e einr dübug achee nichenich ioche uni. Berugopreis nöchmuch 45 Psanig, Eimeiammm 9 Pfg. Druck u. Verlag von C. Braus, Schwerte(Ruhe), Postschechkosten: Vortmund 2632 und Honnooer 21 874. Geschsstasels Grotze Martsnr. 3—3 Vetanwortich füre den Ame gemte1 F. Cinner, Schwerte. Hernrus 2rro Verbunden mit: Schwerter Tageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung Schwerter Volksblatt Westhofener Zeitung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung Lngiaswprene fü die sechag spol. mm uis e Oig, Samllan, Voreins= und amfliche Anseigen 4 Plg., Ziek amsdante 20 Pf., Hur teieson, ausgegedene Inserate udernedmen wit kamne Gewade. Bei unooldergesevz. Veirtsedaestorungen, deroorgeruzen durch böbere Gewaiten, üdernehmen oir keinerlei Gewädr süe günktliches Erscheinen der Zeitung u. kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieserung erboden werden Tageblatt für die Stadt Schwerte und das Amt Westhofen amp Kreisblatt für den nördlichen Teil des Landkreises Zierlohn Trotz Verbot Kicht tot! Die neue amtliche Terrorwelle über Oesereich Von Dr. Hans Hillebrand Es ist kein Geheimnis mehr, daß sich das System Dollfuß im schwergeprüften Oesterreich nur noch durch Anwendung rücksichtsloser Gewaltmaßnahmen am Ruder hält. Nicht einmal die Bajonette der Heimwehr stehen dieser Regierung restlos zur Verfügung, einer Regierung, die, vollständig abhängig von der Gnade einiger Großmächte, sich diktatorisch gebärdet, ohne selbst die Kraft zu besitzen, eigene, das heißt österreichische Politik zu treiben. Eine beschämend unselbständige Minderheitsregierung, deren Handlungen nicht vom Wiener Ballhaus aus bestimmt werden, sondern in den Wandelgängen des Genfer Völkerbundspalastes oder der französischen Kammer, eine Regierung, die nicht die Sympathien einer klaren Volksmehrheit hinter sich hat und die keine Volksbefragung wünscht,— so sieht in Wirklichkeit das Kabinett Dollfuß aus, dessen verz felte Anstrengungen, sich entgegen dem Wildes österreichischen Volkes weiterhin am Rud- zu halten, immer groteskere Formen annehmen. Als der Bundeskanzler zu Neufahr mehrere nationalsozialistische Freiheitskämpfer auf freien Fuß setzen ließ, darunter den inzwischen schon wieder verhafteten Gauleiter Frauenfeld in Wien und den Landesleiter für Niederösterreich, Leopol d. war man in Regierungskreisen gewiß nicht der Ansicht, durch diesen wohlberechneten„Akt der Großmut“ den Nationalsozialismus gefügiger zum Paktieren machen zu können. Es handelte sich hierbei nur um ein Täuschungsmanöver, um vor der Oeffentlichkeit später mit einem Schein des Rechts neue drakonische Gewaltmaßnahmen gegenüber den Nationalsozialisten vertreten zu können. Von gleicher papierener Bedeutung war die Verhängung des Burgfriedens, dessen Dauer ursprünglich rom 1. Dezember 1933 bis zum 15. Januar 1934 angesetzt worden war. Das österreichische Volk verwahrte sich in temperamentvoller Weise gegen diese ihm amtlicherseits zudiftierte Friedhofsstille. Eine solche Wirkung hatte die Regierung vorausgesehen und beeilte sich nun. mit schwerstem Geschütz den Kampf gegen die Nationalsozialisten wieder aufzunehmen. Wieder warf die Regierung den Nationalsozialisten den Fehdehandschuh vor die standfesten Füße, und wieder nahmen die zähen Kämpfer ihn auf. Trotz Verbot nicht tot! Dieser unbändige Lebenswille der österreichischen Freiheitskämpfer spottet jeder amtlichen Unterdrückungsmaßnahme. Mag Dollfuß weiter die ihm noch ergebenen Teile des christlich=sozialen Heimatschutzes mobilisieren und sie gemeinsam mit Polizei= und Bundesheerstreifen zur Verfolgung und Niederknüppelung ehrlicher Nationalsozialisten einsetzen, so ändert das alles nichts an der regierungsfeindlichen Grundstimmung der Abexwiegenden Mehrheit des österreichischen Volkes. Doufuß mag Pgraden, gbhalten und Aufrufe an das österreichische Volk erlassen, so. viel er will— das deutsche Herz Oesterreichs gewinnt er damit genau so wenig wie durch die vorgetäuschte Sachlichkeit seiner politischen Kampfführung, die er kürzlich so zusammenfaßte:„Genau so wenig wie im vergangenen Jahr werden im neuen die Hoteliers, Verunglimpfungen und persönliche Lebensgefahren mich und meine Freunde von jenem Wege der Pflicht abbringen, den wir einmal eingeschlagen haben.“ In Wirklichkeit lockt der Bundeskanzler mit solchen Beteuerungen in ganz Oesterreich keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor. Gewiß, er hat die Nationalsozialistische Partei aufgelöst und verboten, ohne aber ihren sieghaften Geist niederringen zu können, der heute kühner denn je sich im ganzen Lande emporreckt. Die kampfunlustige Sozialdemokratie hat eine Stellung nach der anderen aufgegeben und aufgehört, noch ein wesentlicher Machtfaktor zu sein, seitdem die Versammlungs= und Meinungsfreiheit von der Regierung aufgehoben worden ist. Schlimmer für ihn als die Resignation der Marxisten ist die zunehmende Uneinigkeit in den Reihen der Regierungsfreunde und Parteien selbst. Es zeigt sich immer deutlicher, daß Dollfuß' Bündnis mit den christSchwerte(Kuhr), Samstag, den 20. Januar Veutschlunee Amerten auf die französischen und englischen Hoten— Ton: entgegenkommend Vensenz: Vertiefung der begönnenen Nessprache Die Boischafter beim Reichsaußenminister Amtlich wird am 19. Januar mitgeteilt: Heute empfing der Minister des Auswärtigen den s:anzösischen Botschufter und übergab iym die deutsche Antwort auf das von dem franzosischen Botschufter am 1. Jonuar überreichte Aide memoire in der Abrüstung strage. Der Reichsminister erläuterte dem Botschafter den Inhalt des Schriftstückes. Ebenso empfing Reichsaußenminister von urath den englischen Botschafter und übergab ihm die Antwort auf das Memorandum, das dieser im Auftrage der englischen Regierung dem Reichskanzler am 20. Dezember vor. Jahres überreicht hatte. * Wie das DRB hört, handelt es sich bei der dem französischen Botschafter überreichten Antwort um ein umfangreiches Schriftstück, das vierzehn Schreibmaschinenseiten umfaßt. Es ist in entgegenkommen dem Loue gehalten und kommt der Forderung der von beiden Seiten gewünschten Verständigung entgegen. Seine Tendenz ist die Fortsetzung und Vertiefung der begonnenen Aussprache. Indiskretion des„Pekit Parisien“. Der halbamtliche„Petit Parisien“ glaubte, eine angebliche Inhaltsangabe des französischen Aide memoire veröffentlichen zu können. Soweit die Berliner Blätter dazu redaktionell Stellung nehmen, erklären sie die Auslassungen des halbamtlichen französischen Blattes als grobe Indiskretion. Der„Völkische Beobachter“ spricht von einem bedauerlichen Versuch, die deutsch=französischen Verhandlungen zu stören. In französischen politischen Kreisen scheine man über die Tatsache stark nervös geworden zu sein, daß die ReichsPregierung pflichtgemäß mit aller Gründlichkeit das Aide memoire prüfe. Angenommen, der „Petit Parisien“ sei wirklich richtig unterrichtet, so zeige diese Veröffentlichung, daß die französische Regierung seit Mitte Oktober nichts zugelernt habe. Dann stimme es eben, daß man uns nach wie vor eine Abrüstung in zwei Phasen einer entehrenden Kontrolle zuließe. Dann sei es richtig, daß wir wieder eine Vorleistung machen sollen, indem wir unsere Reichswehr auflösen und sie in eine Miliz verwandeln, was alles in allem genommen eine Verminderung der an sich schon absolut ungenügenden Wehrstärke Deutschlands bedeute. In Frankreich selbst wolle man sich erst nach einer nebelhaften„Probezeit“ zu einer Abrüstung bequemen unter der Voraussetzung, daß seine Sicherheit nicht wieder„bedroht“ sei. 67. Jahrgang ziehung und Volkswirtschaft. Jedes Mädchen bedürfe der sorgfältigsten geistigen und körperlichen Erziehung, denn in ihr werde die Mutter und erste Erzieherin künftiger Generationen vorgebildet. So sei die Erziehung des Mädchens in Schule und technischen Ausbildungsstätten ein weites Betätigungsfeld für unverheiratete Frauen. Hinzu komme der neue Frauendienst und der vor seinem endgültigen Aufbau stehende Mutterdienst. Auch als künftige Hausfrau bedürfe das Mädchen der Schulung. Gleiche Verantwortung trage die Frau in der Landwirtschaft als Bäuerin. Mit einem Appell an den Opfermut der Frau trat Paula Silber zum Schluß für die Freimachung der männlichen Arbeitsplätze für Familienväter ein. lich=sozialen Heimwehren Risse aufweist, die nur noch mühsam verklebt werden können. Daneben verschärft sich der Gegensatz zwischen der Landbund=Partei des Vizekanzlers Winkler und den Heimwehren von Tag zu Tag. Und die mit so viel Tamtam ins Leben gerufene„Vaterländische Front“ ist weder eine Front noch vaterländisch im Sinne eines aufrechten, deutschbewußten Oesterreichertums. Eine neue amtliche Terrorwelle braust durch das kleine Land. Es hagelt Verbote. Massenweise wandern Nationalsozialisten in Gefängnisse und Konzentrationslager, finden Verhaftungen Verdächtiger statt, die mit den Nationalsozialisten sympathisieren. Die letzten„getarnt nationalsozialistischen“ Blätter werden verboten. Es ist alles vergeblich: der Nationalsozialismus lebt weiter, ist trotz Verbot nicht tot zu kriegen! Jeder Druck der Regierung erzeugt herzhaften Gegendruck ihrer von stärkerem Kampfwillen beseelten Gegner. Die jüngsten Vorgänge in verschiedenen Lagern des Freiwilligen Arbeitsdienstes sind bezeichnend für die dollfußfeindliche Stimmung im Lande. Auf drei großen Lastkraftwagen rückten kürzlich rund 200 nationalsozialistisch gesinnte Arbeitsdienstwillige über die Grenze und ließen sich auf ungarischem Gebiet internieren. Die ungarischen Behörden behandeln sie als politische Flüchtlinge und sind nicht gewillt, die jungen Leute auszuliefern. Sie stammen aus den Arbeitsdienstlagern Güssing und Oberwarth. Aus Lobau und Klagenfurth brach die gleiche kampffrohe Jugend ebenfalls zum Angriff gegen das herrschende undeutsche System Dollfuß vor. Aehnliche Vorfälle wurden aus Studenkenlagern in Steiermark gemeldet. Erinnerlich ist die Verhaftung der technischen Leiter des freiwilligen Arbeitsdienstes, die ebenfalls nationalsozialistischer Gesinnung beschuldigt wurden. Hinter Dollfuß steht im Innern Oesterreichs nur ein Häuflein artfremder Elemente, steht ausländisches Finanzkapital und die diplomatische Unterstützung einiger Großmächte, die mit allen Mitteln Oesterreichs Anschluß an Deutschland zu hintertreiben versuchen. Hinter seinen Gegnern aber steht das ganze erwachende deutschbewußte Oesterreich! Der Ausgang dieses Ringens kann nicht mehr ungewiß bleiben. Dem jungen artbewußten Oesterreich gehört die Zukunft, nicht den Legitimisten und Millimetternichen! Frau im neuen Staat Die Leiterin des Deutschen Frauenwerkes, Paula Siber, sprach in der Frauenstunde des Deutschlandsenders über die Arbeitsaufgabe der Frau im neuen Staat. Ausgehend von dem Worte Adolf Hitlers: „Wir kennen nicht Männerrechte und wir kennen nicht Frauenrechte, wir kennen nur ein Gesetz, dem Vaterlande zu dienen“, zeigte die Rednerin, wie die jahrhundertelang unterdrückten Frauen in die Irre gegangen seien, als sie im Streben nach Recht aus Berufsarbeit und geistiger Bildung Männerrechte forderten. Denn Mann und Frau seien durchaus ungleiche, zu völlig verschiedenen Aufgaben berufene und beauftragte Kräfte. Das Gesetz alles Frauenlebens sei Mutter sein. Frauliche Mitarbeit verlange der neue Staat auf den Gebieten der Volkserhaltung, VolkserStrafmaßnahmen gegen die sozsaldemokratische Aundfunkvereinigung in hollano Die holländische Staatliche Rundfunk=Kontroll= Kommission hat die sozialdemokratische Rundfunkvereinigung Vara, die sich mit mehreren anderen Rundfunkvereinigungen in der Benutzung der beiden holländischen Sender teilt, für einen Tag, und zwar Sonnabend, 27. Januar, von der Benutzung der Sendung ausgeschlossen. Die der Vara verlorengehende Sendezeit kommt den anderen Rundfunkvereinigungen zugute. Es handelt sich dabei um eine Strafmaßnahme, die deshalb erfolgt ist, weil die Vara, als sie kürzlich die Meldung von der Hinrichtung des Reichstagsbrandstifters van der Lubbe im Rundfunk bekanntgab, danach eine Trauerpause von fünf Minuten einlegte. In diesem Vorgehen der Vara sieht die Kontrollkommission eine unerwünschte politische Propaganda, die vom Rundfunk fernzuhalten sei. Uebersiedlung eines Teiles der Assyrer nach Brasiiien: Der Völkerbundsrat hat in einer öffentlichen Sitzung den Bericht des von ihm in seiner letzten Tagung eingesetzten Ausschusses, der sich mit der Uebersiedlung eines Teiles der im Jrak lebenden Assyrer nach Brasilien befassen soll, angenommen. Es handelt sich bei dieser Uebersiedlung allerdings nur um 100 von etwa 10 000 m Not befindlichen Familien. Die Finanzierung der Uebersiedlung selbst muß zu einem Teile von dem zunächst beteiligten Staat, dem Irak, aufgebracht werden. Kündigung des deutsch=französischen Handelsverirags end duliig Der französische Regierungsbeschluß Havas teilt mit, die französische Regierung habe endgültig beschlossen, den deutsch=französischen Handelsvertrag von 1927 zu kündigen. Der französische Botschafter in Berlin sei angewiesen worden, der Reichsregierung diesen Beschluß mitzuteilen. Paris erwartet Verhandlungen In gutunterrichteten französischen Kreisen erwartet man, daß nach der Kündigung des deutschfranzösischen Handelsvertrages durch Frankreich unverzüglich Verhandlungen ausgenommen werden, um vor dem 19. April, dem Ablauf der Kündigungsfrist, zu einem neuen Handelsabkommen zu gelangen. In den betreffenden französischen Kreisen betont man, daß Frankreich die feste Absicht habe, bis zu diesem Zeitpunkt ein Abkommen zustande zu bringen. Außerdem würden die Verhandlungen über die Regelung des Fremdenverkehrs fortgesetzt werden, die Anfang dieses Jahres in Berlin begannen. Auch der Meinungsaustausch über die Scrips werde binnen kurzem wieder aufgenommen werden. In französischen Kreisen weist man im übrigen darauf hin, daß Artikel 9 des deutsch=französischen Abkommens vom 23. Februar 1928 über den deutsch=saarländischen Warenaustausch im Falle einer Kündigung des deutsch=französischen Handelsvertrages vorsehe, daß für den deutschsaarländischen Warenaustausch wieder die Bestimmungen des vorläufigen Abkommens vom 5. August 1926 in Kraft treten würden, die weniger günstiger seien, als die des Abkommens von 1928. Die französische Regierung soll beschlossen haben, alle Bemühungen zu unternehmen, damit das gegenwärtige Regime des deutschsaarländischen Warenaustausches durch die Kündigung des deutsch=französischen Handelsabkommens nicht beeinträchtigt werde. Schließlich gibt man sich in französischen Kreisen alle Mühe, die Kontingentierungsmaßnahmen voll zu rechtfertigen. Die französische Regierung wünsche den Streitfall zu lokalisieren und den Weg für Verhandlungen über ein neues Handelsabkommen vorzubereiten. Auch französisch-italienische Bieschaserhgandtangen Die italienischen Maßnahmen gegen die von der französischen Regierung beschlossene Erhöhung der Steuer auf die Einfuhrlizenzen für italienische Früchte und Gemüse haben jetzt zu Verhandlungen zwischen den beiden Ländern geführt. In gutunterrichteten französischen Kreisen erklärt man aber, daß die französische Regierung gezwungen sein könnte, neue Einschränkungsmaßnahmen gegenüber der italienischen Einfuhr nach Frankreich zu ergreifen. Streng geheime Verhandlungen in Gent Lernerhenntlche=Sad Finstere Gestalten machen sich in Genf breit- Nochmals die„Unparteilichten der Revierungsronnmssten währen. Weiter wird gewünscht, daß in Notfällen die genannten Verpflegungskosten von der Betriebsführung und der Belegschaft getragen werden. Schließlich verlautet, daß die Städte, die der Sonderzug berührt, den Urlaubsreisenden einen würdigen Empfang bereiten würden, besonders München. Die 900 Berliner Volksgenossen, die an der ersten Sonderfahrt teilnehmen, treten am Sonnabend, 3. Februar, zu einem letzten Appell zusammen. Erst am Sonnabend Für die Freitag nachmittag im Bölkerbundsrat erwartete große Aussprache über die Saarfroge hatten sich viele internationale Journalisten und ein zahlreiches Publikum im Völkerbundshaus eingefunden. Wider Erwarten wurde das Saar=Problem von neuem von der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung abgesetzt und auf Samstag vormittag verschoben. Diesen Beschluß faßte der Rat in einer geheimen Sitzung. Offenbar sind die Gegensätze innerhalb des Rates selbst noch durchaus nicht bereinigt. Der Rat wird eine zweite streug geheime Sitzung über die Saarfrage abhalten, zu der wie man hört, auch der Präsident der Regierungskommission, Knox, zugezogen werden soll. Erst in dieser Sitzung will man sich über den Verlauf der Ratssitzung am Samstag schlüssig werden. Während die Italiener und Engländer sich bis jeht gegen eine allgemeine Aussprache über die Saarfrage gewandt haben, weil dadurch die Syannung nur vergrößert werden könnte, scheinen die französisch orientierten Ratsmitglieder zmer noch auf eine ullgemeine Aussprache hinzudrängen, die sie zu Angriffen gegen die angebliche nationalsozialistische Agitation im Saarjebiet benutzen wollen. Die Abstimmungskommission? Der in Genf befindliche Außenpolitiker des Petit Parisien“ will die voraussichtliche Zusamneusetzung der Saarabstimmungskommission wie olgt angeben können: Vorsitzender Aloisi(Itaien), zwei Vertreter außereuropäischer Länder (Australien und Argentinien) und zwei neutraer Staaten(Spanten und Dänemark). Max Walz, der„Menschenrechtler“ Unter den finsteren Gestalten, die jetzt in Genf gegen Deutschland und sein treues Saarvolk wühlen, tut sich neben Matz Braun, dem „Führer“ der Sozialdemokraten, um meisten ein gewisser Max Walz hervor, der im Namen der „Saarlandischen Liga für Menschenrechte" zu sprechen vorgibt. Zu diesem Verband, der den Mangel an Mitgliedern durch um so engeren Anschluß an die Franzosen unter Vermittlung von Hello v. Gerlach ersetzt, ist Herr Walz allerdings erst gegangen, nachdem ihm die SSP., die„Saarländische sozialistische Partei“, im vorigen Sommer unter den Händen auseinandergelaufen war. Er hat entschieden schon oft Pech gehabt, der Herr Walz. In seiner Jugend war er Fürsorgezögling und erst ganz kürzlich ist er wieder wegen Unterschlagung vom Gericht verurteilt worden. Aber der französische Außenminister Paul=Boncour empfing ihn in Person und jetzt interviewt ihn in Genf die„Weltpresse“. Eben wird eine bezeichnende Episode aus der jüngsten Vergangenheit des Walz bekannt, die wert ist, verbreitet zu werden. In der Grube„von der Heydt“ bei Saarbrücken unterhält die genannte„Liga für Menschenrechte“ ein Heim für Emigranten. Das Gebäude stellte die französische Grubenverwaltung und die Regierungskommission gab einen monatlichen Zuschuß von 4000 Franken.(Hier sieht man wieder einmal deutlich, wie alle Kräfte sich im Saargebiet zusammenfinden, wenn es gilt, eine Sache zu unterstützen, die nicht die deutsche ist!) Am 3. Dezember stand dieses Heim angeblich vor einer Revolte seiner Insassen. Wenigstens alarmierte an diesem Tage der von Walz eingesetzte Verwalter abends um 11 Uhr die Polizei und ließ acht Mann verhaften, die fast sämtlich mehrfach vorbestraft waren. Sie hätten beabsichtigt, das Heim zu demolieren und bewaffnet Bankdiebstähle auszuführen. Bei der Verhaftung beklagten sie sich bitter in Gegenwart des ebenfalls herbeigeeilten Walz, daß sie von den Zuschüssen der Regierungskommission bis heute nichts gemerkt hätten! Der untersuchende Landjäger sagte darauf zu Walz:„Dann müßte ich Sie eigentlich wegen Unterschlagung festnehmen!" Walz gab darauf keine Antwort! Saarbevölkerung wie denen des Völkerbundes entspricht. Gleichzeitig haben die Landesverräter die Stirn, ebenfalls eine Eingabe zu veröffentlichen, die von der„Saarländischen Freiheitsfront" und der Sozialdemokratischen Partei des Landesrates ausgeht, und mit den Namen Matz Braun, Hermann Petry und Heinrich Lieser unterzeichnet ist. Das gefährliche Werbeblatt Die Regierungskommission des Saargebietes hat die Verbreitung eines Werbeflugblattes der Deutschen Gewerkschaftsfront an der Saar verboten, in dem die Tatsache festgestellt wird, daß sich die Austritte aus den freien Gewerkschaften in einer Weise gehäuft haben, daß von Massenaustritten gesprochen werden kann. Die Regierungskommission hat mit diesem Verbot wieder einmal bewiesen, wie es mit ihrer immer behaupteten„Unparteilichkeit“ in Wirklichkeit bestellt ist. Auf der anderen Seite gestattet sie den marxistischen freien Gewerkschaften jegliche Propaganda. Röchling vor der internationalen Presse Der Vorsitzende der in Genf weilenden Abordnung der Deutschen Front des, Saargebietes, Kommerzienrat Röchling, klärte die internationale Presse in längeren Ausführungen über die Lage im Saargebiet und über die internationale Lage auf, der die Saarbevölkerung heute gegenübersteht. Röchling ging von den Bestimmungen des Versailler Dittats aus, nach denen die Abstimlic Und so etwas macht sich heute in Geuf breit. Eingaben Freitag vormittag ist in Genf wieder eine Petition der Deutschen Frout veröffentlicht worden, die durch den Generalsekretär dem Rat vorgelegt wird. In dieser Denkschrift wird nochmals die Parteilichkeit und die Pflichtverletzung der Regierungskommission des Saargebietes nachgewiesen und mit vielen Einzelheiten erhärtet. Gleichzeitig ist darin eine scharfe Zurückweisung der von der Regierungskommission selbst erhobenen Beschuldigungen enthalten. Zum Schluß wird der Völkerbundsrat gebeten, Maßnahmen zu ergreifen, damit im Saargebiet ein Zustand geschaffen Butter und Margarine— Aufgaben Der Reichskommissar für die Milchwirtschaft, Freiherr von Kanne, äußert sich über die„Aufgaben der deutschen Fettwirtschaft“. Nachdem er zahlenmäßig die Vernachlässigung der Landwirtschaft unter dem vergangenen System erwiesen hat, betonte er, daß im nationalsozialistischen Staat die vom Reichsmilchkommissariat angestrebte Marktordnung die Regelung der Erzeugung und eine sinnvolle Verteilung der vorhandenen oder noch zu schaffenden Absatzmöglichkeiten sowie einen gerechten Preis der Milcherzeugnisse vorsehe. Die Einfuhr solle nicht abgedrosselt, sondern nur den Bedürfnissen des deutschen Marktes angepaßt werden. Es liege auf der Hand, daß nur dann wirkungsvolle Maßnahmen für den Schutz der bäuerlichen Veredelungswirtschaft getroffen werden könnten, wenn auch die Erzeugung von Margarine, Speiseölen und Speisefetten, die bisher vorwiegend aus ausländischen Rohstoffen erfolgte, nunmehr in der Hauptsache aus einheimischen Fetten bereitet und dem Bedarf angepaßt werde, 95% ihres Rohstoffbedarf habe die Margarine= und Oelmühlenindustrie in allen Ländern immer gerade dort gedeckt, wo am billigsten einzukaufen war. Hier mußte mit fester Hand nach Vollendung der nationalsozialistischen Revolution zugegriffen werden, wenn nicht das deutsche Bauerntum endgültig zugrunde gehen und der Gedanke der Ernährung des deutschen Volkes auf eigener Scholle nicht vollkommen zu Grabe getragen werden sollte. Dank der Maßnahmen des Ministers Darre sei die Jahreserzeugung an Margarine von rund 500000 Tonnen auf 360000 gedrosselt worden und vom 1. Januar ds. Is. ab fanden in diesen 360000 Tonnen 10% deutsches Schweineschmalz Verwendung. Selbstverständlich wurde darauf geachtet, daß die Preise aller Fette auch im Einklang stehen mit der Kaufkraft der Bevölkerung. Das Reichskommissariat werde dafür sorgen, daß an die Spitze der Fettwirtschaft Männer berufen werden, die sie im nationalsozialistischen Sinne aus der Profitwirtschaft in die reine Bedarfswirtschaft überführen. „Deutsche Der Reichskommissar für die Milchwirtschaft hat im Einvernehmen mit dem Reichsnährstand zur Vereinheitlichung sämtlicher deutscher Markendutter eine Anordnung erlassen. mung am 10. oder 11. Januar 1935 stattfinden müsse. Sie werde eindeutig ein Ergebnis für die Rückkehr nach Deutschland bringen. Dann schilderte der Vortragende die Bedeutung der Deutschen Front, die heute bereits 90 v. H. der Saarbevölkerung umfasse. Ihr stellte er das Häufchen der Landesverräter unter der Führung des sozialistischen Redakteurs Matz Braun gegenüber, das noch weitere fünf oder gar zehn Jahre in dem Versailler„Käfig“ sitzen wolle. Röchling wies darauf hin, daß ein Vertrauensbruch durch Verschiebung der Abstimmung das schlimmste wäre, was der Völkerbund dem europäischen und auch dem Weltfrieden antun könnte. „Das deutsche und das französische Volk ersehnen“, so fuhr Röchling fort,„aus heißem Herzen einen ehrlichen Frieden. Sie wünschen die jahrhundertealte Feindschaft zu begraben. Die Kriegsgeneration will keinen neuen Krieg.“ Dann wies Röchling darauf hin, daß der Führer der sogenannten„Freiheitsfront", Matz Braun, im Saargebiet nicht bodenständig und daher auch nicht abstimmungsberechtigt sei. Röchling verglich den Landesverräter Braun mit dem berüchtigten rheinischen Separatistenführer Dorten. Das Saargebiet wolle zu Deutschland zurück. Das sei der einmütige Wille der Bevölkerung. Gleichzeitig bejahe die Saarbevölkerung auch die Regierung Adolf Hitlers, die allein imstande sei, die schwere Lage zu meistern, in der sich Deutschland befinde. Röchling schloß mit den Worten:„Hoffen wir, daß der Völkerbund einsieht, daß die baldige Heimkehr des Saarvolkes zu Deutschland eine weltpolitische Notwendigkeit ist. Denn nur so wird das Saargebiet kein Zankapfel zwischen den beiden Ländern bleiben.“ seitwirrschaft Ueberwachung der Butter vom Erzeuger zum Verbraucher übertragen. Diese sollen Ueberwachungsstellen für Markenbutter einrichten, die befugt sind, im Interesse des Ansehens der Buttermarke die Markenbutter bis zum Verbraucher zu kontrollieren. Sie werden dabei von den Nahrungsmitteluntersuchungsämtern unterstützt. Entspricht die unter der Bezeichnung„Markenbutter" in den Verkehr gebrachte Butter nicht den Anforderungen, so liegt eine irreführende Bezeichnung und damit eine strafbare Handlung vor. Zur Angleichung und weiteren Steigerung der Güte der deutschen Markenbutter ist vorgesehen, sowohl innerhalb des einzelnen Milchwirtschaftsgebietes, als auch unter den Milchwirtschaftsverbänden Wettbewerbe zu veranstalten und entsprechende Preise für hohe Leistungen zu verteilen. Vom 1. April ab darf Markenbutter nur noch nach den neuen Vorschriften auf den Markt gelangen. Die Bezeichnung„Markenbutter" wird in der in den nächsten Tagen erscheinenden Butterverordnung gesetzlich geschützt. Der Reichskommissar für die Milchwirtschaft wird baldigst Festpreise für die verschiedenen Buttersorten festsetzen. Weiter ist beabsichtigt, zur deutlichen Unterscheidung der einzelnen Buttersorten entsprechende Kennzeichnungsvorschriften zu erlassen. Reichsminister Dr. Goebbels leitet die Propaganda für die Olympischen Spiele 1936 Reichsminister Dr. Goebbels empfing die Mitglieder des Olympischen Komitees zu einer Besprechung über die Propaganda für die Olympischen Spiele 1936. In der Besprechung wurden die einheitlichen Richtlinien für die Propaganda der Olympischen Spiele festgelegt und ein Olympia=Propaganda=Ausschuß gebildet. Der Propagandaausschuß steht unter der Leitung von Ministerialrat Haegert im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda. Dem Ausschuß gehören ferner an: Der Herr Reichssportführer von Tschammer und Osten, Exzellenz Staatssekretär a. D. Dr. Lewald, Generalsekretär Dr. Diehm, Dr. Ritter von Halt, ferner vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda die Ministerialräte Demann, Dreßler=Andres, Dr. Jahnke und Laubinger, die Oberregierungsräte Dr. Mahlo, Raether, Regierungsrat Dr. Bade und Herr Weidemann, außerdem ein Vertreter der Stadt Berlin. Der Propagandaausschuß wird seine Pläne dem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda in Kürze vorlegen. Der englische Ausschuß gegen zwangsweise Steristerung Der seit langem erwartete Bericht des 1932 in England ernannten Ausschusses zur Prüfung der Sterilisierungsfrage empfiehlt die gesetzliche Zulassung freiwilliger Sterilisierung bei Personen mit vererbbaren schweren geistigen oder körperlichen Schäden. Dagegen spricht sich der Ausschuß entschieden gegen eine zwangsweise Sterilisierung und erklärt, die Maßnahme müsse als ein Recht, nicht aber als eine Art von Strafe betrachtet werden. Der politische Korrespondent der„Morning= post“ bemerkt dazu, die Regierung werde auf diesen Bericht hin keine gesetzgeberischen Maßnahmen vorschlagen, sondern erst eine gründliche Untersuchung der moralischen und ethischen Erwägungen veranlassen, die mit dieser Frage eng zusammenhängen. Die Mitglieder des Ausschusses seien medizinische und soziologische Sachverständige und hätten dieses vielseitige Problem vom Standpunkt ihres besonderen Berufes aus beurteilt. wird, der ebenso wahren Interessen der Alle seitherigen Markenbuttersorten werden zu der Einheitsmarke„Deutsche Markenbutter“ vereinigt. Das Recht der Benutzung und Weiterverleigung des Verdandsabzeichens, ür Markendutter wird Benutzur idsabzeiche wichntne an die Micchwirrschaftsverdände 900 Berliner Arbeiter besuchen Vverbahern Im Rahmen der Freizeitgestaltung„Kraft durch Freude“ sollen im Februar 1934 bereits die ersten 12 Sonderzüge des Amtes für Reisen, Wandern und Urlaub zusammengestellt werden. Wie das V93=Büro meldet, hat die Reichsbahn diese ersten 12 Sonderzüge kostenlos zur Verfügung gestellt. Das Berliner Bezirksamt des Amtes für Reisen wird den ersten Sonderzug nach Oberbayern führen. 