Di.„Sowerter Jelung ascheian wöchenüichleche mdt. Bezugepreis halbmonatlich 1.20 Maik, Einzelnummer 15 Pfg. Druck u. Verlagvon C. Braus, Schwerte(Rubr), Posschacktentn: Voranund 232 und Hamnover 2167a. Geschäststelle: Große Marhtstr. 3—3. Verantworlich D. 2i, Schriteitung H. Limer, Schwerte. Hernrus 2pra Verbunden mit: Schwerter Tageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung Schwerler Voilvoralt Westhofener Zeitung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung Inztionperise fiü de adigspot mmn n: o Plg, Ansoir. üige, finanzamtliche u. gerichtliche Anzeigen 10 Pig., zekamegeile 40 Pf;, Für teleson, aufgegedene Onserate üdernedmen wir keine Gewähr. Bei unvorbergesehn. Befriebestbrungen, deroorgerusen durchbödere Gewalten, übernebmen wir keinerei Gewädr sir pünktliches Erscheinen der Jeitung u. kann auch keinerlet Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieserung erdoden werden für die Schrifteitung H. Eimer, Schwerte. Lermmf arro Schwerter Volksblatt W..urg L Tageblatt für die Stadt Schwerte und das Amt Westhofen Sp Kreisbictt für den nördlichen Zeil des Landkreises Zerloyn ar vemr ag 63. Jahrgang Schwerte(Ruhr), Samstag, den 22. November 1930 Kohlenpreissenkung ab 1. Dezember Die Mitgliederversammlung des Rheinisch=Westfälischen Kohlensyndikats beschließt Herabsetzung der Kohlen, Koks= und Vrikettpreise wtb Essen, 22. Nov.(Funkspruch.) Mitgliederversammlung des Rheinisch=Westfäl. Kohlensyndikats am Freitag wurde auf die Absatzschwierigkeiten hingewiesen, die wieder allgemein seien. Nur in wenigen groben Sorten besteht etwas größere Nachfrage, deren Befriedigung Schwierigkeiten mache, weil ihre Produktion mit der Einschränkung der nicht absatzfähigen Sorten sich zwangsläufig gleichfalls vermindere. Der Absatzmangel betreffe außer allen Kohlenarten auch den Koks und die Briketts. Von einem Anziehen des winterlichen Hausbrandgeschäfts sei noch nichts zu merken. In der Erkenntnis, daß die Senkung der Selbstkosten die erste Vorbedingung für eine Wiederbelebung der Wirtschaft sei, habe die Reichsregierung sich im Rahmen eines großen wirtschaftspolitischen Programms dafür eingesetzt, daß auf der ganzen Linie Preissenkungen eintreten, die durch eine Verminderung der Selbstkosten und insbesondere auch der Arbeitskosten ermöglicht werden sollen. Kurz bevor die Regierung ihr Programm dem Reichstag vorgelegt habe, sei sie an den Ruhrbergbau mit der Aufforderung herangetreten, im Vertrauen auf die Durchführung dieses wirtschaftlichen Programms in der Kohlenfrage den ersten Schritt zu tun, d. h. die Preise zu senken. Da das RheinischWestfälische Kohlensyndikat die Ansicht der Regierung über die Notwendigkeit einer allgemeinen Preis= und Lohnsenkung geteilt habe und da es sich auch der Auffassung nicht verschließen konnte, daß eine zwischen der Regieung und dem Ruhrbergbau vereinbarte In der Senkung der Kohlenpreise eine wirksame Bekräftigung und Unterstützung des ganzen Programms bedeuten würde, habe es sich bereit erklärt, seine Kohlenpreise vom 1. Dezember ab herabzusetzen unter der Voraussetzung, daß vom 1. Januar 1931 ab eine entsprechende Senkung der Löhne erfolgen werde. Es wurde darauf beschlossen, den Preis für Fettförderkohle vom 1. Dezember ab um 1,50 ell herabzusetzen und die übrigen Kohlen=, Koksund Brikettpreise in ungefähr gleichem prozentualen Verhältnis zu senken. Auf den Gesamtabsatz bezogen, ist der Satz natürlich geringer, da das Rheinisch=Westfälische Kohlensyndikat nur für einen Teil seines Absatzes die vollen Preise bezieht. Wenn das Syndikat, so wurde weiter gesagt, im Gegensatz zu anderen Syndikaten die Preisherabsetzung erst zum 1. Dezember eintreten lasse, so geschehe dies, um den besonderen geldlichen Ausfall, den die Zechen zwischen Preisund Lohnsenkung erleiden, angesichts ihrer schwierigen wirtschaftlichen Lage auf eine möglichst kurze Zeit zu beschränken. Eine gewisse Zurückhaltung von Käufern bis zu diesem Termin glaubte das Syndikat demgegenüber als das kleinere Uebel betrachten zu sollen. Es gibt angesichts der vom Ruhrbergbau beschlossenen Preisherabsetzung der Hoffnung Ausdruck, daß eine allgemeine Preis= und Lohnsenkung überall als eine unumgängliche Notwendigkeit anerkannt und durchgeführt wird und daß durch diese grundsätzliche Aenderung der Wirtschaftspolitik die erste Voraussetzung für eine Gesundung der Wirtschaft geschaffen wird. Neglerung und Lundgeineinden Ministerreden auf dem Deutschen Landgemeindetag 1930- Reichskanzler Dr. Brüning erklärt, daß erst die volle Durchführung des Regierungsprogramms eine Besserung bringen könne drakonischen Sparmaßnahmen greifen odz. Berlin, 21. Nov. Im Sitzungssaal des Reichstages fand am Freitag unter zahlreicher Beteiligung von Vertretern der Reichsregierung und der Spitzenbehörden die Delegiertentagung des Landgemeindetages 1930 statt. Mit dem Reichskanzler Dr. Brüning waren auch Reichsernährungsminister Schiele, Reichsverkehrsminister von Guérard, Reichsminister Treviranus und der preußische Innenminister Severing erschienen. In seiner Begrüßungsansprache dankte Bürgermeister Lange=Weißwasser besonders dem Reichstanzler für sein Erscheinen. Der Redner verwies auf die Belastung der Gemeinden mit der Aufgabe, die Erwerbslosen über Wasser zu halten. Das Sanierungsprogramm der Reichsregierung denke leider nicht an die Gemeinden. Die Ueberindustrialisierung werde uns noch auf Jahre hinaus die Sorge um die Arbeitslosen auferlegen. Deshalb müsse den Gemeinden, die das Fundament des Staates bilden, diese Last erleichtert werden. Das ganze Problem sei nur zu lösen mit Hilfe der Beamten. Daher müsse man die Hetze gegen die Beamten energisch zurückweisen. Die Gesetzgebung, namentlich die Steuergesetzgebung, müsse einfacher und durchsichtiger werden. Reichskanzler Dr. Brüning ergriff dann zu einigen Ausführungen das Wort. Die Regierung sei sich klar darüber, daß sie nicht auf einmal allen helsen könne. Aber sie wisse, wie schwer gerade die Lage der Landgemeinden sei. Der fürchterliche Stoß der Agrarkrise und der Industriellenkrise zugleich treffe zuerst die Landgemeinden, die ohne steuerliche Reserven daständen.(Sehr richtig). Keine Negierung könne jedoch im Handumdrehen die Probleme meistern, die die Entwicklung der letzten Jahre und die daraus entstandene Weltwirtschaftskrise ihr auferlegen. Auch der Reichslag habe leider jahrelang geglaubt, Lasten auch den Ländern und Gemeinden auferlegen zu können. Wir sind uns heute darüber klar, daß dadurch namentlich die Realsteuerlast zu einem schweren Druck geworden ist, aber Deutschland sei nicht das einzige Land, das die Wirtschaftsentwicklung überschätzt habe und jetzt zu müsse. Die Politik der Reichsregierung habe die stärkste Unterstützung auch der preußischen Regierung und aller Länderregierungen gefunden. Trotz der Agrarkrise sei es der Regierung gelungen, die Agrarpreise vom Weltmarkt abzuhängen. In kürzester Frist werde die Regierung weitere Maßnahmen treffen, denn von der Konsolidierung der Landwirtschaft her könne ein großer Teil der Arbeitslosigkeit behoben werden. (Sehr. richtig!). Uebrigens sehe das neue Realsteuergesetz einen Ausgleichfonds vor, aus dem den Gemeinden geholfen werden solle, die durch Wohlfahrtsausgaben besonders belastet seien. Vorher seien mehr Summen für die Krisenfürsorge in den Etat eingesetzt und die KrisenEntlastung für die Gemeinden. Auch die Rettung der Arbeitslosenversicherung sei eine solche Entlastung, denn mit dem Zusammenbruch der Versicherung wären auch die dann noch stärker belasteten Finanzen der Gemeinden zusammengebrochen. Für das nächste halbe oder ganze Jahr könne die Regierung noch keine volle Gesundung herbeiführen. Sie wolle die wirtschaftlichen und finanziellen Schwierigkeiten nur soweit abdämmen, daß das Vaterland nicht völlig zusammenbreche.(Bravo!). Die Lage sei erheblich schwieriger als Ende 1923. Man könne nur eine Stabilisierung in der gesamten öffentlichen Finanzwirtschaft herbeiführen. Zu diesem Zweck seien die Maßnahmen der Reichsregierung sorgfältig ausgewählt. Wenn sie durchgeführt seien, bestehe die Möglichkeit zu weiteren Schritten. Wer meine, daß nur die Reparationen die Schuld tragen an unseren Sorgen, der verschließe die Augen vor der Wirklichkeit. Das deutsche Volk und alle seine Vertretungen haben die wirtschaftlichen Möglichkeiten ebenso überschätzt wie das Ausland und habe durch unnütze Bauten dem Auslande gegenüber ein vollkommen falsches Bild geschaffen.(Lebhafte Zustimmung). Sowohl in der Erklärung der Reichsregierung im Reichstag wie auch im Reichsrat habe sich die Reichsregierung überhaupt schützend vor die Beamtenschaft gestellt. Andere Länder muteten ihren Beamten eher noch härtere Opfer zu als Deutschland, obwohl die Beamten dort nicht so gut bezahlt würden. Man darf nicht, so rief der Reichskanzler aus, einen Stand von den Opfern ausnehmen.(Lebhafter Beifall.) Schon 1929 haben wir gewaltsame Abstriche am Reichsetat in Höhe von 180 Millionen vorgenommen. Im nächsten Jahre betragen die Abstriche nahezu eine Milliarde. Wenn Ihr Vorsitzender an der Reichsregierung Kritik übte, dann muß ich auch einige ermahnende Worte an Sie richten. Als 1929 die bedrohliche Situation klar wurde, hat die Reichsregierung angefangen zu sparen. Aber dieser Sparsamkeitsruf ist nicht überall durchgedrungen denn solange die Ueberweisungen weiterflossen und garantiert wurden, hat man in der Kommunalpolitik vielfach geglaubt, man könne auf ein bestimmtes Maß an Einnahmen auf alle Zeit rechnen und darauf seine Ausgaben einstellen.(Rufe: Das ist nicht richtig! Das waren nur die Städte!) Das war seit 1924 die Einstellung in der gesamten Kommunalpolitik. Weil wir 1924 in der Lage waren, aus überhohen Steuern so gewaltige Ueberweisungen zu machen, die gar nicht der finanziellen Situation entsprachen, ist eine Ueberhöhung und Expansion der kommunalen Aufgaben eingetreten. Der preußische denen Sie sehr schwer zu tragen haben. So gingen vom Reich die Lasten herunter in die kleinsten Gemeinden. Und heute erleben wir, daß die Verantwortung wieder hinaufgeht von den Landgemeinden zur Reichsregierung. Ich habe oft gehört, daß im Reichstage die Verschwendungssucht der Gemeinden kritisiert wurde. Wir schieben uns einander die Verantwortung zu und machen uns einander Vorwürfe darüber, daß wir zu verschwenderisch gewirtschaftet hätten. Ich meine, wir sind allzumal Sünder gewesen.(Heiterkeit und Rufe:„Die Landgemeinden nicht!“). Wenn der Reichskanzler erklärt hat, die Sorge der Reichsregierung sei darauf gerichtet, den täglich hervortretenden Schwierigkeiten auf finanziellem Gebiet zu begegnen, so dürfen Sie mir glauben, daß auch die preußische Staatsregierung und besonders der Kommunalminister jeden Tag dieselben Sorgen hat und daß diese Sorgen täglich größer werden, vor allem auf dem Gebiet, den Schwierigkeiten der kleinen Gemeinden zu begegnen. In diesem Augenblick kommt es darauf an, in Einigkeit und von einem Willen beseelt die Nöte des Winters zu meistern. Meines Erachtens ist der gefährlichste unserer inneren Feinde der HunInnenminister Severing, mit lebhaftem Beifall begrüßt, wünschte der Tagung namens der preußischen Staatsregierung besten Verlauf und führte u. a. noch aus: Als Mitglied des Reichstages gebe ich gern zu, daß durch die Reichsgesetzgebung auch den Landfürsorge ausgedehnt. Das bedeute künftig eine gemeinden Lasten auferlegt worden sind, unter Gerachte um Sewseiraßtane Fernsprechverbindungen unterbrochen— Was geht dort vor? enb. Berlin, 22. Nov.(Eig. Rundf.=Meld.) Wie die„Deutsche Allg. Ztg.