürste, die an der Rückwand des Glases lehnt, erhält einen Stiel von etwa doppelter Breite. Nun laßt auf der Wasseroberfläche eine Frucht schwimmen, vielleicht eine Erdbeere! Hebt das Glas hoch und blickt von unten durch das Wasser! Es sind deutlich zwei Erdbeeren zu sehen die übereinanderliegen.„Wie kommt das?“ fragt ihr. Alle diese zauberhaften Erscheinungen beruhen auf der Lichtbrechung des Wassers. Euer Physiklehrer wird euch gut und genau erläutern, was hier nur angedeutet ist.— Fragt ihn! * Aus dem Aufsatz des kleinen Fritz. Als der Wanderer den Gipfel bestieg, bekam er einen riesigen Felsblock ins Gesicht. Schieberätsel. Schneidet den Kreis in acht Stücke, legt selbige so zusammen, daß daraus im Kreise ein hübsches Bild entsteht! uclnn Der 1. Mai im Saargebiet Kundgebungen unter freiem Himmel auch diesmal verboten Die Regierungskommission hat der Presse eine Mitteilung zugehen lassen, in der sie verschiedene Maßnahmen zur Kenntnis bringt, die sie für das Fest der Nationalen Arbeit am 1. Mai vorgesehen hat. Danach sind öffentliche Aufzüge und Kundgebungen unter freiem Himmel verboten. Um die von den Arbeitern der Staatsbetriebe vielfach gewünschte Arbeitsruhe zu gewähren, wird die im Mai vorgesehene Feierschicht auf den 1. Mai gelegt. Da die staatlichen und kommunalen Aemter offen zu halten sind, werden außergewöhnliche Beurlaubungen am 1. Mai nicht gewährt, um eine ungleichmäßige Behandlung der Beamten und Angestellten zu vermeiden. Es sind das also im großen und ganzen dieselben Maßnahmen, wie sie zum 1. Mai vorigen Jahres getroffen waren. Trotzdem war damals das ganze Saargebiet ein einziges Festfeld, und der Tag der Nationalen Arbeit ist dort gerade so festlich begangen worden wie auch sonst im deutschen Vaterlande. 14 Nationalsozialisten in Wien verhaftet In einem Gasthof in Wien=Meidling sind von der Polizei 14 Nationalsozialisten und der Gastwirt verhaftet worden. Unter den Verhafteten dessndet sich der Sohn des Komponisten Kriegelstein Der im Zusammenhang mit der Verhaftung des früher entflohenen und zurückgekehrten nationalsozialistischen Standartenführers Fitzthum gleichfalls verhaftete Sohn des Professors Spann, Dr. Adalbert Spann, ist von der Polizei zu drei Monaten Schutzhaft verurteilt worden. Allgemein wird erwartet, daß im Laufe der nächsten Tage weitere Nationalsozialisten verhaftet werden. Gendarm und häftling entflohen Aus Wien wird gemeldet: Der Gemeindepolizist Joseph Laubichlar in Wales erschien plötzlich beim Kommandanten des Gemeindearrests und erklärte, den dort inhaftierten Nationalsozialisten Joseph Stadlbauer zwecks Vorführung mitnehmen zu müssen. Später stellte sich heraus, daß beide geflüchtet waren. Beide haben zweifellos die Grenze schon überschritten. Stadlbauer sollte dieser Tage nach Wöllersdorf gebracht werden. „Jagens und Arden Massenkundgebung im Berliner Lustgarten— Baldur v. Schirach spricht Zu einer Massenkundgebung„Jugend und Arbeit“ marschierten am Sonnabendabend etwa 50000 Angehörige der Hitler=Jugend und des B. d. M. aus allen Stadtvierteln Berlins im Lustgarten auf. 4.64 M62 Nach Begrüßungsworten des Gebietsführers Jahn ergriff der Leiter der Berliner RSBO, Johannes Engel, das Wort. Der Reichsberufswettkampf habe die Aufgabe, der deutschen Jugend den Sinn der Arbeit klarzumachen. Jeder Mensch und auch jedes Volk sei seines Glüktes Schmied.„ erseHisaer 9. Der nächste Redner, Obergeviersführer urtyur Axmann, wies darauf hin, daß die heutige Jugend in der Geschichte eine besondere Aufgabe zu erfüllen habe. In der Zeit des Kampfes sei es nicht möglich gewesen, sich ausreichend dem Berufe zu widmen. Jetzt aber könne das Augenmerk wieder auf das stärkste dem beruflichen Können zugewendet werden, und darum werde der Reichsberufswettkampf veranstaltet. Dann ergriff Reichsjugendführer Baldur von Schirach das Wort. Er führte u. a. aus: Die Jugend sei zu einem Wettstreit aufgerufen worden, wie er größer und gewaltiger noch nie in der Geschichte der deutschen Arbeiterschaft durchgeführt wurde. Dieser Wettstreit solle ein neues Ideal der Nation entdecken, jene Aristokratie, die nicht ihr Recht schöpft aus dem Vorrecht der Geburt, aus irgendeinem ererbten und übereigneten Vermächtnis der Vergangenheit, sondern allein aus dem Willen zum Volk und der Einsatzbereitschaft der jungen Generation. Noch gebe es viele in Deutschland, die noch nicht die Gemeinschaft begriffen hätten, die meinten, die Wandlung in Deutschland sei nur eine äußerliche.„Nein, das, wofür wir hier in Berlin fünf Kameraden auf die Bahre gelegt haben, wofür wir in Deutschland 21 opferten, ist mehr, das ist die Bekehrung einer ganzen Nation von der Ichsucht zur Gemeinschaft, das ist das Bekenntnis von Menschen, die an ihren Profit und ihren Vorteil glaubten, zum deutschen Sozialismus.“ Konahie der Weltarbenelesigten Deutschland an erster Stelle— Zunahme in Frankreich, Belgien, Irland, Portugal und Bulgarien Französische Steuerzahler drohen mit Steuerstreik Der Nationalverband der französischen Steuerzahler hat einen Aufruf erlassen, in dem er energisch gegen die Streikabsichten und die Teilstreiks der von den Steuerzahlern bezahlten Beamten Front macht. Der Steuerzahler=Verband ist bereit, arbeitslose Hand= und Kopfarbeiter zur Verfügung zu stellen, um streikende Beamte ohne weiteres zu ersetzen. Sollten Maßnahmen zur Inganghaltung des Staatsapparates nicht unverzüglich ergriffen werden, so würde sich der Verband der Steuerzahler gezwungen sehen, seine Mitglieder anzuweisen, keine Gelder mehr in die Staatskasse einzuzahlen. Arbeiter erbt drei Millionen Dollar Wie aus zuverlässiger Quelle gemeldet wird, hat ein in Luzern wohnender etwa 40 Jahre alter Tessiner Arbeiter aus Amerika die Nachricht erhalten, daß ihm seine verstorbene Tante ein Vermögen von drei Millionen Dollar, das sind über neun Millionen Schweizer Franken, hinterlassen hat. Der Arbeiter lebte in dürftigen Verhältnissen und hat Frau und zwei Kinder. Einer vom Internationalen Arbeitsamt veröffentlichten Arbeitslosenstatistik für die ersten 3 Monate des laufenden Jahres zufolge, hat sich die Situation auf dem Weltarbeitsmarkt seit dem letzten im Januar erfolgten Bericht weiter gebessert. Verglichen mit der gleichen Zeitspanne des Vorjahres haben folgende Länder ein weiteres Abnehmen der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen: Deutschland, Australien, Oesterreich, Kanada, Chile, Danzig, Dänemark, Estland, Vereinigte Staaten, Finnland, Großbritannien, Ungarn, Japan, Italien, Lettland, Norwegen, Neuseeland, Holland, Rumänien, Saargebiet und Südlawien.... 