ORRVUT Westhofener Zeitung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Di.„Schwerter Jeltung“ ascheilut wöchenlich seche meol. Bezugspreis halbmonatlich 1.20 Maik, Einzelnummer 15 Pfg. Druck u. Verlagvon C. Braus, Schwerte(Rube), Posschackkonten: Dormund 2632 und Hannover 2167a. Geschöftstells: Große Machstr. 3—3. Verantworlich fir de Scriltleltug 5. Cinur, Schwenz. Sanud urto Verbunden mit: Schwerter Tageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung Scweeter Volksblatt Zeitung Holzwickeder Zeitung Nostonpeate die die chlosthel memete i Ba, Auumgüge, finanzamtliche u. gerichtlche Anzeigen 10 Pig., Reklamezelle 40 P, Für teleson aufgegedens Inserate übernedmen wir keine Gewähr. Bei unvorhergesehn. Beiriedesthrungen, hervorgerusen durch böbere Gewalten, übernedmen wir heinertei Gewäbe für pünktliches Erscheinen der Jeitung u. kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersat oder Nachlieserung erboden werden dr diSarstetug 5. eizun, Stpen. Sanut une Schweeter Volksblat Tageblatt für die Stadt Schwerte und das Amt Westhofen Smp Kreisvlatt für den nördlichen Leit des Landkreises Zserlohn Schwerte(Ruhr), Freitag, den 5. Juni 1931 Jahrgang Deutscher Protest in Paris. wegen Ueberfliegens deutschen Bodens durch französische Militärflugzeuge. enb. Berlin, 4. Juni.(Eig. Rundf.=Meldg.) Wie wir erfahren, ist nunmehr festgestellt, daß es sich bei den Flugzeugen, die gestern vormittag um 9.45 Uhr über der Reede von Borkum gesichtet worden waren, um zwei französische Militärflugzeuge gehandelt hat. Die Flugzeuge, die aus Kopenhagen kamen, hatten Einflugerlaubnis für die Niederlande, aber keine Genehmizung für die Ueberfliegung deutschen Gebietes. Die deutsche Botschaft ist angewiesen worden, zuch in diesem Falle der Verletzung der deutschen Lufthoheit Protest zu erheben. Die Landtagsarbeit beginnt Wielet odz. Berlin, 4. Juni.(Tel.) Der preußische Landtag wird am Montag seine Vollsitzungen wieder aufnehmen, um vor allem den Vertrag mit der evangelischen Landeskirche zuverabschieden. Mit der Beratung soll auch das neue Pfarrerbesolungsgesetz verbunden werden. Am Dienstag wird voraussichtlich keine Vollsitzung stattfinden, damit der Hauptausschuß diese Vorlage vorberaten kann. Die zweite Beratung wird am Mittwoch, die dritte am Samstag nächster Woche erfolgen. Der Aeltestenrat wird am Montag noch die Einzelheiten des Beratungsplanes festlegen. Neben kleineren Vorlagen und Anträgen sollen auch die neuen Siedlungsgesetze zur Beratung gestellt werden. Der Aeltestenrat wird auch die Frage zu entscheiden haben, wann der Landtag zu seiner letzten Tagung vor der Sommerpause zusammentreten soll, um die Vorlage des Staatsministeriums über den Volksentscheid zu beraten. Man rechnet damit, daß diese Tagung in der Woche vom 22. bis 27. Juni stattfinden wird. Es sollen dann auch die Siedlungsgesetze verabschiedet werden. RSDAP verlangen Reichstagseinberufung vdz. Berlin, 5. Juni.(Funkspr.) Die nationalsozialistische Reichstagsfraktion hielt am Donnerstag im Reichstag eine Sitzung ab, in der sie zwei Entschließungen faßte. Die eine richtet sich gegen den„Terror marxistischer Mörderbanden“ unter Hinweis auf die Ermordung mehrerer Stahlhelmmitglieder und macht den Reichspräsidenten und die Reichsregierung auf die hierüber von Tag zu Tag wachsende Erbitterung nationaler Kreise aufmerksam. Die Fraktion müsse die Regierung für alle daraus mit Notwendigkeit entstehenden Folgen schon heute verantwortlich machen. Die zweite Entschließung beschäftigt sich mit der bevorstehenden Notverordnung. Ihr Schlußsatz lautet:„Die Reichstagsfraktion der RSDAP. legt gegen diese neuen, angeblich der Sanierung der Reichsfinanzen dienenden Maßnahmen feierlich Verwahrung ein, weil sie nur zur weiteren Verelendung der werktätigen Massen des deutschen Volkes und zur völligen Vernichtung der deutschen Wirtschaft führen, und verlangt zum Zwecke ihrer Aufhebung die sofortige Einberufung des Reichstages.“ Erwerbslosen=Anruhen wtb. Duisburg=Hamborn, 3. Juni.(Tel.) In dem Prozeß gegen die Erwerbslosen, die an den Tumulten am 6. Mai d. J. beteiligt waren, wurde heute das Urteil gefällt. Zwei Angeklagte wurden zu je acht Monaten, zwei weitere zu 7 und 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Ein Angeklagter wurde freigesprochen. Während der Gerichtsverhandlung kam es vor dem Amtsgericht zu größeren Menschenansammlungen. Als die Demonstranten der Aufforderung, auseinanderzugehen, nicht nachkamen, mußten Polizeibeamte mit dem Gummiknüppel vorgehen. Nach Bekanntwerden des Gerichtsurteils kam es zu heftigen ZusammenKöhen zwischen Demonstranten und der Polizei. dem Versuch der Menge, mit Pflastersteinen und Mülltonnen Barrikaden zu errichten, griff die Polizei ein. Da die Beamten mit Steinen beworfen wurden, gaben sie einige Schreckschüsse ab. Als daraufhin von Seiten der Demonstranten scharf geschossen wurde, erwiderten die Beamten das Feuer. Nach bisherigen Feststellungen wurden vier Personen durch Arm= und Beinschüsse verletzt. 71 Personen wurden zwangsgestellit wtb. Berlin, 4. Juni.(Funkspruch.) Wie wir hören, hat der Haager Gerichtshof, der vom Völkerbundsrat bekanntlich um ein Rechtsgutachten über den Plan einer deutsch=österreichischen Zollunion ersucht worden ist, inzwischen den beteiligten Regierungen, darunter auch der deutschen Regierung, seinen Beschluß über die Durchführung des Verfahrens mitgeteilt. Danach können die Regierungen bis zum Juli d. Is. dem Gerichtshof eine schriftliche Darstellung ihres Standpunktes einreichen. Nach Austausch der eingehenden Schriftsätze soll dann in der zweiten Hälfte des Monats Juli eine öffentliche Sitzung des Gerichtshofes stattfinden, in der die beteiligten Regierungen durch ihre Vertreter nochmals zu Wort kommen. Der Gerichtshof wird sein Gutachten daraufRauger-Sutuchten im August Die Durchführung des Haager Schiedsverfahrens in Sachen Zollumion hin voraussichtlich im Laufe des Monats August verkünden. Zum Vertreter der deutschen Regierung vor dem Gerichtshof ist der Universitätsprofessor Viktor Bruhn, Direktor des Instituts für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Berlin, bestellt worden. Vertreter im Haag wtb. Wien, 5. Juni.(Funkspruch.) Die österreichische Bundesregierung hat dem Ständigen Internationalen Gerichtshof im Haag davon Mitteilung gemacht, daß sie den ordentl. Professor an der Universität Bonn und den Honorarprofessor an der Universität Berlin, Dr. Erich Kaufmann zu ihrem Agenten ernannt habe, den sie mit der Wahrung des österreichischen Rechtsstandpunktes vor dem internationalen Gerichtshof betrauen wird. Stimsons Berimer Aufenthäft Senator Borah über die Bedeutung der Europareise des amerikanischen Siuulsserrelück „Do X“ nicht verunglückt Eine Falschmeldung, die von einem Absturz des Flugschiffes wissen wollte— Das Flugschiff setzt seinen Flug fort Das Reuter=Büro in London verbreitete gestern nachmittag eine aus Praia(Kapverdische Inseln) stammende Meldung, nach der das Flugschiff„Do*“, daß dort um 10.50 Uhr zu seinem Etappenflug nach Südamerika gestartet war, bald nach seinem Abflug in einer Entfernung von rund 60 Meilen vom Startplatz abgestürzt Diese Meldung hat sich glücklicherweise nicht bewahrheitet, denn einige Stunden später bringt Reuter schon folgende Meldung: „Do*“ nicht verunglückt? wtb. Paris, 4. Juni.(Funkspruch.) Neuter veröffentlicht eine neue Meldung aus Praia (Kapverdische Inseln), daß die Nachrichten über einen Unfall des Flugzeuges„Do*“ unzutreffend seien.„Do*“ sei auch nicht auf die Meersoberfläche niedergegangen. „Do*“ setzt seinen Flug fort. wtb. Paris, 4. Juni.(Funkspruch.) Havas meldet aus Lissabon: Die irrtümliche Nachricht von dem Absturz des deutschen Flugschiffes „Do*“ wurde von einem Dampfer verbreitet, dessen Mannschaft geglaubt hatte, das Flugschiff abstürzen zu sehen. Sowohl eine Mitteilung der Aero Postale Station in Paris, wie auch eine Meldung aus Lissabon bestätigen die Tatsache, daß das Flugschifs seinen Flug in Richtung auf das Südlap fortsetze. wtb. Washington, 5. Juni.(Tel.) Nach dem bisher ausgearbeiteten Programm wird Staatssekretär Stimson auf seiner Europareise am 21. Juli in Berlin eintreffen, wo er eine Woche bleiben wird, um Besprechungen mit deutschen Staatsmännern zu pflegen. Botschafter Sackett, der sich mit der„Europa“ auf der Rückkehr auf seinen Berliner Posten lffindet, erhielt Weisung, Stimsons Berliner Aufenthalt vorzubeVSter.". 1 der Stastele Senator Borah, mit dem der Staatssekretär den Plan seirer Europareise eingehend besprochen hat, erklärte heute, er begrüße diesen Entschluß als einen äußerst weisen Schritt. Genau wie Kelloggs Reise nach Paris zur Zeichnung des Kellogg=Paktes diesem großen Friedensinstrument erst die gebührende Bedeutung verliehen und den für die Befriedung Europas tapfer kämpfenden deutschen Außenminister Dr. Stresemann veranlaßt habe, trotz erheblicher politischer Widerstände und trotz seines sehr schlechten Gesundheitszustandes zum ersten Male den Boden der französischen Hauptstadt zu betreten, so werde Stimsons persönliches Erscheinen in den Hauptstädten der vier europäischen Großmächte außerordentlich zur Verbesserung der außenpolitischen Weltlage beitragen. Die vom Botschafter Gibson auf der letzten Tagung der Vorbereitenden Abrüstungskonferenz geforderte Mobilmachung der öffentlichen Meinung für Rüstungsbeschränkung in allen Waffengattungen sei hier in Washington vom Präsidenten Hoover anläßlich der Tagung der Internationalen Handelskammer in einer energischen Rede eingeleitet worden. Nunmehr werde Stimson diesen Appell nach Frankreich tragen und, selbst wenn er nicht aktiv an den einzelnen Beratungen teilnehme, doch starken Einfluß auf ein friedliches Zusammenarbeiten ausüben Sein Besuch in Berlin, das Stimson nicht kenne, werde gleichfalls für die Klärung der internationalen Prebleme von erheblichem Werte sein. Beginn des Geschäftsjahres 1931 erhöhen sich danach gegenüber 1930 auf 227,1 Millionen RM. Auf der Ausgabenseite konnten im Berichtsmonat größere Einsparungen erzielt werden. Die Ausgaben der Betriebsrechnung waren um rund 63 Millionen RM geringer als im April 1930, dennoch reichten die Betriebseinnahmen wiederum nicht voll aus, um die Ausgaben zu decken. Die Beutsche Reichsbann im April 1931 Starker Verkehrsrückgang wtb. Berlin, 5. Juni.(Funkspruch.) Im Güterverkehr der Deutschen Reichsbahn im April 1931 prägte sich der Tiefstand der deutschen Wirtschaft deutlich aus. Der Verkehrsrückgang gegenüber dem April des Vorjahres betrug 14 Prozent, gegenüber April 1929 sogar 26,5 Prozent und gegenüber April 1928 22,8 Prozent. Die Zahl der gestellten Wagen verzeichnet gegenüber dem Vormonat nur die geringe saisonmäßige Zunahme von 2,9 Prozent. Der Expreßgut= und Eilgutdienst war der Jahreszeit entsprechend lebhaft. Der Stückgutverkehr hielt sich etwa auf der Höhe des Vormonats. Im Personenverkehr brachte Ostern eine vorübergehende Belebung des Verkehrs. Im übrigen war der gesamte Reiseverkehr entsprechend der schlechten Wirtschaftslage während des ganzen Monats ruhig. Die Betriebseinnahmen stellten sich im April auf 326,44(Vormonat 329,43) Millionen Mark, wovon auf den Personen= und Gepäckverkehr 98,93(91,77) Millionen RM., auf den Güterverkehr 197.92(209,90) Millionen Reichsmark und auf sonstige Einnahmen 29,57 (27,76) Millionen RM. entfielen Die Ausgaben der Betriebsrechnungen stellten sich auf 278,83(Vormonat 284,28) Millionen RM, wozu wieder die Reparationssteuer mit 55 Millionen RM tritt. Einschließlich des Dienstes der neuen Schuldverschreibungen und Anleihen, sowie der festen Lasten ergeben sich Gesamtausgaben von 343.06(348.37) Mill. RM. Die Gesamteinnahmen im April hielten sich auf der Höhe des Vormonats; sie lassen erkennen, daß der Verkehr weiterhin ungünstig war und über die saisonmäßige Entwicklung hinaus eine bemerkenswerte Besserung nicht erfahren hat. Der Personenverkehr brachte entsprechend den vermehrten Osterferienreisen ein höheres Einnahmeergebnis. Im Güterverkehr kamen 12 Millionen RM weniger auf als im März; dieser Rückgang ergibt sich aus der geringeren Zahl der Werktage des Berichtsmonats. Die Einnahmen des Monats April bleiben im Personenverkehr um 13,0 Prozent, im Güterverkehr um 14.4 Prozent und die Gesamteinnahmen um 14,3 hinter den im Vorjahre erreichten Einnahmeziffern zurück. Die Gesamteinnahmeausfälle seit Ausnahmebestimmungen in der Salberacbnung? enb. Berlin, 4. Juni.(Eig. Meld.) Wie der „Börsencourier“ von unterrichteter Seite erfährt, ist in dem Notverordnungsabschnitt, der sich mit der Arbeitslosenversicherung beschäftigt, eine Ermächtigung für die Reichsregierung enthalten, einzelne Gewerbezweige von der Beitragspflicht zur Arbeitslosenversicherung unter gewissen Bedingungen zu befreien, bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Versicherungsleistungen an die betreffenden Arbeiter und Angestellten. Diese Maßnahme dürfte zunächst für den Steinkohlenbergbau zur Anwendung kommen, um eine Kohlenpreisherabsetzung um 6—7 Prozent und damit eine Produktionsbelebung herbeizuführen. Das Inkrafttreten der Notverordnung. enb. Berlin, 5. Juni.(Eig. Rundfunkmeld.) Ueber den Zeitpunkt des Inkrafttretens der neuen Notverordnung erfährt die Börsenzeitung, daß die Bestimmungen über die neuen Steuern und über die Gehaltskürzungen bei den Beamten mit dem 1. Juli wirksam werden sollen. Einige Bestimmungen über die Arbeitslosenversicherungsreform bedürfen einer gewissen Anlauffrist. Die Bestimmungen, in denen, wie z. B. bei den Mineralölen, eine Aenderung des Zollsatzes vorgesehen ist, treten mit dem Tage der Verkündung in Kraft. Bayern zieht seine Klage zurück enb. München, 3. Juni.