111 UEPTTUE rle Jeilung“ erschen wöchentlich sechs malwöchmtlich es Pfennig. Einzelnummer 10 Pig. Druck u. Verlo, von C. Dteus, Schwerte(Ruhr), Postscheckkonten: Dortmund 2652 und Hannover 21 Geschäftsstelle: Große Mardtstr. 3—9 Verantwortlich für die Schriftleitun= H. Linner, Schwerte. Fernruf 2#70 Verbunden mit: Schwerter Tageblatt und Anzeiger Schwerte: Volkszeitung Schwerter Westhofener Zeitung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung Boston un siter de chleostst umde# üge, sing zamtliche u. 40 P Im telefon aufgegedene Onserate überachmen wir keine Gewähr. Bei unvothergesehn. c-cememetriene Genih Aasoruch an Hchodenrsat oder Nachliserung nboden wnden eblatt für die Stadt Schwerte und das Amt Westbofen Kreisblatt für den nördlichen Teil des Landkreises Iserlohn Nr. 274(Erstes Blatt) Schwerte(Ruhr), Donnerstag, den 23. November 1933 66. Jahrgang Kiticeise Uufrin.?2 Der Führer über die deutsch-französischen Beziehungen— Unterhaltung mit einem franzosischen Journalisten „Matin“ veröffentlicht den Inhalt einer Unterredung, die der Außenpolitiker des französischen Wirtschaftsblattes L'Information, de Brinon, mit Reichskanzler Adolf Hitler gehabt hat. Brinon hebt die zwanglose herzliche Aufnahme durch den Reichskanzler hervor, der im Gegensatz zu anderen Staatsmännern jedes Zeremoniell und jedes Inszenesetzen vermeidet, dessen inneres Feuer aber belebend zum Ausdruck komme. Der Reichskanzler habe erklärt, daß seine Einstellung stets die gleiche sei. Er wünsche die Aussprache und Verständigung, weil er darin die Garantie für den Frieden erblicke. Er wolle, daß dieser wahrhafte Friede zwischen loyalen Gegnern geschlossen werde. Er habe dies wiederholt ecklärt, aber man habe ihm immer mehr mit mißtrauischen Worten geantwortet. Sein Wille habe sich jedoch nicht gewandelt.„Ich glaube— so erklärte der Reichskanzler— daß das Ergebnis der Volksabstimmung meinem Wunsch neue Kraft gibt. Wenn früher Stresemann oder Brüning verhandelten, so konnten sie sich nicht darauf berufen, daß das deutsche Volk hinter ihnen stehe. Ich aber habe ganz Deutschland! Ich habe dem Volke nichts verheimlicht, was ich wollte. Das Volk hat meine Politik gebilligt. Das Gespräch sei dann auf das deutsch=französische Problem übergegangen. Adolf Hitler, so schreibt de Brinon, glaube an die Notwendigkeit einer deutsch=französischen Verständigung. habe die Ueberzeugung— so habe der Reichskanzler erklärt— daß, wenn die Frage des Saargebiets, das deutsches Land ist, einmal geregelt ist, nichts Deutschland und Frankreich in Gegensatz zueinlander bringen kann. Elsaß=Lothringen ist keine Streitfrage. Aber wie lange noch wird man wiederholen müssen, daß wir weder absorbieren wollen, was nicht zu uns gehört, noch daß wir uns von irgend jemand lieben lassen wollen, der uns nicht liebt! In Europa besteht nicht ein einziger Streitfall, der einen Krieg rechtfertigt. Alles läßt sich zwischen den Regierungen der Völker regeln, wenn sie das Gefühl„###r# ohre und ihrer Verantwortlichkeit besitzen. Es gibt ein von vaterländischem Geist beseeltes Polen und ein nicht weniger an seinen Traditionen hängendes Deutschland. Zwischen ihnen bestehen und Reibungspunkte, die auf einen schlechten Vertrag zurückgehen, aber nicht, was wert wäre, kostbares Blut zu vergießen, denn es sind immer die Besten, die auf den Schlachtfeldern fallen. Deshalb ist zwischen Deutschland und Polen ein gutnachbarliches Abkommen möglich. Man beleidigt mich, wenn man weiterhin erklärt, daß ich den Krieg will. Sollte ich wahnwitzig sein? Den Kriea? Er würde keine Regelung bringen, sonnern nur die Weltlage verschlimmern. Er würde das Ende unserer Rassen bedeuten, die Elsten sind, und in der Folge der Zeiten würde man sehen. wie Asien sich auf unserem Kontinent festsetzt und der Bolschewismus triumphiert. Wie sollte ich einen Krieg wünschen, während doch die Folgen des letzten Krieges noch auf uns lasten und sich noch 30 oder 40 Jahre lang fühlbar machen werden. Ich denke nicht für die Gegenwart, sondern ich denke an die Zukunft. Ich mir eine lange innerpolitische Arbeit. Ich habe dem Volke den Begriff seiner Ehre wiedergegeben. Ich will ihm auch die Lebensfreude wieder schenken. Wir bekämpfen das Elend. wir die Arbeitslosigkeit zurückgedrängt. Aber ich will Besseres leisten! Ich werde noch Jahre brauchen, um dahin zu gelangen. Glauben Sie, daß ich meine Arbeit durch einen neuen Krieg zunichte machen will? Der Berichterstatter wies in diesem Zusammenhang auf die äußere Aufmachung hin, die man in Deutschland findet: die Freude und die Verherrlichung der Kraft. Der Reichskanzler habe darauf erwidert, daß Deutschland fähig sein müsse, sich zu verteidigen. Sein Programm lasse sich folgendermaßen präzisieren: Keine Deutschen für einen neuen Krieg; aber für die Verteidigung seines Vaterlandes das gesamte Volk Wenn die Jugend in Deutschland in Reih und Glied marschiere, wenn sie die gleiche Kleidung trage, so deshalb, weil sie die neue Ordnung und ihre Garantie verkörpere. Das Gespräch habe sich sodann den Mitteln zu gewandt, durch die das deutsch=französische Problem bereinigt werden könnte..6 Der Reichskanzler führte nach der Schilverung de Brinons aus:... zwischen gleich „Wie kann die Verstanoigung zuische gleichberechtigten Nachbarländern verwirklicht werden? Mein Vaterland ist nicht eine zweitrangige Nation, sondern eine große Nation, der man eine unerträgliche Behandlung aufgezwungen hat Wenn Frankreich seine Sicherheit darauf aufzubauen gedenke, daß es Deutschland unmöglich sei sich zu verteidigen, dann ist nichts zu machen denn die Zeiten, in denen das möglich war sind zu Ende. Wenn Frankreich aber seine Sicherheit in einem Abkommen finden will, bin ich bereit, alles anzuhören, alles zu begreifen, alles zu unternehmen. Man weiß ziemlich genau, worin die von Deutschland geforderte Gleichheit bestehl. Moralisch handelt es sich um ein absolut gleichesRecht. Die praktische Durchführung kann etappenweise erfolgen, und man kann über die Einzelheiten verhandeln. Aber man sagt mir: Gewiß, Gleichheit; jedoch keine Gleichheit ohne Gegenleistung. Welche Gegenleistung? Man müßte endlich den Inhalt des französischen Wortes Sicherheit kennen!“6s Auf den Hinweis de Brinons, in Franrreich möchte man auch die Gewißheit haben, daß nach endgültiger Regelung der Differenzen nicht neue Schwierigkeiten auftauchen, erwiderte der Kanzler: „Ich allein entscheide über die Politik Deutschlands, und wenn ich mein Wort gebe, dann bin ich gewohnt, es zu halten. Was ist also noch notwendig? Ich habe keinen Thron geerbt, ich habe aber eine Lehre aufrechtzuerhalten. Ich bin ein Mensch, der handelt und der seine Verantwortung übernimmt. Ich bürge mit meiner Person für das Volk, das ich führe Abrustunger die Fullaue 1881 Verlag. Bis dahin zwischenstaatliche Verhandlungen empfohlen— Zehn Minuten Bürositzung in Gent und das mir die Kraft gibt. Aber sprechen wir von der französischen Sicherheit! Wenn man mir sagen würde, was ich für sie tun kann, würde ich es gern tun, wenn es sich nicht um eine Unehre oder um eine Drohung für mein Land handelte. Ein englischer Journalist hat geschrieben, daß man zur Beruhigung Europas eine Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich herbeiführen und Frankreich die zusätzliche Sicherheit eines Verteidigungsbündnisses mit England geben müsse. Wenn es sich um ein derartiges Bündnis handelt, will ich es gern unterschreiben; denn ich habe keineswegs die Absicht, meinen Nachbarn anzugreifen. Polen sieht das jetzt ein, aber weil Polen östlicher liegt als Frankreich, kennt es uns Auf die Frage, ob Deutschland nach Genf zurückkehren werde, habe der Reichskanzler, wie de Brinon berichtet, geantwortet:„Als ich Geverließ, habe ich eine notwendige Handlung vollzogen, und ich glaube, damit zur Klärung der Lage beigetragen zu haben. Wir werden nicht nach Genf zurückkehren. Der Völkerbund is ein internationales Parlament, in dem die Mächtegruppen im Gegensatz zueinander stehen. Die Mißverständnisse sind dort verschärft worden, anstatt gelöst zu werden. Ich bin stets bereit, und ich habe das bewiesen, Verhandlungen mit einer Regierung aufzunehmen, die mit mir sprechen will.“ de Brinon zieht aus seiner Unterredung mit dem Reichskanzler den Schluß, daß das Urteil des englischen Journalisten Wand Price zutrifft, der auf Grund einer Unterredung mit dem Reichskanzler von dessen Aufrichtigkeit überzeugt wurde. Die Stung des Büros der Abrükungekonfe, shüse, uigehzeiten einig werde. Am Dienstag s an Vitwog ber v. Der von Konserenz. bei dere Gegenüberselung der Terte, hoße 66. n dud re, Preitete Vericht über die Ver= hinsichlich eines der diplonatischen punte, die tagung des schusses bis Mitte Januar Uneinigkeit gezeigt. Uneinigkeit gezeigt. Während man einmutig diplomatische Besprechungen zur Beseitigung der politischen Meinungsverschiedenheiten für nützlich gehalten habe, seien die Delegierten der Großmächte zu gewissen Augenblicken ziemlich lebhaft in der Frage der Fortsetzung der Ar beiten der Abrüstung aneinander geraten. g Der italientsche Vertreter habe sich mit Nuchdruck gegen diese Fortsetzung der urbeiten gewandt. Er habe versucht, die Zwecklosigkeit der Arbeiten des Ausschusses zu beweisen, dessen tagung dis Hauptausschl,##is Wiltte Januar wurde von der Kommission ohne Diskussion angenommen. In seiner Erklärung wies der Präsident auf die Gründe hin, die ihn veranlaßt PGigg, die Vertreter der vier Mächte sowie den denten und den Berichterstatter der Konferenz zu Sonderverhandlungen einzuladen. Entscheidungen seien aber nicht getroffen worden, da man überzeugt gewesen sei, daß es einzig dem Arbeiten des Ausschusset, zu beweise. Büro oder dem Hauptausschußz der Konferenz Tätigkeit sich in Abwesenheit Deutschlanos darin zukomme, Entscheidungen zu treffen. Man habe erschöpfe, die geringeren Schwierigkeiten zu 15eingesehen, daß die bestehenden Divergenzen sen. Der italienische Delegierte habe bei seinen über mehrere wichtige politische Fragen zu groß Ausführungen teils Ueberredungskünste spieler seien, um zu hoffen, daß eine verfrüht stattfin= lassen, teils ironisch gesprochen und sogar erdende Diskussion im Rahmen des Hauptaus klärt, Italien werde auf alle Fälle nur als Beschusses zu günstigen Resultaten führen könnte.) hachter an den weiteren Genfer Arbeiten teilInfolgedessen sei vorgeschlagen worden, daß zine nehmen. Der englische Vertreter Eden schien sich Biro sch darüber enien sele, 0b hm eine in der Hauptfache der Anscht seiies, hasisegice. Vertaung der Kaurptauschuse angezeist er, Kolegen anzuchleßen, daß Hut, de erehichsgen heine, dus genaue Dutum würde burch ben( gerung tünftighin nur die Arbeizhsk, gertzer her von Bedentungg gr gz,Dder einzise Rebeg, cheine. Das genaue Datum würde durch den Präsidenten nach Beratung mit dem Vizepräsidenten und dem Berichterstatter der Konferenz festgesetzt werden. Es sei angeregt worden, daß im jetzigen Stadium die Arbeiten der Abrüstungskonferenz am ehesten erleichtert würden durch parallel laufende und ergänzende Anstrengungen zwischen den verschiedenen Staaten und durch eine weitgehende Ausnutzung des diplomattschen Näderwerkes. Es sei ebenfalls angeregt worden, daß die Regierungen den Präsidenten über ihre Anstrengungen auf dem Laufenden halten sollten, damit er nach Beratung mit dem Vizepräsidenten, dem Berichterstatter, dem Generalberichterstatter des Völkerbundes, und dem Präsidenten der technischen Komitees entscheiden könne, in welchem Maße die Arbeiten der Ausschüsse inzwischen weiter fortgesetzt werden sollen. Französisch-italienische Auseinandersetzungen Bei den Verhandlungen am Tag zuvor hatte s noch Auseinandersetzungen zwischen den ösische und lienischen Vertretern franzosischer grattengu#r; vertretern gegeben. Die Agentur Havas meldet über die Diensbatte gerechnet, wie sie stattgefunden habe. Am Montagabend schien es, daß man sorohl Aver die Fortsetzung der Arbeiten der technische. Ausdie These der Frrhsegung der Albeiten etwas unterstützt habe, sei wohl der amerikanische Delegierte Wilson gewesen. Unter diesen Umständen habe der französische Außenminister Paul= Boncour hartnäckig die These der Regierung verteidigt und ern#a##, daß der Beratungsgegenstand jetzt sogar die Zukunft der Völkerbundes berühre. henderson bleibt in Geuf Die Delegationsführer haben Mittwoch abend Genf verlassen. Es werden nur die zur Besetzung der beiden technischen wendigen Delegierten in Genf Diese Ausschüsse, von denen sich der eine mit der Frage der Umwandlung der kontinentaleuropäischen Heeresorganisationen und der andere mit dem Problem der Kontrolle, sollen vor der Hand die angefangenen Beratungen weiterführen. Präsident Henderson wird ebenfalls Genf nicht verlassen. Zu den von Henderson erwähnten diplomati: schen Verhandlungen, die in der Zwischenzen# in die Wege geleitet werden sollen, ist man in Konferenzkreisen nach wie vor der Ansicht, daß diese der Vorbereitung einer Konferenz der Großmächte, auf der auch Deutschland vertreten sein würde, außerhalb Genfs dienen sollen. Dieser Plan scheint jedoch in den letzten Tuger. keine wesentlichen Fortschritte gemacht zu haben. Aufslandsbewegung in China Unabhängigkeitserklärung einer chinesischen Provinz Die Londoner„Times“ geben eine chinesische Meldung aus Amoy wieder, wonach General Tsai Ting Kai, der Befehlshaber der 19. Armee. die Unabhängigkeit der Provinz Fukien verkündet hat. Er habe erklärt, infolge des Ausbleibens von Geldern für seine Armee sei er genötigt, die Einnahmen der Provinz und die Zweigstelle der Zentratbank zu übernehmen. In Amov sei der Belagerungszustand erklärt worden: doch herrsche augeWie Reuter aus Schanghai zu der Unabhängigkeitserklärung der Provinz Fukien meldet. hat sich die Leitung der Gegenbewegung gegen die Nanking=Regierung die Bezeichnung„revolutionäre Bundesregierung von China“ gegebenz,„Hinter neral Tsai Ting Kai. der. wie berichtet, vie Unabhängigkeit verkündet haben soll, stehen die Trupven der von ihm bisher befehligten 19. Aumee. General Tsai Ting Kai hat sich im Januar und Februar des vergangenen Jahres einen Namen durch seine heldenmütige Verteidigung Schanghais gegen die Javaner gemacht. Wie Reuter weiter meldet, soll die neue Bewegung im schärfsten gensatz zur Kuomintang stehen. Ihr Programm soll für China eine völlige Zollautonomie fordern. Ferner soll es für eine Abschaffung der chen" Verträge mit den westlichen Mächten sowie für Streikrecht. Revisionsfreiheit, Verstaatlichung des Bodens. der Forsten und der Bergwerke und für eine Aufrechterhaltung des Widerstandes gegen Jovon dntreten. Die Aufständischen sollen in Amoy zu!: Bataillone Seesoldaten entwaffnet und sich des Telegraphenamtes und der drahtlosen Station in Futschau bemächtigt haben. Neue Marxistenhetze in Belgien In Belgien zeichnet sich eine neue xistischer Angriffe gegen das nationalsozialistiiche Deutschland ab. Im ganzen Lande werden illustrierte Flugschriften verteilt. In Antwerpen wird mit einer auf tiefstem Niveau stehenden Reklame die Vorführung eines gegen das heutige Deutschland gerichteten Theaterstückes angepriesen. Das Stück ist selbst nach dem Eingeständnis der sozialistischen Presse literarisch minderwertig. Den Gipfel der Verhetzung erreicht jedoch die Inanspruchnahme des belgischen Rundfunks zur Boykottpropaganda seitens der sozialistischen Partei Belgiens. Die deutsche Gesandtschaft hat gegen diese Vorgänge energisch Verwahrung bei der belgischen Regierung eingelegt und insbesondere die Abstellung des Mißbrauches verlangt, der mit dem unter staatlicher Kontrolle stehenden Rundfunk getrieben wird und der geeignet ist, eine Störung der deutsch=belgischen Beziehungen zu verursachen. Duc Halle umn Cero Wo wohnt Adolf hitler?— Der Führer in seinen bayerischen Bergen Die Küche ist denkbar einfach und kräftig. „„„ Anläßlich des Urlaubsaufenthaltes des Führers auf dem Obersalzberg in Berchtesgaden stellt uns der Reichspressechef der NSDAP, Dr. Otto Dietrich, der den Führer nach dem Obersalzberg begleitet hat, aus seinem Buch„Mit Hitler in die Macht“ folgendes Kapitel zum Abdruck zur Verfügung: Der Obersalzberg ist längst zu einer histortschen Stätte des Nationalsozialismus geworden. Ueberreich ist dieser Berg an Erinnerungen aus der Geschichte der Bewegung, den Zeiten ihrer schlimmsten Verfolgung, ihres Kampfes, ihres Sieges. Unzählige sind schon voll Ehrfurcht die steile Straße von Berchtesgaden zum Obersalzberg emporgestiegen. Immer stärker chwillt der Strom der Besucher an, seitdem sie wissen, daß der Führer auch als Kanzler dem Berge treu geblieben ist. Adolf Hitler, Dietrich Eckart, Hermann Esser und Christian Weber haben den Obersalzberg im Jahre 1923 für ihre Zwecke ausfindig gemacht. Es war die Zeit des Republikschutzgesetzes. Mancher Nationalsozialist suchte und fand bei treuen Freunden in der Abgeschiedenheit des Obersalzberges seitdem Unterschlupf vor seinen Verfolgern. Man traf sich auf dem Platterhof. Hier verfaßte Dietrich Eckart, der Künder und Dichter des Dritten Reiches, seine Kampfschriften, von hier aus ging er unter falschem Namen in die Täler, die Bauern aufzurütteln. Von Adolf Hitler gewarnt, hielt sich Dietrich Eckart auf versteckten Oedhöfen und Almhütten vor seinen Häschern verborgen. Oft kam Adolf Hitler bei Nacht und Nebel auf dem Platternhofe an, sich mit seinen Freunden zu beraten. Dietrich Eckart wurde verhaftet und ins Gefängnis geworfen. Todkrank, von Verfolgung und Haft körperlich gebrochen, vom Verrat des 9. November seelisch zermürbt, kam er wieder nach Berchtesgaden. Am 2. Weihnachtsfeiertag 1923, als der Führer und fast alle seine Freunde auf der Festung Landsberg gefangen saßen, ist Dietrich Eckart einsam gestorben. Hier fand er seine letzte Ruhestätte. Aus der Unrast seiner Tage, aus dem Uebermaß von #. Hitler immer wieder Berchtesgadener Landes Arbeit ist seitdem Adolf in der Einsamkeit des untergetaucht, das von jeher Menschen von Eigenart und Eigenwillen angezogen hat. Die Landsberger Festungshaft lag hinter ihm, die Partei war zerschlagen, das Redeverbot machte jedes öffentliche Werben für seine Idee unmöglich. Da zog sich der Führer in die bayerischen Berge zurück. Während er die Neugründung der Partei vorbereitete, schrieb er in einem kleinen Berchtesgadener Gasthaus an dem zweiten Teil seines Buches„Mein Kampf“, den er Dietrich Eckart zueignete„der als der besten einer sein Leben dem Erwachen seines, unseres Volkes gewidmet hat, im Dichten und im Denken und am Ende in der Tat“. Dicht unterhalb des Platterhofes an den hochstämmigen Bergwald angelehnt, liegt „Haus Wachenfeld“, ein schlichtes, anheimelndes, kleines Landhaus im oberbayerischen Gebirgsstil mit einer umlaufenden Holzveranda unter dem überspringenden Giebeldach. Steine beschweren das Dach, damit der Sturm die Schindeln nicht abhebt. Den First ziert ein spitzer Dachreiter mit der Läutglocke. Ein Kaufmann aus der Hamburger Gegend hatte sich kurz vor dem Kriege dieses Landhaus erbaut. Ein glücklicher Zufall wollte es, daß gerade um die Zeit, als Adolf Hitler nach der Festungshaft zum Obersalzberg zurückkehrte,„Haus Wachenfeld" zu mieten war. Adolf Hitler griff zu, und unter den fürsorglichen Händen seiner Schwester, Frau Raubal, sind ihm seitdem „Haus Wachenfeld“ und der Obersalzberg zu einem Stück Heimat geworden. Wie oft hat der Führer selbst im Jahre 1932, dem Jahre des erbittertsten Endkampfes um die Macht, den Weg hierher zu seiner eigenen Scholle in freier Bergeswelt gefunden, und sei es auch nur für wenige Stunden. Ueber Bad Aibling und Rosenheim führt die Straße von München zum Chiemsee. Die Fahrer kennen schon das herrlich gelegene Gasthaus am Seeufer. Dort wird angehalten zu kurzer Rast. Man sitzt unter alten Bäumen, vor sich den weiten See. Näher rücken die Berge heran. Ueber Traunstein und Reichenhall durch die ehemals befestigte Paßenge von Hallturm führt die Straße in den schönsten Teil der deutschen Alpen, in die äußerste Südostecke des Reiches, wo die bayerischen Berge mit den Salzburger Alpen zusammenstoßen und die Grenze über die felsigen Gipfelgrate verläuft. Nach drei oder vier Stunden Fahrt