“ feststellt, erhielten sich bis gestern abend in den europäischen Hauptstädten, wie auch in Amerika hartnäckige Gerüchte, die von dem Ausbruch einer Militärrevolution in Sowjetrußland und einer Ermordung des Staatschefs Stalin wissen wollten. Wie die„Deutsche Allg. Ztg.“ dazu erfährt, sind in Berlin von privater Seite in den frühen Morgenstunden noch Telephonate mit Moskau geführt worden, in denen die umlaufenden Gerüchte entschieden in Abrede gestellt werden. In Moskau, wurde betont, herrsche vollkommene Ruhe. Mit Moskau war von Berlin aus, dem Blatt zufolge, in den Abendstunden eine telephonische Verbindung nicht zu erhalten, da, wie vom Fernsprechamt mitgeteilt wurde, die Leitungen gestört seien. Der Helsingforser Korrespondent der„Deutschen Allg. Ztg.“ hat in den späten Abendstunden mit dem an der sowjetrussischen Grenze gelegenen Ort Wyborg gesprochen und erfährt von dort, daß alle telephonischen und telegraphischen Verbindungen mit Sowjetrußland abgeschnitten seien. Wie er berichtet, ist ein Telegramm, daß das finnische Telegrammbüro nachmittags an seine Moskauer Zweigstelle richtete, ohne Antwort geblieben. Im Gegensatz dazu steht, daß der Korrespondent des Helsingforser Blattes„Uusi Suomi“ in Reval ein Privatgespräch mit Moskau geführt hat, in dem die umlaufenden Gerüchte dementiert wurden. Die sowjetrussische Gesandtschaft in Helsingfors verweigert jede Auskunft. Es besteht jedoch die Möglichkeit, daß die von der„Deutschen Allg. Ztg.“ verzeichneten Störungen im Nachrichtenverkehr tatsächlich nur auf Betriebsstörungen in Freileitungen zurückzuführen sind, da, wie eine Anfrage beim Haupttelegraphenamt ergab, der Funkverkehr nach wie vor im Gange ist. Auch sonst ist bei gewöhnlich gut unterrichteten Verliner Stellen von einer völligen Störung der Verbindungen mit Rußland nichte bekannt Schiffahrt auf Saar und Mosel wogen Sachmaser eingesel enb. Berlin, 22. Nov.(Eig. Rundf.=Meld.) Wegen des weiteren Steigens des Hochwassers wurde, wie das Berl. Tagebl. meldet, im Laufe des Freitagabends die Moselschiffahrt verboten. Auf der Saar mußte die Schiffahrt ebenfalls eingestellt werden. ger, und den Hunger zu bekämpfen muß unser aller Aufgabe sein. Ein anderer Feind ist der Pessimismus. Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft Schiele bat, gegen alle Resignation, gegen allen Radikalismus sich zu stellen, nicht zwischen diesen beiden Extremen herumzupendeln. Die schweren Opfer der Landwirtschaft mußten anscheinend gebracht werden, um die Bevölkerung aufzurütteln. Jahrzehnte hindurch hahen wir allzusehr Geschäftspolitik betrieben, nicht nationale, reale Politik. Das eine haben wir in der Hast der industriellen Entwicklung heute noch nicht ganz begriffen, daß die Ernährungsquelle der Nation auf dem Lande liegt. Im wesentlichen kommt es auf zwei Grundtatsachen an: Einmal auf die gewaltige Arbeitslosigkeit, die in diesem Winter eine nie geahnte Höhe ange„nomme hat, und sodann auf die Verschulsdung der Landwirtschaft. Die letzte Ursache der Agrarkrise ist darin zu erblicken, daß unsere Volkswirtschaftspolitik keine Ausgeglichenheit in der Preisfrage herbeigeführt hat. Es gelte vor allem, den Ausgleich zwischen Erzeuger= und Verbraucherinteressen zu suchen, aber auch den Ausgleich zwischen dem Erzeugerpreis und dem vielfach noch überbauten Verbraucherpreis. Reichsminister Treviranus sprach in seiner Eigenschaft als Reichskommissar für die Osthilfe über die Hilfsmaßnahmen, die seit 1929 für den Osten geleistet worden sind. Bei den Steuererleichterungen kämen den Landgemeinden zwei Drittel der staatlichen Hilfe zugute. Gewiß könne bei der gegenwärtigen Finanznot dem bedrängten Osten nicht ausreichend geholfen werden; aber zunächst müsse der dringendsten Not der reinen Grenzgebiete gesteuert werden. Das neue Osthilfegesetz werde hoffentlich bald verabschiedet werden. In den nächsten Jahren werde dann das Hilfswerk für den Osten ausgebaut werden. (Lebhafte Zustimmung.) Den Einfluß der Wirtschaftskrise auf die öffentlichen Finanzen behandelte dann der frühere Reichsfinanzminister Dr. Hilferding. Er betonte den engen Zusammenhang, in dem die Gemeindefinanzen mit der allgemeinen finanziellen Sanierung und mit der allgemeinen Wirtschaftskrise stehen. Die Krise der öffentlichen Finanzen sei ebenso international wie die internationale Wirtschaftskrise. Der Redner schlderte dann das starke Anwachsen der Arbeitslosigkeit als ein besonders bedrohliches Symptom der Krise. Die Einschränkung des Produktions umfanges vermindere das Nationaleinkommen, das auf 65 bis 75 Milliarden geschätzt wird, um 10 bis 12 Milliarden. Nun falle mit der Industriekrise leider auch eine Agrarkrise zusammen, so daß die Landwirtschaft als Steuerzahler überhaupt nicht mehr ins Gewicht falle. (Lachen.) Das bedeute nicht etwa, daß die Landwirtschaft keine Lasten trage. In der jetzigen Depression hat eine Steuererhöhung nicht mehr die Wirkung einer Einnahmeerhöhung, sondern führt nur zu Kapitalund Steuerflucht. Das Sanierungsprogramm der Regierung kann mitwirken, den öffentlichen Kredit wieder herzustellen. Ueber„Die Landgemeinden in Reich und Staat“ sprach dann der Präsident des Deutschen Landgemeindetages, Dr. Gereke. Zweifellos seien im Reich und in den Ländern noch erhebliche Ersparnisse möglich. In den Landgemeinden seien jedoch den Ersparnismöglichkeiten sehr enge Grenzen gezogen, weil sich die Landgemeinden ihren zwangsläufigen Verpflichtungen auf kulturellem und sozialem Gebiet nicht entziehen könnten. Solange der Gesetzgeber den Landgemeinden außerordentlich hohe Schul= und Wohlfahrtslasten zwangsläufig auferlege, könne an eine Senkung der Realsteuerzuschläge nur gedacht werden, wenn entweder vom Reich und Ländern den Gemeinden höhere Steuerüberweisungen gegeben oder ihnen neue genügend ergiebige Steuerquellen erschlossen, oder aber die zwangsläufigen Ausgaben, wenigstens teilweise, übernommen würden. Schließlich forderte Dr. Gereke einen gerechten Finanz= und Lastenausgleich. Verleihung des Adlerschildes nn Professor Dr. Behio wtb. Berlin, 22. Nov.(Funkspruch.) Der Herr Reichspräsident hat dem Universitätsprofessor a. D. Dr. Dehio(Tübingen) zu seinem heutigen 80. Geburtstag den Adlerschild des Reiches verliehen und mit nachstehendem Schreiben zugehen lassen:„ „Sehr verehrter Herr Professor: Zur Vollendung des 80. Lebensjahres spreche ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche aus. In einem an Arbeit reichen Leben, während dessen Sie über ein Vierteljahrhundert den Lehrstuhl für Kunstgeschichte in der Straßburger Kaiser=Wilhelm=Universität inne hatten, haben Sie als Lehrer, Forscher und Herausgeber bedeutsamer Veröffentlichungen sich um die Förderung der deutschen Wissenschaft und #unst besondere Verdienste erworben. Ich geike dabei insbesondere Ihres großen monunentalen Werkes über die Geschichte der deuthen Kunst, in dem Sie in der Entwicklung der eutschen Kunst die Wesensmerkmale des Deutschtums erkennbar werden ließen. Dem Dank, den das deutsche Volk Ihnen schuldet, verleihe ich Ausdruck, indem ich Ihnen die höchste Ehre des Reiches zuerkenne, den Adlerschild, der auf der Vorderseite das Symbol des Reiches, auf der Rückseite die Widmung: „Dem Lehrer und Geschichtsschreiber der deutschen Kunst" trägt. Mit den besten Wünschen für Ihr weiteres Schaffen und Ihr persönliches Wohlergehen und mit freundlichen Grüßen bin ich Ihr ergebenster gez.: von Hindenburg.“ Herabsetzung der Heeresausgaben „so bald wie möglich“. wtb. Genf, 21. Nov.(Tel.) Im Vorbereitenden Abrüstungsausschuß wurde bei Behandlung der Heeresausgaben beschlossen, daß die vertragsschließenden Staaten sich verpflichten, die Heeresausgaben zu begrenzen und, wie es in einem französischen Zusatzantrag heißt,„so bald wie möglich“ herabzusetzen. Graf Bernstorff hat in einer kurzen Erklärung nochmals darauf hingewiesen, daß das Ziel einer wirklichen Abrüstung nicht erreicht werde, wenn man sich auf die Begrenzung der Heeresausgaben beschränke. Diese müsse vielmehr von einer direkten Herabsetzung der Effektivbestände und insbesondere des Materials beVertrauen fur Seatschiane Dr. Brüning und Dr. Stegerwald beim Deutschen Gewerkschaftsbund- Die Lohnsenkungen in Deutschland seien keine Folge des Regierungsprogramms der Berliner Metallindustrie habe schnell beendet werden müssen, weil er in seinen politischen Auswirkungen nicht wieder gut zu machende Schäden für die deutsche Wirtschaft hätte anrichten können. Es sei weder der Wille der gesamten Reichsregierung, noch der des Reichsarbeitsministers, daß die deutschen Löhne allgemein und schematisch gesenkt würden. Dementsprechend seien auch die Schlichter angewiesen worden. enb. Berlin, 21. Nov.(Eig. Meldung.) Das Blatt der christlichen Gewerkschaften, der Deutsche, bringt ausführliche Berichte über die Tagung des Großen Ausschusses des Deutschen Gewerschaftsbundes, an der Reichskanzler Brüning und Reichsarbeitsminister Stegerwald teilnahmen. In der Aussprache nahm Reichskanzler Dr. Brüning das Wort. In einer Zeit, wo Deutschland stark von den ausländischen Krediten abhängig sei, sei es die Hauptaufgabe der Regierung, so zu handeln, daß das Vertrauen zu Deutschland in der Welt wiederhergestellt werde. Alles ander nütze nichts. Kein Gläubiger glaube einen Schuldner, wenn dieser einen Aufwand treibe, der mit seinen Klagen nicht vereinbar sei. Es sei u. a. unmöglich, Lohnpolitik zu treiben mit andauernder Steigerung der Löhne und gleichzeitig das Reich mit starken sozialpolitischen Ausgaben zu belasten. Die Lohnsenkungen in Deutschland wären keine Folge des Regierungsprogramms. Andere Länder seien Deutschland vorausgegangen. Die Regierung denke gar nicht daran, schematische Lohnkürzungen durchzuführen. Die Preissenkung lasse sich nicht von heute auf morgen durchführen. Jeder Pfennig aber, der gespart werden könne, mache bei knappen Löhnen, bei Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit schon etwas aus. Reichsarbeitsminister Dr. Stegerwald erklärte, man hätte sich die Tatsache vor Augen zu halten, daß in Deutschland 75 Prozent aller Gehälter und Löhne gesetzlich und durch Tarifvertrag gebunden wären. Ein solcher Zustand sei in keinem anderen Lande der Welt gegeben. Andere Länder zeigten deshalb, und weil die Kartellpolitik weniger stark entwickelt sei, auch eine stärkere Nachgiebigkeit der In der weiteren Aussprache bejahte Reichsarbeitsminister Dr. Stegerwald die Selbstverwaltung in der Sozialversicherung als Mittel der Erziehung zu staatsbürgerlicher Verantwortung. Allerdings seit die Zeit zur Erweiterung der Selbstverwaltung nicht sonderlich günstig. Es sei Vorsicht im Tempo des Ausbaues der Selbstverwaltung angebracht. Die Staatsaufsicht könne nicht entbehrt werden. In der Eliederung der Sozialversicherung sei durch die Verwaltung mehrerer Sozialversicherungszweige eine Vereinfachung und damit eine Verbilligung der Verwaltung zu erstreben. Im Tarifrecht müsse die Entwicklung dahin gehen, daß Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht von den Gegensätzen zwischen den einzelnen Gruppen ausgingen, sondern von den gemeinsamen Aufgaben. Neue Milltarditatur m Exunten? König Alfons soll eine neue Militär=Diktatur nach dem Muster Primo de Riveras vorbereiten- General Berenquer warnt wtb. Paris, 21. Nov. Oeuvre und Populaire wollen aus sicherer Quelle erfahren haben, und berichten übereinstimmend, daß König Alfons von Spanien eine neue Militärdiktatur nach dem Muster Primo de Riveras vorbereite und zu diesem Zweck vorgestern mit General Mola, dem Leiter der spanischen Sicherheitspolizei, verhandelt habe. Das geplante Militärdirektorium würde umfassen: Außer General Mola General Martinez Anido, Innenminister unter