(Eig. Meld.) Die Bayerische Volkspartei=Korrespondenz veröffentlicht eine Erklärung, die u. a. besagt: Bei der neuerlichen Besprechung— und zwar am Vormittag des 2. Juni— zwischen dem Reichskanzler Dr. Brüning und dem bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Held über die nunmehr wieder aufzunehmenden Schlichtungsverhandlungen zwischen den beiden Regierungen zeigte sich auf Seiten der Reichsregierung die Geneigt heit, nunmehr die sämtlichen Abänoerungen hinsichtlich des Steuervereinheitlichungsgesetzes auf dem Wege einer neuen Notverordnung durchzuführen. Da mit einer solchen, den föderalistischen Gedanken der Länder in wesentlichen Punkten Rechnung tragenden Abänderung des Steuervereinheitlichungsgesetzes ein Hauptziel des Kampfes gegen das Steuervereinheitlichungsgesetz verreicht ist, glaubt die bayerische Landesregierung, auf eine Durchführung der Klage beim Staatsgerichtshof verzichten zu können und wird deshalb unter ausdrücklicher Betonung und Aufrechterhaltung ihres grundsätzlichen Rechtsstandpunktes in toto zum gegebenen Zeitpunkt ihre Klage zurückziehen. Der neue Parteivorstand der 813 Wels— Crispin— Vogel. enb. Berlin. 5. Juni.(Eig. Rundf.=Meldg.) Die Wahl des Parteivorstandes der sozialdemokratischen Partei durch den Parteitag ergab für Otto Wels die größte Stimmenzahl. Crispin und Hans Vogel erhielten die gleiche Stimmenzahl. Der Kandidat der Opposition zum Vorsitzenden, der Reichstagsabg. Seydewitz, erhielt nur 54 Stimmen. Er ist nicht gewählt. Wiedergewählt wurden die bisherigen Sekretäre. Die Wahl der Beisitzer erfolgte nach dem Vorschlag des Parteivorstandes. Die bisherigen Mitglieder wurden wiedergewählt. Neu hinzugewählt wurden Breitscheid und Litke=Berlin. * Einberufung der sozialdem. Reichstagsfraktion. enb. Berlin, 5. Juni.(Eig. Rundf.=Meldg.) Der Vorstand der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion tritt, dem Vorwärts zufolge, zur Beratung der durch die neue Notverordnung geschaffenen Lage am kommenden Mittwoch zusammen. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion ist für Freitag einberufen. „Der Angriff“ für einen Monat verboten wtb. Berlin, 5. Juni.(Funkspruch.] Der Polizeipräsident teilt mit: Die nationalsozialistische Tageszeitung„Der Angriff“ wurde heute bis einschließlich 4. Juli 1931 auf Grund der Notverordnung des Reichspräsidenten zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen verboten. Das genannte Blatt hat trotz der eingehenden amtlichen Darlegungen über das sogenannte Femebuch erneut dem Polizeipräsidium Berlin eine Fälschung vorgeworfen. Weiterhin hatte das Blatt in Besprechung der Vorgänge anläßlich der Enthüllung des Schlageter=Denkmals zur Verprügelung Andersdenkender aufgefordert. Die vermißten Stahlhelmer Ein vermißter Stahlhelmmann wieder zu Hause eingetroffen. enb. Neustadt a. Hardt, 4. Juni.(Eig. Meld.) Ludwig Haumann, einer der beiden Stahlhelmleute, die an dem Breslauer Stahlhelmtag teilgenommen haben und, wie gemeldet, seit dem 31. Mai vermißt werden, ist wieder in seinem Heimatort, Neustadt a. H., eingetroffen. enb. Breslau, 4. Juni.(Eig. Meld.) Der vom Stahlhelm als vermißt gemeldete Stahlhelmer Haferland aus Soest i. W. ist, wie jetzt aus Soest mitgeteilt wird, garnicht zum Stahlhelmtag nach Breslau gefahren. Oesterreichische Studienreise nach Beutschland wtb. Beuthen, 5. Juni.(Funkspruch.) Am Donnerstag abend trafen aus Wien 34 Studentinnen und Studenten der Wiener Technischen Hochschule, Fakultät für Architektur, hier ein unter Führung des Dekans der Fakultät Prof. Theis und der Professoren Kraus und Oberbaurat Keller, um auf einer Studienreise durch Deutschland Oberschlesien zu besuchen. Im Konzerthaus fand eine schlichte Begrüßung der Gäste statt, wobei Oberpräsident Dr. Lukaschek eine kurze Ansprache hielt. Die Sanierung der vsierrrichischen Krronanstal wtb. Wien, 5. Juni.(Funkspr.) Die dem Reichsverband Deutscher Sparkassen in Oesterreich angeschlossenen Sparkassen gewährten der Oesterreichischen Creditanstalt einen neuen Kredit von 50 Millionen Schilling auf sechs Monate. Für diesen Kredit übernahm die Regierung die Haftung als Bürge und Zahler. Vor den spanischen Wahlen Beschlüsse des spanischen Ministerrats. wtb. Madrid, 4. Juni.(Tel.) Der Ministerrat hat das Wiedererscheinen sämtlicher Zeitungen gestattet. Der Ministerrat hat auch das Dekret über die Einberufung der Cortes gebilligt. Artikel 1 dieses Dekrets bestimmt, daß die verfassunggebenden Cortes aus einer einzigen Kammer bestehen, die, gewählt nach dem direkten allgemeinen Wahlrecht, am 14. Juli zusammentreten würde, um sich mit der Organisierung des republikanischen Systems zu befassen. Artikel 2 besagt, daß die verfassunggebenden Cortes sich mit der konstitvierenden und legislativen GeDie Reparationsfrage der internatienalen Airbeitskenferenz in Seuf wtb. Seuf, 4. Juni(Tel.) Der holländische Arbeitgebervertreter van der Bom stellte auf der heutigen Vollversammlung der internationalen Arbeitskonferenz die Frage der Reparationen und internationalen Schulden in den Vordergrund seiner Ausführungen. Er nahm auf die auch im Bericht des Internationalen Arbeitsamtes festgestellte Gleichgewichtsstärkung im internationalen Handel durch die einseitigen Belastungen, der verschiedene Staaten durch Reparationen und Schulden ausgesetzt sind, Bezug und erwähnte eine auch im Bericht des Internationalen Arbeitsamtes skizzierte Aeußerung des früheren italienischen Finanzministers de Stefani, der gesagt habe die Frage der Schulden und Reparationen müsse wieder aufgeworfen werden, nicht aus Wohlwollen für das eine oder andere Land, sondern aus allgemeinen Nützlichkeitserwägungen, die auch den Gläubigerstaaten zugute kämen. Diese Frage, führte der holländische Vertreter aus, gehöre gewiß nicht zur formellen Zuständigkeit der Internationalen Arbeitskonferenz, aber man könne an ihr nicht vorübergehen, denn sie habe einen gewissen Einfluß auf die Frage, mit der sich die Konferenz hauptsächlich zu beschäftigen habe, nämlich der Frage der Arbeitslosigkeit. Auch die Frage der Schulden und Reparationen müsse im wahrhaft internationalem Geist behandelt werden. Man dürfe nicht sagen, das sei eine politische oder wirtschaftliche Frage, die das Internationale Arbeitsamt nichts angehe. Es sei unmöglich, die beiden Punkte voneinander zu trennen. walt bekleidet erklären. Sobald sie gebildet sein würden, würde die provisorische Regierung ihr Amt an sie abtreten. Solange die neue Verfassung nicht in Kraft gesetzt sein würde, würden die Cortes das provisorische Staatsoberhaupt, den provisorischen Präsidenten der Republik, zu ernennen haben. Artikel 3 endlich setzt den Tag der Wahlen, wie bereits bekannt, auf den 28. Juni fest, und ein Artikel 4 bestimmt, daß, falls Stichwahl nötig sein sollte, diese Stichwahl am 5. Juli stattfinde. wtb. Madrid, 4. Juni.(Tel.) Der Ministerrat hat die Ernennung von Lopez Ferrer zum Zivilkommissar der spanischen Marokkozone vollzogen.— Im Hinblick auf die bevorstehenden Wahlen wurde das Wiedererscheinen der konservativen Zeitung ABC und des syndikalistischen Blattes Mundo Obrero gestattet. Die Regierung gibt der Erwartung Ausdruck, daß sich die Wahlen in voller Ruhe abspielen werden. Sei ist entschlossen, die Befolgung der Gesetze und die Freiheit der Stimmabgabe unbedingt zu gewährleisten. Die amerikanische Regierung über Theguett wtb. Washington, 4. Juni.(Funkspruch.) Einer Erklärung im Staatsdepartement zufolge betrachtet die Regierung der Vereinigten Staaten die Zusammenkunft in Chequers als eine rein private Unterhaltung zwischen den deutschen und britischen Staatsmännern. Trotzdem habe sie aber ein großes Interesse an dieser Konferenz, da sie ihr— gleichgültig, welches Resultat sich dort ergebe— einen bedeutenden Einfluß während der nächsten Monate beimesse. Die ägypt. Parlamentswahlen wtb. Berlin, 5. Juni.(Funkspr.) Nach einer Mitteilung der Königlich ägyptischen Gesandtschaft über das Ergebnis der ägyptischen Parlamentswahlen verteilen sich die 150 Sitze auf 83 Abgeordnete der Schaab=Partei(Aegyptische Volkspartei), 38 Ittehadisten, 17 Unabhängige und 8 Nationalisten, 4 Ballotagen stehen noch aus. In einer Presseerklärung betonte der Ministerpräsident, daß das bisher herrschende Regime durch die Gefolgschaft der Bevölkerung bestätigt worden sei. Lichtbildervortrag vor Dr. Brüning und Dr. Eurtius an Bord der„Hamburg“ enb. Hamburg, 5. Juni.(Eig. Rundf.=Meld.) Nach einem Funkspruch von Bord des Hapagdampfers„Hamburg“ wohnten gestern abend der Reichskanzler Dr. Brüning und Reichsaußenminister Dr. Curtius einem Lichtbildervortrag des Berliner Foto=Journalisten Dr. Erich Salomon bei, der den versammelten Passagieren in anregender Weise seine Erlebnisse mit der Kamera in Genf, London und im Haag schilderte und interessante Aufnahmen leitender Staatsmänner zeigte. König Hussein; wtb. Jerusalem, 4. Juni.(Tel.) Der frühere König von Hetschas, Hussein, ist heute vormittag in Amman(Transjordanien) gestorben. Abschluß der Tagung des Vereins Deutscher Zeitungsverleger wtb. Wien, 4. Juni.(Tel.) Im Verlauf des Festabends knüpfte Professor Wollf an die Worte des Altpräsidenten Hainisch an. Er skizzierte die geistige Funktion des Verlegers, der in vielen Fällen selbst sein eigener Chefredakteur oder redaktioneller Spezialist ist, der aber auch dann, wenn er nicht selbst zur Feder greift, als geistiger Schöpfer schon dadurch ausschlaggebend ist, daß er die Auswahl der Persönlichkeiten zu treffen hat, die als Redaktionsstab die Zeitungen zu gestalten haben. In diesem Zusammenhang sprach Professor Wollf von der leidenschaftlichen Hingabe an den Beruf, die unbedingte Voraussetzung des erfolgreichen Wirkens sei und von der Pflicht zur Wahrhaftigkeit. Diesem Gebot der Wahrhaftigkeit widerspreche es aber, wenn eine Zeitung in deutscher Sprache herausgegeben wird von Angehörigen eines anderen Volkes, die mit der deutschgeschriebenen Zeitung die deutschen Leser darüber zu tauschen suchen, daß sie ein fremdes Projekt vor sich haben. Es sprachen dann als Vertreter des schwedischen Zeitungsverleger=Vereins Dr. BjurmanStockholm und als Vertreter der sudetendeutschen ausländischen Presse Ritter von RohrerBrünn. Dann ergriff der Präsident des Nationalrats Dr. Karl Renner, das Wort. Er sprach als alter Parlamentarier davon, daß erst durch die Art, wie die Presse das im Parlament gesprochene Wort nach außen trage, die wirkliche Publizität des politischen Meinungskampfes gestaltet werde. Kommerzienrat Dr. h. c. Neven DuMontKöln gedachte der Freunde und Berufskollegen im benachbarten Auslande und der ausländischen deutschen Presse. Der Chefredakteue und Herausgeber der Wiener„Neuen Freien Presse", Dr. Benedikt, betonte, der Kongreß solle nicht auseinandergehen, ohne daß er seierlichst den Grundsatz der Unabhängigkeit der Presse betont habe und zwar Unabhängigkeit nicht nur gegenüber den Regierungen oder sonstigen Machthabern, sondern auch gegenüber dem schlechten Massengeschmack. Aus der Rede, die der Generaldirektor Victor Graetz auf dem Bankett hielt, das die österreichische Bundesregierung zu Ehren der deutschen Zeitungsverleger in der Wiener Burg gab, sei noch wiedergegeben: „Es war in den letzten Dezennien mit wenigen Ausnahmen die Regel, daß der Führer nicht seine eigene Meinung zur Geltung brachte, sondern deshalb Führer war, weil er an der Spitze von Menschen stand, deren Urteile er vertrat. Diese Art von Führern ist in der heutigen Zeit nicht mehr am Platze. Wir brauchen Persönlichkeiten, die fähig und bereit sind, anders zu denken als die Masse, die aber trotz ihres Ansehens auch den Mut haben können, ihre Gedankengänge zu äußern und durchzusetzen, Männer, die den Mut zur Unpopularität haben, denn unpopulär wird jeder sein, der von der Illusion zurückführt zur Wirklichkeit. Von ihnen wird es abhängen, ob unsere Kultur fortbesteht.“ Als Gäste nahmen an diesem Abend u. a. teil: Für die österreichische Bundesregierung der Vizekanzler und Außenminister Dr. Schober, Minister Ludwig. der Präsident des Nationalrates, Dr. Renner, und der Altpräsident Hainisch. für die deutsche Reichsregierung der Gesandte Dr. Rieth und Ministerialdirigent der Presseabteilung der Reichsregierung, Geheimrat von Kaufmann. Bei den Vertretern von Wissenschaft, Kunst und Wirtschaft bemerkte man u. a. Karl Schönherr, Anton Wildgans, den Präsidenten des Penklubs, Felix Salten und Clemens Kraus. Begrüßungstelegramme aus dem Auslande verlesen, darunter eins von Lloyd George und zahlreiche Glückwunschschreiben hervorragender europäischer und übereseeischer Zeitungsverleger. Am Donnerstag nachmittag begaben sich die Teilnehmer an der 37. Hauptversammlung des Vereins zur Besichtigungsreise in die Steiermark und in das Salzkammergut. Lohnverhandlungen im Ruhrberobau am 15. Juni wp. Essen, 4. Juni. Wie wir erfahren, hat der Zechenverband die Vertreter der Bergarbeiter zu Lohnverhandlungen über den zum 30. Juni gekündigten Lohntarif nach Essen eingeladen. In dieser unverbindlichen Besprechung wird wohl kaum eine Einigung erzielt werden können, sodaß es wohl zu Verhandlungen vor dem Schlichter kommt. Prof. Piccard in Brüssel wtb. Brüssel, 4. Juni.(Tel.) Professor Piccard ist in Brüssel eingetroffen. Eine große Menschenmenge begrüßte ihn begeistert. Ingenieur Kipfer, der nach Brüssel auf dem Luftwege zurückgekehrt war, traf mit Professor Piccard am Bahnhof wieder zusammen. Familientragödie wtb. Dortmund, 3. Juni.(Tel.) Ein hiesiger Bergmann war betrunken nach Hause gekommen und deshalb in Auseinandersetzungen mit seiner Ehefrau geraten. Im Verlaufe des Streites bedrohte der Betrunkene die Frau und die Kinder und wollte das jüngste, erst ein halbes Jahr alte, Kind aus dem Fenster werfen. In ihrer Angst und Verzweiflung grisf die Ehefrau nach einem Beil und brachte ihrem Mann schwere Kopfverletzungen bei. Er liegt im Krankenhaus auf den Tod darnieder. Furchtbare Bluttat einer geisteskranken Mutter Ihre vier Kinder mit der Axt erschlagen. wtb. Singen am Hohentwiel, 4. Juni.