Vongaprate habnenalich 1.20 Mak, Eimseimmumat 13 Pig. Druck u. Verlagvon C. Braus, Schwerte(Robe), Potschecktkonun: Dortmund 2632 und Hamover 21674. Große Marist. 3—3 Verautworlich die 9, Schristeltung H. Goner. Schwerte. Hernmus aro Verbunden mit: Schwerter Tageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung Schwerter Volksblatt Westhofener Zeitung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung Puzian pras fü des obigelot. mm aie e.Pla. 2 üge, sinanzamtiche u. gerichtliche Anzeigen 10 Pig, ducamszelle 40 Pf, Für teleson, ausgegedene Inserate üdernehmen wie keine Gewädr. Bei unvorbergesehn. Beiriedsstörungen, dervorgernsen durch böbere Gewalten, übernehmen oir keinene Gewäde ster pünktliches Erscheinen der Jeitung u. kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersat oder Nachlieserung erboden werden Teuihus h in, Auan anm) Seperter Veltslat S Tageblalt für die Stadt Schwerte und das Amt Westhofen Sp; Kreisvirh für den nördlichen Leil bes Landkreises Zserlohn Nr. 16(Seie Ban) Schwerte(Ruhr), Dienstag, den 25. November 1930 63. Jahrgang „Der Korrider ii underechtigt Ministerpräsident Dr. Braun über die Korridorfrage wtb. Königsberg, 24. Nov.(Tel.) Bei herrlichem Wetter wurde heute vormittag auf einem nahe dem Oberteich gelegenen von der Stadt gestifteten Gelände der Grundstein zu dem von der preußischen Staatsregierung unter Hergabe von 1,7 Millionen RM genehmigten Neubau der Handelshochschule Königsberg gelegt. Regierungspräsident Dr. von Bahrfeld hielt die Eröffnungsansprache, in der das Gefühl der Dankbarkeit zum Ausdruck kam und daß der Bau sich trotz der Ungunst der Verhältnisse habe ermöglichen lassen. Im Anschluß an die Grundsteinlegung fand in der Stadthalle ein feierlicher Festakt statt, bei dem Handelsminister Dr. Schreiber die Festrede hielt. Im Verlauf des Festaktes nahm auch Ministerpräsident Dr. Braun das Wort. In seiner Rede ging er auch auf das Korridorproblem ein und führte dazu u. a. aus: Niemand wird dem polnischen Volke sein Recht auf staatliches Eigenleben bestreiten. Aber so wenig ich das an der polnischen Nation verübte Unrecht früherer Zeit gebilligt habe, ebenso wenig kann ich es billigen, daß dieses Volk sein staatliches Dasein auf ein Unrecht gegen ein anderes, das deutsche Volk, aufbaut. Ich bestreite nicht das Interesse Polens an einen Ausgang zum Meer. Aber wie er dem neuen tschechischen Staat durch Elbe und Hamburg gesichert wurde, konnte er Polen auch durch Weichsel und Danzig eröffnet werden, ohne daß Ostpreußen vom Mutterlande losgerissen, Hunderttausende deutscher Volksgenossen ohne Befragen unter fremde Staatshoheit gepreßt, wo sie jetzt schlimmsten Terror ausgesetzt sind, oder gar aus ihrer Heimat verdrängt wurden. Gegen dieses Unrecht werden wir immer protestieren. Die gewaltsam durchgeführte, willkürliche, ungerechte neue Grenzziehung werden wir niemals als berechtigt anerkennen. Sie wird immer einen Stachel im deutschen Volkskörper bilden und einer wahren Befriedung Europas hindernd im Wege stehen. Gleichwohl dürfen wir uns nicht in Protesten erschöpfen, sondern müssen mit dem durch die Siegerlaune geschaffenen Zustand als Tatsache rechnen. druck gebracht, daß staatliche Beamte es sich herausnehmen konnten, in derartig ungehöriger Form ihren feindseligen Gefühlen gegenüber Deutschland Ausdruck zu verleihen, und daß die staatlichen Sicherheitsorgane es nicht als ihre selbstverständliche Pflicht angesehen haben, gegenüber dieser provozierenden Demonstration von den Machtmitteln des Staates Gebrauch zu machen. Daraufhin hat sich der Stellvertreter des Wojewoden heute mittag beim Leiter des deutschen Generalkonsulates persönlich entschuldigt. Auswärtiger Ausschuß und Polen vdz. Berlin, 24. Nov.(Tel.) Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages wird in der nächsten Woche zusammentreten, um zu den Vorgängen in Polen Stellung zu nehmen. Der Vorsitzende des Ausschusses, Staatsminister Dr. Frick, hatte die Absicht, den Ausschuß schon jetzt einzuberufen. Auf Ersuchen des Reichsaußenministers ist, wie das Nachrichtenbüro des B03 hört. die Einberufung jedoch bis zur nächsten Woche zurückgestellt worden, da der Minister noch wichtige Berichte erwartet. Die nationalsozialistische Polens Wahlterror hegen die deutschen Minderheiten Neue Terrormeldungen aus Ostoberschlesien- Die Reichsregierung bereitet Schritte in Genf vor wtb. Beuthen, 24. Nov. Im Dorfe Golasowic im Bezirk Pleß haben polnische Aufständische am vergangenen Samstag, wie erst jetzt bekannt wird, einen neuen Terrorakt gegen deutschstämmige Dorfbewohner verübt. Polnische Aufständische belagerten am Samstag nachmittag die deutsche Schule und verhinderten Lehrer und Schüler an dem Verlassen des Schulgebäudes. Gegen 5 Uhr nachmittags zogen die Aufständischen wieder ab. Sie erschienen jedoch erneut am Abend. Da die Deutschen neue Gewaltakte befürchteten, sammelten sie sich nun auch ihrerseits. Als die Aufständischen dies sahen, bildeten sie eine Schützenlinie und gingengegen die Deutschen zum Angriff vor. Es kam zu einer regelrechten Schlacht zwischen beiden Parteien. Ein polnischer Polizeibeamter, der sich an dem Vorgehen der Aufständischen beteiligt hatte, da er keine Uniform trug, als Polizist jedoch nicht erkenntlich war, wurde bei dem Handgemenge erschlagen. Der amtliche polnische Nachrichtendienst verbreitet eine Nachricht über die Vorfälle von Golasowic, in der von der Ermordung eines polnischen Polizisten gesprochen wird. Wie sich aus den oben geschilderten Einzelheiten klar ergibt, ist diese Darstellung durchaus unzutreffend. Kabinettsberatung über den pomischen Wühlierror anb. Berlin, 24. Nov.(Eig. Meld.) Das Reichskabinett beschäftigt sich in seiner heutigen Sitzung der in Oberschlesien durch den Wahlterror der polnischen Aufständischen gegen die deutsche Minderheit in Oberschlesien geschaffenen Lage. Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, ist der deutsche Genralkonsul in Kattowitz, der gleichzeitig Reichs= und Staatsvertreter ist, beauftragt worden, an Ort und Stelle Erhebungen über die gemeldeten Ausschreitungen gegen die deutsche Minderheit anzustellen. Nach Eingang seines Berichtes im Auswärtigen Amt, der für morgen, spätestens Mittwoch erwartet wird, wird die Reichsregierung prüfen, welche weiteren Schritte unternommen werden sollen. Auf Grund der Bestimmungen der Genfer Konvention über Oberschlesien und der anderen Minderheitenverträge, die die Freiheit der Wahlhandlung für die Minderheit sichern, wird gegebenenfalls in Genf Beschwerde, eingelegt und verlangt werden, daß die nächste Völkerbundstagung sich mit der Angelegenheit beschäftigen soll. wtb. Berlin, 24. Nov(Tel.) In dem Nachmittagsstunden des 22. November hat sich durch die Straßen von Kattowitz ein DemonstrationsReichstagsfraktion hat bereits eine Interpellation für diese Verhandlungen vorbereitet. Das endgültige Ergebnis der polnischen Senatswahlen. wtb. Warschau, 24. Nov. Die endgültigen Zählungen verändern das Ergebnis der gestrigen Senatwahlen nicht unwesentlich. Den Deutschen ist es gelungen, neben Posen und Oberschlesien noch ein drittes Mandat in der Wojewodschaft Lodz zu erobern, sodaß neben dem pommerellischen Mandat nur noch das Staatslistenmandat verloren gegangen ist. Die Juden konnten überhaupt kein Mandat erringen gegenüber sechs im vorigen Senat, sodaß sich die Vertretung der Minderheiten Polens auf sieben Senatssitze der Deutschen und Ukrainer verringert gegenüber insgesamt 24 Mandaten im vorigen Senat. Das Wahlergebnis zum Senat lautet somit folgendermaben:.. 4 7 7.Phan 16) Dautralins. Regierungsblock 76(früher 46), Zentrolinke 14(31), Nationaldemokraten 12(9), Akrainer 4(13), Deutsche 3(5), Korfantygruppe 2(1), Juden 9(6). Zivil-Luftfahrt und Abrüstung Französischer Angriff auf Deutschland im Abrüstungsausschuß zug polnischer staatlicher Eisenbahn= und Postbeamter bewegt, in dem auf einem der polnischen Eisenbahnverwaltung gehörigen Kraftfahrzeug eine an einem Galgen hängende, lebensgroße Puppe mitgeführt wurde, die einen deutschen Offizier in voller Uniform mit Originalorden darstellte. Das deutsche Generalkonsulat hat noch am selben Nachmittag bei dem Wojewoden schriftlich nachdrückliche Vorstellungen erhoben. In dem Schreiben wird darauf hingewiesen, daß das öffentliche Zurschaustellen einer solchen Puppe eine grobe Verunglimpfung des deutschen Volkes bedeute und die deutschen Empfindungen aufs schwerste verletzte; es wird ferner das Befremden des Generalkonsulates darüber zum Auswtb. Genf. 24. Nov. Heute wurde im Vorbereitenden Abrüstungsausschuß die Frage der Zivilluftfahrt im Rahmen der Abrüstungskonvention behandelt. Deutschland, das keine Militärflugzeuge herstellt oder einführt, hat stets den Standpunkt vertreten, daß eine Berücksichtigung der Zivilluftfahrt bei der Abrüstung völlig unberechtigt ist. In der Debatte machte MassialiFrankreich erneut— unter offenem Hinweis auf Deutschland— den Versuch, der Zilvilluftfahrt militärischen Wert beizulegen. Er meinte, daß die Unterscheidung zwischen militärischem und zivilem Flugzeug sehr schwierig sei. Es habe keinen Zweck, sich in der Kommission über Richtlinien für die aufzustellenden Tabellen zu unterhalten, ohne vorherige Klärung der technischen Fragen. Massigli zog das Junkersflugzeug G 38 in die Debatte und meinte, das sei ein Beispiel, wie schnell ein Handelsflugzeug in ein Kriegsflugzeug umgewandelt werden könne. Graf Bernstorff erwiderte dem französischen Delegierten in einer kurzen Erklärung, in der er u. a. sagte: Wenn von Herrn Massigli der militärische Wert eines deutschen ZivilflugAm die Reichstagsmehrheit für dus Iinlunzpregrumm Die Beratungen des Reichskabinetts- Beginn der Verhandlungen mit den Parteien vdz. Berlin, 24. Nov.(Tel.) Wie das Nachrichtenbüro des B03. meldet, ist am Montagvormittag zunächst das Reichskabinett zusammengetreten, um die Verhandlungen mit den Parteiführern über die Behandlung des Finanzprogramms und des Reichshaushalts 1931 im Reichstag vorzubereiten. Da der Reichstag bereits am Mittwoch nächster Woche zusammentritt, will der Kanzler bis Ende dieser Woche Klarheit über die Möglichkeiten einer parlamentarischen Durchbringung des Finanzprogramms gewinnen. Auch das Reichskabinett beschäftigte sich heute vormittag mit dieser Frage. Es behandelte außerdem das Preissenkungsproblem und zwar in erster Linie die Möglichkeit, die Eisenbahntarife in die Aktion einzubeziehen. Von der Reichsbahn wird diese Möglichkeit offenbar verneint. Es ist aber anzunehmen, daß noch direkte Verhandlungen über die Frachtensenkung stattfinden werden. Sozialdemokratische Parteiführer beim Reichskanzler. enb. Berlin, 24 Nov.(Eig. Meld.) Wie wir erfahren, hat das Reichskabinett die heute vormittag begonnenen Beratungen über die Tariffragen innerhalb der Preissenkungsaktion im Laufe des Nachmittags fortgesetzt. Die Beratungen werden auch in den nächsten Tagen weitergehen. Gegen abend hat der Kanzler zu einer längeren Besprechung die Vertreter der Sozialdemokratie empfangen, um mit ihnen die Möglichkeiten einer parlamentarischen Erledigung des Finanz= und Wirtschaftsprogramms zu behandeln. Morgen und übermorgen wird Dr. Brüning voraussichtlich mit den Führern der übrigen Parteien verhandeln, so mit der Wirtschaftspartei, dem Landvolk und den anderen Gruppen, die die Regierung stützen. In unterrichteten Kreisen glaubt man, daß diese Besprechungen schon etwa bis Donnerstag zu einer gewissen Klärung führen werden, sodaß der Kanzler dann seine Entschlüsse über die weitere Behandlung des Finanz= und Wirtschaftsprogramms fassen kann. In der Presse war übrigens angekündigt worden, daß heute auch Besprechungen mit den Vertretern der Tabakindustrie stattfinden sollten. Dieser Empfang hat jedoch nicht stattgefunden, er war auch gar nicht in Aussicht genommen worden. Die Christlich=Sozialen. vdz. Berlin, 24. Nov.