OIRVVUF! Aie ee er esint uchet wleunich ihr ult. Bezugspreie wöchentlich es Pfemig, 10 Pfg. Druck u. Verlag von C. Losischechkonten: Dortmund 2832 und Haussen P1o74. ie ie Aung eunchn d. mm Ginere benumnt urd Verbunden mit: Schwerter Tageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung Schwerter Volksblatt Westhofener Aplerbecker Langscheder Holzwickeder Zeitung Zeitung Zeitung Zeitung Bnzeigswpreis fünr du sedeg spol. mmmte e Dig. Vereins= und amtliche Anseigen 4 Plo, Letamszeile 20 Pf. Für teleson, ausgegedene Inserate udernehmen gerusen dura bohere Grwaten, üdernadmen oie belgenet für püaktliches Erscheinen der Jeitung u. konn auch keinerlet Siund ut Schmnick ein Schithtun eschimn ondbn Tageblatt für die Stadt Schwerte und das Amt Westhofen Kreisblatt für den nördlichen Teil des Landkreises Iserlohn Nr. 52 StMann=ermordet In Tilsit von einem Kommunisten durch Messerstiche getötet In Tilsit wurde der Sturmmann Albert Stiegel vom Sturm 13/41 der Tilsiter SA in der Nacht vom 23. zum 24. Februar nach einer Auseinandersetzung von einem Kommunisten durch einen Messerstich in den Bauch so schwer verletzt, daß er am 28. Februar seinen Verletzungen erlag. Stiegel hatte sich nach zwölfjähriger Dienstzeit bei der Reichswehr sofort der SA angeschlossen und war ein treuer und vorbildlicher Kämpfer des Führers Er hinterläßt Frau und zwei unmündige Kinder, die durch den Verlust des Ernährers in große Not geraten sind. dem Vorfall erfahren wir folgendes: Die beiden SA=Sturmmänner Todenhöfer und Stiegel befanden sich in einem Tilsiter Gasthaus. Sie waren in Zivil gekleidet, trugen jedoch das SAAbzeichen. Als Todenhöfer austreten wollte, wurde er von einem unbekannten Mann angepöbelt. Es kam zu einer Auseinandersetzung. Der Unbekannte verließ darauf das Lokal. Als die beiden SA=Männer um Mitternacht aus dem Lokal gingen, erschien plötzlich der Unbekannte in einem anderen Ueberrock, so daß er von den beiden SAMännern nicht sofort erkannt wurde und brachte Todenhöfer von hinten eine Stichverletzung in den Rücken bei. Als Stiegel Todenhöfer Hilfe leisten wollte, erhielt er einen Stich in den Unterleib. Der Täter flüchtete. Beide Verletzte begaben sich ins Gasthaus, von wo sie ins Krankenhaus übergeführt wurden. Stiegel ist an seiner Bauchverletzung nach einer schweren Operation verstorben. Die Verletzung Todenhöfers dürfte nicht ernster Natur sein. In Helsingfors begann der große Spionageprozeß gegen die Hausangestellte Anttila und Genossen. Die Angeklagte gab bereits Spionage und die Ermordung des Leiters einer Patrovenfabrif zu. Schwerte(Ruhr), Freitag, den 2. März 1934 viltrieg Seutschlane=Polen der den Enee Günstiger Fortgang der deutsch-polnischen Wirtschaftsverhandlungen Die seit fünf Monaten in Warschau zwischen dem deutschen Gesandten und der polnischen Regierung geführten Verhandlungen wegen Beendigung des Zollkrieges sind soweit gefördert worden, daß weitere Schwierigkeiten nicht mehr zu erwarten sind. In unterrichteten Kreisen rechnet man damit, daß das in Form eines Protokolls gekleidete Abkommen in der nächsten Woche unterzeichnet werden kann. Durch dieses Abkommen sollen alle aus dem Wirtschaftskrieg hervorgegangenen Maßnahmen restlos beseitigt werden. Während hierzu auf deutscher Seite nur die Aufhebung der Polen gegenüber noch geltenden Positionen des Obertarifes notwendig war, mußten auf polnischer Seite nicht nur die Einfuhrverbote aufgehoben, sondern auch die Maximalzölle sowie die Beschränkung des deutschen Zwischenhandels und der deutschen Schiffahrt beseitigt werden; ferner war es notwendig, durch Gewährung von Kontingenten sowie Zusagen der autonomen Zollnachlässe die tatsächliche Einfuhr der bisher verbotenen Waren zu ermöglichen. Polen soll dafür die Durchfahrt von Tieren und tierischen Erzeugnissen nach den westeuropäischen Ländern unter Wahrung der veterinärpolizeilichen Erfordernisse zugestanden werden. Ferner sind zwischen der deutschen und polnischen Eisenindustrie sowie zwischen den deutschen Ostseereedereien und den polnischen Schifffahrtslinien private Verständigungen getroffen worden, die gleichzeitig mit dem Protokoll über die Aufhebung des Zollkrieges in Kraft treten werden. Die Beendigung des seit 1925 zwischen Deutschland und Polen dauernden Zollkrieges findet in der polnischen Oeffentlichkeit allergrößte Beachtung. Der regierungstreue„Kurjer Poranny“ erklärt u. a.:„Die Beendigung des wirtschaftlichen Kriegszustandes zwischen Deutschland und Polen V. Johnggng wurde durch die nach Abschluß des Nichtangriffspaktes entstandene Stimmung erleichtert.„Dieser Erfolg ist umso bedeutsamer, als er im Augenblick allgemeiner Bestrebungen in der internationalen Handelspolitik zu gegenseitigen Erschwerungen und Einschränkungen des Warenverkehrs herbeigeführt wurde." Das Blatt glaubt, daß schon allein die Tatsache der Beendigung des Zollkrieges bei den Ländern Nutzen bringen werde, zumal es außer Zweifel stehe, daß nach dem Inkrafttreten des Wirtschaftsabkommens die wirtschaftspolitischen Beziehungen zwischen beiden Ländern eine bedeutsame Belebung erfahren dürften. Dank der abgeschlossenen Abkommen zwischen dem Reich und Polen beginne ein neuer Abschnitt nachbarlicher Zusammenarbeit, die gestützt sei auf den guten Willen beider Seiten. Spanische Aegierung guratrs Vierte Regierung Lerroux ohne Hatholische Volksaktion: Der spanische Ministerprästdent Lerroux hat am Donnerstagmittag dem Staatspräsidenten den Gesamtrücktritt des Kabinetts überreicht. Der Staatspräsident hat den Rücktritt der Regierung angenommen. Man glaubt, daß wieder beauftragt werden wird und er dürfte ein Kabinett mit Rechtsradikalen, Katalanischer Liga und Agrariern zu bilden versuchen. Ob die Katholische Volksaktion in die Regierung eintreten wird, erscheint fraglich, da Gil Robles noch kein unbedingtes Bekenntnis zur republikanischen Staatsform abgelegt hat, was den präsidenten veranlassen könnte, auf seine Mitwirkung zu verzichten. Andererseits aber hat am Mittwoch der Papst die spanischen Katholiken aufgefordert, vorbehaltlos die Republik anzuerkennen. Vielleicht wird also der Führer der Volksaktion noch in letzter Stunde dem Willen des Vatikans entsprechend handeln. fabrik zu. Deutsche=Ennngung un der Sauf benzegen Historischer Tag für die deutsche Saar— Hlle Parteien sind am 1. März in die Deuische Saartront aufgegangen „Unser Mit dem 1. März hat sich das restlose Aufgehen aller Parteien in die Deutsche Front an der Saar vollzogen. Dieses Ereignis findet seinen Niederschlag in folgenden von der saarländischen veröffentlichten Aufrufen: „Deutsche Männer und Frauen! Mit dem heutigen Tage geht der Wunsch in Erfüllung, dessen Verwirklichung wir Saarländer ausnahmslos ersehnten. Es ist Schluß mit allem Parteihader. Wir haben die große Pflicht und Ehre, der Welt zu sagen, was in der Stunde des Gebotes es heißt: Deutscher zu Am heutigen Tage schließen wir das herrlichste Bruderbündnis. Der Katholik geht in die katholische Kirche, der Protestant in die seine— aber beide sprechen das gleiche Gebet: Unser Deutschland. Der Arbeiter, der Bauer, der Unternehmer, der Beamte, jeder tut an seiner Stelle seine Pflicht, alle aber tragen sie das Gemeinsame in ihrem Herzen: Unser Deutschland. Der Sozialdemokrat, der Kommunist, der Zentrumsmann, der Nationalsozialist, der christliche Geverkschaftler, der freie Gewerkschaftler, jeder mag politisch anders gedacht haben, nun aber treffen ste sich alle bei dem einen Gedanken: Unser Deutschland. Von diesem geschichtlichen Augenblick an sind wir eine eingeschworene Genassenschaft, in der einer für den anderen einsteht und keiner gegen den anderen aufsteht. Mit diesem Wollen gehen wir nun an die Arbeit! Der Sieg wird unser sein! Es lebe die Deutsche Front! Saarbrücken, den 1. März 1934. Der Landesleiter der Deutschen Front, gez. Pirro. In der Aufnahmeerklärung zur Deutschen Front im Saargebiet heißt es: Ich bin Deutscher und bitte um Aufnahme in die Saar=Volksgemeinschaft„Deutsche Front“. Gleichzeitig erkläre ich, daß ich mit dem Tage meines Eintritts in die Deutsche Front mich lossage von allem, was Partei heißt und nur die eine Parole kenne: Unser Deutschland. In einem weiteren Aufruf an alle Nationalsozialisten der Saar wird ausgeführt: „Der Nationalsozialismus hat ein Ziel, das heißt: Deutsche Volksgemeinschaft. Wo sind die Voraussetzungen, diesen Bund zu schaffen, mehr gegeben als bei uns an der Saar? Kein Deutscher will etwas anderes als die Deutsche Volksgemeinschaft, er mag in dieser oder jener Partei bisher gestanden haben. Als aufrechte Männer, die über allen Parteiegoismus die Schicksalsverbundenheit aller an der Saar stellen, erkennen wir als höchste Ehrenpflicht an, einzuschlagen am heutigen Tage zu dem Bündnis mit allen— Katholiken mit Protestanten, Arbeiter mit Bauern, Beamten mit Gewerbetreibenden, Nationalsozialisten mit den Männern und Frauen aus allen Parteien. Fort mit allen Gegensätzen! Wir echten Nationalsozialisten erklären an diesem 1. März: es bei Anerkennung gleicher Rechte und Pflichten an der gleichen Front nur eins: Unser Deutsch10 Zu dieser restlosen Einigung im Saargebiet auf der gemeinsamen Linie der Deutschen Front schreibt der neue Landesführer Pirro im Organ der Deutschen Front u. a. folgendes: Im Reich ist Gewaltiges geschehen: Durch eine Revolution ist endlich der wahrhaft sozialistische Gedanke durchgebrochen und hat den deutschen Arbeiter wieder in seine natürlichen Rechte eingesetzt. Deutschland hat aus eigener Kraft die Parteien überwunden. Da können wir an der Saar nicht zurückstehen. Wir wollen auch aus innerer Kraft die Parteien, das, was uns trennte, überwinden und uns zusammenschließen und uns eingliedern in die große deutsche Front, in die Deutsche Front an der Saar. Der historische Prozeß ist längst über die Parteien hinausgegangen. Im Reich sind sie liquidiert, auch wir wollen sie restlos liquidieren. Der Nationalsozialist hängt nicht an dem Wort„Partei“. Er weiß, daß er in der großen deutschen Bewegung steht. Es geht ihm um die große Sache allein: Unser Deutschland! Er ist unter dem einen Ruf marschiert, der gerade auch im Der Rücktritt des dritten Kabinetts Lerroux ist kaum überraschend gekommen. Zu groß war die innerpolitische Spannung, die seit Jahr und Tag in Spanien keinen Ausgleich findet. Und ebensowenig wie der Rücktritt überrascht hat, wird es überraschen, wenn, wie zur Stunde zu erwarten steht, Lerroux nun zum vierten Male mit der Bildung eines neuen Kabinetts vom Präsidenten der spanischen Republik beauftragt wird. Denn nur wenige Staatsmänner von überragender Bedeutung stehen zur Verfügung. Und gerade der 70jährige Lerroux, der langjährige Führer der Radikalen Partei, hat in den vergangenen innerpolitischen Kämpfen eine Zähigkeit bewiesen, die ihm ja, wie erinnerlich, in den ersten Tagen des vergangenen Monats, als man mit einer neuerlichen Revolution in Spanien rechnete, einen vollen Erfolg gebracht hat. Allerdings war es seiner Staatsführung nicht möglich, die scharfen Widersprüche und Gegensätze zu beseitigen, die nun einmal seit Errichtung der spanischen Republik bestanden und sich immer noch verschärfen. Die jetzt abgetretene Regierung Lerroux war eine ausgesprochene Minderheitenregierung, die sich lediglich auf die Agrarpartei und auf die Katholische Volksaktion stützte. Unbedingt hat diese Minderheitsregierung die Linksparteien wieder auf den Plan gerufen, obwohl diese bei den letzten Wahlen geradezu vernichtende Einbußen erlitten haben. Das aber gerade hat einander näher gebracht, und in den vergangenen Monaten hat die gesamte Linke eine außerordentliche Radikalisierung durchgemacht, die in Das große Einigungswerk ist endlich gelungen! Was der 12. November für das innere Reich bedeutete, bedeutet der 1. März für das deutsche Saarvolk. Wir treten nun gemeinsam unseren Marsch an. Wir werden eine verschworene Volksgenossenschaft sein, eine Gemeinschaft aller Deutschen an der Saar, wo sie auch in der Vergangenheit,standen.„Durch den einen Ring sind arbeit gegen jede spanische Regierung, sofern diese nicht in den Händen der Linksparteien ruht. Es hat sich aber doch— in diesem Zusammenhange gesagt— als höchst gefährlich erwiesen, daß sich seinerzeit, Anfang Februar, die Rechte, die nach den letzten Wahlen über die absolute Majorität im Lande verfügte, dazu verstanden hat, einer Minderheitsregierung, wie sie dae Kahinett Loxrour darstellte die Zügel in die gangenheit standen. Durch den einen Ring sind das Hapinerr Teroug vursteute, die Zügel in die der ale zulammerngenchwelskt Anser Deuticlovs! Hand zu geben. Alerdings mußz mez. Lizust. broße Freude im Laargebie:„. bei der Nechten noch nicht genigend konsoldiert, sodaß ihr Einverständnis mit der Minderheitsregierung zugleich ein Eingeständnis der eigenen Unsicherheit darstellt. Jetzt rächt sich das. Allgemein wird angenommen, daß, sollte Lerroux wieder mit der Bildung des neuen Kabinetts beauftragt werden, er sich diesmal dabei mehr an das Ergebnis der letzten Wahlen halten wird, daß also ein Kabinett auf breitester Basis zustandekommt. Das könnte jedoch nur durch ein Zusammengehen der Rechtsradikalen, der Katalanischen Liga und der Agrarpartei geschehen. Denn es ist immerhin sehr zweifelhaft, ob sich die von Gil Robles geführte Katholische Volksaktion zu einem Mitmacher verstehen würde. Zwar hat Gil Robles ja kürzlich durchblicken lassen, daß er grundsätzlich nichts gegen eine republikanische Staatsform mehr einzuwenden habe, andererseits jedoch paßt der Katholischen Volksaktion Lerroux' Politik gegen die Linke in keiner Weise. Aber vielleicht hilft da etwas die Weisung nach, die vor einigen Tagen der Papst den spanischen Katholiken in dieser Beziehung gegeben hat. In einzigartiger Geschlossenheit und Begeisterung hat die gesamte Saarbevölkerung die frohe Kunde von der Bildung der saarländischen Eidgenossenschaft der Deutschen Front aufgenommen. Saarbrücken und alle Ortschaften des Saargebietes sind ein Flaggenmeer. Fast jedes Haus hat geflaggt, um der Verbundenheit aller in diesem geschichtlichen Augenblick für das SaarDeutschtum Ausdruck zu geben. Durch große Aufrufe in der Morgenpresse wurde die Bevölkerung von den Geschehnissen in Kenntnis gesetzt. An den Zeitungsaushängen der Organe der Deutschen Front scharen sich dichte Menschenmengen, um die Aufrufe und Nachrichten über die Bildung der einheitlichen Front an der Saar zu lesen. Schlag 12 Uhr ertönte von allen Kirchen Saarbrückens Glockengeläute, um dem festlichen und erhebenden Tag eine ganz besondere Weihe zu verleihen. Alle Schranken konfessioneller, parteilicher und sozialer Bindungen sind damit gefallen. Die marxistische und separatistische Presse hatte von den in Vorbereitung befindlichen Ereignissen keine Kenntnis und hat daher noch keine Notiz davon genommen. Tits nach Wien? In Steenockerzeei schließt man auf Reiseabsichten In Brüsseler politischen Kreisen verlauten Gerüchte, daß Erzherzog Otto von Habsburg in Kürze Schloß Steenockerzeel, wo er mit seiner Mutter, Exkaiserin Zita, verweilt, verlassen und nach Wien reisen wird. Auf Schloß Steenocker= zeel ist keine Stellungnahme zu diesen Gerüchten zu erhalten. Da das gesamte Personal mit Ausnahme des Chauffeurs, eines Brüsselers, aus Oesterreichern besteht, ist nichts über die Absichten des Erzherzogs Otto in Erfahrung zu bringen. In der Bevölkerung von Steenockerzeel will man aus gewissen Dispositionen, die die Schloßherrschaft getroffen hat, schließen, daß Exkaiserin Zita und Erzherzog Otto nicht mehr lange in Steenockerzeel verweilen werden. Die Gerüchte, daß Erzherzog Otto das Schloß bereits verlassen hat, treffen nicht zu. Noch am Sonntag wohnte Erzherzog Otto in der Pfarrkirche von Steenockerzeel dem Tedeum anläßlich der Thronbesteigung Leopold III. bei. Auch am Dienstag wurde der Erzherzog noch in Steenockerzeel gesehen. habsburg immer noch Thema der Pariser presse Die Lage in Oesterreich wird von der Pariser Presse weiter aufmerksam verfolgt. Die Blätter betonen allgemein, daß zwar die Wiederherstellung der Monarchie nicht unmittelbar bevorstehe, daß aber der Gedanke unbestreitbar immer mehr Anhänger finde. „Journal des Debats" erklärt, die Lage in Oesterreich sei äußerst verworren, und man dürfe nicht allzuviel auf den Willen des Bundeskanzlers bauen, der sich nacheinander bereit erklärt habe, die verschiedensten, sich direkt widersprechenden Maßnahmen zu ergreifen. Trotz der verschiedenen Dementis unterliege es nach Ansicht des„Journal des Debats“ keinem Zweifel, daß er mit den Nationalsozialisten verhandelt und sich bereit erklärt habe, einige Mitglieder der nationalsozialistischen Partei in die Regierung aufzunehmen. Durch seinen Kampf gegen die Sozialisten habe er sich aber gleichzeitig zum Gefangenen der Heimwehren gemacht, deren spätere Entwicklung noch gar nicht vorauszusehen sei. Die österreichische Unabhängigkeit könne, so behauptet das Blatt, nur durch Hilfe von außen her gewährleistet werden. Ein anderes Blatt ist der Auffassung, daß die Wiederherstellung der Monarchie eine der größten diplomatischen Krisen hervorrufen würde die Europa seit Kriegsende erlebt habe. Sie würde eine internationale Frage aufwerfen, in der die Nachfolgestaaten und die Mächte, die sich zu Hütern der Verträge erklärt hätten, gezwungen wären, sofort einzugreifen. Da aber die internationalen Einrichtungen nicht im guten Rufe stünden, würden die genannten Mächte einfach vor die Alternative gestellt sein, zu kapitulieren oder die Wiedereinsetzung der Habsburger mit Gewa t zu verhindern Verschiedene Blätter scheinen sich die Auffassung offizieller Kreise zueigen zu machen, daß die Wiederherstellung der Doppelmonarchie unter den Habsburgern nur Oel aufs Feuer gießen würde.„Wenn sich der Völkerbund“, so schreibt„L'Ordre“,„unter dem Druck der Regierung Maedonald an dem österreichisch=ungarischen Problem desinteressiert, dann müssen Frankreich und Italien sich verständigen, um eine Lösung zu finden, die für beide und gleichzeitig für die Kleine Entente bindend ist. Das ist sicher auch die Ansicht Barthous, dessen Aufgabe darin besteht, unser Land zu einer großen diplomatischen Tradition zurückzuführen.“ Erbhof-Sparbuch gesetzlich geschützt Auf Veranlassung des Reichsnährstandes ist das Erbhof=Sparbuch vom Reichspatentamt als Geschmack=Muster eingetragen und vorläufig bis zum 19. Januar 1944 gesetzlich geschützt. Bei der Genossenschafts=Druckerei Raiffeisen, die das Buch herausgegeben hat, sind, wie das V93.= Büro meldet, bereits mehr als 40000 ErbhofSparbücher bestellt worden. obwohl erst in einem Teil der Landeshauptabteilungen die Werbungen für den Erbhof=Spargedanken durchgeführt werden konnte. minister Vorschriften über den Schutz der Sonnund Feiertage, auch der rein kirchlichen Feiertage, zu erlassen. Wie das B98=Büro meldet, sind Besprechungen über eine einheitliche Regelung der Schutzbestimmungen bereits eingeleitet, sodaß mit dem Erlaß der neuen Vorschriften schon in Kürze zu rechnen ist. Die Bestimmungen über die Gestaltung der nationalen Feiertage erläßt der Reichspropagandaminister im Einvernehmen mit dem Reichsinnenminister. Das Gesetz steht drei solcher Feiertage vor, für deren Ausgestaltung der Reichspropagandaminister verantwortlich ist, den Nationalfeiertag am 1. Mai, den Heldengedenktag und den Erntedanktag. Schutzbestimmungen im Der Schutz der Sonn= und Feiertage ist bisher in Deutschland in den Ländern verschieden geregelt. Die einheitliche Regelung der Feiertage macht auch auf diesem Gebiete eine Neuordnung notwendig. Durch das Gesetz über die Feiertage wird daher der Reichsinnenminister ermächtigt, im Einvernehmen mit dem ReichspropagandaSpur im Mordfall Prince Das Aussehen des Täters von drei Personen übereinstimmend beschrieben Der Schleier, der das Geheimnis des rätselhaften Todes des Gerichtsrates Prince umgibt, beginnt sich ganz allmählich zu lüften. Bedeutung verdient in diesem Zusammenhang die Aussage einer jungen Frau, die am Tage der Abreise Prince auf dem Pariser Bahnhof Lose für einen wohltätigen Zweck verkauft habe. Die Zeugin konnte eine genaue Personenbeschreibung des Mannes geben; der mit stark ausländischem Akzent gesprochen habe.— Diese Aussage gewinnt noch dadurch Bedeutung, daß die Personalbeschreibung mit den Erklärungen eines Russen übereinstimmt, der im Zug nach Dijon einen Mann bemerkte, der sehr auffällig alle Abteile beobachtete. Beim Eintreffen des Zuges in Dijon habe er sich an die Sperre gestellt und noch einmal alle Reisenden an sich vorübergehen lassen.