erwartet uns oben in„Haus Wachenfeld“ bei der gastlichen Schwester des Führers eine stille Häuslichkeit und wohnliches Behagen. Wie gemütlich ist das große Erkerzimmer mit seinen bunten Bauernmöbeln. Auf dem Boden liegen lustige Fleckerlteppiche, die an heimischen Handwebstühlen gefertigt werden. Lustig zwit'chern in ihren Käfigen die Wellensittiche, die Lieblinge der Hausfrau, und im Erkereck die alte Standabr. Frische mich, schwarzes Bauernbrot und Mehlspeisen, die die Hausfrau köstlich zuzubereiten weiß, schmecken dem Führer am besten. Nach den Mahlzeiten sitzen wir um den runden Tisch herum oder auf der langen Ofenbank an dem grünen Kachelofen. Das ist recht die Stimmung, den Faden des Gesprächs dis tief in die Nacht weiterzuspinnen, in engem Kreis mit vertrauten Freunden zu sinnen und zu sorgen um Deutschlands Wiederauferstehen. In der Stille des Obersalzberges hat der Führer schon so manchmal die wichtigsten Entschlüsse gefaßt, die größten Entscheidungen getroffen, die bedeutendsten Kundgebungen ausgearbeitet. Auf einsamen Spaziergängen sammelt sich der Führer zu neuer schöpferischer Arbeit. Adolf Hitlers Lieblingsweg führt durch Wald und Wiesen zum Hochlenzer, nach Scharitzkehl und Vorderbrand. Ein kleines Denkmal am Waldessaum über dem Platterhof liegt am Wege mit Inschriften von Peter Rosegger und Richard Voß; es gilt dem Gedächtnis an Judith Platter, die Herrin des Platterhofes, die Heldin von Richard Voß' berühmten Roman„Zwei Menschen". Nach dem Willen des Führers sol! sich in kurzer Zeit auf dem benachbarten Hügel zwischen„Haus Wachenfeld" und Platterhof ein Denkmal für Dietrich Eckart erheben, mit dessen Entwurf der Führer einen einheimischen Bildhauer beauftragte. Welcher freie, weite Blick von dieser Höhe! Unvergleichlich schön liegt unter uns das grüne Eiland des Berchtesgadener Talkessels. Ringsum stehen steil die scharfgegliederten Bergriesen des Landes, die der Führer so sehr liebt. Es leuchtet der Blaueisgletscher am Hochkalter, König Watzmann mit seinen sieben steinernen Kindern erhebt zackig sein Haupt zum Himmel, der sagenumwobene Untersberg trägt unwillig die Grenze nach Oesterreich auf seinem breiten Rücken, die zwei Völker gleichen Blutes und gleicher Sprache trennt, und die Kuppe der Reiteralpe reckt sich hoch hinterm Hintersee über der Ramsau empor. Südwärts aber dieses herrlichen Aussichtsweges gehen die Wiesenterrassen und steilen Bergwälder des Obersalzberges in die schroffen Felswände des Hohen Göll über. Hinter dem idyllischen Berggasthaus Hochlenzer leuchtet in der Tiefe das Wunder des Königssees auf, jenes wie ein nordischer Fjord zwischen Bergabstürzen eingebetteten grünen Märchens. Dort unten, nach mehrstündigem Marsch, erschien schon manchmal der Führer mit seinen Freunden unerwartet in der großen Gaststube des Schiffmeisters zwischen Einheimischen und Fremden, sich für die Heimkehr zu stärken. Als der Führer Kanzler des Reiches geworden war, erfuhr notgedrungen„Haus Wachenfeld" nach Adolf Hitlers eigenem Entwurf enige Veränderungen. Eine Anfahrt für die Wagen wurde geschaffen, die Terrasse verbreitert, eine Wagenhalle und ein kleines Gästehaus sowie ein Gebäude für die Wache entstanden. Diese Erweiterung erwies sich als notwendig wegen der zahlreichen Staatsbesuche, die der Kanzler während seines Urlaubs zu wichkigen Besprechungen hier empfängt. Der Geist des Hauses aber ist derselbe geblieben und äußerlich fügt sich„Haus Wachenfeld“ jetzt noch besser in die Landschaft. Vor dem Hause auf der steilen Bergwiese aber rauscht wie zuvor der alte Brunnen, und die drei Schäferhunde Muck, Wolf und Blonda, die guten Freunde des Führers, halten scharfe Wache. Der Reichspräsident an den Deutschen handel Auf ein Huldigungstelegramm des Führers des Reichsbundes des Deutschen Handels, Dr. von Rentelen, aus Braunschweig hat der Herr Reichspräsident, wie das VdZ-Büro meldet, die folgende Antwort übermittelt: Den im Reichsstand des Deutschen Handels geeinten Angehörigen des Deutschen Handels danke ich für das freundliche Meingedenken. Möge diese erste Tagung den Zusammenhalt stärken und den Reichsstand des Handels unlösbar eingliedern in den Dienst des deutschen Volkes und Vaterlandes. Mit freundlichen Grüßen gez. von Hindenburg, Reichspräsident. Es bleibt bei 661 Reichstagsabgeordneten Wie das V9Z.-Büro meldet, haben die Kreiswahlausschüsse überall programmäßig auch in den verkürzten Fristen ihre schwierige und wichtige Arbeit der Feststellung des amtlichen endgültigen Ergebnisses der Reichstagswahl vom 12. November durchgeführt. Der Reichswahlausschuß ist daher bereits für Donnerstag, 23. November, vormittags, einberufen worden. Unter dem Vorsitz des Reichswahlleiters Dr. Reichardt werden 6 Beisitzer, die von der RSDAP. bestimmt wurden, das amtliche Endergebnis für das ganze Reichsgebiet verkünden. Wie verlautet, haben sich zwar noch einige zahlenmäßige Verschiebungen durch die Feststellungen der Kreiswahlausschüsse ergeben; diese Veränderungen sind aber nicht sehr wesentlich. Es wird daher bei der bereits gemeldeten Zahl von 661 Reichstagsmandaten bleiben und kein neues Mandat mehr hinzukommen. Der Reichswahlausschuß wurde früher zusammengesetzt aus den Vertretern der 6 stärksten Parteien; da wir jetzt in Deutschland nur noch eine Partei haben, wurden auch allein von der NSDAP. diesmal die Mitglieder für den Reichswahlausschuß aus den Reihen der Wähler bestellt. Die Sitzung des Reichswahlausschusses ist öffentlich. Erzbischof Dr. Eröber für die Akd. Der Erzbischof von Freiburg, Dr. Gröber, hat für die„Arbeitsgemeinschaft katholischer Deutscher" die folgende Erklärung veröffentlicht: Nach sachlicher Prüfung der Statuten der „Arbeitsgemeinschaft katholischer Deutscher“ begrüße ich aufrichtig deren Gründung. Wir brauchen nicht nur katholische Männer, die sich ebenso offen, entschieden und überzeugt in den Dienst des neuen Staates als in den Dienst ihrer Kirche stellen, wir brauchen auch Männer mit Führertalenten und weitreichendem Einfluß, der sich aus ihrem politischen Bekenntnis und aus ihren geistigen Qualitäten ergibt. Die AkD. ist keine Partei, noch weniger ein Versuch, eine tote Partei neu zu beleben. Die AlD. ist auch nicht die politische Vertretung des katholischen Volkes. Aber eine Elite will und soll sie sein, die die Brauchbarkeit auch des überzeugt katholischen Menschen für das neue Reich beweist, ja, die besonderen Werte offenbart, die gerade im katholischen Glauben und Volksteil zugunsten eines dauerhaften, christlichen Volksaufbaues liegen. Ich wünsche deswegen der AkD. weiteste Verbreitung. Keine Wartezeit für Rotslandsarbeiter nach vorübergehender Erntebeschäftigung Nach den Richtlinien der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung ist für die Zuweisung von Erwerbslosen zu Notstandsarbeiten der Nachweis eines Unterstützungsbezuges für die Dauer von zwei Wochen erforderlich. Nun haben sich die Arbeitsämter auf den Standpunkt gestellt, daß Arbeitslose, die aus der Beschäftigung von Notstandsarbeiten zu vorübergehender Tätigkeit bei Erntearbeiten entlassen worden waren, nach Beendigung dieser Arbeiten erneut einen 14tägigen Unterstützungsbezug nachweisen und vorher noch einmal eine Wartezeit ableisten müßten. Wie das BD3.-Büro meldet, hat der Präsident der Reichsanstalt demgegenüber in einem Erlaß es für vertretbar erklärt, daß die Notstandsarbeiter während der Beschäftigung bei Erntearbeiten nur als beurlaubt angesehen werden, so daß es einer Neuzulassung zu Notstandsarbeiten nicht bedarf und also auch die damit zusammenhängenden Voraussetzungen nicht verlangt werden können. Die Präsidenten der Landesarbeitsämter sind außerdem ermächtigt worden, zuzulassen, daß die Beschäftigung als Notstandsarbeiter sechs Monate innerhalb eines Jahres übersteigen darf. Ein weiterer Erlaß ermächtigt die Präsidenten der Landesarbeitsämter, auf die Zurücklegung eines zweiwöchigen Unterstützungsbezuges vor der Zuweisung zu Notstandsarbeiten zu verzichten. Westfaische Fradentunggerung ii Verlmuns Die HS.-Frauenschaft in der Westialenhalle— Rede des Reichsführers Dr. Krummacher Die große Frauenkundgebung, die von der NS.=Frauenschaft aus den Gauen WestfalenNord und Essen einberufen worden war, hatte die Westfalenhalle in Dortmund bis auf den letzten Platz besetzt. Die Reichsreferentin Frau Paula Siber=Berlin führte u. a. aus: Das Frauenwerk müsse für alle Zukunft des Volkes dem Führer gewidmet sein. In der Zeit des Zusammenbruchs, in der der Gottesglaube über Bord geworfen wurde, habe Adolf Hitler begonnen, um die Seele des deutschen Volkes zu ringen. Aus allen Lagern und Ständen seien die Frauen freudig zu ihm gekommen und bekennen sich stolz zum Nationalsozialismus. Aber die Frau müsse wieder zu dem werden, was sie um unseres Volkes Willen sein muß. Mutter sein sei höchster Sinn und Zweck für die deutsche Frau. Der Nationalsozialismus will der ehelosen Frau nicht das Recht auf Arbeit bestreiten, aber er stellt das Arbeitsrecht des Familienvaters voran, durch den wiederum eine Frau und Kinder ernährt werden. Die unverheirateten Frauen sind die seelischen Mütter des Volkes, ihre Sendung liegt auf hoher, weiter Ebene in sozialer Tätigkeit. Die nationalsozialistischen Frauen empfinden ihr Frauensein, ihr Muttersein als eine heilige nationale Pflicht. Die Rednerin forderte die Anwesenden auf, mitzuhelfen, alle Frauen für Deutschland und Adolf Hitler zu gewinnen. Sie schloß mit den Worten:„Wenn wir für Deutschland kämpfen, so kämpfen wir für unsere Kinder.“ Dann nahm der Reichsleiter des deutschen Frauenwerks, Dr. Krummacher, das Wort: Wir geben uns nicht der Täuschung hin, daß wir das Dritte Reich nur mit Männern aufbauen können. Wir gedenken in Ehrfurcht der deutschen Frauen und Mütter, die zwei Millionen Männer und Söhne auf dem Altar des Vaterlandes geopfert haben. Wir danken den Frauen und Müttern der Helden von Rhein und Ruhr und danken den Frauen, die uns im Kampf um das neue Deutschland in der Partei oder der RS.=Frauenschaft zur Seite standen und vor allem den Frauen, die uns am 12. November zu diesem großen moralischen Sieg verhalfen. Aber es gibt zu viel Vereine in Deutschland, auch zu viel Frauenvereine. Eine Gleichschaltung der Frauen, die jetzt unter meiner Führung im deutschen Frauenwerk zusammengefaßt sind, ist nicht notwendig. Die sieghafte Idee des Nationalsozialismus wird sich zwangsläufig von selbst alle Herzen erobern. Durch bessere Arbeitsverteilung wolle man die Frau der Familie erhalten, denn man kenne den ungeheueren Wert, der im deutschen Familienleben schlummere. Wir wollen sie ihrer wichtigen Aufgabe, der Erziehung der Kinder zu deutschen Männern und Frauen, wieder zuführen, sie hat als die Mutter deutscher Zukunft große Aufgaben zu erfüllen. Die Familie ist die Grundlage des Staates. Man könne nicht sagen„Ich verehre Adolf Hitler, aber ich lehne die nationalsozialistische Bewegung ab“, denn Adolf Hitler ist die nationalsozialistische Bewegung. Gottlosigkeit, Bolschewismus und Marxismus seien zwar in ihrer Organisation zerschlagen, aber noch nicht überwunden, das sei das Denken dieser Geistesrichtung. Wir danken dem Führer, daß er in Genf den entscheidenden Schritt gewagt hat, unserem Volke Ehre und Gleichberechtigung zu sichern. Das Deutsche Frauenwerk steht erst am Anfang. Die typischen Frauenberufe werden den Frauen auch erhalten bleiben.„Das Deutsche Frauenwerk" wird in Zukunft alle deutsche Frauenarbeit umfassen, es ist ein Werk der Liebe, des Friedens, der einzigen Zusammenarbeit und der Zukunft des deutschen Volkes. Die Vereinsmeierei ist endgültig überwunden. Man wird die deutsche Frau noch einmal in der ganzen Welt preisen, weil sie ihre Pflicht und Aufgabe dem Volk gegenüber in so hervorragendem Maße gerecht wurde. Dies sei der Dank des deutschen Volkes, der deutschen Frau an den Führer und Retter Deutschlands, Adolf Hitler! In das Sieg=Heil stimmten die vielen tausenden Frauen begeistert mit ein. An den Führer Adolf Hitler, dessen Stellvertreter Rudolf Heß und den Minister Frick, den Schirmherr des Frauenwerkes, wurden Ergebenheitstelegramme gesandt. Umbau von Wohnlauben mit Reichszuschussen Wie das Vd3-Büro meldet, macht der preußische Minister für Wirtschaft und Arbeit in einem Erlaß darauf aufmerksam, daß die neuen Bestimmungen des Reichsarbeitsministers über Wohnungsausbauten mit Reichszuschüssen auch die Möglichkeit bieten, Wohnlauben und sogenannte wilde Siedlungen in ordnungsmäßige Wohnungen umzuwandeln. Wenn von diesen Möglichkeiten bei Wohnlauben Gebrauch gemacht werden soll, verlangt der preußische Wirtschaftsmnister die Erfüllnug folgender Voraussetzungen: 1. Die Wohnlaube muß sich ihrer städtebaulichen Lage und baulichen Beschaffenheit nach für den Ausbau als Dauerwohnung eignen. 2. Der Bauherr muß Erbbauberechtigter oder Eigentümer des Baugrundstückes sein. Das Grundstück muß eine Größe von möglichst 1000 Quadratmeter und darüber, mindestens jedoch 600 Quadratmeter aufweisen. 3. Das Bauvorhaben muß als vorstädtische Kleinsiedlung anerkannt werden. Erwünscht ist, daß es auch in einem Gebiete liegt, das als für vorstädtische Kleinsiedlung geeignet anerkannt ist oder wird. Anträge auf Gewährung des Reichszuschusses, die gleichzeitig den Antrag auf Anerkennung des Bauvorhabens als vorstädtische Kleinsiedlung enthalten müssen, sind an die zuständige Landesoder Provinzgruppe des Reichsbundes der Kleingärtner und Kleinsiedler Deutschlands e. V. zu richten. Völkerbund soll reformiert werden Loslösung des Völkerbundspaktes vom Versailler Vertrag Nach Meldungen aus Genf soll in Völkerbundskreisen der Gedanke, den Völkerbund zu reorganisieren, Fortschritte machen. Der Generalsekretär des Völkerbundes habe mit einem belgischen Juristen verhandelt, der einen neuen Völkerbundsplan ausgearbeitet habe. Ob Avenol die Revisionspläne Mussolinis annehmen werde, habe noch nicht festgestellt werden können. Doch hielten die italienischen Kreise es nicht für unmöglich. Der belgische Plan sehe die Loslösung des Völkerbundspaktes vom Versailler Vertrag vor, wobei der Völkerbundspakt so geändert werden soll, daß auch die Vereinigten Staaten, Rußland, Deutschland und Japan ihm beitreten könnten. Nr. 274(Zweites Blatt) „Schwerter Zeitung“ Lonnerstag, 23. Rovember 1933 Tnanee Ceaaat Schioarte(eühet„ Lonnerstagden 1. JNonemd. (Nebelung) 1933. Vom Wetter Vorhersage für Donnerstag: Nach kalter Nacht mit verbreitetem Frost tagsüber stärkere Bewölkung. Stellenweise Niederschlagsneigung. Noch verbreitet stark dunstig bis neblig. Um Süd schwankende Winde. Vorhersage für Freitag: Wetterlage wenig verändert. Nachts Temperaturen um 0 Grad. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Keine wesentliche Aenderung. X Dem Alter die Krone! Einer unserer bekanntesten Mitbürger, der im Ruhestand lebende Pfarrer Schnurbus wird heute 68 Jahre alt. Fast 35 Jahre hat er in der kathol. Gemeinde Schwerte mit großem Erfolge gewirkt, bis zunehmende Krankheit ihn zwang, am 1. Juli sein Amt niederzulegen. Wir wünschen dem Geburtstagskinde einen recht sonnigen Lebensabend. Herbstfest des Turn=Verein„Jahn“ Schwerterheide. Am 10. Dezember veranstaltet der TV.„Jahn“ Schwerterheide im großen Freischützsaal sein diesjähriges Herbstfest, verbunden mit der traditionellen Nikolausfeier und Kinderbescherung. Der Verein nimmt gleichzeitig das Jahres=Abturnen vor. Dem Publikum wird ein reichhaltiges interessantes Programm geboten werden. Ein Besuch dieser Feier ist ohne Zweifel lohnenswert. Stand der Viehseuchen. Am 15. Okt. 1933 waren im Regierungsbezirk Arnsberg folgende Viehseuchen gemeldet: Rotlauf der Schweine einschl. des Nesselfiebers— Backsteinblattern— in 45 Gemeinden(58 Gehöfte), äußerlich erkennbare Tuberkulose des Rindviehs in 18 Gemeinden(21 Gehöfte), Schweinepest in 1 Gemeinde(1 Gehöft), Räude der Schafe in 1 Gemeinde(1 Gehöft), Maul= und Klauenseuche in 1 Gemeinde(1 Gehöft). Viehzählung. Am 5. Dezember ds. Is. findet im Deutschen Reiche eine Viehzählung statt. Diese Zählung erstreckt sich auf Pferde, Maultiere, Esel und Maulesel, Rindvieh, Schafe, Schweine, Ziegen, Kaninchen, Federvieh, Bienenstöcke und Edelpelztiere. In den Gemeinden wird die Zählung von ehrenamtlich tätigen Zählern durchgeführt und dient statistischen Zwecken. Die Einzelangaben unterliegen dem Amtsgeheimnis und dürfen insbesondere nicht für Zwecke der Steuerveranlagung verwendet werden. Morgen Geschäftsneueröffnung in Schwerte Kaufhaus Fritz Eisenmenger ein christliches Unternehmen. Wer in den letzten Tagen durch die Hüsingstraße gegangen ist, der hat gemerkt, daß die großen Schaufenster des Kaufhauses Gebrüder Stein verhangen sind. Es hat sich herumgesprochen und wir haben es auch bereits am 20. November im Anzeigenteil unserer Zeitung bekanntgegeben, daß das Kaufhaus Gebr. Stein seine Pforten geschlossen hat. Im heutigen Anzeigenteil wird nun bekanntgegeben, daß das Geschäft am morgigen Freitag um 3 Uhr nachmittags neu eröffnet wird. Herr Fritz Eisenmenger, ein Fachmann in der Textilbranche, hat die Fa. Gebr. Stein käuflich erworben und eröffnet das Haus nach erfolgter Umstellung unter seinem Namen. Besonders sei darauf hingewiesen, daß in dem Haus nach den Grundsätzen eines deutschen Kaufmanns verfahren wird und daß das Unternehmen auf rein christlicher Grundlage aufgebaut ist. Mithin ist hier eine großstädtisch eingerichtete Einkaufsstätte gegeben, der die Bevölkerung das vollste Vertrauen entgegen bringen kann. Dem neuen Unternehmen wünschen wir den besten Erfolg. Wurstvergiftungen 6 Krankheitsfälle, Genickstarre 5 Krankheitsfälle und 1 Todesfall, Kinderlähmung 2 Krankheitsfälle, Lungen= und Kehlkopftuberkulose 32 Krankheits= und 33 Todesfälle, Nuhr 1 Krankheitsfall, Scharlach 140 Krankheitsfälle, Unterleibstzphus 2 Krankheitsfälle, Paratyphus 7 Krankheitsfälle, Enteritus 5 Krankheitsfälle. erstes Konseu veo Münnergefungee.“ am Buß- und Bettag + Uebertragbare Krankheiten. In der 44. Woche vom 29. Oktober bis 4. November 1933 waren im Regierungsbezirk Arnsberg folgende übertragbare Krankheiten und Todesfälle gemeldet: Diphtherie 102 Krankheits= und 2 Todesfälle, Fleisch=, Fisch= und Die Srundurte 388 gab einem Schmunn as este Gelet, u. uagrähnie anber Genchbe Gaische Stan=] rals von den EA=Kameraden bis zur Gruft getragen. Pastor Kleinemeyer=Schwerte hielt am Erabe die Trauerrede, der er das Wort des Apostels Paulus an die Römer „Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir" zugrunde legte. Erschüttert sei unser Herz darüber, daß der Tod auch vor dem Heiligsten kein Halt mache. Der Verstorbene habe jahrelang unter der allgemeinen Hoffnungslosigkeit gelebt. Seit einigen Monaten habe er sein Leben wieder mit Hoffnung anfüllen können. Von dem neuen Geist unseres Volkes sei auch er durchweht worden. Nun sei Wilhelm Gumprich im jugendlichen Alter dahingerafft worden, nachdem er erst vor wenigen Monaten eine Ehe eingegangen sei. Man habe auf Erden keine bleibende Statt. Man müsse sich schon hier auf das zukünftige Dasein vorbereiten. Zu der zukünftigen Statt gehe es nicht ohne das Kreuz Chrift.