Nusanpaote ser die chosoet mmete 8 Ba, Jumer tige, finanzamtliche u. gerichtliche Anzeigen 10 Pig., Reklame“ zeile 40 P Fur teleson. aufgegedene Inserate übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorbergesehn. Belriedestörungen, hervorgerufen durch höbere Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr für pünktliches Erscheinen der Jeitung u. kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieserung erhoden werden Westhofener Zeitung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung Verbunden mit: Schwerter Tageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung Schwerter Volksblatt Die Schmodn Zadugt nichde muichenüich oche net Bezugspreis wöchentlich 45 Pfennig, Einzelnummer 10 Pfg. Druck u. Verlag von C. Braus, Schwerte(Nuhr), Postscheckkonten: Dortmund 2852 und Hannover 21874. Große Marktstr. 3—5. Verantwortlich füie die Scheiseltug H. Eimer, Schwerte. Hemms 2ro Weitere Oebatte über die Lausanner Konferenz Dio Sertagunperersintf? Amerikas Nichtanerkennung der Verbundenheit von alliierten Schulden und Repurationen Die französischen Verzögerungspläne In einem offensichtlich inspirierten Artikel wirft der Außenpolitiker des„Petit Parisien" die Frage auf, ob es nützlich sei, die Lausanner Reparationskonferenz überhaupt abzuhalten. Der Erfolg dieser Konferenz hänge von dem Erfolg der Verhandlungen zwischen London und Paris ab. Man halte es französischerseits für unmöglich, dem deutschen Schuldner Reparationsnachlaß zu gewähren, ohne vorher von dem amerikanischen Gläubigereineentsprechende Zusage erhalten zu haben. Obwohl sich in England eine gewisse Tendenz im Sinne der französischen These bemerkbar zu machen scheine, blieben die Meinungsverschiedenheiten außerordentlich groß. Die Zeit bis zum Konferenzbeginn sei so kurz, daß eine vorherige Verständigung sich als unwahrscheinlich herausstelle. Auch der englische Wirtschaftspolitiker Keynes habe auseinandergesetzt, daß die Lage für eine endgültige Regelung auf der Lausanner Konferenz noch nicht reif sei. Wenn es sich, wie Keynes anrege, nur darum handele, ein Versprechen der Alliierten zu erreichen, noch in diesem Jahre Deutschland präzise und endgültige Vorschläge über Konzessionen zu machen, scheine die Reise nach Lausanne keineswegs unerläßlich zu sein. Ebenso wenig sei sie notwendig, um ein Abkommen zu erzielen, die Entwickelung der Krise während sechs Monaten zu verfolgen, bevor man den oben erwähnten Vorschlag mache. All das seien Versicherungen, die Berlin auch auf anderem Wege gegeben werden könnten, als auf einer Konferenz. Dr. Brüning werde in Lausanne seine Haltung nicht fühlbar ändern, und seine Stellungnahme werde immer darauf hinauslaufen, daß Deutschland nichts mehr zahle. Der Vertreter Frankreichs könnte eine derartige Erklärung nicht mit anhören, ohne zu reagieren, und das würde die deutsch=französischen Beziehungen nicht gerade verbessern. Statt der gewünschten Entspannung laufe man also Gefahr, nur eine Verschärfung der gegenwärtigen Lage herbeizuführen, und das am Vorabend der Abrüstungskonferenz, die an sich schon genügend Gründe zu Meinungsverschiedenheiten bieten werde. Es wäre also vielleicht vorteilhaft, die Lausanner Konferenz zu vertagen und die Zeit bis zum 1. Juli dazu zu benutzen, um über das äußerst verwickelte Reparations= und Schuldenproblem ein Verständigungsterrain mit England zu suchen und zu finden. Der Außenpolitiker des„Petit Parisien“ fügt hinzu, daß man in interessierten französischen Kreisen diese Ansicht zu teilen scheine. Die angelsächsischen Bemühungen um eine Uebergangslösung Die dieser Tage in der angelsächsischen Presse erkenntlich gewordene Tendenz, der bereits von den englischen Wirtschaftssachverständigen Keynes und Layton vertretenen Auffassung, daß die Aufgabe der Lausanner Konferenz über die Schaffung einer Uebergangslösung in der Reparationsfrage nicht hinausgehen könne, Boden zu gewinnen, kommt wieder in Artikeln der Londoner„Times“ und der „Newyork Times“ zum Ansdruck. So schreiben„Times“, in England sei man sich in der Tat darüber klar geworden, daß eine endgültige Streichung der Reparationszahlungen nicht vernünftig erscheine, solange noch eine Verpflichtung zur Zahlung von Kriegsschulden bestehe. Wenn sich in Lausanne herausstellen sollte, daß eine Einigung über die grundsätzlichen Fragen gegenwärtig nicht möglich sei. so würde es am besten sein, eine kurze Verlängerung des Reparationsmoratoriume:=.“. und die feste Zusicherung aller Teilnehmer zu erreichen, daß sie während dieses Jahres wieder zusammenkommen wollten, um eine dauernde Lösung zu finden. „Newyork Times“ sagen, daß man in amerikanischen Bankkreisen glaube, die Lausanner Konferenz werde sich darauf beschränken müssen, eine kurze vorläufige Regelung zu treffen. Es werde bezweifelt, daß Deutschland die Annahme einer solchen vorläufigen Regelung vermeiden könne. Wenn eine Einigung erzielt worden sei, werde der nächste Schritt der Gläubiger darin bestehen, Hoover zu fragen, was die Vereinigten Staaten nun zu tun gedächten. Man hoffe, daß die Vereinigten Staaten ein dem Reparationsmoratorium entsprechendes Schuldenmoratorium beschließen würden. Freie hand für die britische Abordnung! Der politische Korrespondent des„News Chroniele“ weiß zu melden, daß die englische Delegation nicht mit gebundener Marschroute nach Lausanne gehen werde. Ihre Instruktionen würden sich darauf beschränken, daß sie einen Mißerfolg der Konferenz vermeiden solle. Genauere Anweisungen würden Gegenstand von Telegrammen und Kabinettsbeschlüssen während der Tagung der Konferenz sein. Landsbury für Streichung der Reparationen Lansbury, der Führer der Arbeiteropposition im Unterhaus, wandte sich in scharfen Worten gegen die Beibehaltung der Reparationen. Der Regierung muß gesagt werden, so bemerkte er, daß diese Reparationsangelegenheit ein Ende haben soll. Wir müssen Amerika sagen, das wir weder Schulden einsammeln noch zahlen wollen. Die Welt weiß, daß die Zeit der Reparationen vorüber ist. Man kann nicht versuchen, die deutsche Nation zu ruinieren, ohne gleichzeitig uns selbst zu ruinieren. Lord Beaverbrook predigt Abkehr von Europa Lord Beaverbrook führte in London in einer Rede aus: Worüber sprachen Minister, als sie Konferenzen abhielten? Deutschland zu helfen, ein Moratorium zu erlangen. Es tut für uns nichts zur Sache, ob Deutschland zahlt oder nicht Das ist Amerikas Angelegenheit. Mögen unsere Minister Schuldeneinsammlungsreisen aufgeben und stattdessen Expeditionen in das britische Reich unternehmen, um Waren abzusetzen. Wir können ohne Reparationen und Schuldenzahlungen auskommen. Laßt uns Europa den Rücken kehren und uns dem britischen Reiche zuwenden! Die amerikanische Auffassung Aus Washington wird berichtet: Eine Erklärung des Senators Reed, des Inhalts, daß die alliierten Schulden an Amerika entstanden seien, bevor Reparationen überhaupt festgelegt worden seien, und daß man in Amerika niemals eine Verbundenheit der beiden Posten anerkennen werde, entspricht, wie von prominenter parlamentarischer Seite erklärt wird, sowohl der Ansicht der Regierung wie der überwiegenden Auffassung des Bundeskongresses. Man weist darauf hin, daß Präsident Hoover stets das Moment der Zahlungsfähigkeit als den Punkt bezeichnet habe, der allein die Entschlüsse Amerikas beeinflussen könne. Auf dieser Basis seien damals die Alliierten=Schulden in sehr weitherziger Weise fundiert worden, und diese Basis allein komme für eine etwaige Neuaufrollung des Problems in Frage. Für eine Reviston des französischen Schuldenontos bestehe daher angesichts der gesicherten Finanzlage Frankreichs hier keine Reigung; dagegen sei im Weißen Hause wie im Kongreß großes Verständnis für die deutschen und die britischen Schwierigkeiten vorhanden. Nichts kompliziere die Lage mehr als die Angriffe in gewissen europäischen Blättern gegen Amerikas angebliche Shylock=Natur; Amerika habe auf einen großen Teil der den Alliierten geliehenen Geldsummen verzichtet und müsse alljährlich gewaltige Beträge aufbringen, um die Kriegsanleihen zu amortisieren, die man seinerzeit in England aufgelegt habe, um den Alliierten die gewünschten Gelder zu gewähren. Wenn Europa immer wieder davon spreche, daß man den Krieg nun endlich liquidieren und auf Reparationen und Kriegsschulden allerseits verzichten solle, so vergesse man entweder absichtlich oder aus bedauerlicher Unkenntnis heraus, was ein solcher Verzicht bedeute: nämlich daß dann das amerikanische Volk die Riesensummen der amerikanischen Kriegsanleihen aufbringen müsse, während die anderen Völker aller Lasten enthoben seien. Eine derartige Regelung erscheine dem amerikanischen Steuerzahler weder richtig, noch zweckmäßig, noch moralisch gerechtfertigt. Micholas M. Butler für Streichung der Regierungsschulden Newyorker Blätter geben ausführlich die vom Präsidenten der Columbia=Universität, Micholas M. Butler, in Philadelphia vor der Völkerbundsvereinigung gehaltene Rede wieder, in der Butler über die Kriegsschuldenfrage bemerkte, die Versuche, die Weltkriegskosten auf die Teilnehmer mittels des Systems der Regierungsschulden zu verteilen, hätten sich, wie vorauszusehen war, als trauriger Fehlschlag erwiesen. Es sei ein ungeheuerlicher Gedanke gewesen, daß die Welt sich 62 Jahre lang dieser Art Verschuldung unterwerfen solle. Das deutsche Volk, das sich inmitten eines Riesenkampfes befunden habe, um ein Zwei Tote von Karsten-Zentrum geborgen Aus Beuthen, 17. Jan., wird gemeldet: Die Rettungsmannschaften in der Karsten=ZentrumGrube haben gestern spätabends die Leiche des Zimmerhauers Weiß aus Beuthen geborgen. Weiß war Familienvater und ist zwei Tage nach dem Unglück an den schweren Verletzungen, die Viele Tote, 30 000 Svbaustost beim Hochwasser in nord-Mississippi Aus Swan Lake(Mississippi), 16. Januar, wird gemeldet: Der Deich am Lake Grassy und am Tallahatchie=Fluß ist infolge des Hochwassers geborsten. Eine über drei Meter hohe Wassermasse ergoß sich über das Becken von Tippo. Das Wasser drang in etwa 1000 Häuser ein, deren Bewohner schliefen und nichts von der Gefahr ahnten, in der sie sich befanden. Man befürchtet, daß viele Personen ertrunken sind. Das Rote Kreuz glaubt, daß 30000 Personen obdachlos sind. Die meisten Familien mußten die Nacht auf den Dächern verbringen. demokratisches Regierungssystem auf den Trümmern des traditionellen Imperialismus aufzubauen, sei durch die Anstrengung, der aufgebürdeten Last gerecht zu werden, zum Weißbluten gebracht worden. Seine ehemaligen Feinde auf dem Schlachtfeld würden weit mehr gewinnen, wenn sie darauf verzichteten, unmögliche Reparationen einzuziehen und stattdessen die Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen mit einer wieder aufgebauten und produktionsfähigen deutschen Industrie erstrebten. In ähnlicher Weise hätten auch die alliierten Kriegsschulden nur wirtschaftliche Verluste gebracht, so daß nicht die geringste Rechtfertigung für die Fortsetzung ihrer Rückzahlung bestehe. Aus der Arbeit des Preiskommissars Der Reichsverband für das Klempner= und Installationsgewerbe hat sich nach Besprechungen mit dem Preiskommissar bereit erklärt, in Zukunft auf die von ihm bisher herausgegebenen Richtpreise und Kalkulationsgrundlagen zu verzichten. Weiter hat der Preiskommissar in Verhandlungen mit der Mühlenindustrie vereinbart, daß der Mahllohn gegen den Stichtag der Notverordnung um 10 Prozent ermäßigt wird. Die Großhandelsspanne bei den nicht mehr preisgebundenen Arzneispezialitäten wird gegenüber dem Stichtag um 10 Prozent herabgesetzt, vorausgesetzt, daß die Spanne bisher nicht weniger als 16 Prozent betrug. er beim Zusammenbruch der Vorrichtungsstrecke erlitt, in der Grube gestorben. Heute nachmittag ist auch die Leiche des zweiten Toten, des Hauers Misch aus Beuthen, unter äußerst gefahrvoller Arbeit geborgen worden. Misch hinterläßt Frau und zwei Kinder. Er lag ebenfalls unter Gestein eingeklemmt und ist erst nach vier Tagen von seinen Leiden erlöst worden. Von den am 5. Januar verschütteten 14 Bergleuten werden jetzt noch fünf vermißt. Mitglieder der Rettungskolonne in dem nach der Unglücksstelle vorgetriebenen Stollen. Der Velewigungsbroseo sLonned Hehel. H17.? Der Führer der Ranenaisoslansten freigesrrechen Vor und in dem Verhandlungsraum Aus Berlin, 16. Jan., wird berichtet: Die Verhandlung in dem Prozeß des früheren nationalsozialistischen Sturmführers Stennes gegen Adolf Hitler und die Redaktion des„Angriffs“ wegen Beleidigung begann in Moabit. Vor dem Kriminalgerichtsgebäude stand viele Stunden eine Menge von etwa 200 Leuten, offenbar nationalsozialistischen, die auf Hitlers Ankunft wartete. Schon gegen 2 Uhr morgens waren die ersten Hitler=Anhänger erschienen. Starke Polizeiaufgebote sorgten für Ordnung. Gegen 11 Uhr fuhr Hauptmann Stennes vor. Die Zuschauer brachen in ein Hohnlachen aus. Wenige Minuten vor Beginn der Verhandlung um 11 Uhr erschien Adolf Hitler vor dem Gerichtsgebände, von der Menge mit„Heil=Hitler"=Rufen begrüßt. Hitler dankte mit dem Faschistengruß. Die Gerichtsbehörden hielten den Verhandlungssaal bis 11 Uhr geschlossen, sodaß sich auf den Korridoren in der Nähe des Gerichtssaales die Pressevertreter und sonstigen Prozeßteilnehmer zu einer dichten Menge zusammenballten. Polizeimannschaften führten auch auf den Korridoren strenge Absperrungsmaßnahmen durch; sie bildeten eine Kette, sodaß Hitler mit seinen Verteidigern durch das dichte Spalier von Menschen in den Gerichtssaal gelangen konnte. Die Kartenkontrolle wurde mit äußerster Strenge gehandhabt. Nach Oeffnung der Türen spielten sich stürmische Szenen ab. Der Verhandlungsstenograph, den Hitler zur Protokollierung seiner Bekundungen bestellt hatte, wurde infolge der strengen Absperrungsmaßnahmen nicht in den Saal gelassen. des Vorsitzenden d'ach Eröffnung der Verhandlung strebt Amtsgerichtsrat Bues einen Vergleich an. Er betonte, dan Hitler die Verantwortung für den inkriminierlen Artikel ablehne. Der Vorsitzende— wir felgen dem Bericht des Contibüros— richtet an die Parteien den Appell, obwohl sie auf getrennten Wegen marschierten, im Interesse der Partei doch die Einigkeit zu fördern. Er veranlaßte den Vertreter von Hauptmann Stennes, Rechtsanwalt Dr. Becker, sich zu dem Vergleichsvorschlag zu äußern. Dieser erklärte, die seit drei viertel Jahren schw#ine Gegenseite müsse sich zunächst äußern. Rechtsanwalt Dr. J#nik 1, der Anwalt Hitlers, erklärte hierauf: Wir sind absolute Anhänger der Gesetzlichkeit in der Politik, besonders aber der Gesetzlichkeit im Gerichtssaal. Diese Gesetzlichkeit erfordert die Prüfung, ob der Vorwurf, den die Gegenseite fortgesetzt erhebt, zutrifft oder nicht. Jede Art von Vergleich würde den Anschein erwecken, als ob Adolf Hitler sich irgendeiner strafbaren Beleidigung schuldig gemacht habe. Der betreffende Artikel ist aber ohne Mitwirkung Adolf Hitlers zustande gekommen, sodaß, rein rechtlich gesehen, die Verantwortung die verantwortliche Schriftleitung trifft. Amtsgerichtsrat Bues hielt an seinem Vergleichsvorschlag fest. Der Verteidiger des Privatklägers Stennes, Rechtsanwalt Becker, betonte, nach den Ausführungen von Dr. Frank erübrige es sich eigentlich. zu der Frage einer Vergleichsmöglichkeit Stellung zu nehmen. Von vornherein habe er immer den Eindruck gehabt, daß es der Gegenseite darauf ankomme, die Verhandlungen zu verschleppen. Darum sei der Privatkläger Stennes nicht geneigt, sich heute zu vergleichen. Rechtsanwalt Frank erklärte:„Ich betone als fanatischer Anhänger der Gesetzlichkeit innerhalb und außerhalb des Gerichtssaales, daß ich von der Gegenseite den Beweis der gesetzlichen Verantwortung Hitlers verlangen muß.“ Es wurde dann der betreffende Artikel„Der Meuterer entlarvt“, der die Unterüberschrift trägt:„Stennes, ein Mitarbeiter Grzesinskis", verlesen. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob der Artikel von ihm inspiriert worden sei, erklärte Adolf Hitler:„Nein, wenn ich persönlich einen Artikel in die Zeitung gebe, dann wird er auch von mir unterzeichnet. Ich würde niemals erklären, daß ich einen Artikel nicht geschrieben habe, während mir später nachgewiesen werden könnte, daß ich es doch war.