AÖEPTE! ae Shmmm Zühuer uchn uichunth iehr un) Dezugspens wöchentich 43 Pfaunig, Einzelaummer m Dia, Druch u. Votoggen 8. Unan, Schmete“ a: Vonund alde md Hamuu al erkt. Geschsnasiclo: Gute Manistr. 3-—4. Veonworuch für den Amzgentas H. Limer, Schwene. Hemros 2770 Verbunden mit: Schwerter Tageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung KE Westhofener Zeitung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung für be ieg igei, pmeiee Pr.5 ie Bpi, istaeneizisten inn eianane. genusen durch bodere Govalac, üdermdman wiehelaastei Gewäd: für günktliches Erscheinen der Jeitung u. kann auch Aaspeuch ans Schadenersatz oder Nachlieserung erdoden werden Stadt Schwerte und das Amt Westhofen& Kreisblatt für den nördlichen Teil des Landkreises Iserlohn 67. Jahrgang Geit heliche Fahrt im Fernen Osten hiliche Fahrt im Fernen Osten Pusi im Kriegsflugzeug Nach Shinn-Febracht? ** Hon Mandecbrr'ss1g„Vaicor mit MilitärflunGetsein für die Einder Gierssn konon Volksnotküchen für die Angehörigen der Opfer Angehörige der Linzer Entflohenen verhaftet Japanischer Gewaltstreich— Den Manoschukus-Kaiser mit Militärflugebengng n un.„ Die Gräber seiner Rhnen gebrachts tag landeten 29 japanische Militärflugzeuge b Malantschwan innerhalb der Mauer bei den östlichen Gräbern der Mandschu=Dynastie. Ob Kaiser Puji sich in einem der Flugzeuge befunden hat, ist unbekannt. Die Kampfopfer in Oesterreich Aufschlußreiche Zahlen über die Februarunruhen in Oesterreich Vonsngtahen gur die ungeyogigeg der Opice errichtet. Noch heute werden außer den genannten 1280 Familien in Simmering 1100 Personen, in Ottakring 900 Personen, beim GoetheHof, wo der größte Kampf wütete, 900 Personen fast völlig verpflegt. Weiter mußten noch in Graz, Linz. Steyr, Wörgl, St. Pölten, Wiener Neustadt, Gxoß=Jedlersdorf, Las an der Thayer, Rohrbach, Heinfeld und vielen anderen Orten Hilfsstellen eingerichtet werden. Bemerkenswert ist, daß man infolge der unvollständigen amtlichen Berichterstattung über die Ereignisse des 12. Februar von vielen Orten bisher gar nicht wußte, daß dort überhaupt Kämpfe stattgefunden haben. Die Verhaftungen im Zusammenhang mit der Flucht aus dem Linzer Strafgefängnis dauern an. Am Samstag wurden die Gattin des geflüchteten Oberwachtmannes Dobler, eine Arzttochter und die Tochter des geflüchteten Schutzzeugen an uie Gräber Seiner Rhnen gebracht:(Bundsüherz, Verreschek erhgsftet und dem Lanregen Tätigkeit der japanischen Truppen an der man von Moskau aus die Entwicklung der Dinge Großen Mauer. Man erwartet den Beginn gro= mit äußerster Aufmerksamkeit verfolgt. Die der Ranöver, an denen auch die sepanische rustsch= Zusetersengs aut der Behgen, ia Ige Hoel unruhen in Oestereich Geenioen Tenthu veitrednen vev, Vun, tzei ach dem Hsen fiühren. Deun deise Bahren, Lelanztlich wurden endglige Ziferz., sher. Neue Bundesversafsung am 1. Mai: Gen und voltichen Sicheringen de von Aeg vu.9h bo uad Heizung fauik gogschiög erhalten) De. Darchabetug der veienr Vertastung sen n ae d uaser Sardher bung, sorhen Zue den Lulanphegenden Buchen aunnehe mit geder Biser Keiszeise soi: en iedten Laetzen ertuten vuren.(venen. 31 denr Lutitaupboven.(gfäiht werden, Van doge zu Regerugsret. sen, die vielfachen Schwierigkeiten, in der Regelung der grundsätzlichen Fragen, die sich bisher der endgültigen Abfassung der Verfassung entgegenstellten, in der nächsten Zeit überwinden zu können. Weiter gewinnt der Gedanke an Boden, nach außen den Rechtszusammenhang zwischen der bisherigen praktisch allerdings nicht mehr bestehenden Verfassung und der kommenden Vercherberge bein God... tefung Aaburch zu üg, due, Riceiesskeäter am Mast des Schiffes empor, von den Zehnthu ment zusammenrritt und die chritztich=soziate Porsenden an Bord, am Lande und in den vielen lamentspartei, die nach der Aufhebung der das Schiff umfahrenden Barkassen und Booten Mandate der Sozialdemokraten und Nationalmit erhobenem Arm begrüßt... sozialisten im Parlament die Mehrheit hat, der Als lester Rebdner lprach der Buhrer, e, Her neuggz Versosung erteik. Eige endgistige „Heln SereiieVinge... nahm die schwimmende Jugendherberge„Hein Godenwind“ am Mast des Schiffes empor, von den ZehntauHand am Lande und Bluttaten in Essen platz des Unglücks für einen Augenblick in gre *e* daß der Felodlog niedersürzen Funig.u. 2e Meuecben vam Voor Außer den beiden genannten Ortschaften Tales Licht buchen. Die Levölierung von 2o. Generaloberit v. Einem: 700 Meter lange Flutiuelle springt ins Land— a0 Mienschen vom Meer verschtungen, darunter 11 Frauen und 17 Kinder Am Ta=Fjord in der Nähe von Aalesund an der Nordküste Norwegens ist eine steile Felswand am Meer unter dem Ansturm einer Spring= flut plötzlich zusammengebrochen und in die See gestürzt. Dabei sind etwa 40 Personen mit in die Tiefe gerissen worden und ums Leben gekommen. Blick auf Aglesund Ein Jels stürzte ius Meer Schilderung eines Augenzeugen Ueber die Naturkatastrophe, die sich in der Nacht ereignete, gab, wie aus Aalesund berichtet wird, ein Augenzeuge, ein augenblicklich in dem betroffenen Dorf Ta=Fjord weilender Pastor, dem Blatt„Aalesund Avis“ eine eindrucksvolle Schilderung. Danach ist ein Felsen, der über den nach Korsnaes führenden Fjord hinausragte, ins Wasser gestürzt, was zur Folge hatte, daß drei Flutwellen Ta=Fjord auf der einen und Fjöraa auf der anderen Seite des Fjords heimsuchten. Um 3 Uhr früh hörte man, so erzählt der Pastor, ein lautes Dröhnen und bald darauf kam die erste Welle. Sie war noch nicht besonders stark und richtete keine erheblicheren Schäden an. Verschiedene Personen faßten die erste Welle jedoch als Warnung auf und es gelang ihnen, sich zu retten. Bald darauf nahte die zweite Flutwelle und unmittelbar danach die dritte. Die lezte Welle kam mit gewaltiger Kraft heran und spülte etwa 700 Meter in das Land hinein bis zu dem Hotel in TaFjord. Auf ihrem Wege riß sie Häuser und Bootshäuser mit sich. Alles wurde dem Erdboden gleichgemacht und von der Flut mitgeführt, bis es als wüster Trümmerhaufen liegen blieb. Unter den vernichteten Gebäuden befinden sich sechs Wohnhäuser, die von der Welle in Stücke geschlagen worden sind. Auch ein Transformatorenhaus wurde zerstört. Aus den sechs Wohnhäusern werden 22 Personen vermißt. Im Posthaus wurden alle Fenster zertrümmert und das Wasser drang in das Haus hinein. Es entstand hier jedoch kein größerer Schaden. Einem geistesgegenwärtigen Mann gelang es, sein Kind zu retten. Als die Welle herankam, sprang er mit dem Kind im Arm auf einen Felsen. Das Wasser flutete in Hüfthöhe an ihm vorbei. Er hielt jedoch den Jungen in die Luft und beide wurde gerettet. Als die dritte Flutwelle kam, öffnete der Augenzeuge die Tür seines väterlichen Hauses, worauf das Wasser hineinströmte. Dadurch wurde ein Fortreißen des Gebäudes verhindert. Ein nur mit einem Hemd bekleideter Knabe wurde in schwer verletztem Zustand von der Welle auf die Haustreppe geschleudert. Das von der Flutwelle he bietet einen trostlosen Anblick. 31 ungewöhnlich starken Verwüstungen ist die Bergung der unter den Trümmern liegenden Verwundeten sehr erschwert. Auch in Fsöraa hatte die Flutwelle katastrophale Folgen. Auch dort sind Opfer an Menschenleben zu beklagen. Es werden 17 Personen vermißt. Ein Bootshaus und ein Lagerhaus sowie sämtliche Boote wurden von der Flutwelle ersaßt und in den Fjord hinausgetragen. Sowohl in Ta=Fjord wie in-Fjörao war man mehrere Stunden nach der Katastrophe noch ohne jede Verbindung mit der Umwelt auf dem Seeweg, da die Flutwelle die Fahrzeuge entweder zerstört oder fortgerissen hatte. Sofort nach dem Eintreffen der Unglücksnachricht kamen die Bewohner der Nachbarorte mit Booten heran und leisteten den am Leben gebliebenen Einwohnern bei der Nachforschung nach den Vermißten und bei den Aufräumungsarbeiten Hilfe. Es ist möglich, daß die Flutwelle auch an anderen Stellen des Fjords Zerstörungen angerichtet hat. Die Ueberlebenden der Katastrophe berichten. daß sie etwa 3 Uhr nachts von einem furchtbaren Getöse erwachten. Noch ehe man wußte, zum was es sich handelte, rauschte die erste Welle heran, die indes kaum Schaden verursachte. Erst die beiden folgenden Flutwellen hatten die schreckliche Katastrophe zur Folge, indem sie weit ins Land hinein führten und alles, Boote, Häuser, Menschen auf ihren Wegen niederrissen. Die Gegend gleicht einem Trümmerfeld. Etwa 30 Gebäude sind von der Flut niedergerissen worden. Die Leichen der getöteten Menschen sind von der Flut in den Ta=Fjord hinaus geführt worden, so daß es mit großen Schwierigkeiten verbunden sein wird, sie zu bergen. * Die Katastrophe, die das Land um den TaFjord heimgesucht hat, ist die schwerste, die Norwegen seit 1905 erlebte. Umfangreiche Hilfsund Rettungsmaßnahmen aus behördlicher und privater Initiative sind im Gange. Unter den 40 Toten befinden sich 11 Männer, 12 rauen und 17 Kinder. Der Ta=Fjord gehört zu den herrlichsten Naturschönheiten der Westküste Norwegens Die hohen Felswände zu beiden Seiten des Fjords stürzten fast senkrecht ins Wasser hinab. Die Stelle, wo sich der Felssturz ereignete, liegt etwa 10 Kilometer vom Ta=Fjord entfernt. noch andere normegische Küstenorte betroffen Nach weiteren in Kopenhagen vorliegenden Meldungen wird über den Hergang des Unglücks ergänzend berichtet, daß die durch den Felssturz entfesselten Flutwellen sich mit furchtbarem Krachen ins Land ergossen, so daß die Menschen nichts anderes glaubten, als der Tag des jüngsten Gerichts sei gekommen. Es war tiefste Finsternis. Als die Fluten die elektrischen Lichtleitungen erreichten, zuckten elektrische Flammen auf, die den Schaukommen sehen, da man schon immer fürchtete, daß der Fels###ock niederstürzen könnte. Außer den beiden genasneenVen0 Fjord und Fjoerra wurden auch die Orte Silte, Uri und Nerhus von der Flutwelle heimgesucht, die alle an der Küste liegenden Gebäude dem Erdboden gleichmachte. In Rerhus wurden zwei Wohnhäuser weggespült, deren Bewohner sich aber glücklicherweise noch hatten in Sicherheit bringen können. Von Aalesund ist am Samstagvormittag ein fischdampfer an die Unglücksstätte abgegangen. In Ta=Fjord sind viele Menschen zusammengeströmt, um bei den Bergungs= und Aufräumungsarbeiten zu helfen. Große Teile der Küste sind weggespült. Dort, wo früher Aecker und Wiesen waren, ist das Land von Steinen und Schutt bedeckt. Es war noch nicht festzustellen, inwieweit die umgelommenen Menschen von den Fluten in den Fjord mitgeführt worden sind oder noch unter den Trümmern liegen. In Fjoeraa, wo 17 Personen vermißt werden, wurde bisher nur eine Leiche gesunden. Generaloderst von Einem ist Samstag früh gegen 4 Uhr in Mülheim(Ruhr) gestorben. Henderson bei Barthou Vor Verhandlungen zwischen London und Paris Der am Freitagabend in Paris eingetroffene Vorsitzende der Abrüstungskonferenz, Henderson, hatte am Sonnabendvormittag im Beisein des Direktors der Abrüstungsabteilung ades Völkerbundes, Agnides, eine Unterredung mit Außenminister Barthon. Nach dieser Aussprache wurde folgender Bericht ausgegeben: „Henderson und Barthou haben sich während 1¼ Stunden über den allgemeinen Stand der Abrüstungskonferenz und insbesondere über den Zusammentritt des Büros am Dienstag in Gen ausgesprochen. Für den Fall, daß ein Vorschlag gemacht werden sollte, den Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz für den 23. Mai einzuberufen, hat Barthou Henderson die Versicherung gegeben, daß sich die französische Abordnung diesem Vorschlag anschließen würde. Karte der Unglücksstätte Ueber die mehr als einstündige Unterredung, die Henderson am Sonnabend mit Barthou hatte, äußert man sich in gutunterrichteten französischen Kreisen sehr befriedigt. Man sagt, diese Besprechung sei deshalb von Bedeutung, da sie die Möglichkeit für die Einberufung des Hauptausschusses der Abrüstungskonferenz zum 23. Mai gegeben habe. Diese Tatsache beweise, daß man bis dahin im diplomatischen Meinungsaustausch die noch schwebenden Fragen hinreichend zu klären hoffe, damt der Hauptausschuß eine Entscheidung treffen könne. Die französische Note an England, von der Henderson Sonnabend vormittag Kenntnis genommen habe, eröffne in der Tat zwischen London und Paris Verhandlungen über die grundsätzlichen Fragen eines etwaigen Abrüstungsabkommens. Diese Verhandlungen würden in den nächsten Tagen beginnen. Außerdem werde demnächst der italienische Staatssekretär Suvich London besuchen, um über dieselben Abrüstungsfragen mit den englischen Ministerien zu beraten. Ferner werde Barthou bei seiner Reise nach Warschau und Prag mit den Außenministern Polens und der Tschechoflowakei hierüber sprechen. Man müsse deshalb das Ergebnis dieses Meinungsaustausches abwarten, bevor der Hauptausschuß der der Abrüstungskonferenz über das Schicksal der Konferenz beschließt. Unter diesen Umständen dürfte das Kleine Büro der Abrüstungskonferenz, das am Dienstag kommender Woche in Genf zusammentrete, sich dieser Auffassung anschließen. Zwbeite Arbeiteschlauft=Pringt!. Die Verminderung der Arbeitslosigkeit im ersten Halbjahr 1934 auf 1½ Millionen geschättt beimgesuchte Dorf Anblick Infolge der In den letzten Tagen sind aus allen Zweigen der Wirtschaft auf Grund von Umfragen die Ziffern über die tatsächliche Verminderung der Arbeitslosigkeit in den Wintermonaten sowie über die voraussichtliche weitere Verminderung im zweiten Bierteljahr 1934 veröffentlicht worden. Nachzutragen sind diesen Mitteilungen aus Industrie, Handel, der Reichsbahn und Reichspost noch die Ergebnisse von Untersuchungen im Handwerk und in der Landwirtschaft. Aus diesen beiden Wirtschaftszweigen konkretes Ziffernmaterial zu erhalten, war nicht möglich. Hier muß man sich mit Schätzungen begnügen. Was das Handwerk anbetrifft, so darf man die Zahl der Mehrbeschäftigten Ende Februar 1934 gegenüber dem 1. Oktober 1933 auf etwa 225000 Mann schätzen. Dieser Rückgang der Arbeitslosigkeit im Handwerk war in erster Linie das Ergebnis der Reichszuschüsse für Instandsetzungsarbeiten. Auf Grund früherer Statistiken glaubt man, bis zur Vollbeschäftigung des Handwerks noch weitere 300 000 handwerkliche Arbeiter unterbringen zu können. In der Landwirtschaft verbieten schon die saisonmäßig bedingten Verhältnisse einen Ueberblick für kürzere Zeit zu geben. Man muß hier das Ergebnis eines ganzen Jahres zusammenfassen, um ein richtiges Bild zu erhalten. Statistisch festgestellt ist, daß in der Landwirtschaft der Arbeitslosenrückgang in der Zeit von Ende Februar 1933 dis Ende Februar 1934 65,2 v. H. betrug. In landwirtschaftlichen Kreisen befürchtet man bereits, daß die kommenden Saisonarbeiten ein großer Mangel an geschulten landwirtschaftlichen Kräften eintreten wird. Es wird darum an die übrigen Wirtschaftskreise, insbesondere an die Industriellen appelliert, dort etwa vorhandene landwirtschaftlich geschulte Kräfte der Landwirtschaft freizugeben und sie durch andere erwerbslose Kräfte zu ersetzen. Faßt man das Ergebnis der Untersuchungen in allen Wirtschaftskreisen zusammen, so darf man unter Berücksichtigung der Auswirkung weiterer Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Reichsregierung, die in den bisherigen Untersuchungen noch nicht einbezogen waren, für die Zeit von März bis Ende Juni dieses Jahres mit Ren einstellungen vouetwe 800 000 Arbeitskräften rechnen. Rechnet man hierzu die bereits im ersten Vierteljahr 1934 eingetreteue Verminderung der Arbeitslosigkeit um 700 000 Mann. so kommt man auf die Ziffer von 1½ Millionen, um die sich im ersten Halbjahr 1934 die Arbeitslosigkeit voraussichtlich vermindern wird. Von dem Arbeitslosenheer, das die nationalsozialistische Regierung bei ihrem Antritt hat übernehmen müssen, dürften demnach in dem kurzen Zeitraum nen nicht ganz 1½ Jahren nahezu ½ wieder in Arbeit und Prot gelommen sein. Seit September vorigen Jahres mußte der Generaloberst das Bett hüten. In diesem Winter überstand er vier Lungenentzündungen. Am Freitagnachmittag verschlimmerte sich sein Zustand zusehends. Der Kranke verlor das Bewußtsein und erlangte es bis zu seiner Todesstunde nur noch einmal wieder. Ruhig und ohne Todeskampf verschied er am Samstagmorgen. Generaloberst Karl von Einem, genannt von Rothmaler, ist am 1. Januar 1853 in Herzberg am Harz geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums und der Kadettenanstalt zog er als 17jähriger Porteveesähnrich des 14. Ulanen=Regiments in den Krieg von 1870. Im gleichen Jahre wurde er im Felde zum Leutnant befördert und am 18. Januar 1871 in der Schlacht von Saint Quentin bei einer Attacke gegen französische Insanterie verwundet. Mit 23 Jahren schon Brigadeadjutant. wurde von Einem aus der Front heraus lediglich auf Grund seiner hervorragenden soldatischen Veranlagung 1881 in den Generalstab kommandiert. in dem sich. bis auf ein kurzes Frontkommando, seine weitere Laufbahn vollzog. Im Jahre 1893 wurde er Kommandeur des 4. Kürassier=Regiments in Münster, a la suite dessen er seit dem Jahre 1907 stand. Als Oberst wurde er im Jahre 1898 als Abteilungschef in das Kriegsministerium versetzt. Im Jahre 1900 erfolgte seine Beförderung zum Generalmajor und seine Ernennung zum Devartements=Direktor und Bevollmächtigten im Bundesrat. 1903 wurde er als Nachfolger des Ministers Goßler unter Beförderung zum Generalleutnant zum preußischen Kriegsminister ernannt. in welcher Stellung er auch nach seiner Besörderung zum General der Kavallerie bis zum Jahre 1909 verblieb. In diesem Jahre bat er um Enthebung von diesem Posten, auf dem er wegen der für die Modernisierung der Armee ersorderlichen Kosten in stetem Kampf mit der Regierung und dem Reichstag gestanden hatte. An seine Stelle trat als Kriegsminister General von Heeringen. Er selbst wurde kommandierender General des 7. Armeekorps. In seiner Amtszeit als Minister führte er eine große Zahl von einschneidenden Maßnahmen auf dem Gebiete der Heeresorganisation und Bewaffnung durch. So erließ er neue Vorschriften für alle Waffen und eine neue Felddienstordnung. Die Infanterie erhielt ein neues Gewehr. Der 21=Zentimeter= und der berühmte 42=Zentimeter=Mörser wurden vorbereitet. Die Festung Metz wurde neuzeitlich ausgebaut und vor allem die Armee mit einer neuen Uniform, dem Feldarau des Weltkrieges. ausgerüstet. Im Weltkriege führte von Einem zunächs sein 7. Armeekorps. Im September 1914 wurde er Oberbefehlshaber der 3. Armee. Als solcher hielt er mit seiner Armee zwischen Reims und den Argonnen in der Champagne Wacht. In das Jahr 1915 fiel seine Beförderung zum Generaloberst. In der Herbstschlacht 1915 behauptete er sich mit seiner Armee und dann weiter bis zum Ende des Krieges auf den blutigen Schlachtfeldern der Champagne. Ende September 1918 führte er seine Armee unter dauernden Gesechten über die Maas und nach dem Waffenstillstand über den Rhein zurück. Am 18. Januar 1919 nahm er den Abschied. Nach seiner Verabschiedung lebte er zunächst in Münster i. und siedelte Anfang 1930 nach Mülheim a. d. Ruhr über. Noch jahrelang stand er aktiv im Dienst der nationalen Arbeit. Dem Sohn des Verstorbenen haben Reichspräsident Generalfeldmarschall von Hindenburg, Reichskanzler Adolf Hitler, Vizekanzler von Papen und Ministerpäsiden Göring telegraphisch ihre aufrichtige Teilnahme ausgesprochen. Staatsbegräbnis für Generaloberst von Einem Reichswehrminister Generaloberst von berg hat den Befehlshader im Wehrkreis 6, neralleutnant Fleck, beauftragt, der Familie verstordenen Generaloberst von Einem sein### sönliches Beileid und das der deutschen macht zu übermitteln und gleichzeitig mitzute!: len, daß der Reichskanzler Adolf Hitler auf schlag des Reichswehrministers für den dienten früheren preußischen Kriegsminister, Armeeführer ein Staatsbegräbnis angeor hat. Die Beisetzung wird am Mittwoch mit militärischen Ehren in Münster erfolgen. sterdliche Hülle des Verstordenen wird im zu Münster aufgebahrt, wo die Trauerfeierlichkeiten mit der mil tärischen Trauerparade st finden. Die Berietzung erfolgt anschließend dem Zentralfriedhof. Montag, 9. April 1934 Nr. 82(Zweites Blatt) „Schwerter Zeitung“ Ner Aigral Pranmt Schwerte(Ruhr), Montag den 9. April 1934 Vom Wetter Vorhersage für Montag: Schwache Winde östlicher Richtungen, morgens neblig, tagsüber meist leichwolkig und mild, nachts sturder Temperaturrückgang. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Voraussichtlich bei zunehmenden Winden nördlicher Richtungen stärker bewölkt einzelne Schauer, kälter. : Schwerter, setzt Euch für den Bau des Gefallenen=Ehrenmals ein. In unserer Nachbarstadt Dortmund wurde gestern das Ehrenmal für die im Weltkriege und in den Nachtriegsfreiheitskämpfen Gefallenen mehr als 8000 Söhne der Stadt errichtet. Es war ein großer Tag des Dankes für das Heldenopfer. Die Beteiligung der Verbände, Organisationen und Vereine war außerordentlich stark. Pfarrer Lic. Stein und Kaplan Kurth und Oberführer Bauer hielten packende Ansprachen. Amtsgerichtsrat Dr. Schröder hielt die Weiherede und übergab das herrliche Mal, ein Reiterstandbild, auf hohem Sockel mit einem würdigen Ehrenhof, in treue Obhut der Stadt Dortmund und schloß mit den Worten: Möge es stets ein Zeichen sein, daß Dortmund deutsche Männer würdig ist.— Angesichts der Tatsache, daß nunmehr auch Dortmund ein würdiges herrliches Ehrenmal besitzt, sollte die Schwerter Bürgerschaft alles daran setzen, daß auch unsere Stadt eine würdige Heldengedächtnisstätte bekommt. Spendet reichlich für das Schwerter Ehrenmal. Es gilt, den 400 gefallenen Söhnen unserer Stadt die Dankesschuld abzutragen. : Kundgebung der NSV. Wir erinnern an die Kundgebung der NS=Volkswohlfahrt Schwerte, die am Mittwoch, den 11. April, abends 8 Uhr, im Parteilokal Wilkes stattfindet. Reichstagsabgeordneter Trumpetter=Hagen spricht über„Warum NS. Volkswohlfahrt?“ X Weißer Sonntag. Gestern wurden 237 Kinder der katholischen Pfarrgemeinde Schwerte— 115 Knaben und 122 Mädchen— zum ersten Male zu Tische des Herrn geführt. Die feierliche Handlung, welche Pfr. Aufenanger vornahm, hatte das prächtig geschmückte Gotteshaus bis auf den allerletzten Platz gefüllt. Der Kirchenchor unter Rektor Großekempers Stabführung gab der großen Feier durch seine mustergiltigen Darbietungen einen würdigen musikalischen Rahmen. Mit einer Dankandacht um 3 Uhr nachmittags fand die Feier ihren Ausklang. In Westhofen wurden 6 Knaben und 9 Mädchen und in Lichtendorf 9 Knaben und 9 Mädchen zur ersten hl. Kommunion geführt. Ständchen. Am Samstagabend brachte der MGV.„Sängerbund“ Schwerte dem Ehrenmitglied Andreas Kohlmann in der Mährstraße, anläßlich seines 75. Geburtstages unter der Stabführung des Sangesbruders Paul Westermann ein Ständchen. Der Jubilar hatte seine Freude an dem schönen Gesang. Zum Vortrag gelangte„Dies ist der Tag des Herrn" und„Genügen in der Heimat“. Der Anfang der Besserung. Man sagte— nicht mit Unrecht— der Großstädter will gar nicht gern mehr heiraten. Wirklich wurden in deutschen Großstädten 1929 auch nur 10,3 Ehen auf je 1000 Einwohner geschlossen. Die Zahl der Heiraten verminderte sich noch von Jahr zu Jahr und war 1932 bis auf 8,5 auf je 1000 Einwohner gesunken. Im Jahre 1933 aber setzte der Umschwung ein. Die Ehelust stieg, und es fanden 10,7 Heiraten auf je 1000 Großstadteinwohner statt. Das ist ein Beweis dafür, daß die nationalsozialistische Staatsführung auf dem richtigen Wege ist mit ihrer Stützungspolitik für junge Ehen namentlich durch die Ehestandsdarlehen. Sonntagsfahrkarten am 1. Mai. In diesem Jahre fällt der 1. Mai, der Tag der nationalen Arbeit, auf einen Dienstag. Die Deutsche Reichsbahn hat daher, wie uns die Pressestelle der Reichsbahndirektion Wuppertal mitteilt, zugelassen, daß die Geltungsdauer der Sonntagsrückfahrkarten ausnahmsweise über den zwischen dem Sonntag und dem Feiertag liegenden Werktag ausgedehnt wird. Die Karten gelten zur Hinfahrt: vom Sonnabend, dem 28. April, 12 Uhr bis zum Dienstag, dem 1. Mai und zur Rückfahrt: vom Sonnabend, dem 28. April, 12 Uhr bis zum Mittwoch, dem 2. Mai, 12 Uhr. Zu dieser Zeit muß die Rückreise angetreten sein. Lehrgang. An der Staatsmedizinischen Akademie in Berlin=Charlottenburg wird der nächste dreimonatige staatsmedizinische Lehrgang für Kreisarzt=, Kommunalarzt=, Schul= und Fürsorgearztanwärter vom 3. Mai bis 31. Juli d. I. abgehalten. Der Lehrgang, der das Gesamtgebiet des öffentlichen Gesundheitswesens, der Rassenpflege, Bevölkerungspolitik und der Sozialhygiene umfaßt, entspricht im übrigen den Prüfungsbestimmungen für Kreisarztanwärter. Da die Teilnehmerzahl beschränkt werden muß, wird baldigste Anmeldung empfohlen. Anfragen an das Sekretariat der Akademie in Berlin=Charlottenburg 9, Spandauer Chaussee 1, (Krankenhaus Westend) Fernruf: I 9 Heerstraße 6101. eressnung des Reichoderch dwrarung,.. der deutschen Zugend durch die Gruppen„Graphisches Gewerbe“. „Deffentliche Betriebe und Verkehr“ und„Holz“ am 9. April 1934 Berufsgruppe Bauhandwerker Achtung, Ladeninhaber von Schwerte Zur Gesamtabrechnung des Büchsens=Pfennig=Sammelergebnisses für das WHW. werden in Kürze sämtliche Büchsen durch SAMänner abgeholt. Die Schwerter Geschäftsleute wollen in ihre Sammelbüchse die genaue Anschrift einlegen. Hierdurch wird die Zustellung ordentlicher Quittungen und weiter nach Umetikettierung für das große Hilfswerk„Mutter und Kind“, die Anlieferung der Büchsen wesentlich erleichtert. Die Büchsen erhalten ein Etikett mit dem Aufdruck Nat.=Soz. Volkswohlfahrt und dem Zeichen der NSV. Heil Hitler! Amt für NS=Volkswohlfahrt. gez. Hemeyer, Ortsgruppenamtsleiter. Der Wettkampf der Berufsgruppe Bauhandwerker ist am 11. April. Treffpunkt der Fachschaft: Anstreicher und Maurer ist Schwerte(Ruhr)„Westf. Hof“, Bahnhofstraße 34. Zeit: 8,30 Uhr. Es sind mitzubringen:(Maurer): Kelle, Hammer, Wasserwagge, Lot, Schnur, Nägel, Zollstock, Bleistift, Fugenkelle.—(Maler): 1. und 2. Lehrjahr: 1 Strichzieher 2 Stärken, 1 Lineal 1 m lang.=3. Lehrjahr: 1 Strichzieher 2 Stärken, 1 Lineal 1 m lang, 1 Rundhaarmalpinsel und Malstock. 4. Lehrjahr: 1 Strichzieher für Oel, 1 Lackpinsel, 1 Rundhaarmalpinsel oder Wienerritzer, 1 Lineal 1 m lang. Die Aufgaben werden am Wettkampftag bekanntgegeben. Schwerte, 8. April 1934. Der Wettkampfleiter: gez. P. Geynis. * Die drei Berufsgruppen„Graphisches Gewerbe“,„Oeffentliche Betrieb und Verkehr“. und„Holz“ beginnen heute mit dem Reichsberufswettkampf. Sie haben daher die Ehre, an den Eröffnungsfeiern am 9. April beteiligt zu sein. In ganz Deutschland werden die Jugendlichen dieser Berufsgruppen auf den Märkten und öffentlichen Plätzen aufmarschieren, zusammen mit der HJ. und deren Spielmannszügen und dem B0M. Im Beisein der örtlichen Spitzen der Bewegung, des Staates, der Behörden, der Wirtschaft und der Schulen werden die Eröffnungsfeiern vor sich gehen. Nach einigen den Wettkampf würdigenden Worten wird jedem Teilnehmer ein versiegelter und an den NSBO.=Zellenobmann und Betriebsführer adressierter Briefumschlag übergeben, der die Aufgaben enthält. Dann folgt der gemeinsame Abmarsch zum Wettkampfplatz. Von der Jugend des„Graphischen Gewerbes“ ist besondere Aktivität im Reichsberufswettkampf zu erwarten, steht sie Propagandatag der Schwerter Hitlerjugend Alles aus eigener Kraft! Schwerte, den 9. April. Die Schwerter Hitserjugend hatte am gestrigen Sonntag einen Propagandatag. Geworben sollte werden für das Kampfblatt der HJ. die„Fanfare". In länger, mühevoller Arbeit hatten die Hitlerjungen aus eigener Kraft Transparente gemalt. Plakate geschrieben, überhaupt eine Propahanda inszeniert, die von der eifrigen Tätigkeit der HJ. in unserer Stadt beredtes Zeugnis ablegte. Noch am Samstag wurde auf dem Adolfvitler=Platz bis in die sinkende Nacht hinein an einem geschmackvollen Transparent um die „schlanke Mathilde“ gearbeitet. In Schlagworten wurde auch auf den bevorstehenden ReichsBerufswettkampf hingewiesen. In besonderem Maße hatten sich für die paganda mit großem Erfolge eingesetzt die Tunggenossen Pressewart Hans Vierbach, veinz Flunkert und Klapp. Am Sonntag vormittag fand dann ein groder Propaganda=Umzug statt. Der Zug formerte sich auf dem Marktplatz. Voran marmerte mit Fahnen, Landsknechtstrommeln und Skansparenten das Jungvolk in Stärke von 465 Pimpfen. Sodann sah man## des BdM. Die Mädels zeigten sich mit Sportgeräten, Schneeschuhen, Keulen, Medizinbällen usw. Trotz der Sportbegeisterung las man das Kampfblatt der HI. In Form von metergroßen Buchstaben, die einzeln von Hitlerjungen getragen wurden, wurde das Wort Faufare durch die Straßen getragen. Wieder folgten Transparente mit der Aufschrift: Denkt an den Reichsberufswettkampf. Im Zuge marschierte sodann die HJ., ihr folgte ein Wagen mit einer Mühle, die auf ihren Flügeln Propagandainschriften trug. Hinter diesem Wagen folgte mit 8 Wimpeln der BdM. Ein dritter Propagandawagen zeigte ein buntes Durcheinander von eifrigen Lesern in den verschiedensten Trachten. Den Abschluß bildeten die Jungmädel. Rund 1000 Angehörige der braunen Jugend marschierten in diesem Zuge, der durch die Hüsingstraße, Bahnhofstraße usw. führte und der dann auf dem Marktplatz gegen 1 Uhr aufgelöst wurde. Freunde der Hitlerjugend hatten das Material für die Propaganda, wie Holz, Leinen, Farbe usw. gestiftet. Der Propagandazug erregte bei der Bevölkerung allgemeine Aufmerksamkeit. W doch schon zahlenmäßig mit an erster Stelle. Sie kennt die bedeutungsvolle Rolle, welche die Leistungsfähigkeit auf dem Gebiete der Arbeit im Leben des Volkes spielt. War sie bereits schon stets bemüht, ihren Willen zur Arbeit durch besondere Leistungen zu beweisen, so hat sie hier doch zum ersten Male Gelegenheit, in einem Generalappell diesen Willen vor ganzen Volk zu zeigen. Daß sie die Ersten sind, daß sie den Berufswettkampf beginnen und sich gerade auf sie prüfend die Blicke des gesamten deutschen Volkes richten werden, erfüllt sie mit Stolz. Sie werden durch ihre Leistung zu beweisen haben, daß sie diese Ehrung verdienen. In der Gruppe„Oeffentliche Betriebe und Verkehr“ sind die Lehrlinge der Reichsbetriebswerkstätten der Deutschen Reichsbahn und die Jungen aus der deutschen Friseurbranche zusammengefaßt. Auch diese sind dem Appell zum Reichsberufswettkampf zahlreich gefolgt. Sie werden in freiwilliger Selbstprüfung ihre berufliche Leistung zeigen und durch ihre Beteiligung zugleich die Freude an ihrem Berufe bekunden. Die Jungen der Reichsbahn wissen, welchem wichtigen Beruf sie angehören. Sie sind sich bewußt, daß der Führer durch das Gesetz zur Schaffunug der„Reichsautobahnen“ ihnen neue Hoffnungen für die Zukunft gegeben hat und daß sie Träger und Hüter großer Technik und genialer Erfindungen sind, und werden das auch durch ihre Leistung zum Ausdruck bringen. Der Nachwuchs der Friseurbranche kann auf eine alte Tradition seines Handwerks zurückblicken. Er wird zeigen, daß von ihm der Friseurberuf in seiner Bedeutung für Volkskultur und Zivilisation erhalten wird und besondere Beachtung verdient. Jeder Jugendliche wird bemüht sein, zu zeigen, daß persönlicher Geschmack und eigenes Empfinden zum Friseurberuf gehören und daß der Lehrling von heute ein tüchtiger Meister von worgen wird.„„ ezuman an2 8. Auf eine uralte Tradirion konnen auch die Jugendlichen der holzbearbeitenden Berufe zurückblicken. Gerade diese Tradition, die bis in die älteste Geschichte menschlicher Kultur zurückreicht, gibt diesem Handwerk das Bodenständige. In den Zünften des Mittelalters, den Tischmacherordnungen, Schreinerordnungen usw., bestanden bereits Grundsätze einer unantastbaren Berufsehre. Die Heranbildung des Nachwuchses wurde mit größter Sorgfalt vorgenommen, und der Meister setzte seinen ganzen Stolz darein, aus seinen Lehrlingen tüchtige Handwerker zu machen. Nach den Leistungen des Lehrlings beurteilte man nicht nur diesen selbst, sondern zog aus seinem Können auch Schlüsse auf den Lehrmeister. Die Jugend, die sich in der Berufsgruppe„Holz“ am Reichsberufswettkampf beteiligt, sieht in diesem nach jahrhundertelanger Zurückdrängung des Handwerks durch die rationalisierende Industrie wieder zum erstenmal ein Betonen der inneren Verbundenheit mit der Arbeit. Auch sie wird die Ehre ihres Berufes im Wettkampf zu wahren wissen. Die Gesellschaft für Volksbildung, Berlin, die seit 63 Jahren auf allen Gebieten des Geisteslebens mit anerkanntem Erfolge für die deutsche Volksgemeinschaft gearbeitet hat und die für ihre Arbeitsgebiete den zuständigen Einzelkammern innerhalb der Reichskulturkammer angehört, ist der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" beigetreten. Sie stellt ihre sämtlichen Einrichtungen für die Durchführung der Kulturarbeit innerhalb der Deutschen Arbeitsfront zur Verfügung. Es ist zu erwarten, daß sich diese Verbindung für das große Feierabendwerk der Deutschen Arbeitsfront günstig auswirken wird. Verbilligte Kraftpostfahrten für Arbeitsdienstwillige. Die nach den gesetzlichen Vorschriften am freiwilligen Arbeitsdienst teilnehmenden Arbeitsdienstwilligen erhielten bisher lediglich bei der ersten Hinfahrt zum Arbeitslager, bei der späteren Rückfahrt und bei Urlaubsreisen mit der Kraftpost eine Fahrgeldermäßigung von 50 v. H. Diese Verbilligung des Fahrpreises wird fortan auch gewährt bei der Benutzung der Kraftpost auf dem Hin= und Rückweg vom Wohnort zum Sitz des Meldeamtes anläßlich der Bewerbung um Aufnahme in den freiwilligen Arbeitsdienst, auf dem Wege vom Wohnort zum Arbeitsdienstlager oder dem Beschäftigungsort im Landhilfedienst zum Wohnort nach Abschluß der Tätigkeit im Arbeitsdienst. Die Fahrgeldermäßigung wird ferner gewährt bei der Versetzung eines Arbeitsdienstwilligen nach einem anderen Arbeitslager und bei Urlaubsreisen. Als Ausweis gegenüber den Postanstalten gilt der von der zuständigen Geschäftsstelle des freiwilligen Arbeitsdienstes ausgefertigte„Antrag auf Fahrpreisermäßigung" bzw. bei Urlaubsreisen vom Arbeitslager ausgestellte Urlaubsschein. Schluß des redaktionellen Teils. Vereins= u. Verbandsnachrichten Vaterl. Frauenverein. Die Elektro=Firma Brown, Boveri& Cie., Essen, veranstaltet Donnerstag, 12. April, abends 8.15 Uhr, Hotel Sternberg, einen Kochkursus. Die Mitglieder des Vaterl. Frauenvereins sind dazu herzl. eingeladen. Dienstag, den 17. d. M. Arbeitsnachmittag. 0• 4* zur dis Cratschen Hagenoy?.??. P.. Presserundfahrt und Besichtigung der westfälischen Jugendherbergen (Fortsetzung und Schluß). Der Bürgermeister der Stadt Menden begrüßte die Besucher der Jugendherberge. Er fand warme Worte für das deutsche Jugenoyerbergswesen, das ein wahrer Gesundbrunnen für unsere Jugend sei. Durch das Wandern werde der Jugend die Schönheit des Vaterlandes erschlossen und dadurch auch die Liebe zum Vaterlande geweckt und gestärkt. Der Redner hob dann die schöne Lage der Mendener Jugendherberge hervor, die aus diesem Grunde und wegen ihrer guten Einrichtung zu den am meisten besuchten gehört.....u Lallan Tagss. Nach dem Essen wies in dem hellen Tagesraum Sturmführer Landesreferent Bubenzer darauf hin, daß das Jugendherbergswerk nicht mit dem Verstande, sondern allein mit dem Herzen erfaßt werden könne. Dann verabschiedete sich der Begründer des Jugendherbergswerks, Richard Schirrmann, von der Presse mit Worten der Freude über die Vereinigung der alten und neuen Jugendbewegung. Er erwähnte, daß er in seiner Eigenschaft als Präsident des internationalen Jugendherbergswerks in Frankreich, Belgien und Holland gesprochen habe. In Paris habe er darauf hingewiesen, daß das Deutschland von heute nicht mehr das unruhige Land von früher sei, und er habe die anwesenden Franzosen nach Deutschland eingeladen, damit sie sich selbst ein Bild von dem neuen Geist und seiner wandernden Jugend machen könnten. Schirrmann schloß:„Wir müssen wieder einfache Menschen werden. Wir haben vor Jahrtausenden in Steinhöhlen gewohnt und tun es jetzt wieder in den Großstädten. Darum wollen wir die Jugend in die Natur hinausführen. Es geht um Deutschland!“ Stabsleiter Bennewitz weilte mitten unter der braunen Jugend. Als HJ=Führer verstand er es glänzend, mit den frischen und gesunden Mädel und Jungen umzugehen. Auch die Schwerter Mädel waren restlos begeistert. Nach einem herzlichen Abschiednehmen führte unser Weg weiter durch waldreiche Gegenden über Neheim=Hüsten nach der Hauptstadt unseres Regierungsbezirks, nach Arnsberg. Diese Jugendherberge, die über 100 Betten und 40 Notlager verfügt, ist wohl eine der ältesten und eigenartigsten. Sie hat den Namen„Die Glucke“. Ihr Dach reicht zum Teil bis auf den Erdboden hinab und es ist als ob eine Henne ihre Flügel schützend über ihre Küken ausbreite. Ihre Lage inmitten der Berge und unmittelbar an der Ruhr ist sehr schön. Auch hier traf man Schwerter braune Jugend an. Mit dem Pressereferenten Hülsmann, der mit 9 Pimpfen in der Herberge weilte, gab es ein freudiges Wiedersehen. Möhnesee. Die am idealsten gelegene und am stärksten besuchte Jugendherberge des Sauerlandes ist das große schmucke Haus am Möhnesee, gegenüber Körbecke. Es wurde 1928 erbaut und kann 200 Wanderer aufnehmen. Die Zahl der Uebernachtungen betrug 1933 über 30000. Die Jugendherberge ist besonders hygienisch eingerichtet. Groß und luftig sind die Schlafräume, die Tagesräume, die Speisesäle und die Küche. Die Presserundfahrt fand in Möhnesee ihren eigentlich Abschluß dadurch, daß Stabsleiter Bennewitz eine Schlußansprache hielt. Er wies auf den Kampf der Hitlerjugend für die absolute Einigung des jungen Deutschlands hin. Die HJ. werde im Sommer das Wandern in starkem Maße pflegen. Die Losung laute: Jeder Hitler=Junge acht Tage auf Fahrt oder im Lager. Soest war die letzte Station der Werbefahrt. Diese modern eingerichtete Bleibe besitzt 62 Betten erriarung des Prorinhlaltir., ischon arbeit berief er in dieses Jugendamt den PfärDie amtliche Pressestelle des evangelischen Bistums Münster teilt unter dem 6. April mit: Unter dem Vorsitz des Bischofs Adler als Präses der westfälischen Provinzialsynode ist heute der Provinzialkirchenrat versammelt. Er wendet sich an die evangelische Oeffentlichkeit mit folgender Erklärung: Der Provinzialkirchenrat nahm mit tief stem Bedauern davon Kenntnis, daß in vielen Kirchengemeinden der Provinz die Karwoche entweiht wurde durch Versummlungen des Pfarrernotbundes. Unter irreführenden Aufrufen wurde unseren Gemeinden die stille Feier des Karfreitags und Ostern genommen. Statt dessen sind zu offenem Widerstand gegen die Kirchenregierung und deren Maßnahmen aufgerufen worden. Diese Art des Vorgehens ist nur der durch nichts zu rechtfertigende Versuch, einen zur Niederlage verurteilten kirchenpolitischen Kampf fortzusetzen. Wir bitten und erwarten, daß nun endlich mit diesem Treiben Schluß gemacht wird, denn es zerstört die deutschen evangelischen Kirchen, die nur Verkünderin eines Evangeliums vom Heilande Jesus Christus sein will, der für uns gekreuzigt und auferstanden ist. Für das Evangelium stehen wir alle ein. Ihm wollen und werden wir Bahn brechen in die Herzen der Deutschen des Dritten Reiches, vorab in die Herzen unserer lieben evangelischen Westfalen. Durchdrungen von solcher Erfüllung sieht der Provinzialkirchenrat als dringlichste Aufgabe an: Zusammenfassung der volksmissionarischen Arbeit, Neugestaltung des kirchlichen Jugendwerks, Ausbau des evangelischen Männerwerks. Zur Durchführung dieser Aufgaben wurden folgende Beschlüsse 9eobt:„ 11274, gmt ui. 1. Das volksmissionarische Amt wird gebildet unter Führung des Pfarrers Stein in Hagen. Mit einer Reihe jüngerer Theologen und Laien soll Pfarrer Stein sofort die Arbeit beainnen. Als Schulungsstätte ist von der Reichskirchenregierung das bisherige Predigerseminar in Soest zur Verfügung gestellt worden. Wir bitten um die Mitarbeit all der Kreise, die bisher schon Volksmission in Westfalen getrieben haben. Darüber hinaus sind alle evangelischen Volksgenossen, wie Pfarrer, Presbyter und Gemeindeglieder aufzurusen, diese volksmissionarische Aufgabe als das Gebot der Stunde weitgehend und mitarbeitend zu erkennen. 2. Das Jugendamt des evangelischen Bistums Münster ist unter Leitung des Pfarrers Fiebig=Münster gebildet worden. ärbeit berief er in dieses Jugendumt den Pfarrer Zickmann in Essen und Dr. Wilkes(bisher im Westdeutschen Jünglingsbund Barmen). Die anhaltenden und großen Wirkungsmöglichkeiten, die sich heute der kirchlichen und gemeindlichen Jugendarbeit dargetan haben, glauben wir zu sehen, und hoffen, sie im Zusammenfassen aller Aufbaukräfte zum Heil unserer evangelischen Jugend auswerten zu können. 