„. J 4— 8 Standartenführer Haak rief dem SAManne Gumprich einen letzten Gruß nach: SA=Kameraden! Wir tragen heute einen uns liebgewordenen Kameraden zu Grabe, der ein treuer Anhänger unserer Bewegung war. Seit Anfang des Jahres hat er in der SA. Dienst gemacht, mit großem Pflichteifer, ich möchte seine Dienstauffassung vorbildlich nennen. Von seinen Kameraden und von seinem Truppführer hört man nur Worte des Lobes über ihn. Er hat die Erhebung unseres Vaterlandes erleben dürfen. Er träumte von einem großen, freien deutschen Vaterland. Nun hat der Tod dem Traum ein Ende bereitet. Nun stehen wir an seiner Bahre und erweisen dem treuen Anhänger unseres Führers und dem eifrigen Mitkämpfer die letzte Ehre. Wir wollen ihm die Treue über Grab hinaus bewahren und ein ewiges Andenken. SA! Stillgestanden! Senkt die Fahnen! Die Kapelle spielte das Lied vom guten Kameraden. Dreizehn Sturmfahnen senkten sich. Dann ertönte das Kommando: k. rührt en9! Es war 5 Uhr geworden. Der Regen riesekte hernieder. Die Stürme rückten ab. Wilhelm Gumprich— es war nur ein einfacher SA=Mann, den man zur ewigen Ruhe gebettet hatte, und doch hatten 3000 Trauernde ihm die letzte Ehre erwiesen. Es wor Haft genug Geld Begräbnis, das mnan in D, Truße im SchlafAm Buß= und Bettag trug die darte 329 Schwerte den SA=Mann Wilhelm Gumprich vom Sturm 22(Sanitäter= trupp) in Geisecke zu Grabe. Der 23jährige SA=Mann war einer heimtückischen Krankheit (Typhus) zum Opfer gefallen. Sein Tod ist umso tragischer, als G. erst vor wenigen Monaten Hochzeit gehalten hat. Die Standarte 329 stand gegen 2 Uhr auf der Hagenerstraße abmarschbereit. Die SAStürme Hohenlimburg waren in 12 Lastkraftwagen herbefördert worden. Rund 2000 Mann waren angetreten. Unter Vorantritt der Schwerter Standartenkapelle mit Spielmannszug bewegte sich der lange Zug, in dem auch die Ortsgruppenleitung der NSDAP. sah, durch die Beckestraße, Bahnhofstraße, Hüsingstraße, Ostenstraße, Schützenstraße nach Geisecke. Kurz vor der Unterführung, wo die Standarte pünktlich um 3,30 Uhr eintraf, formierten sich die braunen Stürme zu Sechserreihen. Vor dem Totenhause stand der kranzgeschmückte Leichenwagen, von Fackel tragenden SA=Männern flankiert. Hinter dem Wagen standen die Angehörigen des Toten, dann der Sani=Trupp, dem G. angehört hatte, dann der Sturm 22 und die große Trauergemeinde aus der Einwohnerschaft. Es schien, als sei hier alles versammelt, als seien die Häuser wie ausgestorben. Der Leichenwagen war von kath. Krankenhause durch den Sturm 22 eine halbe Stunde bevor die Standarte anrückte, zum Trauerhause hingeleitet worden. An der Abholung beteiligte sich auch der Sanitäter=Sturm, dem der Verstorbene angehört hatte. Mit zum letzten Gruß erhobener Hand marschierte die Standarte an dem mit Kränzen überdeckten Sarge vorüber. Dann setzte sich der lange Trauerzug, in dem man noch die Freiwillige Fuerwehr und die Sanitätskolonne sah, unter Vorantritt der Standartenkapelle in Bewegung. Obwohl es erst ein früher Nachmittag war, so lag die Landschaft durch den November=Nebel grau verhangen. Eine todestraurige Stimmung herrschte ringsum. Der evangelische Friedhof war fast zu klein, um die große Tranergemeinde zu fassen. Vor dem Friedhof bildete SA. Spalier. Der Wagen hielt vor der Eingangspforte. Der Sarg wurde dann in feierlichem Zuge unter den Klängen eines ChoDer Zusammenschluß der beiden östlichen Gesangvereine unserer Stadt, der erst kürzlich erfolgte, hat schon jetzt seine guten Auswirkungen. Das Schwerter Musikleben gewinnt neue Gestalt. So wurde schon das erste Konzert der neuen Vereinigung, die sich Männergesangverein Schwerte Ost nennt, ein künstlerisches Erlebnis. Die Veranstaltung fand am gestrigen Buß= und Bettag, nachmittags um 5 Uhr im Freischütz statt. Der große Saal, der sich wieder als idealer Klangraum zeigte und der jeden Ton zu seiner ihm vom Komponisten zugedachten Wirkung brachte, war allerdings nicht so gut besetzt, wie es dieses wertvolle Konzert vor Stuhlreihen verdient hätte, ganz abgesehen davon, daß die Veranstaltung zum Besten der Winterhilfe der Stadt Schwerte dienen sollte. Vielleicht ist auch das trübe Nebelwetter daran schuld gewesen, daß der Saal nicht ganz gefüllt war. Die kunstverständige Bürgerschaft sollte jedoch derartigen Großveranstaltungen mehr Interesse entgegen bringen. Der Männergesangverein Schwerte Ost hatte das Kammermusiktrio des Laugsschen Kammerorchesters zur Mitwirkung verpflichtet. Hans Foizik als Pianist, der Geiger Alois Kükking und der Cellist Franz Zöllner spielten mit bewundernswerter Virtuosität. Lediglich bei dem Pianisten war beim Solovortrag die Dynamik nicht genügend abgewogen, sie übersteigerte im Forte. Auch gab der von Dortmund herbeigeholte stark verstimmte Flügel dem Können des Künstlers nicht die nötige Gestaltungsmöglichkeit. Sobald jedoch Hans Foizik im Trio spielte, dämpfte er den hämmernden Anschlag und da fehlte es auch nicht an der geschmeidigen Nuancierung der lichten Töne. Zur Aufführung gelangten u. a. zwei Romanzen von Schumann,„Nocturno“ von Schubert, der erste Satz aus dem C=Dur=Trio von Brahms und die Elegie aus dem Trio D=Moll von Arenski. Herzlicher Beifall lohnte die Darbietungen dieser drei Künstler. Der 125 Sänger starke Männergesangverein Schwerte Ost stellte sich als ein Klangkörper vor, der zu ganz großen Aufgaben berufen ist. Um zwei Ereignisse kristallisierte sich das Erlebnis des Abends. Das Erste:„Volk“ von Heinrichs, das Zweite:„Heimatgebet“ von Kaun. Das Heimatgebet erinnert in der Kraft und Tongewalt an das Niederländische Dankgebet. Es wurde vom Männerchor, unter Hinzuziehung des Knabenchors des Realgymnasiums Schwerte einstimmig vorgetragen. Trotz dieser Einstimmigkeit wirkte der Chor nicht langweilig. Das lag an dem Tempo rumbato, das der junge Dirigent Fred Peters durchzuführen verstand. In dem Diplom=Musiklehrer Fred Peters besitzt der MGV. Schwerte Ost einen Stabführer, wie man ihn für einen so aufstrebenden Verein nicht besser wünschen kann. Unter seiner temperamentvollen und zugleich auch behutsamen Leitung blühte auch gestern wieder all der Klangzauber der altdeutschen mittelalterlichen Madrigale(Innsbruck und Minnelied) auf. Er verstand es, die alte Volksweise vom Schnitter Tod in der Bearbeitung von Geilsdorf in der ganzen Düsterkeit und erschütternden Einfachheit erstehen zu lassen. Wo es notwendig war, führte Peters den Chor, der über ein gutes Stimmaterial verfügt, mit leichter Hand. Bei dramatischen Ausbrüchen, so bei dem herrlich männlichen Chor„Flamme empor“ von Trunk, hielt der Dirigent die Zügel fest in Händen. In tiesem Erleben ließ er auch das„Sanktus“ aus der deutschen Messe von Schubert aufklingen. Der Beifall war verdient herzlich. Das„Heimatgebet“ sprach so zum deutschen Herzen, daß es wiederholt werden mußte. War die Wiedergabe der Chorwerke auch hin und wieder kleinen unvermeidbaren Schwankungen unterworfen, so trug doch dieses Buß= und Bettags=Konzert den Geist ernster Verantwortung und bewußten Kulturwillens. Deshalb hört man mit Freude, daß der MGV. Schwerte Ost als 2. Konzert im März ein Werk herausbringt, das unserem Führer von Professor Trunk gewidmet ist: Feier der neuen Front. Die Uraufführung geschieht am 30. November durch den Berliner Lehrer=Gesangverein unter Leitung von Prof. Rüdel, in Anwesenheit des Reichskanzlers. Es handelt sich um einen Zyklus für Männerchor nach Gedichten von Baldur von Schirach. Es unterliegt nach der gestern gezeigten Leistung keinem Zweifel, daß dieses aus der Zeit für die Zeit entstandene Werk vom MGV. Schwerte Ost zu einem großen Erlebnis gestaltet wird. cke. Schwerter Filmschau In den„Lichtspielen zur Reichskroneg, wirh nur noch heute abend der Ufa=Tonfilm ohne Namen“ gezeigt. Werner Krauß in der Titelrolle vermittelt ein neues großes Erlebnis, das im Herzen haften bleibt. Es ist unmöglich, alle starken und stillen Eindrücke aufzuzählen, die von dieser schauspielerischen Leistung, von dem edelmetallischen Glanz dieser Stimme ausgehen. Die Szene mit der Frau, mit der Tochter spielt ihm niemand nach, niemand auch die Sicherheit, mit der er den Weg zum happy end geht. Höchstes Lob für den Regisseur Gustav Ucicky, Robert Liermann läßt einen Dialog sprechen, dessen Knappheit für den Tonfilm verbindlich sein müßte.— Maria Bard— ein wundervolles Stück Natur, Humor und Herz, soviel man nur wünscht. Helene Thimig, herzlich innerlich, mütterlich, ausgezeichnet wieder Julius Falkenstein, reizend in ihrer echten Jugendlichkeit Hertha Thiele. Ein großer Abend. Dazu den Tonfilm„Vollblut“, der in packenden Bildern die Geschichte eines Rennpferdes darstellt, eine Delikatesse für alle Freunde des Rennsportes und für alle Tierfreunde. Vom Schwerter Wochenmarkt Der Betrieb auf dem Wochenmarkt am Dienstag bewegte sich in den üblichen Bahnen. Obst und Gemüse waren reichlich angeboten. Gefordert und bezahlt wurden: Obst= und Gemüsemarkt: Wirsing 8—10, Rotkohl 8—10, Reißkohl 3—5, Blumenkohl 20—40, Grünkohl 2 Pfd. 15, Butterkohl 10, Karotten 10, Steckrüben 5—8, Zwiebeln 6 bis 8, Sellerie 10—20, Kohlrabi 10, Möhren 8, Porree 3 St. 10, Spinat 10, Eßäpfel 15—20, Kochüpfel 12—15, Verwahr=Aepfel Ztr. 20 Mk., Vertkn., 20, Kochbirnen 10, Spalierobst 20. erhalte, 9 20, Endivien 10—20, SchwarzwurKummer e. zeln 30, Rhein. Weintrauben 25, Walnüsse 50, Erdnüsse 30, Haselnüsse 60, Tomaten 25, Meerrettichstange 30.— Kartoffeln: Industrie 10 Pfd. 30, Juli=Nieren 10 Pfd. 35. Molkerei=Erzeugnisse: Molkereibutter 145—155, Naturbutter 150, Chester Käse 80, Mainzer 10 St. 30, frische Trinkeier 7 St. 100. Fleisch= und Wurstwaren: Rindfleisch 65—80, Kalbfleisch 80—90, Schweinefleisch 80—90, Hammelfleisch 80, Hackfleisch 80, frischer Speck 80, Fett= und Magerspeck 90 bis 100, ger. Speck 120, Mettwurst 90—100, Rindsleber 80, Kalbsleber 100, Nierenfett 40, Schwartemangen 80, Leberwurst 60—100, Schinken 130. Fische: Schellfisch zum Kochen 30—40, Schellfisch zum Braten 30—35, Rotbarsch 30, Seelachs 30, Schollen 40—60, Kabeljau 30, grüne Heringe Pfd. 15, Kieler Bückinge 30, holl. Salzheringe 14—18 St. 100, Heilbutt Pfd. 80, Forellen 40 Pfg. Die Auswahl in schönen Herbstblumen war wieder reichhaltig. Llinderbilfemerke der deutschen Volkes 1933/34 Ungültigkeitserklärung von Sammellisten. „Die weißen Sammellisten Nr. 2373.017 bis Nr. 2373 116 des Winterhilfswerks des deutschen Volkes 1933/34 werden hiermit für ungültig erklärt. Gauführung des Winterhilfswerks des deutschen Volkes 1933/34 Westfalen=Süd. A Der ständische Aufbau, die RS=Hago u. Zur Aufklärung Viele Preise des Mittelstandes bekunden immer noch eine unverantwortliche Unwissenheit über den kommenden ständischen Aufbau und die Funktion der hierzu dienenden Organisationen der NS=Hago und GHG. Alle selbständigen Mittelständler aus Handel, Handwerk und Gewerbe haben sich zwei ganz verschiedenartigen Organisationen anzuschließen. Ciner wirtschaftlichen und einer politischen. Die erstere sind für die„Mittelständler“, die einzelnen Fachschaften und Innungen. Die politischen Organisationen bilden NS=Hago und GHG. Die Mitgliedschaft zur politischen Organisation ist insofern Zwang, weil nur bei einer Zugehörigkeit die vollen Staatsbürgerrechte in Kraft treten. Es ist daher ein Unsinn, wenn von irgendeinem unwissenden Volksgenossen behauptet wird, die Zugehörigkeit zur NS=Hago und GHG. sei überflüssig. Welchen Aufgabenkreis haben jetzt die Organisationen? Die wirtschaftlichen sind lediglich dazu da, um die Lebens= und Arbeitsbedingungen unter sich zu regeln. Sie haben die Aufgabe, sich über Streitigkeiten, Preisdrückereien usw. untereinander zu einigen, mit einem Vort, die wirtschaftlichen Belange zu bereinicen. Die politischen Organisationen, die in s.örze den wirtschaftlichen übergeordnet werden sellen, haben in erster Linie die Aufgabe, alle Velksgenossen nicht nur äußerlich, sondern in erlich in ihrem Denken und Handeln zu Niionalsozialisten zu erziehen. Denn ist erstmel dieses hohe Ziel erreicht, dann fallen alle Steeitigkeiten, die ja meist im Konkurrenzneid un in der Habsucht ihre Wurzel haben, fort. Denn aber ist die politische Organisation in Zurft ausschlaggebend für jede kaufmänniSchwerte NS. Frauenschaft Schwerte. der Arbeitsabend im„Reiche des Wassers" f###t heute aus, dafür findet er von jetzt ab jeden Dienstag abend statt. Frau Obstfeld, Leiterin. von Zweifeln! sche und gewerbliche Frage sowie für jede Preiserhöhung. Bei unentwegten Außenseitern und Querschützen kann die politische Organisation auf Ausschluß erkennen, was gleichbedeutend mit dem Verlust der Staatsbürgerrechte ist. Der Unterschied zwischen NS=Hago und GHG. ist in der Hauptsache folgender. Die NS=Hago=Mitglieder besitzen im Ständestaat aktives und passives Wahlrecht. Sie sind dazu bestimmt, die Führer des Mittelstandes anzugeben. GHE=Mitglieder dagegen haben nur das aktive Wahlrecht. Sie können also selbst wählen, aber nicht gewählt werden. In den wirtschaftlichen Organisationen ist, trotz der Gleichschaltung, noch wenig von nationalsozialistischem Geist zu spüren. Leider sieht die Mehrzahl der Fachschaften ihre Hauptaufgabe darin, die Preise ins Maßlose zu erhöhen. Sie können sich von der Wirtschaftspartei noch nicht freimachen. Die Profitgier siegt über jedes soziale und nationale Denken. Zuständige nationale Stellen, wie die Deutsche Arbeitsfront, befassen sich bereits mit dieser Angelegenheit. Die künstlich heraufgeschraubten Preise werden wieder gesenkt werden. Nach Veröffentlichung der neuen Richtlinien für die NS=Hago und GHG. werden diese Preistreibereien von vornherein unmöglich gemacht werden. Es ist selbstverständlich, daß die ständische Organisation einen restlosen Zusammenschluß aller in Frage kommenden Mittelständler erfordert. Daher ist es zu empfehlen, den Eintritt in die Organisation freiwillig schon jetzt zu erklären, um so die Verbundenheit mit dem nationalsozialistischen Aufbau zu dokumentieren. Buß- und Bettag Der allgemeine deutsche Buß= und Bettag siel auf den 22. November. Nicht ohne Grund ist der Bußtag von den Totensonntag gestellt und dieser als Abschluß des Kirchenjahres gedacht— ganz davon abgesehen, daß sich der trübe November gut zu ernster Betrachtung und stiller Einkehr eignet. Gestern war die Gelegenheit gegeben, Einkehr zu halten mit sich selbst, aber nicht jede laute Einkehr, die das Schädliche weiterwachsen läßt, sondern unbarmherzige Selbstkritik, die uns besser werden läßt. Die Gottesdienste in den evangelischen Kirchen und in der katholischen Kirche waren sehr gut besucht. Der aktive Sturm 21 der SA, sowie ein Reservesturm zogen mit der Fahne geschlossen in die Kirche zum Gottesdienst. Die katholischen Mitglieder der SA begaben sich in die katholische Kirche. Die SA führte den Kirchgang durch, obwohl sie infolge der Beerdigung auch den Nachmittag über Dienst hatte. Es kam dadurch zum Ausdruck, daß die SA nicht gelegentlicher Gast auf Grund einer Einladung in der Kirche sein will, sondern daß sie von sich aus bewußt am religiösen Leben der Gemeinde teilnehmen will. Das liegt auch ganz im Sinne unseres Führers, der die Gottlosigkeit in Deutschland ausgemerzt hat. vom Reichsparteitag in Nürnberg 1933— Der Sieg des Glaubens— nunmehr fertiggestellt. Das Werk wird seine erste öffentliche Festaufführung am 1. Dezember im Ufapalast am Zoo in Berlin erleben. Hengsen, 23. Nov. Einwohnerzahl. Hengsen hat nach dem Stand der letzten Personenstandsaufnahme 203(204) eigene Haushaltungen mit 861(890) Einzelpersonen, von denen 632(676) evangelisch, 218(212) katholisch, 11 (2) andersgläubig sind. Danach hat Hengsen 29 Einzelpersonen verloren. Die in Klammern gesetzten Zahlen geben den Stand des Vorjahres wieder. Amt Westhofen Holzen, 22. Nov. Gründung einer RS=Frauenschaft. Zwecks Gründung einer NS. Frauenschaft in der Gemeinde Holzen ladet die Ortsgruppe die Frauen der Gemeinde zu einer Besprechung am Freitag, dem 24. d. M. 8 Uhr abends bei Pg. Wirt Schneider ein. Vollzähliges Erscheinen erwünscht. Der Film vom Reichsparteitag Nach umfassender sorgfältiger Bearbeitung und künstlerischer Gestaltung durch Leni Riefenstahl ist der dokumentarische Film Wer Mutters Rat befolgt, kann manchen Groschen sparen. Mutter weiß aus jahrzehntelanger Erfahrung, daß Dr. Thompsons Schwan=Pulver verwenden, zumal in der heutigen Zeit, in der mit jedem Pfennig gerechnet werden muß. Deutsche Christen und Amt Ergste Ergste, 21. Nov. Diebstähle. Nachdem das lichtscheue Gesindel sich im nationalsozialistischen Staat monatelang hat nicht an die Oberfläche kommen können, mehren sich seit einigen Tagen in unserem Bezirke wieder die Diebstähle. Bei dem Landwirt Theodor [Momnüter in Drüpplingsen wurden 25 Hühner entwendet. Die Ermittlungen nach der Täterschaft sind noch nicht abgeschlossen. Der Pressenarbeiter K. aus Berghofen hat in Hennen seinem Arbeitgeber Werkzeuge und Material in größerer Menge entwendet. Ein Teil der Beute wurde bei dem früheren Hauswirt L. in Kalthof vorgefunden.— Bei dem Gastwirt Otto Holzhausen in Rheinen wurden durch einen Kellereinbruch 10 Liter Branntwein, 10 Liter Doppelkorn und 15 Flaschen Likör sowie 70 eingelegte Eier im Gesamtwert von 120.— Rm. entwendet. Die Spuren von diesen Banditen gehen sämtlich über die Ruhr. Die Ermittlungen werden hoffentlich die Täter der gerechten Strafe zuführen. Andererseits wird aber die Polizei zusammen mit den nationalen Verbänden Mittel und Wege finden, um diesen Schädlingen das Handwerk zu legen. Pfarrereinführung in Ergste Ergste, 21. Nov. Die evangelische Kirchengemeinde Ergste hatte am vergangenen Sonntag einen großen Tag. Wurde doch der vor einigen Wochen einstimmig gewählte Pfarrer Göcke aus Dortmund in sein Amt eingeführt. An der Grenze des Dorfes wurde der neue Pfarrer von der SA. und sämtlichen Organisationen der NSDAP. und vielen Gemeindemitglieder im festlichen Zuge abgeholt. An der Spitze ritten Vertreter des Reitersturms. Das Presbyterium hat den neuen Pfarrer unter Führung des Kirchmeisters bis nach Dortmund entgegen gefahren. Von der Ecke Kirchstraße wurde bis zur Kirche Spalier gebildet, nachdem der Pfarrer vorher von Schulkindern mit seiner Frau an der Gemeindegrenze begrüßt und ihm ein Blumenstrauß überreicht worden war. Die Einführung im festlichen Gottesdienst nahm der Superintendent Niemeier aus Altena vor. Die Kirche war nicht nur überfüllt, sondern viele, viele mußten zurückkehren, weil sie kein Plätzchen mehr finden konnten. Mit ergreifenden Worten führte der Superintendent den Pfarrer ein. Er ermahnte seinen Amtsbruder Göcke stets ein vorbildlicher Hirte und Diener Gottes zu sein. Dann fand im Beisein eines verwandten Pfarrers aus Heringen die Verpflichtung und Einsegnung des Pfarrers Göcke statt. Der folgenden Predigt legte der neue Pfarrer das Bibelwort: Wir aber sind nicht von denen, die da weichen und verdammt werden, sondern von denen die da glauben u. die Seele erretten. Mit zündenden Worten und liebevollem Herzen sprach der neue Pfarrer erstmalig zu seiner Gemeinde. Genau wie der große Reformator Dr. Martin Luther, dessen 450. Geburtstag wir begehen, nicht einer von denen war die gewichen sind, wollen auch wir nicht weichen, sondern zu denen gehören, die da glauben. Er pries den Tag als besonders glücklich, weil er mit dem 450. Geburtstag des großen Reformators zusammenfiel. Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Gasthof Schneider fand im großen Hengstenbergschen Saale eine Gemeindefeier statt, die dem neuen Pfarrer wohl die Herzen aller Gemeindemitglieder zugetragen hat. Nach einer launigen und dann aber auch vom tiefen Ernst getragenen Ansprache des Superintendenten wurden dem Pfarrer Göke die Grüße der kirchlichen Vereine und der Nachbargemeinden entboten. Für die Kirchengemeinde Hennen sprach Pfarrer Schäfer und für die Kirchengemeinde Schwerte Pfarrer Hagemann. Gut vorgetragene Lieder des Kirchenchores umrahmten und verschönten die Feier. In seinem Schlußwort dankte Pfarrer Göke auch im Namen seiner Frau für den herzlichen und warmen Empfang. Er sei sehr gern nach Ergste gekommen und hoffe, daß er bald mit seiner Gemeinde fest verwachsen sei. Bei einer Tasse Kaffee flogen die Stunden nur so hin. Die Gemeinde Ergste aber kann stolz auf den Tag sein und darf den Wunsch hegen, in dem neuen Pfarrer den richtigen Mann, den Verfechter der Glaubensidee der deutschen Christen und eine starke Stütze des Führers Adolf Hitler gefunden zu haben. Die Vorgänge in der Berliner Sportpalastkundgebung am 13. November werden von gewissen Kreisen in unverantwortlicher Weise entstellt und als willkommener Anlaß benutzt, das Aufbauwerk der Deutschen Evangelischen Reichskirche zu stören. Da durch diese wahrheitswidrigen Darstellungen größte Verwirrung geschaffen wird, erkläre ich als Landesobmann der Glaubensbewegung Deutscher Christen der Provinz Westfalen folgendes: Der Herr Reichsbischof, der Schirmherr der Glaubensbewegung Deutscher Christen, hat in einem klaren Bekenntniswort und in der sofortigen Absetzung Dr. Krauses von sämtlichen kirchlichen Aemtern dargetan, daß er entschlossen ist, mit allen Mitteln gegen das Aufkommen solcher Irrlehren vorzugehen. Die Reichskirchenregierung und die Reichsleitung der Glaubensbewegung Deutscher Christen steht in allen ihren Führern zur Heiligen Schrift und zum Bekenntnis unserer Väter als unantastbare Grundlage unseres Glaubens. Dieses ist für jeden, der ehrlich sehen will, unmißverständlich klar geworden. Wenn trotzdem unter entstellter Darstellung der Vorgänge versucht wird, die Glaubensbewegung Deutsche Christen durch diese Vorgänge zu belasten, so weisen wir dieses als Glaubensbewegung ganz entschieden zurück, sehen es als ungeheuerlich an, wenn von Pfarrern gesagt wird, daß das Heldentum in den Raum der Kirche eindringe, und halten es für ein unverantwortliches Beginnen, wenn weiter getan wird, als ob das Evangelium durch die Glaubensbewegung Deutscher Christen irgendwo bedroht sei. Die Glaubensbewegung Deutscher Christen wird sich durch diese Unterstellungen nicht von der klaren Linie abbringen lassen, gebunden an die Heilige Schrift, treu zum Bekenntnis der Väter zu kämpfen, daß dem Menschen des Dritten Reiches die Botschaft von Jesus Christus, dem Heiland, ausgerichtet wird, und eine rechte Deutsche Volkskirche im Dritten Reich gebaut werde. Nachdem der Herr Reichsbischof unmißverständlich klar gesprochen und gehandelt hat, kann die Absicht anderer Auslegung der Berliner Vorgänge nur angesehen werden als ein Versuch, das Werk der Einheit und des Aufbaues von Volk und Kirche zu zerstören. Adler, Bischof, Landesobmann der Glaubensbewegung „Deutsche Christen". Bischof Adler. Er zeigt Luther auf der Kanzel und davor die deutschen Fürsten aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts, die sich zur Reformation bekannten. Der Wert des 80 gm. großen Teppichs wird auf mehrere Millionen Mark= Er wurde 1551 als Geschenk der Fan Der herrliche Croy=Teppich aus Greifswald. für die Herzöge zu Pommern=Wolgast gewebt. Auf dem Schloß der Herzöge wurde er bei einem Brande teilweise zerstört. Seit seiner * uug nach Greifswald ruht er in ##fkasten und wird nur alle 10 jetzt, im Luther=Gedenkjahr, wird eine Ausnahme gemacht, indem die Universität Greifswald ihn für die GedenkAusstellung im Kaiser=Friedrich=Museum zu Berlin zur Verfügung stellt Turnen Enich Erer. sich der Torhüter ganz bei BfL. Schwerte Durch Selbsttor verliert der VfL. in Letmathe Sur zwei wichtige Punite. Letmathe 98 1.— VfL. Schwerte 1. 2:1. Obige Geaner trasen, Giozing.gampfgahn“ in wiel in der Hermann=Göring=Kazp..4 Letmathe. BfL. ohne Eichenauer, Wort#. Finkhaus. Letmathe komplett. Die erste Halbzeit sah man ein ausgeglichenes Spiel, jer wußte der Letmather Sturm die Torchancen Nach dem Seitenwechsel dreht sich das Bild. Die Leimnather versehen es, aber auzgseichuet, Strafraum wird voszuck Zhrnten die Leimacher Spielberlauf nach bäten die Sezgersez.-cheise verdient gehabt, zumindestens aber ein Unentschieden. VfL. 2.— SC. Hennen 2. 6:2. Die zweite Garnitur landete in Hennen einen überzeugenden 6:2=Sieg. BfL. 3.— Reichsbahn 2. 4:1. Auch die dritte Mannschaft konnte einen Sieg Lehrm.— D38. Menden Lehrm. 8.10. neuaufgestellte Lehrmannschaft schoß den Vogel ab und fertigte den Gegner aus Menden mit nicht weniger wie 8:0 ab. BfL. 1. Jgd.— Tus 06 1. Jad. 3:0. Einen spannenden Fußballkampf, lieferten sich die beiden ersten Jugendmannschaften der Vereine Tus 06 und VfL. Die bessere Stürmerreihe gab hier den Ausschlag. BfL. 3. Jgd.— Tus 06 3. Jgd. 4:0. Dieser Film läuft ab Freitag in Schwerte Niederlage bewahrte. Die Stürmerreihe dagegen konnte sich gegen die sich, gut haltenden Läufer und Verteidiger der Gaste nicht durchsenen. Schwerter Turnerschaft von 1868 Handballmeisterschaftsspiel! Schwerter Turnerschaft 1.— Elseyer Turnverein Hlbg. 1.1 3:7(2:1). Sonntag vormittag waren die zahlreich erschienenen Zuschauer Zeuge eines fesselnden und fairen Handbalspiels. Sofort nach Zegigre er der Schwerter Verteidigung, hrt 34 sepezihrt Durch dieses Mißgeschick aufgerüttelt legt sich die zur Halbzeit 2:1 in Führung gehen.„Nach dem Wechsel ist zunächst wieder ausgeglichenes Spiel bis 10 Minuten vor Schluß beiz, Stande von 3:2 für die Schwerter Turnerschaft.„Dann 1s. das Spiel der Schwerter wie abgeschnitten. Die Elseyer ziehen auf und davon und können bis zum Schluß obiges Ergebnis herstellen. Schwerter Turnerschaft 2.— Jahn Schwerterheide 2. 5:6(4:1). In einem Freundschaftsspiel standen sich Samstag die 2. Mannschaften der beiden Schwerter DT.=Vereine gegenüber, wobei Jahn das glücklichere Ende für sich hatte. „Als ich gestern einsam ging Auf der grünen, grünen Heide, Kam ein junger Jägersmann, Trug ein grünes Kleid“ Camilla Spira und Peter Voß in dem Löns=Film„Grün ist die Heide. Deutsche Jugendkraft BfK. Iserlohn mit 8:1 geschlagen. Sieg und Punkte brachten die Schwerter nach Haus. Mit 8:1 mußte sich BfK. Iserlohn geschlagen bekennen. Für die Iserlohner begann das Spiel recht verheißungsvoll. Schon wenige Minuten nach Beginn gelingt es ihnen, den Schwerter Hüter zu überlisten. Dann aber finden sich die Schwerter. Herrliche Kombinationen sind von Erfolg gekrönt. Mit 4:1 geht es in die Halbzeit. Dann sind es wieder die Jugendkraftler, die Bombe auf Bombe vom Stapel lassen. Vier Erfolge können sie noch verbuchen, denen die BiK, er nichts Zöaber gat gewoorsenen Päle Lurn u. Spielvereinigung von 1884 Eroste perdes Heite des auten Schwerter Hüters. Lendringsen 1.— Tus 1884 Ergste 1. 3:2. war schon vorausgesagt, daß man mit einem sehr heißen Kampfe zu rechnen hatte. Vorweg sei erwähnt, daß die Lendringser ihrem Gegner an Körperkraft weit überlegen waren, welchen Vorteil sie auch reichlich auszunutzen wußten. Es standen sich spielerisch 2 gleichwertige Mannschaften gegenüber, von denen der Gastgeber einen glücklichen Sieg davontragen konnte, der durch Verwandlung eines nicht ganz gerechtfertigten 11=Meter=Balles errungen wurde. Hiermit mußten die Eraster ihre erste Niederlage in dieser Spielserie einstecken. Ein Unentschieden hätte dem Spielverlauf eher entTus 06 Schwerte 2.— Tus 1884 Ergste 2. 2:0. Handball Schleddenhofer Schwimmverein Iserlohn 2.— Tus 1884 Ergste 1. 0:3. Die Ergster mußten für ihre besten Stüzeger Ersatz einstellen. Der Verlauf des Spieles zeigte dann auch, daß in dieser Mannschaft die wurswuchtigen Torschützen fehlten. Dies kommt auch dadurch zum Ausdruck, daß es den Ergstern trotz Ueberlegenheit erst in der letzten stunde gelang, die 3 Treffer anzubringen, von denen der Mittelstürmer 2 und der Mittelläufer 1 auf ihr Konto buchen konnten. Ueber den Gastgeber muß berichtet werden, daß er eine gute Hintermannschaft zur Stelle hatte, in der Schwerte 1. Jgd.—BfK. Iserlohn 1. Jgd. 4:1. ihrer Gruppe. 07 Holzen Bezirksklasse(Pflichtspiel). Westig 08 1.— Tus 07 Holzen 1. 11:8(6:4). Durch das Fehlen zweier Spieler start geschwächt, fuhr die Holzener mannschaft mit wenig Aussicht auf Sieg nach Westig; und trotzdem wäre das Spiel gegen den ungeschlagenen Spitzenführer gewonnen worden, wenn nicht der Holzener Torwart zeitweise versagt hätte. Durch überraschenden Wurf des Rechtsaußen geht Holzen nach einer Minute Spieldauer in Führung. Westig gleicht durch Strafwurf sofort aus. Zwei schöne Tore bringen Holzen mit 3:1 in Führung. Das Spiel ist sehr schnell. Westig kann auf 3:3 aufholen. Die Hintermannschaft Westigs spielt jetzt etwas hart, um weitere Tore der Holzener zu verhindern. Bei einer direkten Unfairnis gibt der sehr gut leitende Schiedsrichter 13 Meter. Westigs„Torhüter hält den etwas schwach geworfenen Ball. Bis zur Pause ist dann Westig noch dreimal erfolgreich, während Holzen nur noch ein Tor werfen kann. Halbzeit 6:4. Nach Wiederbeginn des Spieles werden die Tore worfen. Wirft Holzen ein Tor, so gleicht Westig kurz darauf aus. Das Spiel wird immer schneller. Holzen bekommt noch einen 13 Meter zugesprochen, der sicher verwandelt wird. Den Vorsprung von zwei Toren kann Westig bis zum Schluß halten. Der Schlußpfiff macht einem interessanten Spiel ein Ende. Westig verläßt als verdienter Sieger den Platz. Tus 07 Holzen 2.— Rote Erde Iserlohn 1. Die Holzener bekamen die Punkte geschenkt. Iserlohn zog es vor, zu Hause zu bleiben. Tus Westfalia Villigst Tv. Berchum 1.— Tv. Westfalia Villigst 1.5:6. Als Gast des Tv. Berchum zeigten die Villigster vergangenen Sonntag wieder ein großes Spiel. Gleich nach dem Anwurf gehen die Villigster mit 1:0 in Führung. Der Ausgleich läßt jedoch nicht lange auf sich warten. Durch schöne Kombination und Auswertung wurfes heißt es bald 3:1 für den Gast. Bis zur Halbzeit stellen die Berchumer das Resultat auf 3:3. Gleich nach Wiederanpfiff sind beide schaften mit großem Eifer bei der Sache. heißt es 3:4 für Berchum, doch 3 Minuten spät ter ist der Ausgleich da. Bogsgrotge, Pggigger Berchumer mit 4:5 vorne, Mittelstürmer einen schönen Alleingang mit dem fünften und nochmals ausgleichenden Treffer abschließt. Der Kampf wogt hin und her, doch erweisen sich beide Schlußleute als unüberwindlich, bis es 4 Minuten vor Schluß dem Villigster Sturm durch schöne Kombination gelingt, den sieabringenden Treffer anzubringen. Für den Selbstschutz bei Fliegergefahr Die Einwohnerschaft von Schwerte wird darauf aufmerksam gemacht, daß die amtliche zivile Luftschutzleitung der Stadt Schwerte für den Selbstschutz bei Fliegergefahr eine Broschüre herausgegeben hat. Der Inhalt ist eine kurze, klare Darstellung über a) die Tätigkeit des Luftschutzhauswarts, b) Vorbereitungen im Frieden, c) Verhalten bei Aufruf des Luftschutzes, bei Fliegeralarm, während des Luftangriffs und nach der Entwarnung. Ferner enthält die Broschüre Merkblätter für die Familie und für das Haus. Das Heftchen wird zum Preis von 10 Pfg. im Büro der Ortspolizeibehörde, Zimmer Nr. 7, abgegeben. Schwerte, am 23. November 1933. Die amtliche zivile Luftschutzleitung. Berchum 2.— Villigst 2. 8:5. Die Berchumer, die sich durch einige Spieler der 1. Mannschaft verstärt hatten, siegten mit obigem Resultat. Verantwortlich für Lokales. Kommunalpolitik, Feuilleton, Provinzielles. Gerichtssaal u. Sport: Heinz Friedrich Kamecke, Schwerte(Ruhr). M Hilferufe um Mitternacht Einer verblendeten Mutter Liebling Roman von Harry N 2 Fortierung. Nachdruck verboten. Als sie es ein einziges Mal wagte, sein Verlangen nach Geld schüchtern abzuschlagen, mit stummer, flehender Bitte um Verzeihung im Auge, da wurde Hanns, der nicht ganz nüchtern war, so brutal und lärmend, daß Agnes Nast fürchtete, er würde sie schlagen. An jenem Tage brach sie völlig zusammen. In schweigender Apathie ließ sie alles gehen, was nicht mehr geändert werden konnte. Eigenen Verdienst hatte Hanns nicht oft, er hielt es in keiner Stellung aus. Herr Exner hatte ihn schon vor langer Zeit an die Luft gesetzt. Uebrigens nahm ihn auch kein Geschäftsmann gern; wer es doch einmal mit ihm versuchte, tat es aus Rücksicht auf seinen toten Vater, weil er mit diesem in angenehmer Geschäftsverbindung gestanden hatte. Aus diesen Gründen stellte ihn Herr Arno Kummer schließlich als Buchhalter und Kassierer ein. Er versuchte es nun schon den dritten Monat in unermüdlicher Geduld mit Hanns. Herr Kummer, der vor dem Weltkrieg ein sehr gutgehendes Getreide=Engrosgeschäft hatte, dann eine leitende Stelle im Dresdner Kriegsernährungsamt bekleidete, wandte sich nach dem furchtbaren Zusammenbruch Deutschlands mit sehr großem Erfolg der Fabrikation kosmetischer Artikel zu. Der verstorbene Siegbert Nast gab dem jungen Arno Kummer vor Jahren aus freien Stücken die Mittel dazu. sich selbständig zu machen. Ihm verdankte er indirekt seinen jetzigen Reichtum. Was Herr Kummer dem Vater nicht danken konnte, wollte er an dem Sohn gutmachen. Er bemühte sich daher, aus Hanns einen besseren, brauchbaren Menschen zu bilden. Er versuchte, die guten Seiten in ihm zu wecken, und hoffte auf seinen Ehrgeiz. Deshalb vertraute er Hanns eine ausgesprochene Vertrauensstellung in seinem Fabrikgeschäft an. Leider sah Herr Kummer keinen Erfolg; er hatte dagegen durch die Liederlichkeit und Bummelei des jungen Nast— er fehlte oft ganze Tage lang— häufig geschäftlichen Schaden. Am Abend des 31. Juli 1928, es hatte eben sieben Uhr geschlagen, stürzte Hanns aufgeregt und unerwartet zu seiner Mutter in ihr behagliches Wohnzimmer. Sie saß am Schreibtisch und schrieb eifrig in ein kleines Buch. Sein schönes Gesicht war blaß, als er ohne Gruß, den er sonst nie vergaß, trocknen Tones be„Kummer hat mir gekündigt, Mutter. Der unverschämte Kerl verlangt, daß ich sofort aus. trete. Morgen früh soll ich ihm die Bücher und Kasse abliefern. Mag er seinen Kram alleine machen, ich reiße mich nicht um ihn. Aber...“ Er zögerte und sah die erschrockene Frau unsicher an. „Aber?“ fragte Agnes Nast zitternd, denn sie fürchtete Unheilvolle. Diesen Blick kannte sie leider zu gut, er hatte ihr immer Böses verkündet. 1=565nt um „Aber“, meinte Hanns geveynt und spielte mit seiner Uhrkette,„ich muß bis morgen früh dreißigtausend Mark haben.“ „Dreißigtausend Mark! Hanns, das ist bei meinen jetzigen Verhältnissen ein Vermögen. Es übersteigt weit, weit meine Kräfte. Das kann ich nicht.“ „Will ich nicht, mußt du sagen“, erwiderte er mürrisch und zeigte ein böses Lächeln.„Ich muß das Geld haben, Mutter.“ „Du mußt? Hanns, um Gottes willen, wozu brauchst du das viele Geld? Ich wiederhole: Es ist für mich ein Vermögen.“ „Pah! Ein Vermögen!“ lachte Hanns.„Für dich ist es eine Bagatelle. Du hast genug Geld in deiner schönen eisernen Truhe im Schlafzimmer!" „Hanns!“ rief die Mutter vorwurfsvoll. „Willst du mir nicht wenigstens sagen, wofür du bis morgen früh eine so große Summe brauchtf“..6, Mef Hlähfaning „Nun, ich habe wieder mar oibofinniges Pech gehabt und den Quark verspielt. Du mußt mir das Geld geben, Mutter, sonst geschieht ein Unglück.“ „Das hast du bisher immer gesagt, Hanns“, erwiderte Agnes Nast tonlos.„Ich wüßte nicht, für ein neues Unglück über mich noch kommen könnte. Ich kann dir das Geld nicht geben. Du weißt, daß mein eigenes Vermögen zum größten Teil aufgezehrt ist, und daß wir nur noch von den Zinsen des Vermögens deiner Schwester leben.“ Hedwig war vor einem Jahr mündig geworden und hatte ihr väterliches Erbteil vom Vormund ausbezahlt bekommen. Die Klausel des Testaments mit den fünfundzwanzig Jahren galt nur für die beiden Söhne. Hedwig überließ die Verwaltung ihres Vermögens— es bestand aus wertvollen schweizerischen, holländischen und schwedischen Obligationen, Hypotheken und Aktien— vertrauensvoll der Mutter. Hanns wußte es. „Ich muß das Geld haben oder ich weiß nicht, was geschieht“, rief Hanns nochmals leidenschaftlich, ohne die Einwände der Mutter zu beachten. Seine Zähne knirschten, so preßte er die Lippen vor Erregung zusammen. „Ich habe es nicht", erwiderte Agnes Nast kalt.„Du bist toll! Woher soll ich über Nacht dreißigtausend Mark nehmen? Eine solche Summe! Hättest du sie nicht verspielt!“ Hanns trat dicht an die Mutter heran, preßte die blassen Lippen an ihr Ohr und flüe sterte leise: „Es gilt meine, unsere Ehre, Mutter. Im Vertrauen darauf, daß ich von dir das Geld erhalte, habe ich es mir einstweilen von Herrn Kummer entlebnt.“ Agnes starrte den Liebling an, ihre Lippen bewegten sich, doch nur ein schmerzlicher Schrei drang hervor. Heftig rang sie nach Atem und stammelte dann verzweifelt: „Entlehnt! Aber Herr Kummer weiß nichts davon? Dann hat er selbst dir das viele Geld doch nicht geborgt?“ Hanns nickte. Da sank sie wimmernd auf den Stuhl.„Also wiederum gestohlen!" schluchzte sie.„Mein Sohn wurde zum dritten Male ein Dieb!“ die Sache nicht so dramatisch, Mutter!“ sagte Hanns ungeduldig.„Wer sagt denn: gestohlen? Kummer kriegt es doch wieder, sobald du mir das Geld gegeben hast.“ „Aber ich habe nicht mehr soviel Geld, Hanns. Du hast mich bettelarm gemacht.“ Wieder trat Hanns dicht an die totenblasse, leise zitternde Mutter heran und zischte leiser „So nimm es von Hedwigs Geld! In knapp fünf Jahren muß der Vormund mir mein väterliches Erbteil auszahlen, dann gebe ich Hedwig die paar Mark wieder. Willst du es nicht ohne ihre oberhoheitliche Genehmigung tun, so frage ich sie gleich. Hedwig ist doch seit gestern für ein paar Tage zu Besuch gekommenSie hat's dir also bequem genug gemacht.“ Hanns wußte wohl, daß ihm von seinem Vermögen kaum noch die Hälfte wirklich gehörte, weil er von gefälligen Wucherern darauf schon beträchtliche Summen gegen die in der Zeit der Inflation üblichen, wahnsinnig hohen Zinsen, die immer wieder zum geschlagen wurden, ausgenommen hatte. Das brauchte er der Mutter jedoch nicht zu verraten. Agnes Nast wußte es aber doch, denn es war ihr von gefälligen„Freunden“ hinterbracht worden. Abwehrend streckte sie beide Hände vor: „Das wird niemals geschehen. Hörst du, Hanns? Niemals! Nie werde ich dulden, daß du Hedwig in diese schmutzigen Angelegenheiten hineinziehst.“ Dus Von mah den neuen Eeht schaffeil Staatsrat Dr. Ley auf der Arbeitstront-Tagung in München— Die soziale Frape ein Problem der Erziehung und Schulung bei der Einb beziehung Fett#erbitn Bei der Reichstagung der RSBO. und der Deutschen Arbetsfront, die am Montag im Münchener Rathaus eröffnet wurde, hielt rer der Deutschen Arbeitsfront, Staatsrat Dr. Ley, eine Rede, in der er, wie das Presseamt der Deutschen Arbeitsfront mitteilt, u. a. ausführte:„ Die erste große Etappe des Kampfes der Deutschen Arbeitsfront, die am Montag im Münzen für den Nationalsozialismus, ist erreicht. Nun heißt es die gewonnene Stellung auszubauen. Wir müssen uns in allen unseren Handlungen nur von der nationalsozialistischen Idee leiten lassen. Dann wandte sich Dr. Ley den Erfahrungen zu, die er auf seiner Reise durch Deutschlands Betriebe gemacht hat. Dabei ist Dr. Ley klar geworden, daß der deutsche Arbeiter hinter Adolf Hitler steht. Der Wahlerfolg hat gezeigt, wie recht die Deutsche Arbeitsfront hatte. Der Marxismus ist zertrümmert, die zwei Millionen Gegner die noch übrig bleiben, kann man nicht als Opposition gegen den Staat auffassen. Der Redner verglich das ganze Volk mit einem Organismus einer Weltanschauung. Die Partei stelle die Prediger und das in der Deutschen Arbeitsfront organisierte Volk bilde die Gemeinde, die die Gedanken des Führers in die Tat umsetze, die Partei werde daher immer klein sein. Die Arbeitsfront solle und müsse einmal das ganze Volk erfassen, außer den immer vorhandenen asozialen Elementen. Die Partei ist die Kammer, die die einheitliche Willensbildung des Volkes herbeiführt und in ihren Reihen keinerlei materialistische Gegensätze duldet. Die Aufgabe der Amtswalter ist es, die Gefolgschaft so zu erziehen, daß sie die Blickrichtung auf das ganze Volk nicht verliert. Wir sind alle Beauftragte der politischen Organisation mit einer bestimmten Aufgabe. Wir haben den Weg frei zu machen, aber das Volk selbst muß den neuen Geist schaffen. Die soziale Frage ist kein Problem der Tarifverträge, sondern ein Problem der Erziehung und Schulung. Wir müssen den Typ des deutschen Arbeiters schaffen, der ein Produkt der Disziplin ist. Eine andere Frage ist die der Qualitätsarbeit. Nicht in den großen Städten, sondern nur fern von der Hast der Großstadt kann die beste Arbeit geleistet werden. Man wird versuchen müssen, um bessere Waren herzustellen und damit Schuhmann, Berlin, fand am Dienstag im Schneefernerhaus auf der Zugspitze die Tagung der RSBO. und der Deutschen Arbeitsfront ihr Ende. Die mit Tannengrün geschmückten Wagen der Bayerischen Zugspitzbahn brachten die rund 200 Gäste in schöner Fahrt auf Deutschlands höchsten Gipfel. Staatsrat Schuhmann berichtete über die Aufgaben der RSBO. und der Deutschen Arbeitsfront, die in den kommenden Wintermonaten zu bewältigen sind. Um 18 Uhr wurde die Rückfahrt nach Garmisch angetreten, wo sich unterdessen die gesamte Arbeitnehmerschaft von Garmisch und Partenkirchen zu einer machtvollen Kundgebung auf dem Marktplatz eingefunden hatte, die die Tagung würdig beendete. von Minderbemittelten in die für die Fettuerbilligung in Betracht kommenden Kreise bekollmt seine besondere Bedeutung durch die darin ausgesprochene Bevorrechtung der Kinderreichen. Mit sofortiger Wirkung können jetzt auch Familien mit 3 und Witwen mit 2 Kindern in weiterem Umfange berücksichtigt werden, auch wenn es sich um Lehnempfänger handelt. Auch bei den dem Mittelstand zuzurechnenden Familien mit mäßigem Einkommen ist der Anspruch auf die Fettverbilligung in der Regel zu bejahen. Die Reichsregierung legt auf schnellste Durchführung dieser Maßnahmen besonderen Wert. Meineidsverfahren Sönke eingeleitet Die Justizpressestelle Berlin teilt mit: Die Staatsanwaltschaft Berlin hat gegen den 38 Jahre alten Feilenhauer Rudolf Sönke Anklage wegen Meineides erhoben. Sönke war bekanntlich am 30. Oktober dieses Jahres auf Antrag des Oberreichsanwaltes im Reichstagsbrandstifterprozeß verhaftet worden. Die Voruntersuchung hat ergeben, daß Sönke unter seinem Eid wissentlich falsche Angaben über seine Zugehörigkeit zur KPD. und seine Bekanntschaft mit dem im Reichstagsbrandstifterprozeß angeklagten Taneff gemacht hat. Ebenfalls hat der Beschuldigte zugegeben, daß seine eidliche Aussage, er habe Taneff in Rumänien kennen gelernt und in Berlin zufällig getroffen falsch war. Endlich hat Sönke auch insofern unter seinem Eide die Unwahrheit gesagt, als er vor dem Vierten Strafsenat des Reichsgerichtes behauptete, er habe für Taneff keine Koffer vom Bahnhof geholt. Die Hauptverhandlung dürfte schon in der nächsten Zeit vor dem Schwurgericht in Berlin stattfinden. Stratosphären-Ballon 17 500 m hoch Wie aus Akron(Ohio) gemeldet wird, ist der amerikanische Stratosphären=Ballon Montagabend bei Alloway(New Jersey) glatt gelandet. Er ist also während seines Fluges ungefähr 960 Kilometer in östlicher Richtung über das Land getrieben worden. Die erreichte Höhe wird nach Geldung auf Preds wieler Attentat in Japan Erfolgloser Auschlag auf den ehemaligen Ministerpräsidenten Wakatsuki Auf den ehemaligen Ministerpräsidenten Wakatsukt wurde Dienstag vormittag ein erfolgloser Anschlag verübt. Als Baron Wakatsuki bei der Rückkehr von einer politischen Propagandareise durch die Provinzen in Tokio den Zug verließ, drängte sich ein junger Mann durch die Menge, zog einen Dolch und versuchte, Baron Wakatsuki zu erstechen. Er wurde aber im letzten Augenblick von Polizisten ergriffen und entwaffnet. Der Angreifer ist ein in Japan bekannter Weltergewichtsboxer namens Susumu Rogutschi. Ein anderer junger Mann, der gleichzeitig den vormaligen Ministerpräsidenten anzugreifen suchte, entkam. Man glaubt, daß der Beweggrund zu diesem Anschlag in der Verstimmung gewisser japanischer Kreise über den Londoner Flottenvertrag zu suchen ist. Am Zustandekommen dieses Vertrages hatte Baron Wakatsuki als japanischer Hauptdelegierter in London hervorragenden Anteil. In wenigen Zeile 5- tTS 11 einer neueren Meldung auf 17500 Meter geauch den Weltmarkt zurückzuerobern, die groß= schätzt.