Primo de Rivera, General Saro, Mitglied des ersten Direktoriums Primo de Riveras, General Barrera, Kapitänleutnant von Katalonien unter Primo de Rivera. Als der gegenwärtige Ministerpräsident General Berenguer von den Verhandlungen zwischen König Alfons und General Mola Kenntnis erhalten habe, habe er sich zum König begeben. Ueber die zwischen beiden geführten Verhandlungen verlaute nichts, aber General Berenguer habe im Anschluß daran ein Kommunique ausgegeben, durch das er auf diesen „Staatsstreich des Königs“ vorbereite und seine eigene Verantwortung für die„unabhängig von l#'nom Millon“ sich ahsp'oland Erai. Preise bei Wirtschaftskrisen. Der Kampf in seinem Willen sich abspielenven Eleignisse freizumachen versuche. wtb. Paris, 21. Nov. Einige Blätter bringen eine Erklarung zum Abdruck, die der spanische Ministerpräsident Berenguer gestern vor Journalisten abgegeben hat. Diese Erklärung lautet: Der Löwe ist nicht so stolz, wie man behauptet, obwohl er noch brüllt. Ich kann diesen Zustand ewigen Alarms, der großen Schaden verursacht, nicht zulassen. Diejenigen, die diesen Alarm schaffen, müßten nachdenken, denn trotz meines guten Willens wird der Augenblick eintreten, in dem die Verhältnisse über meinen guten Willen hinweggehen werden und sich alsdann die Dinge in einer ganz anderen Weise, als sie erwarten, abspielen könnten. Ich beab. sichtige gemäß den Gesetzen zu regieren; wenn sie nicht genügen, bin ich dafür nicht verantwortlich. Wir haben eine genügende Macht, um einem ersten Angriff Widerstand zu leisten und ihn sogar abzuschlagen, das übrige wird alsdann kommen, und ich kann versichern, daß man mich nicht überraschen wird. Sie(zu den Journalisten gewandt) können sorglos schlafen, es wird nichts eintreten. Aber wenn irgend etwas sich ereignen sollte, würde das Erwachen so schreck lich sein, daß alle es vernehmen würden. gleitet sein. Das war übrigens auch die einmütige Auffassung eines von dem Vorbereitenden Abrüstungsausschuß vor zwei Jahren befragten Sachverständigenkomitees.— Der deutsche Delegierte hat sich bei der Abstimmung der Stimme enthalten. Für ein deutsch=österreichisches Wirtschaftsbundnis Eine Entschließung der deutsch=österreichischen Arbeitsgemeinschaften. Für die Einsetzung gemeinsamer handelspolitischer Ausschüsse. wtb. Wien, 22. Nov.(Funkspruch.) In der gestrigen Eröffnungssitzung der gemeinsamen Tagung der österreichisch=deutschen und der deutsch=österreichischen Arbeitsgemeinschaften wurde nach den politischen Berichten des Nationalrates Dr. Drexel auf Antrag des früheren österreichischen Gesandten in Berlin Dr. Riedel die nachstehende Entschließung unter allgemeinem lebhaften Beifall einstimmig angenommen: „Zu der Erwägung, daß ein auf die Meistbegünstigung aufgebauter Handelsvertrag niemals eine befriedigende Gestaltung des handelspolitischen Verhältnisses zwischen Oesterreich und dem Deutschen Reich herbeizuführen vermag, und daß nur der Abschluß eines Wirtschaftsbündnisses oder einer Zollunion eine befriedigende Lösung bringen kann, ersuchen die deutsch=österreichischen Arbeitsgemeinschaften des Deutschen Reiches und die österreichisch=deutsche Arbeitsgemeinschaft in Wien auf ihrer gemeinsamen Tagung die beiderseitigen Regierungen: Im deutschen Reichstag und im österreichischen Nationalrat die Einsetzung handelspolitischer Ausschüsse zu veranlassen, welche in ähnlicher Cehnterurguns= Fesch Beseitigung der offentsichtlichen Ueberhöhungen der Länder= und Gemeindebesoldungen Verschärfung der Vorschriften über die Einstellung der Versorgungsanwärter wtb. Berlin, 21. Nov. Die Reichsregierung hat dem Reichsrat neben anderen wichtigen Gesetzentwürfen auch die Entwürfe eines Gehaltskürzungsgesetzes und eines Gesetzes zur Einschränkung des Personalaufwands in der öffentlichen Verwaltung vorgelegt. Das Gehaltskurzungsgesetz enthält die Vorschrift, daß die Bezüge der Reichsbeamten und der Soldaten der Wehrmacht, der Wartegeldund Ruhegeldempfänger des Reichs und der Hinterbliebenen von Reichsbeamten und Soldaten vom 1. Avril 1931 an um 6 v. H. gekürzt werden. Die Bezüge des Reichspräsidenten, des und der Reichsminister werder nicht übersteigen, ebenso und Dienstaufwandsentschädigungen kürzungsfrei. Das Personalaufwandsgesetz überträgt in seinem ersten Teile das Gehaltskürzungsgesetz in seiner Wirkung auf die Länder, Gemeinden und sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechts. In einem zweiten Teile des Gesetzes ist vorgesehen, daß auch im übrigen— d. h. abgesehen von der 6prozentigen Kürzung— die Länder, die Gemeinden und die übrigen öffentlich=rechtlichen Körperschaften die Bezüge ihrer Beamten einer Neuregelung unterziehen müssen, wenn diese Bezüge offensichtlich günstiger geregelt sind, als die Bezüge, die das Reich seinen gleichzubewertenden Beamten gewährt. Diese Bestimmungen des Gesetzentwurfs unterscheiden sich ganz wesentlich von denen des sogenannten Besoldungssperrgesetzes vom 21. Dezember 1920, das bis zum 31. März 1926 gegolten hat. Während das alte Besoldungssperrgesetz ganz allgemein eine Angleischung aller Gehaltsvorschriften der Länder und und Gemeindebesoldungen. Sodann enthalt das Personalaufwandsgesetz noch eine weitere wichtige Bestimmung zur Entlastung des Reichshaushalts: Die Vorschriften über die Pflicht aller öffentlichen Körperschaften zur Berücksichtigung der Versorgungsanwärter bei der Auswahl ihres Beamtenersatzes sollen verschärft werden. Weise, wie dies bei der Angleichung des Strafrechtes geschehen ist, in gemeinsamer Beratung die Richtlinien für eine einheitliche Handelspolitik beider Staaten zu beraten, die Angleichung der beiderseitigen Zollgesetzgebung vorzubereiten und Vorschläge über die Form eines künftigen möglichst engen Wirtschaftsbündnisses beider Staaten zu erstatten hätten.“ Aufhebung der gewerbsmäßigen Stellenvermillinng wtb. Berlin, 21. Nov. Wie wir erfahren, hat das Reichskabinett nunmehr dem Entwurf eines Gesetzes über die Entschädigung der gewerbsmäßigen Stellenvermittler zugestimmt. Der Entwurf wird umgehend dem Reichsrat und dem Reichstag zugeleitet. Der Entwurf dient der Ausführung des§ 55 des Gesetzes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, nach dem die gewerbsmäßige Stellenvermittlung bekanntlich vom 1. Januar 1931 ab verboten ist. Das Verbot wird in der Weise durchgeführt, daß alle gewerbsmäßigen Stellenvermittler, die ihr Gewerbe nach dem 2. Juni 1910 begonnen haben, mit Ausnahme der Konzertagenten, ihren Betrieb am 31. Dezember 1930 ohne Entschädigung einstellen müssen. Stellenvermittlung für Artisten, Bühnenangehörige und Tanzpersonal, die ihr Gewerbe mindestens seit dem 2. Juni 1910 ausüben, werden für die Aufhebung ihres Gewerbes bar entschädigt. Die Konzertagenten dürfen ihren Betrieb bis auf weiteres fortführen. Die übrigen gewerbsmäßigen Stellenvermittler, die ihr Gewerbe mindestens seit dem 2. Juni 1910 ausüben, erhalten an Stelle einer Entschädigung die Erlaubnis, ihren Betrieb bis zum 30. Juni 1933 fortzuführen. Schwerer Uebergriff eines Landjagers enb. Dillenburg, 22. Nov.(Eig. Rundf.=Meld.) Im Kreisort Eibelshausen hat ein offenbar unzurechnungsfähiger Landjägermeister einen jungen Mann, den er für einen entwichenen Festgenommenen hielt, mit dem Gummiknüppel bewußtlos geschlagen und einen anderen durch einen Schuß schwer verletzt. Der Landjägermeister soll bei den Vorfällen nicht mehr Herr seiner selbst gewesen sein. Man will den Beamten der früher in Afrika Dienst getan hat, jetzt auf seinen Geisteszustand untersuchen lassen. Die Vorgänge haben sich folgendermaßen abgespielt: In einer Gastwirtschaft war es zu einem Wortwechsel zwischen einem fremden Handwerksburschen und einem 22jährigen jungen Mann gekommen, der damit endete, daß beide Streitenden von dem Wirt auf die Straße gesetzt wurden. Der Einheimische folgte nun dem Fremden, schlug ihn mit einer Latte nieder und verletzte ihn durch einige Messerstiche schwer. Er wurde danach von dem Landjäger festgenommen, riß sich aber auf dem Wege zum Arrestlokal los und verschwand in der Dunkelheit. Auf der Suche nach dem Entwichenen kam der Landjäger in eine andere Gastwirtschaft, wo er in einem der anwesenden Gäste den Gesuchten zu erkennen glaubte. Er schlug mit dem Gummiknüppel auf ihn ein und schaffte ihn ins Arrestlokal. Dort hatte sich bald eine erregte Menge angesammelt, die schließlich den Inhaftierten eigenmächtig aus seiner Zelle befreite. In dieser Situation feuerte der Landjäger fünf Schüsse ab, von denen einer einen 26jährigen Mann traf, der schwer verletzt zusammensank und in ein Krankenhaus geschafft werden mußte. Dort liegt der junge Mann noch immer in Narkose. Zweifellos handelt es sich bei den Vorgängen um schwere Uebergriffe des Landjägers. Aus Nah und Fern „Regierungsrat“. Dietz mit Braut vergiftet. wp. Wetzlar, 21. Nov. Wie wir erfahren, hat sich der wegen seiner Betrügereien in Wetzlar, über die wir bereits berichteten, steckbrieflich verfolgte Techniker Anton Dietz Mittwochabend im Hotel„Europäischer Hof“ in Baden=Baden zusammen mit seiner Braut vergiftet. Diet war bekanntlich verheiratet. 70jähriger unter Mordverdacht verhaftet. wp. Weierbach(Nahe), 21. Nov. In der Nähe von Kirn war kürzlich die Leiche der 60jährigen Ehefrau Dieter aus Martin=Weierbach aufgefunden worden. Nachdem man zuerst Selbstmord angenommen hatte, ist nun inzwischen der 70jährige Ehemann von der Polizei unter dem Verdacht, die Frau ermordet zu haben, verhaftet worden. Ein Opfer der Frankfurter Kokainaffäre. wp. Frankfurt a. M., 21. Nov. Der 23 Jahre alte Kaufmann Hans Firmbach, in dessen Wohnung in Abwesenheit seiner Mutter das Kokainkonsortium Pasche und Genossen öfters„Sitzungen“ abhielt, und der dadurch mit in die Affäre verwickelt war, hat sich gestern mit Gas ver8t8. Zuntineldungen Politischer Zusammenstoß in Düsseldorf Ein Nationalsozialist erschossen. wtb. Düsseldorf, 22. Nov.(Funkspruch.) Gestern abend gerieten an der Ecke Ost= und Immermannstraße drei Nationalsozialisten mit drei Kommunisten in einen Wortwechsel. Plötzlich fiel ein Schuß, der einen Nationalsozialisten tödlich traf. Nach Zeugenaussagen soll einer der Kommunisten den Schuß abgegeben haben. Die Kommunisten hatten die Flucht ergriffen und entkamen unerkannt. Die Fahndung einer Polizeistreife nach dem Täter blieb ohne Erfolg. Sachsen stimmt gegen die Reichsverordnung Ablehnung der Gemeinde=Bier=, Bürger= und Getränkesteuer. enb. Berlin, 22. Nov.(Eig. Rundf.=Meld.) Der Rechtsausschuß des Sächsischen Landtages hat, wie die„Börsenzeitung" berichtet, die Reichsverordnung über die Einführung der Gemeinde=Bier=, der Bürger= und der Getränkesteuer abgelehnt. Obwohl der Innenminister mit außerordentlich ernsten Ausführungen auf die Folgen eines solchen Beschlusses hinwies, erklärten lediglich die Vertreter der Deutschen Volkspartei, des Landvolkes und der Demokraten ihre Zustimmung. Es ist anzunehmen, daß auch im Plenum der gleiche Beschluß fallen wird. Laungefrage dee direiereshult-Leirst! Ein Desist von 45 ou0 Mark sekgeselt.— Es fol eine Nachtrassumlage Im. Ov), Langzat und der Wirschasspartei, der S. P. 2. und der Vereinigten Rechten.— Eine knappe Mieher. Penerorundbeiträgen Sthoben werdey, heit fsür bie Kreisvorlage.