(Tel.) Die Reichstagsfraktion des Christlich=Sozialen Volksdienstes hielt am Montag nachmittag eine Sitzung ab, in der zu den schwebenden politischen Fragen Stellung genommen wurde. Es handelt sich dabei vor allem auch, wie das Nachrichtenbüro des B93 erfährt, um die Stellungnahme der Partei zu den Notverordnungen im Haushaltsausschuß, ferner um die Vorbereitung des jetzt im Reichsrat erledigten Finanzprogramms. Die Verhandlungen werden am Dienstag fortgesetzt. zeuges hervorgehoben worden ist, so möchte ich ihn dazu die Aeußerung eines Sachverständigen seines Landes, des Präsidenten der französischen Luftfahrtkommission, Oberst Brocard, im Journal Offkciel und in der Chambre des Deputees anführen, in der dieser sagt, daß Brückeneinsturz Sieben Tote, sechs Schwerverletzte wtb. Lauchhammer, 24. Nov.(Tel.) In Klein=Leitisch sind heute nachmittag bei der Montage einer Förderbrücke durch die Mitteldeutschen Stahlwerke infolge des Absturzes eines Brückenteiles sieben Monteure tödlich verunglückt. Sechs Arbeiter wurden schwer verletzt. delsflugzeuge nicht für Kriegszwecke verwendbar seien. Oberst Brocard spricht dann, so führte Graf Bernstorff weiter aus, die allerdings irrtümliche Auffassung aus, daß Deutschland vielleicht ein Interesse habe, Handelsflugzeuge militärisch zu benutzen, da es keine Militärluftfahrt unterhält. Brocard fährt dann wörtlich fort: Aber vergessen Sie nicht, daß man zu diesem Zweck die Geschwindigkeit eines Flugzeugs vergrößern, seine Armierung verstärken, seine Karosserie verkleinern und sie völlig unverletzlich machen müßte. Wenn ich die Ehre hätte, ein Flugzeuggeschwader zu kommandieren, das gegen eine solche umgewandelte Flotte zu kämpfen hätte, so würde das eine herrliche Aufgabe sein. Man hätte sich nämlich gegen Flugzeuge zu wehren, deren Geschwindigkeit um 20 bis 30 Prozent geringer wäre als die eigene. Zum Schluß seiner Erklärung betonte Graf Bernstorff: Mehrere Male habe ich bereits vor dieser Kommission die Gründe dargelegt, warum ich den Entwurf einer Abrüstungskonvention nicht annehmen kann, die sich auf das Gebiet der Zivilluftfahrt begibt. Ich habe nicht nötig, es Ihnen gelegentlich der jetzigen Diskussion onch einmal zu wiederholen. Wie andere Staaten hat Deutschland ein Interesse daran, die Entwicklung der Luftfahrt in den verschiedenen Ländern genau zu kennen. Seit mehreren Jahren schon veröffentlichten wir eine offizielle und detaillierte Liste aller Flugzeuge. Wir wären sehr zufrieden, wenn außerhalb dieser Konvention alle Staaten sich zu einer jährlichen Veröffentlichung des Standes ihrer zivilen Luftfahrt verpflichteten. Aber ich kann nicht einwilligen, daß eine solche Abmachung als Teil eines Vertrages in Erscheinung tritt, der rein militärische Dinge zu behandeln hat. Keine Auflösung der Berliner Rationalsozialistischen Wartet anb. Berlin, 24. Nov.(Eig. Meldung.) Die Meldung eines Berliner Morgenblattes, daß der Polizeipräsident von Berlin beabsichtige, im Zusammenhang mit den Zusammenstößen zwischen Nationalsozialisten und Arbeitersportlern im Edenpalast, die Nationalsozialistische Partei in Berlin aufzulösen, ist, wie wir aus Kreisen des Polizeivräsidiums erfahren, falsch. Das Hochwasser des Rheins Weiteres Steigen am Mittel= und Riederrhein- Gefährliche Lage in Neuwied- Ueberschwemmungen in Köln und Duisburg- Vom Oberrhein wird Einken des Wasserstandes gemeldet M Neuwied von einem kilometerweiten Hochwassergürtel umfaßt. wp. Neuwied, 24. Nov.(Tel.) Durch das gesetzte Steigen des Rheins wird die Lage in Neuwied immer bedrohlicher. Vom Rhein her rückt das Wasser in weitere Straßenzüge vor, während von dem in einer Mulde liegenden Luisenplatz, der die Altstadt quer durchzieht und der fast ganz durch Kanalwasser überschwemmt wird, das Wasser nach dem Rhein zu vorgeschoben wird und sich, wenn nicht bald ein Stillstand eintreten sollte, an der etwas höher gelegenen Engerser Straße mit dem Rheinwasser zu verbinden droht, dann wäre das Hauptgeschäftsviertel in den fünf, mit dem Rhein parallel laufenden, langen Straßenzügen völlig unter Wasser gesetzt. Um ein Hereinbrechen des Rheinwassers über den Straßendamm an der Engerser Straße zu verhindern, wird gegenwärtig der gefährdete Einlauf der Marktstraße in die Engerser Straße mit einem Tonkernrücken abgedichtet. Der Nachenverkehr ist in vollem Gange und versorgt Tausende von Menschen, die auch auf Laufstegen nicht mehr in ihre Wohnungen kommen können. Die Räumung der Geschäfts= und Wohnhäuser, denen schwerer Schaden zugeführt wird, schreitet weiter fort. Ein Grauen schleicht durch die Stadt, die nun auch rückwärts von einem sich auf mehrere Kilometer ausdehnenden Hochwassergürtel umfaßt wird. Hier ist das Gebiet von der Einmündung der Wied in den Rhein bis zum Stadtteil Heddesdorf ein einziger großer See, aus dem gespenstig die Baumkronen und die eingeschlossenen Häuser herausragen. Auch das Sportstadion liegt in seiner ganzen Ausdehnung tief im Wasser. Im diesem Gebiet, dem sogenannten Weidchen, liegen auch große Gärtnereien, deren viele Gewächshäuser bis zu den Dächern unter Wasser stehen. Tausende von Topfpflanzen und Blumen liegen im Wasser und verderben. Die Hauptbahnlinie nach Köln führt mehrere Kilometer lang durch überschwemmtes Gebiet. Die Provinzialstraße von Fahr nach Neuwied ist infolge des Hochwassers gesperrt. Der neuerdings eingesetzte Regen bringt neue Unruhe in die Bevölkerung. Die Ueberflutung dehnt sich immer weiter aus, da überall aus dem Kanal hervorsprudelndes Wasser fortgesetzt weitere Straßenteile unter Wasser setzt. In Köln. wp. Köln, 24. Nov. Gestern nachmittag trat der Rhein in Köln zum ersten Mal über die Ufer. Um 16 Uhr bildete die Uferstraße zwischen Hohenzollern= und Hängebrücke mit dem Bett des Rheines eine einzige Wasserfläche. Gegen 18 Uhr mußte die Köln=Bonner Rheinuferbahn ihren Betrieb schon einschränken. Die Strecke von Hohenzollernbrücke bis Filzengraben war unpassierbar. Die am Rheinufer vorbei führenden Straßenbahnlinie mußten umgeleitet werden. Die Schiffahrt mußte, da die dritte Hochwassermarke(7,20 Meter) erreicht wurde, eingestellt werden. Die vom Wasser überschwemmten Straßenteile werden durch Laufstege überbrückt. Der Straßenverkehr vor der Fankenwerft ist heute morgen vollkommen eingestellt. Bei einem stündlichen Steigen von 3 Zentimeter am Montag nahmen die Hochwasserüberschwemmungen in Köln immer größeren Umfang an. Am Kaiser=Friedrich=Ufer haben die Wellen schon stellenweise die in der Mitte zwischen Uferstraße und Fahrdamm liegende Allee überspült. In der Altstadt sind mehrere Straßenzüge größten Teil vom Wasser überflutet. Die Anwohner haben die Kellerlöcher mit Brettern verschalt, um ein Eindringen des Wassers zu verhindern. Am Hafen steht das Wasser teilweise schon über dem Uferrand. Am Holzmarkt und in der Großen Witschgasse dringt Grundwasser aus den Kanälen, so daß auch hier Holzwege angelegt werden mußten. Um 14 Uhr war der Pegelstand 7,91 Meter bei einem stündlicheen Steigen von 2,5 Zentimeter. Bei einem stündlichen Steigen um 2 Zentimeter hatte der Rhein bei Köln um 20 Uhr bereits einen Pegelstand von 8,03 Meter erreicht. In Düsseldorf. Der Rhein ist bei Düsseldorf in den Nachmittagsstunden weiter gestiegen und hat die Siebenmetergrenze überschritten. Um 17 Uhr zeigte der Pegelstand 7,11 Meter an, was ein weiteres Steigen um über 3 Zentimeter in der Stunde seit heute vormittag 9 Uhr bedeutet. Da neues Regenwetter eingetreten ist, ist mit einem weiteren Wachsen zu rechnen. Unübersehbarer Schaden in Duisburg. wp. Duisburg, 24. Nov. Gegenüber dem gestrigen Stand von 5,32 Meter registrierte der heutige Pegel 6,28 Meter in Duisburg und in Ruhrort 6,59 gegen über dem Vortagsstand von 5,60 Meter, was einer Steigerung von 99 bezw. 96 cm gleichkommt. Weite Gebietsteile der riesigen Duisburger Hafenanlagen sind von den Fluten überspült. Tag und Nacht waren Arbeiter damit beschäftigt, wertvolles Lagergut aus den Schuppen zu bergen. Trotz= dem ist vieles dem Wasser zum Opfer gefallen. Große Warenspeicher, Industrieanlagen. Wiesenland und Schrebergärten sind von den Wassermassen überschwemmt. Soweit das Auge reicht, erblick: es einen einzigen großen See, aus dem Maschinen. Krananlagen, Verladebrücken. Wohn= und Lagerhäuser trostlos ins Weite schauen. Der Schaden, den das Hochwasser im hiesigen Bezirk verursacht hat, läßt sich im Augenblick noch nicht annähernd abschätzen. In Krefeld=Uerdingen. wp. Krefeld, 24. Nov. Das Hochwasser bei Uerdingen hat das Werftgelände 1 Meter hoch überschwemmt, und auf der Mündelheimer Seite sind weite Strecken unter Wasser gesetzt. Der Uerdinger Pegel zeigt abends 19 Uhr 7 Meter mit einer stündlichen Steigung von 3 Zentimeter. Der Deichstuhl hat sich konstituiert. Trotz des schlechten Wetters ist der Besuch aus der ganzen=Umgebung sehr stark. Sinken des Wasserstandes am Oberrhein. wtb Freiburg, 24. Nov. Mit dem Eintritt niedrigerer Temperaturen haben die Niederschläge, die in der letzten Zeit das Hochwasser des Rheins zur Folge hatten, nachgelassen bezw. bei aufklarendem Himmel ganz aufgehört. Infolgedessen ist der Rheinwasserstand langsam im Sinken begriffen. Zwischen Basel und Breisach ist der Rhein bis heute morgen um 20 Zentimeter gefallen. Sturm= und Wasserschäden an der Nordseeküste An der Wasserkante. wtb. Hamburg, 24. Nov. Der außergewöhnlich schwere Nordweststurm, der gestern bis in die Nacht hinein an der ganzen Wasserkante tobte, erreichte teilweise Windstärke 12. Auf der Seewarte wurden bis 30 Sekundenmeter, also halbe Orkanstärke, gemessen. In Hamburg mußte die Feuerwehr über 50 mal in Tätigkeit treten, um Personen, in deren Häusern die Keller unter Wasser standen, zuretten. An der Schleuse am Graskeller drückten die anstürmenden Wassermassen sechs große Schaufenster eines Lederwarengeschäftes ein und schwemmten etwa 60 große und kleine Koffer mit sich fort. Durch das Hochwasser wurden u. a. auch das Postscheckamt, eine Kunsthandlung am Roedings= markt und das Weltwirtschaftsarchiv in der Poststraße in Mitleidenschaft gezogen. Das in die Kellerräume eingedrungene Wasser richtete an den wissenschaftlichen Werken, die hier untergebracht waren, Schaden an. Im Laufe der Nacht ließ der Sturm merklich nach. Die Sturmflut brachte Cuxhaven am gestrigen Nachmittag die seit Jahren nicht erreichte Höhe von 2,70 über Normal. Der Sturmwind peitschte mit einer Stärke von 7—10 die hochschäumenden Wellen gegen den langgestreckten Cuxhavener Deich. Das ganze Außendeichgelände, der alte Hafen und die anliegenden Straßen waren völlig überschwemmt. Vielfach sah man kleine Boote in den unter Wasser gesetzten Straßenzügen. Durch Schließen der Schotten ist der Stadtteil Altcuxhaven gegen das Eindringen der Flut gesichert worden. Von der„Alten Liebe“, die völlig überspült war, war nichts mehr zu sehen; nur das Bootshaus ragte noch aus dem wildbewegten Element hervor. Mit ungeheurer Wucht rollten die hohen Wassermassen heran und nur noch etwa ein Meter fehlte, dann wäre auch die Deichkrone überspült worden. Auf der Cuxhavener Reede waren zahlreiche Schiffe vor Anker gegangen. Auf der Oste befand sich ein Bagger in Seenot. Doch gelang es einem von Cuxhaven auslaufenden Schlepper, den Bagger in Sicherheit zu bringen. Deichbruch bei Vergedorf. Schwere Schäden auch in Holland. wtb. Hamburg, 24. Nov. Infolge des orkanartigen Nordweststurmes brach in den Abendstunden des Sonntags bei Bergedorf das Verbindungsstück zu dem alten und neuen Schleusengraben in einer Länge von etwa 30—40 Meter. Die vor 10 Jahren gegründete Kriegsbeschädigtenkolonie Nettenburg ist