ORNTUF „SAze Seilung“ erschen. wöchenklich soche mal. Besogepens wöchentlich 43 Pfemig, Einyelaummer 1# Pfg. Drutk u. Verlag von C. Blam, Schwerte(Ruhr), ostscheckenten: Dortmund 2652 und Honnooer 21 874. Große Mardtstr. 3—4 Verontwortlich sie den Ange amszi H. Cona, Schweng. Hamus urto Verbunden mit: Schwerter Tageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung Volksblatt Westhofener Zeitung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung fie dur secheg fpok. mmsthee Dig. Varatag= und amtliche Aaseiges 4 Pig, Rak ans: zeile 20 Pt. Für teieson aufgegedens bem Genche. Bo unntbmngsche. Boimchchlbrungen, demegerusen durch böhere Gewalten, übernehmen wir heinerlei Gewäde für pünktliches Crscheinen der Jeitung u. kann auc keinsget Auspruch auf Schadenersatz oder Nochlieserung erdoden werden Tageblatt für die Stadt Schwerte und das Amt Westhofen Kreisblatt für den nördlichen Teil des Landkreises Iierlohn Nr. 39 En'scheidung steht bevor Schwerte(Kuhr), Donnerstag, den 15. Jebrnar 1934 Wien Jerrpe Floridsdorf in den Händen der Regierungstruppen- Neue Kämpfe in Meidling- hunderte von Loten Meimazum an die Schutzoandier In Wien haben die Kampfhandlungen am Mittwochvormittag wieder in größerem Umfange eingesetzt. Die Kämpfe erstrecken sich jetzt hauptsächlich auf den Abschnitt Floridsdorf. Die Regierungstruppen nahmen nach längerer Artillerievorbereitung die Gartenstadt sowie einen größeren Gemeindebau. Floridsdorf soll gegenwärtig von allen Seiten von den Regierungstruppen eingeschlossen sein. Den Schutzbündlern soll ein um 12 Uhr ablaufendes Ultimatum gestellt worden sein, die Waffen abzuliefern und sich zu ergeben, andernfalls das gesamte Gebiet, in dem sich die Schutzbündler verschanzt haben, vollständig mit Artillerie zusammengeschossen würde. Aus St. Pölten sind am Vormittag die Artillerie und Regierungstruppen eingetroffen und sofort in Floridsdorf in den Kampf eingesetzt worden. Die Zahl der Schutzbündler in Floridsdorf wird halbamtlich mit 3000 Mann angegeben. Schwere Kämpfe sollen gegenwärtig auch an der Philadelphia-Brücke im Gange sein.— Auch aus Ottakring werden Kämpfe gemeldet. In den Mittagstunden des Mittwochs wird von amtlicher Seite mitgeteilt, daß der letzte Kampfabschnitt, der noch in größerem Ausmaße im Besitze der Schutzbündler war, nämlich die Stellungen in Floridsdorf von ihnen geräumt worden sind und sich nunmehr vollständig im Besitze der Regierungstruppen befinden. Die Schutzhündler haben sich in Floridsdorf ergeben und die weiße Fahne gehißt. Auch die Kämpfe an der Philadelphia-Brücke sind gegen Mittag zu Ende gegangen. Auch in den anderen Kampfabschnitten sind die Schutzbündler im Rückzug. Aus einzelnen Arbeiterhäusern sind bereits weiße Fahnen gehißt. Bei der Besetzung wurden Mengen von Waffen und Munition aufgefunden. Im 12. Bezirk ergab sich ebenfalls eine große Anzahl von Schutzbündlern. Da die Polizei zum Abtransport der Gefangenen nicht ausreichte, wurden die in der Umgebung liegenden Magazine besetzt und die Gefangenen dort sofort eingesperrt. Die Truppen haben am Vormittag eine systematische Durchsuchung sämtlicher roter Gemeindehäuser vorgenommen, die von den sozialdemokratischen Gemeindeverwaltungen seit Jahren mit öffentlichen Mitteln als strategische Stütz punkte für einen etwaigen Bürgerkrieg hergerichtet waren. Das Gaswerk Leopoldsau an der Grenze von Floridsdorf, das bisher ununterbrochen von Schutzbündlern besetzt war, ist ebenfalls in die Hände der Regierungstruppen gefallen. Im Judenhof, ebenfalls in Floridsdorf, versuchten sich die Schutzbündler zunächst in Stellungen einzugraben. Das Polizeikommissariat im Bezirk Floridsdorf, das seit Beginn des Aufstandes inmitten des Schußfeldes sowohl von Seiten der Regierungstruppen als auch der Schutzbündler lag, hatte schon in den Vormittagsstunden Luft bekommen, so daß es zum ersten Mäle seit diesen Tagen verlassen werden konnte. Bei dieser Einzelaktion sollen 100 Gefangene gemacht worden sein. Angeblich sollen sich 200 marxistische Straßenbahnangestellte der Bundesexekutive zur Verfügung gestellt haben. Die Leiche des am Dienstag getöteten Bezirkshauptmanns Friedrich wurde in Floridsdorf gefunden. Im Schlingerhof(Floridsdorf) der von den Regierungstruppen mit Minen beschossen worden war, sind jetzt 50 Tote aufgefunden worden. Neuer Kampf in Meidling entbrannt Im Bezirk Meidling setzten Mittwoch mittag Regierungstruppen zum Angriff auf das Meidlinger Gemeindehaus, einen ausgedehnten Gebäudekomplex, an, in dem sich die Schutzbündler verschanzt hatten. Die Regierungstruppen beschossen das Gebäude zwei Stunden lang mit Maschinengewehren. Schließlich wurde ein Panzerwagen eingesetzt. Vor Eröffnung des Feuers war den Frauen und Kindern gestattet worden, mit ihren Sachen das Gemeindehaus zu verlassen. Von den Schutzbündlern wurde aus allen Fenstern das Feuer heftig erwidert. Eine Frau wurde durch Querschläger getötet. Flugzeuge über Wien Nach einer späteren Meldung aus Wien sind in Meidling die Kampfhandlungen noch im Gange. Der Angriff der Regierungstruppen richtet sich gegen verschiedene Gebäude, darunter gegen die tschechische Schule des Minderheitenvereins„Komonsky“. In den Wiener Außenbezirken gehen die Kämpfe um die einzelnen Widerstandsnester weiter. Die von den Schutzbündlern auf dem LaaerBerg ausgehobenen Schützengräben wurden nach Artillerievorbereitung von den Truppen genommen. In Florisdorf wird zurzeit eine Haussuchung in sämtlichen Gebäuden vorgenommen. An der Rückzugslinie der Schutzbündler nach Kagram entwickeln sich neue Feuergefechte. Der tschechische und der südslawische Militärattachee wollten sich in das Kampfgebiet begeben, um es zu besichtigen. Sie wurden jedoch von der Polizei ersucht, sich zurückzuziehen. Flugzeuge der Regierung haben am Mittwochnachmittag Flugzettel über Wien abgeworfen, in denen die Arbeiterschaft aufgefordert wird, die Ruhe zu bewahren und sich der allgemeinen Aufbauarbeit der Regierung anzuschließen. * Eine Prager Meldung stellt die Angelegenheit jedoch anders dar: Ein Extrablatt des tschechischen sozialdemokratischen„Prave Lidu“ teilt mit, daß aus Flugzeugen der Aufständischen über Wien Flugzettel abgeworfen wurden, in denen die Arbeiterschaft unter dem Versprechen baldiger Hilfe vom Lande her zum Ausharren aufgefordert wurde. Es heißt dann weiter:.„4### 8 „Unser Berichterstatter erklart, daß die Führer des Aufstandes, Dr. Deutsch und Dr. Bauer, in Oesterreich sind und daß Dr. Deutsch die militärische Aktion der Arbeiterschaft leitet. Den Ort ihres Aufenthaltes können wir aus begreiflichen Gründen nicht angeben.“ land das standrechtliche Verfahren für Fälle des Aufruhrs verkündet. Haustore und Gasthäuser müssen um 20 Uhr geschlossen werden. Um den Uebertritt von Schutzbündlern nach der Tschecho=Slowakei zu verhindern, hat die Regierung die Grenzwachen an der tschecho=slowakischen Grenze außerordentlich verstärken lassen. Wachsende Totenziffern Noch immer ist durchaus keine Klarheit darüber zu erlangen, was das Blutbad von Wien bis jetzt an Todesopfern gekostet hat. Es läuft zwar die Zahl von 384 Toten um, jedoch wird behauptet, daß diese Angabe aus linksgerichteten Kreisen stammt, und daß sie als reine Kombination aufzufassen sei. Die einzig sichere Angabe, die zur Verfügung steht, ist die über die Zahl Personen, die schwer verwundet in das„Allgemeine Krankenhaus“ eingeliefert wurden und dort ihren Verletzungen erlegen sind. Diese Zahl belief sich zuletzt auf 123 Personen. Ferner sollen in den Nachmittagsstunden vom Dienstag 100 Leichen bei der Prosektur des Anatomischen Instituts eingeliefert worden sein. Die Rettungsgesellschaft gibt an, daß sie am Montag 136 Personen, am Dienstag 148 Personen behandelt hat. Dazu kommen noch 13 Fälle, in denen sie lediglich den Eintritt des Todes feststellen konnte. Bei all diesen Angaben kann es sich selbstverständlich nur um Teilziffern handeln. 50 sozialdemokratische Führer verhaftel Außer dem ehemaligen Bürgermeister von Wien, Seitz, sind jetzt über 50 sozialdemokratische Führer verhaftet worden, unter denen sich der bekannte Sozialdemokrat Dr. Karl Renner, ferner der ehemalige General und Schutzbundführer Theodor Körner, zwei Bundesräte, fünf Stadträte, zahlreiche Gemeinderäte und Bürgermeister, Magistratsdirektoren, der Obmann der sozialdemokratischen Parteiorganisation, Frey, der Oberinspektor des Elektrizitätswerkes, der Chefredakteur des sozialistischen„Kleinen Blattes“ befinden. Weitere Verhaftungen von sozialdemokratischen Führern sollen bevorstehen. Flucht aus Wien Die polnische Presse verfolgt mit größter Aufmerksamkeit die blutigen Vorgänge in Oesterreich. Blättermeldungen zufolge waren die letzten Eisenbahnzüge aus Wien überfüllt, was darauf zurückgeführt wird, daß die Juden in großen Scharen Wien verlassen und zum Teil nach Poten flüchten. Der Neicherni auf Heheden. Hotwendige Schlußfolgerung beim Heubau des Reiches— Das Gesetz der Reichsregierung und seine Begrundung Das erste Todesurteil des Wiener Standgerichts Das Standgericht fällte am Mittwochvormittag das erste Todesurteil. Der angeklagte Angehörige des Republikanischen Schutzbundes, Karl Munichreiter, der in den letzten Kämpfen schwer verwundet worden war, und aus dem Krankenhaus vor das Standgericht gebracht wurde, ist zum Tode durch den Strang verurteilt worden. Das Urteil ist um 16,41 Uhr durch den Strang vollzogen worden. Am Mittwochnachmittag sind drei weitere Standgerichte zusammengetreten. Angeklagt ist u. a. der Kommandant der Hauptfeuerwache in Florisdorf, Ingenieur Weisel. Von dieser Wache wurde die Polizei wiederholt beschossen, wobei zehn Wachbeamte, darunter der Stabshauptmann Friedrich, getötet wurden. Bei dem zum Tode durch den Strang verurteilten Schutzbündler handelt es sich um den Führer einer Schutzbundgruppe. Die übrigen neun vor dem Standgericht stehenden Angeklagten sind dem Schwurgericht zur Aburteilung überwiesen worden. In Graz standen am Mittwoch 24 Schutzbündler vor dem Standgericht; ebenfalls ist in Caoben ein Standgericht gebildet worden. Der Sicherheitsdirektor hat für das BurgenDie Reichsregierung hat unter dem 14. Februar ein Gesetz verkündet, durch das der Reichsrat aufgehoben wird. Die Reichsregierung gibt dazu folgende Begründung bekannt: „Aufgabe des Reichsrates war nach der Weimarer Verfassung(Artikel 60) die„Vertretung der deutschen Länder bei der Gesetzgebung und Verwaltung des Reiches". Nachdem durch das Gesetz vom 30. Januar 1934(Reichsgesetzblatt I S. 75) die Hoheitsrechte der Länder auf das Reich übergegangen und die Landesregierungen der Reichsregierung unterstellt sind, bleibt für eine mit den Befugnissen des Reichsrates ausgestattete Körverschaft kein Raum mehr. Bei der durch das Ermächtigungsgesetz vom 24. März 1933 eingeführten vereinfachten Gesetzgebung wirkt der Reichsrat nicht mehr mit, auch nicht bei den zur Ausführung der Regierungsgesetze ergehenden Verwaltungsvorschriften. Die etwa notwendige Information der Landesregierungen geht nicht mehr über den Reichsrat, sondern über die Reichsstatthalter. Es verblieb sonach nur die Mitwirkung des Reichsrates bei Ausführungsvorschriften zu den früheren Parlamentsgesetzen und den Notverordnungen, ferner die Mitwirkung bei den Verwaltungsakten. Auch diese dem Reichsrat bislang noch vorbehaltene Tätigkeit hatte sich auf Grund der geänderten Geschäftsordnung in den letzten Monaten fast ausschließlich in der Form eines schriftlichen„Umlauf"=Verfahrens abgespielt. Bei den Befugnissen, die dem Reichsrat vor allem auf dem Gebiete der Verwaltung verblieben, ist zu unterscheiden zwischen der Mitwirkung des Reichsrates und seiner selbständigen Betätigung. Ueberall da. wo der Reichsrat neben einem Reichsorgan, meist der Reichsregierung oder einem Fachminister tätig wurde. fällt diese meist in der Form der„Anhörung".„Zustimmung" oder„Genehmigung“ sich vollziehende Mitwirkung ersatzlos fort(§ 2 Abs. 1). soweit nicht auf Grund des§ 3 im Einzelfall eine anderweitige Regelung getrofsen wird. Das gleiche gilt für die Fälle, in denen dem Reichsrat ein Vorschlagsrecht über die Besetzung von Beamtenstellen und dergleichen zustand. In den Fällen der selbständigen Betätigung des Reichsrates, die auf dem Gebiete der Verwaltung durch„autoritative Festsetzung", durch„Verleihung". „Ernennung".„Wahl“, durch den Erlaß von Geboten oder Verboten, durch Entziehung von Rechten. durch die Festsetzung von Bedingungen usw. in Erscheinung trat, bedarf es für den fortfallenden Reichsrat der Bestimmung eines Ersatzes, an seine Stelle tritt gemäß§ 2 Abs. 2 der zuständige Reichsminister oder die von diesem im Benehmen mit dem Reichsminister des Innern bestimmte Stelle. In zahlreichen Körverschaften und Organen der verschiedensten Att war die Mitwirkung von Bevollmächtigten zum Reichsrat vorgesehen. Die Mitwirkung der Bevollmächtigten zum Reichsrat entfällt in Zukunft(S 2. Abs. 3).“ Der Worklaut des Gesetzes Die Reichsregierung hat das folgende Gesetz beschlossen, das hiermit verkündet wird: S 1 (1) Der Reichsrat wird aufgehoben. (2) Die Vertretungen der Länder beim Reich fallen fort. S 2 (1) Die Mitwirkung des Reichsrates in Rechtsetzung und Verwaltung fällt fort. (2) Soweit der Reichsrat selbständig tätig wurde. tritt an seine Stelle der zuständige Reichsminister oder die von diesem im Benehmen mit dem Reichsminister des Innern bestimmte Stelle. (3) Die Mitwirkung der Bevollmächtigten zum Reichsrat in Körverschaften. Gerichten und Organen jeder Art fällt fort. S 3 Die zuständigen Reichsminister werden ermächtigt. im Einvernehmen mit dem Reichsminister des Innern ergänzende Bestimmungen zu treffen und bei der Bekanntmachung einer Neufassung gesetzlicher Vorschriften die aus diesem Gesetz sich ergebenden Aenderungen zu berücksichtigen. Berlin, den 14. Februar 1934. Der Reichskanzler: Adolf Hitler. Der Reichsminister des Innern: Frick. * Durch die Aufhebung des Reichsrates, die jetzt ausgesprochen worden ist, findet eine Einrichtung ihr Ende. die durch die Reichsverfassung vom 11. August 1919 an die Stelle des alten Bundesrates gesetzt wurde. und die eine Vertretung der deutschen Länder bei der Gesetzgebung und Verwaltung des Reiches sein sollte. Der Reichsrat hielt früher nahezu allwöchentlich Vollsitzungen im Bundesratssaal des Reichstagsgebäudes ab und siedelte später. nach dem Brande im Reichstag. nach dem Reichsministerium des Innern über. In den letzten beiden Jahren ist er nur noch selten versammelt worden. Im neuen Reich wurden die umständlichen Vollsitzungen fast völlig aufgegeben und ein UmlaufVerfahren eingeführt, das eine rasche Erledigung dringender Vorlagen ermöglichte. Die letzte Sitzung. die am Jahrestage der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus am 30. Januar dieses Jahres gleich nach der denkwürdigen Reichstagssitzung stattsand, erhielt historische Bedeutung durch die einstimmige Annahme des Gesetzes über den Neuaufbau des Reiches. Durch die Schaffung der Reichseinheit ist der Reichsrat ale besondere Vertretung der Länder überflüssig geworden. 18 Ontter nech sehr Arnste ense in Sesterrein, Regierungstrupgen beim Aufbau von Stacheldrahtverhauen in einer der Hauptstraben Eisenbahnauschläge in Oberösterreich und Salzburg Nach den dem Oestereichischen Pressedienst vorliegenden Nachrichten aus Oesterreich ist die Lage im ganzen Land nach wie vor sehr ernst. In der Stadt Steyr in Oberösterreich sind die Aufständischen immer noch Herr der Lage, nachdem sie lediglich einen Teil der Stadt nach heftigem Artilleriefeuer räumen mußten. Die Stadt ist vom Bahnverkehr abgeschnitten, da die Marxisten die Bahngleise nach St. Valentin gesperrt haben. Eine Gendarmerieabteilung wurde von den Marxisten überfallen und ließ 11 Tote am Platze zurück. Im Salzburger Bahnhof wurde am Mittwoch eine Lokomotive aus der Drehscheibe vor dem Lokomotivschuppen umgestürzt, so daß die anderen Lokomotiven nicht ausfahren konnten. Der Bahnhof wurde später von einer Abteilung des Schutzkorps besetzt. In der Nähe von Puch sprengten die Marxisten einen Elektrizitätsmast der wichtigen Bahnstrecke Salzburg—Bischofshofen, so daß der Verkehr nur noch eingleisig aufrechterhalten werden kann. In Zell am See weigerten sich Angehörige der Heimwehren zum Schutzkorps einzurücken, und weinten, als sie dazu gezwungen wurden. In Hallein befürchtet man den Ausbruch von Unruhen. 