3. Mit dem Aufbau des kirchlichen Männerwerks in Westfalen sind Dr. Betke und der in und 30 Notlager. Die Jugendherberge liegt an der alten Wallmauer. Die Türme und Türmchen der 1300jährigen Hansestadt grüßen herüber. Das Haus liegt unter Kastanien an dem schönen Kaiser=Friedrich=Sportplatz. Die Herbergseltern Schrage betreuen hier die Gäste. Nach der Besichtigung der Soester Jugendherberge ging es mit den Autobussen über Werl und Unna nach Dortmund zurück. Unvergeßlich werden die Eindrücke bleiben, die die von Gauführer Grimmelt so ausgezeichnet aufgezogenen Rundfahrt bleiben. Die Jugendherbergen sind die Gesundheitsstätten der deutschen Jugend. Allen Eltern kann nur angeraten werden: Schickt Eure Kinder auf Fahrt, laßt sie unser schönes deutsches Vaterland erwandern, in den Jugendherbergen finden sie Heimstätten und Heilstätten. Dort herrscht der Geist echter junger Kameradschaft!=cke. * Uebernachtungen in Jugendherbergen. Die folgende Uebersicht zeigt die Anzahl der Uebernachtungen in den zehn besten westfälischen Jugendherbergen im Jahre 1933: 1. Stausee Haltern 37.036 2. Möhnesee 30 260 3. Oer 27865 4. Freusburg 22508 5. Bilstein 21 551 6. Nottuln 18462 7. Menden 15 425 8. Iserlohn 13•449 9. Glörtalsperre 12332 10. Oberschledorn 11 521 Diese erfreuliche Tatsache beweist, daß nicht nur einige Grüppchen die Jugendherbergen besuchen, sondern daß diese die Heimstätten unserer Jugend geworden sind. der Provinz bekannte Pfarrer Müller=Schwefe beauftragt worden. Nur in gemeinsamer brüderlicher Arbeit an diesen großen Aufgaben unserer Kirche werden die Gegensätze in der westfälischen Provinzialkirche überwunden. Der Provinzialkirchenrat weiß, daß diese großen Arbeiten aber nur angefaßt und ausgeführt werden können, wenn alle Gemeinden sich freudig und willig getreu dem Erbe des Vaters in den Dienst des Volkes und der Kirche stellen. So rufe er auf: Laßt uns für das Volk den Ruf und Befehl des Heilandes hören und danach tun! Der Präses: Adler, Bischof. Tagebtant für die Anter Westhofen und Ergste Wandhofen, 9. April. Vernichtung des Huflattichs. Im hiesigen Bezirk ist an mehreren Stellen der Huflattich stark verbreitet. Um eine Vertilgung dieses Unkrauts herbeizuführen, schreibt die Polizeiverordnung über den Feldschutz vor, daß die Blätter des Huflattichs durch häufiges Abmähen zu beseitigen siig. Im abblühenden Zustande darf der Huflattich nirgends geduldet werden. Es werden in den nächsten Tagen Kontrollen durch die Polizei und Gendarmerie abgehalten. Westhofen, 9. April. Kostenfreie Krüppeluntersuchungen. Durch den zuständigen Landesmedizinalrat und den Kreiskommunalarzt werden einmal im Jahre allgemeine Krüppeluntersuchungen abgehalten. Für den Amtsbezirk Westho#en ist der Termin hierfür auf Donnerstag, den 12. April, vormittags von 8,30 bis 13 Uhr und nachmittags von 15 bis 17,30 Uhr, in der Kreisgesundheitsfürsorgestelle in Schwerte, Hindenburgplatz 3, angesetzt. Die Untersuchung und Beratung ist kostenfrei. Eltern und Vormünder, deren Kinder und Mündel mit einem Krüppelleiden behaftet sind, werden gebeten, sich mit den Kindern zu dem Termin einzufinden. Westhosen, 9. April. Jungmütterkreis und Frauenhilfe. Am Montag abend wird vom Jungmütterkreis und am Mittwoch nachmittag von der Frauenhilfe im Gemeindehause eine Zusammenkunft abgehalten. Garenfeld, 9. April. Die Arbeiten an der Legung der Wasserleitung haben dank der guten Witterung in den letzten Wochen rüstige Fortschritte gemacht. Bei den Arbeiten konnten mehrere Erwerbslose wieder eingestellt werden. Die Hauptleitung von der Wasserkraftanlage in Westhosen bis zum inneren Ortsteil ist bereits gelegt. Auch sind schon viele Hausanschlüsse hergestellt. Wenn die Arbeiten weiter so fortschreiten, ist der Zeitpunkt mehr sern, wo auch Garenfeld, als letzte Gemeinde des Amtes Westhofen, eine modern ausgebaute Wasserleitung haben wird. Man rechnet mit der Inbetriebnahme noch in diesem Sommer. Garenfeld, 9. April. Der älteste Einwohner Garenfelds gestorben. In der Frühe des gestrigen Sonntags entschlief nach langem schweren und mit soldatischer Geduld ertragenem Leiden der Rentner Wilhelm Schmidt aus Garenfeld im gesegneten Alter von 93 Jahren. In dem Verstorbenen verliert die Gemeinde Garenfeld nicht nur einen aufrechten Mann, sondern auch ihren ältesten Mitbürger und den letzten Altveteranen aus dem 70ziger Kriege und dem Feldzug von 1866. Möge der alte Soldat nach seinem langen Lebensweg in Frieden in der Heimaterde ruhen! * Ergste, 7. April. StandesamtsstaIm Monat März wurden auf dem hiesigen Standesamt beurkundet:—(7) Geburten, 2 (—) Sterbefälle und 2(!) Eheschließungen.(Die in Klammern gesetzten Zahlen sind die des Monats Februar). Kalthof, 9. April. Geburtstagschronik. Am Sonntag vollendete Schuhmachermeister Wilh. Wewer sen. sein 75. Lebensjahr, nachdem vor etwa Monatsfrist seine Frau 70 Jahre alt geworden ist. Das Geburtstagskind war langjähriger verdienstvoller Gemeindererordneter und jahrzehntelang Mitglied der Kirchenvertretung. Dem Hochbetagten nachträglich unsern Glückwunsch! Ehrung des Dreizehnlinden=Dichters Zum 40. Todestages Fr. Wilh. Webers. Nieheim,(Kr. Hörter), 7. April. Anläßlich des 40. Todestages des berühmten Dichters des herrlichen Werkes„Dreizehnkinden", Friedrich Wilhelm Weber, sand in seiner Heimatstadt, im 700 Jahre alten Nieheim, das im schönen Tal der Emmer liegt, eine große Gedentund Erinnerungsfeier statt. Friedrich Wilhelm Weber war bekanntlich Arzt; er wurde im Jahre 1813 geboren und starb am 5. April 1894. Sein Geburtshaus, das die 83 Jahre alte Schwester des Dichters betreut, war am Erinnerungstag das Ziel vieler Gäste. Gegenüber dem Haus wurde ein Ehrenmal an diesem Tage eingeweiht, das aus drei großen Findlingen besteht, um die sich dreizehn Linden gruppieren. Das Werk des Dichters„Dreizehnlinden“ führte bekanntlich der Heimatverein Schwerte im März 1933 zugunsten des Ruhrtalmuseums viermal auf. Ehrung Die westfälische HJ. gratulierte dem westfälischen Heimatdichter Wagenfeld zu seinem Geburtstag am 5. April durch einen großen Fackelzug zu Ehren des Dichters. Vom Arzt der Seele Die Zeit, in der allein das formale Wissen über den Wert eines Menschen entschied, die den am meisten ehrte, der am meisten Tatsachen, Jahreszahlen, Formeln und philosophische Systeme kannte, ist gottlob vorüber. Wir haben uns wieder darauf besonnen, daß wir zuerst Menschen, Brüder, Volksgenossen und dann erst alles andere sind. Auch das war ein Fluch der hinter uns liegenden Zeit, daß das Wissen zum Götzen gemacht wurde, der die Seele tötete. Da konnte jemand ein Mann von hohen Graden sein, und in seinem Herzen doch ärmer als der Bettelmann, der an seine Tür klopfte, um ein Stück Brot zu bekommen. Die Wissenschaft, die unzähligen Menschen eine Wohltäterin gewesen ist, wurde zum Fluch, wo man sie mißverstand, wo man sie an Gottes Stelle setzte und sie als letzte Instanz im Leben und im Sterben anfah. Und dieser Fluch ging nicht nur auf die, von denen Wissenschaft geübt wurde, sondern auch auf die, die der Hilfe bedurften. Was nützte ihnen ein Arzt, dessen Seele erkaltet war, der sie nur noch als„Fall“ betrachtete; was sollte noch ein Pfarrer helfen, der sich den Brunnen des Ewigen mit rechthaberischer Dogmatik verschüttet hatte, wie sollte ein Lehrer Begeisterung wecken, dem die Einseitigkeit eines aufgestapelten Wissens eine Last geworden war, die er mürrisch durchs Leben schleppte, wie sollten Väter ihren Kindern noch eine Herzensheimat sein,, wenn sie nicht einen Augenblick Ruhe fanden vor ihrem Beruf, wenn Ehrgeiz und Gewinnsucht sie durch Tage, Wochen und Jahre peitschten. Sie mochten alle tüchtig sein und große Ehren empfangen; aber sie blieben arm in ihrer Seele und ließen die arm, die verlangend die Hände ausstreckten. Das lag nicht an der Wissenschaft, sondern an dem Irrtum ihres Lebens. Weshalb hat Jesus gegen die Pharisäer und Schriftgelehrten geeifert? Weil sie etwas wußten, weil manche von ihnen viel wußten? Nein, sondern weil sie ihr Wissen zum Götzen gemacht hatten und über den Streit um das rechte Wort, um die rechte Auslegung den lebendigen Menschen vergaßen. Da lebte ein alter Mann zu Jesn Zeit, der Wissen auf Wissen getürmt hatte und dennoch keinen Frieden fand, weil eine Stimme der Einfalt, der Sehnsucht in ihm war, die durch nichts übertönt werden konnte. Da ging er in der Nacht zu Jesus und fragte ihn um Rat. Jesus führte den Mann, der am Ende der menschlichen Weisheit stand, zum Anfang, zur Gotteskindschaft zurück und half ihm aus seiner Not. war ihm Freund und Arzt in höchster Bedrängnis, und er konnte es, weil er selbst am Anfang und am Ziel alles Menschentums stand und aus allem Kampf mit seinen Gegnern dahin zuruckkehrte. wig ale Ein Arzt der Seele— das sollen wir all sein, die wir, für. andere zu sorgen haben, un wir tun gut, bei dem in die Schule zu gehen, der aller Aerzte Meister ist, weil ihm die Seei heilig war wie keine Kostbarkeit der Welt. Wg S WA W W M I Amlesan: Kreutr Dienstag, den 10. April 1934. 06.00 Morgenruf. 06,05 Frühkonzert. Leibesübungen. 06.50 Zeit, Wetter, Nachrichten. Wiederholung des Morgenrufs. 07.05 Morgenkonzert. 8.00 Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen. 08.05 Eymnastik für Frauen. 08.20 Für die Frau. 10.00 Zeit, Wetter, Nachrichten. 10.10 Das Kinderturnen im Westdeutschen Rundfunk. 10,30 Wir und die Welt. 200 Unterhaltungskonzert. 12.45 Erste Mittagsmeldungen, Gluawunsche. 13,00 Mittagskonzert. Zweite Mittagsmeldungen. 14,00 Mittagskonzert. 15,00 Kinderstunde. 15.30 Wirtschaftsmeldungen. 15.40 Bauernfunk. 16.00 Nachmittagskonzert. 17,00 Was gibt es Neues in Forschung und Missenschaft.„ 17.15 Eugen d'Albert. Zum 70. Geourtstag. 18,00 Jugendstunde. 18.20 Von deutscher Art und Kunst. 18.20 Vom Tage. 18,50 Wirtschaftsmeldungen. 19,00 Abendmusik. 20,00 Erste Abendmeldungen. 00 15 Stunde der Nation: Deutsche Tonsetzer der Gegenwart.(V. Deutschlandsender). 21,15 Stimmen der Zeit. 22,00 Zeit, Wetter, Nachrichten. 99 00 Konzert zu Ehren des Pianisten und * Tondichters Arthur de Greef im Brüsseler Königlichen Konservatorium. 23,30 Nachtmusik. Mittwoch, den 11. April 1934. 06,00 Morgenruf. 06,05 Frühkonzert. 06,30 Leibesübungen. 06,50 Zeit, Wetter, Nachrichten. 07,00 Wiederholung des Morgenrufs. 07,05 Morgenkonzert. 08,00 Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen. 08,05 Gymnastik für Frauen. 08,20 Für die Frau. 19.00 Zeit, Wetter, Nachrichten usw. 10,10 Wir und die Welt. 11,00 Winterhilfe, NS=Volkswohlfahrt und NS=Frauenschaft helfen deutscher Schuljugend. 12,00 Unterhaltungskonzert.„ 12,45 Erste Mittagsmeldungen, Gluawunsche. 13,00 Mittagskonzert. 13.45 Zweite Mittagsmeldungen. 14,00 Mittagskonzert. 15,10 Export=Ingenieure an die Front. 15,30 Wirtschaftsmeldungen. 15,50 Stimme der Zeit. 16,00 Nachmittagskonzert. 17,00 Die Welt im Buch. 17,25 Vesperkonzert. 18,00 Wirtschaft unter der Zeitlupe. 18.20 Teutsche Erzähler.(Alte Meister). 18,40 Vom Tage. 18,50 Wirtschaftsmeldungen. 19,00 Leichte Kammermusik. 20,00 Erste Abendmeldungen. 20,10 Unsere Saar. 20,30 Hört Rundfunk! 22,00 Zeit, Wetter, Nachrichten. 22,20 Zwischenprogramm. 23,00 Nachtmusik. Donnerstag, den 12. April 1334. 06,00 Morgenruf. 06,05 Frühkonzert. 06,30 Leibesübungen. 06,50 Zeit, Wetter, Nachrichten. 07,00 Wiederholung des Morgenrufs. 07,05 Morgenkonzert. 08,00 Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen. 08,05 Gymnastik für Frauen. 08,20 Für die Frau. 10,00 Zeit, Wetter, Nachrichten. 10,10 Wir und die Welt. 12,00 Unterhaltungskonzert. 12,45 Erste Mittagsmeldungen, Glückwünsche. 13,00 Mittagskonzert. 13,45 Zweite Mittagsmeldungen. 14,00 Mittagskonzert. 15,15 Neues Zivilprozeßrecht. 15,30 Wirtschaftsmeldungen. 15,50 Stimme der Zeit. 16,00 Nachmittagskonzert. 17,00 Junge deutsche Dichtung. 17,15 Vesperkonzert. 18,00 Jugendstunde. 18,20 Der Student spricht. 18,40 Vom Tage. 19,00 Abendmusik. 20,00 Erste Abendmeldungen. 20,10 Stunde der Nation: Deutsche Lieder der Gegenwart.(Von Königsberg). 21,15 Stipppisite. 21,30 Arbeitsschlacht im Westen. 22,00 Zeit, Wetter, Nachrichten. 22,20 Der neue Spielplan der Preußisch=Süddeutschen Staatslotterie. 22,30 Zwischenprogramm. 23,00 Ikarus(Hörfolge). 23,50 Klavierkonzert Es=Dur. Freitag, den 13. April 1934. 06,00 Morgenruf. 06,05 Frühkonzert. 06,30 Leibesübungen. 06,50 Zeit, Wetter, Nachrichten. 07,00 Wiederholung des Morgenrufs. 07,05 Morgenkonzert. 08,00 Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen. 08,05 Gymnastik für Frauen. 08,20 Für die Frau. 10,00 Zeit, Wetter, Nachrichten usw. 10,10 Kinderturnen mit Musik. 10,30 Wir und die Welt. 12,00 Unterhaltungskonzert. 12,45 Erste Mittagsmeldungen, 13,00 Mittagskonzert. 13,45 Zweite Mittagsmeldungen. 14,00 Mittagskonzert. 15,10 Moorsiedlung in Theorie und Praxis. 15,30 Wirtschaftsmeldungen. 15,40 Bauernfunk. 16,00 Nachmittagskonzert. 17,00 Dressurversuch mit einem Igel. 17,15 Vesperkonzert. 18,00 Das Funkmelodram„Die Kletterer. 18,20 Englische Unterhaltung. 18,40 Vom Tage. 19.00 Abendmusik. 20,00 Erste Atendmeldungen. 20,15 Stunde der Nation: In Sachen: Wollhandkrabbe. Fische und Fischer rufen um Hilse.(Von Hamburg). 21,10 Kleine Oper des W. R.(1). 22,00 Zeit, Wetter. Nachrichten. 22,20 Theater im Westen. 22,35 Zwischenprogramm. 23,00 Nachtmusik. Sonnabend, den 14. April 1934. 06.00 Morgenruf. 06.05 Frühkonzert. 06,30 Leibesübungen. 06,50 Zeit, Wetter, Nachrichten. 07,00 Wiederholung des Morgenrufs. 07,05 Morgenkonzert. 08,00 Zeit, Wetter, Nachrichten. 08,05 Gymnastik für Frauen. 08.20 Für die Frau. 10,00 Zeit, Wetter, Nachrichten usw. 10,10 Kindergarten. 10,30 Arbeitsschlacht im Westen. 11,00 Wir besuchen die erste deutsche Bücherschau der Hitlerjugend in Leipzig. 12,00 Mittagskonzert. 12,45 Erste Mittagsmeldungen. 13,00 Bunte Volksmusik. 13,45 Zweite Mittagsmeldungen. 14,00 Wochenendkonzert auf Schallplat 15,00 Kinderstunde. 15,30 Wirtschaftsmeldungen. 15,50 Stimme der Zekt. 16,00 Jugendstunde. 17,00 Worte Händels. 17,20 Händel=Stunde. 18,25 Arbeitsbeschaffungsfront. 18,40 Vom Tage. 18,50 Wirtschaftsmeldungen. 19,00 Heiteres Wochenende. 20,00 Erste Abendmeldungen. 20,10 Lustiger Abend. 21,00 Bunter Abend. 22,00 Zeit, Wetter, Nachrichten. 22,20 Zwischenprogramm. 23,00 Tanzmusik. 8813 Tesenrigten Lie schütsten cure Betriebe= Sie brachten schwere Opfer Verdet Werkleute am Bau des Dritten Reiches! Reiht Euch ein in die NSV. en. Briefkasten Glückwünsche. Ein aussichtsreicher Beruf für Frauen Mütterdienstleiterin— Mütterschulleiterin. „Wir können uns nicht retten vor Aufnahmebitten und vor Anfragen, ob noch eine gute Mütterschulleiterin zur Verfügung steht", so schreibt die Leiterin des Führerinnenseminars der Evangelischen Reichsfrauenhilfe. Ein ruf— und noch dazu ein Frauenberuf!— bei dem heute die Nachfrage nach ausgebildeten Kräften das Angebot übersteigt. Das muß besondere Gründe haben. Ja, Gründe sind dafür da, und zwar eben so einfach wie einleuchtende; es handelt sich um einen Beruf, der ganz aus den Bedürfnissen des lebendigen Lebens herausgewachsen ist und dabei den natürlichen Anlagen der Frau, dem mütterlichen Sicheinsetzenwollen, entspricht. Als sich der Mütterdienst der Evangel. Frauenhilfe entschloß, war dies nur eine planmäßige Erweiterung der großen volksmissionarischen Aufgabe, der der Mütterdienst seit langen Jahren und mit ständig wachsendem Erfolg diente. Erika in H. 1. Ein hellblaues Kleid erscheint auf der photographischen Platte beinahe so heil wie ein weißes, ein apfelsinenfarbenes aber so dunkel wie ein braunes Kleid.— 2. Zur Eingehung einer Ehe bedarf es bei Ledigen folgender Erfordernisse: Der Mann muß das 21., die Frau das 16. Lebensjahr vollendet haben. Bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres ist die Erlaubnis des Vaters oder Vormundes erforderlich. Für das sind mindestens 44 Tage vor dem Datum der beabsichtigten Eheschließung die standesamtliche Geburtsurkunde, Nachweis über die Wohnung in den letzten Monaten und der Nachweis der Staatsangehörigkeit beizubringen. Rose. Der gewünschte Valse boston ist aus der Operette„Das Land des Lächelns" von Franz Lehar und beginnt: Wer hat die Liebe uns ins Herz gesenkt? Uns den süßen Rausch und den bittersüßen Schmerz geschenkt? Fiel ein goldner Stern hoch vom Himmelszelt bei dem ersten Kuß auf die schöne Welt. Wer hat die Liebe dir ins Herz gelegt, in dein heißes Herz, daß es zärtlich mir entgegenschlägt? Aus dem Paradies flog ein Traum uns zu: Eine Harmonie— ich und du! Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Heinz Friedr. Kamecke, Schwerte=R. Verantwortlich für den gesamten Textteil: Heinz Friedr. Kamecke, Schwerte=R. Für den Anzeigenteil: Hans Linner Schwerte=R. Druck und Verlag Carl Braus, Schwerte=R. D.=A. III. 34. 1755. Kaffee?— sa, aber nur Ecfstris? 3. 518. Vvonnes Geheimnis Roman von Klothilde von Stegmann 47. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Irene zuckte unter einem jähen Schreck zu sammen. Mit einem Ausdruck tiefen Leides ging sie leise zur Verbindungtür. Sie drückte auf die Klinke. Die Tür gab nach. Gespannt war Seeburg ihren Bewegungen gefolgt. Als er das Oeffnen der Tür sah, kam ein weher Laut von seinen Lippen. „Wissen Sie, Fräulein von Merten, wo Fräulein Dumont ist?“ Leise erwiderte Irene: „Berta sagte mir, daß sie heute überraschend zeitig fortgegangen ist.“ Unhörbar hatte Irene die Tür wieder geschlossen und flüsterte, blutrot übergossen: „Der Zimmerschlüssel steckt bei Fräulein Lumont. Soll ich ihn herausziehen und von hier aus abschließen?“ „Ja, tun Sie das, Fräulein von Merten, und haben Sie vielen Dank. Aber ich bitte Sie, schweigen Sie darüber. Ich erkläre Ihnen alles später, wenn ich es erst selbst verstehe. Es klopfte an die Tür. Hastig steckte Irene den Schlüssel in die Tasche ihres Morgenkleides. Kommissar Werbel sah ins Zimmer. „Ah, Sie sind munter, Herr von Seeburg? Der Arzt hat eine Krankenschwester geschickt, die Sie betreuen soll. Sie wird Fräulein von Merten ablösen.“ Neunzehntes Kapitel. Kriminalkommissar Werbel hat mit seinen Oehillfen inzwischen eine eingehende Tätigkeit entfaltet. Zunächst hatte er die beiden Voroimmer eingehend inspiziert, aber nichts Ver dächtiges finden können. Im Zimmer Wassiliews waren ihm die vielen photographischen Abzüge aufgefallen. An den Landschaftsaufnahmen aus der Umgegen Berlins hatte Werbel kein Interesse. In Bertas Zimmer sah man nur flüchtig hinein. Die Nebenräume und die Küche dagegen wurden einer genaueren Untersuchung gewürdigt, natürlich ergebnislos. Gründlicher sah sich Werbel in Irenes Zim mer um. Dem geübten Blick des Kriminalisten fiel es auf, daß die weiße Decke, die auf dem Toilettentisch lag, eine leichte Erhöhung zeigte. Werbel fühlte, als er die Stelle abtastete, daß Papiere unter die Decke geschoben „Wachtmeister Schulz, räumen Sie mal behutsam diese Flasche und diese Schälchen beiseite. So, nun schlagen Sie die Decke zurück! Halt. Nicht anfassen!“ Ein dünner Briefaumschlag war freigeworden. Werbel zog ein Blatt Papier aus der Tasche, mit dem er sorgsam das Kuvert aufnahm, ohne es mit den Fingern zu berühren. Unter den neugierigen Blicken des Wachtmeisters Schulz öffnete er, immer unter Beobachtung der gleichen Vorsichtsmaßregeln, den nicht verschlossenen Umschlag. Hauchdünne Papiere kamen zum Vorschein, die, in Größ eines Visitbildformats, photographische Kopien zeigten. Das war auf den ersten Blick ersichtlich, denn die Ränder waren heller. Eins der Blätter war leicht beschädigt. Im Zimmer von Wassiliew hatte Werbel ein starkes Vergrößerungsglas gesehen. Schnell hollte er es herbei und stellte dann sofort eine telephonische Verbindung mit dem Auswärtigen Amt her. Dort verlangte er Herrn von Matzow, der sich auch sofort meldete. Werbel sprach sichtlich aufgeregt. Herr Legationsrat, hier ist Kriminalkom. missar Werbel in der Mertenschen Wohnung! Matzow unterbrach sofort mit der Frage: „Geht es Seeburg etwa schlechter? „Nein, nein, keineswegs! Es ist etwas anderes. Sie sprachen vorhin von einem wichtigen Aktenstück, das auffallenderweise aus der Mappe herausgerissen war. Sie bezeichneten es als so wichtig, daß Sie es auch mir nicht zeigen wollten!“ „Ja! Was ist damit?“ Verhaltener Triumph klang aus Werbels SVvve.. g a mt „Eine photographische Verkleinerung eben dieses Aktenstücks habe ich gerade gefunden. Die beiden Heftlöcher sind auch auf der Photographie als eingerissen erkenntlich. Das photographierte Schriftstück beginnt mit den Wor„In Anwesenheit der nachstehenden Ver. treter des Auswärtigen Amts und des Reichs wehrministeriums fand heute am 12. NovemW ens Lesen Sie nicht weiter, Herr Kommessar! Veranlassen Sie sofort die Sicherstellung der Photographien. Ich werde augenblicklich dem Herrn Minister oder seinem Stellvertreter dienstlich Meldung erstatten, und entweder ich oder ein anderer Vertreter des Auswärtigen Amts wird sofort zur Tatstelle kommen. Mir ist zwar die ganze Geschichte unerfindlich; oder— wo haben Sie denn den Fund gema Im Zimmer des Fräulein von Merten von der ja auch offensichtlich die ganze Sache ausgeht. Sie hat dem Freiherrn von Seeburg im Kaffee ein Betäubungsmittel gegeben und dann die Papiere entwendet. Ich werde mir sofort die Genehmigung zur Festnahme telephonisch erbitten.