4 in Mein G.l. Im Gegensatz dazu hal in Beigien, Bulgarien, Frankreich, Irland und Portugal die Arbeitslosigkeit weiter zugenommen, während für Polen, Schweden, die Schweiz und die Tschechoslowakei die statistischen Angaben sich widerprechen. g......Fären die G. Außer Deutschlano gehören die Vereinigten Staaten, Kanada und Großbritannien mit zu den Ländern, in denen die meisten Arbeiter wieIn wenigen Zeilen Von der Reichsleitung des Freiwilligen Arbeitsdienstes wird darauf hingewiesen, daß wer die Einheitstracht des Arbeitsdienstes unbefnet trage, sich der Bestrafung mit Gefängnis bzw. Zuchthaus aussetze. In Stuttgart fand am Sonntag der erste Deutsche Handwerkstag statt, an dem 10000 Handwerker aus allen Teilen Württembergs und Badens teilnahmen. Nach einer Rede des Reichsstatthalters Murr begrüßte der Reichshandwerksführer Präsident Schmidt die Handwerker im Namen des Ehrenmeisters des deutschen Handwerks. des Reichspräsidenten. Am Samstag verstarb nach längerer Krankheit Staatssekretär des Reichspostamtes Wirklicher Geheimer Rat Dr. Kraetzke, Exzellenz, im 89. Lebensjahre. Mehr als 16 Jahre leitete er die Reichspost= und Telegraphenverwaltung. Zwischen der Organisationsleitung der NS.= Gemeinschaft Kraft und Freude und dem Reichsverband Deutsche Bühne ist vereinbart worden, daß innerhalb des Kulturamtes der RS.=Gemeinschaft Kraft durch Freude eine Abteilung „Besucher=Organisation“ gegründet wird, die von der Leitung des Reichsverbandes Deutsche Bühne besetzt und verwaltet wird. Im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers hat die Landesleitung der Deutschen Front einen Erlaß herausgegeben, der sich gegen die Tätigkeit von Saboteuren innerhalb der Deutschen Front wendet. Der türkische Botschafter in Berlin, Kemalettin Sami=Pascha, ist am Sonntagmittag um 13 Uhr an den Folgen einer Magenoperation gestorben. der in den Arbeitsprozeß eingegliedert worden sind. Aus den statistischen Ziffern über die Zahl der Arbeitslosen in den einzelnen Ländern sind folgende hervorzuheben: Deutschland 2800000 Arbeitslose im April 1934 gegen 5 589 855 Arbeitslose im April 1933 und 3 714 107 im Dezember 1933, Großbritan:) Der französche Ministerrat hat Samstag vornien 2343000 im März 1934 gegen 2 9/5333 mittag den zweiten Teil der Sparverordnungen, im März 1933 und 2309000 im Dezember.92,.... von gtng 650 Millionen Reichs. Oesterreich 352.000 im März 1934 gegen 401 000 im März 1933 und 300 000 im Dezember 1933, Vereinigte Staaten 11347000 im März 1934 gegen 13 294000 im März 1933 und 10076 000 im Oktober 1933, Frankreich 383 901 im März 1934 gegen 370000 im März 1933 und 287·000 im Dezember 1933, Italien 1 158000 im Februar 1934 gegen 1225000 im Februar 1933 und 1 006 000 im Dezember 1933, Danzig 25 718 im März 1934 gegen 39 843 im März 1933 und 25486 im Dezember 1933, Saargebiet 39749 im März 1934 gegen 45 101 im März 1933 und 37096 im Dezember 1933. mittag den zweiten Teil der Sparverordnunge vie Einsparung von elwa 050 Millionen Reichsmark erbringen sollen, verabschiedet. Schweden, Dänemark, Spanien, Norwegen und die Schweiz haben gemeinsam Vorschläge zur Abrüstungsfrage ausgearbeitet, denen sich grundsätzlich auch die holländische Regierung angeschlossen hat. Die Vorschläge wurden am Samstag in Genf veröffentlicht. Im Hafen von Tunis trafen zwei junge Deutsche, Kurt und Heinrich Schilden, ein, die in einem Klepperboot vor mehreren Wochen Duisburg verlassen hatten, um eine Reise nach Afrika zu unternehmen. Deutschianles Neuft auf Roleinten Lord Rothermere fordert Rückgabe der Kolonien an Deutschland Dem Londoner Berichterstatter des„Budapesti Hirlap“ gewährte Lord Rothermere eine Unterredung, in der er sich über die Frage der Abrüstung, über das englisch=französische Verhältnis, die Rückgabe der Kolonien an Deutschland und über die Revision des Trianoner Friedensvertrages äußerte. Zur Abrüstungsfrage erklärte Rothermere, daß die gegenwärtigen Verhandlungen zu keinem Erfolg führen werden, da es heute kein einziges Land gebe, das ernsthaft an eine Abrüstung denke. Es könne höchstens von platonischen Beschlüssen die Rede sein. Ein Gleichgewichtszustand könne in Europa lediglich durch einen englisch=französischen Bund gesichert werden, der aber keinesfallsgegen Deutschland gerichtet sein dürfe. Auch Deutschland müßte diesen Bund begrüßen, da durch ihn die Sicherheit Frankreichs gewährleistet sei und Frankreich dann keine weiteren Argumente aufbringen könne, die gerechtfertigten sünsche Deutschl=nds nicht anmiente aufbringen tonne, die Gleichberechtigungswunsche Deutschlanos nicht zuerkennen. Die neue Einheitskracht der Vergleute Zur Frage einer Rückgabe der ehemaligen deutschen Kolonien betonte Rothermere, daß England sich bedingungslos auf den Standpunkt der Gerechtigkeit stellen müsse. Die Rückgabe der Kolonien an Deutschland würde die größte Ungerechtigkeit, die durch die Friedensverträge begangen wurde, wieder gut machen. Die Behauptung des Versailler Friedensvertrages, Deutschland sei nicht fähig, Kolonien zu verwalten, stelle eine völlige Unwahrheit dar. Der Umstand, daß man mit der Fortnahme der Kolonien Deutschland seiner wichtigsten Rohstoffquellen beraubte, sei eine der größtegu, gerechtigkeiten. Dadurch habe man Deur#chland auch die Möglichkeit genommen, seinen