vom Wasser schwer bedroht. Die 40 Hektar große Fläche liegt 2 Meter tief unter Wasser. Die Einwohner sind zum Teil geflüchtet, andere wieder haben ihr Hab und Gut in die oberen Stockwerke gerettet. Da das Wasser von Stunde zu Stunde stieg, war die Rettung des Viehs nur unter größten Schwierigkeiten möglich. Einige Züge der Hamburger und Bergedorfer Feuerwehr, sowie etwa 100 Reichsbannerleute von Bergedorf waren in Anwesenheit der Hamburger Baubehörde tätig, um die größte Gefahr zu beseitigen. In den Vierlanden sind die Brücken überschwemmt worden. Schiffsuntergang auf der Nordsee wtb. Cuxhaven, 24. Nov. Der Dampfer „Luise Leonhard“, der Reederei Leonhard u. Blumenberg, Hamburg, erlitt infolge des schweren Sturmes bei dem Feuerschiff„Elbe 1“ Ruderschaden und ist bei Großvogelsang gestrandet. Das 3364 Bruttoregistertonnen große Schiff, das erst 1921 erbaut worden ist und rund 30 Mann Besatzung hatte, ist wahrscheinlich untergegangen, da der von Cuxhaven heute nacht zur Hilfeleistung abgegangene Bergungsdampfer sowie das Cuxhavener Rettungsboot bis zur Stunde auf Funkrufe keine Antwort erhielten und bisher auch keinerlei Spuren gefunden haben. Die Suche nach dem Dampfer wird noch fortgesetzt. Wie die Reederei Leonhardt u. Blumberg zu der Havarie mitteilt, nimmt man an, daß das Schiff bei dem großen Vogelsand auseinandergebrochen und untergegangen ist. Von der 30 Mann starken Besatzung fehlt jede Spur, so daß man leider annehmen muß, daß sie den Tod in den Wellen gefunden hat. Führer des Dampfers, der am Samstag früh den Hamburger Hafen verlassen hatte, war Kapitän Karl Hoffmann. wtb Amsterdam, 24. Nov. Ein starker Südweststurm, der gestern früh über der holländischen Nordseeküste wütete, hat zur Folge, daß das Hochwasser, das die Flüsse infolge der andauernden Regenfälle der letzten Tage führen, nicht schnell genug abgeführt werden kann, so daß sich zahlreiche Ueberschwemmungen ereigneten. In den am Waal liegenden Ortschaften Sliedrecht, Hardinxpeld, Papenbrecht, Baanhoek und Gießendam sind viele Häuser vom Wasser eingeschlossen, wobei die untersten Stockwerke überflutet sind. Besorgniserregend ist die Lage der an die Maas angrenzenden Ortschaften. Das Dorf Heugem ist beinahe gänzlich vom Wasser überflutet worden. Verschiedenen anderen Orten droht das gleiche Schicksal. In der Provinz Nordbrabant sind in der Umgebung von Boxmeer ausgedehnte Ländereien in einen Binnensee verwandelt worden. Da Deichdurchbrüche an der Maas befürchtet werden, ist die ganze Bevölkerung aufgerufen worden, um die Deiche Tag und Nacht zu überwachen. In Maastricht mußten alle Arbeiten an der neuen Maasbrücke eingestellt werden. Bei Nymwegen ist der Wasserspiegel des Waal seit Samstag um beinahe einen Meter gestiegen. Alle Kais sind überschwemmt. Der Wasserspiegel der Zuidersee hat sich seit Samstag um etwa 1,30 Meter erhöht. Bei Bergen op Zoom hat das Scheldewasser mehrere Deiche durchbrochen, wodurch weite Landstriche unter Wasser gesetzt worden sind. Man macht sich überall auf ein weiteres Steigen des Hochwassers gefaßt. * In Frankreich. wtb. Paris, 24. Nov. Immer mehr häufen sich die Nachrichten über die Schäden, die das Sturmwetter in der Nacht auf Sonntag angerichtet hat. In Dünkirchen sind zahlreiche Gebäude, namentlich auch die Hafenanlagen, stark beschädigt worden. Aehnliches wird aus Dieppe berichtet. In Boulogne=sur=Mer wurden mehr als 20 Schiffe von ihren Ankerketten losgerissen. In Lorient ist ein Wasserflugzeug im Hafen gesunken. Mehrere Schlepper sind ausgelaufen, um in Seenot befindlichen Fischkuttern zu Hilfe zu eilen. In Etretat wurden Fischerboote gegen die Mole geschleudert und zertrümmert. Major Franco geflohen wtb. Madrid, 24. Nov. Wie gemeldet wird, ist der bekannte Fliegeroffizier Major Franco heute am frühen Morgen in Begleitung eines anderen ebenfalls mit strengem Arrest bestraften Majors aus dem Militärgefängnis ausgebrochen. Die Regierung hat allen Generalkapitänen und Zivilgouverneuren sowie den Grenzbehörden und den Flugplätzen den Befehl zukommen lassen, die Flüchtlinge sofort zu verhaften. Die Kündigung der Lahnardnung in Rluteberobau wtb. Essen, 24. Nov.(Tel.) Zu der Blättermeldung, daß der Zechenverband beschlossen hat, die Lohnordnung im Ruhrbergbau zum 31. Dezember 1930 zu kündigen und daß er zugleich beabsichtigt, ab 1. Januar 1931 einen zehnprozentigen Lohnabbau zu verlangen, verlautet, daß, wie der Zechenverband bereits seinerzeit ankündigte, infolge der Kohlenpreissenkung eine Kündigung der Lohnordnung im Ruhrbergbau in absehbarer Zeit zwar erfolgen wird, daß aber über den Zeitpunkt der Kündigung und über die Höhe der zu fordernden Lohnsenkung noch keinerlei Beschluß gefaßt ist. Der Streit Drewitz-Colosser Der Reichsausschuß der Wirtschaftspartei. vdz. Berlin, 24. Nov.(Tel.) Der Reichsausschuß der Wirtschaftspartei hielt am Montag im Reichstag eine Sitzung ab, die den ganzen Tag andauerte. Neben der Erörterung der politischen Lage stand, wie das Nachrichtenbüro B03 hört, in erster Linie der Konflikt zwischen dem Parteivorsitzenden Drewitz und dem Abg. Colosser zur Verhandlung. Der Abg. Colosser nahm an der Sitzung des Reichsausschusses teil und legte seinen Standpunkt ausführlich dar. Der Reichsausschuß setzte einen Unterausschuß ein, der die Streitpunkte klären soll. Dieser Ausschuß tagte nachmittags und vernahm auch Zeugen. Nach Beendigung der Reichsausschußsitzung setzte er seine Arbeiten noch bis in die späten Abendstunden fort. Der Reichsausschuß tritt am Dienstag vormittag erneut zusammen, um zu dem Bericht des Unterausschusses Stellung zu nehmen. Auch die Entscheidung über die zur allgemeinen politischen Lage gestellten Anträge fällt noch am Dienstag. Gemeinderatswahlen im olbenburg. Landestell Lubea wtb. Entin, 24. Nov. In den 19 Gemeinden des oldenburgischen Landesteils Lübeck wurden am Sonntag die Gemeinderatswahlen vorgenommen. Gegen das letzte Wahlergebnis vom Jahre 1927 haben sowohl die bürgerlichen als auch die Sozialdemokraten Verluste zu verzeichnen. Die bürgerlichen Mandate sanken von 106 auf 87, die der Sozialdemokraten von 85 auf 77. Die Kommunisten, die 1927 drei Mandate erhielten, haben drei gewonnen. Die Nationalsozialisten, welche erstmalig bei den Gemeinderatswahlen auftraten, erreichten 25 Mandate. In Eutin wurden gewählt: 5 Sozialdemokraten(bisher 6), 7 Nationalsozialisten(0), drei Bürgerliche(9). Aus Nah und Fern Eine Fußballgesellschaft auf dem Heimweg mit dem Auto verunglückt. wp. Mödrath, Bez. Köln, 24. Nov. Als am Samstagabend Fußballspieler mit ihren Angehörigen von einem Spielfest in Niederbolheim in einem Lastkraftwagen nach Götzenkirchen heimkehren wollten, fuhr das Auto mit großer Geschwindigkeit in den Vorgarten eines an einer Kurve stehendes Hauses und schlug um. Der Führer des Wagens hatte die Kurve verpaßt. Von den Insassen wurden 20 verletzt, davon einer sehr schwer. Bei Letzterem handelt es sich um einen auf dem Führersitz mitfahrenden Kraftwagenlenker aus Kerpen, während der eigentliche Lenker des Autos nur verhältnismäßig leichte Verletzungen davontrug. Der Führer wurde festgenommen. Die Geliebte ins Wasser geworfen. wp. Herne, 24. Nov. Montag morgen gegen 3 Uhr hörte ein Kraftwagenführer auf der Kanalbrücke in Herne Schreie einer Frau. Er teilte einem Polizeibeamten seine Wahrnehmung mit. Diesem lief ein Mann entgegen, an den der Beamte die Frage richtete, ob er ebenfalls Schreie gehört habe. Auf die Behauptung des Mannes, daß er die Schreie ausgestoßen habe, nahm der Polizeibeamte den Mann fest, da ihm die Sache verdachtig erschien. Am Montagmittag wurde aus dem Kanal die Leiche der 28jährigen geschiedenen Frau Sazesny aus RecklinghausenSüd, gelandet. Die Frau hatte zu dem Festgenommenen Beziehungen. Es handelt sich um den Anstreicher Heinrich Blanke aus Recklinghausen. Blanke ist noch am Mittag vollständig berauscht gewesen, sodaß seine Vernehmung noch nicht erfolgen konnte. 17 Millionen Franken veruntreut. wtb. Paris, 24. Nov. In Bordeaux sind ein Börsenmakler, zwei seiner Angestellten und zwei seiner Vertreter wegen Betrugs verhaftet worden. Die Höhe ihrer Veruntreuungen soll sich auf 17 Millionen Franken belaufen. Funkmeldungen Die Abänderungswünsche der Sozialdemokraten. enb. Berlin, 25. Nov.(Eig. Rundfunkmeld.) An der Besprechung des Reichskanzler mit den sozialdemokratischen Führern nahmen die Abg. Müller=Franken, Dr. Breischeid, Dr. Hilferding und Dr. Hertz teil. In mehrstündigen Verhandlungen wurden die Abänderungswünsche der Sozialdemokraten zu den Notverordnungen eingehend besprochen. Der Börsenzeitung zufolge erklärten die Sozialdemokraten dem Reichskanzler, daß sie zwar die vom Reichsrat an dem Finanzprogramm vorgenommenen Aenderungen als eine gewisse Verbesserung ansähen, darüber hinaus aber im Reichstag noch eine ganze Reihe von Abänderungsanträgen zu den verschiedenen Gesetzen einbringen müßten. Ihre endgültige Stellungnahme zu dem Gesamtkomplex würden sie davon abhängig machen, wieweit ihre Abänderungswünsche Verwirklichung fänden. Reichskanzler Dr. Brüning soll, dem Blatt zufolge, geantwortet haben, daß er grundsätzliche und weitgehende Aenderungen des Programms nicht zulassen könne und daß er auch nicht die Absicht habe, sich mit dem Reichstag in wochenlange Verhandlungen über die Finanzgesetze einzulassen. Wenn sich die Parteien auf einige wenige nicht so wichtige Abänderungen einigen würden, so würde er dem Rechnung tragen. Die Besprechungen mit den Führern der Sozialdemokratie werden in den nächsten Tagen noch fortgesetzt. Gastwirtestreik in Breslau. enb. Berlin, 25. Nov.(Eigene Rundf.=Meld.) Gegen die Einführung der Gemeinde=Getränkesteuer und gegen die Erhöhung der GemeindeBiersteuer protestierten gestern, wie das Berl. Tageblatt aus Breslau meldet, die Breslauer Gastwirtsbetriebe durch Schließung ihrer Lokale. Kein Restaurant, kein Café, keine Konditorei, keine Frühstücksstube ist geöffnet. An dem Protest beteiligten sich die Unternehmerund die Angestellten=Organisationen in voller Einmütigkeit. eines Konsuls Haroey L. Milbourne ist zum Konsul der Vereinigten Staaten von Amerika in Köln ernannt worden. Was hören wir im Rundsunk? den November 1930. Mittwoch, 07,00 Morgenkonzert. 08,00: Mutter und Kind. 10,05: Erste Tagesmeldungen. 10,20: Schulsunk. 10,50: Schallplattenkonzert mit Funkwe#dung. 11,20: Musikalischer Schulfunk. 12,10: Schallplattenkonzert. 13,05: Mittagskonzert. 15,00: Kinderstunde. 15,50: Frauenstunde. 16,10: Jugendbücherstunde. 16,30: Mariana Christianstochter. 16,50: Was will ich werden? 17,30: Vesperkonzert. 18.30: Aus Recht und Praxis der Wohlfahrtspflege. 19,15: Der westdeutsche Arbeitsmer: 19,40: Der junge Mensch. 20,00: Abendkonzert. Intermezzo. 