900 Berliner Arbeiter werden zehn Tage Gelegenheit haben, die Schönheiten Oberbayerns kennenzulernen. Fahrtkosten entstehen nicht. Das Verpflegungsgeld beträgt zwei Reichsmark pro Tag. Der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, wird den ersten Berliner Sonderzug im Rahmen einer Feier auf die Fahrt schicken.„ I F.5u rdienn. In erster Linie sollen an der Fahrt verdienstvolle Kämpfer der Bewegung teilnehmen, die unter der wirtschaftlichen Krise des vergangenen Systems besonders schwer zu leiden hatten. Je ein Arbeiter soll aus jedem diesmal in Betracht kommenden Betrieb teilnehmen. Die Betriebsführer werden ersucht, den in Frage kommenden Volksgenossen den erforderlichen Urland zu geDas behinderte Schlachtschiff Das Schlachtschiff„Relson“, das seit Sonntag im Hafen von Portsmouth auf Gelegenheit zum Ausfahren wartet, war auch am Donnerstag wegen der Fortdauer des Südweststurmes nicht in der Lage, auszulaufen. Die„Morningpost“ schreibt in diesem Zusammenhang u. a., die Tatsache, daß unser stärkstes Schlachtschiff jetzt sogar durch schlechtes Wetter im Hafen festgehalten werden kann, verursacht beträchtliche Sorge und wirft die Frage auf, ob ein Hafen, wie der von Portsmouth, für Großkampfschiffe überhaupt geeignet ist. Portsmouth hat eine sehr enge Einfahrt. Das Wetter, das seit sechs Tagen anhält, kann in der jetzigen Jahreszeit nicht ungewöhnlich genannt werden. Eine Verzögerung in der Abfahrt könnte aber im Notfalle verhängnisvoll werden, besonders wenn man bedenkt, daß ein einziges Schlachtschiff jetzt beinahe 10% unserer ganzen Schlachtflotte ausmacht. Ueberdies könnte ein einziges Schiff, das in der Hafeneinfahrt stecken bleibt, andere Kriegsschiffe im Hafen festhalten, und zwar in einem Augenblick, wo sie dringend gebraucht würden. Aus London, 19. Jan., wird gemeldet: Das englische Schlachtschiff„Relson“ ist am Freitag aus dem Hafen von Portsmouth nach den Antillen ausgelaufen. Vorläufige Entscheidung des Gouverneurs des Memelgebietes über Arbeitsgenehmigung Wie von gut unterrichteter Seite in Kowno verlautet, hat der Gouverneur des Memelgebietes auf Grund der am 10. Dezember 1933 in Kraft getretenen neuen Ausländerverordnung über die Frage der Erteilung von Arbeitsgenehmigungen an die im Memelgebiet ansässigen und in Privatbetrieben beschäftigten Reichsdeutschen eine vorläufige Entscheidung getroffen. Insgesamt wurden vom Gouverneur 1080 Anträge von seiten der reichsdeutschen Arbeitnehmer be handelt. 176 Personen wurde die Arbeitsgenehmigung nicht mehr erteilt. 900 erhielten Arbeitsgenehmigungen, und zwar der weitaus größte Teil nur für die Dauer von drei Monaten, der übrige Teil für sechs Monate. Nr. 17(Zweites Blatt) „Schwerter Zeitung“ Samstag, 20. Fanuar 1934 Schwerte(Ruhr), Samstag den 20. Jan. 1934 Tagesspruch Ein richtiger Anfang Macht einen richtigen Ausgang. Fischart. Vom Wetter Vorhersage für Sonnobend: Abflauende westliche bis nordwestliche Winde, dabei wechselnde, aber noch stärkere Bewölkung mit einzelnen Schauerniederschläge und kühler. Später zeitweise Aufheiterung. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Wechselnde Bewölkung. Temperaturen nur wenig über dem Gefrierpunkt. Nachts vielfach aufkommender leichter Frost. Fahnen heraus zur Reichsgründungsfeier Die Standarte„Treubund“ der SA=R. I(des Stahlhelm) seiert morgen den Tag der Reichsgründung, dem ja gerade in diesem Jahre nach der nationalen Erhebung eine besondere Bedeutung zukommt. Vormittags von 11,30 bis 12,30 Uhr findet auf dem Adolf=Hitler=Platz ein Platzkonzert der Stahlhelmkapelle statt. Um 3 Uhr beginnt vom Marktplatz aus der Abmarsch zum Freischütz. An diesem Marsche beteiligen sich auch die Kameraden vom Kyffhäuserbund(SA=R. II), von der RSKO. und von der Sanitätskolonne des Roten Kreuzes. Die offizielle Reichsgründungsfeier findet im Freischützsaal nachmittags um 4 Uhr statt. Als Redner ist Brigadeführer Reinecke gewonnen worden, der über die Bedeutung des Januar 1871 und des 30. Jan. 1933 sprechen wird. Deklamationen, gesangliche Darbietungen und Märsche, Weisen der SA=R. l=Kapelle werden die Vortragsfolge abwechslungsreich gestalten. Die Bürger der Stadt Schwerte werden gebeten, anläßlich dieses nationalen Feiertages u flaggen, zumal am 18. Januar wegen des unfreundlichen Wetters keine Fahne gezeigt werden konnte. Also nochmals: Sonntag, den 21. Januar: Fahnen heraus! Aebbr Teant Schwerter Filmschau Hitlerjunge Quex Der Ufa=Film„Hitlerjunge Quex“, der unter dem Protektorat des Jugendführers des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, gedreht und im September dieses Jahres in Berlin uraufgeführt wurde, erlebte gestern in Schwerte seine Erstaufführung in den Lichtspielen zur Reichskrone. Um diesem Ereignis eine besondere Weihe zu geben, gestaltete der Unterbann I/136 der Hitlerjugend, der Stamm des Jungvolks und der Bund deutscher Mädel die Aufführung durch einen würdigen Auftakt zu einer Feierstunde. Nach dem wundervollen Film„Bilder vom 15. Deutschen Turnfest“ Stuttgart 1933, der die Deutsche Turnerschaft in ihrer ungeheuren Bedeutung für die deutsche Jugendertüchtigung und in ihren beispiellosen Leistungen in den Freiübungen und im Geräteturnen zeigt, nahmen HJ., Jungvolk und BdM. mit Fahnen auf der Bühne Aufstellung. Zum Takt der großen Landknechtstrommel, die ein Pimpf schlug, sang die Jugend das Lied „Es dröhnen Trommeln durch das Land". Die Scharführerin Inge Berensmann und zwei Hitlerjungen sprachen Gedichte, die vom neuen Geist der Jugend kündeten. Ein Sprechchor klang auf„Unsere Feuer lodern“. Und dann ertönte das HJ.=Lied„Vorwärts vorwärts“. Im Rahmen eines spannenden, packenden Spielfilms, erlebte das Publikum die neue Geneeation unseres Vaterlandes und gewann einen tiefen Einblick in diese junge Bewegung, die deutsche Jungens und Mädels zu wertvollen Menschen, zu Trägern der deutschen Nation erzieht. In unvergeßlichen Bildern zieht der schwere Kampf der HJ., der 27 Opfer erforderte, vorüber. Einer von diesen jungen Helden ist der Hitlerjunge Quex. * Der Beusselkietz ist eine unruhige Gegend, die der Schupo nicht gern ohne Gummiknüppel betritt. Arbeitslose lungern herum und beleben den Rummelplatz, dessen Lichter auch die Kinder anlocken. Die laute Freude hat etwas Verkrampftes, Angesundes, die Stimmung ist vergiftet vom Klassenhaß, denn der Beusselkietz ist rot bis auf die Knochen, eine Hochburg der Kommune. Ein kleiner Anlaß genügt, um den Funken ins Pulverfaß zu schleudern. Mit hungrigen Augen stiert ein Junge auf den Korb Aepfel vorm Laden. Ein rascher Griff, zu dem sein : Großer Hecht in der Nuhr gefangen. Am Freitag fing der am Markt wohnende Schuhmachermeister Fritz Brutkuhl in der mit einem Stoßhahn einen zwölf Pfund schweren Hecht. :- Am kommenden Sonntag wird die Hitlerjugend Broschüren für das Winterhilfswerk zum Kauf darbieten. Die Hitler=Jugend bittet um freundliche Unterstützung. Preis der Broschüre 10 Pfg. *- Im Interesse der Allgemeinheit weisen wir auf die Bekanntgabe des Kommunalen Elektrizitätswerks„Mark“. A.=G. im heutigen Anzeigenteil hin. Wir erinnern im Interesse der Winterhilfe an den plattdeutschen Abend, der Sonntag, abends 8 Uhr im Hotel Sternberg stattfindet. Vie helpet alle met Der Vorverkauf für den Bunten Abend am 4. Februar nimmt seinen Fortgang. Von vielen Seiten ist an die Leitung der Veranstaltung die Frage gerichtet worden, ob denn die bei etwa ausverkauftem Hause notwendig werdende Wiederholung des Bunten Abends eine Ermäßigung des Eintrittspreises mit sich bringe. Dazu erfahren wir, daß an eine Ermäßigung des an sich schon niedrig gehaltenen Eintrittspreises bei einer Wiederholung des Abends nicht zu denken sei. Im Gegenteil kann eine Erhöhung des Eintrittsgeldes eintreten, um auf Grund des esses noch mehr an Reingewinn für die Schwerter Winterhilfe herauszuholen. Persönlich können wir jedem den Rat geben, sich umgehend mit einer Eintrittskarte einzudecken, da man für eotl. Schäden an der Gesundheit, die durch den Nichtbesuch der dem Frohsinn dienenden Veranstaltung(Lachen macht gesund) entstehen können, nicht aufkommen wird. Außer den wohl bekannten Konzertsängerinnen Idel Holtmann=Barmen(Alt) und Anneliese Seuthe= Schwerte(Sopran) singt an dem Bunten Abend am 4. Februar im Freischütz noch der Baritonsolist Heinz ckermann=Dortmund. Was schreibt die Dortmunder Presse über diesen Sänger und Liebling des Publikums? Gefährte ihn ermuntert. Aber der Kaufmann, wütend, haut ihm eine Ohrfeige. Schon ist der Auflauf fertig. Geifernd hetzt ein kommunistischer Agitator die rasch anwachsende Menge gegen den Laden.„Warum nehmt ihr euch denn nicht, was ihr braucht?“ Schon klirren die Fensterscheiben. Die Obstkörbe werden umgestürzt. Dem Kaufmann fährt eine Faust unter die Nase. Frauen kreischen„Polizei!“ Gummiknüppel sausen durch die Luft. Ein Schlag trifft den Arbeitslosen Völker am Kopf. Ein anderer Arbeitsloser Stoppel, führt den Taumelnden fort. Mutter Völker, freudlos und zermürbt, schreckt von ihrer Plätterei auf. Was ist denn schon wieder los? Ein neues Unglück? Stoppel verbindet den Völker und beruhigt die Frau. Aber Völker, ein robuster, schwerer Mann, hat Durst bekommen. Immer heftiger fordert er Geld von seiner Frau, die verbissen ablehnt. Da wird der Mann zornig, räumt die Schubläden in der ärmlichen Wohnung, wie ein Wilder tobend, aus. Schon zuckt seine klobige Hand gegen die verzweifelte Frau, da fühlt sie, wie eine Kinderhand ihr eine Münze in die Hand schiebt. Heine ist dazu gekommen, ihr Junge, der kleine, flinke Druckerlehrling, und die Mark ist sein Lohn für Ueberstunden. Dem Stoppel gefällt dieser Junge, den er zu gerne für die kommunistische, Jugend-Internationale werben will. Diese Absicht wird an der innerlichen Sauberkeit Heinis vorläufig zu nichts. Heini ist aber auch noch ein Kind mit kindlichen Sehnsüchten: er bettelt seiner Mutter einen Groschen ab, weil er beim Glücksrad auf dem Rummelplatz das schöne Universal=Patent=Taschenmesser gewinnen will. Hier trifft Stoppel den kindlich Enttäuschten und lädt ihn ein zur Propagandafahrt der kommunistischen Jugend an den Seddin=See. Auf dem Bahnhof der ungeordnete Haufen der kommunistischen Jugend in aller Losgelassenheit. In scharfem Gegensatz dazu, stramm in Reih und Glied, in sauberer Uniform eine Kameradschaft der Hitler=Jugend. Höhnische Zurufe der Roten, aber eiserne Disziplin der Hitler=Jungen; eisern bis zur Selbstverleugnung. Hohnlachend stürmt die Kommune die Eisenbahnabteile. Heini hat große Augen gemacht. Der grundanständige, saubere Bengel fühlt sich in dieser Gesellschaft nicht wohl. Er, der Sohn durch Arbeitslosigkeit unglücklicher, aber im Grund guter, ordentlicher Eltern, sucht Zusammenhalt, Kameradschaft und Ordnung bei seinen Fahrt... Der Baritonsolist Heinz Hockermann, der sich schon längst in die Herzen weiterer Kreise hineingesungen hat und den man immer wieder gern hört, war auch an diesem Abend, wie immer: vorzüglich. Daß er alles frisch, frei, lebendig, temperamentvoll und sich ganz hineinfühlend singt, darin liegt der Vorzug des jungen Künstlers. Stimmlich, musikalisch und technisch ist Heinz Hockermann auf der Höhe. ... Einen besonderen künstlerischen Genuß verschaffte der Konzertsänger H. Hockermann, der mit warmer, von ausgezeichneter Klangfarbe geschmückter Stimme Lieder von Schubert(Im Abendrot, Der Musensohn) sang. Man dankte ihm immer wieder mit anhaltendem Beifall. .. Sodann erfreute Konzertsänger Hocker= mann nochmals mit dem Vale carissima von Graener und dem Winterlied von Kaß. Der Beifall, den seine vor allem in der Mittellage vollen Stimme, die einen erstaunlichen Tonumfang aufweist, erntete, war so stark und anhaltend, daß er zwei Zugaben bringen mußte. Heinz Hockermann singt anläßlich des Bunten Abends hauptsächlich Schlager. Sportführerring Schwerte und Umgegend Zu statistischen Zwecken melden die Vereine bis zum 1. Februar 1934 ihren Namen. die Telefonnummer, den Namen des Vereinsführers, die Zahl der Mitglieder unter und über 18 Jahren an nachfolgende Stellen: Turnvereine an Klaus, Freiherr vom Stein=Straße; Fußballvereine an Wulff, Hennen, Landkreis Iserlohn; Leichtathletikvereine an Heinr Salzmann, Hüsingstraße; Schwimmvereine an Kamecke, Schwerter Zeitung; Schwerathletik an Rudi Hertel, Westwall 4 Schießsportvereine an Kempke, Hüsingstr.; Brieftaubenvereine an Wallrabe, Bismarckstraße 16; Wassersportvereine an Kesper, Bahnmeisterei Schwerte; Wandervereine an Wilh. Scherff, Moltkestr. Radsportvereine an Glatte, Poststraße. Der Sportringführer. Schwerte Hitler-Jugend Der gesamte Unterbann 1/136 SchwerteRuhr tritt am Sonntag morgen um 10,45 Uhr gefolgschaftsweise vor dem„Neuen Rathaus“ an. Um 11 Uhr ist eine Sondervorstellung des Filmes„Hitlerjunge Quex“, der zur Zeit in der„Reichskrone" läuft, für die Hitler=Jugend und den Bund deutscher Mädel. Antreten ist Pflicht. Der Führer des Unterbanns 1/136 m. d. F. b. gez. Bruno Köhler, Adjutant. Aus dem Schwerter Gerichtssaal Immer noch politische Gegensätze. Am Abend des 31. August durchzog eine Abteilung des Stahlhelm mit Musik die Brückstraße. Unweit des Geschäfts von RottVerbandsnachrichten Die milkt. Vereine treten Sonntag, den 21. Jan., nachm. 2,30 Uhr, zur Reichsgründungsfeier in den Vereinslokalen an. kamp hatten der Erdarbeiter K. und sein Bruder mit ihren Fahrrädern Aufstellung genommen und zwar derart, daß der Zug dadurch gestört wurde. Die beiden wurden von den Stahlhelmmann B. zur Seite gedrückt. Es kam dann zu einem wüsten Geschimpfe gegen den Stahlhelmer, an dem sich auch der später hinzugekommene Arbeiter Pr. beteiligte. Bei dieser Gelegenheit soll K. auch verschiedentlich„Rot Front“ gerufen haben. Pr. hat nach dem Vorfall noch eine Wirtschaft aufgesucht und soll hier den B. mit dem Verbrechen des Totschlags bedroht haben. Nach den Zeugenaussagen hat man diese Drohung jedoch als nicht ernst meinend aufgefaßt. Nach langer Beweisaufnahme kam das Gericht genossen, sieht und fühlt mit seinen noch ungeweckten Sinnen Verkommenheit, Roheit und Haß. Im Waldlager schleicht er sich fort von dem wüsten Treiben mit Gegröhle und Schnaps und stößt im Walde auf das Lager der Hitler=Jugend. Mit großen, glänzenden Augen sieht der einsame Junge in seinem Versteck die Sonnwendfeier der Jungen, hört die Worte des Bannführers. Feierlich und begeistert hallt das: Sieg! Heil! durch die Nacht. Die Flammen des Holzstoßes lodern. Dann klingt mächtig und stark das Lied auf Unsere Fahne flattert uns voran. Heini hat seine Heimat gefunden, er will mitmarschieren für Hitler, hinter der Fahne mit dem Hakenkreuz, treu und anständig, er gelobt es sich selbst. Die Hitlerjungen finden bei ihrem Lager den einsamen Jungen, halten ihn für einen Spion der Kommune und jagen ihn fort. Aber seiner geliebten Mutter muß Heini sein volles Herz ausschütten. Er hat das Lied noch im Kopf: Unsere Fahne flattert uns voran——— Vater Völker hört im Nebenzimmer„das Nazilied". Mit Backpfeifen lehrt er den Jungen die Internationale.„Die Internationale erkämpft das Menschenrecht!“. Heini aber bleibt„seiner Fahne“ treu, zu der es ihn zieht mit magischer Gewalt. Er lernt auf dem Schulwege Fritz Doerries kennen, einen Hitlerjungen, und seine Schwester Ulla und soll abends in das neue Heim in der Beusselstraße kommen. Aber auch Stoppel fordert ihn auf. denselben Abend ins kommunistische Parteilokal zu kommen. Hier ist beschlossen, das neue Hitlerheim gleich am ersten Abend zu zerstören. Es kommt zum wilden Kampf, und wieder halten die empörten Hitlerjungen Heini, den Stoppel auf dem Wege zum Hitlerheim abgefangen hatte, für einen Spion der Kommune. Stoppel gelingt es nicht, Heinis Herz und Verstand zur Kommune zu bekehren. Als er ihm einen schändlichen Plan erzählt, wie die Kommune das Hitlerjugendheim„mit Dynamit“ ausräuchern will, ist Heinis Stunde gekommen. Er warnt die Hitlerjungens vor dem verbrecherischen Anschlag. Die Kommune tobt über das Mißlingen des Plans. Heinis Leben ist verwirkt. Seine Mutter weiß, was ihrem Jungen bevorsteht. Dann schon lieber den Gashahn auf und Schluß! Hilfreiche Nachbarn haben Heini noch retten können, seine Mutter ist tot. Im Lazarett besuchen ihn die neuen Freunde von der Hitlerjugend, die nun von seiner Ehrlichkeit überzeugt sind. Sie bringen ihm die Uniform, das von ihm ersehnte Ehrenkleid, und er zieht ins Hitlerjugendheim. Der neue Hitlerjunge ist der eifrigste von allen, beweglich wie Quecksilber. Quex nennen ihn die Kameraden. Zu jedem gefährlichen Auftrag drängt sich Quex. Im Wahlkampf gilt es Zettel anzukleben, im Beusselkietz, mitten im rotesten Viertel. Quex meldet sich, aber der Bannführer will es nicht erlauben. Da schreit der Junge ihn an:„Hast du als Offizier im Felde deinen Soldaten auch verboten, nach vorne zu gehen, wenn es geschossen hat?“—„In Gottes Namen, geh!“ sagt der Führer, und Quex geht. Treppauf, treppab trägt er seine Zettel, pflichttreu und eifrig. Das kommunistische Rollkommando ist längst alarmiert. Heini Völker soll„umgelegt“ werden. Unermüdlich arbeitet der tapfere kleine Kerl, er kennt ja den Beusselkietz wie keiner. Verdächtige Gestalten versperren ihm den Weg. Er läuft nach der anderen Seite. Auch da taucht das Mordgesindel auf. Er ist umstellt. Ein Todesschrei. Der kleine, tapfere Soldat ist den Heldentod gestorben, für seine Sache, für die Kameraden, für die heißgeliebte Fahne und den Führer. Aber andere deutsche Jungens reißen die Fahne wieder hoch, die mit dem Blut eines der Besten geweiht ist. Trotzig und sieghaft hallt das Sturmlied Wir marschieren für Hitler durch Nacht und durch Not, mit der Fahne der Jugend für Freiheit und Brot. Dieser Film, ergreifender noch als„SAMann Brand" wird von echten Hitlerjungen und Hitlermädeln hingebend, gläubig und werbend gespielt. Ihre Natürlichkeit, ihre Haltung, ihr Geist reißt mit. Der Hitlerjunge Quex ist das Urbild eines deutschen Jungen unserer Zeit. Er spielt seine große und schwere Rolle mit erstaunlicher Sicherheit. Er gestaltet mit unbewußter Eindringlichkeit. Heinrich George, “ d e r g r ö ß t e d e u t s c h e S c h a u s p i e l e r, s p i e l t d e n V a ter. Sein Zusammenbruch erschüttert. Wundervoll, mit leisem Humor, zeichnet er die innere Umkehr. Erschütternd ist Berta Drews als Mutter. Mit glutvoller Echtheit erfüllen Hermann Speelmans, als Führer der kommnnistischen Jugend, Claus Clausen als Bannführer Kaß, Karl Meixner und Notraut Richter aus dem Lager der Roten, ihre Rollen. Richt zu vergessen das Hitlermädel, das die Rolle der Ulla spielt.— Der Film„Hitlerjunge Quex“ sordert es, daß ihn jeder Deutsche sieht. gegenüber Pr. zu einem freisprechenden Urteil. K. wurde wegen Verübung groben Unfugs zu einer Geldstrafe von 25 Mark verurteilt. Freigesprochen wurde die Witwe Maria K. von hier von der Anklage des Betruges. Sie sollte das Wohlsahrtsamt um 99 Mark geschädigt haben, da sie von diesem Unterstützung bezog, trotzdem ihr Sohn zu gleicher Zeit den Familienzuschlag für sie vom Arbeitsamt erhielt. Die Sache konnte nicht restlos aufgeklärt werden, wenn der Frau auch bescheinigt wurde, daß sie fahrlässig gehandelt habe. Betteln und Landstreichen ist anscheinend die Lieblingsbeschäftigung des geistig ziemlich beschränkten Bergmanns H. B. aus Billmerich, der vor einiger Zeit in einem Waldstück bei Ergste von einem Landjäger aufgegriffen wurde. B. ist bereits verschiedentlich vorbestraft und war jetzt durch richterlichen Strafbefehl in eine Haftstrafe von 6 Wochen genommen worden, gegen die er Einspruch erhoben hatte. Zur gestrigen Verhandlung war er in Begleitung seiner Mutter erschienen. Der Einspruch wurde zurückgenommen und dem Sünder Bewährung in Aussicht gestellt, wogegen sich die Mutter verrflichtete, auf ihren Sohn, der jetzt feste Arbeit in Aussicht hat, mehr als bisher ein wachsames Auge zu haben. Einen groben Vertrauensbruch ließ sich der Maurer Ferdinand K. zu schulden kommen. Ende November war er in dem Keller eines Hauses an der Wilhelmstraße mit Erneuerungsarbeiten beschäftigt. In einem Nebenraum befand sich ein Münz=Automat für die Gasversorgung. Diese günstige Gelegenheit henutzte K., den Automaten zu öffnen und ihn seines Inhalts in Höhe von 4,10 Mark zu berauben. Einige Tage später entnahm er dem Automaten, den man unverschlossen gelassen hatte, um den Dieb zu zen. abermals 80 Pfg. Die Folge war eine Anklage wegen schweren und leichten Diebstahls. Unter Annahme mildernder Umstande — eine gewisse Notlage wurde nicht verkannt — nahm das Gericht den Dieb in eine Gejängnisstrafe von drei Mone Woche. Aus dem Nachbargebiel Hengsen=Opherdicke, 19. Jan. Die Jahreshauptversammlung des MGV. Harmonie sand im Lokale Buicker statt. Der Vereinsführer Fritz Nolte dankte allen Sangesbrüdern für die im verflossenen Vereinsjahr geleistete Pflichtarbeit. Der Jahresbericht wurde in ausführlicher Weise vom Schriftführer August Baack erstattet. Dem Kassierer Fritz Heller, dessen Kassenverhältnisse in bester Ordnung waren, wurde Entlastung erteilt. Einstimmig wiedergewählt wurde Vereinsführer Fritz Nolte. Zu seinem Stellvertreter ernannte er den Sangesbruder Franz Rump, zum 1. Schriftführer August Baack, zum 2. Schriftführer Fritz Schröder, zum Kassierer Fritz Heller, zu dessen Stellvertreter Jul. Baack. Zu Beisitzern wurden Wilhelm Brasse und Fritz Knüppel, zum Bücherwart die Sangesbrüder Fritz Becker und Fritz Knüppel bestimmt. Es wurde sodann noch die Feier des zehnjährigen Bestehens, die in diesem Jahre stattfindet, besprochen. Oeffentliche Bekanntmachung für die Verdunkelungsübung des Präsidialbezirks Dortmund in der Nacht vom 23./24. Januar 1934. In der Nacht vom 23. zum 24. 1. 1934 findet innerhalb des Präsidialbezirks Dortmund eine Luftschutzverdunkelungsübung statt. Ich ordne hierzu folgende Verdunkelungsmaßnahmen an: 1. Ab 18 Uhr ist die öffentliche Straßenbeluchtung auf ein Mindestmaß herab2. Ab 18 Uhr sind die Schaufensterbeleuchtung und Lichtreklame auszuschalten. Von der gleichen Zeit ab sind Raumbeleuchtungen in sämtlichen Gebäuben(Wohn=, Büro=, Geschäfts= und Industriegebäuden, in Gast= und Schankwirtschaften, in Hotels, in Krankenhäusern usw.) so abzublenden, daß der Lichtschein nicht nach außen dringt. Für die Reichsbahn, Privatbahnen, Großindustrie und Zechen gilt eine Sonderregelung. 3. Von 2,00 bis 2,15 Uhr ist die gesamte öffentliche Beleuchtung einschließlich jeder Hofbeleuchtung und der Beleuchtung von Privatwegen vollkommen zu löschen. Diese Anordnung gilt für Reichsbahn, Privatbahnen, Industrie und Zechenanlagen für die gleiche Zeit. 4. Von 2,15 bis Uhr bleibt die Anordnung zu Zifser 1 und 2 bestehen. 5. Ab 3,00 Uhr kann wieder normal beleuchtet werden. Ich ersuche die Bevölkerung der Stadt Dortmund, sich unter Wahrung musterhafhafter Diszivlin genauestens an meine Anordnungen zu halten und die Straßen während der Verdunkelungsübung möglichst zu meiden, um eine reibungslose Durchführung der Uebung zu gewährleisten. Kinder sind ab 18 Uhr der Straße fernzuhalten. Zu sehen gibt es während der Verdunkelung auf der Straße nichts. Monate Ruhrtal=Museum in Schwerte #. Ein kurzer Es ist zwar keine welterschütternde Großtat ein kleines Museum einzurichten, aber immerhin ein Versuch, deutschen Volksgenossen die Heimat näherzubringen und ihnen die Vergangenheit unseres Volkes zu zeigen. Daß dieses Wollen in etwa gelang und im Sinne nationalsozialistischer Lebensauffassung ist, bezeugen der bisherige Besuch und die zahlreichen Anerkennungen im Besuchsbuch. Zunächst möchte ich an dieser Stelle all denen herzlichst danken, die an dem Versuch mithalfen, eine Kultur= und Bildungsstätte in Schwerte zu schaffen und sich für die Erhaltung derselben einsetzten. Durch die tatkräftige Unterstützung, die dem Heimatverein zu teil wurde(Mitgliedschaft, Dreizehn Linden=Spiel), sowie durch freundliche Ueberlassung der leerstehenden Räume im„Alten Rathaus“ und eines Zuschusses seitens der Stadtrerwaltung war es überhaupt möglich, den Versuch zu wagen. Dankenswerter Weise helfen auch Schwerter Bürger und Geschäftsleute durch Ueberlassung alter Kulturdokumente und Materialien am Aufbau des Museums. Ganz besonders danken aber möchte ich den beiden Damen, die während der Einrichtung schon duchighon Geldspenden das Werk forderten,(owie den Herren, durch deren Appsezsalenliedes für das Ruhrtal=Museum zu erwerben. An 50 Besuchstagen besichtigten insgesamt 2113 Personen das Museum. Darunter waren 21 Gesellschaften und Schulen mit 675 Teilnehmern. Es erhielten 168 Führer= u. Unterrichtsleiter der Arbeitsläger im Museum praktischen Unterricht in Erdgeschichte, sowie Vorund Frühgeschichte. Rückblick. Gerade für den Arbeitsdienst und die Schulen ist das Museum ein unschätzbares Lehrmittel, wie das große Interesse bei den Besichtigungen beweisen. Mehrere auswärtige Schulklassen marschierten 5 bis 6 Stunden, um im Schwerter Museum germanische Kultur kennen zu lernen. Den Geist dieser Jugend zeigte besonders eine Mädchenklasse, die zu Fuß von Dortmund kam und sich weigerte nur 5 Pfg. zu zahlen, sondern freudig im Interesse der Sache den doppelten Preis entrichtete. Freudig kann ich auch berichten, daß die Jugend auch ohne Führung recht oft und gerr den Weg ins Museum findet und größtggzz teresse für die germanischen Vorsahrgrer, H##, Kulturgüter der Heimat zeigt.