— Schließlich ist auch das Geschäft gefunden worden, in dem das Messer gekauft wurde, das blutbefleckt neben der Leiche Princes lag. Tehiarigter zum Dert Verarient Nach der Begnadigung zu lebenslänglichem Zuchthaus sprach das Reichsgericht im Wiederaufnahmeverfahren erneut das Todesurteil Am 14. Februar 1927 hatte der Schlächter Friedewald die Witwe Ottilie Richter im Hamburger Gängeviertel, mit der er ein Verhältnis unterhalten hatte, schwer und den mit ihr zusammenwohnenden Schlächter Oswald tödlich verletzt. Das Hamburger Schwurgericht verurteilte ihn am 20. Oktober 1927 wegen Mordes zum Tode und wegen versuchten Mordes zu sechs Jahren Zuchthaus. Später wurde der Angeklagte zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. Er betrieb dann das Wiederaufnahmeverfahren, das auch eingeleitet wurde. Das Hamburger Schwurgericht hielt jedoch am 30. Oktober 1933 das erste Urteil aufrecht mit dem einzigen Unterschied, daß die sechsjährige Zuchthausstrafe als verbüßt erklärt wurde. Friedewald suchte nun seine letzte Zuflucht beim Reichsgericht. Hier machte er erneut geltend, daß er in höchster Erregung und Notwehr Der Menschenraub mit dem„Falke“. Die verschobenen estnischen Kriegsschifte— Erinnerungen an die „Rebellenfahrt“ des Dampfers„Falke“ Der Untersuchungsausschuß des estnischen Parlaments hat jetzt nach wochenlanger Arbeit den Bericht über den Kriegsschiffverkauf, bei dem der estnische Staat um 89000 Pfund Sterling geschädigt wurde. festgestellt, daß der Verkauf der Schiffe ungesetzlich erfolgt ist, und daß von seiten der verantwortlichen Personen Fälschungen und Machtüberschreitungen begangen worden sind. Der Bericht verlangt die Auslieferung des früheren Kriegsministers Kerem, der gegenwärtig Parlamentsmitglied ist, an die Gerichte. Interessant ist die Feststellung, daß die estländischen Bevollmächtigten des Schiffsverkaufes, die Juden Bing und Prenzlau, mit den Menschenräubern identisch sind, die im Jahre 1929 den Dampfer„Falke“ heimlich mit Waffen beluden und nach Venezuela sandten, ohne davon der Mannschaft vorher Mitteilung zu machen. Der Dampfer„Falke“ war im Juli 1929 von dem früheren venezolanischen General Delgado bei der Reederei Prenzlau& Co. gechartert worden. Delgado beabsichtigte, zusammen mit seinen Freunden die damalige venezolanische Regierung zu stürzen und sich selbst zum Diktator der mittelamerikanischen Republik aufzuschwingen. Der Ausgangspunkt der Expedition war Hamburg. Nachdem eine Anzahl Maschinengewehre, Gewehre und Munition auf dem Dampfer verstaut worden war, lief er unter deutscher Flagge zunächst in die Ostsee aus, wo er als harmloses Handelsich Hdingen aufsuchte. Hier wurden weitere Waffen, u. a. zwei Kampfflugzeuge, an Bord genommen. Ebenso wurden eine Anzahl Passagiere aufgenommen, die sich später als Anhänger des Rebellenführers Delgado entpuppten Der Dampfer trat dann seine Expeditionsfahrt an. Auf hoher See wurde die deutsche Flagge niedergeholt und dafür die venezolanische Revellenflagge gesetzt. General Delgado vereidigte den Kapitän Zittlitt auf die neue Fahne Die Besatzung die sich nunmehr weigerte. die Reise unter diesen Umständen fortzusetzen, wurde teils durch Drohungen, teils durch Versprechungen zum Bleiben veranlaßt. Als die venezolanische Küste erreicht war. wurde die Mannschaft gezwungen, Delgado und seine Anhänger an Land zu setzen und sich an dem Putsch gegen die rechtmäßige Regierung zu beteiligen. Dieser Putsch scheiterte bereits in seinen Anfängen; Delgado fand den Tod. Der „Falke“ lief dann unter Führung des Kapitäns Zittlitt den Hafen von Port of Spain an, wo das Schiff von der englischen Regierung beschlagnahmt wurde. Diese Rebellenfahrt war im Jahre 1930 der Gegenstand des aufsehenerregenden Menschenraub=Prozesses. Angeklagt waren der Kapitän Zittlitt und die beiden Reeder Felix Prenzlau und Felix Kramarski. Alle drei wurden freigesprochen. In einem späteren Prozeß stand auch der Waffenlieferant Bing unter Anklage, der dann aber ebenfalls freigesprochen wurde. gehandelt habe. Diese Darstellung hielt aber das Reichsgericht durch die Feststellung des Hamburger Schwurgerichtes für widerlegt. Der Tötungsvorsatz und die Ueberlegung erschienen dem Reichsgericht als einwandfrei nachgewiesen, sodaß die Revision verworfen wurde. Damit ist das Todesurteil gegen ihn rechtskräftig geworden. Die frühere Beanadigung ist durch das vom Angeklagten betriebene Wiederaufnahmeverfahren hinfällig geworden. Granatexplosion in einem polnischen vorfe Fünf Tote, neun Schwerverletzte Dieser Tage fand ein Dorfbewohner in der Nähe von Pruschkow bei Warschau in einem Graben eine Granate, die er mit nach Hause nahm. Er versuchte nun, das Geschoß auseinanderzunehmen. Dabei explodierte es und tötete den Finder sowie vier Kinder. Neun Kinder wurden schwer verletzt. Die Kinder hatten zugesehen. In wenigen Zeilen König Voris von Bulgarten hatte am Donnerstagnachmittag eine Unterredung mit Reichskanzler Adolf Hitler. Im preußischen Justizministerium fand eine Tagung der norddeutschen Länderzustizverwaltungen statt, aus der der preußische Justizminister Kerrl über die Vereinheitlichung der Justiz und die Umgestaltung der zuristischen Ausbildung sprach. Die Eröffnungsrede bei der Leipziger Frühjahrsmesse am Sonntag hält Reichsminister Dr. Goebbels. Landesbischof D. Dr. Schoeffel hat sein Amt als Landesbischof von Hamburg niedergelegt. Gleichzeitig haben auch Hauptvastor D. Knolle das Amt des Generalsuverintendenten und die Pastoren Mumssen. Wehrmann und Dr. Junge das Amt des Provstes niedergelegt. Auf Veranlassung des Landrates des Kreises Jerichow ist der Suverintendent Jordan aus Commern(Bezirk Maadebura) festgenommen worden. Jordan hat verschiedentlich, zuletzt noch am Heldengedenktag, von der Kanzel aus die Regierung und das Dritte Reich verächtlich gemacht. Wie die Pressestelle der Landesleitung Oesterreich der NSDAP. mitteilt, ist die von verschiedenen Seiten in Umlauf gesetzte Meldung, daß Landesinspekteur Habicht vom Führer seines Amtes enthoben worden sei. unwahr. Der bekannte Schauspieler Wilhelm Diegelmann, ein früheres Mitglied des Deutschen Theaters, ist Donnerstag morgen im Alter von 72 Jahren in seiner Berliner Wohnung an einem Schlaganfall gestorben. Von den Seismographen der von Reinachschen Erdbebenwarte auf dem Kleinen Feldberg im Taunus wurde Mittwoch nachmittag von 15.47 Uhr bis 16.39 Uhr ein etwa 15000 Kilometer entferntes stärkeres Fernbeben verzeichnet. Der südslawische Verkehrsminister Radiwojewitsch wird beschuldigt, den Staat durch den Abschluß ungünstiger Verträge für den Bau von Eisenbahn= strecken um 45 Millionen Mark geschädigt zu haben. Bei Bilbao(Spanien) stürzte ein Privatauto insolge Vereisung der Landstraße von einer Eisenbahnbrücke aus beträchtlicher Höhe auf die Schienen ab und wurde vollständig zertrümmert. Von den sechs Jusassen— sämtlich Frauen— wurden drei sofort getötet und die drei übrigen lebensgefährlich verletzt. Bei einigen der größten chinesischen Werke in Schanghai veranlaßten kommunistische Agitatoren streilende Arbeiter, die Werke zu stürmen. Dabei kam es zu einer Schießerei, in deren Verlauf sechs Arbeiter getötet und mehrere schwer verletzt wurden. Die Polizei nahm 63 Demonstranten fest. handgranate in der hand explodiert Bei einer Besichtigung des 17. rumänischen Infanterieregimentes in Ploestr durch den kommandierenden General des Armeekorps explodierte, wie aus Bukarest gemeldet wird, einem Unteroffizier eine Handgranate in der Hand. Er wurde in Stücke gerissen. Ferner wurden ein Major, ein Leutnant und neun Soldaten schwer verwundet. 79 russische Fischer von einer Eisscholle aus Ufer gelang! Wie aus Astrachan gemeldet wird, sind 79 Fischer, die mit Pferden sich auf einer losgelösten Eisscholle befanden, wohlbehalten ans Ufer gelangt. Aus Baku wurden zwei starke Rettungsdampfer entsandt, um die übrigen gefährdeten Fischer von den Eisschollen zu übernehmen. Zausthauereeeite in Newhert Rurschmuggler und Rauschnifthänt ler beherrschten die Zuchthausververwaltung— Rchttäg per Belagerunsemstang Der Newyorker Komissar Mac Cormick gab bekannt, daß im Zuchthaus und Hospital auf der im städtischen Besitz befindlichen Welfare-Inie während der letzten achttägigen Unwetterperiode dauernd Belagerungszustand geherrscht habe. Die Wache habe infolge von Unruhen und beginnenden Gesamtmeutereien fortgesetzt Ausnahmedienst versehen müssen. Eine von ihm kürzlich vorgenommene Besichtigung der beiden Anstalten habe aufsehenerregende Enthüllungen ergeben. Rumschmuggler und Rauschgifthändler beherrschten die Zuchthausverwaltung und führten ein Wohlleben, während weniger glückliche Insassen hungerten. Kommissar Mac Cormick erklärte weiterhin. daß eine Explosion im Hoirital des Zuchthauses, welche die Heizanlage außer Betrieb gestzt wurde, der unmittelbare Anlaß zu den Ausschreitungen gewesen sei. Die Unruhen hätten sich dann über das ganze Zuchthaus ausgebreitet. 1300 Sträflinge hätten sich erhoben und gegen die schlechte Verpflegung protestiert. Die Gefangenen hätten die Speisen von den Tischen heruntergestoßen und laute Verwünschungen vorgebracht.— bis schließlich die Wache im Speisesaal erschienen sei und strenge angebroht Thüringen-Urlauber auf der Heimfahrt Rückkehr von tausend Urlaubern aus Thüringen nach Rheinland=Westfalen Die 1000„Kraft durch Freude"=Urlauber aus dem rheinisch=westfälischen Industriegebiet, die vor zehn Tagen nach Thüringen kamen, um dort von ihrer schweren Arbeit Erholung zu suchen, sind in der Nacht zum Donnerstag wieder in ihre Heimat zurückgekehrt. Zahlreich sind die Aeußerungen des Dankes und der Anerkennung für die Aufnahme der tausend Arbeitskameraden in Thüringen. Die Freude und Begeisterung fand ihren tiefsten Ausdruck in Telegrammen, die die 1000 Urlauber an den Reichskanzler und den Führer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, am Ende ihrer Ferientage absandten. In Kürze sollen abermals 1000 Arbeiter aus dem rheinischwestfälischen Industriegebiet nach Thüringen kommen. Kölner Falschmünzerwerkstatt In den frühen Morgenstunden des Donnerstags haben Beamte der Kölner Falschgeldstelle in der Dasselstraße eine Falichmunzerwerkstatt ausgehoben und nahmen drei Falschmünzer fest. Die Falschmünzer haben Zweimarkstücke mit dem Luther=Bildnis sehr geschickt nachgeahmt so daß die Fälschung als solche nur schwer zu erkennen war Nach dem Geständnis der Täter sind etwa 1000 derartige Falschstücke in Köln in den Verkehr gebracht worden ohne daß auch nur in einem Falle eine Beanstandung erfolgte. Stehschoppen nicht erlaubt Die amerikanische Bundeshauptstadt im Zeichen des Alkohols Am 1. März, also am Mittwoch um Mitternacht, wird nunmehr endlich auch die Bundeshauptstadt der Vereinigten Staaten von der langjährigen Trockenheit erlöst. Die Restaurants dürfen von 9 Uhr morgens bis 2 Uhr nachts alkoholische Getränke ausschenken. Infolgedesse! wird in der Nacht zum Donnerstag zwei Stunden lang die Wiederkehr des Aikohols gefeiert werden. Die Schankkonzession Nr. 1 wurde ar Mittwoch dem nationalen Presseklub vom Leiter der Stadtverwaltung feierlich überreicht Hunderte von Journalisten und deren Gäste versammelten sich in den Klubräumen, um Schlag Uhr die Gläser zu ergreifen. Nicht erlaubt sind die früheren Stehkneiven. Die Getränke dürfen nicht in Gegenwart der Gäste gemixt, sondern müssen in einem verborgenen Winkel zubereitet werden, verleitet wird, an der Bar stehend schnell größt Mengen Alkohol zu vertilgen. Angesichts der Fortdauer der grimmigen die am Mittwochfrüh wieder 25 Grad urzez,änf, erreichte, wird die Rückkehr wärmender allgemein begrüßt, und die Geschäfte rüste Nr. 52 Gweites „ 2. März 1934 * S Schwerte(Ruhr), Freitag den 2. März 1934 Tagesspruch Das ist das Höchste, das ein Mensch zu ereichen vermag auf dieser Erde: Einem Menschen während seines Lebens zum Segen werw K. Wözelmann. — Vom Weiter Vorhersage für Freitag: Bewölkt, strichweise unst oder Nebel. Später stärkere Eintrübung. Um West schwankende Winde. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Wetterverschlechterung und Niederschläge. Temperaturen ansteigend. so unglücklich zu Fall, daß er sich dabei einen Knöchelbruch zugezogen hat. Infolge der erhaltenen Verletzungen mußte H. ins Evgl. Krankenhaus in Schwerte eingeliefert werden. Der neue Führer des Kreisfeuerwehrverbandes. Auf Grund des Gesetzes über das Feuerlöschwesen ist der Hauptlehrer Emil Vahle in Deilinghofen zum Vorsitzenden(Kreisführer) des Kreisfeuerwehrverbandes für den Landkreis Iserlohn ernannt worden. Unser aktueller Bilderdienst zeigt in dieser Woche folgende Photos: Der Führer spricht nach 14 Jahren am gleichen Platz zu einer Garde: Wir für Hitler schwört, schwört für Deutschland; Die nationalsozialistische Revolution lebt; Sie starben nur für die, die für sie leben; Berliner Meister Hertha B.S.C. geschlagen 0:1; Deutscher Sieg im SechstageRennen in Kopenhagen; Fis=Wettkämpfe in Solleftea(Schweden): Die Finnen siegen in der 4X10=km.=Staffel; B.S.V. 92 sichert sich die Berliner Hockeymeisterschaft. Schneeglöckchen blüht! Der Herold der Blumen schmückt nun die Gärten Westdeutschlands, uns zurufend:„Hoffnung läßt nicht zuschanden werden! Und dräut der Winter noch so sehr mit trotzigen Gebärden, und streut er Schnee und Eis umher: es muß doch Frühling werden!" Aufruf Ausgabe der Reichsverbilligungsscheine für Speisesette an die bedürftigen Lohn= und Gehaltsempfänger erfolgt am Mittwoch, den 7. März ds. Is. Buchstabe Abis M vorm. von 8 bis 10 Uhr Buchstabe Nbis 3 vorm. von 10 bis 12 Uhr für die auf dem Reichsbahnausbesserungswerk Beschäftigten auf Zimmer 11 für die auf dem Vereinigten Deutschen Nickelwerke Beschäftigten auf Zimmer 4 für alle übrigen Beschäftigten auf Zimmer 12 des Wohlfahrtsamtes. Gesegnetes Alter. Am gestrigen Tage war es einem allbekannten Bürger unserer Stadt, dem Rentner Carl Saatmann, vergönnt, in seltener körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische sein 83. Wiegenfest feiern zu können. Wir sprechen unserem alten Kollegen, das Geburtstagskind war bekanntlich Buchdruckereibesitzer und Verleger des „Schwerter Anzeiger“, unsere besten Glückwünsche aus; mögen ihm noch viele sonnige Tage beschieden sein! : Unglücksfall. Bei Ausübung seines Berufes kam der Fuhrmann K. H. aus Schwerte bei dem Besitzer Sch. in Ergste, bei welchem er Ware abgeliefert hatte, beim Verlassen des Abichter den dieg über hanger und kultr Monzt Mör: steßt Waswarte ein.) Die Freiwilligen mögen sich Hauses auf der Treppe durch einen Fehirkirt Schwerte, 2. März. Der Monar Marz stehr unter dem Motto:„Sichert den Sieg über Hunger und Kälte.“ Die Plakette des WHW., die als Türabzeichen und als Anstecknadel verkauft wird, trägt als Symbol „Sankt Georg“, den Siegbringenden, auf rotem Untergrund in weißer Umrandung. Die Umschrift lautet:„Sichert den Sieg über Hunger und Kälte.— Wir opfern!" Der Verkauf dieser Anstecknadel erfolgt am kommenden Eintopf=Sonntag, dem 4. März 1934 in allen Straßen unserer Stadt. Der Mindest=Verkaufspreis der Anstecknadel beträgt 20 Pfg. je Stück. In anderen Städten haben sich führende Persönlichkeiten mit sensationellem Erfolge in den Dienst des Winterhilfwerks gestellt, indem sie mit der Büchse sammeln gingen. Am kommenden Sonntag sollen die Spitzen der Behörden und der Gesellschaft die Sammeltätigkeit in die Hand nehmen. Schon jetzt haben sich die Schwerter Beigeordneten und Natsherren mit dem Bürgermeister freiwillig gemeldet. Wir rufen hiermit alle führenden Persönlichkeiten von Schwerte, die Spitzen der Behörden, die Intelligenz, die Leiter der großen Werke und alle sonstigen einflußreichen Persönlichkeiten der alten Hansastadt Schwerte auf, sich am sechsten Eintopssonntag für einige Stunden als Sammler zur Verfügung zu stellen und den Verkauf der Anstecknadel zu übernehmen.(Den Erlös aus dem Eintopfgericht sammeln wieder die Zellen= u. Stoawarn ein., En Freiwilligen mgen sich telephonisch bei Bürgermeister Dr. Guttmann, Ruf 2951 oder bei der Ortsgruppe Schwerte der NS=Volkswohlfahrt, Ruf=Nummer 2021, bis heute mittag 12 Uhr nelden! 4.0 Die Namen dieser waaeren Heiser werden in der Samstag=Ausgabe auf einer Ehrentafel bekanntgegeben! Das Winterhilfswerk braucht für den 4. März diese freiwilligen Helfer, sie braucht tapfere Soldaten der Nächstenliebe, die sich nicht scheuen, sich mit der Büchse auf die Straße zu stellen. In Berlin haben hohe Führer die herrliche Gelegenheit ergriffen, in vorderster Front für die Verwirklichung des Dritten Reiches zu kämpfen. Wir sind davon überzeugt, daß das, was in Berlin möglich war, in Schwerte erst recht möglich sein wird. Denn unsere Stadt liegt im Gau Westfalen=Süd, und dieser Gau steht, wie Gauleiter Hütwohl anläßlich des Gauparteitages der NS=Volkswohlfahrt erklärte, in Deutschland, was Opferbereitschaft angeht, an erster Stelle! Der sechste Eintopssonntag, der letzte des Winterhilfswerk 1933=34, soll die Krönung des großen deutschen Winterhilfswerkes werden. Darum: Freiwillige vor! NS=Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Schwerte. Hemeyer, Ortsgruppenwalter. Kamecke, Presse= und Propangandawalter. - 350 000 RM. für 20 besonders gefährdete westfälische Kunstdenkmäler. Wie Provinzialkonservator Dr. Rave in seinem Berichte für 1933 bekannt gibt, wird die Provinzialverwaltung Westfalens im Rahmen des Arbeitsbeschafsungsprogramms für 20 besonders gefährdete Denkmäler Darlehen in einer Gesamthöhe von etwa 35000 RM. zu erwirken bestrebt sein. In sorgfältiger Abwägung der Verhältnisse sind diese 20 Denkmäler bereits ausgewählt. Die Bevölkerung Westfalens kann diese ungewöhnlich hohe für die provinzielle Denkmalpflege nicht hoch genug werten, und die Provinzialverwaltung besonders dankbar dafür sein.(Und das alte Rathaus in Schwerte? Die Red.) Der Welt bester Kopf=Antipode ist als weitere Attracktion für den Bunten Abend am 4. März, der nachmittags um 5 Uhr pünktlich im Freischütz beginnt, verpflichtet worden. Es handelt sich um den international bekannten Artisten Stöt=Twig, der schon in Amerika, London, Paris usw. die Menge in Erstaunen gesetzt hat. Der sympathische Künstler, der seine Vorführungen mit Kunstpfeifen begleitet, wird auch am 4. März im Freischütz Aufsehen erregen. Karten im Vorverkauf zu 80 Pfg. sind noch zu haben in der Buchhandlung Braus, im Zigarrengeschäft Schöttler und im alten Freischütz, allerdings nur noch in beschränkter Anzahl.— Das Piano= und Radio=Haus Wilh. Hohrath Söhne, Dortmund, hat einen klangvollen Grotrian=Steinweg=Konzert=Flügel für die musikalischen Darbietungen des Bunten Abends zur Verfügung gestellt. 8 Aus der Bewegung Deutsche Arbeitsfront. NS. Hago und GHG., Ortsgruppe Schwerte. Heute abend 8.30 Uhr im Hotel„Zur Post“. (Katzung) öffentl. Kundgebung. Es spricht Pg. Theiler über„Einordnung von Handwerk, Handel und Gewerbe in die Deutsche Arbeitsfront. Aufbau der Reichsbetriebsgruppen.