(Eig. Rundfunkmeld.) In plötzlich eingetretener geistiger Umnachtung hat die Ehefrau des Landwirts und Straßenwärters Emil Maier im benachbarten Dorfe Hilzingen heute früh ihre vier Kinder, während sie noch schliefen, mit einer Axt erschlagen. Die Kinder, von denen das älteste neun und das jüngste drei Jahre alt waren, sind kurz nach der schrecklichen Tat gestorben. Der Ehemann besand sich während der Bluttat seiner Frau im Stall, um das Vieh zu füttern. Die Geisteskranke wurde einer Heilanstalt überwiesen. Knabenmord in Berlin enb. Berlin, 4. Juni.(Eigene Meld.) Det Weichensteller Poßke machte gestern abend, als er gegen 22 Uhr vom Dienste in seine Wohnung in Berlin=Lichtenberg zurückkehrte, eine furchtbare Entdeckung. Sein 10jähriger Sohn Manfred, der aus der Ehe mit seiner ersten, von ihm geschiedenen Frau stammt, lag erdrosselt auf dem Fußboden der Wohnung. Eine Gardinenschnur war um den Hals des Knaben geschlungen, die Pulsader des linken Handgelenkes war durchschnitten. Man nimmt an, daß die jetzige Ehefrau des Weichenstellers, die mit ihm in Unfrieden lebte, die grausame Tat begangen hat. Sie hat gestern nachmittag gegen 16 Uhr die Wohnung verlassen und ist seither nicht wieder gesehen worden. Wahrscheinlich hat sie ein Sparkassenbuch über einen Betrag von etwa 1000 Mark, das in der Wohnung nicht gefunden wurde, mitgenommen. Zwei Todesurteile beantragt Auf die Mindeststrafe erkannt. wtb. Frankfurt a. d. Oder, 5. Juni(Funkspr.) Vor dem hiesigen Schwurgericht wurde gestern eine Familientragödie verhandelt, die sich im Oderbruch zugetragen hatte. Die Ehefrau Dronk aus Letschin und ihr Geliebter Lewandowski waren des Mordes an dem Ehemann Dronk angeklagt, den sie beide, als er eines nachts wieder seltunren war, in einen Graben gesturzt hatten, wo er den Tod fand. Der Staatsanwalt beantragte gegen die beiden Angeklagten wegen Mordes die Todesstrafe. Das Gericht verurteilte unter Annahme mildernder Umstände die Ehefrau zur Mindeststrafe von 5 Jahren Zuchthaus, weil sie unter dem Zusammenleben mit ihrem Mann schwer zu leiden gehabt habe. Lewandowski wurde als Mittäter gleichfalls zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Riesiger Petroleumbrand in Rumanten wtb. Bukarest, 4. Juni.(Tel.) Mehrere Reservoirs der Rumana=Raffinerie im Petroleumgebiet von Bacan, der größten PetroleumRaffinerie Rumäniens, wurden gestern vom Blitzschlag getroffen und explodierten. In wenigen Sekunden war die ganze Umgebung ein einziges Flammenmeer. Aus allen benachbarten Orten sind die Feuerwehren und Truppenabteilungen an die Brandstätte entsandt worden. Bis Mitternacht war jedoch noch keine Eindämmung des Riesenbrandes möglich. Da sich im Augenblick der Explosionen viele Beamte und Arbeiter an der Unglücksstätte Im Laufe des Abends wurden noch mehrere befanden, befürchtet man, daß viele von ihnen ums Leben gekommen sind. Nach weiteren Meldungen hat sich die Katastrophe so abgespielt, daß der Blitz zuerst in ein Reservoir, das 80 Waggon Rohöl enthielt, einschlug. Durch die Explosion griff dann das Feuer auf drei weitere Reservoirs mit 350 Waggon Oel über, die ebenfalls in die Luft flogen. Nach stundenlangen Bemühungen ist es nunmehr gelungen, den Brand zu lokalisieren. Der Schaden wird auf über 50 Millionen Lei geschätzt. Drei Arbeiter von Erdmassen verschatter wtb. Stockholm, 4. Juni.(Funkspruch.) In der Nähe von Gövle in Nordschweden waren heute früh vier Arbeiter in einer Tiefe von vier Metern mit Kanalisationsarbeiten beschäftigt. Plötzlich gerieten die Erdmassen ins Rutschen und begruben die Arbeiter. Nach dreistündiger Rettungsarbeit wurde ein Arbeiter lebend geborgen, die übrigen drei waren bereits tot. 76 Häuser in Pfkow abgebrannt wtb. Moskau, 5. Juni.(Funkspruch.) Wie aus Pskow gemeldet wird, sind bei einem Großfeuer 76 Hauser niedergebrannt. Die Entstehung des Brandes wird auf einen schadhaften Schornstein eines Hauses zurückgefeührt, von wo aus das Feuer infolge des starken Windes sich auf den ganzen umliegenden Bezirk ausdehnte. Ghandi verletzt sich an glühender Kohle. wtb. Bardoli. 4. Juni.(Funkspruch.) Ghandi hat sich eine Fußverletzung zugezogen, die jedoch nicht all zu schwerer Natur sein dürfte. Auf einem Spaziergange führte ihn der Weg über einen Eisenbahndamm. Dabei trat Ghandi versehentlich auf ein noch glühendes Kohlenstück. Er konnte aber den Heimweg noch zu Fuß zurücklegen. unglücken. Die letzten großen Katastrophen sind noch allzu frisch im Gedächtnis. Gerade sie spornten aber die Wissenschaft zu ihrem bedeutungsvollen Entschlusse an. Verzagende könnten meinen, hier nehme die Forschung den Kampf mit Gewalten auf, die sie wohl niemals dem menschlichen Willen werde unterjochen können. Dem ist aber nicht so. Denn ein Rückblick zeigt, daß Gelehrtenarbeit auch auf dem Gebiete des Bergbauwesens schon Wesentliches zur Bekämpfung der Unfälle beizutragen vermochte. Wenn auch, wie uns die Erfahrung in traurigster Weise lehrt, noch lange nicht genug. Bereits vor Jahrzehnten begann eine emsige Forschungsarbeit zur Bewältigung der Bergbauprobleme. Vor allem wurde die Schlagwetter= und Kohlenstaubforschung in Angriff genommen. Seit 1881 arbeitet eine „Schlagwetter=Kommission". Versuchsanlagen Eine tragische Kette erschütternder Unglücksfälle hat unser Gewissen wachgerufen. Und es läßt sich nicht mehr durch die trockene Feststellung beruhigen, daß heutzutage„nur mehr“. je 1,65 Millionen geförderter Tonnen ein Menschenleben erfordern, während der Bergmannstod noch vor vierzig Jahren die dreifache Ernte hielt. Wohl dürfen wir aber viel von dem„Generalangriff“ erhoffen, den die gesamte deutsche Forschung jetzt gegen die Bergwerksgefahren unternimmt. Unter dem tiefen Eindruck der verheerenden Bergwerkskatastrophen hat die Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft kürzlich einstimmig beschlossen, eine Forschungsgemeinschaft für die wissenschaftlichen Probleme des Kohlenbergbaues zu schufsen. Diese soll die Gefahren der bergmännischen Arbeit systematisch ergründen und so die wissenschaftlichen Grundlagen für einen zureichenden Schutz der Bergleute unter Tage gewährleisten. Die Bedeutung dieser Maßnahme läßt sich nicht hoch genug einschätzen; werden doch sämtliche wissenschaftlichen Kräfte aus allen Gebieten der einschlägigen Einzelforschung im Dienste der gemeinsamen Sache mobildiert. Solche Forschungsgemeinschaften hat die Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft im Laufe der letzten Jahre bereits in größerer Zahl organisiert. Es wurde damit eine neue Form der wissenschaftlichen Gemeinschaftsarbeit entwickelt. Der Gedunke, veresedene Seinheitlichen Vor.. Jwei Führer in diesem Kampf: lich nicht neu und in den gelehrten Gesellschaften(wissenschaftlichen Vereinigungen, vor allem Akademien) wurde seit jeher gemeinsame Arbeit geleistet. Neu ist aber, daß die Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft, von dem Gedanken beseelt, die Forschungsarbeit mit den berechtigten Wünschen der Öffentlichkeit zu durchtränken, nun Fragen aufgreift, deren Bedeutung für das Leben(Wirtschaft, Prof. Fritz Haber(rechts). wurden erbaut, um die Sicherheitsgrenzen für Sprengstoffe gegen Schlagwetter und Kohlenstaub zu prüfen. Man versuchte, die Sicherheitslampen und die Elektromotoren im Bergbau so zu konstruieren, daß gefährliche Zündungen verhindert werden. Zuletzt wurden die Probleme von Ursachen und Auswirkungen der In künstlichen Gruben über Tag, sogenannten Versuchsstrecken, die aus riesigen Kohren bestehen, werden Explosionswirkungen studtert. Arbeitsamt in Geuf, in einem großen Aufsatz begründet wurde, „insbesonders für die Erforschung und Verhütung der Explosions- und Seilfahrtgefahren im Bergbau von der größten Wichtigkeit sein werden.“ Die Früchte solcher Bemühungen sind bereits greifbar geworden. Die Bergbauforschungen der letzten fünf Jahrzehnte haben zu zahlreichen Betriebsverbesserungen geführt. Während in den Jahren 1881 bis 1890 je eine halbe Million Tonnen Kohle ein Todesopfer forderte, entfiel 1921 bis 1928 erst auf 1,65 Millionen Tonnen ein durch Explosion Verunglückter. Vergleicht man daher die Zahl der Unfälle mit der jeweiligen Kohlenfördermenge, so ergibt sich klar: die Zahl der Todesopfer bei der Gewinnung gleicher Kohlenmengen ist dank wissenschaftlich begründeter Verbesserungen im Bergbau auf weniger als den dritten Teil gesunken. Hierzu kommt, daß im Bergbau nicht allein durch Schlagwetter= oder Kohlenstaubexplosion Katastrophen entstehen, sondern daß z. B. der Riß von Förderseilen eine ständige Gefahrenquelle darstellt. Daher wurde in Bochum eine eigene Forschungsstelle errichtet, die sich nur mit der Schachtförderung befaßt. Unsere Kenntnisse von den Ursachen der Seilbrüche wurden weiterhin durch eine Gemeinschaftsarbeit der Notgemeinschaft, die der Metallforschung diente, gefördert. Sie hat Einblicke in die physikalischen Vorgänge bei der Verformung, Verfestigung und Kristallisation der Metalle und Legierungen vermittelt. So gelang es, einen Werkstoff zu erarbeiten, der die Anfertigung von höchstwertigen, d. i. sicheren Seiten gestattet. Da immer wieder erwähnt wird, solche Maßnahmen verteuerten den Grubenbetrieb gar zu sehr, drohten sogar ihn unrentabel zu machen, sei besonders betont, daß dieses neue, eine sichere Förderung gewährleistende Seil gleichzeitig weitaus wirtschaftlicher ist als das frühere unsicher=brüchige. Im Oberbergamtsbezirk Dortmund mußten noch vor einigen Jahrzehnten etwa 20 Prozent der Förderseile jährlich wegen Bruch abgelegt werden. Heute beträgt der Anteil der auszuscheidenden Förderseile ½ bis 1 Prozent. Wir sehen also, daß die Wissenschaft schon bisher vieles zur Verhütung von Unfällen im Bergbau geleistet hat. Dabei wurde noch nicht der Mitarbeit gedacht, die die Ministerien und ihre Unterstellen, die Chemisch=Technische Reichsanstalt, der Reichskohlenrat, das Grubensicherheitsamt, die Bergämter, die industriellen und gewerkschaftlichen Arbeitsstätten usw. leisteten. Auch sie vermochten vieles zu vollbringen, von dem die Öffentlichkeit kaum je etwas erfahren hat. Ebenso wurde seitens der chemischen und physikalischen Forschung ohne bewußten Hinblick auf bergbauliche Probleme manches zutage gefördert, das mit diesen Fragen innig zusammenhängt. Doch all dies ist nur Stückwerk. Im Mittelpunkt jeder Arbeit steht der arbeitende Mensch und so haben vor allem Arbeitsphysiologie und Hygiene sich mit dem Bergmann zu beschäftigen und jenen Bedingungen, von denen das Wohl und Wehe seines körperlichen und seelischen Befindens abhängt. Wobei wohl kaum erwähnt zu werden braucht, daß der Mensch selbst(z. B. seine Ermüdbarkeit) einen wichtigen Faktor der Sicherheit darstellt. An die weitere Erfolge verheißenden Errungenschaften bisheriger Forschungsarbeiten einerseits, an der mangelnden Zusammenarbeit aller tätigen Kräfte andererseits, knüpft nun die neue Gemeinschaftsarbeit der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft an. Professor Dr. Konen, Bonn, der Vizepräsident dieser großen Forschungsorganisation, hat anläßlich der Kundgebung, die bei der zehnten Jahresfeier der Gründung der Notgemeinschaft veranstaltet wurde, einen Aufruf an die Forschung und an die Öffentlichkeit zwecks gemeinsamer Bekämpfung der bergmännischen Gefahren gerichtet. Tags darauf wurde dann der Beschluß gefaßt, die geforderte Gemeinschaftsarbeit zu organisieren. Unter dem Vorsitz des Präsidenten der Notgemeinschaft, Exzellenz Schmidt=Ott, bildete sich unverzüglich ein vorbereitender Ausschuß, der nicht nur hervorragende Forscher heranzog, sondern auch Vertreter der Bergarbeiter und Grubenangestellten, die den Gelehrten praktische Winke geben und sie mit ihren Alltagserfahrungen unterstützen sollen.— Die Verhandlungen führten zu einem einheitlichen Feldzugsplan. Angesichts der gewaltigen Schwierigkeiten, die der Forscher im Kampfe gegen die Bergbaugefahren harren, galt es von vornherein für ausgemacht, daß man einzelne wenige Probleme herausheben, gleichsam Durchbruchspunkte suchen muß, von wo aus eine weitere Aufrollung der ganzen Problemfront möglich ist. Es erwies sich, daß gerade die wichtigsten Fragen zwischen den Einzelwissenschaften eingelagert sind. So beschloß man, von der physikalischen Seite her an das Problem der Explosions= und Verbrennungsvorgänge bei Kohlenwasserstoffen heranzugehen. Der berühmte Chemiker Geheimrat Professor Dr. Fritz Haber, Direktor des Kaiser=Wilhelm=Instituts für physikalische und Elektrochemie, hat auf diesem Gebiete gerade in den letzten Jahren Bahnbrechendes geleistet. Seine Mitarbeit und diejenige anderer Forscher gewährleistet schon in absehbarer Zeit Ergebnisse von praktischer Auswirkung. Den Medizinern erschien die Beleuchtungsfrage und damit im Zusammenhang die der Augenkrankheiten im Bergbau als die gegenwärtig wichtigste. Auch hier verheißt die Forschung Resultate, die es uns wenigstens ermöglichen werden, dem von allen ersehnten, dennoch aber nicht unerreichbaren Ziele näherzukommen: Schach dem Bergmannstod!„ 1 Dr. F. Pauisen. Technik, Betriebssicherheit und Gesundheit) als dringlich erkannt wurde. Indem die Notgemeinschaft solche Fragen in eine grundsätzlich lösbare Form bringt, richtet sie an eine ganze Reihe von Gelehrten die Aufforderung, ohne bürokratische Gebundenheit zusammenzuarbeiten. Programme der zu unternehmenden Einzelforschungen werden ausgearbeitet, Lücken in der Fragestellung durch Heranziehung weiterer Fachleute ausgefüllt und nicht zuletzt stellt die Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft auch jene Mittel bereit, die zu den Versuchen oder Untersuchungen unerläßlich und aus anderen Quellen nicht heranzuschaffen sind. Also auch in finanzieller Hinsicht stellen diese„Gemeinschaftsarbeiten“ einen wesentlichen Fortschritt dar, da sich bei der weitgehenden Durchorganisierung Doppelarbeiten mit Sicherheit vermeiden lassen. Aus allen bisher eingesetzten Gemeinschaftsarbeiten ragt diese neueste, die man einen„wissenschaftlichen Generalangriff auf die Bergwerksgefahren“ nennen könnte, aus mannigfachen Gründen noch besonders hervor. Es erübrigt sich wohl, durch Statistiken zu belegen, wie vinle alljährlich unter Tag verGrubenexplosionen in besonderen Forschungsanlagen studiert. Es erwies sich, daß weder sorgfältige Beobachtungen im Bergbau, noch Versuche in üblichen chemisch=physikalischen Laboratorien ausreichten. Daher erbaute man „Versuchsstrecken“, gewaltige Anlagen, die in der Hauptsache aus einem riesenhaften dickwandigen Rohr bestehen, das eine Art Stollen über Tag darstellt, und die künstliche (versuchsweise) Hervorrufung von Explosionen gestattet.