Volksüberschuß unterzubringen. Ein lebenskräftiges Volk wie das deutsche habe berechtigten Anspruch auf Freiheit und Raum, wo es seinen Ueberschuß an Arbeitskraft und vor allem die Jugend unterbringen könne. Verschließe man einem solchen Volk dies natürliche Ventil, so könnten daraus nur Spannungen entstehen, die früher oder später den Frieden gefährden müßten. Es würde nichts weiter als rein nüchterne Erwägungen erfordern, wenn England sich entschlösse, die ihm zugesprochenen ehemaligen deutschen Kolonien, die für England sowieso keine Bedeutung hätten und nur eine Belastung bedeuteten, an Deutschland zurückzugeben. Von welcher Seite man immer dieses Problem untersuche, niemand könne das Recht Deutschlands auf Kolonien in Abrede stellen. Der heutige Zustand sei unhaltbar. Auf die Frage, warum Rothermere die englische faschistische Bewegung unterstütze, erklärte dieser, er sei überzeugt, durch diese Bewegung den englischen Parlamentarismus verjüngen und aufrichten zu können. Gerade in den beiden Staaten, in denen der nationale Gedanke die ausschließliche Staatsführung übernommen habe, Deutschland und Italien, zeigten sich die geordneten Verhältnisse. Wenn eine solche Aenderung auch in England eintrete, wäre dadurch die Machtposition Englands in viel höherem Maße gesichert als heute. In Wien fand eine große Polizeiaktion gegen sozialdemokratische Parteianhänger statt. Bei zahlreichen Haussuchungen wurden Berge von illegalem Propagandamaterial beschlagnahmt. Die fünfte Partie im Schachweltmeisterschaftskampf zwischen Aljechin und Bogoljubow endete unentschieden. " Der italienische Ministerrat hat beschlossen, Beamtenbezüge über 500 Lire(110 Mark) monatlich zu kürzen. Die Mieten für Wohnungen werden um 12 v. H. gesenkt. Von links nach rechts: Der Bergkittel, der Mantel der Vergleute, die Uniform der Vergwerksbeamten, die Tracht der Knappen. Für die Bergleute ist jetzt eine neue schmucke Einheitsuniform geschafsen worden, die für ihre Träger praktisch und kleidsam ist Der Sonderbeauftragte Roosevelts, Washburn Child, ist am Sonnabend in Paris eingetroffen. Er ist beauftragt worden, eine Studienreise durch einige europäische Länder zu unternehmen, wobei er seine besondere Aufmerksamkeit den Zollverhältnissen widmen soll. Der amerikanische Großbetrüger Samue! Insull wurde in Smyrna an Bord des Dampfers „Exilona“ gebracht, der ihn zur Aburteilung nach Amerika bringen wird. Das Gericht in Barnaul(Sibirien) verurteilte drei Bauern wegen Ermordung eines russischen Kommunisten zum Tode. Die Todesurteile wurden am Samstag vollstreckt. Wie Reuter aus Washington meldet, hat Präsident Roosevelt den Gesetzentwurf unterzeichnet, auf Grund dessen an die Regierungen fremder Staaten, vor allem solcher Länder, die mit der Zahlung ihrer Kriegsschulden in Verzug geraten sind, keine Anleihen gewährt werden dürfen. Zwei Tote eines Motorradunfalls Zwei Oberscharführer tödlich verunglückt In den frühen Morgenstunden des Sonntags ereignete sich in Guben ein kehrsunfall, dem zwei Menschenleben zum Opfe fielen. Ein von dem SA.=Oberscharführer,eaun gesteuertes Motorrad fuhr aus bisher unvemanter Ursache in höchster Geschwindigkeit gegen einen Baum. Der Anprall war so heftig, daß der Oberscharführer Lerche auf der Stelle geti wurde. Sein Mitfahrer, der Rinas, wurde so schwer verletzt, daß er kurz nach der Ueberführung in das Gubener Kranken seinen schweren Verletzungen erlag. Das vi zertrümmerte Motorrad wurde zunächst von der Polizei beschlagnahmt, um festzustellen, ob Materialschaden dieses furchtbare Unglück verursach hat. Neuer Gemälderaub in Belgien Eine internationale Bilderräuberbande am Werk Fast gleichzeitig mit der Beraubung des werks der Gebrüder van Eyck in Kirche in Gent wurden in der mittelalterlichen Burg Beau Lieu bei Mechelen vier außerordentlich wertvolle Bilder, die angeblich von Piel Breughel dem Jüngeren(Höllen=Breugheg). men solen, geraubt. Bei diesen Girstegungen handelt es sich um Tafeln mit den Dar,„ der vier Jahreszeiten in der Größe voniu 36 Zentimeter. Die Nachforschungen der Kr### nalpolizei waren bisher ergebnislos. Der mäldediebstahl in der Burg Beau Lieu Verdacht aufkommen lassen, daß zurzeit eine internationale Bilderräuberbande in Belgien Werk ist. Die Runde der Meister geht weiter Schatter=Ticg und zwemat Som Luschlauer in der Houpbohn a V, Hlüheim spiest unentschleden Jurleler nühlen dies aus, und schialten Aimmer wiebeiden Flügel ins Feuer. Die Schalker Am Sonntag wurden die Endspiele um die Deutsche Fußballmeisterschaft fortgeführt. In der Gruppe Nordwest im Dortmunder Stadion„Rote Erde“ siegte der Westfalenmeister Schalke 04 über den Nordmarkmeister T. V. Eimsbüttel, wieder ohne Kuzorra, it 4:1. Die Schalker haben sich damit an die Spitze der Tabelle gesetzt. In Bremen weilte der Niederrheinmeister, V. f. L. Benrath. Die Bencather konnten diesmal mit einem 2:2 das Spiel unentschieden beenden. Ihnen fehlte allerdings wieder Rasselnberg. In der Gruppe Südwest spielte der westdeutsche Vertreter Mülheimer SV ebenfalls unentschieden. Der Meister des Südwestgaues, die Offenbacher Kickers, konnten im Kölner Stadion nur ein 4•4 erzielen. In Stuttgart unterlag Union Böckingen dem SV Waldhof mit 2:4. In der Gruppe Ost, kam Brandenburgs Meister, Viktoria 89 Bergegen den Pommernmeister Viktoria Stolp mit 4:2 wieder zum Siege.— Beuthen 09 siegte in Danzig über Preußen Danzig mit 4:1, In der Gruppe Mitte gab es in Fulda zwischen dem Meister von Hessen, Borussia Fulda, und dem Bayernmeister, 1. F. C. Nürnberg, mit 2:1 einen knappen Bayernsieg.