“ Unkostenbeitrag 20 Pfg. Die Ortsgruppenleitung: Norbert Kaufhold, Geschäftsführer. Auis dem Schwerter Musikleben Masikvereinskonzert am 13. März Vom Werden der Passion. In der großen Reihe berühmter Werke, denen vom Mittelalter bis zur Gegenwart lildende und redende Künste immer wieder das Leiden und Sterben Jesu haben, stehen die Passionsmusiken I. Bachs als„gewaltige und ergreifende Den! mäler religiösen Geistes“ obenan. Ursprünglich für den Gottesdienst bestimmt, hat in neuerer Zeit der Konzertsaal von ihnen Besitz ergriffen. Ihre Entwicklung zum großen musikalischen Kunstgebilde war aber nur dadurch möglich, daß sie nicht als kirchlich liturgische, sondern als geistliche Musik aufgefaßt wurden. Man pflegt drei Gruppen zu unterscheiden, die gleichzeitig die geschichtliche Aufeinanderfolge der Entwicklung andeuten: Choralpassion, Motettenpassion und oratorische Passion. Die Choralpassion ist so alt, wie der gregorianische Choral selber. Sie entwickelte sich ganz von selbst aus dem einfachen Lekkonvortrage der Leidensgeschichte Jesu, die in der Karwoche gelesen wurde. Während die augemeinen Evangelienlektionen von dem Viakon allein vorgetragen wurden, trug man die Passionslektionen, wohl infolge ihrer Lange, mit verteilten Rollen vor. Der Diakon dehielt nur den Evangelisten, ein zweiter Kleriker sang den Christus, ein dritter alle übrigen Einzelpersonen. Die Ausrufe des Voltes, der Jünger, Soldaten etc. wurden von der Gesamtheit der Kleriker vorgetragen. Der Vortrag dieser Passionen geschah in dem Rezikationston(accentus) des katholischen Gotkesdienstes. Während früher die Volksrufe dur einstimmig gewesen waren und nur durch die Massigkeit des von den zahlreichen Stimmen erzeugten Klanges von den übrigen Teilen abstachen, beginnen vom 15. Jahrhundert Simmigen Bearbeitungen dieser kleigeschiderte Die Kunst schritt über die hier Das 16 Stuse der Choralpassion weiter. Jahrhundert schuf die Motettenpas2.: In der Motettenpassion ist der gesamte peo Passionsevangeliums mehrstimmig sponiert. Der Evangelist. Christus. die Nebenperson, die Scharen der Jünger, der Priester, des Volks usw., alle Partien singt der Chor. Auch der innere Stil der Choralpassion ist hier einer viel reicheren Musikweise gewichen. Das ist die Sprache einer neuen Zeit und eines neuen Geschlechts, welches das Evangelium nicht länger nur mit regungsloser Ehrfurcht entgegennehmen, nein, welches auch zeigen will, daß er mit Herz und Phantasie den Worten folgt. An Stelle der alten, ruhig vornehmen liturgischen Deklamation tritt nun durchweg ein bewegtes, oft von Gefühl überquellendes Singen. Die Seeie ladet die Bilder, welche sie schaut und fühlt, in Melodien aus, die mit Koloraturen und anderen Mitteln musikalischer Malerei bemerkenswert ausgestattet sind. Kurzum, die Motettenpassionen sind als Ganzes genomme Hauptleistungen aus der Blütezeit der mehrstimmigen, unbegleiteten Gesangsrapsik. Es sieht wie der Versuch eines gütlichen Ausgleichs zwischen zwei Interessengruppen aus, wenn wir von der Mitte des 16. Jahrhunderts ab Passionsmusiken begegnen, in welches Elemente der Choralpassion neben denen der Motettenpassion stehen. Der Evangelist singt in einem mit freien und ausdruckvollen Wendungen allerdings bereicherten Lektionston. Die andern Solostimmen sind noch vielstimmig. Das Streben nach Individualisierung(Renaissance) ergreift„ 16. Jahrhundert auch den Lektionston(accent) und modernisiert seinen Stil. Zu den früheren Gegnern seines Systems, dem Gefühlsbedürfnis und dem Einfluß des Volksliedes, war da ein mächtiger Verbündeter gekommen: der neue begleitete Sologesang(Monodie) mit seinem Rezitativsti., Elemente, welche der italienischen Oper und dem italienischen Oratorium entstammen, das Höchste, was in dieser Form der Choral= und Motettenpassion zu leisten war, gab Heinrich Schütz, der größte deutsche Musiker des 17. Jahrhunderts. Er fand den Mittelweg zwischen zwei gesetzten Stilarten, der neuen Monodie der Italiener und dem alten Choralton. Die einstimmigen Gesänge sind in Wirklichkeit bereits Rezitative, wenn auch ohne Begleitung. Die Chöre sind dramatische Bilder, voll stark pulsierender Leidenschaft. Beide sind aus dem Charakter der einzelnen Evangelien hermit höchster Kunst und innerlich=dramatischer, Erfassung des Textwortes zu einer großen Einheit gestaltet. Die Passionen von Schütz ragen einsam auf einem hohen Gipfel in unser Musikleben hinein und sind von so ausgeprägter Eigenart, daß sie neben der gewaltigen Kunst der Bach'schen Passionsmusik vollauf ihren Platz behaupten können. Während auf Schütz nur der monodische Stil der Italiener Einfluß hatte, so beginnen in der Folgezeit Oper u. Oratorium selbst ihren Einfluß auszuüben. Das Lied, der von der Menge in seiner Selbstherrlichkeit begünstigte Sologesang, das Vordringen des betrachtenden und empfindamen Elements bildet von da ab einen wesentlichen Grundzug auch der Passionen, Bibeltext und biblische Handlung werden in Oratorienart lyrisch ausgeschmückt oder erdrückt. Es entsteht im 18. Jahrhundert die oratoriche Passion und tritt nicht bloß musikalisch, durch Instrumentalbegleitung und Rezitativ, sondern noch viel mehr textlich in Gegensatz zu ihren Vorgängern: der Choralund Motettenpassion. Dieser Grundzug, vor allem die lyrische Ausschmückung der biblischen Handlung, kennzeichnet die oratorische Passion. Schlimmeres konnte nicht geschehen. Denn ist schon die Dichtung die Schwäche der italienischen Oper, so mußte diese gegenüber einem so erhabenen Stoffe geschmacklos wirken. Sogar allegorische Gestalten wurden in die Passionsgeschichte eingefügt. In der Musik herrscht der Sologesang, der Chor wird immer mehr verdrängt, die instrumentalen Teile werden breiter, virtuosenhafte Elemente mischen sich überall ein. In Hamburg versuchte man sogar, die dramatiche Gestaltung der Passion in Opernform. Dieses wirre Durcheinander traf Bach an, als er in die Passionskomposition eingriff. Was ihn vor den Irrwegen seiner Vorgänger und Zeitgenossen bewahrte, war nicht nur sein musikalisches Genie, sein ernstes Verhältnis zum Textwort, sondern vor allem sein reines religiöses Empfinden. Bei ihm wird die Passion wieder zum tiefsten Erlebnis des christlichen Cemüts, zu einer Betätigung christlichen Glaubens. Jum Konzert des Més. Schwerte=Ost Fred Peters dirigiert„Feier der neuen Front“ Am Sonntag, den 11. März veranstaltet der MGV. Schwerte=Ost, der aus der Vereinigung des Oestl. Männer=Gesang=Vereins mit dem Quartett=Verein Schwerte=Ost hervorgegangen ist und nun zu einer unzertrennlichen Einheit verschmolzen, ein Klangkörper von außerordentlicher Leistungsfähigkeit geworden ist, ein Chor=Konzert, das seine besondere Weihe dadurch erhält, daß das Hauptstück des neuen Trunk=Zyklus„Feier der neuen Front“ zur Aufführung gelangt. Diese Komposition, die einzige, deren Widmung der Führer angenommen hat, ist von unerhört tiefer, wahrhaft nationaler Empfindung getragen. Meisterhaft wie die Vertonung ist die textliche Vorlage nach den Worten unseres Reichsjugendführer Baldur von Schirach. Das gewaltige Chorwerk wird von dem erfolgreichen Dirigenten Fred PetersDortmund, geleitet. Wie wir hören, hat der MGV. Schwerte=Ost sehr gewissenhaft seine Proben durchgeführt, um eine wirklich erstklassige Aufführung zustande zu bringen. Den Text der vier Chöre, 1. Hitler, 2. Des Führers Wächter, 3. O Land, 4. Horst Wessel, wird Heinz Friedrich Kamecke vorher sprechen. Dann fällt der Chor ein. Neben diesem Werk gelangt als weitere Erstaufführung der Chor„Wach auf, du deutsches Land“ von Otto Scheuch zu Gehör. Der zweite Teil des Konzertes bringt den Chor„Flamme empor“ von Trunk, Lieder von Silcher, de la Hale und Hugo Jüngst. Den Abschluß bildet das gewaltig mitreißende Heimatgebet von Hugo Kaun. Hier wirkt der Knabenchor mit. Außerdem wird der Chor am Flügel begleitet. Es ist dem MGV. Schwerte=Ost hoch anzurechnen, daß er den Nationalhelden nicht vergißt, der im frühlingsstarken Glauben an die Seele seines Volkes gerade im Vorfrühling vor vier Jahren den mörderischen Kugeln der marxistischen Unterwelt zum Opfer fiel: Horst Wessel. Wie wir hören, wird eine stärkere Abordnung der Hitler=Jugend, dessen Führer, wie gesagt, den Text für den Zyklus „Feier der neuen Front“ geschrieben hat, an der Veranstaltung teilnehmen. Wad brachts ochweeit dad Zedvinlionhute sler: Bericht über die Verwaltung und den Stand der Gemeindeangelegenheiten der Stadt Schwerte für die Zeit vom 1. April 1933- 31. Dezember 1933. 2. Fortsetzung. 6. Anteile an den Ueberweisungssteuern. Die Anteile an Ueberweisungssteuern beliesen sich in der Berichtszeit auf folgende Beträge: Einkommensteuer 1931: 109813,22, 1932: 19 915,15, 1933: 48 582,92 RM.; Körperschaftssteuer 1931: 44 986.43, 1932: 11 222,02 RM., 1933: 20 779,78 RM.; Umsatzsteuer 1931 50 488,85, 1932: 50 869,87, 1933: 34 095,56 RM. (v. 1. 4.—31, 12. 33). 7. Grundvermögens= u. Hauszinssteuer. Das Soll an Grundvermögenssteuer betrug für ein Jahr 269 170,02 RM. Das Soll an Hauszinssteuer betrug für 1 Jahr 296 467,56 RM. Entschädigung für die Realsteuersenkung vom Lande Preußen für 3 Jahr, das sind 54 333,12 RM. In 1806 Fällen wurden Stundungs= und Niederschlagungsanträge gestellt(Vorj. 1778). 8. Allgemeines. Als Kreisabgaben werden zunächst erhoben: 102 Proz. von den Realsteuern(staatl. Soll)(Vorjahr 93,12), 76 Proz. von den Reichssteuerüberweisungen(Vorjahr 60,1), 76 Proz. von dem einfachen Landessatz der Bürgersteuer (Vorjahr 60,1). Zur Deckung des Gemeindefehlbetrages sind außer den bereits erwähnten Bier=, Getränke=, Bürger=, Vergnögungs= und Hundesteuern folcende Zuschläge zu den Realsteuern erhoben: 260 Proz. zur Grundvermögenssteuer=2(vom landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich und gärtnerisch genutzten Grundbesitz), 290 Proz. zur Grundvermögenssteuer 1(übriger Grundbesitz), 560 Proz. Zuschlag zu den Grundbeträgen der Gewerbeertragssteuer, 1920 Proz. Zuschlag zu den Grundbeträgen der Lohnsummensteuer. Die Personenstandsaufnahme wurde am 10. Oktober durchgeführt. Auf Grund dieser Aufnahme, welche die Grundlage zur Erfassung sämtlicher Steuerpflichtigen bildet, wurde die Urliste für das Finanzamt mit 8 789 Eintragungen angelegt und 6923 Steuerkarten ausgefertigt. * IV. Schul= und Bildungswesen. 1. Städt. Realgymnasium. Oberschullehrer Krey ist am 18. Juni 1933 gestorben. Schulamtsbewerber Juncker ist seit dem 1. Juli 1933 in dieser Stelle tätig. Der Lehrkörper bestand Ende Dezember 1933 aus: 1 Studiendirektor als Leiter, 8 Studienräten, 3 Oberschullehrern, 1 Studienassessor und 2 nebenamtlichen Religionslehrern. Die Zahl der Schüler betrug Ostern 1933 (Versetzungstermin) 282. Am 31. Dezember 1933 246. 32 Prozent der Schüler waren auswärtige. An Freistellen wurden gewährt: 12 ganze, 15 ¾, 10 ½, 4 ¼ Freistellen. Die Besuchsziffer des städtischen Realgymnasiums ist in den letzten Jahren ständig zurückgegangen. Während bei Beginn des neuen Schuljahres noch 257 Schüler vorhanden waren, zählt die Anstalt am Ende der Berichtszeit nur noch 242 Zöglinge; es sind im Laufe des Jahres also nicht weniger als 15 Schüler abgegangen. Das erklärt sich zum Teil dadurch, daß infolge der Ankurbelung der Wirtschaft wieder Lehrlinge eingestellt worden sind. Schüler, die nur mit Mühe fortkommen und noch auf der Anstalt weilten, um der Arbeitslosigkeit zu entaehen, sind abgesprungen, sobald sich ihnen ein Arbeitsplatz bot. Der allgemeine Geburtenrückgang kommt zur Erklärung des Rückganges der Schülerzahl hinzu. Vor allen Dingen lassen sich jedoch viele Eltern von der irrigen Erwägung leiten, daß eine höhere Schulbildung im Dritten Reiche nicht mehr von Nöten sei. Sind doch viele Männer aus der Volksschule hervorgegangen, die heute auf Grund ihrer Tüchtigkeit eine führende Rolle spielen! Das ist an sich ja richtig; aber die Eltern vergessen, daß es sich hier um sogenannte alte Kämpfer handelt und daß ihre Kinder auf diesen Titel keinen Anspruch erheben können. Für den Nachwuchs ist es vielmehr so, daß bei dem durch den geistigen und wirtschaftlichen Aufschwung noch gesteigerten Wettbewerb eine tüchtige Schulbildung mehr denn je unerläßlich ist: und zwar gilt das nicht nur für diejenigen, die eine Hochschule besuchen oder in eine Beamtenlaufbahn eintreten wollen. Für diese ist bekanntlich das Reifezeugnis einer höheren Vollanstalt Vorbedingung. Es gilt das vielmehr auch für alle diejenigen, die im Wirtschaftsleben sich irgend eine Geltung verschaffen wollen; überall wird in erster Linie nach der erlangten Schulreife gefragt. Das Schulzeugnis ist immer noch noch entscheidender Faktor für jede Neueinstellung. Deshalb kann auch erwartet werden, daß die Eltern nach einer kurzen Uebergangszeit unsicherer Auffassung und Einstellung bald erkennen werden, daß es gerade auch im neuen Deutschland notwendig ist, den Kindern eine möglichst umfassende Schulbildung zuteil werden zu lassen und ihnen damit die wirksamste Hilfe im Kampfe ums Dasein zu geben. * 2. Städtisches Lyzeum. Die freie Studienratsstelle ist seit dem 1. April 1933 mit dem Studienrat Fischer besetzt. Der Lehrkörper bestand Ende Dezember 1933 aus: einem Studiendirektor als Leiter, 2 Studienräten, 2 Studienrätinnen, 3 Oberschullehrerinnen und einer nebenamtlich tätigen Religionslehrerin. Die Zahl der Schülerinnen Ostern 1933(Versetzungstermin) 161, am 31. Dezember 1933 164. 34,8 Proz. der Schülerinnen waren auswärtige. An Freistellen wurden gewährt: 3 ganze, 9 ¾, 4 ½, 7 ¼ Freistellen. Die Agnes=Tütelstiftung weist am Ende des Jahres 1933 einen Bestand von 3799,60 RM. auf. 3. Voltsschulen. Am Schlusse des Jahres waren tätig: an den evangelischen Schulen: 3 Rektoren, 19 Lehrer, 4 Lehrerinnen; an den katholischen Schulen: 1 Rektor, 1 Konrektor, 8 Lehrer, 7 Lehrerinnen. Die durch Pensionierung freigewordenen Stellen Doert und Trinthammer sind in Lehrerinnenstellen umgewandelt. Diese Stellen waren am Schlusse des Jahres mit den Lehrerinnen Hoppmann und Lückel besetzt. Vorher waren vom 1. April 1933 ab in diesen Stellen tätig die Schulamtsbewerberin Sabel und die Lehrerin Pietschmann. Die Lehrerin Pietschmann bzw. Lückel wurde von der Sedanschule zur Marktschule und der Lehrer Simon von der Marktschule zur Sedanschule versetzt, sodaß jetzt an jedem evangelischen schulsystem eine wissenschaftliche Lehrerin tätig ist. Lehrer Simon wurde zum 1. November 1933 nach Wins=Niederbonsfeld versetzt. In dieser 5telle war zunächst auftragsweise der Schulamtsbewerber Kunz. Die endgültige Besetzung der Stelle erfolgte zum 1. Januar 1934 mit Lehrer Fritz Schulte aus Anschlag. Der Hilfsschullehrer Kayser wurde am 30. Juni 1933 mit sofortiger Wirkung beurlaubt und durch Erlaß des Herrn Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung auf Grund des§ 4 des Gesetzes zur. Wiederherstellung des Berufsbeamtentums zum 31. August 1933 aus dem Schuldienst entlassen. Die Wiederbesetzung der Stelle erfolgte erst zum 1. Januar 1934 mit dem Schulamtsbewerber Richard Schulte aus Dortmund. Von Juli 1933 bis Ende Dezember 1933 waren die Schüler der paritätischen Hilfsschule den übrigen Schulsystemen zugeteilt. Die Hilfsschule wurde am 1. 4. 1923 mit 29 Kindern eröffnet und zählte im Berichtsjahre 30 Kinder. Die Schulen waren am 31. Dezember 1933 wie folgt besetzt: a) evangelische Schulen: Alte Marktschuel und Neue Marktschule 9 Klassen 453 Schulkinder; Sedanschule 9 Klassen 461 Kinder; Bismarckschule 8 Klassen 432 Kinder; Schule auf der Schwerterheide 1 Klasse 52 Kinder; zusammen 27 Klassen 1398 Schulkinder(im Vorjahr 1338). b) katholische Schulen: Alte Kirchschule, Neue Kirchschule, Feldschule 17 Klassen 937 Kinder(im Vorjahr 902); evgl. und kath. zusammen 44 Klassen 2335 Schulkinder(im Vorjahr 2272 einschl. 32 Schulkinder der paritätischen Hilfsschule). Am 31. Dezember 1933 entsiel auf eine Schulstelle eine durchschnittliche Schulkinderzahl von 54. * Fortsetzung folgt. Tagung des nationalsozialistischen Lohrerbundes, Ortsgruppe Schwerte, 2. März. Die Erzieherschaft der Ortsgruppe Schwerte=Westhofen des NS. Lehrerbundes tagte unter guter Beteiligung im Parteilokal Wilkes. Der Ortsgruppenobmann Pg. Hillefeld=Westhofen machte Mitteilung über Mitgliedschaft zum NSLB. und die Organisation des Bundes. Die Versammlungen des Lehrerbundes sind Pflichtversammlungen. Jedes Bundesmitglied schließt sich durch dreimaliges unentschuldigtes Fernbleiben aus dem NSLB. aus. Anträge an den Bund sind auf dem Dienstwege durch den Orts= und Kreisobmann an den Gau einzureichen. Die in der Bearbeitung sich befindenden neuen Lehrpläne werden einen neuen frischen Wind in die Schulstube bringen und das nationale Gedankengut in jedes Kinderherz einhämmern. Dann nahm Pg. Studiendirektor Dr. Büchsenschütz aus Hohenlimburg das Wort zu einem hochinteressanten, mit viel Humor gewürzten Vortrag über das Thema:„Grundsätzliches zur nationalsozialistiSchule". Die oberste Aufgabe der Schule ist die Erziehung der Jugend zum Dienst am Volkstum und Staat im nationalsozialistischen Geist. Die Hitlerjugend ergänzt diese Arbeit durch Stählung des Charakters, durch Förderung der Selbstzucht und körperliche Schulung. In der neuen Schule muß die Wissensfülle eingeschränkt werden, um Zeit für die Willensbildung zu gewinnen, die vor allem durch körperliche Ertüchtigung in Turnen, Spiel und Sport erreicht werden soll. Die Körpererziehung soll opferbereites Heldentum und einsatzbereites Menschentum fördern. Aber auch die übrigen Fächer, besonders Geschichte, Religion und Deutsch sollen dem jungen Menschen charaktervolle und kraftvolle Persönlichkeiten vor Augen führen, durch die er zu einem rassebewußten deutschen Charaktermenschen erzogen wird. Auch an den Helden des Krieges aus seiner engeren Heimat soll sich die Jugend emporranken. Die Lehrpläne sind praktisch zu gestalten und von allem Unwesentlichen zu befreien. In den Hochschulen sollen die Studenten für das Leben reif gemacht werden. Wanderungen durch unser schönes Vaterland erschließen uns die Vielgestaltigkeit unserer herrlichen Heimat. Der Vortrag, der reichen Beifall fand, wurde noch durch einige Darbietungen des Pg. Falk aus Menden ergänzt, die da zeigten, wie die neuen Lehrpläne die Verbundenheit mit Volk und Vaterland, mit Blut und Boden herausarbeiten würden. Tugebtan für die Umter Westhofen und Ergste Schneider in den Rosen. Um unnötige Wege zur Antskasse zu vermeiden, empfiehlt es sich. die Termine zu notieren. Westhofen, 1. März. Vom Heimatver, ein. Am Cedenktage unserer gefallenen Hel. den hat es sich der Verein nicht nehmen lassen. an Stelle eines Kranzes zwei Ruhebänke am Ehrenmale aufzustellen. Diese Bänke mögen der Bürgerschaft zur Erholung und Pesinnung dienen. Das Holz stammt aus den hiesigen Gemeindewaldungen und Heimatfreund Karl Kohlmeier hat die Bänke anfertigen lassen.— Der Vereinsvorstand ist an der Ausarheitung des Museumskataloges. Sämtliche Geber(Beleiher) und ihre Gaben werden danach veröffentlicht werden. Geisecke, 2. März. Ein Fahrrad gesunden. Vor einigen Tagen wurde früh morgens auf der zum Wellenbad, führenden Kreisstraße ein älteres Herrenfahrrad mit einer Aktentasche mit Inhalt gefunden. Da bisher der Eigentümer des Fahrrades sich nicht gemeldet hat, wird vermutet, daß dasselbe gestohlen worden ist. Wer Angaben machen kann, wird ersucht, die Gendarmeriestation Lichtendorf(Fernruf 2370) zu benachrichtigen. Syburg, 2. März. Sachbeschädigung. Einem Anwohner der Reichsmarkstraße wurden während seiner Abwesenheit in der Nacht mehrere Fensterscheiben an seinem Hause eingeworsen. Es handelt sich um eine feige Tat. deren Hintergründe zu klären die Gendarumerie noch beschäftigt ist. Ergste, 2. März. 8 Meter abgestürzt. Glück im Unglück hatte der Teilhaber der Bausirma Kandler und Hirtbruch von Berchum. Kandler war in an einem Neubau beschäftigt und siel infolge Abrutschens eines Balkens etwa 7—8 Meter in die Tiefe. K., welcher ein gewandter Turner und Sportler ist, konnte sich noch während des Fallens durch entsprechende Körverbewegungen vor dem Sturz auf einen aroßen Steinhausen retten. Er kam neben diesem Steinhausen zu. Fall und trug schwere Fußverstauchungen davon. Ergste, 2. März. Seinen Arbeitskollegen bestohlen. Der bei dem Bauer K. B. in Leckingsen beschäftigt gewesene Hans P. hat seinem Arbeitskollegen einige Bekleidungsstücke und drei Hühner gestohlen. Der Täter ist spurlos verschwunden. Kalthof, 2. März. Im Silberkranz. Die Eheleute Kettenschmied Karl Reckert und Maria Henriette geb. Engelhard konnten das Fest der silbernen Hochzeit feiern. Drüpplingsen, 2. März. Mit der Gabel die linke Hand durchstochen Ein Unglücksfall ereignete sich bei dem Bauer W. Pütter in Drüpplingsen. Der bei dem Vorgenannten beschäftigte lendwirtschaftliche Arbeiter Hermann K. rutschte beim Arheiten auf der Tenne so unglücklich aus, daß er mit einem Zinken der Gabel die linke Hand durchstach. Holzen, 2. März. Die geplante Eigenheim=Siedlung wird gebaut. Der vor einiger Zeit gefaßte Plan, auf den Grundstücken am sogen. Limbe##'er Postweg eine Eigenheim=Siedlung zu errichten, hat jetzt festere Formen bekommen. Als Bauherrin tritt die Bergmannssiedlung Hörde, G. m. b. H. auf. Die Baugenehmigung ist zunächst für zwölf EigenheimWohnungen auf Flur 5 der Gemarkuna Holzen beantragt worden. Acht Wohnungen sollen bestehen aus je vier Zimmern mit Deele und Stallung. Außerdem wird jedem Siedler eine Fläche Land bis zu einem Morgen zur Bewirtschaftung zugewiesen. Die Häuser werden an die Wasserleitung und an das elektrische Stromnetz angeschlossen. Nach den Entwürfen werden die Bauten eine praktische innere und eine geschmackvolle äußere Gestaltung erhalten. Mit dem Bau wird voraussichtlich schon in Kürze begonnen werden. Auch dieser Siedlungsbau wird wesentlich zur Belebung des hiesigen Baugewerbes beitragen. Holzen, 2. März. Erholung der Mütter. Für die hiesiee Frauenhilfe steht für einen Erholungsausenthalt das Müttererholungsheim„Haus Concordia" im schönen Siegerland auch in diesem Jahre wieder, und zwar für die Zeit vom 22. Mai bis 5. Juni, zur Verfügung. Da das Heim sehr belegt ist, müssen die Anmeldungen bei den Bezirksfrauen schon in den nächsten Tagen gemacht werden. Westhosen, 2. März. Steuererhebung in den Amtsgemeinden. Zur Erleichterung der Einzahlung der Steuern und sonstigen Abgaben werden von der Amtskassenverwaltung Westhosen folgende örtlichen Hebetermine abgehalten: Für die Stadt Westhofen und die Gemeinden Garenfeld und Wandhofen am 12. März, vormittags 9—12 Uhr, im Amtskassenlokal; für die Gemeinde Villigst am 13. März, vormittags 10—10.30 Uhr, im Lokal Grave: für die Gemeinde Lichten= dorf am 15. März, vormittags 9—10 Uhr, im Lokale Wiemhoff; für die Gemeinde Gelsecke am 15. März, vormittags 10.30—11 Uhr, im Lokale Schulte=Höppe; für die Gemeinde Holzen am 16. März, und zwar vormittags von 9—9,30 Uhr im Lokale Prein auf dem Höchsten, von 10. bis 10,30 Uhr im Lokale Eisenberg auf dem Sommerbera und von 11—12 Uhr im Lokale Eintopfsonntag am 4. März 1934 Richtsätze. 1. Die Volksgenossen, die ein Einkommen über 200,— RM. haben, sollen am Eintopssonntag eine ihrem Lebensstandard entsprechende Spende abführen. Die Spende von 2 2k., wie sie in letzter Anordnung durchgegeben wurde, ist ein Richtsatz und es ist nicht damit gesagt, daß ein jeder, der 200 Mk. verdient, 2 Mk. zeichnen soll. Vielmehr soll jeder, der ein Einkommen von über 200 Mk. hat, z. B. 500 Ml., eine Eintopfspende abführen, die diesem Einkommen entspricht. Jeder soll also seinem Lebensstandard entsprechend opfern. Von den Beamten und hochbesoldeten Angestellten erwarten wir jedoch. daß sie sich an der Eintopfspende mit einem ganz besonderen Opfer beteiligen. 