(Ursprünglich waren 18800 Meter anstädtische Industrie möglichst wieder gegeben.) Damit wäre der Rekord Professor aufdas Land zu verpflanzen. Dann wandte sich Dr. Ley eingehend den Problemen der Freizeitgestaltung a. Wir müssen alles tun, die Menschen nach der Arbeit auszuspannen, dadurch, daß wir dafür sorgen, daß sie ihre Freizeit und ihren Urlaub so nutzbringend wie möglich gestalten. Vor allem müssen wir mit der Ungerechtigkeit aufräumen, daß die sogenannte höhere Stellung auch einen höheren Urlaub bedingt. Die Schwere der Arbeit muß die Höhe des Urlaubs bestimmen. Für den deutschen Arbeiter ist das Beste gerade gut genug. Es darf nirgends etwas Besseres und Würdigeres geboten werden als bei den Feierabendveranstaltungen der Deutschen Arbeitsfront. In der freien Zeit werden wir dem Arbeiter nicht nur geistige Kost bieten, sondern auch durch Turnen und Sport für sein körperliches Wohl sorgen. Die Deutsche Arbeitsfront wird ihr besonderes Augenmerk darauf richten, dem deutschen Arbeiter die deutsche Heimat zu zeigen. Um diese großen Aufgaben zu lösen, müssen wir uns von den alten Begriffen frei machen. Selbständige Existenzen bejahen wir, aber wir wollen nicht anerkennen, daß aus einer selbständigen Existenz Vorrechte abgeleitet werden. Wir wollen den Aufbau, aber nicht für einen Stand oder sogenannte Klassen, sondern für die Gesamtheit. Schließlich kündigte Dr. Ley eine große Propagandaaktion der Deutschen Arbeitsfront an, die unter dem Motto„Heruntermit den Preisen“ im ganzen Volke den Widerhall finden wird, der notwendig ist, um die Lebenshaltung des schaffenden Deutschland zu heben, abgesehen von den Preiserhöhungen, die das Reichskabinett zur Sicherung der Landwirtschaft angeordnet hat. Dann gab Dr. Ley noch bekannt, daß sämtliche Unternehmer und Angestellte, die Parteigenossen sind, in die RSBO. eintreten werden, um auch hier die Volksgemeinschaft, die das Ziel allen nationalsozialistischen Denkens ist, in die Tat umzusetzen. Den Abschluß des ersten Tages der Führertagung der RSBO. und des Gesamtverbandes der deutschen Arbeiter bildete ein großer Heimatabend der RSBO. im Löwenbräukeller, dem Staatsrat Dr. Ley, Staatssekretär Dauser vom Bayrischen Wirtschaftsministerium, die gesamte Reichsleitung der NSBO. mit Staatsrat Schuhmann an der Spitze, sowie sämtliche Landesobmänner beiwohnten. Abschluß der Tagung der A569. auf Deutschlands höchstem Gipfel Aus Garmisch, 21. Nov., wird gemeldet: In Anwesenheit des Leiters der NSBO., Staatsrat Piccards geschlagen, nicht aber der 19 000=MeterRekord des Sowjetballons. in Einführung des Reichsbischofs Am 3. Dezember im Berliner Dom Die feierliche Einführung des Reichsbischofes sein hohes Amt ist, wie der Evangelische Pressedienst erfährt, endgültig auf den ersten Adventssonntag, 3. Dezember, festgesetzt worden. Die Feier findet im Berliner Dom statt. Die Führer der Landeskirchen aus dem ganzen Reich, Repräsentanten des Reiches und der Länder, hohe Gäste aus dem Auslande und Vertreter des evangelischen Auslandsdeutschtums nehmen an dem feierlichen Akt teil. Es ist geplant, den Reichsbischof durch ein bischöfliches Geleit von der Siegesallee durch das Brandenburger Tor über die Linden zum Schloß zu führen. Dort wird ihn die übrige Geistlichkeit empfangen und zum Dom geleiten. Abordnungen der kirchlichen und politischen Verbände werden nach der Anordnung des Landesstelle Berlin des Reichspopagandaministeriums Spalier bilden. Die Feier wird vom Rundfunk übernommen. Fektverbilligung für Kinderreiche Auch für Kinderreiche des Mittelstandes Fettverbilligung Der Erlaß des Reichsarbeitsministers vom 8. November über ein weitherzigeres Verfahren in Rrich Der Bericht der Reichsanstalt für die Zeit vom 1. bis 15. November 1933 besagt: Zugang aus Saisonberufen brachten— wie regelmäßig um diese Jahreszeit— in der ersten Hälfte des November ein geringes Anwachsen der Arbeitslosenzahl. Nach dem Bericht der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung wurden Mitte November 3 776000 Arbeitslose bei den Arbeitsämtern gezählt, gegen 3 745 000 zu Beginn des Monats. Der Zuwachs um rund 31000 ist im Vergleich zu den Vorjahren, die für den gleichen Zeitraum Zunahmen von 156 000 für 1932, 220 000 bzw. 232000 für 1931 und 1930 aufzuweisen hatten, wenig bedeutsam. Westfalen und Schlesien konnten noch einen Rückgang der Arbeitslosigkeit berichten. Von den Arbeitslosen erhielten Arbeitslosenunterstützung 328000(plus 11 000), Krisenunterstützung 1063000(minus 9000). Der Bestand an anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen wird zum Stichtag Monatsmitte nicht ausgezählt. Die Zahl der Notstandsarbeiter, die bei den mit Mitteln der Reichsanstalt geförderten Arbeiten beschäftigt sind, betrug zu Beginn des Monats 314 500 und dürfte inzwischen weiter gestiegen sein. Sie hat sich gegenüber dem Vorjahre durch das tatkräftige Vorgehen der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung beinahe vervierfacht. Die jetzt vorliegende Zahl der Krankenkassenmitglieder=Statistik über die Entwicklung im Monat Oktober zeigt bei einem Bestand von über 14 Millionen Beschäftigten am 31. Oktober 1933 eine weitere Zunahme um 141 360. Auch hier ist es für die Erkenntnis der hinter der Arbeitsmarktentwicklung stehenden Kräfte bedeutsam, daß die industri llen Bezirke die stärksten Zunahmen an Beschäftigten aufzuweisen haben. Die Ergebnisse dieser ganz unabhängig von den Arbeitsämtern geführten Beschäftigungsstatistik der Reichsanstalt bestätigt die aus der Arbeitslosenstatistik abzulösenden Erfolge des ersten Abschnittes der Arbeitsschlacht in vollem Maße; sie lassen sogar diesen Erfolg noch größer erscheinen, denn während vom Höchstpunkt der Arbeitslosigkeit bis zum 31. Oktober die Zahl der bei den Arbeitsämtern eingetragenen Arbeitslosen um rund 2 256000 zurückgegangen ist, hat vom Tiefpunkt der Beschäftigung bis zum 31. Oktober die BeDer Stellvertreter des Führers hat eine Verfügung erlassen, nach der es den Parteidienststellen untersagt ist, Verordnungen herauszugeben, die ein Höchsteinkommen einzelner Bevölkerungsklassen festlegen, das Doppelverdienertum regeln und Abgaben auferlegen sollen. Nach einer Meldung aus Innsbruck sind dort zwei evangelische Pfarrer ihres Dienstes als Religionslehrer an den Schulen enthoben worden, da sie im Verdacht nationalsozialistischer Betätigung stehen. Anläßlich eines Festessens, das der„Verband der Heiligen Krone" zum 21. Geburtstag des Erzherzogs Otto von Habsburg veranstaltete, kam es zu großen habsburgfeindlichen Demonstrationen. Eine Gruppe der Antihabsburger drang in den Souperraum ein und demonstrierte durch Pfuirufe und Werfen von Stinkbomben. In dem französischen Ort Tourcoing ist eine große Wollfabrik bis auf die Grundmauern niedergebrannt. 300 000 Kilo Rohwolle und 200 000 Kilo gekämmte Wolle sind den Flammen zum Opfer gefallen. Der Schaden beträgt 10 Millionen Franken. Der Leiter des sowjetrussischen Informationsbüros in Washington, Boris Skiirsky, ist bis zum Eintreffen des ersten Sowjetbotschafters Trojanowsky zum Sowjet=Geschäftsträger ernannt worden. In Frankreich wurde der Führer der Bewegung der Kriegsdienstverweigerer, Leretour, der das Deroulede=Denkmal beschädigte, indem er der Statue den Kopf abschlug, zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, sein Helfershelfer zu sechs Monaten Gefängnis. Die Seismographen der Erdbebenwarte auf dem Kleinen Feldberg im Taunus verzeichneten am Dienstag kurz nach Mitternacht ein schweres Fernbeben. Die Instrumente blieben mehrere Stunden in Tätigkeit. Die Entfernung des Erdbebenherdes beträgt 4800 Kilometer. Um die gleiche Zeit verzeichnete auch die Heidelberger Sternwarte ein Fernbeben. In Hamburg verhaftete die Polizei 11 Mitglieder des früheren Rot=Front=Kämpferbundes, die am 13. Dezember 1930 bei einem politischen Zusammenstoß den Polizeiwachtmeister Knies ermordet haben. Der Mörder sowie mehrere Mittäter sind geständig. Stenst um kebendigen=Seatschiune Die volkswirtschaftliche und erziehungspolitische Hufgabe des Arbeitsdienstes der Führerschule des Deutschen Decker, hielt vor der Presse ArbeitsDer Inspektor di Arbeitsdienstes,##. einen Vortrag über die Aufgaben des Arb dienstes und den Aufbau der Füyrerschulen im Deutschen Arbeitsdienst. Er führte u. a. aus: Der Deutsche Arbeitsdienst soll nach dem Willen unseres Führers zwei große Aufgaben lösen. Einmal eine volkswirtschaftliche Aufgabe, die in der Erringung der deutschen Brotfreiheit besteht, zum zweiten eine erziehungspolitische Aufgabe, nämlich die Umformung der jungen deutschen Menschen in der großen Erziehungsschule der deutschen Volksgemeinschaft. In der Reichsschule des Deutschen Arbeitsdienstes und in den zwölf Bezirksschulen im Reich soll das Führertum im Deutschen Arbeits= in dem niemand mehr unter der Not dienst ausgelesen und für die großen Aufgaben sailler Diktates zu verhungern braucht. auf die einheitliche Linie gebracht werden. Die Grundlage einer erfolgreichen Arbeit für die Verwirklichung einer Idee ist das rückhaltlose Bekenntnis zu der Gedankenwelt des Nationalsozialismus, die uns erst wieder erlöst hat aus der Führerlosigkeit der vergangenen 15 Jahre. Führer im Arbeitsdienst zu sein, ist kein Beruf, sondern ein Dienst am lebendigen Deutschland. In der Erfüllung dieser Aufgabe liegt zuletzt auch die Sicherung der aufrichtigen Friedenspolitik unseres Kanzlers und seiner Mitarbeiter, denn wir wollen der Welt zeigen, daß unser Volk nicht Gas und Tanks und Kanonen braucht, um seiner Not Herr zu werden, sondern daß es mit den Waffen der Arbeit den Frieden eines Volkes wiederherstellen will, dem memand mehe unter der Rot des Verschäftigtenzahl darüber hinaus sogar um 319 000 mehr zugenommen. Zu dem Bericht der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung über den Stand der Arbeitsmarktlage vom 15. November, der eine Steigerung der Arbeitslosenzahl um rund 31 000 enthält, wird von unterrichteter Seite darauf hingewiesen, daß die Berechnung in der Mitte des Monats nicht als besonders zuverlässig angesehen werden kann und erfahrungsgemäß die Arbeitslosenzahl durchweg etwas zu hoch angibt. Dies kommt daher, daß bei der Berechnung in der Monatsmitte nicht die Wohlfahrtserwerbslosen gezählt werden, da die Statistiken der Gemeinden die Wohlfahrtserwerbslosen nur einmal im Monat zählen, im Gegensatz zur Reichsanstalt, die die Arbeitslosen und Krisenunterstützten zweimal zählt. So entsteht die Möglichkeit, daß Wohlfahrtsempfänger, die in der ersten Hälfte des Monats in Arbeit kommen, erst am Ende des Monats aus der Statistik der Arbeitslosen ausscheiden. Man rechnet in unterrichteten Kreisen damit, daß der Ausgleich am Ende des Monats in der Statistik erscheinen wird. * Der Kreditausschuß der Deutschen RentenbankKreditanstalt hat in seinen letzten Sitzungen wieder Arbeitsbeschaffungsdarlehen von rund 5,6 Mill. RM. bewilligt, davon annähernd eine Million Reichsmark für Siedlungswege in Pommern. Für Arbeiten im Freistaat Sachsen wurden erneut rund 850000 RM. bereitgestellt. Etwa die Hälfte des für Sachsen bewilligten Betrages wird für die Regulierung der Zwickauer Mulde verwendet werden. An sonstigen größeren Arbeiten, die der Kreditausschuß genehmigte, ist die Förderung der Moorkultivierung im Regierungsbezirk Aurich und die Milde=Biese=Regulierung im Kreise Salzwedel zu nennen. Für beide Vorhaben wurden Darlehen von je 200 000 RM. bewilligt. Nur einjährige Krankenversicherungsverträge Auf Grund von Verhandlungen mit dem preußischen Wirtschaftsministerium hat das Reichsaufsichtsamt für Privatversicherung den Abschluß mehrjähriger Versicherungsverträge in der privaten Krankenversicherung untersagt. Wie das B9Z.=Büro meldet, weist der preußische Wirtschaftsminister darauf hin, daß nicht nur der Neuabschluß von Krankenversicherungsverträgen mit mehr als einjähriger Laufzeit unzulässig ist, sondern daß auch in der Vergangenheit etwa abgeschlossene mehrjährige Verträge künftig um nicht mehr als ein Jahr verlängert werden dürfen. Zunrseh Hamburger Fischhalle Böngonersbreße 20 Rönziges Spezial=Fischaeschäft ues Ointas empfiehlt für Donnerstag u. Freitag aus frischer Zufuhr la frischen Fisch Schellfisch 1-4, Kabliau 1-2, Fielel 1, Scholle 2, Goldbarsch la frische Bücklinge usw. Kauft Fisch im Fachgeschäft der Hamburger Fischhalle Hagenerstraße 10 Große, öffentliche MittelstandsKunagesung am Freitag, den 24. ds. Mts. abds. 8½ Uhr im Hotel Sternberg(Oberschelp) Pg. Dr. Lebrecht spricht über: Pflichten und Wert der Organisationen unter besonderer Berücksichtigung des Handels, Handtbettt und Gewerbes. Ab 8 Uhr spielt die Standarten-Kapelle. Unkostenbeitrag 20 Pfg. N. 6. Hago und G. H. 6. Ortsgruppenamtsleitung Schwerte DASEINZIGE HEMALHA NS. Volkswohlfahrt Westhofen. Bekanntmachung! Die Ausgabe der Bekleidungsund Wäschegutscheine erfolgt für Westhofen, Wandhofen und Garenfeld am Freitag, dem 24. Nov., vorm. von 9—12 Uhr bei der NS. Volkswohlfahrt Westhofen, umtsdus, Simmer 1o.„e. Bollswohlsaht gez. Holsiepe Ortsgruppenleiter. Altt Westhe zen Gemeinderat Lichtendorf OC Nur noch S Tage nämlich bis Samstag abend dauert unser Sonderverkauf antiquarischer Bücher Besuchen Sie uns unverbindlich! Wir empfehlen u. a.: Albert Schaeffer, Kaiser Konstantin Eine Zeitwende, 244 Seiten, Ganzleinen. Preis statt RM 5.— nur RM 3.40. Ein Roman um die Bekehrung und Taufe Kaiser Konstantins. Eine packende geschichtliche Darstellung. Des Apulejus sogenannter goldner Esel neu übertragen von Albrecht Schaeffer, Metamorphosen, g2o Seiten in Ganzleinen. Preis statt früher RM 6.— nur RM 2.20 Dieser Roman schildert die Schicksale des Apulejus vor und nach seiner Verwandlung zum Esel bis zur Rückgewinnung seiner menschlichen Gestalt. Es ist ein amüsantes, zum Teil recht leichtfertiges Buch. Wir beraten Sie gern! Buckkandlung, C. Braus Schwerte, Adolf Hitterplatz 3 Zum Totenfest Empfehle für Schwerte und Umgegend Meine Spezialität: Waldkränze, Kreuze und Sträuße, Vereins= u. Trauerkränze, sowie Trauerdekoration. Der Zeit entsprechend billigste Preise. Gärtner Heinrich Knostmann Kleppingstraße 9, Ecke Hdsingstraße. Schmückt die Gräber! in allen Farben und Körnungen vorrätig. E. Homel o. H. Lichtendorf, 23. Nov. Unter dem Vorsitze des kommissarischen Gemeindevorstehers Dettmer hielt die Gemeindevertretung eine kurze Sitzung ab. Es waren nur wenige Punkte, über die man zu beraten hatte. Von der Amtsverwaltung Westhofen war Bürgermeister Hümme anwesend. Vor Eintritt in die Tagesordnung führte dieser den komm. Gemeindevorsteher Dettmer und den komm. Gemeindevorsteher=Stellvertreter Schilling in ihr Amt ein. Dann nahm der Gemeindevorsteher die Verpflichtung des neuen Gemeinderatsmitgliedes Brauckhoff vor. Zum Schiedsmann wurde Lehrer Josef und zum Schiedsmannstellvertreter Wirt Friedrich Bährensmann jun. gewählt. Weiter wurden gewählt Schachtmeister Stanilaus Paluszak und Wirt Friedrich Bährensmann zu Mitgliedern des Schulvorstandes. Dann lag die Jahresrechnung der Gemeindekasse für das Rechnungsjahr 1932 zur Abnahme vor. In einer Sitzung der Finanzkommission war bereits eine genaue Prüfung aller nungsunterlagen vorgenommen worden. Mänrückgelefert worden Im Interesse der Au, Lehersctreitungen von Haushalisansäten, bei gemeinheit können lotge Aucziug.o...““ denen es sich um zwangsläufige, Ausgaben handelte, wurden genehmigt. Die Jahresxechnung schließt ab in Einnahme mit 23 116 Rm. und in Ausgabe mit 28 462 Rm., sodaß ein Vorschuß von 4744 Rm. übernommen werden mußte. Die Wahl des Lehrers Pingel und des Gemeindevorsteher=Stellvertreters Schi ling zu Mitgliedern der Finanzkommission wurde von der Gemeindevertretung bestätigt. Den für die Ziegenbockhaltung zu gewährenden Zuschuß der Gemeinde setzte die Vertretung auf 100 Rm. für das Rechnungsjahr 1933 fest. Eine große Enttäuschung war für die Gemeindevertretung eine in den letzten Tagen ergangene Entscheidung des Kreisausschusses Iserlohn in einer Wegestreitsache. Es handelt sich um den Verbindungsweg, der vom Ostbergerweg abzweigt und am dem Gute Comberg zur Hauptstraße durch den Aplerbecker Wald führt. Dieser Wegestreit schwebte schon über ein Jahr. Ortstermine sind abgehalten und eine große Zahl der ältesten. als Zeugen aufgeboten worden. Funi alle Zeugen hatten bei ihrer eidlichen Vernehmung ausgesagt, daß der fragliche Verbindungsweg seit mehreren Jahrzehnten stets offen gewesen und von jedermann begangen und befahren worden sei. Nur wenige Zeugen wollten wissen, daß ganz früher einmal dort ein Verbotsschild gestanden habe und der Weg durch Hecks verschlossen gewesen sei. Trotz dieser Sachlage fällte der Kreisausschuß die Entscheidung dahin, daß der Weg tein öffentlicher sei. Eemeineer ertretung will sich mit dieser EntWesthosen, 23. Nov. Aus der städtischen Bibliothek. Die städtische Bibliothek ist eine Einrichtung, die für alle Einwohner geschaffen worden ist. Daran sollten die Benutzer der Bibliothek immer denken. Bis zu drei Wochen werden die Bücher gänzlich kostenfrei ausgeliehen. Es ist aber leider in manchen Fällen vorgekommen, daß Bücher monatelang, ja fast ein Jahr zurückbehalten worden sind. Auch sind verschiedene Bücher stark verschmutzt zurüdgeneseie werden Ha. Hmtesse der auf solche Nachlässigkeiten nicht mehr geduldet werden. Für jede Ueberschreitung der dreiwöchigen Lesedauer wird eine Gebühr erhoben und für Beschädigung und Verschmutzung von Büchern ein Erlatzgeld. Es wird gebeten, dem Bibliothekar Weide, der die Bücherausgabe an jedem Sonntag von 13 bis 14,30 Uhr abhält(in dem alten Schulgebäude) und das Amt ehrenamtlich verwaltet, die Arbeit um die Ordnung und Uebersichtlichkeit in der Bibliothek möglichst zu erleichtern. Westhofen, 23. Totensonntags=Feierstunde auf dem Friedhof. Am Totensonntag wird der„Männerchor„Westhofen“, in dem seit einiger Zeit alle früyeren Westhofener Gesangvereine zusammengeschlossen sind, in Gemeinschaft mit dem PosaunenChor nachmittags um 3 Uhr auf dem Friedhof eine Feierstunde abhalten. Westhofen, 21. Nov. Gründung einer Ortsgruppe der„Deutschen Christen.