20,45: Erste Abendmeldungen. Bis 24,00: Konzertübertragung aus dem Café Handelshof, Essen. Reichswerbewoche des Bundes Deutscher Friseure. Der Bund Deutscher Friseure, der 50 000 selbständige Friseure zu seinen Mitgliedern zählt, veranstaltet vom 24. bis 30. November eine großzügige Werbewoche für das von ihm vertretene Handwerk. Es empfiehlt sich, in dieser Woche die Schaufenster und Geschäfte der Friseure auf Plasate und Werbeschriften zu beachten, die in effektvoller Aufmachung und in verschiedenen Aufnahmen die Frisurmode für Damen und Herren vor Augen führen. Die Friseure wollen den Menschen durch ein gepflegtes Aeußere Jugend und Schönheit verleihen. Für die Dame ist nicht nur von den deutschen Friseuren, sondern von denen der gesamten Kulturwelt in Beratungen mit den Verbänden der Kleider= und Hutbranche die Modeform der Frisur festgelegt worden, und zwar gilt der nackenfreie Bubenkopf als die große Mode. Da jeder Kopf ein anderes Gesicht, andere Formen und andere Haare hat, lassen sich in diesem Rahmen unendlich viele Variationen erzielen. Die langen, bis auf die Schulter hängenden Haare sind unmodern, machen alt und häßlich und lassen sich schwer pflegen. Sie fliegen überall herum, wirken staubaufsaugend und sind im höchsten Grade unhygienisch. Kein Hut läßt Platz für den Haarwulst im Nacken. Der Bubenkopf bleibt nach wie vor Mode, im Sominer etn as kürzer, für Sport und Reise eingeichtet, im Winter etwas länger für die Gesellnhaftsfrisur, dem Kleid angepaßt. Das Haar soll hinsichtlich seiner Länge in der Mitte des Nackens mit dem Haaransatz abschneiben. Es bleibt an den Seiten lang genug, so daß es lockig und wellig frisiert werden kann. Für das lange Kleid wird es als Gesellschaftsfrisur an den Seiten ohrenfrei zurückfrisiert und mit Kammschmuck verziert. Da, wo die Ohren freie Frisur nicht kleidet, werden Wellen oder Biedermeierlöckchen über die Ohren frisiert oder für die Gesellschaftsfrisur künstliche Locken angesteckt. In Haarpflege und Dauerwellen, einem wichtigen Arbeitsgebiet des Friseurs, leistet der geübte Fachmann das Beste. Auffällig billigen Angeboten sollte niemand, dem sein Haar lieb ist, nachgehen, denn billig und schlecht sind eins. Gerade die gewissenhafte Arbeit des Friseurs ist zu Schundpreisen nicht zu ermöglichen. Eine gut ausgeführte wasserechte Krause hält drei Monate bis 1 Jahr, je nach Beschaffenheit des Haares. Nicht alle Frauenhaare sind gleich. Gesundes, kräftiges Haar hält die Krause länger als weiches Haar. Maßgebend ist dabei, welche Behandlung das Haar erfahren hat, ehe der Fachmann aufgesucht wurde, denn durch ohne Sachkenntnis vorgenommene Selbstbedienung wird so manches Haar verdorben. Der Friseur legt besonderen Wert auf Sauberkeit der Haare, ihr Waschen mit milden Seifen und gründliches Ausspülen der Seifenreste, die sonst als zerstörende Säuren auf das Haar wirken. Von der Herrenhaartracht ist zu sagen, daß man nur in Deutschland die rasierten Köpfe mit einem schnurrbartähnlichen Büschel Scheitelhaare kennt. und daß der Deutsche im Ausland durch diese Frisur unliebsam auffällt und erkannt wird. Die Friseure wollen diese Frisurformen mildern und dem Haarschnitt eine schön verlaufende Form geben. Auch das Herrenhaar wird am Stimansatz durch einige Dauerwellwickel wasserecht gekraust und dann naß in Wellen gelegt. Damit ist jedes, auch das schwierigste Haar, zu bängen. Durch naturgetreue Abbildungen führen die Friseure in ihren Schaufenstern ihr technisches Können vor Augen und zeigen, daß sich mit geringer Mühe und unerheblichen Kosten die Frisur des Herrn dauerhaft und kleidsam gestalten läßt. Auch bezüglich der Schönheitspflege gibt das Werbematerial der Friseure notwendige Aufklärung. Zu früh ergraute Haare sind heute ein überwundener Standpunkt. Sie werden ohne Schwierigkeit natürlich und wasserecht gefärbt. Augenbrauen und Wimpern erhalten ebenfalls durch Färben eine wasserechte lebhafte Farbe. Die Haut= und Schönheitspflege trägt viel zum Wohlbefinden des Menschen bei, der Friseur führt sie berufsmäßig aus und zwar durch Gesichtskompressen, Gesichtsdampfbäder und Massagen mit der Hand oder allen möglichen Apparaten. Eine faltige Stirn wird zur schönsten Glätte massiert, während das Doppelkinn durch Massage verschwindet. Auch die Hand= und Fußpflege sind wichtige Berufszweige des Friseurhandwerks, dessen schwer zu bestehende Prüsungen sowohl für den Meister wie den Gehilfen erst zu der Behauptung berechtigen,„ein Meister seines Handwerks“ zu Verantwortlich für Lokales, Kommunalpol'tik, Feuilleton, Provinzielles, Gerichtssaal u. Sport Haus Eberhard Ler, Schwerte. Bekanntmachung Gemäß den Bestimmungen des Gesetzes über die Industrie= und Handelskammern u. der vom Minister für Handel und Gewerbe genehmigten Wahlsatzung werden die Termine für die diesjährigen Ergänzungs= u. Ersatzwahlen zur Industrie- und Handelskammer zu Dortmund wie folgt festgesetzt: Für Gruppe I(Berg= bau, Eisen= und Stahlerzeugung), Wahlbezirk: Ganzer Kammerbezirk, zu wählen sind: 5 Mitglieder bis Ende 1936 (4 planmäßig ausscheidende Mitglieder und 1 Mitglied als Ersatz), Gruppe II(Eisen=, Stahl= und Metallverarbeitung, Maschinen= und Apparatebau), Wahlbezirk: Kammerbezirk mit Ausnahme des Stadtkreises Hamm und des Kreises Unna, 1 Mitglied bis Ende 1936, Gruppe III(Chemische Industrie, Industrie der Steine und Erden, Industrie der Nahrungsu. Genußmittel), Wahlbezirk: Ganzer Kammer= bezirk, 1 Mitglied als Ersatz bis Ende 1936, Gruppe IV(Groß= handel, Banken, Vertretungen, Versicherungen), Wahlbezirk: Ganzer Kammerbezirk. 2 Mitglieder bis Ende 1936 und 1 Mitglied als Ersatz bis Ende 1932, auf Donnerstag. den 4. Dezember 1930, 10 bis 13 Uhr, im Römer=Zimmer des „Kölnischen Hofes“ zu Dortmund; Gruppe V(Einzelhandel), Wahlbezirk: Kammerbezirk mit Ausnahme des Stadtkreises Hamm und des Kreises Unna, 3 Mitglieder bis Ende 1936 und 1 Mitglied als Ersatz bis Ende 1932, auf Freitag, den 5. Dezember 1930, 10 bis 13 Uhr. im Jäger=Zimmer des„Kölnischen Hofes“ zu Dortmund; Gruppe II(Eisen=, Stahl= und Metallverarbeitung, Maschinen und Apparatebau), Wahlbezirk: Stadtkreis Hamm und Kreis Unna, 1 Mitglied bis Ende 1936, auf Mittwoch, den 3. Dezember 1930, 11 bis 13 Uhr, im Geschäftszimmer der„Vereinigten Kaufmannschaft“.(Bürohaus „Handelshof", Zimmer 7) zu Hamm(unmittelbar am Bahnhof). Für den Wahlbezirk Stadtkreis Hamm und Kreis Unna der Wahlgruppe V und für die Wahlgruppe VI(Wahlbezirk: Ganzer Kammerbezirk) finden diesmal keine Wahlen statt. Die Listen der Wahlberechtigten haben gemäß den gesetzlichen Bestimmungen vom 1. bis 8. Oktober 1930 im Gechäftsgebäude der Industrie= u. Handelskammer zu Dortmund öffentlich ausgelegen. Jeder Wahlberechtigte erhält noch eine besondere Einladung. die zugleich als Wahlausweis dient. Als amtliche Einladung gilt jedoch diese Bekanntmachung. Die Wahlberechtigten wählen in ihren Wahlgruppen nach dem gleichen, geheimen u. unmittelbaren Wahlrecht mittels verdeckter Stimmzettel soviel Kandidaten, als nach obiger Aufstellung auf ihre Gruppen entfallen. Dortmund, den 25. November 1930. Die Wahlleiter: Gust. Wiskott für die Gruppen I, II (Kammerbezirk mit Ausnahme des Stadtkreises Hamm und des Kreises Unna), III und IV, E. W. Schulte für die Gruppe V(Kammerbezirk mit Ausnahme des Stadtkreises Hamm und des Kreises Unna), Wilh. Schüerhoff für die Gruppe II(Stadtkreis Hamm und Kreis Unna). Die Industrie= und Handelskammer. Der erste Geschäftsführer Dr. jur. Martin. Jede! ladslrau weibes Cleverstolz, die immer frische Margarine, wird oft nachgeahmt, doch nie erreicht. Achten Sie daher beim Einkauf auf den Namen, und verlangen Sie stets nur diese bewährte Qualitätsmarke. Jede Wanne trägt die Marke deutlich erkennbar. FTARGARINE SEZVERSIÖL Senoeen Dr Wsch 6S2-9 Nachruf Am 21. November entschlief in Bochum nach jahrelangem Leiden, die Lehrerin i. R. Beita Seilmet Die Verstorbene hat vom 22. April 1895 bis 1. April 1915 den eygl. Volksschulen unserer Stadt, insbesondere der weiblichen lugend, in seltener Treue und Gewissenhaftigkeit gedient. Sie war uns stets ein leuchtendes Vorbild selbstloser Pflichterfüllung und eine liebe Mitarbeiterin, deren Andenken wir über das Grab hinaus in Ehren halten werden. Das Lehrerkollegium der ergl. Volksschulen Schwerte Sopiiiuinamgann. Eckersoiel in Schwerte Letzte Aufführung: Dienstag, den 25. November, s abends 8 Uhr, im„Reiche des Wassers“ Bolktsvorstellung zu Eintrittspreisen Sliirnumpraani! von Mr. 1.- und 70 Pfg. 4Technikum Lemgo I. L., aschinen-, Auto-, Brückenbau- Elektrotechnik-Betriebs####echolk- Hochbau-Tiotbeu- Eisenbetenbau-Architektur Sagründet 1861 Lahepien Nuggen Klntr Cunmumt Wilhelmstraße 22 Hamburger Fischhalle Schwerte, Hagenerstr. 2 empfiehlt für Donnerstag, Freitag, Samstag im Geschäft und auf dem Wochenmarkt la frischen Fisch direkt vom Fangplatz, feinste Rauchwaren und Marinaden usw. Hamburger Tischhalle Das gute, echte Kommißbrot ärztlich empfohlen für Juckertrante erhält man bei 2022 Otto Schulte Bäckerei und Konditorei Haselnckstraße 1 Ein gut rechnender Kaufmann— muß und wird inserieren! Spar’, wo’s am Platz, Wie's unsere Zeit begehrt, Doch beim Friseur zu sparen ist verkehrt Friseur Zwangs-Innung Schwerte- Westhofen Reichswerbewoche des Bundes Deulscher Friseure vom 24. bis 30. November 1930 Landkreis Iserlohn Wiederwahl eines Schiedsmannes. Dur Beschluß des Präsidiums des Landgerichts in Hagen ist der Landwirt Heinrich Prolingheuer in Garenfeld auf die weitere Amtsdauer von drei Jahren vom 10. Januar 1931 ab zum Schiedsmann für den Bezirk Garenfeld im Amte Westhosen wiedergewählt und bestätigt worden. Amt Westhofen Holzen. Frauenhilfe. Am Donnerstag, den 27. ds. Mts., nachmittags 3 Uhr hält die Frauenhilfe im Lokale Hosang eine Versammlung ab. Frau Herder=Hagen wird über „Jungmütterarbeit“ einen Vortrag halten. ! Westhofen. Hohes Alter. Am morgigen Tage vollendet Frau Elisabeth Mauer geb. Schneider in Westhofen, Oststraße 6 ihr 80. Lebensjahr. Auch wir sprechen dem Geburtstagskinde, das bis vor wenigen Tagen noch recht rüstig war, unsern herzlichsten Glückwunsch aus. Möge ihm ein sonniger Lebensabend beschieden sein. ! Westhofen. Sitzung der Stadtvertretung. Durch die große Nachtragsumlage, die der Kreis Iserlohn von den Gemeinden erhebt, und durch die stark angewachsenen Wohlfahrtsausgaben gezwungen, muß auch die Stadt Westhofen Mittel und Wege suchen, um das in ihrem Haushaltsplan entstandene Defizit decken zu können. Zu diesem Zwecke findet am Freitag, den 28. November, nachmittags 5 Uhr im Sitzungssaale des Amtshauses eine öffentliche Sitzung der Stadtvertretung statt. Auf der Tagesordnung steht als einziger Punkt: Erhebung der Bürgersteuer, der Getränkesteuer sowie Erhöhung der Biersteuer und der Realsteuern zur Deckung des Fehlbetrages. ! Westhofen. Die Gef allenen=Ehrung in Westhofen. Am Totensonntag begingen sämtliche der Arbeitsgemeinschaft der Stadt Westhofen angeschlossenen Vereine eine Gefallenengedenkfeier in würdiger Form. Nach einem gemeinsamen Kirchgang, der durch den Posaunenchor und Kirchenchor verschönt wurde, marschierten die Vereine im geschlossenen Zuge unter Vorantritt des Trommler= und Pfeiserkorps der Arbeitsgemeinschaft zuerst zum alten Kriegerdenkmal an der Hochstraße und dann zum neuen Ehrenmal auf dem Friedhof an der Bahnhofstraße. An beiden Denkmälern wurden von der Stadt und von den Vereinen unter den gesenkten Fahnen Kranzspenden niedergelegt. Besonders erhebend war die Feier am neuen Ehrenmal. Nach Einleitung durch den Posaunenchor und nachdem der kürzlich gegründete große Männerchor Westhofen das Chorlied„Mahnung“ vorgetragen hatte, ergriff der Fabrikant Adolf Ebeling das Wort zu einer ernsten Gedenkrede, die alle Anwesenden tief ersaßte und in aller Erinnerung das große Opser wachrief, das unsere Gefallenen für Heimat und Vaterland dargebracht haben. Dieses Opsers uns würdig zu erweisen, war die Mahnung, die immer wieder durch die Rede hindurchklang. ! Westhofen. Auszeichnung. Zwei alte Mitglieder des Krieger= und Landwehrvereins Westhofen, der Rentner Heinrich Klostermann, Veteran der Feldzüge 1864, 66, 70, 71 und der Bäckermeister Heinrich Hövelmann, langjähriger 2. Vorsitzender des Vereins, wurden für die Verdienste um das Kriegervereinswesen mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Während Herrn Klostermann, der schwer erkrankt darniederliegt, die Auszeichnung durch eine besondere Delegation überbracht wurde, überreichte Hauptmann Sassenhoff im Auftrage des Kreiskriegerverbandes Herrn Hövelmann die Auszeichnung am Sonntag nach der Gefallenenehrung. 