— In Dortmund=Herne wurde im Sommer 1911 die erste derartige Versuchsstrecke in Betrieb genommen. Ihr folgten andere und man gewann wichtige Erfahrungen hinsichtlich der Umstände, die viele Bergwerksunfälle verursachen. Darüber hinausgehend, entschloß man sich, schon 1914 eine ganze Grube der Forschung für Versuchszwecke zur Verfügung zu stellen. Nach kangen Vorarbeiten wurde dann tatsächlich 1928 in Gelsenkirchen die frühere Zeche„Hibernia“ als Versuchsgrube der Forschung übergeben. Es handelt sich hier um ein in der ganzen Welt einzig dastehendes deutsches Forschungsinstitut, dessen Arbeiten, wie soeben von einem der berufensten Fachleute, dem Ingenieur D. Baage vom Internationalen 0 Solche Schrechenofzenen künftig zu verhüten, ist das Stei deutscher Wissenschaft. Der Hausherr von Chequers Danksagung Für alle Liebe und Teilnahme bei dem so unerwarteten Heimgang meines lieben Mannes, unseres guten Vaters danken wir herzlich. Frau Minna Ströder und Kinder. Schwerte, Im Juni 1931. 1759 Ca. 100 Zentner gesiebte 1749 rote Asche billig abzugeben, auch in kleinen Mengen. Künkler, Teleson 2702. Englands Ministerpräsident MacDonald mit seiner Tochter im Park seines Wochenendsitzes Chequers, in dessen ungezwungenem Rahmen sich die Besprechungen zwischen den deutschen und engischen Polikermn abspielen werden. Ueber das Werden des 15. Deutschen Turnfestes 1933 in Stuttgart gab das Mitglied des Presseausschusses der DT., Dr. Obermeyer(Stuttgart) ein anschauliches Bild in der Tagung der Gau=, Bezirks= und Vereinspressewarte in Hagen. Waren schon München und Köln Hochfeste des deutschen und turnerischen Gedankens, so soll und wird auch das 15. Deutsche Turnfest in der schönen wald= und rebenumkränzten Hauptstadt des Schwabenlandes, die schon 1918 als Feststadt ausersehen war, wiederum ein machtvolles Bekenntnis der Turnerschaft zu Einheit und Freiheit des Vaterlandes werden, auf das sich heute schon, trotz der Not und Schwere der Zeit, viele in deutschen Landen rüsten. Als erste Vorbedingung für das Gelingen der Vorarbeiten war der Zusammenschluß der Groß=Stuttgarter Turnvereine in einen Gau vorzunehmen, die bis dahin ziemlich zersplittert waren. Dies ist geschehen und es steht— nach Dr. Obermeyer— zu hoffen, daß bis zum Turnfest die Groß=Stuttgarter Turnvereine auch innerlich zu einem Gau zusammenwachsen.(Beachtlich namentlich auch für uns Märker!) Die zweite Vorbedingung war die Bildung eines Sicherheitsgrundstockes, der vom Vorstand der DT. in Höhe von 500000 Mark gefordert wurde. Auch diese Bedingung wurde geradezu glänzend gelöst trotz der Schwere der Zeit. So zeichnete die Stadt 200000 Mark, die Turnvereine der Stadt 260000 Mk., die Landturnvereine 102 000 Mark, zusammen also die Turn=Vereine von Stuttgart und Umgebung 362000 Mark, die Geschäftswelt über 100000 Mark, sodaß jetzt bereits ein Sicherheitsstock von etwa 656·000 Mark vorhanden ist. Geradezu rührend sei es oft gewesen, wi: gerade die kleinsten Landvereine bemüht gewesen seien, ihren Kräften angepaßt nicht hinter den großen Vereinen in der Zeichnung von Beiträgen zurückzustehen. Und als Hauptbedingung kam dann die Erstellung eines großen Festplatzes, der allen Anforderungen eines Deutschen Turnfestes genügt. Zwei Umstände kamen hierbei glücklich zustatten. Einmal verfügte Stuttgart bisher noch nicht über eine moderne Kampfbahn, kann also alle Wünsche des Turnausschusses und die Erfahrungen der beiden letzten Feste weitgehend berücksichtigen, zum anderen liegt fast im Herzen von Groß=Stuttgart ein riesengroßer Platz, der Kannstädter Wasen, auf dem seit unvordenklichen Zeiten das Kannstädter Volksfest gefeiert wird und der zum größten Teil Eigentum der Stadt, zum kleineren Teil des Staates Württemberg ist. Der Platz hat eine natürliche Begrenzung auf der einen Seite durch die Eisenbahnlinie nach Eßlingen, auf der anderen Seite durch den Neckar und die ansteigenden bewaldeten Höhen. An Hand eines übersichtlichen Planes zeigte Dr. Obermeyer den Pressewarten die geplante Bebauung dieses Platzes. Der Entwurf hierzu stammt von dem bekannten Architekten Prof. Dr. Bonnatz und sieht eine geradezu vorbildliche Aufteilung für die Zwecke des Turnfestes sowohl als auch für eine Kampfbahn von geradezu idealer Anlage vor. Die große Festwiese wird fast 300 000 Zuschauern Platz bieten. Die Rundbahn wird 45000 Zuschauer fassen. Alle Uebungs= und Stellplätze stehen miteinander in kürzester Verbindung. Die den Platz durchschneidende Straße erhält eine Breite von 81 Meter, woraus sich wohl die Größe des ganzen Geländes ersehen läßt. Für die Bauarbeiten stellte die Stadt Stuttgart u. a. aus Mitteln der Erwerbslosenfürsorge 1½ Millionen Mark bereit. Die Stuttgarter Bürgerschaft ist schon heute voll Erwartung, die Turner aus dem Reich zu empfangen. Mögen auch unsere Vereine, soweit es noch nicht geschehen ist, unverzüglich daran gehen, Reisekassen zum Turnfest ins Leben zu rufen. Nur so wird es möglich sein, daß der einzelne bei den schwierigen Zeitläuften sich eine kleine Rücklage für die Reise 1933 ins Schwabenland sichert. Prrupisch kurr katsch! Massentouerie Es ist höchste Zeit die Erneuerung der Lose für die 3. Ziehung vorzunehmen. Carl Braus Bahnhofstraße 3 Samstag. den 6. ds. Mts., vorm. 8 Uhr, wird auf der Freibank das Ciersch, einer Kuh verkauft. Schlachthotverwalbung. „ heilt Bihenmo=, Herz.= Rasen= und Halskraukheiten, Skrofulose, Fraumleiden. Starke Sol= und natürliche Kohlensäurebäder. Inhalatorien neuestem Systems. Den: Kurhaus mit erstlassig eingerichteten Logierzimmneen und Badezellen. Mäßige Preise. Auskunft erteilt: Badeverwaltung Bad Sassendorf 3, Kreis Soest in West., Fernruf Soest Nr. 29. Sie schaffen sich eine sichere ERISTENZ durch Einrichtung einer Bügelstube mit unserer Heißmangel Kleine Anzahlung. 18 Monatsraten. Vertreterbesuch unverbindlich. 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In diesen Worten des großen Menschenkenners der Antike liegt eine tiese Wahrheit. Denn man soll nicht bloß reden können, sondern auch reden sehen, um prüfen und urteilen zu können. In der Aufregung verliert die Stimme ihre normale Tonfarbe, gewöhnlich wird sie tiefer, man beginnt, wie es heißt, heiser zu sprechen. Häusiges Zucken der Oberlippen läßt darauf schlieben, daß der Mensch leicht erbittert, also wenig umgänglich ist. Kneift er die Lippen ungewöhnlich oft zusammen, so liegt bestimmt Eigensinn vor, überhaupt darf man annehmen, daß ein Mensch um so lebhafter und leidenschaftlicher ist, je lebhafter das Mienenspiel erscheint, mit dem er seine Rede begleitet. Das neue Heft der „Gartenlaube“ bringt einen interessanten Aufsatz über die Kunst der Menschenbenbachtung: Mimik des Alltags, dem wir diesen kurzen Ausschnitt entnehmen. 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Das erste Kabinettsmitglied, das nach dem Kriege in amtlichem Auftrage wieder Fuß auf englischen Boden setzte, war der Reichsaußenminister Dr. Simons als Mitglied der Regierung Fehrenbach, die vom 21. Juni 1920 bis zum 10. Mai 1921 am Ruder saß. Abstimmung in Ostpreußen und Oberschlesien, die dortigen Polenaufstände, die Londoner Konferenz und der Kommunistenaufstand in Hamburg, Mitteldeutschland und im Ruhrgebiet sind die kennzeichnenden Geschehnisse ihrer Wirkungszeit. Der Reichsaußenminister wurde auf Wunsch der Entente zum 1. März als Vertreter Deutschlands bei der Londoner Konferenz entsandt, die über den Pariser Zahlungsplan zu befinden hatte. Der war im Verlauf einer Entente=Konferenz vom 24. bis 29. Januar unter entscheidender Mitwirkung des französischen Finanz= #rinisters Doumer, jetzigen Präsidenten der frauzölischen Republik, und des englsichen Premierministers Lloyd George entstanden. Während Doumer die Zahlung von 200 Milliarden Goldmark von dem Deutschland der rasend zunehmenden Inflation in 30 Jahren verlangte, einigte man sich schließlich auf den„milderen“ Vorschlag von 42 Jahreszahlungen, beginnend mit zwei Milliarden Mark und steigend bis 6 Milliarden Mark in den letzten 31 Jahren. Außerdem sollte noch ein Ausfuhrzuschlag von 12 Prozent erlegt werden. Der Versailler Revolver wurde erhoben mit der Drohung der Aufhebung der Räumungsfrist der Rheinlande, Neubesetzungen, Strafzollherrschaft im Rheinland, Einspruch gegen die Aufnahme in den Völkerbund. Mit dem Hinweis auf die vertragswidrige wirtschaftliche Versklavung Deutschlands und die Aufbrinhkeit von 226 Mill „Wert“ des Plans, lehnte die deutsche Regierung am 1. Februar die Pariser Beschlüsse ab. Simons wiederholte die Stellungnahme in London und legte den deutschen Gegenplan einer Gesamtzahlung von 50 Milliarden Mark unter Ansatz von 20 Milliarden für die bisherigen Leistungen vor, bei einer Jahresleistung von einer Milliarde Goldmark im nächsten Jahrfünft in Form von Sachleistungen und Uebernahme der Mobilisierungsanleihe von acht Milliarden Mark. Dieses sehr weitgehende Angebot verband Deutschland nur mit der Bedingung der Entlastung von der Kriegsschuldlüge, der Beibehaltung Oberschlesiens und der Beseitigung der Ausfuhrunterbindungsmaßnahmen. Lloyd George antwortete am 3. März in hemmungslos scharfer Rede, daß die deutsche Kriegsschuld die Grundlage aller Zahlungsforderungen sei und schon im Hinblick auf die damit eintretende Hinfälligkeit der Finanzansprüche nicht aufgegeben werden könne. Weigere sich Deutschland, zu zahlen, dann würden die Sanktionsmaßnahmen eintreten. Simons machte, unter direkter Drohung, über die ihm erteilten Vollmachten weit hinausgehend, einen neuen Vermittlungsvorschlag, bekam aber von Lloyd George zu hören, daß nun„leider“ die Besetzung von Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort angeordnet sei. Sie erfolgte unter gleichzeitiger Beschlagnahme der im besetzten Gebiet aufkommenden Zölle und der Errichtung einer Zollgrenze gegen Deutschland schon am 8. März. Der Reichstag billigte damals die Ablehnung der Pariser Bedingungen dennoch mit 268 Stimmen aller Fraktionen gegen 49 der Unabhängigen und der Kommunisten. Die Reparationskommission setzte, mit Milliarden umspringend wie Kinder mit Knickern, die Gesamtschuld Deutschlands auf 132 Milliarden Mark fest, Deutschland verweigerte die Anerkennung auch dieser Summe, rief auf der Grundlage seines Vorschlags vergeblich Amerika als Vermittler an und sah sich am 5. Mai unter dem Druck des Londoner Ultimatums gestellt, das im wesentlichen mit einer Besetzung des Ruhrgebiets drohte. Am 10. Mai wurde es mit 220 Stimmen der Sozialdemokraten des Zentrums 17 Demokraten, 6 Volksparteilern, 2 Bayerischen Volksparteilern und einem Kommunisten gegen 172 Stimmen angenommen. Die Regierung Fehrenbach stürzte, Wirth löste sie als Erfüllungskanzler ab. Als Nachfolger Simons' kam Stresemann zur Unterzeichnung des Locarnovertrages am 1. Dezember nach London. Er hörte nicht die Kkiegsdrommeten des Lloyd George, sondern die Friedensschalmeien Chamberlains, wurde nicht mit einem unsinnigen Ultimatum vor den Kopf gestoßen, sondern durfte in der Londoner Guildhall den Trunk aus dem Freundschaftsbecher tun. In Wahrheit ist das sein Todestrunk gewesen; denn Stresemanns Nerven und Gesundheit gingen ohne Zweifel zu Bruch, weil die Locarnoversprechungen sich als grobe Täuschungen erwiesen, nicht die Rheinlandräumung brachten und Deutschland ohne Nutzen auch den Trumpf des Völkerbundseintritts aus der Hand Ie 10 Brüning und seine Begleitung sollen zu Chequers nun die Freuden des englischen Landlebens kennen lernen. Das geschieht unter erschreckend gleichen Daseinsverhältnissen Deutschlands wie vor zehn Jahren, der Zeit einander jagender politischer Morde und anderer Zusammenbruchserscheinungen. Damals höhnte Lloyd George, daß die Mobilisierung der acht Milliarden ja eigentlich ein Griff der Entente in ihre eigenen Taschen zugunsten Deutschlands sein würde. Heute bietet man uns Milliardenkredite aus dieser Tasche an, die wir nicht mehr nehmen dürfen, weil wir sie nicht einmal verzinsen können. MacDonald und Henderson werden die Vertreter Deutschlands nicht mit Stirnrunzeln, sondern mit Lächeln anhören. Aber auch dahinter verbergen sich immer noch Versailler Diktat, Pariser Beschlüsse, Londoner Ultimatum, Lebensbedrohungen Deutschlands. Ebenso wie Simons hat Brüning die Aufgabe, ein großes Nein nach England zu tragen. Aber diesem Nein darf nicht der Widerruf durch eine Erfüllungspolitik folgen. Die hat sich totgelaufen. Die Welt kann von nun an nicht mehr auf den Erfüllungswillen rechnen, sondern muß sich mit Deutschlands Lebenswillen abfinden. Spannung zwischen Finnland und Rußland hat kürzlich dem finnischen Gesandten in Moskau eine Protestnote überreicht und diese Maßnahme durch Truppenzusammenziehungen an der finnischen Grenze, Uebungen russischer Kriegsschiffe in Aeransgrund und Vordringen russischer Flugzeuge über finnisches Hoheitsgebiet unterstrichen. Die Sowjets beanstanden von großfinnischer Seite in Helsingfors veranstaltete Kundgebungen, die in der Forderung gipfelten, Ingermanland, Ostkarelien und die Kolahalbin= sel Finnland einzuverleiben. Schon in dieser Uebertreibung des erhobenen Anspruchs zeigt sich, daß seine Urheber nicht sehr ernst zu nehmen sind. Die Russen fühlen sich allerdings auch dadurch gekränkt, daß es Großfinnen gestattet wurde, in einem Demonstrationszug an der Sowjetgesandtschaft vorbeizumarschieren. Sie sind ferner über die Agitation der Lappoleute gegen die finnisch=russischen Handelsbeziehungen entrüstet, und schließlich beschweren sie sich darüber, daß jene finnischen Nationalisten, die seinerzeit eine Anzahl Kommunisten über die Grenze nach Rußland geschafft haben, nicht bestraft wurden. Die Ausstellungen der Sowjets beantworten die Finnen auch ihrerseits mit Klagen. Sie erheben zunächst Einspruch gegen die Verschleppung von 8000 finnischen Bauern aus Ingermanland nach Sibirien. Ferner verlangen sie die Einlösung der 1920 im Frieden von Dorpat übernommenen Verpflichtung, Ostkarelien Autonomie zu gewähren. Resignation General Wrangel, der„Weiße General" Rußlands, lag in Brüssel krank darnieder. Seine Freunde behaupteten, er sei von seinen bolschewistischen Feinden vergiftet worden. Ob das nun den Tasachen entsprach oder nicht, jedenfalls antwortete er einem Interviewer auf die Frage nach seinen weiteren Plänen:„Wenn ich Pläue machen wollte, dürfte ich nur noch Eier in der Schale essen. Ich habe aber einen viel zu gesunden Appetit.