90 Mann der Salzburger Garnison wurden dorthin abkommandiert. Die Stadt Graz war am Dienstagabend ohne Licht. Die Straßenbahn und die Bundesbahn konnten nicht verkehren. Die Telephonverbindungen sind zum größten Teil unterbrochen, die Stimmung auf der Regierungsseite ist äußerst gedrückt. Der Kommandant der berittenen Polizei ist gefallen. Die Heimwehr wurde bisher lediglich zur Bewachung von Parkplätzen eingesetzt. In Eggenberg bei Graz war es am Dienstagnachmitlag erneut zu schweren Kämpfen gekommen. Die Kasernen der Gendarmerie und Polizei wurden von Roten gestürmt. Was sich zur Wehr setzte, wurde niedergemacht, die übrigen gefangengenommen. Je ein Ueberfallauto der Polizei und der Gendarmerie, die zur Hilfe geeilt waren, mußten sich nach kurzem Handgemenge ergeben. Später wurden Alpenjäger und weitere Verstärkungen der Gendarmerie eingesetzt, worauf sich die Sozialdemokraten in Richtung Goesting zurückzogen. Auf Seiten der Marxisten wurden hier in den Straßenkämpsen auch MinenAm Freunberg liegt das Jesuitenkloster am Südwestabhang, die Pulvermagazine, die es den Aufständigen besonders angetan haben sollen. Die Kämpfe um das sozialdemokratische Parteiheim, das dem langen Straßenzug nach„Landstraße genannt wird, waren grauenvoll. Man spricht in Linz im Gegensatz von zusammen 24 amtlich als tot gemeldeten Perionen von mehr als 60 Toten und über 100 zum großen Teile Schwerverletzten. Die Kämpfe in der Gegend der Südbahngründe waren besonders schwer, aber auch in der Nähe des Krankenhauses. Die erst kürzlich erbaute, modern eingerichtete Disterbergschule wurde von Artillerie beschossen. In den äußeren Stadtteilen von Linz tobte der Kampf zwischen 15 und 16 Uhr noch unentschieden hin und her. Aus Linz wird berichtet, daß das Bundesheer bei Kämnten um Waldegg schwere Verluste erlitten haben soll. Ein Leutnant des 8. Alpensägerregiments versuchte mit vier Mann in einem Kraftwagen die Kampflinie zu durchstoßen, wurde jedoch in schweres Maschinengewehrfeuer genommen. Alle fünf wurden getötet. In Linz sind wieder zahlreiche Verhaftungen vorgenommen worden, darunter Nationalrat Koref sowie der ehemalige Präsident der oberösterreichiichen Arbeiterkammern, Pregan. In der Stadt Linz herrscht Ruhe, jedoch finden an der Peripherie von Urfahr Kämpfe statt. Recht üdel für die Regierung liegen die Dinge offenbar in Steiermark. Eine Telefonverbindung besteht von dort nach den übrigen Ländern nur aus dem Ennstal. Darüber hinaus nach dem Süden hin ist man auf Nachrichten angewiesen, die von Motorradfahrern weitergebracht werden. Den erfolgreichsten Kämpfer gegen den Marxismus, den bekannten Gendarmerieoberst= leutnant Meisner, hatte die Regierung Dollfuß vor 14 Tagen. gleich einer Reihe anderer nationalsozialisttscher Führer, grundlos verhaftet und ins Konzentrationslager gebracht. Darob herricht noch jetzt in der Steiermark die größte Aufregung und Empörung, weiß man doch, daß ur Zeit, als man dur Nattonalsozieisten massenhaft verhaftete und einkerkerre,##mlich vor den Augen der Regierung die Aufrüstung der So zialdemokraten erfolgte. Dies erklärt auch die große Anzahl von Toten, die besonders Graz mit seinem Vorort Eggenberg und die Indun#:=s Bruck an der Mur aufzuweisen heben und die zusammen mehr als 100 übersteigen Um Bruck an der Mur waren die Murkisten noch Dienstagmittag vollständig herr der Lage. Die Exekutive, durch Ueberanstrengung und zahlreiche Verluste vollständig geschwächt, erwies sich als völlig ohnmächtig. Bestialische Kampfesweise Im Volfsogg=Traumtaler Kohlenrevier(Oberösterreich) wurden vier Wehrmänner, die einen schwerverletzten Kameraden bergen wollten, bei Thomasroith von Schutzbündlern beschossen. Drei von ihnen wurden getötet. Als eine Militärabteilung in das Arbeitshaus in Thomasroith, das eine weiße Fahne gehißt hatte, eindrang, wurde sie ebenfalls beschossen. Die Amtliche Nachrichtenstelle teilt hierzu mit, daß die durch diese bestialische Kampfesweise aufs höchste erbitterten Wehrmänner einige Schutzbündler an Ort und Stelle niedergemacht hitten. Auch in Zukunft würden die Exekutiv=Organe gezwungen sein, in derartigen Fällen zu den schärfsten Mitteln zu greifen. 36 sozialdemokratische Verhände und Vereine aufgelöst Die Amtliche Nachrichtenstelle teilt mit: Das Bundeskanzleramt hat die Auflösung von insgesamt 36 sozialdemokratischen Vereinen verfügt. Darunter befinden sich sämtliche Zentralorganisationen der österreichischen sozialdemokratischen Partei, einschließlich der Freien Gewerkschaften, deren Spitzenverband, der Bund der Freien Gewerkschaften Oesterreichs, ebenfalls der Auflösung verfallen ist. Die übrigen sind die sozialistischen Arbeitervereine, die Touristen= und Sportvereinigungen sowie die gesellschaftlichen Vereinigungen, die unmittelbar der sozialdemokratischen Partei angegliedert waren. wrd in Orsterreich? Unter obiger Ueberschrift heißt es in einem Artikel der„Nationalsozialistischen Partei=Korrespondenz" u. a.: Die blutigen Ereignisse in Oesterreich haben mit einem Schlage die unhaltbaren politischen Ereignisse in diesem Lande aller Welt offenbar gemacht. Diejenigen, die den NaKnox verlangt Trupnen für dus Smilrgrotet Wie wir erfahren, ist beim Bölkerbundssekretariat ein Antrag des Vorsitzenden der Regierungskommission des Saargebietes, Knox, eingelaufen, der für den Dreierausschuß des Völkerbundsrates bestimmt ist. Dieser Dreierausschuß, der aus Baron Aloisi(Italien), Cantillo(Argentinien) und Madariaga(Spanien) besteht, tritt bekanntlich am Donnerstag, 15. Februar, zu seiner zweiten Sitzung zusammen. In dem Antrag soll seitens der Regierungskommission das Verlangen gestellt worden sein, zur Verstärtung der saarländischen Polizei internationale Truppen herbeizuschaffen. * Der Antrag wird nicht nur im Saargebiet, ondern auch beim Dreierausschuß nicht geringe Verwunderung hervorrufen, denn bisher ist auch nicht das mindeste bekannt geworden, was die Regierungskommission zu einer solchen Maßnahme rechtfertigen könnte. Im Gegenteil hat die Saarbevölkerung trotz vieler Maßnahmen, die ihre Erbitterung mit Recht hervorriefen, bisher eine geradezu bewunderungswürdige Haltung bewahrt. Von Unruhen oder irgendwelchen Maßnahmen seitens der Saarbevölkerung ist nirgends etwas laut geworden. Allerdings hat die Saarbevölkerung keinen Zweifel darüber gelassen, daß sie nichts sehnlicher wünscht, als zum Reich zurückzukehren, aber das ist kein Anlaß, einen Antrag wie den obigen einzureichen, nach dem das Saargebiet nicht etwa als ein autonomes Gebiet, sondern als ein Kolonialgebiet behandelt wird. Arten des Aurtandre Londoner Krilik an Dollfuß Die Ereignisse in Oesterreich nehmen nach wie vor das Hauptinteresse der englischen Blätter in Anspruch. Es wird nicht gezweifelt, daß die Regierung Dollfuß doch schließlich Herr der Lage werde, aber man hebt hervor, daß sie sich sehr schweren Problemen gegenübersehen dürfte. Im„News Chronicle" wird von Gerüchten berichtet, nach denen das diplomatische Korps in Wien an Dollfuß heranzutreten beabsichtige, um das Ende der Feindseligkeiten herbeizuführen, die in einigen Bezirken zur Abschlachtung Unbewaffneter, darunter Frauen, geführt hätten. Der konservative„Daily Telegraph“ schreibt, die Gegner der Sozialisten hätten nicht geschickt operiert. Sie hätten ihre Absicht, die sozialistische Organisation zu unterdrücken, schon lange vorerfer benutzt, die unter den Regierungstruppen her deutlich gemacht und ihnen doch die Möglichverheerend gewirkt haben sollen. Schließlich wurde Artillerie eingesetzt, die die Stellungen der Marxisten die ganze Racht unun erbrochen beschoß. Die Glasfabrik Goesting ist nur noch ein Trümmerhaufen. Bisher wurden über 60 Tote gezählt. Größere Unruhen werden auch aus der Obersteiermark gemeldet. Im oberen Ennstal hat die Gendarmerie mehrere Tote zu verzeichnen. In Bruck an der Mur haben die Schutzbündler noch immer die wichtigsten Punkte in der Hand. Der Eisenbahnverkehr ist teilweise lahmgelegt. In Wien, wo die ganze Nacht zum Mittwoch und auch am Mittwochvormittag unausgesetzt Maschinengewehrfeuer und Kanonendonner zu hören waren, befindet sich das Leopoldsauer Gaswerk und das Elektrizitätswerk immer noch in den Händen des Republikanischen Schutzbundes. Die Regierung wagt es nicht, diese Anlagen mit schwerem Feuer zu belegen, um diese lebenswichtigen Anlagen nicht der Gefahr der Vernichtung auszusetzen. Linz, Graz, Bruck an der Mur In Linz waren nach den nach Preßburg gedrungenen Meldungen noch Dienstag die Kämpfe bei der Schiffswerft„Climax“, sowie bei dem keit zum Widerstand gelassen. Infolgedessen sei eine solche Menge Blut vergossen worden, wie bei keinem ähnlichen Handstreich dieser Art in Europa. „Der Unterschied mit Deutschland bemerkenswert...“ „Daily Mail“ schreibt in einem Leitaufsatz, die sozialistische Gefahr in Oesterreich sei seit dem Kriege und seit dem Mörderregime Bela Khun in Ungarn immer sehr ernst gewesen. In seinen Operationen habe aber der österreichische Kanzler nicht solche glänzende Eigenschaften der Organisation und Leistung gezeigt wie sie Reichskanzler Hitler in seinem Feldzug gegen den deutschen Sozialismus bewiesen habe. Die österreichischen Maßnahmen seien von beträchtlichem Kampf und nicht unbeträchtlichen Verlusten an Menschenleben begleitet gewesen; überdies sei es noch nicht sicher, ob der Erfolg vollständig sei. Der Unterschied mit Deutschland sei bemerkenswert. Hitler habe sein Ziel ohne Lärm und beinahe ohne Verluste an Menschenieben erreicht und dies bei einem Volk von 66 Millionen Menschen. Hierbei sei noch zu bedenken, daß seine Gegner zahlreich und gut organisiert waren. Die deutschen Kommunisten hätten allein im Jahre 1932 beinahe sechs Linz beherrschenden Freunberg besonders heftig. Millionen Stimmen erhalten und viele kaltblütige Beobachter glaubten, daß sie sich am Ende durchsetzen und in Deutschland ein Gegenstück zu Sowjet=Rußland aufrichten würden. ist mit Dollfuß unzufrieden Die Ereignisse, die sich in Oesterreich abspielen, finden in Paris in der Presse wie in politischen Kreisen große Beachtung. Sie bieten Gelegenheit, das Thema Oesterreich wieder einmal ausschließlich vom außenpolitischen Standpunkt aus zu behandeln. Interessant ist eine Enthüllung des„Echo de Paris“. Seit langem, so schreibt das Blatt, sei Dollfuß entschlossen gewesen, mit dem Marxismus aufzuräumen. Der Einspruch der französischen Regierung habe die Durchführung dieser Absicht bisher verhindert. Barthou habe, als er das Außenministerium übernahm. diesen Einspruch Paul=Boncours bestätigt. Als am letzten Montag beunruhigende Nachrichten aus Wien eintrafen, hätte aber der Quai d’Orsay lange mit seinem Vertreter in Wien keine Verbindung bekommen können. Dollfuß Zu den Vorgängen in Oesterreich schreibt die „Baseler Nationalzeitung“ u. a.: Selten ist Recht und Unrecht so klar wie hier verteilt. Dollfuß und seine Minister haben unter Billigung des Bundespräsidenten sich von ihrem geschworenen Eid selbst losgesagt, was bei so frommen Herren besonders überraschend ist. Dollfuß wird vollkommen der Gefangene der Heimwehren sein, wogegen er sich bisher solange gesträubt hat Nicht er, sondern Fürst Starhemberg und um diesen ein rachgieriger Klüngel hat sich die Gewalt erobert und auch die Bauern blutig niedergeschlagen, die sich gegen ihre Unterdrückung nicht weniger verzweifelt gewehrt haben als die österreichischen Arbeiter. Ihnen fehlt es zu sehr an Begabung zur Verwaltung, an Sauberkeit, Intelligenz, Staatskunst und Schöpferkraft, als daß sie sich zugleich gegen Nationalsozialisten und Sozis behaupten könnten. Mit Sicherheit ist anzunehmen, daß deshalb binnen kurzem Starhem= berg und sein Dollfuß den Weg nach Canossa werden gehen müssen und daß dann dem Nationalsozialismus der Weg freigelegt sein wird. Frankreichs Antwort überreicht Der Reichsaußenminister Freiherr von Neurath empfing Mittwoch mittag den französischen Botschafter Francois Poncet, der die Antwort seiner Regierung auf das deutsche Abrüstungsmemorandum vom 19. Januar überbrachte Der Botschafter gab dazu weitere mündliche Erläuterungen. tionalsozialismus als Träger des Bürgerkrieges und als Gefahr für den Bestand des Staates vor der Welt denunzieren, haben sich nun selbst als die Schuldigen an der Katastrophe erwiesen. Es gibt nur eine Möglichkeit, dem Chaos in Oesterreich unmittelbar ein Ende zu setzen, und damit diesen Brandherd in Mitteleuropa auszutreten. Sie besteht darin, unverzüglich einen Schlußstrich unter das Willkür=Regiment Dollfuß=Fey zu ziehen und dem österreichischen Volk selbst das Bestimmungsrecht über sein Schicksal in die Hand zu geben. Zu einer wirklichen Befriedung und Gesundung des österreichischen Staates bedarf es keiner höchst zweifelhaften internationalen Hilfsstellung durch den Völkerbu, sondern das österreichische Volk ist allein in: Lage, seine Verhältnisse zu ordnen, wenn sic ihne Zögern diejenigen Kräfte zusammenfinder die das Recht haben, das Volk in Oesterreich z. ertreten und eine Regierung zu bilden, die wi ns sind, einer solchen grundlegenden Neuorl.; der politischen Verhältnisse in Oesterreich ihre Unterstützung zu geben und die über die Kräfte verfügen, sie gegen jeden Angriff zu verteidigen. Die Legitimation einer solchen Regierung könnte nur in einem sosortigen Appell an das österreichische Volk liegen. Damit würden endlich die legalen Kräfte an die Stelle von illegalen Abenteurern treten. die Oesterreich heute zum Schauplatz chaotischen Bruderkrieges zum Schaden des Volkes machen. Die Nationalsozialisten Oesterreichs, deren Kraft und Stärke im deutschen Volke Oesterreichs unangreifbar verwurzelt ist, wissen mit der gleichen Sicherheit, daß ihre Stunde kommen wird, wie sie wissen, daß Dollfuß' Stunde geschlagen hat. Je eher und schneller sie kommt, um so besser für das schwer geprüfte österreichische Volk. Waffenlioferungen aus der Füir die Marxisten Gests#####n eines italienischen Blattes In der in Rom erscheinenden„Tribuna“ schreibt der Direktor des Blattes, Forges d'Avanzati, zu den Kämpfen in Oesterreich: Bekanntlich habe die österreichische Sozialdemokratie, die heute die Straßen der Hauptstadt mit Blut beflecke, über viele enge Beziehungen zur Tschecheslowakei und weitgehende Unterstützung in Frankreich verfügt. Die Hirtenberger Angelegenheit, die sich gegen Oesterreich, Ungarn und auch Italien gerichtet habe, sei mit Hilfe der österreichischen Sozialdemokratie aufgebauscht worden, welche sich damit in die Dienste des Auslandes gestellt habe. Bezeichnend sei die gleichzeitige Aktion der österreichischen Sozialdemokraten, die um ihre Stellung besorgt seien, zusammen mit den sozialistischen und kommunistischen Unruhen in Frankreich. Wahrscheinlich sei auch von den Freimaurerlogen die Losung ausgegeben worden. Die vollkommene bewaffnete Organisation sei von der Tschechoslowakei geliefert. Forges meint, diese Tage könnten klärend für die eigene Lage Oesterreichs und auch für seine Internationalen Beziehungen sein. Man dürfe tatsächlich annehmen, iß von keiner Seite eine Aktion zugunsten der österreichischen Sozialdemokratie, angekündigt werden würde. Auch hierin habe die Politik Iteliens recht behalten. Nr. 39(Zweites Blatt) Donnerstag, 15. Fekruar 1934 Aer umsral Pronnne Schwerte(Ruhr), Donnerstag den 15. Febr. 1934 Cagesspruch Am Anfang unseres Kampfes stand Deutschland, am Ende unseres Kampfes wird wiederum Deutschland stehen. Adolf Hitler. Der Garten im Februar Gartenarbeiten, di: im Vormonat noch nicht erledigt worden sind, werden nachgeholt und beendet. Obstbäume beschneiden, ebenso Johannis=, Stachel= und Himbeersträucher. Himbeerschößlinge kürzt man etwa um 25 bis 30 Zentimeter. Schadhafte Baumpfähle erneuern. Losgerissene Bäume anbinden. Raupennester vertilgen. Düngen und graben, falls der Boden frostfrei und die Erde nicht mehr kloßig ist. Beete und Wege anlegen. Ende Februar werden an sonnigen und geschützten Stellen die ersten Aussoaten vorgenommen. Mistbeete herrichten; erste Aussaaten darin vornehmen, aber nachts mit Strohmatten bedecken. Kartoffel= und Rübenmieten lüften. Zimmer= und Warmhauspflanzen können versetzt werden; faule und kranke Wurzelteile werden dabei entfernt. Der neue Topf muß etwas größer sein als der alte. Weites Abzugsloch. Geranium, Fuchsia und Heliotrop zurückschneiden, möglichst kurz. Verblühte Alvenveilchen werden wenig begossen.