1 Westhofen. Den Dieben weiter auf der Spur. Die Nachforschungen der Polizei= und Landjägereibeamten nach den übrigen Mitgliedern der Diebesbande, denen man kürzlich auf die Spur gekommen ist, dauern noch an. Der bereits festgenommene und mit schweren Zuchthausstrafen wegen Diebstahls und Rückfalldiebstahls vorbestrafte Fritz Heierhoff, von hier wurde inzwischen in das GerichtsgefängSchwerte überführt. Zur Zeit forscht man noch nach den Schlupfwinkeln, in die die Diebesbeute gebracht worden ist. Bei einer Durchsuchung der Waldungen am Ebberg gelang es den Landjägereibeamten, einige Zigarrenkisten und andere Gegenstände, die aus dem Einbruch in der Wirtschaft Krämer in der Wanne stammen, wiederzufinden. Amt Ergste m Ergste. Diebstähle und kein Ende. Trotz der angeordneten Sicherheitsmaßnahmen ist es bisher noch nicht gelungen, die Einbrecherbande, die nun schon seit mehreren Wochen die Umgegend unsicher gemacht, festzunehmen. Nachdem dem Gutsbesitzer Schulte=Osthennen vor einigen Tagen ein wertvolles Rind aus dem Stalle entwendet hat, hat man ihm jetzt 20 weiße Leghornhühner entwendet. Die Täter haben das Vorhängeschloß am Hühnerstall zertrümmert und sind dann eingedrungen.— Dem Wirt Prick in Berchum wurde in der Nacht vom Freitag zum Samstag aus der Wirtsstube 50 Mark bares Geld und Rauchwaren im gröheren Werte entwendet. Der geholte Polizeihund konnte infolge des Regenwetters die Spur nicht aufnehmen. Man hat es anscheinend mit einer gut organisierten Verbrechergesellschaft zu 1143. m Ergste. Generalversammlung. Im Gasthof Stenz fand hierselbst am Samstagabend eine Generalversammlung des Spiel= u. Sportklubs Ergste statt. Der provisorische Vorsitzende Wilh. Filthaus leitete die Versammlung. Nach lebhafter Aussprache fand die Wahl des Vorstandes statt. Zum 1. Vorsitzenden wurde Herr Hengstenberg gewählt. Alle übrigen Vorstandsmitglieder wurden meistenteils wiedergewählt. Außerdem rief der Punkt Lokalfrage eine große Debatte hervor. Nach dem das Für und Wider ausgiebig erörtert war, wurde der eingereichte Antrag auf Verlegung des Vereinslokals zur Wirtschaft Lips zur Abstimmung gebracht. Mit großer Mehrheit wurde beschlossen, weiter im allbewährten Vereinslokal Hengstenberg—Stenz zu bleiben. Nach Erledigung einiger kleinerer Angelegenheiten fand die Versammlung mit einem dreimaligen„Gut Heil“ ihr Ende. m Hennen. Mutterberatung. Am Dienstag, den 25. ds. Mts., findet nachmittags von 3 bis 4,30 Uhr im Gemeindebüro in Hennen eine Mutterberatungsstunde der Kreisfürsorge statt.— Am gleichen Tage findet die Mutterberatungsstunde von 5 bis 6 Uhr in der Wirtschaft Dröge in Leckingsen statt. m Hennen. Im angetrunkenen Zustande wurde der Arbeiter Wilhelm L. von dem Kraftradfahrer Wache am Samstagabend gegen 6 Uhr überfahren. Der hinzugerufene Arzt Dr. Müller stellte bei L. und dem Beifahrer des Kraftrades einige leichtere Verletzungen fest. Die Schuld an dem Unfall soll L. tragen, da er gegen die Bestimmungen verstoßen hat, indem er die linke Straßenseite befuhr und die Warnungssignale nicht beachtet hat. Der Ortsausschuß für Jugendpflege veranstaltet erstmalig am Sonnabend, den 29. November, einen Märchenabend, zu dem alle Jugendliche und Freunde der Jugend herzlichst und dringend eingelanden sind. Dargeboten wird das Märchenspiel„Intreuer Hut“ ein Vierakter von Erich Reinecke. Die Einstudierung, Reigen und Musik sind vom Theaterklub„Heiderose“ übernommen. Die Eintrittspreise sind festgesetzt auf 50 Pfg., Jugendliche und Arbeitslose 25 Pfg. Die angebotenen Programme berechtigen zum Eintritt. Bei dem geringen Betrag dürfte mit einem vollen Haus zu rechnen sein.(Nähere Angaben folgen noch). Zum Chor= und Orchesterkonzert am Buß= und Bettag wird uns von fachmännischer Seite und Konzertbesucher folgendes geschrieben: Wie auch im Vorjahre, hatte am diesjährigen Buß= und Bettag der MGV.„Sangeslust“ zu einem großangelegten Konzert eingeladen. Trotz Sturm und Regen war der„Freischützsaal“ gut besetzt und wird es keiner bereut haben, dem Rufe des Vereins gefolgt zu sein, stand doch das Gehörte auf einer beachtenswerten gesanglichen und musikalischen Stufe. Man muß dem Verein immer wieder Dank und Anerkennung zollen, daß er trotz der augenblicklich schweren wirtschaftlichen Lage bestrebt ist, nur das Beste zu bieten und damit auch den Namen Gesangverein verdient. Leider muß man sagen, daß viele Vereine von ihrer eigentlichen Zweckbestimmung abweichen und dem Kampf und den Anforderungen auf diesem Gebiete in der heutigen Zeit nicht gewachsen sind. Seiner Zeit hat aber auch der fragliche Verein in der Wahl des heimischen Dirigenten Fred Peters eine äußerst glückliche Hand gehabt; denn selbiger hat es in verhältnismäßig kurzer Zeit verstanden, den oben genannten Verein durch seine reichen musikalischen Fähigkeiten und seltener Energie jetzt schon das zweite Mal durch anerkannt gute Konzerte einen Namen zu machen. Auch dem Kundigen nötigte das äußerst schwierig durchzuführende Programm des Tages Achtung ab. Neben größeren Orchesterwerken, vom rühmlichst bekannten Wittener städt. Orchester wiedergegeben, wartete der Männerchor mit kleineren und größeren Chorwerken auf. Eigentümlicherweise gelangen die schwierigen Werke besser als die leichteren. Vor allem aber„Das Meer“ von Nierde mit seiner ungemein schwierigen Komposition. Dann waren„Die Vesper“ von Beethoven,„Die Ablösung" von Hutter ebenfalls als gut anzusprechen. Wahre Glanzleistungen aber stellten „Landerkennung“ von Grieg und„Die Allmacht" von Schubert Liszt mit Orchesterbegleitung, Tenor und Baritonsolo dar. In den beiden Solisten, Herm. Vollmann(Tenor) und Willi Rehkemper(Bariton) fanden die Solopartien der genannten Werke ganz hervorragende Interpreten. Herm. Vollmann erfreute außerdem noch mit„Largo“ von Händel. Gern hätte man Willi Rehkemper mit seinen ansprechenden gut geschulten Bariton in einem größeren Werke gehört. Wenn man auch noch berücksichtigt, daß der Männerchor aus drei Vereinen zusammengesetzt war, muß von den kleineren Unebenheiten in einigen Liedern, die aber den guten Gesamteindruck nicht verwischen konnten, abgesehen werden. Wir wünschen dem MGV. „Sangeslust“ mit seinem rührigen Dirigenten eine weitere gute Fortentwicklung, damit der Ruf unserer guten alten Stadt auf diesem Gebiete erhalten bleibt.(Wie wir gerade erfahren, hat der Dirigent F. Peters in Barop am Totensonntag vor ca. 1000 Zuhörern einen durchschlagenden Erfolg mit der Schöpfung von Haydn gehabt. Die Schriftl.) Turnen, Spiel, Sport Bougn Zu den bevorstehenden Gaumeisterschaften für Senioren haben die Reichsbahnboxer folgende Meldungen abgegeben: Fliegengewicht: Werner Müller, Leichtgewicht: Erwin Reichmann und Erich Wienholt, im Mittelgewicht: Hermann Elksnat. Radsport Am 19. ds. Mts. versammelten sich im Lokal „Schützenhof" die Mitglieder des„Schwerter Radsports 1925“ und des„Radsportklubs Holzen=Schwerte“ zu einer Besprechung zwecks Verschmelzung beider Vereine. Erfreulicherweise war man von beiden Seiten bestrebt, einen Zusammenschluß herbeizuführen. Nach langer Beratung konnte die Vereinigung als vollzogen betrachtet werden. Der Verein soll in Zukunft den Namen„Schwerter Radsport=Vereinigung" tragen. Die erste Versammlung fand am 22. November statt. Es wurde hier der Vorstand gewählt und die geschäftlichen Angelegenheiten erledigt. Als Vereinslokal wurde der„Schützenhof“ beibehalten. Die Versammlungen finden jeden letzten Samstag im Monat, abends 8 Uhr statt. Deutsche Jugendkraft Handball DJK. Schwerte 2. Jugend Tura Hagen— 1:6. Der Tabellenführer setzte in Hagen seinen Siegeszug fort. Für die Turaleute war der Kampf von vornherein verloren, da ihre Pässe nicht in Ordnung waren. Wegen der ansehnlichen Zuschauerzahl, die gern den Spitzenreiter spielen sehen wollte, trug man ein Gesellschaftsspiel aus. Schwerte stellte seine Klasse mal wieder durch einen 6:1=Sieg unter Beweis. Hagen wurde glatt überfahren und hatte nie eine Chance. Das einzige Tor für Hagen ist auf das Konto des Schwerter Hüters zu setzen, dessen sportliches Benehmen überhaupt sehr zu wünschen übrig ließ. Die anderen Mannschaften hatten Spielruhe bezw. Spielverbot. R. Allgemeiner Deutscher Turnerbund Fünfjähriges Bestehen der Damenabteilung des T.=V.„Jahn“ Schwerterheide(ADT.) Im Monat November 1925 gründete der T.=V.„Jahn“ eine Damenabteilung, denn Frauenturnen ist eine Notwendigkeit geworden. Wenn es auch galt, manche Wiederwärtigkeiten zu überwinden, so ließ man nicht locker, das gesetzte Ziel zu erreichen. Wenn sich nun zu der Damenabteilung auch noch die Mädchenabteilung eingefunden hat, so ist dieses auch noch als ein Fortschritt zu buchen. Gerade im Turnen, in der ganzen Vielseitigkeit seines Begriffs wird der Frau ein Freudenland erschlossen, in das sie frohen Herzens eintreten sollte, sind ihr doch Stunden reinster Freude gewiß, Stunden angenehmster Unterhaltung und Kameradschaft. Aus den vielen Uebungen strömt der Quell reinsten Segens. Gesundheit und Frische, jene Güte, die dem Menschen mehr wert sein sollen als Besitz und Geld. Weil gerade das Frauenturnen eine Notwendigkeit ist, will der T.=V. „Jahn“ nun am Samstag, den 29. November, das fünfjährige Bestehen seiner Frauenabteilung in würdiger Weise begehen. Im Saale des Turnbruders Sprave soll die Feier veranstaltet werden. Neben den der Neuzeit entsprechenden Uebungen und Vorführungen der Damenabteilung wird auch die Theaterabteilung nach langer Zeit wieder in Erscheinung treten. Insbesondere soll jedoch diese Veranstaltung dazu dienen, der Elternschaft Zweck und Ziele des Frauenturnens vor Augen zu führen. Möge dieses Vorhaben dem T.=V.„Jahn“ in weitgehenstem Maße gelingen. Börsen und Märkte Dortmund, 24. Nov. Bericht über die Preisfestsetzung des heutigen Schlachtviehmarktes. Dem heutigen Schlachtviehmarkte waren zugeführt: 725 Stück Großvieh, 396 Kälber, 41 Schafe und 2531 Schweine. Der Marktverlauf war bei Großvieh in guten Tieren mittel, sonst langsam, in Kälbern mittel, bei Schweinen rege. Es wurden gezahlt für 50 Kilogramm Lebendgewicht: Ochsen: a) 1. 56—58, b) 1. 52—55, c) 46—48; Bullen: a) 53—55, b) 49—51, c) 45—48; Kühe: a) 50—53, b) 45—49, c) 37 bis 43, d) 30—36; Färsen: a) 53—55, b) 48—52, c) 40—47; Kälber: b) 80—82, c) 70—79, d) 50—69; Schweine: a) 65—66, b) 66—68, c) 66—68, d) 64—66, e) 62—63, g) 52—61. Worauf es beim Kochen ankommt, ist weniger„was“ man kocht, sondern„womit“ man kocht. Auf die Frage, welche Zutat am stärksten Geschmack, Nährwert und Bekömmlichkeit des Essens beeinflußt, wird man wohl nicht anders antworten können als: das Fett. Es ist daher durchaus angebracht, wenn die Hausfrau der Wahl des Fettes ihre ganze Aufmerksamkeit zuwendet und ein für allemal bei dem Fett bleibt, das sie für gut befunden hat. Die Treue der Verbraucherinnen für eine bestimmte Marke ist infolgedessen beim Fett mehr noch als bei jeder anderen Zutat der sicherste Beweis einwandfreier Güte. Es ist somit kein Zweifel, wenn heute in unzähligen Haushaltungen mit der Margarine Cleverstolz gekocht, gebraten und gebacken wird; ihre Beliebtheit ist ein guter Wegweiser für alle Hausfrauen, die sich die Erfahrung anderer Hausfrauen zunutze machen wollen. Bilderrätsel 11•2— Auflösung erfolgt in der morgigen Ausgabe. Teppiche Läufer A m Ralatum- Straqula Ammm H. Hosang Markt 6 Fernrul 2430 Slchsoseie ue Keicheskene Heute bis Donnerstag! 3 hillige Kinotage! Eintrittspreise 0,40, 0,60, 0,80, 1.— Mk.s Ss Wir zeigen den letzten Film aus der „Lux"=Abenteuerfilm=Serie: 95 Püriser uinerweit S 8 spannende Akte. Karl Auen, der König der Abenteurer, in der Hauptrolle. S Der Deserteur von Die Tragödie eines Kriegsgefangenen in 6 Akten. Lustspiel. 42645 KUNST UNO LEBEN 9 31 Aun nen nSc edie M4e zu haben bei C. Braus, Zahnhofstr. 