2. Die Volksgenossen mit eigenem Haushalt, aber ohne Kinder, zahlen 0,50 RM. pro Person. Die finanziell bessergestelltenn Volksgenossen zählen jedoch nicht hierzu und nehmen wir auch von diesen an, daß sie einen höheren Betrag zeichnen werden. 3. Alle anderen Volksgenossen zahlen pro Person. Dabei werden kinderreiche Familien mit einem Betrag zur Eintopfspende angezogen, der ihrer Leistungsfähigkeit enspricht. 4. Es wird auch minderbemittelte Volksaenossen geben, die sich auch gerne an der Einto# spende beteiligen wollen, wenn auch mit eine kleinen Betrag. Auch diese Spende, wenn noch so klein ist, haben die Sammler entgegen zunehmen. 5. Es ist festgestellt worden, daß viele Vol's: genossen ausgerechnet am Eintopssonntace ihren Bekannten verweilen, um dort das M tagessen einzunehmen. Alle Volksgenossen, am Sonntag nicht in ihrer Wohnung topfessen einnehmen, müssen die Eintopfst in ihrer eigenen. Wohnung zahlen. KI In Apoth. u. Orog. in Gucfuck) * z b e t r i e b e b e t r e f f e n, n a h e z u r e s t l o s v e r g e b e n auch das Arbeitsbeschaffungsproaus den 500 Millionen Mark Reichszuschüssen für Gebäudeinstandsetzungen ebenfalls ; g u t w i e a b g e w i c k e l t i s t, l ä ß t s i c h i m e i n z e l n e n hen, welche Erfolge diese Arbeitsbeschafkungsmaßnahmen in den einzelnen Wirtschaftsgehabt haben. Für die deutschen Gaswerke hat der„Reichsverband des deutschen Eas= und Wasserfaches“ eine derartige Erhebung durchgeführt, an der sich rund 1000 Gaswerke beteiligt haben, was etwa rund 95 Prozent der gesamten deutschen Gaserzeugung enteicht. Die aus dieser Erhebung gewonnene Vilanz der Arbeitsschlacht fällt für die deutschen Gaswerke außerordentlich günstig aus. Bei einem Anlagekapital von etwa 1,6 Milliarden Mark, die in den deutschen Gaswerken inrestiert sind, kann der jährliche Ergänzungsund Erneuerungsbedarf mit etwa 60 Millionen Mark angenommen werden. Bis Anfang 1933 bei den Werken aus den letzten Jahren der Wirtschaftskrise ein unbefriedigter Bedarf an Mitteln für die Erneuerung und Ergänzung der Werksanlagen und Verteilungsnetze in Höhe von etwa 80 bis 90 Millionen RM. aufgelaufen. Von dieser bösen Erbschaft aus den Krisenjahren konnte neben der Befriedigung des normalen laufenden Bedarfs mehr als ein Drittel im Nahmen der Arbeitsbeschaffung abgetragen werden. Für diese Zwecke wendeten die Werke aus eigenen, zusätzlichen Finanzmitteln etwa 20 Millionen RM. auf. Hinzu kommen weitere 15 bis 16 Millionen RM. Darlehen, die den Gaswerten für Zwecke der Werkserneuerung auf Grund des großen Arbeitsbeschaffungsprogramms aus Reichsmitteln von der„Deutschen Gesellschaft für Oessentliche Arbeiten“(Oeffa) gewährt worden sind. Insgesamt waren von den deutschen Gaswerken 44 Millionen RM. Oeffa=Darlehen beantragt worden. Davon verfielen Anträge in einer Gesamthöhe von 18 Millionen RM. der Ablehnung, während über rund 10 Millionen RM. zur Zeit noch nicht entschieden ist. Zusammen sind also Arbeiten und Aufträge im Gesamtwert von 35 bis 36 Millionen RM., was 40 Prozent des angestauten Sonderbedarfs in Höhe von 80—90 Millionen RM. entspricht, außeretatsmäßig an die deutsche Wirtschaft vergeben worden. Dieser ansehnliche Betrag kann in vollem Umsang als praktische Arbeitsbeschafsung angesehen werden. Es verbleibt noch ein restlicher Betrig von rund 50 Millionen RM. als Erneuerungsbedarf zu befriedigen, der ebenfalls der Wirtschaft zugute kommen wird, sobald die Finanzierung gesichert ist. Um die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Reichsregierung auf dem Gebiet der Gebäudeinstandsetzung zu unterstützen und das Interesse der Hausbesitzer und Mieter an eigener Vergebung von Aufträgen mit Hilfe eines Reichszuschusses noch zu erhöhen, waren von den deutschen Gaswerken insgesamt 6 Millionen RM. bereitgestellt, die ebenfalls als Zuschuß zu sol chen Arbeiten Verwendung finden sollten. Von diesen 6 Millionen RM. sind bisher rund 4 für 100 Millionen Rm. Arbeit! Millionen RM. in Anspruch genommen worden. Da diese Zuschüsse im Durchschnitt nur etwa 20 Prozent der durch sie in Umlauf gebrachten Summen ausmachen, so ergibt sich, daß diese 4 Millionen RM. einer Gesamtauftragsumme von rund 20 Millionen RM. entsprechen. Diese Zisfer stellt jedoch nur einen Bruchteil des auf das Gassach entfallenden Anteils an der Gesamtauftragssumme aus den getätigten Instandsetzungsarbeiten dar. Obwohl hierzu keine genauen statistischen Angaben vorliegen, kann man diesen Anteil, der auf Arbeiten, Materialkosten und Geräteanschaffungen aus dem Gasfach entfällt, auf mindestens 50 Millionen RM. schätzen. So ergibt sich, daß aus den unmittelbaren und mittelbaren Leistungen und dem Handel Arbeiten und Aufträge in einem Gesamtwert von annähernd 100 Millionen RM. zugeflossen sind. Auf dem Arbeitsmarkt haben sich diese Leistungen dahin ausgewirkt, daß von den Gaswerken rund 2500 Mann neu eingestellt werden konnten, wodurch die Gesamtbelegschaft der Gaswerke eine Steigerung um 5 Prozent erfuhr. Daneben fallen die mittelbar bewirkten Neueinstellungen im Installationsgewerbe, der Lieferindustrie usw. ins Gewicht, deren Schätzung unmöglich ist. 5% Sämtliche Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Gaswerke wurden allerorts in einmütiger Zusammenarbeit mit dem Installations= und Klempnergewerbe und dem Fachhandel durchgeführt. Auf dieser Grundlage sind bereits 250 Gasgemeinschaften ins Leben gerusen, 150 weitere Gemeinschaften dieser Art sind in Bildung begrissen. Das Jahr 1933, das erste unter nationalsozialistischer Führung, ergab eine Gesamtgaserzeugung von 4,16 Milliarden Kubikmetern, die nur noch unwesentlich hinter dem bisher erzielten größten Jahresergebnis von 1930 in Höhe von 4,28 Milliarden Kubikmetern zurückbleibt. für Geraf der Aonurtenten Der Präsident des Landesarbeitsamtes Westfalen teilt mit: Auf Grund des Reichsgesetzes gegen die Ueberfüllung deutscher Schulen und Hochschulen hat der Reichsinnenminister die Höchstzahl der Studierenden, die 1934 im ganzen Reich die Berechtigung zum Hochschulstudium erhalten, mit 15000 festgesetzt, davon werden 1500 Frauen sein. Von den rd. 3 500 Abiturienten und Abiturientinnen, die z. Zt. in Westfalen Lippe die Reiseprüfung ablegen, werden nach diesem Schlüssel 1073 Abiturienten und 119 Abiturientinnen zur Hochschule zugelassen. Ein großer Teil der jungen Leute wird danach kein akademisches Studium ergreifen können, sondern sich praktischen Berufen zuwenden müssen. K an 66t n 6. Man ist sich in der Oeffentlichten über die Notwendigkeit der Einschränkung des Hochschulstudiums zwar durchaus klar, aber in Bezug auf den Einzelfall herrscht verständlicherweise namentlich in Elternkreisen doch ernste Besorgnis über das Berufsschicksal der diesjährigen Oberprimaner. Di Sorgen sind jedoch weit weniger begründet als allgemein angenommen wird. Einmal wollen ja garnicht alle Abiturienten ein akademiches Studium ergreifen; zum andern ist sichergestellt, daß keiner hoffnungslos zu Hause sitzen muß, da für alle Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen werden. Das Landesarbeitsamt Westfalen hat schon, vor löngerer Zeit eine Umfrage unter den Abiturienten durchgeführt, die zu dem Ergebnis führte, daß von den rd. 2500 diesjährigen männlichen Abiturienten nur rd. 1500 ein akademisches Studium ergreifen wollen. Unter diesen 1500 befinden sich noch 200, die Volksschullehrer werden wollen und die nicht unter die Zulassungsquote zum Hochschulstudium fallen. Es verbleiben somit etwa 1 300 Abikurienten, die den Wunsch geäußert haben, eine akademische Laufbahn zu ergreifen. Da aber 1073 von ihnen die Zulassung zur Hochschule tatsächlich erhalten werden, ist die Zahl derer, die ihren Berufswunsch nicht erfüllen kann, weit geringer als im allgemeinen angenommen wird. Ein erfreuliches Zeichen der Anpassungsfähigkeit und des Verständnisses der jungen Leute für die Erfordernisse der ist die Tatsache, daß fast 40 Prozent aller Oberprimaner von vornherein den Wunsch auf Ergreisung eines praktischen Berufes geäußert haben. Wenn die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung mit ihren Arbeitsämtern die Aufgabe übernommen hat, die Unterbringung der Abiturienten durchzuführen, so handelt es sich also keineswegs in erster Linie darum, junge Leute, die ihrer ursprünglichen Berufsneigung nicht folgen können, nunmehr für einen praktischen Beruf umzustimmen, sondern vielmehr um die Vermittlung in geeignete Lehr= und Ausbildungsstellen, die sich die jungen Leute aus innerer Neigung und aus klarer Erkenntnis ihrer Lage heraus bereits gewünscht hatten. Etwas schwieriger liegen die Dinge bei den weiblichen Abiturienten. Von den rd. 1000 jungen Mädchen wollen etwa 350 studieren. Davon beabsichtigen aber wiederum 165 Volksschullehrerin zu werden, die für die Hochschulquote außer Betracht bleiben. Von den dann noch verbleibenden 185 Mädchen werden 119 die Hochschulzulassung erhalten. Der weitaus größte Teil der Abiturientinnen hat sich ebensalls bereits von vornherein für einen praktischen Beruf entschieden. Das Landesarbeitsamt und die Arbeitsämter in Westfalen arbeiten seit Wochen an der von ihnen als besonders wichtig angesehenen Aufgabe der Abiturientenunerbringung. Durch Verhandlungen mit den Arbeitsgauleitungen, mit der Arbeitsfront, den öffentlichrechtlichen Wirtschaftsvertretungen, der Hitler=Jugend usw. sind die Wege weitgehend geebnet. Die Abiturienten können gewiß sein, daß alle diese Stellen sich eindringlich um ihre Unterbringung bemühen. Die notwendigen Hinweise sind ihnen bereits in der Schule mitgeteilt. Ueber die Einzelheiten erkundige man Ihr mehrt des deutschen Volkes Kraft. Wenn Ihr dem Handwerk Arbeit schaltt! sich in persönlicher Aussprache mit einem erfahrenen Berufsberater beim Arbeitsamt. Die Meldungen für den Arbeisdienst werden von den männlichen Abiturienten bei den besonderen Meldestellen der Arbeitsgaue und von den weiblichen Abiturienten von den Arbeitsämtern entgegengenommen. Lürnen, Spiel, Epert Sport-Anzeig (Unter dieser Rubrik kostet die mm=Zeile 4 Pfg.) Sonntag, den 4. März 1934 Jahn Schwerterheide— DJK. Schwerte Sportplatz Schwerterheide. Anstoß 13,30 Uhr. Sieger? Jahn Schwerterheide 1. DJK. Schwerte 1. Obige Mannschaften stehen sich am Sonntag im Meisterschaftsspiel gegenüber. Beide Mannschaften sind sich gleichwertig. Leider mußte der ungeschlagene Spitzenführer DIK. Schwerte am vergangenen. Sonntag seine 1. Niederlage hinnehmen. Somit haben sie 2 Verlustpunkte, während die Jahner 6 Verlustpunkte haben. Wer also am Sontag siegen wird steht erst mit dem Schlußpfiff fest. Jahn Schwerterheide 2.— DJK. Schwerte 2. Nach dem Spiel der ersten Mannschaften treffen sich die Zweiten im Freundschaftsspiel. Der Ausgang des Spiels ist offen. Zeitschriftenschau Licht der Sonne durch das Arzen, mann„„ 9a bilist muß gelb vor Neid werven, wrun er das hört. Aber auch unseren wohlbeleibten Zeitgenossen wird es nicht anders ergehen, wenn sie erfahren, daß die Lichtmasse, welche die Sonne der Erde in einem Tage spendet, nicht mehr als eine normale Tasse voll klaren Wassers wiegt.— Dieses und anderes Interessantes finden Sie in der neuen„Wochenschau“, die auch zahlgeiche Bilder von den nationalsozialistischen Gedentagen und anderen aktuellen Ereignissen bringt. Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Heinz Friedr. Kamecke, Schwerte=R. Verantwortlich für den gesamten Textteil: Heinz Friedr. Kamecke, Schwerte=R. Für den Anzeigenteil: Hans Linner, Schwerte=R. D.=A. I. 34. 1750. B. 518. Yvannes Geheimnis Roman von Klothilde von Stegmann 14. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Als Irene der Mutter guten Morgen gewünscht hatte und zu ihrer Freude fand, daß es ihr wieder gut ging, sagte sie, daß sie sich wegen einer Stellung vorstellen wollte. Es sei ein Inserat in der Zeitung. „Geh nur, mein Kind— hoffentlich wird es etwas.“ Als Irene auf der Straße war, kam sie plötzlich zu einem Entschluß. Sie wollte zu Loktor Miller gehen, der mit Seeburg besteundet war. Ein Freund ihres Bruders war er ja überdies auch gewesen. Die Sorge um Seeburg lebte wieder schwer in ihr auf. Doktor Miller würde ihr helfen, würde ihr schon sagen können, was zu tun wäre. Man konnte doch Seeburg nicht ungewarnt lassen, wenn ihm eine Gefahr drohte! Ob Doktor Miller sie wohl mit ihren Befürchtungen auslachen würde? Ach, das war jetzt gleichgültig! Was kom es auf sie an? Um Seeburg allein sing es. Er war in Gefahr. Sie mußte versuchen, ihm zu helfen, und wenn es um ihr Leben gegangen wäre. Aber eins mußte Milter ihr rersprechen: Seeburg durfte nichts davon erfahren, daß sie es gewesen war, von der die Warnung kam. Sie war inzwischen im Nollendorsplatz angelangt. Da war ein Fernsprech=Automat. Irene rief im Polizeipräsidium an. „Kann ich durch Sie Herrn Kriminaldirektor Doktor Miller erreichen?“ „Einen Augenblick, ich verbinde“, lautete tor Museg“ Cleich darauf meldete sich Dok„Herr Doktor, hier ist Irene Merten. Kann ich Sie in einer wichtigen Sache sprechen, und wo finde ich Sie?“ „Fragen Sie nur am Eingang des Präsidiums nach mir. Man wird Sie schon zu mir führen. Ist etwas passiert, gnädiges Fräulein? Hoffentlich nicht mit Seeburg? „Nein, passiert ist eigentlich nichts. Ich möchte nicht gern am Fernsprecher reden.“ „Dann ist es schon besser, wenn Sie mich aufsuchen, gnädiges Fräulein.“ „In einer halben Stunde bin ich da, Herr Doktor.“ „Also dann auf Wiedersehen, Fräulein von Polizeipräsidium wurde Irene sofort zu Miller geführt.5641 „Was führt Sie zu mir, gnaviges Frau„Ich weiß mir in einer bestimmten Angelegenheit keinen Rat, Herr Doktor. Aber Sie müssen mir versprechen, niemanden zu verraten, daß ich es gewesen bin, die Ihnen alles „Sellstrerständlich, gnädiges Fräulein. Handelt es sich um Seeburg?“ „Nein, nicht direkt. Aber wahrscheinlich indirekt doch auch um ihn.“ Irene erzählte die Erlebnisse der letzten Nacht. Einmal nur wurden sie gestört. Es klopfte, und gleich darauf trat ein Beamter mit einem Schriftstück ein. „Ich hatte doch angeordnet, daß ich nicht gestört sein will“, sagte Doktor Miller un„Das errartete Telegramm, Herr Krimi. naldirektor— ich sollte es sofort herein. „So, das ist etwas anderes. Danke.“ Miller entschuldigte sich bei Irene und las das Telegramm aufmerksam. Dann hob er den Hörer des Hausapparates ab und drehte der Nummernscheibe. „Hier Miller. Ich schicke Ihnen gleich ein Telegramm herüber, Herr Kommissar. Ich bitte, mir alles Wichtige schleunigst zusammenzustellen. Drei Kreuze. Stellen Sie bitte auch fest, ob eine Madame Celia bekannt ist. Näheres weiß ich noch nicht.— So, Sie glauben, daß Sie den Namen kennen? Also auch darüber Material. Ich bitte Sie später selbst zu mir.— Danke.“ Miller klingelte. Ehe der Beamte eintrat, wandte er sich an Irene: „Was Sie mir bis jetzt erzählt haben, gnädiges Fräulein, ist von größerer Wichtigkeit als Sie annehmen. Dieses Telegramm hier beschäftigt sich auch mit Fräulein Dumont. Sie ahnen gar nicht, wie richtig es war, daß Sie zu mir kamen.“ Miller übergab dem Beamten ein Schriftstücke. „Nach Zimmer 483— eilt.“ Dann wandte er sich wieder aufmerksam Irene zu. Als Irene ihre Erzählung beendet hatte, saß Doktor Miller einen Augenblick schweigend. Dann begann er langsam zu sprechen: „Mein gnädiges Fräulein, ich danke Ihnen nochmals, daß Sie sich an mich gewandt haben. Sie haben der Polizei einen großen Dienst geleistet, auch dadurch, daß Sie sofort zu mir gekommen sind und mit niemanden vorher über Ihre Beobachtungen gesprochen haben. Klar ist das alles noch nicht. Vorläufig haben wir nur Vermutungen, und nur das eine erscheint mir sicher: den größten Dienst haben Sie Herrn von Seeburg geleistet. Leider kann ich mit ihm noch nicht sprechen, und Sie dürfen es auch nicht. Würden Sie mir ein paar Fragen beantworten?“ „Bitte, Herr Doktor! Ich hatte ja solche Angst. Sie würden mich auslachen. Und jetzt. wo Sie die Sache so ernst nehmen, wünschte ich fast, Sie hätten mich ausgelacht. Ist Herr in Gefahr „Wahrscheinlich. Und nun meine Fragen: War die Tür zwischen Wassiliews und Fräulein Dumonts Zimmer unverschlossen?" „Nein; ich habe selbst abgeschlossen und den Schlüssel mitgenommen. Außerdem hatte der Portier noch Nägel vor die Tür im Zimmer von Herrn Wassiliew eingeschlagen. Die Nägel sind weg. Und der Schrank, der sonst nicht zu bewegen war, rückt sich jetzt ganz leicht fort. Es ist irgend etwas darunter angebracht!, sagt Berta, damit er leichter gleitet.“ „Wie ist Fräulein Dumont zu Ihnen gekommen? Auf den Zettel hin oder durch eine Empfehlung?“ „Ich nehme an, auf den Zettel. Mein Vetter, Assessor von Malesius, hat uns erst eine Oesterreichetin geschickt, die ist aber nicht wiedergekommen. Und dann kam Fräulein Dumont plötzlich.“ Hatten Sie bei der ersten Dame den Eindruck, daß sie wirklich ein Zimmer suchte?" „Eigentlich nicht. Wissen Sie, Herr Doktor, eine Frau fragt doch ziemlich eingehend, wenn sie wo wohnen will. Ach ja, jetzt erinnere ich mich auch. Es war der Dame zu laut.“ „Nannte die erste Dame den Namen des Herrn von Malesius?“ „Ja.“ „Nun noch eins, Fräulein von Merten. Alles, was Sie mir erzählt haben, war wichtig. Aber es begründet nur einen Verdacht. Es beweist nichts. Wir glauben jetzt zu wissen, daß der Russe und Fräulein Yvonne, die sich anscheinend nicht kannten, sich gut kennen. Wir wissen, daß irgendwelche Pläne bestehen, bei denen auch Freiherr von Seeburg eine — sicher unfreiwillige— Rolle spielen soll. Mehr wissen wir bisher nicht. Aus Tssrdobsssert — Wegweiser für die Zukunft: Staat und Wirtschaft un Seutschen Fenderein Entwirrung des wirtschaftlichen Chaos in der Welt= Enge Verbundenheit zwischen Wirtschaft und Staat— Hutgaben für die Zukunft neben der Gemeinsamkeit wirtschaftlicher Interessen und geradezu als deren Träger ein politisches Gemeinschaftsgefühl dazu, zu staatlichen Bindungen allgemeiner Natur zu gelangen. Die Mittel, mit denen Preußen den Zollverein zustande gebracht hat, lassen sich dahin zusammenfassen, daß man radikal mit der Gängelungspolitik und Geheimniskrämerei des Merkantilismus gebrochen und die Menschen der Wirtschaft zu Trägern auch der außenwirtschaftlichen BeMünster. In Münster i. W. fand die dritte Veranstaltung der Wirtschaftswissenschaftlichen Gesellschaft statt. Der Vorsitzende, Professor Dr. Preyer, eröffnete die sehr gut besuchte Versammlung und führte aus, daß die Gesellschaft in diesem Jahre angesichts der großen Not, die in den weitesten Kreisen herrsche, es nicht für angemessen gehalten habe, wie sonst üblich, ein großes Fest im Monat Januar zu geben. Infolgedessen sei der Vortrag im Januar ausgefallen. Er hoffe, daß es möglich sein werde, am 24. März noch einen weiteren Vortrag stattfinden zu lassen. Die Wirtschaftswissenschaftliche Gesellschaft sei eine rein wissenschaftliche, mit der Universität im engsten Zusammenhang stehende Vereinigung, die weder politische noch sozialpolitische, sondern rein wissenschaftliche Zwecke verfolge. Wenn auch, wie er annähme, jedes Mitglied seiner sittlichen Pflicht, die bedrängten Volksgenossen zu unterstützen, nach Kräften nachgekommen sei, so habe doch der Vorstand beschlossen, um die enge Verbundenheit der wissenschaftlichen Institutionen mit der Volksgemeinschaft zu dokumentieren, einen größeren Betrag von der Gesellschaft als solcher dem Winterhilfswerk zur Verfügung zu stellen. Nach diesen einleitenden Worten erteilte er dem Vortagenden des Abends, Herrn Geheimrat Professor Dr. Wiedenfeld von der Universität Leipzig, das Wort, der ungefähr folgendes ausführte:„Europa und die übrige Welt stehen wieder in einer Epoche der Staatenbildung, und auch diesmal werden ebenso vom Britischen Imperium wie von den neuen Staaten Zwischeneuropas vor allem wirtschaftliche Mittel angewendet, den staatlichen Zusammenhang zu straffen oder gar erst herbeizuführen. Dieser neue Merkantilismus der anderen Staaten stellt Deutschland vor besonders schwierige Aufgaben. Unsere Bevölkerung ist über den Nahrungs= und vor allen Dingen den Beschäftigungsspielraum längst hinausgewaichsen, den unser Boden mit seinen Rohstoffen darbietet. Wir können also die übrige Welk nicht entbehren und müssen zur Bezahlung der einzuführenden Rohstoffe auf Entfalten und Festhalten unserer FabrikateAusfuhr neben stärkster Betonung des Binnenmarktes maßgebliches Gewicht legen. Für unsere Außenhandelspolitik ist also unser Ziel gegeben: Entwirrung des wirtschaftlichen Chaos, das in der Welt die frühere Ordnung internationaler Arbeitsteilung für Landwirtschaft und Industrie abgelöst hat. Dieser neuen Aufgabe gegenüber gilt es, neue Mittel zu finden— in ähnlicher Weise wie das alte Preußen erst durch sein Zollgesetz von 1818 und dann durch die hierauf beruhende Gründung des deutschen Zollvereins unter radikalem Bruch mit der Handelspolitik der Vergangenheit sich den Weg aus den Wirrungen der napoleonischen Zeit in die bessere Zukunft gebahnt hat. Der Zollverein hat das politische Ziel einer Reichsgründung erreicht und zeigt in seinem Verlauf, wie eng Wirtschaft und Staat miteinander verbunden sind und wie es möglich ist, mit wirtschaftlichen Mitteln auf staatspolitische Ziele loszusteuern; nicht zuletzt etwa in dem preußisch=französischen Handelsvertrag von 1862, dessen Abschluß von Bismarck betrieben worden ist, um Oesterreich endgültig aus dem Zollverein und damit aus einem neuen Reich fernzuhalten. Andererseits lassen sich aber aus der Geschichte des Zollvereins auch zahlreiche Beispiele anführen, in denen die politischen Gegensätze alle wirtschaftlichen Vereinigungen überdauert haben; so namentlich der Krieg von 1866. Es gehört also offensichtlich ziehungen gemacht hat. Vor allem aber hat man! dann im Zollverein selbst sich von der Prinzipienreiterei ferngehalten und je nach der Lage und auch nach den politischen Aufgaben in Schutzzöllen oder mit Zollfreiheit gearbeitet; die staatlichen Momente haben mit Ausnahme ganz weniger Jahre(1873—1878) stets vor den wirtschaftlichen Gründen den Ausschlag gegeben. Zweierlei ist aus dem Gang der Entwicklung für uns heute zu entnehmen. Zunächst die Forderung auf Geduld: es hat 50 Jahre gedauert, bis aus dem Preußischen Zollgesetz von 1818 ein Zollverein geworden ist, der das ganze spätere Reich umfaßt hat, und noch einmal 20 Jahre, bis auch Hamburg und Bremen beigetreten sind. Zum anderen die Erkenntnis, daß es wiederum so weitsichtiger Staatsmänner bedarf, wie es die Väter des Zollvereins, die Preußen Maaßen, Eichhorn und Motz, gewesen sind. An der Entstehung und der Entwicklung des Zollvereins werden spätere Geschlechter messen, inwieweit wir uns als unserer Aufgabe gewachsen gezeigt haben.