“ es mit 220 Stimmen der Sozialdemo= über, daß jene huttger—e Enne eizige Schlechts Kulleesohnlle kann den ganzen Kaffee verderben... Trinken Sie den vorzüglichen Kälfee rlag. Jede Döhne ist auserlesene Gudlitat. Dabei ist Kaffee Hag coffeinfrei und vollkommen unschädlich. Der Moro-Konzern ROMAN VON A. WETRAUCH goprigtr hr. Merig Feuchtganger, Hate Grais 34. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Wir dachten uns gleich, daß diese Angaben des Mannes nur Erfindungen sind, um den Verdacht, daß er mit dem Verschwinden des Reeders in Verbindung steht, abzulenken.“ „Da hat er wohl gar noch mich verdächtigen wollen!" bemerkte Moro mit geringschätzigem Lächeln.„Sehr gewandt hat er dies aber nicht angefangen. Hätte ich wirklich die Hand im Spiele gehabt bei jenem traurigen Falle, so ständen mir wohl andere Möglichkeiten zu Gebote, das geraubte Geld einzuwechseln als durch einen mir fremden Menschen in Berlin. Eine solche Dummheit wird man mir wohl kaum sutrauen.“...sten Her, M.rs „Genau, was wir auch sagien, Herr Moro“, lächelte der Beamte verbindlich.„Aber wir mußten den Angaben dieses Menschen natürlich nachgehen und Sie daher hierher bemühen.“ „Ich habe übrigens bei einer früheren Vernehmung bereits ausgesagt, daß mir in jener Nacht auf dem Dampfer eine Gestalt auffiel, die sich mehrmals in der Nähe unserer Kabinen zeigte. Vielleicht findet sich hier die Erklärung.“ „Sie kommen mir mit dieser Bemerkung zuvor, Herr Moro“, erwiderte der Beamte mit leichter Verbeugung.„Ich wollte eben die Frage an Sie stellen, ob der Pole mit jener Gestalt wohl indentisch sein mag. Wir können Ihnen den Mann gegenüberstellen.“ „Das ist nicht nötig.“ Ich sagte Ihnen, daß er bei mir war, um mich anzubetteln. Ich habe ihn bei dieser Gelegenheit genau gesehen. Die Gestalt könnte stimmen. Das Gesicht aber konnte ich bei der in jener Nacht auf dem Dampfer herrschenden Dunkelheit nicht erkennen. Und übrigens würde die Tatsache, daß der Mann Geld von mir wollte, dagegen sprechen, daß er an dem Verbrechen beteiligt ist.“ „Durchaus nicht, Herr Moro. Es kann sich um die Vorbereitung irgendeiner Erpressungsaktion gehandelt haben, denen ja Finanzleute immer ausgesetzt sind. Was übrigens die Identität des Polen mit jenem Manne betrifft, der sich auf dem Dampfer bei den Kabinen zu schaffen machte, so haben wir da noch den Schiffsoffizier, der um Mitternacht einen Menschen unter Deck wies, der sich trotz des Sturmes noch oben aufhielt. Vielleicht vermag der Aufklärung zu bringen.“ Moro war entlassen. Die Aussagen von Kraatz deckten sich in allen Teilen mit denen seines Chefs. Wie man später erfuhr, glaubte der mit dem Polen konfrontierte Offizier in diesem den Mann wiederzuerkennen, den er in jener Nacht auf Deck getroffen und nach unten verwiesen hatte. Die Angaben des Polen erschienen nach jeder Richtung hin unglaubwürdig, und die Annahme, daß man in dem Manne den Mörder oder einen der Mörder des Reeders festgenommen habe, schien sich bewahrheiten zu sollen. ** Brandts Lage hatte sich während dieser Zeit nach keiner Richtung hin gebessert. Moro hatte seiner Nichte, auf deren wiederholte Bitten, die Erlaubnis zu einem Besuch bei dem Verhafteten erwirkt. Das Wiedersehen war für die beiden Liebenden erschütternd. Obwohl Rolf kaum mehr an eine Rettung zu glauben wagte, zeigte er sich dem Mädchen gegenüber doch ruhig und zuversichtlich, um ihm das Herz nicht noch schwerer zu machen. Alle Schritte, die zur Rettung des Geliebten unternommen worden waren, berichtete Katscha diesem und beriet mit ihm, was noch weiter geschehen könnte. Sogar auf den Gedanken, ihrem Verlobten zur Flucht zu verhelfen, kam das geängstigte Mädchen; doch wies dieser ein solches Anerbieten sofort entschieden zurück, da es selbst im Falle des Gelingens nur geeignet sei, ihn noch verdächtiger zu machen, ihm aber weit mehr daran liege, seinen ehrlichen Namen als die Freiheit wiederzugewinnen. Tief entmutigt, mußte sich das Mädchen schließlich zurückziehen.. Dem Gefangenen war das bedingungslose Vertrauen der Geliebten der beste Trost. Aus ihm schöpfte er neue Kraft, in seiner furchtbaren Lage auszuharren. Katscha aber war nicht müßig. Immer mehr bemächtigte sich ihrer das Gefühl, daß der von Moro mit der Rettung ihres Verlobten betraute Detektiv seiner Aufgabe keineswegs gewachsen sei, ja, diese sogar lässig behandle. Die langen, aber inhaltsarmen Berichte, die er vorlegte, ließen in dem Mädchen sogar den Argwohn reifen, daß der Mann bestochen worden sein könnte, die Angelegenheit zu verschleppen. Obwohl es sich nur um ein dumpfes Empfinden handelte, trug sie diese ihre Sorge doch ihrem Onkel vor. Dieser lachte sie zwar aus, indem er versicherte, ein Beamter lasse sich doch nicht einfach bestechen; doch versprach er, denselben zu intensiverer Tätigkeit anzuhalten. Die dann folgenden Berichte weckten denn auch neue Hoffnungen. Von einem wirklichen Fortschritt aber konnte trotzdem nicht die Rede sein. In ihrer Not fuhr Katscha zum Grafen Schonburg, dem sie ihre Gedanken und Befürchtungen offenbarte. Der Graf wurde sehr ernst. Und als das Mädchen ihn schließlich mit bewegten Worten anflehte, er möchte ihr doch helfen und seinen besten Freund nicht im Stich lassen, da versicherte er ihr, alles zu tun, was in seiner Macht stehe, und müßte er selbst zu den äußersten Mitteln greifen. „Was meinen Sie mit äußersten Mitteln, Herr Graf?“ fragte das Mädchen, das sich an jeden Strohhalm klammerte und in diesen ihr nicht recht klaren Worten eine Möglichkeit der Rettung für den Geliebten vermutete. „Nun!“ meinte der Graf ausweichend,„es gibt doch Schritte, zu denen man sich nur im letzten Moment entschließen wird. Ich müßte mir natürlich doch selbst darüber klar werden, was da in der äußersten Not zu unternehmen wäre. An den Freund aber sollen Sie, gnädiges Fräulein, nicht vergeblich appellieren. Was in meiner Macht liegt, wird geschehen, Rolf zu retten.“ Etwas hoffnungsvoller kehrte Katscha von diesem Besuch zurück. Die nächsten Wochen vergingen jedoch, ohne eine Entlastung des unter so schwerem Verdacht stehenden Ingenieurs zu bringen, und immer näher rückte der Tag der Entscheidung, die, so schien es allen, nur in einer Richtung fallen konnte. Nicht nur die mit der Untersuchung betrauten Stellen, sondern auch die Oeffentlichkeit neigte immer mehr der Ueberzeugung zu, daß man in dem Ingenieur in der Tat den Mörder des Grafer gesaßt hatte.(Forts. folgt.) Sgsen. Toc Schwerte(Ruhr), den S. Juni 1931. Aus deutschem Waldgebirge Von hohen Kammwegs weichem Band Glückselig weites Schauen! Du schönes, liebes, deutsches Land Voll tiefem Wälderblauen! Die Welt in spätem Abendschein. Beruhigt alle Weiten. Ein schmaler Waldsteig fängt mich ein Aus gold'nen Höh'n und Breiten. Tännchen an Tännchen reckt sich grad Und greift mit seinen Händen. Schlank wie ein Rehlein schleicht der Pfad Zwischen den grünen Wänden. Und dann,— durch schweigendes Geäst, Schon blinzelnd, schlummertrunken, Mein Städtchen, in sein Talesnest Grundtief hineingesunken! Stündchen auf dem Balkon Oh, wie schön ist eine Abendstunde in der Loggia oder auf dem Balkon! Draußen verebbt die Hast des schaffenden Tages; gemütlicher und froher sind die Menschen, welche die Feierabendstunde genießen und nach oft glühendheißem Tage der wohligen Kühle, die sich nach dem Sonnenuntergang bemerkbar macht, teilhaftig werden. Das Leben und Treiben„da drunten“ zu beobachten, hat für viele Menschen einen besonderen Reiz. Hierzu kommt, daß das Auge nicht so geblendet, der Körper nicht so erhitzt wird als am Tage. Auch das Abendessen mundet oft vorzüglich in der frischen Luft. Ein wenig Zeitungslektüre ist auch nicht zu verachten. Hier schaffen fleißige Hände noch an einer Handarbeit, da wird Karte, Dame oder Schach gespielt, dort ruht ein Einsamer und wandert ins Reich seiner Träume. Die junge Romanleserin legt eifrig ein Blatt um das andere herum: der alte Herr besieht sich seine Kakteen, Pelargonien oder Petunien und gießt dabei vielleicht auch mal einem Straßenpassanten eine kleine Erfrischung auf den Kopf. Musik verbessert oder verbösert die abendliche Ruhestunde. Rosendüfte aus dem Garten steigen herauf bis zum Balkon. Und diese drahtlosen Telefongespräche von einem Herrschersitz zum andern!„Frau Müllern, sind Sie auch heute draußen?“—„Ja, Frau Schulzen, ick will mir die Welt en bisken von oben betrachten!“—„Recht so; wissen Sie denn schon, daß die Frau Neumann das Reißen und die Frau Altmann wieder was Kleines hat?"— Und so werden von einer hohen Warte zur anzeren mannigfache Neuigkeiten ausgetauscht, bis es immer dunkler, immer kühler und stiller wird und endlich die Balkone wieder schweigend in die Nacht hängen... Bekämpfung der Schund= und im Bahnhofsbuchhandel Es ist erfreulich, daß auch von Seiten der Reichsbahn der Kampf gegen Schund und Schmutzschriften ausgenommen wird. In letzter Zeit ist mehrfach diese Stellungnahme der Reichsbahn hervorgetreten. Darüber hinaus hat die Deutsche Reichsbahngesellschaft den Verein Deutscher Bahnhofsbuchhändler ersucht, seine Mitglieder anzuhalten, erotische Zeitschriften, die in anreißerischer und abstoßender Weise auf den Umschlagsseiten nackte oder halb bekleidete Körper darstellen, nicht öffentlich zum Aushang zu bringen. Man wird gut tun, sich auf diese Haltung der Reichsbahn allezeit zu berufen. Wo man Anstößiges in den Bahnhofsbuchhandlungen findet, sollte man beschwerdeführend darauf ausmerksam machen. Die Reichsbahngesellschaft kann fordern, daß Bahnhofsbuchhändler, die auf ihrem Grund und Boden Geschäfte machen, saubere und einwandfreie Waren verkaufen. Spuren einer Besserung auf dem kaufmännischen Stellenmarkt Nach den Beobachtungen der Kaufmännischen Stellenvermittlung des Deutschnationalen Handlungsgehilfen=Verbandes läßt die im April zum Stillstand gekommene ungünstige Entwicklung des kaufmännischen Stellenmarktes im Mai seit Monaten zum erstenmal Spuren einer Entlastung erkennen. Die diesmal festgestellte rückläufige Entwicklung des Bewerberzuganges ist bei relativer Wertung der Zugangszahl bedeutender, denn der Berichtsmonat Mai enthält neben Ultimokündigungen die. Mittmonatskündigungen zum Quartalsschluß. Auch die Stellenangebotsseite des Marktes zeigt eine, wenn auch nur geringfügig freundlichere Tendenz. Die Belebung ist aber doch so gering, daß für eine mögliche, weitere Entwicklung des Marktes weder gebietlich noch fachlich bestimmte Vorhersagen gegeben werden können. Charakteristisch für die Lage ist, daß sich auf dem mäßig erhellten Hintergrund eine weitere Signation im Einzelhandelsgeschäft deutlich abhebt und daß, was im Interesse eines Anstoßes zur Geschäftsbelebung so überaus wichtig wäre, der Baumarkt und seine abhängigen Zubringerindustrien den frühjahrsüblichen Auftrieb vermissen lassen. Als erfreuliches Zeichen der Zeit zeigt der Stellenmarkt schließlich noch einen relativ starken Andrang junger Gehilfen, die zu Ostern die Lehre beendet haben. Die Lage wird durch die für die kaufmännische Stellenvermittlung des Deutschnationalen Handlungs=Gehilfenverbandes errechnete Andrangsziffer(Bewerber auf eine neu gemeldete offene Stelle): 45,5 im Mai gegenüber 47,3 im April— bezw. 21,4 im Mai 1930 gekennzeichnet. Kapitain Hawks erhält die Luftfahrt=Trophae; zum Gedenken der Skagerrakschlacht; Riesiger Brand in Wien. Vom Wetter Die Wetterdienststelle Essen meldet: Das Ostseetief hat sich über Finnland zu einem Sturmwirbel entwickelt. Auf seiner Rückseite fließen noch anhaltend Kaltlustmassen arktischen Ursprungs nach Süden und überschwämmten ganz Mitteleuropa. Hier bringen sie verbreitet tiefe Bewölkung, zum Teil in Verbindung mit leichten Regenschauern. Ueber der Nordsee besteht noch immer die Verbindungsbrücke zwischen dem Grönlandhoch und dem Hochdruckgebiet über Mittel= und Westdeutschland. Ueber Frankreich und England strömt auf der Vorderseite des Atlantikwirbels Warmluft nordwärts und bringt beim Zusammentreffen mit der kalten Nordströmung über Schottland und der Nordsee meist trübes zum Teil regnerisches Wetter. Vorhersage für Freitag: Noch immer wechselnd bewölkt und einzelne Regenschauern möglich, zeitweise stärker aufklärend in Verbindung mit Temperaturanstieg. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Schwache südliche bis südöstliche Winde, dabei anfangs meist heiter. Später zunehmende Bewölkung und Niederschlagsneigung, warm. Unser aktueller Fotodienst, der in den Schaufenstern unserer Buchhandlungen zu sehen ist; bringt folgende neuen Bilder aus aller Welt: Abstieg Professor Piccards vom Gurgelferner zu Tal; Reichswehrsoldaten als Landwirtschaftsschüler; Hertha BSC. Berlin gewinnt gegen Hamburger S. V. 3:2; der Tag des Hindenburg=Rennens in Berlin=Hoppegarten; Schmelings Gegner im Training; 84 Jahre alt Am morgigen Tage vollendet die Witwe Christine Hosang geborene Klaas, Senningsweg Nr. 20 wohnhaft, ihr 84. Lebensjahr. Die Hochbetagte wohnte Jahrzehnte hindurch in dem benachbarten Geisecke, von wo man ihr noch heute viel Liebe und Achtung entgegenbringt. Auch wir sprechen dem Geburtstagskinde zum Wiegenfeste unsere herzlichsten Glückwünsche aus. ": Arbeitsunfall. Der Schlosser Max G. von hier erlitt eine schwere Schulterquetschung: Er wurde nach Dortmund ins Hospital geschafft. Aufklärungs= und LichtbilderVortrag. Wir verweisen auch an dieser Stelle noch einmal auf den heute abend 8,30 Uhr im„Westfälischen Hof“ stattfindenden Aufklärungsvortrag, der mit Lichtbildern erläutert wird. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung, die von der Norddeutschen Radiumgesellschaft einberufen ist, ist kostenlos. * Beamtenschaft und Warenpreisbewegung. Daß die Beamtenschaft Westfalens und des Rheinlandes entschlossen ist, mit aller Energie an der Beseitigung der Mißstände auf dem Gebiete der Preisbildung mitzuhelfen, ging aus einer Kundgebung hervor, die kürzlich vor Vertretern des Deutschen Beamtenbundes aus 26 Städten Westfalens und Rheinlands veranstaltet wurde. Um die gestellte Aufgabe zu lösen, finden in nächster Zeit in ganz Westfalen und Rheinland öffentliche Kundgebungen seitens der Beamtenverbände statt. Auch wird der Zusammenschluß mit den Verbrauchern aus allen Bevölkerungsschichten angestrebt. Für das Ortskartell Schwerte=Westhofen des Deutschen Beamtenbundes wird eine solche Kundgebung heute abend um 8 Uhr im großen Saale des „Westfälischen Hofes“ abgehalten. Ueber das Thema„Preispolitik und Selbsthilfe“, spricht Dr. Rindermann. Unerhörte Schmierereien an den Häusern Viele Hausbesitzer, besonders in der Altstadt, mußten heute früh die Entdeckung machen, daß ihre Häuser im Laufe der vergangenen Nacht in widerlicher Art mit roter Farbe beschmutzt waren. Ganz gleich aus welcher Richtung heraus die schädigenden Beschmutzungen der Hausfronten und Bürgersteige kommen, die Polizei täte gut daran, Ermittlungen nach den Tätern anzustellen und sie einer gerechten Strafe zuzuführen. Viele Hausbesitzer werden ihr dafür Dank wissen. —: Fahrpreisermäßigung für Ferienfahrten nach Ostpreußen. Für den Feriensonderzugverkehr nach und von Ostpreußen hat die Deutsche Reichsbahn=Gesellschaft in diesem Jahre die Fahrpreisermäßigung auf 40 Prozent erhöht. Feriensonderzugkarten nach Ostpreußen werden im Bezirk der Reichsbahndirektion Wuppertal von den Fahrkartenausgaben Düsseldorf Hbf., Hagen Hbf., Solingen, Ohligs, Opladen, Schwerte(Ruhr), Unna, Wuppertal=Barmen, Wuppertal=Oberbarmen, Wuppertal=Vohwinkel ausgegeben. Vom Westhofener Wochenmarkt Der Geschäftsbetrieb auf dem Wochenmarkte entsprach nicht den von den Händlern gehegten Erwartungen. Die Selbstversorgung aus den eigenen Gärten zeigte sich an dem verringerten Umsatz von Gemüse. Auf die teueren Sorten kann sich dies preissenkend auswirken. Besonders reichlich und verhältnismäßig billig war Spargel zu haben. Ein Angebot an Fischwaren lag nicht vor. Die Preise gestalteten sich wie folgt: Eier 12 Stück 1 Mk., Landbutter 1,40 Mk., Molkereibutter 1,50 Mk., Sahneschichtkäse 90, Speisequark 50, Kümmelkäse 10. Gemüse und Obst: Melde 10, Spinat 2 Pfd. 15, Weißkohl 20, Wirsing 20, Blumenkohl 35—50, Zwiebeln 15, Steckrüben 8, Möhren 35, Tomaten 70, Spargel 35—50, Schlangengurken 30, Stielmus 10, Radieschen 15, Porree 2 Stangen 15, Kohlrabi Stück 8 Pfg. Aepfel 60, Bananen 50, Apfelsinen und Citronen Stück 10, Kirschen ½ Pfund 35 Pfg. Vorjährige Speisekartoffeln kosteten das Pfund 6 Pfg., frische Kartoffeln 18 Pfg. Rindfleisch und Schweinefleisch je 1 Mk., Gehacktes 1,20, Speck 1,00, geräuchert 1,20, Wurstwaren 1,00—2,20 Mk. Schwerte und Umgebung. Amt Ergste Leichtathletik(volkstümliches Turnen) und Schwimmsport. Im Rahmen der W. f. L. kommen nunmehr zwei weitere Leibesübungsarten zu ihrem Recht. Sonntag nachmittag ab 15 Uhr messen sich die Vereine: Schwerter Turnerschaft v. 1868, Deutsche Jugendkraft, Turnverein„Jahn", Reichsbahn=Turn= und Sportverein, Schwerter Sportvereinigung von 1906 e. V., S. u. S. C.„Union“, Schwerte im volkstümlichen Zehnkampf. Es gibt Läufe über 100, 200, 400 und 800 Meter; Weitsprung, Hochsprung, Kugelstoßen, Speerwerfen, 4 mal 400 Meter=Staffel u. 10 mal ½=Runden=Staffel. In den ersten 8 Wettbewerben stellt jeder Verein je 3 Teilnehmer; in der 4 mal 400 Meter Staffel 4 Teilnehmer, und in der 10 mal ½=Rundenstaffel 10 Teilnehmer. Verteidiger des äußerst wertvollen Wanderpreises(große Bronzeplakette im Holz=Rahmen) ist die Schwerter Turnerschaft von 1868. Wenn schon im vergangenen Jahre der Kampf um diesen Preis scharf war, so sollte diesmal ein noch viel härteres Ringen entbrennen, denn die Vereine erscheinen durchweg gut gerüstet. Die Schwerter Turnerschaft wird sich vor allem der tüchtigen Leichtathletik=Mannschaft der DIK., die jüngst mit vorzüglichen Erfolgen aufwartets und eine Reihe von Bezirksmeisterschaften errang, und der Reichsbahnler erwehren müssen. Auch der Turnverein„Jahn" verfügt über tüchtige Kräfte, vor allen Dingen in den Mittelstrecken. Wir kommen auf die Veranstaltung noch näher zurück. Jedenfalls ist in Schwerte seit Jahren keine derartig gut besetzte Leichtathletik=Veranstaltung mehr geboten worden, wie die am Sonntag stattfindende. Zum Schwimmen haben gemeldet: Schwerter Schwimmverein, Schwerter Sportvereinigung von 1906, Deutsche Jugendkraft, S. C. Alemannia, Reichsbahn=Turn= und Sportverein. Weitere Meldungen sind noch zu erwarten. Das Programm der Schwimmwettkämpfe besteht aus: Brust=Schwimmen(Staffel), Lagenstaffel, Kopfweitsprung und Streckentauchen. Auch diese Veranstaltung sollte zahlreiche Freunde der Leibesübungen anlocken. Auf Freitag abend 20,30 Uhr ist eine Sitzung des Hauptausschusses mit den Unterausschüssen, wie Berechnungsausschuß, Presse= und Werbeausschuß und Finanzausschuß,„Im Reiche des Wassers“ einberufen. Besondere Einladungen ergehen nicht! Die Mitglieder der Ausschüsse werden gebeten, vollzählig und pünktlich zu erscheinen. Ebenso sind die Herren des Ehrenrats eingeladen. Die Kampfrichter=Sitzung für den Zehnkampf am nächsten Sonntag findet um 13,30 Uhr im „Schützenhof", statt. Sollte der Sportplatz „Schützenhof“ nicht spieltauglich sein, dann wird die Veranstaltung zum Sportplatz am Gymnasium verlegt. Die Kampfrichter=Sitzung erfolgt in diesem Falle in einem Schulzimmer der Feldschule. Sämtliche beteiligten Vereine müssen je 3 geschulte Kampfrichter bezw. Ordner stellen, die sich pünktlich um 13,30 Uhr einzufinden haben. Heutige Spiele! Nochmals sei darauf hingewiesen, daß heute zwei äußerst wichtige Vorrunden=Spiele der Landmeisterschaft stattfinden: 19,00 Uhr auf dem Sportplatz Gymnasium: Langschede 1.— Ergste 1. 19,00 Uhr auf dem Sportplatz„Im Reiche des Wassers": Hennen 1.— Wandhofen 1. Ferner wird um 17,45 Uhr auf dem Sportplatz„Im Reich edes Wassers" die Handball=Vorrunde Holzen 07 2.—Rtus. Schwerte 2. wiederholt. Standard meldet zur„Teutoburger Wald= und Heidefahrt". Baltes(Annen) am Start. Die„II. Teutoburger Wald= und Heidefahrt“ hat bei den Motorsportlern großes Interesse erweckt. Rund 60 Meldungen sind bereits beim Ausrichter, dem Bielefelder Motorsport=Club, eingelaufen, darunter sind auch die StandardWerke vertreten, die ihren bewährten Fahrer Baltes an den Start schicken. Baltes ist der einzige Westdeutsche, der die goldene FICMMedaille besitzt, die ihm nach Beendigung der Internationalen Alpenfahrt 1929 überreicht wurde. Auch Bäumer(Bünde) auf BMW., der bekannte Zuverlässigkeitsfahrer, hat bereits gemeldet. Motorsport in Datteln. Suchfahrt der ADAC.=Ortsgruppe Am 7. Juni veranstaltet nach der Terminliste die Ortsgruppe Datteln des ADAC., Gau 5, eine Suchfahrt, die für die Teilnehmer äußert interessant sein wird. Hennen. Bestandene Prüfung. Vor dem Prüfungsausschuß der Bäckerinnung Ergste, angeschlossen der„Germania“ Zentralverband Deutscher Bäcker=Innungen, Zweigverband Westfalen, hatten sich in Hennen nachstehende Bäckerlehrlinge einer Prüfung unterzogen: Heinrich Gebauer aus Kirchhörde (Lehrmeister Hugo Dröge, Kalthof), Walter Schäfer aus Hagen(Lehrmeister Erich Borgmann, Berchum), Erich Herbst aus Hörde (Lehrmeister Wilhelm Hülscher, Hennen), Paul Dernbach aus Dortmund Lehrmeister Heinrich Griese, Hennen). Sämtliche Lehrlinge bestanden in praktischer wie auch in theoretischer Arbeit die Gesellenprüfung und erhielten im Prüfungszeugnis alle das Prädikat„Gut!“ Wir gratulieren! Bürenbruch. Ein erfolgreicher Züchter. An einem von der Brieftauben=Reisevereinigung Schwerte(Ruhr) und Umgegend zur Durchführung gebrachten Verbandsmedaillenflug ab 325 Kilometer hatte sich auch vom Verein„Vereinte Freunde" Bürenbruch das Mitglied Erwin Marquis mit seinen Tauben beteiligt. Trotz größter Konkurrenz gelang es dem genannten Züchter, mit einer vorher bezeichneten Serie eine bronzene Medaille zu erringen, die ihm für die besondere Leistungen mit seinen Tauben vom Verband deutscher Brieftaubenzüchter=Vereine E. V. durch die Schwerter R.=V. demnächst ausgehändigt wird. Dem erfolgreichen Taubenkasper wünschen wir auch fernerhin ein kräftiges„Gut Flug!“ Geschüftliches Warum treibt man Sport? Um den Körper zu stählen und ein Gegengewicht zu schaffen gegen die einseitige Muskelund Nervenbeanspruchung des Berufes. Für jeden, der Sport treibt, ist Körperpflege selbstverständlich. Diese Körperpflege ist aber erst vollständig und sinnvoll, wenn Nervenpflege hinzukommt. Zur Nervenpflege, die auch für den Nichtsportler sehr wertvoll ist, gehört es, den coffeinfreien und vollkommen unschädlichen Kaffee Hag zu trinken. Kaffee Hag schont Herz und Nerven, kann niemals Schlafstörungen vorrufen. Seine Qualität ist nicht zu überV— zur täglichen Halspflege Nad Gtadten und Prernh Das Eisenbahnunglück bei Essen, mehr als 30 Personen verletzt Unruhen auch in Dortmund Die Polizei gibt über die Zusammenrottungen folgenden Bericht aus: Am Donnerstag kam es in den Nachmittagsstunden mehrfach zu Zusammenrottungen am Burgtor, in der Brückstraße und auf der Münsterstraße in der Umgebung des Steinplatzes. Diese Zusammenrottungen, die anscheinend von kommunistischen Elementen geführt werden, konnten von der Polizei ohne größere Schwierichkeiten zerstreut werden. Zu Schlägereien und Verletzungen ist es dabei nicht gekommen, obwohl die Polizeibeamten mehrmals gezwungen waren, zum Gummiknüppel greisen. Aus der Menge riesen wiederholt Anführer:„Hitler verrecke!"„Nieder mit dem Faschismus!“„Was haben die Erwerbslosen? Hunger, Hunger, Hunger!", was durch die Masse mit dem entsprechenden Zurufen erwidert wurde. Durch eine Zeitungsnotiz wurde bekannt, daß Adolf Hitler im Hotel Fürstenhof in Dortmund abgestiegen sei. Diese Nachricht ist jedoch frei erfunden. Es ist„nicht ausgeschlossen, daß diese unzutreffende Mitteilung zu diesen Zusammenrottungen beigetragen hat. Die Zusammenrottungen am Donnerstagnachmittag in Dortmund wiederholten sich in den Abendstunden bis 21 Uhr, ohne jedoch ernsteren Charakter anzunehmen. Insbesondere hatten sich auf dem Steinplatz und in den anliegenden Straßen zahllose Menschenmengen angesammelt. Die Polizei hatte wiederholt den Steinplatz und die anliegenden Straßen planmäßig geräumt. Beim Räumen der Leopoldstraße in Richtung zur Mallinkrodtstraße wurden die Schutzpolizeibeamten von den Demonstranten mit Pflastersteinen beworfen. Diese Steine sind auf dem Viehmarktplatz zuvor herausgerissen worden. Durch diese Steinwürfe ist jedoch niemand verletzt worden. In einem Falle wurde auch versucht, einem Polizeibeamten den Gummiknüppel zu entreißen. Der Polizeibeamte konnte sich jedoch schnell durchsetzen. Bezeichnend für die Stimmung der Masse ist ein Vorfall, der sich um 19,30 Uhr vor dem Hotel Fürstenhof abspielte. Hier fuhr ein Personenwagen mit einem Berliner Erkennungszeichen vor. Das gab die Veranlassung, daß all die Herumstehenden sofort zum Fürstenhof stürmten, wobei die Rufe laut wurden„Das ist der Wagen Hitler's!“ usw. Schutzpolizeibeamte waren jedoch zur Stelle, so daß auch diese Zusammenrottung im Keime erstickt werden konnte. Die Neugierigen wurden sofort nach allen Seiten abgedrängt. Gladbeck. 14 Verhaftungen. Wegen der gestrigen schweren Ausschreitungen in Gladbeck, Ruhrort und Walsum sind in vergangener Nacht 14 Kommunisten aus Gladbeck, von denen einige in ihrer Partei eine führende Stellung einnehmen, festgenommen worden. Sie werden des Landfriedensbruches und der Körperverletzung, sowie des Widerstandes und der Lufreizung zum Widerstand beschuldigt. Kündigungsschutz bei kurzen Verträgen Der Gebrauch des Wortes vorsorglich im Kündigungsschreiben ist nach einem Urteil des Reichsarbeitsgerichts nicht als eine Bedingung aufzufassen, sondern lediglich als ein rechtlich unverbindliches Inaussichtstellen der Weiterbeschäftigung. Die sozialen KündigungsschutzVorschriften gelten nur für den Fall der wirklichen Kündigung, nicht dagegen für Dienstverträge, die auf bestimmte Zeit eingegangen sind. Vereinbaren die Beteiligten, einen Dienstvertrag auf Zeit abzuschließen, um dadurch die Vorschriften der Kündigung zu umgehen, so entbehrt diese Vereinbarung der Rechtswirksamkeit. Eine Umgehungsabsicht kann u. U. darin gefunden werden, daß die Personen an Stelle eines einheitlich dauernden Verhältnisses eine fortgesetzte Kette kurzfristig bestimmter Dienstverträge schließen. Ein wechselnder Auftragsbestand in schlechten Zeiten kann dagegen nach demselben Urteil den Abschluß kurzer Arbeitsverträge und die Abwälzung des Geschäftsverlustes auf den Arbeitnehmer rechtfertigen, ohne dadurch einen unzulässigen Verstoß gegen die Bestimmungen des Kündigungsschutzes zu zeitigen. 623.