— Nistkästchen aufhängen. Nom Mester Vorbersage für Donnerstag: Nachts wieder verbreitet Frost. In den Morgenstunden strickweise starker Dunst, sonst heiter bis wolkenlos. Tagsüber mild. Schwache Luftbewegung. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Zeitweise etwas stärker bewölkt, sonst wenig Wetteränderung. Stille Zeit. Wenn das tolle Hallo der Karnevalstage mit Aschermittwoch sein Ende gefunden hat, kommen Tage und Wochen, in denen sich mancher Mensch recht einsam fühlt. Diese „Lebensöde“ ist um so fühlbarer, je schlechter das Wetter ist und je mehr man„abseits von der großen Heerstraße“ hinlebt. Der Winter wird nachgerade langweilig. Grau in grau nach außen, nach innen. Grillen, Spinnen, Motten und anderes Ungezieser setzt sich im Herzen fest und macht das Gemüt leicht unfreundlich und verdrossen. Man weiß oft nicht mehr, was man eigentlich will. Dunkel kommt nur eine Empfindung zum Bewußtsein: die Sehnsucht nach frohen, sonnigen— und glücklichen Frühlingstagen. Je lebensfrischer das Herz noch ist, um so stärker wird dieser Drang. Er wächst mit jedem Tage. Die Ungeduld wird immer größer. jeber Frühling komm doch bald!“— Aber steht er nicht schon auf der Schwelle?„Des Winters Gewalt ist ja schon gebrochen“, rufen die Sonnenstrahlen, die das Stübchen immer heller urd wärmer machen. Noch wenige Wochen, 4 Junker Lenz ist da, wenigstens kalenderAn alle Eltern, Erzieher und Entlaßschuler Das Arbeitsamt Hagen, Abteilung Berufsberatung teilt mit: Es ist notwendig geworden, die Tage, an denen beim hiesigen Arbeitsamt Oeffentliche Berufsberatung stattfindet, erneut festzusetzen. Für Schwerte und Umgebung liegen die Termine wie folgt: 1. männl.: Jeden Montag von 15,30 bis 18 Uhr. 2. weibl.: Jeden Dienstag von 15,30 bis 18 Uhr. Die Beratung findet statt in den Räumen des Arbeitsamtes Schwerte.— Es wird ganz besonders darauf hingewiesen, daß sich die Eltern der Kinder, die bereits eine Lehrstelle haben, verpflichtet sind, den Jungen oder das Mädchen zur Berufsberatung zu schicken, damit die Uebersicht über den Lehrstellenmarkt gesichert bleibt. Aus der Bewegung Deutsche Arbeitsfront. Deutscher Techniker=Verband. Zu dem am Freitag, 16. Februar, abds. 8 Uhr im Lokale Wilkes(Zum Brauhaus) stattfindenden Kulturabend laden wir alle Interessenten aus Schwerte und Umgebung und unsere Mitglieder ein. Es spricht Pg. Aug. Müller, Dortmund, Mitgl. der Techn. Nothilfe über:„Was muß der Techniker vom Luftschutz wissen". Deutscher Techniker=Verband Ortsgruppe Schwerte. * NS. Kriegsopferversorgung. Erwerbslosenmeldung! Alle erwerbslosen Kameraden und Kriegerwaisen, welche der RSKOV. angehören, wollen sich umgehend in der Zeit von 2—6 Uhr in der Geschäftsstelle melden. Letzte Meldung muß bis Samstag, den 17. d. N., abends 8 Uhr, im Geschäftslokal Andree, Zellen= und Blockwart= sitzung. Erscheinen sämtlicher Amtswalter unbedingt erforderlich. RS. Kriegsopferversorgung. Ortsgr. Schwerte. Andree. Vereins= u. Verbandsnachrichten NS. Kriegsopferversorgung. Samstag, den 24. d. M., abends 8 Uhr. beim Kameraden Preising. Mitgliederversammlung. * Tanzabend in Schwerte. Am Donnerstag. 22. Februar, abends 8.15 Uhr, im„Reiche des Wassers", ein Tanzabend veranstaltet von Hannah Spohr unter Mitwirkung von Dorit Wischnath: Solotänze und Tanzszenen. Vorverkauf in der Buchhandlung Braus. Pressebesprechung im Rathaus Der neue Schwerte Etat noch nicht ganz ausgeglichen.- Günstige Entwicklung der städtischen Finanzwirtschaft bei erhöhter Sparsamkeit.- Rund 80000 Mk. Fehlbetrag. zig. Bestandene Prüsung. Der Studierende an der Universttät Köln, Heinrich Schlep, Sohn des verstorbenen Lokomotivführers Heinich Schlep, Liethstr., bestand an der Universität Köln seine Referendarprüfung mit gutem Erfolg. Zwei Unfälle beim Sport. Bei einem Handballspiel wurde dem Sportler und Rottenführer H. F. durch einen unglücklichen Schlag das Nasenbein gebrochen. Außerdem zog F. sich einen Bluterguß zu. Die Inanspruchnahme ärztlicher Hilfe war notwendig. — Beim Fußballspiel am Sonntagvormittag wurde der Sportler W. von Tus 06, der der SA. als Sturmmann angehört, so unglücklich getreten, daß er sich am Fuß einen schweren Bluterguß und eine Verstauchung zuzog. Auch er mußte sich in ärztliche Behandlung begeben. * 100000 Mark auf Losnummer 373 510. In der Dienstagnachmittagsziehung der Preukisch=Süddeutschen Klassenlotterie wurde ein Hauptgewinn in Höhe von 100000 Mk. auf das Los Nr. 373510 gezogen. Das Los wird in Achteln in Niederschlesien und im Rheinland gespielt. *- Evgl. Gemeinde. Heute abend beginnen wieder in der Johannes=Kirche, um 8 Uhr, die Passionsgottesdienste. Die Gemeinde wird hierzu herzlich eingeladen Schwerte, 15. Febr. Auf Grund des Gemeinde=Finanzgesetzes vom 15. Dezember 1933 liegt der Entwurf der Haushalts=Satzung der Stadt Schwerte für das Rechnungsjahr 1934 nebst den Anlagen seit dem 12. Februar 1934 im Neuen Rathause, Zimmer 19, öffentlich aus. Gestern mittag um 12 Uhr fand im kleinen Sitzungssaal eine Pressebesprechung über den neuen Etat statt. Die Aufstellung des Haushaltsplanes hat sich nur um 4 Tage verzögert. Bürgermeister Dr. Guttmann gab folgende Begründung zum Entwurf. Die Gemeindeftnanzwirtschaft des ablaufenden Rechnungsjahres 1923 steht unter dem Zeichen des nationalsozialistischen Aufbaus. Starke Abnahme der Erwerbslosigkeit und zunehmende Festigung der Wirtschaft beginnen auch für die städtischen Finanzen ihre günstigen Folgen zu zeigen. Die vom Wohlfahrtsamt zu betreuenden Erwerbslosen sind fast um 40 Prozent zurückgegangen. Die in den Ansätzen des Haushaltsulanes 1933 zum Ausdruck gebrachte Zuversicht und Hoffnung auf eüinstice Entwicklung hat sich also bestätigt. Hierbei bleibt zu beachten, daß eine Verminderung der Ausgaben in der Fürsorge sich im Gesamtergebnis nur zu 30 Prozent zu Gunsten des städtischen Haushalt auswirkt, da mit dem absoluten Rückgang der Ausgaben zugleich die 70prozentigen Erstattungseinnahmen vom Bezirksfürsorgeverband sich vermindern. Weiter ist zu berücksichtigen, daß die zunehmende Festigung der wirtschaftlichen Verhältnisse im abgelaufenen Rechnungsjahr, sich erst allmöblich auch steuerlich auswirken kann. Daber mußten die Ausgaben— selbst im Rahmen der Haushaltsansätze— auf das Aeußerste eingeschränkt werden, zumal der ordentliche Haushaltsvlan 1923 mit einem ungedeckten Fehlbedarf von Reichsmark festgestellt worden ist einschließlich der Fehlbeträge aus den Vorjahren mit insgesamt 162 331,93 RM. Im a. o. E. wurde noch ein Bestand von 193545.26 Reichsmark geführt. Bei der Abnahme der Jahresrechnung 1932 haben die städtischen Körperschaften alten Rechts unter dem 16. Oktober 1933 beschlossen, zum Ausgleich des Fehlbetrages im ordentlichen Etat 1932/33 den Bestand der außerordentlichen Rechnung 1932 1933 in Höhe von 162331.93 Reichsmark auf den ordentlichen Etat zu übernehmen. Nach dem Stande der Einnahmen und Ausgaben vom 1. 2. 1934 muß damit gerechnet werden, daß im ordentlichen Haushaltsvlau noch ein Fehlbetrag von etwa 75 000 RM. verbleibt.— Im außerordentlichen Haushaltsplan 1933 kann am Jahresabschluß mit einem Bestand von 40 000 gerechnet werden. Mit Rücksicht darauf, daß aus den Vorfahren ein Fehlbetrag nicht mehr besteht, rechtfertiax es sich, bei Rechnungsabschsuß für 1933 den sich ergebenden Fehlbetrag erst in den Haushaltsplan 1935 einzustellen.(§ 30 Abs. 1 GFG.). Kassenschwierigkeiten sind nicht entstanden. Im Vermögensverzeichnis war der Anteil der Stadt an der Sparkasse(122 566 RM.) nicht mehr aufzuführen. Im übrigen sind im Vermögensstand wesentliche Aenderungen nicht eingetreten. In einzelnen Fällen hat die Bewertung gegenüber dem Vorjahre herabgesetzt werden müssen. Es ergibt sich ein Gesamtbestand von 5 428 453 RM.(5 547 785 RM. nach der Nachweisung des Vorjahres).— Das Schuldenverzeichnis weist einen Gesamtschuldenbetrag von 1 583 146,07 RM. auf(gegenüber 1619 902,71 RM. im Vorjahr). Neue Schulden sind durch die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen in Höhe von 79377 RM. entstanden. Auf den Kopf der Bevölkerung ergibt sich eine Schuld von 85,57 RM. und ein Vermögen von 293,43 RM. Die Entwicklung des vergangenen Jahres rechtfertigt die Zuversicht, daß im kommenden Rechnungsjahr die Finanzverhältnisse der Stadt sich weiter bessern werden. Gleichwohl darf nicht außer acht gelassen werden, daß die Stadt Schwerte immer noch mit einer großen Zahl von hilfsbedürftigen Erwerbslosen zu rechnen hat. Der Haushaltsplan 1934 ist noch nicht ausgeglichen. trotzdem in allen Ausgabepositionen die Notwendigkeit äußerster Einschränkung und.Sparsamkeit beachtet worden ist. Manche auch bei sparsamer Haushaltsführung berechtigten Wünsche können noch nicht erfüllt werden, so auch im Straßenbau, in der Gebäudeerhaltung, im Schulwesen und in allgemeiner kultureller Hinsicht. Auch ist es leider noch nicht möglich, mit der Bildung von Rücklagen(§ 26 GFG.) zu beginnen. Der un gedeckte Fehlbedarfbeläuftsichauf 4191 RM. Dazu kommt der in 1933 entstandene Fehlbetrag in Höhe von 75000 RM., so daß sich insgesamt ein Fehlbetrag von rund 80 000 RM. ergibt. Zur Förderung der Arbeitsbeschaffung sollen alle gegebenen Möglichkeiten herangezogen werden. Es ist beabsichtigt, zur Restfinanzierung die noch im geringen Umfange vorhandenen nicht zweckbestimmten Fonds zu verwenden und außerdem von den Darlehnsmöglichkeiten des Reiches Gebrauch zu machen. Die hierüber erforderlichen Festsetzungen erfolgen im außerordentlichen Etat. Die Steuersätze halten sich überall in gleicher Höhe wie im vergangenen Jahre. In den Tarifen sind bereits beim Gaswerk im ablaufenden Jahre erhebliche Herabsetzungen erfolgt. Im neuen Haushaltsjahr sollen die Schlachthofgebühren herabgesetzt werden. Der Kassenkredit soll in der gleichen Höhe wie im Vorjahre auf 50 000 RM. festgesetzt werden. Zu den einzelnen Ansätzen des Haushaltsplanes ist folgendes zu bemerken: Die Zweckbestimmung der Ausgaben ergibt sich überall aus der Bezeichnung der Abschnitte und deren Untergliederung sowie aus der Bezeichnung der einzelnen Positionen. Grundsätzlich halten sich die Ansätze auf der Höhe der im Vorjahre bewilligten Ansätze. Aenderungen sind in der beigegebenen Erläuterung begründet (S 19 GFG.). Abschnitt I. Allgemeine Verwaltung. Einnahmen und Ausgaben sind im allgemeinen die gleichen wie im Vorjahre. Abschnitt II. Polizeiverwaltung. Desgleichen.— Neu sind die Ausgaben für den amtlichen zivilen Luftschutz, die der Notwendigkeit und Bedeutung dieser Maßnahmen entsprechen, jedoch immer noch in angemessenen Grenzen gehalten sind. Mit den vorgesehenen Mitteln läßt sich der erforderliche Ausbau nur im notwendigen Rahmen durchführen, zumal eine größere Beschaffung mit der Alarmsirene erforderlich ist. Abschnitt III. Bauverwaltung. Den Ansätzen liegen im allgemeinen die bisherigen Ausgaben zu Grunde. Nur knapp bemessen konnte der Ansatz für„Unterhaltung der Straßen" werden. Bei der Mehrausgabe in Position 42 handelt es sich um eine erstattungsweise Verrechnung im Schuldendienst mit Rücksicht darauf, daß der Haushaltsplan der Schuldenverwaltung durch Erstattungen auszugleichen ist. Eine wirkliche Mehrbelastung findet hier nicht statt. Der Ansatz„Beitrag für den Ruhrverband" entspricht der Jahresausgabe des Vorjahres. In dem Ansatz des Vorjahres waren nachzuholende Rückstände enthalten. Abschnitt IV. Betriebe und Unternehmungen. Die Ansätze halten sich im allgemeinen in der Höhe des Vorjahres. Die von der Stad“ übernommene Badeanstalt der Ortskrankenkasse gleicht sich in Einnahme und Ausgabe miteinander aus, entfyrechend den Erfahrungen des ablaufenden Rechnungsjahres. Im Schlachthof können die Gebühren gesenkt werden. Abschnitt V. Schul= und Bildungswesen. Die Ansätze sind im allgemeinen die gleichen wie im Vorjahre. Bei den höheren Schulen muß mit einem Rückgang der Schülerzahl gerechnet werden, namentlich beim Realaumnastum. Der Zuschuß zum Museum(Ruhrtalmuseum), zahlbar an den Heimatverein, ist aus kulturellen Gründen geboten. Abschnitt VI. Fürsorgeverwaltung. Die Ausgabeansätze gehen im allgemeinen von dem Stand der Fürsorge im Dezember 1933 aus unter Abzug von 10 Prozent, die angesichts des zu erwartenden Rückgangs der Erwerbslosigkeit gerechtfertigt erscheint. Abschnitt VII. Finanzverwaltung. Fehlbetrag des Vorjahres war nicht zu übernehmen, wie oben dargelegt. Die besondere Aufstellung des Haushaltsplanes der Liegenschaftsverwaltung entspricht dem§ 68 GFG. Dieser Haushaltsplan schließt mit einem Ueberschuß ab. Der Haushaltsplan der Schuldenverwaltung entspricht dem§ 28 GFG. Er ist in Einnahme und Ausgabe mit 129 600 RM. ausgeglichen. Im Haushaltsplan der Steuerverwaltung liegen den Ansätzen im allgemeinen Verantwortlicher Hauptschriftseiter: Heinz Friedr. Kamecke. Schwerte=R. Verantwortlich für den gesamten Tertteil: Heinz Friedr. Kamecke Schwerte=R. Für den Anzeigenteil: Hans Linner Schwerte=R. D.=A. I. 34. 1750. die Steuerergebnisse des letzten Rechnungsjahres und die zurzeit bekannten Schlüsselzahlen zu Grunde. Der neue Haushaltsplan schließt ab mit 2 476 398 Nm. in Ausgabe und mit 2472 207 Rm. in Einnahme. Der Wuckenhof Im weiteren Verlauf der Pressebesprechung teilte Bürgermeister Dr. Guttmann noch mit, daß der Wuckenhof zum Zwecke der Jugendertüchtigung vollkommen freigemacht werden wird. Die Jugendorganisationen, die Hitler=Jugend, BDM., Jungvolk und die Kükengruppen, waren in Schwerte stets in arger Bedrängnis, wo sie ihre Zusammenkünfte abhalten sollten. Die Stadt Schwerte ist nun einmal arm an geeigneten Räumen. Nun aber sell aus dem Wuckenhof eine Art Jugendheim entstehen. Der Platz am Wuckenhof soll bis zum Markt eine einheitliche Fläche bilden, ein Tummelplatz für die Jugend. Der Platz vor der Marktschule soll bei dieser neuen Platzgestaltung mit einbezogen werden. Hinter dem Wuckenhof befindet sich eine Grünanlage, vor dem Gebäude der Aschenplatz. Marktleute bekommen für ihre Stände an den Markttagen einen bestimmten Platz zugewiesen. Der Wuckenhof wird mit neuen Aborten und mit einer neuen Lichtanlage versehen werden. Auch sonst sind im Gebäude Instandsetzungsarbeiten notwendig. Der Turnierplatz Der Bürgermeister wies ferner auf den Ausbau des Reit= und Turnierplatzes am Freischütz hin. Dieser in so prächtiger Lage befindlicher Platz hatte her eine Breite von 50x35 Meter. Er soll jetzt 90 Zentimeter tiefer gelegt werden. Durch die Aufschüttung des so gewonnenen Erdbodens kann der Platz auf eine Größe 100X50 Meter gebracht werden. In seiner Ausgestaltung soll er nicht nur Sport= und Turnierzwecken angepaßt werden, er soll auch für große pferdezüchterische Veranstaltungen, für landwirtschaftliche Ausstellungen und für die Aufmärsche der SA. in Frage kommen. Die Tribüne wird verlegt, und zwar im Zuge des Freischützes neu errichtet. Der Anreitplatz, wo sich sonst die Menge staute, wird auf diese Weise verbessert werden. Der Platz wird drainiert, so daß er stets trocken bleibt. Der Platz soll bis Ende Mai durch 2000 Tagewerke fertiggestellt sein. 20 bis 30 Erwerbslose werden die Arbeiten in ordentlichem Tariflohn ausführen. Die Finanzierung ist sichergestellt, da die Zuschüsse aus der Notstandsarbeit hierfür in Frage kommen. Das Ruhrtalmuseum Bürgermeister Dr. Guttmann wies am Schluß seiner interessanten Ausführungen noch darauf hin, daß das Ruhrtalmuseum auch nach Fortgang des Heimatforschers Spiegel erhalten bleiben soll. Wie wir erfahren, hat sich die Stadt noch in den letzten Tagen eifrig bemüht, den Museumsleiter zu bewegen, in Schwerte zu bleiben, ja man machte ihm noch in einer Besprechung, die am 7. Februar in Iserlohn stattfand, dasselbe Angebot in wirtschaftlicher Beziehung wie die Stadt Hagen. Wenn Spiegel in Hagen ein größeres Arbeitsfeld vorfindet u. dort im Interesse germanischer Forschung besser arbeiten kann, so kann man es ihm nicht verdenken, besonders nicht nach zweijähriger Arbeitslosigkeit, daß er dem ehrenvollen Ruf der Stadt Hagen und seines Oberbürgermeisters Vetter gefolgt ist, wie sehr man es als Heimatfreund auch bedauern muß, daß Schwerte diesen unermüdlich schaffenden und forschenden Menschen verliert. Es ist zu hofsen, daß Josef Spiegel im Ruhrtal=Museum aus seiner Privatsammlung wenigstens doch das weiter zur Verfügung stellt, was er doppelt besitzt und was im Hagener Museum schon vorhanden ist. Wachsende Aufgaben für den Vaterländischen Frauenverein auch in Schwerte Schwerte, 15. Febr. Der Vaterl. Frauenverein vom Roten Kreuz, Ortsgruppe Schwerte, gab in seiner letzten Vorstandssitzung bekannt, daß das Führerprinzip auch bei ihm durchgeführt wird. Die näheren Anordnungen von Berlin hierüber werden in allernächster Zeit herauskommen. Doch so viel steht fest, daß am Bestand des Roten Kreuzes und besonders auch seiner Frauenvereine, nicht gerüttelt wird. Im Gegenteil, es kommen zu der gewohnten Arbeit eine Menge neuer Aufgaben. Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Karl Eduard, Herzog von Sachsen=Coburg Gotha, ein Freund Hitlers und alter Kämpfer der Bewegung, erlies zum neuen Jahr einen Aufruf, der in der Vorstandssitzung verlesen wurde. In diesem wird besonders betont, wie viele und große Aufgaben des Deutschen Roten Kreuzes harren.„Alles für das Volk!“ Dies war von Anbeginn die Rote=Kreuz=Parole. So muß jeder Zweigverein für den Bereitschaftsdienst einen Wäschebestand an Bettzeug u. a. m. ausweisen. Kommen dann große Natur=, Brand= oder sonstige Katastrophen über unser Vaterland, dann ist das Rote Kreuz bereit und kann sofort tatkräftig einspringen. Auch hier in unserer Stadt ist die Arbeit des Roten Kreuzes nötiger denn je. Wurde doch im vergangenen Monat Januar allein für 28 Wöchnerinnen je 9 Tage gekocht, während sonst durchschnittlich monatlich für 6 Wöchnerinnen gekocht wurde. Ebenso steigt die Ausgabe der Säuglingswäsche. Im rergangenen Jahre wurden durchschnittlich im Monat 9 Pakete mit Säuglingswäsche ausgegeben; im Monat Januar das Doppelte. Darum ergeht an alle deutschen Frauen, die gewillt sind nach dem Motto des Führers „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" zu handeln, der Ruf: Tretet ein in unsere Reihen und helft und helfen.— Für die Mitglieder findet am Dienstag, den 20. Februar, der nächste Arbeitsnachmittag statt. Vom Schwerter Wochenmarkt Bei schönem Wetter hatte der Mittwochmarkt eine große Auswahl in Obst und Gemüse. Die Nachfrage war mäßig. Gefordert und bezahlt wurden: Gemüse= und Obstmarkt: Wirsing 10—18. Rotkohl 10, Weißkohl 10, Blumenkohl 25—40, Grünkohl 15—18, Rosenkohl 30, Karotten 10, Steckrüben 8, Zwiebeln 8, Sellerie 10—20, Kohlrabie 10, Möhren 2 Pfd. 15, Porree Bd. 10, Melde 25, Eßäpfel 20, Kochäpfel 15—18, Verwahr=Aepfel 25, Eßbirnen 20, Spalierobst 30, Feldsalat 40, Kopfsalat 20—25, Endivien 30—40, Schwarzwurzeln 20, Walnüsse 60, Erdnüsse 30, Haselnüsse 50, Tomaten 50, Meerrettigstange 30.— Kartoffen: Industrie 10 Pfd. 30, Juli= Nieren 10 Pfd. 36. Molkerei=Erzeugnisse: Molkereibutter 140, Landbutter 130, Chester 80, frische Trinkeier 8 St. 100, frische Landeier 10 St. 110—120. Fleisch= und Wurstwaren: Rindfleisch 60—80, Kalbfleisch 70—80, Schweine= fleisch 75—90, Hammelfleisch 70, Fett= und Magerspeck 80—100, geräucherter Speck 120, Mettwurst 90—120, Rindsleber 80, Kalbsleber 100, Leberwurst 60—100. Schinken 130. Fische: Schellfisch zum Kochen 55, dto. zum Braten 40. Rotbarsch 40, Seelachs 35, Schollen 65, Kabeljau 35, grüne Heringe 15, Kieler Bückinge 30, Holl. Salzheringe 15 St. 50—70, Kieler Sprotten Kiste 20. Tageblatt für die Amter Westhofen und Ergste Villigst, 14. Jebr. Turnfest in Villigst. Am Sonntag fand in Villigst im vollbesetzten Peukmannschen Saale ein Turnfest zum Besten der Winterhilfe statt. Vereinsleiter Baaß hielt die Begrüßungsansprache, wobei er besonders die auswärtigen Turner begrüßte. Ein Prolog der Schülerin Irmgard Möller leitete zu den turnerischen Vorführungen über, welche von der Damen= und Mädchenabteilung eröffnet wurde. Großen Beifall erhielt die Männerriege am Barren und Reck, wo die Westfalenturner Klinger und Seidler etwas ganz Außergewöhnliches zeigten, doch auch die anderen Turner leisteten ganz Vorzügliches und bewiesen, daß auch in Villigst das Geräteturnen gepflegt wird. Nach Beendigung der turnerischen Vorführungen und einigen gemeinsam gesungenen Liedern spielte die Kapelle zum Tanz auf. Kalthof, 14. Febr. Winterfest. Der MGV.„Männerchor“ Kalthof feierte im gut besetzten Saale des Wirts Dietr. Griese sein diesjähriges Wintersest. Nach einem gemeinschaftlichen Pfefferpotthastessen zeigte die Theaterabteilung ihr Können mit Aufführungen und Vorträgen. Die Darbietungen wurden von den Teilnehmern mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Die Festrede hielt Schuhmachermeister Habich, die ebenfalls die Zuhörer begeisterte. Ein deutscher Tanz beschloß die gut gelungene Feier. Aus dem Nachbargebiel Aplerbeck, 14. Febr. Kaninchen= und Produktenschau. Samstag und Sonntag sand im Lokal Hassenflug eine Kaninchen= und Produktenschau des Kaninchenzuchtvereins Aplerbeck 1902 statt. Es waren annähernd einhundert Tiere ausgestellt, die sich durchweg aus hochwertigem Zuchtmaterial zu“ sammensetzten. Rohe und verarbeitete Felle fanden großen Zuspruch. Mit Preisen wurden folgende Züchter bedacht: Landmann, Milk, Pachel, Voß, Deiß, Hatscher, Schübbe, Wiemer, Weber, Wrubbel, Grünewig, Scheuer, Gronemeier, Schulte, Witzel, Pauli, Klein, Henning, Isle, Blendow, Arndt. Dortmund, 14. Febr. Umbenennung der Luttmannstraße. Endlich ist auf Antrag der politischen Leitung der NSDAP. ein. Wunsch sehr vieler Bewohner des Ortsteils Schüren erfüllt, daß für den Namen „Luttmannstraße“ der alte Name der Gemarkung„Erlenbachstraße" durch Anordnung des Polizeipräsidenten eingesetzt ist. Bekanntlich war zur Zeit der Marxistenherrschaft die Straße nach dem Gemeindevertreter Luttmann von der SPD. benannt. Dortmund, 15. Febr. Sühne für einen tommunistischen Feuerüber= fall. Das Dortmunder Sondergericht verurteilte gestern wegen versuchten Mordes den 28jährigen Bergmann Johann Gramatzki zu 15 Jahren Zuchthaus, den Bergmann Josef Hoffmann und den Koch Erich Vieler zu je 12 Jahren Zuchthaus, den Bergmann Hermann Volz zu 10 Jahren Zuchthaus und den Anstreicher Bernhard Rodenkirchen wegen Anstiftung zum versuchten Mord zu 15 Jahren Zuchthaus, ferner sämtliche Angeklagte zu je 10 Jahren Ehrverlust. Die fünf Angeklagten, waren bekannte Kommunisten aus Altenbögge, die in der Nacht zum 31. Juli 1932, am Tage vor der Reichstagswahl, am Bahnübergang in Bönen einen Feuerüberfalt auf heimkehrende Nationalsozialisten verübt hatten. Dabei waren zwei Nationalsozialisten erheblich verletzt worden. Einer liegt heute noch an seinen Verletzungen im Krankenhaus. Dortmund=Bövinghausen, 14. Febr. Tödlicher Unfall. Auf der Schachtanlage Zollern 2=4 ereignete sich am Dienstag gegen 19 Uhr ein schwerer Unfall, an dessen Folgen der Verletzte am Mittwochmorgen im Bergmannsheil gestorben ist. Der Hauer Bernh. Ziegler aus Bövinghausen war an einem Aufhauen beschäftigt, in dem ein sog. Schrabber lief. Das Seil dieser Maschine setzte sich an der Welle fest, so daß ein Stempel an der Umkehrrolle umgerissen wurde. Durch diesen Stempel wurde Z. am Kopf schwer verletzt, so daß er einen Schädelbruch erlitt. Lendringsen, 13. Febr. In einen Graben gestürzt und erstickt. Der Maschinenführer W. Lobeck stürzte in der gestrigen Nacht bei der Papierfabrik Tönnesmann und Vogel in einen Straßengraben. Man fand ihn darin mit dem Gesicht nach unten tot auf. Der Tod war durch Ersticken eingetreten. Lünen. Appell der Hitler=Jugend. Ein großer Aufmarsch des Bannes 144 der Hitler=Jugend bot einen Ueberblick über die geschlossene Front der deutschen Jugend. An dem Appell nahmen 1825 uniformierte Hitlerjungen teil. Abends fand im Wichernhause die Besichtigung der Hitler=Jugend durch den an Stelle des erkrankten Obergebietsführers West, Hartmann Lauterbacher, erschienenen Stabsführer des Obergebietes, Mülbert Schäfer, statt, der die Grüße des Reichsjugendführers und des Obergebietsführers überbrachte. Königsborn. Tödlicher Unglückssall. Der Gedingeschlepper Erich Schäfer, wohnhaft in Heeren, Heinrichstraße 7, verunglückte auf der Schachtanlage Königsorn II am 13. Februar bei Beginn der erlaubten Seilfahrt durch Absturz in einen Stapel tödlich. Bredenbruch, 14. Febr. Selbstmord am Straßenbahnmast. In den gestrigen Abendstunden wurde in der Nähe der Maschinenfabrik Albert ein junger Mann aus Hemer am Straßenbahnmast erhängt aufgesunden. Leichtsinniges Schuldenmachen und seine Folgen haben ihn in den Tod getrieben. Mißkredit geratene„Ueb immer Treu und Redlichkeit“ entstammt dem Kopfe eines Mozart, der auch das Liedchen„Alle Vögel sind schon da“ und das herrlich jauchzende„Komm, lieber Mai, und mache" vertonte. Von Beethoven stammt die bekannte„Hymne an die Nacht". Die Musik unseres Deutschlandliedes wurde im Januar 1797 von einem Haydn, zunächst allerdings als österreichische Nationalhymne, geschmiedet. Heinrich Marschner komponierte die Melodie zu „Wer ist der greise Siegesheld?“ Und dann die wunderschönen Silcherschen Lieder, z. B.„Ich weiß nicht was soll es bedeuten".„Ich hatt einen Kameraden",„Es geht bei gedämpiter Trommel Klang" und„Der alte Barbarossa“ Vor einigen Jahren unternahm Otto Promber eine Rundfrage, die sich auch über Amerika erstreckte und die das beliebteste Volkslied feststellen wollte. Es ergab sich, daß neben dem Deutschlandliede das Volkslied„Am Brunnen vor dem Tore“ den Preis größter Beliebtheit erhielt. Und wer hat den urdeutschen Tert so urdeutsch in Töne gesetzt? Unser Franz Schubert! Wir haben tatsächlich alle Veranlassung, das deutsche Volkslied zu hegen und zu pflegen wie einen kostbaren, heiligen Schatz, den niemand besudeln darf. Luftschutz ist Selbstschutz! Deutscher! Das waffenstarrende Europa um uns bildet seine Zivilbevölkerung für den passiven Luftschutz aus, denn: Selbstschutz ist möglich! Es war einmal eine Zeit, da handelte ein Volk nach dem Grundsatz hochverräterischer Pazifisten. Heute tritt ein ganzes Volk geschlossen dem Reichsluftschutzbund bei, dem vom Reichsminister Hermann Göring die Anigabe der Aufklärung des Volkes und die Luftgefahr und die des Luftschutzes übertragen worden ist. Deutscher! Wo bleibst Du? Mehr Achtung vor unseren Volksliedern Es gibt seltsame Leute, die sich eines Volksliedes gewissermaßen schämen und lieber den gräßlichen Schund früherer Jahre singen, herunterhauen oder tanzen, als daß sie zu den goldenen Schätzen unserer Volkslieder greisen. Es glaube nur ja niemand, daß die Komponisten unserer Volkslieder tonkünstlerisch unter denen stehen, die das große Zeug der Neuzeitschlager vertonen. Vielmehr ist das gerade Gegenteil der Fall! Unsere Volkslieder gleichen einem kristallhellen Born; die weitaus meisten Schlager dagegen entstammen em Großstadtsumpfgebiet, für das sie ja auch bestimmt sind. Sehen wir uns ein wenig die Komponisten unserer Volkslieber an. Das nach dem Kriege aus gewissen Grunden oder kurz gesagt Gewissensgründen Dortmunder der Aufruf des Sturmbannführers Schäfer. An die Turn= und Sportvereine des Gaucs 9. Das am 18. Februar unter Mitwirkung aller Fachverbände, der SA und HJ. in der Westsalenhalle zu Dortmund stattfindende Hallensporifest wird eine machtvolle Kundgebung für die deutschen Leibesübungen werden und en Austakt bilden für die Werbung und Vorbereitung auf die olympischen Spiele 1936 in Berlin. Westfälische Turner und Sportler werden Proben ihres Könnens geben und ein Gelöbnis ablegen für das neuerstandene Reich und seinen unvergleichlichen Führer. Ich rufe euch auf, für diese Veranstaltung zu werben und derselben durch allseitige Teilnahme zu einem vollen Erfolge zu verhelfen. Um dem feierlichen Ausklang einen würdigen Rahmen zu geben, ergeht an alle Vereine die Bitte, ihre Fahnen zur Verfügung zu stellen. Anmeldung derselben sind an Obersturmführer Hückels, Brigade 67, Dortmund, Kielstraße. bis zum 16. Februar zu richten. Die Fahnenträge: (ohne Begleiter) sammeln sich am 18. Februar in der Bayernklause neben der Westfalenhasle. gez. Schäfer, Beauftragter des Reichssportführers für den Gau 9. Mar Schmeling geschiagen In der letzten Nacht wurde in Philadelphia zwischen Max Schmeling und dem Amerikaner Steve Hamas ein Kempf ausgetragen, der für den Deutschen nicht den erwarteten Erfolg hatte. Etwa 16.000 Zuschauer füllten die Conventhalle in Phila= delphia und erlebten einen abwechilunger#elchen Kampf. Bald war Steve Hames im Angriff, bald der Deutsche. So ging en#is zur neunten Runde, in der Max Schmeling om Auge derart angeschlagen wurde, daß es stark anschwoll und Schmeling dadurch im Kampfe stark behindert mar. Er hielt aber bis zur zwölften Runde standhaft durch. mußte dann aber eine Punktnle##erlage hinnehmen. Börfen und Märfte Dortmunder Zucht= und Fuselosehmarkt vom 14. Februar. Auftrieb: 583 Stück Grehzvieh, 155 Schweine, 85 Kälber. Dei Handel war langsam mit Ueberstand. Es hochtragende und frischmelke Küle 1. Ouaniöt 330—360 Rm., 2. Quolität 280—32=) 9m. J. Qualität 220—270 Rm., Rinder 150—286 Rm. Beste Tiere wurden i ber Natiz bezahlt. Sämtliches zum Markt aufeetrlehen gewesenes Großvieh ist gegen Mavl= und Klau### seuche geimpft worden. Am Schweineme:# war der Handel langsag:. Es losteten S## im Alter von 6 bis 8 Wochen 16—18 von 8 bis 10 Wochen 19—24 Am. von 10 12 Mochen 25—28 Nm.— Der ränste Markt findet am 21. Jebrnac statt. Briefkbeten Ein Kriegsopfee. Anonyme Einges=nzts Rus Wesldonssor Ein dreistes Gaunerstückchen Sechs Monate Gefängnis für Betrug an Volksgenossen Limburg. Das Schöffengericht Limburg befaßte sich mit dem dreisten Gaunerstückchen, das ein Notstandsarbeiter aus Niedererbach(Westerwald) sich Anfang Januar geleistet hatte. Der Angeklagte teilte dem Gemeinderechner am Fernsprecher mit, daß der Notstandsarbeiter Otto M.