“ Gegen die Frage des Rechtsanwalts Dr. Becker, ob Hitler schon ein halbes Jahr vor Erscheinen des inkriminierten Artikels erklärt habe, daß Hauptmann Stennes ein Polizeispitzel sei, protestiert R.=A. Dr. Frank 1. Es kam zu erregten Auseinandersetzungen zwischen den beiderseitigen Anwälten. R.=A. Dr. Becker behauptete, daß Hitler für die im„Völkischen Beobachter“ erschienene Aeußerung verantwortlich und daß er der alleinige Inspirator der Verleumdungen gegen Stennes sei. R.=A. Dr. Becker fuhr fort: Kurz nach Erscheinen des Artikels im„Völkischen Beobachter“ habe ich bei einer Verhandlung vor dem Schwurgericht des Landgerichts 3 in Berlin, zu der Herr Hitler als Zeuge erschienen war, an ihn die Frage gerichtet, ob er eine solche Aeußerung getan habe. Herr Hitler hat unter Eid ausgesagt, und das werde ich durch Zeugen beweisen können:„Es ist richtig, daß ich diesen Vorwurf erhoben habe, und daß ich einen positiven Anhalt für diese Behauptungen nicht hatte. Meine Einstellung war die, wenn jemand gegen mich oder meine Bewegung etwas unternimmt, Adolf Hitler(stehend) bei seiner Aussage Unten links: Hauptmann Stennes so bleibt für mich nur der Schluß übrig, daß es sich um ein bezahltes Organ handelte.“ Hitler:„Ich bin verantwortlicher Leiter der nationalsozialistischen Partei, und bin damit auch verantwortlich für die Führung der Politik. Aber es ist doch nicht denkbar, daß ein Mensch für alles, was geschieht, die Verantwortung übernimmt. Ich kann doch nicht für 60 bis 70 Zeitungen die Hinldenburg Des Reichspräsidenten lebhaftes Interesse an den Tagesfragen Im Westfälisch=Niederrheinischen Institut für Zeitungssorschung sprach Oberregierungsrat Dr. Heide von der Presseabteilung der Reichsregierung über„Pressepolitik im neuen Deutschland". Dr. Heide wies auf die grundlegende Aenderung in der Auffassung der Regierungsstellen hin, die die Presse nunmehr als selbständigen, gleichberechtigten Faktor betrachten, streifte hierauf die Schaffung und die Arbeitsweise der Presseabteilung des Auswärtigen Amtes und kam schließlich auf die Unterrichtung des Reichspräsidenten durch den Chef der Presseabteilung zu sprechen. Diese Information sei so umfassend, wie kaum eine zweite auf der Welt. Es verdiene hervorgehoben zu werden, daß Reichspräsident von Hindenburg trotz seines hohen Alters eine Reihe maßgebender Zeitungen selbst gründlich studiere und während des Vortrages des Reichspressechefs von verblüffender Sachkenntnis zeugende Fragen zu stellen pflege. Die ihm vorgelegten Zeitungsausschnitte seien häufig mit zahlreichen Randbemerkungen versehen, die bewiesen, wie sehr der Reichspräsident den Pressefragen seine Aufmerksamkeit zuwende. Frick über seine Einstellung zur Reichsprandentenwahl Im„Völkischen Beobachter“ erläutert Staatsminister Dr. Frick seine Haltung in der Frage der Verlängerung der Amtsdauer des Reichspräsidenten. Er erklärt u. a., es sei eine Fälschung, wenn die Presse behaupte, er habe in seinen Reden in Kempten, Lindau und Wangen der Kandidatur Hindenburgs ein„glattes Nein“ entgegengesetzt. Er habe sich vielmehr nicht so sehr gegen diese Kandidatur, wie gegen die Fortdauer der Zentrumsoiktatur des Reichskanzlers Brüning gewandt und gesagt, den Nationalsozialisten falle es nicht ein, die Hand zu einer Verlängerung dieser Diktatur zu bieten. Sie würden, wie schon bisher, jede Gelegenheit ergreifen, dieser Diktatur so rasch wie möglich ein Ende zu bereiten. Wenn wider Erwarten der Sturz des Kabinetts Brüning nicht schonfrüher erfolgen sollte, so sei der Tag der Reichspräsidentenwahl der äußerste Termin, um dem System Brüning durch Aufstellung einer nationalsozialistischen Sonderkandidatur die letzte Stütze zu entziehen. Englische Mürdigung der Bedeutung hindonhurge Warme Worte der Würdigung findet„Daily Telegraph“ in einem„Hindenburg und das neue Deutschland“, überschriebenen Leitartikel für den Reichspräsidenten. In dem Artikel wird ausgeführt, in den Augen der Regierungsparteien und wahrscheinlich in denen der großen Mehrheit des deutschen Volkes würde irgendeine Aenderung in der Führung des Staates in der gegenwärtigen Krise schweres Unheil bedeuten Es gebe keinen anderen Mann, der wie Hindenburg für die deutsche Einheit strebe. Kein anderer Mann stehe wie er über dem Wirbel des Parteihasses, der die deutsche Politik vergifte. Hindenburgs ständige Erfüllung seiner verfassungsmäßigen Pflichten sei seit sieben Jahren der Rettungsanker der Republik. Verantwortung übernehmen. Der Artikel ist nicht von mir verfaßt und ich bin auch nicht verantwortlich für ihn. Die Behauptung, daß er von mir inspiriert sei, widerlegt sich durch den Inhalt selbst. Ich habe damals auf die positive Frage von Herrn Rechtsanwalt Becker erklärt, daß mir die Angelegenheit nicht mehr in der Erinnerung sei, daß es aber denkbar sei, daß ich damals eine derartige Befürchtung bezüglich Hauptmann Stennes gehegt habe.“ Nachdem der Vorsitzende festgestellt hatte, daß an Adolf Hitler keine weiteren Fragen zu richten waren, wurde er vom Gericht entlassen. Seine Anhänger erhoben sich, als Hitler den Saal verließ, und brachten„Heil"=Rufe auf ihn aus. Auch auf der Straße wurde er von Anhängern mit Heilrufen empfangen. Zu Zwischenfällen ist es nicht gekommen. Das Urteil Der Vorsitzende, Amtsgerichtsrat Bues, verkündete folgendes Urteil: Der Angeklagte Hitler wird freigesprochen. Der Angeklagte Dr. Lipperts wird wegen Pressevergehens zu 300 Mark Geldstrafe bezw. 30 Tagen Gefängnis verurteilt. Der Privatkläger ist berechtigt, das Urteil im„Völkischen Beobachter" und im „Angriff“ auf Kosten von Dr. Lipperts zu veröffentlichen. Die Kosten des Verfahrens trägt, soweit eine Verurteilung erfolgt ist, der Angeklagte Lipperts. Die Kirchen zur Weltwirtschaftskrise Die Präsidenten des„Oekumenischen Rates für praktisches Christentum“, der die evangelischen Kirchen, die anglikanische Kirche und die orthodoxen Kirchen der ganzen Welt vereinigt, erlassen soeben einen Aufruf zur Weltwirtschaftskrise. Es wird darin der größten Sorge Ausdruck gegeben über den allgemeinen Niedergang des wirtschaftlichen Lebens, den sich immer mehr verschärfenden Kampf breiter Massen um das tägliche Brot und das Herabsinken ganzer Völker von mühsam erreichten Höhen ihrer Lebenshaltung. Die Kirchen anerkennen mit tiefem Dank alle Arbeit zur Milderung dieser Not. Es sei indessen zu befürchten, daß die lang andauernde wirtschaftliche Not die Möglichkeit wirksamer Hilfe zerstöre. Der Aufruf stellt fest, daß die Bemühungen auf wirtschaftlichem Gebiet durch die mangelnde Sicherheit und Klarheit der politischen Lage zur Unwirksamkeit verurteilt sind. Daher werde die wirtschaftliche Zukunft entscheidend bestimmt von den Maßnahmen, die auf politischem Gebiete zu treffen sind. „Aus dieser Erkenntnis“, so heißt es,„mahnen die Kirchen die Staatsmänner der Welt erneut an die ungeheure Verantwortung, die angesichts dieser Lage auf ihnen ruht, vor allem auch im Hinblick auf die bevorstehenden Abrüstungsverhandlungen. Seit den Tagen des Krieges war die Gefahr, daß der Rest einer in Jahrhunderten gewachsenen Solidarität der Völker verloren gehe, nie so groß, wie jetzt. Die Kirchen rufen daher alle Kreise und insbesondere alle Christen dazu auf, alles für die Bekämpfung dieser Gefahr einzusetzen. Bevorstehende Aufhebung des Wie wir aus Kreisen des Reichsinnenministeriums erfahren, trifft eine von einem Teil der Presse gebrachte Meldung über eine bevorstehende Aufhebung des Abzeichenverbotes insofern zu, als tatsächlich seit einiger Zeit Erwägungen dieser Art in den beteiligten Ressorts im Gange sind. Anlaß haben die Schwierigkeiten gegeben, die sich bei der Durchführung des Abzeichenverbotes, insbesondere bei den zahlreichen Grenzfällen, ergeben haben, wo es unklar blieb, ob es sich um politische oder nichtpolitische Abzeichen handelt. Es ist damit zu rechnen, daß die Ressortbesprechungen bald zu einem Abschluß gelangen werden, und daß dann durch eine neue Notverordnung des Reichspräsidenten die in Frage kommenden Paragraphen der Notverordnung von 8. Dezember dergestalt abgeändert werden, daß das Tragen von politischen Abzeichen wieder zugelassen wird. Das Uniformverbot wird durch diese Abänderung der Notverordnung nicht berührt. Schulfragen Der Unterrichtsausschuß des Preußischen Landtages nahm ohne Debatte einen Antrag der Staatspartei an, der sich gegen die zunehmende parteipolitische Verhetzung der Schuljugend jeden Alters wendet. Nach längerer Aussprache wurde mit großer Mehrheit ein Antrag Dr. Lauscher (Zentr.) angenommen, wonach eine etwaige gesetzliche Neuregelung des Promotionsrechtes nicht Nochmals: Falsche Devalvationsgerüchte Aus Berlin, 16. Jan., meldet das Wolffbüro: Gegenüber den neuerdings hier und da auftauchenden Gerüchten über eine Devalvation, Denomination oder ähnliche Eingriffe in die Reichsmarkwährung erfahren wir von Reichsregierung und Reichsbank, daß diese Gerüchte völlig aus der Luft gegriffen sind, und daß nach wie vor alle Währungsexperimente auf das strikteste abgelehnt werden. eher herbeigeführt werden soll, als bis die akademischen Körperschaften Gelegenheit gehabt haben, gutachtlich Stellung zu nehmen. Gerichtliches Nachspiel einer politischen Versammlung In einer nationalsozialistischen Versammlung zu Bottrop hatte im Februar vor. Is. der Ingenieur Hamacher u. a. gesagt, bei der Rheinlandbefreiungsfeier seien für Dienstflaggen 18000 Mark aufgewendet worden.„Nur damit diese Lappen zum Fenster heraushängen.“ Wegen dieser Aeußerung erfolgte Strafanzeige. Das Landgericht Essen setzte sich in seiner Verhandlung am 12. Oktober zunächst mit der Frage auseinander, ob es sich in diesem Falle um ein Hoheitszeichen der Republik handele, das beschimpft wurde, und kam zu dem Ergebnis, daß dies nicht nachzuweisen sei. Selbst wenn man sich aber auf einen anderen Standpunkt stellen wollte, so folgerte die Strafkammer weiter, könnte eine Verurteilung des Angeklagten doch nicht erfolgen, weil der Ausdruck„Lappen“ allein noch keine Beschimpfung sei; eine solche Bezeichnung könne höchstens als Herabsetzung gewertet werden. Im übrigen hätte sich der Angeklagte, der Gelegenheits=, nicht Berufsredner sei, in seiner Erregung nur im Ausdruck vergriffen: es könne ihm jedenfalls nicht nachgewiesen werden, daß er eine Beleidigungsabsicht gehabt habe, weshalb seine Freisprechung erfolgen müsse. Die hiergegen von der Staatsanwaltschaft beim Reichsgericht eingelegte Revision blieb ohne Erfolg. Der 3. Strafsenat stellte sich entgegen dem Antrage des Reichsanwalts auf den Standpunkt, daß der Angeklagte mit seinen Aeußerungen nicht das vaterländische Symbol, die Reichsflagge als Hoheitszeichen, sondern rein materiell nur Stock. und Tuch gemeint habe. Durch Verwerfung der Revision bleibt es somit beim Freispruch des Angeklagten. Die Polizei beschlagnahmt in hagen weiteren Sprengstoff Aus Hagen, 16. Jan., wird gemeldet: Im Laufe der weiteren Ermittlungen wegen des Sprengstoffdiebstahls in der Nacht vom 4. zum 5. Januar dieses Jahres in Hagen=Ambrock und in Verbindung mit dem großen Sprengstoff= und Waffenfund in Hagen gelang es den Beamten der Abteilung la und der Landjägerei erneut, am Samstag ein kleineres Sprengstofflager auszuheben. Es wurden drei Kilogramm Sprengstoff, eine gefüllte, behelfsmäßige Handgranate und drei Zündkapseln mit Zündschnur an der Finkinger Höhe am Steilhang der Eisenbahnstrecke Hagen—Dahl direkt am Dorfeingang Dahl vorgefunden. Die Täter sind noch unbekannt. Zu dem Sprengstoffund wird weiter berichtet, daß sich das Waffenlager und Sprengstofflager in einem außerordentlich soliden und fachmännisch angelegten unterirdischen Betonschacht unter einer Schreinerei befand. Der Zugang war durch einen schweren steinernen Treppenstein verdeckt. Er mußte von der Polizei erst nach mühsamer Arbeit freigelegt werden. Von besonderer Wichtigkeit sind die umfangreichen Mengen schriftlichen kommunistischen Geheimmaterials, darunter Drucksachen für die proletarischen Wehrverbände, Anleitung zum Gebrauch von Maschinengewehren, taktische Vorschriften für den Straßenkampf usw. Lebhafte Auseinandersetzung im schlesischen Seim Aus Kattowitz, 16. Jan., wird gemeldet: Die gestrige Sitzung des schlesischen Seims stand im Zeichen der finanziellen Auseinandersetzungen zwischen Warschau und Kattowitz. Die Opposition forderte die Rückzahlung von 300 Millionen Zloty und begründete diesen Anspruch damit, daß die Zentralregierung verpflichtet sei. dem schlesischen Schatz Anteile an den Einnahmen aus den staatlichen Monopolen zu überweisen, und zwar seit 1924. Die Regierungsfraktion stimmte dagegen, wobei ihr Redner ausführte daß die von den Deutschen, dem Korfanty=Block und den Sozialisten geforderte Summe willkürlich errechnet sei. Gegen Ende der Sitzung kam es zu scharfen persönlichen Auseinandersetzungen zwischen dem Regierungsabgeordneten Kapuscinski und dem Korfanty=Anhänger Wieczorki der dem Erstgenannten Ohrfeigen anbot. Da der Seimmarschall nur Kapuseinski zur Ordnung rief der seinen Gegner provoziert hatte kam es zu lärmenden Kundgebungen der Sanacja die geschlossen den Saal verließ. Der stark ins Persönliche ausartende Streit zwischen den Vertretern des Regierungsblocks und des KorfantyBlocks wurde nach Schluß der Sitzung in den Wandelgängen fortgesetzt. . Deutsche Weihestunde des Kyfshauserbanere Der Deutsche Reichskriegerbund Kyffhäuser hielt aus Anlaß des Reichsgründungstages eine deutsche Weihestunde im Sportpalast in Berlin ab. Die Festrede hielt der erste Präsident, General der Artillerie a. D. von Horn, der zunächst ein Begrüßungsschreiben des Ehrenpräsidenten des Bundes, des Reichspräsidenten von Hindenburg, verlas. In seiner Ansprache protestierte General von Horn gegen die Kriegsschuldlüge und erklärte, es gelte, die Frage des nationalen Bestandes und der nationalen Sicherheit aus dem Streit der Parteien herauszuheben und alle Deutschen zu sammeln zur Lösung der gemeinsamen deutschen Aufgaben. Auch die Resolution, die von der Versammlung einmütig angenommen wurde, protestiert zegen die Kriegsschuldlüge und fordert gleiche Pflichten für alle,„also Abrüstung der anderen im gleichen Umfange und nach gleicher Methode, wie sie uns aufgezwungen ist". Sie verlangt ferner gleiche Rechte für alle, also auch in der Sicherheits= und Wehrfrage. Keinem Staat dürfe gestattet sein, was Deutschland verboten ist. An der Massenkundgebung nahmen u. a. auch der Reichsminister des Innern und Reichswehrminister Dr. Groener, ferner General der Infanterie Hasse, Konteradmiral Heusinger, Reichsminister a. D. Dr. Geßler, Kriegsminister a. D. Scheuch, Generaloberst a. D. Heye und zahlreiche andere hohe Militärs teil. Deutschlands Aorastungesereerung Eine Rede des Staatssekretärs Freiherr von Rheinbaben Auf der Reichsgründungsfeier des Preußischen Landeskriegerverbandes in Köln sprach Staatssekretär Freiherr von Rheinbaben, der auf der am 2. Februar in Genf beginnenden Abrüstungskonferenz Deutschland vertreten wird. Lebenswichtige Interessen des deutschen Volkes seien es, die auf der bevorstehenden Konferenz zur Debatte ständen. Die Welt rufe heute nach wirtschaftlicher Zusammenarbeit und Wiederherstellung des Vertrauens. Keine Macht, auch nicht der Völkerbund, könne dieser Frage dienen, solange nicht die Differenz der Rüstungen vermindert werde. Frankreich habe sich nicht nur im Versailler Vertrag zur Abrüstung bekannt, es habe auch im Jahre 1928 bereits zugegeben, daß eine völkerrechtliche Handhabe für die Abrüstung gegeben sei. Deutschland erwarte kein Mitleid, es wolle sich im wesentlichen selbst helfen, wenn man ihm endlich die Attribute einer unabhängigen, gleichberechtigten Nation gebe. Was Deutschland verboten sei, müsse in Zukunft auch allen anderen verboten sein und umgekehrt, was den anderen erlaubt sei, müsse auch Deutschland erlaubt werden. Hierfür müsse eine internationale