* Museum rer, Erwerbslose und Kindken““ 0“ gag nie schon 3 bis 4 mal besisgifhungsmittel das Museum ol= uet schätzen, ist doch gerade hier die beste Gelegenheit für den nationalsozialistischen Menschen gegeben, die Kultur der Germanen, auf die er so stolz ist, kennen und lieben zu lernen. Wenn man bedenkt, daß in den wenigen Wintermonaten schon ca. 1200 auswärtige Besucher den Weg in das Museum fanden, so dürfte mit weiteren Wachsen der Besucherzahl zu rechnen sein. Die verehrte Schwerter Bürger aber, die sich bis jetzt zurückhielten, um den ersten Ansturm abzuwarten, haben jetzt die beste Gelegenheit, in warmen Räumen, in aller Ruhe. Sonntags von 10—13, Mittwochs und Freitags von 15—19 Uhr den Inhalt des Museums kennen lernen und ihr Wissen zu bereichern. Jusef Spiegel. Ein Beispiel dafür, wie geistige tigkeit, Geisteskrankheit und Neigung zu Verbrechen durch eine Reihe von Generationen hindurch. vererbt werden, ist die Familie Jule. Stammutter dieses Verwandtschaftskreises wa die amerlanische Tgt undg ier starb im Jahre 1740, den insgesamt 2820 Nachtourx00 Mbfömmlinge, ache eis gaue Abggeu vorhanden sind, zeignver die genau, Angensetzung: 64 waren geseskrank, 174 führten einen unaswandel, 142 fielen der Armentschen=Last, 196 waren unebelich geboren waren Verbrecher hiervon wieder 12 und Fußgänger und Fahrzeuge benutzen die Straße auf eigene Verantwortung, ohne die Möglichkeit auf spätere Schadensersatzansprüche zu haben. 1146—„ Als Hilfspolizeibeamten zur ueberwachung der polizeilichen Maßnahmen werden zur Unterstützung der Polizeibeamten Angehörige der SA. eingesetzt. Diese haben die Anweisung, nehen der Erledigung allgemeiner polizeilicher Aufgaben, auch auf die Abblendung in Häusern, Wohnungen und anderen Räumen zu achten und erforderlichenfalls die Bewohner in geeigneter Weise auf ihre Unterlassung aufmerksam zu machen. In allen Stadtteilen werden besondere Streisen eingesetzt, die im Einvernehmen mit der ordnungsmäßigen Polizei die Einwohner vor lichtscheuem Gesindel schützen. Tertwund. den 8. Januar 1934. Der Polizeipräsident: gez. Schepmann. Ich habe zu dieser Kundgebung meinerseits weiter nichts zu bemerken. Sie ist kein Gericht über mich, sondern ein Selbsturteil der Verkünder geworden. In diesem Sinne äußern sich bereits mir zugegangene Zustimmungen der letzten Tage. Eine in ihrer Erbmasse erwachte geistige „Laienschaft“, ein erwachendes Volk kehrt zu Heimat und Ahnenerbe zurück. Es läßt sich durch keine Autoritätserklärung ex cathedra einer akademischen Zunft mehr abfertigen. Der geistige„Laie“ und ein junger akademischer Nachwuchs beginnt die schweren Unterlassungen der Fachwissenschaft, Germanistik wie Vorgeschichte zu sehen, zu erkennen, sieht die seelischen Hemmungen, welche jene Unterlassungen, jenes Unvermögen zu gewissen Erkenntnissen bedingten. Diese grundsätzlichen Fragen aber sollen gerade durch die Diskussion über die Ura Linda=Chronik klargestellt werden. Um unserer Ahnen Erbe In Sachen der Ura Linda=Chronik. Prof. Dr. Hermann Wirth, der Autor der Ura Linda=Chronik, übergibt der Oeffentlichkeit folgende Erklärung: Von den Professoren des Deutschen Institutes der Breslauer Universität ist eine öffentliche Kundgebung wider meine erstmalige deutsche Ausgabe der Ura LindaChronik erfolgt. Diese Ausgabe ist das Ergebnis einer zehnjährigen Prüfung, in Erfüllung meiner Lebensaufgabe, der Aufarbeitung jener für unser Deutschtum schicksalsschweren geistigen Unterlassungssünden einer älteren wissenschaftlichen Generation. Aus dieser Pflicht heraus habe ich die Wiederaufnahme des öffentlichen Verfahrens in Angelegenheit einer so wichtigen Urkunde unserer geistigen Vergangenheit beantragt u. die deutsche Fachwissenschaft um kritische Mitarbeit aufgerufen. Noch bevor meine Ausgabe erschienen war und bevor man Kenntnis hatte nehmen können von den Gründen, welche mich zu einer Neuaufrollung der Zeit veranlaßten, beeile man sich, eine Pressenotiz zu veröffentlichen, ich träte für eine Fälschung ein, welche schon in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts von der Sprachwissenschaft als solche erkannt und nachgewiesen sei. Dieser Pressenotiz von Prof. Bremer schließt sich nun, gleicherweise übereilig, die Kundgebung jener Breslauer Kollegen an. Meine Neuübersetzung des friesischen Originales, die in strengster Anlehnung an dessen Wortlaut und mit kritischer Stellungnahme zu der niederländischen Uebersetzung Ottemas von 1870 erfolgte, wird als nichtselbständige Uebertragung verdächtigt. Und weiter wird verschwiegen, daß auch ich völlig auf dem Boden jener philologischen Bedenken der Gegner stehe, aber dennoch auf Grund der archäologischen Untersuchung des Inhaltes der Chronik für die Quellenechtheit ihrer älteren Vorlagen eintrete. Eine archäologische, quellenkritische Untersuchung des Inhaltes der Chronik hat nämlich noch nie stattgefunden. Diese meine erstmalige Untersuchung, das von mir vorgelegte umfangreiche Material, wird in der Kundgebung einfach als„unberechtigt" beiseite geschoben. Warum die Unfruchtbarmachung Minderwertiger notwendig ist. Von Dr. J. Graf. Welche ungeheuren Lasten und Gefahren für Staat und Gesellschaft entstehen, wenn Minderwertige sich ungehindert vermehren können, zeigen folgende Beispiele, die wir mit Genehmigung des Verlages I. F. Lehmanns, München, dem Buche Dr. Grafs„Vererbungslehre und Erbgesundheitpflege“(Geh. Mk. 6,— Lwd. Mk, 7,20) entnehmen. Das Reichsgesetz„Zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" bildet einen ersten begrüßenswerten Schritt auf einem Wege, den zu begehen die Rassenhygiene schon seit Jahren fordert. Pwoaren Verbrecher, sovoer.... gan Ga, shmehl. * Ein ähnlicher Fall wird von dem schwevischen Forscher Mundborg berichtet, er ein 2232= köpsiges Bauerngeschlecht in Schweden auf erbliche Belastung untersuchte. Der erforschte Verwandtschaftskreis erstreckt sich durch sieben Geschlechterfolgen hindurch und umfaßt 377 Familien, und zwar insgesamt 1909 Abkömmlinge. Trunksucht, Unsittlichkeit, Geisteskrankheit, geistige Minderwertigkeit und Selbstmord treten hier in erschreckend hohem Prozentsatz auf, obwohl die beiden Stammeltern tüchtige und angesehene Leute waren. Aber unter deren Vorfahren kam erbliche Belastung schon vereinzelt vor, und unter ihren sechs Kindern befanden sich zwei Alkoholiker. Von da an nahmen Laster und Verbrechen in ungeheurem Maße zu, obwohl die Umweltbedingungen(Landleben) nur im günstigsten Sine wirken konnten. Das Offenbarwerden erblicher Minderwertigseit wurde durch häusige Verwandtschaftsheirat begünstigt. Ein lehrreiches Beispiel ist serner die amerikanische Familie Kallikak. Dieser Deckname bedeutet auf Deutsch„Gut— Schlecht". Der ganze Stammbaum geht nämlich auf einen gemeinsamen Stammvater, aber auf zwei verschiedene Stammütter zurück. Der Stammvater war Martin Kallekak, der Sohn fleißiger und tüchtiger Farmer. Während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges lernte er als Soldat einem Gasthaus ein schwachsinniges Mädchen kennen. Dem unsittlichen Verhältnis entsprang ein uneheliches Kind, das zum Ausgangspunkt unsagbaren Elends wurde. Der ganze uneheliche Zweig umfaßt bis zum Zeitpunkt seiner Erforschung durch Goddard 480 direkte Nachkommen und erstreckt sich bis in die Gegenwart hinein. Große Kindersterblichkeit, geistige Minderwertigkeit, Trunksucht, Unsittlichkeit und Verbrechen treten im Verein mit Landstreichertum und größter Armut in erschreckendem Maße auf. Unter den 480 Nachkommen befanden sich: 82 früh Verstorbene, 143 Schwachsinnige, 30 unehelich Geborene, 33 Prostituierte, 24 Altoholiker, 3 Epileptiker, 3 Verbrecher, 8 Bordellwirte. Ferner waren nur 46 Personen, also 10 Prozent, vollständig normal, während von den übrigen nichts Näheres bekannt ist. Der nämliche Stammvater Martin Kauiat ging später mit einem gesunden, unbelasteten Mädchen eine Ehe ein, woraus ein Stamm tüchtiger und gesunder Menschen hervorging. Dieser eheliche Zweig umfaßte bis zu seiner Erforschung 496 Nachkommen, worunter nur zwei Trinker und ein sittlich Entgleister vorkamen. Alle übrigen waren begabte und tüchtige Menschen, die zum Teil als Künstler, Gelehrte und hohe Beamte Hervoragendes leisteten. Dieses Beispiel von der Familie Kallikak zeigt uns vor allem die interessante Tatsache, daß einerseits Anlagen zu Schwachsinn, Unsittlichkeit und Neigung zu Verbrechen solche zu hoher Begabung und Willensstärke weitererben bis ins abertausendste Glied. (Dieses Buch ist durch unsere Buchhandlung, e. Adolf=Hitlerplatz 3 zu beziehen.) Tagerinn. für Eis Untter Westhofen und Ergste NS. Volkswohlfahrt Westhofen Winterhilfswerk im Amte Westhofen. Nach Veröffentlichung meines gestrigen Aufrufs gingen mir für die Winterhilfe von der Fa. Carl Viehoff, Schwerte, 10 Gutscheine zu 5.— Mk.= 50.— Mk. zu, worüber hiermit öffentlich bestens dankend quittiert wird. Wer folgt diesem guten Beispiele nach? Heil Hitler! Holsiepe, Ortsgruppenwalter. * Westhofen, 20. Jan. Große Kaninchenschau in Westhofen. Als erster von 19 Kreisvereinen hatte es der Kaninchenzuchtverein Westhofen 1919 übernommen, eine als erste allgemeine Wittekindschau bezeichnete große Kaninchenausstellung zu veranstalten. Diese Aufgabe wurde von dem Verein in bester Weise gelöst. 349 gute und erstklassigste Tiere aus allen Gegenden Deutschlands waren nach hier geschickt worden. Der große Saal der Wirtschaft Fritzenkötter bot ein schönes Ausstellungsbild. Wahre Prachtexemplare von Aungora, Hermelin, weißen und blauen Wienern und vielen anderen Arten gaben Zeugnis von dem Fleiß der Züchter. Eine besondere Abteilung in der Ausstellung war von den vielen Verwertungsmöglichkeiten von Kaninchensellen gewidmet. Auch hier fand vieles die Bewunderung der Besucher. Eröffnet wurde die Ausstellung durch eine Begrüßung der Stadtvertreter, des Stadtvorstehers und des Ortsbauern= führers, wobei zum Ausdruck kam, daß der neue Staat auch der Kleintierzucht besondere Unterstüllung zuteil werden lasse. Eine große Zahl wertvoller Preise kam zur Verteilung. Syburg, 20. Jan. Ein Died vom Hengstersee konnte überführt weiden. Im letzten Sommer ist es mehrsach vorgekommen, daß im Hengsteysee badenden Personen Kleidungsstücke, Geldbörsen und andere Gegenstände gestohlen wurden. Es war sehr schmer, die Täter zu ermitteln, da nie einer auf frischer Tat abgesaßt werden konnte. Jetzt ist es aber möglich gewesen, einen Mann aus Iserloßzu, der sich häufig am Hengsteysee ausgehalten hat, einiger dieser Diebstähle zu überführen. In seiner Wohnung wurden gestehlene Kleidungs= stücke und eine Kaffeskanne, die er ebensalls mitgenommen hatte, gesunden. Gottecdiem Sralung Aus der evg'. Gemeinde Schwerte Evangelische Gottesdienste. Kirche zu St. Victor: 9,30 Uhr Pfr. Kleinemeyer 11 Uhr Kindergottesdienst. Johanneskirche: 5 Uhr Pfr. Hagemann. Evang. Krankenhaus: 8,30 Uhr Pfr. Kleinemeyer. Geisecke=Lichtendorf: 9,30 Uhr Pfr. Hagemann. Vereine und Versammlungen. Sonntag 8 Uhr Hauptversammlung des Männervereins. Montag 8 Uhr Ev. Kirchenchor. Donnerstag 7,30 Uhr Vorbereitung zum Kindergottesdienst. Evgl. Jungmännerwerk Schwerte. Sonntag 2 Uhr Jungschar=Heimstunde, 4 Uhr Jungvolk=Heimstunde, 8 Uhr Jungmannsch. Singabend. Montag 8 Uhr Turnabend. Dienstag 5 Uhr Basteln der Jungschar. Donnerstag 8 Uhr Posaunenchor. Freitag 8,30 Uhr Bibelstunde. Samstag nachm. Volkssport, 7,30 Uhr Jungvolk=Heimstunde. Vereine der Frauenhilfe. Tonnerstag 3 Uhr Frauenhilfe Holzen. Donerstag 5 Uhr Frauenhilfe Schwerte Ost. Jungmädchenwerk a) Schwerte: Dienstag 8 Uhr Jahresrüste Mittwoch 8 Uhr Jungwerkschar. b) Villigst. Sonntag 3 Uhr Jahresrüste. Weggenossen. Dienstag 8 Uhr Jahresrüste. Evgl. Stadtmission Schwerte Kuhstr. 7. Sonntac 8 Uhr früh Blaukrenzstunde, 11 Uhr Sonntagsschule, 4 Uhr Bibelstunde, 8 Uhr Jugendbund. Mittwoch 8 Uhr Gebetsstunde. Donnerstag 8 Uhr Gemischter Chor. Freitag 8 Uhr Blautrenzverein. Die Frauenhilfe Holzen hat ihre Versammlung am Donnerstag, nachm. 3 Uhr bei Hosang. Alle Mitglieder sind herzlich eingeladen. Die Frauenhilfe Schwerte=Ost hat ihre nächste monatliche Zusammenkunft am Donnerstaa, dem 25. Januar, nachmittags 5 Uhr bei Sybel. Der Evangel. Männerverein hält am 21. 1., seine Jahreshauptversammlung ab. Verlosung der evangel. Frauenhilfe. Voraussichtlich soll die Verlosung am 22. Februar stattfinden, wenn bis dahin alle Lose verkauft sind. Die Verlosung unserer Frauenhilfe ist in Schwerte alte Tradition. Seit Generationen war es so, daß jedes Familienmitglied ein Los haben mußte. So war auch jeder am Gelingen der Verlosung interessiert, und nahm dadurch teil an den Aufgaben der Gemeinde, denn von dem Erlös bestreiten wir ja bekanntlich die großen Unkosten, die Wohlfahrtsarbeit, Liebesarbeit, Arbeit der Inneren Mission verursachen. Eine wirklich lebendige Gemeinde teilt ja nicht nur die Freuden, sondern auch die Sorgen und Nöte derselben, d. h. nimmt teil an der Aufbringung der Mittel. Und was wir an Gutem von unseren Vätern übernehmen können, sollten wir tun. Lose sind bei allen Bezirksfrauen zu haben. Notstandsarbeit. Wir haben Gelegenheit, in Bielefeld einige evangelische Notstandsarbeiter im Alter von 18—28 Jahren unterzubringen. Die jungen Leute erhalten Unterkunft, Verpflegung und Kleidung, Invalidenversicherung und Arbeitslosenversicherung und Krankenkasse. Ein verbleibender Restbetrag wird in bar ausgezahlt. Die sich Meldenden müssen vom zuständigen Arbeitsamt überwiesen werden. Meldungen und Auskunft beim Evgl. Jugend= und Wohlfahrtsamt, Jägerstr. 7, vormittags zwischen 8 und 9 Uhr. Jungmütterarbeit. Die Jungmütterarbeit ist wieder in vollem Umfange ausgenommen. Wir laden alle jungen Mütter erneut zu den Jungmütterkreisen ein. Nachdemm das Märchenerzählen mit so viel Freude ausgenommen worden ist, hoffen wir das Band immer fester ziehen zu können, damit wir uns in der christlichen Gemeinschaft finden, die unser Ziel von Anfang an war. In der kommenden Woche werden uns die Gemeindeschwestern an Hand von Filmen in die häusliche Krankenpflege einführen und uns etwas über die erste Hilfe bei Unglücksfällen erzählen. Wir werden dadurch in den Stand gesetzt, unseren Kindern und unseren Angehörigen den ersten Hilfsdienst zu tun und stehen der Ausführung ärztlicher Anordnung und der Ergänzungsarbeit unserer Gemeindeschwestern nicht mehr so hilfslos gegenüber. Zusammenkünfte der Jungmütterkreise. Montag abend von 8—10 Uhr Bezirk Holzen. Dienstag nachm. von 3—5 Uhr Bezirk GeiseckeLichtendorf. Dienstag abend von 8—10 Uhr Bezirk Pastor Kleinemeyer. Mittwoch nachm. von 5—7 Uhr Bezirk Wandhofen. Mittwoch abend 8—10 Uhr Bezirk Grüntal. Mittwoch abend 8—10 Uhr Bezirk Pfarrer Hagemann. Donnerstag nachm. von 3—5 Uhr Bezirk Schwerter Heide. Donnerstag abend von 8—10 Uhr Bezirk Pastor Ohlig. Freitag nachm. von 3—5 Uhr Uhr Bezirk Villigst Freitag abend von 8—10 Uhr Bezirk Pastor Millard. Aus der kath. Gemeinde Schwerte Katholische Gottesdienstordnung. Schwerte. Sonntag, 21. Januar. Dritter Sonntag nach Erscheinung des Herrn. 6 Uhr: Stille hl. Messe. 7,30 Uhr: Frühmesse mit Predigt und gem. hl. Kommunion der Frauen. 8,30 Uhr Schulmesse mit Predigt und gem. hl. Kommunion der Mädchen des 5. und 6. Schuljahres. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2,30 Uhr: Andacht. 4,30 Uhr: Andacht in der Krankenhauskapelle. An den Werktagen sind die hl. Messen um 7, 7,40 und 8,15 Uhr. In der Krankenhauskapelle ist eine hl. Messe um 6,30 Uhr. Jeden Mittwoch ist in der Krankenhauskapelle um 4,30 Uhr Andacht zu Ehren des hl. Joseph. Geisecke. 7,05 Uhr: Stille hl. Messe mit Predigt. Westhofen. 9 Uhr Hochamt mit Predigt. Für die nächste Zeit sei auf folgende Exerzitienkurse hingewiesen: Männer: 22.—26. Januar Sennelager, 2. bis 5. Februar Werl(Landwirte), 15.—18. Februar Werl(Vorstände und Vertrauensleute der Arbeitervereine), 19.—23. März Sennelager, 24.—27. Februar Werl. Jungmänner: 18.—20. Januar Werl, 6.—9. Februar Werl, 26. Februar bis 2. März Sennelager, 16.—19. März Werl, 31. März bis 4. April Olpe. Lehrer: 27.—31. März Olpe, 28.—31. März Sennelager, 9.—12. März Werl. Lehrerinnen: 28. März bis 1. April Paderborn, 3.—7. April Sennelager, 3.—7. April Werl. Frauen: 22.—26. Jan. Oeventrop, 22.—26. Jan. Olpe, 22.—26. Januar Werl, 6.—10. Februar Olpe(Eucharistische Exerzitien für solche, die schon einmal Exerzitien gemacht), 16.—20. Februar Paderborn, 19.—23. Februar Oeventrop, 19.—23. Februar Sennelager, 5.—9. März Oeventrop, 12.—16. März Werl, 13.—17. März Olpe, 20.—24. März Werl(ältere Frauen und Witwen). Jungfrauen: 15.—19. Januar Werl, 16.—20. Januar Paderborn, 29. Januar bis 2. Februar Werl(Bräute), 29. Januar bis 2. Februar Oeventrop, 31. Januar bis 4. Februar Paderborn, 10. bis 14. Februar Oeventrop(die nicht heiraten), 10.—14. Februar Olpe(Marianische Exerzitien für solche, die schon Exerz. gemacht), 12.—16. Februar Sennelager, 19.—23. Februar Werl(über 30 Jahren), 21.—25. Februar Paderborn(Haushälterinnen in geistl. Häusern), 24.—28. Februar Olpe, 26. Februar bis 2. März Oeventrop, 3.—7. März Olpe(über 30 Jahren), 5.—9. März Sennelager, 5.—9. März Werl, 12. bis 16. März Oeventrop. Frauen und Jungfrauen: 10—14. Februar Werl(Dritter Orden), 27. Februar bis 3. März Paderborn(Herz=Jesu=Verehrerinnen), 6.—10. März Paderborn(Herz=Jesu=Verehrerinnen). Vereinsnachrichten. Jungmännerverein. Sonntag, den 21. Jan. findet um 4 Uhr unsere Januar=Gemeinschaftsversammlung statt im Jugendheim. Neben einer Uebersicht unserer Arbeit im Rückblick und Ausblick, die der Präses gibt, wird ein Lichtbildervortrag gehalten: Orte Jesu von seiner Geburt bis zum Tode. Wir machen schon jetzt ausmerksam auf unsere Gemeinschaftsveranstaltungen der nächsten Monate. Jeden Donnerstag vor dem Kommunionsonntag findet ein Religions= abend statt als Vortrag: oder Ausspracheabend für alle Mitglieder. Wir nennen die Themen der drei nächsten Monate: Februar: Frohsinn und Freude; März: Deutsches Heldentum; April: Familie; Mai: Marienfeier. Zu diesen Gemeinschaftsveranstaltungen haben auch Jünglinge unserer Gemeinde Zutritt, die noch nicht Mitglieder sind. Gesellen=Verein. In der nächsten Versammlung ist ein Lichtbilder=Vortrag über China, Land und Leute. Um zahlreichen Besuch der Versammlung wird gebeten. St. Stephanus=Arbeiterverein. Heute nachmittag im 4,30 Uhr Monatsversammlung mit Lichtbilder vom Weltkrieg. * Gottesdienstordnung für Lichtendorf. Sonntag, 21. Januar. Dritter Sonntag nach Erscheinung des Herrn. 7,30 Uhr Frühmesse mit Predigt und gem. hl. Kommunion der Mädchen und Jungfrauen. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2,30 Uhr Andacht. Mittwoch 7,30 Uhr Gemeinschaftsmesse. Aus den Vereinen. Dienstag Heimabend für die Jungfrauen. Mittwoch Heimabend für Männer und Jungmänner. Freitag 3,30 Uhr Uhr Generalversammlung des Müttervereins. Vikar Löer aus Barop wird einen Lichtbildervortrag halten. Verantwortlicher Hauptschriftleiter: Hans Linner, Schwerte=Ruhr. Vertreter des Hauptschriftleiters: Heinz Friedr. Kamecke, Schwerte=R. Verantwortlich für Lokales, Kommunalpolitik, Feuilleton, Provinzielles. Gerichtssaal u. Sport: Heinz Friederich Kamecke, Schwerte=R. Für den Anzeigenteil: Hans Linner, Schwerte=R. D.=A. XII. 33. 1750. Bücherbesprechung Alle unter dieser Rubrik besprochenen Bücher sind zu haben in der Buchhdla. C. Braus. Schwerte. Ueber das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses. Von Dr. Paul Richter. Verlag Wilh. Stollfuß, Bonn. Preis 1.— Mark. „Wer körperlich und geistig nicht gesund und würdig ist, darf sein Leiden nicht im Körper des Kindes verewigen. Der Staat muß dafür Sorge tragen, daß nur wer gesund ist, Kinder zeugen darf." Dieser von Adolf Hitler ausgesprochene Gedanke ist einer der wichtigsten Punkte des nationalsozialistischen Programms. Zur Durchführung ist das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses vom 14. Juli verkündet. Es geht um die Zukunft unseres deutschen Volkes. Wir stehen vor einer grundsätzlichen Wende der Zeit. Jedermann muß die ersten und wichtigsten Bestimmungen über die Aufartung im völkischen Staate kennen. Der Verfasser erläutert in leicht verständlicher Weise die gesetzlichen Bestimmungen. Diese Schrift, die hiermit empfohlen wird, gehört in jedes Haus. Wie leite ich einen Verein? Von H. Schulz. erschienen im Verlag Wilh. Stollfuß, Bonn. Preis 1.— Mk.„ Ein wichtiger Ratgeber für aue, die im Vereinsleben stehen, gleichgültig, ob sie ein Vereinsamt ausüben oder Mitglied eines Vereins, gleich welcher Art, sind. Alle wichtigen gesetzlichen Vorschriften über den eingetragenen und nichteingetragenen Verein, über Verfassung und Satzungen, sowie auch alle geschäftsordnungsmäßigen Bestimmungen sind dargelegt und erläutert. uuf alle wichtigen Fragen, die Stoff zu unliebsamen Meinungsverschiedenheiten und Meinungsauseinandersetzungen bieten, wird eine leicht verständliche Antwort gegeben. Jeder Vorsitzende müßte dieses Bändchen besitzen, aber auch jedem Vorstandsmitglied und allen Vereinsmitgliedern wird das Bändchen viel Wissenswertes bieten. Mehr Ersolg durch Werbuna! Winke,Zur.,Ah. satzbelebung. Von Divl.=Handg Heinz Leso. Verlag Wilh. Stousap, Bonn. Preis 1.25 Ml. Für große Unternehmer gibt es bereits eine Anzahl umfangreicher Bücher über das Werbewesen, doch ist in diesen aber die Werbung für den Mittelstand kaum berücksichtigt. Gerade aber der kleine Geschäftsmann hat neuzeitliche Werbung bitter nötig, wenn er sich gegenüber seiner Konkurrenz halten will. Für den oft harten Existenzkampf der kleinen Unternehmer und Handwerker, die nur ganz geringe Mittel für Werbezwecke aufbringen können, ist diese Werbeschrift geschaffen worden. Dem Verfasser gelang es, eine lebendige Darstellung der Werbearbeit und die Grundsätze ersolgreicher Werbung aufzuzeichnen und zu zeigen, wie durch möglichst niedrige Kosten sich Werbemittel zu verschaffen sind. Bei Befolgung der erteilten Ratschläge wird man bald feststellen können, daß dieses Büchlein ein zuverlässiger Werbehelfer für den kleinen Gewerbetreibenden und Handwerker ist. Einfache Menschen. Erzählungen von Georg von der Vrina erschien soeben im Verlage Gerhard Stallina, Olenburg i. O innerhalb der bekannten Stalling=Bücherei „Schriften an die Nation“, Bd. 48. Pappband 1,20 RM. Georg von der Vring ist als norddeutscher Epiker und Lyriker bekannt geworden. In seiner Lyrik schloß er sich bezeichnenderweise nicht, wie der größte Teil des deutschen Nachwuchses, an George und Rilke an, sondern er nahm, vom Volksliede und von Claudius ausgehend, die seit Liliencron abgebrochene norddeutsche Linie wieder auf und setzte sie in seinen„Versen“ fort. Vring ist in seiner Gesamthaltung ein konservativer Dichter. In seinen frühen Kriegsbüchern wie in dem Hafenroman„Adrian Dehls“ und der Geschichte eines deutschen Heimkehrers„Der Wettlauf mit der Rose“ steht keine Zeile, die nicht in engster Fühlung mit der Tradition geschrieben wäre, und zwar mit der von Storm und Raabe geschaffenen, die so breit und mächtig ist wie die niederdeutsche Tiesebene selbst und als deren westlichste und östlichste Erponenten— auch wenn sie in anderen Sprachen geschrieben haben— Dickens und Gogol gelten können. Wie sich hier im Norden jedes Ding klar vom Himmel abhebt, so ist das Wesen dieser aus der ebenen Landschaft erwachsenen Prosa vor allem: Klarheit und Atmosphäre. Aber sie wäre nicht niederdeutsch ohne ihren ganz eigenen Humor, der in dieser vorliegenden Sammlung Von der Vringscher Erzählungen „Einfache Menschen“ mehr oder weniger auf jeder Seite lebendig ist, ein Humor, der, aus Menschen= und Weltkenntnis entstanden, zu allen Zeiten der Ausdruck einer ganz besonderen Haltung gerade des nordischen Menschen gewesen ist— sei er nun hart oder grimmig wie bei Hamsun, romantisch und zart wie bei Lagerlös, verhaltend und lächelnd wie bei Naabe, Storm, Dickens, grotesk und kobolzschlagend wie bei Gogol, Fritz Reuter, Wilhelm Busch und Christian Morgenstern. In Vrings„Einfachen Menschen“ wird man von einer Geschichte zur andern alle vier Arten Humor entdecken können. Nationale Landwirtschaft von Professor Dr. Robert Gärtner erschien soben im Verlage Gerhard Stalling, Oldenburg i. O., innerhalb der bekannten Stalling=Bücherei „Schriften an die Nation“. Bd. 47, Pappband 1.20 RM.„. 4.„„ Professor Gärtner=Jena setzt sich in seiner Schrift mit den schweren Versäumnissen deutscher Agrarpolitik in der Vergangenheit auseinander und zerpflückt die Lehrsätze des Marxismus, der unter der heuchlerischen Flagge der Volksbeglückung dem deutschen Bauern die Verbundenheit mit dem Boden zu rauben suchte, um ihn auf die Stufe des industriellen Proleten herabzuzwingen. Den Grundsätzen des Marrismus stellt er den alten germanischen Grundsatz entgegen, daß Eigentum am Boden einer Verpflichtung gegenüber dem Volk und seine völkische Zukunft bedeute. Der deutsche Bauernhof ist keine Fabrik und keine Aktiengesellschaft, industrielle Produktion ist ein mechanischer, aber Landwirtschaft ein organischer Vorgang, gegründet auf die persönliche Tatkraft des arbeitenden Menschen. Mit scharfen Strichen entwirft der Verfasser das System deutscher Nahrungsfreiheit, nmreißt das Problem der bäuerlichen Siedlung und stellt den Anspruch der deutschen Jugend auf Lebensraum und Arbeit fest, dessen Verwirklichung keine Utopie, sondern eine Angelegenheit zielsicherer deutscher Agrarpolitik ist. Die deutsche Revolution hat die Lösung der wichtigsten agrarpolitischen Fragen tatkräftig angefaßt, und der Führer hat ihr Ziel und Unterpfand gegeben mit dem Wort:„Vergeßt nie, daß das heiligste Recht auf dieser Welt das Recht auf die Erde ist, die man selbst bebauen will“. Deutsche Schicksalsgedichte von Hans Friedrich Blunck erschien soeben im Verlage Gerhard Stalling, Oldenbura i. O., innerhalb der bekannten Stalling=Bücherei„Schriften an die Nation“, Band 57, Pappband 1.20 Reichsmark.