“ „Ich glaube, Sie sind auf dem Holzwege, Herr Kommissar! Erklären kann ich mir die Sache zwar nicht, aber ich halte Fräulein von Merten keinesfalls für die Täterin. Unternehmen Sie nur nichts Voreiliges, ehe ich nicht dort bin.“ 9 Werbel hängte an, rief sofort deim Polige präsidium an und erstattete dort kurzen telephonischen Bericht. Er erhielt die Ermächtigung, alles Geeignete zu unternehmen. Man würde sobald als möglich auch vom Polizeipräsidium aus einen höheren Beamten entSorgfältig brachten Werbel und Wachtmeister Schulz den Briefumschlag wieder an seinen Platz, legten die Decke gerade und stellten die kleinen Toilettengegenstände so darauf, daß der Tisch völlig unberührt schien. Dann wurde Wachtmeister Schulz zum Protokollführen an den Tisch gesetzt und Irene hereingerufen. Nachdem sie Platz genommen hatte, sagte Werbel in harmlosen Ton: „Fräulein von Merten, ich habe Sie vorhin gebeten, ein offenes Geständnis abzulegen. Haben Sie sich inzwischen meine Frage überlegt? Wollen Sie nicht durch eine offene Aussage Ihre Lage verbessern?“ Ruhig und mit fester Stimme kam die Autwot Terdes:.. unde „Haben Sie Ihren unsinnigen Verr. gegen mich immer noch nicht aufgegeben? Ich bin keine Giftmischerin, und ich könnte mir auch nicht vorstellen, aus welchem Crunde ich Herrn von Seeburg ein Betäubungsmittel geben sollte?“ „Vielleicht gab es im Zimmer des Herrn Legationsrats Schriftstücke, die Sie oder andere interessierten?“ „Mich bestimmt nicht!“ Und ungeduldig setzte Irene hinzu:„Es fehlen ja auch gar keine Schriftstücke!“ „Fein ausgedacht! Fräulein von Merten, es fehlt tatsächlich nichts. Beschäftigen Sie sich eigentlich auch mit Photographie?“ Erstaunt sah Irene Werbel an. „Vor vielen Jahren habe ich mal einen kleinen billigen Apparat gehabt, mit dem ich Aufnahmen machte. Aber ich weiß gar nicht mehr, wo er hingekommen ist.“ 7 br Ses ece Revolution der Wirtschaft nn Industriererter Das Reich der Synthese— Zum Bau der Kunstbenzinanlage in Holten bei Sterkrade Der soeben bekanntgegebene Beschluß der Ruhrchemie AG., in der die chemischen Interessen des Ruhrbergbaues zusammengeschlossen sind, in Holten bei Sterkrade eine Großversuchsanlage für die Erzeugung von Kunstbenzin nach dem bekannten Erdölsyntheseverfahren des Geheimrats Prof. Franz Fischer vom Kaiser=Wilhelm=Institut für Kohleforschung in Mülheim=Ruhr zu errichten, darf als ein Meilenstein auf dem Wege wirtschaftlicher Umwälzungen bezeichnet werden. Die Bestrebungen, die deutsche Kohlenwirtschaft auf rationellere Grundlage zu stellen, zu denen vor allem auch die möglichst weitgreifende Ausnutzung der in der Kohle vorhandenen Wertstofse in Form ihrer Veredelung auf chemotechnischem Wege gehört, hat der chemischen Wissenschaft mächtige Impulse gegeben. In dem verflossenen Kohlenzeitalter, das ungefähr 5 bis 6 Jahrhunderte umfaßt, wußten wir die Kohle nicht besser zu verwerten, als sie zu verbrennen. Die Kohlechemie hat der Menschheit neue Rohstoffquellen von unabsehbarer Bedeutung erschlossen. Kohle ist heute Ausgangsprodukt für die Erzeugung von künstlichen Düngemitteln(Stickstoffverbindungen), sowie von mannigfachen Betriebsstoffen(Bergin=Verfahren, Fischersche Erdölsynthese usw.). Die Kokereianlagen und Stickstoffwerke der Ruhrgas AG., die der zum Röchling=Konzern gehörigen Zechen Mont Cenis in Sodingen bei Herne, die der fiskalischen Bergwerksgesellschaft Hibernia in Herne, der ebenfalls fiskalischen Zeche Scholven in der Nähe des Vestes Recklinghausen, die Klöckner=Stickstoffwerke bei Castrop-Rauxel, die Riesenstickstoffanlagen der Ruhrchemie AG. in Sterkrade=Holten sind Marksteine auf dem Wege einer Entwicklung, die nicht nur dem Ruhrbergbau, die der ganzen deutschen Wirtschaft, der ganzen Menschheit ein neues Zeitalter eröffnet. Sowohl durch den Bergin=Prozeß, den die I. G. Farbenindustrie weiter entwickelt hat und erfolg reich in großtechnischem Umfang durchführt, als auch durch die Kohlehydrierung nach FischerTropsch wird die Umsetzung der Steinkohle in flüssige Betriebsstoffe erstrebt. Kurz nach dem Weltkrieg ist es Geheimrat Fischer in Gemeinschaft mit seinem ehemaligen Mitarbeiter Dr. Tropsch gelungen, aus Gemischen von Kohlenoryd und Wasserstoff auf katalytischem Wege zu einem gewissen Grade je nach Belieben jedes Erdölerzeugnis, wie Benzin, Petroleum oder Paraffin, synthetisch herzustellen(Erdölsynthese). Ursprünglich vollzog sich das sogenannte FischerTropsch=Verfahren auf ziemlich umständliche Weise, und zwar in einem infolge der etappenweisen Gestaltung relativ teuren Arbeitsgang (Verlokung, Vergasung des Kokses, katalytischer Prozeß). Professor Fischer hat inzwischen insofern eine erhebliche Vereinfachung der Erdölsynthese erreicht, als jetzt Kokereigas als Rohstoff für den Prozeß benutzt wird. Die außerordentliche Bedeutung des Fischer=Tropsch= Verfahrens liegt in seiner„logischeren“ Gestaltung gegenüber dem Bergin=Prozeß und unter anderem auch darin, daß es bei weitem nicht derart kostspielige Apparaturen wie die Kohleverflüssigung nach Bergius(Hochdruck=Anlagen!) erfordert. Bergius verölt Kohle dadurch, daß er der Kohle Wasserstoff unter enormem Druck und sehr hoher Temperatur hinzufügt. Das auf diese Weise erhaltene Produkt muß noch raffiniert werden, um die gebräuchlichen Erdölerzeugnisse zu ergeben. Das Fischer=Tropsch=Verfahren verwendet dagegen vorher in Spaltgas verwandeltes und von Schwefelverbindungen gereinigtes Kokereigas bei gewöhnlichem Atmosphärendruck. Die auf dem Wege der Erdölsynthese nach Fischer=Tropsch erhaltenen Erzeugnisse sind von allerbester Qualität und erfordern keine weitere Verarbeitung. Das Reich der Kohlenstoffverbindungen umspannt die ganze Welt, da seine Elemente die der Luft und des Wassers sind. Das neue Reich, dessen Gründer und Beherrscher zugleich der Chemiker ist, beginnt schon jetzt sich dem Vorausschauenden zu offenbaren. In dem augenblicklichen Uebergangsstadium führt der Versuch, die Naturerzeugnisse nach den drei alten Gruppen: Tier, Mineral, Pflanze einzuordnen, zu beträchtlichen Verwirrungen. Nicht nur triebsstoffe und Stickstoff, sondern Fette, Alkohol und Essig, zahlreiche Medikamente, Riechstoffe und Gummi können aus der Kohle erzeugt werden. Die Zeit ist nicht mehr fern, in der Textilien, Zucker und sehr viele andere Produkte aus Kohle gewonnen werden. Diese Andeutungen erhellen den unschätzbaren Wert der Kohle als Rohstoff. Da der Chemiker für seine Arbeiten außer der Kohle bzw. dem Element C sämtliche Elemente als Bausteine benutzt, aber alle Körper aus diesem Baustein bestehen, so können von ihnen theoretisch und wahrscheinlich auch praktisch nicht nur alle bestehenden, sondern auch unzählige neue Stoffe erzeugt werden. Der denkende Leser fühlt, daß die Menschheit an einem Wendepunkt ihrer Geschichte angelangt ist und er beginnt etwas von der Wirtschaftsrevolution zu ahnen, deren Geburt die heutige Generation erlebt. Em hoher Seumter der Gericht Fortgesetzte schuere Urkundenfälschung und Betrug brachten ihm 1 Jahr Gefängnis ein Neuwied. Vor der Großen Strafkammer Neuwied rollte in zweitägiger Verhandlung der Prozeß gegen den früheren Leiter des Kreishochbauamtes Altenkirchen, Kreisbaurat Peter Metzler ab, der im April vorigen Jahres wenige Tage nach der Beurlaubung des Altenkirchener Landrats Boden unter dem Verdacht der Aktenvernichtung und anderer Verfehlungen verhaftet und längere Zeit in Untersuchungshaft gehalten wurde.„Je Lur Ganmunt K. In der Verhandlung wurde der Vorwurf der Amtsunterschlagung nicht erwiesen, während die wegen Bestechung erhobene Anklage zu erneuter späterer Verhandlung abgetrennt wurde. Dagegen erkannte das Gericht Metzler der fortgesetzten schweren Urkundenfälschung und des fortgesetzten Betruges schuldig. Metzler hatte in den Jahren 1931 und 1932 als stellvertretender Vorsitzender der katholischen Kirchengemeinde Altenkirchen bei Umänderungen und Reparaturarbeiten an der katholischen Pfarrkirche, die dem Patronalfiskus gehört, gegenüber dem preußischen Hochbauamt in Wetzlar die Bauabrechnungen vorgenommen. Da der Fiskus aber nur die notwendigen Reparaturarbeiten genehmigte, hatte sich Metzler von den mit den Arbeiten betrauten Firmen Rechnungsformulare aushändigen lassen und neue Rechnungen mit weit höheren Preisen ausgestellt und dem Hochbauamt in Wetzlar eingereicht. Das Hochbauamt hatte dann auch diese Rechnungsbeträge in der Annahme, Originalrechnungen vor sich zu durch der Fiskus um rund 700 Mark geschädigt wurde. Die zuviel gezahlten Beträge hatte sich Metzler von den Handwerkern zurückerstatten lassen und zu weiteren nicht genehmigten Arbeiten in der Kirche verwendet. Das Gericht bezeichnete dieses Vorgehen des Angeklagten in Anbetracht seiner hohen Beamtenstellung als besonders verwerflich und verurteilte ihn zu einer Gesamtstrafe von einem Jahr Gefängnis. Das Gericht sah von der Verhängung einer Zuchthausstrafe nur aus dem Grunde ab, weil Metzler nicht in seine Tasche gearbeitet hatte. Wegen Beihilfe zu den Straftaten des Angeklagten wurde der frühere Obersekretär der des Hochbauamtes zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Nicht Relwehr, sendern Mere? Weitere Hufklärungen zu der Bluttat in Elberfeld Wuppertal. Wie wir berichteten, trug sich am Östersamstag in Wuppertal=Elberfeld in der Gesundheitsstraße eine schwere Bluttat zu, wo eine Frau angeblich in Notwehr ihren Mann erstochen haben wollte. Die Untersuchung der Mordkommission hat ergeben, daß die Angaben der Ehefrau Rahm nicht den Tatsachen entsprechen. Es steht jetzt schon fest, daß vor dem Eintreffen der Kriminalpolizei der Tatort durch die Frau Rahm erheblich verändert und dadurch ein falscher Tatbestand vorgetäuscht worden ist. Außer kleinen Abwehrverletzungen hat der Ehemann zwei tödliche Stiche, und zwar einen Herzstich und einen Stich in eines der großen Blutgefäße in der Schlüsselbeingrube erhalten. Die ganze Bluttat scheint von der Ehefrau Rahm wohl vorbereitet gewesen zu sein, da sich am engeren Tatort unmittelbar neben der Tatstelle unter dem Sofakissen versteckt noch ein Totschläger und ein Messer befanden. Des weiteren hatte die Frau Rahm bei ihrer Festnahme einen Totschläger und eine Büchse mit gemahlenem Pfeffer in ihrer Handtasche. Diese Gegenstände wollte sie beim Austreten in dem Dienstgebäude der Polizei verschwinden lassen. Ueberraschend ist in diesem Zusammenhange, daß sich bei eingehender Untersuchung des Toten gelbliche staubige Ablagerungen in den tät und erfordern keine weitexe„Verarbeitung. Augenhöhlen, feststellen ließen, die, soweit es bei Im Gegensatz zur Kohle selbst ist das aus Kohle einer augenscheinlichen Betrachtung möglich ist, erzeugte Gas ein in mannigfacher Hinsicht für—it Rostimmtheit ale Gfeffer aneufprechon sind. die Synthese geeigneteres und zwar„durchsichtigeres“, Rohmaterial. Die Durchführung der Ferngasversorgung erhöht den Anreiz, auch als Ausgangspunkt für die Oelsynthese Kokereigas durch Sammelleitungen zu verwenden. Nach den Ausführungen von Geheimrat Fischer ist die Kohle seit Beginn dieses Jahrhunderts langsam aber sicher in die Stellung eines der wichtigsten chemischen Rohstoffe eingerückt. Ein bedeutungsvoller Anfang ist die Kohleverflüssigung. Trotz der geradezu revolutionierenden Auswirkungen, die die im Laufe von zwei Jahrzehnten mit Sicherheit zu erwartende großtechnische Durchführung der Erdölsynthese auf die Weltwirtschaft zeitigen wird, stellt die Kohleverflüssigung nur einen Auftakt dar. Rach Professor Fischers Ansicht kann die Kohle im Laufe der Zeit ebenso das Ausgangsmaterial für die Herstellung synthetischer Textil=Rohstoffe, für die Herstellung künstlichen Holzes wie für die von Kautschuk oder zahlreichen anderen Rohstoffen werden, die zwar nicht mit diesen identisch sind, aber in der Praxis an deren Stelle treten können. mit Bestimmtheit als Pfeffer anzusprechen sind. Eine eingehende Untersuchung wird hier noch Gewißheit schaffen. Es steht fest, daß Frau Rahm schon an dem Nachmittag des Tattages versucht hat, ihrem Mann in dem Walde, den er von seiner Arbeitsstätte passieren mußte, aufzulauern. Nach dem bisherigen Tatbestand liegt vorsätzliche Tötung sehr nahe. Frau Rahm war zum dritten Male verheiratet und ist übel beleumdet. Der Tote war bis vor drei Jahren Junggeselle und war als außerordentlich fleißig, nüchtern und zuverlässig bekannt. Der Mord an dem Oberlandjäger Schladt vor der Aufklärung? Saarbrücken. Anfang März 1932 wurde der Oberlandjäger Schladt aus Schiffweiler auf einem Dienstgang erschossen. Trotz einer von der Regierungskommission ausgesetzten Belohnung von 6000 Franken konnten die Täter bisher nicht festgestellt werden. Nunmehr hat diese Angelegenheit eine Wendung genommen insofern, als drei Arbeitslose aus Schiffweiler bezw. Landsweiler festgenommen wurden, bei denen sich starke Verdachtsmomente= ergeben haben, die ihre Beteiligung an der Tat wahrscheinlich erscheinen lassen. Am 22. April Einweihung der neuen Moselbrücke Koblenz. Die neue Moselbrücke, die den Namen des Führers tragen wird, wird am 22. April feierlich eingeweiht und damit dem Verkehr übergeben. Die Stadtverwaltung wird in Verbindung mit der Gauleitung die Einweihungsfeier durchführen, für die allerdings die Festfolge und die Zeiteinteilung noch nicht endgültig festli Historische Funde Mayen. Auf dem sogenannten Römerhügel wurden bei Ausgrabungen mehrere Steinsärge aus der Römerzeit freigelegt. Es handelt sich Särge aus dem 4. Jahrhundert. Auch einige Brandgräber wurden vorgefunden. Jahre Zuchthaus und Sicherungsverwahrung für einen Gewohnheitsverbrecher Koblenz. Der aus Koblenz stammende Arbeiter August Ulrich hatte vor mehreren Jahren auf der Bahnstrecke bei Mayen Telegraphenleitungsdrähte entwendet. Nach der Tat war er ins Ausland geflüchtet. Als er jetzt zurückkehrte, wurde er verhaftet und unter Anklage gestellt. Das Gericht erkannte gegen den Gewohnheitsverbrecher, der schon verschiedentlich wegen Diebstahls bestraft worden war, auf eine dreijährige Zuchthausstrafe, drei Jahre Ehrverlust und Sicherungsverwahrung. Glücksspielseuche in Varensell Wiedenbrück. In Varensell(Kreis Wiedenbrück) gelang es der Kriminalpolizei, kurz nacheinander zwei private Gesellschaften auszuheben, die regelmäßig verbotene Glücksspiele betrieben. An den Spielen beteiligten sich stets auch jüngere Burschen in erheblicher Anzahl, darunter sogar Schulpflichtige. In den nächsten Tagen werden sich 50 Angeklagte wegen verbotenen Glücksspiels vor dem Strafrichter zu verantworten haben. Stadtkassenrendant wegen Unterschlagung Kirchengeldern festgenommen Brühl. In den letzten Tagen ist man in Brühl großen Unterschlagungen des Stadtkassenrendanten Sauer, die zum Nachteil der Kirchenkasse verübt wurden, auf die Spur gekommen. Der Stadtkassenrendant, der inzwischen in Untersuchungshaft genommen worden ist, hat die im Auftrage der Kirchenkasse zwangsweise eingetriebenen rückständigen Kirchensteuern nicht in voller Höhe abgeführt und auf diese Weise im Laufe mehrerer Jahre nach den bisherigen Feststellungen über 22000 Mark veruntrent. Die Untersuchung ist noch nicht völlig abgeschlossen. Gefängnis für einen Obersteuersekretar Köln. Die Große Strafkammer in Köln verurteilte nach zweitägiger Verhandlung den 47 Jahre alten Obersteuersekretär Anton Strohe wegen Diebstahls und Betrugs zu einer Gesamtgefängnisstrafe von zweieinhalb Jahren. Der Verurteilte, aus Ahrweiler gebürtig, war in den Jahren 1927=30 bei dem Finanzamt Köln=Altstadt im Außendienst beschäftigt. Er eignete sich auf dem Büro bereits gebrauchte und entwertete Steuermarken an und verwendete sie dann erneut für in Rückstand gekommene Steuerpflichtige. Entgegen den bestehenden Bestimmungen ließ sich der Verurteilte auch in mehreren Fällen von den Steuerpflichtigen größere Bargeldbeträge geben und klebte dann die bereits entwerteten alten Marken als neue für diese Steuerpflichtigen ein. Der Staatsanwalt hatte zwei Jahre Gefängnis beantragt. Die Strafkammer ging aber mit Rücksicht auf die Schwere des Falles über den Strafantrag hinaus. Ein früherer Polizeirat verhaftet Köln. Wegen Sittlichkeitsverbrechens wurde von der Kölner Kriminalpolizei der frühere Polizeirat Bucziek verhaftet. Bucziek war unter dem sozialdemokratischen Polizeipräsidenten Bauknecht Leiter der politischen Polizei in Köln und wurde im Jahre 1931 aus dem Amt beurlaubt. Damals konnte der Verbleib von Geldern nicht nachgewiesen werden, die Bucziek zur Verfolgung politischer Verbrecher zur Verfügung gestellt waren. Die Zöllner auf der hut Schmuggeln lohnt nicht mehr Aachen. Beamte der Zollaufsichtsstelle Straß nahmen drei Berufsschmuggler mit 90 Pfund gebranntem Kaffee fest. Zollbeamte von Vaalser Quartier stellten eine Schmugglerbande von 7 Mann. Die Schmuggler warfen 160 Pfund gebrannten Kaaffee ab und flüchteten über die nahe Grenze nach Holland zurück. Bei Lichtenbusch flüchtete ein Schmuggler vor Zollbeamten in ein Gehöft und versteckte dort 26 Pfund Butter und 50 Eier in einem Milchfuhrwerk. Der Schmuggler wurde gestellt und die Ware beschlagnahmt.— Bei Sief fielen Zollbeamten 5000 Zigaretten in die Hände.— Zöllner der Zollaufsichtsstelle Aachen=Süd entdeckten in einem Kaffeegeschäft auf dem Adalbertssteinweg 45 Pfund Rohkaffee, der dort soeben von einem Schmuggler abgeliefert worden war. Natürlich verfiel die Ware sofort der Beschlagnahme. Für den Geschäftsinhaber wird die Sache noch ein Nachspiel haben. Dem irdischen Richter entzogen Aachen. Der Mörder Franz Wolter, der, wir gemeldet, am Pelzerturm die geschiedene Martha Schürmann erschossen und sich selbst durch zwei Lungenschüsse verletzt hatte, ist am Freitag im Maria=Hilf=Krankenhaus gestorben. Beim Spiel auf der Straße tödlich verunglückt Heinsberg. Bei Dremmen wurde beim Ballspielen auf der Straße ein dreijähriges Kind von dem Lieferwagen einer Heinsberger Firma überfahren und auf der Stelle getötet. Nach den bisherigen Feststellungen soll den Führer des Wagens keine Schuld treffen. Landgewinnung im Selfkant Ein Dienst am allgemeinen Wohl Heinsberg. Zur Entwässerung der großen Sumpf= und Bruchgelände in den Selfkantgemeinden Waldfeucht, Obspringen, Neu=Haaren, Braunsrath, Kirchhoven, die durch Regulierung des Kitschbaches, Dränagen und Senkung des Grundwasserspiegels erfolgen soll, wurde in Anwesenheit von Vertretern des Kulturbauamtes Aachen eine Genossenschaft gegründet. Die beiten sollen im Wege des Freiwilligen Arbeitsdienstes durchgeführt werden, wobei die Kosten für die Anlieger nur etwa 25 RM. pro Morgen betragen werden. 