— Der Dresdner SC feierte mit 7:2 einen Bombensieg über Wacker Halle. Der Tabellenstand Endrunde um die deutsche Fußball=Meisterschaft Gruppe Nordwest: Schalke 04— Eimsbüttel=Hamburg 4:1 Werder Bremen— BfL Benrath 2:2 Schalke 04 2 2 0 0 9:3 4:0 TV Eimsbüttel 2 1 0 1 6:5 2:2 Werder Bremen 2 0 1 1 4:7 1:3 ViL Benrath 2 0 1 1 3:5 1:3 Gruppe Südwest: Union Böckingen— SV Waldhof 2:4 Mülheimer SB— Offenbacher Kickers 4:4 SV Waldhof 2 2 0 0 10:3 4:0 Kickers Offenbach 2 1 1 0 8:5 3•1 Mülheimer SV 2 0 1 1 5:11 1:3 Union Böckingen 2 0 0 2 3:8 0:4 Gruppe Mitte: Dresdner SE— Wacker Halle 7:2 Vorussia Fulda— 1. FE Nürnberg 1:2 hütteler nutzten dies aus. und schickten immer wieder die beiven Flaßer ins heurt. Die Schalker kamen immer noch nicht in Fluß. Die Norddeutschen, die weiter leicht drängen können. und die W=Formation bevorzugen. scheitern immer wieder an der Schalker Hintermannschaft. Allmählich dreht sich das Blatt. Die„Knappen" lassen nun ihre Kombinationsmaschine laufen, der Ball wandert von Rothardt zu Urban, nach Kalwitzki. Der scharfe Schuß geht aber ins Aus. Weitere Torchancen werden ebenfalls von den Schalkern ausgelassen. Endlich, in der 30. Minute, fällt dann der Ausgleich. Nach schönem Zusammenspiel von Rothardt. Nattkämper. Urban gelangt der Ball an Czenan, der unhaltbar einschießt! Die restlichen Minuten bis zur Pause stehen dann schon ganz im Zeichen der Schalker. Gruppe Ost: Viktoria 89 Berlin— Viktoria Stolv 4:2 Preußen Danzig— Beuthen 09 1:4 Beuthen 09 2 2 0 0 6:2 4•0 Viktoria Berlin 2 2 0 0 7:4 4:0 Viktoria Stolv 2 0 0 2 4•7 0•4 Preußen Danzig 2 0 0 2 2:6 0:4 Schalke 04 kriumphiert mit 4:1 XV Eimsbüttel nur 45 Minuten ein ebenbürtiger Gegner— 35000 Zuss auer in Dortmund Das war wieder ein taktisch richtiges Spiel, das die Schalker am Sonntag in der Kampfbahn„Rote Erde" in Dortmun# gegen den TV Eimsbüttel hinlegten. Nachdem die Norddeutschen am Vorsonntag den Vfr Verrath glatt mit 5:1 hereinlegen konnten, hatte non allgemein mit einem scharfen Kampf gerechnet, den men aber nur in den ersten 45 Minuten zu sehrn bekam Nach dem Wechsel beherrichten die Knappen siverän das Feld. und stellten schließlich durch einen sicheren 4:1=Sieg zwei weitere Punkte sicher. Herrliches, fast zu warmes Frühlingswetter und 35000 Zuschauer im Stadion, das war Stimmung genug. Tausende von Zuschauern mußten unverkichteter Dinge umkehren, da die Polizei die Tore wegen Ueberfüllung schloß. Dem Schiedsrichter Dr. Warnecke stellten sich dann folgende Mannschaften:„„ F ihnelst Schalke 04: Mellage: Badorer. Zasons, Tiouisri, Vornemann, Valentin: Kalwitzki, Czevan, Nattkamper, Urban, Rothardt. TV Eimsbüttel: Böhlke; Rohde, Stührk: Wolter, Lüdecke. Schindowski: Weder. Rohwedder. Panse. Mohr, Reuter. Der Spielverlauf Der XV Eimsbüttel hatte zunächst die Sonne dum Bundesgenossen und setzte sich mit dem Anstoß weg sofort scharf ins Zeug. Die Flügel wurden sleitzig bedient und der Ball wanderte dann nach dem Linksaußen, von dort präzise Vorlage an Mitkeistürmer Panse, der mit unhaltbarem Schuß Meltage zum ersten Male schlagen konnte, und dann war es aus! Einige Leute vom Bau Lan'e„abseits“ gesehen haben. Der Schiedsrichter oittierte Tor und Eimsbüttel führte nach „ J.* Minute mit 1:0. Die Schalker VerEridigung war dann etwas deprimiert, die EimsMit drei Toren zum Sieg! Die zweite Halbzeit steht ganz im Zeichen der Schalker. Eimsbüttel fällt mehr und mehr dem scharfen Tempo zum Opfer. Ferner macht der Nordmork=Reister den taktischen Fehler, auf Halten zu spielen, verstärkt die Verteidigung und dadurch hängt der Sturm völlig in der Luft. Die Schalker„Knappen“ dagegen spielen jetzt mit den Eimsbüttelnern buchstäblich„Katze und Maus' In der 14. Minute segt Rothardt mit einer Vorlage von Nattkämper nach innen: Schuß und 2:1! Eimsbüttel verliert mehr und mehr den Zusammenhang, während die Schalker jetzt erst ihr wahres Spiel zeigen. In der 18. Minute kann Nattkämper seine Farben auf 3:1 heranbringen. Das vierte und letzte Tor fällt durch einen Elfmeter von Nattkämper. Die Eimsbütteler Elf hatte nur eine ausgezeichnete erste Halbzeit und zeigte eigentlich auch nur eine halbe Stunde den erwarteten Fußball. Schalke ließ sich aber während dieser Zeit nicht aus der Fassung bringen, beherrschte schon zehn Minuten vor der Pause das Sviel, um nach dem Wechsel ganz klar zu dominieren. Benrath spielt nur unentschieden SV Werder Bremen— VfL Venrath 2:2(1:1) Nicht ganz 10000 Zuschauer im Bremer Weserstadion: herrlichstes Wetter und eine Stimmung. die— von Breiner Seite— ganz auf Optimismus abgestimmt war. Die hohe Niederlage des Niederrheinmeisters in Eimsbüttel hatte dem Publikumsinteresse zwar etwas Abbruch getan, aber man wußte doch zu genau, daß das Hamburger Ergebnis nur bedingt anzuerkennen ist, daß Benrath doch wohl etwas mehr kann. Und trotzdem glaubte man, die Einheimischen mit der gleichen imponierenden Kampfkraft und frischen Spiellaune bei der Aufgabe zu sehen, wie gegen Schalke. Man hatte Benrath war jedenfalls erheblich besser als gegen Eimsbüttel, ausgeglichener und reservierter. Strekkenweise sah man vorbildliches Zusammenspiel. Auffallend der schnelle Start, wie man sich freispielte und Bälle annahm, weiterle###le. Das Spiel der Rheinländer war jedenfalls ruhiger und überlegter. während man manchmal reichlich nervös und unzusammenhängend arbeitete, was besonders stark nach der Pause zum Ausdruck kam. In den ersten 20 Minuten hing der Bremer Sturm„in der Luft". Die Läuferreihe versagte vollständig, so daß der Angriff auf sich selbst angewiesen war und so im entscheidenden Augenblick keine mehr hatte. Im übrigen jedoch wieder sehr eifrig. Bei Benrath war Hohmann im Sturm die weitaus beste Kraft. Mit seiner Schnelligkeit, seinen Trick= und Einfällen brachte er größte Verwirrung in die gegnerische Hintermannschaft. Allerdings stand er oft abseits, wodurch Benrath um manche gute Chance kam. Weiter sind die Außentürmer Becker und Leonard hervorzuheben, die jedenfalls besser als in Hamburg durchzudringen wußten. Die Läuferreihe hatte ihren besten Spieler in Hoffmann. Sonst ist noch der Torwart Peters hervorzuheben, der leider zweimal von den Werderstürmern so hart angegangen wurde, daß er zweimal auf kurze Zeit ausschied. Nach der Pause nahm das Spiel men an, die der Merseburger Unvarteiischg., nicht bändigen konnte. Die Leitung entz### iom, das übertriebene Kampfmoment trat in den Vordergrund. Auf beiden Seiten wurden viele Strafstöße verwirkt. Wie die Tore fielen: Die ersten zehn Minuten verliefen ausgeglichen. In der 11. Minute ging Hohmann mit dem Leder auf und davon, legte seinem Kameraden Stoffels prävor und dieser funkte unhaltbar zum ersten Treffer ein. Die Bremer waren durch dieses Tor etwas niedergedrückt, wogegen die Westdeutschen das Kommando übernahmen. Plötzlich in der 20. Minut; kamen die Norddeutschen zum Ausglei kamen die Brewer uberrashend durch Mablstedt in Führung. Zehn Minuten vor Schluß rafften sich die Benrather noch einmal zusammen, und Hohmann Altentschiebeit in Bremen einen wertvollen Punkt sorgte für den Ausgleich, der an dem herauslaufenden Bremer Torhüter vorbei einsandte. 