„„„ Die Gedichte des deutschen Schiasals sino teils während des Krieges, in der Mehrzahl aber nach dem schmachvollen Vertrag von Versailles entstanden. Aus dem tiefen Glauben an Deutschland, aus der inneren Verpflichtung zur steten Mahnung zum Widerstand gegen alles Volksfremde und zutiefst aus dem beschwörenden Hinweis unseres Volkes zur Besinnung auf sich selbst. Die Gedichte von Uebersee künden vom Schicksal und Heimweh unserer auslandsdeutschen Brüder und Schwestern in der weiten Welt. Diese Verse des Glaubens und der Landschaft runden das Gesamtbild der Sammlung und fließen wie die politischen Gedichte aus der inneren Bewegung, aus der nie zur Ruhe kommenden Frage nach dem Reich, aus dem schmerzhaften aber zukunftssicheren Glauben des Dichters an das Schicksal Deutschlands. Hans Friedrich Blunck zeigt auch in diesen Versen die Meisterschaft der Sprache, mit der er das Transzendentale greifbar und einfach gestaltet und das dunkel in der Seele Empfundene als Wirklichkeit an uns hinflutet. So sind diese Verse höchste Dichtung und höchstes Wahrheitsbekenntnis zugleich. Das Jugendliche Reich. Reden und Aufsätze zur Zeitwende von Werner Beumelburg, erschien soeben im Verlage Gerhard Stalling, Oldenburg i. O., innerhalb der bekannten Stalling=Bücherei„Schriften an die Nation“ Band 49, Pappband 1,20 RM. Werner Beumelburg widmet diesen Band Martin Vinzky, dem frühverstorbenen Begründer der„Schriften an die Nation“. Von der kurzen unsentimentalen und männlichen Grabrede für den Toten führt eine Reihe von Reden und Aufsätzen aus dem entscheidenden Erleben des Krieges mitten in die Zeitwende von 1933. In scharf umrissenen Linien wird die Idee des Dritten Reiches gezeichnet, das sich darstellt als das Reich des Deutschen Volkes im Geist und in der Wahrheit, welches vom Schicksal bestimmt ist, den deutschen Raum zu gestalten nach dem Maßstab der tiefen Sehnsucht, die in zweitausend Jahren die besten Deutschen erfüllt hat. Zurückweisend in die Geschichte, gibt der Verfasser einen lebendigen Eindruck in Bismarcks heißes Bemühen um die Grundlagen des zweiten Reiches und zeigt an dem Beispiel des großen Kanzlers, wie alle geschichtlichen Ereignisse nur das Ergebnis von Kampf. Kampf und abermals Kampf sind. Auch vor uns Heutigen türmen sich nach dem Sieg die Aufgaben riesengroß auf. Die Züchtung eines neuen deutschen Menschen, die Neuformung der kulturellen deutschen Haltung, die Heranbilung einer geistigen Führerschift und die Verwurzelung dieser Schicht im Volke sind die Fragen, die Beumelburg mit geschliffener Feder hebinder Neuis Werthau Schune spricht von 30 Morden Furchtbares Geständnis im Dortmunder Mordprozen— Die Hngeklagten unter sich Dortmund. Zum 4. Verhandlungstag im Mordprozeß Schulte und Genossen waren wieder zahlreiche Zeugen erschienen, darunter auch der Leiter der zentralen Mordkommission Ruhrgehiet, Kommissar Fehl, Essen..6 Die Schwester des Angeklagten Pieper äußerte sich dahin, daß ihr Bruder sich leicht beeinflussen Größtem Interesse begegnete dann die Vernehmung des Schuhmachers Kienold, auf dessen Beseitigung die Mordgesellen es bekanntlich abgesehen hatten. Der Zeuge erklärt, daß Scheer, den er durch Pieper kennengelernt habe, am Dienstag nach der Ermordung Narowskis zu ihm gekommen sei. Auf seine Aeußerung, daß die Polizei schon bei ihm gewesen sei, um nach Pieper zu suchen, habe Scheer geantwortet, Pieper habe mit der ganzen Sache nichts zu tun, er habe lediglich seinen Wagen zur Verfügung gestellt: dafür hätte er 25 RM. bekommen. Schließlich habe Scheer ihn gefragt, ob er ihm einen Gefallen tun wolle. Man wolle mit Schulte zusammen in einem nahe gelegenen Wäldchen einen Geldschrank aufmachen und, da Kienold die Gegend so gut kenne, solle er aufpassen. Man wolle sich um 10 Uhr abends an einer bestimmten Stelle treffen. Kienold, dem die Sache nicht ganz geheuer vorkam, war schon ½ Stunde früher an der verabredeten Stelle, wo er nur den Scheer angetroffen hatte. Nachdem er eine Zeitlang gewartet hatte, ist er dann wieder nach Hause gegangen und entging so dem verbrecherischen Anschlag der Mörderbande. Schneider ist nicht auf dem Sportplatz erdrosselt worden, sondern in einer Wohnung, und dann ist die Leiche dahin geschleppt worden. Eine anständige Frau, wie sie die Schneider war, wäre nachts nicht mit auf ein Feld gegangen. Dann kam der Mord an Narowski. Scheer stellte nun auf einmal den„schwarzen Mann dahin". Ich habe mit der Sache auch etwas zu tun gehabt, aber nicht mit den Morden. Den Mord hat Pieper verübt und die anderen. Um 7 Uhr hat man den Mann geholt, und um 8 Uhr war er schon tot. Man hat ihn auf der Landstraße im Wagen erdrosselt. Dann ist man mit der Leiche im Wagen herumgefahren, um sie irgendwo loszuwerden. Einen Mann, der nur gefesselt war, hätte man doch nicht überall herumfahren können, ohne daß man auffiel. Die Sache mit der„Schönen Flöte“ und mit dem an=denBaum=binden ist erfunden. In der Nacht zum 9. Februar, zwischen 12 und 1 Uhr, kam Scheer an meine Wohnung und warf einen Stein an mein Schlafzimmerfenster. Als ich auf die Straße sah, gab Scheer zu verstehen, ich solle mal herunterkommen. Scheer war sehr aufgeregt und sagte, ich habe„Lampen“. Er erzählte dann, er habe einen Einbruch gemacht und dabei etwas liegen gelassen, das solle ich ihm holen. Ich war dann mit Pieper nach Witten=Annen gefahren und habe die Stempel geholt. Wer sonst noch an dem Mord an Narowski beteiligt war, kann ich nicht sagen. Runmehr sprang der Angeklagte Pieper auf und rief dem Schulte zu: „Du willst die Sache nur hinausziehen, Du hast nur Angst vor dem Messer!“ Schulte entgegnete, daß er keine Angst vor dem Messer habe, im übrigen könne man den Anstaltsgeistlichen holen, mit dem er gestern abend darüber gesprochen habe. Scheer bemerkte zu den Anschuldigungen Schultes, er kenne die Männer mit den von Schulte genannten Namen nicht. Schulte rief dann dem Scheer zu:„Du bist der größte Mörder, den es gibt!“ Nach diesem Zwischenfall fuhr das Gericht mit der Zeugenvernehmung fort. Die Verhandlung dauert noch an. Großkampf gegen Verkehrssünder Lasgeaßz; Vordilslche und nicht m öbersetende Grcnung und Dienolak auf der Strabe Düsseldorf. Die Regierungspressestelle teilt mit: Im Dezember war bereits für 1934 ein schlag der Mörderdonde, D. Landlung kam es Großkampf gegen die Verkehrssünder angekünIn diesen, Stadium der Verpano; z#9 p..— digt worden, um eine erhebliche Verminderung plöszlich zwischen den Angeklasfeiz, die sich in.) Verkehrsunfäille, deren Opfer gegezwärtig zwischen uneinig geworden zu sein scheinen, zu der Verkehrsunfällez, derer, Opfer, gegeswärtig gegenseitigen Vorwürfen. Unter atemloser Stille der Anwesenden sprang der Angeklagte Schalte anf und erkläcke: werde gleich ein Geständnis ablegen, durch das alles klar gestellt wird. Ich kann aber nur sprechen, wenn ich nicht gestört werde. Es handelt sich nicht um drei, sondern vielleicht um 50 Verbrechen. Ich muß aber weit ausholen, weil alles dazu gehört.“ Der Angeklagte Schulte zählt dann etliche biseg eine Reihe von Fansstelleneinkrüund eine Reihe von Tankstelleneinbrüchen in Lünen, Cappenberg, Borg, Auf dem Schnee, Am Freischütz, in Derne und Witten auf. Schulte nannte dann auch drei Namen, von denen er behauptete, sie seien keine„Blindgänger“. Es seien Männer, die wirklich existierten. Sich zu dem Angeklagten Scheer wendend, sagte Schulte:„Frage Pieper, ob ich etwas mit den Morden zu tun habe?“ Scheer: „Ich kann nichts sagen, ich habe ihn nicht gefehen, ich war ja selbst auch nicht dabei“. Schulte: „Wann wurde denn Narowski ermordet? Ich weiß es nicht, ich will keine Leute beschuldigen“. Sich zu Scheer wendend:„Du wirst genau erzählen, daß Du den Raub gemacht hast. Wer hat denn die ganzen Tankstelleneinbrüche gemacht? Bei diesen war Pieper auch dabei.“ Schulte erwähnte dann wieder einige auswärtige Mordfälle und erklärte zu Scheer gewandt: „Diese Morde hast Du ausgeführt; auch bei den anderen Morden warst Du dabei gewesen. Weil ich den Raub in Osnabrück mitgemacht habe, hat mich Scheer seit dieser Zeit förmlich erpreßt. Ich mußte schweigen. Scheer hat mir auch gesagt, wenn Du mich verrätst, dann kommst Du mit dran. Den Mord an der Witwe Schur versucht Scheer noch auf andere abzuschieben. Den Mord Schneider hat Scheer mit zwei anderen ausgeführt, aber die täglich im Durchschnitr ein Toter und 25 bis 30 Verletzte sind, zu erzielen. Zu dem Zweck wird eingehend geprüft werden, inwieweit durch bauliche Maßnahmen auf den Straßenkörpern, z. B. Anlage von Schutzinseln, Anbringung von Sperrgittern und dergl., eine Verbesserung der Verkehrseinrichtungen erfolgen kann. Der gleichzeitig einsetzende Kampf gegen die Verkehrssünder sollte Ende Januar mit einer Verkehrs=Erziehungswoche eingeleitet werden. Da bisher eine Rechtsgrundlage, Verkehrsübertretungen an Ort und Stelle durch Zahlung einer Gebühr oder Buße zu ahnden, in Preußen nicht bestand, sollte das„Lehrgeld“, das der Sünder an Ort und Stelle zu zahlen hat, in Form einer freiwilligen Buße zu Gunsten des Winterhilfswerks erfolgen. Nachdem vor kurzem durch Aenderung des Polizeiverwaltungsgesetzes nunmehr die Rechtsgrundlage geschaffen ist, gebührenpflichtige polizeiliche Verwarnungen zu erteilen, wird die Verkehrs=Erziehungswoche nicht mehr von„freiwilligen Bußen zu Gunsten der Winterhilfe", sondern von zwangsweise zu zahlenden„Lehrgebühren" begleitet sein. Da die Ausführungsbestimmungen für diese Regelung noch nicht erlassen sind, wird die geplante Verkehrs=Erziehungswoche auf Wunsch des Ministers des Innern noch einige Zeit, voraussichtlich auf Anfang März verschoben werden. Anfang Februar aber wird bereits eine systematische schärfere Ueberwachung des Verkehrs einsetzen. Jede Woche wird einmal überraschend für den ganzen Bezirk des Polizeipräsidiums bezw. des Landkreises, bisweilen auch für den Umfang des ganzen Regierungsbezirks, eine mehrstündige Kontrolle einsetzen, die sich abwechselnd auf Kraftfahrzeuge, Fahrräder und vor allem auch auf den Fußgängerverkehr erstreckt. Aber auch außerhalb dieser Kontrollen sollen alle schweren Verkehrsverstöße laufend erfaßt werden. Allerdings soll dabei nur gegen die wirklichen Verkehrssünder nachdrücklich vorgegangen werden, während jede unnötige Belästigung der Wegebenutzer vermieden werden soll. Richtschnur für ein polizeiliches Vorgehen soll immer sein, ob das Verhalten des Wegebenutzers geeignet ist, den Verkehr zu gefährden. gan gitcchuet. Der Schwerpunkt des polizeilichen Einschreitens wird in Zukunft auf ein unmittelbares Einwirken an Ort und Stelle gelegt werden. Wer zu schnell fährt, wird angehalten und in der nächsten Seitenstraße verwarnt, in schweren Fällen wird der Wagen zum Revier oder zur Verkehrskontrollstelle gebracht, wo eine protokollarische Verwarnung stattfindet. Bei Durchführung der Verkehrs=Erziehungswoche, die den gang zu dem verschärften Vorgehen darstellt und bei den dann anschließenden weiteren Kontrollen werden diese Verwarnungen mit einer sofort zahlbaren Gebühr verbunden werden. Ferner wird in erweitertem Umfange von der Möglichkeit, Fahrzeuge, die den Verkehr gefährden, z. B. ohne ordnungsmäßige Beleuchtung sind, von der Straße zu entfernen und sicherzustellen, Gebrauch gemacht werden. Ebenso wird Personen, die durch ihr disziplinloses Verhalten wiederholt den Verkehr gefährdet haben, für kürzere oder längere Zeit der Führerschein entzogen werden. Sogenannte Strafmandate wird es dann nur ausnahmsweise geben, nämlich in Fällen, wo eine besonders empfindliche Strafe am Platze ist. Die Strafverfügung wird aber dann nicht über 1 oder 2 RM. lauten, vielmehr wird dann eine der Schwere der Uebertretung entsprechende Strafe bis zu 150 RM. oder eine entsprechende Haftstrafe verhängt werden. Alle diese Maßnahmen haben den Zweck, um entsprechend der ausdrücklichen Weisung des Herrn Ministerpräsidenten Göring auf der Straße eine vorbildliche und nicht zu übertreffende Ordnung und Disziplin zu schaffen. Wer sich dieser Ordnung nicht fügen kann, wird von der Straße rücksichtslos entfernt werden; da er nicht nur sich selbst, sondern vor allem das Leben und die Gesundheit seiner Mitmenschen gefährdet. Deshalb ergeht an alle Volksgenossen die Bitte, die Regierung und ihre Organe bei der Bekämpfung der Verkehrssünder nachdrücklichst zu unterstützen. den ist sehr groß. Die Oberpostdirektion Kassel hat einen höheren Beamten entsandt, der an Ort und Stelle eine Bestandsaufnahme vornimmt. Vermißt und auf der Landstraße tot aufgefunden Bad Kreuznach. Ein im Alter von etwa 60 Jahren stehender Kaufmann aus der Umgebung von Bad Kreuznach, der gestern geschäftlich in einem Nachbarort weilte, kehrte am Abend nicht nach Hause. Seine Angehörigen machten sich sofort auf die Suche und fanden ihn schließlich mit einer schweren Kopfverletzung auf der Landstraße tot auf. Der alte Mann ist höchstwahrscheinlich einem Unglücksfall zum Opfer gefallen. Vermutlich ist er auf der glatten Landstraße ausgerutscht, mit dem Kopf gegen einen Baum geschlagen und an den dabei erlittenen Verletzungen gestorben. Brückensteg vom Eisgang weggerissen Trier. Infolge des starken Eisgangs wurde bei Altrich ein Brückensteg von 15 Meter Länge von den Eismassen aus seinen Betonpfeilern herausgerissen und auf das Ufer geworfen. Dadurch ist die Verbindung des Ortes mit der nächsten Bahnstation unterbrochen worden. Entsprungener Raubmörder gefaßt Trier. Der auf tollkühne Weise aus dem Wittlicher Gefängnis ausgebrochene 20jährige Schwerverbrecher, der wegen Raubmordes noch eine langjährige Gefängnisstrafe zu verbüßen hatte, konnte von zwei Bahnpolizeibeamten im Zuge von Trier nach Koblenz verhaftet werden. Der Bursche wurde in Koblenz der Polizei übergeben. die die Ueberführung des gefährlichen Verbrechers in die Strafanstalt Wittlich veranlaßt hat. Der Verbrecher hatte auf der Flucht noch versucht, in Hetzhof bei Wittlich einen Einbruch zu verüben, wurde jedoch dabei überrascht. Trotzdem Landjäger sofort die Verfolgung ausgenommen hatten, konnte er wiederum entkommen. Der Dauler hust! Die Landwirtschaft im Hampf gegen die Arbeitsiesigkeit Düren, Verzamensunglizeg des Landratz, Fand) freignstelbtigegegzge Untgricht m ägsich rge Un. hier eine Versammlung der Führer der Kreis= terkunft und Beröstigung nicht mögnnch, so erbauernschaft statt, an der u. a. auch die Ortsgruppenleiter der RSDAP. und die Bürgermeister des Kreises geladen waren. Zweck der Tagung war die Bekanntgabe der Richtlinien für die Unterbringung von Erwerbslosen in der Dürener Landwirtschaft. Eingehend referierte hierüber der Geschäftsführer des Kreisbauernstandes, Dr. Frielings= dorf. In erster Linie wird die Zuweisung bei den Betrieben in Frage kommen, die gegenüber dem ersten Viertel des Vorjahres die Zahl ihrer Arbeiter verringerten. Auf Grund der Ergebnisse dieser Beratungen erfolgt dann die Zuweisung durch Vermittlung des Dürener Arbeitsamtes. Das Arbeitsverhältnis soll vom 25. Januar bis 31. März 1934 laufen. Der einzustellende Arbeiter erhält vom Bauer einen Barlohn in Höhe von 20 RM. Diese Summe bekommt der einstellende Bauer vom Reich oder Kreis, oder Staat ersetzt. Der Arbeitgeber übernimmt die sozialen Lasten und bietet dem Zugewiesenen terfanft 8 Persst u icht weat e. terkunft und veröstigung nicht„moginn, so erhält der Arbeiter eine wöchentliche Ablösung in folgender Form: 1 RM. für Licht und Heizung, 2.80 RM. für Fleisch und Fett, 25 Pfg. für Kartoffeln und täglich 1 Liter Milch. Sollte für den Arbeiter keine Unterkunft möglich sein, so erhält er außer der Beköstigung keine weitere Vergütung. Ist der eingestellte Arbeiter verheiratet, so erhält er die für seine Familie bisher bezogene Unterstützung weiter. Der Landrat des Kreises Düren, Beaucamp, stattete in herzlichen Worten der Bauernschaft den Dank ab für die freudige Mitarbeit am Winterhilfswerk und Arbeitsbeschaffungsprogramm des deutschen Volkes und betonte, daß dank der Tatsache, daß die Industrie und Landwirtschaft restlos ihr gegebenes Wort gehalten haben, im Kreis Düren eine Senkung der Arbeitslosenzahl erreicht wurde, mit der der Kreis an der Spitze der vergleichbaren Kreise des Regierungsbezirks Aachen und vielleicht der Provinz stehe. Schwimmende Braune Messe auf dem Rhein Mannheim. Das Institut für Deutsche Wirtschaftspropaganda(Landesbezirk 2, Sitz Jggt; mund) veranstaltet vom Mai bis Okt eine schwimmende Braune Messe auf dem Rhein, zu welchem Zweck die beiden größten Dampfer der Köln=Düsseldorfer Dampfschiffahrtsgesellschaft,„Blücher" und„Kaiser Wilhelm“, gechartert wurden. Ueber 50 Städte am Rhein werden von den beiden Messeschiffen besucht werden. D-Zug-Postwagen auf offener Strecke in Flammen Der Schaden ist sehr groß Frankfurt am Main. In der Nacht brach während der Fahrt des D 1 Frankfurt—Berlin zwischen dem Bahnhof Langenselbold und dem Haltepunkt Langenmittlau in dem hinter der Zuglokomotive laufenden Postwagen Feuer aus. Der Brand ist wahrscheinlich durch Selbstentzündung entstanden. Durch die rasende Fahrt des D=Zuges griff das Feuer rasch um sich. Die Beamten des Postwagens hatten eben noch Gelegenheit, die Notbremse zu ziehen. Sie vermochten nicht, ihre Kleider oder die Ladung zu bergen. Der Postwagen wurde durch die Lokomotive abgezogen, um ein Uebergreifen der Flammen auf die nachfolgenden Personenwagen zu verhindern. Im Bahnhof Meerholz, wohin der Unglückswagen geschleppt wurde, löschte die freiwillige Feuerwehr den Brand. Es gelang, einen Teil der Ladung zu retten. Insgesamt 30 Sack Post. viele Wertbriefpokete und auch eine Anzahl lebender Tiere sind vernichtet worden. Der SchaBei Holzfällungsarbeiten zu Tode gekommen Rassau. Bei Holzfällungsarbeiten in den Freiherr von Steinschen Waldungen in der Gemarkung Bergnassau=Scheuern verunglückte ein aus dem benachbarten Oberwies stammender Einmohner. Durch einen herabfallenden Ast wurde dem Arbeiter die Schädeldecke eingeschlagen, so daß der Tod bald eintrat. „Unvorstellbare Fahrlässigkeil“ und ihre Zoigen Anderthalb Jahre Gefängnis für die Schuld an einem Kraftwagenunglück Köln. Die Große Strafkammer in Köln verurteilte den 27jährigen Mechaniker Paul Stotz aus Düsseldorf wegen fahrlässiger Tötung zu anderthalb Jahren Gefängnis. Der Verurteilte war am 18. Juli vorigen Jahres nachts gegen 12 Uhr in rasendem Tempo mit gzigregpischeig ge zurch die Berliner Straße in Psig- Mo### fahren, um so schnel wie möglich nach Dusseldorf zu kommen. Dabei hatte er einen Radfahrer, einen 24jährigen Arbeiter, eingeholt und ihn überrannt, obgleich sich der Radfahrer vorschriftsmäßig soweit rechts, wie es die Lage der Straße zuließ, hielt. Durch den Zusammenprall war der Arbeiter in die Höhe geschleudert worden. Beim Fall hatte sein Körper den rechten Richtungsanzeiger des Wagens abgeschlagen, und dann war der Verunglückte noch etwa 16 Meter weit schräg nach vorne gerollt. Augenzeugen bekundeten, sie hätten den Meter vor dem Wagen im Lichtkegel des Scheinwerfers gesehen; es sei völlig unverständlich, daß der Kraftfahrer den Radfahrer nicht gesehen haben sollte. Das Fahrrad sei nach dem Zusammenprall zwischen Kühler und rechtem Vorderrad des Wagens eingeklemmt und noch etwa 45 Meter weit mitgeschleift worden. Es habe dabet Funken gesprüht. Das Gericht glaubte dem Kraftfahrer, daß er den Radfahrer wirklich übersehen hatte, erblickte aber gerade in diesem Umstand den Beweis einer fast unvorstellbaren Fahrlässigkeit und Unachtsamkeit und verurteilte ihn dementsprechend zu der hohen Strafe. Der Staatsanwalt hatte zwei Jahre Gefängnis gefordert. 15jähriger Mörder Er erschoß seinen Patenonkel aus Emmerich. In Weert tötete der 15½ Jahre alte Lambert Kampers in der elterlichen Wohnung seinen 35jährigen Patenonkel gleichen Namens, der bei seiner Mutter als Kostgänger wohnte, durch zwei Revolverschüsse in den Kopf. Das Opfer war sofort tot. Der Knabe legte den Ermordeten auf das Bett, um Selbstmord vorzutäuschen. Das Motiv der Tat ist Rache. Der Ermordete war als gewalttätig bekannt und hatte die Mutter des jugendlichen Mörders oft tätlich bedroht. Der Knabe wurde kurz nach der Tat verhaftet und hat bereits ein Geständnis abgelegt. Zahlreiche Gemeinden des Kreises Erkelenz werden von Erwerbslosen frei Erkelenz. Der industrielle Aufschwung der Gemeinde Hückelhoven, die vor dem Kriege etwa 600 Einwohner zählte, jetzt aber durch die Siedlungsbauten der Zeche Sophia=Jakoba weit über 5000 Einwohner hat, macht eine Anzahl Strakenbauten notwendig. Hierfür sind der Gemeinde nunmehr 150000 RM. bewilligt worden. Diese Bauten werden mehrere Gemeinden des Kreises Erkelenz von Erwerbslosen gänzlich befreien. Sescieuntgung der Aiezesst Zusammenarbeit zwischen Justiz und Anwsaltschaft Erste Tagung der Führer der preußischen unwaltschaft Unter dem Vorsitz des preußischen Justizministers Kerrl sand im Preußischen Justizministerium die erste Arbeitstagung der Führer der preußischen Anwaltschaft sott.. JJ11m... 94 Minister Kerrl betonte einteneno u. a., im Vordergrund stehe zur Zeit die Aufgabe der Beschleunigung der Zivilprozesse. Es sei bereits gelungen. etwa 91 v. H. der Prozesse binnen eines Jahres zur Erledigung zu bringen. Das Ziel sei aber eine noch weitere wesentliche Beschleunigung der Rechtsfindung. Ein Unmöglich dürfe es hier ebensowenig wie sonst im nationalsozialistischen Staate geben. Doch sei hierfür die freudige Mitarbeit der Anwaltschaft unerläßlich. Staatssekretär Dr. Freisler fuhrte anschließend u. a. aus, daß es auch im eigensten Interesse der Anwaltschaft liege, an der Durchführung des neuen Gesetzes überall mitzuarbeiten. Nur eine unmittelbare Verhandlung mit den Parteien und eine schnelle Durchführung der Verfahren entspreche der Volksauffallung. Paunhert###karte G. Ex. Rechtsanwalt Dr. Neuverk verscchette, die Anwaltschaft werde im nationalsozialistischen Geiste die Bestrebungen des Ministers zur Erziehung einer beschleunigten Rechtspflege mit allen Kräften unMinister Kerel gab am Schluß der Sitzung der Ueberzeugung Ausdruck, daß die Ergebnisse der Tagung zu einer vertrauensvollen und einmütigen Zusammenarbeit zwischen Justiz und Anwaltschaft an dem gemeinsamen Ziele einer beschleunigten und volksnahen Rechtsprechung beitragen würden. Wiederherstellung der Uumittelbarkeit der Beweisaufnahme Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der preußische Justizminister Kerrl solgende Anordnung erlassen: Eines der wesentlichsten Erfordernisse sowohl einer beschleunigten als auch einer guten und volksverbundenen Rechtspflege ist die Wiederherstellung der Unmittelbarkeit der Beweisaufnahme. Die Beweisaufnahme werde dem Einzelrichter nur noch als vereinzelte Aufnahme zugelassen. Für die Zulassung dieser Aufnahme ist insbesondere nicht etwa der Umfang der Beweisaufnahme maßgeblich. sondern entscheidend ist, ob wirklich das Gericht den persönlichen Eindruck von dem Verlauf der Beweisaufnahme entbehren kann. Von allen Gerichten erwarte ich, daß sie haltlos und entschlossen die vom Gesetz gewollte Unmittelbarkeit der Beweisaufnahme verwirklichen. Die Vorstände der Gerichte haben dafür Sorge zu tragen, daß zur Durchführung der neuen Versahrensgrundsätze die erforderlichen Schreibkräfte und technischen Hilfsmittel, insbesondere zur Sitzungsniederschrift in Kurzschrift zur Verfügung stehen. Deitsuripenl... Der italienische Besuch in Wien— Es wird weiter verhaftet Su- und SS-Siedlungen Das Baureferat der Deutschen Arbeitsfront und der Verband sozialer Baubetriebe wendet sich mit einem Appell an die in Betracht kommenden Kreise, mitzuhelfen an der Abtragung des Dankes der Bewegung an die alten Kämpfer des Nationalsozialismus durch die Unterstützung der Schaffung von SA- und SS=Siedlungen in allen Reichsteilen. Der Plan geht dahin, den bewährten Kämpfern des Nationalsozialismus eigene Heime zu schaffen und dabei gleichzeitig diese besonders wertvollen Teile der Bevölkerung mit dem deutschen Boden noch fester zu verwurzeln. Weiter liegt in diesem Plan eine großzügige Arbeitsbeschaffung, an der besonders auch der handwerkliche Mittelstand teilhaben soll. Dem Verband sozialer Baubetriebe sind die deutschen Bauhütten im ganzen Reichsgebiet unterstellt. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Arbeitsfront, der RSBO und der SA ist bereits praktische Arbeit für das große Projekt geleistet worden. Bei der SA=Siedlung Frankfurt a. d. Oder stehen bereits 50 Doppelhäuser kurz vor der Vollendung, und die Stadt Liegnitz hat durch Holzgestellung und Landhergabe ermöglicht, daß in ihrem Bereich 100 SAMänner im kommenden Frühjahr ein eigenes Heim bekommen. Der Verband sozialer Baubetriebe hat die nötigen Mittel zum Bau weiterer Siedlungen im ganzen Reich herbeigeschafft. Es ist Pflicht aller, denen es um die Erfüllung einer Dankes= und Ehrenpflicht ernst ist, umgehend mit den örtlichen SA=Stellen zwecks Aufbau weiterer derartiger Siedlungen in Verbindung zu treten und dann in gemeinsamer Arbeit mit dem Verband sozialer Baubetriebe und dem Baureferat der Deutschen Arbeitsfront im Frühjahr an das Aufbauwerk zu gehen. Das örtliche Handwerk soll dabei zu seinem Recht kommen. Die Verhandlungen Suvich—Dollfuß in Esterreichischer Barsielung Die Donnerstag vormittag begonnenen Besprechungen zwischen dem Staatssekretär Suvich und dem Bundeskanzler Dollfuß sind bis in die Abendstunden fortgesetzt worden. In einer wohl als offiziös inspiriert anzusprechenden Darstellung in der Wiener Presse heißt es, gegenwärtig bestunden für die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten Oesterreichs zwei Pläne: Der französische Mitteleuropa=Plan einer engen wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Oesterreich. Ungarn und der Kleinen Entente sowie der Plan Mussolinis, der eine mitteleuropäische Wirtschaftsgemeinschaft mit Deutschland und Italien vorsehe. Während des Besuches des englischen Außenministers Simon in Rom habe sich eine Annäherung Englands an den Mussolini=Plan ergeben. Suvich werde jetzt die österreichische Regierung über die Ergebnisse der Verhandlungen zwischen Mussolini und Simon unterrichten. Die wirtschaftliche Zukunft Oesterreichs werde zunächst in einer engen Zusammenarbeit mit Ungarn, jedoch ohne jede politische Bindung gesehen, wodurch ein Gegengewicht gegen die wirtschaftliche Zusammenarbeit der Kleinen Entente geschaffen werden könnte. Später werde dann an ein größeres Programm der mitteleuropäischen Aufbauarbeit zwischen Oesterreich, Ungarn, der Kleinen Entente, Deutschland und Italien gedacht. Suvich habe jedoch neben dem wirtschaftspolitischen Programm auch ein politisches Programm mitgebracht, das sich in erster Linie auf eine einheitliche Behandlung der Sicherheitsfragen und insbesondere auf die Frage der Gleichberechtigung Oesterreichs richte, da Oesterreich auch in Zukunft nicht mehr als ein Staat zweiter Ordnung behandelt werden dürfte. Die Sicherheit in Europa könne nur von gleichwertigen Partnern garantiert werden. Auf dieser Linie träfen sich die Forderungen, die Deutschland mit Unterstützung Italiens auf Anerkennung der deutschen Gleichberechtigung gestellt habe, mit den Forderungen Oesterreichs. Es sei nicht ausgeschlossen, daß gerade auf diesem Gebiete in den gegenwärtigen Wiener Besprechungen eine weittragende Vereinheitlichung der Anschauungen erreicht werden könne. Jedoch seien aus diesen Besprechungen keinerlei sensationelle Ergebnisse zu erwarten. * Zu Ehren des Unterstaatssekretärs Suvich gab Bundeskanzler Dr. Dollfuß ein Essen. Wie amtlich mitgeteilt wird, wurden dabei zwischen Dollfuß und Suvich kurze freundschaftliche Ansprachen gewechselt. Die Sozialdemokraten wollen Dollfuß tolerieren? Die Vorstände der parlamentarischen der Großdeutschen, des Landbundes und der Sozialdemokratie sind einberufen worden, um zu den programmatischen innerpolitischen Erklärungen des Bundeskanzlers Dollfuß vom Donnerstag Stellung zu nehmen. Der der Sozialdemokratie beabsichtigt, Wiener Pressemeldungen zufolge, die innenpolitischen Ausführungen des Bundeskanzlers dahin zu beantworten, daß die sozialdemokratische Arbeiterschaft bereit sei, an dem Verteidigungskampf für die Selbständigkeit Oesterreichs mitzuwirken und eine Verfassungsänderung nicht grundsätzlich nen, falls die sozialen Rechte der Arbeiterschaft geachtet würden. Graf Aberki wieder verhaftet Der Landesführer des Heimatschutzes, Graf Alberti, wurde erneut verhaftet. Gleichzeitig wurden auch einige seiner Freunde, darunter der Landesführerstellvertreter Kubacek, in Haft Die Politische Korrespondenz will dazu erfahren haben, die gegen Alberti geführte Untersuchung habe ergeben, daß er in der letzten Zeit eine geheimnisvolle Tätigkeit entfaltet habe, den Verdacht der Vorbereitung staatsfeindlicher Handlungen gerechtfertigt erscheinen lasse. hakenkreuzfahnen über der Wiener Technischen Hochschule In den Vormittagsstunden des Freitag wurden auf der Technischen Hochschule in Wien sechs große Hakenkreuzfahnen von unbekannten Personen gehißt. Der Polizei gelang es erst nach kangerer Zeit, die Fahnen zu beseitigen. Weitere Massenverhaftungen in Tirol In den letzten Tagen ist in ganz Tirol wieder eine große Zahl von Rationalsozialisten festgenommen worden, die zum Teil bereits in Konzentrationslager nach Wöllersdorf verschickt sind. Hetlügen über die bulgarischen Angeklagten aus dem Reichstagsbrandstifterprozeß Der Offizialverteidiger der bulgarischen Angeklagten im Reichstagsbrandstifterprozeß, Rechtsanwalt Dr. Teichert, veröffentlicht folgende Erklärung: Zu allzu durchsichtigen Zwecken wird (Freitag) in der Auslandspresse die Nachricht verlautbart, der im Reichstagsbrandstifterprozeß angeklagte Dimitroff liege im Sterben. Diese Mitteilung bildet, wie alle Meldungen über angebliche schlechte Behandlung der Bulgaren Dimitroff, Popoff und Taneff, nur eine Fortsetzung der Reihe infamer Lügen, wie sie im Zusammenhang mit dem Reichstagsbrand von interessierter kommunistischer und marxistischer Heite verbreitet und im Prozeß in aller Oefsenllichkeit restlos widerlegt worden sind. Ich stelle auf meines persönlichen Augenscheins und meiner heutigen längeren Rücksprache mit den drei Bulgaren fest, daß an allen diesen Meldungen auch nicht ein wahrer Buchstabe ist, daß die drei Bulgaren in der Schutzhaft auch nach ihren eigenen Augaben stets die beste Behandlung erfahren haben, tadellos verpflegt sind, von dem Recht des Rauchens ausgiebig Gebrauch machten und sich bester Gesundheit erfreuen, Dimitroff auch regelmäßig die Besuche seiner nahen Angehörigen empfängt. Anderslautende Nachrichten sind hetzerische Entstellungen der Wahrheit. Der Curisth Tu. führt zu erregten Szenen in der französischen Hammer Die französische Kammer hat die Beratung des Haushalts für 1934, und zwar mit dem Haushalt des Justizministers, begonnen. Außerdem hat der Justizminister die sofortige Aussprache über den von der Regierung vor einigen Tagen eingebrachten Gesetzentwurf verlangt, der allen denjenigen, die sich Verfehlungen zum Schaden der Sparer haben zu Schulden kommen lassen, den Handel mit Wertpapieren verbietet. Die Interpellation des rechtsgerichteten Abgeordneten Henriot über die gerichtliche Untersuchung des Falles Stavisky verursachte gleich zu Beginn der Sitzung einen wahren Sturm. Der Kammerpräsident hatte zeitweise Mühe, die Ruhe wiederherzustellen. Es zeigt sich, daß diese Angelegenheit auch porlamentarisch noch nicht In dem Gellapper der Pultdeckel, den Zoischenrufen und dem Klatschen der Abgeordneten, mit dem sie ihre jeweils sprechenden Gesinnungsgenossen zu unterstützen versuchten, verhallte ab und zu sogar die Glocke des Präsidenten. Es gab eine erregte Auseinandersetzung zwischen dem Interpellanten und dem Finanzminister. Immer wieder griffen einzelne Abgeordnete von ihren Bänken in die Ausführungen Henriots ein. Sachliche Angriffe wechselten mit persönlichen Seitenhieben. In dem Hin und Her zwischen rechts und links war minutenlang kein Wort zu verstehen, so daß der Kammerpräsident schließlich die Sitzung abbrach. Nach Wiederaufnahme der Stavisky=Aussprache erklärte der Abgeordnete Henriot, die Regierung habe versprochen, zu handeln; aber man vertusche den Fall Stavisky. Es dürfe nicht eine verschiedene Justiz geben, je nachdem, ob man über pokitische oder amtliche Fürsprache verfüge oder nicht. Ein Schutz sei z. B. dem Abgeordneten Bonnaure gewährt worden, der Stavisky dreimal nach Angarn begleitet und ihn bei einem ungarischen Bankier eingeführt habe. Warum befinde sich Bonnaure noch auf freiem Fuße? Bei den Zuwendungen an die„Volonte“ habe man sich der Vermittlung eines Mannes bedient, der am Vormittag in der„Volonte“ und am Nachmittag im Finanzministerium gearbeitet Der Finanzminister wies diesen Angriff Henriots zurück, indem er betonte, der Erwähnte habe nie ein Amt im Finanzministerium bekleidet. Ebenso trat er der Behauptung des Interpellanten entgegen, daß Stavisky auf der Konferenz von Stresa Beziehungen zur französischen Abordnung unterhalten habe. Henriot fuhr fort, daß sich nach den neuesten Veröffentlichungen in den Akten des Untersuchungsrichters 120 von Stavisky ausgefülkte Schecks befänden. Dabei habe aber schon Credit Lyonnais allein mitgeteilt, daß er 300 Schecks von Stavisky der Polizei übergeben habe. Wo seien die restlichen Schecks geblieben? Es kam wieder zu stürmischen Zwischenrufen. Die Kommunisten schreien von ihren Bänken: „Hoch die Sowjets! Der Skandal ist schmutziger ols Panama.