— also er selbst— zwecks Einstellung als Schre bhilfe beim Landratsamt in Montabaur sich vorstellen und gleichzeitig die fälligen Lohngelder für seine Arbeitskameraden bei der Fachregulierung in Niedererbach in Empfang nehmen solle. Der Anruf war so gehalten, als käme er vom Landratsamt in Montabaur. In Wirklichkeit aber rief der Schwindler von Limburg aus den Gemeinderechner an. Dadurch, daß bei dem Ferngespräch der Name eines mit der Verrechnung der Lohngelder beim Landratsamt betrauten Beamten genannt wurde, ließ sich der Gemeinderechner täuschen und M. fuhr zwei Tage später mit einer Abhebungsvollmacht nach Montabaur, wo er 280 RM. Lohngelder in Empfang nahm. dann aber mit einem gemieteten Auto in Richtung Koblenz verschwand. Als M. am Sonntag noch nicht in Niedererbach eingetroffen war, schöpfte der Rechner Verdacht, rief beim Landratsamt an und erfuhr. daß die Einstellung einer Arbeitskraft dort gar nicht beabsichtigt sei. Der Angeklagte erschien erst wieder auf der=Bildfläche, als er die für seine Arbeitskameraden bestimmten Groschen, für die das Landratsamt inzwischen Ersatzzahlung geleistet hatte, verjubelt hatte. In Anbetracht der verwerflichen Handlungsweise, die er durch die Unterschlagung und den Mißbrauch von Lohngeldern, die für Notstandsarbeiter bestimmt waren, an den Tag gelegt hatte, verurteilte ihn das Gericht zu sechs Monaten Gefängnis. Eine Osiris=Statue im Wormser Rheinsand gefunden Worms. Ein wertvoller Altertumsfund wurde im Rheinsand unterhalb von Worms gemacht. Man sand eine 12 cm große Bronzestatue des altägyptischen Sonnengottes Osiris. Das zierliche und guterhaltene Bildwerk zeigt den Gott als Mumie, in den über der Brust zusammengelegten Händen hält er Szepter und Geißel, auf dem Kopf trägt er die Straußenfedermütze. Von einer in der Pfalz gefundenen und im Speyerer Museum aufbewahrten Isis=Statuette weiß man, daß in den römischen Legionen am Rhein ägyptische Soldaten waren. Dieses Wissen erfährt durch den Wormser Osiris=Fund, der vermutlich aus dem zweiten nachchristlichen Jahrhundert stammte. eine erfreuliche kunst= und religionsgeschichtliche Bereicherung. Drei Geschwister 249 Jahre alt Cochem. Die drei Geschwister Maringer von hier können auf das hohe Alter von insgesamt 249 Jahren zurückblicken. Fräulein Maria Maringer zählt 85, ihre Schwester Frau Wwe Joh. Alflen 83 und ein Bruder, der Bahnhofsvorsteher i. R. Wilhelm Maringer 81 Jahre. Alle drei Geschwister erfreuen sich noch geistiger und körperlicher Rüstigkeit. to rast auf den Bürgersteig Vier Personen schwer verletzt Köln. Ein unglaublicher Vorfall ereignete sich an der Einmündung der Cäcilienstraße in den Neumarkt. Nach Angaben von Augenzeugen versuchte an dieser Stelle ein in großer Geschwindigkeit herannahendes Auto einem entgegenkommenden Straßenbahnwagen auszuweichen, wobei der Wagenführer einfach auf den Bürgersteig raste und rücksichtslos vier Fußgänger überfuhr. Mit schweren, z. T. lebensgefährlichen Verletzungen wurden die Ueberfahrenen dem Bürgerhospital zugeführt. Der Autofahrer fuhr mit rasender Geschwindigkeit weiter, ohne sich um die Verletzten zu kümmern. Wie die Polizei noch weiter mitteilt, handelt es sich um einen Personenkraftwagen mit blauem Anstrich. Als Erkennungszeichen wurde„J. Z. 45...“ von Augenzeugen beobachtet, die weiteren Zahlen des Kennzeichens sind nicht erkannt worden. Kurz vor diesem Vorfall ist in der Spindmühlenstraße ein Personenkraftwagen gestohlen worden, der das Kennzeichen S Z 45711 aufwies. Dieses Auto, mit dem sehr wahrscheinlich die vier Leute in der Cäcilienstraße überfahren wurden, ist inzwischen in Opladen auf der Kölner Straße herrenlos aufgefunden worden. Die Kriminalpolizei hat eingehende Ermittlungen nach dem Täter aufgenommen. Seine Ehefrau überfallen Vom Stiefsohn niedergeschlagen Köln. Ein von seiner Frau getrennt lebender 41 Jahre alter Arbeiter hatte sich in die Wohnung seiner Frau eingeschlichen und sich dort unter dem Bett versteckt. Als die Frau allein war, überfiel er diese, knebelte sie an Händen und Füßen und band sie schließlich noch an die Bettstelle fest. Danach verletzte der rohe Bursche die Wehrlose schwer am Unterleib. Der blötzlich heimkehrende Stiefsohn des Mannes wurde von seinem Stiefvater ebenfalls tätlich angegriffen, worauf der junge Mann seinen Wiversacher so mit einem Kartoffelstampfer auf den Kopf schlug, daß er schwere Verletzungen davonkrug und dem Krankenhaus zugeführt werden mußte. Fausthaus für Volkeschuelinge Sie hatten in gewinnsüchtiger Weise notleidende Volksgenossen betrogen— Verhaftung im Gerichtssaal Solingen. Im November v. J. wurden auf Grund von Beschwerden Nachprüfungen bei einzelnen Händlern vorgenommen, die mit der Lieferung von Kartoffeln für das Winterhilfswerk betraut waren. Dabei stellte es sich heraus, daß zwei Händler, die Kaufleute Paul und Wilh. Thiel, in gewinnsüchtiger Weise die Notleidenden betrogen hatten, indem sie Kartoffeln mit starkem Mindergewicht, das zeitweilig bis 16 und 20 Pfund betrug, verausgabten. Im ganzen wurde bei 155 Sack Kartoffeln ein Mindergewicht von 7½ Zentner festgestellt. Die Prüfung der Waage ergab, daß diese nicht geeicht war. Die beiden Kaufleute hatten sich jetzt vor dem Solinger Einzelrichter zu verantworten. Dieser stellte nach Verlesung des Eröffnungsbeschlusses fest, daß nach der neuen Verfassung der Strafprozeßordnung vom 26 Mai 1933, wonach in besonders schweren Fällen von Betrug auf Zuchthausstrafe bis zu zehn Jahren erkannt werden kann, er als Einzelrichter nicht zuständig sei. Die Angelegenheit wurde mit Zustimmung der Beteiligten daraufhin an das Schöfsengericht verwiesen, das vorsorglich zusammengestellt war..8 Die Verhandlung erbrachte den eindeutigen Beweis von der Schuld der beiden angeklagten Kaufleute. Der Staatsanwalt beantragte in einem ausführlichen Plädoyer, in dem er die verwerfliche Handlungsweise der Angeklagten geißelte, gegen jeden von ihnen ein Jahr Zuchthaus, fünf Jahre Ehrverlust und sofortigen Haftbefehl. Das Urteil lautete gegen Paul und Wilhelm Thiel wegen Vergehens gegen Paragraph 266, Abs. 2 des StGB. in Tateinheit mit Vergehen gegen das Maß= und Münzgesetz auf je ein Jahr Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust. Die benutzte Waage wurde eingezogen. Da mit Rücksicht auf die Höhe der Strafe Fluchtverdacht bestand, wurde Haftbefehl erlassen; demzufolge erfolgte die Verhaftung der beiden Verurteilten im Gerichtssaal. Von schwrrer Antlage freigesprechen Die Zeugen halten in der Voruntersuchung den Mund zu voll genommen Münster. Unter dem Vorsitz von Landgerichtsrat Herman trat die Große Münstersche Strafkammer zu einer Verhandlung gegen den früheren Direktor der Westfalenfleiß G. m. b. H. in Münster, einem Fürsorgeunternehmen für Blinde und sonstige Erwerbsbeschränkte, zusammen. Der Angeklagte, Stadtobersekretär Johannes Hartmann aus Münster, war in den Jahren 1927 bis 1931 Leiter dieses Unternehmens, das er von Grund auf neu aufbaute. In der Anklage wird dem Beschuldigten Untreue gegenüber dem Unternehmen zur Last gelegt. Das Gericht hatte sich mit nicht weniger als 18 Einzelpunkten und drei besonderen Straftaten zu befassen. In einer ausgedehnten mehrstündigen Verhandlung wurden alle Anklagepunkte bis ins Einzelne erörtert, wobei es dann dem Angeklagten möglich war, die gegen ihn aufgestellten Behauptungen über sein unkorrektes Verhalten gegenüber dem Unternehmen zu entkräftigen. So wurde dem Angeklagten u. a. vorgeworfen, daß er auf seinen Geschäftsreisen zu vie! Spesen machte; des weiteren sollte er mit seinem Dienstauto Privatfahrten ausgeführt haben. In einem weiteren Falle soll er sich Dienstgelder angeeignet und für private Zwecke verwandt haben. Der Angeklagte behauptete, daß er sich nicht in einem einzigen Falle an Geldern des Unternehmens vergangen hobe. Sämtliche strittigen Fragen wurden von ihm restlos aufgeklärt; lediglich in zwei Punkten war diese Aufklärung durch widersprechende Zeugenaussagen nicht ganz möglich,. 1— Nr 9.450R ug Aa# Der Staatsanwalt war der Auffassung, daß dem Angeklagten eine Verfehlung im Sinne der Anklage nicht nachzuweisen wäre und beantragte deshalb dessen Freisprechung. Das Gericht sprach den Angeklagten auf Kosten der Staatskasse frei, wobei es betonte, daß die Hauptverhandlung nichts ergeben hätte, was zu einer Verurteilung des Angeklagten ausreichen könnte. Zweifellos sei, daß verschiedene Zeugen in der Voruntersuchung den Mund recht voll genommen hätten. bevor, wenn nicht in letzter Stunde eine freiwillige Senkung der unberechtigten Preissteigerungen eintritt, die das Arbeitsbeschaffungsprogramm der Reichsregierung gefährden. In wenigen Tagen die vier Dorfältesten gestorben Abendheim(Rheinh.). Ein seltener Fall von Schicksalsfügung ist hier zu verzeichnen. Innerhalb einiger Tage starben die vier ältesten Einwohner der Gemeinde. Alle waren sie bis an ihr Lebensende noch ziemlich rüstig. Die Dahingeschiedenen waren 91, 80, 79 und 69 Jahre alt. Eine Scheune brannte ab Berg.-Gladbach. Im benachbarten Herrenstrunden geriet eine Scheune, in der über 100 Zentner Heu und Stroh sowie Holz aufbewahrt lagen, in Brand. Die zu spät alarmierte städtische Feuerwehr konnte nichts mehr retten. Der Sachschaden ist beträchtlich. Man nimmt an daß es sich hier um eine Brandstiftung handelt, da I man an der Brandstätte einen petroleumähnlichen Geruch wahrnehmen konnte. „Fortung“ auf dem Karneval Münster. Der Karnevalsgesellschaft Freudenthal, die in der festlich geschmückten Stadthalle die Feier ihres 100jährigen Bestehens beging, hatte Frau„Fortuna“ eine besondere Ueberraschung zugedacht. In einer feucht=fröhlichen Taselrunde zog im Laufe des Abends ein münsterischer Bürger aus der Winterhilfslotterie einen Glücksbrief mit einem 5000=Mark=Gewinn. Verhaftung wegen des Raubmordes bei Melle Melle. In Sachen de leubmordes an dem Bäckergesellen Brandhorü,r den wir vor kurzem berichteten, ist in Neuß ein junger Bursche namens Vogtschmidt verhaftet worden. Er hatte in Buer zu Besuch geweilt, befand sich aber in Geldnot. Am Morgen nach dem Raubmord hatte er seine Schulden bezahlt. Bei der ersten Vernehmung verwickelte er sich in Widersprüche und konnte ein einwandfreies Alibi nicht nachweisen. Der Verhaftete, der sich im hiesigen Gerichtsgefängnis befindet, leugnet einstweilen, mit dem Raubmord in irgendwelcher Verbindung zu stehen. Die Kriminalpolizei verfolgt noch eine zweite Spur, die in die Umgegend von Melle führt. Kleinbahn fährt gegen Laslautozug Großer Sachschaden Köln. Auf der Düsseldorfer Straße in KölnStammheim fuhr ein Kleinbahngüterzug an einer schrankenlosen Eisenbahnüberführung gegen ein von Köln=Mülheim kommendes schweres Lastauto mit Anhänger. Der Autolenker und sein Begleiter kamen ebenso wie der Lokomotivführer bei dem schweren Zusammenstoß mit geringfügigen Verletzungen davon. Die Lokomotive und zwei Güterwagen sowie das Lastauto mit Anhänger wurden stark beschädigt. Wegen Sittlichkeitsverbrechens festgenommen Köln. Wegen Vornahme unzüchtiger Hag); lungen an einem 14jährigen Jungen nahm die Kriminalpolizei einen 38jährigen Versicherungsangestellten fest. Der Festgenommene gab zuerst falsche Personalien an, nicht ohne Grund, da er wegen Unterschlagung von der Polizei gesucht wurde. Im Klingelpütz fand der Jugendverderber Unterkunft. Der Eisenbahnverkehr zum Rosenmontagszug in Köln Köln. Wie nach den Verkehrszahlen der vorhergehenden Tage bereits zu erwarten war, hat der Rosenmontag in Köln der Reichsbahn gegen das Vorjahr eine Steigerung des Verkehrs gebracht, die sicher unter dem Einfluß des günstigen Wetters, noch bedeutender als an den Vortagen war. Nach den jetzt bekanntgegebenen endgültigen Zahlen der Reichsbahn sind von Montag früh 6 Uhr bis Dienstag früh 6 Uhr, also insgenau 24 Stunden, 69.000 Reisende auf dem Kölner Hauptbahnhof angekommen, gegen 24000 Reisende an gewöhnlichen Montagen. Im Vorjahre betrug der Mehrverkehr auf dem Kölner Hauptbahnhof nur 30 000. Reichsbischof Müller kommt nach Nachen Aachen. Am Sonntag, dem 18. Februar, dem Tage der Eingliederung der evangelischen Jugend Aachens in die Hitler=Jugend, besucht Reichsbischof Ludwig Müller, der Führer der Deutschen Evangelischen Kirche, die Gläubigen der Westmark. Aus diesem Anlaß ist eine große Kundgebung angesetzt, auf der außer dem Reichsbischof der Reichsjugendpfarrer Zahn und Oberbannführer Krenzer sprechen werden. Todessturz in den Keller Aachen. In einem Keller auf dem Hof einer Gastwirtschaft fand man eine männliche Leiche. Die Feststellungen ergaben, daß es sich um einen 46jährigen Arbeiter handelt, der in der Nacht zuvor die Wirtschaft aufgesucht hatte. Als er auf dem Hof sein Bedürfnis verrichten wollte, stürzte er in den ungeschützten Keller, der zudem noch etwa 50 Zentimeter hoch mit Wasser gefüllt war. Anscheinend ist er durch den Sturz bewußtlos geworden und dann ertrunken. Fastnachtsbeute der Aachener Zöllner Aachen. An den Fastnachtstagen schienen die Schmuggler an den Grenzen eine weniger scharfe Kontrolle zu erwarten. In zwei Fällen wurde ihnen aber ein Strich durch die Rechnung gemacht. So gelang bei Merkstein=Hofstadt die Festnahme von drei Schmugglern, die über 100 Pfund gebrannten Kaffee mit sich führten.— Bei Schmithof wurden eine Schmugglerbande gestellt und die Zollbeamten konnten die Schmuggelware (5 000 Zigaretten, 30 Pfund Kaffee und 12 Pfund Tabak) beschlagnahmen. Der„Flüchtling aus Dortmund“ Emmerich. Im niederländisch=deutschen Grenzgebiet wurde das Auftreten einer dreiköpfigen Betrügerbande festgestellt, die mit minderwertigen Teppichen und mit—— antideutschen Greuelmärchen reist. Die Arbeitsweise der Bande ist wie folgt: Dis drei begeben sich in ein Caféhaus des Ortes, das sie zu ihrer betrügerischen Betätigung ausersehen haben, und telephonieren von hier aus mit den Notabeln der Gemeinde. Nach geheimnisvollen Andeutungen über einen jüdischen Flüchtling aus Dortmund teilen sie dann mit, daß der„Flüchtling“— übrigens eine völlig aus der Luft gegriffene Figur— unter Zurücklassung aller seiner Habe nur das nackte Leben über die Grenze„gerettet“ habe. Dann sei es ihm allerdings noch gelungen, einige„echte“ Perser=Teppiche(1) mitzunehmen, die er jetzt zu billigen Preisen— als„tweede=Handskoopen“— verkaufen wolle, um mit dem Erlös sein Leben iu frifen.### hahen Ai. G.1 K.aar bi.—.14 In vielen Fällen haben die Betrüger, die mit diesem neuen Trick völlig wertlose Teppiche an den Mann zu bringen versuchen, Erfolg gehabt. Der Polizei ist es bisher noch nicht gelungen, ihrer habhaft zu werden. Es handelt sich um niederländische Staatsangehörige, die in dieser unsauberen Weise„Geschäfte" zu machen versuchen. Maßnahmen gegen ungerechtfertigte Preissteigerungen Düsseldorf. Der Regierungspräsident zu Düsseldorf hat mit sofortiger Wirkung die Bindungen des Düsseldorfer Ziegelkartells an höhere als die im vergangenen Sommer handelsüblichen Preise für nichtig erklärt. Weitere Maßnahmen gegen die Preispolitik verschiedener baustoffliefernder Industrien stehen Ururahne, Urahne, Großmutter, Mutter und Kind Dabringhausen. Fünf Generationen— in einer Familie— sind in der Familie des Gutsverwalters Strauß in Große Ledder bei Dabring= hausen vertreten. Familienälteste ist die Witwe Bernitzki mit 86 Lenzen. Sie ist trotz des hohen Alters noch bewundernswert rüstig und gesund und verrichtet noch Gartenarbeiten. Die jüngste Generation ist jetzt zur Welt gekommen. Es ist ein Mädchen, und das ist bemerkenswert, weil alle fünf Generationen weibliche Vertreter haben. Die drei ersten Generationen sind in Ostpreußen geboren und ausgewachsen. Erst die beiden jüngsten stammen aus dem Rheinland. Ehepaar gasvergiftet tot aufgesunden Osnabrück. In einem Hause in der Mellerstraße wurde am Dienstag nachmittag ein Ehepaar in den Betten liegend tot aufgefunden. Die Todesursache war Gasvergiftung. Nach den vorliegenden Umständen handelt es sich um einen Unglücksfall, der sich bereits in der Nacht zum Montag zugetragen haben dürfte und darauf zurückzuführen ist, daß irgendwie aus Unvorsichtigkeit der Gashahn geöffnet wurde, sodaß die beiden Leute von den sich ansammelnden Gasen getötet wurden. Mann und Frau lebten sehr zurückgezogen; daraus erklärt es sich auch, daß die Bewohner des Hauses nicht eher Verdacht schöpften. Ein Unglücksbahnübergang Osnabrück. An dem ungesicherten Bahnübergang auf der Strecke Hiltert—Dissen, wo erst vor wenigen Tagen ein Hamburger Zigaretten=Lastauto von einem Zuge überrannt wurde, ereignete sich am Dienstag abend erneut ein ähnliches Unglück. Ein von Bielefeld kommender Personenkraftwagen aus Osnabrück geriet unter einen Zug und wurde schwer beschädigt. Wie durch ein Wunder zogen sich die vier Insassen des Wagens nur leichte Verletzungen zu. Die Verletzten wurden dem Dissener Krankenhaus zugeführt. Vergiftungsanschlag wegen Jamilienzwistes Minden. Im Dorfe Lahde im Norden des Kreises Minden lebte der 57jährige Schmied Deppmeier, der sich erst vor kurzer Zeit zum zweiten Male verheiratete, in Unfrieden mit seiner Schwiegertochter, die mit ihrem Manne im Hause des Schmiedes wohnte. Dieser Tage buk nun die Schwiegertochter Brot und nahm es mit zu ihrer Schwägerin nach Biederloh, wo beide Frauen geringe Mengen von dem Brot aßen. Trotzdem stellten sich nach kurzer Zeit unter heftigen Leibschmerzen Vergiftungserscheinungen ein. Der Verdacht, Gift in das zum Backen verwendete Mehl gemischt zu haben, lenkte sich auf den alten Schmied Deppmeier, und durch die inzwischen vorgenommene Untersuchung wurden in seinem Besitz verschiedene Medikamente gefunden, die den Tatverdacht stärkten. Deppmeier wurde dem Petershagener Gerichtsgefängnis zugeführt. 