“ Er konnt's bei den Zöllnern Riuht aushatten Ein hartnäckiger Schmuggler— Seine Beharrlichkeit führte nicht zum Ziele Aachen. Ein tolles Stück leistete sich ein an der Grenze gefaßter Schmuggler. Bei Horbach beobachteten Zollbeamten einen holländischen Personenkraftwagen, der auf einer Wiese an verbotener Stelle der holländischen Grenze zustrebte. Die Beamten zwangen den Wagen durch einige Schüsse zum Halten. Als die beiden Insassen festgenommen wurden, machte der Fahrer, ein berüchtigter Schmuggler aus dem Ruhrgebiet, einen Fluchtversuch. Er wurde aber sofort wieder gefaßt. Bei der Vernehmung im Zollamt flüchtete der Bursche erneut, geriet dabei in einen Teich und versank bis zum Halse in Wasser und Schlamm. Die Zollbeamten holten ihn heraus und fanden dann bei einer Leibesvisitation in seinen Kleidern versteckt eine Menge Silbergeld, das nach Holland geschmuggelt werden sollte. Die Durchsuchung des Kraftwagens ergab, daß der Tank zum Kaffeeschmuggel eingerichtet und auch benutzt worden war. Wenn man nun glaubte, der Schmuggler habe die Unmöglichkeit einer Flucht eingesehen, so sollte man sich bitter getäuscht sehen. Als er ins Gefängnis nach Aachen gebracht werden sollte, flüchtete er zum dritten Male. Aber auch diesmal konnte er bald wieder von einem Hilfsgrenzangestellten, der ihn mit dem Kraftrad verfolgte, gefaßt werden. Endlich im Gefängnis untergebracht, verschluckte der hartnäckige Bursche eine Sicherheitsnadel, um ins Lazarett zu kommen, wo er anscheinend eine bessere Fluchtmöglichkeit erhoffte. Amtswalter im Schulungsabend einem Herzschlag erlegen Trier. Bei einem Schulungsabend der NSB0 Trier=West wurde mitten im Vortrag des Schulungsleiters ein Amtswalter von einem Herzschlag betroffen. Der Bedauernswerte fiel plötzlich wie leblos von seinem Stuhl und starb kurze Zeit darauf in den Armen seiner Kameraden. Der so tragisch Dahingeschiedene war vor einiger Zeit in ärztlicher Behandlung im Krankenhaus gewesen und sollte sich demnächst einer Spezialoperation in einer Bonner Klinik unterziehen. Er war 32 Jahre alt, erwerbslos und hinterläßt Frau und zwei unmündige Kinder. Mit dem Schneemann aus zehn Meter Höhe auf die Straße gestürzt Konz=Karthaus b. Trier. Hier vergnügte sich ein Junge auf einem Flachdach mit dem Aufbau eines Schneemannes, während andere Knaben nach ihm mit Schneebällen warfen. Der Junge Die Wallerm in neuen Seutsustang Der rheinische Landesbauernführer sprach in Wuppertal-Elberfeid in der Berufsorganisation heranzuWupertal. Anläßlich einer von den Bäuerinnen der Kreisbauernschaft Vergisch=Land in Wuppertal=Elberfeld veranstalteten Kundgebung sprach der rheinische Landesbauernführer von Eltz=Rübenach über die Stellung der Bauersfrau im neuen Deutschland. Dabei unterstrich er u. a., daß die besondere Bewertung, die der Nationalsozialismus dem deutschen Bauerntum als der Grundlage des Blutes zuerkannt habe, gerade auch die Bäuerin zu einer neuen und höheren Stellung innerhalb der Volksgemeinschaft und der deutschen Frauenwelt führe. Aus der Erkenntnis, daß der Bauernbetrieb wie wenige andere Betriebe auf der Arbeitsgemeinschaft der Familie aufgebaut sei, und daß die Bäuerin unbedingt zum Bauernhof gehöre, sei die Bauersfrau im Reichsnährstand mit eingereiht worden. Hier könne es keinerlei Sonderorganisationen, auch nicht für die Bauersfrau geben. Lediglich besondere Abteilungen innerhalb dieser ersten Einheitsorganisation des deutschen Bauerntums hätten die Aufgabe erhalten, die Bauersfrau zur Mitarbeit ziehen. Hier solle die Bauersfrau, die man früher immer künstlich dumm gehalten habe, sich der besonderen Aufgabe des deutschen Bauerntums bewußt werden und durch die Erkenntnis der geschichtlichen Mission des Bauerntums das notwendige Selbstbewußtsein erhalten. Darüber hinaus sollten aber möglichst auch alle Bäuerinnen Mitglied der RS.=Frauenschaft werden, um die gemeinschaftliche Verbundenheit im Sinne des nationalsozialistischen Gedankengutes zu erleben. Schließlich müsse auch bei der Höherführung des deutschen Bauerntums darauf geachtet werden, daß durch zweckmäßige Organisation eine Verbesserung der Arbeitsmethoden herbeigeführt werden könne, damit die Bauersfrau von manch unnützer Arbeit entlastet werde. Stets müsse sich die Bäuerin auch ihrer besonderen Mission bewußt sein, Formerin der Seele für ein starkes, bodenverbundenes Geschlecht im Sinne des Führers zu werden. suchte nun den Schneemann möglichst nahe an den Rand des Daches zu bringen und sich hinter ihm gegen die Schneebälle zu decken. Dabei rutschte er aus und fiel mit dem Schneemann aus etwa 10 Meter Höhe auf die Straße. Wie durch ein Wunder blieb der Knabe unverletzt, da er auf dem Schneemann liegend auf den Boden aufschlug. Ein im gleichen Augenblick die Absturzstelle passierender Kraftwagen konnte noch rechtzeitig anhalten, so daß der Junge aus zweifacher Gefahr unverletzt hervorging. Beim Schneeball=Werfen drei Stockwerke tief abgestürzt Koblenz. Auf der Laubach ereignete sich am Dienstagnachmittag ein schwerer Unglücksfall. Auf dem schneebedeckten Flachdach des ehemaligen Kurhauses war ein 25 Jahre alter verheirateter Mann aus Koblenz an einer Schneeballschlacht beteiligt. Im Eifer des„Gefechts“ ließ es der junge Mann unbedacht, daß sich unter dem Schnee ein Glasfenster befand. So brach er plötzlich durch die Scheiben und stürzte in das darunter liegende Treppenhaus drei Stockwerke tief ab. Der Bedauernswerte mußte ins Krankenhaus der Barmherzigen Brüder übergeführt werden, wo der Arzt einen Wirbelbruch feststellte. Der junge Mann liegt in bedenklichem Zustande darnieder. Schwere Zuchthausstrafe für einen Volksschädling Koblenz. Vor dem hiesigen Schöffengericht hatte sich der Arbeiter Max Müller aus Koblenz wegen schweren Diebstahls zu verantworten. Der Angeklagte hatte als Ordonnanz der RSBO. aus einem verschlossenen Schreibtisch eine Kassette entwendet, erbrochen und den Betrag von 400 RM. an sich genommen. Er wurde zu einer Zuchthausstrafe von 1½ Jahren verurteilt. Der Vorsitzende betonte bei der Verkündung des Urteils, dem Volksschädling sei keine Milde zu geben. Der Angeklagte habe in schnöder Eigensucht gehandelt und das Geld in liederlicher Gesellschaft verbraucht, so daß eine exemplarische Strafe angebracht sei. Unerwünschte Begegnung Entwichener Strafgefangener trifft einen Strafanstalts=Angestellten Limburg. Ein nach einer Operation aus dem Krankenhaus in Diez entwichener Strafgefangener, der wegen wiederholter Betrügereien noch drei Jahre Gefängnis im Zentralgefängnis Freiendiez zu verbüßen hat, konnte in Elz durch die Aufmerksamkeit eines beim Gefängnis beschäftigten Angestellten festgenommen werden. Es handelt sich um einen Schwerkriegsbeschädigten, der das rechte Bein verloren hat und der in Elz, auf zwei Krücken gehend, bei Einwohnern Mitleid zu erwecken und das nötige Geld zu erhalten suchte, um nach Frankfurt fahren zu können. Die unfreiwillige Begegnung mit dem Strafanstalts=Angestellten, der ihn auf der Straße sofort erkannte und ihn in sichere Gewahrsam bringen ließ, setzte dem so hoffnungsvoll begonnenen Ausflug in die Freiheit ein vorzeitiges Ende. Zwei Schwerverletzte bei einem Autounglück Bonn. In der Schumannstraße trug sich nachmittags ein schwerer Autounfall zu. Beim Vorbeifahren an einem anderen Wagen verlor der Führer des Personenkraftwagens die Gewalt über das Steuer, so daß das Fahrzeug ins Schleudern geriet und gegen einen Baum raste. Hierbei wurden die beiden Insassen des Personenwagens schwer verletzt und mußten von dem Führer des andern Wagens, der bei dem Unglück unverletzt davonkam, ins Krankenhaus der Barmherzigen Brüder eingeliefert werden. Praktische Verwaltungsarbeit Köln. Während der nächsten Monate ist auf Anordnung des Kölner Oberbürgermeisters ein Vormittag jeder Woche für Besichtigungen durch die Stadtverwaltung und Besuche von Dienststellen, Betrieben, Anlagen und von den in der Ausführung befindlichen Arbeiten vorgesehen. Diese Besichtigungen dienen zur Auflockerung der oft vom grünen Tisch aus zu treffenden Entscheidungen und, als Gegengewicht gegen oft papierenen Verwaltungsdienst, zur lebendigen Gestaltung der Zusammenarbeit zwischen Planung und Ausführung. So weilte letzthin der Oberbürgermeister mit sämtlichen Beigeordneten den ganzen Vormittag in der Kunsthandwerkerschule und Gewerbeförderungsanstalt am Übierring, um sich eingehend über Aufbau, Arbeitsweise und Unterrichtsbetrieb dieser Anstalt zu unterrichten. Seit Bestehen dieses Instituts war es das erste Mal, daß die Leitung der Stadt nicht zu einer festlichen Veranstaltung. sondern am Werktag aus reinem Verwaltungsinteresse zu dieser Bildungsstätte für das Handwerk gekommen ist. Der Besichtigung war ein Vortrag über die Aufgaben und Ziele der Kunsthandwerkerschule durch Direktor Prof. Berthold vorausgegangen. Strafanträge im handwerkskammerProzet Köln. Im Handwerkskammerprozeß beschäftigte sich am Donnerstag zunächst Staatsanwalt Winkler mit den einzelnen Straftaten der Angeklagten. Er hielt danach Dr. Engel der genossenschaftlichen Untreue in neun Fällen, der Untreue in zwei Fällen, der genossenschaftlichen Untreue und der Untreue in derselben Handlung in dre Fällen und weiter der Amtsunterschlagung, der Vergehens gegen§ 274 des Strafgesetzbuches und der Bilanzverschleierung. Welter, der genossenschaftlichen Untreue in sieben Fällen, der Untreue und Bilanzverschleierung, Pesch der genossenschaftlichen Untreue in vier Fällen, der Untreue und der Bilanzverschleierung, Thomas Esser der genossenschaftlichen Untreue in vier Fällen, der Untreue und der Bilanzverschleierung für schuldig. Der erste Staatsanwalt Thyssen stellte dann die Strafanträge. Er beantragte gegen Dr. Engel eine Gesamtstrafe von drei Jahren, vier Monaten Gefängnis, 500 RM. Geldstrafe und fünf Jahre Ehrverlust, gegen Welter, 1½ Jahre Gefängnis. 500 RM. Geldstrafe und drei Jahre Ehrverlust, gegen Pesch ein Jahr Gefängnis, 200 RM Geldstrafe und drei Jahre Ehrverlust und gegen Thomas Esser ein Jahr Gefängnis, 500 RM. Geldstrafe und drei Jahre Ehrverlust. Gegen Stelzmann beantragte er Freispruch mangels Beweise. Kölner Universitätsprofessor nach Madrid eingeladen Köln. Der Ordinarius für Physiologie an der Universität Köln, Professor Dr. Bruno Kisch, ist vom spanischen Unterrichtsministerium eingeladen worden, im Sommer an der Universität Madrid eine Reihe von Vorlesungen zu halten. Liebeskummer trieb ihn zum Selbstmord Köln. Ein 33jähriger Arbeiter aus Köln=Mülheim machte seinem Leben durch Erhängen freiwillig ein Ende. Liebeskummer dürfte der Grund zu dem Freitod gewesen sein. Der Mann hatte mit einem Mädchen ein Verhältnis, das aber von diesem gelöst wurde. Wie die Feststellungen noch weiter ergaben, hatte der Arbeiter schon vor zwei Jahren einmal versucht, sich durch Oeffnen der Pulsadern das Leben zu nehmen. Eine bemerkenswerte Aufklärung durch das Arbeitsgericht Köln. Einer Hausangestellten, die seit einem Jahre bei einer Kölner Familie tätig war, wurden beim Austritt für 52 Wochen Invalidenmarken und Krankengeld vom Lohn abgehalten. Sie verlangte nun durch Klage am Arbeitsgericht die abgezogenen Beträge zurück, da Netto=Lohn vereinbart gewesen sei. Dies bestritt aber die Beklagte, die einwand, daß die Klägerin sich mit dem Abzug der Beiträge für das ganze Jahr einverstanden erklärt habe, was von einer Zeugin bestätigt wurde. Die Beklagte wurde aber vom Arbeitsgericht dahin belehrt, daß das Gesetz vorschreibe, daß rückständige Beiträge für Invalidenund Krankenversicherung nur für die beiden letzten Lohnzahlungstermine abgehalten werden dürfen. Eine Vereinbarung, wie sie von der Beklagten vorgebracht wurde, sei also damit nichtig. Echte SA-Kameradschaft Hagen. Auf der Rückfahrt vom Gaupgrtzeit in Dortmund erlitten zwei aus dem Stagteil Haspe stammende Motorradfahrer in der Dunkelheit einen Unfall. Sie prallten mit dem Rac gegen einen Baum und wurden beide verletzt. De Fahrer Eugen Nieland erlitt leichtere Verletzun gen, dagegen wurde der Beifahrer Höngen bedenklichem Zustande ins Krankenhaus Schwerte gebracht; er hat besonders starke Blutverlust erlitten. Nach Ansicht der Aer!“ kann ihn jedoch eine Blutübertragung Mittwochmorgen fuhren nun 50 Hasper meraden im Autobus nach Schwerte, um sich?o auf Blutübertragung untersuchen zu lassen gu# für diese Uebertragung zur Verfügung zu stellg; Ein glänzendes Beispiel echter SA=Kameradschaft nbrüstungstrage nicht einen Schrift weiter Senwert für=Eren Edens neuerliche Besprechungen mit Doumergue und Barthou beendet. de— verlegenheitserklärung der Regierung— Skepsis in Paris *: 1 9utzen=sohen walle Fnoland scheine Hroßsiegelbewahrer Eden ist Donnerstag früh eingetroffen. Er begab sich sofort zur Botschaft. Eden hatte noch am Voreg eine Besprechung mit Außenminister Parthou, wobei er diesem das Ergebnis seiner Gesprechungen in Berlin und Rom mitteilte. e die Ur, sung Edens mit dem französischen Ministerpräsidenten und Garthou wird folgende amtliche iniste„ung veröffentlicht: Albewahrer Eden ist von Rom zurücksobi“Honnerstag morgen in Poris einge. troffen and, vom Minichergxäsdenten Doumer trosten„„minister Lorthou empfangen wor Zig er über seine Besprechungen in Berlin und Rom in Kenntnis setzte. Im Verlaufe dieser Unterredung wurden die grundsätzlichen Richtlinien der britischen Denkschrift geprüft. Ministerpräsident Doumergue und Außenminister Barthou haben Herrn Eden angekündigt, daß sie die Prüfung fortsetzen und ihm in nächster Zeit von den Schlußfolgerungen, ngt errichten, werden, die die französische Regierung kreisen wird. Die Pariser Besprechungen Edens sind beendet. In politischen Kreisen glaubt man weiter gebracht haben. Den in der amtlichen Verlautbarung enthaltenen Hinweis, Frankreich werde die Prüfung der Informationen Edens fortsetzen, um der englischen Regierung in Kürze ihre endgültige Haltung mitzuteilen, hält man eher für eine Verlegenheitserklärung. Man betont, daß die französische Regierung dem sogenannten englisch=italienischen Mindestplan nicht zustimmen könne, weil er angeblich keine genügende Garantie enthalte und die Frage der halbmilitärischen Organisationen nicht in befriedigendem Sinne regele. Auch die Pariser Abendblätter geben allgemein ihrer Skepsis Ausdruck.„Paris Soir“ glaubt zu wissen, daß Eden von vornherein eine eigene Stellungnahme abgelehnt habe, bevor er nicht mit seiner Regierung Rücksprache genommen hätte. Er habe sich im wesentlichen darauf beschränkt, den französischen Vertretern die Vorschläge Mussolinis bekannt zu geben. Außenminister Barthou, erklärt der„Paris Soir“ weiter, habe zugegeben, daß sich die Vorschläge Mussolinis sehr viel mehr dem französischen Standpunkt näherten, als die englische Denkschrift. Er habe aber dennoch seinen Bedenken darüber Ausdruck gegeben, daß man Deutschland ein Heer von 300000 Mann zugestehe. Der „Paris Soir“ will weiter wissen, daß auch die österreichische Frage Gegenstand eines eingehenden Meinungsaustausches gewehen sei. Eden sei der Ansicht gewesen, daß man die Tätigkeit Mussolinis im Augenblick nicht durchkreuzen selle. Der„Temps“ warnt davor, die Eden zugeschriebene Auffassung als bare Münze hinzunehmen, da es noch nicht gewiß sei, ob sie mit der Ansicht der ganzen englischen Regierung übereinstimme. Das Blatt gibt einen ausführlichen Rückblick über die bisherigen Ereignisse und wirft Deutschland in diesem Zusammenhange vor, niemals die Abrüstung gewollt zu haben. Man habe deutscherseits diesen Standpunkt nur vertreten, um die Genfer Arbeiten zu verwirren. Angesichts der deutschen und der französischen Auffassungen verstehe man sehr schwer die Haltung Englands und Italiens. Italien verfolge dabei wenigstens noch eine gewisse Logik, weil es aus der Freundschaft mit Deutschland politisch Kugen ziehen wolle. Englaub scheine aber gewillt zu sein, alle bisher erzielten Ergebnisse wieder fahren zu lassen. „Notre Temps“ wirft der französischen Regierung vor, einen großen Teil der Verantwortung an den augenblicklichen Stand der Rüstungsfrage zu tragen. Der Parlamentskorrespondent der Times“ schreibt u. a.: Wenn Eden jetzt mit den französie Winisteen gesammentrisst, Wird er sie üder ihm in Berlin und Rom bereitet worden##st. wird ihnen mitteilen können, daß der####e isch ausgesprochen worden ist man möc Er gende Wunse, ausgesprochen Worden isr, man möchte einen Ausweg aus den bestehenden Schwierig. keiten finden, damit die Abrüstungskonferenz ihre Arbeiten wieder aufnehme. Eden— so erklärt der Korrespondent weiter— habe in Berlin betont, daß die britische Denkschrift nicht als das letzte Wort der britischen Regierung zu betrach. ten sei und daß die Minister bereit sein würden die Denkschrift nach Entgegennahme des Berichtes Eden von neuem zu prüfen; sie seien der Ansicht, daß Deutschland ebenso wie Italien bereit sein dürften, die Denkschrift als Grundlage künftiger Besprechungen anzunehmen. Ferner glaubten sie, daß die heutigen Pariser Erörterungen zeigen werden, ob Frankreich ebenfalls bereit ist, entsprechend den aufgezeichneten allgemeinen Richtlinien mitzuarbeiten, Richtlinien. die ein gewisses Maß von Aufrüstung für Deutschland enthielten unter Gewährung einer schen Ministern zusammentrifft, wird er sie über Sicherheitsgarantie für andere Mächte. den herzlichen Empfang unterrichten können, der Ratsertronung in Manlsscharde Puyi Haiser von Mandschukue— Thronbesteigung in Hsingking Am Donnerstagvormittag erfolgte die feierliche Thronbesteigung Pujis, der unter dem Namen Kang Teh Kaiser von Mandschukuo geworKurz vor 8 Uhr Ortszeit führte ein Kraftwagen, der mit dem aus goldenen Orchideen gebildeten Wappenzeichen geschmückt war, den künftigen Kaiser nach dem Himmelstempel, wo die religiöse Zeremonie abgehalten wurde. Die eindrucksvolle Zeremonie, die nach dem Ritus der Chow=Dynastie durchgeführt wurde, dauerte nur etwa eine Viertelstunde. Ungefähr 200 der höchsten Beamten von Mandschukuo standen achtungsvoll am Fuße des Altars. Der Kaiser stieg zum Altar hinauf und warf sich zu Boden, um mit den Geistern seiner Ahnen Zwiesprache zu führen. Er brachte dem Himmel eine Anzahl von Opfern dar, darunter einen weißen Stier, den die Priester töteten, während der Kaiser betete. Vor dem Monarchen lag eine Rotlacktafel, auf der der Name seines frühesten Ahnherrn aufgezeichnet war. Acht Beamte überreichten dem Kaiser die Opfergabe, Weihrauch, ein Amulett aus Jade, eine Rolle heimischen Tuchs und einen Kelch mit Reiswein. Jede dieser Gaben streckte der Kaiser zum Himmel empor. Dann wandte er sich nach Süden und entzündete das heilige Feuer, dessen Rauch seine Gebete zum Himmel emportrugen. Nach der Opferung empfing der Kaiser sein Amtssiegel, worauf ein Salut von 101 Schuß ertönte. In sonderbarem Gegensatz zu dem uralten Zeremoniell stand es, daß von einzelnen Szenen Tonfilmaufnahmen gemacht wurden, daß Flugzeuge in der Luft kreisten und daß ein Bericht über die Feier durch Rundfunk verbreitet wurde. Für die Krönungsfeierlichkeiten hat die Regierung dreieinhalb Millionen Dollar bewilligt. Alltagsstimmung in Peking Die Stimmung in der Stadt Peking am Krönungstage des mandschurischen Kaisers unterscheidet sich durch nichts von der anderer Tage. Lediglich einige japanische Privatgeschäftshäuser hißten die japanische Flagge. Hin und wieder sieht man auch die Farben Mandschukuos; doch schenken ihnen die Chinesen keinerlei Beachtung. Ranking fordert zur Richtanerkennung Mandschuknos auf Die gesamte Nankinger Abendpresse bringt einen Aufruf des Außenministers in Ranking, in dem alle befreundeten Mächte aufgefordert werden, für das Recht einzustehen und Mandschukuo, das eine völlig einseitige Schöpfung Japans sei, die Anerkennung zu versagen. Innung und gemeinschaftliches öffentliches Auftreten usw. durchzuführen. Schließlich haben sie die ständische Gerichtsbarkeit zu organisieren, insbesondere durch die Einrichtung von ständischen Ehrengerichten. Allgemeine Gebührenfreiheit für A99AP., SA. und 95.? Die Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung hatte in einer Eingabe an den Innenminister die Bitte ausgesprochen, daß mit Rücksicht auf die erheblichen Kosten für die Mit* dbe...