2:2 und der Kampf war aus. Punkteteilung in Müngersdorf Mülheimer SV.— Offenbacher Kickers 4:4 Da für dieses Spiel mit einer großen Zuschauermenge zu rechnen war, hatte man es in das Kölner Stadion verlegt, in dem 7000 Besucher einen fesselnden und in jeder Phase nenden Kampf erlebten. Das Stadion glich zeitweise einem Hexenkessel. Leider nahm das Spiel in der 2. Halbzeit Formen an, denen der Schiedsrichter Wunder M.=Gladbach nicht mehr gewachsen und ihm das Spiel zu entgleiten drohte. Mülheim hat bei der Wahl die glücklichere Hand und spielt mit leichtem Rückenwind und Sonne im Rücken. Sie können diesen Vorteil aber nicht zahlenmäßig ausdrücken, müssen vielmehr Offenbach den ersten Treffer lassen, die nach 22 Minuten durch einen unverhofften Schuß die Führung an sich reißen. Schon bald darauf gleicht Mülheim Der Spielplan am 22. April Gruppe Nordwest: Schalke 04— PfL. Benrath in Bochum; SV. Eimsbüttel— Werder Bremen in Hamburg. Gruppe Südwest: Mülheimer SV.— Union Böckingen in Köln; Kickers Offenbach— SV. Waldhof in Frankfurt M.„ Gruppe Mitte: 1. FC. Nurnoerg— Dresdener SC. in Nürnberg; Wacker Halle— Borussia Fulda in Halle. M54 6 Gruppe Ost: Beuthen 09— Vittoria Berlin in Beuthen; Viktoria Stolp— Preußen Danzig in Stolp. nach wunderbarer Kombination aus. Wiederum unternimmt Offenbach ernergische Vorstöße und erreicht eine 2:1=Führung. Als ein Kölner Sp ler im Strafraum hart angegangen wird, verhängt der Schiedsrichter einen Elzmeter, den Dr. Riggemeyer glatt verwandelt. Köln erreicht, ige mit den Ausgleich. Zu Beginn der 2. Harrg zeigt das Spiel einige Unsportlichkeiten, so vup vorübergehend zwei Mann verletzt ausscheiden müssen. In dieser Zeit reißt Offenbach wieder die Führung an sich und verwandelt weiter einen Elfmeter, der zu ihren Gunsten wegen Kölner Unfairnis verhängt wird. Bei diesem Stande von 4:2 sieht es fast nach einem Offenbacher Siege aus, als Köln den gesamten Angriff nach vorne wirft und durch Phönix zweimal erfolgreich sein kann. Bei diesem Stande trennen sich die Parteien. In Schurten=der Meisterrumpse *" diaten das Programm. Fortuna Düsseldorf Gau Westfalen Das Fußballprogramm in Westfalen brachte neben dem Schalker Meisterspiel in Dortmund und einigen Punktekämpfen der Bezirksklasse noch verschiedene Privatspiele von GauligamannDer Deutsche CS. Hagen spielte Samstag und Sonntag und mußte sich beide Male auf eigenem Platze eine Niederlage gefallen lassen. Am Samstag schlug ihn der bezirksklassige SC. Sonnborn mit 3:1 und am Sonntag blieb der Kölner SC. 99 mit 3:2 Sieger. Der SV. Höntrop hatte den Ortsverein Wattenscheid 09 zu Gast. Die kreisklassigen Wattenscheider unterlagen mit 6:1. Germania Bochum mußte gegen den Rheydter Spielverein eine Niederlage von 2:3 einstecken. Bezirksklassenpunktespiele Wests. Industriebezirk: Gruppe 1: MBV Linden gegen TuS Bochum 4:3. Westf. Bochum— VfL Hörde 5:1, STV Werne— Alemannia Dortmund 3:2, Wetter 10— Preußen Bochum 5:6. Gruppe 2: SV Rotthausen—. VfB Bottrov 3:2, TB Eickel gegen Germania Herne 3•4, Gelsenkirchen 07 gegen Falke Gelsenkirchen 3:1.— Privat: Erle 08— SvV Sterkrade 3:5. Union Gelsenkirchen— ViB GelsenBezirk Minden: Paderborn 08— Hamm 03=04 3•0. Westfalia Ahlen— VfB Bielefeld 1:4. BfB Bünde— Westf. Brackwede 1:3. PSV Hamm gegen Unna 08—. Bielefeld 06=07— SS Ahlen Bezirk Münster: Borussia Rheine— Germania Datteln 6:3. Münster 08— Recklinghausen 13 3:1. Bezirk Arnsberg: Sportfr. Siegen— Menden 09 4:0. Lüdenscheid 08— Sportring Gevelsberg—. Milspe 1911— PfB Weidenau 3:5. Reisterschaftsausklang am Niederrhein Am Sonntag wurde mit den beiden letzten Meisterschaftsspielen FV. 08 Duisburg— SC. Borussia Gladbach und Schwarz=Weiß Essen— BV. Preußen Essen die Meisterschaftssaison im Gau Niederrhein zum Abschluß gebracht Die Gladbacher Borussen konnten sich durch einen 3:2=Sieg über SV. 08 Duisburg, der bei ver Pause hoch mit 2:0 in Führung lag, um einen Platz nach oben schieben. Einige Gesellschaftsspiele vervollstänvigten das Proglamm. Fertung Büsseldorf blieb nach besserem Spiel über Arminia Hannover mit 5:2 erfolgreich, dagegen unterlag Hamborn 07, das mit zahlreichem Ersatz antrat, gegen Eintracht Gladbach mit 4•0. Fortuna Düsseldorf— Arm. Hannover(Ges.) 9., Hamborn 07— Arm. Hannover(Ges.. Sbd.) 3•2 Schwarz=Weiß Essen—. BV Preußen Essen 0:3 Schwarz=Weiß Essen siegt Schwarz=Weiß Essen— BV Preußen Essen 3:0 Das Spiel in Essen, das seine Bedeutung dadurch erlangte, weil die beiden Vereine durch das Abstiegsgespenst bedroht werden, entschieden in erster Linie die besseren Nerven. Diese brachte Schwarz= Weiß mit in den schweren Kampf und hat so das Treffen eindeutig für sich entscheiden können. An die 25000 Zuschauer. eine Rekordzahl für Essen umsäumten die Kampfbahn und wurden Zeuge eines erbitterten Kampfes. dessen Ausweg nicht zuletzt dem großen Strategen Horn zu verdanken ist. Dieser Spieler, dessen Können hinreichend bekannt ist, faßte die gesamte Mannschaft. besonders den Sturm, mit eiserner Energie zusammen, und da überdies der starke Verteidiger Hundt den schwachen Sturm der Preußen nie sich entfalten ließ. konnten die Altenessener