“ 466#, Darauf verlas Henriot einige Schriftstücke, die beweisen sollen, daß das Verfahren gegen Stavisky schon vor Monaten hätte angestrengt werden müssen, wenn sich nicht besondere Einflüsse geltend gemacht hätten. Schließlich fragte er den Finanzminister, ob es wahr sei, daß der Zwischenträger zwischen Stavisky und„Volonte“, von dem er eingangs gesprochen hat, im Finanzministerium ein Büro besessen habe.„ Der Finanzminister mußte sich auf die Beantwortung eines persönlichen Angriffs des Interpellanten beschränken. Von den Bänken der Rechten werden Zwischenrufe kaut. Schließlich legte die Kammer wieder eine Pause ein. Als die Sitzung wieder aufgenommen wurde, Der amerikanische Pekroleumkönig Hiuclair der Untreue beschuldigt Der bekannte amerikanische Petroleumkönig Sinelair, der gleichzeitig Vizepräsident der Exchange Trust Company in Tulsa(Oklahoma) ist, wurde ebenso wie 24 weitere Direktoren und Angestellte dieser im März vorigen Jahres geschlossenen Gesellschaft der Veruntreuung von etwa 23000 Dollar beschuldigt. Die Veruntreuungen sollen durch betrügerische Machenschaften an den Treuhänderkonten verübt worden sein. Reuter berichtet aus Tulsa, daß gegen Einelair und die übrigen Beschuldigten bere Haftbefehle erlassen worden seien. Das Newrorker Büro Einelairs, der sich zurzeit in Flori#a# aufhält, erklärte zu den Anschuldigungen, daß Sinclair Tulsa bereits vor etwa 20 Jahren verlassen habe und sich seitdem nicht mehr aktiv mit der Leitung der Trust Company beschäftigt habe. nahm Ministerpräsident Chautemps das Wort. Er beantragte, die Kammer möge Freitag vormittag erneut zwecks Beratung des Gesetzentwurfes zum Schutze des Sparkapitals zusammentreten. Sodann verwahrte er sich gegen verschiedene Angriffe Henriots, besonders gegen die Behauptung, daß die im Falle Stavisky Beschuldigten verschieden behandelt würden. Er appelliere an die Kammer, aus dem Fall Stavisky keine Kriegsmaschine gegen die Regierung zu machen, da man damit nur das ganze Parlament träfe. Chautemps Ausführungen wurden von den Regierungsparteien mit starkem Beifall aufgenommen. * Im Anschluß an die Aussprache kam es in den Wandelgängen zu einem Zusammenstoß zwischen dem Abgeordneten Henriot und dem Unterrichtsminister de Monzie. Henriot hatte u. a. erklärt, daß Frau Stavisky vor ihrer Heirat im Jahre 1926 wegen einer Betrügerei verhaftet worden sei und daß zwei Mitglieder der augenblicklichen Regierung, nämlich der Unterrichtsminister de Monzie und Außenminister Paul Boncour seinerzeit die Erlaubnis erhalten hätten, sie in ihrer Gefängniszelle zu besuchen. De Monzie eilte sofort nach Bekanntwerden dieser Enthüllungen in die Kammer, wo er mit dem Abgeordneten in den Wandelgängen zusammenstieß. Es entspann sich ein äußerst heftiger Wortwechsel, der unweigerlich in Tätlichkeiten ausgeartet wäre, wenn nicht einige Abgeordnete dazwischengetreten wären. * Im Gegensatz zur Donnerstagssitzung bot die Kammer, die am Freitagvormittag wieder zusammentrat, ein Bild der Ruhe und Leere. Nur ein geringer Teil der Abgeordneten wohnt der Beratung bei. Auf der Tagesordnung steht der Gesetzentwurf, der denen, die wegen Schädigung des Sparkapitals verurteilt worden sind, den Handel mit Wertpapieren und anderen Finanzoperationen verbietet. Im Verlaufe der allgemeinen Aussprache erklärte der Berichterstatter, es sei an der Zeit, aus dem jüngsten Skandal die erforderlichen praktischen Schlüsse zu ziehen. Die französische Gesetzgebung über die Kontrolle der Finanzoperationen sei ungenügend. Man müsse nicht nur die Vergehen strafen, sondern auch vorbeugende polizeiliche Maßnahmen treffen, die es verhindern, daß das Sparertum schamlos ausgebeutet werde. Das Gesetz des Jahres 1930, das Vorbestraften die Ausübung des Bankiergewerbes untersagt, beziehe sich nicht auf gewisse Mitarbeiter der Finanzinstitute. * In den Wandelgängen der Kammer kam es Freitag vormittag zu einem tätlichen Angriff des Abgeordneten Lagrosilliers von der Sozialistischen Partei mit dem Abgeordneten Desire Ferry, dem Direktor der nationalistischen„Liberte“, wegen eines Donnerstag in diesem Blatt erschienenen beleidigenden Artikels gegen Lagrosilliers. Lagrosillier verabreichte seinem Gegner eine Reihe von Ohrfeigen. Ferry konnte nicht entsprechend antworten, weil sofort Angestellte der Kammer die Gegner trennten. Ferry ist auch Vorsitzender der Vereinigung französischer Reserveoffiziere. Ferry hat seinem Gegner eine Duellforderung überbringen lassen. Die im Anschluß an die Kammersitzung vom Donnerstag erfolgten Zusammenstöße zwischen dem Interpellanten Henriot und Unterrichtsminister de Monzie bilden das Tagesgespräch von Paris. Der Abgeordnete Henriot hatte bei der Begründung seiner Interpellation u. a. behauptet, daß 1926 eine Bande von Betrügern verhaftet worden war, unter denen sich ein gewisser Comby und ein Fräulein Simon befanden, die später Frau Stavisky wurde. Frl. Simon sei seinerzeit im Gefängnis von zwei Rechtsanwälten besucht worden, die heute auf der Regierungsbank saßen. Der Abgeordnete ließ ironisch durchblicken, daß die Betreffenden— es handelt sich um Anatole de Monzie und Poui, Vorcour — vielleicht nicht nur in ihrer Eigensch uis Rechtsanwälte den fraglichen Besuch im Gefangnis abgestattet hätten. Unterrichtsminister de Monzie, der mit einer schweren Grippe zu Bett lag und der Sitzung nicht beiwohnte, wurde von dieser Aeußerung des Interpellanten verständigt. Er machte sich trotz seiner Erkrankung eilends zur Kommer auf, wo er in den Wandelgängen mit seinem Widersacher zusammenstieß. Die ner sollen sich zu Aeußerungen haben hinreißen lassen, deren Wiedergabe kaum möglich ist. Die Angelegenheit endete damit, daß Unterrichtsminister de Monzie dem Abgeordneten Heuriot eine Duellforderung zugehen ließ. Die werden am Montag über die Folgen, die dieser Angelegenheit zu geben sind, beraten. In durchgehender Schnittform gearbeitet und daher sehr vorteilhaft in der Linie ist das Brautkleid K 88241. Vorder= und Rückenbahn sind in Gürtelhöhe durch Querbiesen leicht eingehalten. Der Halsausschnitt wird mit einem Clip gerafft. Erforderlicht etwa 5m Stoff, 96 cm breit. Bunte Bever=Schnitte für 96 und 104 cm Oberweite zu se 90 Pfg, erhältlich. Sehr festlich für kleine Mädchen ist das Biedermeierkleidchen MK 24101 aus Tast, Glasbatist oder Kunstselde. Der einfarbige Kragen und der Rockrand sind abstechend in Bogen eingefaßt. Erf.: etwa I m Kleidstoff, 65 cm Batist, se 80 cm breit. Bunte Beper=Schnitte für 5, 7, 9 Jahre zu se 63 Pfg, erhältlich. 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Frau Grave und Kinder Villigst, im Januar 1934. 333 N. S. B. O. Deutsche Arbeitsfront Außerst wichtig Gaufachberater für ständischen Aufbau Pg. Fritz Nüllmeyer, Essen spricht heute abend 8.30 Uhr 128 im Saale„Im Reiche des Wassers“.— Eintritt 20 Pfg. Die mit Beginn des nächsten Schuljahres schulpflichtig werdenden evangelischen Kinder sind am Mittwoch, dem 24. Januar 1934 oder am Sonnabend, dem 27. Januar 1934 vormittags zwischen 10 und 12 Uhr in der alten Marktschule und die schulpflichtig werdenden katholischen Kinder in derselben Zeit und denselben Stunden in dem Amtszimmer der Weißenburgerschule anzumelden. Auf Grund des Gesetzes über die Schulpflicht in Preußen (Schulpflichtgesetz) vom 15. Dezember 1927 beginnt die pflicht mit dem 1. April für alle Kinder, die bis 30. Juni desselben Jahres das sechste Lebensjahr vollenden. Kinder, die in der Zeit vom 1. Juli bis 30. September das sechste Lebensjahr vollenden, können auf Antrag des Erziehungsberechtigten zu Beginn des Schuljahres in die Schule aufgenommen werden, wenn sie die für den Schulbesuch erforderliche körperliche und geistige Reife besitzen. Schwerte, den 18. Januar 1934. 129 Der Bürgermeister. Dr. Guttmann. Vom 1. Januar 1934 ab erfahren unsere KleinabnehmerStrompreise für d. allgemeinen Verbrauch ohne Verpflichtung oder Beschränkung folgende Aenderung: bei einer monatlichen Abnahme bis 25 KWStd. von 37 Pfg. für jed. KWStd. auf 35 Pfg. über 25 KWStd. von 36 Pfg. für jede KWStd. auf 34 Pfg. über 50 KWStd. von 34 Pfg. für jede KWStd. auf 33 Pfg. Im übrigen bleiben die Kleinabnehmer-Tarife unverändert. Hagen, im Januar 1934. Kommunales ElektrizitätswerkMark Aktien-Gesellschaft. Schhe suche Beutschlang Löitie und auch häßlich. Ueberflüssiges Fett macht träge zu allem, erschwert jede geistige und körperliche Arbeit.— Der ärztlich empfohlene Dr. E. 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Aus Puccinis Meisteropern Horridoh! Dachsjagd! Musik auf Schallplatten. In Winterberg. Bauernfunk. Bunte Kinderstunde. Kammermusik. Bettina von Arnim=Brentano zum 75. Todestag. Klavierkonzert A=Moll. Griff ins Leben. Sportbericht. Großes Konzert. Montag, den 22. Januar 1934. 06,00 Morgenruf. 06,05 Morgenkonzert. 06.30 Leibesübungen(1). 06,45 Leibesübungen(2). 07,00 Zeitangabe, Frühmeldungen. 07,10 Wetterbericht. 07,15 Frühkonzert. 08,15 Wasserstandsmeldungen. 08,25 Für die Frau. 08,35 Gymnastik für Frauen. 10,00 Frühbericht, Wasserstandsmeldungen. 10,10 Wir und die Welt. 11,00 Schulfunk. 11,55 Wetterbericht. 12,00 Unterhaltungskonzert. 13,15 Zeitangabe, Nachrichten. 13,25 Lokale Nachrichten. 13,35 Mittagskonzert. 15,00 Deutsche Erzähler. 15,20 Achtung, Sie hören Hausmusik! 15,50 Stimme der Bewegung. 16,00 Nachmittagskonzert. 17,45 Der Student spricht. 18,00 Jugendfunk. 18.25 Französischer Sprachunterricht. 18.45 Wirtschaftsmeldungen. 19,00 Gemeinschaftssendung Frankfurt=Köln: 1. Frankfurt: Das Marschpotpourri des Südwestfunks. 2. Köln: Allerlei Volksmusik. 20,00 Aus dem Festsaal der Liederhalle Stuttgart: Festkonzert. 21,00 Ludwig van Beethoven(Reichssendung) 21,45 Westdeutsche Wochenschau. 22,00 Zeitangabe, Nachrichten. 22,20„Die deutschen Winterkampfspiele 1934 und ihr Schauplatz.“ 20,35 Lokale Nachrichten, Wetter, Sport. 22.45 Kleine Unterhaltung. 23,00 Ludwig van Beethoven. 24.00 Robert Schumann(Schallplatten). Dienstag, den 23. Januar 1934. 06,00 Morgenruf. 06,05 Morgenkonzert. 66,30 Leibesübungen(1). 06,45 Leibesübungen(2). 07,00 Zeitangabe, Frühmeldungen. 07,10 Wetterbericht. 07,15 Frühkonzert. 08,15 Wasserstandsmeldungen. 08,25 Für die Frau. 08,35 Gymnastik für Frauen. 10,00 Frühbericht, Wasserstandsmeldungen. 10,10 Schulfunk. 10,55 Wir und die Welt. 11,55 Wetterbericht. 12,00 Unterhaltungskonzert. 13,15 Zeitangabe, Nachrichten. 13,25 Lokale Nachrichten. 13,35 Mittagskonzert. 15,00 Achtung, Sie hören Hausmusik! 15,15 Arbeitsbeschaffungsfront. 15,30 Wirtschaftsmeldungen. 15,40 Bauernfunk. 16,00 Nachmittagskonzert. 17,30 Sinfoniekonzert. 17,45 Deutsche Erzähler. 18,00 Jugendstunde. 18,25 Italienischer Sprachunterricht. 18,45 Wirtschaftsmeldungen. 19,00 Operettenkonzert. 20,00„Verteidigungswehr für Deutschland.“ 20,10 Bunt ist die Welt. 21,00 Ludwig van Beethoven(Reichssendung) 21,40 Worte Beethovens. 22,00 Zeitangabe, Nachrichten. 22,20 Du mußt wissen... 23,30 Lokale Nachrichten, Wetter, Sport. 22,45 Unterhaltungsmusik auf: Schallplatten. 23,00 Ludwig van Beethoven. 24,00 Von deutscher Seele. Mittwoch, den 24. Januar 1934. 06,00 Morgenruf. 06,05 Morgenkonzert. 06,30 Leibesübungen(1). 06,45 Leibesübungen(2). 07,00 Zeitangabe, Frühmeldungen. 07,10 Wetterbericht. 07,15 Frühkonzert. 08,15 Wasserstandsmeldungen. 08.25 Für die Frau. 08,35 Gymnastik für Frauen. 10,00 Frühbericht, Wasserstandsmeldungen. 10,10 Wir und die Welt. 11,00 Schulfunk. 11,55 Wetterbericht. 12,00 Unterhaltungskonzert. 13,15 Zeitangabe, Nachrichten. 13,25 Lokale Nachrichten. 13,35 Mittagskonzert. 15,00 Achtung, Sie hören Hausmu 15,30 Wirtschaftsmeldungen. 15,50 Stimme der Bewegung. 16,00 Nachmittagskonzert. 17,45 Straßen unserer Heimat u. das Schicksal, das über sie rollte. 18,00 Jugendstunde. 18,25 Deutsch für Deutsche. 18,45 Wirtschaftsmeldungen. 19,00 Fahnenweihe der Hitlerjugend in der Potsdamer Garnisonkirche durch Reichsjugendführer von Schirach. 20,00 Weltpolitischer Monatsbericht. 20,10 Wanderer ins Jenseits. 21,00 Ludwig van Beethoven. 21,30 Minna Magdalena(Szene v. Goetz). 22,00 Zeitangabe, Nachrichten. 22.20 Du mußt wissen.. 22,30 Lokale Nachrichten, Wetter, Sport. 22,40 Stipppisite. 23,00 Ludwig van Beethoven. 00,45 Nachtmusik. Donnerstag, den 25. Januar 11.1. 06,00 Morgenruf. 06,05 Morgenkonzert. 06,30 Leibesübungen(1). 06,45 Leibesübungen(2). 07,00 Zeitangabe, Frühmeldungen. 07,10 Wetterbericht. 07,15 Frühkonzert. 08,15 Wasserstandsmeldungen. 08.25 Für die Frau. 08,35 Gymnastik für Frauen. 10,00 Frühbericht, Wasserstandsmeldungen. 10,10 Schulfunk. 10,30 Wir und die Welt. 11,55 Wetterbericht. 12,00 Unterhaltungskonzert. 13,15 Zeitangabe, Nachrichten. 13,25 Lokale Nachrichten. 13,35 Mittagskonzert. 15,00 Arbeit am Holz.(Vier Ged 15,15 Achtung, Sie hören Hausmusil 15,30 Wirtschaftsmeldungen. 15,50 Stimme der Bewegung. 16,00 Nachmittagskonzert. 17,45 Führung im Schrifttum. 18,00 Warum Familienforschung? 18,25 Spanischer Unterricht. 12,45 Wirtschaftsmeldungen. 19,00 Märchen und bunte Volksmu 20,00 Griff ins Heute. 20,10 Märsche und Volksmusik. 20,50 Beethovens Neunte. 21,00 Ludwig van Beethoven. 22,00 Zeitangabe, Nachrichten. 22,20 Du mußt wissen... 22,30 Lokale Nachrichten, Wetter, Sport. 22,40 Worüber man in Amerika spricht. 23,00 Ludwig van Beethoven. 23,30 Aeltere Tanzmusik. 24,00 Nachtmusik. Freitag, den 26. Januar 1934. 06,00 Morgenruf. 06,05 Morgenkonzert. 06.30 Leibesübungen(1). .06.45 Leibesübungen(2). 07,00 Zeitangabe, Frühmeldungen. 07,10 Wetterbericht. 07,15 Frühkonzert. 08.15 Wasserstandsmeldungen. 08,25 Für die Frau. 08,35 Gymnastik für Frauen. 10,00 Frühbericht, Wasserstandsmeldungen. 10,10 Wir und die Welt. 11,00 Englischer Schulfunk. 11,55 12,00 13.15 13.25 13,35 15,00 15,30 15,40 16,00 17.45 18,00 18.25 18.45 19,00 20,00 20,10 20,30 21,15 22,00 22,20 22,30 22,40 23,00 24,00 06,00 06,05 06,30 06.45 07,00 07,10 07,15 08.15 08.25 08.35 10,00 10,15 10.50 11,55 12.00 13,15 13.25 13.35 14,30 15.10 15.30 15,45 16.00 18,00 18,20 18.35 18.50 19,00 20,00 20,10 22,00 22,20 22,35 22.50 23,40 24,40 01.00 Wetterbericht. Unterhaltungskonzert. Zeitangabe, Nachrichten. Lokale Nachrichten. Mittagskonzert. Alte und neue Hausmusik. Wirtschaftsmeldungen. Bauernfunk. Nachmittagskonzert. Arbeitsbeschaffungsfront. Jugendstunde. Englischer Sprachunterricht. Wirtschaftsmeldungen. Stunde der Nation: Volkslieder und Hausmusik aus zwei Jahrhunderten. Griff ins Heute. Fronleichnam 1916... 120 Tote.(Kur#hörspiel). Stimmen der Zeit. Konzert. Zeitangabe, Nachrichten. Du mußt wissen... Lokale Nachrichten, Wetter, Sport. Was gibt es nächste Woche in Westdeutschland? Nachtmusik. Vom Schicksal deutschen Geistes. Samstag, den 27. Januar 1934. Morgenruf. Morgenkonzert. Leibesübungen(1). Leibesübungen(2). Zeitangabe, Frühmeldungen. Wetterbericht. Frühkonzert. Wasserstandsmeldungen. Für die Frau. Gymnastik für Frauen. Frühbericht, Wasserstandsmeldungen. Arbeitsschlacht im Westen. Eröffnungsfeierlichkeiten der„Grünen Woche". Wetterbericht. Unterhaltungskonzert. Zeitangabe, Nachrichten. Lokale Nachrichten. Mittagskonzert. Jugendstunde. Lernt morsen! Wirtschaftsmeldungen. Volk erzählt. Nachmittagskonzert. Stimme der Grenze. Wochenschau. Hier ist der Zupfgeigenhansl. Wirtschaftsmeldungen. Stunde der Nation: Die Teufelsbraus# Ein Tiroler Faschingsspiel). Saar=Umschau. Karneval anno dazumal und heute. Zeitangabe, Nachrichten. Nachrichten, Wetter Sport. München sendet alte Tänze. Garmisch=Partenkirchen am Tage der Weltmeisterschaft im Viererbob. Fortsetzung der Tanzmusik a. München. Auf dem Pressefest.(Uebertragung aus München. Neue Tänze. Szenen aus„Der Bajazzo“. DER TOD DES ARTHUR EHLERT ROMAN VON KOPERNIKULUS Copyright by M. Feuchtwanger, Halle a. d. S. 7. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Er öffnete dem Toten die Weste, nestelte das Oberhemd auf und schob die Unterwäsche zurück, um die Brust freizubekommen, und untersuchte die Gegend.„Nein“, sagte er dann,„Herzschlag scheint mir ausgeschlossen.“ „Doch man nicht Typhus?“ berlinerte eine Stimme unter den Zuschauern, infolgedessen Herr Krull die Stirn krauste und sich sowohl ängstliche wie lächelnde Gesichter zeigten. „Nein“, sagte der Arzt, und Herrn Krulls Gesicht erhellte sich wieder, denn er hatte. noch im Hinausgehen bemerkt, daß einige Gäste bei der Nachricht, daß jemand im Hotel gestorben sei, dasselbe fluchtartig verließen, und hatte auch noch ein paar Redebrocken wie„Cholera, Typhus, Ansteckungsgefahr usw.“ aufgeschnappt. Der Arzt hatte nun inzwischen auch das Fläschchen und die kleine Spritze bemerkt. Das Fläschchen in der Hand haltend, sagte er: „Novokain— hm, herzleidend wird der Herr wohl kaum gewesen sein, sonst hätte der Arzt ihm nicht diese Injektion verordnet.“ Dann murmelte er:„Schmerzen, Schmerzen, aber wo?“ Und noch einmal trat er zu dem Toten. Er nahm dessen Arm, streifte den Aermel hoch, so daß der ganze Unterarm frei wurde, und suchte eifrig, indem er die Augen ganz nahe heranbrachte. Unwillig brummte er:„Ja, Donner, wo hat er denn die Einspritzungen bekommen?“ Er sann nach.„Halt“, rief er dann plötzlich, als sei ihm eine Erleuchtung gekommen. Und schnell legte er den Toten zur Seite und untersuchte das Genick.„Aha“, sagte er befriedigt,„gegen Kopfschmerzen waren die Tropfen, hm, hm.“ Dann wandte er sich zu Herrn Krull.„Ich möchte annehmen, da das Fläschchen fast leer ist, daß der Herr sich eine zu große Dosis eingespritzt hat, vielleicht, weil die Schmerzen außerordentlich groß waren— und was tut der Mensch nicht im Schmerz?— und sich auf diese Weise vergiftet hat. Vielleicht war er zu empfänglich für das Gift.“ „Holla“, berlinerte es wieder, und ein graugekleideter Mann trat vor.„Die Spritze lag auf'n Tisch,=und der Mann saß auf'n Sofa, wie soll er sich denn da ins Jenick jespritzt haben, wenn er jleich dabei dotjejangen is?“ Einen Augenblick war der Arzt erstaunt und unwillig, aber dann beruhigte er sich und gab zur Antwort: „Der Tod braucht ja nicht gleich eingetreten zu sein, mein Herr.“ „Ach so“, sagte der Berliner,„ach so, na ja, det kann ja sein, da versteh ick mir nicht drauf. Aber setzen Sie den Herrn mal wieder so hin, wie er jesessen hat, bis die Kriminalpolizei dazewesen ist.“ Das Wort Kriminalpolizei rief eine lebhafte Unruhe unter allen Anwesenden hervor, aber niemand sagte ein Wort. Kurt Horneffer war die ganze Angelegenheit hoch interessant, und er dachte, daß Detektiv doch ein reizvoller Beruf sein müsse. Endlich nahm der Arzt das Wort: „Wieso soll denn die Kriminalpolizei kommen? Der Tote kann doch höchstens Selbstmord begangen haben, da er sich in seinem Zimmer eingeschlossen hatte.“ Er kehrte sich dem Hotelbesitzer zu.„Ich denke doch, daß war so?“ „Man muß annehmen“, bekräftigte Herr Krull.„Geraubt scheint ihm doch nichts zu sein. Die Uhr hat er doch.“ „Oho“, rief der Herr aus Berlin.„Die Uhr nehmen bloß die ganz Dumme. Gucken Sie doch mal den Koffer an, da; der is doch janz geplündert. Und dann sehen Sie doch mal nach, ob der Herr noch sein Portemonnaie hat und seine Brieftasche oder sowas. Mir sieht die Jeschichte sehr unterkittig aus.“ Herr Krull hätte den Sprecher ohrfeigen können, er sah sein ganzes Hotelrenommee zum Teufel gehen. Er trat selbst zu dem offenen Koffer und fuhr mit der Hand hinein. „Kommen Sie doch einmal sehen, Herr Horneffer“, wandte er sich zu dem als Zeugen ausersehenen Reisenden,„hier scheint doch nichts zu fehlen. Das hat doch sicher Herr Ehlert selbst so durchwühlt. Da— sogar ein Paar goldene Manschettenknöpfe. Dann Wäsche, Schlipse, Medizinflaschen, Salbentöpfe...“ „Lassen Sie doch einmal sehen", unterbrach ihn der Arzt, schnell herantretend, und ließ sich von Herrn Krull die Medikamente herausreichen. Das erste war eine runde Flasche von etwa einem viertel Liter Inhalt, die mit einer wasserhellen Flüssigkeit zur Hälfte gefüllt war. „Jodkali“, sagte der Doktor. Dann betrachtete er kritisch das rote Etikett eines weißen Porzellantöpfchens.„So, so.“ Darauf eine größere eckige Flasche und nach dieser eine runde Pappschachtel. Schließlich, nachdem er alle acht oder neun Medikamente, die der Wirt ihm zureichte, durchgesehen hatte, erklärte er: „Der Herr ist allerdings übel krank gewesen. Es ist leicht möglich, daß sein Tod nur die Folge seiner Krankheit oder seiner Krankheiten gewesen ist. Nicht einmal eine Blutuntersuchung würde nach meiner Meinung ein sicheres Resultat ergeben; denn man würde alle möglichen Gifte in seinem Blute finden.“ „Ja, was machen wir denn?“ fragte Herr Krull erfreut. A A „Lassen Sie ihn nach der Leichenhalle oder auch ins Krankenhaus bringen und depeschieren Sie an seine Angehörigen. Weiter ist da nichts zu machen.“ Er wandte sich zu den Zuschauern, von denen sich einige ins Zimmer gedrängt hatten: „Gehen Sie nur hinaus, meine Herrschaften, der Fall ist erledigt.— Und Sie, Herr Krull, verschließen sie das Zimmer und telefonieren Sie nach der Leichenhalle, das ist das Einfachste.“ Die Zuschauer begannen sich mit einer gewissen Enttäuschung zu verkrümeln, und Herr Krull rief den Hausdiener: „Wo ist der Schlüssel?“ „Der Schlüssel?" Der Gefragte begriff ga nicht so recht, was der Wirt wollte. „Na, Sie müssen doch beim Oeffnen den Schlüssel gefunden haben“ knurrte der Hotelbesitzer ungeduldig.„Oder hat ihn der Schlosser aus Versehen mitgenommen?" Er warf einen ärgerlichen Blick nach dem Flur, denn die neugierigen Eäste kamen langsam wieder zurück, besonders der graue Herr aus Berlin spitzte schon wieder die Ohren. Der Hausdiener stand hilflos da und dachte angestrengt nach, denn er konnte sich absolut nicht besinnen, irgendeinen Schlüssel gesehen zu haben. „Na, Mensch, nehmen Sie doch Ihren Grips zusammen! Als Sie mit dem Schlosser hier hereinkamen, müssen Sie doch den Schlüssel gefunden haben.“ Da kam der Doktor dem armen Fritz zu Hilfe. Er wandte sich mit einer beruhigenden Geste zu dem Hotelbesitzer: „Es ist ja möglich, daß der Tote den Schlüssel in seinen Taschen hat. Wir wollen gleich einmal nachsehen.“ Dieser Vorschlag schien Herrn Krull einzuleuchten, und der Doktor befühlte die Taschen des stummen, reglosen Ehlert. Fortsetzung folgt. Die Reichsbahn befördert vorzugsweise bewährte Kämpfer für die nationale Erhevung Der Pressedienst, der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahngesellschaft teilt mit: Hat die Deutsche Reichsbahn bisher schon hervorragende Verdienste um die nationale Erhebung in einzelnen Fällen durch bevorzugte Beförderung oder Anstellung als Beamter anerkannt, so hat sie jetzt allgemein verfügt, daß alle die Reichsbahnbeamten und arbeiter, die vor dem 30. Januar 1933 als Angehörige der SA, SS und des Stahlhelms oder als Amtswalter der politischen Organisationen der RSDAP durch Tat und Wort besonders für die nationale Erhebung eingetreten sind, in ihren Dienststellungen besonders gefördert werden können, sofern sie die dienstlichen Voraussetzungen erfüllen. Solche Beamte werden in erster Linie befördert, Beamtenanwärter vorzugsweise angestellt und verdiente Arbeiter werden durch entsprechende Maßnahmen bessergestellt. Der hauswirtschaftliche Lehrvertrag Nur geeignete haushaltungen und keine Ausnutzung Wie das BD3.