“ Nun haben sich auch in Westhosen die „Deutschen Christen" zu einer Ortsgruppe Westhofen zusammengeschlossen. Nach Posaunen=Präludium hielt Hauptlehrer Giese eine Begrüßungsansprache, die er mit den Worten schloß: ein Volk, ein Führer, eine evangelische Kirche. Pfarrer Hagemann legte in einem Vortrag die Anschauungen über Liberalismus u. Materialismus dar, und erläuterte Zusammenhänge zwischen Deutschdann die Zusammenhänge zwise tum, Christentum und Nationalsozialismus. Gemeindevertret: ∆ K AILDer Redner bezeichnete die Glaubensbewegung cewung uicht zustnrengtei.n — Deutsche Christen“ als Stoßtrupp der Kirche, gegen das Urteil Berufung bei ein- und mehrfarbig, nach eigenen oder fremden Rntwürfen, schnell und preiswert Carl Braus, Schwerte Bach- und Kunstdruckerei Große Marktstraße 5— 5 „Deulsche Christen als Stoßtrupp der Kirche, der Missionsarbeit zu leisten habe. Die Versammlung sang zum Schluß die deutschen Freiheitslieder. Zum Gemeindegruppenleiter ist Hauptlehrer Giese und zu seinem Stellvertreter Landwirt Prolingheuer aus Garenfeld ernannt worden. Sie veschloß, scheidung nicht zufriedengeben. gegen das Urteil Berufung beim Bezirksausschuß einlegen zu lassen. Auf den endgültigen Ausgang dieses Wegestreites ist man in Lichtendorf und den angrenzenden Bezirken sehr gespannt, zumal, wenn der Verbindungsweg tatsächlich wegfallen sollte, künftig große Umwege gemacht werden müßten. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Von dem großen Napoleon, der nicht mit kamen genannt wird, heißt es in prophetischen Vorten weiter: „Und du willst noch, Sterolicher bein Schickal bestimmen? Vermag es der Erde größter berrscher? Wenn er schaut, wie die Völker gesorchend zu seinen Füßen liegen, weiß er, wie ihm dann ist? Ist er nicht verflochten mit dem Strome der Zeit— mit des Schicksals labyrinlischen Gängen? Ist noch sein Eigentum der Vorsatz, im Herzen entsprossen, wenn er vermählt ist, mit der Stunde des Handels? Oder hat nicht dann der Weltlauf auch ihn ergriffen?“ An einer anderen Stelle dieser Neujahrsbetrachtung heißt es dann: „Blühen, Reifen und Welken sind die drei Zustände, durch welche die Natur ein jedes ihrer Wesen führt. Was sie in ihrem Schoße wirkt durch physische Kräfte, das tut sie durch moralische im Staate. Hier sind Menschen ihre Werkzeuge, aber hier wie dort ist keine Operation die letzte; jede ist Einleitung zu einer neuen. Die Wirkungen liegen vor Augen; aber die Ursachen, die den höheren Zusammenhang des Ganzen selbst durch die Krise kreisender Berge und Staaten wieder herstellen, sind hinter dem Vorhange.“ Nach weiteren Gedanken über das geheimnisvolle, letzten Endes aber sinnvolle Weltgeschehen, wenn es auch uns selbst unerkannt bleibt, schließt diese Betrachtung mit den Worten: „So finden wir in der Natur großen Kreislaufe— einst—setzt und künftig. Der Vergangenheit Meer berührt der Gegenwart Tropfen, If Sellmann. und der Zukunft Wogen rauschen am Rade des Lebens hinab— mit ihm gleiten vorüber Tränen und Frohsinn— Vernichtung und Leben— Sturm und Sonnenschein. Trockne des Auge! Wer das Steuerruder hält, ist nicht Lenker des Schiffs.“ 5. Der Arzt und Vorkämpfer für Volksgesundheit. Einer der interessantesten und geistvollsten Menschen der Gegenwart ist Albert Schweitzer, der gleichzeitig Theologe, Philosoph und Arzt ist. Seit 1902 war er Theologieprofessor in Straßburg. Weil er aber den Menschen auch wirtschaftlich und körperlich helfen wollte, studierte er noch Medizin und wurde Arzt. Er gab dann 1913 seine Lehrtätigkeit auf und verwirklichte seine menschlichen Gedanken, indem er an den Schwarzen in Lambarene am Ogowe seine Heiltätigkeit ausübte. Einen besonderen Reiz gewinnt dieser geniale Mensch durch seine musikalische Begabung. Albert Schweitzer ist bekanntlich einer der besten Bachkenner der Gegenwart. Es liegt nahe, den Schwerter pfarrer Johann Christoph Friedrich Bährens, der vor hundert Jahren am 16. Oktober 1833 gestorben ist, mit Albert Schweitzer zu vergleichen. Bährens ist ebenfalls gleichzeitig Philosoph, Theologe und Arzt. Bährens ist zwar nicht musikalisch, aber er hat auch einen besonderen Reiz durch sein großes Interesse für Alchimte. Wenn wir nun im Folgenden über den Arzt und Vorkämpfer für Volkshygiene sprechen wollen so müssen wir uns von vornherein darüber klar werden, daß wir hier von einer Wissenschaft sprechen, die inzwischen große und bedeutende Fortschritte gemacht hat. Wir müssen daran denken, daß Bährens ein Zeitgenosse des großen Mediziners Hufeland(+ 1836 Berlin) gewesen ist und daß damals die medizinische Wissenschaft noch einen harten und schweren Kampf mit Aberglauben und mit Kurpfuscherei geführt hat. Es ist auch zu bedenken, daß Bährens auf ärztlichem Gebiete von so großer und umfassender Bedeutung gewesen ist, daß wir uns mancherlei Beschränkung auferlegen müssen. Hufeland und Bährens haben beide das gemeinsam, daß sie in volkstümlichen Schriften Volkshygiene verbreiten und den Kampf gegen Aberglauben und Kurpfuscherei energisch aufnehmen wollten. a) Der Schriftsteller für Volkshygiene und Medizin. Es ist kein Wunder, wenn Geistliche sich auch um die medizinische Wissenschaft kümmern. Die Geistlichen kommen viel mit Kranken zusammen; selbstverständlich fragen sie dann auch diese Patienten nach ihrer Krankheit und deren Verlauf. Außerdem erkundigen sie sich auch nach dem, was der Arzt angeordnet hat. Da sich nun solche Krankenbesuche wiederholen und im Verlauf der Jahre sich anhäufen, so eignet sich der Geistliche allmählich eine Summe von medizinischen Kenntnissen an, wenn er überhaupt an den Patienten und ihren Krankheiten innerlich Anteil nimmt. Die Geistlichen genießen besonderes Zutrauen. Sie möchten nicht nur selsorgerlich, sondern auch hygienisch helfen. So erkalt es sich, daß mancher Prediger für seine Pfarrkinder in gewissem Sinne auch der Arzt geworden ist. Wo Aerzte reichlich zur Verfügung stehen, so in den Städten, da wird der Geistliche weniger in die Lage kommen, gleichzeitig auch Arzt zu werden. Aber auf dem Lande liegen die Dinge anEs war der Wille Königs Friedrich II., daß die Theologen während ihres Studiums sich auch etwas um die Medizin kümmerten. An der Universität Halle besuchten die Theologie Studierenden auch medizinische Collegia, die ihnen unentgeltlich zur Verfügung standen und die nach dem Willen des preußischen Königs von ihnen besucht werden sollten. Diese medizinischen Kollegs sollten nicht Veranlassung werden, daß die Geistlichen später in ihrem Amt den Arzt ersetzten oder sogar verdrängten. Nein, das sollten sie nicht, aber sie sollten zur Erhaltung der Gesundheit und der Wiedergenesung der Kranken innerhalb ihrer Gemeinden behilflich sein und gleichzeitig den Arzt empfehlen. Viele Geistlichen haben aber nicht nur die Aerzte empfohlen, sondern selbst hilfsbereit ärztliche RatAuf der universtät Hale hat auch Bährens, wie es so üblich war, als Theologe medizinische Kollegs gehört. Er hat indessen solchen lebhaften Anteil am medizinischen Studium genommen, daß er schließlich noch im Jahre 1799 die medizinische Prüfung machte. Es ist auch„wahrscheinlich, daß er durch seinen ältesten Bruoer Konrad, der Mediziner war, stark angeregt wurde. In den Jahren von 1785 bis 1799 hat er sich nicht nur mit Medizin, sondern überhaupt auch mit Naturwissenschaft in umfassendster Weise beschäftigt, sodaß er schon vor 1799 manche ärztliche Ratschläge erteilt und manchen populärwissenschaftlichen Aufsatz für Zeitsche#ften geschrieben hat. Ein großes umfassendes Werk erschien in den Jahren 1797 und 1798. Es war dies das Buch„Der Arzt für alle Menschen. Ein Hülfsbuch für die Freunde der Gesundheit und des langen Lebens.“ Der erste Band war bald vergriffen, sodaß schon zur Ostermesse 1800 eine zweite unveränderte Auflage erscheinen mußte. Der erste Band ist dem Kaiser von Rußland Paul l.„in unterthänigster Erfurcht geweihet". Der zweite Band ist„Seiner Majestät König Friedrich Wilhelm III. von Preußen" gewidmet. (Fortsetzung folgt., Ki eee?? cc ue K Ksmme awren K4 M King Der neue Inhaber Fritz Eisenmenger ist ein Fachmann, der seit vielen Jahren in deutschen maßgebenden Häusern tätig war, der den Markt der Textil- und Bekleidungsbranche genau so gut kennt wie die Wünsche der Kunden. Alles, was in Zukunft geboten wird, ist getragen vom Geist einer absolut reellen Geschäftsführung, die in aufmerksamstem Kundendienst überzeugend zum Ausdruck kommt. Unermüdlich wird die Firma bestrebt sein Witelo Zeitgerecht Sinlige P##ise Ai te und Sete Sdlitätin, sane Kel in pierenae Großstadt auwwall dafür zu sorgen, daß Sie alle Ihre Einkäufe wieder in Schwerte und in diesem Hause vornehmen können. Ich bitte um Ihr Vertrauen und lade zur Eröffnung ein. er SCHWERTE TEL. 2228* Der Reichssportführer teilt mit: Ueber die Besetzung von Führerposten in Sportvereinen und Verbänden des Reichssportführerringes und Aufnahme nichtarischer Mitglieder hat der Reichssportführer von Tschammer und Osten nachstehende Anordnung erlassen: „Bei der Besetzung von Vorstands= und sonstigen Vereinsposten müssen die Anforderungen des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933(R. G. Bl. 1 S. 175) und der dazu ergangenen Ausführungsvorschriften sinngemäß erfüllt werden. Soweit weibliche Mitglieder für derartige Stellen vorgesehen sind, müssen im Falle des§ 3 sinngemäß die entsprechenden Anforderungen auch von Vätern oder Brüdern bezw. Ehemännern oder Söhnen erfüllt sein. Diese Anordnung findet auf alle deutschen Staatsbürger gleichmäßig Anwendung. Ausländer können zwar Mitglieder anerkannter Sportvereine sein, dürsen jedoch Vereinsämter irgendwelcher Art nicht innehaben. Auf vielfache Anfragen stelle ich in diesem Zusammenhange nochmals fest, daß der Erlaß über die Aufnahme nichtarischer Mitglieder in anerkannten Sportvereinen, den Fachverbänden und. soweit von diesen keine bindenden Vorschriften ergehen. den einzelnen Vereinen überlassen bleiben wird. Der Reichssportführer. gez. von Tschammer und Often.“ Jupeult um Duß und Settup Buysse-Deneef Sieger in Berlin Abschluß des 29. Berliner Sechstagerenneus Nach den schweren Kämpfen der letzten Nacht und des letzten Nachmittags versprach der letzte Abend des 29. Berliner Sechstagerennens noch besondere Sensationen. Der wiederholt wechselnde Stand zwischen den Spitzenpaaren Buysse=Deneef. Tietz=Charlier. Göbel=Schön und Ehmer=Funda hielt das Rennen bis zur letzten Stunde vollkommen offen. so daß es nicht Wunder nahm, wenn der Sportvalast am Dienstagabend fast ausverkauft war. Schon um 8.30 Uhr begann der Kampf um die entscheidende Führung und es entspann sich eine dreiviertelstündige Jagd. Zweimal gelang es den Belgiern, sich an die Spitze zu setzen, aber die deutschen Favoriten gaben sich nicht geschlagen und kämpften verzweifelt um den endgültigen Sieg. Bis zum Schluß konnten Tietz=Charlier. SchönGöbel und Ehmer=Funda die Führung jedoch nicht streitig machen. Noch in den letzten zwei Minuten war es vor allem Schön, der immer wieder versuchte, den Sieg an sich zu reißen: alle Bemühungen waren aber vergebens. Buysse=Deneef kamen durch ihre großartige Fahrweise an den beiden letzten Tagen zu einem durchaus verdienten Sieg. dem auch das Publikum durch ehrlichen Beifall Rechnung trug. Aber auch die mit einer Runde zurückliegenden Tietz=Charlier und Schön=Göbel wurden nicht weniger für ihre tapfere Leistung ausgezeichnet. Von der Schärfe des Rennens zeugt auch die Gesamtleistung von 3524,160 Kilometer für die 145 Stunden. Der Schlußstand lautet: Sieger Buysse=Deneef 280 Punkte; eine Runde zurück: 2. Tietz=Charlier 441 Punkte, 3. Schön=Göbel 377 Punkte; zwei Runden zurück: 4. Ehmer=Funda 236 Punkte: vier Runden zurück: 5. Pützfeld=Maczynski 124 Punkte: fünf Runden zurück: 6. Siegel=Thierbach 267 Pkt., 7. Rieger=Preuß 258 Pkt., 8. Mouton=Boucheron 195 Pkt.: sieben Runden zurück; 9. Gebrüder Nickel Zahlreiche Spiele für die Winterhilfe Sowohl in Westfalen als auch am Niederrhein und an der Ruhr gab es am Buß= und Bettag eine Reihe von Spielen, die, als Nothilfespiele gedacht, ihren guten Zweck nicht versehlt haben dürften. Fast überall war der Besuch ansprechend und so ist auch der finanzielle Erfolg. auf den es in erster Linie ankommt, gesichert. Allem voran stand die Begegnung auf der Glückauf=Kampfbahn zwischen dem FC. Schalke 04 und einer Gelsenkirchener Auswahlelf. Die Stadtelf war dem großen Können des Meisters nicht gewachsen und mußte ruhmlos mit 0:5 geschlagen die Waffen strecken. Der gute Zweck wird voll und ganz erreicht worden sein, denn es waren 12000 Zuschauer gekommen. Auch Germania Bochum diente einer guten Idee und spielte im Tus=Stadion gegen eine Bochumer Stadtelf für das Winterhilfswerk. Der Besuch war recht rege. Sportlich bekam man allerdings nicht den erwarteten großen Kampf zu sehen. Die Auswahl schloß wohl manchen guten Einzelspieler ein, aber die Harmonie der Leistung fehlte an allen Ecken und Kanten. Die Germania siegte schließlich mit 4:0. Der SV. Höntrov löste bei der Sp. Vag. Sterkrade eine alte Rückspielverpflichtung ein und kehrte mit einem knappen 3:2=Sieg heim. Nach dem Wechsel begnügten sich die Höntrover mit der Demonstration eines technisch sehr gepflegten Fußballs, so daß Sterkrade etwas mehr Raum für seinen Tatendrang bekam. In Essen gab es eine recht interessante Auseinandersetzung zwischen Essen=West 81 und BV. Preußen Essen, die sich nach hartem Kampfe unentschieden 33 trennten. Ueberraschend hoch konnte Duisburg 08 seinen Gast, den Sp. V. Duisburg. nach Hause schicken. Nicht weniger als fünfmal waren die Platzbesitzer erfolgreich, während es bei den Spielvereinlern nicht einmal zum Ehrentor langte. Union Hamborn weilte bei Hamborn 07 und hier gab es ein Remis von 2:2, während sich Rot=Weiß Oberhausen und VfB. Bottrov ebenfalls unentschieden 1:1 trennten. Duisburg 99 hatte seine Besuchskarte beim Meidericher SV. abgegeben und konnte mit 5:2 das bessere Ende für sich behalten. Mit einem knappen, aber verdienten Siege von 2:1 stellte die Dortmunder Stadtelf im Spiel gegen den TuBV. Mengede ihr Können unter Beweis. Zweimal Köln— Düsseldorf Das bedeutendste Sviel im Westen des Reiches war das der Stadtmannschaften von Düsseldorf und Köln, das vor rund 12000 Zuschauern in Düsseldorf ausgetragen wurde. Leider wurde man von den Leistungen der Düsseldorfer mit ihren acht Nationalen leicht enttäuscht, denn es gelang der Kölner Stadtelf. dem starken Gegner ein 1:1(1:0) abzutrotzen. Bei den Düsseldorfern lieferten die Verteidigung Henkel=Walger eine schwache Partie. so daß die Fortuna=Läuferreihe fast ständig hinten aushelfen mußte und sich nicht wie sonst für den Aufbau des Angriffs bemühen konnte. Im Sturm fiel zudem der Halbrechte Wigold fast ganz aus. so daß auch Albrecht wenig in Erscheinung treten konnte. Hohmann und Rasselnberg konnten sich trotz glänzender Einzelleistung nicht durchsetzen. auch brachten sie Kobierski nicht genügend in das Spiel. Das Hauptverdienst für den Teilerfolg bei Köln hat das ausgezeichnete Abwehrtrio DöhmerHönig=Pütz und der glänzende Läuser Euler. Düsseldorf übernahm durch Hohmann noch vor der Pause die Führung und hielt den knappen Vorsprung bis 8 Minuten vor Schluß. Erst dann gelang es dem Rechtsaußen Aretz, das 1:1 herzustellen. Die zweiten Auswahlmannschaften von Köln und Düsseldorf trafen sich in der Domstadt vor 5000 Zuschauern. Hier feierten Düsseldorfs Abgesandte mit 9:2(3:1) eine Bombensieg. Eine dritte Kölner Stadtmannschaft konnte gegen die Vertretung der Stadt Mayen mit 5:1 (1:0) siegreich bleiben und damit aus den drei Spielen den einzigen Sieg herausholen. Ein Punktespiel am Niederrhein Im Gau Niederrhein führte man am Buß= und Bettag auch noch ein Meisterschaftsspiel in der Gruppe 2 der Bezirksklasse durch. Ratingen 04 und der VfB. Speldorf hatten sich auseinanderzusetzen. Die Leute um Buchloh stehen heute bekanntlich in ihrer Gruppe relativ am günstigsten da und ließen sich auch in Ratingen ihre Chancen nicht verderben. Sie siegten mit 9:0 unangesochten. nachdem sie schon zur Pause mit 4:0 geführt hatten. (Münster): Führer und Schwimmwart I. gers, Wasserballwart: I. Fahrenkämper.— Bezirk 2(Minden, Land Lippe=Detmold): Führer Hugo Römer=Bielefeld, Beetyovenstraße 6; Schwimm= und Wasserballwart: H. OrtmannMinden, Gutenbergstr. 4.— Bezirk 3(Arnsberg, unter Ausschluß der im Bezirk 4 genannten politischen Kreise): Führer Paul Landau Lüdenscheid, Humboldtstr. 3; Schwimm= und Wasserballwart: H. Himmen=Lüdenscheid, Wermeker Grund 12.— Bezirk 4(politische Kreise Herne, Bochum, Dortmund, Lünen, Hagen, Witten, Castrop=Rauxel, Wattenscheid, WanneEickel): Führer Karl Löhr, Schwinim= und Wasserballwart Rechtsanwalt Hans Koch 2, Bochum, Kortumstraße 97. 141 Punkte; acht Runden zurück: 10. Wolke=Dorn 125 Punkte. Beuen Suspendierung im Gau Bayern aufgehoben Die vom Führer der deutschen Amateurboxer. Erich Rüdiger, über den Gau Bayern ausgesprochene Suspendierung ist nach Rücksprache mit dem Gauführer Josef Kirmaier mit sofortiger Wirkung aufgehoben worden. Die Münchener Boxer nehmen bereits am kommenden Freitag an einer Veranstaltung in der bayrischen Hauptstadt teil. und am Samstag tritt die Münchener Staffel in Würzburg zum Städtekampf an. Neusel wieder k.-o.-Sieger Der westdeutsche Schwergewichtler Walter Neusel kam auch in seinem zweiten Kampf in den Vereinigten Staaten zu einem entscheidenden Siege. Diesmal war Schmelings Trainingspartner Stanley Poreda der Gegner des Deutschen. Im Newvorker Ridgewood=Grove=Kleinring erwarb sich Neusel durch seine korrekte Kampfesweise bald die Sympathien der Zuschauer. Neusel benötigte aber doch 10 Runden, um den zähen Amerikaner für die Zeit zu Boden zu haben. Der um fast 20 Pfund schwerere Poreda nutzte diesen Vorteil geschickt aus und erst ein genauer Rechter auf das Kinn brachte die Entscheidung. Rennen zu Enghien, 22. November Prix de l'Eure: 1. Maryland(Haes), 2. Mah Peli, 3. Pilicar. Toto: Sieg 60:10. Pl. 17, 17. 14:10. Prir de Barileur: 1. Hiersac(Gleizes), 2. Comets Speed. 3. Hollywood. Toto: Sieg 26:10. Pl. 18. 34:10. Prir du Pans de Caux; 1. Cobee(Le Fur). 2. Neuvillais, 3. Shampooing. Toto: Sieg 43:10, Pl. 16. 17, 27:10. Prix Dragon du Roi: 1. Dumnacus(Lock). 2. Manteline, 3. Belluaire. Toto: Sieg 15:10. Platz 12. 18:10. Prix de la Dives: 1. Vive la Joie(Tremeau). 2. Le Banoale, 3. Knoloma. Toto: Sieg 33:10, Platz 15. 22. 38:10. Prix de I'Avranchin: 1. Massinette(Perron), 2. Renard Bleu, 3. Lafleur. Toto: Sieg 89:10. Platz 18. 14, 17:10. Kurze Sport-Notizen Paul Wallner, der bekannte Düsseldorfer Schwergewichtsboxer, konnte bei einer Veranstaltung in Oslo den Norweger Eivind Askevold nach Punkten schlagen. Die Boxkommission des Staates Nervyork hat eine bemerkenswerte Neuerung eingeführt. Den Boxern, die den Hauptkampf einer Veranstaltung bestreiten, wird das Kampfgericht zukünftig erst beim Betreten des Ringes bekanntgegeben, sodaß der Einfluß der Manager auf die Zusammenstellung des Kampfgerichts fortfällt. 