den Sieg nie ernstlich gefährden. Schon in der 17. Minute schossen die Schuarzweißen nach wunderbarer Kombination das erste Tor. An diesem Ergebnis wurde bis zum Pausenpfiff nichts geändert. Nach Wiederbeginn sucht Schwarz=Weiß den einmal gewonnenen Vorsprung zu erhöhen, was auch in der 20. Minute gelingt. Horn stellt dann durch ein 3. Tor den Sieg endgültig sicher. Reisterschaftsspiele der Niederrheinbezirksklasse Kästner Europameister Europameisterschaften im Voxen der Amateure Bei den am Sonntag in Budapest ausgetragenen Amateurboxmeisterschafter konnte der dent: sche Federgewichtsmeisnr Brro nustner seine bisherigen erfolgreichen Boxerlaufbahn die Krone aufsetzen und die Europameisterschaft in Klasse erringen. Schon zu Beginn des Kampfes zeigte der Erfurter eine klare Ueberlegenheit, die seinen Gegner immer in die Defensive zwang. Dann machte dieser den großen Fehler, sich mit Kästner in einen Nahkampf einzulassen, den Kästner entscheidend für sich gestalten konnte. Er entschied in der dritten Runde den Kampf glatt zu Der zweite deutsche Endkampfteilnehmer, ver Schwergewichtler Runge(Elberfeld) mußte sich seinem ihm überlegenen Begner aus Finnland beugen und sich mit dem zwei ten Platz begnügen. Gruppe 2: SV Essen 99— BV Stoppenberg 0:1, Sportfreunde Essen— Essen=West 81 1:1. Gruppe 3: Sportfreunde Neuß— SSV OberGruppe 4: Germania Elberseld— BiR Obligs. 6:1, Schwarz=Weiß Düsseldorf— Wersten 04 4:3. SSVg Barmen— VfB Velbert 3:5. Gau Mittelrhein Schwacher Spielbetrieb Das Fußballprogramm des Gaues Mittelrhein war am 15. April recht mager. Durch das bereits am Vormittag in Köln stattfindende Spiel der Deutschen Fußball=Meisterschaft zwischen unserm Gaumeister Mülheim und Offenbacher Kickers, beschränkte sich das Programm in der Domstadt auf zwei Gesellschaftsspiele von nur untergeordneter Bedeutung. Da die übrigen Klubs noch einige Spieler für die mittelrheinische Gaumannschaft, die in Karlsruhe gegen Baden spielte, ablteren mußten, gab es auch an anderen Orten keine Ereionisse von Bedentung. Bitigrig göln 9.1.— Der Kölner CfR. schlug Virm#ia Kom 9.1.— Rhenania Köln spielte gegen Sülz 0:3. Sülz technisch weitaus besser und siegte auch mit drei Treffern Unterschied verdient. Eintracht Trier gelang es erst in der zweiten Halbzeit den knappen Vorsprung des aufzuholen; das Spiel endete unentschieden 2:2. Mittelrhein-Bezirksklasse Beuel— Union Köln 2:3 S. V. Andernach— S. C. Neuenahr 3•0 Köln=Bayenthal— Preußen Dellbrück 1:3 Jugend Kalk— S. V. Siegburg 4:2 Brachbach 09— Vingst 05 3•3 Jugend Betzdorf— S. C. Neuwied 6.0 0 URHEBER-RECHTSSCHUTZ DURCH VERLAG OSKAR MEISTER, WERDAU 11. Jortsetzung. Rastlos klapperten hinter den Tribünen die Totalisatormaschinen, durch Megaphone riefen die Buchmacher ihre Und nun tauchten überall kleine Fähnchen auf, prangten an den Kleiderausschnitten der Damen, an den Rockaufschlägen der Herren: Frankreichs Trikolore, Alt=Oesterreichs Schwarzgelb, das Rot=Weiß der Polen, vereinzelt auch Schwarz=Rot=Gold.. I. 16 In der Reihe ihrer Startnummern oahnten sich die zeyn Vollblüter vom Sattelplatz her eine schmale Gasse durch die drängende, stoßende, schiebende Menschenmenge. Ein heller Ruf wie der Jagdschrei des Edelfalken: „Heil.„Wiener Blut“!— Heil, Szäbor!“ Der Ungar sah empor, lächelte, fing mit akrobatenhafter Geschicklichkeit die zugeworfene Rose auf. „Vive,„Glaire de France“!“ „Hipp—hipp—hurra for Oh so slow!“ Dazwischen vereinzelte„Eljen!“, der anfeuernde Olympiaderuf:„Ra— Ra— Germania!“ Unbeachtet in der bis zum Siedepunkt gesteigerten Erregung, promenierten die Mannequins vor dem Teepavillon. lächelten maskenhaft, blinzelten verstohlen dort hinüber, wo ein Herr vor dem Mikrophon stand und des Augenblicks harrte, in welchem Millionen von Rundfunkhörern die Kunde der auf Bruchteile von Sekunden zusammengedrängten Entscheidung übermittelt werden sollte„ Yvonne Valtier zerknüllte nervös iyr spinnwevvunnes Taschentuch aus kostbaren Valencienne=Spitzen. Gaston René Vicomte de la Tour d'Auvergne, in dessen Knopfloch das blutrote Bändchen der Ehrenlegion flammte, beugte sich vor: „Gilt Ihre Erregung nur dem Sieg von„Gloire de France", Madame?!" Aber er bekam keine Antwort, drehte sich lächelnd um und siff halblaut ein paar Schlagertakte vor sich hin. Drüben intonierte schmetternd die Kurkapelle den EinAnnemarie neigte sich über die Brüstung der Loge. Hoch zu Häupten wehten im lauen Südwest die Flaggen fast aller Länder: Deutschlands neue Farben, Ungarns grün=weiß=rotes Panier, Amerikas Sternenbanner neben dem Union=Jack, der Trikolore, dem Helvetiakreuz„ ugu ef. g Händeklatschen knatterte auf wie Salvenseuler, als„Elbire de France" das Geläuf betrat. Der massige Hengst schien noch wuchtiger, noch muskelbepackter zu sein als damals in Berlin.„Graf Isolani“, etwas zu leicht, etwas zu durchtrainiert,„Stromschnelle“, edelster Stutentyp und„Alba, der„Wallenstein"=Sohn aus der„Arabis“,„Oleanders“ würdiger Nachfolger! Gleich darauf sein großer Rivale„Ladro mit Deutschlands populärstem Reiter, mit Otto Schmidt im Sattel. Beifall, immer neuer Beifall. Und dann stand da mitten auf dem smaragogrunen Rasen ein knapp mittelgroßes Pferd mit großen, feuchtschimmernden Augen, leicht gewellter Mähne, mit Fesseln, so zart wie die Gelenke eines schlanken Mädels. Stand da im grellen Sonnenlicht, gleich einer Statue aus Goldbronze, glänzend, gleißend, schimmernd, flimmernd schien das Haarkleid Funken zu sprühen. „Wiener Blut“!——„Wiener Blut“!“ Ein Aufbranden heller Begeisterung, winkende Arme, Hüte, Hände, Tücher:„Heil!— Heil!“ Und wieder das taktmäßige„Ra— Ra— Germania!“ Yvonne Valtier ballte die kleinen Fäuste, grub die Zähne in die Unterlippe, hochaufgerichtet lächelnd, in flammender Begeisterung winkte Annemaries kleine Hand. Noch immer stand der Hengst unbeweglich, voll Adel, Nerv, Rasse. Nun hob er das Haupt, wieherte... Wie Fanfarenruf vor der Schlacht klang es, hell, kampfesfreudig, siegesbewußt!