50000 RM. sind vom Staat für die Arbeiten bewilligt. Dieses Projekt ist der Anfang einer Reihe von Trockenlegungen und Urbarmachungen in dem hiesigen Sumpfgebiet, Aus den empfehlenden Worten, die der Kreisbauernführer der neuen Genossenschaft mit auf den Weg gab, verdient hervorgehoben zu werden, daß auch diese Arbeit Dienst am allgemeine Wohl sei, an dem jeder mitarbeiten müsse. Drillinge und Zwillinge in einer Familie Duisburg. Die Familie des in Serm wohnenden Gemüsebauers Anton Onners ist zwar nicht gerade mit Glücksgütern gesegnet, dafür weist# einen umso reicheren Kindersegen auf. Am weißen Sonntag hatte die Familie das seltene Glück, ihr Drillingspaar, drei kräftige gesunde Kinder, zwei Mädchen und einen Jungen, zur ersten hi. Kommunion zu schicken. An dieses seltene Exr; eignis reiht sich bald ein zweites. Mit dem Ende der Osterferien wird ein Zwillingspaar der g chen Familie, ein Mädchen und ein Junge, al ABC=Schützen in die Schule kommen. Die 3 völkerung von Serm nimmt regen Anteil an freudigen Ereignissen der Familie. Dus wur nin Eirrige Wasse? per waltershausener Mordprozeß— Die ersten Feststellungen eines Gendarmeriebeamten— Widersprüche hordprozeß begann mit der Vernehnung des eig: Wege en Hendarmeriehauptwachtmeisters Dieioer desstiue wunse zu vesitzenz sie lag auch tatächlich in ersten Sicherheitsbeamten, der un#####luge dort der Schublade seines Zimmers. Melber holte eee war Im Mordzimmer waren nach r am Mordtage eingetroffen war. om Vordzimmer waren nach seinen Feststellungen einzelne Gegenstände, Wandflächen und Türen mit Blut beschmiert, der Nachttisch und die Waschschüssel. Das Nachtgeschirr stand auf einem Stuhl und war ein wenig auch mit Blut gefüllt. Alle Türen zum Schlafzimmer des Hauptmanns waren verlossen, ausgenommen die, die zum Schlafzimmer der Frau Werther führt. Offen war lediglich die Tür, die vom Schlafzimmer der Frau Werther hinausgeht auf die Diele des zweiten Stockes. Nach Ansicht Melbers scheint die Behauptung der Frau Werther, daß der Täter durch die Kofferkammer gekommen oder gegangen sei, unmöglich zutreffen zu können. Liebig, der sofort vom Zeugen bestellt wurde, erklärte, daß er nichts gemacht hätte. Er wurde sofort auf Blutspuren untersucht und mußte sich bis aufs Hemd ausziehen. Auch seine Fingernägel wurden von den Beamten einer genauen Untersuchung unTodesurteil für einen Mörder der Schublade seines Zimmers. Melber holte sie dort heraus. Es handelte sich um eine Selbstladepistole, die geputzt und frisch geölt war. Dann ergibt sich ein Widerspruch zur Aussage des Polizeihauptmanns Fischer, der, wie der Verteidiger hervorhebt, in seinem Gutachten ausdrücklich erklärt hat, er habe die Waffe Liebigs ungeputzt und ungeölt in die Hand bekommen und es sei frisch aus ihr geschossen worden. Es muß also, so meinte der Verteidiger, in der Zeit zwischen Beschlagnahme und Uebergabe an den Sachverständigen mit ihr hantiert worden sein. Der Staatsanwalt fragte den Zeugen, ob die Waffe nach der Beschlagnahme an andere als Gerichtspersonen gelangt sein könnte. Melber erklärte das für ausgeschlossen. Immerhin bleibt der Widerspruch zunächst bestehen. Die. Verhandlung geht Montag vormittag weiter. Nente ungente„„ 1003005 Ddei der Neicherahn. Einzelheiten zur Familienermäßigung— Keine Hilometerheite Zu den neuen Fahrpreisvergünstigungen der Reichsbahn veröffentlicht der Direktor der Deutschen Reichsbahngesellschaft, Staatssekretär a. D. Vogt, einen bemerkenswerten Kommentar. Er bestätigt, wie das B93=Büro meldet, daß die Reichsbahn die Absicht hatte, eine allgemeine Senkung der Fahrpreise herbeizuführen. Sie erkannte an, daß der Einheitssatz für den Personenkilometer von 4 Pfg. zu hoch ist. Die Reichsbahn stehe noch jetzt auf dem Standpunkt, daß dieser Preis gesenkt werden müsse, obwohl er nur von etwa 22% aller Reisenden zu zahlen sei, da 78% irgendwelche Ermäßigungen bis zu 75% schon jetzt genießen. Daß die allgemeine Senkung zurzeit noch nicht möglich sei, liege daran, daß die Gesamtausgaben der Reichsbahn schon seit längerer Zeit die Gesamteinnahmen überschreiten und der eingetretene Wirtschaftsaufschwung in erster Linie dazu verwendet werden müsse, diesen Unterschied auszugleichen. Dazu komme, daß die Reichbahn es bei der schon sehr weitgehenden Unterstützung der Reichsregierung im Arbeitsbeschaffungsprogramm nicht genügen lassen wolle, sondern darüber hinaus nicht unerhebliche Summen aufwenden werde, um die Wirtschaft durch weitere Bestellungen zu beleben. Reichsbahndirektor Vogt erörtert dann die einzelnen Fahrpreisvergünstigungen, wobei besonders seine Ausführungen über die Ermäßigung für kinderreiche Familien von Bedeutung sind. Er stellt fest, daß die Ermäßigung, die 50% beträgt, auch bei Benutzung von Feriensonderzügen, bei Sonntagsrückfahrkarten und Urlaubskarten gewährt wird. Der Begriff der kinderreichen Familie, einer Familie mit wenigstens vier Kindern unter 18 Jahren, sei dem von der Reichsregierung geplanten allgemeinen Vergünstigungen für kinderreiche Familien entnonmmen. Sollte die Reichsregierung diese in Aussicht genommenen Grundsätze noch ändern, so würden auch die Tarifbestimmungen entsprechend ergänzt werden. Direktor Vogt stellt fest, daß ein Wunsch unerfüllt geblieben ist, die Einführung des Kilometerhefts. Er weist darauf hin, daß in dieser Frage Vorsicht geboten sei, nachdem die Kilometerhefte in Baden und später auch in Oesterreich wieder abgeschafft werden mußten. Hauptsache für das Publikum seien niedrige Fahrpreise, und hierbei sei einer allgemeinen Tarifermäßigung der Vorzug zu geben, die auch den Volksgenossen zugute komme, die sich ein Kilometerheft nicht kaufen könnten. Im übrigen stellt Direktor Vogt fest, daß für die großen Feste, solange eine allgemeine Tarifermäßigung nicht möglich ist, über die während des ganzen Jahres geltenden Urlaubskarten hinaus die übliche Sonderermäßigung von der Reichsbahn weiter gewährt wird. Der Zorndorfer Prozeß wegen der Ermordung des stellv. Ortsgruppenleiters Erdmann Das Berliner Sondergericht tagte am Samstag in Zorndors. um den Rentenempfänger Zorndorf abzuurteilen, der am 10. März d. J. den Arbeiter Erdmann, den stellvertretenden Ortsgrupvenleiter der NSDAP. in Zorndors, erschossen hat. Für das stille, weltentlegene märkische Bauerndorf. das in der Geschichte durch die Schlacht im Siebenjährigen Kriege bekannt geworden ist, bildet dieser Mordvrozeß eine Sensation. Der Prozeß findet in Ermangelung anderer geeigneter Stätten im Tanzsaal des Gasthauses statt. In der Verhandlung versuchte der Angeklagte seine Tat als einen Notwehrakt darzustellen. Er sei wiederholt von Erdmann bedroht worden. Als er am 10. März abends Erdmann im ersten Stock seines Hauses vor der Tür seiner Freundin, der Witwe Fiedler, getroffen und ihn aus dem Hause gewiesen habe, habe ihn Erdmann an seiner Wohnungstür angegriffen. In leiner Angst habe er zwei Schüsse auf Erdmann abgegeben. Die Zeugenvernehmung ergab aber ein völlig anderes Bild. Fast wörtlich übereinstimmend bekundeten die Zeugen, daß Erdmann immer wieder von Renn bedrobt worden ist. Die Frau des Getöteten. die mit ihrem Manne bis wenige Tage vor der Tat im Hause Renns wohnte, gab eine erschütternde Schilderung davon. wie Renn ihren Mann schon oft mit der Pistole bedroht habe. Renn lei offenbar ohne jeden Grund eisersüchtig auf Erdmann gewesen, dem er Beziehungen zu Frau Fiedler nachsagte. Die weitere Beweisaufnahme zeigte, daß der Angeklagte von einer geradezu hysterischen Eisersucht war. Er hatte der Frau selbst verboten, mit anderen Leuten zu sprechen, und in rat#inierter Weise kontrolliert, ob sie ihre Wohnung verlassen habe. Dazu legte er Steinchen vor die Tür. um festzustellen. ob die Tür geöffnet worden ist. Darüber hinaus erbrachte die Vernehmung aber auch eine ganze Anzahl von Argumenten dafür, daß Renn. der ziemlich stark mit den Kommunisten sompathisierte, auf Erdmann aus politischer Rachsucht geschossen habe, da er sich durch Erdmann beim Winterhilfswerk benachteiligt fühlte. Verschiedentlich hat er auch den Getöreten wegen seiner Tätigketi für die NSDAP. beichimpit. Der Staatsanwalt beantragte die Todesstrafe wegen Mordes in Tateinheit mit Verbrechens gegen das Gesetz zur Wahrung des Rechtsfriedens. Das Gericht fällte das Todesurteil. Der Angeklagte Renn habe, wie der Vorsitzende betonte. die surchtbare Tat vorsätzlich mit Ueberlegung ausgeführt, durch die ein wertvoller Mensch. Vatei von vier Kindern. zu Tode gekommen ist. Nach gewilsenhafter Prüjung habe das Gericht sich aus den Standpunkt gestellt, daß der Angeklagte die Tat von langer Hand vorbereitet hat. kaubmörder von Maudach gefaßt Der fieberhaften Tätigkeit der Gendarmerie ist es gelungen, die Person des Maudacher Raubmörders festzustellen. Es handelt sich um den 1907 geborenen übelbeleumdeten Jakob Baumann aus Ludwigshafen a. Rh., der seit einiger Zeit von der Ludwigshafener Polizei wegen mehrerer Einbruchsdiebstähle gesucht wird. Der Ludwigshafener Rhein=Polizei gelang es am Sonnabendvormittag, Baumann in der Nähe der Ludwigshafener Walzmühle zu verhaften. Unterdrückung des Deutschkums Etwa 4000 deutsche Grubenarbeiter sollen zur Magyarikerung gezwungen werden Gerade zu der Zeit. in der der ungarische Innenminister eine Erklärung abgegeben hat, wonach die in der Frage der Namens=Magyarisierung unternommenen Schritte nicht als Zwagsmaßnahmen aufgefaßt werden könnten. kommt aus den Grubengebieten von Tata die aus zuverlässiger Quelle stammende Nachricht, daß die dortige jüdische Bergwerksdirektion die etwa 4000 ungarländisch=deutschen Arbeiter aufgefordert habe, ihre deutschen Namen zu magyarisieren. Die Bergwerksdirektion habe die Arbeiter aufgesordert, sich innerhalb von drei Tagen zu entscheiden. Sie habe ferner angedroht. die zur Magyarisierung ihrer Namen nicht bereiten Arbeiter zu entlassen.. 6166 J„. Das Tataer Grubengebiet negr in einem geschlossenen deutschen Siedlungsgebiet. Wie verlautet, soll sich auch die Direktion der Doroger Kohlengruben. die gleichfalls in einem deutschen Siedlungsgebiet liegen, mit der gleichen Absicht tragen. Aluemzufrune m Sbulten aufFeheren Trotzdem immer noch Husschreitungen zustandes beschlossen hat. Das Kabinett sei der Meinung, daß die ordentlichen Gesetze zur weiteren Aufrechterhaltung der Ordnung genügten. Ferner sei die Regierung entschlossen, die energischsten Maßnahmen gegen die Brandstiftungen von Kirchen, die in der letzten Zeit wieder außerordentlich überhandgenommen haben, zu erIn San Fernando bei Cadiz haben drei Anarchisten mit vorgehaltenen Pistolen den Pförtner des dortigen Gefängnisses eingeschüchIn Ma drid hat eine fünstöpfige Anarchistenbande einen Laden mitten in der Stadt ausgeraubt. Die Täter konnten unerkannt entiommen.,. E gosf, und u. In Madrid, Valencia, Suragussa und Barcelona dauern die politischen Streiks weiter an. In der letztgenannten Stadt kam die Polizei einer Anarchistenbande auf die Spur, die die Ermordung der maßgebenden dortigen Politiker plante. Zwischen Erbenun der marwulesulng Die Fliegertragödie im Urwald Columbiens— Deutscher unter den Toten Nach einer Associated Preß=Meldung aus Cali in Columbinen haben sich zur Zeit des Absturzes des Flugzeugs im Sumpf des Urwaldes fünf Personen an Bord befunden. Ein Sonderflugzeug überflog das Gebiet, wo der Direktor der amerikanischen Grubengesellschaft, Marshall, gefunden worden war. Das Flugzeug konnte aber dort nicht landen, sondern mußte mehrere Meilen entfernt niedergehen. Die Hilfsflieger begaben sich dann im Kraftwagen nach Bolivar. Nach einer weiteren Associated Preß=Meldung aus Bogota wurde die Leiche des Führers des Unglücksflugzeuges, Walter Geck, bei den Flugzeugtrümmern aufgefunden. Geck war gestorben, während er die Goldladung bewachte. Noch im Greßer Eisenbahnunglau in Träsnten * rasender Geschwindigkeit auf das ganze Gebäude bisher noum Fate. Zintergebäude größere neun Toie fausdehnte. Da in dem luch einer Reltung der Asriateh, Breds ans sanziöte an Ohereiche. Zahrung und legte es in de de Zaneto enigleiten in Mantguetra= Ge, and bos Ven=x hutk und vsgte. Dus verährige birge von einem Schnellzug die Lokomotive und drei Bexsopenmenes die einen der: personenwugen, die einen Steilabhang hinabrollten und vollstandig zertrümmert wurden. Bisher sind neun acht Schwerverletzt= und viele Leichtvereble geborgen worden. Ein Hilfszug mit Aerzten F nach der Unglücksstätte unterwegs. Der Schnellzug kam von Bello Horizonte. handelt sich um das größte Eisenbahnba, das sich bisher in Brasilien ereignet Jul. Das Mantiquetra=Gebirge liegt etwa 150 Kilometer nordwestlich von Rio. Großfeuer in Gernsbach Ein vierjähriges Kind in den Flammen ungelommen Wie aus Karlsruhe gemeldet wird, brach im Hintergebäude einer Drogerie und Fardenhandlung Feuer aus, des sich mit and das Feuer reicht#tz# und legte kurzer Zeit in Schull und asche. Das vierjährige Kind der Besitzerin der Drogerie, das mit anderen Kindern in diesem Gebäude gebenggung, wurde vermißt und in den späten Abendstangen als verkohlte Leiche aus den Trümmern hervorgezogen. Japanische Fliegerbomben auf kalgan Wie aus Kalgau berichtet wird, erschienen sechs japanische Bomben= und Jagdflugzeuge über der Stadt, die Flugblätter abwarfen, in denen die bevorstehende Be setzung Kalgans durch angekündigt wird. Eine chinesische Abwehrbatterie beschoß ein sapanisches Flugzeug. dings ohne Wirkung. Die Flugzeuge haben Berichten zufolge darauf das Feuer erweoert und mehrere Bomben Tode hielt er in der einen Hand eine Taschenlampe und in der anderen eine Pistole. Inzwischen ist, wie weiter berichtet wird, Marshall in Bolivar eingetroffen. Er ist der Ueberzeugung, daß der vermißte Mechaniker Hancke, der bei der Notlandung verletzt wurde, noch am Leben ist. Getötet wurden bei der Landung zwei Fluggäste, und zwar Alexander Notz, geboren in Denenberg in Schwaben, und Julio Zuniga, ein Angestellter Marshalls. Geck, Hancke und Marshall wurden beim Zubruchgehen der Maschine verwundet. Zuerst hat Marshall mit Geck gemeinsam das Gold im Flugzeug bewacht. Hancke wurde ausgeschickt, um Hilfe zu holen. Seitdem ist Hancke verschwunden. Als Hancke nach zwei Wochen nicht zurückgekehrt war, machte sich Marshall auf. Dabei stieß er am 27. März, nachdem er bereits drei Tage unterwegs war, auf fünf Guaquero=Indianer. Marshall erhielt bei der Notlandung eine erhebliche Mundverletzung. Er verlor fast alle Zähne. Nach ergänzenden Mitteilungen aus Bagnta muß angenommen werden, daß auch der Mechaniker Hancke inzwischen den Tod gefunden hat. Am Ufer des Sipi=Flusses wurde eine Leiche gefunden, und man vermutet, daß es sich dabei um Hancke handelt. Direktor Marshall, der bei dem Absturz des Flugzeuges auch eine Beinverletzung erlittten hatte, lebte zwei Wochen lang von dem Lebensmittel= und Wasservorrat des zertrümmerten Flugzeugs. Die Erschöpfung der Vorräte zwang Marshall schließlich, die Wanderung durch den Urwald anzutreten, wobei er dann von Indianern gerettet wurde. Die Indianer berichteten, daß die Leiche des Flugzeugführers Geck bei der Auffindung bereits kaum noch zu erkennen war. Die Indianer erhielten als Belohnung 5000 columbianische Pesos. Der 34jährige Mörder Paul Lehmann, der wegen Mordes zum Tode und dauernden Ehrenverlust verurteilt worden war ist Samstag früh in Berlin=Plötzensee hingerichtet worden. Er datte am 20 Februar 1933 seine Geliebte Berta uld erworbet und beraute „Brüder in Nok“ hilft Die Charbiner rußzland=deutschen Flüchtlinge auf der Reise nach Südamerika Wie dem Reichsausschuß„Brüder in Not“ aus Schanghai berichtet wird, konnten 320 rußlanddeutsche Flüchtlinge, die bis vor kurzem unter sehr schweren Verhältnissen in Charbin dabinvegetierten, endlich durch Hilfe des Reichsausschusses abtransportiert werden. Der Transvort besteht aus zahlreichen Familien. aber auch vielen Waisenkindern, deren Eltern auf der Flucht umgekommen bezw. von den Bolschewiken erschossen worden sind. Die Flüchtlinge werden in diesen Tagen mit einem Dampfer des Nansen=Komitees bis nach Marseille fahren, wo sie von den deutschen Hilisorganisationen empfangen werden. Der Reichsausschuß„Brüder in Not“ wird nicht nur die Reisekosten der Flüchtlinge nach Südamerika tragen. er wird ihnen auch die für die Ansiedlung notwendigsten Geräte und Ausrüstungen zur Verfügung stellen. In wenigen Zeilen Reichspräsident von Hindenburg empfing am Samstag anläßlich des 400jährigen Jubiläums der Berliner Sattlerinnung eine Abordnung des Berliner Handwerks. Der Reichsführer der SS., Himmler, hat am Samstagvormittag die Politische Polizei Bremens übernommen. Anschließend begrüßte er den gesamten Bremer Senat. Wie die Gleiwitzer„Oberschlesische Volksstimme“ meldet, hat das Zentralkomitee der Deutschen Katholikentage beschlossen, den in Gleiwitz geplanten Katholikentag in diesem Jahre ausfallen zu lassen. Der Volksliederwettbewerb der Deutschen Musikpremierenbühne, an der sich hunderte deutscher Volksgenossen vom zwölfjährigen Schüler bis zum alten Musikprofessor beteiligt haben, fand in Dresden mit der Verteilung der Preise seinen Abschluß. Die elf in die engere Wahl gezogenen Lieder sind bereits am Ostermontag über alle deutschen Sender gegangen. Den Ehrenpreis des Führers erhielt der Komponist Otto Meyer=Hameln für das Lied„Segnung". Reichsminister Röhm, der sich gegenwärtig in Ragusa aufhält, schilderte den Berichterstattern zweier südslawischer Zeitungen den Umfang und die Bedeutung der Neuordnung in Deutschland. Der Minister betonte, daß sein Besuch in Ragusa rein privaten Charakter trage. Das Wiener christlich=soziale„Neuigkeitsblatt" meldet, der frühere deutsche Reichskanzler Dr. Wirth sei in Wien eingetroffen und habe sich im Parlament eingefunden, wo er in den Räumen des Christlich=Sozialen Klubs mit einigen Herren Besprechungen gehabt habe. Wirth soll beabsichtigen, auch mit Bundeskanzler Dr. Dollfuß zusammenzutreffen. Der Aufsichtsrat der I. G. Farben=Industrie A.=G. beschloß, der Generalversammlung am 28. April die Ausschüttung einer Dividende von wiederum 7 v. H. vorzuschlagen. In gutunterrichteten politiichen Kreisen Frankreichs verlautet, daß für die Regierung bei der Kürzung der Kriegsteilnehmerpensionen kaum Schwierigkeiten auftreten würden. Die Regierung habe die Absicht, diese Pensionen um 3. v. H. zu kürzen. Davon sollen Schwerkregsverletzte und wiederverheiratete Witwen jedoch nicht betroffen werden. In Bendestorf bei Harburg durchschnitt der Bäckermeister Hubert seiner Frau mit einem Rasiermesser die Kehle. Darauf versuchte er sich durch Oeffnung der Pulsader das Leben zu nehmen. Er konnte aber gerettet werden, während seine Frau nach kurzer Zeit stard. Die Gründe für diese grauenhafte Tat waren bisher nicht festzustellen. Heute morgen 5 Uhr entschlief sanft und gottergeben nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Schwager und Onkel, der Rentner Wirientt Sermrnat Im 93. Lebensjahr. Um stille Teilnahme bittet: Familie Wilhelm Schmidt Garenfeld, Gelsenkirchen, Menglinghausen, Kamen, den 8. April 1934. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 11. April 1934, nachmittags ½4 Uhr vom Sterbehause aus auf dem Friedhof in Westhofen statt. Preußisch=Süddeutsche Klassenlotterie Jetzt ist es höchste Zeit, die Erneuerung der Lose für die I. Klasse vorzunehmen! Letzter Einlösungstag am 14. April 1934. Lose in allen Abschnitten sind noch zu haben Achtel- Lose Mk. 3.Viertel-Lose Mk. 6.Buckkandlung, Coll Braus Schwerte, Adolf Hitler-Platz 3 H. Hitzegrad u. Sohn Versteigerung Schwerte, Senuugweg 28 souhrwerhzeicham besigen Schlachte hof einen Schäferhund öffentlich meistbietend gegen bar versteigern. 825 Heimbeck, Vollziehungsbeamter. Lichtspiele zur Reichskrone Nur noch Leute u. Elorgen das große, gute Pregramm: 2 einzig schöne Heimattlime Hivalen der Lurt Ein Segeitliegertilm mit Claus Clausen Woltgang Liebeneiner Allde Gebühr Sybille Schmitz Hergestellt unter dem Protektorat des Präsidenten des Deutsch. Luttsport-Verbandes Bruno Loerzer Ruf 2765 Gegr. 1896 Orthopäd. Schuhanstalt ladividuelle Anfertigung v. Schuhen für kranke Füße schmerzlindernd. Hohe Auszeichnungen. Eigene Schülbemacheret! Einlagen nach Mlaß u. 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Schlank sein, heißt auch schön sein. Beginnen Sie noch heute mit der lettzehrenden„Reinin“- Kur, den unschädlichen Entfettungstabletten. RM 1.75. In allen Apotheken erhältlich. Vetlangen Sie nue-Reiala“. Rotenbücher Gesangbücher, Liederbücher für alle Zwecke in reichhalt. Auswahl vorhanden, Kommersbücher für Vereine zu den billigsten Preisen. C. Braus Babnbofstraße 1. Der Aufbau einer ennhelrlichen Enerdiewirtschaft Auf der letzten Sitzung des beim Reichsverband des Deutschen Gas= und Wasserfaches e. V.(RVGW.) bestehenden Führerbeirats wurden Fragen der Energieversorgung behandelt, für deren beschleunigte Lösung der Vorstand des RVGW., Pg. Generaldirektor Dr. Tiemessen, grundlegende Vorbereitungen getroffen hat. 1. Mit dem Vorstand des Reichsverbandes der Elektrizitätsversorgugn(REV.), Pg. Generaldirektor Otte=Hamburg, und dem Deutschen Gemeindetag ist ein Uebereinkommen getroffen worden mit dem Ziel, die Frage der zweckentsprenchenden Versorgung Deutschlands mit Gas und Elektrizität gemeinsam voranzutreiben. Zu diesem Zweck wird ein Energierat gebildet, für den vom Reichsverband des Deutschen Gasund Wasserfaches die Herren Generaldirektor Dr. Tiemessen=Frankfurt Main als Vorstand und Direktor Dr. Nübling=Stuttgart als stellv. Vorstand des RPGW., ferner die Herren: Dir. Müller=Hamburg und Direktor Seippel=Essen Ruhr als Mitglieder bestimmt sind. Vom Deutschen Gemeindetag wurden benannt die Herren: Oberbürgermeister Dr. Goerdeler=Leipzig und Abteilungsleiter Dr. Meyer=Berlin. Die Benennung der vom REV. zu entsendenden Mitglieder des Energierats dürfte in den nächsten Tagen erfolgen. Von den beiden Reichsverbänden werden die in Energiewirtschaftsfragen maßgebenden Regierungs= und Parteistellen gebeten werden, in diesen Energierat Vertreter zu entsenden. 