Konvention geschaffen werden. Sollten die Mächte von Versailles in Genf die Kriegsschuldlüge aufrollen, so werde die deutsche Delegation dies aufs schärfste zu bekämpfen haben. Die Vervirklichung der deutschen Forderungen in Gen sei angesichts der in Frankreich und Polen laut werdenden Stimmen nicht leicht. Der Redner hielt es aber für verfehlt, deutscherseits die Forderung nach Aufrüstung zu erheben, solange nicht alle internationalen Mittel versucht seien, zu einer Weltabrüstung zu kommen, und diese Frage in ein entscheidendes Stadium gekommen sei. Der deutsche Postscheckverkehr im Dezember 1931 Ende Dezember 1931 betrug die Zahl der Postscheckkonten im Deutschen Reich 1012961. Das bedeutet gegenüber November einen Zugang von 191 Konten im Berichtsmonat. Das Guthaben auf den Postscheckkonten belief sich Ende Dezember auf 546.71 Millionen RM. und im Monatsdurchschnitt auf 508.01 Millionen RM. Gutschriften wurden rund 41 Millionen Stück über 4952.78 Millionen RM. und Lastschriften 23.77 Millionen Stück über 4 891,84 Millionen RM. ausgeführt, sodaß der Gesamtumsatz 64.76 Millionen Stück über 9844.62 Millionen betragen hat. Davon sind bargeldlos 7·686.4 Millionen RM. beglichen worden. Im Ueberweisungsverkehr mit dem Saargebiet und dem Ausland wurden 13.83 Millionen RM. umgesetzt. Endgültiges Ergebnis der Gemeinde wahlen in Lippe Aus Detmold wird berichtet: Das nunmehr vorliegende amtliche Ergebnis über die Gemeindewahlen in Lippe lautet: Sozialdemokraten 44 620(Reichstagswahl 1930 30 142). Deutschnationale 8591(7263), Bürgerliche Liste 11 251(0), Zentrum 2192(2648), Evangelischer Volksdienst 3255(5023); Hierbei ist zu bemerken, daß der Evangelische Volksdienst nur im Kreise Detmold eine eigene Liste aufgestellt hat; Nationalsozialisten 27331(20 510). Neutrale Sonderlisten 1308(0), Kommunisten 9998(5867). Kündigungen und Streiks Streikversuch in Düsseldorf Aus Düsseldorf, 16. Jan., wird berichtet: Im Laufe des Tages versuchten kommunistische Elemente die Notstandsarbeiter an der Ausübung ihrer Tätigkeit zu hindern. Daraufhin stellte die Stadtverwaltung die Arbeit an verschiedenen Sehie Crahtnachrichten Dr. Dingeldey bedauert das Schreiben hugenbergs an den Reichskanzler Aus Frankfurt a. d. Oder wird berichtet: Der Führer der Deutschen Volkspartei, Dr. Dingeldey, befaßte sich auf einer Vertretertagung des Wahlkreises V mit außenpolitischen Fragen, wobei er erklärte, der Standpunkt des Reichskanzlers, der dem Auslande die Unmöglichkeit weiterer Reparationszahlungen dargelegt habe, verdiene volle Zustimmung. In diesem Zusammenhang kam Dr. Dingeldey auch auf die bevorstehende Reichspräsidentenwahl zu sprechen und sagte, es hätte eine Selbstverständlichkeit sein müssen, den Willen zum Widerstand auch dadurch erkennbar werden zu lassen, daß man sich ohne Zögern über die Wiederwahl des Reichspräsidenten verständigt. Vom Brief Hugenbergs an den Reichskanzler meinte der Redner bedauernd, er habe leider einen einseitigen Parteicharakter getragen. Hätte man mit allen Kräften eine Volkswahl Hindenburgs unterstützt, so würde es geradezu erlösend gewirkt haben. Der Volksbegehrensantrag des zungdeutschen Ordens Für den Zulassungsantrag auf das Volksbegehren zur Verlängerung der Amtszeit des Reichspräsidenten von Hindenburg zeichneten sich am Sonntagnachmittag in der Stadt Hannover beim Jungdeutschen Orden, wie dieser mitteilt, 3000 Personen ein. Damit ist weit über die Hälfte der für das ganze Reich erforderlichen Unterschriften für den Zulassungsantrag bereits an einem Tage allein in Hannover erreicht. hitler vor Berliner Studenten Am Hinblick auf die vom 18. bis 25. Januar stattfindenden Kammerwahlen der Universität Berlin, der Handelsschule und der Hochschule für Politik fand eine Kundgebung des nationalsozialistischen Studentenbundes statt. Nach einleitenden Worten des Kreisleiters und Reichsschulungsleiters des Nationalsozialistischen Studentenbundes erinnerte Hitler an das historische Ereignis im Spiegelsaal von Versailles, das die deutsche Einheit besiegelt habe, wodurch ein Nationalbegriff für Deutschland eine Spaltung der weltanschaulichen Meinung der Deutschen entstanden, die der proletarisch=marxistischen und die der bürgerlich=nationalen Prägung. Im 1918 habe sich dieser Zersetzungsprozeß praktisch ausgewirkt. Nach dem religiösen Zerfall Deutschlands sei eine rein weltanschauliche Basis für eine gemeinsame Moral nicht mehr vorhanden gewesen und somit die äußere Kraft mit wachsender Zerrissenheit vollständig zum Schwinden gebracht. Die Aufgabe der heutigen Staatsmänner sei, ein Volk zu schaffen, daß nicht mehr innerlich zerfallen sei, dann erst könne man außenpolitisch wirkungsvolle Politik treiben. Wörtlich führte Hitler dann aus: Es handelt sich nicht darum, daß ein Teil im deutschen Volk der Meinung ist, Deutschland müsse mit Frankreich gehen, der andere Teil, Deutschland müsse mit England paktieren, um glücklich zu werden, sondern es handelt sich darum, daß ein Teil glaubt, Deutschland müsse gerettet werden, während der andere Teil proklamiert, Deutschland müsse sterben. Es heißt jetzt, eine klare Entscheidung herbeizuführen zwischen der marxistischen und der nationalsozialistischen Seele des Volkes. Dann kam Hitler auf die Aufgaben der deutschen Studenten zu sprechen und richtete den Appell an sie, sich nicht in die Bücher zu vergraben und abseits von der Welt zu stehen, sondern in das Volk hineinzugehen, um es von innen heraus zu verstehen, damit das Volk sie verstehen lerne und das Vertrauen zu ihnen als Führer erhält. Die politische Führung könne nur dem zugesprochen werden, der sie von frühester Jugend an geübt und sie bewiesen habe. Der Kampf gehe nicht um einige Bataillone von Studenten, sondern um die Veredelung des Volkes, über den Standesdünkel hinweg. Hitler schloß mit dem Zuruf an die Studenten, daß die Zukunft eines Volkes in der Entschlußkraft und in der harten Tat liege. Helbstmord bei der Verhaftung? Aus Küstrin, 17. Jan., wird gemeldet: Der Nationalsozialist Beyer sollte wegen unbefugten Waffenbesitzes vor dem Polizeirevier in der Landsberger Straße festgenommen werden. Plötzlich zog er seinen Revolver. Der Polizeibeamte glaubte sich bedroht und entsicherte im selben Augenblick seine Dienstwaffe, als auch schon ein Schuß krachte und Beyer durch einen tödlichen Schuß getroffen zu Boden sank. Die Untersuchung ergab, daß es sich um Selbstmord oder um eine unvorsichtige Handhabung der Waffe handeln muß, da der Beamte noch gar keinen Schuß abgegeben hatte. Ein Vater erschießt seinen Sohn Aus Köln, 17. Jan., wird gemeldet: In seiner Wohnung in der Kreuznacher Straße in Rodertal hat heute morgen ein 50jähriger Schreiner seinen 25jährigen Sohn mit einer Armeepistole erschossen. Vater und Sohn hatten am Samstagnachmittag einen Wortwechsel, weil der Sohn seine Arbeitsstelle aufgeben wollte. Der Wortwechsel wiederholte sich am Samstagabend, wobei der Sohn gegen seinen Vater tätlich geworden sein soll. Der Sohn legte sich darauf schlafen. Der Vater ging erst gegen Mitternacht zu Bett, stand jedoch gegen 3 Uhr wieder auf und holte sich aus dem Keller eine Armeepistole, die er dort seit dem Kriege liegen hatte. Mit der Pistole ging er in das Schlafzimmer seines Sohnes und gab auf den Schlafenden einen Schuß ab. Der Sohn wurde schwerverletzt in ein Krankenhaus eingeliefert. Der Vater stellte sich später der Polizei, wo er in Haft genommen wurde. Stellen ein, wodurch der Streikversuch aussichtslos wurde. Die Zahl der Arbeitswilligen ist so groß, daß am Montag die Arbeit wieder völlig aufgenommen werden kann. Kündigung der Belegschaften sämtlicher Kohlengruben in Polnisch=Oberschlesien Sämtliche Kohlengruben Polnisch=Oberschle= siens haben durch Anschlag ihren Belegschaften zum 1. Februar in ihrer Gesamtheit gekündigt. Eine Wiedereinstellung soll nur in Frage kommen, wenn sie in eine 21prozentige Lohnkürzung willigen. Die Betriebsräte der Friedenshütte fordern Abberufung des Direktoriums Aus Kattowitz, 16. Jan., wird gemeldet: Die Betriebsräte der Baildon=Hütte und der Friedenshütte forderten gestern in einer gemeinsamen Sitzung die Abberufung aller Direktoren und des Generaldirektors Lewanski des unter Geschäftsaufsicht stehenden Friedenshütten=Konzerns. Der an der Sitzung teilnehmende Geschäftsführende, Suzycki, stimmte dieser Forderung zu. Generalstreikgefahr im Dombrowaer Revier Aus Sosnowitz, 16. Jan., wird gemeldet: Gestern fand ein Kongreß der Belegschaftsräte des Dombrowaer Reviers statt, die den Generalstreik ernstlich in Erwägung zog. Man kam überein, zur Klärung dieser Frage mit den ostoberschlesischen Verbanden in Verhandlungen zu treten. Mussolini gegen den Wirtschafteiriep In einem ausschließlich im„Sunday Dispatch“ erscheinenden Artikel beschäftigt sich Mussolini mit der Wirtschaftskrise und den Möglichkeiten zu ihrer Behebung. Die Weltkrise, so schreibt der italienische Ministerpräsident, habe nun denjenigen Punkt erreicht, wo die schnellsten und wirksamsten Heilmittel nötig seien. Halbe Maßnahmen hätten keinen Zweck mehr. Die Entschlüsse müßten rasch gefaßt werden und es dürfe keinerlei Verschiebung mehr zugelassen werden. Der Welthandel befinde sich jetzt in einer Zwangsjacke. Ueberall seien hohe Zollmanern aufgerichtet; kein Land wolle mehr Waren herein. lassen, aber soviel als möglich ausführen. Dazu komme die Frage der Kriegsschulden und Tribute. Frankreich und Amerika seien im Besitz von 75 v. H. des Goldes. Wie könne man erwarten, so sagt Mussolini, daß die Staaten ihre Schulden bezahlen, wenn sie die Zahlungen nur in Gold leisten dürfen, das sie nicht besitzen. In Waren zu bezahlen sei auch unmöglich, weil die Zollmauern ihrer Gläubigernationen so hoch seien, daß keine Waren die Grenzen überschreiten können. Seit einigen Monaten sei die Welt in einen wirtschaftlichen Kriegszustand getreten. Wie bei Ausbruch eines Krieges diplomatische Verträge, so habe man jetzt Handelsverträge zerrissen. Schon hätten Spanien und Frankreich ihre Handelsverträge mit Italien gekündigt und die Schweiz habe ihre Handelsbeziehungen zu Deutschland abgebrochen. In Kürze werde die ser wirtschaftliche Kriegszustand in der ganzen Welt verbreitet sein. Es sei nichts anderes, als eine Rückkehr zu den befestigten Städten des Mittelalters. Die Zeit sei nun gekommen, so stellt der italienische Ministerpräsidenk schließlich fest, daß die Staatsmänner zusammenkommen und den Wirtschaftskrieg beendigen. Besonders die Goldfrage müsse dringlich behandelt werden, denn eine wirkliche Lösung der Wirtschaftskrise sei nicht möglich, solange Frankreich und Amerika das Goldmonopol hätten. Alle Zollmauern müßten heruntergesetzt werden, damit der Welthandel wieder in Schwung komme und die Staaten ihre Zahlungen in Waren leisten könnten. Die Mandschureifrage Chinas und Japaus Antworten auf Stimsons letzte Rote befriedigen Reuter meldet aus Washington, 17. Jan.: Die chinesische Regierung antwortete auf die letzte Note des Staatssekretärs Stimson, China habe nicht die Absicht, irgendeinen Vertrag abzuschließen oder eine Vereinbarung zu treffen, die im Widerspruch zu internationalen Verträgen stehen würde. Die chinesische Regierung wendet sich ferner gegen die vertragswidrigen Handlungen der Japaner sowie gegen die Verletzung des Völkerbundspaktes, des Neumächte-Vertrages und des Kellogg=Paktes durch sie. Das amerikanische Staatsdepartement erhielt auch Japans Antwort. In amtlichen Kreisen werden die Erwiderungen beider Länder als befriedigend angesehen. Loshisawa über die Meldung von einem russisch=japanischen Richtangriffspakt Außenminister Yoshisawa gab nach einer Meldung aus Tokio zu, daß er während seines Aufenthaltes in Moskau von Litwinoff sondiert worden sei, ob Japan zum Abschluß eines Richtangriffspaktes bereit sei. Indessen ist man in Tokio allgemein der Auffassung, daß Japan es ablehnen werde, irgendeinen Nichtangriffspakt zu unterzeichnen, namentlich im Hinblick auf die Interessen beider Länder in der Mandschurei. Man macht geltend, daß der Kellogg=Pakt. der von beiden Staaten unterzeichnet worden sei, den gleichen Zweck ausreichend erfülle. Kleine volit. Nachrichten Telegrammwechsel zwischen Dr. Brüning und Briand Reichskanzler Dr. Brüning hat Briand zu seinem Ausscheiden aus dem Außenministerium ein Telegramm gesandt, in dem er der Zusammenarbeit während des letzten Jahres gedachte und die besten Wünsche für die vollkommene Wiederherstellung der Arbeitskraft Briands übermittelte. Briand erwiderte die Wünsche des Reichskanzlers in einem freundlich gehaltenen Antworttelegramm Gefängnis wegen Beleidigung der Reichsflagge Ein Nationalsozialist, der in Essen in eine Wirtschaft mit einem politisch Andersdenkenden in Streit geraten war. stieß eine grobe Beleidigung gegen die Reichsfarben aus. Wegen Vergehenz gegen das Republikschutzgesetz wurde der Angeklagte, der die Beleidigung ableugnete, auf Grund der Aussagen seines Widersachers und eines weiteren Zeugen zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Es wurde ihm aber Strafaussetzung auf drei Jahre bei guter Führung bewilligt. Einigung im deutsch=französischen Wirtschaftsausschuß für die Holzindustrie Der französische Produktionsverband teilt mit: Das Sachverständigenkomitee des deutsch=französischen Wirtschaftsausschusses für die Holzindustrie hat nunmehr seine Arbeiten beendet. Die Pariser Sitzungen standen unter dem Vorsitz des französischen Delegierten Barbier. Nach längeren Beratungen und unter beiderseitigen Vorbehalten wurde ein Einigungsprotokoll unterzeichnet, das den Regierungen zur Billigung unterbreitet wird. Die Werbungen für die Fremdenlegion Aus Neuenburg(Baden), 16. Jan., wird berichtet: Den Franzosen ist es gestern gelungen, neun zehn Fremdenlegionäre über die Grenze zu schaffen. Es ist dies bisher die größte Zahl von Legionären, die gleichzeitig die Grenze überschritten. Die Rote Fahne verboten Auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen ist die Tageszeitung„Die Rote Fahne“ einschließlich der Kopfblätter mit sofortiger Wirkung bis zum 18. Januar ds. Is. einschließlich wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung vom Polizeipräsidenten verboten worden.— In der Begründung des Verbotes heißt es: Ein in der Ausgabe vom 15. Januar enthaltener Artikel mit der Ueberschrift„Mord. Mörder, Mordanstifter" befaßt sich mit der Ermordung Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs. Die Ausführungen dieses Artikels sind geeignet, politische Zusammenstöße und Gewalttätigkeiten zwischen Angehörigen verschiedener Parteien herbeizuführen. Außerdem enthält der Artikel auch eine Beschimpfung eines leitenden Beamten des Staates. Zwischenfall an der französisch=saarländischen Greuze Pariser Blätter bringen in großer Aufmachung eine Meldung aus Metz. nach der ein in Merten im Rhone=Departement wohnhafter französischer Eisenbahner namens Lagrange an der saarländischen Grenze Holz gesammelt habe und von einem saarländischen Landjäger, der sich in Begleitung eines Polizisten befand, angehalten und auf französisches Gebiet verfolgt worden sei. Man habe ihn dort festgenommen und erst gegen eine Sicherheit von 500 Franken wieder freigelassen. Lagrange sei von den beiden saarländischen Beamten übel zugerichtet worden und habe bei der Unterpräfektur von Bulay Beschwerde eingereicht. Die Untersuchung schwebt noch. Die Wahlen zur Niederschlesischen Landwirtschaftskammer Bei den Wahlen zur Landwirtschaftskammer Niederschlesiens. durch die die Hälfte der Sitze neu zu besetzen war. haben die Nationalsozialisten 29 Mandate. der Landbund 8. der Schlesische Bauernbund 7 und der Schlesische Bauernverein ein Mandat erhalten. Litanische Protestnote Aus Königsberg i. Pr., 16. Jan., wird berichtet: Der litauische Gesandte in Berlin. Schaulis, überreichte heute im Auswärtigen Amt eine Note. in der die litauische Regierung dagegen Protest erhebt, daß offizielle deutsche Regierungsvertreter mit einer Memeler Delegation verhandelt hätten. und der deutsche Generalkonsul in Memel sich in die innerpolitischen Verhältnisse Litauens eingemischt habe. Zwischenfall im Hasen von Constanza Wie der Pester Lloyd aus Bukarest erfährt, hat die rumänische Hafenbehörde in Constanza durch eine Anzeige Kenntnis davon erhalten, daß der am Samstagfrüh eingelaufene schwedische Dampfer „Erlan“ Kanonen. Wafsen und Munition an Bork habe, die für Sowjetrußland bestimmt seien. Das Schiff konnte den Hasen zwar ungehindert verlassen. wurde aber auf offener See von zwei rumänischen Kriesschiffen angehalten und durchsucht. Die vorgefundenen Kriegsgeräte wurden beschlagam Samstag früh eingelaufene schwedische Dampfer soll erklärt haben, daß die Munition aus der Skoda=Fabrik in Pilsen skamme und in Hambure eingeschifft worden sei. Roman von Hermann W. Walber Helene und ihre beiden Freier Copyright by Martin Feuchtwanger Italle(Soale# 10. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Das Spiel war aller Leidenschaft, und wer jetzt noch dem Spielzimmer fernblieb, würde in absehbarer Zeit sicherlich bald nachkommen. Kurt von Redwitz war einer der ersten, der sich zum Spieltische drängte. Jetzt gedachte er nicht zu spielen um des Spielens willen, sondern weil er hoffte, Gewinne einstreichen zu können— er brauchte Geld, dringend, sehr dringend. Seine Barmittel waren aufgebraucht. Ueber reguläre Einkünfte verfügte er nicht. Wie sollte er die Verlobungszeit überstehen? Direkt in Verlegenheit würde er ja allerdings voraussichtlich nicht kommen. Er brauchte ja nur zu S. Steinach in die Mohrenstraße zu gehen. Bei dem hatte er, seitdem er mit der reichen Helene Hassel verlobt war, uneingeschränkten Kredit. Aber er hatte in den vergangenen vierzehn Tagen diesen Kredit schon genügend in Anspruch genommen. Bevor er sich von Steinach eine neue Summe lieh, wollte er zuvor noch einmal wieder sein Glück im Spiel versuchen; vielleicht, daß Fortuna ihm hold war, dann mochte ihm der Steinach gestohlen bleiben. In dieser Umgebung müßte ihn einmal seine Braut sehen. O du lieber Gott! Aus wäre es dann mit der Teilnehmerschaft an der Hasselschen Geldherrlichkeit. Neulich. bei einem Spaziergang, hatte Helene ihm ihre Abscheu gegen die Spielleidenschaft unverhüllt zum Ausdruck gebracht. „Und wenn ich wüßte, Kurt“, so hatte sie zu ihm gesprochen,„daß du auch spieltest— und wäre es nur gelegentlich—, so müßte ich dir die Achtung kündigen, und einen Mann, den ich nicht achte, heirate ich natürlich auch nicht.“ Warte nur, mein Täubchen, wenn wir erst fest zusammen verbunden sind, werde ich dir schon aufzeigen. was und wen du zu achten hast. Ich werde dir schon die mir passenden Flötentöne beibringen! Das Spiel hatte begonnen. Um den langen ellipsenförmigen, mit grünem Tuch belegten Tisch saßen etwa fünfzehn Herren auf Polsterstühlen mit hochwandigen Rücklehnen. Noch fehlte die Spannung. Allmählich aber wuchs doch das Interesse der Spieler, je nachdem, wie die Geldhaufen vor ihnen anschwollen oder abnahmen. Kurt von Redwitz beteiligte sich anfänglich nur mit kleinen Beträgen. Und verlor— verlor unausgesetzt. Das befriedigte ihn. Er lächelte still vor sich hin. So war es recht, sagte er sich, anfangs Verlust— nachher der Gewinn. Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Aber— je länger er spielte, um so reizloser wurde ihm das Spiel. „Dreihundert Mark hab' ich bisher verloren. Jetzt mag's genug sein!“ Und er setzte den Gesamtverlustbetrag auf einmal. Dieser Dusel! hörte er eine Stimme neven sich sagen, und da merkte er erst, was los war! Das Wagnis war geglückt, das Spiel verlief tatsächlich zu seinen Gunsten. Er ließ Einsatz und Gewinn stehen und gewann wieder. Gewann noch ein zweites, drittes Mal. Und dann pausierte er eine kurze Weile, ließ sich einen kalten Imbiß und zwei, drei Kognaks gut schmecken. Von neuem nahm er am Spieltische Platz. Zuversichtlicher Gedanken voll. Heute hatte er seinen Glückstag. Jawohl, von Redwitz hatte heute seinen Glückstag. Man sah es vor allem daran, daß der Geldbetrag vor ihm ständig höher wurde. Eine Stunde verging, und eine zweite— Die Atmosphäre am Spieltische wurde schwüler. Die Köpfe der Spielenden zeigten die Spuren der Erregung. Einzelne hatten ihre Barmittel bereits verspielt und ihre Einsätze bestanden nur noch aus Bons mit mehr oder weniger hohen Ziffern. Selbst die umstehenden Zuschauer ergriff nervöse Spannung. Kurt von Redwitz gab sich äußerlich einen Anstrich, als sei er die personifizierte Ruhe selbst. In Wahrheit gärte es in seinem Innern. Im Geiste überschlug er unzählige Male den Gewinn. Der würde ihn vorerst aller Sorgen entheben. Ja, er trug sich bereits mit dem Gedanken, alte Schulden bei Steinach abzustoßen. Je weniger Schuldscheine und Wechsel er dem alten Hassel am Hochzeitstage zu präsentieren brauchte, um so angenehmer dürfte es für ihn sein und einen um so besseren Eindruck würde es bei dem Herrn Schwiegerpapa erwecken. Und er liebäugelte mehr und mehr mit diesem Gedanken. Das steigerte sein Verlangen nach immer mehr Geld. Das Verlangen wurde schließlich zur Gier, je größer der Gewinn wurde. Aeußerlich behielt er aber trotz alledem einen staunenswerten Gleichmut bei. Bergeshoff. der schon eine Weile dem Spiel zugesehen hatte, hinter von Redwitz stehend, flüsterte diesem zu: „Hören Sie auf, es ist besser für Sie, Redwitz.“ Der hörte aber nichts Er hatte nur Sinn für das Spiel. Die Umgebung war ihm„Luft“. Eine Bewegung ging durch die Reihen der Spielenden und Zuschauer Worauf sie schon lange gewartet hatten, di.s war nun eingetreten Kurt von Redwitz hatte zum ersten Male einen ansehnlichen Einsatz verloren. Der ließ sich nicht stören in seinem äußerlichen Gleichmut. Er setzte erneut— diesmal das Doppelte des soeben verlorenen Betrages Er hoffte, so den Verlust wieder ausgleichen zu können. Und verlor wieder. Bergeshoff warnte ihn abermals: „Machen Sie Schluß!“ „Ach, was!“ antwortete er, unwirschen Tones.„Ich denk' nicht dran!" Und nun war es auch mit seiner äußeren Ruhe vorbei. Die Spielleidenschaft kam jetzt bei ihm auch äußerlich zum Ausdruck. Sein Gesicht zeigte erregte Mimik. Die Hände griffen nervös bald über die Stirn, bald über den Hinterkopf. Das Glück war ihm nicht mehr hold. Die Verluste hielten an, wie vorher die Gewinne angehalten hatten, bevor der Wendepunkt eintrat. Die Zeit verstrich. Eine Spielrunde jagte die andere. Kurt von Redwitz hatte nur noch einen kleinen Spielbetrag vor sich liegen. Er setzte alles auf die letzte Karte. Nein, nein! Es wollte nicht mehr klappen! Er mußte einen Bon ausstellen. Und einen zweiten. Und einen dritten.— So ging das weiter! Ehe er sich versah, schuldete er zehntausend, zwanzigtausend. fünfundzwanzigtausend Mark. Ehrenschulden!! Völlig ermattet und geknickt von den Anstrengungen und Aufregungen der Nacht verließ er in früher Morgenstunde ohne Begleitung das Klublokal. In der Mohrenstraße steht zwischen zwei hohen Geschäftsbauten eingekeilt, wie ein Zwerg zwischen Riesen, ein Häuschen. Es enthält nur Erdgeschoß und ein Stockwerk. Im Erdgeschoß befindet sich ein Bierausschank, der Aufenthaltsraum der Tarameterdroschken=Chauffeure. Ein niedriger, ziemlich düsterer, rauchgeschwängerter Raum, in dem es meist recht unruhevoll hergeht. Vom Hausflur aus führt eine schmale, steile, ausgetretene, reparaturbedürftige Treppe zum ersten Stock. Am oberen Ende der Treppe läßt ein kümmerliches Gasflämmchen, das auch tagsüber immer brennen muß, weil sonst der Treppenaufgang lebensgefährlich ist, ein kleines weißes Schild erkennen, auf dem der Name Simon Steinach und darunter„zweimal schellen“ gedruckt ist. Es war Nachmittag. Kurz nach zwei Uhr. Simon Steinach hatte bereits sein Mittagschläfchen hinter sich. Er hatte keine Zeit, länger als eine halbe Stunde sich hinzulegen. Zeit ist Geld! Das war seine Losung. Steinach war ein kleines, verhutzeltes Männlein. Die Last des Alters hatte seinen Rücken gekrümmt und seine Haare und der struppige Bart waren weiß. Sein Gesicht zeigte eine Falte neben der anderen. Trotz seines Alters war er noch sehr regsam, flink auf den Beinen, und was alle, die mit ihm geschäftlich oder aus anderen Gründen zusammenkamen, stets so besonders wundernahm, das war die Lebendigkeit seines Geistes, sein Scharfsinn. Ja, ja, dem alten Steinach konnte so leicht niemand aus einem &a ein U vormachen. Sein Arbeitsraum war einfach eingerichtet. Ein Schreibtisch, der Sessel vor diesem, ein runder Tisch in der Mitte des Zimmers, vier Rohrstühle, ein Bücherschrank— damit war das gesamte Mobiliar schon aufgezählt. Sein Geld bewährte er in einem anderen Raume auf. Aus Vorsicht. Früher stand auch der Geldschrank in seinem Arbeitszimmer. Indes— vor wenigen Jahren war Steinach einmal von einem Besucher, der Geld bei ihm leihen wollte, in dem Augenblick, als er den Geldschrank öffnete, um ihm die Summe zu entnehmen, überfallen und beraubt worden. Seit jenem Vorfall war er vorsichtiger. Um dessen Wiederholung vorzubeugen, entfernte er den Geldschrank aus dem Zimmer, in dem er mit der Kundschaft verhandelte. Daß er das Geld oder den Scheck erst aus einem anderen Zimmer holen mußte, war zwar umständlich, aber für seine Person und für sein Geld sicherer. Er hockte über seinem Arbeitstische. Vor sich hatte er eine lange Zahlenreihe liegen. Er rechnete. Ein Zug behaglicher Zufriedenheit lagerte in seinen Mundwinkeln. Was er da vor sich hatte, war das Abschlußergebnis des letzten Monats Ja, ja, ein hübscher Batzen Geld war im Dezember in seine Kasse geflossen. Die Monatsabschlüsse waren nicht immer so hoch wie dieser. Ei ja, ein wirklich angenehmes Gefühl, gut verdient zu haben. Er rieb sich vergnügt die Hände. Noch ein, zwei Jahre so weiter, dann konnte er das Geschäft an den Nagel hängen. Simon Steinach dachte nicht daran. bis an sein Lebensende sich abzuquälen. Nein, er sehnte sich nach Ruhe. Er wollte seinen Lebensabend, unbehelligt durch andere Menschen, beschließen— und er freute sich auf diese ihm bevorstehende Glückszeit. Mitten in seine Betrachtungen hinein ging die Klingel, kurz angerissen. „Wer mag denn das schon wieder sein?" Er hörte, wie die alte Dienerin an der Treppentür mit jemand sprach. Gleich darauf überbrachte sie ihm eine Karte. Er las: „Kurt von Redwitz.“ Aha! Ein prominenter Kunde! So faul früher, so gut jetzt, seitdem Hassel hinter ihm steckte. „Laß den Herrn eintreten!“ Kurt von Redwitz saß doch sicher wieder in der Klemme. Ich werde ihm helfen, der Mann ist mir sicher. Aber vorher, so nahm sich Steinach vor, will ich ihn ein bißchen zappeln lassen. Es klopfte. „Herein!" Im Ulster, den Hut in der Hand, trat Kurt von Redwitz ein. Er hatte es eilig und deshalb seine Sachen nicht draußen abgelegt. Steinach trat ihm mit einer devoten Verbeugung entgegen, die der andere mit einem knappen, gemessen=zurückhaltenden Ruck— Verbeugung konnte man diese Bewegung nicht nennen— beantwortete. „Was verschafft mir die Ehre Ihres Besuchs, Herr von Redwitz?" „Das werden Sie sich wohl denken können, Herr Steinach.“ „Freut mich sehr— freut mich wirklich sehr, daß Sie schon heute Ihre Scheine einlösen wollen.“ „Machen Sie keine üblen Scherze, Herr Steinach! Der Einlösungstag ist längst noch nicht fällig, und daß ich schon vorher meine Schulden begleiche, glauben Sie doch wohl selbst im Ernst nicht.“ „Ja, aber dann verstehe ich nicht, was Sie zu mir führt.“ „Sie wollen es nicht verstehen. Ich brauche neues Geld. Ich bitte Sie, mir dreißigtausend Mark zu geben.“ „Dreißigtausend Mark! Wo soll ich sie hernehmen? Sie verlangen Unmögliches!“ „Ich bin eilig, Herr Steinach.“ „Welche Sicherheit geben Sie?“ Kurt von Redwitz warf dem Alten einen Blick zu, aus dem zu lesen war: Verdammter Kerl, wenn du nicht bald mit dem Geld herausrückst, schlage ich dir sämtliche Knochen im Leibe entzwei. „Sicherheit? Ich will Ihnen mal was sagen, Herr Steinach. Entweder Sie helfen mir oder Sie helfen mir nicht! Sie wissen, daß ich nicht allein auf Sie angewiesen bin. Nun lassen Sie mich bitte nicht länger warten!“ Steinach merkte, daß es an der Zeit war, einzulenten. Es war ja tatsächlich so, Kurt von Redwitz brauchte ihn durchaus nicht. Er konnte, seitdem er mit Helene Hassel verlobt war, an jedem Finger zehn Geldverleiher für sich interessieren. „Nun denn— also gut! Ich will Ihnen den Betrag von dreißigtausend Mark zur Verfügung stellen. Rückzahlbar mit fünfunddreißigtausend Mark zehn Tage nach der Hochzeit, längstens nach drei Monaten, ab morgen gerechnet. Einverstanden. Herr von Redwitz?" Elender Halsabschneider! ging es Kurt von Redwitz durch den Sinn. Seine Antwort war aber doch ein kurzes: Die Bedingungen wurden schriftlich fixiert. Steinach händigte den Betrag aus. Kurt von Redwitz verabschiedete sich mit knappem Kopfnicken. Als er den Parterreflur durchschritt, drang lautes Krateelen aus der Wirtsstube an sein Ohr. Er war heilfroh, als er sich wieder auf der Straße befand. Er sah auf die Uhr und schlug dann ein schnelleres Tempo an. Es war schon halb vier Uhr. Für drei Uhr hatte er sich bei seiner Braut zum Kaffee und Spaziergang angesagt. Er winkte ein Auto zu sich heran. Das würde ihn in wenigen Minuten zur Villa Hassel bringen. Er lehnte sich behaglich in die Polster des Autos zurück. Zufrieden zu sein, hatte er alle Ursache. Konnte er doch nun seine Spielschulden begleichen. Am Abend noch sollte es geschehen Obendrein hatte er noch ein tüchtig Stück Geld außerdem von Steinach ergattert, das ihn über die nächsten Tage hinwegbringen würde. Und er überlegte, was er gleich Helene zur Entschuldigung für seine Verspätung auftischen konnte. So ein kleines Lügenmärchen war ja bald erfunden. *„* * Ein innerer Zwiespalt quälte Frau Hassel seit jenem Tage, an dem ihr Mann Herrn von Redwitz, gewissermaßen überrumpelnd, zum Verlobungsessen mitbrachte. Ja, ihr Mann hatte sie wirklich überrumpelt. Als er am Morgen aufbrach, um zur Bank zu fahren, war ihr seinerseits allerdings eine leise Andeutung geworden, aus der sie schließen konnte, daß er sich bereits halb und halb entgegen ihrem Sinn entschieden habe. Er brachte zum Ausdruck, daß die Verantwortung schwer sei, des Kindes Glück zu zerstören. Das sollte mit anderen Worten heißen: Wir können das Verlöbnis nicht verhindern. Dann war Kurt von Redwitz mit ihrem Manne erschienen. Sie mußte gute Miene zum bösen Spiel machen. Sie sah die Freude ihres Kindes, sah dessen Hingebung. Sollte ihr Mutterauge doch falsch gesehen haben? War es doch nicht nur eine Laune, sondern wirkliche, echte Liebe, die ihr Kind in Kurt von Redwitz' Arme geführt hatte? Auch der Bräutigam benahm sich ganz so, als sei er wahrhaft verliebt. Und gleich korrekt verhielt er sich all die seitdem verflossenen Tage und Wochen hindurch. So sehr sie auch forschte und ihn beobachtete— sie vermochte nichts zu entdecken, was ihre Vorurteile bekräftigt hätte. Und dennoch blieben die Vorurteile in ihr haften. Schon manchmal hatte sie sich gefragt, ob sie sich nicht gegen ihr Kind versündigte, wenn sie sich nicht bald von ihnen befreite. Sie fand aber nie eine Antwort auf diese Frage, und sie fürchtete den Augenblick, wo die Wahrheit ans Tageslicht kommen würde. Ihrem Kinde zuliebe hatte sie sich bemüht, Kurt von Redwitz so freundlich wie nur eben möglich entgegenzukommen. Ihre Bemühungen mußten wohl erfolgreich gewesen sein, denn Helene hatte noch tags zuvor ihr deswegen unverhohlene Anerkennung gezollt. Dabei— wenn es wüßte, das arme Kind, wie ihr, der Mutter, die Stunden des Beisammenseins mit Kurt von Redwitz geradezu seelisches Grauen bereiteten. (Fortsetzung folgt.) Aus Oosidonischtcnd Bergisches Land und Südwestfalen 18 Schüsse auf das haus eines Sobeihanten „Sie werden erschossen, wenn Sie die Lohnkürzung nicht rückgängig machen!" In der Frühe gegen 1 Uhr haben bisher unbekannte Täter auf das Wohnhaus eines Fabrikanten in Solingen 18 scharfe Schüsse abgefeuert. Zehn Geschosse durchschlugen Fenster und Türen und drangen in das Innere des Hauses ein. Die übrigen Kugeln prallten am Mauerwerk ab. Verletzt wurde jedoch niemand. An der Stelle, von der aus die Täter geschossen haben, wurden noch 12 Patronenhülsen zweier verschiedener Kaliber und eine Pistolenpatrone gefunden. Im Vorgarten des Hauses lag ein in Papier gewickelter Ziegelstein. Auf dem Papier stand eine Drohung des Inhalts niedergeschrieben, daß der Fabrikant erschossen werde, wenn er die Lohnkürzung nicht rückgängig mache. Die Unterschrift lautet „R. F. B. Rotfront!