„ glieder die polizeilichen, Führungezengnisse.„ für Lehrerschaft und älteren Schuljugen. zu vr:-) die Arbeitsvermittlung der Kriegsopfee astentos e e une der Sahrinowesens burd gusgestelt verden. In der Antwortanz de ein. wollte herrn Fret bestrafen Aus Paris wird gemeldet: Bei dem Portier des Hauses, in dem der frühere Innenminister Frot wohnt, meldete sich abends ein fünfzehnjähriger Jüngling, der nach Herrn Frot fragte. Das Benehmen des Burschen kam demn Portier verdächtig vor; er benachrichtigte die Polizei. Der junge Mann wurde auf die Wache geführt, wo ihm ein unter dem Mantel verborgener Dolch abgenommen wurde. Der Verhaftete bekannte unter Tränen, daß er der Sohn eines reichen Industriellen sei. Mit einigen Mitschülern habe er eine Wette abgeschlossen und sich verpflichtet,„Herrn Frot für seine Missetgten, an bestrafen, nachdem die großen Persönlchteiten sich ins Mauseroch verkrochen hätten". Die Polizei benachrichtigte die Familie des„Attentäters“, die bereits in heller Aufregung über das Verschwinden des Sohnes war. Wohltätigkeit für„gute Zwecke“ Skandal bei einem Amsterdamer Wohltätigkeitsverein In der Amsterdamer Bevölkerung hat die Aufdeckung eines großen Skandals bei einem Wohltätigkeitsverein unliebsames Aufsehen erregt. Er hat sich herausgestellt, daß der der Freisinnigen demokratischen Partei angehörende Stadtrat Dr. Abrahams längere Zeit von einem Wohltätigkeitsverein, der größere finanzielle Beihilfen von der Stadtverwaltung und dem Staat erhält, und dessen Vorsitzender er ist, eine Aufwandsentschädigung von 2000 Gulden erhielt, während außerdem seine Frau als Geschäftsführerin dieses Vereins noch ein Gehalt von 3000 Gulden bezog. Als Anstoß daran genommen wurde, daß ein Stadtrat den erwähnten Nebenverdienst von einem von der Stadt unterstützten Verein bezog, verzichtete er zwar auf die 2000 Gulden, ordnete aber sofort an, daß das Gehalt seiner Frau von 2000 auf 5000 Gulden erhöht wurde. Die Stellung des Stadtrats gilt als erschüttert. Gewinnauszug 5. Klasse 42. Preußisch-Süddeutsche (268. Preuß.) Staats=Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Rummer sind zwei gleich hobe Gewinne gefallen, und zwar se einer auf die Lose gleicher Rummer in den briden Abtellungen I und II Ständische Ehrengerichte für das deutsche handwerk Neuaufgaben der Innung Ueber die Aufgaben der Innungsorganisation im Reichsstand des deutschen Handwerks werden von unterrichteter Seite formulierte Feststellungen getroffen. An der Spitze des Aufgabenbereiches stehen danach, wie das B9Z.-Büro meldet, die fachlich=berufliche Ausbildung und die nationalsozialistischen Erziehungsfragen. Es ist im Rahmen dieser Kategorie vorgesehen die Pflege der Beziehungen zu den Volks= und Bürgerschulen usw., die Kenntnisse über das Handwerk der Perc Mnu Wrreen Se ,.—— mitteln, die Regelung des Lehrlingswesens durch Kontrolle der Lehrverträge, Ueberwachung der Lehrbetriebe, Abhaltung von Zwischenprüfungen, die nationalsozialistische Erziehung der Lehrlinge im Zusammenhang mit der Hitler=Jugend, Pflegé der Gemeinschaft. Für die Gesellen sollen die onnungen Vorbildungs= und Fachkurse zur Vorbe reitung auf die Meisterprüfung einrichten und auch den Umtausch von Gegend zu Gegend fördern. Ferner haben sie die Lohn= und Arbeitsverhästezengund sontigen damit piz, erziehung gabe teilt, wie das B93=Büro ßische Innenminister mit, ouß demnächst grundsätzlich für das ganze Reich die Frage entschieden wird, ob und inwieweit der RSDAP, SA, SS und ihren Organisationen Abgabefreiheit zugestanden werden soll. Soweit die finanziellen Verhältnisse von Kriegsbeschädigten die Aufbringung der vollen Kosten für ein polizeiliches Führungsseugnis vicht erlaubegahzsparten, Ha.P-Gehhr. bebe, ernpeue benhihen, vo.„ v, Srischung lch, dese Regelug a. aerpisener Keöäerftiskel gang stegenden Fragen iu vege.v., v, ziszischen den iese Beoe, vef naghgewiesener Bedürftigkelt so bieter dr Gemeinschaftsleben innerhalb der d: bis auf 50 Pig, heranzusegen oder Haltung durch Gemeinschaftsleben innerhalb ver gir„Psechihr Risewert„Malter und nnte gegrundel Das gesamte deutsche Volk wird zur Mithilfe aufgeruten ön einer von der Reichsführung der RSVolkswohlfahrt einberufenen Sitzung, an der zahlreiche Vertreter von Reichsbehörden, Parteivienststellen, Frauenverbänden, Organisationen und Verbänden der Freien Wohlfahrt, des Gegerinoztages und andere teilnahmen, wurde, wie ###ntische Beobachter“ meldet, der Reichsschausausschuß für das Hilfswerk„Mutter und Auind“ gebildet. Nach einer Ansprache des AmtsEeiters Hilgenfeldt wurde der vorläufige srbeitsplan zur Durchführung des Hilfswerks vom Abteilungsleiters Althaus bekanntgegeReg.— Dieses Hilfswerk setzt zielbewußt den der bevölkerungspolitischen Aufklärung und Erziehung fort, der von den Voraussetzunhin eines gesunden Nachwuchses zu der Verpflichöffen t1c. den Heroismus der Mutter was anzuerkennen. Das in seinen Ausgeit" wahrhaft großartig zu nennende Werk ähasg: dem Leitwort des Reichsminister Dr „Mutter und Kind sind das UnterW.#r. Die Unsterdlichkeit eines Volkeo.“ bie 3an" Hilfswerk„Mutter und Kind“ ruft das gesamte deutsche Volk zur Mithilfe Sie will damit nicht den staatlichen und Stellen neue Lasten auferlegen der— dus Volk soll Träger des Gedankens und ** Lat werden, daß nur gesunde Mütter und Srunde Familien den Volksbestand sichern können. Mit dem Hilfswerk„Mutter und Kind“ soll auch keine Doppelarbeit geleistet werden. Es trägt den Charakter der zusätzlichen Hilfe und hat sich zum Ziel gesteckt, vorhandene Lücken auszufüllen, vorbeugend zu wirken und den bestehenHilfseinrichtungen neue Impulse für ihre Arbeit zu geben. Die beste Hilfe für Mutter und Kind ist die, daß dem Vater ein seiner Lebenslage und der Größe der Familie entsprechender Arbeitsplatz vermittelt wird. Es gilt, alle Kraft daranzusetzen, daß in diesem Jahre die Familienväter und vor allem die kinderreicher Familien, soweit sie noch arbeitslos sind, Arbeit und Verdienst bekommen. Der Aufgabenkreis des Hilfswerkes ist gespannt; er umschließt Wirtschaftshilfe, Arbeitsplatzhilfe. Wohnungshilfe, Müttererholung uni Mutterschulung, Hilfe für die werdende Mutter und Sondermaßnahmen für die ledige Mutter. Bis in jedes kleine Dorf muß der Gedanke des Hilfswerkes getragen und dort lebendig werden, Damit eröffnet sich eine volkserhaltende unvollserzieheriche Aulsgobe wowerden, wenn seder Die Aufgabe konn nur gel öf vezen za vom sette: deutsche Volksgenosse durchdrungen von letzter Verantwortung und letzter Pflichterfüllung für Dienst an Familie, Volk und Stat. Das hakenkrenz können sie nicht sehen Reichsdeutsche Postkarte in der Tschechoslowakei beschlagnahmt Das Pressegericht in Brück hat vor einigen Tagen die reichsdeutsche Postkarte mit der Abbildung des Brandenburger Tores beschlagnahmt, weil unter dem Torbogen im Fackelzuge der SA Hakenkreuzfahnen sichtbar sind, weil unter dem Bilde die Aufschrift„Deutschland, Deutschland über alles“ steht und weil die Postkarte das Doppelbild Hindenburgs und Hitlers als Marke trägt. Außerdem werden die kleinen Hakenkreuze in den Ecken der Postkarte beanstandet. Soll das die Seeschlange sein? Seltsames Seetier bei Cherbourg angetrieben Am Strande bei Querqueville bei Cherbourg ist ein seltsames Seetier angetrieben, das der Oeffentlichkeit reichen Gesprächsstoff bietet, nachdem es um das Seeungeheuer von Loch Reß still geworden ist. Das an der französischen Küste angetriebene Tier gehört einer völlig unbekannten Gattung on. Es ist acht Meter lang grauer Farbe und hat zwei Seiten= und eine Rückenflosse. Auf dem etwo ein Meter langen Hals sitzt ein verhältnismäßig kleiner Kopf Die Tierleiche wird von Wissenschaftlern näher untersucht werden. 18. Ziehungstag 28. Februar 1934 On der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne mu 10000 S. 106926 4 Oewinne m 5000 M. 299574 313918 6 Gewinne zu 3006 M. 40972 79604 91399 6 Geminne mn 2000 a. 68007 311886 384610 20 Gewinne mn 1000 M. 104089 112064 J36333 88333 19303s 211600 280275 288246 300602 Geoinne m 300 m. 191 7718 66143 98955 106456 108688 112268 113553 120556 132783 135142 151254 153512 154187 167412 193278 229002 239942 247609 250648 280993 809855 832710 357123 366662 369924 397628 390 Gewinne zu 300 M. 2185 3566 4645 6831 69:5 10864 15208 17257 18456 J3839 J9964 24423 25381 26478 28008 28935 90021 S1127 83484 35676 87703 42465 44270 44630 44758 61727 63123 65036 57168 60617 60980 62462 65569 67230 67568 68640 69039 69214 73946 75129 76273 77663 84390 85093 86798 88597 89319 91267 9505, 95894 98026 j99333 102596 102776 103199 97766 12363 1333 19642 119033 119929 12136g 147303 146712 138925 144091 145015 143763 j2120 161200 152941 155177 165675 157101(58758(5365 162745 163205 163713 16502: j666gg 167106 188700 188928 184123 200971 202350 303018 206363 208840 209174 213986 214771 216061 215327 215603 223225 223830 224102 226567 228147 228913 230440 237382 240613 242913 243998 245237 246167 248958 260213 250765 251354 261508 251732 252169 356 257043 258995 260923 268045 268983 271494 273021 274837 276074 276102 277613 277615 283866 284212 288803 289060 290202 291160 292172 293714 293968 294080 295619 295847 298014 299462 299745 303238 304206 307635 308710 310588 813706 313841 314380 814734 318063 820737 S22599 323367 823744 323969 826212 330224 332900 332919 33353 337003 341877 349036 350788 383227 BB3zz 857396 361543 364004 36510! S83683 Bung 878922 879001 879172 381085 35910: 884176 384920 387616 894597 898130 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 10 Gewinne zu 3000 G. 54084 80802 113306 s6 Lewinne in 2000 M. 1126 73214 74307 159546 236014 241367 330399 340834 12 Oemnne an 1000 0N. 49996 138321 247332 248122.261716 102694 107=66 132292 187318 217316 24200 300892 30264e 313483 317747 343926 372272 38909: gugg glu, 12746 16 15508 19926 22092 25223 25241 29724 30632 34186 34260 34489 37348 38024 39866 40112 43800 50993 57109 6993ß B93 60024 6o31s 663c2 gOgögrosiC 633 104640 104746 105274 109860 118410 120188 126076 129988 130403 131125 134876 137786 149535 145961 146464 148300 153033 153666 80913 13139 B3is 1330R 19838 338333 8535 23di 33132 335is 3333 3353 83565 3Bägi 296569 33336; 36353 Zszzf 268810 275949 278789 290437 280814 282217 312085 312433 329430 322508 325387 336622 828240 331247 332990 834947 840475 343534 845816 347770 351278 356140 356202 362838 363461 369936 370882 372240 374789 375738 875920 376233 378754 897839 398194 20 Tagesprämien. Auf jede gezogene Rummer sind zwei Prämien zu se 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Adteilungen I und II: 9166 24306 48926 124491 101661 185987 228397 237601 266207 839084 Im Gewinnrade verdlieben: 2 Gewinrg## t 100 000, 2 zu je 75000, 4 zu se 30000, 10 zu 10100 74 zuse 5000, 122 zu je 3000. 222 zu 2000, 388 zu je 1000, 1142 zu je 500, 7306 zu je 300 und 240 Togesprämten zu je 1000 Mark. 212159 24724 66887 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute morgen 8 Uhr nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine liebe Schwester, Schwägerin und Tante, Fräulein AllNa TOPPERsE durch einen sanften Tod im Alter von fast 75 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnahme bittet: Familie Fritz Pütter Ergste 1. W., den 1. März 1934. Die Beerdigung finde: Sonnabend, den 3. März 1934 nachmittags 4 Uhr vom Sterbehause, Schwerterstraße 19, aus slatt. Von Belleidsbesuchen bittet man Abstand zu nehmen. 442 K C Tretet her Ihr meine Lieben, nehmet Abschied. weint nicht mehr, Heilung konnt ich nicht mehr finden, meine Leiden war’n zu schwer. Stört mich nicht in meinem Frieden, gnnet mir die erge Nut. senkt was ich gelitten habe, eh' ich schloß die Augen zu. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, gestern nachmittag 3¼ Uhr nach kurzem, schwerem Leiden meinen lieben Mann, unseren lieben Schwager und Onkel Sckar Rieht Im Alter von 40 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnahme bittet: Frau Grete Klein geb. Balzer Schwerte, Ober-Rödinghausen bei Nenden, Hamburg und Berlin, den 1. März 1934. Die Beerdigung findet am Samstag, den 3. März 1934, nachm. 3 Uhr vom Marienhospital aus statt. Der Verstorbene war Mitglied des Verbandes der deutschen Arbeitsopfer. 444 Lichtspiele zur Reichskrone Heute bis Dienstag abends 8 Uhr, Sonntags ab 2 Uhr (Schluß der Abendvorstellung 10¼ Uhr) 2 Großtonflime I. Ranges Kammersänger Marcel Wittrisch der bekannte und beliebte deutsche Tenor in Dis Umme der Liose (Wenn Rosen träumen) Maria Beling, Kurt Vespermann, Maria-Luise Claudlus, Oskar Sima in den weiteren Hauptrollen. Eine entzückende, lustige Liebesgeschichte. Neu, In Dortmund noch nicht gezelgt. Der große Lustspielschlager dres und Hos-Verenma Ein lustiger Tonfilm von etwas Schwindel, viel Liebe u. viel Musik Franziska Gaal, der neue— und heute schon ganz große Filmstar, Paul Hörbiger und Otto Wallburg in den welleren Hauptrollen. Nir empfehlen den Besuch dieses gelten guten Progemms. Samstag nachmittag 4 Uhr: Kinder-Vortellung mit dem neuen Wildwesttonfilm„Der Schrecken von Arlzona“, Wochenschau und Lustspiel. N. Albsraisare Zurüne Zu beziehen durch die Buchhandlung Carl Braus Adolf Hitler-Platz 3 Für die uns beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen erwiesene Teilnahme sprechen wir unsern innigsten Dank aus. Frau Wilhelmine Klaas und Kinder. Westhofen, im März 1934. 445 Zur Konfirmation — ernpfehlen zonfe Mce gute, Gücker, Bilder Buchhandlung Carl Braus Adolf Mitler-Platz 3 2 Leupin-Creme u. Seife selt Jahren bewährt bei riechte, Hauhjuchen, Ausschlag, Wundsein u. s. w. Med.-Drogerie Heppe Ostenstraße Abgeschlossene II. Etage (Altbau=Wohnung) 8 Jllliner Küche mit Vorratskammer, Bad, großer Veranda und sonstigem Zubehör zum 1. April oder später zu vermieten. 450 Näheres Wilhelm Luck Schlageterstr. 3 a Lehrling (evangelisch) für kaufm. Büro zum 1. Aprll 1934 gesucht. Zu erfragen in der Geschst. dieser Zeitung. 443 ∆ Beugge Sei. eihterr Buchhandlung Carl Adolf Hitler-Flatz 3 Freiwillige Feuerwehr Schwerte(Ruhr) Sonntag, 4. März, morgens 7 Uhr steht Löschzug I u. I angetreten in blauer Uniform und Helm am Gerätehaus. 41 Der Wehrführer. Pavierserrienen in besonders schönen, farbigen Ausführungen bei Carl Braus, Schwerte Aus dem Nachrurgeriet Luftschutzübung in Kolzwickede, Hengsen und Opherdicke. Anfang der Woche fand in den Gemeinden Holzwickede, Hengsen und Opherdicke die erste Verdunkelungsübung statt. Der Leiter des behördlichen Luftschutzes, Gem.=Vorst. Spring= Holzwickede, ließ der eigentlichen Uebung eine kurze Besprechung in seinem Arbeitszimmer im Gemeindehause vorangehen. Neben dem Landrat Klosterkemper, Unna, dem Bürgermeister Lehmhaus und dem Amtsbaumeister Schäfer, und dem Oberleutnant Österhage von der Gendarmerie des Kreises waren Vertreter der Industrie, der Eisenbahn, der Feuerwehr und der Sanitätskolonne sowie der Führer des zivilen Luftschutzes und die Sturmführer der SA erschienen. Nachdem der Grad 1 der Verdunkelung eingetreten war, wurde zunächst eine Vorbesichtigung in den Hauptstraßen von Holzwickede vorgenommen. Sodann fand eine Besichtigungsfahrt durch die Gemeinden Hengsen, Opherdicke und Holzwickede statt. Man konnte bei der fast zweistündigen Rundfahrt feststellen, daß die Bürgerschaft der Aufforderung, abzuHunkeln, überall in vorbildlicher Weise gefolgt war. Recht interessant war die Besichtigung der Metallwarenfabrik Mayweg und Wiederholt. Auch im Bahnhof Holzwickede war die Verdunkelung vorbildlich. Die Besichtigung der Zechenanlagen ergab das gleiche Bild. Bei Grad 2 der Verdunkelung lagen die Gemeinden in völli ger Dunkelheit. Nach der Uebung fand im Sitzungszimmer des Ratskellers eine Besprechung statt. Landrat Klosterkemper erklärte, für diese Uebung Wune er nur Worte des Dankes finden an alle, die dafür soreten, daß die Uebung in jeder Beziehung so tadelles ge“gupt hube. Sein canz besonderer Dank gal“ der SA, die sich wie immer, gern und freudig in den Dienst der guten Sache gestellt habe. * Iserlohn, 1. März. Redeverbot für einen Pfarrer. Auf Anordnung der staatlichen Polizeistelle ist dem evangelischen Pfarrer Lic. van Randenbourgh für alle öffentlichen Versammlungen mit Ausnahme des Gottesdienstes ein Redeverbot auferlegt worden. Unna, 1. März. Verleihung des Ehrenzeichens der RSDAP. Am Samstagabend fand im Rahmen des Gauparteitages Westfalen=Süd eine Parteigrün dungsfeier im Goldsaal der Westfalenhalle statt. Teilnahmeberechtigt waren nur die Pg. mit der Mitgliedsnummer unter 100 000, die ohne Unterbrechung der Bewegung angehört haben und damit für die Verleihung des Ehrenzeichens in Betracht kamen. Auch unsere Stadt darf einige ihrer Bürger zu diesen alten Kämpen zählen und zwar: Kreisleiter Meinert, Frau Meinert, Emrich sen. und Mölle. Einige weitere alten Kämpfer, die für die Ehrung infrage kamen, haben inzwischen ihren Wohnsitz von Unna nach auswärts verlegt. Letmathe, 1. März. Wieder im Dienst. Amtsbaumeister Jaeger hat mit dem heutigen Tage seine Tätigkeit wieder ausgenommen. Deilinghofen, 1. März. Ernennung. Auf Grund des Gesetzes über das Feuerlöschwesen vom 15. 12. 1933(Pr. G. S. S. 484) und Ziffer II Abs. 2 des Runderlasses des Herrn Ministers des Innern vom 5. 1. 1934 D 2245 11/33(M. Bl. i. V. S. 54) betr. Durchführung des Gesetzes über das Feuerlöschwesen ist der Hauptlehrer Emil Bahle in Deilinghofen zum Vorsitzenden(Kreisführer) des Kreisseuerwehrrerbandes für den Landkreis Iserlohn ernarnt worden. Wickede=Asseln. Tod auf den Schienen. Kurz vor dem Bahnhof Kurl wurde von Arbeitern eine verstümmelte Leiche gefunden. Die Identifizierung ergab, daß es sich um den 18 Jahre alten L. aus Dortmund=Brackel handelt, der den Tod auf dem Eisenbahnkörper gesucht hat. Das Motiv zu der Tat ist nicht bekannt. d’Opera Italiana.„Der Barbier von Sevilla“ Komische Oper von Gioaschini Rossini. Preise von 1,30 Mk. an. Stadttheater Dortmund Spielplan. Samstag, 3. März. Anfang 20 Uhr. Ende gegen 22,45 Uhr.„Der Londoner verlorene Sohn.“ Von Shakespeare. Preise v. 70 Pfg. an. Sonntag, 4. März. Anfang 15,30 Uhr. Ende gegen 17,45 Uhr. Geschlossene Vorstellung. „Das Schweineschlachten.“— Anfang 20 Uhr. Ende gegen 23 Uhr.„Anneliese von Dessau.“ Operette von Rich. Keßler. Musik von Robert Winterberg. Preise von 70 Pfg. an. Montag, 5. März. Anfang 20 Uhr. Ende gegen 22 Uhr. Sinfonie=Konzert des Städtischen Orchesters. Preise von 70 Pfg. an. Dienstag, 6. März. Anfang 20 Uhr. Ende nach 22,30 Uhr.„Ein Mann sucht Gerechtig. keit.“ Schauspiel in 8 Bildern von K. MayerExner. Preise von 70 Pfg. an. Mittwoch, 7. März. Anfang 20 Uhr. Ende gegen 22,30 Uhr.„Mona Lisa.“ Oper in zwe Akten von Max Schillings. Preise von 70 Pfg. an. Donnerstag, 8. März. Anfang 20 Uhr. Ende gegen 22,15 Uhr.„Bob macht sich gesund.“ Lustspiel von A. Ivers. Preise von 70 Pfg. an. Freitag, 9. März. Anfang 20 Uhr. Ende gegen 22,45 Uhr.„Der Evangelimann.“ Musi. kalisches Schauspiel von Wilh. Kienzl. Preise von 70 Pfg. an. Samstag, 10. März. Anfang 20 Uhr. Ende gegen 23 Uhr. Goldene Aehren.“(Polenblut). Operette in 3 Bildern von Stein. Musik von Nedbal. Preise von 70 Pfg. an. Sonntag, 11. März. Anfang 20 Uhr. Ende gegen 23.30 Uhr. 2. Ensemble Gastspiel erster Mitglieder der Mailänder Scala Stagione JEDES EINTOPFGERICHT MACHT ZWEI FAMILIEN SATT Nr. 32(Drittes Kn „Tchrerter=Henluns Freitag. 2. März 1934 DES GROSSEI 61 Nachdruck verboten. Die Männerwelt V der Frauen zu.