=Büro meldet, nimmt der stellvertretende Leiter des Sozialamtes der Deutschen Arbeitsfront. Dr. Daeschner. Stellung zu dem neuen hauswirtschaftlichen Musterlehrvertrag. der zwischen den Berufsverbänden der Hausfrauen und Hausgehilfen für hauswirtschaftliche Lehrlinge abgeschlossen wurde und der mit Genehmigung des Reichsarbeitsministeriums für das ganze Reich mabgebend sein soll.... Pensgemung zumet Der Referent begrußt die Neuformung. zumal es eine unerireuliche Erscheinung gewesen sei, daß die jugendlichen Hausgehilfinnen, die von ihren Eltern zur Erlernung der Hauswirtschaft in einen anderen Haushalt in Stellung gegeben wurden. früher nur zu häusig einer Ausnutzung ihrer Arbeitskraft unterlagen. Die vorgesehene Probezeit von sechs Wochen sei gerechtfertigt. Die Pflichten der Lehrfrau zur Unterweisung in allen hauswirtschaftlichen Arbeiten einschließlich des Kochens. der hauswirtschaftlichen Rechnungsführung usw. hätten natürlich zur Voraussetzung, daß die Hausfrau selbst nicht erst einer solchen Unterweisung bedarf. sondern die Gewähr biete, daß der junge Mensch nicht um zwei wertvolle Lebensjahre betrogen werde. Es bedürfe größter Sorgfalt in der sehlung geeigneter Haushaltungen. Vielleicht könnte der Reichsverband deutscher Hausfrauenvereine durch seine örtlichen Stellen jeweils Klarheit schafsen lassen durch einen Besuch bei der zukünftigen Lehrfrau. Das sei auch wichtig deshalb, weil an keiner Stelle die Gefahr einer Ausnutzung des jugendlichen Menschen so groß lei, wie in einem Haushalt, der dem Auge der Allgemeinheit weniger zugänglich ist als ein Betrieb. Der vorgesehene achttägige Urlaub erscheine reichlich kurz, zumal der Urlaub eines Lehrlings für eine zu fordernde zweider dreiwöchige Erholung nicht einen so fühlbaren Ausfall an Arbeitskraft bedeute, wie der eines erwachsenen Hausgehilfen. In der Frage der Vergütung empfiehlt der Referent bezirkliche Regelung eines Mindestsatzes. Ebenso wünscht er klarere Festlegung der Gleichheit der Beköstigung mit der Familienkost, wie bereits für die Kost des Lehrmädchens Mindestbestimmungen vorgesehen sind. Analog dem Gesetz zur Ordnung nalen Arbeit sollte schließlich die Möglichkeit geschaffen werden, auch ungeeigneten Lehrfrauen das Recht zur Betreuung hauswirtschaftlicher Lehrlinge abzusprechen. Weitere Inschutzhaftnahmen wegen staatsfeindlicher Betatigung Die Erpenfahr Fünferausschuß fur Der Völkerbundsrat hat Freitag abend über eine Stunde in geheimer Sitzung über die Saarfrage verhandelt. Dabei fand ein eingehender Meinungsaustausch über das ganze Problem statt. Besondere Fragen beantwortete der Präsident der Saarkommission, Knox. Knox soll dabei die Lage im Saargebiet als außerordentlich ungünstig und bedenklich geschildert haben. Da der Präsident der Regierungskommission bekanntlich in allen Fragen einseitig Partei ergriffen habe, können diese Auskünfte in keiner Weise eine geeignete Grundlage für die Entschlüsse des Rates bilden. Wie man hört, haben sich im Verlaufe der geheimen Ratssitzung starke Gegensätze gezeigt. Es ist nicht gelungen, zu einem abschließenden Ergebnis zu kommen. Grundsätzlich wurde allerdings beschlossen, dem Berichterstatter Aloist noch vier weitere Ratsmitglieder so einen Fünferausschuß zu bilden, der un Geiterbune die Saarabstimmung die vorbereiten den Maßnahmen fur die Volksabstimmung treffen und dem Rat für seine Maitagung entsprechende Vorschläge unterbreiten solle. Die Ramen der vier beigeordneten Ausschußmitglieder stehen noch Der Berichterstatter wurde baustragt, die Verhandlungen über diese Frage bis zu der für Sonnabend nachmittag vorgesehenen Ratssitzung zum Abschluß zu bringen. Auch der Bericht selbst ist am Freitagabend nicht fertiggestellt worden, ein Beweis bufur, daß sich starke Widerstände gegen den schon vorliegenden Berichtsentwurf gezeitigt haben. Auch hierüber sollen vor der Ratstagung am Sonnabend abschließende Entscheidungen gefällt werden. In Völkerbundskreisen sagt man, daß noch Gegensätze in den„Nuancen“ bestünden, doch konnen natürlich diese„Nuancen“ außerordentlich wesentlich sein. Angracen?. Das DRB. meldet aus Stuttgart, 19. Jan.: Bekanntlich mußte sich die württembergische politische Polizei auf Grund eines mit aller Sorgfalt durchgeführten Untersuchungsversatzosie, en der Maßnahme entschließen, den Pfarrer Sturm aus Waldhausen und den Stadtpfarrer Dangelmaier aus Metzingen in Schutzhaft zu nehmen, weil nach Erschöpfung aller anderen Mittel nur dadurch eine Unterbindung der staatsfeindlichen Tätigkeit gewährleistet war. Trotz eindringlicher Verwarnung wagen es einzelne Personen nun, wie die württembergische politische Polizei weiterhin mitteilt, diese Maßnahmen zum Anlaß zu nehmen, weiter eine lebhafte gegnerische Tätigkeit zu entfalten. wurde der Versuch gemacht, die beiden in Verwahrung genommenen Geistlichen als die unschuldigen Opfer einer bösartigen Verleumdung hinzustellen. Diese Absicht kann nur als eine bewußte Untergrabung der staatlichen Autorilät angesehen werden, und mußh entsprechend, ger ahndet werden. So wurde der Metzger Rltolaus Funk aus Waldhausen und der Schreiner Anton Kaufmann aus Affalterwang in Schutzhaft gegommen, die sich in abfälligen Aeußerungen gegen die Inschutzhaftnahme des Pfarrer Sturm gewandt haben. Eine von den beiden einberufene Protestversammlung gegen die Inschutzhaftnahme wurde von der politischen Polizei verboten. Der Gasthof des Metzgers und Landwirtes Nikolaus Funk wurde als Trefspunkt der Unruhecifter mit sofortiger Wirkung bis auf weiteres veschlosen..„ 5n Witer Ia. Die Nachforschungen ergeven weiter, vaß als geistiges Haupt dieses Treibens der Pfarrer Leißle aus Elchingen anzusehen ist. In einem Schreiben an den Kreisleiter des Oberamts drohte er, die Angelegenheit auch in Rom vorzulegen. Infolge dieser Umtriebe des Pfarrers hatte sich die Lage in der von ihm beeinflußten Gegend in besorgniserregender Weise zugespitzt. Zur Wiederherstellung ordentlicher, hältnisse und zur Befriedung des innenponrischen und kirchenpolitischen Lebens sah sich daher die geltlische Vollbet veronlest, dem Biomen heille shrtholt gr Drei Knaben unter Erdmassen In der Gustav=Adolf=Schlucht unweit Wokgast wurden drei Knaben in einer selbstgebauten Höhle verschüttet und getötet. Drei weiteren Knaben gelang es, sich aus der zusammengestürzten Höhle zu befreien und Hilfe herbeizuholen, die jedoch zu spät kam. Die im Allgäu verschütteten Reichswehrsoldaten noch nicht gefunden Nach einer am Freitag in Kempten eingelaufenen Meldung war es trotz angestrengtester Arbeit bis 1 Uhr nachts nicht gelungen, die beiden im Daumen=Gebiet von einer Lawine verschütteten Reichswehrsoldaten Ackermann und Wutschke zu bergen. Die Sucharbeiten sind am Freitag früh erneut mit Nachdruck wieder aufgenommen worden. Schwere Zuchthausstrafen für Sprengstoffverbrecher Das Reichsgericht verurteilte am Freitag wegen Vorbereitung zum Hochverrat in Tateinheit mit Vergehens gegen das Schußwaffen= und Kriegsgerätegesetz und Verbrechens gegen das Sprengstoffgesetz den Zimmermann Paul Bunke zu sechs und den Hilfsarbeiter Joseph Höll zu fünf Jahren Zuchthaus. Bei Bunke wurde überdies Anerkennung der Ehrenrechte auf zehn Jahre sowie dauernde Stellung unter Polizeiaufsicht verfügt. Die beiden jugendlichen Angeklagten, die regen Verkehr mit antifaschistischen Kreisen unterhielten, hatten in einer bei Freiburg im Breisgau gelegenen Hütte 86 aus Kanalisationsröhren selbst angefertigte Sprengkörper sowie Gewehrund Pistolenmunition zur gegen Volk und Staat gerichteten Verwendung aufbewahrt. Der„Lieferant“ der gestohlenen Sprengkörper und Waffen, ein kommunistischer Mineur, konnte sich dem Zugriff der Polizei durch die Flucht nach Wien entziehen. Schweres Bobunglück bei Bozen Die Aufgaben des deutschen kurzweilensenders Wie das V9Z.=Büro meldet, werden Ziel und Aufgaben des deutschen Kurzwellenrundfunks von zuständiger Stelle dahin bestimmt, daß es gelte, die in der ganzen Welt verstreut lebenden Auslandsdeutschen vom Schaffen und Geschehen im neuen Deutschland lebendig und zutreffend zu unterrichten und das Band zwischen Auslandsdeutschen und Heimat enger zu knüpfen. Lügenmeldungen über Deutschland müßten durch die tägliche Arbeit des Kurzwellensenders von selbst wirkungslos in sich Bei einem Bob=Reunen in Tesero in Fleimsthal ereignete sich ein schweres Unglück. Bei der Einfahrt ins Ziel wurde ein Bob mit sechs Personen aus der Bahn geschleudert und raste in die Zuschauermenge den Standplatz der Rennleitung hinein. Der Leiter des Rennens, Präsident Banza, erlitt so schwere Verletzungen, daß er kurz darauf starb. Sieben andere Zuschauer trugen mehr oder weniger schwere Verlezungen davon. Lagerhaus in Hull eingestürzt Ein sechsstöckiges Lagerhaus in Hul! stürzte aus unbekannten Ursachen zusammen. Die Trümmer begruben 30 Personen unter sich. Neun Arbeiter werden vermißt. Man glaubt, daß sie getötet worden sind. Zwölf Personen wurden teils schwer, teils leicht verletzt. gebung. 400 Personen besetzten die Bahnhofstraße und suchten die Zugänge zum Bahnhof zu sperren. Einige Personen legten sich auf die Schienen, um den Abgang des Zuges zu verhindern. Die Gendarmerie, die der Menge nicht gewachsen war, sah sich daher zur Freilassung des Verhafteten gezwungen. Nachdem jedoch Verstärkung eingetroffen war, ging die Gendarmerie mit Bajonetten vor, wobei zwei Personen schwer verletzt wurden, eine durch fünf Stiche in die Bauchgegend, eine andere durch einen Stich in die Kniegegend. Trotz des neuerlichen Eingreifens der Gendarmerie konnte der Abtransport verhindert werden. Der Häftling wurde im Triumph auf die Straße zurückgebracht. Der französische Senat über den Stavisky-Krach Auch der französische Senat hat der Regierung in der Stavisky=Angelegenheit das Vertrauen ausgesprochen. In der Sitzung, die am Freitagnachmittag abgehalten wurde, begründete zunächst Senator Cheron seine Anfrage über die Zusammenstöße in den Straßen vor der Kammer. In wenigen Zeilen Anläßlich des schweren Erdbebennnglücks in Indien hat Reichspräsident von Hinden durg an den König von England ein in herzlichen Worten gehaltenes Beileidstelegramm gerichtet. Wie das B93=Büro meldet, hat der Bundesführer des Stahlhelms, Reichsarbeitsminister Franz Seldte, dem Reichsminister und preußischen Ministerpräsidenten General der Infanterie Göring, anläßlich seines Geburtstages das Ehrenabzeichen des Stahlheims überreicht. Ministerpräsident Göring hat die Ehrenmitgliedschaft des Stahlhelms mit angenommen. Wie die„National=Zeitung“ meldet, werden die seit dem Mai 1933 zu einer Ordensgemeinschaft zusammengeschlossenen Ritter des Ordens pour le merite am 24. Jannar, dem Geburtstage Friedrich des Großen. in Berlin zu einer ersten Tagung zusammentreten. Die Polizei hat in Danzig eine kommnnistische Zentrale ausgehoben. die als eine der größten Europas anzusehen ist. Die Leiter waren zwei ostjüdische und polnische Studenten. Die Eisenbahnarbeiter auf Kuba sind in den Streik getreten. Sie haben die Forderung aufgestellt, daß der neue Präsident Mendiota die Verordnungen der früheren Regierung über die Arbeitsbedingungen unterzeichne. Die Streikenden haben versucht, ihrer Forderung durch Sabotageakte Rachdruck zu verleihen. Militär mußte eingesetzt werden, das verschiedentlich von der Schußwafse Gebrauch machte. Präsident Roosevekt hat eine Anordnung erlassen, wonach den Schiffen der Sowjetunion hinsichtlich der Tonnagegebühren die Meistbegünstigung gewährt wird. Das Kleine Präsidium der Abrüstungskonferenz hat am Freitagnachmittag kurze Zeit getagt. Es mußte seine Arbeiten aber unterbrechen, da der Generalfekretär des Völkerbundssekretariats, Avenol, an der geheimen Ratssitzung teilnehmen mußte. klärt habe, die Politik des guten Nachbarn verfolgten und sich in innere Angelegenheiten anderer Staaten nicht einmischten. Im Falle Mandschukno stehe allerdings die Regierung und das amerikanische Volk auf dem von Außenminister Stimson in seinem Brief an Senator Borah dargelegten Standpunkt, daß die Lostrennung dieses Gebietes von China nicht ohne weiteres als rechtmäßig anerkannt werden könne. Amerikanischer Bankier von Menschenraubern entführt Aus St. Paul(Minnesota) wird gemeldet: Det 36jährige Bankler Edward Bremer, Sohn eines wohlhabenden Brauers, ist von Menschenräudern entführt worden. Die Verbrecher verlangen ein Lösegeld von 200 000 Dollar. Die Familie verweigert der Pokizei gegenüber jede Auskunft, um das Leben des Entführten nicht in Gefahr zu bringen. K Gefangene des Skurmes aus dem Leuchtturm befreit in Shina Nach chinesischen Mitteilungen sollen japanische Streitkräfte ohne Grund in die Provinz Hoopei (nordwestlich von Peking) eingedrungen sein. Kurzwellensenders von selbst wirkungslos in sich Einer Meldung der Zeitung„Sundao“ zufolge, zusammenbrechen, wo immer sie ausgestreut wer= haben die japanischen Militarbeyorden der chineden. Genr Ende erriger.####r huu, der deutsche sischen Provinzial=Regierung= in Tschacher folJensender nier esanderte Auglandsnro= gendes ultimatum überreicht: 1. Die chinesischen Truppen räumen sofort " b e s e t z t e n S t e l l u n g e n a n d e r den. Seit Ende vorigen Jahres habe der Kurzweuensender vier gesonverle Auslandsprogramme für die vier verschiedenen Senderzonen: Afrika, Ostasien, SüdAmerika und Nordamerika. Für jede Zone bestand eine besondere Richtantenne, eine besondere Sendezeit und ein besonderes Programm. Der Richtstrahler Afrikas umfasse die ehemaligen deutschen Besitzungen und die Südamerikanische Union. Der Richtstrahler Asiens reiche von Japan bis Niederländisch= Indien; der Richtkegel Süd=Amerikas umfasse den gesamten Kontinent von der Südspitze bis nach Norddrasilien und der Richtstrahler NordAmerikas gehe von Kanada bis etwa zum Panama=Kanal. Beim Abtransport ins Konzentrationslager befreit— Sturmszeuen in einem steierischen Ort In Krieglach(Steiermark) kam es bei der Ueberführung eines Nationalsozialisten in das Konzentrationslager Wöllersdorf zu alle von ihnen besehlen Sledungen un der Großen Mauer bei Liminzu. 2. Die chinesischen Truppen werden in eine entmilitarisierte Zone überführt, die auf Grund des in Tanku abgeschlossenen chinefisch=japanischen Waffenstillstandsabkommens erweitert wird.„ 6ebam.„. 3. Die chinesischen Beyörven heven alle Verbote auf, die die Verbreitung von mandschurischen Flugblättern in dieser Gegend untersagten. 4. Sollten die chinesischen Behörden diese Bedingungen nicht erfüllen, werden die japanischen Truppen zu militärischen Operationen übergehen. Neue amerikanische Stellungnahme gegen Mandschukuo Der Abteilungoches in der Fernost=Abteilung des amerikanischen Außenamtes, Hornbeck, bevonte in einer längeren Rede vor dem Kongreß zur Verhätung von Kriegen, daß die Bereinigten taten, wie Präsident Roosevelt wiederholt er946 Flugzeug=Aufnahme des Leuchtturms„Ohu Hear Teach“ und des zur Hilie herbeigeeilten Dampfers „Hesperus". Zwischen beiden sieht man das Ruderboot, das die Leuchtturmwächter an Bord brachte. In dem Leuchtturm waren drei Wächter infolge des anhaltenden schweren Sturms an der Küste hilflos eingeschkossen. Nach schwerem Kampf mit dem entfesselten Element konnte ein Dampfer de ans ihrem Gesängute defreien. — Ueber die Fokter existieren dicke Bücher. Von Alteriumsforschern gewissenhaft zusammengestellte Folterkammern vermitteln uns ein Bild, ein oberflächliches Bild jener Schreckenszeiten, in denen Polizei und Gerichte noch durch Gewaltanwendung Geständnisse erpreßten. Nach dem Deutschen Strafgesetzbuch macht sich jeder Polizeibeamte strafbar, der durch Gewalt oder sogar durch Täuschung Geständnisse Beschuldigter hervorrufen will. Man kann heute sagen und stolz darauf sein, daß es bei uns keine körperliche Folter mehr gibt. Anders dagegen ist es in vielen Staaten, die sehr verwundert wären, wenn man sie aus dem Grunde, weil dort ganz unverblümt Angeklagte gefoltert werden, nicht zu den Kulturstaaten rechnen wollte. An erster Stelle steht hier Amerika. Gerade in der letzten Zeit, im Zusammenhang mit der Lindbergh=Affäre, wurden Skandale aufgedeckt, die niemand für möglich gehalten hätte. In den Vereinigten Staaten kommt es noch sehr häufig vor, daß Festgenommene, die kein Geständnis ablegen wollen, durch körperlichen Zwang dazu veranlaßt werden. Es soll nicht geleugnet werden, daß gelegentlich damit günstige Resultate erzielt wurden. Mancher verhärtete Sünder, der nie seine Tat eingestanden hätte, weil keine Zeugen vorhanden waren. bequemte sich nach den ersten Rippenstößen bereitwillig zu einem offenen Geständnis. Aber was ein kluger Mann einmal gesagt hat, kann, variiert, auch in dieser Hinsicht gelten: solange noch ein einziger Mensch unschuldig gefoltert wird, hat die Folter keine Berechtigung. In Scotland Yard, dem Sitz der Londoner Kriminalpolizei, kennt man keine körperliche Folter. Aber... Tatsachen über die amerikanischen Verhältnisse... Es sollen nur Tatsachen sprechen, die durch Zeitungsberichte und durch Protokolle von Gerichtsverhandlungen noch erhärtet werden können. Zunächst noch einige Worte über die„Technik“ der modernen Folter in Amerika. Fast jede Polizeiwache besitzt ein kleines Zimmer im Hofe oder im Keller, aus dem man auch die lautesten Hilferufe nicht vernehmen kann. Ist ein schwerer Junge verhaftet worden und will er nicht gestehen, führt man ihn in den „Massage=Raum“. Welcher Art die„Massage“ ist, kann man sich schon vorstellen. Daß dabei ein Gummiknüppel eine große Rolle spielt, ist selbstverständlich. Oft bewirkt die„Massage“ Wunder. Nach wenigen Minuten kommt der Beschuldigte wieder zum Vorschein und gibt offen seine Tat zu. Bei verhärteten Sündern hilft eine mehrfache„Massage". Schlimm ist die Angelegenheit nur, wenn der Beschuldigte überhaupt nichts zu gestehen hat, weil er nämlich unschuldig ist. Aber die Kulturtat der„Massage“ wird trotzdem approbiert. Zu den klassischen Beispielen der modernen Folter in den U. S. A., des sogenannten„dritten Grades“, gehört der Fall Heslin, der vor einiger Zeit gerichtlich seine Aufklärung fand. Heslin war ein bekannter Gangster, der keineswegs unser Mitleid verdient. Aber schließlich ist ein Gangster immer noch ein Mensch. Heslin war von einem Schutzmann überrascht worden. Er schoß diesen nieder. Bei dem Kampfe war aber auch Heslin durch einen Schuß seines eigenen Revolvers schwer verletzt worden. Blutüberströmt suchte der Gangster zu flüchten. Er wurde jedoch bald darauf von anderen Schutzleuten eingeholt und festgenommen. Bei uns hätte man den schwerverletzten Verdrecher, trotzdem er einen Schutzmann ermordet hatte, sofort in das nächste Krankenhaus gebracht. In Chilago — der Fall spielte sich hier ab— macht man das anders. Der halbtote Gangster wurde auf die Polizeiwache geschleppt, um hier einem Verhör unterzogen zu werden. Wirklich geschleppt. Zeugen bestätigten später, daß sie am Boden dreite Blutstreisen demerkten, die von den Verletzungen Heslins herrührten. Im„Massage=Raum“ sprang man unmenschlich mit dem Schwerverletzten um. Heslin, der sich weigerte zu sprechen. vielleicht auch vor Schmerzen nicht sprechen konnte, bekam zunächst den Gummiknüppel zu spüren. Dann stocherte man ihm mit Stöcken in den Wunden herum Als auch dies nicht half. den Gangster zum Sprechen zu bringen, goß man ihm Salzwasser aus die Wunden. Heslin sank ohnmächtig zusammen. Die gesamte Belegschaft der Wache spuckte ihn an. Jetzt erst wurde er in das Krankenhaus eingeliefert. Bei der Gerichtsverhandlung kam die brutale Behandlung zur Sprache. Die schuldigen Schutzleute wurden verwarnt. Trotz des großen Skandals, den die Affäre nun hervorrief, war natürlich das Schicksal des Gangsters, der mehrere Morde auf dem Gewissen hatte, besiegelt. Als Heslin auf dem elektrischen Stuhl saß. erklärte er, daß der Tod ihm nach den entsetzlichen Foltern des „dritten Grades“ nicht wie eine Strafe, sondern wie eine Erlösung vorkomme... Geo London, der berühmte französische Reporter, hat einige Monate bei den amerikanischen Gangsters verbracht. London (nicht zu verwechseln mit dem kürzlich tödlich verunglückten Reporter Albert Londres!) schildert in seinen Berichten, die er zu einem Buche zusammenfaßte, recht ausführlich auch die Methoden der modernen Folter, wie sie in Chikago in Anwendung gebracht werden. London war Zeuge eines unbeschreiblichen Vorfalls. Ein Angeklagter, ein wahrer Herkules, wurde während des Verhörs plötzlich von einem Schutzmann ergriffen und mit dem Kopfe zwischen die Stäbe eines Gitters zurückgezogen. Nun versetzte ein anderer Schutzmann bei jeder Frage dem Angeklagten mit dem Gummiknüppel Schläge auf den Kopf. bis das Blut aus Mund und Nase hervorbrach. Der Gefolterte gestand schließlich ein Verbrechen ein, daß er vielleicht gar nicht begangen hatte. Man ließ ihn jetzt los, und auf der Stelle änderte sich die Taktik der verhörenden Detektive. Sie baten den Angeklagten freundlich, Platz zu nehmen; sie gaben ihm Zigaretten und etwas zu trinken, während er das Protokoll diktierte. Bei der Gerichtsverhandlung wird der Angeklagte wahrscheinlich das Geständnis widerrufen haben. Dieser Weg bleibt dem amerikanischen Verbrecher immer noch offen. Nur um der Folter des„dritten Grades“ zu entgehen, gesteht er, was man von ihm verlangt. Der Richter wundert sich nachher höchstlich, daß die meisten Geständnisse widerrufen werden. Geo London erwähnt noch den Fall eines riesigen Polizeileutnants von zwei Meter Größe, der seine Verhafteten stets zum Geständnis brachte. Der Polizeileutnant war ein vorzüglicher Boxer. Ein paar Uppercuts in der„Massage=Kammer“ erzielten immer ihre Wirkung. Derselbe Polizeileutnant verwendete nach den Aussagen des französischen Reporters noch ein anderes Mittel, das sich stets als probat erwies. Er faßte den Angeklagten mit seinen riesigen Fäusten am Hals und drückte ihm die Kehle zu. Nach wenigen Sekunden machte der Delinquent ein Zeichen, daß er gestehen wolle. Zahlreiche raffinierte Verbrecher wurden in Chikago auf diese Weise überführt. Daß der Satz: Der Erfolg gibt recht, in diesen Fällen nicht stimmen kann, liegt auf der Hand. Es ist der Polizei eines Kulturstaates unwürdig, auch schuldige Angeklagte zu foltern, wenn sie ihre Tat nicht eingestehen wollen. Der Kriminalist. der wirkliche, verabscheut solche Mittel. Seine Waffe ist Klugheit und Intelligenz. Die Kriminalbeamten aller Welt und nicht nur die amerikanischen könnten in dieser Beziehung sehr viel von den deutschen lernen. Will man die Beweise für das Vorhandensein einer modernen Folter in Amerika erbringen, darf man den Fall Violet Sharpe nicht übergehen. Gerade diese Affäre hat den Amerikanern, die die Erzählungen vom„dritten Grad“ für Märchen hielten, die Augen geöfnet. Violet Sharpe ist das unglückliche junge Mädchen, das in den Verdacht geriet, bei der Entführung des Lindbergh=Babys beteiligt zu sein. Die Kriminalbeamten scheuten sich nicht, auch diese Frau in die „Massage=Kammer“ zu führen. Um den Schrecken des„dritten Grades“ zu entgehen, wählte Violet Sharpe, die völlig schuldlos war, die Flucht in den Tod. Sie verübte Selbstmord. Seitdem weiß in den U. S. A. jedes Kind, was eine„Massage=Kammer“ ist und wie die Methoden der modernen Folter beschaffen sind. Nun wäre es falsch, die körperliche Folter als ein Privileg der Nordamerikaner zu betrachten. Man braucht nicht soweit zu gehen, um die Beweise zu erhalten, daß auch in Europa die Methode, durch Gewalt Geständnisse zu erpressen, nicht ganz unbekannt ist. Wie war es doch mit dem armen Schneider Almazoff. der in Paris unter Mordverdacht festgenommen wurde und. trotzdem er schuldlos war, zum Mörder gestempelt werden sollte? Almazoff hat noch heute die Spuren der Verletzungen an den Händen, die ihm von den Pariser Detektiven beigebracht wurden, als er nicht gestehen wollte und nicht gestehen konnte. Man schlug den Angeklagten mit einem Holzstück so lange auf die Fingernägel, bis das Blut darunter hervorspritzte. Dennoch legte der Schneider Almazoff kein Geständnis ab, was die Kriminalbeamten, die das Verhör leiteten, zu immer größerer Wut antrieb. Jeder weiß es in Paris, daß es im Polizeipräsidium noch heute eine„Kammer der spontanen Geständnisse“ gibt, die den „Massage=Kammern“ Amerikas in nichts nachsteht. Man frage die während der Rheinbesetzung wegen politischer Taten verhafteten Deutschen, und man wird Wunderdinge zu hören bekommen. Die Franzosen foltern nicht nur ihnen politisch verhaßte Angeklagte, sie tun das auch, wie der Fall Almazoff und andere beweisen, mit ihren eigenen Landsleuten. Es genügt, einen Blick in die Memoiren der Leute zu werfen, die nach der Strafkolonie Cayenne verbannt wurden. Sie alle haben es zu spüren bekommen, was die moderne Folter in Frankreich bedeutet. Und der Balkan? Und Rußland? China? Man lann diese Länder übergehen, da sie nicht mit den erwähnten in Vergleich zu setzen sind. Aber jeder Liebhaber schauriger Genüsse käme auf seine Kosten, wenn er einmal einen Blick in Polizeiwachen und Gefängnisse des Balkons werfen könnte. Was sich hier ereignete und sich noch ereignet, übertrifft um ein Vielfaches alles bisher Geschilderte. Die fraglichen Länder können sich nur damit entschuldigen, daß sie nicht den Anspruch erheben, in der Liste der modernen Kulturländer geführt zu werden. In England, wo man mit den Angeklagten sehr manierlich umgeht, hat sich aber trotzdem eine andere Art der Folter immer noch erhalten. Man verhört den Festgenommenen stundenlang, die ganze Nacht hindurch und den ganzen Tag. Alle zwei Stunden lösen sich die Verhörenden ab. Der Angeklagte bricht schließlich zusammen. Man hat ihn nicht berührt, man hat ihm nichts angetan; aber man hat ihn geistig zermürbt. In dieser Stimmung ist er bereit, jedes Geständnis abzulegen, nur um ein warmes Essen zu bekommen oder ein paar Stunden zu schlafen. Erwähnt sei, daß die gleiche Methode, nur um einige Grade verschärft, auch in den Vereinigten Staaten von Nordamerika blüht. Nach zehnstündigem Verhör läßt man dem Angeklagten ein Essen bringen. Er will zugreifen, aber schon hat ihm ein Detektiv den Teller wieder fortgenommen.„Erst die Tat eingestehen!" Das Verhör beginnt von vorn. Passionierte Raucher haben schon wegen einer einzigen Zigarette ein offenes Geständnis abgelegt. Beliebt ist in England und in Amerika auch die Methode, durch Dunkelarrest, Entziehung der Besuchs= und Schreiberlaubnis einen Druck auf den Untersuchungsgefangenen auszuüben. Ob diese Methoden unter den Begriff der modernen Folter fallen, kann bestritten werden. Jedenfalls wirken sie deprimierend auf den Angeklagten. Ein gewissenhafter Kriminalist wird auch diese Mittel verabscheuen, um selbst von einem Festgenommenen, von dessen Schuld er überzeugt ist, ein Geständnis zu erlangen. Unter den Ländern, in denen die polizeiliche Technik am meisten humanisiert ist, soweit das überhaupt möglich sein kann, marschieren Deutschland, die Schweiz und die skandinavischen Länder an der Spitze. In Amerika hat das Verbrecherunwesen solche Ausmaße angenommen, daß man die brutalen Verhörmethoden vielleicht noch verstehen, aber nicht entschuldigen kann. Unbegreiflich und unentschuldbar muß es erscheinen, daß selbst Frankreich, das sonst immer behauptet, an der Spitze der Zivilisation zu marschieren, zu mittelalterlichen Foltermethoden Zuflucht nimmt. Wahrscheinlich rechnet man dort politische Gegner und arme Sünder nicht zu den Leuten, mit denen man in der vielgerühmten französischen Courtoisie umzugehen hat. Die anständigen Menschen hätten wahrhaftig die Pflicht, vierschrötige Rohlinge daran zu hindern, ihre innere Veranlagung an Leuten auszutoben, die ihnen unglücklicherweise in die Hände geliefert wurden. Derartige Diener der„Justiz“ gehörten manchmal noch dringender als ihr Opfer vor den Richterstuhl! Die neuesten Nachrichten aus Amerika besagen, daß man dort eine Maschine erfunden habe, um die Wahrheit zu ermitteln. Leider scheint es mit dieser genialen Erfindung etwas zu hapern. Denn wozu brauchte man dann noch„Massagekammern“? Bodo M. Vogel. Das Gebäude der Porifer Briminalpolizet, in dem ud auch die„Kammer der spontanen Geständnißr“ Golluben A 19164 17] Nachdruck verboten. Ein dummes Gerede, zum Spaß einen plumpen, braven (wie man glaubte) harmlosen Jungen aufgebunden— und alles war vergessen, war null und nichtig? Glauben konnte er nicht! Warum also? Wollte er ihr eine Lehre zuteil werden lassen? Eine„Strafe“ für ihr skrupelloses Aufschneiden? So wenig Sinn für Humor hatte er? Freiwillig und ganz aus sich nahm sie diese Maskerade, wie sie es heimlich nannte, ja gern auf sich. Alles mal kennenlernen, alles verstehen lernen! Aber sie darin sitzenlassen? Wo er doch nicht wußte, daß sie das, nun es so war, auch so wollte? Ihre zuversichtliche Laune schwand. Ihr heiter=hochmütiges Gesichtchen wurde ernst und blaß. Sie starrte vor sich hin und schwieg zornig. Bredena beobachtete heimlich ihr Mienenspiel. Er kannte sich ein wenig aus in der Psyche der Krimisellen. Er glaubte, daß der Moment gekommen wäre, sie für ein„Geständnis“ zu gewinnen. Aber ehe er noch ein Wort sagen konnte, atmete Luzie tief auf. Es war, als hätte sie seine Gedanken gespürt. „Haben Sie Giseler bei Schettelers kennengelernt?