— Erneute Nachprüfung der Kreisinangzlage Ansang Febrnar 131. Schwerte, den 22. November 1930. Gestern nachmittag fand im Iserlohner Kreishause eine Kreistagssitzung statt, die sich erneut mit der Feststellung der Höhe des Defizits und seine Deckung zu beschäftigen hatte, nachdem die Prüfungskommission inzwischen zusanimengetreten war. Es hat sich ergeben, daß nach den gemachten Feststellungen ein Defizit in Höhe von 495 000 Mk. in Frage kommt, nachdem noch kleinere Abstriche gemacht werden konnten. Auch in dieser Sitzung kam es wieder zu erregten Auseinandersetzungen, vornehmlich zwischen dem Landrat und der Wirtschaftspartei und der Sozialdemokratischen Fraktion und der Vereinigten Rechten. Die Debatten wollten kein Ende nehmen. In der zum Schluß erfolgten Abstimmung kam es zu einer knappen Mehrheit für die Kreisvorlage, sodaß diese nun unter Dach und Fach gebracht worden ist. Die Rechte, die Wirtschaftspartei sowie die Fraktion der kommunistischen Partei nahmen einen gegenteiligen Standpunkt ein und konnten sich mit der Deckungsfrage nicht befreunden. Es wurde dahingehend beschlossen, zur Deckung des Defizits eine Nachtragsumlage von 17 Prozent zu den Reichssteuerüberweisungen und von 28 Prozent zu den Realsteuergrundbeträgen vorzunehmen. Allerdings soll im Februar des nächsten Jahres die Finanzlage des Kreises erneut geprüft und hierbei versucht werden, evtl. Abstreichungen, d. h. Ersparnisse, zu machen. Inwieweit das möglich sein wird, muß die Zukunft beweisen. Desgl. wurde der Kreisausschuß beauftragt, für das Defizit des Jahres 1929 in Höhe von 165 000 Mk. eine kurzfristige Anleihe aufzunehmen. Die Sitzung nahm über 2½ Stunden in Anspruch und erreichte erst kurz vor 7,30 Uhr abends ihr Ende. Nachstehend lassen wir den Sitzungsbericht in gedrängter Form folgen: Landrat Dr. Loos erössnete gegen 4,50 Uhr die gestrige Kreistagssitzung, zu der von 30 Abgeordneten 29 erschienen waren. U. a. waren anwesend das Kreisausschußmitglied Budde sowie die Kreisausschußmitglieder. Zur Beratung stand der in voriger Woche vertagte Punkt: Bericht über die Finanzlage des Kreises auf Grund des ordentlichen Haushaltsplanes 1930 und Beschlußfassung über eine Nachtragsumlage. Inzwischen hat die damals gewählte Kommission beraten und das vom Kreise festgestellte Defizit für richtig erkannt. K.=A. Schlegtendal erklärte, daß man s. E. in der Sitzung zu keinem Ergebnis gekommen sei. Der Landrat erwiderte, daß über das festgestellte Defizit des Kreises wohl eine absolute Klarheit herrsche. Ausgabe der Kommission sei es nun, über die Zusammenkunft Bericht zu erstatten; evtl. könne jedes einzelne Kommissionsmitglied das Wort nehmen. Zunächst sprach der K.=A. Lindenberg, der u. a. mitteilte, daß die Zahlen des Kreises unbedingt richtig seien. Schon am 1. 10. habe ein Defizit von über 100000 Mark bestanden. Man könne darum von dem errechneten Defizit des K.=A. Schlegtendal nicht mehr ausgehen, sondern die Kreisvorlage stimme. Die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen sei neu festgestellt worden. Es habe sich ein Defizit von rund 495000 Mark ergeben. Auch die übrigen Positionen seien richtig. Bis auf eine kleine Differenz glaube er, daß auch die übrigen Kommissionsmitglieder von dem Fehlbetrag überzeugt seien. Landrat Dr. Loos sagte, daß vor kurzem vom Regierungspräsidenten eine größere Notstandsarbeit bewilligt worden sei; der Kreisausschuß könne darum eine kleine Ermäßigung des Defizits vorschlagen. Ab 1. Dezember käme in Letmathe kein Zugang mehr infrage und es ergäbe sich eine Ersparnis von ca. 8000 Mark. Das Defizit würde sich auf 495000 Mark verringern. Zur Deckung dieses Fehlbetrages schlage er vor, als Nachtragsumlage 17 Prozent zu den Reichssteuerüberweisungen und 29 Prozent zu den Realsteuergrundbeträgen zu beschließen. K.=A. Schlegtendal stellte fest, daß er im Kreisausschuß viele Vorschläge zur Herabsetzung des Defizits und Ersparnismaßnahmen gemacht habe, aber sämtliche Vorschläge seien vom Vorsitzenden abgelehnt worden. Es sei nirgendswo festgestellt worden, daß man sich im allgemeinen einig sei. Seine Fraktion habe einstimmig folgenden Beschluß gesaßt: Die„Vereinigte Rechte“ gibt auf Grund einstimmigen Beschlusses folgende Erklärung ab: In Anbetracht der ungeheuren Schwierigkeiten, in welche die Gemeinden und die Steuerzahler durch eine Nachtragsumlage in Höhe von 500000 Mark gebracht würden, sind wir nicht in der Lage, der Vorlage der Kreisverwaltung zuzustimmen. Hinzu kommt, daß die Unterlagen zum Teil auf Schätzungen beruhen. Wir sind weiter der Ansicht, das innerhalb des Kreisetats Ersparnismöglichkeiten bestehen, wobei auch an sich kleineren Einzelpositionen in ihrer Gesamtheit Bedentung beigemessen werden muß. Wir sind nach wie vor gewillt, 300 000 Mark zur Bestreitung der Wohlfahrtslasten zu bewilligen. Landrat Dr. Loos erklärte, daß die Kommission nur den Auftrag gehabt habe, zwischen der Vorlage des Kreisausschusses und den Darlegungen des K.=A. Schlegtendal eine Klärung zu schaffen. Daß die Zahlen der Verwaltung richtig seien, habe man in der Kreisausschußsitzung widerspruchslos festgestellt; desgl., daß die Feststellungen des K.=A. Schlegtendal auf schweren Irrtümern beruhen. Es hinterlasse doch balde den Eindruck, als ob es ihm ein Vergnügen bereite, eine möglichst hohe Umlage zu schaffen. Er könne nur feststellen, daß die meisten Gemeinden in vorigen Jahre nicht mit einem Defizit, sondern mit einem Ueberschuß abgeschlossen hätten Er warne selbst vor einer unsoliden Finanzwirtschaft, da ein Kredit dann nicht mehr infrage komme. Der Kreis habe bereits ein großes Defizit, daß den Gemeinden erspart worden wäre. Im Januar oder Februar könne man eine Umlage nicht mehr erheben und ein großer Teil der zu bewilligenden Defizit=Deckungssumme fließe an die Gemeinden zurück. Er könne nur vorschlagen, die Konsequenzen hieraus zu ziehen und 17 Prozent zu den Reichssteuerüberweisungen und 29 Prozent zu den Realsteuergrundbeträgen als Umlage zu bewilligen. Das Wort„Sparen“ würde hier schon groß geschrieben und die Ausgabewirtschaft sei schon in einen engen Rahmen gespannt. Im Anschluß sprach K.=A. Soenecken (Wirtsch.=P.) und behandelte hauptsächlich und in lebhafter Weise das Sparsamkeitsprinzip. Für die Wohlfahrtsempfänger müßten Wege gefunden werden, damit diese leben könnten. Der Mittelstand sei zur Zahlung neuer Steuern außerstande. Man solle nicht mehr mit vollen Segeln ins neue Etatsjahr gehen. Sparen bedeute, daß man sich einschränke. Referent erklärte, daß die bisherige großzügige Straßenpolitik nicht richtig gewesen sei. Den Bau von Autostraßen in dem bisherigen Ausmaße könne man sich nicht erlauben. Seine Fraktion sei der Meinung, daß sich eine solche Ueberorganisation nicht im Interesse des Einzelnen auswirken könne. Auch der Landrat könne sparen, wenn er sich mit der Hälfte der Autokosten begnügen würde. Ferner stelle er den Antrag, das bestehende Stofflager(Wert ca. 24000 Mark) abzubauen und die ersorderlichen Stoffe bei den Geschäftsleuten zu kaufen. Seine Fraktion schließe sich dem Beschluß der Rechtsparteien an und bewillige vorläufig zur Deckung des Defizits 300000 Mk., der Rest könne evtl. erspart werden. Es kam dann zu einer erregten Auseinandersetzung zwischen dem Landrat und dem K.=A. Soenecken. Letzterer kam auf eine frühere Sitzung zu sprechen, wo seine Fraktion nicht mehr zu Wort gekommen wäre. Das sei ein typischer Fall und eine solche Maßnahme sei unfair. Der Landrat wies den Ausdruck„unsair“ energisch zurück, es sei damals überhaupt keine Opposition vorhanden gewesen und die Kreisstraßensache sei ebenfalls anders, wie sie der K.=A. Soenecken hinstelle. Das Autofahren mache ihm bestimmt kein Vergnügen und wenn man das Stofflager abbauen wolle, so würden künftig noch höhere Beträge verausgabt werden. In den letzten Jahren sei schon viel gespart worden. Nachdem der K.=A. Soenecken erklärt hatte, daß es ihm darum ginge, endlich die Großzügigkeit an den Pranger zu stellen und Lehren hieraus zu ziehen, erwiderte der Landrat, daß er Lehren nicht notwendig habe und er verwahre sich ganz entschieden gegen derartige Anwürfe. Dann sprach das Kreisausschußmitglied Budde(SP2). Er geißelte die Ausführungen Soeneckens in scharfer Weise und betonte, daß es schon richtig sei, was der Landrat gesagt habe. Bei dieser Aussprache handele es sich lediglich um eine Rückzugskannonade, die nichts mehr nütze. Wenn der K.=A. Soenecken den traurigen Mut habe, zu sagen, daß der Kreis für die Deckung von 200 000 Mk. aufkommen solle, so sei das eine sonderbare Logik. Seine Fraktion schließe sich dem Deckungsantrage des Landrats an. Hinsichtlich der Aeußerungen des K.=A.=Schlegtendal, müßte er feststellen, daß von Antragsablehnungen keine Rede sein könne, weil überhaupt nicht abgestimmt worden sei. Den Vorschlag, das Warenlager abzubauen, lehne der Kreisausschuß ab. K.=A. Schlegtendal habe übrigens sonderbare Anträge gestellt, so u. a. Aufhebung der Mütterversorgung und des Kleinkinderschutzes, Streichung des Betrages für Volksbüchereien, Beschränkung der Tuberkulosefürsorge, Streichung des Betrages für Viehseuchenbekämpfung und Bullenhaltung, Beseitigung der Schulkinderfürsorge, Verringerung der Zuschüsse für Schülerfreistellen, beschränkte Förderung der Kleintierzucht, Streichung der Beträge für Wegebeihilsen an leistungsschwache Gemeinden und alles, was an Fürsorgekosten über den Durchschnitt des 2. Quartals hinausgehe. Jedoch würde wohl keiner behaupten können, daß das Defizit hierdurch wesentlich herabgemindert werde. Die Angriffe gegen den Kreisausschuß seien unbegründet und trügen nicht zu dessen Arbeitsfreudigkeit bei. Seiner Ansicht hätte man schon dadurch sparen können, daß man diesen Kreistag nicht mehr hätte einberufen sollen. Hierfür sei die Rechte verantwortlich...7 Amm 1.5 K.=A. Schlegtendal erwiderte, daß er niemals die Aufhebung des Mutterschutzes beantragt habe. Auch das Wort Tuberkulosefürsorge habe er nie gebraucht. Wegen der Streichung der anderen Beträge stehe er auf dem Standpunkt, daß da, wo man nichts habe, auch nichts leisten könne. Seine Vorschläge seien uneigennützig gewesen, vielmehr habe er dem Kreise dienen wollen. Namens seiner Fraktion bitte er, auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung zu setzen: Streichung der Diäten für die Kreistagsund Kommissionsmitglieder. Nachdem K.=A. Lindenberg sich gegen die Ausführungen der K.=A. Schlegtendal und Soennecken gewandt hatte, beantragte der K.=A. Clarfeld Schluß der Debatte, da er sich von der weiteren Diskussion keinen Erfolg mehr verspreche. In der Abstimmung wurde dieser Antrag mit 18 gegen 9 Stimmen abgelehnt. K.=A. Beierle stellte fest, daß man, anstatt sich zusammenzusetzen, um zu beraten, wie man über die Schwierigkeiten hinwegkomme, auseinandergehe. Es sei richtiger; eine gesunde Wirtschaft zu treiben. Seine Fraktion stimme der Kreisvorlage zu. Anfang Februar könnte eine Nachprüsung dahin vorgenommen werden, ob noch Abstreichungen erfolgen könnten. K.=A. Lubig trat für eine kurze Unterbrechung der Sitzung ein, während der Landrat betonte, daß die Ersparnisse, die nach der Berechnung des K.=A. Schlegtendal gemacht würden, nur ganz geringe seien. Bei gewissen Positionen könnten in Zeiten der Not keine Abstriche gemacht werden(Bullenhaltung usw.). Hinsichtlich des Straßenbaues sei die Angelegenheit durch die Gemeinden ins Rollen gekommen, einige Straßen seien auf Wunsch der Wirtschaft gebaut worden und die Uebernahme auf den Kreis sei auf Antrag der Gemeinden erfolgt. Der Landrat betonte ganz besonders, daß der Städtetag erst kürzlich dringend vor Ueberbrückungskrediten gewarnt habe. Er schlug dem Kreistag folgenden Beschluß vor: Der Kreisausschuß ist berechtigt, Anfang Februar die Finanzlage des Kreises erneut zu prüfen, ob ein Teil der Umlage den Gemeinden erlassen werden kann. K.=A. Zeuch(KPD.) bezweifelte, ob die Summe zur Deckung ausreiche. Seine Fraktion könne der Vorlage nicht zustimmen. Es sei Aufgabe des Reiches und der Länder, für Deckung zu sorgen. Die Abstriche, die der K.