“ Halsd Hhilbdet sich ein s um sie, Freundschaft teuer bezahlen läßt. Der König ist nach der ersten Vorstellung nicht mehr böse auf sie, obwohl er dazu durch ihren allen Grund hat. Er begibt sich in ihre robe, beglückwünscht sie zu ihrem Erfolg und bewilligt ihr 3000 Taler Gage, da er mit ihren Leistungen vollkommen zuBald gilt sie als Königsliebchen. Sie muß im Potsdamer Schloßtheater tanzen, wird zu den Hoffestlichkeiten hinzu; gezogen, ihre Gage wird erhöht, und zwar so erhöht, daß s### der Neid und die Mißgunst eines Voltaire darüber Luft macht: „Damals tanzte die Barberina auf seinem Theater, die hernach der Sohn seines Kanzlers heiratete. Der König hatte in Venedig diese Tanzerin durch Soldaten sestnehmen und über Wien nach Berlin bringen lassen. Er war ein wenig in sie verliebt, weil sie Mannsbeine hatte. Unbegreiflich aber war, daß er ihr 32000 Livres Salarium gab. Sein italienischer Poet, den er die Opern, wozu er beständig den Plan selbst entwarf, italienische Verse setzen ließ, hatte nur 1200 Livres BeVoltaires Habgier hat übersehen, daß der König auch seine anderen, unersetzlichen und erstklassigen Künstler sehr gut bezahlte: So wurden der Sängerin Astrua 6000 Taler und dem Sänger Salimbeni 7000 Taler vergütet. Darin ist also durchaus nicht der Beweis zu suchen, daß Friedrich die Sängerin für die Stunden entlohnte, die sie in seiner Nähe weilte. Die Tänzerin hatte den König um Erhöhung ihres Salairs gebeten, da sie mit 3000 Talern in dem teuren Berlin nicht auskommen könnte. Darauf erwiderte ihr Friedrich: „Ich habe Ihren Brief erhalten, den Sie mir geschrieben haben, und da ich Sie selbst sprechen möchte, können Sie morgen nach Charlottenburg kommen, wo ich mich sehr freuen würde, Sie zu sehen.— Wenn Ihre schönen Augen bezahlt sein wollen, so müssen Sie sich zeigen. Dann wird es ein Vergnügen sein, Ihnen zu bewilligen, was man Ihnen schaülbdet. Pesne muß auf des Königs Wunsch die Tänzerin in den verschiedenartigsten Ausführungen malen. Das herrlichste Porträt ließ sich der König über seinen Arbeitstisch hängen; es stellt die Barberina in ganzer Figur, ein Tamburin schwingend. dar. Das Stück hängt heute noch im Die Barberina rechnet jetzt schon mit der Gunst des Königs; sie tanzt sich in sein Herz, und er, der in ihr seine ersten Jugendgeliebte wiederzufinden hofft, und der sich nur selten Frauen bemüht, glaubt noch einmal an eine Reigung.„#.## sich mit ihr in der Theaterloge, ladet sie zu den inen Souvers, den berühmten„parties fines" beim Grasen Rothenburg ein, an denen, außer einigen Damen der, Saspehzlschizige ander, Vrandt und die Gräfin Trussel, auch noch Wn Tere Theaterdamen teilnehmen. Er lobt die Schönheit seine: Tänzerin vor dem ganzen Hofstaat. Dann erfährt der König eines Tages von ihren zahllosen Liebesabenteuern; er ist nicht sehr erbaut darüber, weil er unter den Bevorzugten viele jugendliche und unreife Menschen sieht. Er gönnt der Barbertna ihr Vergnizgen, zud,führz gegen niemaris Beschwerde. Er hatte großes Verständnis für die Schwächen des weiblichen Geschlechts und üversah auch manchen kleinen Skandal, der sich um das großzügig Haus der Barbering drehte. Sie war künstlerisch unübertroffen, der König verzieh ihr daher manche Sünde. Wie in einem Taubenschlag, ging es jeden Tag in iorer Wohnung ein und aus. In der Behrenstraße verkehrte die erste Herrengesellschaft Berlins. Friedrichs schneidigste Offiziere verloren den Kopf, wenn sie ihr auf der Straße,begeg. neten. Der Bankier Ephraim Potsdamer behäng. mit Juwelen, und sie soll für ein Kollier im Werte von 2000 Talern „kaum mehr als ein Lächeln“ gehabt haben. Nach der Oper traf Friedrich die Tänzerin oft beim Grafen Rothenburg, oder er speiste mit ihr an der sogenannten Konfidenztafel im Potsdamer Stadtschloß. Dieser freundschaftliche Verkehr mit seiner ersten Künstlerin verführte ihn jedoch nicht dazu, ihr irgendwelche Macht über seinen Thron oder Einfluß auf seine Entschlüsse einzuräumen, wie er es bei der Mätressenwirtschaft fast aller Höfe Europas beobachten konnte. Im Jahre 1744 erhielt die Barberina einen neuen Kontrakt mit einer Gage von 7000 Talern jährlich. Dieser Vertrag sollte jedoch seine Gültigkeit verlieren, sobald sie heiraten würde, da der König weder bei seinen Offizieren noch bei seinen Kunstlern die Ehe schätzte. Mit großem Aufwand wurden die Pantomimen der damaligen Zeit ausgestattet. Nach einer Schneiderrechnung aus jenen Tagen lieferte das Modenhaus der Geschwister Hauchcorne an die Mademoiselle Barberina für einen Tanz ein Bonnet Velours, garniert mit Hähern, eine große Häherfeder, einen großen Theaterhalsschmuck, Ohrgehänge, ein Bukett von Hähern mit italienischen Blumen, Manschetten von feiner Seidenspitze und so weiter im Betrage von 2500 Talern! K M 4— 1 ### 2. Barberina Campanini. Als der König aber merkt, daß die Tänzerin anfängt. Schulden zu machen, entzieht er ihr seine Freundschaft. Ex läßt nicht so weit von ihrer Anmut hinreißen, um ihre Eihbachen zu übersehen. Er ermahnt sie in deutlichen Briefen, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Es tritt ein formeller Ton in seinem Verkehr mit ihr ein. Seine Sympathien werden noch geringer, als er von den Heiratsabsichten des Sohnes seines Reichskanzlers Cocceji hört. Und als dieser seiner Angebeteten zu nahe gekommen ist, durch verkleidete Soldaten verprügeln läßt, schickt Friedrich ibn auf secht, Monat: nach Spandau. Er mußte streng sein, denn kurz vorhe: hatte er einen Erlaß gegen die zunehmenden Exzesse junger Leute Der Barberina=Vertrag, der 1748 abgelausen wat, wurde nicht erneuert. Das Liebeslied war zu Ende. Der König erlaubte ihr zwar noch, mehrmals in Potsdam zu tanzen, aber er sah sich von ihr so enttäuscht, daß er keinen Anteil mehr an Sie wil abresen, ohne die Schulden zu Bezfes, nie Gläubiger wenden sich an den König. Er läßt ihr Por##.#e ius Haus legen. Als ihr diese lästig werden, entich ugure endlich zur Bezahlung und darf nun nach England anserl-d. Der alte Kanzler Coccesi atmet auf. Er hält die Gefahr, die diese„Komödiantin“ durch die Heiratsabsichten seines Sohnes für die Familie gebracht hat, für überwunden. Aber die Barberina muß in England wohl schlechte Erfahrungen mit dem stolzen Adel gemacht haben, der sie in seine Kreise nicht eindringen läßt, denn auf den ersten Ruf kehrt sie nach Berlin zurück. Als die Berliner, durch die Mißerfolge ihrer Nachfolgerin enttäuscht, wieder nach ihr verlangen, betritt sie noch einmal den Boden ihrer höchsten Triumphe, und zwar im Sommer 1003. Jeden Abend saß der junge Coccesi in seiner Loge dicht vor der Bühne, um die Geliebte zu sehen. Er war ein baumlanger und riesenstarker Mann von sehr heftigem Temperament. Seine Leidenschaft für die Barberina kannte keine Grenzen. Entschlossener denn je wollte er seinen Plan verwirklichen, und die Tänzerin als seine Gattin heimführen, da der König sich scheinbar nicht mehr um sie kümmerte. Der alte Cocceji flehte Friedrich an, die weisen; die Mutter beschwört ihn, einzugreifen. Friedrich ließ ihr mitteilen, er würde ihr sein Land verbieten, in dem sie nur Heimlich ließen sich die beiden Liebenden im Jahre 1743 trauen. Großkanzler Coccesi wollte den König veranlassen, diese Ehe rückgängig zu machen: „.. Welche Familie wird sich mit der meinigen assoztieren, wenn dies liederliche Weibsbild à la téte ist!“... Mit einer gewissen Befriedigung legt der nonig viesen Streit bei und schickt des Kanzlers Sohn als Regierungspräsidenten nach Glogau. Er lächelt dabei, denn er kennt der Bulberina unstetes Wesen, die in diesem Nest vor Langweile sterben wird. Aber diese ist vorläufig noch glücklich, denn hat ihr heißersehntes Ziel erreicht und eine gesellschaftlich anDie so eifrig betriebene Ehe währt nicht lange. Nach zehn Jahren hatten sich die Gatten getrennt, nach vierzig Jahren ließen sie sich scheiden. Cocceji lebte mit der„Liebe seines Lebens“, der Witwe Christiane Charlotte Knappe, zusammen; die Barberina zog sich auf ihr Gut Barschau zurück. Im Jahre 1789 machte sie Friedrichs Nachfolger den Vorschlag, sie zur Gräfin Campanini zu erheben; sie wollte sich dagegen verpflichten, ihre Güter im Werte von 100000 Talern dem Staate zu wohltätigen Zwecken zu vermachen.,. gggiginer Abschätzung ihres Vermögens erhielt sie das Abels##ptom, und die neue Gräfin zog sich von der Welt zurück, verwandelte ihr Gut in ein frommes Damenstift, in dem sie die Aebtissin spielte. Am 7. Juni 1799 machte ein Herzschlag ihrem bewegten Leben ein Ende. In der Kirche zu Hochkirch ist noch heute ihr Grab zu sehen. Durch ein kleines Fenster, das in der Gruft angebracht ist, erblickt man die Reste eines zerfallenen Sarges und einige Knochen. Sic transit... * Nicht alle Kritiker haben der Barberina Kunst so hoch eingeschätzt wie Friedrich. Wenn sie auch im Hochsprung die Beine achtmal aneinanderschlagen konnte, während es die berühmte Camargo nur auf viermal brachte, so scheint sie doch mehr um ihrer Schönheit, ihrer Persönlichkeit willen, verehrt worden zu sein. So tief des Königs Wertschätzung für seine Tänzerin war, so tief ist auch seine Verachtung, als er in ihr auch nich weiter findet als nur ein heuchlerisches Wesen, das als „Königsliebchen“ vom Gesetz bevorzugt werden möchte. Nie hat Friedrich um dieser Frau willen seine Pflicht als König und Richter verletzt, sich nie. aus Neigung zu ihr, in seinen Maßnahmen beeinflussen lassen. Auch in diesen gefahrvollen Augenblicken behielt er seine ganze Größe. 10 8 Von Hanns Als gerau Jeuny Tydaalen sich zu Ben oo gab, schlug es von irgendeiner Kirche Stoch volms die zwölfte Stunde. Jenny Tydaalen gähnte, reckte die schlanken. schneeweißen Arme und sah nachdenklich auf die spitzenbesetzte Bettdecke. Liebkosend strich ihre pand über die Dessins dahin, dann grif se nach dem Schalter, um das elektrische Lich zu verlöschen. Im selben Moment zog sie di band wieder zurück. Schlafen konnte sie doch noch nicht. Sie nahm ein Buch vom Nachttisch schlug es auf und überflog gedankenlos die Zeilen. Merkwürdig— nicht einmal lesen konnte sie Ihre Gedanken irrten ab, tanzten im Kreise, ohne stehenzubleiben, und verursachten ihe einen leichten Kopfschmerz. Die kleine Weckeruhr tickte laut und gleichmaßig, ein Holzwurm knackte im Holze, draußen Elätscherte der Regen gegen das Fenster. underke:# Tydaalen horchte hinaus. Nichts Wnleibruch das eintönige Geräusch. Sie lehnte in die Kissen zurück und schloß die Augen. Bunte Bilder zogen an ihr vorbei— aus dangst vergangener Zeit. Sie sah sich wieder im Garlgen Licht im Spielsaale von Monte lauschte den schmeichelnden Klängen der ungarischen Kapelle in Shephaards Hotel in Kaire und sonnte sich auf der Terrasse vom douse of Golden Gate in San Francisco. Jenny Tydaalen hatte die ganze Welt bereis# und war heute einsamer denn je. Immer wieder tauchte in ihren stillen Stunden das Eitt, des Mannes auf, dem sie einst angehört g#n#und der heute noch, kange nach seinem nisvollen Tode, ihr Herz besaß. Marschafl Damals, als lange bange Wochen verstrichen und alle Nachforschungen der amerikanischen Regierung sowie der Polizeiorgane ergebnislos verliefen, hatte sie in stumpfer Resignation den Kopf gesenkt. Er kam nie— nie wieder! Und doch war ihr, als müßte sie aufschreien: „Kund! Knud!— Du lebst!“ * Die Zeit heilt Wunden, aber das große Vergessen bringt sie nicht. Vom Kirchturm herüber klang ein verwehender Ton.„„ 6 Jenny Tydaalen nagm das Buch zut Hand und glättete eine zerfattete Seite. Plötzlich schrak sie auf.— War das nicht ein Schritt?— Hörte es sich nicht an, als tappte jemand über den dicken Smyrnateppich auf ihr Bett zu? Sie ließ das Buch sinken und hielt den Atem an. Mit angespannten Sinnen lauschte sie in die Stille hinein. Vom Alkoven her, in dem ihr Bett hinter einer schwerseidenen Gardine stand, bohrte sie den Blick in das Halbdunkel des großen Zimmers. Da— und jetzt wieder!— Sie konnte sich nicht täuschen! Noch ein Schritt— und noch einer—! Jenny Tydaalens Rechte schob sich nach dem Nachttisch, auf dem immer der Revolver lag, den ihr Knud einmal geschenkt hatte. Sie verspürte keine Angst. Nur ganz langsam kroch ein eisiges Gefühl über ihren Körper. — Der Kopfschmerz war verschwunden. Jetzt bewegte sich die seidene Portiere.— Und da— eine Hand wird sichtbar— tastet an den Schnüren entlang— ballt sich— Jenny Tydaalen starrt auf die Hand.— Ihre Finger, die eben noch den Revolver umklammert hielten.— lösen sich langsam— fallen Da sprang sie auf, wie von einem Bann befreit, raste durch das Zimmer—— Das Fenster war zerbrochen— stand halb geöffnet. Dunkel gähnte ihr die Nacht entgegen. Regentropfen fielen ihr klatschend ins Gesicht. Still und verlassen lag die Kungsholmengatan. * Als Jenny Tydaalen am anderen Morgen nach durchfieberter Nacht erwachte, saß der Arzt an ihrem Bett. Das Mädchen hatte ihn gerufen, als sie, durch die Schreie geweckt, die Gebieterin bewußtlos am Boden gefunden Wo ist Knud!“ fragte Jenny Tydaalen mit der Arzt schüttelte den Kopf und fühlte ihren Puls.„Sie dürfen sich nicht aufregen!“ sagte er mit gütiger Stimme.„Es war nur ein Jenny Tydaalen wehrte ab. Aber alles Bitten war vergeblich. leiser De Puls. Die Mittagszeitungen brachten eine aufsehenerregende Mitteilung. Die Polizeipatrouille fand in den Frühen Morgenstunden einen Mann im Park von Kungsholmen, der in der vergangenen Nacht Selbstmord verübt hatte. Im Schaubause wurde der Tote als Knud Tydaalen identifiziert. Auf einem Zettel sand man flüchtig mit Bleistift hingekritzelt: „Ich, der Einbrecher und Dieb, bin Knud Tydaalen, der lebende Tote!— Ich scheide freiwillig aus diesem Leben, nachdem mich der Zufall noch einmal der geliebten Frau in die Arme geführt hat!— Lebe wohl, Jenny, und verzeihe mir, daß ich dich damals verlassen habe, weil ich auf die schiefe Bahn gekommen war. Du weißt nichts von dem zweiten Leben, das ich einst geführt habe, um alle Kostbarkeiten dieses Lebens zu deinen Füßen zu legen!“ schlaff zurück auf das wenr— Ihre Augen weiten sich.— Ihr Atem gehe stoßweise—. Die Hand!— Die Hand!— Was ist das für eine Hand?— Diese Narbe am Zeigefinger, die sich bis über den Knöchel hinzieht— die kennt sie— Diese Hand gehört—. s..4 „Knud!!!“ schreit sie auf. Geueno. Und idmh einmal:„Knud!“ * Die Hand am Vorhang siel zurück— verschwand— War es ein Spuk, der sie genarrt hatte?— War das—! Knud!“ Sie schrie es heraus. Die Stimme überschlug sich. Brach jäh ab. Ein Klirren von zerbrochenen Scheiben— ein Ruf in der Nacht— und alles war wieder ##ll. Der Regen rauschte stärker— ein Fenster klapverte. Er weit Bescheld. Professor:„Welche mächtige Wasserrrah. jedermann bekannt?“. Student:„Die weidlichen Tranen, Verk ul seilor!“ SRer ad GiioreIe Vor 15 Jahren: Beginn des Kuhr-Aufslandes Jur französischen Frühjahrs-Offensive gegen die Berber Oben: Regierungstreue Truppen zi ehen in das befreite Düsseldorf ein Unten: Spartakistischer Wachtvosten vor dem Hauptpostamt in Dortmund konnte der Ausstand niedergeschlagen werden. Deutsche Risporkler bei den Lappen Tyvische Landschaft am Fuße des Atlasgebirges Unten links: Französische Fremdenlegionäre in einem der gegen die Berber vorgeschobenen Wüstenforte Frankreich versucht jetzt mit aller Macht, die letzten in Marokko noch nicht im Anti=Atlas=Gebirge unter seine Herrschaft zu bringen. Mit allen modernen Machtmitteln ausgerüstete Truppen sind bereits in die ersten Kämpfe mit den Eingeborenen verwicke; die in den hohen Givfeln und wilden Schluchten eine außerordentlich günstige VerteidigungsbasishenVorläufiger Wechsel in der Leitung des Berliner Staatsschauspielhauses Intendant Dr. Albrich. #n dem letzten Jahre das Staatsschauspielhaus leitet, hat vom preußischen Ministerprä(Meinnt deren Auftrag erhalten, der auf " längere Zeit berechnet ist. Gustav Gründgens. der bekannte Film= und Bihnendarsteser. mit der Stellnertretung.von Dr. Uibrich d auftragt. Zur Kasserkrönung Puyks Eine hübsche Aufnahme von den deutschen Ski läufern, die zu den Fis=Rennen nach Solleftea entandt wurden, und die bei dieser Gelegenheit auch den Lappen mit ihren Renntieren einen Besuch HRatteten. Vor 150 Jahren wurde die erste Luftreise unternommen Nicolas Francois Blanchard und der Lustballon, mit dem er 1785 als Erster den Aermelkanal log. Ein Jahr zuvor, am 4. März 1784, glückte ihm die erste Lustreise,„nachdem zuver nur tiege von ganz kurzer Flugzeit ausgeführt worden waren. Blanchard bediente sich auch els er des Fallschirms. Oben kinks: Puvi, als Knabe Kaiser von China, wieder den Thron besteigt. Daneben: Blick auf großzügig aufbaute. Binnen 12 Monaten wurden Unten links: Ein Werdeplakat des neuen Staat Umrissen der Mandschurei. Daneben: In Hsingking sand jetzt in prunkvoller Weise statt. An den Feierlichkeiten nahmen hohe Persön! tisch den neuen 30=Millionen=Staat auch weiterbin der jetzt wenigstens in einem Teil seine seine Hauptstadt Hünaling, Big, Hgisg, ertisau hier nicht weniger als 2500 es mit der bunten Fahne und den geogt Das Eingangstor der Residen: Puyis. die Krönung Puvis zum Kailer der Mandlt### lichkeiten Japans teil, das wirtschaftlich und bevormunden wird. der Anberaumung des Termins gelangt werden. Ein die Sache in das ordentliche gerichtliche allgerigtgr, ziagenverstimmungen stepieg## täglichen nicht seinen Wie fasse ich meinen Schuldner? Unzählige Male kommt es im Leben vor, daß ein Schuldner nicht Zahlungsverpflichtungen nachkommt, obwohl der Anspruch des Gläubigers ganz offensichtlich berechtigt ist und der Schuldner selbst diesen Unspruch auch nicht bestreitet. Der Gläubiger schreibt dann einen Mahnbrief nach dem anderen; doch auch das hilft ihm nichts, denn meistens antwortet der Schuldner gar nicht und ieht durch sein störrisches Verhalten die Sache in die Länge. Mit der dann die Sache in das ordentliche Verfahren; in den meisten Fällen aber lehrt die Praxis— kommt der Schuldner schon auf Grund des Zahlungsbefehls seinen Verpflichtungen nach, so daß sich ein Prozeß erübrigt. Gessunbkeits-Rotzeber s0 durch mader in den Magen zu sopr.g. un ist in höchstem Grade unvernünftig. Speisen, die nicht harmonieren— um Extreme zu neunen: Heringe und Eis, Gurkensalat und Schlagfahne—. ruinieren mit der Zeit den gesfündesten Magen. Wenn man auch sagt: Een guter Magen kann alles vertragen, so kann man doch durch ein bißchen Selbstbeobachtung die größten Fehler vermeiden und sich dadurch einen gesunden Magen erhalten. Welcher Weg steht nun dem Gläubiger offen, auf möglichst schnelle und billige Weise zu seinem Geld zu kommen? Gewiß, er kann Klage erheben und dann auf Grund eines Urteils zur Zwangsvollstreckung schreiten. Doch nimmt ein Prozeß immer eine gewisse Zeit in Anspruch stei Geld(Gerichtslosenrorschum. Anwaltskosten). Auch vom Standpunkt der Allgemeinheit. des Staates, aus wäre die UeberRegeln für Magere und Korpulente. Wie werde ich dick?— Wie werde ich schlank? In der Welt geht es oft sonderbar zu: die Menschen sind nie mit dem zufrieden, was sie haben! Die Dicken möchten dünn und die Mageren dick werden. Die Mittel, die zu dem ersehnten Ideal führen sollen, sind aber häusig alles andere als begrüßenswert. Eine Gewaltkur führt zu Schädigungen der Körperorgane, kostenvorschuß. An-besonders der Verdauungsorgane. Es gibi aber andpunkt der Au=(natürliche und unschädtich= Zilexgizäge durchaus pomt Zrzt verordneten bs e sicher zum Ziele jühren. Allerdings muß die oom Arzt veroroneten Das Wort Sündflut hat mit Sünde nichts zu iun, denn die eigentliche Schreibweise i# Siniflut, deutsch: die große Flut. * Der erste gedruckte Kalender wurde 1439 durch Projessor Johann de Gamundia verfaßt. Kälsel-Eche Der Markgraf Dedo, dessen Grabmal zu den herrlichsten Schöpfungen der romanischen Kunst in Deutschland zählt, litt an Fettsucht. Dieses Leiden muß ihm viele Beschwerden verursacht haben, denn sonst hätte er sich nicht der ihm „Kur“, den Leib aufzuschneiden, um das überflussige Fett zu entfernen, unterzogen. Diese Operation, die natürlich unglücklich verlief, zeugt jedenfalls von dem ungeheuren Mut des Fürsten, sich bei vollem Bewußtsein der Operation unter den surchtbarsten Schmerzen zu unterwerfen. Jeierabend. lastung der Gerichte mit derartigen Rechtsstreitigkeiten, bei denen eigentich gar kein „Streit“ zwischen den Parteien besteht, weniger wünschenswert. Für alle diese Fälle, bei denen der Schuldner seine Verpflichtungen nicht bestreiten wird, bietet das sogenannte Mahnverfahren oft ein geeignetes Mittel, um unter Vermeidung eines Prozesses auf schnellem und billigem Wege zu seinem Geld zu kommen. Das Mahnverfahren findet nur dann Anwendung, wenn der Anspruch sich auf die Zahlung einer bestimmten Geldsumme, die Leistung einer Menge anderer vertretbarer Sachen, die im Verkehr nach Menge, Maß und Gewicht bestimmt zu werden pflegen, oder von Wertpapieren erstreckt. Eine weitere Voraussetzung dieses Verfahrens ist, daß der Anspruch nach dem Inhalt des Gesuchs nicht von einer noch nicht erfolgten Gegenleistung des Antragstellers abhängt. Hat zum Beispiel der Verkäufer einer Ware diese noch nicht geliefert, so kann er natürlich nicht wegen des Kaufpreises ein Mahnverfahren gegen den Käufer austrengen. Sind die erwähnten Voraussetzungen vorhanden, so hat der Gläubiger zunächst ein Gesuch auf Erlaß eines Zahlungsbefehls beim zuständigen Gericht einzureichen. Im allgemeinen ist das Amtsgericht des Wohnsitzes des Schuldners oder des Erfüllungsortes zuständig. Das Gesuch muß die Bezeichnung der Sache, der beiden Parteien, die bestimmte Angabe und den Grund des Zahlungsbefehls enthalten. Zu empfehlen ist, die Zahlungsbefehlsformulare, die bei jedem Amtsgericht erhältlich sind, selbst, und zwar in dreifacher Ausführung, auszufüllen und dem Gericht einzureichen. Ist das Gesuch in Ordnung, so erläßt das Gericht den Zahlungsbefehl, ohne weiter zu prüsen, ob der Gläubiger die Wahrheit gesagt hat. Der Schuldner kann sich nun auf dreierlei Art verhalten. Er befriedigt den Gläubiger, dann wäre der Zweck des Zahlungsbesehls erkeicht; oder er schweigt, was den Gläubiger berechtigt, den Befehl für vollstreckbar erklären zu lassen. Das Gesuch um Vollstreckbarkeitserklärung muß aber binnen einer Frist von sechs Monaten eingereicht werden. Der Gläubiger wäre dann in der Lage, die Zwangsvollstreckung gegen den Schuldner zu betreiben. Die dritte Art ist die, daß der Schuldner rechtzeitig(binnen drei bzw. acht Tagen) Widerspruch erhebt. wobei er keine Begründung anzugeben braucht. Das Gericht benachrichtigt dann den Gläubiger von der Einlegung des Widerspruchs und der Zahlungsbefehl als solcher verliert nun seine Kraft. 