— M Tribünenparade— Aufgalopp. Spielende Muslein, blitzende Eisen, das anfeuernde„Go!— Go!“ der Reiter. Wiegende Pferdeleiber, wirbelnde Rasenstücken, buntfarbige Dresse und eine tobende, tosende Menschenmasse, ein brodelndes Chaos, das zusammenstrudelte, auseinanderspritzte, von neuem sich ballte. Gelassen blickte Kreuth auf den Hexensabbath da drunten. Die Deutschen waren weitaus in der Minderzahl, überall sah man bei Damen und Herren den Union=Jack, die Trikolore, das Sternenbanner, polnische, tschechische, italienische Farben. Noch immer brüllten die Buchmacher, ratterten die Totomaschinen. „Halte die Däumchen!“ sagte der Darkehmer lächelnd. Aber Annemarie hörte gar nicht, starrte durch das Perlmutterglas hinüber nach dem Start... „Oh so slow“ führte einen Solotanz vor, wollte nicht an die Bänder heran, dann brach„Pantagruel“ aus, mußte von einem winzigen Stallburschen an die Maschine geführt werden. Kein Laut, kaum ein Räuspern, es schien, als hielten die fünfzigtausend Zuschauer den Atem an, wie ein lähmender Bann lag die ungeheure Nervenanspannung über den Leibern. die dicht aneinandergepreßt— eine lebende Mauer bildeten „Ab and go!“ Ein schrilles Klingelzeichen, der rote Ball neben dem Richterhäuschen stieg empor. Gleichzeitig knatterten an verschiedenen Stellen der Bahn die Aufnahmeapparate der Filmoperateure. In windender Fahrt führte„Pantagruel“ vor„Stromschnelle.„Oh so slow“,„Ladro",„Gloire de France" und „Phoenix“, dicht dahinter„Alba“,„Narziß",„Graf Isolani“. Ganz am Ende des Feldes„Wiener Blut“. Aber schon nach vierhundert Metern schoß„Oh so slow“ in Front,„Gloire de France".„Alba“ und der Kreuthsche Hengst machten Boden gut Im Iffezheimer Bogen lag ein dichtes Rudel beisammen, allmählich sonderte sich die Spreu vom Weizen. Zuerst fiel der Pole zurück, er hatte sich übernommen, gleich darauf klappte auch die Stute der Prinzessin de Faucigny=Lucigne zusammen, „Phoenix verschwand aus dem Vordertreffen und„Graf Isolani“ konnte unter seiner Steepler=Bürde das Tempo nicht mehr halten. Dann spannte auch„Narziß“ aus, für Sekunden leuchteten die blauweißen Streifen von„Ladros" Reiter in Front, wurden gleich darauf durch den blauroten Dreß abgelöst—„Alba“ bog mit einer halben Länge Vorsprung vor „Ladro",„Gloire de France“.„Wiener Blut“ in die Gerade. Semblat forderte seinen Hengst; der gab willig sein Bestes, passierte mit seiner raumgreifenden Aktion im Nu den„Graf Ferry"=Sohn, lag in gleicher Höhe mit„Alba“, der wie ein Löwe kämpfte, immer wieder anzog und jeden Zoll Boden zähe verteidigte. Wie hypnotisiert starrten die Zuschauer auf den grandiosen Zweikampf.—— „Alba“!—„Alba“!——„Gloire de France“!—-— „Gloire de France“!“ Verzweifelte Rufe—— und dann—— dann—— ein Orkan, ein hemmungsloser, alle Schranken durchbrechender Begeisterungstaumel, ein einziger, gigantischer, himmelan brandender Aufschrei..... z gust2. Szäbor, der wie immer ohne Peitsche####, lopfle seinem Hengst aufmunternd den Hals: Da spannten sich die Sehnen, federten die Muskeln— „Wiener Blut“ machte Ernst, fegte heran, hatte im Nu das kämpfende Paar gefaßt, zog spielend daran vorbei, kanterte wie in einem Arbeitsgalopp dem Ziele zu, passierte verhalten den Pfosten——— „Achim!—— Achim!“ Das Annemarietscherl lachte und weinte in einem Atem, drückte dem Darkehmener beide Hände. Der schluckte krampfhaft, mußte erst seine Erregung niederzwingen: „Aber, Mädi—— Tränen?!“ „Es is halt nur“ Sie fuhr mit dem Handrücken über die Augen:„Weißt, i hab so recht fest gebetet: Lieber Gott, laß doch den Achim g’winnen!“ „Den„Wiener Blut“ meinst du!“ sagte er lächelnd. „Is eh eins, komm, jetzt kriegt er a Bussel!“ und—ichz“,.,„. 8en Brir 9r. 8. „Ach du? I glauo gar. Wann d den„Prig Ale be Triomphe“ g’wonnen hast— eher net!“ „Gut—— ich werde dich beim Wort nehmen! „Heil!— Heil!“—„Bravo, Szäbor!“—„Eljen!“—„Ra — Ra— Germania!" Die Menge gebärdete sich wie unsinnig, flutete über die Barrieren, auf das Geläuf. Damen bettelten um ein Haar, nur um ein einziges Haar des Wunderpferdes, als Andenken, als Talisman! Und alle, ohne Unterschied der Nation, riß die überragende sportliche Leistung von Roß und Reiter zu flammender Begeisterung hin. Gleichgültig, maskenhaft lächelnd blickte Arpäd Szäbor auf die Tausende, Zehntausende, klopfte den Hals seines Hengstes, dem zwei Herren des Rennvorstandes einen mächtigen Lorbeerkranz umhingen.„Wiener Blut“ knabberte an den Blättern, zog mißmutig und enttäuscht die Lefzen hoch— pfui Deuwel, schmeckte der Ruhm bitter! Und horch—— da klang es von drüben her, wo die Kurkapelle saß, feierlich, gleich einem Choral. Wie auf Kommando entblößten die deutschen Herren ihre Häupter, Tausende, Zehntausende fielen jubelnd ein: „Deutschland, Deutschland über alles, Ueber alles in der Welt, Wenn es stets zu Schutz und Trutze Brüderlich zusammenhalt! Von der Maas bis an die Memel, Von der Etsch bis an den Belt— Deutschland, Deutschland über alles, Welt!“ Frau Josefa strahlte, winkte schon von weitem:„Jessas soa Hetz! Rein narrisch sind d' Leut, aber— herrlich war s! Und nun noch der Preis!“... M 1 „Meinen herzlichen Glückwunsch,“ sagte Madame Valtier, „das bessere Pferd hat gesiegt!“ Kreuth führte ihre Hand an die Lippen. „Gnädige Frau, das Blatt kann sich auch einmal wenden. „Vielleicht...“ „Oh— ich beneide Ihren„Wiener Blut“!“ Gaston Rens Vicomte de la Tour d'Auvergne blickte lächelnd auf Annemarie,„ich beneide ihn glühend!“ „Ich verstehe Sie nicht, Vicomte,“ sagte Annemarie und machte ihr hochmütigstes Gesichtchen. Yvonne Valtier entfaltete einen winzigen Fächer aus Goldfiligran und Seide, die mit galanten Szenen im Stil Bouchers bemalt war..„ g5, „Vergessen Sie nicht— um elnundzwanzig uhr in Celcle privé, erst ein paar Vorträge zugunsten des Jockei=Unterstützungsfonds, dann Tanz... oh, Sie wollen schon auf brechen, gnädige Frau? Wie schade! Nun, wir sehen unt ja goch!“ „Auf später, Monsieur de Kreuth!