2. Die innerhalb der Gaswirtschaft schwebenden Fragen des geeigneten Ausbaues und der zweckmäßigen Zusammenfassung von Gaserzeugungsstätten werden bearbeitet von einem Sonderausschuß, mit dessen Führung seitens des Vorstandes des RVGW. der Direktor Dr. Nübling=Stuttgart beauftragt worden ist. Dem Ausschuß gehören ferner an die Herren: Direktor Albach=Berlin, Direktor HartmannBreslau, Oberbaurat Heck=Dessau, Generaldir. Dr. Lenze=Hamborn, Abteilungsleiter Dr. Meyer=DGT. Berlin, Direktor Müller=Hamburg, Direktor Seippel=Essen=Ruhr, Generaldir. Dr. Tiemessen=Frankfurt Main, Direktor Dr. Winkler=Frankfurt Main. Die Federführung liegt beim Reichsfachverband des Deutschen Gas= und Passerfaches e. V., an den sämtliche Zuschriften zu richten sind. Die Zusammensetzung des Sonderausschusses stellt eine Vertretung folgender Gruppen dar: Gemeindliche Erzeugung, Zechengaserzeugung, Gruppengasversorgung, private und gemischtwirtschaftliche Gaserzeugung und Gemeindeverwaltungen. feur des Arztes Dr. V., Bernhard Klein henrich aus Charholz, in seinem Bett tot aufgefunden. An seiner linken Hand hielt er eine Pistole. Er hatte eine Schußwunde am Kopf. K. zeigte in der letzten Zeit ein scheues Wesen, so daß er warhscheinlich in geistiger Umnachtung die Tat begangen hat. Er wollte in einigen Tagen heiraten. Volkstag der Inneren Einrichtungen der halboffenen Fürsorge. Nach dem Stand vom Jahre 1932 weiß die Innere Mission Deutschlands anzugeben: 84 Tageskrippen, 2539 Kindergärten, 37 sonstige Tagesheime, 55 Arbeitsstätten für Erwerbslose, 28 Tages= und Erholungsheime, 688 Kinderhorte und Lesehallen, 4 Schifferkinderschulen, 55 Arbeitsstätten für Erwerbslose(29 Nähstuben, 6 Schreibstuben, 20 Werkheime für Erwerbslose), 42 Lesehallen für Seeleute im In= und Ausland(1933). Insgesamt 3477 Einrichtungen der halboffenen Fürsorge. Vermischtes Aus dem Nachbargebiet Hengsen. Der Bau der Ruhrbrücke vollendet. Nun ist der Ruhrbrückenbau oberhalb der Fähre bei Schoof vollendet. Damit hat ein jahrelanges Verkehrsbedürfnis endlich die gewünschte und notwendige Befriedigung gefunden. Opherdicke, 9. April. Waldbrand. In den sog.„Schwarzen Tannen“ des Gutsbesitzers Regenbogen in Opherdicke brach ein Brand aus. Das Feuer konnte sich sehr schnell ausbreiten, da es in dem trockenen Unterholz reichliche Nahrung fand. Meterhohe Flammen schlugen aus dem brennenden Walde hervor. Der Freiwilligen Feuerwehr von Opherdicke, die schnell herbeigeeilt war, gelang es nach mehrstündiger angestrengter Arbeit durch Wersen von Gräben das Feuer einzudämmen und so des entfesselten Elements Herr zu werden. Hagen, 8. April. Polizeipräsident Herrmann geht nach Stettin. Das Polizeipräsidium teilt mit: Der bisherige Polizeipräsident in Hagen Herrmann, ist durch den preußischen Innenminister mit der vertretungsweisen Verwaltung des Polizeipräsidiums Stettin beauftragt worden. Hagen, 7. April. Erbgesundheitsgericht beschließt Sterilisation in 6 Fällen. Der Pressedezernent beim Landgericht Hagen teilt mit: Auch beim Landgericht in Hagen hat inzwischen das durch Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses eingerichtete Erbgesundheitsgericht seine Spruchtätigkeit aufgenommen. In der ersten Sitzung standen sechs Anträge auf Unfruchtbarmachung zur Verhandlung und Entscheidung. In sämtlichen Fällen hat das Gericht dem Antrag stattgegeben und durch Beschluß Sterilisation ausgesprochen. Bemerkenswert ist dabei, daß in zwei Fällen der Antrag von der erbkranken Person selbst erfolgt ist. Weitere Verhandlungen werden nunmehr in gewissen Zeitabständen stattfinden. Fröndenberg, 8. April. Sittlichkeitsverbrecher festgenommen. Von der Polizei wurde im nahen Ardey der Zimmermann D. festgenommen und ins Amtsgerichtsgefängnis Unna eingeliefert. D. wird beschuldigt, sich an Schulkindern in unsittlicher Weise vergangen zu haben. Dortmund, 9. April. Wegen Sittlichkeitsvergehens wurde Sonntag nachmittag gegen 13,45 Uhr ein Arbeiter aus der Uhlandstraße festgenommen und in das Polizeigefängnis eingeliefert. Der Mann hatte im Fredenbaumwald schulpflichtige Kinder unsittlich belästigt. Beckum, 8. April. Erschossen ausgefunden. Gestern morgen wurde der Chauf+ Frühlingsreparaturen. Da hämmert nun der Nachbar schon seit dem frühen Morgen und wird nicht fertig. Erst wird Dachpappe auf das Schuppendach genagelt, dann der Lattenzaun repariert, die Leiter an den Birnbaum gestellt und eine neue Starmäste im jungen Grün befestigt. Gegenüber streicht einer die Fensterläden an. Rechts davon wird Holz gehackt. Links davon wird gesägt. Nein, ist das ein Betrieb heute auf der Dorfstraße! Jungens und Mädels gucken zu, wie die Arbeit gemacht wird, und alle schreien„Au!“, wenn sich ein Häusler mit dem Hammer versehentlich auf den Finger pocht oder bei Ausbessern des Daches bald das Uebergewicht bekommt. Von Uebereilen ist natürlich keine Rede,— wozu auch? Schließlich muß auch die Pfeife gut in Brand gehalten werden, und kommt eine blitzsaubere Dirn vorbei, so guckt man ihr gerne nach und sendet ihr ein Scherzwort zu. Endlich aber ist alles„im Schuß". Gleich Schmuckkästchen reiht sich ein Dorfhaus an das andere, und sogar die Stadtleute, die vorbei kommen, sagen:„Hier muß sich's auch hübsch wohnen; wie schmuck diese Häuschen sind.“ Achtung! Landschaftsmaler! Der Heidelberger Kunstverein veranstaltet in den Monaten Mai bis Juli eine Ausstellung„Die deutsche Landschaft" von lebenden Künstlern aus allen deutschen Gauen. Die Zusammenstellung der Ausstellung soll nach dem Prinzip der eben in Düsseldorf vorbereiteten „Gemeinschaftsausstellung deutscher Künstler“ erfolgen.— Für Westfalen und Ruhrgebiet erfolgt die Anmeldung zur Beteiligung an der Ausstellung an folgende Adresse: Reichskammer der bildenden Künste, Landesstelle WestfalenRuhr, Essen, Rathaus Rüttenscheid. Die diesjährigen billigen Sonderfahrten der Reichsbahndirektion Wuppertal. Nach Oberammergau und Helgoland. Die Reichsbahndirektion Wuppertal wird in diesem Sommer wieder mehrere Fahrten mit Verwaltungssonderzügen durchführen, wie sie aus den Vorjahren bekannt sind. Das Hauptreiseziel für die diesjährigen Fahrten ist Oberammergau zum Besuch der ums=Passionsspiele. Während die Sonderzüge auf der Hinfahrt über Köln— Bonn— Koblenz nach Oberammergau geleitet werden, sind für die Rückfahrt verschiedene Reisewege und besondere Veranstaltungen vorgesehen. Es sind geplant 1. Sonderfahrt(Pfingstfahrt) vom 18. bis 27. Mai nach Oberammergau und zurück über Garmisch=Partenkichen— Mittenwald — München mit Aufenthalt in Garmisch= Partenkirchen oder Mittenwald und München. 2. Sonderfahrt vom 5. bis 15. Juli nach Oberammergau und zurück über Trußig— Kochel— München— Nürnberg mit Aufenthalt in Kochel, München und Nürnberg. 3. Sonderfahrt vom 23. August bis 1. tember nach Oberammergau und zurück über Lindau— Freiburg(Breisgau) mit Aufenthalt in Lindau und Freiburg. Neben diesen Sonderfahrten ist in der Zeit vom 18. bis 21. August noch eine der beliebtesten Fahrten nach Bremen— Helgoland— Hamburg mit je einer Uebernachtung in Bremen, Helgoland und Hamburg in Aussicht gedomwen. Neben der 60%igen Fayrpreisermäßigung für die Sonderzüge werden auch für die übrigen Veranstaltungen erhebliche Preisermäßigungen gewährt. Alles Nähere über die Sonderfahrten enthält ein Werbeheftchen, das die Fahrkartenausgaben und Reisebüros kostenlos Ie dur mel Nens raft. dem Handwert Arben scherne Nr. 82(Drittes Blatt) Schwerter Zeitung Montag, 9. Apeil 1934 Start zur Deutschen Fußballmeisterschaft Tieg und Riedertagen für den Westen Schalke siegt in Bremen— Benrath ließ Sieg und Punkte an der Wasser kante— SV. Mülheim verler hoch tüche ene ans en echk unr eidher Gunch beder 8en Am Sonntag begannen die Endspiele um die, junge Bremer Mittelläufer Stürmer gab auf Fußballmeisterschaft mit der Runde der dem Mittelfelde den Ton an und blieb im Zweideutsche Fußdäilmeiterschft u... kanpf gegen Czepan faft immer siegrich, 10 Caumenter.... Recht temperamentvoll begannen die Bremer In der Gruppe Nordweft das Spiel und Mellage im Schalker Tor mußte siegte der Westfalenmeister Schalke 04 über den in den ersten Minuten schon einige scharfe Schüsse Meister von Niedersachsen, Werder Bremen, auf meistern. Die Reißer waren in erster Linie die fremder Scholle auch ohne Ernst Kuzorra mit 5:2.1„früheren SSchalfans griß, attkämper schoß alle Tore.— Für die größte Natlkamper schog alle Tore.— Für die größte Ueberraschung sorgte in Hamburg der Nordmarkmeister Eimsbüttel mit seinem Bombensiege von 5:1(5:1) über den Niederrheinmeister, BfL. Benrath. Rasselnberg und Bünger fehlten Benrath an allen Ecken und Kanten. In der Gruppe Südwest überraschte der SV. Waldhof=Mannheim durch einen hohen Sieg mit 6:1(2:1) über den Mittelrheinmeister, Mülheimer SV. Der vorher unterschätzte Meister des Südwestgaues, die Offenbacher Kickers, schlugen Württembergs zweiten Vertreter, Union Böckingen, mit 4:1(1:0) ebenso Sehr knapp wären die Entscheidungen in der Gruppe Ost, wo in Stolp Brandenburgs Meister, Viktoria 89 Berlin, beim Pommernmeister Viktoria Stolp mit 312 recht glüc „Früheren Schalter- Tivulski und Scharmann. Der frühere Süddeutsche Seppl Müller machte in der 20. Minute einen groben Fehler, den Nattkämper ausnutzte, und das erste Tor war gefallen. Vom Anstoß weg zogen die Bremer mit dem Leder los und stellten durch Mahlstedt den Ausgleich her. Nattkämper war es wieder, der in der 30. Minute für Schalke das alte Verhältnis herstellen konnte. Kurz vor dem Wechsel fielen dann noch zwei Treffer. Nach Wiederbeginn legten die Bremer wieder mächtig los, aber die Schalker Hintermannschaft war nicht zu erschüttern. Der Bremer Müller ließ Nattkämper einen Augenblick unbewacht, und schon saß durch Nattkämper der vierte Treffer. Ein Elfmeter wurde von Nattkämper zum fünften und letzten Treffer verwandelt. Schalke dürfte nach den gebotenen Leistungen vom Sonntag mit Ernst Kuzorra seinen Weg machen. Mannschaft vor: Peters; Henkel, Woellm; Hoffmann, Besgen, Grill; Leonhardt, Lenski, Hohmann, Stoffels und Becker. In dieser Aufstellung konnte die Benrather Elf in keiner Weise gefallen. Die Benrather Mannschaft enttäuschte schwer. Der einzige Lichtblick in der Elf war der unverwüstliche Mittelstürmer Hohmann. Er leistete während der 90 Minuten Riesenarbeit, versuchte immer wieder System in den Sturm zu bringen, aber seine Nebenleute gingen nicht auf seine Tricks ein. Rasselnberg und Bünger fehlten an allen Ecken und Kanten. In der Läuferreihe war Besgen schwach. Die beiden Außenläufer spielten zwar recht aufopfernd, konnten aber nur nach dem Wechsel gefallen. Die Hintermannschaft war ebenfalls recht unsicher. Aber auch der Sieger TV. Eimsbüttel präsentierte sich nicht in alter Form. Die ferreihe war der beste Mannschaftsteil und ihr ist der Sieg in erster Linie zuzuschreiben.„Rohwedder spielte zudem noch als vierter Laufer und so wurde die Benrather Angriffsreihe immer kaltgestellt. Wie die Tore fielen Das halbe Dutzend Tore wurde in den ersten 17.— Venig eindrucksvol war auch der Erfolg]“. gumsstegs Spiet Iung 2:1(2:1) über Preußen Danzig. In der Gruppe Mitte gab es in Kassel zwischen dem Meister von Hessen, Borussia Fulda, und Sachsens Titelhalter, Dresdener SC., beim Stande von 0:0 Punkteteilung. Etwas sicherer gewann der Bayernmeister, 1. FC. Nürnberg, in Magdeburg mit 2:0(1:0) über den Meister des Gaues Mitte, Wacker Halle. Der erste Tabellensland Endrunde um die deutsche Fußball=Meisterschaft Gruppe Nordwest: Werder Tremen— Schalke 94 SV. Eimsbüttel— VfL. Benrath SV. Eimsbüttel 1 1—— SC. Schalke 04 1 1—— Werden Bremen 1—— 1 VfL. Benrath 1—— 1 Gruppe Südwest: SV. Waldhof— Mülheimer SB. Kickers Offenbach— Union Böckingen SV. Waldhof 1 1—— Kickers Offenbach 1 1—— Union Böckingen 1—— 1 Mülheimer SV. 1—— 1 Gruppe Mitte: Borussia Fulda— Dresdener SC. Wacker Halle— 4. FC. Nürnberg Dresdener SC. Borussia Fulda Wacker Halle 1. FC. Nürnberg : 1—— 1— 1— 1— 1— 1—— 1 Gruppe Ost: Viktoria Stolv— Viktoria Berlin Beuthen 09— Preußen Danzie Beuthen 09 1 1—— Viktoria Berlin 1 1—— Viktoria Stolv 1—— 1 Preußen Danzig 1—— 1 2:5(2:3) 5:1(5:1) 5:1 2—0 522 2—0 25 0—2 1•5 0—2 6:1(2:1) 4:1(130) 611 2—0 4.1 2—0 144 0—2 1:6 0—2 933 9:2(0:1) 2:0 2—0 0:0 1—1 0.0 1—1 02 6—2 Die Benrather Mannschaft scheint doch zurzeit mit Jupp Rasselnberg zu stehen und zu fallen. Dann eine 1:5=Niederlage von dem Nordmeister TV. Eimsbüttel einstecken, bedeutet schon etwas. Ferner fehlte auch noch Bünger und die Stimmung bei den Benrathern war nicht die beste. Der Mittelläufer Besgen hatte zudem noch einen sehr schlechten Tag und so fehlte in der Benrather Elf die einheitliche Linie. Die 15.000 Zuschauer hatten sich von dem Niederrheinmeister weit mehr versprochen. Die Norddeutschen vergaßen nicht das Schießen, und so kam der hohe 5:1=Sieg der Norddeutschen zustande. Nach den Angaben der Norddeutschen wäre allerdings die Eimsbütteler Mannschaft eine Klasse besser geDer BfL. Benrath stellte sich in folgender Sschschecececic ch elece legte dann dem Halbrechten Lenzki gut vor und dieser sandte mit scharfem Schuß zum Führungstreffer für Benrath ein. Der Eimsbütteler Mittelstürmer sorgte aber schon kurze Zeit später für den Ausgleich. Allmählich übernahm die Eimsbütteler Läuferreihe das Kommando. Der Niederrheinmeister wurde ganz in die Defensive gedrängt, während der Eimsbütteler Sturm aufspielte und den Vorsprung bald auf 411 erhöhte. Die Angriffe der Benrather dagegen waren nie geschlossen und so konnte die Eimsbütteler Hintermannschaft immer frühzeitig klären. In der 40. Minute schloß dann Rohwedder mit einem fünften Treffer den Torreigen ab. Die Norddeutschen verteidigten zeitweise sogar mit acht Mann hinten. So wurden auf beiden Seiten keine Tore mehr erzielt. Der dagenerg, A. in Westen Interessante und gehaltvolle Treiten Der Spielplan am 15. April Gruppe Nordwest: Schalke 04— büttel in Dortmund, Werder Bremen— Vis. Venrath in Hannover. Gruppe Südwest: Union Böckingen— SR. Waldhof in Stuttgart, Mülheimer SB.— Ossenbach in Köln. Gruppe Mitte: Dresdener SC.— Wacker Halle in Dresden, Borussia Fulda— 1. FC. Nürnberg in Fulda. Gruppe Ost: Viktoria Berlin— Viktorie Stolv in Berlin, Preußen Danzig— Beuthen 20 in Danzig. S Mülheim enttäuschte mit Ersatz SV Waldhof— Mülheimer SB 6:1(2:1) Der badische Meister gewann sein erstes Endrundenspiel viel leichter, als man ursprünglich annehmen wollte. Während der SV Waldhof eine abgerundete Leistung bot, war der Mülheimer SV für die 10000 Zuschauer eine große Enttäuschung. Die Rheinischen traten allerdings nicht in bester Aufstellung an— so spielte der Verteidiger Hönig Rechtsaußen und der Außenläufer Steingaß Verteidiger—, aber eine 1:6= Niederlage durfte es trotzdem nicht werden. In technischer Beziehung waren die Mannheimer um eine Klasse überlegen. Waldhof diktierte von Anfang an das Spielgeschehen, während sich Mülheim auf wenige Angriffe, die stels von Dr. Riggemeyer eingeleitet waren, beschränken mußte. Schwach waren die Außenstürmer, auch die Verbinder Bauer und Heyde kamen nicht zur Geltung. Die Läuferreihe hatte bei dem starken Druck der Waldhofstürmerreihe keine Zeit zum Aufbau. Sehr gut waren die Verteidiger Steingaß und Hartung, auch Mombre im Tor zeichnete sich verschiedentlich aus. Waldhof war im Gegensatz dazu in bester Verfassung. Die Abwehr mit Riehm, Leist und Model arbeitete fast fehlerlos, und Brezig als Mittelläufer konnte sich in bekannter Weise ganz dem Aufbauspiel widmen, gut unterstützt von den Außen. Im Sturm war eigentlich nur Engelhardt ein Versager, dafür waren aber Siffling und Heermann in desto besserer Form, ebenso Walz und Weidinger. Schon der erste Waldhofer Angriff brachte durch Weidinger, der einen Strafstoß aus unmöglichem Winkel einschoß, den Führungstreffer. Mülheim glich nach 20 Minuten durch Hönig aus. Roch vor der Pause brachte Siffling die Süddeutschen erneut in Führung. Die Ueberlegenheit der Einheimischen wurde im zweiten Abschnitt erdrückend. Zweimal schoß Siffling unhaltbar ein. Damit war das Spiel entschieden, sodaß den beiden restlichen Treffern durch Walz und wieder Siffling keine besondere Bedeutung mehr zukommt. 2:3(0:2) 2:1(2:1) 2:1 2—0 3:2 2—0 2:3 6—2 122 6—2 Die Schalker„Knappen“ imponierten in Bremen Werder Bremen— Schalke 04 2:5(2:3) Der Westfalenmeister, FC. Schalke 04, machte seinem Namen weiter Ehre. Die„Knappen“ weilken am Sonntag zum ersten Vorrundenkampf bei Werder Bremen und feierten hier selbst ohne ihren bewährten Stürmer Ernst Kuzorra einen schönen 5:2=Sieg. Die Norddeutschen waren von den Leistungen der Schalker entzückt und spendeten dem Sieger starken Beifall. Trotzdem Ernst Kuzorra im Sturm fehlte, wo Fritz Czepan aber diesmal wieder mitwirkte, warteten die Knappen mit famosen Leistungen kuf. Jeder Paß war berechnet und kein Schritt wurde zuviel getan. Der Niedersachsenmeister erwies sich als hartnäckiger Gegner und ging mit wehenden Fahnen unter. Die Bremer gingen mit kroßem Eifer ans Werk und machten dadurch manches wieder wett. In der Schalker Mannschaft war der klonde Nattkämper der beste Mann. Er dirisierte den Sturm ganz vorzüglich und schoß alle unf Tore! Das war wirklich ein Meisterstück. Leider verstand sich Nattkämper mit seinen Revenleuten Urban und Gellesch nicht besonders, sonst wäre das Torverhältnis bestimmt höher gusgefallen. In der Läuferreihe enttäuschte Czepan. Die Bremer Mannschaft enttäuschte nach der angenehmen Seite. Es gab bis auf den Lorwart Diekhoff keinen einzigen Versager. Der Wie alljährlich, so sah auch diesmal der Westen seinen Jugendopfertag, der mit dem zweiten Märzsonntag keinen besseren Termin finden konnte, brachte doch der Tag ein Frühlingswetter, wie man es sich bestimmt nicht besser wünschen konnte. So blieb es nicht aus, daß allenthalben der Besuch recht rege war, wollte doch ein jeder ein Scherflein dazu beitragen, das Werk für unsere Jugend zu festigen und zu einem vollen Erfolg zu führen. Dazu kam noch, daß die Paarungen recht geschickt zusammengestellt waren, was nicht ausschließen konnte, daß auch in sportlicher Beziehung etwas geleistet wurde. Und dem wurde bestimmt so. Auf der ganzen Linie gab es interessante Treffen, in denen Favoritensiege und Niederlagen wechselten. Es würde zu weit führen, sämtliche Jugendopferspiele einzeln aufzuführen und so beschränken wir uns auf die wichtigsten. Gau Westfalen In Höntrop gab es ein scharfes Duell zwischen dem SB und dem MBV Linden, das der Zweitbeste der Gauligisten überraschend mit 0:2 verlor. Das Lokalderby in Bochum, Germania— Westfalia, konnte der Gauligist knapp mit 2:1 für entscheiden. In Dortmund trafen sich zwei alte Rivalen, Sportfreunde 95 und Alemannia. Hier konnten die Alemannen einen eindrucksvollen 5:2=Sieg sicherstellen. Union Recklinghausen weilte in Herten und stellte dort mit einem 2:1= Sieg sein Können unter Beweis. SuS Reckling= hausen blieb über die dortige Viktoria mit 4:1 erfolgreich, während sich Preußen Münster gegen Münster 08 knapp mit 1:0 behauptete. Der Deutsche SC Hagen weilte beim Fc Schwelm und bezog dort eine knappe 2:3=Niederlage. Weitere Ergebnisse: Kaiserau— Borussia Dortmund 3:1; TuBV. Mengede— Arminia Marten 2:6; Preußen Wanne— TB. Eickel 1:2; Castrop 02— Castrop 11 0:1; Westfalia Herne— TuS. Bochum 4:2; Kamen 54— Westfalia Wickede 1:1; Unna 07— Fröndenberg 0:0; Hamm 03=04— SuS. Hamm 05 3:1; Bfo. Heesen— Bockum=Hövel 3:6; Westfalia Uhlen Wacker Ahlen 2:0; Sp. Vgg. Beckum— SuS. Ahlen 3:3; Rheda— Westfalia Brackwede 7:2; Wiedenbrück— Bielefeld 06=07 4:1; Union Herford— SuS. Herford 5:0; Oeynhausen— BfB. Bielefeld 4:8; BfB. Bünde— Arminia Bielefeld 2:4; Teutonia Lippstadt— komb. OlympiaWestfalia 0:1; Paderborn 08— Preußen Paderborn 1.0; Germania Datteln— SV. Mecking= hoven 0:2; VfL. Dülmen— Saxonia Münster 2:1; SV. Greven 09— BC. Greven 4:1; Borussia Rheine— Rheine 09 3:2; Witten 92— BfL. Wetter 5:1; Iserlohn— Unna 08 3:2; Arnsberg 09— SuS. Menden 09 8:1; Sportring Gevelsberg— SuS. Gevelsberg 08 4:4; Plettenberg— Jahn Werdohl 1:4; Sportfreunde Lüdenscheid— Lüdenscheid=Höh 6:2; Milspe 11 — Haspe 09 6:1. Gau Niederrhein Durch die Paarungen zwischen Gauliga und Bezirksliga kam es auf der ganzen Linie zu einem interessanten Kräftevergleich, der mit Ausnahme der beiden Treffen VfL. Preußen Krefeld— Homberger SV. und Rheydter