— Wie eine Papierwand ist die Seite des Personenwagens weggerissen. An einer Schienenkreuzung des Bahnhofs Essen=Kupferdreh fuhr eine Lokomotive mit großer Geschwindigkeit in einen Personenzug und riß einen der Wagen vollkommen auf. 9 Personen wurden schwer, 25 leicht verletzt. Jahr später aber wieder 59,0, 1930 wiederum nur 55,5 Millionen Tonnen. Dagegen zeigt die Durchfuhr eine ständige Zunahme, in der 4 Jahren von 1,7 auf 1,9, 2,3 und 2,6 Millionen Tonnen. Holzwickede. Der neue Vorsteher bestätigt. Bekanntlich wurde der Kaufmann Theodor Rieke, der früher bereits lange Jahre die Geschicke der Gemeinde Holzwickede geleitet hat, zum neuen Vorsteher wiedergewählt, da der bisherige Vorsteher vor kurzem gestorben ist. Der Vertreter des Landrats von Unna hat den neuen Vorsteher bestätigt, so daß dem Gewählten jetzt Gelegenheit geboten ist, den neuen Haushaltsplan durchzuarbeiten. Kamen. Schwere Schlägerei mit Gummiknüppel und Messer. Am Mittwoch nachmittag mußte die zu Hilfe gerufene Polizei in einem Hause am Hilsingweg(Hindenburgkolonie) einschreiten, wo zwischen den Bewohnern eine schwere Schlägerei ausgebrochen war, in deren Verlauf man sich gegenseitig mit Gummiknüppeln und Messern bearbeitete. Erst nach ganz entschlossenem Auftreten der Polizeibeamten konnte die Ruhe wiederhergestellt werden. Menden. Die Neuwahl der Amtsvertreter in Menden. Bei der Neuwahl der Amtsvertreter für das Amt Menden war die Wahlbeleiligung nur sehr schwach; sie betrug etwa 25 v. H. Es wurden Stimmen abgegeben für Liste 1(Vereinigte Bürgerliste) 996, Liste 2 (SPD.) 157, Liste 3(Liste Brinkmann) 219 und Liste 4(Sümmern) 169. Die 15 Amtsvertreter verteilen sich auf die Listen wie folgt: Liste 1— 11, Liste 2= 1, Liste 3= 2 und Liste 4= 1. Herbede. Haushaltsplan 1931 angenommen. Die Gemeindevertretung befaßte sich in ihrer Sitzung in erster Linie mit der Beratung des Haushaltsplanes. Der Annahme des Haushaltsplanes ging eine lebhafte Aussprache voran. Die Vertreter aller Parteien waren, entgegen der Stellungnahme des Gemeindevorstehers bezüglich der Festsetzung der Steuersätze für eine weitere Herabsetzung. Angenommen wurden folgende Steuersätze: Grundvermögenssteuer vom unbebauten Besitz 200 Prozent, vom bebauten Besitz 250 Prozent, Gewerbesteuer nach dem Ertrage 615 Prozent, nach der Lohnsumme 2200 Prozent. Die Erhöhung der Bürgersteuer und die Verdoppelung der Biersteuer wurden einstimmig abgelehnt. Der gesamte Haushaltsplan fand gegen die Kommunisten Annahme. Zum Schluß wandte sich der Gemeindevorsteher gegen eine Zusammenlegung von Herbede und Blaukenstein, solange die Lage der Gemeinde nicht dadurch entscheidend gebessert werden könnte Der Güterverkehr auf den Wasserstraßen Der Güterverkehr auf den deutschen Binnenwasserstraßen erreichte nach den vorläufigen Ergebnissen 1930 insgesamt 105,1 Millionen Tonnen. Er blieb nach einer Zusammenstellung des Statistischen Reichsamts damit gegen 1929 um 5,6 Millionen oder 5 Prozent zurück. Hierbei ist nicht nur der Inland=, sondern auch der Auslandsverkehr zurückgegangen. Ersterer zeigt eine Abnahme um 2,4 Millionen und der mit dem Ausland um 3,5 Millionen. Die Durchfuhr hat sich jedoch um 0,3 Millionen Tonnen erhöht. Seit 1927 ist der gesamte Binnenschiffahrtsverkehr im Sinken. Der Inland=, Wechsel= und Lokalverkehr betrug damals zusammen 50,8 Millionen Tonnen, 1928 etwas weniger mit 50,1, 1929 nur 49,4 und 1930 nach den vorläufigen Angaben sogar nur 47 Millionen Tonnen. Der Verkehr mit dem Ausland, der Versand und Empfang konnte zusammen 1927 noch 58,9 Millionen verzeichnen, 1928 nur 55,7, ein Rachsendungen von Zeitungen ins Ausland Vom 1. Juli an sind für die Nachsendung von Zeitungen im Auslandsverkehr folgende Bestimmungen maßgebend. Die Gebührensätze von 40 und 80 Pfg. gelten für die Nachsendung von Zeitungen bis zur Dauer von je einem Vierteljahr, bisher nur für 1 Monat. Die Anträge haben Gültigkeit bis zum Schluß der Bezugszeit. Eine weitere Bestellung muß neu beantragt und die Gebühr nochmals bezahlt werden. Wird die Zeitung für eine Zeit bestellt, die nicht bis zum Schlusse des Bezuges reicht, so wird die Gebühr mindestens für ein Vierteljahr verlangt. Bei wiederholtem Aufenthaltswechsel des Beziehers wird für jede weitere Nachsendung nach einem 2. Ort usw. die Gebühr von neuem erhoben. Im übrigen sind weitere Aenderungen für den Postbetrieb hierzu getroffen worden. Die neuen Bestimmungen werden nicht angewandt im Verkehr mit Finnland, Frankreich und der Tschechoslowakei, da Aeußerungen der Länder noch fehlen. „Derr He,n...“ Von Dr. Th. Lewald, Präsident des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen. Dem alten abgeleierten Juvenal=Wort von der gesunden Seele im gesunden Körper hat der Erneuerer der Olympischen Spiele, Baron Coubertin, eine neue Prägung gegeben:„mens fersida in corpore lacertoso“— eine feurige Seele im muskulösen Körper. Ich würde noch lieber sagen: anima ferfida in corpore vigoroso“— eine feurige Seele und ein starker Geist in einem kräftigen Körper. Denn nur wo dies sich eint, entstehen die großen, die Welt bestimmenden Männer. Der ausgezeichnete Michelangelo=Forscher, Ernst Steinmann, hat in einem kürzlich veröffentlichten Werke über„Michelangelo im Spiegel seiner Zeit“ einen alten Stich veröffentlicht, der den großen Florentiner zeigt, wie er im Greisenalter zu Pferd römische Bauten besichtigt: er legte die weite Wegstrecke zwischen Rom und Florenz stets zu Pferd zurück, und noch als Siebziger kletterte er in glühenden Sommertagen in den Marmorbrüchen von Carrara, um die besten Blöcke für sei Papstdenkmal auszuwählen. So konnte er noch mit 72 Jahren die Aufgabe übernehmen, die Peterskuppel zu bauen, und bis zu seinem im 89. Jahre erfolgten Tode sie nahezu zu vollenden. Goethe, mit schlechtem Erbgut ausgestattet— starben doch seine Geschwister früh dahin—, jagte wie oft zu Pferd nächtens von Straßburg nach Sesenheim, war ein leidenschaftlicher Schlittschuhläufer, ein gewandter Schwimmer und der erste Winterhochtourist der Welt. In den Briefen aus der Schweiz schildert er uns, wie er mit dem jungen Herzog Karl August im November vom Rhonetal aufbrechend, die Furka überwand, bei jedem Vorwärtsschreiten bis über die Knie mit seinen schweren Reiterstiefeln in den Schnee einsinkend, um schon nach 8 Stunden Andermatt zu erreichen und am nächsten Morgen den verschneiten Gotthard=Paß zu ersteigen. In Sizilien legte er in den heißesten Monaten als Achtunddreißigjähriger oft 60 Kilometer zu Pferde zurück und noch als Siebzigjähriger kletterte er in den böhmischen Bergen, den Gesteinshammer in der Hand, um geologische Studien zu treiben. Alexander von Humboldt war Anfang der Dreißig, als er auf seiner berühmten vierjährigen Forschungsreise durch Süd= und Mittelamerika als erster Mensch 5800 Meter hoch dicht unter dem Gipfel des rasso stand. Als Sechziger unternahm er die Erforschung des Ural, des Altai und der chinesischen Ostprovinzen und legte zu Fuß und zu Pferde 18 000 Kilometer zurück. Unermüdlich geistig arbeitend, starb er im neunzigsten Lebensjahr. Bismarck als tollkühner Reiter und noch als Greis im Sachsenwald oft zu Pferde, als kühner Schwimmer gegen den Strom des Rheins, als Bergsteiger in den Pyrenäen und Alpen, erreichte das 83. Lebensjahr. In seinen vielfach zu Unrecht geschmähten Denkwürdigkeiten erzählt Fürst Bülow, daß er bis in hohe Jahre täglich geritten und jeden Morgen eine halbe Stunde Gymnastik geübt hätte, und bemerkt, daß, wenn Herbert Bismarck und Kiderlen das gleiche getan, sie wohl nicht in so jungen Jahren abberufen worden wären— man könnte hinzufügen, auch Stresemann nicht. Der große Kunstkenner Wilhelm von Bode berichtet in seinen Erinnerungen, wie er als Vierziger zahlreiche Gipfel der Bernina=Gruppe, darunter die Bernina selbst, bestiegen hat. Was beweisen uns diese Beispiele? Sie zeigen an weltbekannten Männern, wie die Grundlage ihres künstlerischen Schaffens ein von Jugend an bis ins hohe Alter geübter und gestählter Körper ist. Körper, Seele und Geist bilden eine Einheit, und die größten schöpferischen Leistungen verlangen einen gesunden, nicht versagenden Körper. Nur dann bleibt der élan vital erhalten. Mit Neid blicken wir auf englische Staatsmänner, die, wie einst der 80jährige Balfour, noch täglich Golf spielten, und sicher wird der englische Premierminister MacDonald auch unseren Reichskanzler und Herrn Curtius in Chequers zu einer Golfpartie einladen. Man kann einwenden, daß mancher alt geworden ist und Großes geleistet hat, auch ohne Sport. Aber die Lebensbedingungen früherer Zeiten waren andere. Heute laufen in allen Gebäuden die Fahrstühle, auf den Bahnhöfen die Rolltreppen, Mechanisierung der Arbeit in der Fabrik, der Werkstatt und auf dem Felde schreitet von Jahr zu Jahr sort. So muß der Sport ersetzen, was früher vielfach der Arbeitsbetrieb an körperlicher Betätigung mit sich brachte. Schon vor fünf Jahren, und im letzten Winter zum zweiten Male, haben die Führer der deutschen medizinischen Wissenschaft, Kliniker und Chirurgen, Kinder=, Nerven= und Frauenärzte, Physiologen, Biologen und Hygieniker auf meine Bitte sich über den Wert geäußert, den sie der von früher Kindheit an durch Jünglings=, Mannes= und hohes Alter folgerichtig und sachgemäß betriebenen Leibesübung beimessen. Einmütig und mit starken Gründen ihre Auffassung stützend, kommen sie zu dem Ergebnis, daß in derartigen Uebungen die stärkste Gewähr für die Aufzucht eines gesunden, lebensfreudigen, von zahlreichen Krankheiten verschonten neuen Geschlechts gegeben sei. Die wissenschaftliche Vertiefung und Erkenntnis des Sports als eine Leibeselements ist nirgends weiter vorgeschritten als in Deutschland. Und doch steckt in der älteren Generation noch eine fast unbegreifliche Abneigung und ein tiefes Unverständnis in Bezug auf alle Fragen des Sports. Sind doch im Reichs= und im preußischen Etat für das Jahr 1931 die wahrhaft bescheidenen Beträge des Sportfonds auf die Hälfte herabgesetzt, der preußische Darlehnsfonds für Spiel= u. Sportplatzbauten überhaupt gestrichen. Noch immer gilt in weitesten Kreisen der Spielu. Sportplatzbau als Luxus. Für Krankenhäuser und neue Gefängnisse wird leichter Geld bewilligt als für Spielplätze, die der Jugend Gesundheit und sittliche Kraft geben. Auch wüße ich nicht, daß irgendwo in Deutschland wie in jeder amerikanischen Stadt ein Athletikklub bestände, in dem auch die älteren Männer, Aerzte und Rechtsanwälte, Ingenieure und Kaufleute, Beamte und Künstler im Schwimmen oder in der Leichtathletik oder im Ballspiel eine halbe Stunde des Tages der Körperzucht und damit geistiger Ausspannung widmen. Wie wäre es, in all den neuen Geschäftshäusern Berlins und in den alten mit ihren leeren Etagen zunächst mit bescheidenen Mitteln Athletikklubs einzurichten! Wie wäre es, Winterschwimmhallen zu bauen! Stark und erfolgversprechend entwickelt sich der Sport auf unseren Hochschulen, denn alle Leibesübung wird nur dann von Segen für unser Volk sein, wenn, wie im alten Griechenland, die Akademie, die Stätte der Geistesbildung, und die Palästra, die Stätte der Körperzucht, in innigem Wettbewerb zusammenwirken und so die anima ferfida in corpore vigoroso schaffen. Verantwortlich für Lokales, Kommunalpolitik, Feuilleton, Provinzielles, Gerichtssaal u Sport Willy Gatte, Schwerte. Mit trinkt die ganze Welt. Besseren Kaffee für weniger Seid! Roman von Johanne Löhr Liebe macht demütig### Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle(Saale) 2. Fortsetzung Nachdruck verboten. Jahre waren seitdem verflossen. Der Erfolg, den ich mit all meinen Unternehmungen hatte, war fast sprichwörtlich unter den guten Bekannten. Ich nahm alles ziemlich gleichgültig hin, bis ich im Hause des Bergwerkdirektors Uhlmann deine Mutter kennenlernte. Daß wir uns sehr lieb hatten, weißt du ja; durch sie wurde ich dem Leben wiedergegeben. Ich wußte nun, für wen ich strebte, und war deiner Mutter unendlich dankbar. Du warst zwei Jahre alt, da erhielt ich einen amtlichen Brief aus Brasilien, in dem mir mitgeteilt wurde, daß mein Bruder an einer Lungenentzündung gestorben sei. Einige Wochen später kam ein Brief von Lonny. Er hat mich erschüttert. Sie bat flehend um Verzeihung; ihr ganzes erträumtes Glück war schnell zerronnen, nirgends war sie heimisch gewesen. Bernhard hatte alles versucht, eine befriedigende Existenz zu finden; es war vergeblich gewesen. Bald hier, bald da hatten sie ein Zigeunerdasein geführt, und der Knabe, der längst schulpflichtig war, hatte all die Entbehrungen geteilt. Lonny hatte meinen Bruder nicht geheiratet; das Verhältnis zwischen beiden schien nicht gut gewesen zu sein. Sie hatten sich gegenseitig Vorwürfe gemacht, und oft war es zu Auftritten gekommen, die das Kind mit angesehen und gehört. Dann lag Lonny in einem Spital, siech und krank; sie konnte ihr Kind nicht bei sich haben und fühlte, daß ihr nur noch kurze Frist zum Handeln bliebe. Sie legte mir den Knaben ans Herz, sie wisse, daß ich das Kind lieb haben würde. Der Knabe hielte sie nur noch am Leben; sie könnte nicht sterben, bevor sie nicht Antwort von mir habe. Dann folgte die Adresse, wo das kind untergebracht sei. Noch in derselben Stunde ging ein Telegramm an Lonny ab, worin ich ihr mitteilte, daß ich für den Knaben sorgen und ihn selbst abholen wollte. Deiner Mutter erzählte ich alles. Sie kannte bereits, was vor unserer Ehe an mir genagt hatte, und war derselben Ansicht. Jedoch bat sie, ihr den Knaben nicht zu bringen. Als ich nach Buenos Aires kam, war Lonny bereits begraben. Nachdem sie das Telegramm erhalten, war sie ruhig eingeschlafen. Den Knaben nahm ich mit nach Deutschland. In Hamburg habe ich ihn in ein Heim gebracht, wo er mit mehreren Altersgenossen erzogen wurde. Er trug den Namen seiner Mutter; die Zeugnisse, die ich über ihn bekam, waren gut. Ich konnte und mochte ihn aber nicht wieder sehen. Einem bekannten Rechtsanwalt in Hamburg hatte ich die Sorge übertragen, er kümmerte sich um alles. Und das Kapital, das ich für Leon sichergestellt, ist derart, daß er jeden Beruf einschlagen kann. Er hat Talent, wie ich erfuhr, und ist Maler geworden. Ob er Bedeutendes leisten wird, weiß ich nicht; vorläufig ist er noch ein Lernender. Jetzt weißt du alles, mein Kind. Mir ist es leichter geworden, nachdem ich dir das Verschwiegene offenbart habe.