3. Zwangsversteigerung Mittwoch, den 26. ds. Mts., vorm. 10 Uhr, werde ich in Schwerte, Westenstraße 15, 1 Schreibtisch, 1 Klavier, 1 Lautsprecher, 1 Warenschrank mit Leinendecken, 1 Mignon=Heizkissen, 1 Tauchsieder, 4 Radioanlagen, 7 Beleuchtungskörper 1 Büroschrank öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigern. 4265 Schwerte, den 25. 11. 30. H. Wulfers, Gerichtsvollzieher kr. A. Schwerte. Kaufe gut genährte Hferer zu höchsten Preisen. L. Goecke, Schwerte, Ruf 2660. Zwangsversteigerung Mittwoch, den 26. ds. Mts., vorm. 10 Uhr, werde ich hier, Westenstraße 15, bei Möller: 1 Parlophon mit 10 Platten, 1 Büfett, 1 Ladenkasse, 1 Küche, 1 Schlitten, 1 Plateauwagen, 1 Dogcart, 1 Kamin, 1 Schreibtisch, 1 Vertiko, 1 Sofa mit Umbau u. a. m. öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigern. 4266 Schwerte, den 25. 11. 30. Franz, Gerichtsvollzieher kr. A. Empfehle meiner Kundschaft Mittwoch auf dem Wochenmarkt u. täglich im Geschäft la frischen Seefisch, direkt ab Fangplatz, sowie la VollfettBückinge und neue Holländer Vollfett=Heringe. M. Scheidt, Beckestraße 80. Neuzeitliche 4254 4 Wehnung mit Badezimmer, gr. Stall und ca. ½ Morgen Land per sofort zum 1. Dezember zu vermieten. Zu erfragen ab nachm. 4 Uhr Ostbergerstr. 68. Mittwoch, den 26. ds. Mis., vorm. 9 Uhr, wird auf der Freibank Rindfleisch verkauft. 4200 Schlachihofeerwalttung. Nr. 275(Zweites Blatt) „SchlerterHenung Dienstag, 25. November 1930 Der Beruf als Sport Schwerte, den 25. November 1930. * Tagtäglich wird der Mensch immer wieder eingespannt in das gleiche Räderwerk der *Flicht, und groß ist die Gefahr, in dem zermürbenden Einerlei der Arbeit müde zu werden. Wer aber darf heute müde werden? Hinter dem geringsten Nachlassen der Leistungsfähigkeit droht das Gespenst der Arbeitslosig= keit, und nur allzu schnell ist man bereit, jüngere, frische Kräfte einzureihen. Es gibt nun ein Mittel sich gegen die ermüdende Eintönigkeit der Arbeit zu schützen, indem man seine Leistungsfähigkeit nach Zeit und Qualität wertet und neue Leistungsrekorde aufzustellen sucht. Trotz aller Tüchtigkeit wird man bald merken, daß sich alle Leistungen noch steigern lassen. Es gilt nur einen Feind wirksam zu bekämpfen. Dieser Feind ist das Schema F. Gerade der treue und erfahrene Arbeiter cheut sich vor neuen Wegen, die er nicht kennt, aber diese neuen Wege müssen beschritten werden, wenn sich der Aeltere nicht von der Jugend verdrängen lassen will. Es gilt zu erkennen, daß im Laufe der Zeit das Schema F. wiederholt verbessert wurde. Wer in seinem Beruf auf der Höhe bleiben will, der muß sich auch weiter trainieren, der darf nicht nur pflichtgetreu in seiner Arbeit versinken, so daß er keine Zeit mehr zur Umschau mehr findet, sondern er spüre den Methoden der Erfolgreicheren nach und mache sich das Gute davon zu eigen. Vielleicht vermag er dann, dank seiner langen und treuen Erfahrung, den Gegner noch zu überflügeln. Der Sportsmann trainiert jeden einzelnen Muskel zur Höchstleistungsfähigkeit heran. Man tue es ihm nach. Man zergliedere seine Arbeit in die kleinsten Bestandteile und trainiere täglich einen solchen Bestandteil besonders. Auf diese Art wird man erst hinter das letzte Geheimnis seiner Arbeit kommen. Man wird das technisch=mechanische der Arbeit derart verbessern lernen, daß man viel Zeit und Kraft gewinnt. Dieser Gewinn aber ermöglicht es uns, unsere Aufgaben und Pläne tiefer durchzudenken, was wiederum zur Leistungssteigerung beiträgt. So bricht der Tüchtige immer wieder seine eigenen Rekorde, spezialisert sich, kommt vorwärts und besiegt durch diese sportliche Berufsauffassung die Gefahr, seine Tätigkeit als lästige Fron in einer ewig gleichen Tretmühle zu betrachten. Die Berufsfreude wächst, erhält jung und die sportliche Auffassung der Arbeit verhindert jeden Stillstand und hilft die Stellung sichern. : Gedenktage. 25. November: 1562 der spanische Dichter Felix Lope de Vega Carpio in Madrid geboren(gestorben 1635).— 1814 Der Naturforscher Robert Mayer in Heilbronn geboren(gestorben 1878).— 1837 Der amerikanische Großindustrielle Andrew Carnegie in Dunferline geboren(gestorben 1919).— 1878 Der Dramatiker Georg Kaiser in Magdeburg geboren. Wetterbericht der Wetterwarte Essen vom 24. November 1930. Das gestrige Tief ist unter Abflachung nach Litauen abgezogen. Während aber in seinem Gefolge ein Hochdruckrücken vom südwestlichen Mitteleuropa bis Mittelskandinavien entstanden ist und damit Beruhigung und teilweise Aufheiterung, ist ein neuer kräftiger Wirbel über Irland erschienen.— In Deutschland war es heute morgen meist bewölkt, im Süden und Westen auch heiter, der Osten hatte noch Regen. Die Temperaturen lagen im Süden und Südwesten zwischen 0 und 4 Grad, sonst etwas höher. Der Kahle Asten meldete mäßigen Südwestwind, Nebel und — 1 Grad. Wetteraussichten für Dienstag: Meist bewölkt, zeitweise kräftige Regenschauern, ziemlich mild. Wetteraussichten für Mittwoch: Vorübergehend aufheiternd, später wieder Zunahme der Bewölkung und Regenfälle. : Goldene Hochzeit. Am heutigen Tage ist es den Eheleuten Hauptweichensteller a. D. Heinrich Weiher und Frau Lisette, geb. Kranefeld, Ostbergerstraße 82, vergönnt, im Kreise ihrer Angehörigen das seltene Fest der goldenen Hochzeit zu feiern. W. ist bereits 50 Jahre Abonnent der „Schwerter Zeitung". Zu ihrem Ehrentage sprechen wir dem Jubelpaare unsere herzlichste Gratulation aus und verbinden damit gleichzeitig den Wunsch, daß es ihm vergönnt sein möge, noch viele Jahre in Zufriedenheit und bester Gesundheit einen ungetrübten sonnigen Lebensabend zu verleben. : Erich Eckerts Parabelspiel„Der verlorene Sohn“ ist nach dem einstimmigen Urteil aller Besucher ein künstlerisches Erlebnis, wie es hier in Schwerte noch nie geboten wurde. Hier handelt es sich nicht um Vereinsspielerei oder ein noch so gut gemeintes Dilettantentheater, hier wurden unter der Führung eines reifen Künstlers große schauspielerische Leistungen in den Hauptrollen durch Berufskräfte und lückenlose Geschlossenheit in den Massenszenen der Laien erreicht. Nicht frömmelnde Rührseligkeit, sondern Tiefe und Echtheit eines ganz schlichten Darstellungsstiles bringen die erschütternde Wirkung hervor, der sich keiner zu entziehen vermag. Keine konfessionellen Grenzen werden hier errichtet. Diese Kunst hat jedem etwas zu sagen, mag er Katholik oder Protestant sein. Wer überhaupt immer Sinn für Größe und Schönheit hat, der komme und verschaffe sich ein paar Stunden edelsten Genusses. Um allen Kreisen den Besuch dieser letzten Aufführung zu ermöglichen, wurde eine noch größere Anzahl von 1.— und 0,70 Mk.Plätzen bereit gestellt. Mutterberatung. Mittwoch, den 26. November, 3 Uhr nachmittags: Mutterberatung in Schwerte, Sparkasse. + Erwerbslosen=Kurse. Der Bezirksverband Hörde der katholischen Arbeitervereine veranstaltet in der Zeit vom 1. bis 5. Dezember im hiesigen Krankenhause Exerzitienkurse für Erwerbslose. Außer geistlichen Uebungen werden auch Vorträge aus dem Gebiete der Sozialversicherung mit besonderer Berücksichtigung der Arbeitslosenversicherung geboten. Für diese Vorträge sind u. a. bereits verpflichtet: Landesrat Rediger=Münster, Verbandsvorsitzender Wieber=Duisburg u. Gewerkschaftssekretär Rosik=Hörde. Der ganze Kursus wird von dem Diözesanpräses Domvikar MarxPaderborn geleitet. Jungmütterkursus im Bezirk SchwerteNord. Der Jungmütter=Kursus in Herrn Pfarrer Hagemanns Stadtbezirk Schwerte=Nord findet heute, Dienstag, den 25. November, abends 6,30 Uhr in der Jägerstraße 7 statt. Alle evgl. Jungmütter, Mitglieder und Nichtmitglieder der Frauenhilfe, sind herzlich eingeladen. Die Teilnehmerinnen anderer Bezirke haben an dieser Arbeit bis jetzt sehr viel Freude gehabt und wir wünschen, daß Schwerte=Nord mit derselben Freude und derselben Innerlichkeit die Arbeit beginnt. + Konzerte. Am kommenden Sonntag werden im Lokale Schmitt am Markt zwei Konzerte dargeboten und zwar vormittags um 11 Uhr und nachmittags um 5 Uhr. Beide Konzerte werden von dem Schwerter Doppel=Quartett (W. Peters) und dem Salon=Orchester Justus bestritten. An Chorwerken verzeichnet das Programm solche von Dürener, Neumann, Wengert u. a. : Ergänzungs= und Ersatzwahlen zur Industrie= u. Handelskammer zu Dortmund. Als Wahltermine sind laut Bekanntmachung in dieser Ausgabe der 3., 4. und 5. Dezember 1930 von den Wahlleitern bestimmt worden. Jeder Wahlberechtigte erhält noch eine besondere Einladung, die zugleich als Wahlausweis dient. Alsamtliche Einladung gilt jedoch die heutige Bekanntmachung. : Umbenennung einer Postagentur. Die Postagentur Priorei führt fortan die zusätzliche Bezeichnung„Ennepe=Ruhrkreis". : Was die Polizei berichtet: In der Zeit vom 9.—16. November kamen zur Anzeige: 1 Fall wegen Diebstahls von Feldfrüchten; 1 Fall wegen Betrugs; 1 Fall wegen Fahrraddiebstahls; 1 Fall wegen Einbruchsdiebstahls; 1 Fall wegen Sachbeschädigung; 1 Fall wegen Diebstahls; 2 Fälle wegen unsittlicher Belästigung; 2 Fälle wegen ruhestörenden Lärms; 1 Fall wegen Verstoßes gegen die Kraftfahrzeugbestimmungen; 1 Person wurde wegen Verdacht der Landstreicherei und Bettelei festgenommen und dem Richter vorgeführt. Polizeilich bestraft wurden: 1 Person wegen Nichteintragung von Fremden in das Fremdenbuch; 1 Person wegen Nichtbeleuchtung des hinteren Erkennungszeichens des Kraftwagens; 1 Person wegen Abstellung des Kraftwagens in nicht ordnungsmäßiger Garage; 1 Person wegen nächtlicher Ruhestörung; 1 Person wegen unentschuldigten Fernhaltens des Kindes vom Volksschulunterricht; 12 Personen wegen unentschuldigten Fernbleibens vom Fortbildungsschulunterricht. In hiesigen Betrieben wurden drei Personen verletzt. Obdachlos meldeten sich 29 Personen. Eine kleine Rolle Kupferdraht wurde als gefunden abgegeben. Weihnachtsnotsammlung der„Lichtspiele zur Reichskrone.“ Auch die„Lichtspiele zur Reichskrone" wollen nicht zurückstehen und veranstalten eine Weihnachtsnotsammlung. Am kommenden Sonntag, den 30. November, findet vormittags von 11,15 bis 1 Uhr eine Sondervorführung für die Weihnachtsnotsammlung der Stadt Schwerte statt und zwar kommt ein auserlesenes Programm zur Vorführung. Die Filmkünstlerin Laura la Plante vertritt die Hauptrolle in der Tragödie„Zarte Schultern“. Weiter wird ein Ufa=Kulturfilm, die Ufa=Wochenschau und ein dreiaktiges Lustspiel gezeigt. Die Gesamteinnahmen aus dieser Sondervorführung werden ungekürzt an die Weihnachtsnotsammlung der Stadt Schwerte überführt. Es ergeht nun die Bitte an die Schwerter Bevölkerung und die der Umgebung, diese Veranstaltung durch recht zahlreichen Besuch unterstützen zu wollen und Karten, die an der Kinokasse und bei den mit Ausweis versehenen Kartenverkäufern erhältlich sind, abzunehmen. Zu wünschen ist nur, daß dieser Weihnachtsnotsammlung in Anbetracht der guten und uneigennützigen Sache ein voller Erfolg nicht versagt bleibt. Brasilianer entgiften ihre Nahrung. Niemand würde es wagen, Maniok, eines der wichtigsten tropischen Nahrungsmittel, zu verwenden, wenn der giftige Bestandteil, den die Maniokknolle enthält, nicht entfernt wäre. Auch die Caju-Marone, eine beliebte brasilianische Frucht, enthält ein Gist, das sich aber durch die Röstung dieser Frucht entfernen läßt. Wie ist's nun beim Bohnenkaffee? Das Coffein, von dem ein Kilo Kaffee rund 12g enthält, kann durch den Röstprozeß nicht aus der Kaffeebohne entfernt werden. Es gibt viele Menschen, die das Coffein nicht vertragen oder Schlefstorungen danach haben. Diese Menschen brauchen deshalb nicht auf den Genuß des liebgewordenen Bohnenkaffees zu verzichten. Der coffeinfreie, vollkommen unschädliche Kaffee Hag in feinster echter Bohnenkaffee, der an Geschmack und Arome nicht zu übertreffen ist. Mehr Genuß und gute Gesundheit durch Kaffee Hag. „SU. Krag, Aillerie. K Roman von Margarete von Saß Conr. gn by Mortin Feuchtwanger. Halle(S.) 39. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Plötzlich schlug sie die Augen auf, und ihre Blicke begegneten sich. „Verzeihung, gnädige Frau! Ich wußte nicht.. Sie ließ ihn nicht ausreden. Mit einem müden Lächeln sagte sie:„Ja, ich bin verheiratet— mit Petrik“ Ihr Blick glitt von ihm ab. Herrgott, wie peinlich es war, daß sie gerade ihm begegnen mußte. Morgen erfuhr jedenfalls Amélie davon. Ihre Brauen zogen sich zusammen, um ihren Mund zuckte es. Eine Frage, die er an sie stellte, riß sie aus ihren Gedanken. Er fragte nach Joachim. Wenn er Aniélie nahestand, würde er dann nach deren Manne fragen? Aber wer hatte das behauptet? Sie doch nur, sonst niemand. Eine helle Röte stieg in ihr Gesicht; sie sah Markow verwirrt an. „Ich kam eben von meinem Bruder“, antwortete sie. In dem Augenblick hielt der Wagen; sie mußten aussteigen. Markow war voll Spannung. Jetzt würde er erfahren, wo Joachim wohnte. Er hatte ihn lange vergebens gesucht. Er fragte:„Also Ihr Herr Bruder wohnt wieder in Berlin?“ 0 „Denken Sie, gnädige Frau, daß ich vor ein paar Monaten nach dem Verbleib Ihres Herrn Bruders forschte und ihn nicht ermitteln konnte“ Sie sah zu ihm auf.„Merkwürdig!“ sagte sie mit leichtem Kopfschütteln. Und dann fragte sie, aus welchem Anlaß er ihn gesucht. Markow lächelte gezwungen.„Ja, das ist hier schwer zu sagen; ich hatte vor, mit ihm über ernste Dinge zu reden.“ Ludmilla horchte auf. Ernste Dinge? Die konnten doch nur Amélie und ihn betressen? „Gnädige Frau, hier ganz in der Nähe ist das Baltische Café. Sie kennen es gewiß? Wenn Sie noch ein Viertelstündchen Zeit haben, möchte ich Sie bitten, mit mir dort eine Tasse Kaffee zu trinken.“ Zeit? Sie hatte so viel davon. Hatte es absolut nicht eilig, nach Hause zu kommen, wo niemand sie erwartete. Petrik kam gewöhnlich erst gegen Morgen heim. Sie hatten Platz an einem Tische gefunden, der abseits in einer Nische stand. Markow bestellte Kaffee, Likör und Kuchen. Sie wollte Einspruch erheben. Er bat:„Erlauben Sie, gnädige Frau, daß ich es uns ein bißchen gemütlich mache. Ich habe so das Gefühl, daß wir etwas feiern müßten.“ „Gnädige Frau, es ist heute mein letzter Abend in Berlin. Morgen abend fahre ich nach Paris.“ Sie sprachen über seine bevorstehende Reise. Und dann goß Markow Ludmilla aus dem kleinen Zinnkännchen ein, füllte ihr Glas mit Likör, legte die besten Stücke Kuchen auf ihren Teller. Seine Fürsorglichkeit war geradezu rührend. Ludmillas Blick ruhte auf seinem Gesicht. Er war doch ein guter Mensch. Sie fühlte es deutlich und schämte sich ihrer Niedertracht die sich auch einmal gegen ihn gerichtet. Ob sie sich mit ihm aussprach? Aber wie das? Sie sann vor sich hin. Da fragte er plötzlich wieder nach Joachim. Was er jetzt schrieb, ob er sich literarisch betätige? Ludmilla erzählte Markow alles, was sie von Joachim wußte. Markow hörte aufmerksam zu und er erfuhr aus ihren Worten, wie zerknirscht sie war über alles, was sie da angerichtet hatte Dann fragte sie ihn nach Amélie. Und er erzählte der erstannten Ludmilla, daß sie in Waldewin weilte, daß jetzt ihr gehörte. „Frau Amélie wirtschaftet dort, wie es einer tüchtigen Gutsfrau zukommt. Den Sommer über hatte sie ihre Geschwister bei sich; die sind nun längst fort und nun ist das Haus leer. Und wie mir Ihre Frau Schwägerin schrieb, fühlt sie sich recht einsam. Wie wäre es, wenn Sie nach Waldewin fahren würden, um die Einsamkeit mit ihr zu teilen? Zu zweien ist sie leichter zu ertragen und ich hoffe, daß sich auch bald ein Dritter dazu finden wird.“ „Meinen Bruder meinen Sie?“ Er nickte.„Ja, natürlich. Einmal muß doch wieder alles in Ordnung kommen.“ „Ach Gott, ja! Aber ich? Graf Markow, daran ist ja nicht zu denken, daß ich zu ihr kann. Sie kann mich ja nicht aufnehmen. Ach Gott, wenn Sie wüßten...“ Sie schloß einen Moment die Augen, holte tief und schwer Atem. „Ich bin ja an dem Unglück der beiden schuld. Das kann ich nie im Leben gutmachen, was ich an Amélie verbrochen habe.“ „Nun, nun— alles ist gutzumachen, wenn man nur den ehrlichen Willen dazu hat.“ Er faßte nach ihrer Hand, hielt sie fest in der seinen und sah in ihre großen, verstörten Augen.„Nicht verzweifeln, gnädige Frau, nicht über Armut, nicht über Schuld. Alles kann gut werden, man muß es nur wollen. Es darf damit nicht so weit kommen, daß man völlig verzweifelt und in seiner Verzweiflung etwas tut, das niemals wieder gutgemacht werden kann.“ Ihre Hand zuckte in der seinen. Sie wußte nun, daß er ihre Absicht, den Tod zu suchen, erkannt hatte. Tränen sammelten sich in ihren Augen. Er war ergriffen.„Wenn es Ihnen recht ist gnädige Frau, dann gehen wir jetzt.“ Sie nickte. Gleich danach standen sie auf der Straße. Markow nahm Ludmillas Hand und zog sie in seinen Arm; so führte er sie durch die stille, nächtliche Straße. „Gnädige Frau, Sie brauchen mir nichts zu sagen, ich weiß alles. Und ich möchte Ihnen helfen und Ihren Geschwistern— machen Sie es mir bitte nicht schwer.“ O Gott, das wollte sie gewiß nicht. Es tat ja so gut, daß ein Mensch da war, der helfen wollte, erlösen wollte aus Not und Schuld. Aber um das zu können, mußte er alles wissen. Und zum ersten Male in ihrem Leben öffnete sie einem Menschen ihre Seele schrankenlos. *„* „Na, da hört doch alles auf!" Bernburg schüttelte den Kopf, sah Markow ratlos an.„Was machen wir da? Geben Sie mir einen verständigen Rat.“ „Sie müssen zu ihm gehen, mit ihm sprechen.“ „Das denken Sie sich so einfach. Was soll ich ihm sagen? Lück und ich sind uns persönlich ganz fremd, das erschwert eine Verständigung. Was meinen Sie dazu: Ich telegraphiere an meine Schwägerin, daß sie herkommt?“ „Vielleicht wäre es das Richtigste.“ „Ich will es mit meiner Frau besprechen. Gleich jetzt, solange Sie noch hier sind.“ Er ging zu Lilly, die ihm riet, gleich selbst zu Joachim zu gehen. Bernburg überlegte nicht mehr lange und machte sich auf den Weg. „„* Den ganzen Tag über war Lilly voll Spannung, was für eine Nachricht Adolf bringen würde. Am Spätnachmittag kam er heim. Abgehetzt und verärgert. Lüpkes waren fort, auf einer Autotour in den Harz. Wie lange sie wegbleiben wollten, hatte der Diener nicht gewußt. Bald darauf slog eine Ansichtskarte aus Schierke in die Grunewaldvilla. Frau von Lüpke schrieb, daß sie sich für einige Wochen in Schierke niederlassen wollten, um dann zu Weihnachten heimzulommen. (Fortsetzung folgt.) Roman von Kurt Jelscher „Vater und Sohn Copyrigbt by Martin Feuchtwanger Halle ISaale 20 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Und der, um dessen Liebe sie soeben den ersten Kampf bestanden, weilte zur nämlichen Stunde in der Kammer seines Vaterhauses. Wie eigentümlich ihn diese Stille umsing! Nur von unten scholl ab und zu ein verworrener Laut zu ihm herauf, ein dumpfes, sattes Muhen der Kühe; ab und zu gackerte ein Huhn, krähte schmetternd der Hahn, oder der Hofhund kläffte ein paarmal aus Langeweile. Als er mit seinem Handköfferchen zur niederen Haustür eingetreten war, hatte er nur die Großmutter angetroffen. Wie verhutzelt die Gute aussah! Die drei Jahre hatten ihren Rücken noch mehr gebeugt. Zuerst hatte sie ihn gar nicht erkannt in seiner städtischen Kleidung und dem kurzgeschnittenen Schnurrbart. Um ein Haar hätte sie dann vor freudiger Ueberraschung den Bunzeltopf fallen lassen, so zitterten ihr die Hände. Robert hatte gleich mit in die Küche kommen müssen. Dort war die Alte einmal am liebsten. Und nun floß ihr der Mund über. Was das für ein Leben sei! Seit Annchens Tode hätte sie keinen Menschen mehr im Hause, mit dem sie reden könnte, denn der Vater ginge wie versteinert durchs Haus. Nur das Allernotwendigste rede er, besorge die Wirtschaft, Acker und Vieh, aber das Reden scheine er verlernt zu haben, wenigstens ihr und den anderen Menschen gegenüber. Denn zuweilen spräche er lange. Aber dann sitze er in seiner Stube drüben, oft im Dunkeln, manchmal bei trübem Lampenschein und murmele vor sich hin. Ein paarmal hätte sie an der Tür gelauscht, aber nichts verstehen können. Er müsse doch wohl nicht ganz richtig im Kopse sein. Jeden Tag in aller Herrgottsfrühe ginge er hinunter ins Dorf auf den Friedhof zu den beiden Gräbern. Das sei ja recht schön und gut, aber damit mache er sich und ihr das Leben auch nicht leichter. Das alles ging Robert durch den Kopf, als er in seiner Kammer seine wenigen Habseligkeiten in den Schrank und die Kommode einräumte. Gegen Abend wurde der Vater aus Kiesewald zurückkehren. So hatte es ihm die Großmutter erzählt. Wie würde ihr erstes Begegnen nach den drei langen Jahren ausfallen? Kühl rann es dem Heimgekehrten durch die Glieder. Nun war er daheim, hatte seine geliebten Berge wiedergesehen und ihnen einen stummen Freundesgruß zugewinkt. Aber hier in den engen Räumen mit ihrer Stille, mit all den trüben Erinnerungen an Leid und Not, Krankheit und Tod, an all die Stunden, da er vergeblich um seines Vaters Liebe gekämpft hatte, überkam ihn eine dumpfe, schwere Mutlosigkeit. Da fiel sein Blick durch das kleine, halbverstaubte Fenster. Dort unten, jenseits des Zackenbetts, leuchteten soeben die ersten Lichter des großen Bauhofes Treutler& Co. auf. Und im Wohnhause hinter den erleuchteten Scheiben sah er im Geiste Dorotheas jugendliche Gestalt durch die Räume schreiten in jener Entschlossenheit, die er so an ihr bewunderte. Nein, er wollte nicht mutlos werden! Ihre Liebe würde ihm Kraft geben, den Kampf um des Vaters versteinertes Herz zu einem siegreichen Ende zu führen. Da ging unten die Haustür; müde Schritte klangen im Flur wieder. Er vernahm Stimmen, öffnete die Tür leise und horchte hinab. „Robert, dein Sohn is gekommen“, meldete die Großmutter. „So, so! Wo is er denn?“ „Er räumt seine Sachen oben ein.“ „So, so— nu ja.“ Wieder ging eine Tür, Schritte entfernten sich. Kein Wort der Freude, nicht einmal der Ueberraschung, durchfuhr es den Lauschenden. Nur nicht den Mut verlieren! Rasch entschlossen stieg Robert hinunter. Als er in die Stube des Vaters trat, sah er ihn mit der kleinen Petroleumlampe am Tisch stehen. Der gelbe Lichtschein floß über die Platte. Zwei Bilder standen in plumpen Holzrahmen darauf. Das eine kannte er aus mancher schweren Stunde. Es war jenes nun schon vergilbte Brautbild seiner Mutter, das andere war ein Bild Annchens, das sie mit Mitschülerinnen ihrer Klasse darstellte. Mitten auf dem Tisch lag die stark zerblätterte Bibel. Bei Roberts Eintreten blickte der Vater blinzelnd auf. Behutsam stellte er die Lampe auf den Tisch. „Guten Abend, Vater! Da bin ich wieder.“ „Lange biste fortgeblieben.“ „Nun bin ich aber auch fertig. Gestern habe ich mein Bauführerexamen in Breslau bestanden. „So, so! War's schwer?“ „Na, es ging; ich habe eben Glück gehabt.“ „Glück?“ kam es bitter vom Tisch herüber.„Es gibt kein Glücke auf der Welt nich. Dorte war mein Glücke.“ Der Alte zeigte mit knöchernem Finger nach den Bildern. Ein gramvoller Zug ließ des Mannes gesurchtes Gesicht och älter erscheinen. „Und doch, Vater, gibt es Glück in der Welt. Wenn die Menschen sich lieben, dann trägt sich alles leichter.“ „Laß solches Gerede. Dir wird's auch noch kommen, das Unglücke. Am besten is es, wir sprechen erst gar nich davon Wirste jetzt hier bleiben?“ „Wenn ich bleiben darf, dann will ich unten beim Zimmermeister Treutter wieder eintreten.“ „So, so— ich denke, du hast oben in der Kammer schon eingeräumt.“ „Ja— aber ich möchte dich nicht stören.“ „Stören? Mich störste nich— mehr. Mich stört kein Menisch nich mehr. Ich brauch überhaupt keine Menschen nich.“ Wie schwere Steine fielen die Worte auf des Sohnes Herz. Freilich, kein feindseliges Wort mehr wie früher; er konnte sogar ruhig hier im Vaterhause wohnen. Aber war diese steinerne Gleichgültigkeit beinahe nicht noch schlimmer? Robert mußte alle Kraft zusammennehmen, um nicht doch den Mut zu verlieren, als er schwer atmend wieder in seine Kammer hinaufstieg. 