SV. — Viktoria Rheydt, die beide einen unentschiedenen Ausgang nahmen, zugunsten der Gauligisten endete. Wenn auch nicht ale Sxieße, den erwarteten Zuspruch gefunden hatten, so# doch der Zweck des Sonntags, Gelder für die Heranbildung der Jugend zu gewinnen, erfüllt sein. Die Ergebnisse: Tura Düsseldorf— Fortung Düsseldorf 0:3; Rheydter Spielverein— Viktoria Rheydt 2:2; VfL. Preußen Krefeld— Homberger Spielverein 0:0; BfB. Remscheid Schwarz=Weiß Barmen 3:5; SC. Borussia Gladbach— Odenkirchen 05=07 5:1; Sportfreunde Neuß— BC. 05 Düsseldorf 2:2; SSV. Oberkassel— Schwarz=Weiß Düsseldorf 8:1; RotWeiß Oberhausen— Hamborn 07 1:6; SSV. Elberfeld— TSV. Eller 04 0:2: SC. 99 Düsseldorf—. VfB. Hilden 2:2; BfR„Ohligs— Sp. Vgg. Barmen 2:4; SC. Sonnborn 07— Germania Elberfeld 4:1; VfB. Velbert— Borussia Velbert 4:4; BV. Lüttringhausen— Tus Ronsdorf 1:1. Städtespiele am Mittelrhein Städteelf Bonn— Städteelf Köln Städteelf Trier— Städteelf Köln 1:5 133 Vingst 05/Jugend Kalk— Preußen Köln Germania Mülheim auf dem MSV=Platz Koblenz 1900 /Neuendorf—. BfB. Lützel) Engers=Hambach=Horchheim in Lützel Neuwied— Siegburg=Troisdorf Kottenheim=Andernach— Mayen KBC. Blau=Weiß— Union(Viktoria Bauental 0:1 3•2 3•3 2•7 4•0 heeres-Waldlauf-Reisterschaft Schönfelder zum vierten Male Einzelsieger Prächtiges Frühlingswetter begünstigte die Abwicklung der 5. Heeres=Waldlauf=Meisterschaft, die am Sonntagvormittag auf dem Gelände der Heeressportschule in Münster zum Austrag gelangte. Schönfelder vom 17. Reiterregiment Bamberg konnte zum vierten Male als Sieger das Zier passieren. Allerdings gewann er nicht mehr so überlegen wie in den Vorjahren. Der Unteroffizier Bemmann blieb ihm bis zum 7. Kilometer dicht auf den Fersen, mußte dann aber doch die Ueberlegenheit Schönfelders anerkennen. Bemerkenswert ist noch das gute Abschneiden des Bautzener Schützen Aust, der zum ersten Male an einer Meisterschaft teilnahm und einen guten dritten Platz belegen konnte. Im Mannschaftswettbewerb, der in diesem Jahre erstmalig divisionsweise ausgetragen wurde, blieb die vierte Division vom Standort Sachsen überlegener Sieger. Borchmeyer und Sievers siegen im internationalen Hallensportfest in Reichenberg Eine glänzende Veranstaltung wurde das in Reichenberg(Böhmen) durchgeführte 2. Internationale Hallensportfest, dem über 1000 Zuschauer beiwohnten. Borchmeyer gewann den SprinterDreikampf in Abwesenheit von Pflug ganz überlegen. Er konnte alle drei Läufe als Sieger beenden. Der deutsche Zehnkampfmeister Sievers gewann das Kugelstoßen mit 14.78 Meter vor Röscher vom FK. Reichenberg(12.16 Meter). Im Dreikampf, der aus einem 50=Meter=Lauf. einem Hochsprung und einem Kugelstoßen bestand, blieb Sievers ebenfalls erfolgreich. Nur im Hochsorung fand Sievers seinen Bezwinger. Mit 1.75 Meter mußte er sich mit dem dritten Platz begnügen, da die beiden Tschechen Kratko und Galanda vonr Sparta Prag je 1.80 Meter schaiften. Schließlich gab es noch einen deutschen Sieg im 60=Meter=Hürdenlauf durch Sievers, der das Rennen in 8.3 Sekunden als erster beendete. Bei den amerikanischen Hallen=Schwimmeisterschaften in Columbus(Ohio) fiel ein weiterer Weltrekord. Der Neuyorker Atbletic=Club drückte mit der Mannschaft Fick. Howard. Leonard Spence und Walter Spence, die eigene Bestleistung im 4X100=Vards=Kraulschwimmen von 3:32.4 Minuten auf 3:31.6 Minuten. Die Schicksalsstunde des europäischen Bauerntums In der„Deutschen Zeitung" nimmt der Stabshauotabteilungsleiter im Reichsnährstand. Dr. Dr. E. Winter, das Wort zu grundsätzlichen wirtschaftspolitischen Ausim Auszug wiedergeben. Dr. Winter e. geltpitischasftelt Seit der unfruchtbaren ferenz in London wurden unzählige, Vorschläge zur Ueberwindung der Weltwirtschaftsli## ge macht. bei, weil sie nicht einen wirtschaftlichen Neubat im Sinne des verstorbenen Nationalökonomen Gustav Ruhland erstrebten. Nach wie vor macht die händlerische volkswirtschaftliche Lehre Preis zum willkürlichen Beherrscher der Proontion. So kommt es, daß Völker mit niedrigem Lebensstandard heute ihre Lehrherren mit wirtschaftlicher Existenzvernichtung bedrohen. ReisStandard steht gegen weizenstandard. Dabei gibt es doch nur eine Lösung, und zwar die, die der Führer vor kurzem als ein Ziel für die deutsche Wirtschaft klar herausgestellt hat, Hebung des Lebensstandards. Mit anderen Worten verlangt das die Hebung zenstandards und die Rückkehr des europäischen wirtschaftlichen Lebens zum Bauerntum und damit die Erhaltung der Stellung des europäischen Bauern auch in seinen Vorposten in der übrigen Welt. Um dieses Ziel zu erreichen, muß man sich klar darüber sein, wo der Lebensstandard in Europa kulturell und wirtschaftlich am besten zu heben ist. Die Basis für die Hebung des Lebensstandards Europas kann nur in Deutschland und in Frankreich liegen. Beide Länder verfügen über ein hochentwickeltes beide Länder haben auch eine hochentwickelte Arbeiterschaft und eine wagende Unternehmerschicht. Demgegenüber gibt es eine fehlende Konsumkraft in den ost= und südeuropäischen Agrarländern. Da ist es die Aufgabe Deutschlands und Frankreichs, um gleichzeitig ihre eigene, Lebensmöglichkeit zu heben, die Konsumkraft vieser Länder zu erhöhen. Diese Aufgabe ist eine Angelegenheit des Bauerntums. Will Der teie Hahn Wutel Großer Waldbrand bei Berlin Deutschland seine Aufgabe in dieser Richtung durchführen, so muß es eine innerlich gefestigte Binnenwirtschaft haben, deren einzige Grundlage das deutsche Bauerntum ist. Freilich ist hierzu notwendig, daß jene Länder ihre Agrarproduktion auf Deutschlands wirtschaftliche Bedürfnisse umstellen. Wird aber diese engste Zusammenarbeit des deutschen Bauerntums mit dem seiner Nachbarländer durchgeführt, dann ist dies zugleich die Stärkung der dentschen Zanzfichr: möglichkeiten nach diesen europaischen Tgraxländern. Hieraus wieder ergibt sich die Erhoyung der Rohstoffeinfuhrmöglichkeit und damit die Möglichkeit, mit Qualitätsware im Austausch gegen Rohstoffe auf gesunder Basis Ausfuhr nach Uebersee zu treiben. Durch die Verstärkung des deutschen und des französischen Handelsvolumens wird der Lebensstandard beider Völker gehoben, was wiederum dem deutschen und dem übrigen europäischen Bauerntum in erhöhtem Verorauch zugute kommt. Ein gesunder europäischer Wirtschaftskreislauf ist erreicht. Unser Führer erklärte einmal: Deutsch= land wirdein Bauernreich sein oder es wird nicht sein. Dieser Ausspruch wurde vielfach dahin verstanden, als ob es gelte, Deutschland in ein reines Agrarland zurückzuentonen In Wahrheit liegen die Dinge so: Das Schicksal des deutschen Volkes steht und fällt mit dem Geschick des Bauerntums. Die Schicksalsstunde des deutschen Volkes ist aber gleichzeitig die Schicksalsstunde der europäischen Völker, und die Schicksalsstunde des deutschen Bauerntums ist gleichzeitig die Schicksalsstunde der europäischen Bauern. Das Bauerntum ist das Schi sal Europas. Etwa 30 000 Quadratmeter alter Waldbestand zerstört Ein umsangreicher Waldbrand, durch den etwa 25 000 bis 30000 Quadratmeter 120—150jähriger Kiefernwald zerstört wurde, wütete Sonntag nachmittags bei Fronau am Jägerstieg in unmittelbarer Nähe des Hubertussees. Die Feuerwehr von Fronau, die kurz nach Ausbruch des Brandes ge gen 2 Uhr ausrückte, fand das dichte Unterholz in hellen Flammen. Mit rasender Geschwindigkeit das Feuer um sich und hatte bald trotz des sofortigen Eingreisens der Wehr einen Umsang von schätzungsweise 25000 Quadratmeter erlangt. Bald war die ganze Umgebung in eine dichte Rauchwolke gehüllt. Unter tatkräftiger Hilfe eines SASturmes rückten die Wehrmänner dem rasenden Element systematisch zu Leibe. Nach einstündiger Arbeit gelang es auch tatsächlich, das Feuer einzukreisen. Dann wurde schließlich der Brand endgültig gelöscht. Wenn auch die hohen Kiefernstämme des mehr als 100jährigen Bestandes erhalten blieben, so muß doch befürchtet werden, daß der ganze Waldbestand durch die Brandschäden eingeht. Ueber die Entstehungsursache ist nichts bekannt. Ein Kilometer Feuerfront Riesen=Heidebrand im belgischen„Hohen Venn“ Im belgischen„Hohen Venn" entstand aus ungeklärter Ursache ein Wald= und Heidebrand, der infolge des herrschenden Windes sehr schnell um sich griff und sich in einer feurigen Front von 1 Kilometer Ausdehnung fortwälzte. Starke Militärkräfte aus den Garnisonen Eupen und Malmedy wurden bei der Bekämpfung des Feuers eingesetzt. Verstärkungen aus und Spa befinden sich unterwegs. Es handelt sich um einen der gewaltigsten Brände, die in den letzten Jahren in diesem Gebiet gewütet haben. Das Feuer findet an den innerhalb der Brandzone aufgestapelten Torfmengen besonders reiche Nahrung. Brandkatastrophe riesigen Ausmaßes Eine Schuhfabrik, sieben Wohnhäuser und sechs Scheunen völlig eingeäschert In Waalwijk(Holland) entstand aus noch nicht geklärter Ursache ein Brand, der Riesenausmaße annahm. Die Schuhfabrik Vermeer wurde völlig eingeäschert. Außerdem fielen sieben Bauernhät ser und sechs Scheunen dem rasenden Element zum Opfer. Der Brand entstand in einer Scheune und griff sofort auf das Wohnhaus eines Bauern über. Die Trockenheit begünstigte die Ausdehnung des Feuers. Die Feuerwehr von Waalwijk erschien schnell am Brandort, konnte jevoch wegen Wassermangels wenig ausrichten. Inzwischen dehnte sich das Feuer mit furchtbarer Geschwindigkeit auf die benachbarten Häuser und Scheunen aus. Nach nicht ¼/ Stunden nach Ausbruch des Brandes waren die umfangreiche Schuhfabrik, 7 Wohnhäuser und 6 Scheunen bis auf die Grundmauern eingeäschert. Personen sind zum Glück nicht zu Schaden gekommen. Als Ursache der Brandkatastrophe vermutet man Brandstiftung. Großfeuer in Polen In den Lagerräumen des staatlichen Salinenwerkes in Drohobycz(Polen) brach ein Brand aus. Sieben Magazine mit einem Inhalt von etwa 30 Waggons Salz im Werte von fast 50 000 RM. wurden vernichtet. Bei Bränden in zwei verschiedenen ostgauzischen Ortschaften wurden 36 Gebäude ein. geäschert. Ein Segler gekentert Drei Personen ertrunken In der Nähe von Lissabon kenterte auf dem Tajo infolge einer heftigen Windböe ein Segler. An Bord befanden sich der Besitzer, seine Frau und seine drei Kinder im Alter von 3, 12 und 17 Jahren sowie ein Matrose. Der Besitzer, sein ältester Sohn und der Matrose konnten sich durch Schwimmen retten, während die Frau und die beiden jüngeren Kinder ertranken. Wie aus Paris gemeldet wird, unternahmen bei Brive la Garddarde südlich von Limoges drei junge Leute eine Motorbootfahrt auf der Correzl. Nach einiger Zeit setzte der Motor aus und das Boot wurde in rasender Schnelligkeit von der Strömung einer offenen Schleuse zugetrieben. Zwei Insassen gelang es sich zu retten. Der dritte ertrank. Zunahme der Kuhrerkrankungen in Wöllersdorf Drei Scharlachkranke Wie von gutunterrichteter Seite behauptet wird, sind in den letzten Wochen von den im Konzentrationslager Wöllersdorf festgehaltenen Nationalsozialisten mehr als 80 an Ruhr erkrankt und in ein Wiener Spital übergeführt worden. Unter den Erkrankten befindet sich der Gauleiter Frauenfeld mit seinen beiden Brüdern, der Gauinspekteur Neumann, Bundesrat Schattenfroh und Professor Suchenwirt. Die Mehrzahl der Erkrankten wurde vom Konzentrationslager mit Kraftomnibussen ins Spital übergeführt. Ferner verlautet, daß drei in dem Spital liegende Nationalsozialisten an Scharlach erkrankt sind. In der sowjetrussischen Ortschaft NowaUlraina sollen fünf Mitglieder einer ukrainischen Terroristenverbindung verhaftet worden sein. U. a. seien die Verhafteten verdächtig, den Vorsitzenden des Ortskollektivs, Atamansky, ermordet zu haben. Es drohe ihnen die Todesstrafe. Bekanntes thürinosches Schloß durch Feuer vernichtet bei Kranichfeld, Schloß Oberburg Eine der schönsten Burgen Thüringens, das im Ilmtal gelegene Schloß Ober= burg, wurde mit Kunstschätzen im Werte von mehr als einer halben Million Reichsmark ein Opfer der Flammen. Es ist dies die dritte Burg, die innerhalb kurzer Zeit in Thüringen niederbrannte. Sehenne Wassemageri Frunkrein, Warnruf eines rechtsparteilichen Abgeordneten— Waftenlager der Linkspartelen„von der Somme bis St. Etienne“ Der französische Abgeordnete Pierre Taitinger, der Führer der Jeunesses Patriotiques. veröffentlicht in dem Organ der vatriotischen Jugend„Le National“ einen Alarmruf an seine Anbänger, sie sollten der„gemeinsamen Front“ von Bergery, des bekannten ehemaligen Sozialisten, den jetzt weiter links stehenden Abgeordneten Blum(Führer der Sozialisten) und Cachin(Führer der Kommunisten) nicht gestatten, sich Frankreichs zu bemächtigen. sondern gegen diese„gemeinsame Front“ eine nationale Front errichten und den Gegnern den Weg verlegen. Taitinger bezeichnet die gegenwartige Lage als ernst. Nach seiner Ansicht bereitet die„gemeinsame Front“ der antinationalen Richtung einen Vorstoß vor, der in nächster Zeit erfolgen soll. Man würde versuchen, die Unzufriedenheit weiterer Schichten über die Sparverordnungen auszunutzen. In der Bannmeile von Paris seien 13000 bewaffnete Revolutionäre, die mit Revolvern. Gewehren und Maschinengewehren ausgerüstet seien. Es gebe geheime Wassenlager in der Umgebung der Hauptstadt von der Somme bis nach St. Etienne hin. Der Plan für die Mobilmachung, die Heranziehung der Kommunisten aus der Provinz. die Besetzung der Zugengsstraßen zur Hauptstadt, die Störung der Wasser=, Licht= und Gasleitungen sei bereits ausgearbeitet und müßte bald durchgeführt werden, da jede Verzögerung Störungen mit sich brächte. Die patriotische Jugend solle sich klar über diese Gefahr sein. Dieser Alarmruf Taitingers mag im einzelnen übertrieben sein, gibt aber die Stimmung weiter Kreise wieder. Die Spannung zwischen den verschiedenen Lagern hat in letzter Zeit zugenommen. doch sind die Fronten der Gegner noch nicht deutlich abgezeichnet, da auf der Rechten und Linken noch zahlreiche Besprechungen nebeneinander bestehen. In der„Solidarite Francaise", dem Organ des gleichnamigen Verbandes, der unter dem Präsidium von Francois Coty steht, veröffentlicht Jean Renaud, der Generalsekretär dieser Bewegung, einen außerordentlich scharfen Angriff gegen die Freimaurer. Die Freimauerei wäre eine Schande und ein eiterndes Geschwür und müsse schonungslos beseitigt werden. Die Anhänger der„Solidarite Francaise" werden aufgefordert, den Kampf gegen die Freimaurer aufzunehmen und sie überall anzuprangern, ob sie Beamte. Politiker oder Kaufleute seien. Man solle ihre Namen veröffentlichen und sie boykottieren. Baffenrazzia in Brüssel Die Aufdeckung einer internationalen Waffenschmuggelorganisation, die ihren Sitz in Lüttich hatte, veranlaßte die belgischen Behörden zur Durchführung verschärfter Bestimmungen über den Handel in Feuerwaffen. In diesem Zusammenhang wurden in Brüssel große Polizeirazzien veranstaltet. Bei einem Waffenhändler wurden 200 Militärgewehre, Maschinengewehre und automatische Gewehre vorgefunden und beschlagnahmt. In einem weiteren Falle wurden ebenfalls 200 Militärgewehre, die nicht angemeldet waren, sichergestellt. Eine Reihe von Personen wurde in diesem Zusammenhang verhaftet. Fünf„Tscheljuskin“=Leute mit Flugzeugen gerettel Wie aus Wankarem gemeldet wird, sind die Flieger Slepnew, Kamanin und Molokow aufgestiegen zur Rettung der„Tscheljuskin"=Besatzung. Bei der Landung auf dem von der Mannschaft errichteten Flugplatz brach die rechte Achse des niedergang des Marxismus in den deutschsprachigen Gebieten Ungarns Nach einer Meldung aus der in West=Ungarn gelegenen meist deutschen Stadt Oeldenburg hat der ungarische Innenminister fünf sozialdemokratische Ortsgruppen aufgelöst, da ihre Mitgliederzahl unter die vorgeschriebene Mindestgrenze gesunken ist. In dem vorliegenden Fall handelt es sich um eine Teilerscheinung des allgemeinen Rückganges der sozialdemokratischen Bewegung in Ungarn, wie sie auch von Seiten der sozialdemokratischen Parteileitung verschiedentlich festgestellt wurde. Es ist besonders erfreulich, daß sich gerade in den deutschsprachigen Gebieten Ungarns an erster Stelle ein Abbröckeln vom Marxismus vollzieht. Rumänische Regierungskrise beigelegt Die rumänische Regierungskrise kann vorläufig als beigelegt angesehen werden, da der König bei dem unter seinem Vorsitz stattgefundenen Ministerrat dem Kabinett Tatarescu sein Vertrauen ausgesprochen hat. Dieser Ministerrat beschäftigte sich mit dem Umschuldungsgesetz, das nach jahrelangen Kämpfen und unzähligen Abänderungen soeben von der Kammer angenommen worden ist und auf dessen Zustandekommen der König den allergrößten Wert gelegt hatte, um die Bauerzischaft, Vu; mäniens von ihrer drückenden Schulden# zu Damit ist die so plötzlich infolge des Urteilsspruches im Duca=Prozeß ausgebrochene Regierungskrise zunächst beigelegt. Gefechte zwischen Japanern und Aufstandischen Nach amtlichen Angaben des Stabes der Kwantung=Armee haben japanische Truppen mehrere Gefechte mit Aufständischen gehabt. So gelang es den japanischen Truppen z. B. an der Bahnstation Sansiba in der Provinz Kirin, eine Kolonne von 700 Aufständischen zu sprengen. Fünf Japaner wurden getötet und mehrere verwundet. Die Japaner haben die Verfolgung der Aufständischen aufgenommen.— In der Nähe Mukdens fand ein Gefecht zwischen japanischen Truppen und einer Kolonne der„Roten Lanze“ statt, die über 1·000 Mann stark war. Vier Japaner fielen und drei wurden verwundet. Es gelang den Japanern, die Kolonne zu sprengen. 24 frühere russische Verkehrsbeamte verhaftet Wie aus Charkow gemeldet wird, hat die GPU. 24 leitende Beamte des Verkehrskommissariats festnehmen lassen, die den Wageumgzige ausnutzten, um rollendes Material gegen hohe Bestechungsgelder abzugeben. anderen Flugzeuge landeten glatt und haben fünf Mann der„Tscheljuskin"=Besatzung an Bord genommen und sie nach Wankarem gebracht. Sollte das günstige Wetter anhalten, so wird die Rettung fortgesetzt. Wilhelm Furtwängler, der in Wien mit dem Philharmonischen Orchester die neunte Sinfonie von Beethoven dirigierte, feierte einen ungewöhnDie Londoner„Times“ meldet aus das türkische Kabinett habe beschlossen, die tür: kische Flotte und die Luftstreiccrafte zu vei Am Sonntag nahm der Reichsführer der SS, Himmler, die Verpflichtung der Politischen Polizei in Oldenburg vor. Uniform-Neuerungen beim Reichsheer RR Von links nach rechts: Ausgebanzug, an der Mütze das Hoheitsabzeichen, die neue Feldrziih zinige uniform mit Stahlhelm und aufklappbarem Kragen. An der Uniforg ggg,Feignbggig, und Heim Neuerungen vorgenommen worden. So ist das Hoheitsabzeichen der Vs##f murde zin Feldmüssowie an der rechten Brustseite der Feldniform an gebracht worden. Außerdem W##de eine 30 ohne Schirm eingeführt. Ein Soldat hatte seine Zeit gedient, nahm seinen Tornister auf den Rücken und fuhr ins Land, Arbeit zu suchen. Herzen trug er fröhlichen Mut und in der Tasche drei„Pfennige Nicht lange, so begegnete er einer alten Frau, die var ihn um ein Almosen„Ich habe zwar selbst nur.,###ag nige", sagte er,„aber drei oder zwei— was tuts: Da hast du einen!“ Am andern Tage traf er wieder eine alte Frau; er merkte aber nicht, daß es die gleiche war, und als sie ihn ansprach, gab er ihr den zweiten Pfennig. Am dritten Tage geschah es ebenso„Ob ich einen oder keinen habe— was tut's?“ Und gab ihr den letzten Pfennig. Da war nun se Geld alle; aber sein guter Mut noch nicht. Bald kam er in einen tiefen Wald und sah zu seinem fröhlichen Staunen die Alte auf einem Baumstumpfe sitzen.„Hättest du nicht Lust, drei zu tun?“ fragte sie.—„Wenn es weiter nichts ist!“ sagte der Wanderer. Und weil er der Meinung war, das Wünschen helfe nichts mehr, so bedachte er sich nicht lange und sprach:„Zuerst wünsche ich mir Gottes Gnade und Freundschaft; zu zweit, daß mein Tornister nicht zerreißt, was auch mit ihm geschehen möge; und zu dritt, daß alles, was ich in diesen Tornister wünsche sofort drin ist und bleiben muß, bis ich es wieder herauswünsche“„ie gsezgescheben giggge die Wunschfrau,„und nun Gluc auf bgfig“.g““ merig geDank auch" antwortete der Soldat. uls es dammerig geworden war, hieß er mit dem Fub ezxoriezlich:“=Pärst du in weil ihm das weh tat, sagte er verdric###.01 il meinem Ranzen, hätte ich mich nicht stoßen konnen!“ Da sprang der Stein in den Tornister und war so schwer, daß der Rann bintenüberflog und auf dem puerspäitzige Stetung darüber nachdachte, wodurch er in diese„uschen geholfen hatte. gekommen war, erkannte er, daß das Wunschen gegeme. Aatte. Er forderte den Stein also auf. sich wieder zu entsernen; und augenblicklich war es geschehen.