“ fragte sie sachlich. „Sie kennen Herrn Professor Giseler?" „Natürlich! Er ist doch mein Hauptkomplice!" „Wie soll ich das verstehen?“ „Er war doch, bis ich mündig wurde, mein Vormund!“ „Professor Giseler?“ „Ja!“ „Professor Giseler sprach von einer jungen Dame, die er vergeblich erwartete. Nachher teilte er uns mit, sie habe Migräne. Fräulein Hofmann ist eine Schwester der Frau von Schetteler. Geben Sie vor, diese junge Dame zu sein?“ „Nein!“ sagte Luzie kurz und scharf.„Vorgeben tu ich das nicht!“ „Na also! Fräulein, diese Geheimnistuerei hat keinen Zweck. Sie erschweren nur Ihre Lage.“ Bredena sprach mit sanft=gewinnender Stimme.„Sagen Sie, was zu sagen nötig ist Es ist für Sie am besten!" „Und wenn ich es sage, glauben Sie es nicht und meinen, ich gäbe es vor!“ sagte patzig Luzie. „Wie wollen Sie beweisen, daß Sie Fräulein Hofmann sind?“ „Meine Schwester wird mich identifizieren! Der Umweg nach Bergen über Brömitz ist nicht weit. Machen wir den Versuch!" „Wenn Sie glauben, auf diese Weise Gelegenheit zur Flucht zu finden.“ „Drei große Männer werden doch wohl ein kleines Mädchen bewachen können!“ „Unter Umständen, wenn das kleine Mädchen sehr raffiniert und sehr schlau ist...“ „Gewiß! Männer hinters Licht zu führen, ist nicht schwer. Ich würde Ihnen mit Leichtigkeit entwischen können, wenn ich meine Talente auf diesen Punkt konzentrierte. Aber ich habe gar kein Interesse daran! Per— Per, dieser dumme Esel, den man mir noch dazu als Ehemann präsentieren wollte! Nur Per konnte meine lustigen Aufschneidereien glauben.“ „Herr Mackeprang hat mir mitgeteilt... Auch ich, als Kriminalist, habe den Eindruck, daß man so etwas nicht erfinden kann.“ „Ein Mann vielleicht nicht! Aber als Frau? Und wenn man in seinen Backfischjahren feste Kriminalgeschichten gelesen hat? Aber wie gesagt, Herr Bredena, die Sache hat mir Spaß gemacht. Daß auch niemand auf den Gedanken kam, die Fremdenlisten einzusehen...“ „Das würde in diesem Falle wenig genützt haben. Wer garantiert, daß Sie nicht unter ganz falschen Angaben leben?“ „Täte ich sicher, wenn ich Verbrecherin wär'! Und sicher erzählte ich dann nicht haarklein Einbruchsgeschichten, wie man sie zu Dutzenden täglich in den Zeitungen beschrieben liest!“ „Man hat seine schwachen Stunden!" „Wie ich augenblicklich. Eigentlich sollte mich Hertha morgen früh aus dem Gefängnis erlösen! Aber die Sache wird mir doch zu dumm. Fahren wir also auf Brömitz vor..“ „Falls ich mich dazu entschließe!" „Meine Verwandten werden Ihnen sehr dankbar sein, wenn Sie sich nicht dazu entschließen!" „Unverständlich ist mir Ihre Weigerung, Ihren Namen anzugeben.“ „Ich dachte, Giseler sollte mich suchen.“ „Das hat er getan! Das heißt, er hat Fräulein Hofmann gesucht!“ „Ohne mich zu sinven?" „Wie konnte er wissen, daß Sie und die verhaftete Verbrecherin identisch seien?“ Luzie wurde nachdenklich. „Wiro man denn nun die beiden Burschen, die— ich heute morgen angegeben habe, laufen lassen? Genügt es, mich zu verhaften und die vielleicht Schuldigen ihres Weges ziehen zu kassen?“ Bredena stutzte. Woher konnte sie wissen, daß Fräulein Hofmann diese Angaben gemacht? Vielleicht ein neuer Trick! Er heuchelte Glaube. Ah. Sie waren das! Sie wissen das! Dann aller„Sehen Siel“ sagte erleichtert Luzie.„Nun schicken Sie diese bewaffnete Begleitung nach Hause und fahren Sie allein mit mir nach Brömitz!“ Bredena lächelte verächtlich. „Sie sind wirklich schlau, liebes Fräulein. Aber— doch nicht schlau genug für uns!“ Luzie seufzte. „Jedenfalls— wir fahren über Brömitz! Meinetwegen dann also in bewaffneter Begleitung! Gott, was diese Männer bange vor mir sind! Ohne Revolver, Gummiknüppel und Seitengewehr— gleich doppelt— wagen sie nicht mit einem einzelnen Mädel über Land zu fahren. Und Sie, Herr Bredena? Sind Sie ohne Waffen?" Aha, die wollte Lage spannen! Bredena griff in die Tasche und holte seinen Revolver hervor. „Sehen Sie, Fräulein?!“ Luzie lachte. „Wie viel mutiger sind wir Frauen doch! Ich habe gar keine Angst, trotzdem drei bewaffnete Männer mich sozusagen entführen!" Bredena ließ sich ihr aufreizendes Wesen schweigend gefallen. Sie tat ihm leid. Verbrecherin oder nicht: ein allerliebstes Mädchen! Und wer wollte ihr verdenken, daß sie in dieser Lage nervös wurde? „Weshalb fragen Sie mich nicht über das Leben der Luzie Hofmann aus, die zu sein ich vorgebe?“ fuhr sie fort, ihn zu necken.„Diese interessante junge Dame, die in Berlin Musik studiert und sich zur Sängerin ausbilden läßt...“ Und sie begann, so heiter und natürlich von ihrem Berliner Leben und ihrer Arbeit zu erzählen, daß Bredena unwillkürlich interessiert zuhörte. „Sehen Sie“, sagte das junge Mädchen nach einer Weile,„so etwas kann man doch nicht erfinden, mit all diesen kleinen Zügen und Einzelheiten! Nicht wahr? Eines aber muß doch erfunden sein— dies oder mein „Verbrecherleben“! Nun sagen Sie mir ehrlich, Herr Bredena: Was halten Sie für mein wahres und was für mein erlogenes Ich?“ Bredena sah sie einen Augenblick prüfend an. Er sah ihr helles, freundliches, ein wenig spitzbübisches Gesicht und die Gepflegtheit ihrer ganzen zierlichen Person. Und so etwas sollte reif sein fürs Zuchthaus? Ein herzliches Erbarmen faßte ihn. Trotz der Anwesenheit der beiden Polizisten nahm er ihre kleine braungebrannte Hand, die ein bißchen schlaff und nervös neben ihm auf dem Polster des Wagens lag, und führte sie an seine Lippen. „Ich hoffe von ganzem Herzen, daß Sie so unschuldig sind, wie ich wünsche!" „Das ist nett gesagt! Sie sind ein sehr liebenswürdiger Kriminalist, Herr Bredena! In Ihrer Nähe fühle ich mich wohlgeborgen! Und deshalb will ich jetzt ein bißchen schlafen. Denn alles in allem war es doch ein aufregender Tag!“ Sie lehnte sich in die Ecke und zog ihr Mützchen tief übers Gesicht, so daß es noch die Augen verdeckte. Dann schlief sie ein. Wenigstens offiziell. Durch das dünne Gewebe der Mütze beobachtete sie ihre Wächter. Gern wäre sie ihnen noch entschlüpft! Aber sie sagte sich, das könne eine gefährliche Sache werden— und es war auch ihr jetzt des Spaßes genug. Sie merkte wohl, daß die Aufmerksamkeit der drei nicht nachließ. Außerdem fuhr der Wagen sehr schnell. Endlich schlief sie wirklich ein und empfand, im Halbschlummer, das rasche Hingleiten des Wagens wie das sanfte Gleiten des Segelschiffes über die Wellen. Und sanft glitt ihr auch die Zeit dahin. Erst als sie, bei gelegentlichem Blinzeln, merkte, daß sie sich dem Ziel näherten, wachte sie mit einem Ruck auf. machte sich zurecht und gab Obacht, daß man auch den richtigen Weg einschlüge. Bredena gab Ordre, auf Brömitz zu fahren, und ein zufriedenes Lächeln seiner eigenartigen Gefangenen spannte ihn zu doppelter Achtsamkeit auf sie an. Hertha von Schetteler hatte telephonisch aus Bergen eine Unmenge Lampions bestellt, denn sie hatte vor, am morgigen Abend eine„Italienische Nacht“ zu veranstalten. Sie hatte ihre liebsten Bekannten, ebenfalls telephonisch. um ihr Kommen gebeten— und fast alle hatten zugesagt Das Abendessen überließ sie ihrer tüchtigen Köchin, nachdem sie ein recht üppiges Menü zusammengestellt. Weine und Bowie zu bestimmen, war Angelegenheit ihres Mannes. Sie aber saß jetzt mit dem Fräulein, das die kleine Ingeborg pflegte, auf der Veranda und befestigte Lichter in den Lampions. Ingeborg kniete auf dem Boden neben ihr und spielte. Sie fragte immer wieder:„Wann kommt denn Tante Luzie?“ „Ja, wann kommt sie?“ sagte die Mutter. Sie wunderte sich selbst aufs höchste, daß Giseler noch nicht, wie er versprochen hatte, angerufen. Er mußte sie doch längst gefunden haben. Es tat ihr weh, daß sie sich gestehen mußte, von ihm enttäuscht zu sein. Darum, dachte sie, habe ich nun Jahre hindurch Rostock gemieden und fast alle Verbindungen dort abgebrochen: ich fürchtete, nicht die Kraft zu haben, meiner großen Liebe zu widerstehen, wenn ich ihm gegenüberstände. Bin ich so verändert, oder ist er es? Oder sehe ich als Gattin und Mutter die Männer mit so ganz anderen Augen an? Aber der gute Herbert ist wirklich kein Held und noch viel weniger ein Adonis. Er ist nicht einmal ein Ritter ohne Furcht und Tadel. Er ist ein überfeinerter, verzogener Egoist, der immer nur in Furcht lebt, seinen wichtigen Lebensgewohnheiten, seinen gelehrten Interessen könne eine geringe Kleinigkeit ab8868. g veere eber 1Schetteler war gewiß kein Mustermensch, über seine Frische und Natürlichkeit tat ihr neben Giselers Wesen fast wohl. Vielleicht nur Gewohnheit, überlegte sie, aber wenn schon nur Gewohnheit: es zeigt mir, wohin ich gehöre und was mir entspricht. Es war ihr, als ob die Wünsche ihres Herzens, die bisher in stillen Stunden unruhig in die Ferne geflattert waren, wie heimatgewohnte weiße Tauben zurückgekehr seien und sich friedlich und für immer bei ihr eingenistet Eine stille Zufriedenheit erfüllte sie. Und Luzie? Sie war die einzige, die ahnte, wie sie für Giseler gefühlt hatte. Ob sie sich deshalb dem Werben des Professors gegenüber ablehnend verhielt? Jedenfalls wollte sie ihr andeuten, daß das nicht notwendig sei. „Ich bin mit Gustav glücklich“, wollte sie sagen. War das die Wahrheit? Hertha von Schetteler lächelte versonnen. „Mit Gustav und Ingeborg!“ Das erst war richtig! Schetteler trat ein. „Ist noch was zu bestellen in Bergen?“ fragte er.„Ich fahre früh zu unserer Sitzung. Ich will versuchen, Ramitz noch vorher zu sprechen. Er soll mir beichten. Er hat eine Dummheit bereits gemacht oder noch im Schilde. Und die braven Bürger im Städtchen haben wenig Sinn für seine Unarten. Ich muß doch sehen, wie ich ihn ein bißchen am Gängelband halte!“ Hertha lachte leise. „Vergräme mir nur Ramitz nicht. Ich brauche ihn morgen als maitre de plaisir. Bei solch improvisierten Festen ist nun mal der Spatzmacher die Hauptsache!“ „Vergrämen? Ich habe mir eine ganze Büchse voll Honig eingepackt, die ich ihn um den Bart schmieren will.“ Schetteler hob Ingeborg auf. „Will mein kleines Mädchen mit Vater fahren?“ Die Kleine schüttelte den Kopf. „Inge geht bald schlafen!“ sagte es vernünftig.„Damit sie morgen blanke Augen hat. Morgen kommt Tante Luzie wwer scher? Geret „Komisch, daß man nichts von den beiden hotl! feuszte Hertha von Schetteler. „Vielleicht sind sie schon unterwegs. Der zerstreute Herr Professor hat nur vergessen, es mitzuteilen!“ Schetteler beugte sich über die Hand seiner Frau, um sie, abschiednehmend, zu küssen. „Ein Auto!?“ sagte Hertha, in diesem Augenblick aufhorchend.„Das könnten sie sein!" So geschah es, daß die ganze Familie und ein Teil der Dienstboten herzueilten und vor der Freitreppe warteten, als der große Wagen, der Luzie in so sicherer Begleitung nach Brömitz brachte, vorfuhr. Bredena sprang aus dem Wagen. Luzie wollte folgen, aber die Polizisten hinderten sie energisch an solch frevelhafter Selbständigkeit. Sie schaute aber aus dem Fenster und winkte Hertha fröhlich zu. Bredena grüßte höflich, aber eilig. „Meine verehrten Herrschaften“, sagte er ein bißchen außer Atem,„ich bringe Ihnen hier ein junges Fräulein, das unter dem Verdacht steht, am Einbruch bei Ihnen beteiligt zu sein. Sie behauptet—“ „Bredena, sind Sie verrückt? Das ist meine kleine Schwägerin. Haben Sie wirklich nichts Besseres zu tun, als in solchen Schelmenstreichen, wie Luzie sie liebt, mitzuwirken?" Bredena machte ein wenig geistreiches Gesicht. „Sind Sie ganz sicher, Herr Baron—“ „Na, nu schlägt's aber dreizehn! Wir werden doch unsere Schwester und Schwägerin noch kennen?" „Dann muß ich mich allerdings der Ansicht anschließen, daß Herr Mackeprang ein Riesenesel ist!“ sagte er entsetzt. „Sehen Sie“, rief Luzie durch das Wagenfenster,„ich habe es ja immer gesagt!“ Jetzt hinderten die Polizisten Luzie nicht mehr, den Wagen zu verlassen. Verlegen kamen auch sie heraus und machten ihre Honneurs. „Ja, Luzie, aber sage mal“, entfuhr es der völlig verblüfften Baronin.„Was soll denn das? Und wo ist denn Herbert?“ „In Saßnitz. Wenn er nicht etwa meinen Spuren gefolgt ist. Uebrigens, so recht Herr Bredena hat, wenn er sagt, daß dieser Mackeprang ein Riesenesel ist: ich“, fügte sie in ihrer freimütigen und gewinnenden Art hinzu,„bin an der ganzen Sache eigentlich auch nicht unschuldig. Ich erzähle es nachher Aber bitte, Herr Bredena— soviel ich weiß, haben Sie mein Geld—, bezahlen Sie den Chauffeur. Reichlich Trinkgeld— ja? Und dann laßt uns ins Haus gehen! Gustav, ich glaube, du mußt da einiges in Ordnung bringen, mit ein paar Behörden und so. Aber schimpf nicht! Ich mach's nicht wieder— und die Herren waren alle furchtbar nett zu mir. Herr Bredena geradezu reizend!"(Fortsetzung folgt.) Nr. 17(Viertes Blatt) „Tchwerter=Hentuns Samstag, 20. Januar 1934 Kerry Anderson war im Begriff, unter dem sternenklaren Winterhimmel den zugefrorenen White Horse Creek zu kreuzen, als ein schwacher Schrei an sein Ohr drang. Er wandte sich um, aber seine Augen waren von dem Schnee einen Augenblick geblendet. Endlich sah er eine Gestalt, die auf ihn zueilte. Seine Augen wurden für einen Augenblick groß vor Erstaunen. Tann senkten sich die Lider über enge, scharfe Pupillen. Hinter der Frau lief ein mageres, halb verhungert aussehendes Wesen. Selbst auf diese Entfernung sah Kerry Anderson zwei Punkte, die wie rotes Feuer leuchteten: die Augen eines Wolfes.„Verdammt!“ sagte Kerry und wandte seine Schneeschuhe mit einem Sprung um. Während er, so schnell er konnte, seine eigene Fährte zurückeilte, riß er schon die Flinte von der Schulter. In der Dämmerung der kalten Winternacht konnte er das Gesicht der Frau erkennen. Instinktiv streckte sie ihm ihre Hände entgegen. Ein dünner Schrei flatterte ihm entgegen; sie stolperte, sank als kleiner schluchzender Haufen in den Schnee. Der Wolf näherte sich ihr mit langen Sprüngen. Kerry Anderson war an die Gefahren, die sich hinter dem unschuldigen Aeußeren der nordischen Waldlandschaft bargen, gewöhnt. Als das Raubtier zum letzten Sprung ansetzen wollte, sank Kerry Anderson blitzschnell auf sein linkes Knie, und der Schuß donnerte durch die nachtliche Stille, kaum daß der Gewehrkolben seine Schultern berührt hatte. In dem Augenblick, in dem Anderson abzog, war in seinem Unterbewußtsein wie ein flehendes Gebet der Wunsch, daß er gut gezielt hätte. Er hatte keine Zeit zu zögern— keine Zeit zu denken, daß er ebensogut wie das Raubtier die Frau treffen konnte. Sofort, nachdem er gefeuert hatte, eilte er wieder auf seinen Schneeschuhen vorwärts und lud dabei das Gewehr. Die Frau lag im Schnee, ihr Gesicht darin vergraben. Neben ihr lag ein grauer Wolf. Aus seinem Maul floß der Geifer fast auf das Kleid der Frau. Aber die Bestie war tot. Kerry Andersons Kugel war ihm glatt durch den Schädel gegangen— ein guter Schuß bei dem schlechten Büchsenlicht. Als er jetzt neben der Frau stand, bewegte sie sich. „Ist er tot?“ fragte sie, und Kerry wunderte sich, daß ihre Stimme so ruhig war. „Ich glaube, ich habe niemals vorher soviel Angst gehabt“, gestand sie mit elwas gewaltsamer Heiterkeit.„Das war ein guter Schuß.“ „Ja!“ sagte Anderson ruhig.„Schießen lernt man hier oben.“ Er nickte zum Wald hinüber. Irgendwie schien sein Nicken Visionen heraufzubeschwören von einsamen Schneeschuhspuren durch die Winterlandschaft Alaskas, von riesigen menschenleeren Waldgebieten, von tödlicher Stille, in der die Männer hart und schweigsam wurden. Das Mädchen klopfte den Schnee vom Pelz.„Sie haben mich gerettet!“ sagte sie mit einer Einfachheit, die ein flüchtiges Lächeln in seinen strengen Zügen erweckte.„Ich bin Ihnen dafür dankbar. Sie glauben das doch?“ „Ja!“ sagte er ruhig. Etwas von der unbezwinglichen Gesühllosigkeit des Nordens schien in sein Blut gedrungen zu sein, so daß es eingefroren war. Aber doch lag auf seinem Gesicht ein sonderbar unzufriedener und ruheloser Ausdruck. Vor allem die Augen spiegelten ihn wider. In ihrem durchdringlichen Blick reflektierte ein unbefriedigter Nachedurst.. Eine Weile studierte das Mädchen schweigend dies strenge Gesicht im Licht der Sterne. Dann hob sie ihren Arm, wies hinunter ins Tal. Schwache Lichter glänzten dort auf. „Ich war auf dem Wege nach Jelks Dancing House“, sagte sie,„als dieses Biest hinter mir herkam. Ich wußte nicht, wohin ich flüchten sollte. Ich— ich— schloß meine Augen und lief einfach weg.“ Ihre Stimme war monoton, als ob sie sehr erschöpft sei.„Ich bin eins von Mister Jelks Tanzmädels", sagte sie fast flüsternd. „Es ist manchmal sehr schwer für ein Mädchen, das allein auf der Welt ist.“ Er nickte bedächtig.„Besonders wenn sie schön ist wie Sie!“ sagte er mit komischem Ernst. Ein schwaches Lächeln spielte um ihre Lippen. Sie streckte ihre Hand aus, ein weiches, lächerlich kleines Ding. Kerry Andersons riesige Tatze legte sich sanft darum. Sein grimmiges Gesicht wurde heller. „Ich bin Kerry Anderson!“ sagte er ebenso einfach wie sie und sah in ihr ihm zugewandtes hübsches Gesicht..„Ich bin fremd hier in der Gegend, seit langem auf einer Fährte.“ Er schien zu seufzen.„Ich streife durch das Land. Ich bin auf der Jagd...“ Er machte eine Pause, das Lächeln verließ sein Gesicht.„Auf der Jagd nach einem Manne!“ schloß er. „Auf der Jagd nach einem Manne?“ fragte sie. „Ja! Eine Art fixe Idee. Ich kann kaum hoffen, ihn noch zu, treffen. Er sollte seine, Spur in fünf Jahren verwischt suben— nicht wahr? Well., vielleicht ist es gut. Ein Schurke wie er...“ Er brach ab; aber sie sah das plötzliche Feuer, das aus seinen Augen züngelte.„Ich weiß nicht, warum ich Ihnen das erzähle!“ setzte er hinzu, als ob er sich entschuldigen wollte. „Es kommt wohl daher, daß ich seit fünf Jahren an nichts anderes denke.“ Er war sich halb bewußt, daß ihre Blicke in seinem Gesicht umherwanderten. „Ich heiße Carna Fielding!“ sagte sie.„Vor einem Jahre war ich noch Tanzschülerin in Neuyork. Dann bekam ich mein erstes Engagement in Milwaukee, und vor vier Wochen kam ich hierher. Ich wollte, ich wäre nicht gekommen.“ In ihrer Stimme lag tiefes Bedauern.„Dort in dem Blockhaus neben der großen Fichte habe ich mich eingemietet.“ Kerry Anderson blickte in der Richtung ihrer ausgestreckten Hand.„Sehen Sie die kleine Hütte dicht dahinter? Sie gehört einem Trapper namens Hal Gordon. Aber er ist schon seit langer Zeit fort, wahrscheinlich nach den Goldminen am Yukon. Die Hütte ist jetzt leer. Ich glaube, wenn Sie hierbleiben, dann könnten Sie sie benutzen. Ohne sich zu rühren, beobachtete er, wie das Mädchen im Tal verschwand. Dann wandte er sich der verlassenen Hütte zu. Als er an dem Blockhause vorbeikam, sah er durch das Fenster einen alten weißhaarigen Mann. Das war wohl Carnas Wirt. Ausdruck.„Ich denke, daß sie ebenso nett wie hübsch ist! sagte er. Aber diese Worte drückten längst nicht all das aus, was er empfand.——— Kerry war am nächsten Mittag gerade dabei, seinen Mittagsspeck zu braten, als er durch die Tür der Hütte sah, wie ein Mann das Blockhaus verließ und sich Kerrys Hütte näherte. „Ich bin Sam Patsch!“ sagte er, als er in die Hütte kam. „Vielleicht hat Ihnen Carna von mir erzählt. Sie hat mir gesagt, wie Sie heute nacht den Wolf abgeschossen haben, und ich dachte, ich wollte Ihnen danken. Die Bestien sind schlimm in diesem Winter. Wir haben erst vorige Woche eine Treibjagd durch die Wälder gemacht; aber sie sind schwerer zu vertreiben als Ratten. Es wäre gut, Mister Anderson, wenn Sie nachts die Tür schließen. Sie sind halb verhungert nach dem harten Winter.“ Kerry nickte. Aber ehe er etwas antworten konnte, fuhr der alte Mann fort:„Ich bin sehr in Sorge um Carna, daß sie jemals einen Fuß in Jelks Haus gesetzt hat.“ „Was für ein Haus ist das?“ fragte Kerry scharf. Sam Patsch zuckte die Achseln.„Sie würden es kaum ein anständiges Haus nennen, Mister Anderson!" Kerry erinnerte sich an das junge Gesicht der Tänzerin. „Warum machen Sie nicht Schluß mit dem Betrieb?“ Sam Patsch wandte sich um und blickte in die Schneelandschaft.„Gerade das ist es, was wir tun wollen!“ antwortete er langsam.„Eine ganze Menge von uns sind fest entschlossen, Schluß zu machen.“ „Diesen Jelk loszuwerden, meinen Sie?“ „Jawohl! Früher war es eine friedliche Siedlung. Aber seitdem dieser Mann sich hier niedergelassen hat, ist es so schlimm wie damals in den ersten Goldgräberjahren. Ein Dutzend Pelzhändler und Trapper sind auf unserer Seite— Leute, die mit der Flinte umzugehen verstehen, wenn es für einen guten Zweck ist. Jelk muß verschwinden. Aber ich fürchte, das wird manchen Tropfen Blut kosten.“ Kerry blickte nach dem Blockhause hinüber.„Welll, ich will jetzt zurückgehen!“ sagte Patsch, und streckte seine Hand aus.„Wenn ich irgendwas für Sie tun kann, kommen Sie zu mir herüber. Sie sind ja fremd hier!" „Vielen Dank!“ erwiderte Kerry. Die Dunkelheit kam, dann stieg der Mond auf. Die Zeit verstrich, ohne daß Kerry es merkte. Plötzlich hörte er in der Stille einen Schrei, empört und zugleich zitternd vor Furcht. Im nächsten Augenblick war Kerry an der Tür. Er kannte diese Stimme, und er würde sie immer wieder erkennen. Weiter unten im Tale rang ein Mann mit einer Frau. Kerry sprang vorwärts, lautlos wie ein Tier. Carna rief verzweifelt:„Nein, Mister Jelk, lassen Sie mich los, Sie tun mir weh!“ Einen Augenblick später packte eine eiserne Hand Jelk am Kragen, riß ihn zurück. Eine andere geballte Hand mit weißen Knöcheln schlug gegen das bärtige Kinn. Als der Mann in den Schnee fiel, fing Kerry einen Blick seiner Augen auf. Es waren grüne Augen, smaragdgrüne Augen. Ihr Anblick verdoppelte Kerrys Wut.„Du?“ rief er plötzlich.„Du?“ Kerrys Blicke waren die eines Totschlägers. Von seinen Lippen brachen Worte wie ein Wasserstrom: „Nach all den Jahren habe ich dich doch gefunden, Lever! Der Bart kann deine Augen nicht verbergen.“ Jelk stand jetzt wieder. Der erstaunte Ausdruck war aus seinem Gesicht verschwunden. Jetzt drückte es nur Furcht aus, atemlose, besinnungslose Furcht.„Es war nicht meine Schuld allein, damals“, stammelte er zitternd,„auch andere, auch Dix hatte...“ „Schweig!“ brüllte Kerry.„Dix war damals schon ein halbtoter Krüppel; der war unschuldig. Du, du Biest hast meinen armen Bob auf dem Gewissen. Du hast ihn ermordet, aus Haß, aus Neid, aus gemeinster Habgier, du Lump! Jetzt sollst du es bezahlen!" Seine Hand fuhr nach der Hüfte— und blieb dort. Einen Augenblick flammte in seinem Gesicht Entsetzen auf. Sein Gürtel mitsamt dem Revolver lag auf dem Tisch in der Hütte! In seinem Eifer, Carna zu helfen, hatte er die Waffe zum ersten Male seit fünf Jahren vergessen. Und nun war er waffenlos, ohne Möglichkeit, sich gegen den Mann zu verteidigen, der sechs Schritte von ihm breitbeinig im Schnee stand, Furcht und Schlauheit und Haß in seinen grünen Augen. beder wußte nichts. Aber er sah Kerrys Hand nach der Hufte fahren, und im selben Augenblick glänzte eine Pistole in Levers Hand. Ihr Lauf spie eine Flamme aus, schnell und rot und bösartig. Carna schrie entsetzt auf, als der Körper ihres neuen Freundes hilflos zusammensank. Eine neue Nacht war gekommen, als Kerry seine Augen wieder öffnete. Er lag wieder in der Hütte Hal Gordons. Auf dem Tische flackerte eine Stearinkerze, und daneben stand Carna. In ihrem Gesicht war ein Ausdruck der Zärtlichkeit. Kerry stützte sich auf die Ellbogen. Um seinen Kopf schlang sich ein blutgedrängter Verband. „Carna!“ sagte er und war erstaunt, wie tonlos seine Stimme war.„Carna!“ Sie wandte sich schnell um. Eine Schüssel mit wariem Wasser stand auf dem Tische neben der Kerze, und Carna schnitt von einem Bettuche, das sie mitgebracht hatte, einen Streifen ab.„Was ist passiert?“ fragte Kerry mit schwacher, krächzender Stimme. Er konnte sich nicht erinnern, verdammt— er konnte sich an absolut nichts erinnern. Sie schien das zu merken, kam etwas näher und beugte sich über ihn: „Ich war auf dem Heimwege von Jelks Tanzhause“, sagte sie ruhig,„und dieser Mensch folgte mir...“ Sie schauderte. „Ich wußte nicht, daß Männer so sein können...“ Kerrv zuckte zusammen. Armes eieh zuute zusammen.„Armes kleines Madchen!“ flüsterte er.„Ach, jetzt erinnere ich mich. Gab es nicht irgendeinen Streit?“ „Sie sind beinah getötet worden!" erzählte sie mit einem kindlichen Ernst, der ihn entzückte.„Einen Zentimeter nach rechts und... „... adien, Kerry Anderson— nicht wahr?“. Er lächelte etwas gezwungen.„Welll, das wäre sehr schade gewesen, denn ich bin gerade dabei, das Leben doch schön zu finden.“ Seine Meinung war nicht mißzuverstehen. Ihre Blicke trafen sich, dann senkte Carna schnell die Augen.„Es war für mich die einzige Möglichkeit, meinen Lebensunterhalt zu finden", erzählte sie;„aber jetzt will ich niemals dort wieder tanzen. Niemals! Ich hasse schon den Gedanken daran.“ Allmählich erinnerte sich Kerry an alles. Das Schicksal hatte ihm einen gemeinen Streich gespielt, dachte er. Aber wenn Lever den ersten Akt für sich gehabt hatte, so war das Spiel doch noch nicht aus. Aber je mehr er daran dachte, um so zweifelhafter erschien ihm der Ausgang. Angenommen, Jelk alias entkam ihm wieder. Angenommen, er war bereits geflüchtet... Bei diesem Gedanken richtete sich Kerry auf. Fieberhaft rollte er sich aus dem primitiven Bett, stand einen Augenblick später schwankend in der Hütte. Trotz Carnas Protest. Der Gürtel mit der Revolvertasche lag noch auf dem Tische. Er ergriff ihn, versuchte ihn umzuschnallen. Irgend etwas im Hirn des großen Mannes schien zu zerspringen, sein riesiger Körper bebte im Schüttelfrost: „Er wird wieder weggehen, er hat Angst vor mir— er weiß, was ich mit ihm tun werde, wenn ich ihn finde— ich werde ihn niemals wiedersehen!“ Seine Stimme brach. „Aber: Du sollst nicht töten!, was auch immer er Ihnen getan haben mag!“ sagte Carna mit kindlichem Ernst. „Natürlich, er ist schon fort, er wird nicht auf mich warten. Einen ganzen Tag und eine ganze Nacht habe ich hier gelegen— nicht wahr?“ Er lachte bitter. Plötzlich fuhr er zusammen.„Was ist das?“ „Ich habe nichts gehört!“ sagte sie. „Es klang wie ein paar Gewehrschüsse.“ Sie lauschten beide einen Augenblick. Dann wandte sich Carna dem Verwundeten zu:„Jelk dachte, er hätte Sie getötet! Ich konnte sehen, daß er Angst hatte, noch hinterher. Er sah Sie einen Augenblick an, wie Sie da im Schnee lagen, dann wandte er sich, ohne an mich zu denken, ab. Er ging zehn, fünfzehn Schritte, dann lief er. Ich dachte zuerst auch, Sie wären tot, Ihr ganzes Gesicht war voll Blut.“ Sie schauderte.„Dann lief ich zum Blockhause und holte Sam Patsch. Er half mir, Sie hierher zu bringen und Ihren Kopf zu verbinden. Sam Patsch haßt Jelk. Sein Junge, Jerry...