30 Zuschauer wurden bei einem Fußbakkspier auf dem Columbus=Field in Montevideo durch den Einbruch der Tribüne schwer verletzt. Und das, weil der Ansturm auf die Tribüne zu stark war. Seisseberesenee Sport und Hitlerjugend Ueber das augenblicklich sehr aktuelle Thema „Sport und Hitler=Jugend“ macht der Sportschriftleiter der„Volksvarole". Düsseldorf. Clemens Schefke, der Führer der Fachschaft Sport im Rheinisch=Westfälischen Presseverband, folgende interessante Ausführungen: Das Verhältnis der Sportjugend zur Hitlerjugend wird im Augenblick viel besprochen. Zwar steht dieses Thema schon seit einiger Zeit zur Debatte: die Ausführungen des Reichssportführers in Magdeburg und die Tatsache, daß zur Zeit in Berlin Verhandlungen schweben, haben aber den ganzen Fragenkomplex in den Vordergrund gerückt. Es ist bekannt, daß die Sportverbände sich Sorgen um ihren Nachwuchs machen; ihre Jugendlichen haben sich zum großen Teil der Hitlerjugend angeschlossen und stehen den Vereinen nicht mehr in dem Maße zur Verfügung wie früher. Bei einzelnen Vereinen hat sich der Abgang derart stark bemerkbar gemacht, daß man tatsächlich von einer Bedrohung der Existenz sprechen kann. Vielfach sind die Vereine aus dieser Erkenntnis heraus dazu übergegangen. örtliche Abmachungen mit der Fühtung der Hitlerjugend zu treffen, wobei ein nicht unwichtiges Argument herausgestellt wurde: für die körperliche Ausbildung der Jugend im neuen Deutschland ist das Fortbestehen der Vereine unbedingt notwendig. Dieser Auffassung muß man beipflichten, entspricht sie doch auch den Gedankengängen des Führers. die er verschiedentlich zum Ausdruck gebracht hat.„Der Deutsche muß in seiner körverlichen Kraft und Gewandtheit den Glauben an die Unbesiegbarkeit seines ganzen Volkstums wiedergewinnen", so hat er sich einmal geäußert. Die Hitlerjugend erhebt nun Anspruch auf die gesamte deutsche Jugend. Sie will den Jungen, das Mädel erziehen zum Staat hin, will beide nationalpolitisch schulen. sie durch die Schule des Nationalsozialismus zu wirklichen Staatsbürgern machen. Eine Forderung. die wir selbstverständlich nur unterstreichen; denn der Gedanke der Volksgemeinschaft kann nicht früh genug in die heranreifende Jugend hineingetragen werden, in die Jugend. die berufen ist, das Werk des Führers zu vollenden und zum festen Fundament des Staates zu machen. Etwas anderes will aber auch die körverliche Erziehung, die die Sportvereine ihren Jugendlichen angedeihen lassen, nicht: sie führt ihre Jugend durch Spiel und Sport ebenfalls zum Staat hin. Körper und Geist sind hier zwei Faktoren, die nicht von einander zu trennen sind. Es handelt sich also um kein Ueberschneiden der Aufgabengebiete beider Organisationen, von denen die eine sowohl wie die andere keine öffentlich=rechtliche Stellung einnimmt, sondern um ein Parallellausen. Die Turn= und Sportverbände haben daher nichts dagegen, wenn ihre Jugend restlos der Hitlerjugend zugeführt wird. vorausgesetzt. daß diese ihre Jugend nicht nur nicht dem Sportbetrieb verlorengeht, sondern auch die körperliche Weiterbildung nach wie vor den dazu berufenen Sportführern überlassen bleibt. Und gegen diese Forderung kann die Führung der Hitlerjugend bestimmt nichts einwenden, zumal dann nicht, wenn sie nachblättert in der Geschichte der deutschen Leibesübungen und dabei feststellt, wie segensvoll sich diese ausgewirkt haben. Ein kameradschaftliches Zusammenarbeiten, wobei der eine Teil Rücksicht auf die Bedürfnisse des anderen, wird die Westfalens Schwimmfachwarte Gauführer=Besprechung in Westfalen Vom Gauführer des Gaues 9 im Deutschen Schwimmverband wurden in der Führer=Besprechung in Dortmund die Fachwarte und Bezirksführer ernannt. Es sind dies: Gauführer: Karl Löhr=Dortmund, Taubenstr. 5; Gauschwimmwart: I. Hilgers=Gladbeck, Kaiserstr. 43; Gauwasserballwart: Dr. Brandt=Dortmund, Märkische Str. 46; Gaujugendwart: I. Fahrenkämper=Münster, St.= Mauritz=Werse 54a; Gaukassenwart: W. FreseWalstede(Bezirk Münster). Bezirke: Bezirk 1 nur scheinbar vorhandenen Schwierigkeiten ohne weiteres aus dem Wege räumen. Beide können hierdurch nur gewinnen: die Hitlerjugend bekommt einen körperlich gekräftigten Nachwuchs, der für die besonderen Aufgaben der HJ. durchaus geeignet ist, und der Sport hat es mit einer Jugend zu tun, die gelernt hat, zu gehorchen, sich unterzuordnen. Der Nutznießer ist nicht zuletzt der Staat. der sich auf eine Generation stützen kann, die so recht dem Willen des Führers entspricht, den er in seinem Buch„Mein Kampf“ niedergelegt hat: „Der völkische Staat wird dafür sorgen müssen. durch eine passende Erziehung der Jugend dereinst das für die letzten und größten Entscheidungen auf diesem Erdball reife Geschlecht zu erhalten. Das Volk aber, das diesen Weg zuerst betritt, wird siegen.“ Nach welcher Richtung hin die Verhandlungen in Berlin geführt werden, ist uns noch nicht bekannt. Daß aber der Reichssportführer sich bemühen wird, das Aufgabengebiet der Turn= und Sportverbände nach der eben aufgezeigten Richtung hin zu sichern, ist aus seinen verschiedenen Erklärungen zu entnehmen. Die Auffassung des Reichsministers des Innern, Pg. Dr. Frick, wird nicht unwesentlich den Gang der Verhandlungen beeinflussen. Nachdem aber mit seiner Zustimmung die sportlichen Fachsäulen seinerzeit gebildet worden sind, wird er kaum einer Lösung zustimmen, die dem Sport und seinen besonderen Aufgaben Abbruch tut. Damit aber die Gewähr gegeben ist. daß die Turn= und Sportvereine in ihrem Jugendbetrieb nun wirklich neue Wege gehen, wird auch dem Verlangen der Hitlerjugend Rechnung getragen werden müssen. So mancher Sportverein hat früher stark gesündigt, indem er sich um die Jugend nur wenig oder garnicht kümmerte: die erste MannErnst Kaufmann, der bekannte Schweizer## rufsflieger, wurde von einer am Wochenende stattgefundenen Generalversammlung des schweizerischen Radsportverbandes als sportlicher Leiter der Radrennbahn Zürich=Oerdikon ernannt. Dänemarks Fußballelf für den am 26. November in Brüssel gegen Belgien durchzuführenden Länderkampf steht wie folgt: Svend Jensen; E. Larsen, K. Christophersen; Oscar Jörgensen, Sören Jensen, V. Laursen; Henry Hansen, E. Kleven, Paul Jörgensen, K. Uldall, G. Taarup. Die Gestalt der Besetzung des 6. Kölner Sechstagerennens nimmt immer festere Formen an. Nach Broccardo=Guimbretiere, Siegel=Thierbach, Houmans=Clignet, Kisters=Bokkum, Schön und Richli haben jetzt auch die beiden Kölner Paare Zims=Küster und Oszmella=Schorn i Vertrag erhalten. schaft und die Einnahmen, die aus den Spielen erzielt wurden, waren meist wichtiger. Sicherlich brauchte man das Geld. weil man sonst den Vereinsbetrieb nicht aufrecht erhalten konnte: aber die Jugend ist nur wenig damit bedacht worden. Mit der Hitlerjugend ist eine Organisation geschaffen worden, die nicht nur diese Sünden wieder gutmacht, sondern auch die Gewähr dafür gibt, daß der Junge neben der Erziehung in Schule und Elternhaus konsequent vorbereitet wird auf die besonderen Aufgaben, die er einst als Staatsbürger zu erfüllen hat. Er wird zum politischen Kämpfer geschult, zu einem Streiter, der über den späteren Weg der SA. bezw. SS. hingeführt wird auf den Platz. den einst die alten Kämpfer der Bewegung eingenommen haben. Der Sport, von diesen besonderen Aufgaben befreit, wird sich ganz auf die körperliche Ausbildung einstellen, wird die in dem Jungen schlummernden Talente wecken und diese soweit entwickeln, daß der Junge zur höchsten Leistung fähig ist. Der Sport braucht Könner: denn im Kampf mit dem Gegner entscheidet schließlich die beste Leistung. Und die deutschen Sportler werden sich nach wie vor im internationalen Wettstreit messen, werden dem deutschen Namen Ehre machen wollen. Eine gediegene Ausbildung ist daher vonnöten, sie muß auch auf breiter Basis erfolgen, soll sie schließlich zum Erfolg führen. Aus dem unerschöpflichen Material, das so zusammengefügt worden ist, wird sich eine Elite herausschälen. die auch auf den in Berlin stattfindenden und von der Reichsregierung so sehr geförderten Olymvischen Spielen ihren Mann stehen wird. Es darf also. um es nochmals zu sagen, keine Gegensätze zwischen Sport und Hitlerjugend geben: denn beide ergänzen sich und streben letzten Endes dem gleichen Ziel zu Soerhaus Tazung i Englank Thronrede des englischen Königs— Unverbindliche Verbeugung vor dem Volkerbung te König Georg eröffnete am Dienstag um 12 Uhr mittags im Oberhaus den dritten Tagungsabschnitt des Parlaments mit einer Thronrede, die mit folgenden Worten beginnt:„Meine Beziehungen zu den auswärtigen Mächten sind weizerhin freundschaftlich. Das Hauptziel meiner Regierung in internationalen Angelegenheiten ist, durch alle in ihrer Macht befindlichen Mitte! den Frieden in der Welt zu fördern und zu erhalten. Mit diesem Ziel vor Augen wird meine Regierung weiterhin mit anderen Regierungen zusammenwirken und versuchen, eine befriedigende Lösung der verwickelten Abrüstungsfragen zu erreichen und fruchtbare Ergebnisse aus den langen Arbeiten der Abrüstungskonferenz zu erzielen. Meine Regierung bleibt weiterhin entschlossen, das internationale Zusammenwirken mittels kollektiver Aktion durch den Völkerbund aufrecht zu erhalten und in jeder anderen Weise, die dazu angetan ist, diese Beziehungen zwischen allen Staaten und Völkern zu fördern.“ Die Thronrede drückt weiter die Hoffnung aus, daß der neugebildete Ausschuß für die Verfassungsreform Indiens während der kommenden Tagung endgültige Vorschläge unterbreitet. Ferner wird in der Thronrede gesagt, daß das vergangene Jahr durch ein ständiges Wachsen des Vertrauens in die Aussichten des britischen Handels und der britischen Industrie gekennzeichnet gewesen sei. Die Regierung werde weiterhin ihre Anstrengungen fortsetzen, um günstige Bedingungen für den Ausfuhrhandel zu schaffen. insbesondere durch den Abschluß von Handelsabkommen. Auf diese Weise wird gehofft, daß Gelegenheiten für die Entwicklung der Baumwolle, Kohle und anderer Ausfuhrindustrie geboten werden. Das Parlament werde aufgefordert werden, sofort umfassende Maßnahmen zu erwägen, um den Arbeitslosenversicherungsplan auf eine gesunde Grundlage zu stellen und ein neues System zur Unterstützung der nicht durch Versicherung gedeckten Arbeitslosen zu schaffen. Erfolge zu verhelfen. Sie werde keine Gelegenheit vorübergehen lassen, um einen Weg zu finden und ihn bis zum erfolgreichen Ende zu verZum Austritt Deutschlands aus der Abrüstungskonferenz erklärte der Ministerpräsident u. a., die deutsche Politik, nicht nur zum zweiten Male die Abrüstungskonferenz zu verlassen, sondern gegen den Völkerbund selbst einen Schlag zu führen, habe zweifellos das Werk von Genf nachteilig berührt. Daß die Konferenz weiter geführt werden müsse, habe niemals in Frage gestanden. Der einzige Zweifel habe darüber bestanden, welches das bestgeeignete Verfahren sei. Der Premierminister teilte zum Schluß mit, daß die englischen Verhandlungen mit Rußland günstig vonstatten gingen. Churchill begrüßte die Erklärung des Premier= ministers über die Anwendung der diplomatischen Maschinerie, erklärte dann aber den Premierminister als mitschuldig an der gegenwärtigen internationalen Lage. Macdonalds Leitung der auswärtigen Angelegenheiten in der sozialistischen wie in der nationalen Regierung sei vom Unglück begleitet gewesen. Ueber die Abrüstungskonferenz sagte Churchill: Simon wird getadelt, aber den Tadel verdienen diejenigen, die England dazu veranlaßt haben, sich in das Leben Europas einzumischen mit einer Sache, die keinerlei Aussicht hat, angenommen zu werden. Die Abrüstungskonferenz sei eine Gefährdung des Friedens von Europa gewesen und habe auch den Völkerbund selbst in schwere Gefahr gebracht. Der Viermächtepakt sei ein Rivale des Völkerbundes. Es wäre ein großes Unglück, den Völkerbund dadurch zu schwächen, daß man ihn veranlasse, Dinge zu unternehmen, die er nicht ausführen könne und dadurch, daß verschiedene Großmächte vom Völkerbund wegstrebten und lebenswichtige Angelegenheiten Europas durch eine andere Stelle zu erledigen suchten. Die Adreßdebatte im Oberhaus Die Adreßdebatte im Oberhaus bewegte sich ungefähr in den gleichen Linien wie im Unterhaus. Die Regierung wurde aufgefordert, Genf durch eine Erklärung ihrer Politik zu unterKriegsminister Lord Hallsham erklärte im Namen der Regierung, Sir John Simon und Eden seien nicht auf Aufforderung Hendersons, sondern auf Wunsch des Kabinetts nach Genf wird, wir innerhalb des Nahmens des Völkerbundes bleiden müssen. Da wir vor allem ein Uebereinkommen zu erreichen wünschen, werden wir Besprechungen nicht ausschließen, bloß weil eine bestimmte Partei— nach unserer Ansicht unglücklicherweise— nicht Mitglied des Völkerbundes ist oder ihre Absicht erklärt hat, nicht Mitglied zu bleiben. Eine Veröffentlichung der Dokumente über die englisch=deutschen Besprechungen vor dem 14. Oktober sei nach Ansicht bzw. fachlichen Verbänden begründete Mitgliedschaft der einzelnen Firmen direkt auf die Hauptgemeinschaft übergeführt. Die Grundsätze der neuen Verfassung der Hauptgemeinschaft sollen nunmehr schrittweise durch eine entsprechende Umgestaltung der Mitgliedskörperschaften verwirklicht werden. Sobald die neue Verfassung völlig durchgeführt ist, wird die Hauptgemeinschaft eine zentrale Organisation bilden für die etwa 650000 deutschen Einzelder Regierung im gegenwärtigen Augenblick handelsbetriebe, während die Hauptgemeinschaft licht der Erreichung dee Liele dienlich das sie zuvor nur ein Bund von Verbänden gewesen ist. nicht der Erreichung des Zieles vientich, das sie im Auge habe. Ein Zwischenfall In der Eröffnungssitzung ereignete sich ein Zwischenfall. Als der König gerade seine Thronrede beendigt hatte, machte der Abgeordnete der Arbeiterpartei Me. Groven Zwischenrufe, in denen er die Arbeitslosenpolitik der Re= sondern auf Wunsch des Kabinetts gierung kritisierte. Dann wandte er sich an den gegangen. Sie seien zurückgekehrt, weil in Genf König selbst und rief:„Sie sollten sich schämen niemand war, mit dem Fortschritte gemacht werdie draußen vor Hun= den konnten. Die Regierung wünsche vor allem und an die Leute denken, die braußen vor Hunger sterben!“ Aussprache im Unterhaus Bei der Aussprache im Unterhaus über die Thronrede kritisierte der Führer der Opposition, Lansbury, die Regierungspolitik in der Abrüstungsfrage, weil sie niemals zum Frieden führen werde. Er bemerkte weiter, die Thronrede enthalte nichts, was der Masse der Bevölkerung und den Arbeitslosen eine Botschaft der Hoffnung bringe. Premierminister Maedonald, der auf Lansbury folgte, wandte sich bald nach Beginn seiner Rede der Außenpolitik zu. Er erklärte, es bestehe kein Zweifel, daß man schwierige Zeiten durchlebe. Die heutige Lage in Europa sei eine stadienweise Fortsetzung der Nachkriegszeit und der Friedensverträge. Er wiederholte die Entschlossenheit der britischen Regierung, das Werk der internationalen Zusammenarbeit fortzusetzen. Medonald bemerkte: Wenn der britische Abristungs=Konventionsentwurf angenommen worden wäre, so würde das für die völlige Abrüstung der Welt stark beigetragen haben. Das Genfer Gefüge, so fuhr Macdonald fort, sei durch den Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund und durch sein Ausscheiden aus der Abrüstungskonferenz erschüttert worden. Wenn das Vertrauen in der Welt nicht in stärkerem Maße zunehme, dann sei eine Abrüstung unmöglich. Die jüngste Lage in Genf lasse sich etwa wie folgt darlegen: Sir John Simon habe an einer Reihe von Besprechungen mit Henderson und mit der führenden Delegierten der übrigen in Genf vertretenen Staaten teilgenommen, Besprechungen, die durchaus freundlichen Charakter seiensen häten und als nühichziägetezeichnen seien. Heute sei er aus Genf zurückgekehrt. Er habe berichtet, daß man in Genf entschlossen sei, die Probleme durch Gemeinschaftsarbeit zu lösen. Es bestehe keine Absicht, das Werk der Abrüstung scheitern zu lassen. Doch sei die Ansicht weitverbreitet, daß man neben den Arbeiten in Genf ergänzend Bemühungen auf diplomatischem Wege unternehmen müsse, um die Arbeiten der Abrüstungskonferenz wirksam zu unterstützen. Sir John Simon, so erklärte Macdonald, vertrete in Genf das gesamte britische Kabinett. Die britische Regierung hoffe, daß Deutschland an dem Meinungsaustausch über die schwebenden Probleme sich beteiligen werde, und daß Frankreich und Italien die Bemühungen fortsetzen werden, die„wir zusammen so einmütig unternommen haben und auch weiterhin unternehmen werden, um die Konferenz zu guten Ergebnissen zu führen“. In allen diesen Fragen werde man mit den Vereinigten Staaten in enger Fühlung bleiben. Wo es einen Willen gebe, da gebe es auch einen Weg; und die britische Regierung habe beKimmt den Willen, der Abrüstungskonferenz zum ein Abkommen in der Abrüstungsfrage zu erreichen. Die Regierung ist daher bestrebt, in jedes zukünftige Uebereinkommen die Ergebnisse hineinzubeziehen, die sich bereits aus den Besprechungen in Genf ergeben hätten. Wir sind überzeugt, daß, welches Abkommen auch erzielt Blutige Wahlversammlung Polnische Störung einer deutschen Wahlkundgebung in Graudenz— Vier Schwerverletzte Angesichts der Geschlossenheit, die die deutschen Wähler hinsichtlich der in Posen und Pommerel= len bevorstehenden Kommunalwahlen zeigen, hatte die deutsche Wählervereinigung beschlossen, nur wenige Wahlversammlungen zu veranstalten, um den Gegnern keinen Grund zu irgendwelchen „Ruhestörungen“ zu geben. So fand z. B. in Graudenz nur eine einzige deutsche Wahlversammlung statt. Unverantwortliche Elemente erreichten es jedoch, daß sie einen blutigen Verlauf nahm. Als sich im Saale eines Gasthauses eine zahlreiche deutsche Wahlgemeinde eingefunden hatte, und der Hauptredner die Bedeutung der Kommunalwahlen hervorhob, wurde er von einer Anzahl polnischer halbwüchsiger Burschen wiederholt gestört. Die Burschen hatten sich in den Saal geschlichen mit der Absicht, die deutsche Wahlversammlung auffliegen zu lassen. Sie begannen plötzlich zu schreien:„Wir wollen nicht, daß Deutsch gesprochen wird. Polnisch reden.“ Gleich darauf umringten sie den Vorstandstisch und setzten ihre Tumulte fort, so daß die Veranstalter die Wahlversammlung auflösen mußten. Als die Eindringlinge sahen, daß die verantwortlichen Versammlungsleiter jeden Zusammenstoß vermeiden wollten, schlugen sie auf die aus dem Saal eilenden deutschen Männer und Frauen mit Stöcken und Stühlen ein. Hierbei wurden vier Deutsche schwer verletzt, vier andere erlitten leichtere Verletzungen. Im Saal wurden Tische und Stühle zerbrochen und viele Fensterscheiben zertrümmert. Einzelhandel unter Führerprinzip Verkündung der neuen Satzung der Hauptgemeinschaft Auf Grund der in der Mitgliederversammlung der Hauptgemeinschaft des Einzelhandels vom 4. Mai 1933 erteilten Vomacht hat, wie das Vd3.