“ Es war, als ob die Kraft des Geheimrats nur bis hierher vorgehalten. Er fiel zurück, und die Besinnung hatte ihn verlassen. Eugenie war erschüttert. Automatenhaft griff sie zur Klingel, und als Elfriede erschien, sagte sie nur:„Zum Arzt!“ Sie sah so verstört aus, daß die Jungfer dem Diener den Auftrag übergab und zurückkehrte. Sie konnte ihre Herrin nicht allein lassen, sie mußte ihr zur Seite sein und niemand sollte sie zurückhalten, selbst ihre Herrin nicht. Wie ein treues Hündchen wachte sie mit am Bette des Geheimrats, unablässig auch Eugenie beobachtend. Sie hätte weinen mögen, wenn sie in dies schöne Antlitz sah, in dem sich plötzlich die Verzweiflung Bahn brach. Trotzdem lag eine Hoheit auf den reinen Zügen, und die Willenskraft, mit der sie dem Professor entgegentrat, war bewundernswert. Der Arzt hatte noch einen Kollegen von Ruf mitgebracht, und beide Herren prüften den Zustand des Kranken. Leise wurde die Unterhaltung geführt. Eugenie verstand kein Wort, sie beobachtete jedoch die Augens; ache der beiden Herren sehr scharf, und da hatte sie das klare Bild vor sich— hoffnungslos. Sie ahnte, daß nun auch ein Gespenst, das sich Tod nannte, vor ihrer Tür stand. Und ihr Herz krampfte sich zusammen. Keine Frage richtete sie an die Herren, doch als der Professor ihr erklärte, eine Schwester für die Nacht schicken zu wollen, da antwortete sie klar und bestimmt, daß sie selbst bei ihrem Vater Pflege und Nachtwache übernehme. Eugenie war wieder allein; es nahten schwere Stunden, die ihr Jahre schienen. Ihr Blick hing nur am Gesicht des Vaters, der wie leblos lag. Während ihrer schmerzlichen Grübeleien wurde ihr vom Diener gemeldet, daß Baron von Waldungen dagewesen, jedoch, als er von der Krankheit des Herrn Geheimrat gehört, wieder gegangen sei und nur eine Karte für das gnädige Fräulein abgegeben habe. Eugenie zuckte zusammen, sie nahm die Karte nicht. Es war, als müßte sie alles von sich schleudern, was mit diesem gedruckten Namen zusammenhing. Ihre Gedanken waren dadurch wieder auf die letzte Unterredung mit ihrem Vater übergesprungen; sie durchlebte noch einmal all das Furchtbare. Ihr Bruder?! Fassungslos starrte sie auf den Kranken. Wenn irgendein Vorwurf diesen hätte treffen können, so hatte er dafür tausendfach gebüßt. Er hatte sein Kind durch die Enthüllungen für immer unglücklich gemacht, hatte ihrer glückseligen Liebe den Todesstoß geben müssen und— starb vielleicht an den Folgen dieses Schlages, der ihn bis ins Mark getroffen. Nur das nicht, mein Gott, nur nicht dieses Allerschlimmste: meinen Vater darfst du mir nicht nehmen! Es war, als ob ihr Flehen machtvoll gewesen sei. Der Kranke richtete sich plötzlich in die Höhe, und Eugenie umfaßte ihn, sie gab ihm Halt. „Mein Vater!“ Nur diese beiden Worte in tiefstem Herzenston! Sie schienen den Mann unaussprechlich zu beglücken; er sah seinem Kinde tief in die Augen und sprach: „Zürnst du mir nicht, Eugenie? „Nein, nein, lieber Herzensvater! Wie könnte ich das? Ich bemitleide dich und auch mich! Wir sind die Opfer eines grausamen Schicksals.“ „Ja“, antwortete der Geheimrat leise,„des Schicksals. Du hast recht, mein Kind. Ich weiß, daß meine Laufbahn auf Erden zu Ende geht und daß ich dich allein zurücklassen muß. Glaube mir, Eugenie, daß ich mit unendlich schwerem Herzen scheide. An deinem Bruder wirst du kaum einen Halt finden; er ist nicht das Ideal, das du in ihm gesehen. Doch ich will ihn nicht verkleinern in deinen Augen, er ist ja mein Sohn. Nur den Rat muß ich dir noch geben: Meide ihn, soviel du kannst, und behalte das Geheimnis, das ich dir offenbarte, für dich!“ Eugenie antwortete nicht, aber sie drückte die Hand des Vaters im Einverständnis. Es war, als wenn der Kranke aufatmete, und nur ein Name:„Dietrich von Waldungen“, kam noch aus seinem Munde, dann sank er mit einem leisen Aufschrei zurück. So jäh, daß ihn Eugenie nicht halten konnte. Wenige Minuten noch, und der Geheimrat hatte abgeschlossen mit allen Qualen. Kein Laut war von Eugenie zu hören. Sie kniete vor dem Lager desjenigen nieder, den sie als Kind nicht verstanden und als gereifter Mensch nicht genügend zu schätzen gewußt. Nun aber hatte er sich ihr ganz anvertraut, und trotz der furchtbaren Beichte, die wie ein Sturmwind ihre Lebensblüte vernichtete, war das kindliche Gefühl für den Vater mit einer unendlichen Verehrung gemischt. Es war so gewachsen, daß alles andere dagegen verblaßte. Sie rief niemand und hatte auch Elfriede verboten, in das Krankenzimmer zu kommen; sie fühlte, daß sie jetzt mit ihrem Vater allein sein mußte. Sie hatte ihm ja noch so viel zu sagen und wollte ihm danken für alle Liebe, die er für sie im Herzen gehegt und gepflegt. In seiner ruhigen bescheidenen Art hatte er diese, ohne große Worte zu machen und ohne übertriebene Zärtlichkeit, ständig bewiesen. Ihr ganzes Leben zog noch einmal an ihr vorüber; die letzten Stunden waren die schwersten. Sein Ausruf „Dietrich von Waldungen!“ blieb in ihr haften. Es war ein unendlich beklemmendes Gefühl, doch sie konnte nicht wieder davon loskommen. Was hatte ihr guter Vater noch hinzusetzen wollen? Ob er sie nochmals mahnen wollte, ihren Namen in den stolzen Namen„von Waldungen“ aufgehen zu lassen? Sie konnte es nicht glauben, bei dem Uebergang in jene andere Welt hörte der Gedanke an eitle Ziele wohl auf. Am wenigsten aber hätte ihr Vater die Absicht gehabt, seinen Lebenswunsch um ehrgeiziger Pläne willen durchzusetzen. Die Antwort versagte bei Eugenie... Was für Beziehungen konnten es aber dann sein, die noch im Todeskampf diesen Namen hervorriefen? Die Tochter schüttelte langsam den Kopf, das Geheimnis ging mit dem Geschiedenen wohl in das Grab. Sie mochte nicht mehr weiterdenken. Einen langen Blick noch auf das liebe Gesicht werfend, das einen überirdisch friedlichen Ausdruck angenommen, wandte sie sich zur Tür. Elfriede trat ihr entgegen. Mit verweintem Gesicht fragte sie nach den Wünschen ihrer Herrin. Eugenie mußte sich besinnen, dann stieß sie die Worte hervor: „Mein Vater ist tot— schicken Sie bitte zum Arzt!“ Ein leichter Aufschrei des Mädchens, ein tiefer Blick in das Gesicht der Hinterbliebenen, das keine Träne kannte, dann schritt sie zur Tür. Eugenie Eppen hatte sich zum Fenster gewandt, dort stand sie aufrecht in ihrer vollendeten Schönheit. Die ersten Strahlen der Morgensonne ruhten auf ihr. Geisterhaft bleich erschien das Gesicht: Es lag eine so hehre Trauer auf den Zügen, daß Elfriede wieder zurückkehrte. Sie konnte nicht fort, sie mußte ihrer Eingebung folgen und stand plötzlich vor Eugenie, deren Hand so innig drückend, daß es beinahe schmerzhaft war: Ein Wort konnte sie nicht hervorbringen, aber die großen Tränen in den Augen sagten alles. Eugenie verstand, und in dem Gefühl, eine treue Menschenseele um sich zu haben, sagte sie wie unbewußt:„Wir bleiben zusammen.“ .„ und fühlte sich in den ihr fremden Kreisen nicht recht wohl. So gern hätte sie ihre stille Beschaulichkeit daheim wiedergehabt. Doch ein einziges Wort, das auf die Rückkehr Bezug hatte, konnte die Tante zu Tränen rühren. Eugenie müsse unbedingt ihren einzigen Vetter noch begrüßen, seit acht Jahren hätten sich Vetter und Kusine nicht mehr gesehen. Benno sei ein sehr schöner Mann geworden. In Frankfurt warteten die Töchter der ersten Kreise bereits auf ihn. Solche Reden konnte Eugenie nicht vertragen. Sie fürchtete ein Attentat auf ihre Freiheit. Unverhofft trat der Sohn des Hauses Ofner an einem Sonntagmorgen ein. Vater und Mutter waren außer sich vor Glückseligkeit. Beinahe zwei Jahre hatten sie ihren Sohn, den Stolz der Familie, nicht gesehen. Freude und Bewunderung kannten keine Grenzen. Eugenie war ihrem Vetter freundlich entgegengekommen, und Benno hatte sie bewundernd angesehen, ihr auch seine Teilnahme am Verlust des Vaters ausgedrückt. Er war wirklich eine gute Erscheinung: nicht sehr groß, doch ebenmäßig gebaut, dazu ein intelligentes, kluges Gesicht. Trotzdem war etwas an ihm, das Eugenie störte. Sie wußte selbst nicht was, fühlte aber, daß sie diesen Mann niemals würde lieben können. Er war überrascht, wie sich aus dem Kinde, das er noch im Gedächtnis vor sich sah, eine solche Wunderblüte entfaltet hatte. Seine Blicke wandten sich von den Eltern immer wieder auf seine Base. Er hatte am Frühstück teilgenommen und erzählte viel von seinen Erlebnissen. „Wo warst du zuletzt, Benno?“ fragte Herr Ofner plötzlich.„Du hattest uns, seit du auf europäischem Boden bist, nicht mehr geschrieben. Außer zwei Depeschen haben wir keine Nachricht erhalten.“ „Mein letzter Aufenthalt war München", erwiderte Benno vergnügt.„Ihr habt ja keine Ahnung, wie mich das Münchener Leben immer wieder lockt; ich habe mich in Buenos Aires schon auf den Fasching in München gefreut.“ „War's nett?“ warf der Hausherr ein. „Nett“, meinte Benno lachend,„ist dafür kein Ausdruck. Einzig war es, wie es eben nur ein München auf der Welt gibt. Ich hatte dort einen Maler kennengelernt, einen interessanten, famosen Kerl, der aber für alles andere, nur nicht zum Maler geschaffen ist. Seine Bilder konnten mich nicht reizen; er scheint auch nur selten sein Atelier aufzusuchen. Aber Humor, Witz und Lebensbejahung— darin ist er ein Vorbild. Sein Geldbeutel hatte leider meist Ebbe, er verbrauchte viel. Sein Hauptsport war der Flirt, das kostet bekanntlich Moneten; besonders, wenn man, wie er, dem Ballett huldigt. Na, er hat dafür aber ein reiches Mädel in Aussicht; die liebt ihn und wird ihn wieder emporbringen.“ „Also auch ein verkrachtes Kunstgenie“, meinte Herr Ofner senior gleichgültig. Das Gespräch kam auf anderes, und Benno wurde nicht müde, zu erzählen. Vater und Mutter hingen an seinem Munde, und Eugenie kam sich überflüssig vor in der Mitte zwischen Eltern und Sohn. Sie entschuldigte sich, daß sie Toilette machen müsse. Allen freundlich mit der Hand winkend, verließ sie das Zimmer. Die Tante ärgerte sich über diesen Abschied. Sie begann auf Eugenie zu schimpfen, die ihren Verwandten doch nur Dank schulde. Sie säße allein in Berlin in ihren großen Räumen, wenn sie nicht so herzlich in der Familie aufgenommen worden wäre. Die beiden Herren schwiegen angesichts dieser Ergüsse. Einige Tage später wurde der Geheimrat beigesetzt. Aus allen Kreisen und allen Gegenden waren die Vertreter der Industrie zur Trauerfeier erschienen. Auch Dietrich von Waldungen war im Gefolge gewesen. Eugenie war an demselben Tage nach Frankfurt gefahren; ihre Tante, eine Schwester ihrer Mutter, hatte sie trotz aller Gegenreden mitgenommen. Das junge Mädchen sollte nicht allein bleiben, sich nicht ihren Grübeleien hingeben, sondern bei den Verwandten die innere Ruhe wiederfinden. Im Hause des Bankiers Ofner wurde verschwenderischer Aufwand getrieben. Es wimmelte von. Bediensteten, der Reitstall war erstklassig, und Herr und Frau Ofner lebten nur ihren eigenen Wünschen. Die beiden Töchter waren an angesehene Männer verheiratet, und der einzige Sohn war unterwegs; er hatte eine Weltreise gemacht, von der er in kurzer Zeit zurückerwartet wurde. Eine wunderbare Villa war es, die die Familie Ofner bewohnte— ein Geschenk des Herrn Ofner an seine einstmals sehr schöne Gattin. Frau Ofner liebte Gesellschaft und Eleganz über alles; kein Tag verging, ohne daß Besuche gemacht oder empfangen wurden. Eugenie hielt sich alledem fern. Ihre Trauer wurde auch in der ersten Ziet berücksichtigt, man ließ sie gewähren. Allmählich wurde sie jedoch mit in den Kreis gezogen; ihr gequältes Gesicht verriet, daß sie nur der Pflicht gehorche. Sie konnte die oft so lauten Stimmen nicht vertragen Eugenie hatte ihrem Verlangen, etwas spazierenzugehen, nicht widerstehen können, sie mußte frische Luft atmen. Ihr Ziel war der Palmengarten, wo sie sich auf einer Bank niederließ. Wohltuend umfing sie hier die Stille; und als sie nach einiger Zeit aufbrach, schüttelte sie sich in Gedanken, nach Villa Eva zurückzukehren. Sie fand nur noch Benno im Wohnzimmer. Er hatte sie offenbar erwartet und seine Liebenswürdigkeit war so übertrieben, daß es Eugenie peinlich wurde. Um ihn abzulenken, brachte sie das Gespräch noch einmal auf München. Und Benno begann sofort wieder pikante Abenteuer zu erzählen. Eugenie hörte ohne Interesse zu. Es war immerhin besser, als wenn er ihr Komplimente machte. Gleichgültig fragte sie, ob sein Freund ihn in der Künstlerklause eingeführt hätte? „Dies weniger“, lachte Benno.„Wir hatten so manches Vergnügen, daß wir uns die Künstlergesellschaft schenken konnten. Leon Rachetti ist ein Universalgenie, ein geborener Italiener, väterlicherseits Deutsch=Amerikaner. Ich bin nicht recht daraus klug geworden, wer sein Vater... Mein Gott, Eugenie, wie siehst du aus?“ unterbrach er sich plötzlich.„Vist du krank?“ „Nein, nein“, antwortete sie,„es geht schon vorüber, ein Schwindelanfall.— Bitte, erzähle weiter.“ Eugenie faßte sich, ihre Energie besiegte den inneren Aufruhr. Sie wollte, sie mußte sich aufrecht halten, und S eciene K 6 44 Als der Name Leon Nachetti fiel, versagle ihr die Kraft; sie wollte emporspringen und konnte es nicht. Es war gut, daß Benno seine Augen nicht auf sie gerichtet hatte, er war mit seinen Gedanken in München. Eugenie hatte wenigstens so viel Zeit, um harmlos zu erscheinen. Sie schien ganz ruhig zu sein. Ihre Blässe war allerdings nicht geschwunden. Benno schien der Ueberzeugung, seine Base glänzend zu unterhalten, und fuhr fort zu plaudern. Plötzlich stand Eugenie auf. „Lieber Benno, ich möchte mich ein Stündchen aus. ruhen. Verzeihe, wenn ich dich mitten in der Unterhaltung verlasse, ich habe mal wieder greuliche Kopfschmerzen.“ „Mein armes Kusinchen“, meinte Benno bedauernd, „hoffentlich habe ich am Nachmittag die Freude, dich wieder frisch und strahlend bewundern zu dürfen.“ (Fortsetzung folgt.) *