“ Ein Polizeihauptmann auf schiefer Bahn Liederliche Geldwirtschaft bringt einen befähigten Beamten ins Gefänguis Das Große Schöffengericht in Wuppertal verurteilte den früheren Polizeihauptmann Jägerhuber vom Wuppertaler Polizeipräsidium wegen Amtsunterschlagung zu sechs Monaten Gefängnis und erkannte ihm die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf die Dauer von drei Jahren ab. Jägerhuber, der nach Aufdeckung seiner Verfehlungen aus dem Dienst entlassen wurde, hatte als Reviervorsteher in Elberfeld bei der Auszahlung der Gehälter der ihm unterstellten Beamten das Gehalt eines beurlaubten Beamten unterschlagen und die Unterschrift gefälscht Er wird außerdem beschuldigt, aus der Skatkasse des Reviers einen Betrag unterschlagen und bei einer anderen Gelegenheit 100 Mark gestohlen zu haben. Das Gericht sah die beiden letzten Fälle nicht als erwiesen an und verurteilte nur wegen Amtsunterschlagung. Interessant ist, daß die Wuppertaler und früheren Vorgesetzten dem Beamten bescheinigen, daß Jägerhuber, der bereits vor dem Kriege aktiver Offtzier war, ein besonders befähigter Polizeioffizier gewesen sei. Lediglich seine liederliche Eeldwirtschaft habe ihn auf die schiefe Bahn gebracht. Wuppertal. Auch das Baden mußeingeschränkt werden. Um eine Senkung der Preise in den städtischen Bädern zu ermöglichen, beabsichtigt die Stadtverwaltung die Schließung von fünf Schulbädern. Außerdem sollen die einzelnen Volksbäder in den Stadtteilen bei teilweise eingeschränkten Badezeiten bis zu drei Tagen in der Woche geschlossen bleiben. Die Verwaltung glaubt, daß nach Durchführung dieser Maßnahme eine zehnprozentige Preissenkung möglich ist. Der zuständige Ausschuß hat den Vorschlag der Verwaltung genehmigt. Wuppertal. Sparmaßnahmen bei den Gerichten. Der preußische Justizminister hat mit Wirkung vom 1. Januar an den Fortfall von zwei Kammern für Handelssachen beim Wuppertaler Landgericht angeordnet. Bisher bestanden drei Kammern in Elberfeld und zwei Kammern in Barmen. Beim Wuppertaler Landgericht verbleiben somit nur drei Kammern für Handelssachen. Entsprechend der Verringerung der Kammern soll auch die Zahl der Handelsrichter vermindert werden. Wuppertal. Von einem abrutschenden Bierfaß getötet. Vor einer Wirtschaft im Ortsteil Cronenberg war der Kutscher einer Elberfelder Bierhandlung mit dem Abladen von Bierfässern beschäftigt. Auf der Kellertreppe rutschte er aus, und das nachrollende, schwere Bierfaß traf ihn so unglücklich am Kopf, daß er mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Dort ist er am gleichen Abend nach der Operation gestorben. den lebt, in einer Wirtschaft stark dem Wein zugesprochen hatte, kam ihm ein nicht alltäglicher Gedanke. Er verpflichtete die Musikkapelle, ihn mit Musik nach Hause zu bringen. Vor seiner Wohnung ließ er die Musikanten sich aufstellen und befahl ihnen, ein Ständchen zu spielen. Dann ging Endres in seine Wohnung, und unter den Klängen„Wer will unter die Soldaten“ zerschlug er sämtliche Fensterscheiben und alle Gegenstände in seiner Wohnung. Viele Menschen sahen seinem Treiben zu, bis die Polizei einschritt. Vom Niederrhein Düren. Zehnprozentige Strompreissenkung. Die zuständigen Ausschüsse ermäßigten die Gebühren der städtischen Werke für Gas, Wasser, Strom und Schlachthof um 10 v. H. Wie die Verwaltung mitteilt, wird der Mietausfall aus städtischen Wohnungen auf etwa 15—16000 Mark geschätzt, dagegen tritt durch die Gehaltskürzungen der vierten Notverordnung im Rechnungsjahr 1932 eine Entlastung von rund 270000 Mark ein. Mörs. Selbstmordversuch eines Justizbeamten. Kurz bevor er morgens zum Dienst gehen wollte, brachte sich der Justizoberinspektor Schulze vom Mörser Amtsgericht mit einem Revolver einen Schuß in die Herzgegend bei. In recht bedenklichem Zustande mußte er dem Krankenhause zugeführt werden. Der Beamte, der lange Jahre in der Abteilung für Vormundschaftssachen und Zwangsversteigerungen tätig war, gab auf die Frage nach den Gründen der Tat zu, sich in einer Zwangsversteigerungsangelegenheit einige Veruntreuungen zuschulden kommen gelassen zu haben. Ueber den Umfang der Unregelmäßigkeiten und die Höhe der veruntreuten Beträge wird erst die Untersuchung, die noch nicht abgeschlossen ist, Auskunft geben können. Münsterland, Ostwestfalen Volkswut Das Wohnhaus zweier Mordverdächtiger von der wütenden Menge vollständig niedergelegt Vom Mittel- und Oberrhein Sie wollten ein Sägewerk sprengen Der Besitzer getötet, sein Bruder lebensgefährlich verletzt Am Abend ereignete sich in dem Hunsrückdorf Blankenrath(Kreis Zell) ein schweres Sprengunglück. Der Sägewerkbesitzer. Otto Adam hatte vor einiger Zeit ein in Blankenrath liegendes Sägewerk erworben, das er modernisieren wollte. Zu diesem Zweck sollten die alten Maschinen ausrangiert und durch neue ersetzt werden. Da die Maschinen aber nicht zu zerschlagen waren, entschloß man sich, sie zu sprengen. Der Sägewerkbesitzer und sein Bruder, die bei der Sprengung hinter einer Bretterwand Schutz gesucht hatten, wurden dabei von Eisenstücken, die die Holzwand durchschlugen, getroffen. Otto Adam war auf der Stelle tot, während sein Bruder lebensgefährlich verletzt wurde. Werte von Tausenden Kl. erbeutet Schwere Einbrüche in Köln In der Nacht wurde in einem Kölner Damenwäschegeschäft an der Hohen Straße ein Einbruch verübt. Die Täter drangen von der Straße her ein, durchschnitten die Alarmvorrichtung und nahmen für 4—5000 Mark feine Damenwäsche mit. Auf dem Kaiser=Wilhelm=Ring in Köln war ein Zigarrenladen das Ziel von Einbrechern. Auch hier durchbrachen die Täter die Zugangstüren und nahmen größere Posten Zigaretten und Zigarren mit. Das gestohlene Gut hat einen Gesamtwert von mehreren Tausend Mark. Der Schluß der Trierer Weinverseigerugen Der 4. Tag der Trierer Weinversteigerungen zeigte hinsichtlich der Preisgestaltung das gleiche Bild wie die drei ersten Tage: vollkommen ungenügende Preise, obwohl zur Hälfte Saarweine ausgeboten wurden, die in früheren Jahren im Durchschnitt meist sehr gute Resultate erzielten. Wie trostlos die Lage ist, geht daraus hervor, daß ein Weingut der Saar von 20 katalogisierten Fudern nur sieben ausbieten ließ, und daß davon nur ein Fuder zum Preise von 590 Mark abgesetzt werden konnte, während die anderen Fuder bereits bei 500 Mark kein Gebot mehr erhielten. Insgesamt gelangten 84 Fuder 1930er und 24 Fuder 1929 er naturreine Weine zum Angebot, von denen 42 nicht zugeschlagen wurden. Die erzielte Gesamtsumme bezifferte sich auf 48 250 Mark, durchschnittlich 661 Mark. Der billigste Preis betrug 520 Mark für ein Fuder, der höchste 1800 Mark für einen 1929er Wawerner Herrenberg. Mit dem 5. Tage ging die erste diesjährige Trierer Weinversteigerung zu Ende. Am letzten Tage wurden insgesamt 87 Fuder ausgeboten, von denen 16 nicht abgesett wurden. Der gesamte Tageserlös belief sich auf 65 630 Mark. im Durchschnitt 642 Mark je Fuder. In den fünf Tagen zusammen wurden rund 290000 Mark gelöst. Das teuerste Fuder kostete 2830 Mark. Auch am letzten Tage war der Besuch sehr schwach. Köln. Dr. Adenauer Ehrenmitglied des Vereins der Kölner in Newyork. Oberbürgermeister Dr. Adenauer hat die Ehrenmitgliedschaft des Vereins der Kölner in Newyork, der zurzeit 160 Kölner Damen und Herren umfaßt, angenommen. Köln. Unaufgeklärter Ueberfall. Im Hausflur des Hauses Clemensstraße 1 wurde am Nachmittag gegen 4 Uhr ein junger Mann von zwei Männern überfallen und durch einen Revolverschuß erheblich verletzt. Die Täter konnten unerkannt entkommen. Ob es sich um einen politischen oder Raubüberfall handelt, steht noch nicht fest. Der Verletzte wurde ins Krankenhaus gebracht. Köln. Waffendiebstahl in Köln. Früh gegen 4 Uhr wurde in der Keupstraße in KölnMülheim die Fensterscheibe einer Waffenhandlung zertrümmert und etwa zehn Pistolen, mehrere Scheibenpistolen, Jagd= und Stoßmesser wurden gestohlen. Die Täter sind auf einem Motorrad entkommen. Ob der Tat politische Motive zugrunde liegen, steht noch nicht fest. Bonn, Liesel Bach wieder in der Heimat. Die bekannte deutsche Kunstflugmeisterin Liesel Bach aus Beuel ist nach wiederholten erfolgreichen Italienflügen auf dem Flughafen in Bonn=Hangelar glatt gelandet und ist damit Anwärterin auf den Hindenburg=Pokal. Bei ihrem letzten Italienflug von Rom aus hat sie die letzten 500 Klm, bis Bonn=Hengelar bei denkbar schlechtestem Wetter ohne Zwischenlandung zurückgelegt. Eltville a. Rh. Mit Musik die Möbel zerschlagen. Nachdem der Fuhrmann Stefan Endres, der mit seiner Familie in UnfrieEin kaum glaublicher Ausbruch der Wut der Bevölkerung ereignete sich in dem kleinen Orte Kattenvenne bei Münster. Wie wir vor einiger Zeit meldeten, wurde dort der Schreinermeister und Gemeindevorsteher Hooge in den Abendstunden, als er in der Schreinerwerkstatt arbeitete, von der Straße aus durch eine Pistolenkugel niedergestreckt. Hooge wollte sich noch mit seiner schweren Verletzung— die Kugel war ihm in den Bauch gedrungen— in seine Wohnung schleppen, doch brach er an der Haustür tot zusammen. Die Polizei vermutete einen Racheakt und nahm den Kötter Altevogt und dessen Sohn wegen Verdachts der Täterschaft fest, weil diese des öfteren Drohungen gegen den erschossenen Hooge hatten laut werden lassen. Am Samstagvormittag sammelten sich vor dem Hause der verhafteten Altevogts einige Männer und stürmten das Haus. In kurzer Zeit war das Gebäude von den Leuten, die die Außenwände mit Rammblöcken einrannten, in Schutt gelegt. Vom Dach bis zu den Grundmauern wurde alles zerstört. Der herbeigeeilten Landjägerei gelang es nur mit größter Mühe, die Frau und die Tochter des Altevogt, die weinend aus den Trümmern des Wohnhauses ihre Habseligkeiten bergen wollten, vor der aufgeregten Menge zu schützen. Der Polizei gelang es noch nicht, die Haupttäter bezw. die Anstifter zu ermitteln. Minden. Die Preissenkungswelle hat jetzt auch das Elektrizitätswerk Minden=Ravensberg ergriffen. Auf Grund der Notverordnung werden die Strompreise im Durchschnitt um 17 bezw. 12 Prozent gesenkt. Hinzu kommt, daß bei allen Tarifen die„Nachtzeit“, in der niedrigere Sätze gelten, nicht mehr um 6 sondern erst um 7 Uhr morgens beendet ist. Osnabrück. Eigenartiger Fall. Eine seit drei Tagen vermißte junge Frau wurde abends von spielenden Kindern im Keller eines Neubaues am Stahlwerksweg tief schlafend aufgefunden. Sie lag wie tot zusammengekauert in einer Ecke und konnte erst nach vieler Mühe wieDer Ueubau der Kölner Universität bleibt unvollendet Infolge der durchgreisenden Sparmaßnahmen des preußischen Kultusministeriums können die bereits weit vorgeschrittenen Neubauten der Kölner Hochschule nicht weitergeführt werden. Die Gebäudereiben, die zum größten Teil noch in diesem Jahre bezogen werden sollten, müssen vorläufig als traurige Zeichen der gegenwärtigen Notzeit unvollendet bleiben. der zu sich gebracht werden. Es handelt sich um eine Frau aus der Meller Straße, die schwer nervenleidend ist und vermutlich auf dem Rückwege vom Arzt infolge eines plötzlichen Schwächeanfalls in den noch offenen Kellerraum stürzte. Aus dem Nuhrbezirk Wieder eine Geheimbrennerei ausgchoben Drei Verhaftungen Nachdem die Zollfahndungsstelle Dortmund erst am 9. Januar eine mittlere Geheimbrennerei in der Chemnitzer Straße in Dortmund ausgehoben hatte, gelang es ihr wiederum eine modern eingerichtete große Branntweinbrennerei mit Rohbrennerei= und Feinbrennereigeräten und Kühler in vollem Betrieb auszuheben. Das Rohbrennereigerät hatte ein Fassungsvermögen von 650 Liter; auf dem Feinbrennereigerät befand sich eine über acht Meter hohe Siebbodenkolonne. Sämtliche Geräte, die fachmännisch aus Kupfer hergestellt sind, und die vorhandenen Spritvorräte wurden beschlagnahmt. Zwei Geheimbrenner sowie ein Gehilfe wurden festgenommen. Duisburg=Hamborn. Neuer Raubüberfall auf eine Filialleiterin. Auf der Nordstraße im Stadtteil Beeck wurde am Abend gegen 9 Uhr die 24 Jahre alte Filialleiterin Gertrud Borsig von zwei Burschen überfallen und zu Boden geschlagen. Die Burschen entrissen dann der sich heftig Wehrenden die Aktentasche, in der sie wohl die Tageseinnahme vermuteten, und flüchteten. Auf die sie verfolgenden Passanten gaben die Räuber einen Schuß ab, ohne jedoch jemanden zu treffen. Die Aktentasche enthielt nur Schlüssel und ein Bekleidungsstück. Duisburg-Hamborn. Wieder eine Filialleiterin überfallen. Am Abend gegen 21 Uhr wurde auf offener Straße auf eine Filialleiterin einer Konsumanstalt ein Raubüberfall verübt. Der Leiterin, in deren Begleitung sich ein Mann befand, traten plötzlich zwei Burschen entgegen. Während der eine ihr die Aktentasche mit der Tageseinnahme von 500 Mk. entriß, gab der andere zwei Schüsse auf ihren Begleiter ab, die jedoch fehl gingen. Leider sind die Täter unerkannt entkommen. Oberhausen=Österfeld. Konsumräuber an die Unrechte gekommen. Am Abend gegen 19 Uhr drangen drei Männer, die ihr Gesicht durch Tücher unkenntlich gemacht hatten, in die Verkaufsstelle der Gutehoffnungshütte in der Bruchstraße ein. Einer der Täter hielt mit einer geladenen Pistole das weibliche Personal in Schach, während zwei andere in demselben Augenblick mit dem Rufe„Hände hoch!“ über den Verkaufstisch sprangen. Sie raubten aus der Ladenkasse 210 Mark. Die Leiterin der Verkaufsstelle hatte die Geistesgegenwart, durch eine Hintertür in das neben der Verkaufsstelle liegende Kasino der Zeche„Vondern" zu laufen und dort um Hilfe zu rufen. Zufällig befand sich ein Polizeihauptwachtmeister in der Nähe des Tatortes. Er versperrte sofort den Räubern den Ausgang der Verkaufsstelle und hielt sie mit seinem Revolver in Schach, bis Hilfe kam. Die Burschen wurden festgenommen und dem Gefängnis in Oberhausen zugeführt. Dinslaken. Tödlicher Verkehrsunfall. Der Arbeiter Paul Schmitz aus SpellenOrk wurde, als er sich auf dem Heimwege befand, auf der Provinzialstraße in Friedrichsfeld von einem Lieferwagen überfahren. Er erlitt einen Schädelbruch und starb auf dem Transport zum Krankenhaus. Der Führer des Lieferwagens wurde festgenommen, da er den Unfall durch übermäßig schnelles Fahren verschuldet haben soll. Walsum. Ein Motorrad fährt in eine Mädchengruppe. Der Motorradfahrer Alfred Brylla aus Hamborn fuhr auf der Römerstraße in Walsum beim Ueberholen eines Fuhrwerks in eine Gruppe junger Mädchen. Ein Mädchen wurde eine Strecke weit mitgeschleift und verletzt. Brylla selbst stürzte mit seinem Rade und zog sich eine schwere Kopfverletzung zu. Er soll die Schuld an dem Unfall tragen, da er das Fuhrwerk rechts statt links überholt hat. Waltrop. Wasserleiche gefunden. Im unteren Hafen des Dortmund=Ems=Kanals wurde in der Nähe des Schiffshebewerks eine männliche Leiche angeschwemmt. Die Mordkommission stellte fest, daß es sich um den Schneidermeister Franz Janssen aus Münster handelt. Ob Selbstmord oder Unglücksfall vorliegt, konnte noch nicht geklärt werden. Die polizeiliche Untersuchung ist noch im Gange. Unna. Senkung der Lichtpreise. In der Stadtverordnetensitzung wurde ein Zentrumsantrag auf Herabsetzung der Tarife der Elektrizitätswerke auf mindestens 10 Prozent ab 1. 1. 