“ Von der Waage her kam Arpäd Szäbor, winkte dem Darkehmer mit einem Blinzeln der kleinen schlauen, schwarzen Aeuglein zu. „Was gibt's denn?“„„ „Halso, werdd ich dem Herrn Baron sogen, der Champion= Reiter zog Hanns=Joachim beiseite.„Bei Zurückwiegen hot franzesischer Kollege gemeint, in Paris wir werdden handeres herlebben— mecht ich bieten, daß Herr Baron im„Prix Arc de Triomphe“ laufen läßt Schrittmacher, damit franzesische Kollegen nicht kennen festklemmen hoder hanraiten!“ Der Darkehmer schüttelte lächelnd den Kopf:„Hören Sie doch auf. so ein dummes Gerede! Semblat war natürlich verärgert, in der Erregung legt man die Worte nicht auf die Goldwaage. Foul riding? Die Brüder werden sich hüten! Auf solche Scherze gibt es Lizenzentziehung und einen saftigen Protest obendrein! Außerdem— ein Schrittmacher für „Wiener Blut"? Der macht sich sein Rennen selbst, wenn's sein muß vom Start bis zum Ziel. Und nun— für Ihren famos schneidigen Ritt heute zehn Mille extra, lieber Szäbor, klappt es in Paris, dann garantiere ich Ihnen zwanzig Prozent vom Rennpreis, und gewettet haben Sie ja wohl auch Also— bangemachen gilt nicht!“ Ueber alles in der##r###. Yvonne Valtier hatte sich zurückgelehnt, blaß bis in die Lippen, starrte dorthin, wo neben Hanns=Joachim von Kreuth hochaufgerichtet eine ranke, schlanke Jungmädchengestalt stand, mit goldflimmerndem Haar, das wie eine Aureole die Schläsen umrahmte. Hand in Hand standen die beiden, fühlten, dachten in diesem Augenblick nur eines: Deutschland hatte gesiegt Deutschland! Und wieder... wieder schwang sich die stolze Melodie himmelan, während droben auf der Tribüne eng verschlungen des Reiches Flagge und Oesterreichs Panier sich im Winde wiegten. „Komm!“ sagte der Darkehmer und bot Annemarie den Arm. Bereitwillig öffnete sich eine Gasse in der Menschenmauer, man lächelte, grüßte unwillkürlich, als sei der Besitzer des Siegers ein alter Bekannter.— Trainer Robiczek strahlte. „Mit zehn, mit fünfzehn Längen hätten wir gewinnen können, und die Zeit! Drei Zehntel Sekunden besser als der Rekord, dabei ist noch gebummelt worden, das Rennen wurde erst auf den letzten tausend Metern scharf!“ „Du Prachtkerl!“ Annemarie nahm„Wiener Bluts“ kleinen, edlen Kopf in beide Hände, gab ihm einen Kuß mitten auf die weichen, rosigen Nüstern... Da zog der Hengst wieder die Lefzen hoch, aber diesmal schien er zu lachen— ei!— das schmeckte ganz wesentlich besser als der olle Lorbeer!“ „Komtesse, hier ist auch der Wettschein,“ der Trainer hielt Annemarie einen zusammengefalteten Zettel hin:„6:1 habe ich bekommen, und ich gratuliere!“ Hanns=Joachim lachte. „Nur nichts beschreien— unberufen, toi, tol. toi,— bitte Platz, meine Herrschaften! Annemarie, tu mir den einen Gefallen und fahre mit Muttchen ins Hotel, das Gedränge hier ist einfach lebensgefährlich, und ich kann mich jetzt beim besten Willen nicht um euch kümmern, muß zur Waage, zu den Herren vom Rennvorstand, warte, ich bringe dich auf die Tribüne!" Droben auf der stilisierten Kleinkunstbühne des Cercle privé stand ein Herr im Frack, reckte den Hals zu unwahrscheinlicher Länge aus dem blütenweißen Kragen, schlenkerte die mageren Arme, an denen Papierröllchen mit Bindfaden befestigt waren, und machte eine ebenso tiefe wie schiefe Verbeugung, daß ihm der Zwicker bis auf die Nasenspitze rutschte. „Meine Damen und Herren! Ich habe das Mißvergnügen, Sie für fünf Minuten zu unterhalten. Wie Sie wissen, ist der heutige Abend, der heutige Tag, ist die ganze Badener Woche dem Pferd gewidmet. Was wissen Sie überhaupt von Pferden? Wenig, sehr wenig! Also beginnen wir mal logisch, chronologisch mit der Naturgeschichte des Pferdes. Nich'? Hat einer oder eine was zu bemerken. Ich sehe. Sie sind einverstanden. Das Pferd— Equus domesticus Linei. Einhufer. Es heißt darum Färd, weil man damit fährt...“ Munter plätscherte der Rede Bächlein... Händeklatschen, Applaus— die Stimmung war da, und die schweren Weine, das ganze Milieu taten ein Uebriges— „So ein Blödsinn,“ sagte Hanns=Joachim.„und für das zweifelhafte Vergnügen, sich hier ein paar Stunden lang sträflich zu mopsen, hat man bare hundert Mark Eintrittsgeld bezahlt!“ Annemarie lächelte...., 6 H. 5.n Werlast schliaß „Auf den„Großen Preis hin kannst bu den Verlüst schlien“ lich verschmerzen, und nun kommt ja die Glanznummer Gigli!“ Da trat der erste Tenor der Mailänder Skala auch schon neben den Flügel, eine knappe Verbeugung— ein Fortissimo, daß die Fensterscheiben klirrten, abebbend, wieder anschwellend bis zu dem nicht vorsichtig angesetzten, sondern mit aller Gewalt aus den phänomenalen Stimmbändern heraus getriebenen hohen C.— „Da capo!— Da capo!“ Aber schon sank der purpurrote, goldbestickte Vorhang, rauschte nach kaum einer Minute wieder auseinander—— Anna May Wong tanzte den alle Sinne, alle Nerven aufpettschenden chinesischen Tempeltanz, so wie ihn vor Jahrhunderten, zur Zeit der Ming=Dynastie, die Priesterinnen des La=ot=se getanzt hatten. Tanzte mit automatenhaften Bewegungen in immer schneller werdendem Rhythmus, schnellte steil empor gleich einer inbrünstig auflodernden Flamme, sank in sich zusammen.,.4 „Sacre!“ sagte der Vicomie und schnippte mit einem Zuckeln der Muskeln das Monokel aus dem Auge. Yvonne Valtier zog die Oberlippe hoch. infe 8un „Schicken Sie ihr doch ein paar Rosen und eine Ennabung „So reich bin ich nicht, m'amie; denn dann müßte der Kelch jeder Blume ein mindestens halbkarätiger Brillant sein!“ Der nur mäßig große Raum war ganz im Stil eines Kabaretts von Klasse aufgemacht: Kkeine Tischchen mit Blumen in schlanken Kristallvasen, schwere, rindslederbezogene Klubsessel, rotbeschirmte Lampen und überall silberne Weinkühler, geräuschlos bedienende Kellner. v4, winnt, Von drüben her klang Tanzmusik.— Annemarie wippie ungeduldig mit den Fußspibzen..piereng: fragte der Komtesse— wollen wir uns emanzipieren: fagle der Vicomte de la Tour d'Auvergne leise.„Bitte— nur einen Tanz!"(Fortsetzung folgt.)