=A. Schlegtendal vornehmen wolle, seien für Arbeitervertreter undiskutabel. K.=A. Grünrock(SPD.) erklärte, daß die Logik der KPD. die gleiche sei, wie bei der Rechten. Es sei festzustellen, daß der K.=A. Schlegtendal mit seiner Berechnung auf einem falschen Wege gewesen sei. Der Vorstoß der Rechten in voriger Sitzung sei verpufft und die Ausführungen der K.=A. Schlegtendal und Soennecken stellten eine Rückzugskanonade dar. Auch er beantragte Unterbrechung der Sitzung und bat, der Kreisvorlage zuzustimmen. K.=A. Becker sagte, daß Einnahmen geschaffen werden müßten. Seine Anfrage ging dahin, ob sich nicht die Ausstellung eines Arbeitsbeschaffungsprogramm ermöglichen lasse, denn im Kreise sei noch manches zu machen. Landrat Dr. Loos erwiderte, daß er für die Zukunft an etwas Aehnliches gedacht habe. Er erinnerte an die Errichtung von Wohnungen in Menden, Hohenlimburg und Schwerte durch das Arbeitsbeschaffungsprogramm der Regierung. Weitere Arbeitsprogramme sollten zur gegebenen Zeit noch geprüft werden, wie z. B. die Inangriffnahme der Umgehungsstraße in Westhofen. Auch die Regulierung der Lenne, Hönne und des Barbaches seien Arbeitsprojekte. Die Sitzung wurde dann von 6,50 bis 7,10 Uhr zwecks Besprechung der Fraktionen untereinander unterbrochen. Nach Wiedereröffnung gab K.=A. Lubig(Zentrum) folgende Erklärung ab: Nach den in der letzten Kreistagssitzung zu den Vorschlägen des Kreisausschusses gemachten Aufsehen erregenden Ausführungen hätte die Zentrumsfraktion ein vollständig verändertes Bild der geforderten Nachtragsumlagezahlen erwarten dürfen. In dieser Erwartung ist sie leider getäuscht, indem die Prüfungskommission die vom Kreisausschuß angegebenen Zahlen im Großen und Ganzen als zu Recht bestehend anerkennen mußte. Der zu deckende Fehlbetrag, der nicht zum geringsten durch die neuen Kreisteile verursacht wird, ist auf 547000.— RMk. festgesetzt. Die Zentrumsfraktion ist heute wie in der vergangenen Sitzung der Ansicht, daß von diesem Fehlbetrag mindestens 60 000 RMk. durch Einsparungen pp. gekürzt werden müssen. Sie kann es aber nicht verantworten, daß durch Nichtbewilligung der als unbedingt nötwendig erkannten Mittel, die zum größten Teil den Gemeinden zu Unterstützungszwecken wieder zufließen, eine Notlage für den Kreis heraufbeschworen wird, die sich letzten Endes nur zu Lasten des Kreises und damit der Gemeinden auswirken muß; zumal heute schon ein Fehlbetrag von rd. 165 000 RMk. durchgeschleppt wird. Die Zentrumsfraktion erwartet vom Landrat und Kreisausschuß, daß der zeitigen Notlage entsprechend überall und zwar auch im Kleinsten gespart wird, und daß dem nächsten Kreistage Vorschläge gemacht werden über die von allen Seiten gewünschte Dezentralisation, welche Einsparungen für den Kreis erbringen soll. Inssondere wird versucht werden müssen, einen Teil der Kreisstraßen an die Provinz abzugeben oder deren Unterhaltung auf die Gemeinden zurückzuübertragen und die Wohlfahrtsfürsorge(wie das in den 3 Städten schon der Fall ist) den Aemtern des Kreises zu überweisen. Hierbei wäre zu erwägen, ob sich nicht eine den Kreis entlastende anderweitige prozentuale Beteiligung der Fürsorgelasten erreichen läßt. Die Zentrumsfraktion glaubt, daß durch diese Maßnahmen der Dezentralisation auch den räumlichen Belangen der Kreisverwaltung Rechnung getragen werden kann. Die Zentrumsfraktion bewilligt in ihrer größeren Mehrheit die vom Kreisausschuß geforderten Mittel in der oben genannten Höhe und stimmt der Erhebung eines Zuschluges von 17 Prozent zu den Reichssteuerüberweisungen und von 28 Prozent zu den Realsteuererundbeträgen 3u. Dann erfolgte die Abstimmung. Das Defizit von 495 000.— RMk. willke auerkannt. Mit 15 gegen 13 Stimmen bei einer Stimmenthaltung wurde die Erhebung einer Nachtragsumlage in Höhe eines Zuschlages von 17 Prozent zu den Reichssteuerüberweisungen und von 28 Prozent zu den Realsteuergrundbeträgen beschlossen. Landrat Dr. Loos schlug weiter zum Beschluß vor, die Finanzlage des Kreises zum 1. 2. 1931 erneut zu prüfen, ob dann nicht noch etwa Abstreichungen vorgenommen werden können. Dieser Beschluß wurde einstimmig gutgeheißen. Anstelle des K.=A. Schlegtendal wurde der K.=A. Dr. Goetz in die Prüfungskommission gewählt. Ferner wurde der Kreisausschuß beaust. zu versuchen, einen kurzsristigen Kredit Deckung des Defizits des letzten Jahres(1 RMk.) aufzunehmen. In den Haushalts der Jahre 1931—1933 soll je ½ des Kredits Tilgung eingesetzt werden. Auch dieser Vorlage wurde widerspruchslos zugestimmt.— Die Sitzung konnte dann um 7,25 Uhr geschlossen werden. 9— Eingesandt (Für Artikel unter dieser Rubrik übernimmt die Redaktion nur die preßgesetzt. Verantwortung.) Nach Wandhofen. In der Montagausgabe der Schwerter Zeitung“ stand ein Bericht über die letzte Sitzung der Gemeindevertretung in Wandhofen, der sich in seinem 1. Absatz mit dem Antrage des Gem.= Vertr. Schulte und einem gleichen Antrage mit „mehreren“ Unterschriften befaßt, die Aufhebung der sogenannten Sitzungsgelder bezweckend. Der Herr Berichterstatter schreibt da von„einigen Gemütern in der Gemeinde, die durch die Angelegenheit beunruhigt sind". Meint er damit die Gemeindepertreter oder die Unterzeichner des Antrages? Deren Zahl betrug mehr als 100, und das sind m. E. nicht einige oder mehrere. Wenn aber der Gemeindevertretung daran gelegen ist, recht viele Unterschriften zu haben, dann mag sie das Schreiben dem Antragsteller zurückgeben; bis zur nächsten Sitzung läßt sich die Zahl ohne jede Mühe verdoppeln oder gar verdreifachen. Es will besonnenen Menschen eben nicht in den Kopf, daß ein Ehrenamt, das jahrzehntelang keiner Auswands= und Versäumnisentschädigung bedurfte, auf einmal bezahlt werden muß. Und das in einer Zeit der ernstesten Geldnot, wo viele Gemeindeverwaltungen trotz der hohen Steuern in ihrer finanziellen Bedrängnis zu öffentlichen Notsammlungen aufrufen müssen.“ Unverständlich ist es dem Einsender dieses, daß die Vertretung, die von sich aus schon einmal Stellung zu der Sache genommen haben will, die Angelegenheit wiederum vertagte, sodaß sie nochmals auf die Tagesordnung kommt. Ein schneller Entschluß und Beschluß auf Verzicht der Gelder wäre richtiger gewesen. Dann hätten sich die Gemüter wieder beruhigt. Glaubt aber die Vertretung, den Steuerzahlern und ihren Wählern gegenüber richtig zu handeln und die oben angeführten Anträge ablehnen zu müssen, dann mache sie sich einmal persönlich stark zu einer sozialen Tat: Verzichten Sie. meine Herren Vertreter, auf die Sitzungsgelder zu Gunsten der Notleidenden! Bilden Sie damit einen Wohlfahrtssonds, aus dem alljährlich besonders bedürftigen oder kinderreichen Familien in der Gemeinde eine Weihnachtsfreude bereitet werden könnte.„— an 4Einer von den„Mehreren“. Verantwortlich für Lokales, Kommunalpol#tik, Feuilleton, Provinzielles. Gerichtssaal u. Sport Hans Eberhard Lex, Schwerte. Pnsthu ehenen Frurner mit voller Pension billigst per sofort zu vermieten. 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Nur manchmal noch kommen Tage mit fahlem Sonnenglanz und blaßblauem Himmel, aber sie lassen uns die Wehmut des Scheidens ringsumher nur um so stärker empfinden, denn der Nebel und das Dunkel deßen viel Moder und viel Sterben zu. November! In den großen Städten weher und trauriger als draußen auf dem Lande. Denn in der Natur ist über allem Sterben doch noch der weite unendliche Himmel. Mögen auch Wolken die tiefe Bläue und der Sterne Lichterglanz verdecken: Wir wissen, sie sind da, fühlen und fassen die Weise. In der Stadt aber? Auf den steinernen Plätzen und Gassen? Ist hier im Sommer schon alles Wissen und Fühlen um die Natur begrenzt, wie erst dann, wenn Novembernebel durch die Straßenschluchten wallen, das graue Pflaster immer feucht und modrig scheint und in trüben Kanälen welke Blätter treiben... Sterben— Vergehen. Auferstehen! Die immer bis in die Unendlichkeit sich wiederholende Symphonie alles Lebens. Merkwürdig, für das Kind, so voll von allen Erwartungen und Hoffnungen auf das Leben, unbelastet von Erkenntnissen und Erfahrungen, da hatte die Novemberstimmung so gar nichts Gemeinsames mit Tod und Vergehen. Hinterm grauen Wolkenhimmel schliefen die Sonne und die Sterne nur. Denn einmal mußten ja auch sie müde sein vom ewigen Wandern. Und die stillen, traurigen Gesichter der Großen, mit denen sie zum Friedhofe wanderten, um dort die Lichter anzuzünden, zu beten und dann mit den gleichen ernsten Mienen zurückzukehren? Stand nicht in den schönen Märchenbüchern, daß die Menschen nur starben, weil sie müde waren? Daß sie die Augen schlossen und verschwanden, nur um auszuruhen? Und mußte die Schlafenden der viele Lichterglanz, das ewige Kommen und Gehen nicht stören? Warum weinten die Großen nur? Kinderglaube und Kindereinfalt bleiben keinem von uns. Einmal tauschen wir alle sie ein gegen Wahrheit und Erkenntnis. Und das Leben bringt uns viele trostlos düstere, graue Novembertage ohne Sonne und Sommerglück, bringt viele Stunden, da wir an die graue Norne denken, die in den Wolkennebeln sitzt und spinnt Und mehr als einmal stellt das Leben uns vor Grabhügel; unter ihnen liegen liebgewordene Menschen, um die wir nun klagen, weil sie einst sterben mußten. Alte, längst vergessene Kindereinfalt aber wacht immer und immer wieder auf:„Sie starben ja nicht, sie schlafen nur.“ Und denkt man an die Sonne und die Sterne von ehemals, die zur Ruhe gingen, weil sie müde vom vielen Wandern waren, man denkt an dee Menschen der Kindertage, denen ein Herrgott die Augen zudrückte, weil sie schlafen wollten... Ewig und immer lebt der Mensch im tiefsten Zusammenhang mit dem All, seinem Werden und Vergehen. Ohne diese Verbundenheit wäre er hilf= und wesenslos. Stirbt nun der Baum, von dessen kahlen Aesten die letzten fahlen Blätter müde zur Erde taumeln? Kommt nicht ein Frühling, der neue Blätter sprießen läßt, tausendfach und überreicht? Wie lange sehen denn Feld und Acker leer und kahl und tot aus? Ruht nicht schon tief im Boden neuer Samen, damit neue Blüte und Frucht keime? Und bleiben die Sonne und die Sterne ewig fort und der Nebel immer um uns? Alles auf diesem Erdenrund ruht immer nur für eine Weile, um neue Kräfte zu zeugen für die Tage des Frühlings. Auf alle trüben und nebelverhangenen Tage folgt bis in alle Ewigkeit immer wieder Sommer und Sonne. Sommer und Sonne bringen neue Kräfte. Kräfte aber wollen Kampf. Und für den Kräfte verzehrenden Kampf rüsten die Ruhe und die Stille und der Schlaf! Totensonntag! Um deine Stunden soll nicht nur Trauer schwingen und müde Melancholie, sondern auch der Ernst der Leben bejahenden Zum Toleihemnug G K O K 86 1 5 110 der Zug des Todes“. Nach einem Gemälde von Gustav Spangenberg. Selbsteinkehr. Die Natur vergißt nicht der Ruhe und Selbstbesinnung. Nur der Mensch der sich oft allzu eigenmächtig dünkt, glaubt, sich ihr entziehen zu können. Nur keine Erkenntnis des eigenen Selbst! Nur keine unbegumen Fragen nach dem Woher und Wohin! Nur keine Stunde, da man die Hände in den Schoß legt und sitzt und sinnt über die ewigen Dinge des Lebens! Nur keine Gedanken an Tod und Ewigkeit! Sind sie— dieser Tod und diese Ewigkeit—, sind sie denn so schrecklich? Leben wir nicht eigentlich um ihretwillen? Was ist denn das Sterben anderes als alle unerfüllten Wünsche und Hoffnungen dem Schoße der Ewigkeit anvertrauen, damit sie dort reifen und wirklich werden! Wofür starben denn sie, um die Millionen Mütter und Väter und Kinder trauern? Gingen sie nicht um der Verwirklichung ihrer Ideale willen adhin? Und irren nicht die vielen Sehnsüchte der Gestorbenen in der Welt umher, damit wir, die