1932 einstimmig angenommen. Eklat um einen Negerkönig. Auf die Einladung eines Varietee=Konzerns traf in Newyork dieser Tage König Knaubale von Abangi mitsamt seinen 5 Ehefrauen, etlichen Prinzen, Prinzessinnen und dem dazugehörigen Hofstaat in Newyork ein. Die Bühnentournee hatte aber keinen sonderlich glücklichen Beginn. Herr Knaubale wurde nämlich sofort nach seiner Ankunft verhaftet und unter dem Verdacht der Vielweiberei ins Kittchen gebracht. Schließlich gelang es einigen Anwälten, die Behörden dazu zu bewegen, der würdigen Herrscher gegen Stellung einer Kaution freizulassen, da durchaus nicht einzuseben sei, wiese Knaubale die Sittlichkeit der amerikanischen Staatsbürger gefährden könne. F Singernt Soonn Schwerte(Ruhr), den 18. Januur 1932. Tagesspruch Gehe hin in Gottes Namen, Greif dein Werk mit Freuden an; Frühe säe deinen Samen, Was getan ist, ist getan. Sieh nicht aus nach dem Entfernten, Was dir nah liegt, muß du tun; Säen mußt du, willst du ernten, Nur die fleiß'ge Hand wird ruhn. Vom Wetter Die subtropische Warmluft, die gestern im Laufe des Tages auch den Essener Dienstbezirk überspülte und dabei starke Bewöllung mit zeitweiligem leichten Niederschlag brachte, ist vom Erdboden abgehoben worden und nur über Südschweden und Mitteldeutschland noch in der Höhe erkennbar. Es entwickelte sich hinter ihr über er Nordsee ein selbständiger Wirbel, der eine ostwärts gerichtete Bahn nach Dänemark hin einschlagen wird. Kühlere Rückseitenluft subpolaren Ursprungs dringt über England in das mitteleuropäische Festland ein und wird hier bei Winddrehung auf West bis Nordwest vorübergehendes Aufklaren mit Temperaturrückgang veranlassen. Neue Störungsfronten vom Ozean her bekommen jedoch bald wieder die Oberhand, so daß erneute Eintrübung und Rückdrehung des Windes zu erwarten ist. Der Witterungscharakter bleibt also weiter sehr wechselhaft und unbeständig. Vorhersage für Montag: Vorübergehend West= bis Nordwestwind, dabei längere Aufheiterungsperiode und leichter Temperaturrückgang. Später jedoch erneute Eintrübung bei Winddrehung auf Südwest bis Süd. Temperaturanstieg. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Noch keine durchgreisende Beruhigung im milden wechselhaften Witterungscharakter. kann als eine durchaus günstige bezeichnet werden. Die Vorstandswahl ergab die Wiederwahl der bisherigen Führer des Vereins.— Am Sonntag, den 21. Januar wird der Verein, dessen Theaterabteilung durch ihre ausgezeichneten Leistungen auf den weltbedeutenden Brettern weithin bekannt ist, das romantische Schauspiel„Parsifal“ zur Aufführung bringen. Die Vorbereitungen sind in vollem Gange. Der Reinertrag der Aufführung ist für den Bau der Kirche in Westhofen bestimmt. Der Reichsadler fällt weg. Die Vorschriften über die Dienstkleidung der Reichspostbeamten sind jetzt nach der beendeten Probezeit abgeschlossen worden. Danach erhält die Dienstmütze bei Neulieferungen eine etwas höhere Form. Die 3 Vorstöße sind dunkel= und nicht mehr orangefarben. Der Sturmriemen wird künftig nur mit schwarzen, glatten Knöpfen befestigt. Sämtliche Kragenspiegel sind von gleicher Form und mit einem Vorstoß wie bei der Mütze versehen. Der Reichsadler fällt weg. Die Sterne werden größer. Am Kragen des Mantels und der Ueberziehjacke werden Spiegel mit Abzeichen nicht mehr angebracht. Alte Kleidungsstücke können aufgetragen werden. Es gibt Spiegel mit Vorstoß, die eine 3, 2 und 1 mm breite goldene Umrandung oder gar keine haben. Sie tragen je nach dem Grad und der Besoldungsgruppe eine Anzahl von Sternen, Stickereien oder Kraftwagen. Die höchste Auszeichnung ist ein Spiegel mit 3 mm goldener Umrandung und Eichenlaubstickerei für Postamtmänner in Stellen von besonderer Bedutung. Steueramnestie und Rechtsmittelverfahren. Der Reichsfinanzminister hatte zur Frage der Bedeutung der Steueramnestie für schwebende Veranlagungen und die Buch= und Betriebsprüfung im Oktober 1931 Ausführungen gemacht. Die Minister des Innern, für Handel und der X Frciwillige Feuerwehr. Im Lokale Kordeck wurde am Samstag abend unter dem Vorsitz des Oberbrandmeisters Hudeck unter äußerst zahlreicher Beteiligung eine Generalversammlung der Feuerwehr abgehalten. Es handelte sich um die Erledigung myrerer wichtiger Vereinsangelegenheiten. U. a wurde beschlossen, einer Einladung der ####urwehr Villigst zu entsprechen und eine beidnung nach dort zu entsenden. Dann stimmte die Versammlung einem Antrage des Vorstandes zu, der dahin geht, den Beitrag für die passiven Mitglieder der Wehr um 1 Mk. zu senken, sodaß er jetzt 3 Mk. pro Jahr beträgt. Um die Schlagfertigkeit und stete Bereitschaft der Wehr auch ohne die regelmäßigen Uebungen auf der alten Höhe zu halten, sollen in den Monaten März und April sogenannte struktionsstunden abgehalten werden; es ist Pflicht eines jeden Wehrmannes, an diesen Vorträgen teilznnehmen. Gut Wehr! Evangelischer Elternbund Schwerte. Der Evangl. Elternbund hält Montag abend 8 Uhr eine Mitgliederversammlung ab, um die letzten Vorbereitungen zu treffen für die Provinzial=Vertretertagung am 24. Januar. Um vollzähliges Erscheinen wird gebeten. -- Provinzialtagung des Evangl. Elternbundes. Im Hauptgottesdienst der Großen Kirche wurde gestern auf die Provinzialtagung des Elternbundes hingewiesen, die kommenden Sonntag hier stattfindet und zu der die ganze Gemeinde eingeladen ist. Morgens 9,30 Uhr findet in der Großen Kirche ein Festgottesdienst statt, in dem Pastor Lehbrin aus BuerErle die Erziehungspredigt halten wird. Nachmittags 5 Uhr ist im Evangelischen Gemeindehause eine öffentliche Kundgebung, in der Herr Dr. Winkler aus Witten über das Thema„Notzeit und evangelische Elternschaft“ sprechen wird. Die Zeit von 11 Uhr morgens bis nachmittags 5 Uhr ist mit den Beratungen der Vertreterversammlung ausgefüllt. Von 1 bis 3 Uhr ist Mittagspause. Im Sonntagsblatt wird um Bereitstellung eines Mittagstisches für die aus der Provinz kommenden Vertreter gebeten. X Katholischer Gesellenverein. Im Vereinshause wurde vorgestern die Generalversammlung des katholischen Gesellenvereins abgehalten. Der Präses Vikar Kirchner konnte außer den sast vollzählig erschienenen Mitgliedern auch eine größere Anzahl Ehrenmitglieder begrüßen. Aus dem umsangreichen Jahresbericht sei nur folgendes mitgeteilt: Der Verein zählt z. Zt. 46 aktive und 130 Ehrenmitglieder. Im Vereinzjahr wurden 48 Versammlungen abgehalten mit 27 Vorträgen, darunter acht religiösen Inhalts; ein Teil der Vorträge wurde durch Lichtbilder belebt. Zwölf arbeitslose Gesellen konnten auf Kosten des Vereins an geistlichen Uebungen teilnehmen. Auch die Kassenlage des Vereins Finanzen haben hierzu jetzt einen Runderlaß mitgeteilt. Die Vergünstigung ohne Anzeige erlangt, wer zwar steuerpflichtige Werte für die vor dem 1. Januar 1928 liegende Zeit nicht, für die spätere aber richtig angegeben hat. Die Steuerpflichtigen und die Finanzbehörden brauchen sich mit den Steuergrundlagen für die Zeit vor dem 1. Januar 1928 im allgemeinen nicht mehr zu befassen und keine neuen Ermittlungen einzuleiten. Die Anordnungen gelten jedoch nicht, soweit der Verdacht der Steuerhinterziehung besteht. Die schwebenden Rechtsmittelverfahren sollen vereinfacht und beschleunigt erledigt werden. In jedem Falle wird geprüft, ob sich eine Verhandlung erübrigen oder einschränken läßt. Die Amnestie gewährt dem Steuerpflichtigen für die Vergangenheit weitgehende Vorteile, die aber auch noch für 1928 bis 1931 gelten. Ein 2. Abschnitt gibt hierüber Aufklärung. Der Minister weist noch darauf hin, daß ein Gnadenerlaß für bereits erkannte Strafen und für schwebende Strafverfahren nicht eintritt. Amt Westhosen Holzen. Wiederbesetzung der Polizeibeamtenstelle. Die sei einigen Monaten freie Polizeibeamtenstelle ist mit dem von der Schutzpolizei in Bielefeld einberufenen Versorgungsanwärter Otto Butgereit jetzt wieder besetzt worden. Der Dienstbezirk des neuen Polizeibeamten umfaßt die Gemeinden Holzen und Wandhofen. Westhofen. Aus dem Polizeibericht. In der Zeit vom 1. bis 15. Januar wurden bei der hiesigen Polizeibehörde folgende Anzeigen erstattet: Eine Anzeige wegen Einbruchsdiebstahls, eine Anzeige wegen Gelegenheitsdiebstahls, zwei Anzeigen wegen Betrugs, eine Anzeige wegen Unterschlagung, eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung, je eine Keichsgrandungsseier in Freischah Die traditionsreiche Reichsgründungsfeier beging„Der Stahlhelm“, Bund der Frontsoldaten, Kreis Schwerte=Ruhr und Dortmund=Hörde im„Freischütz". Der große Saal war mit den alten Reichsflaggen und mit zahlreichen Landesfarben geschmückt, so dem würdigen Geschehen den passenden Rahmen gebend. Der Ruf des Stahlhelms zur zahlreichen Beteiligung an dieser Feier ruhmreicher Vergangenheit war nicht ungehört geblieben und so füllten nicht nur die Mitglieder des Bundes der Frontsoldaten die große Stätte auf dem Gipfel des Schwerter Waldes, sondern auch viele Freunde und Anhänger der nationalen Idee, die der Stahlhelm sich berufen fühlt, zu pflegen, waren herbeigeeilt, der Reichsgründung des vergangenen Jahrhunderts unter ds Eisernen Kanzlers Führung zu gedenken. Die Stahlhelm=Gaukapelle Dortmund, die auf der Stätte ihres gestrigen Wirkens schon öfter Proben ihres großen Könnens in der Wiedergabe deutscher Militärmusik gezeigt hatte, leitete auch die diesjährige Reichsgründungsfeier mit stimmungsvollen Märschen von Blankenburg, Strauß, Lübbert u. a. ein. Besonders gefielen auch die Wagnerschen Kompositionen aus dem „Tannhäuser“, die vorzüglich gelangen. Kreisführer Köhler hieß dann im Namen des Stahlhelms, Bund der Frontsoldaten, alle Erschienenen herzlich willkommen und gab seiner Freude über den so zahlreichen Besuch Ausdruck. Sein besonderer Willkommensgruß galt dem Landesführer Mahnken, der es sich nicht habe nehmen lassen, an diesem bedeutungsvollen Tage in der Mitte der Kameraden des Kreises Schwerte(Ruhr) und Dortmund=Hörde zu weilen. An dem Tage des heutigen Gedenkens sei im Jahre 1871 der mächtige und stolze Bau des deutschen Kaiserreiches entstanden. Das Reich, so fest und einheitlich in seinem Aufbau, das Bismarck geschaffen. Der Marxismus mit seinem Zusammenbruch des Reiches im Jahre 1918 habe die heutigen Zustände herbeigeführt. Aber unsere Zeit sei als Zwischenzustand zu werten und mitzuhelfen, die kommende Neuordnung aufzustellen, sei Pflicht eines jeden wahrhaften Deutschen. Darum ergehe der Ruf: Kommt zum Stahlhelm! Nach der Darbietung weiterer flotter Märsche betrat, lebhaft begrüßt, Landesführer Mahnken das Podium, um die der Bedeutung des Tages entsprechende Festrede zu halten. Einleitend betonte er, daß es heute wohl nicht unbedingt erforderlich sei, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Mit dem Einsatz aller Kräfte müßte der Blick in die Zukunft gehen. Deutlicher denn je zeige sich vor unseren Augen, daß das Reich, das 1918 nicht recht erbaut wurde, die heutigen Zustände uns gebracht hat. Aus den Grundlagen der Reichsgründung des vorigen Jahrhunderts ließe sich ein anderes Deutschland aufbauen und dieses einige Deutschtum, frei und stark nach außen und innen, aufzurichten, sei Pflicht jedes national denkenden Mannes und jeder Frau. Unter drei Gesichtspunkte falle der heutige nationale Kampf des Stahlhelms. Erstens gälte es, den Kampf um die Nation, zweitens den Kampf um die Staatsform, drittens den Kampf um die Lebensformen unseres geistig so hochbegabten Volkes. Die große Arbeit, die unserer harrt, erhält ihre erste Bedeutung durch die kommenden Verhandlungen in Genf, wo es neben anderem sich darum handelt, daß wir das Hoheitsrecht wieder erlangen. In dem Sinne unserer Ueberparteilichkeit und der Umfassung aller Stände und Konfessionen im deutschen Volke gilt es, die nationale Front zu stärken, damit wir gleichberechtigt werden unter allen Völkern der Erde. Eins haben wir schon erreicht, daß die heutigen Worte der Regierung entstanden sind aus dem einheitlichen Willen der Nation, die da deutlich„nein“ sagt. Will man uns bei den künftigen Verhandlungen nicht unsere Hoheitsrechte wieder zugestehen, dann heißt es für uns, die Koffer packen. Die anderen mögen den Rest behalten. Viele glaubten, daß 1932 das Jahr der Entscheidung sei für unsere Politik. Das stimmt nicht. Bereits in wenigen Monaten wird sich alles entscheiden. Eingehend behandelt dann der Redner die Fragen der Abrüstung näher und bemerkt, daß Deutschland vollständig abgerüstet habe und man darauf bestehen müsse, daß auch die anderen Länder abrüsteten mit der Voraussetzung, daß gleichzeitig für uns die Rüstungs= und Wehrfreiheit bleibt. Mit diesen so wichtigen Fragen hängen weitere Fragen in der Tributfrage zusammen. Unser Standpunkt ist hier genau so bekannt, wie in der Frage der Reichspräsidentenwahl. Ein wahrer Staatsmann hat nur Erfolg, wenn er sich restlos für sein Vaterland einsetzt. Und solch ein Mann mag künftig die Geschicke unseres Vaterlandes in Händen halten. Alle Grundlagen des alten deutschen Wesens und Charakters mögen bei der Gestaltung des künftigen dritten Reiches maßgebend sein. Und der Sieg in diesem Kampfe muß mit uns sein, denn einig und stark sein, sei unser Gelöbnis in diesem Kampf um Deutschlands Schicksal. Die Rede des Landesführers fand ihren Abschluß mit starkem Beifall und mit dem Absingen der ersten und vierten Strophe des Deutschlandliedes. In einer weiteren Festrede sprach Gauführer Elhaus eingehend über die Reichsgründung vom kulturhistorischen und geschichtlichen Standpunkt aus. Auch diese Rede fand allgemeinen Beifall. Herzliche Schlußworte fand Kreisführer Recke=Schwerte mit der Aufforderung an alle Deutsche, sich einzureihen in die Reihen des Stahlhelms, um Mitarbeiter zu sein an dem Aufbau unseres geliebten deutschen Vaterlandes, das heute in seiner Not so schwer darniederliegt.— Im übrigen Programmteil erfreute Frl. Else Otto mit einigen angepaßten Deklamationen, während die Kapelle des Stahlhelms, Gau Dortmund, weiterhin mit ausgewählten Musikstücken unterhielt. Anzeige wegen Gewerbevergehens, wegen Verstoßes gegen das Baumschutzgesetz und Errichtung eines Treibhauses ohne Baugenehmigung, vier Unfallanzeigen. Ein Fall vom Rotlauf unter einem Schweinebestand wurde gemeldet. Im Vergleich zu den Polizeiberichten aus den letzten Monaten sind die Diebstähle wesentlich zurückgegangen, wozu der verstärkte Nachtstreifendienst und die an vielen Stellen getroffenen Selbstschutzmaßnahmen beigetragen haben mögen. Westhofen. Filmvorführung im Gemeindehause. Einigemale im Winterhalbjahre werden von der Evangelischen Bildkammer im Gemeindehause wissenschaftliche und unterhaltende Filmvorführungen veranstaltet. Diese Veranstaltungen haben stets guten Anklang gesunden. Die wahrscheinlich letzte Filmvorführung in diesem Winter soll am Donnerstag, den 21. Januar, stattfinden. Es sind vorgesehen ein Alpenfilm„Der Kampf mit dem Berge“ und ein Film unter dem Titel„Wir Ostpreußen". Die Vorführung für Kinder findet nachmittags 5 Uhr und für Erwachsene abends 8 Uhr statt. Lichtendorf. Aus der Bergbauindustriearbeiterversammlung. Im Lokale Mark tagte die Jahreshauptversammlung der hiesigen Zahlstelle des Bergbauindustriearbeiterverbandes, die sehn gut besucht war. Vor Eintritt in die Tagesordnung widmete der 1. Vertrauensmann Böcker dem vor kurzem verunglückten Kameraden Krams und dem verstorbenen langjährigen Kameraden Westermeier einen ehrenvollen Nachruf. Dann wurde von dem Vorstandsmitglied Leese=Bochum eine Ehrung der vier Jubilare Otto Kemper, Karl Riedel, Franz Drescher und Heinrich Meinks vorgenommen. Er überbrachte den Jubilaren Glückwünsche der Ruhrbergleitung und erwähnte in seiner Ansprache, daß in dieser ernsten Zeit von jeder öffentlichen Feier Abstand genommen werden müsse. Weiter erläuterte der Redner Leese in ausführlicher Weise die Auswirkungen der Notverordnung, von der die Bergarbeiter am schwersten betroffen seien. Die Errungenschaften der Organisation seit dem Kriege seien durch die Notverordnung sehr in Mitleidenschaft gezogen worden. Trotzdem aber dürfte man nicht verzagen, denn durch die Einigkeit der Kameraden könne vieles überwunden werden. Anschließend fand noch eine eingehende Aussprache statt. Jahreshauptversammlung des Schwerter Boxsports von 1922 Zur Jahreshauptversammlung im Vereinslokal„Hotel zur Post“ hatten sich über 30 Mitglieder eingefunden. Nach Erledigung einiger Nebenpunkte und der Aufnahme von neuen Mitgliedern erstatteten die Abteilungsleiter ihre Jahresberichte. Der Geschäftsführer gab einen Ueberblick über die Entwicklung des Vereins im vergangenen Jahre. Es wurden innerhalb 9 Monaten 10 Klubkämpfe ausgetragen, davon gingen 4 verloren, 2 endeten unentschieden und 4 wurden gewonnen. Unter Berücksichtigung der Tatsache, daß der Verein erst seit einem Jahre seinen Uebungsbetrieb wieder aufgenommen hat, ein schönes Ergebnis! Außerdem wurde gemeinschuftlich mit den hiesigen Reichsbahnboxern eine Stadtmannschaft gegen Altena 26 gestellt. Nach Entlastung des gesamten Vorstandes schritt man zu den Neuwahlen. Zum 1. Vorsitzenden wurde der frühere Geschäftsführer Heinz Mayer gewählt, zum 2. Vorsitzenden Helmut Hertel, 1. und 2. Geschäftsführer wurden die Herren Hans Trein und???? Lippe. Das Amt der Uebungsleiter blieb in den bewährten der Herren Helmut Hertel und Emil Mauß. Herr Otto Homel übernahm wie bisher als Jugendobmann die Betreuung der Jugendabteilung. Die Herren Erich Ruhr(1 Schatzmeister), Willy Stahn(Zeugwart), Rudolf Hertel, Walter Buse(Beisitzer) und Fritz Westphal(2. Schatzmeister) ergänzen den Vorstand. Als nächster Kampfabend wurde der 31. Jan. festgelegt. Es handelt sich um den Rückampf gegen die Boxfreunde Körne in Schwerte, im Lokal Peters. 