„Gar nicht sch und machte sich auf den Weg. Da gelangte er zu einem geichen Gutshof: und weil kein Gasthaus in beperfgergge in seiner Stube saß und Goldktücke aus feingpg mußzte der Soldat von hinnen, und wie er so in die finstere Nacht wanderte und nach meinem Ranzen trügel“ und siebe beigen Bauern rollien in Luft. und die Dukaten des hartherzige Tauen keuten i seinen Ranzen. Danach kam er in ein Gasthaus und fragt nach einem Zimmer. Der Wirt sah ihn von oben bis unten an: dann zuckte er die Achseln, und,senign gichlasenterez bis auf eins Aber darin kann niemanr iumn An 2 versucht hat, ist in der Nacht gestorben. 75g, ein seines Quariier für michl“ autwoszj3z' gier hinauftragen, vier Kerzen, ein wenig Essig und ein Stas Gier hmanstrag wofür er gleich bezahlen mußte, und wünschte dem Wirt eine gute Nacht Kaum hatte er sich zu Tisch gesetzt, da pi etwas durch den Rauchfang herab und ein schwarzer K rollte in das Zimmer: daraus entwickelte sich ein Riese m gräßlichen Klauen und Zahnen Poc greulichsten Gesellen beider Spektakel,. bis endlich drei der beeutchz,# 7a knäten sammensaßen„Was verschafft mir denn die. Ehrrgeng Besuchsk“ fragte der Soldat—„Du mupj Fug beinem Kopfe der Riese—„So eilig““—„Ganz gewib gug habz ihr denn wollen wir eine Kegeltugel drehen.—.290 J J.18 beinen die Kegel?“ fragte der Soldat.—„Die machen wir aus Armen und Beinen“—„Auch nicht suuiecht! So gxpgg, i mir im Leben noch nicht passiert!“ u, hein Bier aus; denn denten“ sagte der Riese„Und nun(rer: e, Goldat ergrif ich will dir den Kopf abschneiden.— De. Erlen. exgriff seinen Tornister schuttete das Gold heraus gu. ginein, „Würden die Herren vielleicht erst einmalk#„„ spazieren? Dann können wir ja weiter über die Sache g### Da fingen die Riesen auch schon an, an ihren großen zu### zu schlottern, und krochen wie die Kätzlein in den Rang# So“, sagte der Soldat,„nun kann man wenigstens ruhig essen sich zu Bett.„Warum seid ihr eigentlich hierhergekommen?“ Ofen steht ein Braukessel voll Gold; den sollst du haben, wenn du uns angenblicklich freisZgsogt, zund nun wüinsche ich tein früh darüber", sagte der Sotoa,„und nun fonnscheih Wort mehr zu hören und allerseits gute Nacht!“„mußten die Riesen stille sein. Er schlief bis bochzggg war gereigirt, plöszlich beftig an die Tür geklopst wur Gag nicht mehr unter der nicht anders dachte, als daß sein Gant nicht mehr an den Lebenden sei. Wie er aber die Stimme des Soldaten hörte, wunderte er sich über die Maßen und fragte soforzgngung. tänigstem Tone:„Was befehlen der Herr zu frühstnuea Denn er dachte, mit diesem Schläfer müßte es eine besondere Bewandtnis haben. Da öffnete dieser die Tür und sagte:„Zunächst möchte ich zwei Burschen..“ ginein; denn er meinte, der Wirt und erschrat bis ins Herz. hinein:###n# der Gast wolle die beiden Burschen zum Kaffee verzehren.“ „Sie sollen mir den Ranzen da in die Schmiede tragen, und der Schmied soll ihn durch drei Gesellen mit schweren Hämmern ausklopfen lassen!“ befahl der Soldat vgiter Zarn zeines blieb der Mund offenstehen; weil er aber vv. 7eic di, ge, Gastes nicht weiter erregen wollte, so ließ er gieng dir### sellen aus der Schmiede holen. Die kamen mit lustigen Gesichtern, weil sie glaubten, bei dem Fremden wäre es nicht ganz richtig im Oberstubchen. Als sie den manzen aber anfaßten, konnten sie ihn nicht tragen und mußten den dritten Gesellen rufen. Dann rollten sie den Tornister die Stiege hinab, rollten ihn in die Schmiede und rollten ihn auf den Amboß. Der Soldat erschien auch dazu, und mit den schire# sten Hämmern, die in der Werkstatt waren, stellten sich die Gesellen zur Arbeit. Kaum aber fiel der erste Schlag, 1o erscholl ein Geschrei aus dggz, Ranzen, als wäreig, Hutjepent paren getragen und geöffnet. Da kam ein schwepzzgchngerung der heiße noch heute das Schwarzwasser. Von Stund Wirtshauses vom Spuke befreit. Der dem Braukessel unter dem Ofen viele, daß jeder der beiden ein Schloß davon bauen lassen konnte. So kann einer mit drei Pfennigen, wenn er sie richtig anwendet, ein steinreicher Mann werden. L. B. Annelt hatte Hasisch mit el geschrießen.— intt e—ge Hella.„Aus unserem Milchmann Meier macht er sich vielecht be baute) Fperte ein gefrößiger Maie, und Lotte warf ihm gar einen Kaiser vor, em Bezgg, schütten sie in die Getreideecke in die große E—i—erkiste, die auf die Liste der Ai= und Eispezialitäten zu werfen, die und Giesela ihm vorlegten. Ak. und Gegeesglgzg: une (Ackergrenze), rein Gozgf), der wage sein Ei. Was will en Auts eui bueu gese ie Srsheihg i, eee ehe Wer Lust hat, merkt sich die Auszahlreime: Maie, Mai, Maid, Mais und Main, Kaiser, Laie, Laich und Hain: alles schluckt der Hai in der Meeresbai. Weidmann, Eichamt, Eiche, Rhein, Ereignis, Leiche, abgefeimt, Getreide, Weide, Weizen, Heide: stehen auf der Liste für die Ei—erkiste. Onkel Heinrich. Der Onkel Max knurrt immerzu Und kommt vor Sorgen nicht in Ruh'. DenksportDieses Bildchen enthält drei Sprichwörter! Wie lauten diese? Zeichenstunde. Ein Ei— mit einigen Kurven, Haken, Schon ist's ein Frosch, bereit, zu quaken. Bohll im Urwald. 11 ech Walter Sperling. Auf der Palme sitzt der Affe, Freund von dummen Streichen, Und hört durch den Urwald schleschon, Den Negerhäuptling Klim=Klam=Kium=. Schnell pflückt er'ne Kokosnuß Und läßt fallen von der Höß' Dem Negerhäuptling Klim=Klam=Klum! Doch hart ist so ein Negerschädel; Der Affe sieht's und wird verlegen. Denn es freut sich über diesen,. gun Der Negerhäuptling Klim=Klan=nina! Jetzt ärgert sich der Affe sehr, Weil er das Gegenteil bezweckt; Denn Kokosmilch ist süß und schmeckt Dem Negerhäuptling Klim=Klam=Klumt 7-34 24 URHEBER-RECHTSSCHUTZ DURCH VERLAG OSKAR MEISTER, WERDAU 5. Fortsetzung. Langsam ging der Darkehmer zum Anschuß, schob eine neue Patrone in den Lauf. sicherte. Kein Blatt regte sich, kein Grashalm zitterte een 4462 Da lag der Bock, smaragdener Glanz auf den gebrochenen Lichtern, rubinrot perlte der Schweiß aus dem kreisrunden kleinen Loch mitten auf dem Blatt. Kreuth kniete nieder, betastete wieder und immer wieder die knorrigen, mit zackigen, endenartigen Perlen übersäten Stangen, maß mit der Handspanne die Höhe, die Auslage, versuchte vergeblich die daumenglieddicken Rosen zu umspannen, hielt die Totenwacht bei dem alten Kämpen, den eine weidgerechte Kugel schmerzlos gefällt hatte... Die Stimmen der Nacht wurden laut, geheimnisvolle Stimmen, wie der Tag sie nicht kannte... Ackergrillen zirpten. vom See her klang das dumpfe„Ump=üprump!“ der Rohrdommel, ein Totenkopfschmetterling surrte mit tiefem, brummendem Flügelschlag vorüber. Hanns=Joachim ging nach dem Feldholz, knickte einen Eichenbruch, netzte ihn an dem zähen, klebrigen Schweiß. Dann lüftete er den Bock, schwang ihn auf die Schultern und spürte die Haare der Decke im Nacken. Das würde wieder den üblichen Ausschlag geben, winzige, juckende Bläschen Aber dagegen wußte er ein Mittel: Eiskaltes, klares Brunnenwasser und hinteryer eine Einreibung mit Spiritus, der auf jungen Fichtentrieben und den Eiern der großen, roten Waldameisen abgezogen war... Als schwarze Silhouetten standen die Chausseebäume gegen den helleren Horizont. In Dunkel und Dämmer flog ein Ton auf: Das müde Klappern von Hufen auf dem zementharten Schotter Ein Wägelchen rumpelte heran. Der Darkehmer blieb stehen. „Hee— Mannchen!“ Doch dann erkannte der Kutscher den Jäger. „Gnädiger Herr— und ich wollte gerade...“ „Na. was wollten Sie denn, Blodowski?“ „Nach Darkehmen möchte ich!“ sagte eine helle Mädchenstimme„Wissen's net, wie lang man da braucht?“ Hanns=Joachim trat näher an den Wagen, versuchte umsonst festzustellen, wer da gefragt hatte. Und nun ein halblauter Ausruf. Eöstu uur „Jessas! Sind's am End gar oer Herr Forstel vom Barkehmer Baronk“... G 48grö5e „Ich bin Hanns=Joachim von Kreuth, in Levesiogloße— „Wer— san S'?! Der Vetter Achim?!“ „Herrgott— Gräfin!" „Ah, i glaub gar!“. Sie sprang aus dem Wagen, bot Jochen die Hand, stand neben ihm, rank, schlank—.—„Gräfin! Wär noch schöner! Na— willst ma net a Patscher geben? Da lachte der Darkehmer, ließ den Bock zu Boden gleiten. „Sogar beide Patscherln! Und herzlichst willkommen liebe Annemarie!“ „Hast du dich aber ausgewachsen!“ Sie sah an ihm hin98„ at en „Na—a, das Kompiiment kann ich dir mit Iinseozins zurückgeben, ich hatte dich wesentlich anders in Erinnerung!“ „Gelt ja!“ Das Annemarietscherl Rechberg lachte, daß alle zweiunddreißig kerngesunden Mausezähnchen blitzten:„Weißt, damals bin i noch so a g’rupfter Spatz g’wesen, oh!“ Sie beugte sich nieder, als der Schein der Wagenlaterne, die der Kutscher glücklich angezündet hatte, auf den Bock fiel:„Mar und Josef, is dös a Trumm=Bock— Weidmannsheil, Achim!“ „Weidmannsdank! Uebrigens— Achim klingt wunderhübsch— woher hast du denn den Namen?“ „Halt so. Wir,'s Mutterl und i, haben di immer so g'nennt, wann ma von dir und der Tank' Seferl g'sprochen ham. Aber geh, steig' ein! Habt's denn net g’wußt, daß i heut' komm'?“ „Kein Gedanke! Du wolltest doch drahten.“ „Was hab i woll'n? Ah so, depeschieren, aber das hab i doch, von Königsberg!“ „Weiß der Himmel, was das wieder mal für eine Bummelei ist! He, Blodowski, haben Sie noch Platz? Auch für den Bock?“ „Aber ja, trautester Harr Baron, werden wir gle—ich machen, nur e—in Minutchen!“ Der Darkehmer kletterte vorsichtig hinter dem jungen Mädchen her in das nicht sehr vertrauenerweckend aussehende Gefährt. „Hoffentlich hält die Karre meine hundertundachtzig Pfund aus! Wo hast du denn diesen Wagen aufgetrieben?“ „Weißt, den hat mir der Herr Stationsvorsteher vermittelt, nur zwei Stund'n hab i warten müssen.“ „So.„nur“— dann ist das ja kolossal fix gegangen. Hattest ou eine leidliche Fahrt?“ „A bisserl heiß is es g’wes'n, no, macht nix, besser als wenn ma frieren tät. und von Schneidemühl an san zwa Herr'n mitg’reist, a Viehhändler und a Tierarzt, die haben mir allweil zu essen angeboten, Kirschen und Weck mit Käs' drauf und Likör." „Um Gottes willen! Du hast doch nicht etwa?“ „Aber freilich hab i! Denkst i laß mi nötigen?“ Hanns=Joachim schwieg überwältigt. An die Vorstellung, daß seine leibliche Kusine die Komtesse Annemarie RechbergEckartsau mit einem Viehhändler und einem Tierarzt gewissermaßen aus einer Pulle getrunken hatte, mußte er sich erst gewöhnen. Doch dabei betrachtete er verstohlen das Profil des Mädchens: Die runden Wangen, das feine, ganz leicht gebogene Näschen, die weiche Kinnlinie und das winzige Oehrlein unter einer Flut goldblonden Haares. Annemarietscherl schnüffelte: „Ah— hier riecht's akrat so gut, wie in an Fichtennadelbod!“ „Das sind die jungen Triebe der Kiefern,“ erklärte Kreuth schmunzelnd:„Davon kannst du hier genug haben. Sie griff nach dem Kutschersitz, über den Kopf und Träger des Bockes herunterhingen, fuhr mit den Fingerchen über die klobigen Stangen. „So an hat net mal der Papa in den Karpathen g'schossen! „Hast du auch Jagdpassion?“„6 Ritgn Zatür fassel „Aber Achim, so a Frag! Jagen und Rellen, Gufür lasser mei Leben!“ „Sieh mal... na dann... Dus der Barrehmer sagen wollte, blieb unausgesprochen, ganz leise pfiff er die ersten Takte des Siebenbürgischen Jägerliedes vor sich hin, ein sicheres Anzeichen dafür, daß der Stimmungsbarometer auf andauernd gut Wetter stand. Feine, ferne Lichtpünktchen blitzten durch das Dunkel der Sommernacht „In fünf Minuten sind wir daheim.“ „Daheim, ja,“ sagte sie versonnen,„wie lieb das klingt!“ Ein Hund schlug an, die ersten Häuschen tauchten auf, klappernd und holpernd kuckerte der Wagen über die von der Hitze zementhart getrockneten, tief ausgefahrenen Geleise. Und hielt dann vor dem Herrenhaus. In der Halle wurde es hell. „Wilhelm!“ rief Hanns=Joachim. „Herr Rittmeister befehlen?“ „Ist kein Telegramm angekommen?“ „Nein, Herr Rittmeister!“ „Verdammte Zucht!— Ach, Muttchen, du kommst wie gerufen! Rate mal, wen ich da bringe, richtiger, wer mich mitbringtt“.„„ 4. Lan bi: im Watmm auf. Aber die alte Dame halle schon die im Wugen aufrecht stehende Mädchengestalt erblickt. „Annemarie! Kleine! Liebes Kind! Ja, und nun sag nur, wo kommst du denn her?“ „Von Berlin über Königsberg!“. Ein helles Lachen.„Gelt, heut hast mi nimmer erwartet?“ Kreuth bot ihr die Hand... Martmesteu „Komm nur erst mal herunter von diesem Mattellasten! Wilhelm, der Blodowski kann über Nacht hier bleiben und morgen zurückfahren, zweimal schafft sein edles Roß den Weg nach Bludweitschen nicht. Geben Sie dem Gaul ein paar Maß Hafer und dem Blodowski Abendbrot und ein Achtelchen Schnaps. Hoppla, Kusinchen!“„ Wie eine Feder so leicht schwang sich Annemarietschett herab. „Grüß di Gott, Tanter!!“ Ein paar Küsse rechts, ein paar Küsse links, Lachen und Weinen in einem Atem. Der Darkehmer hielt die Hand über die Augen— brannte nicht die Lampe in der Halle heller als sonst? War es nicht, als sei eine liebe kleine Schwester nach langer Abwesenheit wieder in die Heimat zurückgekehrt? Und— ja und war es nicht sonderbar, daß er mit dem Mädelchen vom ersten Augenblick an so ganz kameradschaftlich und unbefangen geplaudert hatte, gar nicht so wie man sonst eine fremde junge Dame unterhält? Annemarie wirbelte herum. „Jessas— der Bock!“ „Richtig, mein Bock!“ echote Hanns=Joachim,„den hatte ich ganz vergessen!“ „Was— einen Bock hast du auch?“ fragte Frau Josefa. „Ja, Muttchen, den Kapitalen— weiß der Himmel, heute ist ein Glückstagl“ Und nun lag der Urboa in der Haue, wurde noch einmal bestaunt und bewundert, bis die alte Dame ihrem jungen Gast mütterlich den Arm um die Schultern legte. „Geh, komm, Kinderl, wirst arg mud' sein— und net amal a Fremdenzimmer is herg'richt!“ „Muttchen!" Kreuth lachte:„Ich glaube, Kusinchen färbt ab, du plauschst schon wieder österreichisch!“ „Hab ich nie verlernt, nur... die Leut' hier hätten mich halt net so gut verstanden... geh und sag der Mamsell, sie soll noch eine Notplinze herrichten und so a bisserl... Der Darkehmer blickte den beiden Frauen nach, ging dann durch den Windfang nach der Küche „Else und Frieda— helfen Sie mal der gnädigen Frau, wir haben Besuch bekommen! Das große Fremdenzimmer ist herzurichten aber bissel fix! Ein paar Blumen aus dem Garten holen. So und nun mal zu Ihnen Mamsell— wir müssen noch ein Gericht einschieben, gefüllter Eierkuchen und, Donnerwetter, natürlich— ich habe einen Rehbock geschossen, den breche ich gleich auf, also von dem die Leber, recht gut durchbraten mit viel Zwiebeln und Kartoffeln— werden Sie's in einer halben Stunde schaffen?" „Aber jewiß doch! Aber fre—ilich, is e—ine Kle—inigke—it!“ „Na schön, Sie sind'n Juwel, Mamsell!" Hanns=Joachim ging nach der Wildkammer. Da lag schon der Bock, und Wilhelm legte gerade Nickfänger und Gehörnsäge zurecht „Lassen Sie nur, das besorge ich schon, Kopf und Träger werden präpariert, bloß aufbrechen und dann zum Ausschweißen aufhängen. In einer Viertelstunde war die Arbeit getan.„Die Leber bringen Sie der Mamsell und— Herrgokt. natürlich... einen Sektkühler voll Eis, ich gebe gleich eine Flasche heraus.“ Er nestelte einen kleinen, flachen Schlüssel von dem Bund, stieg die Treppe zum Weinkeller hinab und öffnete die schmiedeeiserne Gittertür. Ein kurzes Suchen, ein seines Lächeln— so, das hier war besser als der labberige Schaumwein, zwei Flaschen„1921er Weilheimer Krötenacker".— Kusinchen sollte hoch leben, und der Kapitale sollte totgetrunken werden— man mußte die Feste feiern wie sie fielen! „Vergelt's Gott!“ sagte die Kleine treuherzig und nahm das samtene Straßenhütchen ab. Eine ganz unwahrscheinliche Fülle goldblonden Haars kam zum Vorschein, ein Haar, weich und fest wie Seide, metallisch glänzend im Schein der Lampe. An der Tür pochte es. Dort standen die zwei Mädels, tnickten verlegen. 4 E.e „Der gnädige Herr hat gesagl, wir solllen heifen. „Ah, das ist aber lieb!“ Annemarie gab den beiden die Hand wie langjährigen Bekannten, lachte sie an:„Ja, wann's bitte a bisserl auspacken möchten?“ „Willst du dich denn noch umziehen, Kind?“ fragte die alte Dame „Nur a leicht's Hauslleid oder... nachtmayl# iyr in großer Toilett“?“ „Um Gottes willen! Auf dem Lande! Also etwas ganz Einfaches— wirst in einem halben Stünderl fertig sein?“ „Bequem! Nur a bisserl den Staub abspülen, wie d Josefin' Baker schau i aus, g'rad als ob i aus'm Mohrenland kommen tätt“.: Wanzmanisticen Und nun betreuten Else und Fried# das Annemärtelschen. wurden ganz zutraulich, staunten dieses holdselige Menschenwunder an, das da wie ein sich entpuppender Schmetterling aus der grauen Hülle des Reisekostüms schlüpfte. Spitzenwolken, duftiges Geriesel, Kichern und Lachen. Die dicke, sommersprossige Frieda faltete ganz andächtig die Hände(8 Sam „Ne—in, aver so scheen wie das trauteste Komleßchen is. jrade wie der jemalte Engel im Kirchenfenster, bloß n kle—ir wenig fülliger!“ „Ja, wirklich?“ fragte das Annemarietscherl strahlend und äugte verstohlen nach dem großen, bis zum Fußboden reichenden Pfeilerspiegel. In weichen Falten schmiegte sich das leichte, weiße Chiffonkleid an den jugendschönen Körper, wurde an der Taille von einem breiten, aus Goldfäden gewirkten Gürtel umspannt. Die Kleine nahm eine halberblühte Rose aus dem Willkomm=Strauß, nestelte sie an der Brust fest „Gelt, so wird's reichen?“ Und sie drehte eine wirveinde Pironette.— Frau Josefa von Kreuth nahm Annemarietscherls Köpfchen zwischen beide Hände. „So lieb wie du ausschaust! Recht so a Weaner Fratz— nun bist du bei uns, in der Heimat!“ „Das ist zum Verrücktwerden!“ Auf allen Vieren kroch Hanns=Joachim im Zimmer herum, um nach dem heruntergefallenen Manschettenknopf zu suchen. Schließlich fand er den Ausreißer unter dem Gewehrschrank. Aber dann dauerte es wieder endlos lange, bis ein passender Selbstbinder zu dem cremefarbenen Flanellanzug ausgewählt war. Kreuth sah nach der Uhr— Himmel, fast eine halbe Stunde lang hatte er für das bißchen Umziehen gebraucht, und da dröhnte auch schon aus der Halle der Gong. Frau Josefa lächelte. „So feierlich, Junge?“ „Ich kann doch unmöglich in Jagdjoppe und Gamaschen erscheinen, wenn wir Besuch haben!“.—„ „Ach, wegen meiner hätt'st di net strapazieren brauchen. Annemarie nickte ihm kameradschaftlich zu:„Das bin i vom Papa her g'wohnt, und wann du Umständ' machen willst, reifi glei wieder abl“.„ 6 „Abgemacht! Aber nur auf Gegenseitigreitl Uebligens— ein entzückendes Kostüm..„(er 10 25. „Kostüm? Daß i net lach! Ganz a alts Fahnert, gey,##o dei Teler ber!“... glg#rm e Sie füllte ihn mit diaer Milch, streute geriedenes Schwarz= brot, Zucker und Zimt darüber:„Schön kühl is das nach dera „Hat dich denn die lange Fahrt gar nicht angestrengt, Kind?“ fragte die alte Dame besorgt „Net a bisserl! Bis Berlin is die Tank' Ursula mitg’reist, da haben wir alleweil Unterhaltung gehabt—— „Und nachher hast du mit einem Tierarzt und einem Viehhändler diniert!“„ aa „Ja. Annemarie nickte eifrig.„Das waren liabe Leul, nur schad', tarockieren haben's net können.“ Die Rehleber kam, der Darkehmer schenkte ein: „Vom Herzen willkommen in der neuen Heimat, AnneEinen feinen, hellen Klang gab das Kristall der grünlichen Römer. Das Mädchen neigte sich zu Hanns=Joachim: „Weidmannsheil, Achim!“„....„ „Du hast es mir schon gebracht, den startsten Boa meines Lebens!“ Sekundenlang begegneten sich ihre Blicke, ruhten für eines Herzschlags Dauer ineinander—— und unwillkürlich mußte Kreuth denken: Wie anders das doch heute war. als vor wenigen Tagen, da Winifred Atkinson an derselben Stelle gesessen hatte.. Winifred— er versuchte, sich ihr Bild vorzustellen—— die Züge verschwammen, waren undeutlich—— seltsam, daß man so schnell vergessen konnte.. „Nun möcht' ich nur wissen, wo die Depesche verbummelt worden ist!“ sagte Frau Josefa:„Man müßte sich wirklich einmal beschweren!" „Ach, das hilft doch nichts... „Sei froh, daß es so gekommen is.“ Annemarie lachte.— „Sonst wärst' am End' gar daheim geblieben und hätt'st den Bock net derwischt!" „Ja, das ist wahr! Wollen wir morgen vormittag ein Stündchen spazieren reiten, damit ich dir mal das Gut zeige kunn!“ „Laß doch das Kind'l ausschlafen, mahnte die alte Dame, aber Annemarie protestierte: „Schlafen kann ich alleweil lang genug, weißt, Achim, ich freu' mich schon drauf, wieder mal im Sattel zu sitzen! Herr—— und jetzt fallt's mir erst ein, du hast ja das Derby monnen!“ Joachim schmunzelte: Wust den gwuße „Na, ich zwar nicht, aber mein„Wients Glnl“. du auch mal laufen sehen!".(Forts, folgt.)