= Büro meldet, Präsident Freudemann vor einer Versammlung der Vertreter der Einzelhandelsverbände in Braunschweig am Abend des 20. November die neue Satzung der Hauptgemeinschaft verkündet und die Führer der Verbände durch Handschlag verpflichtet. In der neuen Satzung der Hauptgemeinschaft ist das Führerprinzip durchgeführt. Zugleich wird durch sie die bisher bei den bezirklichen Oesterreichische Maßnahmen gegen die Gewerkschaften Aus Wien wird gemeldet: Im Rahmen der schon seit einiger Zeit geplanten Maßnahmen gegen gewisse parteipolitische Gewerkschaften und zugleich in Vorbereitung der ständischen Versaiung hat die Regierung die Betriebsräte be den staatlichen Krankenkassen in Wien aufgelött und deren Vermögenswerte zwecks Ablieferung an das Ministerium für soziale Verwaltung eingezogen. Die Auflösung der Betriebsräte und die Uebergabe des Vermögens vollzog sich reibungslos. An Stelle der Betriebsräte treten jetzt Vertrauensmännerausschüsse und ein Zentralausschuß beim Ministerium für soziale Verwaltung, die beide nicht durch Wahlen gebildet werden, sondern als Vertreter von den Berufsvereinigungen entsendet werden, denen die Regierung die Berechtigung hierzu zuerkennt. Die Geschäftsgebahrung der bisherigen Betriebsräte wird überprüft und über die Verwendung des Vermögens vom Zentralausschuß entschieden werden. Kabinekt Sarraut schon überlebt? Das Schicksal des Kabinetts Sarraut wird nicht sonderlich optimistisch beurteilt. Es gibt unten Erste öffentliche Sitzung des Untersuchungsausschusses für das Bankwesen Der Untersuchungsausschuß für das Bankwesen trat in Berlin zu seiner ersten öffentlichen Sitzung zusammen. Reichsbankpräsident Dr. Schacht sagte in seiner Begrüßungsansprache, daß wir in einem Wirtschaftssystem leben, das nicht nur auf Theorien aufgebaut sei, sondern historisch entstanden sei und eine große Tradition in sich schließe. Das Kapital als solches spiele in jeder Wirtschaft eine Rolle, eine ganz besonders große Bedeutung falle ihm aber in einer so komplizierten Wirtschaft wie der unsrigen zu. Das Leihkapital sei etwas an sich Nützliches; diejenigen, die sich mit der Vermittlung und Beschaffung dieses Leihkapitals befassen, nämlich die Banken, bildeten eine nützliche und volkswirtschaftliche Einrichtung. Dr. Schacht hob sodann den Unterschied zwischen den Begriffen Geld und Kapital hervor, die nicht miteinander verwechselt werden dürften. Durch Vermehrung des Geldes könne nicht auch das Kapital vermehrt werden. Kapital könne nur erarbeitet und erspart werden. Das Kapital sei nicht Selbstzweck, sondern habe der Volkswirtschaft zu dienen. Die Moral des Schuldners sei in den letzten Jahren hier und da mindestens ebenso angreifbar gewesen wie die Moral des Gläubigers. Die gesetzlichen Grundlagen für die Gläubiger= und Schuldnermoral müßten wiederhergestellt werden. Der Bankenausschuß werde sich zunächst mit dem Problem des privaten Bankwesens befassen. Man habe viel davon gesprochen, daß eine Verstaatlichung des Bankwesens Platz greifen müsse, und daß dadurch die Fehler, die im Privatbanksystem entstanden seien, gemindert werden konnten. Deshalb werde an die Spitze der Erörterungen die Frage der Verstaatlichung des Bankwesens gestellt. Im weiteren Verlauf der Sitzung wies Prof. Dr. Bente von der Universität Kiel darauf hin, daß man auf Grund der in den letzten Jahren gemachten Erfahrungen darauf schließen Sespirt## Dag betrieblichen Organisation der Wirtschaft geführt. erarbeitet und erspart, werden. Das; Wenn wir den modernen Lebensstandard erhatWenn wir den modernen Lebensstandard erhalten wollten, müßten wir auch die Großorganisationen erhalten. Der Großbetrieb, ob er privat oder öffentlich arbeite, werde dem Kleinbetrieb immer wirtschaftlich überlegen sein. Zu der Frage Dr. Schachts, ob ein staatliches Bankwesen die Krediterteilung besser durchführen könne als das private Bankwesen, äußerte sich Prof. Bente dahin, daß, konjunkturpolitisch gesehen, eine klare Entscheidung hierüber schwer zu treffen sei; unter dem Gesichtspunkte der strukturpolitischen Beeinflussung scheine das öffentliche Bankwesen überlegen zu sein. Auch das Bankwesen in öffentlicher Hand könne wirtschaftlich fortschrittlich arbeiten. Ein Monopol, sei es nun öffentlicher oder privater Natur, weise die gleichen Nachteile auf. Trotzdem wäre ein öffentliches Monopol vorzuziehen. Auch wenn das Bankwesen mehr oder weniger verstaatlicht wäre, könnte ein gewisser Wettbewerb zwischen den einzelnen Banken bestehen bleiben. Mittagsblatt Midi. Die einzige Hoffnung besteht darin, daß Sarraut die notwendige Energie aufbringt, um wenigstens in Schönheit zu sterben. Um die finanztechnische Debatte kümmert man sich nicht mehr, die Debatte erhält eine politische Wendung: Für oder gegen die Beamten, für oder gegen die Deflation, für oder gegen den Senat. Dem Kabinett Sarraut werden bereits Kampferspritzen verabfolgt. Energische und klar denkende Persönlichkeiten müssen uns aus dieser Verlegenheit, die bald gefährlich werden kann, befreien. Ein neues britisches Kampfflugzeug „Times“ berichten Einzelheiten über ein neues britisches Kampfflugzeug, mit dem gegenwärtig Probeflüge angestellt werden. Das Flugzeug ist ein Doppeldecker. Seine Höchstgeschwindigkeit beträgt 345,5 Kilometer in der Stunde, beim Niedergleiten dagegen nur 86,5 Kilometer. Es ist imstande, in 5½ Minuten eine Höhe von 6000 Meter zu erreichen. Außer zwei Masch'nengewehren mit reichlicher Munition führt das Flugzeug vier leichte Bomben, einen Funkopparat, Sauerstoffapparat und Instrumente für Tag= und Nachtflüge an Bord. Der Benz.nvorrat reicht für mehr als 4½ Stunden. Selbständigmachung Syriens Französisch=syrischer Vertrag Zwischen Frankreich und Syrien ist ein Vertrag unterzeichnet worden. der die Aushebung des französischen Mandates über Syrien und die Selbständigmachung Syriens in ähnlicher Form wie der vor einem Jahre abgeschlossene Vertrag Englands mit dem Jrak vorsieht. Der Vertrag, der vom syrischen Parlament ratifiziert werden muß und am Tage der Aufnahme Syriens in den Völkerbund in Kraft tritt, sieht wie der Irakvertrag eine vierjährige Uebergangsperiode vor, wichrent der die zukünftigen Beziehungen zwischen Syrien und Frankreich im einzeinen geregelt werden sollen. Der Vertrag ist ein Friedens= und Freundschafts= sowie ein Bündnisvertrag. Dem Vertrag sind zwei Protokolle beigegeben, die ein Militärabkommen, ein Gerichtsabkommen, Finanzabmachungen und ein Abkommen über das Statut der französischen Beamten in Syrien vorsehen. Riesiger Schmuggelprozeß Ueber 32 Millionen Mark Geldstrafe In dem in Papenburg verhandelten Prozeß gegen die Hümmlinger Schmuggelbande, die tonnenweise Tabak, Tee und Kaffee über die deutschholländische Grenze geschmuggelt hatte, wurde das Urteil gefällt. Danach ist für die 21 Angeklagten auf eine Gesamtgeldstrafe von 32529000 RM. und auf eine Gesamtgefängnisstrafe von 16 Jahren erkannt worden. Die höchste Geldstrafe für einen Angeklagten beträgt 4 685000 RM., die höchste Gefängnisstrafe ein Jahr sechs Monate. Der Prozeß wurde vom Staatsanwalt und den Nebenklägern als der größte Schmuggelprozeß in der bisherigen deutschen Zollgeschichte bezeichnet. Das lettländische Parlament hat beschlossen, die Immunität aller sieben Mitglieder der kommunistischen Fraktion aufzuheben. Die sieben Kommunisten wurden nach Schluß der Sitzung verhaftet könne, daß das Vertrauen zu den Sparkassen in weiten Schichten der Bevölkerung so außerordentlich groß gewesen sei, daß man die Frage, ob ein staatliches Institut größeres Vertrauen als eine private Bank finde, bejahen könne. Auch unter den gegenwärtigen Verhältnissen werde die größere Sicherheit der Einlagen bei den öffentlichen Instituten vorhanden sein. Das stärkere Vertrauen zu den vom Staate beschirm= vertrag eine vierjährige Ueber ten Bankunternehmungen erkläre sich daraus, während der die zukünftigen Beziehungen zwidaß die Privatbanken versagt hätten und die!.. Surien und E. öffentliche Bürgschaft einspringen mußte. Bisher habe die Anschauung vorgeherrscht, daß das private Bankwesen die Wirtschaft billiger mit Leihkapital versorgen könne als das öffentliche Bankwesen. Es sei jedoch nicht einzusehen, warum die öffentlichen Betriebe die Kunst des Wirtschaftens nicht eben so gut beherrschen sollten, warum die öffentlichen Banken unter diesen Voraussetzungen nicht ebenso gut arbeiten könnten. Die moderne Technik habe zu einer großen Peter Hagen: ARU tahttrrur — Sottnle URHEBER-KEENTTTENUTZ DUREN VERLAG OSKAR MEISTER, MERDAU FSN 17. Fortsetzung „Früher habe ich noch Hemmungen gehabt,“ sagte Tonne nachher im Verkehrslokal,„einen Burschen so richtig fertigzumachen. Heute aber nicht mehr. Diesen Strolchen kann man gar nicht anders beikommen, als daß man sie zusammenprügelt, bis sie nicht mehr krauchen können.— Rücksicht nehmen ist Quatsch. um nächsten Tag sind sie nur um so frecher, und dann möchte ich den von unseren Jungen sehen, der allein geht und ihnen in die Finger fällt.“ „Jawoll,“ stimmte Fritz Steckler ihm zu,„wir müssen ihnen langsam beibringen, daß sie ungestraft keinen von uns zusammenschlagen können. Wer einmal gesehen hat, wie schweinisch sie unsere Leute zertreten, der kann mit diesen Säuen kein Mitleid mehr haben!" Ein Arbeitsloser hat viel Zeit. Viel zu viel Zeit! Er versteht und vergeht seine Tage, frißt Groll und Haß in sich hinein, hungert vielleicht und schlägt dann eines Tages Scheiben kaputt. Aber das sind nicht einmal die bösesten Folgen. Schlimmer noch ist, daß der entnervie Arbeitslose allzu leicht ein Spielball gewissenloser Hetzpolitiker wird, die seinen Hunger kennen und ihm den Himmel auf Erden versprechen. Am furchtbarsten ist, daß die jungen Burschen, die den Segen der Arbeit nie rleben konnten ihr nun völlig entfremd Laut fuhr Tonne fort:„Siehst immer noch'n bißchen blaß aus. Fritze, macht wohl die schlechte Luft hier in der Kneipe, was? Mußt'n bißchen mehr spazieren gehen, mein Junge. Immer raus mit die Zicke an die Frühlingsluft! Is jesund, sehr jesund!“ erlicen konnten, ihr nun beuig mntstempet werden. Sie werden zum Flugsand der revolutionaren Straße. Denn die wahre Revolution kann nur in den Herzen schaffender Arbeiter geboren und nur mit ihren Fäusten und Hirnen zum Siege geführt werden. Die wurzellose Jugend, die sich ihr täglich Brot nie erarbeiten konnte, sondern es erstempeln mußte, kann nie zur revolutionären Truppe werden. Sie bleibt Freibeuterpack, Heckenschützenhorde. Daß sich der Staat nie um sie kümmerte, ist das größte Verbrechen, das je an der Jugend eines Volkes begangen wurde. Obwohl Tonne in der SA. viel Dienst zu machen hatte,#elen ihn in den Stunden der Untätigkeit doch Zweifel und Sorgen an. Er bestand diese Angriffe eisern, denn er trug ja einen Glauben in der Brust. Aber schließlich mußte auch er einmal zermürbt werden. Um dem quälenden Nichtstun zu entgehen, stellte er sich deshalb selbst Aufgaben.„ So erinnerte er sich seines früheren scameraden Fritz Wagner wieder. Man mußte diesen gehetzten, unglücklichen Menschen der Kommune entreißen, dachte Tonn:. Er machte sich einen Plan zurecht und gewann auch einige Kameraden dafür. 114. 8#. Die Durchführung war gefährlich, aver oas konnte sie nicht abschrecken, sondern eher reizen. So steckten sie denn eines Abend, sechs Mann hoch, die Kanonen ein und schoben 1os.. Gag.s hinsinkimen mar. Als sie in das RFB.=Lorar#h#neintumen, war vort dicker Betrieb. Was Tonne erhofft hatte, trat prompt ein: Den Kommunisten blieb vor Staunen die Spucke weg. Zwanzig, dreißig Gesichter wandten sich den SA.=Mannern zu, aber keiner erhob sich, um die Nazis hinauszuwerfen. Die sechs stellten sich an die Theke, und Tonne begrüßte den Wirt, als hätten sie sich erst begrüßte den Wirt, als b vorgestern zum letzten Male gesehen. „Sechs Mollen, eine halbundhalb!“ Dann nickte er den alten Kameraden zu. Kuli war noch da, auch der Bulle, der Naturapostel selbstverständlich, und in der Ecke saß Fritz Wagner, der damals so lange krank in Tonnes Kammer gelegen hatte. Willi Schmeer zerriß das Schweigen, das mit seltsamer Spannung geladen war.„Gefährliches Wetter draußen! Würde keinem raten, die Neese rauszustecken. Regnet und hagelt, fanz üble Kiste... Die Kommune steckte dumme Gesichter auf. und der Wirt beugte sich über die Theke.„Tonne, laßt meinen Laden in Ruh! Wenn ihr was vorhabt, dann macht es braußen ab.....6 icht narstellen Die Kommune konnte sich naturlich nicht vorsteuen, daß sechs Nazis allein in die Löwenhöhle kommen würden— draußen mußte mindestens noch ein ganzer Sturm auf der Lauer liegen! Als erster faßte sich der Bulle. er lachte laut auf und gab damit für seine Gefolgschaft das Signal, die Unterhaltung fortzusetzen. Sie klatschten also wieder die speckigen Karten auf den Tisch, sagten ihren Skat an oder erzählten Witze. Aber die Unbekümmertheit wirkte reichlich gezwungen. Immer wieder sahen sie sich um und spitzten die Ohren, um kein Wort von dem zu verlieren, was die Nazis sprachen. „Eigentlich'ne schöne Kneipe, Herr Wirt,“ sagte Rudi Leisener.„Jefällt mir ausjezeichn lich werden wir öfter herkommen.“ „Ja,“ stimmte ihm Wi Tonne tächelte in sich hinein. Er war mächtig gesie. jeden Abend ein halbes Dutzend SA.=Männer zu „Na, Fritze,“ rief Tonne schließlich,„wie geht's denn, Als Wagner zum Bullen hinschielte, blinkte ihm dieser bejahend zu. Er wollte wissen, worauf das ganze hinauslaufen sollte. So stand Fritz Wagner auf und schlenderte an die Theke. In seinen Augen standen Staunen und Bewunderung. Tonne gab ihm die Hand.„Biste immer noch in der Klicke Niedlich?“ fragte Tonne leise. Wagner nickte verlegen und setzte die Molle an, die ihm der Wirt zugeschoben hatte. Wahrschein. Schmeer zu,„'ne saubere nicht hergekommen..,.„. 8 6, un us. Tonne lehnte sich seitlich üder die Thete und rief: „Du hast wohl das Klavierspielen janz verlernt, Naturapostel? Oder habt ihr wejen den schlechten Zeiten die Musik einsestelt?“.. 4 mmte „Wir machen Musik, wenn uns banach zumule i5. und nich, wenn ihr wollt!“. Wi 1 Der Bulle jedoch hatte anderes im Sinn.„Wir haben doch nich alle Tage so vornehme Jäste!“ rief er dem Naturapostel lachend zu.„Los, Mensch, spiel mal'n Einzugsmarsch oder die Sänger uff de WartAls der Naturapostel sah, daß es dem Bullen ernst war, ging er ans Klavier und hämmerte los. In den Lärm hinein flüsterte Tonne Fritz Wagner zu:„Wenn du ausgetrunken hast, setzte dich noch'ne Weile hin,'n paar Minuten vielleicht. Dann sagste, du bist müde und jehst nach Hause. An der Hochbahn wartest du auf uns, verstanden?— Aber mach keine Faren, mein Junge!“ Wagner nickte überrascht. Hastig trank er sein Bier aus und ging dann wieder an seinen Tisch. Der Bulle blickte ihn fragend an, aber Wagner zuckte nur die Nach kurzer Zeit nahm er seine Mütze und ging. „Nanu,“ rief Tonne,„wo willste denn hin, Fritze? Is verdammt schlechtes Wetter draußen!" Der andere lächelte matt und verschwand. Jetzt sprang aber der Bulle auf.„Wenn dem draußen wat passiert,“ schrie er zu Tonne herüber,„dann seid ihr hier drin jeliefert, vastehter? Und wenn ihr’ne janze Standarte draußen liefen habt!" „Mensch, reg', dir nich' so uff!“ brummte Willi Schmeer;„'ne janze Standarte isset ja janich. Und wer wird denn so'nen bleichsüchtijen Spatz wat tun, he?“ „Hör mal zu, Rudi,“ sagte Tonne und trat an den Tisch des Bullen,„damit du endlich im Bilde bist. Wir wollten euch bloß mal zeigen, daß wir, wenn wir wollten, euren janzen Laden hochjehen lassen könnten. Aber uns liegt jar nischt dran. Wir machen's nich so wie ihr, wir schlagen euch ohne Grund nich die Knochen kaputt. Wir hab'n keine Parole:„Schlagt die Kommune, wo ihr sie trefft!“. Wir wollen den anständigen Kampf. Daß wir auch anders können, wenn ihr nicht wollt, das wollten wir euch heute beweisen. Komini mal mit raus und seht euch an, wieviel von uns draußen antreten werden, und dann nehmt euch ein Geispiel an unsre Jutmütigkeit und Disziplink: fügte Willi Schmeer noch hinzu. „Wir verzichten druff, eure Parade abzunehmen, erklärte der Bulle,„wir hab'n euch nich herbestellt, und darum bleib’n wir hier sitzen. Aber wenn ihr jehn wollt, dann woll'n wir euch nich halten!“ Tonne zahlte die Mollen und schob mit den anderen fünfen,raus.„Vielleicht guckt ihr mal durch die Jarul“ rief Schmeer noch, bevor er den Friesvorhang an der Tür hinter sich zufallen ließ. 34,„ 6g Draußen gingen sie langsam bis an die nacgste Straßenecke. Hier bogen sie in die Querstraße ein und sockten dann im Dauerlauf die fünfhundert Meter bis Lachend blieben sie stehen. Der Plan war geglückt. Sechs Mann hoch hatten sie den ganzen Kommuneladen in Schach gehalten. Junge, mußten die jetzt dämliche „Du bist ein doller Hecht, Tonnel“ sagte Fritze, Stecler.„So einen verrückten Jedanken konntest eoch bloß du hab'n!“ „Die Kommune is aber wirklich'n bißchen dußlich!“ stellte Schmeer abschließend fest. An der Hochbahn wartete Fritz Wagner. Tonne zeg ihn mit.„Haste denn nun endlich'ne vernünftige Bleibe, Fritze?“ fragte er ihn. Der Junge schüttelte denn komm man mit, wir werden dich schon trgendwo unterbringen!— Bei der Kommune bleibtt du nich mehr, das is dir doch klar, was?“ „Mir is alles ejal, Tonne,“ erklärte Wagner mit dünner Stimme. Aber da kam er bei Tonne schön an. versprechen, daß sie sein Lokal schützen würden, wenn die Nazis es etwa demolieren wollten— er glaubte nicht mehr daran.„ Tagelang hatte die Kommune aue Straßen unauffällig besetzt und das Lokal mit Leuten vollgepfropft — aber da ließen sich auch die Nazis nicht sehen. Als einige Tage später aber nur einige zwanzig Tüten im Laden waren, da rückten plötzlich wieder fünfzehn stämmige SA.=Männer an und tranken an der Theke schweigend ihre Mollen. Sie schlugen keinen Lärm und provozierten auch keinen Streit. Aber sie waren da, und das genügte. Die Kommune tobte und wollte es ähnlich machen, das Unternehmen endete jedoch kläglich. Drei Mann nur kamen überhaupt in das Nazilokal herein; aber noch schneller waren sie wieder draußen. Ein Dutzend SA.=Männer stürmte hinterdrein und verjagte auch noch die übrigen Kommunisten. So verging ihnen die Lust, einen ähnlichen Vorstoß zum zweiten Male zu unternehmen. sie nicht gu bitten. Und abermals vierzehn Hakenkreuzfahne vor dem roc##. Das war Tones Werk. Mehr noch: Nach Fi Wagner waren noch drei andere Kommunisten zur SA gekommen. 16. Und dann hatte Tonne ein furchtbares Erlebnis, das für sein Leben richtungweisend wurde, wie einst die Demonstration unter roten Fahnen. Eines Abends besuchte er wieder einmal das Verkehrslokal eines befreundeten Sturmes, weil Grete ganz in der Nähe wohnte. Er saß mit mehreren Kanieraden fröhlich am Tisch, als draußen plötzlich Schüsse krachten. Sie stürmten zur Tür hinaus— vier SA.= Männer lagen niedergeschossen in ihrem Blut. Gnliug I „Schlappschwanz, vonwejen alles ejal. Ich wer' dir schon helfen! Reiß dich mal zusammen und nimm den Kopp hoch!— Also bloß aus lauter Ejalität haste bei der Kommune noch mitjemacht, was?— Sieht dir ähnlich, du Schaf!— Jetzt kommst du also zu uns in die SA., verstanden? Und wenn wir nich in drei Wochen 'n einisermaßen zackigen Jungen aus dir jemacht hab'n. dem nich alles ejal is, dann will ich Moritz heißen!“ So begann die Eroberung des ersten Kommunelokals. Beim zweiten Male kamen zwar auch wieder nur sechs Mann in die Kneipe hinein, aber draußen dann weiter. Der Wirt bekam die Nase bald voll. hatte die Kommune an und für sich geduldet. Jetzt mochten sie ihm feierlich in die Hand Die Zeitung hatte damals drüber geschrieben. Tonne hatte den Artikel ausgeschnitten und in sein Fahltenbuch geklebt. Das ist er: „Die einsame Gaslaterne vor dem Hause schlägt einen grünbleichen Schein über den Asphalt. Ihr Lichtkreis wird von der Lampe überschnitten, die über der Eingangstür schwankt. dringt auf die Straße. In dem wechselnden Spiel von Licht und Schatten stehen draußen drei junge Männer, aufmerksam und stumm wie Wachtposten. Unverwandt spähen sie nach der gegenüberliegenden Ecke, wo keine Laterne den Kampf gegen die Finsternis aufnimmt, und läuschen... Sie wissen, warum. Drinnen sitzen die Kameraden tröhlich beieinander. So saßen sie auch damals in jener anderen Wirtschaft beim Kreuzberg— bis plötzlich die Kugeln durch die Scheiben preschten und der Knall von Schüssen die Nachtstille zerriß. Und was nachher kam, das war Blut! Blut, Wunden und Schmerzen... Een im a Der politische Mord geht um. Oben im Norden, im Liebknechthaus am Bülowplatz, sitzt der Kopf des Ungeheuers. Von hier fließt das Gift in tausend Adern durch den Leib der Stadt bis zu jenen stillen Straßen, die im Dunkel liegen, weil die Laternen rechtzeitig zerschlagen wurden. Niemand ahnt etwas, bis Pistolen knallen und die Dolche blitzten. Ueber diesem Lokal flattert seit vierzehn Tagen die Hakenkreuzflagge. Wann werden die ersten Steine durch die Fenster fliegen? Wann werden die ersten Kugeln gegen die Wände spritzen? Schritte werden laut. Ein Mann tritt in den Lichtkreis der Lampe und reckt grüßend den Arm— ein Kamerad! Sie stehen zusammen. (Fortsetzung folgt.) A Spieglein- Spieglein an der Wand Ein Spiegel hat die Aufgabe, Ihr Bild in kristallklarer Schärfe deutlich und lebensecht wiederzugeben, damit Sie sich ein unbestechliches Urteil bilden und danach handeln können. Ein Zerrspiegel jedoch erfüllt nicht nur nicht seine eigentliche Aufgabe, sondern verkehrt sie geradezu ins Gegenteil. Auch die Werbung soll ein getreues Spiegelbild der Ware sein. Wollte man diese Aufgabe dem mündlichen Weitersagen, dem Gerücht überlassen, würde bald ein Zerrbild entstehen, das jeden Erfolg unterbinden würde. Die Anzeige in der Tagespresse dagegen wirkt wie ein exakt geschliffener Kristallspiegel: Sie erlaubt dem Fabrikanten oder Geschäftsinhaber, mit anschaulichen Bildern und treffenden Worten die überlegene Beschaffenheit und Preiswürdigkeit seiner Ware herauszumeißeln und so alle Welt mit diesen Vorzügen vertraut zu machen. Schauen Sie recht oft und tief in diesen Warenspiegel— er dankt es Ihnen durch Warenkenntnisse und günstige Einkäufe. Zeitungs-Anzeigen heifen kaufen und verkaufen