8 Tage später fährt dann die 1. Kampfstaffel nach Gevelsberg=Vogelsang zum fälligen Rückkampf. Und wiederum 1 Woche darauf stellen die 22er vier Kämpfer zu dem Stadtmannschaft Schwerte gegen Boxfreunde Hörde. Im April soll dann das 10jährige Bestehen des Schwerter Boxsports durch eine großzügige Boxveranstaltung gebührend begangen werden. Ein großes Arbeitsfeld also für den neuen Vorstand. 64, Bxeins aus dam Be Mit der Vertretung des Vereins auf dem Verbandstag des Westf.=Hessischen Boxverbandes in Herne wurden drei Vorstandsmitglieder beauftragt. Die Versammlung nahm dann davon Kenntnis, daß Herr O. Homel eine größere Anzahl wertvoller Bücher gestiftet hat, die den Grundstock zu einer Vereinsbücherei bilden sollen. Da inzwischen schon weitere gegangen sind, wird damit auch für das geistige Wohl der Mitglieder gesorgt sein. Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper. Nachdem noch der Beginn der Uebungsstunden auf 7.30 Uhr(Dienstags und Freitags) vorverlegt worden war, schloß die Jahreshauptversammlung mit einer anregenden Aussprache über das allgemeine Arbeitsprogramm für das Früh88 Dieses Jahr kein Katarrh wenn 90 u. 45P nimmst! Was der Kreisausschuß Iserlohn sagt Seit einigen Wochen werden gegen Herrn! schuß nach wie vor die eigene Wagenhaltung für Landrat Dr. Loos von einigen Iserlohner den Geschäftsbereich eines Kreises von der Größe und Bedeutung des Landkreises Iserlohn zur richtigen Wahrnehmung der Dienstgeschäfte seitens der Verwaltung und seines Leiters für nötig hält; im übrigen verweisen wir auf den Inhalt des veröffentlichten Schreibens an die Gemeindevertretung in Oestrich, in welchem alles dazu Ersorderliche gesagt ist. Dabei betonen wir zur Richtigstellung, daß dieser Brief— was übrigens aus der Unterschrift hervorging— nicht vom Landrat persönlich geschickt ist, sondern daß er auf Grund eines einstimmigen Kreisausschußbeschlusses in voller Kenntnis seines Inhalts ergangen ist. Wir stehen voll zu seinem Inhalt und stellen noch fest, daß wir mit dem Schlußabsatz lediglich darauf hingewiesen haben, daß, während der Gemeindeverordnete Jost kurz vorher den Weg zum Kreishause in seinen persönlichen Angelegenheiten fand, er es nicht für nötig hielt, vor Herausbringung seiner Vorwürfe sich über diese Kreisangelegenheiten an der zuständigen Stelle die nötige Aufklärung zu holen. Schließlich sei einmal mit aller Deutlichkeit ausgesprochen, daß der Kreisausschuß mit seinem Vorsitzenden stets in voller Eintracht gearbeitet hat; von irgendwelcher Diktatur des Landrats als unseres Vorsitzenden haben wir nicht das Geringste bemerkt, wohl aber zu unserer großen Freude ein äußerst aktives und erfolgreiches Wirken im Interesse des Kreises. Die Kreisausschußmitglieder sind umso eher in der Lage, darüber ein zutreffendes Urteil abzugeben, als sie mehr oder weniger lange, teilweise schon nahezu ein Dutzend Jahre, als Kreisausschußmitglied tätig sind. Es war für uns stets ein erhebendes Gefühl, einen Mann an der Spitze des Kreises zu haben, dem bisher keine Arbeit für den Kreis zuviel wurde. Was das bedeutet, wird jeder objektiv denkende Mitbürger, der das letzte Jahrzehnt in der Kreiskommunalpolitik arbeitend miterlebt hat, zu würdigen wissen. Angesichts dieser Tatsache fühlen wir uns verpflichtet, uns trotz oder gerade wegen der gegen unseren Vorsitzenden erhobenen Vorwürfe einmütig schützend vor ihn zu stellen. Wir sind überzeugt, daß das einschlägige Material von der vorgesetzten Dienstbehörde eingehend überprüft wird und daß das Ergebnis der Untersuchung jedenfalls das Gleiche sein dürfte, wie das der Untersuchung im Jahre 1930, welche der Herr Minister des Innern durch Erlaß vom 31. Oktober 1930— P. 6543 I. II.— mit der Feststellung abgeschlossen hatte, daß die eingehende Untersuchung nichts ergeben habe, was Maßnahmen gegen den Landrat rechtfertigen könnte. Kreisausschuß des Landkreises Iserlohn. Budde, Beierle, Gerharts, Hübner, Steinschulte, Vitt. C Tageszeitungen u. auch von privater Seite Vorwürfe erhoben. Wir haben uns mit dieser Angelegenheit deshalb nicht näher befaßt, weil wir das Ergebnis des Besuches der Regierung im Landkreise Iserlohn abwarten wollten, die— das sei nebenher gesagt— jedenfalls auf Grund der erhobenen Anschuldigungen nicht hier eintraf. Zu all den Gerüchten und Gereden schickt uns nunmehr der Kreisausschuß des Landkreises Iserlohn eine Erklärung, die unter dem Datum Iserlohn, den 16. Januar 1932 läuft, und folgende Ueberschrift trägt: Erklärung des Kreisausschusses des Landkreises Iserlohn zu den in letzter Zeit über die Kommunalpolitik des Kreisausschusses bezw. seines Vorsitzenden in der Tagespresse erhobenen Vorwürfen. Wir sind grundsätzlich der Meinung, daß Kreisverwaltung und Kreisausschuß nur verpflichtet sind, denjenigen Kreiseingesessenen über die im Landkreise Iserlohn betriebene Kommunalpolitik Rede und Antwort zu stehen, die den selbstverständlichen Mut aufbringen, ihre Anfragen oder Vorwürfe mit ihrem Namen zu decken, und soweit sie diese bei den zuständigen Kreisorganen vorbringen. Wir wollen auch heute von der bisherigen Gepflogenheit, die stets sich als im Interesse des Kreises und seiner Bürger liegend gezeigt hat, nur insoweit abgehen, als es zur Steuer der Wahrheit und einer weiteren gedeihlichen Arbeit nötig erscheint. Dabei müssen wir es ablehnen, zu den Einzelheiten hier Stellung zu nehmen, weil wir uns von dieser Art der Erörterung keinen sachlichen Erfolg versprechen. Wir erklären in aller Form, daß alle Maßnahmen der Verwaltung durch entsprechende Beratungen und Beschlüsse des Kreistages oder des Kreisausschusses gedeckt sind, daß alles Wesentliche unter Kenntnis und Billigung des zuständigen Verwaltungsorgans des Kreises, nämlich des jeweiligen Kreisausschusses, geschah. Wenn heute manche früheren Maßnahmen der Kreisverwaltung anders gesehen werden, so ist zu bedenken, daß die entsprechenden Entscheidungen der Kreisorgane unter ganz anderen Voraussetzungen und Verhältnissen, zudem vielfach auf Anregungen aus den gewählten Kreiskörperschaften oder der Bürgerschaft des Kreises getätigt sind; so z. B. der Kreisstraßenbau auf Anregungen der Gemeinden und der Wirtschaft und nicht zuletzt, um auch der zu gewissen Zeiten damals großen Arbeitslosigkeit im Kreise entgegenzutreten, wozu gerade auch Gemeinden und Regierung ermunterten; so ferner das Kindergenesungsheim auf Norderney und das Säuglingsheim Haus Haßberg, um den infolge der langen Kriegs= und Inflationsjahre äußerst bedrohten Gesundheitszustand der Kreisjugend vorbeugend zu heben, soweit das in unserer Macht stand, wie ja auch gerade aus diesem Grunde die ganze planmäßige Gesundheitsfürsorge des Kreises samt den Kreiskommunalärzten und Fürsorgerinnen unter voller Zustimmung der Kreiskörperschaften geschaffen wurde. Zu der Kraftwagenangelegenheit wollen wir lediglich sagen, daß der KreisausBürge in jeder Ausführung Leichenwäsche liefert billigst August Müller Haselackstraße 5 Ruf 2281 Uebernahme ganzer Beerdigungen, Aufbahrungen u. Stellung von Trauerdekorationen Ueberführungen von und nach auswärts per Bahn und Auto. Rechtebüre R. Feder) Rat und Hilfe bei Zwangsvollstreckung u. Zahlungsschwierigkeiten. Einzug von Forderungen, Erledigung aller Rechtssachen auch in Abonnement. Beratung 1.50 Schwerte, Friedrichstraße 5 in Conditorei Wigge Aut ag) liefert schnelistens Carl Braus, Bahnholstr I. u. 2 Hypotheken Bau- u. Kaufgeld, Darlehn. Auskunft kostenlos Trute, Dortmund Brüderweg 38 II. 133 Jedem, der an 2871 Rheumatismus, Ischias oder Gicht leidet, teile ich gern kostenfrei mit, was meine Frau schnell u. billig kurierte. 15 Pfg. Rückporte erbeten. H. Müller, Obersekretär a. D., Dresden 295, Walpurgisstr. 9 IV. Kalender K Carl Braus, Bahnhofstraße 3. Statt besonderer Anzeige! „„„ Stets einfach war Dein Leben, Ein treues Mutterherz Nie dachtest Du an dich, hat aufgehört zu Schlagen. Nur für die Deinen streben, War Deine höchste Pflicht. Heute abend 9.15 Uhr entschlief sanft im festen Glauben an ihren Erlöser nach kurzem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine innigstgeliebte Frau, unsere herzensgute Mutter, unsere liebe Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin und Tante, die Ehefrau Heinr. Hengstenberg Emma geb. Krämer im Alter von 52 Jahren 9 Monaten. Um stille Teilnahme bitten: Heinrich Hengstenberg Gertrud Hengstenberg Fritz Hengstenberg Walter Hengstenberg Friedrich Hengstenberg sen. Villigst, Essen, Baruth in der Mark, Schwerte, den 15. Januar 1932. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 19. Januar 1932, nachmittags 3½ Uhr vom Trauerhause aus statt. Trauerfeier ½ Stunde vorher. Sollte jemand aus Versehen keine Nachricht erhalten haben, so diene diese als solche. für die Winterhilfel Sonntag, 24. Januar 1952, 17 Uhr in der Aula des Realgymnasiums KammermusikKUNTENT Werke von Beethoven, Schubert, Grleg Conrad Letzel-violine Sohanna Lotzei-Klavler Karten zu 0.80 RM., Schüler 0.40 RM. in der Buchhandlung C. Braus und im Zigarrengeschäft Schöttler, sowie an der Kasse. Der gesamte Reinertrag ist für die Städtische Winterhilfe bestimmt. 188 Magdalen zwischen den zwei ungleichen Brüdern Roman von Geri Kornenberg Copyright by Alartin Fe 30. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Wenn sein Plan glückte! Weshalb hätte er nicht glücken sollen? Ihm war doch bisher alles geglückt! Reuters Gesicht glich jetzt wieder einer scheußlichen Fratze, und in seinen Augen zuckte gelb auf. Die beiden Herren saßen an diesem Nachmittag einige Stunden beisammen und berieten isrig. Zum ersten Male breitete Reuter auch den alten vergilbten Plan.vor Lindsmühlen aus. Der beugte sich interessiert darüber. Ihm schien es nun selbst ohne jeden Zweifel, daß der Schatz existierte. Der Diener des Barons brachte soeben eine neue Flasche Wein. Lindsmühlen, ohnehin schon stark erregt, trank hastig und viel. Der Baron wechselte einen Blick mit seinem Diener, worauf letzterer grinsnd das Zimmer verließ. Lindsmühlen nickte später sogar noch in seinem Sessel ein. Und Reuter saß daneben und musterte ihn unentwegt, ohne Mitleid, ohne an seinem Entschluß etwas zu ändern. Als Lindsmühlen erwachte, zuckte er doch beschämt zusammen. Er entschuldigte sich und meinte, er habe die letzten Nächte schlecht geschlafen. Lachend reichte ihm der Baron ein neues 8% „Was gibt es denn da zu entschuldigen? Wir sind ja unter uns!“ Da lachte auch Lindsmühlen. Da Henninghofen und Immin nahe beieinander lagen, verschmähte es Lindsmühlen meist, einen Wagen zu nehmen. Er ging auch jetzt zu Fuß nach Hause. Reuter hatte ihn noch bis zur großen Pappel, die die Grenze zwischen den beiden Gütern bildete, gebracht. leuchtwanger, Halle(Saale) Auf dem schmalen Waldwege kam Frau von Eltzen, die Nachbarin aus Fritzheim. Sie war verwitwet, zog nur Stiefel und derbe Lodenkleider an. Und das Personal in Fritzheim flitzte, wenn von ihr nur der kleine, verschrobene grüne Filzhut zu sehen war. Mit derbem Handschütteln begrüßte sie Lindsmühlen; dem Baron reichte sie die Hand nicht, was der mit bösem Lächeln quittierte. „Gut, daß wir uns treffen. So werden wir zwei den Trödel mit dem Gaul gleich selber ins Reine bringen. Ich halte nämlich nicht viel von Prozessen, sie kosten nur unnütz Geld. Also habe ich mir die Sache so gedacht... Die Hände auf dem Rücken, ging sie mit ihren großen Schritten neben Reuter her, der kaum noch Zeit gehabt hatte, mit Lindsmühlen einen Händedruck zum Abschied zu wechseln. Frau von Eltzen hatte Lindsmühlen nur noch von oben herab zugenickt, da sie merkte, daß er stark angetrunken war. Lindsmühlen schwankte bedenklich, als er allein weiterschritt. Aber die herbstlichen, schon fast winterlich grauen Felder, die kahlen Obstbäume, die runden großen Steine, die am Wege lagen, der verhangene, sonnenlose Himmel, alles war nur noch Gold und Schmuck. Am Abend sollte alles anders sein! Alle Sorgen würden schwinden, er würde wiedr Geld in Hülle und Fülle haben. Raben flogen unheimlich krächzend an Lindsmühlen vorüber. Der Dahinschreitende bog in den Wald ein, wo kahles Erlengebüsch einen kleinen Teich umsäumte. In diesem Augenblick knallte ein Schuß; ein Schwarm Wildenten flatterte erschrocken hoch, und auf dem nassen Wege hingestreckt lag der Majoratsherr von Lindsmühlen Familiendrucksachen liefert schnellstens C. Braus Aengstlich hüpfte eine Amsel am Wege und schaute mit großen, klugen Augen um sich. *„* * Der Förster kam mit seinen zwei Gehilfen am nächsten Morgen an der Stelle vorüber, um nach den Wildstadeln zu sehen. Da fanden sie den Toten. „Es ist der gnädige Herr aus Henninghofen. Mein Gott, was mag nur da passiert sein? Und hier ist ja auch Blut!?“ Bleich, an allen Gliedern zitternd, erhob sich der Förster. „Ich habe erst geglaubt, Herzschlag! Es ist aber— Mord! Ein ganz gemeiner, hinterlistiger Mord! Der gnädige Herr hat die tödliche Wunde im Hinterkopf. Mühlmann, Sie bleiben hier! Jenkins, Sie holen den Doktor Herl aus der Stadt, und ich werde nach Henninghofen gehen. Man muß die gnädige Frau vorbereiten und das gnädige Fräulein. Nein, es ist entsetzlich. Wann ist wohl hier in unserer friedlichen Ecke je ein Mord passiert?“ *** Adelheid sah den Förster an, als habe sie es mit einem Irrsinnigen zu tun. „Das ist nicht wahr, das kann nicht wahr sein,“ murmelte sie immer wieder. Ihre Lippen zitterten und bewegten sich ununterbrochen, auch wenn sie nicht sprach. Fanny war nicht daheim. Sie war zu einer Freundin gefahren, um mit ihr und deren Mutter Einkäufe zu besorgen. „Peters soll sofort nach Immin reiten. Baron Reuter möchte gleich herüberkommen! Wollen Sie das noch drüben im Wirtschaftsgebäude bestellen, lieber Lechner?“ bat sie dann den Förster. Dieser nickte. Als er gehen wollte, kam ihr ein Gedanke. Friedrich Karls Frau! Sie mußte es erfahren. Irgendeiner Schonung bedurfte es nicht, weil ja die Ehe nicht glücklich gewesen war! „Warten Sie noch, Lechner!“ Ihre Hand drückte auf den Klingelknopf. Diese Woche auf Kamelhaarschuh, Ueberschuh, S gamaschen und Leder- Kragenstiefel 20 0 auf alle übrige Ware auch Marken-Artikel 10 Karatt Karnevalschuhe........ 98 Pig. Schubhaus SteinSchufte Das Haus der guten und preiswerten Schuhe Ingenieurschule Ilmenau in Thüringen. Maschinenbau und Elektrotechnik. Wissenschaftliche Betciebsfönrung Werkmeisterabtellurg. „Meta! gramm zur Post besorgen.“ Mit fliegenden Händen schrieb sie: Frau von Lindsmühlen, Schloß Lindsmühlen bei R. Friedrich Karl tot! Werde Ueberführung anordnen. Adelheid von Lindsmühlen. So! Das war auch getan! Jetzt endlich kam sie dazu, einige Tränen zu weinen. Da man aber nun durchaus nicht mehr von ihm abhängig war, waren es nur ein paar korrekte verwandtschaftliche Tränen, weil doch der Förster noch dastand. „Lieber Lechner, gehen Sie doch auch mit zum Pastor. Er möchte sofort kommen. Wenn mein— wenn Herr Baron Reuter hier ist, wird dann alles Weitere angeordnet werden. Mein Gott, mein Neffe hatte hier doch keine Feinde. Wer soll es denn nur getan haben?