445, Jetzt muß sich der Gläubiger natürlich schlüssig werden, ob er das Verfahren fortsetzen will oder nicht. Ein Termin zur mündlichen Verhandlung wird nämlich durch das Gericht nur auf Antrag einer der beiden Parteien festgesetzt. Dem Gläubiger ist zu raten, falls er von vornherein entschlossen ist, das Verfahren sortzusetzen, bereits in seinem Gesuch um Erlaß des Zahlungsbesehls die Anberaumung eines Termins zu beantragen, denn dies ist gesetzlich Aulässig und beschleunigt auch das Verfahren. Den Aegyptern war die Harse bereits Jahrtausende vor Christi bekannt. In den Ruinenmauern eingegraben fand man das Bild einer 13 säitigen Harse, die von einem kauernden Jüngling gespielt wurde. Dieses Instrument wurde nicht selten mit Edelsteinen und Metallen verziert. * Im Altertum wurde rotes Haar sehr geschätzt. Die Griechinnen alter Zeit färbten sich das Haar rot. Die römischen Frauen trugen Perücken aus rotem Haar der Germanen. * Der Pflanzenphysiologe Proj. Molisch(Wien! hat in einigen heißen Quellen Japans Bakterien gefunden, die einer Temperatur von 77 Grad standhielten. Molisch glaubte, in Essen zu iun und Dickwerden nichts schen Leben erhlichen, vene gen Spseg., Hen u.—, der Erde befindtiche casser sich ursprünglich in kochendem Zustande besunden haben muß. Dolmetscher-„Humor“. Für die Begriffe: 1. Nietenfabrik, 2. rasender Beifall, 3. Blumenbringer, 4. Regierungskrisis, 5. unbeliebter Vogel. 6. Ehevortrag, 7. amerikanischer Staat. 8. neue Gemeinschaft, 9. junges Nutztier, 10 Denkzettel. 11. Kriegseinleitung, 12. Massage, 13. Timilibrillant, 14. Taschenkrebs, 15. Angelobjekt, 16 Juwelier, 17. Wappentier eines Humoristen, sind die gangbaren Ausdrücke des Tages zu finden, die in den folgenden 48 Silben enthalten: a— au— bar— ber.— blau— bo— che— dal— de— den!— di— digt— dol—e — en- cu— fer— sie— gar— ge— ger— he— kä— kei— kerl— klau— la— le — les lot— nen— pracht— pre— prei— ri— rie schwie— sel— sen— sohn— stein — stu— ie— irau— ung— wech— xen— zeit. Die dritten Buchstaben der gefundenen Wörter ergeben, von oben nach unten gelesen: 1. Einen, der der Sache aus den Grund geht; 2. etwas, vor dem selbst Mussolini Respekt hat; 3. einen nordischen Vornamen, der durch Schütteln in einen deutschen zu verwandeln ist; 4. einen großen Fisch. . Wit W u r W ung Snnict W g&am Muniiin Neckerei. Klamm meinte:„Liebe Mutter Schwieger, Warum hast du noch niemals(Wort?) Den Schmuck, den ich dir damals schenkte, Aks du von uns juhrst wieder fort?" Darauf die liebe Schwiegermutter: „Die Sache, mein' ich, sich nicht lohn'; Du hast nichts(Wort?) bei diesem Schmucke, Man kennt dich, alter Kronensohn!" u uiiinn Kreuzworträtsel. rig.=Phot.: Otto Bruhns. gesamte Lebensweise konsequent und ohne Unregelmäßigkeiten auf die Vorschrift eingestellt werden, weil sonst der Erfolg ein zweifelhafter7 ist. Andererseits hat Schlankwerden nichts mit lso wenigem Essen zu tun unt Dickwer mit übermaßigem Genuß von Speisen. Die erste Regel, um stärker zu werden, lautet: Niemals mit nüchternem Magen ausgehen! Die zweite: Genuß von stärkehaltigen Speisen und Gemüsen, Suppen, Butter, Milch, Käse und Teigspeisen. Die dritte Regel: Als Getränk diene Honigwasser, auch gute Weine. Die vierte Regel: Meidung von Kaffee. Tee, Milchkaffee, dafür Genuß von Schokolade. Die fünfte Regel: Langes Schlafen, und zwar mindestens neun bis zehn Stunden, frühzeitig schlasen gehen, wenig körperliche Anstrengungen, sowie nach Tisch ein Mittagsschläschen. Die sechste Regel: Zerstrenung suchen, Sorgen und Melancholie sowie trübsinnige Gesellschaft Für diesenigen, die dünner werden wollen, mag grundsätzlich gesagt sein, daß sie unbedingt Wert auf kohlehydrathaltige. Nahrung legen müssen, um das Herz nicht zu schwachen: Das sei die erste Regel. Die zweite lautet: Wenig Fleisch bzw. überhaupt keins, keine stärkehaltigen Speisen, dafür Schwarz= oder Roggenschrotbrot, Zucker und vitaminreiche Gemüse, die die Verdauung anregen, wie etwa Bohnen, Spinat, Salate und Früchte. Die dritte Regel: Recht viel heiße Getränke, gut gezuckert, keinen Rotwein trinken, sondern weiße Weine oder Obstweine. Tee und Kaffee können zwar getrunken werden, doch ist Zitronenlimonade besser. Morgens und abends sei ein Gas heißes, jedoch nicht zu heißes Wasser empfohlen. Die vierte Regel: Abreibungen des Körpers mit Salzwasser, eventuell Einreibung der Körperstellen, die abmagern sollen, mit sogenannter Eutfettungsseife. Die fünfte„Regel: Nur sienen Stunden Schlaf! Und die sechste: Täglich mindestens zwei Stunden Spaziergang. * Nervöses Magenleiden. Fast jedermann ist jetzt nervös, und so wird auch der Magen von dieser Zeittrankheit in Mitleidenschaft gezogen. schmerzen— schon wird über ein„nervöses Magenleiden“ geklagt. Niemand sollte seinen Magen übermäßig beobachten. Es wird aufs genaueste geprüft, welche Wirkung diese oder jene Speise auf den Magen ausübt. Das ist verkehrt. Gerade durch diese Selbstbeobachtung wird der Magen krank. Natürlich ist es von Wichtigkeit, über das Wohlbefinden seines Körpers zu wachen, aber allzuviel ist auch hier Magenneurose ist meist auf allzu große Rach icd bel Pbrigi)CGen Keie 95 e eimv., unzegelmäßigteit sehr empfindlicher Ein gegen Amtiggunggg ähr emeinnting! oder für nervöse Siorungen empfänglicher Magen kann nur durch strenge Diät geheilt Es austür zu wersen. Aus diesem Grunde hat Senkrecht: 1. Baum, 3. Geistlicher, ch in manchen Ortschaften das Straßennivean einer Universitätsfakultät, 4. westdeutsche Inu Laufel der Zeit derart gehoben, daß es gegen= dustriestadt, 5. Stadt in Europa, 7. bekannter därtig über den Hausdächern liegt. Man Fierimporteur, 9 Religion, 10 franz. Romangibt etwa 3800 Arten Gräser. 9 In vielen tibetanischen Dörfern bestehr die Gepflogenheit, sämtlichen Unrat einfach vor die Haustür zu wersen. Aus diesem Grunde hat sich im mußte, um an die Landstraße zu gelangen, eigene Wege durch diesen oft Jahrhunderte alten Unrat graben. * Das Recht der katholischen Kirche, jemanden heilig zu sprechen, hat nicht immer bestanden. Zum ersten Male wurde dies im 12. Jahrhundert geltend gemacht. Dabei handelt es sich jedoch um Heilige, die für die ganze Christenheit als solche betrachtet werden; Lokalheilige hat es indessen schon immer gegeben. Waagrecht: 2. Raubvogel, 6. deutscher Badeort, 8 eine der russischen Sowjetrepubliken, 11. Mineral, 13. Fehllos, 15. Schwung, 16. römischer Kaiser, 17. Gedenkbuch, 19. Stadt in Preußen, 20. Stadt in Westdeutschland, 22. ein großer Eingang, 23. Beweisstück. Senkrecht: 1. Baum, 3. Geistlicher, Vorsteher dustriestadt, 5. Stadt in Europa, Teetnndgtlrgg v. Religten, Ko.„0. Wu3u schriftsteller, 12. Gebirgsformation, 14. Getrank, 18. eine Koppel Jagdhunde, 19. Warengattung, 21. französischer Romandichter. ae 2 Mi 22 M M u 35 u MM Nuni u ir M W aun u M Buigiins Jeindschaft. Originalzeichnung von Walter Zille. EIN voc FASTENOE WIRD SEERM! ROMAN VoN GERT ROTHBERG Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle(Saale) 121 Nachdruck verboten. Unglaublich! Meine Frau trifft sich mit Leuten, die bereits mehrere Male mit Zuchthaus bestraft sind, dachte Frank Dahlmann amüsiert. Dabei hat der Kerl sie schon einmal auf das Gemeinste belästigt. Hat sie das denn ganz und gar vergessen? Er setzte sich wieder an seinen Schreibtisch und versuchte zu arbeiten. Schließlich warf er wütend den Füllfederhalter zur Seite. „Meine Liebe kostet mich etwas, das muß ich schon sagen. Nicht einmal arbeiten kann ich mehr in Ruhe— und das ist mehr Verlust als alles andere. Dabei habe ich das süße Dingel täglich lieber. Ach was, lieber! Verrückt werde ich noch, wenn sie mir nicht bald gehört. Ob sie noch an Rohrbeck denkt? Oder hat ihr seine Verlobung doch eine andere Meinung über ihn beigebracht? Ich hatte ihm damals meine Hilfe angeboten. Er hat sie nicht in Anspruch genommen, sondern er hat diese Verbindung vorgezogen. Nun, das war seine Sache. Wenn ich bloß wüßte, wie Lore jetzt denkt.“ Diese Gedanken gingen durch seinen Kopf, während er jetzt im Zimmer hin und her lief. Drüben kauerte Lore in ihrem Zimmer in der Ecke des kleinen Sofas und schluchzte wild. „Immer und immer wieder ist er Sieger. Ich will ihn nicht anerkennen, ich will es nicht. Er ist ein brutaler Geldmensch— mag er zu seiner Entschuldigung vorbringen, was er will.“ Am Nachmittag fuhr sie ein Stündchen zu Suse Gerling. Die war glücklich verheiratet, war eine langjährige Freundin von ihr, und sie hatten sich immer sehr gut verstanden. Direktor Gerling war ein blonder, sympathischer Mann, und freute sich, wenn Lore kam. Er war ein kühler Geschäftsmann; das hinderte ihn aber nicht, daheim ein bißchen unter dem reizenden Pantöffelchen seiner Frau zu stehen und unsinnig glücklich und zufrieden zu sein, sobald er sein Heim betrat. Heute strahlte Suse Gerlings Gesicht ganz besonders hell und glücklich. Es war so auffällig, daß Lore sie fragte, was ihr denn eigentlich widerfahren sei. „Hast du vielleicht ein Geschenk von deinem Manne erhalten?“ fragte Lore. „Eigentlich sollte es noch niemand wissen, Lore. Aber vor dir habe ich keine Geheimnisse. Du bist ja jetzt auch glücklich verheiratet. Ich werde ein Baby haben.“ Lores schönes Gesicht wurde dunkelrot. Stammelnd brachte sie ihren Glückwunsch vor. Suse strich über die heißen Wangen der Freundin. „Aber Kleine, sprich vorläufig mit niemand darüber! Deinem Manne kannst du es sagen, der bringt es bestimmt nicht unter die Leute, dein schöner, wortkarger Mann.“ „Gewiß nicht.“ Die junge, glückliche Frau plauderte und lachte, und Frank Dahlmanns Frau war gezwungen, ein Glück zu heucheln, von dem sie doch meilenweit entfernt war. Sie würde ja doch nie so glücklich sein können wie die braunhaarige, rosige Suse. Glück? Sie wollte kein Glück! Sie hatte sich verkauft, war die Sklavin Frank Dahlmanns! Sklavin? Wieso Sklavin? Ließ er ihr nicht ihre Freiheit? Blieb er nicht immer der, der vornehm gab, ohne sich den Lohn zu nehmen? Und wenn es— zur Trennung kam, er wollte es doch— ging sie dann nicht aus dieser Ehe, als sei alles nur ein Traum gewesen? Ein böser Spuk? Spuk? Dieser Aufenthalt in Franks vornehmem Hause ein böser Spuk? Wo man ihren Willen respektierte, wo ihr jeder Wunsch erfüllt wurde? Aber so, wie es jetzt war, konnte es doch auch nicht bleiben? Und Frank wollte das doch auch nicht? „Ich wollte dich bitten, mit deinem Manne zu meinem Geburtstage zu kommen“, sagte sie, denn der Freundin schien ihr Schweigen aufzufallen. „Ach, wie lieb von dir! Rudolf hat in letzter Zeit geschäftlich mit deinem Manne zu tun— wegen des neuen Krüppelheims, das dein Mann baut.“ „Krüppelheim? Was für ein Krüppelheim?“ fragte Lore. „Ach, jetzt habe ich wohl eine Dumheit gemacht? Es wird nämlich Leonorenhaus heißen. Aber, bitte, verrate mich nicht! Wenn du es noch nicht weißt, dann soll es gewiß eine Ueberraschung für dich sein. Also wir kommen bestimmt.“ Lore blieb schweigsam. Also auch da hatte sie Frank unrecht getan. Er baute ein Krüppelheim! Weshalb aber erhielt es ihren Namen, wenn er sich doch bald von ihr trennen wollte? Lore mühte sich, der Angelegenheit eine harmlose Deutung zu geben. Aber bei dem Gedanken an eine Trennung von Frank spürte sie wieder diesen wahnsinnigen Schmerz. Ganz still saß sie da. Die Freundin beobachtete sie mit feinem Lächeln, sagte jedoch nichts. Aber sie dachte, daß vielleicht ein kleiner Zank in der jungen Ehe gewesen sei, und da war es doch besser, ja keine Frage zu stellen, denn das renkte sich ganz von selber wieder ein. Diese beiden schönen Menschen waren füreinander geschaffen. Wer wollte denn daran zweifeln? Also war hier Schweigen am Platze. Und die hübsche kluge Frau Suse sprach von diesem und jenem. Plötzlich lachte sie hellauf. „Ach du! Den Rohrbeck habe ich gestern mit seiner Braut getroffen. Solch ungleiches Paar sieht die Welt bestimmt nicht wieder. Sie sieht grundhäßlich aus, und er macht einen ganz zerfahrenen Eindruck. Ob es vielleicht wirklich keine andere Hilfe für ihn gegeben hat wie diesen Schritt, zu dem man ihm wirklich von Herzen nur Beileid aussprechen kann?“ „Das kann uns ja gleich sein, was Herrn von Rohrbeck zu diesen Schritt getrieben hat. Es kann eben nicht immer jeder nach seinem Herzen fragen, sondern er muß es ausschalten.“ Lore hatte es ganz leise gesagt. Da blickten Suses Augen plötzlich sehr aufmerksam in das Gesicht der Freundin. Lore aber bereute die Worte. Hatte sie jetzt nicht Frank wieder bloßgestellt? Wenn die Freundin nun doch etwas witterte? Suse Gerling plauderte von etwas anderem; aber ihr lag plötzlich das Herz schwer in der Brust. Wenn Lore unglücklich geworden wäre? Gewaltsam zwang sie ihre Gedanken nach einer anderen Richtung. Es gelang ihr auch, Lore gesprächiger zu machen, als sie von dem Ball anfing, zu dem die Geheimrätin von Hamann gebeten hatte. „Was ziehen wir denn da an? Das heißt, ich werde mit dir keinen Vergleich aushalten können. Mein Mann mahnt immer zum Sparen. Ich gefiele ihm in jedem Fähnchen, meinte er erst gestern. Dann ist es ja gut. Weiter brauche ich ja schließlich niemand zu gefallen. Aber die Geheimrätin würde es als einen Tort für ihr elegantes Fest auffassen, ginge man nicht auch elegant. Also hat mein gestrenger Rudolf sich schweren Herzens entschlossen, mir ein Kleid zu spendieren. Weiße Seide mit kurzer Samtjacke, die mit Pelz besetzt ist. Die große Mode. Na, ich werde auch darin mit meiner kleinen molligen Figur nicht gerade fabelhaft aussehen. Macht nichts. Neben der schönen Frau Frank Dahlmanns sieht ja doch jede andere fad aus. Also ist es am besten, man rechnet gleich von vornherein mit einer todsicheren Niederlage.“ Suse hatte das alles sehr vergnügt vorgebracht. Es lag ihr daran, daß auch Lore wieder fröhlich wurde. Es gelang auch. Dann wurde draußen die Stimme des Direktors laut. Suse huschte hinaus. Im Triumph brachte sie ihren Mann herein. „Da ist sie, unsere schöne Lore. Na, nun soll aber noch ein sehr gemütliches Kaffeestündchen folgen.“ Dieses gemütliche Stündchen folgte wirklich. Einmal fiel es Lore— mitten in einem fröhlichen Gelächter— schwer aufs Herz, daß sie nichts daheim hinterlassen und daß Frank nun einsam seinen Kaffee trank. Einsam? Wenn er sie fortschickte, für immer, dann würde er doch auch wieder einsam sein? Einsam? Nein! Eine schöne, feurige Frau würde sein Heim schmücken. Lore legte den kleinen silbernen Löffel nieder. Er klirrte leise. Direktor Gerling sprang auf. „Gnädige Frau, ist es Ihnen angenehm, wenn ich Ihren Herrn Gemahl bitte? Sie fahren dann miteinander heim; es wird nämlich sehr dunkel inzwischen. Suse darf nie allein ausgehen. In der heutigen Zeit ist das sehr gefährlich.“ Direktor Gerling hatte ganz gewiß ohne jede Absicht gesprochen, denn er wußte ja nichts, aber Lore erinnerte sich jetzt, daß sie abermals Franks Wunsch nicht respektiert hatte und allein ausgegangen war. „Ich weiß nicht, ob mein Mann jetzt Zeit hat“, sagte sie leise. Herr von Gerling lachte fröhlich. „Aber selbstverständlich hat er Zeit. Ich habe ihn doch erst vorhin getroffen. Er hatte es eilig, meinte, er würde zum Kaffee erwartet.“ Lore blickte beschämt vor sich nieder. Endlich sagte sie: „Ich dachte, er käme heute nicht, er— hatte— doch eine wichtige Unterredung.“ Sie glaubte, die Situation mit diesen Worten gerettet zu haben Herr von Gerling meinte aber, das sei ein doppelter Grund, Herrn Doktor Dahlmann noch zu bitten. Er ging auch hinüber in sein Zimmer, um sich telephonisch mit ihm in Verbindung zu setzen. Nach einer Weile kam er ein bißchen niedergeschlagen zurück und meinte, Doktor Dahlmann habe noch dringend zu arbeiten. Er werde jedoch in einem Stündchen den Wagen schicken, damit seine Frau ungefährdet nach Hause komme. Lore versuchte vergeblich, das Zittern ihrer Hände zu verbergen. Direktor Gerling sah seine Frau mit einem Blick an, der so viel hieß wie: Was ist denn in der Dahlmannschen Ehe los— zum Donnerwetter? Das Ehepaar ließ sich aber nichts merken und plauderte herzlich mit Lore. Nach einem Stündchen fuhr dann wirklich der Wagen vor, und das Ehepaar begleitete den Gast hinunter. Lore brachte die Einladung zum Geburtstag noch einmal vor, und dann fuhr sie davon. Mit nachdenklichen Gesichtern sah das Ehepaar ihr nach. Merkwürdigerweise aber erwähnte keiner von ihnen das Dahlmannsche Ehepaar, als sie wieder oben in ihrem schönen Heim waren. Es war, als fürchte sich jeder, seine Gedanken laut werden zu lassen. Daheim angekommen, schlich Lore über den Gang, an dem ihre und des Gatten Zimmer lagen. In ihrem dunklen Zimmer saß sie dann und zergrübelte sich den Kopf, weshalb Frank nicht gekommen war. Er stand mit Direktor Gerling in freundschaftlicher Geschäftsverbindung, und hatte keinen Grund, eine kleine Einladung in dessen Hause schroff zurückzuweisen. Also war er nur um ibretwillen nicht gekommen. Lore lauschte auf jedes Geräusch, was von nebenau ertönte. Er mußte drüben sein. Einmal schrak sie zusammen. Ehe sie Licht machen konnte, war jemand eingetreten. Sie sah es an den Umrissen der riesigen Figur, daß es Frank war. Er machte Licht, kam näher, sagte ein wenig spöttisch: „Du bist im Dunkeln? Und noch nicht einmal ausgekleidet?“ Sie stand auf, sah ihn an, wußte nicht, daß es den Mann ungeheure Ueberwindung kostete, sie jetzt nicht in die Arme zu nehmen, wie sie vor ihm stand, das Mützchen schief auf den blonden Locken. „Ich— ja, ich habe ein bißchen geträumt!“ Er lachte gutmütig. „Kleine Mädel träumen gern. Es kommt nur darauf an, ob es etwas Schönes ist“, sagte er dann. Sie blickte vor sich nieder. Sie hätte ihn gern gefragt, weshalb er nicht gekommen sei, als Direktor Gerling ihn bat, und er doch wußte, daß sie dort sei. Aber sie wagte es nicht. In ihr Schweigen hinein klang seine Stimme: „Warte heute nicht mit dem Abendbrot auf mich, kleines Mädel! Ich speise außerhalb und komme wohl auch erst gegen Morgen heim. Möchtest du ins Theater? Frau Keller kann dich begleiten— bestimme nur. Aber allein gehe auf keinen Fall! Ueber den heutigen Nachmittag wollen wir nicht mehr sprechen. Trotzdem du mir immer wieder aufs neue zu beweisen suchst, wie sehr du meine Wünsche mißachtest. Also, wie ist es mit dem Theater? Oder möchtest du Gisela Kornelius im Künstlersaal hören? Ich könnte da noch Karten besorgen.“ „Bemühe dich nicht— ich bleibe am besten daheim.“ Er seufzte leise. „Wie du willst, Lore. Ich werde mich dann noch vor dir verabschieden.“ „Oh, halte dich mit mir nicht auf! Ich bin ja so unwichtig.“ Als sie es gesagt hatte, bereute sie es. Er konnte es auffassen, als sei sie über sein Ausgehen unglücklich. Wie furchtbar das wäre, wenn er das denken würde! Es war doch nicht an dem. Was störte es denn sie, wenn Doktor Frank Dahlmann am Abend allein ausging? Dieser Mann, vor dem sie sich fürchtete?! Als habe er ihre letzten Worte nicht gehört, sagte er kühl: „Ich werde dir dann gute Nacht sagen, wenn du nicht ausgehen willst. Was ich noch sagen wollte: Bitte, richte dich darauf ein. Wir fahren in den nächsten Tagen auf mein Gut Friedrichsheim hinaus. Wie lange wir bleiben, weiß ich noch nicht. Weihnachten sind wir selbstverständlich zurück. Das wollen wir ja alle zusammen in Loringen feiern. Recht viele Menschen am Heiligabend, das wird ja auch dir das liebste sein.“ „Ja, gewiß!“ Dann setzte sie hastig hinzu: „Ich habe Gerlings zu meinem Geburtstag eingeladen. Muß ich wieder absagen? Da ich nicht weiß, welchen Tag du für die Fahrt nach Friedrichsheim bestimmst?“ „Deinen Geburtstag? Richtig, den müssen wir hier feiern. Gut— wir fahren am Fünfundzwanzigsten.“ Am Zweiundzwanzigsten war ihr Geburtstag! Frank ging. Lore starrte auf die Tür. „Wie eine Gefangene behandelt er mich, wie eine Leibeigene!“ dachte sie zornig; dabei riß wieder der scharfe Schmerz in ihr. Gegen sieben Uhr kam er dann, im eleganten Abendanzug, weiße Handschuhe und den Hut schon in der Hand. Wo— ging er hin? Doch— sicherlich zu einer Dame! Daran war kaum zu zweifeln. Aber durfte er denn das Er war doch auch verheiratet? (Fortsetzung folgt.)