“ Sie machte eine Pause und setzte dann schnell fort:„Sam Patsch lief zur Siedlung. Sie wissen vielleicht, daß wir hier einen Hilfsscheriff haben. Acht=Fuß=Johnson nennen sie ihn; er ist noch größer als Sie, Kerry! Johnson traf Jelk, als er gerade seine Sachen packte und nahm ihn fest. Sie sind jetzt sehr streng hier mit solchen Sachen und haben Jelk in einem verlassenen Blockhause eingesperrt. Sam Patsch kam vor einer Weile zurück und erzählte mir, die Freunde von Jelk hätten seine Freilassung gefordert. Aber Acht=Fuß=Johnson erklärte, sie sollten zum Teufel gehen.“ Keiner von den beiden hörte, wie sich die Tür leise öffnete. Das Kerzenlicht flackerte über das Gesicht eines alten Trappers, der mit einer Schulterbewegung seinen schweren Rucksack in die Ecke warf. „Hallo!“ rief Kerry.„Wer sind Sie?“ Hal Gordon kam näher, nachdem er die Tür mit einem Fußtritt zugeworfen hatte.„Scheint, Sie haben es sich in meiner alten Hütte recht bequem gemacht!“ sagte er brummig. Es hat wohl niemand erwartet, daß ich jemals zurückkäme. Na, schon gut, ich wäre es ja auch nicht, wenn ich oben am Pitoen mehr Glück gehabt hätte. Er nahm seine geeregische linle von der Schulter und untersuchte sorgfaltig ihr Schloß. „Wenigstens kann ich jetzt meine Rechnung mit dem Jelk glatt machen, grunzte er.„Er hat mir einmal fünfzig Dollar im Poker abgenommen. Er hatte eine Karte zuviel im Spiel. Fünfzig Dollar! Ich vergesse sowas nicht.“ Etwas in den Gesichtern seiner Zuhörer machte ihn stutzig. „Wissen Sie denn nicht", schnappte er wütend,„unten war eine schöne Schießerei vor Jelks Kneipe. Sie haben Jelk befreit: Sam Patsch hat eine Kugel durchs Bein, und drei von Jelks Freunden wurden abgeschossen. Aber Jelk ist entkommen. Jetzt hat er sich in den Wäldern versteckt, und Johnsons Leute sind hinter ihm her. Die erste Menschenjagd hier in der Gegend sett vielen Jahren. Eine feine Sache!“ Er nickte den beiden zu und verließ die Hütte wieder, seine Flinte in den knochigen Händen. „Jelk ist in den Wäldern“, sagte Kerry mit zusammengebissenen Zähnen.„Ich muß mich nach ihm umsehen, kleine Carna! Ich komme wieder, Carna, und dann...“ Carnas Gesicht war ihm zugewandt, und Kerry nahm sie lich in seine Arme und küßte sie schnell auf den Mund. im nächsten Augenblick hatte er die Hütte verlassen. Er war jetzt nichts als ein Mann, der seinen Bruder rächen will. Seine dunklen Augen glühten, als er durch die kalte Winternacht zum Waldrand eilte. Am Fuße einer Fichte saß ein alter Mann und lutschte an einem gebrochenen Finger.„Sie können wieder zurückgehen", erzählte er Kerry mit einem spöttischen Kichern,„die Säuberung ist beendet, und mein Finger ist kaputt. Jelk ist tot, und auf eine angenehme Weise. Der Lump! Ich wollte, ich hätte vorher meine fünfzig Dollar zurückbekommen.“ „Tot!“ wiederholte Kerry mit dumpfer Stimme. Hal Gordon grinste.„Ja, tot! Die Wölfe waren schneller als wir. Nette, flinke Tiere, wenn sie hungrig sind...“ In der Schönheit der Winternacht Alaskas standen Kerry und die kleine Tänzerin vor der Hütte und blickten einander zu.„Carna“, sagte er zärtlich,„ich liebe dich!“ Der neue Löbner=Zeitdruck=Apparat mit photographischem„Auge“. Zu den grauenhaften Erdbebenverwüstungen in Nordindien Die Chargierten der studentischen Korvorationen begeben sich in feierlichem Zug zu der neuen Ausa der Berliner Universität Schmelings nächster Gegner Keine Scheu vor kaltem Wasser Blicke in eine Hauptgeschäftsstraße der Stadt Cawnpur, in der zahlreiche Todesopfer zu beklagen sind. Praktische Erfindung für Blinde Neuer englischer U-Boot-Kreuzer vom Stapel gelaufen Steve Hamas wird nun endgültig der erste Gegner sein, mit dem Max Schmeling nach seiner Rückkehr nach USA. zusammentreffen wird. Der Kampf sindet am 13. Februar statt. Der französische Weltrekordler Cartonnet ist ein Spezialist für Schwimm=Wettbewerbe in vereistem Wasser. Nachdem er kürzlich erst auf künstlich eisfrei gemachter Strecke ein Wettschwimmen quer durch Paris gewann, errang er jetzt wiederum in dem eisigen Wasser der Meuse einen neuen Sieg. Klosterbrüder als Feuerwehrleute Der Erfinder des Signalstabes, der Kriegsblinde Richard Simon, beim Ueberqueren der Straße mit dem Signalstab. Dieser Stab trägt eine gelbe Scheibe und drei schwarze Punkte. Dieses Zeichen kann bei Dunkelheit durch eine im Stabe untergebrachte Batterie erleuchtet werden, so daß der Blinde auch nachts die Straße mit Sicherheit übereueren kann, während er bisher sich nur auf seine Armbinde und seinen Hund verlassen konnte. Der neue U=Voot=Kreuzer„Severn“. das 26. von England seit Kriegsende gebaute UBoot, beim Stapellaus in Barrow. Mit diesem 1800 To. großen U=Boot gebt jetzt England in beschleunigtem Tempo daran, auch seine UnterseeStreitkräfte auszubauen, nachdem es bereits vor kurzem seinen Willen bekundete, die infolge der Marineverträge verlorene Ueberlegenheit seiner Hochseeslotte wiederzugewinnen. Eine Aufnahme von dem verheerenden Brande des St.=Josefs=Hauses in Hausen bei Waldbreitbach in der Näbe von Neuwied(Westdeutschland). Bnderuuis Unier WUrt Die Berliner Universität feiert den Tag der Reichsgründung mit diesem Apparat werden die Zeiten bei den Olympischen Winkerspielen gemessen werden Faschings-Kostüme. Modeplauderei von Lisa Honroth=Loewe. (Nachdruck verboten.) Wenn der Norddeutsche auch nicht so viel Talent hat, einen echten Fasching zu feiern, wie etwa der Rheinländer oder der Münchener, so läßt er sich doch nicht davon abbringen, daß der Winter etwa ab Januar dem Vergnügen gehört. Und was er an Talent zur wirklichen Fröhlichkeit etwa nicht besitzt, das erletzt er gern durch Ausdauer und Lautsein. Wenn man die Faschingsfeste im Geiste vorüberziehen sieht, wie sie sich im Laufe der Jahre in den großen Städten gestaltet haben, so wird man finden, daß die wirkliche Faschingslaune und das Talent, solche Feste zu gestalten und zu feiern, am stärksten bei den Künstlern liegt. Sie haben durch ihre beschwingtere Phantasie viel vor der Schwere des bürgerlichen Temperaments voraus. Und so sind denn fast immer jene Feste die schönsten, die von Künstlervereinigungen ausgehen. Vor dem Kriege war es eine gute Sitte, daß die KünstlerJeste eine bestimmte Parole hatten, und daß sowohl die Ausstattung der Räume wie die Kostüme sich nach dieser Parole zu kichten hatten. Vorbildlich waren darin etwa in der Vorkriegsseit die Feste der Schülerschaft der Berliner Staatlichen Kunstgewerbeschule. Dort hatten die jungen Künstler wochenlang vor dem Feste eine Beratungsstelle ausgemacht, wo jedermann in bezug auf seine Kostüme an Hand von Modekupfern und Bildern Rat erhalten konnte. Der Erfolg dieser Einrichtung war eine geradezu bezaubernde Stileinheit und geschmackvolle Ausgestaltung der Kostüme, die man dann auf diesen Festen zu sehen bekam. Und für die allgemeine Feststimmung ist das äußerlich gute Bild ebenso wesentlich, wie für den einzelnen, der sich gut angezogen fühlen muß. Die Nachkriegszeit mit ihrer Not verbot, wenn überhaupt Feste gefeiert werden konnten, große Aufwendungen. Nun aber können wir wieder daran denken, daß die Feste des Faschings, soweit sie Kostümfeste sind, ein wenig in das künstlerische Gewand früherer Zeiten gekleidet werden. Geschmack und Nachdenken sind wesentlicher als große Geldausgaben. Wer aber die Mittel hat, der sollte zu einem Kostümfest ebenso sorgfältig gekleidet erscheinen wie zu einem Ball, denn die Aufmerksamkeit gegen die Gastgeber zeigt sich auch in der Aufmerksamkeit, mit der man sich für das Fest schmückt. Bei der Wahl des Kostums braucht man nur eine Richtschnur: Erkenne dich selbst. Die meisten Menschen sehen im Kostüm besser aus als in ihrer Alltagsgewandung. Sie müssen aber ihren Typ und ihre Figur kennen, um originell statt komisch zu wirken. Blonde Zigennerinnen, ältliche Bauernmädchen mit neckischen Tändelschürzchen, rundliche Undinen sollten durchaus nicht mehr in Erscheinung treten. Die blonde Zigennerin sähe vielleicht im Kostüm eines englischen Bürgermädchens aus der Zeit um 1700 entzückend aus mit einem großen weißen Seidenschutenhut die Undine in einem phantastischen Pierrot, der groß und schlank erscheinen läßt. im letzten Augenblick etwas zusammenstoppeln kann. Wer nicht so glücklich ist, in alten Truhen aus Großmutters Tagen ein paar echte Kostüme zu haben(und auch das Biedermeier und das Empire sollte nur gewählt werden, wenn es zum Typ paßt, und nicht, weil es gerade vorhanden ist); wer also einen Kostümvorrat aus alier und wirklich guter Zeit hat, der wende sich vertrauensvoll den alten Modekupfern und illustrierten Kulturgeschichten zu. In diesen Büchern wie in den Büchern über Kostümkunde wird er bei einigem Verständnis und einiger Selbsterkenntnis bestimmt etwas finden. Außerdem haben solche Blätter in alten Büchern manchen Reiz. Denn wir erfahren so allerlei über die soziologischen und historischen Zusammenhänge zwischen Mode, Gesellschaft und Zeit, alles Dinge, die wissenswert sind, und in den alten Büchern uns auf eine angenehme und leichte Art berichtet werden. Der Hut des gut angezogenen Herrn. (Nachdruck verboten.) Für die kalte Jahreszeit ist eine neue Herrenhutmode in Aufnahme gekommen, die sich in den weitesten Kreisen durchsetzen dürfte, weil sie einfach und praktisch ist. Die vier neuen Modelle, die auf den Markt gekommen sind, haben Namen bekommen, so daß kaum ein Irrtum unterlaufen kann: Für jede Gelegenheit der passende Hut. Im allgemeinen fällt es auf, daß der Kopf schmaler gehalten ist. Der Rand ist dagegen breiter, mit einer leichten seitlichen Hebung; das Band ist entweder schwarz oder im Ton des Hutes. Zum kleinen Abendanzug oder zum winterlichen Pelz trägt man den„Senator“, eine Melonenart, mit erhöhtem Kopf und einem gehobenen Rand. Auch der„City“ hat einen gehobenen Rand; er ist rauhhaarig, von eleganter Wirkung. Hellgrau ist die Kopfbedeckung für den Tanztee; in Dunkelgrau trägt man ihn auf der Promenade, was nicht verwechselt werden darf. Der Hut, der für sportliche Zwecke getragen wird, heißt„Station“, auch für Spaziergänge und Ausflüge gedacht. Ein Klapphut, möglichst in Braun, je nach der Kleidsamkeit; Rost= und Rostbraun wird für die fesche Form sehr gern gewählt. Für den täglichen Gebrauch hat man die„Hansa“ herausgebracht, einen einfachen Velourhut. Wir zeigen auf unseren Bildern einen eleganten steifen Abendhut, passend zum Smoking; dazu werden gesteppte Waschlederhandschuhe getragen. Das andere Modell paßt zum Mantel; ein weicher Filzhut für den Vormittag. Mo. Lanzairl.“ „Page.“ Außerordentlich vielseitige und für jede Erscheinung fast passende Kostüme gibt die chinesische und die indische Mode, die man ins Moderne übertragen kann. Besonders die ganz langen, zweimal zusammengerafften, indischen Hosen sind kleidsam und dezent zugleich. Farbige Perücken zu Pierettekostümen sind für die meisten. Gesichter kleidsam, ebenso der gewickelte Turban zu asiatischen Kostümen. Aber auch bei diesen Kostümen darf man möglichst nicht in den Fehler verfallen, die Orientalin der Gartenlaubenzeit zu kopieren mit ihren Schals, die an Zigarettenschachtelplakate erinnern, und ihren hundert geschmacklosen, bunten Ketten. Gerade bei stark=farbigen Kostumen soll man möglichst nur zwei bis drei Gegenfarben an sich wirken lassen. Also etwa eine gelbe Chinesenjacke mit königsblauen Pagodenärmeln, dazu die weite chinesische Hose in einem seidigen Kirschrot. Ketten und Kopfschmuck müssen die Farben des Kostüms aufnehmen, aber nicht zerreißen. Oder etwa ein jadegrünes Bajaderenkleid unter einem goldenen Asiatenmantel aus Goldtüll, dazu einen Kopfschmuck aus goldenen und schwarzen Reihern. So gibt es für die Beschafsung des Faschingskostüms unzählige Richtlinien. Wer gern etwas besonders Schönes haben will, der verlasse sich nicht auf die üblichen Modeblätter, und noch weniger darauf, daß man Glocken, die sich weiterhin erhalten haben, bilden die Ergänzung zu den mit kurzhaarigen Pelzen garnierten Mänteln und Jacken, die zu dem passenden Kleid sehr jugendlich wirken, und deren Schnitt genau so kompliziert ist, wie der der Kleider. Anne Beer. Aparte Maskenkostüme. Der komplizierte Schnitt. (Nachdruck verboten.) Der Schnitt für die neuen Kleider ist nach und nach so kompliziert geworden, daß dieses kunstvolle Ganze aus kleinen Teilen, Winkeln und Nähten der Kunst einer tadellos arbeitenden Schneiderin bedarf, die heute mehr als je Gelegenheit hat, ihr Genie zu beweisen. Diese Kunst muß zuerst an dem weichen Seidenkleid bewiesen werden; keine schablonenhafte Typisierung des Kleides mehr— unregelmäßige Stoffdrapierung, Faltenlagen, schräge Linien, breite und schmale Volants, Blenden und kleinste Teilchen, verschiedenste Nähte, einseitige Glockenteile, gekreuzte, verkürzte Taillen, lange und kurze, in der natürlichen Taillenlinie endende Mieder, sind die auffallendsten Richtlinien der neuen Mode. Auch in der Länge der Röcke die größte Verschiedenheit: lang überfallende Teile und Zipfel, die sich bis zu einer Schleppe für Gesellschaftskleider verlängern, Agraffen oder große Blumen an einer Seite der Raffung sorgen dafür, daß die weibliche Note wieder mehr betont wird. Duftige Tülle, Georgette glänzende Seide(Kreppsatin), Velours=Chiffon und Velours=Transparent, durch Straßsteine, Ketten, Agraffen und Armreisen belebt, mit Metallfäden durchzogene Stoffe bilden das schmiegsame, kleidsame Material. Aber auch für den Vormittag sucht man die strenge Einfachheit, den sportlichen Charakter durch feine, durchsichtige Wollstoffe und gewirkte Stoffe, die mit Metallfäden durchwebt sind, zu bannen. Diese Jumper= oder Gürtelkleidchen sind mit spitzem Ausschnitt und flatternden Schleifenenden gearbeitet und durch einen Rock mit einigen seitlichen Falten ergänzt. Dazu gehört der englische gemusterte Homespunemantel, wenn nicht ein Pelzmantet bevorzugt wird. Durch die Mäntel, unter denen man die verschiedenen Kleider tragen kann, ist das Komplett vernachlässigt; doch muß auch der Mantel zu dem Kleid harmonieren. Für den Vormittag wird der Wollmantel, auch mit reichlichem Pelzbesatz, für den Nachmittag der Samt= und Pelzmantel getragen. Schwarz ist die Modefarbe, neben Marine, so daß auch die Pelze in schwarzer Farbe, wie Astrachan, Persianer, Breitschwanz, wieder mehr bevorzugt sind. Die Schalkragen lassen eine schräge Linie mehr zur Geltung gelangen, die durch den fast bis zur Schulter reichenden Ueberschlag erzielt wird. Charakte= ristisch für die Mäntel ist der überreiche Pelzbesatz; Favorit ist der Fuchs, der alle billigeren Imitationen zu verdrängen sucht. Daneben wundervoll gefärbte Lammfelle, Slinks, Opossum, Luchs, sowie alle anderen langhaarigen Pelze, die sich zwanglos um den Hals legen und den kleinen Hut erfordern. Dieser, eigentlich nur eine Kappe, wird etwas schräg gesetzt, um das eine Auge und etwas Haar zum Vorschein zu bringen. Größere Sie und Er. Von Gustav Schüren. (Nachdruck verboten.) Sie(vor einem Schmuckladen stehend, nur um etwas zu sagen):„Perlen bedeuten Tränen!“ Er:„Das stimmt, Gnädigste; man glaubt gar nicht, wieviel falsche Perlen es gibt.“ * Sie:„Ich weiß nicht, es ist so eine dumme Angewohnheit von mir— ich finde alles lächerlich.“ Er:„Warum dumme Angewohnheit, mein Fräulein?! Es ist ganz natürlich bei jeder Frau, die— untadelige Zähne besitzt.“ * Sie(die es mit der Treue nicht sehr genau nimmt):„Du bist krank, mein Lieber, und deine Krankheit ist Eifersucht!" Er:„Ich wüßte, wie du mich heilen könntest... Bleibe ständig in meiner Gesellschaft wie eine Krankenschwester!" Sie:„Du hattest ja Zeit genug vor unserer Hochzeit, mich zu studieren.“ Er(Jurist):„Leider habe ich mich geirrt. Ich habe zwar die Rechte studiert, aber anscheinend die Unrechte genommen.“ * Sie:„Kalten Herzens siehst du zu, wie ich allmählich an meinem Schmerz verblute!“ Er:„Aengstige dich nicht, mein Herz, es wird nur ein heilsamer Aderlaß sein.“ * Sie(eine kleine, gefährlich=boshafte Dame):„Gott, ich wüßte nicht, daß ich je etwas Böses getan hätte.“ Er:„I. Frauen tun überhaupt nie etwas Böses. Sie stiften nur die Männer dazu an.“ Drei hübsche Faschingskostüme. 1. Girlkostüm aus einfarbigem und gemustertem Goldlamme mit rotem Marabubesatz und roter Perücke. 2. Citoyens aus schwarzblauem Taft mit roter Wiste und rotem Hut. 3. Rokoko=Kostüm aus hell=lachsfarbenen Ehiffonvolgits mit dunkel=lachsfarbenem Ueberkleid und noch dunkleres Rosen. Mimi hat in der Kochschule ein undefinierbares Etwas zuberettet. Lo probt:„Das schmeckt sa wie angebrannte Motorradreitien!“„ Staunt Mimi:„was du aber auch schon alles gegessen hast?!“ Humoreske von Hans Mensler. Zeichenlehrer Kuniber: Hühnerbein war ein komischer Kauz. Wer ihn kannte, wußte, daß ein Name nicht nur leerer Schall und Rauch ist. sondern das, man vom Namen auf den Chara.= ter, das Wesen und die Eigenart seines Trägers schließen kann. Kuniber: Hühnerbein war Zeichenlehrer am Gymnustun einer kleinen Stadt, die nicht nur geeignet war, das Entzücken von erholungsuchenden Sommerfrischlern zu erregen, sonder deren Jugend auch voll toller Streiche steckte. die zu allen Tages= und Nachtzeiten ausgeheckt wurden. Einmal fand die Polizei, die über ein Aufgebot von drei Wachtmeistern verfügte, mitten auf der Durchgangsstraße das große„P“ des Parkplatzes. wieder einmal war einem biederen Bäckermeister. der neben einem Neubau wohnte, über Nacht ein offenstehendes Fenster zugemauert worden— und solcherlei Dinge trugen sich fast täglich dort zu. Wie gesagt— Kuniber: Hühnerbein war, nur Zeichenlehrer am kleinen Gymnasium, sondern auch mein die Zielscheibe für den Spott und die Späße der Schüler. Nicht allein seines Namens wegen. der freilich genügt hätte, daß sich die stets unternehmungslustige Jugend mit thm=besahte“ sondern..... zunggeselle, der Kunibert war eine Seele von Mensch. J. v.,##### Frauen bisher nur als Aufwärterinnen kannte. P##oant, bei dem alles mit der Genauigkeit eines Uhrwerkes por sich ging. Die Gumütigkeit selbst, der keiner VveIexziehungsmstge geschweige denn auch nur einmal jenes seinen Jungen anwandte das solange es Schüler und Lehrer gibi, noch stets große Erfolge gezeitigt hat: Die„Prügelstrafe! Kuniberts Kollegen! Ja! Die! Aber er selb, Halt! Doch einmal, ein einziges Mal in seiner mebg ais vierzigjährigen Zeichenlehrertätigkelt, ist Kunlbegun, gesich, ausgerutscht und einem Schüler mitten in das erstaune Gesicht gefahren Das war Kuniberts dunkelste Stunde. Und das Hühnerbein war, wie schon bemerkt, ein Mann von gewöhnlicher Ordnung und Pünktlichkeit. Seinen Unterricht hielt er gewissenhaft, und als eine Sehenswürdigkeit galt seine Bleistiftsammlung! Zwanzig nahezu gefährlich gespitzte Bletstifte lagen in jeder Stunde auf seinem Pult. ausgerichtet wie die Grenadiere, uind jeder Bleistift hatte seine Mission; jeder seine Rummer. unterschied sich vom anderen durch den Grad seiner Hurn. Der war hart, jener weich, dieser wieder eine Nuance anders, und so hatte Hühnerbein zwanzig Stifte verschiedenster Grade vor Es war eine Auszeichnung, eine unerhörte Ehre, wenn ein Schüler den Auftrag bekam, diese zwanzig Bleistifte in vorschriftsmäßiger Weise anzuspitzen. Wer die Sache richtig machte, durfte sich lange der besonderen Gunst des Herrn Zeichenlehrers erfreuen, andernfalls aber... Im Traum. „Ach, August, sieh mal, wie der Himmel lacht!“ „Ja, der ist auch blau!“ Besitzerstolz. „Da staunste, der ick'n Ferd hab'?“.. ensmeile. „Wat heeßt staunen! So wat kof'n wir uns psanoweise! Bitter. „Was ist denn Ihr Sohn, wenn er ausstudiert hat?“ „Ein alter Mann!“ Emil Nöll war ein Schüler der Hühnerbeinschen Zeichenklasse. Keine Größe, kein besonderes Licht, aber ein Brausekopf. ein Tunichtgut, der den ganzen Tag tolle Streiche im Kopfe hatte. Und wie der Zufall manchmal sonderbare Wege geht: besagtem Emil wurde eines Tages die hohe Ehre zuteil, jene zwanzig Bleistifte anspitzen zu dürfen Das war Emils ehrenvollster Auftrag, zudem es sich diesmal noch um Bleistifte handelte, die bisher noch nicht angespitzt waren... So machte sich Emil ans Werk. Spitzte, spitzte und hatte dabei ein furchtbares Lächeln im Gesicht. Und nach einer guter halben Stunde lagen zwanzig funkelnagelneue. wohlgespitzte Bleistifte auf dem Katheder. Hühnerbein kam:„Nun. mein Junge, bist du fertig? „Jawohl Herr Hühnerbein, bitte sehr...!“. seixte Emil Hichverbein schaute sich voll Interesse die hübsche Sammlung an Plötzlich wich das Strahlen aus seinem Gesicht; er verfärbte sich, wurde abwechselnd puterrot und käsebleich, daß Emil glaubte, ihn rühre der Schlag und— strahlte seinersel# " /a, Menschenskind—— was haft du denn da angerichtet?“ schnappte Hühnerbein nach Luft. „Worüber grinst du auch noch, du— du Lausejunge Uebers ganze Gesichtf“ kam die lächeinde Anwort. Und da geschah es, daß Kunibert Hühnerbeins Hand zum ersten Male den Weg zur Backe seines sichtlich geknickten Gegen„Weißt du denn—“ schrie Hühnerbein, selbst erschrocken über das allen Schulbuben bekannte klatschende, Geräusch, weißt du denn überhaupt, was du angerichtet hast... Und im Laufe der mehr von der Hühnerbeinschen Seite geführten Auseinandersetzung erfuhr Emil(was er natürlich schon längst wußte), daß er die Bleistifte an der falschen Seite angespitzt und infolgedessen die— Nummern mit abgeschnitten Es ist klar, daß dieses nie wieder gutzumachende Verbrechen selbst einen sonst lammfrommen Kunibert Hühnerbein in maßlose Erregung versetzen mußte— denn wie sollte er nun wissen, welchen Grades seine zwanzig Bleistifte waren...“ Emil, der Lausejunge, aber war für vierundzwanzig Stunden der Held des Tages! „Das hat gar keinen Zweck, daß Sie über den Kühler eine Decke tun; das sieht doch jeder, daß das ein ganz altes Modell ist!“ Schwierig. „Nun weiß ich es nicht: Ist das Zebra ein weißes Tier mit schwarzen Streifen, oder ist es ein schwarzes Tier mit weißen Streifen?“ Galgenfrist. „Wat?— Fünfzig Pfennig ist zu teuer?— Da mussen Sie sich nebenbei vom Inder wahrsagen lassen— dei kostet bloß dreißig Pfennige!“ Von Petri Kettenfeier=Wurzinger. Der Speckhuberbauer hatte ein Stück Wald verkauft und mußte in die Stadt hinein zum Notar. Gerade als er seinen Rucksack umgehängt hatte und seinen Stecken aus dem Ofenwinkel hervorholte. kam seine Alte daher, um von ihm schied zu nehmen.„Weißt was, Wastl!“ sagte die Bäuerin klopfte ihrem Bauern noch einige Heufaserln vom Buckel, „jetzt kommt der Winter mit den langen Abenden. Mir kannn einmal ein schönes Bücherl aus der Stadt mitbringen Mit recht schönen G'schichten und Bilderln!“—„O mei!“ meinte der Bauer„Was kost' denn so ein Bücherl?"—„Wird net arg teuer sein!“ antwortete die Bäuerin.„Und die Buchhändler in der Stadt wissen schon. was für unsereins paßt. Schau nur zu Aber was Gescheits muß scho drinn stehn daß man den Sommergästen was derzählen kann, wenn sie wieder kommen, und net dasteht ungebildet wie a kropfeter Geißbock Der Speckhuberbauer kratzte sich hinter dem Gamsbart, steckte sich seine Pfeise an und ging dem Bahnhof zu war er in der Stadt, hatte sein Geschäft abgewickelt, im Bräustüberl ausgiebig gefrühstückt, und spazierte jetzt umher, um einen Buchladen zu suchen Aber da war gleich einer an einem Eck mit einem Haufen Bücher in der Auslage „Na. was möchtens denn gern haben?“ fragte der Buchhändler, ein ungemein gescheit aussehender Herr.„Soso?! Ein Buch für Ihre Frau. Na. von was versteht denn die Bäuerin das meiste?" Der Speckhuberbauer überlegte„Vom Viech halt!“ sagte er ganz stolz„Von Kühen. Ochsen. Schweinderln und was halt so auf den Hof gehört!“ Da brachte der Buchhändler ein Mordstrumm=Buch über Viehzucht dahergeschleppt. „So“, meinte er.„das ist das rechte Buch! Kostei zwölf Mark sechzig Pfennig.“ Der Bauer erschrak nicht schlecht„Das mir zu viel Geld!“ sagte er„Und dann möcht mei Frau was Unterhaltsames haben, mit G'schichten und schönen Bilderln —„Da wäre vielleicht ein Märchenbuch angebracht Hier ist ein Buch für acht Markt!“—„Aber geh!“ lachte der Bauer, als er den Preis hörte Er setzte seinen Hut auf, sagte:„Pfüat Gott!“ und ging hinaus Um die Ecke war gleich wieder ein Buchladen, schöner und größer als der erste Aber in dem Laden war ein bildsauberes Maderl Verkäuferin. die den Speckhuberbauern gleich bat, sich hinzusetzen.„Ein Buch möcht'i für meine Bäuerin! Aber kein Viecherbuch und nix von Märchen, die wo ja gar net wahr sind!“ sagte der Bauer Das Mädchen dachte einen Augenblick nach und fragte dann, wie es mit einem schönen Roman aus dem Leben sei„„Die Liebe des schönen Bauernmädchens“ oder„Der Kuß auf dem Aeina —„Wissens. Fräulein, mit der Liebe und dem Kuß ist's net weit her bei der Bäuerin— das letzte Busserl hat mir die Bäuerin vor acht Jahren gegeben, und das hat nach Zwiefelsuppe g'schmeckt, nach sonst nir!“ sagte da der Bauer Aber als die Verkäuferin von einer Zwiebelsuppe was hörte, kam sie mit einem Kochbuch an„Das wär' vielleicht was für die Bäuerin! Das tät' ihr eine Freud' machen!" Der Bauer lachte. „A Kochbuch! Wo es bei uns einen Tag um den andern Knödel oder Schmalznudeln gibt mit oder ohne Fleisch!“ Und der Bauer nahm traurig seinen Hut. stand auf und ging. Umsoni suchte er nach einem dritten Buchladen Es war keiner mehr da. Da noch Zeit zum Zuge war. kehrte der Bauer noch einmal ein. Und wer saß im Bräustüberl an einem Tische und aß ein Schnitzel mit Gurkensalat? Die dicke Kranzmoserin, bekannt als die gescheiteste Bäuerin weit im Umkreis„A da schauts her, der Speckhuberbauer!" lachte die Bäuerin„Geh. setz di her! Mach kein G'sicht als wie ein Gockel den's Postauto überfahrn hat! Frisch ang'steckt wird glei!“ Der Bauer setzte sich hin und hatte bald der Bäuerin sein Leid geklagt„Aber Bauer“, rief sie.„die größte Freud' kannst deiner Bäuerin machen, wenn du ihr ein Sparkassenbuch bringst! Da hat eine rechtschaffene Frau Freud' daran!“. Und dem Bauern leuchtete das ein Sie war doch ein gescheites Weib. die Kranzmoserin. Und er ging hin auf eine Sparkasse, zahlte eine Mark ein und bekam ein neues, schönes Sparkassenbuch, oben mit einem Bilderl drauf. und vorn und hinten war noch allerhand zu lesen„„„„ 6 Als der Bauer zu Hause ankam, fragie die Bäuerin gleich nach dem Buch.„Oh. du geiziger spinneter Spinatkrauter, du damischer!“ schimpfte die Bäuerin„Das nennst du ein Bücherl zur Unterhaltung für die Winterabende? Hättst mir doch was übers Viech bracht, oder a schön's Märchenbuch, oder an Roman. zum Beispiel„Liebesleid und Liebesfreud' oder„Der Autoführer und die Prinzessin"— oder meinetwegen ein Kochbuch, damit man drin lesen kann, was die Stadtleut' essen und net nur von Knödeln und Schmalznudeln daherreden kann!" Still ging der Bauer zu Bett. Und er bedachte, daß die Buchhändler in der Stadt doch gescheiter waren als die Kranzmoserin. Pfänder. Die kleine Edith stand vor der Pfandleihanstalt. „Was tragen die Leute in das Haus hinein, Mutti? „Pfänder, mein Kind.“ „Und geben sie sich beim Auslösen auch Küsse dafür?“ J. H. R. a81chon rein, Kriemhilde, ich will nur eben die Auf dem Friedhof. Von einer Beerdigung kommend. höre ich einen Herrn zu einem anderen sagen:„Sehen Sie mal, ich war seit Jahren verfeindet mit dem Doktor Mayer den wir da eben zu Grabe getragen haben, aber ich sagte mir, ich will ihm dennoch die letzte Ehre erweisen— wissen Sie, ich war mein Lebtag kein Spielverderber.“ C. Verfänglich. Maxel läuft suchend im Zimmer umher. „Aber Maxel, was suchst du denn?“ erkundigt sich die Mama. „Ich such' den Affen, Mutti!“ „Welchen Affen?“ „Die Minna hat doch heute morgen zur Köchin gesagt. gestern abend hätte der Papa'nen schönen Afsen mit nach