“ „Gnädige Frau, in erster Linie muß doch wohl auch die Polizei benachrichtigt werden?" fragte Lechner, und er dachte, daß das doch längst von ihm aus hätte geschehen müssen. „Die Polizei? Wie unangenehm, mit der Polizei zu tun haben zu müssen. Aber Sie haben recht, man muß es melden. Es darf wohl überhaupt am Fundort zunächst nichts geschehen. Wollen Sie das alles übernehmen? Es soll Ihr Schaden nicht sein.“ „Ich stehe ganz zu Ihrer Verfügung, gnädige Frau.“ Mit einer Verbeugung ging der Förster. Kurze Zeit danach— es mochte kaum eine halbe Stunde vergangen sein— kam Reuter. Sein Gesicht sah grau aus. Er küßte der Baronin die Hände. „Gnädige Frau, das ist ja furchtbar. Wer soll denn nur—?“ „Ich kann es mir auch nicht denken. Er war so selten hier und kannte außer Ihnen jetzt kaum jemand näher. Ob es ein Wilderer war? Die Möglichkeit liegt doch in diesem Falle am nächsten, nicht wahr?" Runs un Den Haßbuusenutug Vorentscheidung in Berlin— Minerva schlägt Hertha BSC. 4: 2— Ueberraschungen auch im Süden—„Kleeblatt“ bezwingt den„Club“ 2:1 Die Frage nach dem Meister der Berliner A=Abteilung ist am Sonntag beantwortet worden. Im wichtigsten Verbandsspiel des Tages schlug vor 30000 Zuschauern Minerva den deutschen Meister Hertha BSC. verdient mit 4:2(1:1). Minerva hat damit den ersten Teil des Weges zur Brandenburgischen Meisterschaft erfolgreich zurückgelegt, denn in den noch ausstehenden vier Spielen benötigt die Minerva nur noch einen Punkt. Auf dem durchweichten und daher schweren Boden des Poststadions fand sich die ohne Befangenheit spielende Minerva gleich gut zusammen und lieferte der Meisterelf in der ersten Hälfte einen durchaus gleichwertigen Kampf. Winzer schoß in der 18. Minute das Führungstor, während Hertha 6 Minuten später durch Lehmann gleichziehen konnte. Nach der Pause hatte Minerva eine große Viertelstunde und stellte in dieser Zeit den Sieg sicher. Iwankowski erzielte einen zweiten und bald darauf Winzer einen dritten Treffer. Als Seifert noch ein viertes Tor einsandte, war der Kampf entschieden. Erst kurz vor Schluß konnte Schulz durch ein zweites Tor die Niederlage Herthas etwas abschwächen. Bemerkenswert ist, daß der Sieg Minervas vom Publikum sehr beifällig aufgenommen wurde. In den übrigen Spielen dieser Abteilung gewannen durchweg die vom Abtieg bedrohten Vereine. In der Abteilung B trennten sich Adlershof und Tennis Borussia beim Stande von 1:1, der chon zur Halbzeit erreicht war. Den Borussen zutzte ihre leichte Ueberlegenheit wenig, denn die Platzbesitzer verteidigten das Unentschieden nach dem Wechsel mit allen Kräften. Viktoria schlug den VfB. Pankow mit 5:0,(3:0) überlegener als erwartet. Die Mariendorfer Löwen haben damit ihre Spitzenposition in dieser Abteikung wesentlich verstärkt. Die Furcht vor dem Abstieg hat der Polizei neue Kräfte eingeflößt. Die Ordnungshüter brachten das Kunststück fertig, den Siegeszug des Luckenwalder Ballspielvereins ja zu unterbrechen und mit 1:0(1:0) zwei wertvolle Punkte zu erobern, die vielleicht den Verbleib in der Bezirksklasse bedeuten können. Am Sonntag haben die Endspiele um die süddeutsche Meisterschaft eingesetzt. Sämtliche Mannschaften der beiden Abteilungen standen im Kampf. Besonders bewegt ging es in der Gruppe Südost her, wo zum Teil die Favoriten in ihren Spielen den kürzeren zogen. In der Nürnberger Hochburg trafen Kleeblatt und Klub zum 104. Male zusammen. Dem Kampf der beiden alten Rivalen wohnten etwa 20000 Zuschauer bei. Die im Sturm besser besetzten Fürther kamen mit 2:1 (1:0) zu einem verdienten Sieg. Besonders in Schwung waren die Fürther in der ersten Spielhälfte. Nach planvollen Angriffen konnte der alte Franz nach prachtvollem Durchbruch von Kießling in der 23. Minute das erste Tor einsenden. Nach dem Wechsel kamen die Nürnberger besser zur Geltung. Hornauer erzielte ein nicht anerkanntes Abseitstor, während auf der anderen Seite Frank nach einem Alleingang ein zweites Fürther Tor schoß. Zum Schluß drängte der 1. FC., und bei dem Kampf auf Biegen und Brechen mußte Kalb verwarnt werden. Kurz vor Schluß gelang es dem jungen Träg, im Anschluß an eine Ecke den Ehrentreffer für Nürnberg zu erzielen.— In Pforzheim gab es vor 9000 Zuschauern eine kleine Sensation, denn der 1. FC. Pforzheim besiegte Bayern München mit nicht weniger als 6:2(6:0). Ausschlaggebend für die hohe Niederlage der Münchener war das Versagen der Abwehr. In den ersten 25 Minuten wurden die Bayern glatt überrumpelt.— In der Abteilung Nordwest sicherte sich die Eintracht Frankfurt ihre führende Position durch einen klaren 3:0(2:0)=Sieg über den SV. Waldhof, der als gefährlicher Rivale für die Frankfurter bezeichnet wurde. Auch der zweite Frankfurter Endspielteilnehmer, der Fußballsportverein, blieb in Saarbrücken siegreich. Er konnte in einem außerordentlich spannenden Kampf den FV. Saarbrücken mit 3:2(1:1) schlagen. Eine neue Enttäuschung bereitete der FSV. Mainz 06 seinen Anhängern. Er ließ sich auf eigenem Gelände von dem Saarmeister FK. Pirmasens mit 1:0 schlagen, der VfL. Neckarau brachte mit einem 4:0=Sieg über Wormatia Worms den erwarteten Sieg zustande. hsB. schlägt Viktoria Vor 10000 Zuschauern trafen sich am Sonntag in Hamburg die alten Rivalen HSB. und Auf Westb rutschtaner Rurspori um Weuenener In der Kölner Rheinlandhalle Rausch=Hürtgen gewinnen die„zehn deutschen Meilen“ Die Kölner Rheinlandhalle hatte mit ihrem ersten Berufsrenntag am Samstag in jeder Hinsicht einen vollen Erfolg zu verzeichnen. Sowohl in bezug auf den Publikumserfolg als auch sportlich ließ der Abend keine Wünsche offen. Fünftausend Zuschauer sahen ein von Anfang bis Ende jagdenreiches Rennen, das die Kölner Rausch=Hürtgen in überlegenem Stil an sich bringen konnten. Die Kölner fuhren vor allem taktisch ein ganz hervorragendes Rennen und man merkte ihnen die Strapazen der Dortmunder Sechstage nicht an. Wie schnell die Fahrt war, geht daraus hervor, daß die 75 Kilometer in 1:39:12 Stunden durchfahren wurden, was einen neuen Bahnrekord bedeutete. Vorher bestritten Oszmella=Steffes ein Mannschaftsomnium gegen van Kempen=van Hout. Die Kölner erwiesen sich sowohl in den Fliegerläufen als auch im Verfolgungsrennen glatt überlegen. Ein Punktefahren gewann Schmitz vor Krewer und W. Schorn. Ergebnisse: Zehn deutsche Meilen: 1. RauschHürtgen 36 Pkt.; eine Runde zurück: 2. Piet van Kempen=Schmitz 11; zwei Runden zurück: 3. Ziems=Perelaer 21; drei Runden zurück: 4. Oszmella=Schorn 21, 5. Meyer=W. Schorn 16, 6. Haegelsteens=Emets 3, 7. Miethe=van Hout 1, 9. Krewer=Dinale 2.(Maidorn=Lehmann aufgegeben.) Punktefahren über 30 Runden: 1. Schmitz 13 Pkt., 2. Krewer 6, 3. W. Schorn 3, 4. Rausch 3, 5. Maidorn 2.— Zeit: 5:43 Minuten. Mannschafts=Verfolgungsrennen: Fliegerfahren: Stefses schlägt van Hout mit 2 Längen in 10:7, Oszmella schlägt van Kempen mit einer Länge in 10:8.— Verfolgungsrennen: Oszmella=Steffes holen van Kempen=van Hout nach 17 Runden ein. Gesamtergebnis des Omniums: OszmellaSteffes 8 Punkte, van Kempen=van Hout 4 Pkte. Die Münsterschen Rennen Die Abschlußrennen der Münsterlandhalle in der Nacht vom Samstag zum Sonntag hatten den erwarteten großen Publikumserfolg aufzuweisen; die Halle war buchstäblich bis auf den letzten Platz besetzt. Sportlich war die Veranstaltung jedoch eine arge Enttäuschung, denn das Sechs=Stunden=Mannschaftsrennen brachte nur eine einzige ernstere Jagd, und zwar in der dritten Stunde. Es kam aber hierbei zu keiner Sprengung des Feldes. Später gab es noch einige kleinere Vorstöße. Schon während der ersten Stunde gab es einen Massensturz, bei dem Korsmeier sich einen Finger aufriß und aufgab. Wenig später stellte auch Schön wegen einer Quetschung die Fahrt ein, so daß Göbel=Vopel eine neue Mannschaft bildeten, die während der vorbezeichneten Jagd ihre Verlustrunde gutmachten. Zur Einleitung hatte es ein 100=RundenMannschaftspunktefahren gegeben, das von Niermann=Möllers mit 36 Punkten in 24:08,6 Min. vor Heyen=Wenning mit 32 Punkten gewonnen wurde. Ergebnis: Sechsstundenrennen: 1. Rieger=Tietz 111 Punkte, 242,720 Klm., 2. Göbel=Vopel 86 P., 3. Aerts=Haesendonck 70 P., 4. Damm-Dumm 64 P., 5. Ehmer=Kroschel 26 P.; eine Runde zurück: 6. Edeler=Petri 47, 7. Koch=Schäfer 16; drei Runden zurück: 8. Wawrick=Rolte 9 Punkte. „500 Runden“ in Basel Einen neuen Erfolg hatte der Dortmunder Sechstagesieger Pijnenburg mit seinem alten Partner Braspenning auf der Baseler Winterbahn im 500=Runden=Mannschaftsfahren zu verzeichnen. Die Holländer setzten sich in einer Jagd allein mit Rundenvorsprung an die Spitze und behaupteten sich bis zum Schluß gegen RichliBuschenhagen, Siegel=Thierbach und FundaGilgen. Belgien besiegt Itallen 3:0 Im Brüsseler Wintervelodrom gelangte am Wochenende der Radländerkampf Belgien— Italien zum Austrag, den die belgischen Vertreter ganz überlegen mit 3•0 Punkten gewannen. Im Fliegertreffen ließ sich der ausgezeichnete Scherens den Sieg vor Degraeve, Martinetti, Bergamini und Arlet nicht nehmen, und im Omnium schlug Haemerlinck den Straßenweltmeister Guerra knapp mit 4:5 Punkten. Ein Tandemverfolgungsrennen holte sich Ronße=Belgien sicher vor Alfredo Binda=Italien. Preußenmeisterschaften im Saalsport Anläßlich seines 41. Stiftungsfestes brachte die Spandauer Radsport=Vereinigung die Preußenmeisterschaften im Saalsport zur Durchführung. Den Titel im Einerkunstfahren errang wie erwartet der frühere deutsche Meister Guthschmidt-Caputh mit 272,5 Punkten. Die Meisterschaft im Zweier=Radball entschied nach zahllosen Vorkämpfen Stern=Stettin im Endkampf mit 5:4(4.2) über BlitzNeukölln 1 zu seinen Gunsten. Viktoria. Obwohl Harder gegen seinen früheren Verein den Angriff von Viktoria führte, gewann der HSV. doch mit 3:1(1:0) sehr sicher. Ein Tor schoß Dörfel vor der Pause. Nach dem Wechsel zog Viktoria aber gleich. Zwei weitere Treffer von Noak und Henneberg stellten den Sieg von HSV. sicher. Meister im Südbezirk wurde Arminia Hannover und im Weser=Jade=Bezirk Komet Bremen. Uspest siegte in Leipzig Die ungarische Fußballmannschaft Aipest Budapest gastierte am Samstag in Leipzig und feierte hier gegen die Spielvereinigung Leipzig nur einen knappen 3:1=Sieg. Etwa 8000 Zuschauer bekamen einen sehr schönen und flotten Kampf zu sehen In der ersten Halbzeit vermochten die Mitteldeutschen in Führung zu gehen und präsentierten sich in gane großer Form. Die Ungarn mußten alle Register ihres Könnens ausziehen, um die Leipziger in der zweiten Halbzeit schlagen zu können. Der Meisterschaftsfußball stand am Sonntag im Vordergrund des westdeutschen Sportprogramms. Immer umstrittener werden die Kämpfe, immer näher geht es den Entscheidungsstadien zu und immer klarer sondieren sich die Spitzengruppen von jenen Vereinen, die ihre Tabellenpositionen Zoll für Zoll verteidigen, um nicht rettungslos der Abstiegsgefahr zu verfallen. Auch im Westen— genau so wie im Reich — gab es am Sonntag Ueberraschungsniederlagen favorisierter Mannschaften und einen Niederschlag dieses Punktejagens auf der ganzen Linie möge nachstehend die Revue der Zahlen geben: Bergisch=Märkischer Bezirk: Fortuna Düsseldorf— Ratingen 04 4:1; Germania Küllenhahn— Solingen 95 5•0; SSV. Elberfeld— BC. 05 Düsseldorf 3:1. Gruppe 2: Schwarz=Weiß Düsseldorf— Gerresheim 08 2:3; Sportgem. Langerfeld— VfL. Benrath 0:2; SSV. Oberkassel— PfB. Hilden 03 1:4; SSVg. Barmen— Solingen-Gräfrath 3•2. Gruppe 3: Turn Düsseldorf— VfR. Ohligs 2:2; BV. 04 Düsseldorf— Eller 04 1:1; FT. Ohligs— Schwarz=Weiß Barmen 2:8. Rheinbezirk: Gruppe 1: Rhenania Köln— Preußen Dellbrück 2:3; SV. Baesweiler— Grün=Weiß Viersen 2:3; SC. Düren 03— Borussia Gladbach 1:1; CfR. Köln— SVg. Waldhausen 3:1. Gruppe 2: SpVg. Sülz 07— Kölner SC. 99 2:0; SC. Gladbach— Blau=Weiß Köln 2:0; VfB. Aachen— SV. Troisdorf 1:2; SV. Wickrath— Viktoria Rheydt 1:3. Gruppe 3: Tura Bonn— Rhenania Würfelen 0:0; SV. Siegburg— SV. Düren 2:1; Mülheimer SV.— Rheydter SV. 3:0; PfR. Köln— Vingst 05 3:0. Mittelrheinbezirk: Gruppe rechts: SV. Elz— Koblenz 1900 1:2; SC. Horessen— BfR. 07 Limburg verlegt; Engers— Metternich 3:3; FV. Neuendorf— Niederlahnstein 7:2. Gruppe links: SpVg. Andemach— BfB. Lützel 3:1; SC. Neuwied— Moselweiß Koblenz 4:1; LV. Mayen— Niederbieber 4:0; Preußen Koblenz— FC. Kottenheim 3:1; SC. Neuenahr— Rheinland Mayen 2:1. Niederrheinbezirk: Gruppe A: Duisburg 1900— SV. Kaldenkirchen 3:1; Meiderich 06— BfB. Bottrop 2:1; Duisburg 88— GSV. Mörs 0:8. Gruppe B: SV. Düssern— Duisburg 99 2:1; SVg. Sterkrade— SV. Osterfeld 1:0. Pokalspiele: Homberger SV.— VfB. Kleve 8:2; BV. Laar— Siegfried Ranten 3:0; Duisburger SV.— Meidericher SV. 1:3; Olympia Bocholt— FV. 08 Duisburg 0:4; Union Hamborn— SV. Wesel 6:1; Borussia Rheinhausen — Hamborn 07 1:6; Viktoria Oberhausen— BfL. Krefeld 2:2; Rasensport Krefeld— Sportfreunde Krefeld 1:5; Union Krefeld— Preußen Krefeld 3:1; PfL. Wedau— Rasensport Oberhausen 4:1; SpVg. Oberhausen— Spielklub Osterfeld 4:2; VsvB. Ruhrort— Preußen Buschhausen 4:0. Ruhrbezirk: Gruppe 1: Germania Bochum— STV. Werne 4:0; Sportfreunde Dortmund— Preußen Bochum 2:1; MBV. Linden— Tus Bochum 8:1. Gruppe 2: Essen— Schwarz=Weiß Essen 1:0; BV. Altenessen— Rot=Weiß Essen 5:1; Sportfreunde Essen— Gladbeck 2:1; Werden 08— Horst=Emscher 3:1. Gruppe 3: Union Gelsenkirchen— Schalke 04 0:2; Gelsenkirchen 07— Höntrop 2:2; Castrop 02— Westfalia Herne 4:4; SV. Rotthausen— Schalke 1896 1:1; Germania Herne— strop 1911—. Westfalenbezirk: Gruppe Ost: BfB. Bielefeld— Hammer Sp. Vgg. 2:3; SuS. Ahlen— Arminia Bielefeld 1:1; Teutonia Lippstadt— Westfalia Ahlen 3:0; Paderborn 08— Union Herford 2:4; SC. 08 Unna — Spog. Gütersloh 3:3. Gruppe West: Vikt. Recklinghausen— Spog, Herten 3:3; Westfalia Scherlebeck— SuS. Recklinghausen 2:3; Borussia Rheine— Union Recklinghausen 0:2; VfL. Osnabrück— Preußen Münster 0:2; Sparta Nordhorn— SC. 08 Münster 1:6. Südwestfalenbezirk: Gruppe 1: Hüsten 09— Lichtenplatz 0:1; Gevelsberg— Reheim 9:3; Hagen 1911— Hagen 72 2:2; Hagen 05— Milspe 6:0. Gruppe 2: Niederschelden—. VfB. Weidenau 2:0; Sportfreunde Siegen— Jahn Werdohl 3:2; BC. Siegen— SC. Brachbach 2:4. Hessen=Hannover-Bezirk: Gruppe Nord: Hermannia Kassel— Hessen Hersfeld 5:2; Spielverein Kassel— Einbeck 05 6:1; Northeim— Sport Kassel 1:0; Göttingen 05 — Grone 2:1. Gruppe Süd: Kurhessen Kassel— FV. Horas 4:1; Borussia Fulda— Germania Marburg 5:0, BfB. Gießen— Kurhessen Marburg 2:6; Ockershausen— Hessen 09 Kassel 1:7. Jusammenschluß im Berliner Schwimmsport Der schon vor einiger Zeit angekündigte Zusammenschluß der drei Berliner Schwimmvereine Schwimmsportverein, SC. Otter und SC. Berlin wurde am Sonntag in den Germaniasälen endgültig vollzogen. Der neue Verein nennt sich Schwimmsport=Vereinigung Berlin und gehört mit rund 700 Mitgliedern zu den größten Berlins. Olympiaprüfung der Kunstspringer Den zweiten Olympia=Vorbereitungskursus der Kunstspringer hielt der Deutsche SchwimmVerband am Samstag und Sonntag in der Heeressportschule Wünsdorf ab, zu dem die besten Berliner und mitteldeutschen Springer zugezogen waren. Unter Anleitung des Europameisters Riebschläger=Zeitz wurde am ersten Tage auf einem amerikanischen Brandsten=Brett (Holz) neuester Konstruktion geübt, während am Sonntag das deutsche Stahlbrett benutzt wurde. Die besten Leistungen zeigten Esser=Iserlohn, Kuhl=Magdeburg und Grasemann=Spandau. Es ist zu hoffen, daß sich die Springer durch derartige Kurse noch so weit verbessern, daß eine Entsendung deutscher Kunstspringer zu den Olympischen Spielen in Los Angeles möglich wird. Deutsche Boxniederlagen in Zürich Bei der internationalen Boxveranstaltung in Zürich mußten die deutschen Vertreter MetznerKöln und Stein=Berlin entscheidende Niederlagen einstecken. Der deutsche Doppelmeister Metzner war gegen den Philippinen Tiger Mendiola in der 7. Runde derart erschöpft, daß er den aussichtslosen Kampf aufgab, während der Berliner Federgewichtler Harry Stein von dem Franzosen Edwards in der 8. Runde nach voraufgegangenem Niederschlag bis S endgültig ausgezählt wurde.