191 Nachdruck verboten. „Regina!“ Erschreckt war Viktor Koltau aufgesprungen und starrte die Frau vor sich an. Daran hatte er gar nicht gedacht. Ein Zittern war über sie gekommen. Aber sie nahm sich zusammen und sagte leise: „Ich danke Ihnen für Ihre Gastfreundschaft, Vetter! Hoffentlich haben Sie in diesen Tagen ein anderes Bild von der verhaßten und hochmütigen Regina Koltau bekommen.“ „Ich war ein Narr, Regina! Ich weiß es. Aber nun, Regina— müssen Sie unvedingt schon fort?“ „Aber Vetter! Lore kehrt nicht nach Altenberg zurück. Was soll ich dann noch hier?“ „Ja, ich weiß es. Es hält Sie nichts in Koltau.“ Bitter kam es von seinen Lippen. Reginas Mund zitterte, aber sie sagte nichts. „Bleiben Sie, Regina!“ „Aber— Vetter...!“ „Bleiben Sie— bei mir— Regina— für immer!" Regina war tief erblaßt. Sie konnte kein Wort mehr sprechen, starrte nur den Mann an, der ihre beiden Hände erfaßt und so demütige Worte gesagt hatte. Wie seine Augen sie ansahen! Sie zitterte am ganzen Körper. „Ich kann keine großen Worte machen, Gina, wenn es um das geht, was mein Innerstes bewegt. Ich weiß nur — daß ich nicht mehr sein kann ohne dich...“ Regina hatte ein Taumel erfaßt. Aber plötzlich kam sie wieder zur Besinnung. Ein leises Mißtrauen regte sich noch einmal. „Ich denke, du müßtest die Frau rasend lieb haben, die du heiraten willst! Ich hörte es, wie du es einmal zu meinem Vater sagtest.“ Regina wußte es selbst kaum, daß das vertraute Du der Jugendjahre auf ihre Lippen gekommen war. Aber der Mann hörte es mit innerem Jubel. „Und glaubst du, ich bin nicht rasend in dich verliebt, Gina?“ Er hatte sie in seine Arme gerissen, hielt sie fest umschlungen. „Ganz wahnsinnig verliebt bin ich in die stolze, unnahbare Regina Koltau! Nicht erst seit heute und gestern. Seit Wochen liegt ein ausgeschnittenes Bildchen aus irgendeiner illustrierten Zeitung vor mir; mit jedem Tage hatte ich mich mehr in dieses Bild versenkt, hatte es mich mehr um den Verstand gebracht. Gina! Ich kenne jeden Zug deines Gesichts! Ich habe dich zu hassen geglaubt, dabei war es nichts als verletzte Eitelkeit Und seit langem weiß ich schon, daß ich meine schöne, stolze Kusine gern habe. Seit gestern abend aber gibt es keinen Zweifel mehr, Gina: Ich liebe dich, mit einer heißen, tiefen Mannesliebe. Mein Innerstes sehnt sich nach dir, nach dem Verständnis der reifen, bewußten Frau, nach dem Menschen, der mich versteht. Und wir werden uns verstehen, Gina!“ „Ja, Viktor! Ich weiß es auch. Und nun will ich es dir eingestehen. Ich habe dich lieb, seit meiner frühesten Jugend schon. Ich war einst Zeuge von einem entsetzlichen Gespräch— zwischen dir und meinem Vater. Du schlugst mich aus...“ „Mein Gott, Gina! Du hattest das alles gehört?! Nun verstehe ich...!“ „Ich konnte nicht anders, Viktor. Meine Liebe zu dir war so groß; es schmerzte so. Ich mußte mich mit meinem ganzen Stolz wappnen. Niemand durfte wissen, wie es in mir aussah. Ich konnte es nicht ändern, daß ihr eine so häßliche Meinung von mir hattet, du und deine Frau. Viktor.“ „Laß, Gina! Das liegt alles weit, weit zurück. Jetzt aber bist du bei mir, bleibst bei mir, für immer. Du weißt ja nicht, wie ich mich nach Frauenliebe sehne und nach Zärtlichkett. Ich halte das Alleinsein nicht mehr aus „Wie ungestüm du bist, Viktor. Aber vorläufig müssen wir uns trennen.“ „Trennen? Wo denkst du hin, Gina! Meinst du, Viktor Koltau läßt sein Liebstes von sich gehen? Nein, Gina! Keine Sekunde lasse ich dich von mir. Was einmal mir gehört, kommt mir nicht mehr aus den Händen.“ Sie mußte lachen. Aber er verschloß ihr den Mund mit heißen Küssen. „Viktor! Ich kann nicht mehr! Wie sehe ich aus!?“ „Gina, ich bin so ausgehungert nach dir, hab' solange darben müssen. Ich werde nicht so schnell satt zu bekommen sein. Ich habe mehr Feuer in meinen Adern als ein Junger. Der Altenberger— er denkt, er allein hal das Glück beim Schopfe. Die werden Augen machen, wenn sie das alles erfahren.“ „Wollen wir ihnen telegraphieren, Viktor?“ „Keine Rede, Gina! Ich selbst muß dabei sein und die verblüfften Gesichter sehen. Herrgott! Ich könnte die ganze Welt zerreißen, Gina, so glücklich bin ich! Und die Bengels, die bekommen endlich wieder eine neue Mutter.“ „Ach Gott!, die Jungens lerne ich nun nicht kennen! Wie leid mir das tut! Ich muß ja unbedingt heute abend in Berlin sein.“ „Schön, Gina! Wir fahren über Jena und nehmen die Jungens mit nach Berlin, wenn es dir recht ist. Ich werde gleich mit dem Rettor telephonieren. Er gibt ihnen sicher Urland.“ Langsam schritten sie dem Hause zu. Sie sprachen nicht, aber immer wieder beugte sich Viktor zu Regina herüber, suchten seine Lippen ihren Mund Frau Berger ließ vor Schreck den Teller fallen, den sie in der Hand hielt, als sie vom Küchenfenster aus die beiden so dicht aneinandergeschmiegt daverkommen sah. Dann wurde das ganze Personal zusammengerufen. „Das ist die zukünftige Herrin von Koltau, Leute! Gräfin Regina Koltau und ich haben uns verlobt. Ich fahre mit meiner Braut nach Berlin. Robert, richten Sie gleich das Auto Und Frau Berger. Sie packen die nötigen Klamotten zusammen. Die Jungens nehmen wir von Jena aus mit. Und heute abend feiert ihr unsere Verlobung Mamsell Berger kocht ein opulentes Mahl, und Inspektor Nagel braut eine erstklassige Bowle. Holen Sie sich aus dem Kellet, was Sie dazu brauchen.“ Ein einstimmiges„Hurra!“ folgte und allgemeine Gratulationscour Regina nahm lachend alle Glückwünsche in Empfang. Zuletzt nahm sie die alte Berger auf die Seite, hielt ihre verarbeitete Hand. „Ich darf mich wohl auf Sie verlassen, liebe Frau Berger? Ich denke, wir werden gut miteinander auskommen. Ich verstehe so gar nichts von einem so großen Haushalt und möchte das alles weiter Ihren treuen Händen überlassen Wollen Sie mir helfen, Frau Berger?“ Die Bergern knickste ergeben. Ein Stein war ihr vom Herzen gefallen Alles würde so bleiben, wie es war. Der Baron hatte seiner Bram sicher gesagt, daß man sich auf die Berger verlassen konnte Und es würde alles noch viel besser werden als bisher Die Gräfin Koltau sollte viel Geld haben. hieß es Da brauchte man nicht mehr zu knausern und zu sparen wie bisher; man konnte ordentliche Mahlzeiten kochen. Butter nehmen und Milch und Obst. Fein würde das werden, wenn die junge Frau erst da war auf Koltau... Am vergangenen Abend, als er schnurstracks von dem Vortrag aus ins Hotel zurückgeeitt war— trotz aller Bitten hatte er sich nicht zu einem Beisammensein mit seinen Bewunderern bewegen lassen—, hatte er Leonores Brief gesunden. Vollkommen erstarrt war er auf einen Stuhl gesunken, während er las: ... und deshalb wirst Du verstehen, Rudolf, wenn ich stillschweigend verschwinde und nach Berlin zurückkehre. Ich will mich nicht zwischen Dich und die Komtesse Koltau drängen. Ich fühle es, sie wird Dich nicht freigeben. Und es ist auch gut so. Ein Graf Altenberg und die Lore Siebenhühner, das paßt nicht zusammen Ich hätte schon längst von Dir gehen sollen, gleich. als ich merkte, daß ich Dich liebte und Dir zum Verhängnis wurde. Die Welt würde spotten über Dich und über die Frau, die Du Dir genommen hast, und das darf nicht sein. Davor muß ich Dich bewahren. Lebe wohl, Rudolf! Meine Liebe zu Dir ist grenzenlos, und ich habe keinen anderen Wunsch, als daß Du glücklich wirst und mich sobald als möglich vergißt. Lore. Es konnte doch nicht wahr sein. Rudolf stöhnte auf. Sein Mädel, sein süßes, einziges war in die Nacht hinausgeflohen, weil es glaubte, daß das besser für ihn war. Welch eine Torheit! Liedes, kleines Dummerchen! Als ob Rudolf Altenberg nicht ganz genau wußte, was er tat. Als ob er die Frau. die er liebte, nicht vor der ganzen Welt beschützen und sie gegen alle Menschen festhalten würde! Aber er würde ihn sich wiederholen, seinen wilden. kleinen Querkopf." Nie würde er eine andere Frau heiraten — das wußte er. Die Komtesse Koltau gab ihn frei, sobald sie hörte, daß er eine andere liebte. Sie war, nach alledem, was er gehört hatte, viel zu hochmütig und zu stolz, um sich einem Mann aufzudrängen, der eine andere liebte. Mochte man über ihn und über seine Ehe spötteln. Was lag ihm daran? Er brauchte die Meinung der Welt nicht; ihn kümmerte nichts, wenn er nur erst seine Lore wieder hatte. Noch in der Nacht fuhr er mit seinem Wagen nach München. Der Wagen sollte dort bleiben, in irgendeiner Garage, und er wollte mit dem ersten Flugzeug nach Berlin fahren Er war sicher, Lore bei ihrer Mutter in Berlin zu finden. Wo anders sollte sie schließlich hingehen? Und nun war er in Berlin. Seine Erregung hatte sich mit einem Male gelegt: plötzlich war er wieder der kühle. zielbewußte, energische Mann geworden, der genau wußte, was er zu tun hatte... Vier strahlend glückliche Menschen saßen in dem D=Zug, der nachmittags Jena verließ. Die Jungens hatten erst große Augen gemacht, als der Vater ihnen die schöne Frau gebracht und sie als ihre neue Mutter vorgestellt hatte Regina hatte im Fluge die Herzen der Jungens gewonnen Die Liebe, die sie zu dem Vater hegie, übertrug sie in reichem Maß auch auf die Kinder Regina hatte gefühlt, wie sich die beiden Knabenherzen nach mütterlicher Zärtlichkeit sehnten, und ihre weiche Stimme hatte sich schnell in die Seele der Kinder geschmeichelt Erich namentlich gebärdete sich wie toll, als er erfuhr. daß sie mit nach Berlin durften Er war Regina um den Hals gefallen, hatte sie abgeküßt. „Wirst du mir auch alles zeigen. Mutti? Ich freue mich so schrecklich auf Berlin.“ „Alles wirst du zu sehen bekommen, Erich. Vetter Hanns Bassewitz wird sich freuen, dich herumfahren zu können.“ Erich überlegte einen Augenblick. Hatte er den Namen nicht schon einmal gehört? Von der Leonore Sieben hühner, Onkel Altenbergs lustiger Sekretärin?! Aber wahrscheinlich gab es mehrere Bassewitz' in Berlin Es aab jetzt wichtigere Dinge, als über diesen Namen nachzudenken. „Hat dieser Vetter ein Auto, Mutti?“ „Mehrere, Erich.“ „Au— fein. Und hoffentlich keine solche Aeppelkiste wie das unsere.“ Ehe der entrüstete Vater seinem vorlauten Sprößling einen Klaps versetzen konnte, war Erich schon mit einem Sprung draußen auf dem Gang, wo Bruno eifrig zum Fenster hinaussah Viktor und Regina waren allein im Abteil. „Er hat recht, Viktor. Dein Wagen ist fürchterlich. Du wirst mir erlauben, daß ich dir einen modernen, eleganten Wagen als Verlobungsgeschenk überreiche— nicht? Du mußt in Berlin so auftreten, wie es einem Koltau zukommt. Verstehst du das, Viktor?“ „Du beschämst mich mit deiner Güte, Regina.“ „Aber Viktor— was mein ist, ist dein. Das ist doch selbstverständlich. Papa hatte dich so gern— er wäre glücklich, wenn er uns so sehen könnte.“ „Gina!“ Er küßte ihre Hand, sah sie dabei mit heißen Blicken an. „Warte nur, Gina, bis du erst meine Frau bist. Dann erst wirst du wissen, wie lieb ich dich habe. Nie wirst du es bereuen, zu mir gekommen zu sein. Ich werde es festhalten, mein spätes Glück. Ich liebe dich, Gina— liebe dich so sehr. Mein Herz kennt nur noch einen Schlag, Gina— dich...!“ Leise schmiegte sie sich an ihn, und dieses hingebende Anschmiegen der stolzen Frau sagte ihm mehr, als alle Worte hätten sagen können... Dem Flugzeug, das gegen zwölf Uhr mittags— von München kommend— auf dem Tempelhofer Feld niederging, entstieg Graf Rudolf Altenberg. Frau Rese Siebenhühner hatte gerade wieder so einen Tag. Aerger, nichts als Aerger vom frühen Morgen an. Ihre Stieftochter Hannelore— sie war gleichzeitig ihre Nichte, denn Rese hatte den Mann ihrer verstorbenen Schwester geheiratet—, die hatte ihr wieder den ganzen Tag verdorben. Mein Gott, sie und ihre Schwester und auch der Siebenhühner, das waren doch alles arbeitsame, respektable, ordentliche Menschen. Wie kam nur dieses leichtsinnige Geschöpf mitten unter diese Familie?! Ob wohl alle jungen Menschen von heute so waren? Gleich, als Hannelore aus der Schule kam, hatte es angefangen „Ich und Dienstmädchen werden? Nee, daraus wird nichts. Ich lerne Büroarbeit und gehe als Tippfräulein. Das ist ein ganz anderes Leben, und dabei kann man's wenigstens zu was bringen.“ Und so war die Hannelore Tippfräulein geworden. Jetzt war sie zwanzig Jahre alt und hatte bereits ein Leben hinter sich. Rese Siebenhühner schüttelte nur immer wieder den Kopf. Aber sie sagte nicht mehr viel, es hatte ja doch alles keinen Zweck. Auch ihr Mann wußte nicht mehr, was er mit der Tochter anfangen sollte.„Man hat uns ein Kuckucksei in das Haus gebracht“, pflegte er zu sagen, wenn Hannelore wieder irgendeine Liebelei hinter sich hatte.„Es ist ein Glück, daß ihre Mutter das alles nicht mehr erleben mußte.“ Hannelore kümmerte sich gar nicht um die Vorwürfe, die man ihr machte. Sie tat genau das, was sie wollte. Sie war eine kesse, echte Berlinerin— Lippenstift und Schminke spielten bei ihrer Toilette eine große Rolle, und ihre Haare waren jeden Augenblick anders gefärbt. Platinblond, rot— wie es ihr gerade gefiel. Ihre Stellungen wechselte sie alle drei bis vier Monate. Es dauerte immer nur so lange, bis der Chef wieder nüchtern geworden war und Hannelore wieder genau so behandelte wie die anderen Angestellten. Dann hatte sie genug und suchte sich ein anderes Wirkungsfeld. Einmal hatte sie einen Bräutigam gehabt. Als sich dann die Folgen des Verhältnisses zeigten, hatte er sich davongemacht. Nun war sie wieder einmal verlobt. Mit einem feinen, noblen Herrn, von dem sie Wunderdinge erzählte. Alle Vorstellungen, daß der vornehme Mann doch sicher nicht ans Heiraten denke, nützten nichts. Die letzten vierzehn Tage war sie mit dem Manne verreist gewesen. Am vergangenen Abend war sie zurückgekommen. Hatte erzählt von dem Schönen, was sie gesehen hatte. Am Morgen, als Rese Siebenhühner die Hannelore gefragt hatte, wie es denn mit der Hochzeit sei, hatte sie nur spöttisch gelacht.„Das werdet ihr alles zur Zeit erfahren. Macht euch nur meinetwegen keine Sorgen.“ Dann hatte sie stundenlang Toilette gemacht und war davongerauscht. Arbener ** Macsenmord österreichischer Arbeiter— dann Bekenntnis der Eret uude. Brbeiter zu Dolluß geiorden „Vaterländische Front" des Herrn Dollfuß reaktionären Arbeitgebertums gilt, preist sich dem b.... i, den Isterreichischen tgterreichischen Arbeiter als Versechterin seiner o. hat in Wien no in ven osterreichischen Bundesein Flugblatt verteilen lansen, das an der Spitze das Krukenkreuz trägt, das Zeichen der sogenannten„Vaterländischen Front“. einer Organivenannten„Anhänger, und oas an die Arbeiter Oesterreichs gerichtet ist. Der Aufruf hat folgenAuf die Barrikaden schickten sie Euch. Eure Führer, die im Auto flüchteten. Tote und Verwundete sind das Ergebnis dieler schweren Stunden. Ihr wurdet schmählich im Stich gelassen. Arbeiter Oesterreichs, denkt an Eure gemordeten und gemeuchelten Brüder im Dritten Reich. Denkt an die Zertrümmerung aller sozialen Rechte und Errungenschaften durch den Nationalsozialismus. Was Eure verbrecherischen Führer versuchten, ist schmählicher Verrat an Euren Lieben. an Eurer Heimat Oestergilt es. sich klar zu entscheiden. Der einzige. der Euch hilft. ist Dollfuß. Arbeiter Oesterreichs, vereinigt Euch mit allen guten Oesterreichern in der Stunde der Gefahr. Oesterbraucht Euch. Ihr braucht Oesterreich!