wir noch leben, an ihrer Erfüllung arbeiten? Erfüllung aber kommt nur aus uns selbst. Unsere Seele ist wie eine Schale, die uns der Herrgott hinhält, Stunde, Tag um Tag und Jahr um Jahres unseres Lebens, auf daß wir sie füllen mit den Früchten, die„jenseits der großen Straßen" wachsen. Und die reifen und wirklich werden in jenen Stunden, da wir uns auf uns selbst besinnen, auf das Ewige und Göttliche in uns, das niemals sterben kann. Totensonntag! Deine Stunden sind denen geweiht, die draußen unterm grauen, nebelverhangenen Himmel schlafen und ruhen. Ihr seid erfüllt vom Wissen und von der Trauer um ihren leiblichen Tod. Ihre Seelen aber leben in Ewigkeit und harren der unseren. Totensonntag Lasset uns zum Friedhof wallen, Zu den Gräbern uns'rer Lieben, Die dort ruh'n vom Erdenleide, Unvergessen sie uns blieben, Denn die Liebe währet immer— Und nach diesem Weltgeschehen Werden wir, nach Gottes Worten Sie dereinstens wiedersehen. Alle starben in dem Glauben An den Welterlöser droben— Und am Auferstehungstage Werden sie, mit uns ihn loben, Wenn der Herr als Weltenrichter In den Wolken wird erscheinen, Um alsdann zu seiner Rechten Alle Guten zu vereinen. Laßt uns ihre Ruhstatt schmücken Heut' mit Blumen und mit Kränzen, Was als Pilger sie entbehrten Möge Gottes Lieb' ergänzen— Und für alle Erdennöte Gebe er zum ew'gen Lohne— Weil sie gläubig ihm vertrauten— Ihnen einst die Himmelskrone. Albert Knülle. Verühmie Grabmäler Von Cattina von Seybold. Alt wie das Leben ist der Tod, als wie die Menschheit das Bestreben, sich mit diesem unerbittlichen, unabwendbaren Urphänomen auseinanderzusetzen. Je nach Kultur, Philosophie, Religion eines Volkes, einer Zeit, geschieht dies mit zitterndem Grauen, mit gefaßter Ergebenheit, mit gläubiger Hoffnung. Allen gemeinsam aber ist die Sitte, die Ruhestätte eines besonders geehrten und geliebten Toten durch Bild= und Bauwerk kenntlich zu machen, vor Entweihung zu schützen, kommenden Geschlechtern zu erhalten, unter Umständen sie mit allen für ein künftiges Leben etwa nötig erachteten Dingen auszustatten. Das klassische Land des Totenkultes ist Aegypten, wo infolgedessen auch die größte Sorgfalt und Kunst auf Erhaltung des Körpers wie auf seine würdige Bergung verwendet wird. So finden wir dort die beiden Bestattungstypen schon aufs höchste ausgebildet: den über dem Sarg errichteten Denkstein und die in Erde oder Zelsen eingebaute Grabkammer, beide dem monumentalen Zug des ägyptischen Wesens entsprechend, in den Königsgräbern von Theben einerseits, in den Pyramiden von Memphis andererseits, zu grandioser Wucht und Erhabenheit entwickelt: ein einziges gewaltiges Aufbäumen gegen das Gesetz des Staubes, der wahrhaft königliche Ausdruck vom Willen eines Volkes zur Dauer, zur Ewigkeit. Aus dem menschengleich geformten und bemalten Mumienschrein wird allmählich der Steinsarg, der Namen und klassische Prägung im griechischen Kulturkreis erhält. Der Name Sarkophag bedeutet„fleischverzehrend": der Sarg wurde innen mit Platten eines eigenartigen, die Zersetzung beschleunigenden Schiefers ausgelegt. Die Form: ein kastenähnlicher Marmorbehälter, meist architektonisch gegliedert, in Tempelgestalt, ein Giebeldach als Deckel, die Reliefs der Seitenwände monumental abgesaßt. Zwei Meisterwerke dieser Art besitzt das Museum von Konstantinopel. Das eine ist der sogenannte Alexandersarg; wenn er auch mals die Reste des Welteroberers enthielt, so entstammt er doch seiner Zeit; er zeigt ein bewegtes Schlachtrelief mit reizvollen Spuren ehemaliger Bemalung. Und sein berühmtes Gegenstück: in einer ionischen Säulenhalle trauernde Frauen, in abwechslungsreicher Gebärde edlen Schmerzes wiedergegeben. Hier klingt ergreisend jener lyrische, jener rein menschliche Ton der Empfindungen an, der so rührend aus den einfachen griechischen Grabsteinen zu uns spricht, unter denen nicht Fürsten und Helden ruhen, sondern die Unbekannten, die Namenlosen. Sie alle, deren Perle das Grabmal der Hegeso, sind, ob naiv unbeholfen oder künstlerisch vollendet, von jenem Geiste gehaltener Ruhe und Harmonie erfüllt, der das hellenische Wesen kennzeichnet. Wo trauernder Liebe das einfache Denkmal nicht genügt, wird es durch monumentalen Umbau zur Grabkapelle, zum Tempel. Auch der zur Allgemeingültigkeit erhobene Begriff hierfür, das Mausoleum ist griechischen Ursprungs. Artemisia ließ ihrem Gatten Mausolos zu Halikarnasos in Kleinasien den figurenreichen Prachtbau errichten, der Dank der Mitarbeit der besten hellenischen Meißel zu den sieben Wundern der alten Welt gezählt wurde. Bis über die Grenzen der griechisch=römischen Welt hinaus strahlen diese Einflüsse. In Persien finden wir das berühmte Grabmal des Cyrus und die prunkvolle Schauwand des Dariusgrabes, in den Felsen eingehauen. Römische Prachtliebe entwickelt das gegebene Thema von Sarg und Mausoleum zu immer reicherem Glanz. Die Appische Straße ist mit Gräbern gesäumt, darunter erhebt sich Cäcilia Metallas wuchtiger Trutzturm. Die CestiusPyramide kündet noch heute den sagenhaften Reichtum des römischen Börsenkönigs und Kaufherrn. Den Gipfel des Glanzes erreicht das Grabmal des Kaisers Hadrian, der kolossale Rundbau der jetzigen Engelsburg. Des Gotenfürsten Theodorichs Grabmal in Ravenna ist der letzte machtvolle Ausklang dieser römischen Denkmalkunst. Und das Christentum? Die Sarkophage, die es in seinen ersten Zufluchtsstätten, den Katakomben, fand, nützte es, um die zerfleischten, zerrissenen Körper seiner Märtyrer darin zu bergen. Die mythologischen Motive wurden allmählich durch biblische Szenen und christliche Symbole verdrängt. Und als es unter Konstantin sieghaft aus dem Dunkel hervorging, erstanden die frühchristlichen Basiliken als Grabkirchen über diesen kostbaren Reliquienschreinen. Auf ihrem Siegeszuge durch Europa behält die Kirche den Sarkophag bei, an den das Mittelalter den ganzen Reichtum, die ganze Innigkeit seiner Bildnerkunst verschwendet. Durch die sakrale Hoheit unserer romanischen Dome, durch die himmelstürmende Dynamik unserer gotischen Münster, durch die jauchzende Lichttrunkenheit unserer Barockkirchen klingt es wie ein einziges erschütterndes Requiem. Nicht zu zählen sind die Scharen der Heiligen, Päpste, Bischöfe, Fürsten, Ritter und Edelfrauen, die auf Sarkophagen liegen, in Grabplatten eingemeißelt sind, aus Nischen hervortreten, auf Säulen stehen, unter Baldachinen ruhen, in Grüften aufgereiht wurden. An der Schwelle Italiens leitet ein überreiches Werk später Gotik, das Grabmal der Skaliger, einer unglücklichen Liebe Denkstein, zu den Prunk=Mausoleen der Renaissance über. Mit ihrem gesteigerten Persönlichkeitsgefühl ist diese der pomphaften Ehrung großer Verstorbener besonders geneigt. Die Medicäer finden ihren würdigen Verherrlicher in Michelangelo, der auch berufen wird, das Grabmal Papst Julius II. zu entwerfen. Von dem gigantischen Plan, der im Geiste des Titanen lebte, wurde einzig die Mosesstatue zu Stein, eine nie wieder erreichte Flutmarke der Kunst. Große Herrschergeschlechter schlafen in steinerner Ruhe. So die deutschen Kaiser im Dom zu Speyer, die spanischen Habsburger in den Grüften des Eskorial, die Kapetinger in St. Denis. Die höchste Ehrung, die England seinen großen Toten verleiht, ist die Bestattung in Westminster. Frankreich hat seine Ruhmeshalle im Pantheon zu Paris. Doch auch auf dem alten Pariser Friedhof Pére=la=Chaise finden sich bedeutende Namen, so die beiden unglücklich Liebenden: der Scholastiker Abélard und Héloise. Die Kuppel des Invalidendomes wölbt sich über den Porphyrsarg, der Napoleons sterbliche Hülle umschließt. Eine würdige Ruhestätte ward den deutschen Dichter=Heroen Schiller und Goethe in der Fürstengrust zu Weimar. Der spezielle Name„Mausoleum“ bedeutet uns das Grabmal der geliebten Königin Luise, von Rauch in ihrem lebensvollen Bilde geschmückt. Das Grab im Sachsenwalde ward zum Wallfahrtsort für ungezählte deutsche Patrioten. Die Jubiläen der letzten Jahre lenkten tausende von Blicken auf die schlichten Grabplatten von Dürer und Feuerbach im Johannisfriedhof zu Nürnberg. Eine neue Welle des Totenkulies geht seit dem Weltkriege über Europa hin. Der einzige versöhnende, weltumspannende Gedanke ist die pietätvolle Dankbarkeit, die alle Völler ihren Gefallenen widmen. Keine Stadt, kein ärmstes Dorf, das nicht sein Kriegerdenkmal hätte, oft von erfreulicher Höhe der künstlerischen Ausführung. Doch auch den Islam mit seiner stark ausgeprägten Sitte, die Toten zu ehren, dürsen wir nicht vergessen. Berühmt sind die feierlichen, mit Cypressen bestandenen Friedhöfe rings auf den Höhen über dem Bosporus, die Mameluckengräber bei Kairo, die Grabmoscheen der Sultane in Brussa, der alten Hauptstadt des Osmanenreiches. Noch glänzender die Alabastergräber der indischen Mocule in Agra und Delhi, darunter die seenhafte Marmormoschee des Tatsch Mahal, vom Mogulkaiser Schah Jehan dem Andenken seiner geliebten Gattin errichtet. Den Gefallenen zum Gedächtnis Zum Totensonntag Schwerte, den 22. November 1930. * Totensonntag! Das Gedächtnis an die Heimgegangenen bewegt uns an diesem Tage mehr als sonst die Seele. Die Gedanken gehen hin zu teuren Gräbern, und wer es irgend kann, pilgert auf den Friedhof, um zu denken und— zu danken, um Tränen zu vergießen und Tränen sich trocknen zu lassen. So wenigstens sollte es sein. Wer einen Heiland hat, darf kein ungetröstetes Leid, keine ungetrockneten Tränen, keinen hoffnungslosen Kummer, kein verzweifeltes Herz mehr haben. Die Ostergewißheit muß einziehen. Aber darf ich denn das auch glauben, daß meine Toten leben? Darf ich diesen wundervollen Trost mir auch zurechnen? Wie oft werden solche Fragen lebendig.— Was sollen wir darauf antworten? Nur eins: Suche Jesum und sein Licht, alles andere hilft dir nicht!— Ueberlaß die Heimgegangenen der Barmherzigkeit deines Gottes. Alles Grübeln, alle Selbstvorwürfe führen zu nichts. Verliere dich nicht in deinen Fragen und zermartere dich nicht mit deinen Gedanken, sondern laß das deine Hauptsorge sein, daß dieses Totenfest dir ein Fest des Lebens werde, daß der Blick in die Ewigkeit dir heut die Sehnsucht nach oben mächtiger wecke, und dich ernstlicher halte an dem Gebet: Bring mich Herr ins Paradies! Wird uns durch Grabeshügel Der klare Blick verbaut, Herr, gib der Seele Flügel, Deß sie hinüberschaut. :(. d e n k t a g e. 22. November: 1767 Andreas Hoser in St. Leonhard geboren(gestorben 1810).— 1780 Der Komponist Konradin Kreutzer in Meßkirch geboren(gestorben 1849).— 1830 Der Astro= nom Karl Christian Bruhns in Plön in Holstein geboren(gestorben 1881).— 1849 Der Schriftsteller Fritz Mauthner in Holitz in Böhmen geboren(gestorben 1923). 23. November: 912 Kaiser Otto l., der Große, geboren(gestorben 973).— 1830 Der Vildhauer Kaspar Zumbusch in Herzebrock in Westfalen geboren(gestorben 1915).