25. Kapitel. Wandlungen. Monate waren ins Land gegangen, eine kurze Spanne Zeit im Leben junger, hoffender Menschen. Und doch hatten sie denen, die um ihr Glück kämpften, dem, der mit dem verhärteten Vaterherzen rang, so manches Erlebnis gebracht. Der Kampf Dorothea Treutlers um ihre verborgene Liebe zu Robert Zeidler war beendet. Und das war seltsam genug geschehen. Es war selbstverständlich gewesen, daß sie ihrem heimlich Verlobten sofort von jener denkwürdigen Auseinandersetzung mit ihrem Vater und dessen Heiratsprojekt berichtet hatte. Robert Zeidler hatte nur trübe gelächelt und schon geglaubt, daß sein Liebestraum jäh zu Ende gehen würde. Denn wie sollte ein Mädchen im Ernste eine solche gute Partie ausschlagen um eines Menschen willen, der ihr im Augenblicke nichts zu bieten hatte als sein einsames, sich nach Liebe sehnendes Herz? Aber da war er bei Dorothea Treutler böse angekommen. Kaum, daß er nur andeutungsweise seine Meinung dahin äußerte, fuhr sie empört auf. Was er denn eigentlich von ihr denke! Gerade darauf, daß er nichts habe, baue sie ihren Plan. Soweit kenne sie ihren Vater, daß der immer noch Vernunftgründen zugänglich sei; und wenn er erst einmal eingesehen habe, daß Robert in jeder Beziehung tüchtig sei, dann würde er auch ihrer gegenseitigen Liebe nichts mehr in den Weg legen. Zwei Bedingungen hatte Dorothea gestellt: Einmal sollte Robert seine ganze Kraft dem Treutlerschen Unternehmen widmen, und zweitens sollte nach wie vor ihre Liebe geheim bleiben. Die Zeit würde für sie arbeiten. Und mit beidem war Robert Zeidler mehr als einverstanden. Wie in einem Heiligenschrein ruhte Dorotheas Liebe in seinem Herzen. Er war nie gesprächig gewesen; kein Wort seines kostbaren Geheimnisses sollte in irgendeines Menschen Ohr dringen. Und die andere Bedingung war auch etwas Selbstverständliches für ihn. Schon daß Dorothea den Namen Treutler trug, genügte ihm, um dort seine ganze Kraft einzusetzen. Die Früchte sollte er bald ernten. Schon nach einem halben Jahre rief ihn eines Vormittags gegen allen sonstigen Brauch der Zimmermeister in sein Privatkontor. Als er eintrat, sah er in einem der Klubsessel seinen ehemaligen Gönner Ansorge aus Agnetendorf sitzen, mit einer jener schweren Zigarren zwischen den Zähnen, wie sie Treutler seinen Gästen nur bei besonderen Anlässen anbot. Der Zimmermeister selbst saß am Schreibtisch, über umfangreiche Zeichnungen gebeugt, mit dem Zirkel hier und da Maße nachprüfend. Beim Eintreten des jungen Mannes hob er den Kopf und redete sogleich auf ihn ein. „Hören Sie, Zeidler, Herr Ansorge macht mir da einen Vorschlag, der so verlockend aussieht, daß man beinahe etwas stutzig werden könnte. Hier sehen Sie“, er fuhr mit dem Zirkel den Linien nach,„dieser ganze Komplex in Oberagnetendorf, dem Leiterwege zu, wollen wir erschließen. Der Baugrund ist verhältnismäßig billig zu haben, ein Teil gehört uns sowieso schon. Herr Ansorge denkt sich ein halbes Dutzend kleiner Villen einfachen Stils mit einem Morgen Gartenland so zwischen zwanzig= bis fünfundzwanzigtausend Mark schlüsselfertig. Natürlich das alles, wenn der Sommer günstig wird und nicht unvorhergesehene Störungen, wie Streiks und dergleichen, dazwischenkommen. Hier sehen Sie die ganze Kolonie.“ Dabei schob Treutler dem jungen Manne den Bogen zu, auf dem in Wasserfarben die kleinen Häuschen mit Garten und angrenzendem Wald schön aufgezeichnet waren. Robert Zeidler blickte interessiert auf den Pergamentbogen, fuhr mit einem Bleistift dieser und jener Linie nach, hob dann den Kopf und fragte nach Ansorge hinüber, der lässig schmauchend in seinem Sessel lehnte: „Herr Ansorge, so billig können wir die Häuser nicht liefern. Allein die Anfahrt verschlingt erhebliches Geld.“ „Sehen Sie“ triumphierte Treutler,„hab' ich es Ihnen nicht gleich gesagt? Der Zeidler versteht den Kohl.“ „Bezweifle ich ja auch gar nicht", verteidigte sich Ansorge.„Wir brauchen uns doch auch nicht von vornherein an einen festen Preis zu binden. Ich meine nur, je billiger wir die Häuser liefern können, um so leichter werden wir sie los. Drei Anfragen, eine aus Hirschberg und zwei aus Breslau, habe ich schon. Und haben erst einige angebissen, folgen die anderen bald nach.“ Nach einstündiger Beratung war man einig. Sobald es im kommenden Frühjahr möglich sein würde, sollte mit dem Bau begonnen werden. Und Robert Zeidler sollte die Bauführung mit Ansorge zusammen übernehmen. Als der Glückliche noch am selben Abend Dorothea Treutler davon erzählte, lachte sie ihm fröhlich ins Gesicht. „Erstens, mein lieber Robert, weiß ich es schon, denn Vater hat es uns selbst beim Nachmittagskaffee mitgeteilt. Er war ganz Feuer und Flamme.„Der Robert Zeidler ist wirklich ein Prachtkerl, hat einen verständigen Blick, wird seine Sache schon machen“, meinte er. Und dazu gratuliere ich dir schön, denn einen besseren Beweis deiner Liebe konntest du mir nicht liefern. Pass' auf, wer weiß, wie schnell wir aus Ziel kommen.“ Und doch hätte es sich vielleicht nicht so gefügt, wie das junge Mädchen voll froher Zuversicht hoffte, wenn das Schicksal ihm nicht eines Tages in ungeahnter Weise zu Hilfe gekommen wäre. Man war im Laufe des Jahres, wie geplant, öfters mit Kahlerts zusammengekommen zu den Kaffeeplauder= stunden, von denen Zimmermeister Treutter und der alte Kahlert sich soviel versprachen. Und Dorothea Treutler war klug genug, ihre wahren Gefühle zu verbergen. Sie war zu ihrem Verehrer freundlich, ohne ihm doch auch nur das geringste Entgegenkommen zu zeigen. Etwas allerdings machte sie unsicher. Hugo Kahlert war nicht mehr der flatterhafte, oberflächliche Mensch, als den er sich noch im vergangenen Winter gezeigt hatte. Ihr gegenüber jedenfalls versuchte er einen ernsthafteren Ton anzuschlagen. Selbst in seiner Kleidung schien er von seiner Modetorheit zurückgekommen zu sein. Wenn das so weiterging, welche Gründe sollte sie dann gegen ihn ins Feld führen? Da war ein Sonntagnachmittag im Vorfrühling gekommen, der über ihr beiderseitiges Schicksal entscheiden sollte. Man war nach dem gemeinsamen Familienkaffee eine Strecke ins Freie gegangen, um nach Kaffee, Gebäck, Likör und Zigarren noch ein wenig die würzige Bergluft zu genießen. Die beiderseitigen Eltern schritten bedächtig voran. Dorothea Treutler und Hugo Kahlert blieben zurück, ein Umstand, der, von den Alten mit befriedigtem Lächeln begleitet, von Dorothea mit steigender Unruhe empfunden wurde. Immer mehr wurde es ihr zur Gewißheit, daß Hugo Kahlert eine entscheidende Aussprache herbeiführen wollte. Und als sie langsam durch den stillen, lenz=ahnenden Forst der Wilhelmshöhe zu emporstiegen, brach Hugo Kahlert das bängliche Schweigen. „Fräulein Treutler, ich muß Ihnen etwas mitteilen.“ „Aha, nun kommt die Liebeserklärung!" dachte das Mädchen und ärgerte sich im stillen, daß ihr eine Blutwelle in die Wangen stieg. „Ich— ich möchte Sie um Verzeihung bitten, daß ich Ihnen im vergangenen Winter auf unseren gemeinsamen Schneeschuhfahrten nicht so begegnet bin, wie es hätte geschehen sollen. Seitdem hat sich vieles geändert.“ „Was soll ich Ihnen denn groß zu verzeihen haben, Herr Kahlert? Sie haben sich schließlich nicht anders benommen als die andern jungen Herren.“ „Ja, leider!" seufzte der junge Mann. Schauspielert mir der hier den Ritter Toggenburg vor. Oder was ist mit dem geschehen?, sann Dorothea Treutler nach und sah ihren Begleiter von der Seite an. Aber in dessen einst immer so strahlend unbesorgten Zügen arbeitete es mächtig. Was mochte nur der Grund für sein schon seit einiger Zeit seltsam verändertes Wesen sein? Sie stiegen wieder schweigend ein gutes Stück bergan. Offenbar wurde dem früher so Redegewandten das Liebesgeständnis schwer. Im stillen mußte Dorothea Treutler lächeln. Aber sie hütete sich wohl, ihm seine Aufgabe leichter zu machen. Endlich räusperte Hugo Kahlert sich, schöpfte tief Atem und stieß dann rasch hervor: „Fräulein Treutler, glauben Sie an die innere Um wandlung eines Menschen?“ Erstaunt blickte das Mädchen zu dem sichtlich Aufgeregten hinüber; sie waren stehengeblieben. Zu ihren Füßen breitete sich das Hirchberger Tal aus, übergossen von goldigem Licht der scheidenden Sonne. Unwillkürlich folgten beider Blicke dem lieblichen Landschaftsbild. „Wie wundervoll und friedlich!“ entfuhr es fast unbewußt Dorotheas Mund. „Eine Gottesoffenbarung“, kam es von Hugo Kahlerts Lippen, und mit grenzenlosem Staunen nahm das Mädchen wahr, wie es in diesen einst so seelenlosen Jungmänneraugen aufleuchtete. Eine heiße Glut schien darin zu lodern, und doch nicht jenes Verlangen, wie es sich im Blick eines Liebenden widerspiegelt. Und jener schien in des Mädchens Mienen das Erstaunen zu erkennen, denn er trat ein wenig näher und sagte schlicht:„Ich bin ein anderer geworden. Fräulein Treutler, vor etwa acht Wochen habe ich etwas Furchtbares erlebt. Fragen Sie nicht, wo und wie. Auch in unseren gottgesegneten und gepriesenen Bergen spielen sich Tragödien ab, ganz im stillen. Es war wohl Schiller, der einmal gesagt hat:„Die Welt ist vollkommen überall, wo der Mensch nicht hinkommt mit seiner Qual.“ Seit dieser Stunde, die mir mit einem Ruck die Maske vom Gesicht riß, war ich mir bewußt, daß ich etwas gutzumachen habe. Und nun werden Sie vielleicht geringschätzig die Achseln über mich zucken, denn Sie sind ein starker Mensch, und ich war nahe daran, an meiner Schwäche zugrunde zu gehen. Vor drei Wochen fuhr ich, angeblich zu Besorgungen, nach Breslau— in Wahrheit wollte ich so oder so meinem Leben ein Ende machen.“ „Sie wollten...“ Erschrocken blickte Dorothea Treutler in des Sprechers Gesicht. „Ich tat es nicht. War es Zufall, war es Fügung? Es war Fügung. Alles, was ich in den letzten Wochen erlebt habe, muß Fügung gewesen sein... Eines Nachmittags traf ich in Breslau einen alten Schulkameraden; er ist junger Geistlicher an einer der dortigen Kirchen. Wie es kam, weiß ich selber nicht mehr. Plötzlich schüttete ich ihm mein Herz aus. Wir haben lange miteinander gekämpft— zuletzt in seiner gemütlichen Amtsstube. Er hat mir die Waffe sortgenommen und mir, wenn auch noch nicht die innere Kälte verjagt, so doch mit seiner starken Seele mir einen Weg nach vorwärts gezeigt. Hierbleiben kann ich nicht. Morgen will ich meinem Vater mitteilen, daß ich nach Breslau gehe. Ich will dort studieren und dann ins Ausland reisen. Vielleicht komme ich dort noch einmal über meine verlorenen Jahre hinweg zu einem besseren Ziel.“ Mit wachsendem Staunen hatte Dorothea Treutler diese seltsame Beichte angehört. Wenn die Mienen des Erzählers ihr nicht für die Wahrheit bürgten, das Ganze wäre ihr wie ein Märchen erschienen. Alles andere hätte sie erwartet, nur das nicht. Auf eine Liebeserklärung hatte sie sich gefaßt gemacht— und eine Beichte mit anhören müssen. Sie wußte gar nicht, was sie Hugo Kahlert antworten sollte. Schließlich fragte sie: „Und was wird Ihr Vater dazu sagen?“ (Fortsetzung folgt.) — 6 2 □ r ∆ 8 0 K 65 S 2* Sod S HFSESSGZEE *: 2 S E SEE * # 9 8 585 • BaEE E 5 E S7 19 S 5 G S 5: 5 5 5 ** 155 S 80 2 5 BbR• E: -. u Sac S S S 5 S 9 S * 5 " 2 SoBES E 5 5 6 S 2 95 S 3 S S 8 — * E 5 5 * ∆ ** 2 S.=0 8 * * * 859 5 4 * 8 S 55g S 19 * 7 8 5 S 5 S 6— B BEE S S S• 2 S 2 5 * ** * a 3 * 2 2 8 5 % 2 S 8.20 S S: * S67 . 2 2 S 2 S ** 2 5 ** ** 5 2 = H 8-95 S 5 5 S 5 8 • 8 * E S 9 Strasg G2 5•7 2 2 * S 8 S 88 * 5 2 50 S S S 2 S S S 8 „ ERDPAR — * 8 ∆ 8 5 22 eSEg; 9 8 5 0 S 53 S 85 E 5 „. B G 5 * 0 8 5 85 65 * 22 7 S. 22 a 8: S 5 N E. S * ##s * 2 G S 2 S 4 9 27 * 5 E * 5 S S A.S OS SD S S 8 ESS E * S t *RRRTSAS — — 2 * S 81285 # 0 * S 8 S S 8 P S 8 E. 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