“ Aufruf des Herrn Dollfuß ist der Höhep der Verlogenheit und Gemeinheit und wird g den letzten österreichischen Arbeitern, die Herrn *=lfuß noch nicht durchschaut haben sollten. #gen öffnen. Erst läßt Herr Dollfuß mit Kanonen die Arbeiterwohnhäuser zusammenschießen, dann ßt er ein Blutbad anrichten, das 500 Tote fordert. darunter zahlreiche unschuldige Frauen und Kinder. Im gleichen Augenblick avvelliert derselbe Herr Dollfuß an die Arbeiter, sich zu ihm zu bekennen nach dem Grundsatz„Zuckerbrot und Peitsche“ Ein Stück aus dem Tollhaus aber geradezu ist es. wenn Herr Dollfuß. der 500 Arbeiter abschlachten ließ, gleichzeitig nach der Methode„Haltet den Dieb" auf Deutschland hinweist und von den in Deutschland angeblich gemordeten und gemeuchelten Arbeiterbrüdern spricht. Herrn Dollfuß kann nur gesagt werden, daß die deutsche Revolution bei einer Bevölkerung. die elsmal so groß wie die Oesterreichs ist. nicht einen Bruchteil der Todesopfer gefordert hat. die Dollfuß' verbrecherischer Verzweiflungskampf gegen die österreichische terschaft zur Folge hatte. Ausgerechnet Dollfuß. der Vertreter des Großkapitals. ausgerechnet die Regierung Dollfuß, die als schärfster Exvonent des onerrei airen Arbeitsebertun g,e1t, Pteik, einer. osterreigschen Arbeiter als Versechterin# zialen Rechte an. Und diese Regierung Voufuß wagt es. von einer Zertrümmerung aller sozialen Rechte und Errungenschaften durch den Nationalsozialismus zu sprechen, obwohl die nationalsozialistische Regierung sich als eine der sozialistischsten Regierungen der Welt erwiesen hat, indem sie dem schaffenden deutschen Menschen die modernste Sozialversassung der Welt gab. Die österreichischen Arbeiter seien nur an die Worte des ehemaligen sozialdemokratischen Reichstagspräsidenten und Führers des Deutsch=Oesterreichischen Volksbundes. Paul Löbe, erinnert, der gerade in diesen Tagen einer belgischen Zeitung zugab, daß all jene sozialistischen Forderungen. die die Sozialdemokratie nicht verwirklichte, vom Nationalsozialismus in die Tat umgesetzt worden sind. Die österreichischen Arbeiter werden wissen. was sie von dem falschen Zungenschlag des Herrn Dollsuß zu halten haben. Ein ausiro-marxiktischer Seuder Es zeigte sich, daß man in einigen Gewervezweigen durch Vereinbarungen, die alle Betriebsformen umfassen, Einschränkungen in der Preisankündigung durchgesetzt hat, denen sich die noch verbliebenen wenigen Außenseiter wohl werden fügen müssen, da ihre Gegengründe nicht stichhaltig sind. In anderen Gewerbezweigen ist es bei dem Versuch geblieben, solche Vereinbarungen zustande zu bringen. Die in der Sitzung anwesenden Zeitungsverleger wiesen auf die schweren Schädigungen hin die der Allgemeinheit durch allzu weitgehende Einschränkungen in der Preisankündigung entstehen müßten. Prüfung der Gruhengelz-Bedarfsdechung Die erfreuliche Aufwärtsbewegung der deutschen Kohlenförderung in den letzten Monaten ist nicht ohne Auswirkung auch auf die Grubenholzbedarfdeckung geblieben. Das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft, das die Aufgabe hat, den gesamten deutschen Holzbedarf sicherzustellen, befaßt sich daher mit der Nachprüfung der auf dem Markt befindlichen Grubenholzvorräte. Zurzeit werden Ermittlungen angestellt, auf Grund derer es möglich sein wird, den gesamten Bedarf bis 1. Juli 1935 sicherzustellen. 2 r Mun 5 22 Hatlee Air Die„Fränkische Tageszeitung“ hat aus einwandfreier Quelle erfahren, daß illegale Sender der österreichischen Sozialdemokraten, die sich als Hauptsender der österreichischen more,mez Front" oder als Gewerkschaftssender der Internationale in Steyr bezeichnen, Aufrufe an das österreichische Volk verbreiten, in denen sie die Arbeiter auffordern, auf die Straße zu gehen, Demonstrationen zu veranstalten und öffentliche Gebäude zu besetzen. Es folgen dann Anweisungen für die Durchführung von Streiks und die Tätigkeit der sogenannten Sprengabteilungen. Die Fränkische Tageszeitung bemerkt hierzu, der Bestand eines so ausgebildeten Appargtes beweise, daß die Sozialdemokraten sich in Oesterreich allerhand vorgenommen hatten, und die Dollfußregierung den marxistischen Organisationen kaum gewachsen sei. Das Blatt. be; zeichnet weiter die Aufrufe als die leeren Spruche gewisser Zahlstellenbonzen, die ihre verführte Gefolgschaft auf diese Weise in die Maschinen: gewehre der Staatsmacht hetzen, um sich selbst ihre Pfründe zu sichern. Sieben Millionen Hindenburgspende Unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten trat Dienstag nachmittag das Kuratorium der Hindenburgspende zu einer Arbeitersitzung zusammen. Dem vom Ministerialrat Dr. Karstedt erstatteten Jahresbericht der Stiftung ist zu entnehmen, daß 1933 wieder rund 1 Million RM. für Einzelunterstützungen an notleidende Kriegsopfer ausgezahlt wurden. Die Gesamtleistungen der vom Reichspräsidenten errichteten Stiftung belaufen sich seit ihrer Gründung im Jahre 1927 auf nunmehr fast genau 7 Millionen Reichsmark. Durch die Vermittlung der Geschäftsstelle der Stiftung wurden im gleichen Zeitraum mehr als 38000 Personen unterstützt. Am 15. Februar begehi der Stabsleiter der PO. und Fuhrer der Deutichen Arbeitsfront, Staatsrat Dr. Robert Ley, seinen 44. Geburtslag. Dr. Ley, der 1890 in Niederbreidenbach im Bergischen Land als Sohn eines Landwirtes geboren wurbe, hat nach dem Besuch der Oberrealsch:e in C####elo 3 erst Chemie studiert. Bei Kriegs##wam trate: als Freiwilliger bei der Fußarauerie in Straßburg ein und erhielt als erster Kriegsfreiwilliger seines Armeelorps an der Front das EK. 2. Im Jahre 1917 wurde er als Fliegerleutnant bei Ypern abgeschossen und geriet schwer verwundet in französische Gefangenschaft. Erst 1920 konnte er auf Krücken in die Heimat zurückkehren. Mit ungeheurer Zähigkeit nahm er sein Studium wieder auf, promovierte noch im gleichen Jahre zum Dr. phil. und trat bei den I G. Farbenwerken als Chemiker ein. 1925 wurde er bei der Wiederbegründung der NSDAP. stellvertretender Gauleiter und kurz darauf Gauleiter des Gaues Rheinland. Als solcher organisierte er den Kampf der NSDAP., der im rheinisch=westfälischen Industriegebiet besonders schwer und zäh war. 1928 wurde Dr. Ley preußischer Landtagsabgeordneter, 1930 Reichstagsabgeordneter und 1931 berief ihn der Führer in die Reichsleitung. 1933 wurde er Präsident des Preußischen Staatsrates, der Deutschen Arbeitsfront und Begründer der deutschen Feierabendorganisation„Kraft durch Freude". Heute unterstehen ihm Millionen deut cher Arbeiter und Angestellten, die in der Deutschen Arbeitsfront zusammengeschlossen sind. Wenn am 12. November 1933 im Rheinlande 96 v. H. der Bevölkerung ihre Stimme dem Nationalsozialismus gaben, so hat Dr. Ley den Grund zu diesem gewaltigen Erfolg der NSDAP in seiner engeren Heimat gelegt. Tcre, Austung und Ailertennung Lein Trutschen Arbener Vorbereitungen für das Inkrafttreten des Gesetzes der nationalen Arbeit Hnsprachen von Dr. Ley Die Amtsleiter der Deutschen Arbeitsfront, der Gemeinschaft„Kraft durch Freude“, die Landesobmänner der RSBO., die Führer der NS.= Hago und die Landesleiter des ständischen Aufbaues waren Mittwoch vormittag auf Einladung des Führers der Deutschen Arbeitsfront. Dr. Ley, zu einer Arbeitstagung zusammengetreten. Dr. Ley nahm während der Tagung zweimal das Wort. Er führte u. a. aus: Eine gewaltige Arbeit ist zu leisten, um das Inkrafttreten des Gesetzes zum Schutze der nationalen Arbeit bis zum 1. Mai so zu garantieren, wie des nötig ist. Eine neue Tarifordnung muß bis dahin stehen. Andere Arbeiten, so führte Dr. Ley weiter aus, müßten hinter dieses große Ziel zurücktreten. Der Treuhänder müsse vollkommen unabhängig sein. Er müsse ein Vorbild für alle werden. Man müsse dem Treuhänder die Achtung und das Anehen verschaffen, das ihm als höchstem Richter im Staate zustehe. Was der Treuhänder mache, gehe jeden im Volke an. Es sei auch später nicht mehr möglich, den Treuhänder einer Bürokratie zu unterstellen. Es habe ihm eine besondere Freude bereitet, daß das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit nicht nur in Deutschland, sondern in der Welt großen Anklang gefunden habe. Es komme bei diesem Gesetz vor allem auf die Gesinnung an Man habe der Arbeitsfront vor einem halben Jahre die Betätigung in sozialen Dingen ab prechen wollen. Das tei lächerlich. Zunächst ei die höchste wirtschaftliche Ausgabe, die ArLeitslosigkeit, zu prüfen. Sei das erledigt, dann werde die Arbeitsfront sich mit der gleichen Hartnäckigkeit für Durchsetzung der nationalen Belange und für günstigere Lebensbedingungen der von der Arbeitsfront Betreuten einsetzen. Wenn die Betriebsgruppen richtig arbeiketen, sei alles zu überwinden. Die Gemeinschaft über verlange den ganzen Menschen. Entweder gelinge es, den nationalsozialistiichen Gemeinchaftsgeist auf das ganze Volk zu übertragen, oder die ganze Arbeit der Arbeitsfront sei sinnlos gewesen. Der Kerngedanke des Werkes„Kraft durch Freude“ sei, dem deutschen Arbeiter und jedem deutichen Menichen eine hohe gesellschaftliche Stellung zu geben, soweit er ein anständiger Nenich sei. Er solle ein vollwertiges Glied des Leutichen Volkes sein Es sei nicht wahr, so rief dr Ley aus, daß die frühere Arbeiterbewegung nur um den Lohn gekämpft habe und daß desPald Millionen zusammengestanden hätten. Dem deutschen Arbeiter gehe es vor allen Dingen auch um die Ehre, um die Achtung und Anerlennung als Mensch. Einschränkung von Preisankundigung und Mindestpreise Unter Beteiligung von Vertretern der Ministerien und des Werberates fanden in Berlin, wie das B9Z.-Büro meldet, Besprechungen der verschiedenen Wirtschaftskreise über Fragen der Preisankündigung und der Mindestpreise statt. In letzter Zeit werden von Verbänden und Innungen häufig Mindestpreise und Richtlinien festgesetzt, wonach Waren nicht unter einem be#stimmten Preis öffentlich angeboten oder Preise für Waren überhaupt nicht öffentlich angekündigt werden dürfen. Kampf. Nitlute a. Beumter vule Die sozialistische Kammerfraktion ist am Mittwoch zusammengetreten und hat eine Entschließung angenommen, die eine äußerst scharfe Kampfansage an das Kabinett Doumerque bedeutet. Die Fraktion wird Donnerstag geschlossen gegen die Regierung stimmen und die sofortige Auflösung der Kammer fordern. Sie verlangt außerdem, daß dem noch einzusetzenden Untersuchungsausschuß gerichtliche Vollmachten gegeben werden. Die Sozialisten werden sich im übrigen jedem Versuch widersetzen, der darauf hinausgeht, die Haushaltsberatungen— wie dies beabsichtigt ist— zu beschleunigen, indem man über jedes Ministerium auf einmal abstimmt, ohne in die Einzelberatung der Artikel einzutreten. Die sozialistische Fraktion hat ferner beschlossen, in den nächsten Monaten in einer großen Anzahl von öffentlichen Versammlungen gegen die Regierung Propaganda zu machen. Allein für nächste Woche sind 50 Versammlungen vorgesehen. Um den Absichten des Abgeordneten Henriot gegenüberzutreten, der am Donnerstag die Regierung auffordern will, Daladier und seine mitverantwortlichen Minister wegen der Schießereien vom Dienstag und Mittwoch unter Anklage zu stellen, haben die Sozialisten beschlossen, einen Gegenvorschlag einzubringen, wonach dem einzusetzenden Untersuchungsausschuß Vollmacht erteilt werden soll, auch die Verantwortlichkeit von Mitgliedern der Action Francaise und der Kriegsteilnehmervereinigung„Feuerkreuz“ an den letzten Unruhen zu prüfen, Leon Blum wurde beauftragt, in seiner Rede vor der Kammer auch auf die letzten Ereignisse in Oesterreich einzugehen. Gewinnauszug 5. Klasse 42. Preußisch=Süddeutsche (268. Prerß.) Staats=Lotterie Stos Genche Jahhuck vrtoten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar auf die Lose gleicher Rummer in den beiden Abellungen I und 11 Eif L0te Wie aus Mailand gemeldet wird. ereignete sich infolge des überreichen Schneefalls der letzten Tage in Foßombrone an der Straße Urbino—Fano (Mittel=Italien) ein folgenschwerer Erdrutsch. Eine Erdmasse von schätzungsweise einer halben Million Kubikmeter, die sich in ungefähr 100 Meter Höhe loslöste, senkte sich talwärts und begrub dabei in einer Breite von 10 Metern sechs Häuser unter sich. Bisher wurden elf Tote und mehrere Verletzte aus den Trümmern geborgen. Der Straßen= und Telephonverkehr ruht an der Unglücksstelle völlig. Die Lichtleitungen sind zerstört. Verschiedene Hilfskolonnen sind dabei, die Trümmer wegzuräumen und die weiteren Opfer zu bergen. Nach Augenzeugenberichten hat sich die Katastropbe in wenigen Minuten vollzogen. Der Unglücksort liegt im nordöstlichen Avennin=Gebiet nördlich von Bolognola, in dem sich erst kürzlich ein folgenschweres Lawinenunglück ereignete. Schwerer Kraftwagenunfall beim Karnevalszug Am Dienstagnachmittag kam es in Viareggto. der Stadt der traditionellen berühmten Karnevalszüge, zu einem schweren Kraftwagenunfall. Ein mit 30 Personen besetzter Autobus fuhr zur des lebhaftesten Straßenverkehre in voller Fahrt auf einen Personenwagen auf. der völlig zertrümmert wurde. Dabei erlitten 15 Personen zum Teil schwere Verletzungen. Starkes Erdbeben aufgezeichnet Am Mittwoch, 5.12 Uhr 24 Sekunden. verzeichneten die Instrumente der Reichsanstalt für Erdbebenforschung in Jena ein starkes Fernbeben mit etwa 9400 Kilometer Herd=Entsernung. Die Bodenbewegung hielt zwei Stunden an. Soweit es sich auf Grund der Aufzeichnungen einer einzelnen Station beurteilen läßt, scheint der Herd im ostasiatischen Randgebiet zu liegen. Das Beben wurde um die gleiche Zeit auch in Hamburg verzeichnet. 148 Tote bei einem Schiffsunglück in China Der vor einigen Tagen erfolgte Untergang des chinesischen Dampfers Fullien“ zwischen Schanghai und Hankau hat 148 Opfer gefordert. Die Nachforschungen werden fortgesetzt. 13 Mädchen bei einem Dacheinsturz getötet Auf dem Dach eines Schlafraumes in Niigata. in dem 19 Mädchen. die in einer Seidenfabrik beschäftigt waren. schliefen. sammelten sich solche Mengen von Schnee. daß. wie aus Tokio gemeldet wird. das Dach am Mittmoch früh zusammenbrach. Nur sechs von den Mädchen konnten unter den Trümmern hervorgezogen werden. Die anderen 13 wurden getötet. Acht Tote bei einem Sorengunglück in Südafrika Wie Reuter aus Johannesburg meldet, hat sich dort in einem Bergwerk bei der Vornahme von Sprengungen ein schweres Anglück ereignet. Zwei Enronäer und sechs Eingeborene wurden getore. und fünf Eingeborene wurden verletzt. 5. Ziehungstag 13. Februar 1934 On der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen S Sriur: 9. 30 Nr. 3503: Sälzs 8363i5 26652) 84B 967 126608 falbes 17680b 1646s 21324e 21701 Z4 Gerine s 332 gz. 1636 4063 8849 24000 188359 220928 241230 247933 255838 257626 383302 283910 284349 301519 800026 821411 352279 362227 365316 373610". 370 Gewinne zu 300 0. 3878 8709 9247 10163 14372 15260 16303 19220 22544 22547 24633 23268 30976 33646 38154 39197 40210 40837 44943 47112 48851 68322 58757 59579 60507 60528 6500s 66255 67192 68623 69998 70738 75912 81931 82121 85869 94727„B33 99107. 