— 1845 Der Bildhauer Karl Begas in Berlin geboren (gestorben 1916). : Wetterbericht der Wetterwarte Essen vom 21. November 1930. Das gestrige Tief über Westirland ist nordostwärts nach dem nördlichen Schottland vorgerückt und bildet den Ausläufer eines umfangreichen Tiefdruckwirbels über dem Nordmeere. Es gelangen damit bei südwestlichen Winden subtropisch=maritime Luftmassen nach Mitteleuropa. Ueber Skandinavien ist der hohe Druck nach Nordost= und Osteuropa zurückgewichen. In Deutschland war es heute morgen stärker bevölkt, im Süden und Südosten fiel Regen, im Nordosten z. T. Schnee. Die Temperaturen waren angestiegen, sie erreichten im Südwesten 13 Grad, der Osten und Südosten waren kälter, bis zu—7 Grad in Königsberg. Aussichten bis Samstag: Vorübergehend aufbrechend, meist stärker bewölkt, Regen, mild. Aussichten für Sonntag: Zeitweise aufheiternd, noch einzelne Regenfälle. Unser aktueller Bilderdienst im Schaufensteraushang der Buchhandlung C. Braus zeigt folgende Aufnahmen: Der ausgewiesene Major Pabst darf wieder nach Oesterreich; Eine Gesundheitswoche in Japan; Attentat auf den japanischen Ministerpräsidenten; Der Schauplatz eines großen Deutschen Erfolges; Ein interessanter Augenblick aus dem Handballkampf Fortuna— Spielvereinigung in Leipzig: Ein Sportfest in Afghanistan; Der erste Schnee lockt zum Wintersport; Der Prinz von Wales fliegt im Do X; Die verheerende Einsturzkatastrophe in Lyon. : Sein 65. Wiegenfest kann am morgigen Sonntag Herr Pfarrer Schnurbus feiern. Ueber 32 Jahre steht das Geburtstagskind an der Spitze der kath. Kfarrgemeinde Schwerte und hat sich während dieser langen Zeit große Verdienste um die Entwicklung und das religiöse Leben der Gemeinde erworben. Wir sprechen Herrn Pfr. Schnurbus, der sich in der gesamten Bürgerschaft, ohne Unterschied des Standes und der Konfession größter Achtung und Wertschätzung erfreut, zu seinem Wiegenfeste unsere besten Glückwünsche aus; mögen ihm noch lange Jahre reich gesegneten Wirkens beschieden sein. + Dienstjubiläum. Am morgigen Sonntag kann der Reichsbahnzugführer Kasp. Schüpstuhl aus der Liethstraße auf eine 25jährige Tätigkeit im Dienste des geflügelten Rades zurückblicken. Wir sprechen dem pflichttreuen Beamten unsere besten Glückwünsche aus. . Einen bedauerlichen Unfall zog sich im Betriebe einer hiesigen Firma der Schmelzer August Niermann, hier Talweg 16, zu. Beim Ausgießen von flüssigem Metall aus einem Tiegel ist dem Genannten unglücklicherweise Schmelzgut auf die Füße geflossen. Die Folge davon war, daß der Verunglückte erhebliche Brandwunden an den Füßen erlitt. Aerztliche Hilfe mußte, nachdem Notverbände bereits vorher angelegt wurden, sofort in Anspruch genommen werden. + Besitzwechsel. Die Besitzung der Erben Filthaut in der Poststraße, die bekanntlich im vorigen Jahre von dem Schuhmachermeister Nessitek angekauft wurde, ist im gestrigen Versteigerungstermin in den Besitz des Postbeamten Wilh. Filthaut übergegangen. Viehzählung. Von Reichs wegen findet am 1. Dezember ds. Is. eine Viehzählung statt, die sich auf Pferde(ohne Militärpferde), Maultiere, Maulesel und Esel, Rindvieh, Schafe, Schweine, Ziegen, Federvieh, Kaninchen, Bienenstöcke und Silberfüchse erstreckt. Die Zählung erstreckt sich in diesem Jahre auch auf sämtliche Großstädte mit 100000 und mehr Einwohnern. Die Ergebnisse der Zählung dienen lediglich volkwirtschaftlichen Zwecken. . Lieder= und Arien=Abend. Wie wir bereits mitteilten, findet am Montag, den 1. Dezember, abends 8 Uhr,„Im Reiche des Wassers“ ein Konzert statt, veranstaltet von Anneliese Seuthe(Sopran) u. Gerard Bunk(Klavier). Wir werden Kompositionen von Schumann, Strauß, Bunk, Puccini usw. hören, die Anneliefe Seuthe singt. Die junge Sängerin kommt aus der Schule des berühmten Professors J. von Raatz=Brockmann in Berlin, wo sie bereits in mehreren Konzerten erfolgreich aufgetreten ist. Ihr dramatischer Sopran besitzt außergewöhnliche Qualitäten: Schönheit des Organes und sieghafte, durchschlagende Kraft des Tones. Eine Berliner Kritik schrieb im Frühjahr anläßlich eines Konzertes, das im Breitkopf=Saal stattfand:„Die junge Sängerin Anneliefe Seuthe erregte ganz besonderes Aufsehen. Ihre außerordentlich große, warme Stimme ist von einem wundervollen Timbre, welchen man selbst auf Weltbühnen sehr selten zu hören bekommt. Wir sind fest überzeugt, daß die junge begabte Sängerin in kurzer Zeit eine beispiellose künstlerische Karriere machen wird.“ Andere Berliner Zeitungen äußern sich dahin, daß Anneliefe Seuthe mit ihrer klangvollen Stimme zu großen Hoffnungen berechtigt. Wir wünschen unserm Schwerter Kind in seiner Heimatstadt ebensolche großen Erfolge. Da der weit bekannte Tonkünstler und Komponist Gerard Bunk Frl. Anneliefe Seuthe am Flügel begleitet und auch einige Klaviersoli vorträgt, verspricht der Abend ein außerordentlich genußreicher zu werden, sodaß wir schon jetzt empfehlend darauf hinweisen können.— Karten für dieses Konzert sind zu haben in der Buchhandlung C. Braus, Bahnhofstraße, und„Im Reiche des Wassers". Der Vorverkauf hat bereits. begonnen. + Eckerts„Verlorener Sohn“. Gestern abend wurde im„Reiche des Wassers“ die Generalprobe zu Eckerts gewaltiger Parabel„der verlorene Sohn“ abgehalten, die ganz ausgezeichnet klappte. Der Darstellung merkte man an, daß sie von einer Persönlichkeit beseelt ist, die aus innerem Drange schafft und ihre Ziele auf die Darsteller zu übertragen versteht. Das ist nicht nur Theater im gewöhnlichen Sinn, und nicht nur technisch vollwertige Bühnenkünstler spielen, auch Laien haben sich in den Dienst der guten Sache gestellt und leisten unter Eckerts Leitung und verständnisvoller Führung ganz Hervorragendes. Das Spiel ist ernst, religiös, aber nicht aufdringlich, ohne Tendenz, aber nicht süßlich=fromm, wie so manche Volksstücke. Der biblische Stoff ist gemeistert durch die Kunst der Darstellung. Die Halbmast die Fahnen. Dumpfer Klang Der Glocken schallt heut' durch die Lüfte. Drum lenke jeder seinen Schritt Hinaus zum Friedhof, an die Grüfte Der Krieger. Dieser Heldenschar, Die in dem fürchterlichen Ringen Des Weltkriegs, für das Vaterland Ihr Blut zum Opfer mußte bringen. Parabel vom verlorenen Sohn liegt allgemein menschliche und seelische Probleme: die unbegrenzte Vatergüte, die treue Hut von Haus und Heimat, der Drang der Jugend nach Freiheit und Weite und die Verführung der Welt. Es sollte keiner versäumen, sich das gewaltige Drama anzusehen und auf sich einwirken zu lassen. Die erste Aufführung ist heute(Samstag) abend 8 Uhr. Ausstellung„Der Mensch“. Im Gasthof„Kaiserhof“ wird in dieser Woche eine Ausstellung gezeigt, die Naturabgüsse erkrankter Teile des Menschen zeigt und besonders die Schäden darstellt, die durch den Alkoholismus und die Geschlechtskrankheiten herbeigeführt werden. Wer die Gesolei=Ausstellung in Düsseldorf besucht hat, der kennt diese Abbildungen, aber es ist im Interesse der Volksgesundheit und der hygienischen Aufklärung doch sehr zu begrüßen, daß diese kleine Spezial=Ausstellung in den Städten gezeigt und so der Allgemeinheit zugänglich gemacht wird. Sie können sich dort unterrichten über die Entwicklung des werdenden Menschen, über Säuglingspflege, wie sie sein soll und wie sie nicht sein soll, auch über Frauenleiden. Für die Frauen ist deshalb die Ausstellung besonders wichtig. In anderen Städten ist das Interesse für diese Ausstellung sehr rege gewesen und es ist anzunehmen, daß man auch in Schwerte gern die Gelegenheit benutzt und sich über den großen Schaden, den Alkoholismus und Unsittlichkeit in unserm Volk anrichten, belehren zu lassen.(Siehe Inserat in heutiger Ausgabe.) Kanarienausstellung und Vogelschutz. Der Kanarienzucht= und Vogelschutzverein „Einigkeit“ Schwerte, der es sich während seines Bestehens zur Aufgabe gemacht hat, unsere freilebenden Vögel zu schützen, durch Anlegen von Futterplätzen, Anbringen von Nisthöhlen und strafrechtliche Verfolgung von Vogelfängern veranstaltet zu diesem Zweck am Samstag, den 22. November, von mittags 13 Uhr, sowie Sonntag, den 23. November von morgens 9 Uhr im„Westf. Hof“ Bahnhofstraße(s. Anzeige) eine große Kanarienausstellung, verbunden mit Vogelschutz, Vogelschau und Gratisverlosung. Zur Vogelschau werden erstmalig eine Abteilung Exoten zur Schau gestellt. Da der Reinertrag für den heimischen Vogelschutz bestimmt ist, worin der Verein schon beachtliche Erfolge zu verzeichnen hat, bitten wir die verehrten BewohDa sie ihr Leben eingesetzt Um alle Feinde abzuwehren die uns bedroh'ten, so ist's Pflicht Von uns, daß wir sie dankbar ehren. Denn ihre Heldentaten sind Mit großen Lettern in den Herzen Des deutschen Volkes eingebrannt. Hier sind sie nicht mehr auszumerzen. ner von Schwerte und Umgegend durch zahlreichen Besuch das Unternehmen zu unterstützen. Billardsport. Nachdem der Schwerter Billardklub 1927 die Spielstärke seiner Mitglieder festgestellt hat, tritt er mit seiner zweiten Mannschaft nach längerer Pause wieder an die Oeffentlichkeit und hat für Samstagabend 20 Uhr im Hotel Kaiserhof den Letmather Billardklub zu einem Freundschaftsspiel verpflichtet. . Aus der evangelischen Gemeinde.: Am Totensonntag findet in der großen Kirche die Feier des hl. Abendmahls statt. Der Gottesdienst der kleinen Kirche wird in die große Kirche verlegt. Er beginnt wie immer um 5 Uhr und ist bereichert durch die Lieder unseres Kirchenchores. Der evangelische Volksverein Geisecke=Lichtendorf veranstaltete am vergangenen Sonntag einen Familienabend. Der Saal des Gemeindehauses war voll besetzt. Der Abend stand unter dem Grundgedanken der Mutterliebe. Davon handelte vor allem die Ansprache von Pastor Millard und die Aufführung eines Volksspieles. Gedichte und Posaunenvorträge bildeten dazu einen guten Rahmen. Alle Mitwirkenden gaben sich große Mühe, den Gedanken der Mutterliebe den Anwesenden einzuprägen. Der Posaunenchor war von Westhofen herübergekommen und verschönte die ganze Feier durch seine Musikstücke. Im Männerverein fand am vergangenen Sonntag ein gutbesuchter Vortrag über die kämpfende Kirche statt. Der frühere Bergmann Adophen von Herne hielt einen gedankenreichen, tiefdurchdachten Vortrag. Er behandelte die Frage: warum muß die Kirche kämpfen und welches sind die Feinde der Kirche. Er schilderte dann die gegenwärtige Lage der Kirche, aus der zu erkennen ist, daß sie in den letzten Zeiten eine Niederlage erlitten hat, aber sich wieder auf ihre Aufgabe besinnt. Schließlich suchte er Hinweise darauf zu geben, was wir zu tun haben, damit die Kirche in ihrem Kampfe bestehen kann. Die Frauenhilfe Holzen tagt am Donnerstag, nachmittags 3 Uhr bei Hosang. Frau HerderHagen wird einen Vortrag über Jungmütterarbeit halten. Die Frauenhilfe Stadtbezirk 1(Pastor Ohlig) kommt am Donnerstag, nachmittags 4 Uhr im Gemeindehaus zusammen. Es wird gebeten, die zur Anfertigung ausgegebenen Weihnachtssachen mitzubringen. Herr Pastor Ohlig ist erkrankt. Seine Vertretung ist so geregelt, daß Pastor Millard den östlich der Teichstraße gelegenen Teil, Pastor Hagemann den westlich der Teichstraße(nach Wandhofen) gelegenen Teil des 1. Pfarrbezirks und Villigst übernommen hat. Pastor Kleinemeyer führt die Geschäfte des Presbyteriums und des Jugend= und Wohlfahrtsdienstes. Der Gustav=Adolf=Frauenverein versammelt sich Dienstag abend 8 Uhr im Gemeindehause. Die Frauenhülfe Grüntal komm zusammer am Donnerstag, den 27. November, nachmittags 5 Uhr im Saale Dickmann. Am ersten Adventssonntag hält Pfarrer Meyer, Bad Aussee in Oesterreich, den Hauptgottesdienst in der großen Kirche. Des Abends, 8 Uhr spricht er im großen Saale des Gemeindehauses über den Kampf der Evangelischen in Oesterreich, wozu die ganze Gemeinde eingeladen wird. Getauft wurden: Günter Christian Jakob Huth.— Getraut wurden: Heinrich Fritz Karl Schulte und Ernestine Elfriede Rettstadt; Wilhelm Steltmann und Wilhelmine Dackweiler. — Gestorber: Friedrich Zeuch. Werft kein Papier, keine Obstschalen, keine. Abfälle auf die Straße! „Jetzt ist es bald Zeit! Bringe für Maß-Anfertigung meine eigene Weißnäherei in— empfehlende Erinnerung. Daspraktische und beste Geschenk Sist immer Wäsche für Damen, Herren und Kinder in jeder Ausführung, = vom billigsten bis zum elegantesten Teil. Spezialität: Anferigung von Oberhemden. Sie finden bei mir die größte Auswahl! Besichtigen Sie meine Schaufenster. — Wilhelm Sasse Nacht. 