99443 100569 101182 102043 103090 106318 107599 113350 113540 115961 116830 123628 124267 124525 125377 127537 136409 137138 137336 140577 140330 141326 141753 146996 151065 152280 153691 157987 168567 168683 174997 175274 175683 25695 177044 181577 185434 183803 167791 89258 191517 19262: J6zzze Nögggs gggg 209923 213121 31632s 216653 2190·9 319328 219694 224187 225681 227822 230554 234749 935214 241542 252990 253658 254548 256425 261323 262635 263550 264842 267890 269868 273970 274614 276945 277074 277640 278916 279970 280344 281598 283171 283706 285167 286965 288128 288610 290870 291168 292306 293830 293863 301127 305052 907702 309716 898388 309994 312394 315096 315312 315390 322307 324273 323546 329099 329295 329969 335511 839455 341883 343027 344166 389689 350597 355154 353172 359599 360234 833/93 333333 363721 367807 369971 N33 379263 380226 891236 332198 335367 393612 895990 397449 On der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 100000 M. 373510 2 Gewinne zu 5000 M. 197684 12 Cew nne zu 3000 CN. 281567 329393 351195 10 Geminne zu 2000 GR. 164333 322261 141355 153518 179576 189336 216919 90292 91227 93500, 128610 141086 225896 235148 250350 333367 B66 298923 319490 331224„B6 20430 21343 24051 25620 26579 93 31687 41063 42097 43207 44 60 46273 46520 947587 49406 60275 57888 93855 93833 66713 86363 66342 3700: 87881 92040 s0360) 0376 93338 120712 13•081 146633 13715 100491 145092 10275 15764 149939 69856 110774 165921 186945 187443 190632 191655 192791 193737 196829 200060 200216 211699 213584 218081 220032 223195 225759 227604 232595 238301 241363 243764 249376 261194 257161 257782 268267 269162 271604 271857 275631 278148 281191 283334 285753 296272 802149 302466 304615 305380 307/37 309770 810800 312226 319694 320552 821340 323873 324275 326305 330038 831783 333300 333379 334414 335825 339816 339924 340037 342001 342245 344937 348656 349134 351140 353033 853901 355101 357326 357905 357963 360019 364862 369290 370563 370804 872196 377130 378607 378793 386941 887681 889911 395208 897707 399361 20 Tagesprämien. Auf jede gezogene Rummer sind zwei Prämien zu se 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und 11: 33692 68361 21876 108285 112970 194308 249920 278149 328831 307077 128797 130133 136153 137377 164798 185010 123190 394553 76616 190499 293994 3 0132 14424 29440 45637 63231 67349 85071 104634 117051 131604 139705 185689 191991 202894 223757 242546 259814 277038 296798 308805 321301 330305 338962 343608 353632 353444 371942 887647 + 10 im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu se 200 000, 2 zu je 300000, 2 zu je 7510, 2 zu e 5000 8 zu se 20000, 12 zu se 20 00, 34 u je 1000 178 zu e5 00, 318 zu se 3000 406 u je 2000, 882 zu je 10 0. 2500 zu je 500, 16334 in je 300 und 300 Tagesprämien zu so 1000 Mert. K Heute morgen 1 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau v*„„ geb. Schreiber Im Alter von 78 jahren. Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen. Schwerte, Grünberg, Düsseldorf und Guben, den 14. Februar 1934. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 17. Februar, nachmittags 4 Uhr vom Sterbehause, Alter Dortmunderweg 45, aus statt. 8 Sauerländischer Gebirgs=Verein Abt. Schwerte Hauptjahresversammlung am Sonnabend, den 17. Febr. abends 8½ Uhr in der Wirtschaft Klempt, Mährstraße 7 Tagesordnung: 1. Jahresbericht 2. Kassenbericht 3. Verschiedenes. Nach der Versammlung Lichtbildervortrag Wanderliederabend mit Damen. Frisch auf und Heil Hitler Der Abteilungsführer. Preunde der Wanderbewegung sind willkommen. An alle Haushaltungen! Einladung zum Immerbrand=Kochvortrag am Donnerstag, 15. Februar 1934, abends 8 Uhr Schwerte-Ost, Gaststätte Kreinberg am Freitag, 16. Februar 1934, abends 8 Uhr Schwerte, Hotel Westfälischer Hof Es wird die modernste, bequemste, billigste Küchenteuerung der Welt vorgeführt. Kochen ohne Nasser, Braten ohne Fett, Einkochen ohne Apparat. Kein Holz, keine Kohlen, kein Gas, kein Strom, keine flüssigen Brennstoffe. Eintritt frei! Hausfrauen, Ehemänner, Verlobte sind ganz besonders eingeladen. Abiturientenklassen un Jcheren=Handereschaten Holz-Verkauf Donnerstag, den 22. Februar, vorm. 10 Uhr sollen in der Waldung des Gutes Villigst, Forstort Ohl: ea. 85 Nr. Rottannen= u. Lärchenstangen, zu leichtem Bauholz, Leiter: bäumen, Frechtungsholz und Baumpfählen ca. 40 Nr. Eichen zu Frechtungspfosten 4 Stück Starkeichen, für Tischler und Stellmacher ca. 30 Nr. Eichen= und BuchenBrennholz bei sehr guter Abfuhr öffentlich, meistbietend verkauft werden. Zusammenkunft auf Haus Villigst. Frhrl. v. Gemmingen'sche Rentei. Der Reichsbund deutscher Vereine ehemali ger Höherer Handelsschüler E. V. hat unterm 15. Januar 1934 an den Herrn Preußischen Minister für Wirtschaft und Arbeit nachstehende Eingabe gerichtet: Anfang 1932 haben wir in Eingaben an sämtliche deutschen Kultusministerien darauf hingewiesen, daß die Abiturienten in ihrem eigenen Interesse nicht ohne jegliche berufliche Vorbildung in die Wirtschaft eintreten sollen, weil zur Ueberwindung der großen Schwierigkeiten, mit denen heute die meisten Geschäfte zu kämpfen haben, die beste berufliche Vorbildung gerade gut genug sei. Wir haben damals an den Herrn Preuß. Handelsminister die Bitte gerichtet, es möchten im Interesse einer zweckmäßigen Ausbildung der Abiturienten einjährige Sonderklassen an den Höheren Handelsschulen eingerichtet werden. Unserer Bitte ist erfreulicherweise durch den Erlaß vom 23. Februar 1932 IV Nr. 2052 entsprochen worden. Die inzwischen gesammelten Erfahrungen haben keinen Zweifel an der Richtigkeit unserer Auffassung gelassen, daß Abiturienten ohne fachliche Vorbildung wesentlich schwerer in der Wirtschaft fortkommen als solche, welche noch Gelegenheit haben, sich eine gute fachliche Vorbildung anzueignen. Nachdem in diesem Jahr zwangsweise eine noch größere Anzahl Abiturienten vom Studium abgehalten wird als bisher, ist es notwendiger denn je, daß POrtschrRtiten Seik! Ein modernes Unternehmen darf nicht mehr mit veralteten Drucken werben! Der Käufer muß erkennen, daß Sie mit der Zeit gehen! Wer fortschrittlich denkt, wirbt mit Drucken aus der Buchdruckerei C. Braus 30 qm großer heller RAUA als Werkstatt geeignet preiswert zu vermieten. Zu erfragen in der Geschäftsstelle der Schwerter Zeitung. für das Winterhilfswerk dedeutschen Volkes 1933/34 50 Pfennig sind wieder erhältlich in der Buchhandlung Carl Ein evtl. Gewinn ist sofort ersichtlich diesen Abiturienten die Möglichkeit gegeben wird, vor Eintritt in die Wirtschaft sich in besonderen Kursen die erforderliche fachliche Vorbildung anzueignen. Bereits im ersten Jahr der Einführung dieser Sonderklassen, im Schuljahr 1932=33, haben nach einer von uns aufgestellten Statistik 1100 Abiturienten und Abiturientinnen Höhere Handelsschulen und von dieser Zahl wurden 80 Prozent in Sonderklassen unterrichtet, während der Rest zusammen mit den übrigen Schülern der Höheren Handelsschulen den Unterricht erhielt. Nach den gemachten Erfahrungen muß im Interesse der Abiturienten größter Wert darauf gelegt werden, daß überall dort, wo sich eine genügende Anzahl Abiturienten zum Besuch der Höheren Handelsschulen meldet, wieder Sonderklassen errichtet bezw. neu errichtet werden, weil nur auf diese Weise eine volle Ausnützung des Schuljahres sich ermöglichen läßt. Dabei wäre dringend zu wünschen, daß entsprechend den von uns früher gegebenen Anregungen die Wochenstundenzahl für die Sonderklassen erhöht und der Lehrplan nach der sprachlichen Seite hin wie auch in Bezug auf Stenographie und Maschinenschreiben nennenswert erweitert würde. Wir würden es dankbar begrüßen, wenn unseren begründeten Wünschen durch baldigen Erlaß einer entsprechenden Verfügung an die zuständigen Stellen Rechnung getragen wer den würde. Bau des Rundfunksenders Koblenz. Nachdem in Koblenz durch umfassende Meßversuche an Ort und Stelle der günstigste Aufstellungsort für den geplanten Rundfunksender ermittelt worden ist, wird demnächst mit dem Bau des Senders begonnen werden. Auf dem Gelände der sogenannten Rübenacher Schanze wird die Deutsche Reichspost ein neues Sendergebäude errichten und einen neu beschafften Sender mit 1,5 Kw. Telephonieleistung aufstellen lassen, der nach Fertigstellung im Gleichwellenbetrieb mit Frankfurt(Main) arbeiten wird. Der als Antennenträger vorgesehene einzige Holzturm wird beim Umbau der Antennenanlage des Großsenders Mühlacker gewonen und mit einer schwundvermindernden Antenne ausgerüstet. Der Senderbau wird etwa 260000 RM., der Bau des Senderhauses etwa 75 000 RM. kosten. Mit der Fertigstellung des Koblenzer Senders ist voraussichtlich Ende dieses Jahres zu rechnen. : Keine Postwurssendungen mehr an„alle Haushaltungen im Vorderhaus". Postwurfsendungen, die wegen ihrer Werbewirkung und Billigkeit; in immer größerem Umfang für Werbezwecke benutzt werden, können durch die Post an solche Empfängergattungen verteilt werden, die dem Postzusteller aus seiner Kenntnis der örtlichen Verhältnisse ohne weiteres bekannt sind und nicht erst ermittelt werden müssen. Diese Voraussetzung ist an sich auch für eine Verteilung„an sämtliche Haushaltungen im Vorderhaus“ gegeben, es sind deshalb auch wiederholt derartige Postwurssendungen in Vorderhäusern verteilt worden. Aus einer solchen Verteilung kann jedoch die Absicht einer Minderbewertung der Bewohner der Garten= und Hinterhäuser gefolgert werden, selbst wenn eine solche Absicht dem Auflieferer der Postwurfsendungen völlig ferngelegen und er lediglich zur Ersparung der Postgebühren die Verteilung der Postwurfsendungen auf die Vorderhäuser beschränkt hat. Um die Möglichkeit zu einer solchen irrigen Auslegung, die dem Gedanken der Volksverbundenheit widerspricht, zu vermeiden, hat die Deutsche Reichspost angeordnet, daß Postwurfsendungen, die nur an Bewohner von Vorderhäusern oder Bewohner von Garten= und Hinterhäusern verteilt werden sollen, von den Postanstalten nicht mehr angenommen werden dürfen. : Fahrgeldermäßigung bei der Kraftpost für Teilnehmer anerkannter Sportlehrgänge. Die Gewährung einer Fahrgeldermäßigung bei der Benutzung der Kraftposten durch Teilnehmer anerkannter Sportlehrgänge wurde bisher davon abhängig gemacht, ob die Teilnehmer ein Berufseinkommen hatten oder nicht. Von jetzt an wird die Deutsche Reichspost von einer solchen Unterscheidung absehen und die 50 v. H. betragende Ermäßigung des Fahrgelds allen Teilnehmern solcher Sportlehrgänge bei den in Betracht kommenden Fahrten mit den Kraftposten gewähren. B. 518. Vvonnes Geheimnis Roman von Klothilde von Stegmann 1. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Wenn ich mich mit der zweiten Flasche revanchieren darf, Herr Baron, dann brauchen wir nur ein paar Schritte zu gehen; dort können wir ungestörter plaudern, als dem Wirt lieb ist! Aber der Wein ist dort gut.“ Die Herren hatten in einer Ecke des kleinen, braun getäfelten Zimmers Platz genommen. Seeburg trank seinem Gast zu. Der bot ihm Bescheid und sagte: „Wenn mich nicht alles täuscht, Baron, so hängt Ihr Plauderbedürfnis irgendwie mit der Indiskretion zusammen, die ich vorhin unabsichtlich begangen habe!“ „Sie merken aber auch alles, Doktor! Also: Sie erinnern sich doch des armen Kerls, des Kameraden Merten, den die Engländer neun, zehnhundertachtzehn abgeschossen haben?“ „Selbstverständlich! Wenn es einen Menschen gab, um den es mir leid getan hat, dann war das Merten!" „Also, tieber Doktor, dessen Schwester— ich kannte die Kleine übrigens nicht— fand ich vor einer halben Stunde weinend auf einer Bank am Brandenburger Tor. Meine dumme Gutmütigkeit ging wieder mit mir durch; ich fragte, ob ich ihr irgendwie behilflich sein könnte.“ „Bei solchen Ritterdiensten können Sie mal schön anrennen, lieber Baron, wenn Sie auf eine Fremde treifen!“ „Na, furchtsem bin ich ja gerade nicht! Und so leicht bindet keiner mit mir an!“ Seeburg hatte recht. Mit diesem Hünen ließ sich nicht gern jemand im Bösen ein. In seiner stattlichen Größe von einem Meter achtzig Zentimeter sah er auf die meisten Menschen herab. Die energischen Gesichtszüge paßten zu dem durchtrainierten Körper, die hellen, blauen Augen, die jetzt leicht ironisch dem Gegenüber zublinzelten, konnten ihren menschenfreundlichen Ausdruck verlieren, stahlhart werden. Der Kriminaldirektor Miller sah neben Seeburg klein und untersetzt aus; er machte den Eindruck, als ob er ein behäbiger Spießbürger wäre. Doch die vielen Schmisse auf seiner linken Wange zeigten, daß er einmal seinen Mann gestanden hatte. Ueber den grauen Augen hob sich eine gut geformte Stirn, mit seltsamen kleinen Vorwölbungen unmittelbar über den Augenbraunen. Die Farbe des kurzgeschorenen Haares war kaum erkennbar, nur an den Seiten schimmerte es tief dunkelblond. Unter einer energisch geformten Nase saß ein ausdrucksvoller Mund. Das Kinn war nicht übermäßig groß, aber senkrecht und scharfkantig. „Also das Mädel heute“ fuhr Seeburg fort.„Wer sie war, erfuhr ich erst später. Sie war bis heute als Sekretärin bei der Bayrischen Gesandtschaft. Plötzlich entlassen, mit drei Kolleginnen zusammen. Grund: ein Dokument soll verschwunden sein. Reichswehrsache. Wie weit wirklich wichtig, mir unbekannt. Die kleine Merten hat es nicht gesehen. Sie scheint völlig unschuldig in die Geschichte hineingekommen zu sein. Zufällig nannte sie in der Erzählung ihren Vetter Malesius. Uebrigens in keinerlei Zusammenhang. Nur drollig, daß Sie eben auch Malesius erwähnten! Den hatte ich selbst heute mit einem dienstlichen Auftrag. zur Bayrischen Gesandschaft geschickt. Ich hielt ihn übrigens für vermögend. Prost!“ „Zum Wohl, Baron!“ „Das ist alles, was Sie darauf zu sagen haben?“ „Ja! In unserem Beruf ist das nämlich so, daß es ganz nebensächlich ist, was unsereiner zu sagen hat. Wichtig ist nur, was unsere verehrten Geschäftsfreunde sagen. Schon deshalb, weil meistens das Gegenteil davon richtig ist.“ „Also ist meine ganze Erzählung umsonst gewesen?“ „Nein, Herr Baron! Aber nützen tut sie auch nichts.— Wenn der gute Merten noch lebte, würde er sich den Besuch des sauberen Herrn Vetter bei seiner Schwester wohl mit hinreichender Deutlichkeit verbeten haben. Vermögen besitzt Malesius kaum. Und wie man von dem Gehalt eines Assessors a. D. dauernd als Lebejüngling auftreten kann, darüber zerbreche ich mir seit geraumer Zeit den Kopf. Jetzt werde ich mich doch mal um ihn bekümmern, nachdem ich weiß, daß er spielt.“ „Und, Doktor, wenn Sie was in der Dokumentenangelegenheit erfahren, tun Sie mir einen Gefallen, wenn Sie sich mal wieder verplaxpern! Sucht diese Schießbudenfigur Sie, lieber Herr Dokter?“ Kriminaldirektor Miller hatte im selben Augenblick den Eingetretenen, dem man den Wachtmeister in Zivil auf zwanzig Meter ansah, herangewinkt. Einen steifen, harten Hut in der Hand, in einen festen grauen Anzug gekleidet, derbe Schuhe an den Füßen, war der Mann mit dem runden vollen Gesicht und dem aufgewirbelten Schnurrbart der Typ des sogenannten Geheimen. Auf Doktor Millers Wink trat er an den Tisch, wo er, den schweren Eichenstock in der Linken, eine fast militärische Stellung einnahm. „Da hat Schulze doch recht gehabt. Er sagte, er habe Sie hier hereingehen sehen, Herr Direktor!“ „Sie können in Gegenwart des Herrn Legationsrats ruhig sprechen!“ sagte Kriminaldirektor Miller.„Gibt's etwas Besonderes?“ „Nein, Herr Direktor! Der Herr, den ich beschattet habe, ist vor zehn Minnteggn, einer eleganten, kleinen hellblonden Lane, die etwas merkwürdig sprach, in einem Auto fortgefahren. Richtung Westen. Nachfahren konnte ich nicht, denen gemäß der Verfügung werden Autospesen ja nicht mehr ersetzt.“ „Danke, Wachtmeister— so wichtig war es auch nicht! Und nun Schluß für heute. Aber auch für mich, Herr Baron! Ich bitte um Entschuldigung! Mehr als die zwei Flaschen wollen wir uns heute doch nicht leisten. Die sinh leer, und ich muß morgen zeitig zum Dienst.“ Zweites Kapitel. Der Fernsprecher läutete. Frau von Merten, die mit Irene noch am Frühstückstisch saß, nahm den Hörer ab: „Guten Tag, lieber Franz. Bank für die Nachfrage. Nein, mir geht es gar nicht gut, mein Junge! Irne hat Unannehmlichkeiten in der Gesandtschaft gehabt. Cestern. Nein, sie ist nicht mehr dort. Wir überlegen eben, was wir machen sollen. Irene ist dafür, Zirame, zu vermieten. Aber ich habe so ungern#nde Leute in der Wohnung. Ja, natürlich, das wäre nett, Franz! Ich schicke dir Irene einmal an den Apparat. Noch ehe Irene von Merten abwehren konnte, hielt die Mutter ihr den Hörer hin. Frau von Merten, die sich Unbequemlichkeiten gern entzog, war eine etwas behäbig gen dene Dame von fünfzig Jahren, mit a grautem Haar und gutmütigem, aber energielosem Gesicht. „Du mußt sprechen, Irene!" f.üsterte sie. „Ich habe Franz doch schon gesagt, daß du bist. Wir müssen uns setzt mit zegr pollen. schen gut stellen, wenn wir vermieten Woen. Franz ist doch dein direkter Vetter und allerhand Verbindungen.“ Widerstrebend nahm Irene den Hörer: Fortsetzung folgt.