4 1276 Ii Inhaber: W. Honsälek. Hüsingstraße 3 Fernruf 2 7 9 5 Manufakturwar., eig. Welßnäberei, Betten Bestellungen für Weihnachten werden schon jetzt entgegengenommen und auf Wunsch bis zum Fest zurückgelegt. Die meisten ruh'n in fremdem Land In Osten, Westen, Nord' und Süden— Und ihrem Mute danken wir's Daß wir hier lebten, wie im Frieden Drum ist es billig und auch recht, Daß wir sie stets als Helden preisen— Und ihnen zum Gedächtnis heut' Am Ehrentage Dank erweisen. Albert Knülle. WNNSS M? M c Aus dem Gerichtssaal Amtsgericht Schwerte In der gestrigen Sitzung des hiesigen Amtsgerichts hatte sich zunächst der Kaufmann Karl L. wegen Feilhaltens verdorbener Lebensmittel — Weizenmehl— zu verantworten. Da die Sache ziemlich milde lag, kam er mit einer Geldstrafe von 5 Mark davon. Wegen Verstoßes gegen die Bestimmungen des Pressegesetzes war der Arbeiter August M. aus Westhofen als Herausgeber des kommunistischen Wochenblättchens„Die Bombe“ in eine Polizeistrafe genommen. Sein Antrag auf richterliche Entscheidung hatte insosern Ersolg, als die Strafe um die Hälfte ermäßigt wurde. Ein Beleidigungsprozeß mit tischem Hintergrund konnte nicht zu Ende geführt werden und verfiel der Vertagung. Angeklagt waren die Arbeiter Aug. M. aus Westhofen und der Bauarbeiter Georg K. aus Holzen wegen schwerer Beleidigung des Gemeindeboten S; ersterer in seiner Eigenschaft als Herausgeber und Schristleiter der„Bombe“. K. hat das Material für den betr. Artikel geliefert. S. wurde u. a. der Vorwurf gemacht, er habe in einer Wirtschaft in Schwerte in Gesellschaft von„kleinen Mädchen“ amtliche Gelder in Höhe von 600 Mark, die zur Auszahlung an Wohlfahrtserwerbslosen bestimmt waren, „verloren“, was S. ganz entschieden in Abrede stellte. Da die Angeklagten den Wahrheitsbeweis für ihre Behauptungen erbringen wollen, wurde die Verhandlung zwecks Ladung weiterer Zeugen vertagt. Die Inhaberin eines Kafsees, Frau Maria S. war angeklagt, sich in grober Weise gegen das Schankstättengesetz vergangen zu haben, indem sie in ihren Räumen auch geistige Getränke verabfolgte, ohne im Besitz der hierzu erforderlichen Genehmigung gewesen zu sein. Die Angeschuldigte wollte zwar glauben machen, sie habe diese Getränke nur aus Gefälligkeit verabfolgt, ohne einen Gewinn dafür genommen zu haben; die Zeugen bekundeten aber das Gegenteil und das Ende vom Liede war eine Geldstrafe in Höhe von 30 Mark. Weil er sich der Unterhaltungspflicht gegenüber seiner Familie entzogen hat, stand der Fuhrmann W. aus Dortmund, jetzt in Villigst in Stellung, vor den Schranken des Gerichtes. W. lebt schon seit längerer Zeit von seiner Frau getrennt und hat jetzt auch die Ehescheidung eingeleitet; er hat sich ihretwegen in größere Schulden gestürzt und auch seine Eltern unterstützt. Aus diesem Grunde will er außerstande gewesen sein, für seine Familie zu sorgen. In Anbetracht all dieser Gründe kam er mit einer Geldstrafe von 10 Mark davon, wurde aber mit allem Nachdruck auf die Unterhaltungspflicht gegenüber Frau und Kinder hingewiesen. Gottesstenste am Sonntag, 23. November Erangelische Gottesdienste. Große Kirche: Sonntag 9 Uhr Beichte. 9,30 Uhr P. Kleinemeyer, anschl. hl. Abendmahl.— 11 Uhr Kindergottesdienst. 5 Uhr P. Hagemann liturg. Feier unter Mitwirkung des Kirchenchores. Evangl. Krankenhaus: 8,30 Uhr P. Kleinemeyer. Geisecke=Lichtendorf: Sonntag 9,30 Uhr P. Hagemann, anschl. Beichte und hl. Abendmahl. Vereine und Versammlungen. Montag 8 Uhr Kirchenchor. Dienstag 8 Uhr Gustav=Adolf=Frauenverein. Donnerstag 8,15 Uhr Vorbereitung zum Kindergottesdienst. Evangelischer Verein junger Männer. Sonntag 2 Uhr Jungschar. 3 Uhr Posaunenchor auf dem Friedhof. 4 Uhr Jugendabteilung, 8 Uhr Unterhaltung. Dienstag 8 Uhr Turnen. Donnerstag 5 Uhr Bastelabend der Jungschar. 8 Uhr Posaunenchor. Freitag 8,30 Uhr Bibelstunde. Samstag 8 Uhr Musikabend. Vereine der Frauenhülfe. Donnerstag, 27. November, nachmittags 4 Uhr Frauenhülfe Stadtbezirk 1(P. Ohlig). 3 Uhr Frauenhülse Holzen(Vortrag, Frau Her. der). Nachmittags 5 Uhr Frauenhülfe Grüntal. Evangelische Vereine junger Mädchen. a) Schwerte: Sonntag 4 Uhr Jungschar. 6 Uhr Abt. 1 und 2 in der Jägerstraße. Dienstag 8 Uhr Abt. 1 im Gemeindehause. Mittwoch 7,30 Uhr Abt. 2 im Gemeindehause. Bibelkreis der Schüler höherer Lehranstalten. Mittwoch 5 Uhr Jüngere Abt., 6,30 Uhr Aeltere Abt. Mädchenbibelkreis. Dienstag 5 Uhr ält. Kreis. Freitag 3 Uhr jüngerer Kreis. Evangl. Stadtmission Schwerte, Kuhstraße 7. Sonntag 8 Uhr früh Blaukreuzstunde. 11 Uhr Sonntagsschule. 3,30 Uhr Gemeinschaftskonserenz. Mittwoch 3 Uhr Missionsverein. 8 Uhr abends Gebetsstunde. Donnerstag 8 Uhr abends Gemischter Chor. Freitag 8 Uhr abends Blaukreuzverein. Kath. Gottesdienste. 6 Uhr stille hl. Messe. Pfarrer Schnurbus. 7,30 Uhr Frühmesse. Monatskommunion der Jungfrauen und der schulpflichtigen Kommunikantinnen. 8.45 Uhr Schulmesse mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. Türkollekte für den Raphaels=Verein. 2,30 Uhr Andacht. An den Werktagen sind in der Pfarrkirche die hl. Messen 7, 7,40 und 8,15 Uhr. In der Krankenhauskapelle ist eine hl. Messe um 6,30 Uhr. Geisecke. 7,05 Uhr: Stille hl. Messe mit Predigt. Vikar Schleeh. Westhofen. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vikar Schleep. Holzen. Vakat. Lichtendorf. 7,30 Uhr Frühmesse. Gemeinschaftl. hl. Kommunion der Frauen. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 2,30 Uhr Andacht. Mütter=Verein. Die Monatsversammlung fällt aus. Jünglings=Sodalität. Donnerstag 7,30 Uhr: Heimabend in der Vilarie. Kirchenchor. Die Mitglieder des Kirchenchores werden freundlichst eingeladen zur Bezirksversammlung der Cäcilienvereine in Hörde. 4,30 Uhr beginnt in der Herz=Jesu=Kirche die Festandacht, anschließend daran die Versammlung. Am Freitag seiner Bestimmung übergeben Der Groß=Rundfunksender Mühlacker an der württembergisch=badischen Grenze. Er arbeitet mit einer Sende=Energie von 75 Kilowatt. Die Antennentürme sind 100 Meter hoch. Curtius' Antwort an Frankreich Die große Rede des Reichsaußenministers in der Reichsratssitzung. Zur rechten Hand des Redners Reichskanzler Brüning, zu seiner Linken der bayerische Ministerpräsident Held. freie Stunde verschafft Ihnen 0! Wenn Sie O zum Geschirrspülen, zum Aufwaschen und Reinigen nehrnen, haben Sie es viel leichter und sind viel schneller fertig. o rückt aller Schmutz und Fett energisch zu Leibe. Messer, Gabeln und Löffel, Teller und Schüsseln, Töpfe und Pfannen, kurz alles Geschürr säubert O im Augenblick. Auch beim Putzen von Steinfliesen, Wandsockeln, Badewannen und Spülbecken bewährt sich o vortrefflich. Ospart Ihnen soviel Mühe und Arbeit, daß es rückständig wäre, es nicht zu benutzen. Es kostef doch nur 25 Pfennige umnd ist außerordentlich ergiebig. hören wir im Rundsunk? Sonntag, den 23. November 1930. 06.45: Selbstverteidigungskursus. 07,00: Morgenkonzert. 08,30: Esperanto für Anfänger. 09,00: Uebertragung des Geläutes der Trinitatiskirche, Köln. 09,05: Evangelische Morgenfeier. 10,15: Den Gefallenen zum Gedächtnis. 11,00: Wert und Ehre deutscher Sprache. 11,20: Meister ihres Fachs. 12,00: Kriegsfreiwilliger Jungbluth träumt Krieg. 12,20: Musikalische Arbeitsgemeinschaft. 12,40: Deutsche Soldatenfriedhöse im Ausland. 13,00: Mittagskonzert. 14,30: Jungmädchenstunde. 14,50: Fertigkeitsübungen für Kurzschriftler. 15,25: Funkliteratur. 15,45: Aus Frauenbüchern u. Frauenzeitschriften. 16,05: Ungedruckte Dichter. 16,30: Vesperkonzert. 18,00: Die Stunde des Arbeiters. 18,20: Totentanz von Aloys Joh. Lippl. 19,15: Der rheinische Lebensraum. 19,35: Die Zeit im Buch. 19,55: Sportvorbericht. 20,05: Orgelkonzert. Intermezzo. Gegen 21,00: Erste Abendmeldungen. Montag, den 24. November 1930. 07,00: Morgenkonzert. 10,40: Schallplatenkonzert mit Funkwerbung. 11,20: Schulfunk. 12,10: Schallplattenkonzert. 13,05: Mittagskonzert. 15,00: Kinderspielstunde. 16,10: Frauenstunde. 16,30: Ketzereien zur 16,50: Jugendsunk. 17,30: Vesperkonzert. 18,30: Elternstunde. 19,15: Spanische Unterhaltung. 19,40: Wirtschaftspolitische Umschau. 20,05: Orchesterkonzert. 21,30: Lebende Dichter. Bis 24,00: Nachtmusik und Tanz. Kreuzworträtsel Wagerecht: 1. Hafendamm, 3. Brettspiel, 7. Schwimmvogel, 9. spanische Stadt, 10. Notruf, 11. Weltsprache, 12. reicher Mann, 14. afrikanische Stadt, 15. Laubbaum, 17. Fahrzeug, 18. schüsselartiges Gefäß, 19. Ehrengruß, 21. Waldgott, 22. sagenhaftes Gebirge, 24. Schwimmvogel, 25. straußartiger Vogel, 26. Rechtsanwalt, 27. Behälter. Senkrecht: 1. Kriegsgott, 2. Molch, 4. rumänische Münze, 5. Vorbild, 6. Stromzuführer, 8. Bekleidung. 10. Insel im Ageischen Meer, 12. Elend. 13. Tätigkeitsfeld, 14. Stadt in der Schweiz 16. Titel, 17. europäisches Gebirge, 18. Trinkgefäß, 20. Nagetier, 23. norddeutscher Fluß. Auflösung erfolgt in der Montag=Rummer. u. Daunen doppelt gereinigt staubfrei ett-Inletts echt rot u. federdicht in allen Breiten ettstellen, Metall für Kinder und Erwachsene ettwaren wie Bettbezüge, Hissenbezüge, Paradekissen, Damaste usw. ettiedern-Reinigung mit elektr. Betrieb Beim Einkauf von Inlett Markt! Kunr& Co Markt! 2396 einigen gratis Teleion Wer Kapital sucht als Hypothek. Baugeld oder Daricht wende sioh an Ing. Jogmin, persönlich anwesend tur Montag, den 24. 11. von 10.1 Uhr. Menden: Hotel Mendener Hof. Keine Vormitlung. 4220 Möbliertes 4241 Gunnttt.1 mit Keller zu vermieten. Zu erfragen in d. Geschäftsstelle dieser Zeitg. Technikum Lemge I. Lippe Hoch., Fief. u. Eisenbeionbeu ##schinenbeu. Eiektrotechnik Schöne 4245 Wohnung mit großer Vorratsküche im Neubau sofort an ruhige Familie zu vermieten. Paulstraße 23. 2 neue Piatol ¼ Jahr gebraucht, spottbillig abzugeben. 4241 Pianohandlg. 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Daß ein samoses Beiprogramm jede Vorstellung noch vervollständigt, braucht nicht besonders hervorgehoben zu werden. Heute nachmittag um 4 Uhr findet eine Schüler= und Familienvorstellung mit dem Film„Spuren im Schnee“ statt. Rinder im Schner Unsere Jugend treibt gern Sport, auch im Winter, und soll sich durch zu kostspielige Auschaffung von Sportkleidung nicht davon zurückhalten lassen. Wir können die hübfchen Anzüge zum Ski= und Schlittschuhlausen billig selbst anfertigen. Zweckmäßigkeit ist die erste Bedingung und auch für unsere sporttreibende Jugend das Wichtigste. Der Anzug für den Wintersport darf bei keiner Bewegung zum Hindernis werden, er muß warm, aber doch lustdurchlässig sein und ein bequemes An= und Ausziehen ermöglichen. MK 45242. Praktisch zum Schlittschuhlaufen ist das Kostüm, das aus einem Rock und Veinkleid aus Wollstoff und einer Jacke aus Lindener Samt besteht. Die Jacke ist mit Keimmer garniert und mit zwei Gürteln ausgesattet. Die Nocksalten sind oben abgesteppt. Ersorderlich 1,60 m Wollstoff. 130 cm breit, 1.65 m Samt, 90 cm breit. Die Veyer=Schnitte erhält man für 9. 11 und 13 Jahre zu je 70 Pfg. MX 43284. Kleine Mädchen tragen auf dem Eise und im Schnee einen Anzug aus weißem Wolltrikot mit Gamaschenhöschen. Die Jacke K45242, M43284 Beger=Schnitt Beyer=Schnitt MScr. SLS Beger=Schnitt Beyer=Schnitt Due erars Beyer=Schnitt MeSae. recke Beyer=Schnitt Beyer=Schnitt hat aufgesetzte Taschen und vorn Reißverschluß. Erforderlich 1.30 m Stoff, 140 cm breit. Beyer=Schnitte für 5, 7 und 9 Jahre zu je 70 Pfennig. MK 45233. Der durch Einschnitte gezogene Wollschal gibt dem bequemen Skianzug aus Cord seine aparte Rote. Die Breeches haben in Kniehöhe Knopfschluß. Die Gürteljacke hat Bündchenärmel und große aufgesetzte Taschen. Erforderlich 2 m Stoff. 145 cm breit. Beyer=Schnitte für 10 und 12 Jahre zu je 70 Pfennig, für 14 Jahre zu 1! MK 45232. Sehr kleidsam ist der Wintersportanzug aus dunkelblauem Wolltrikot oder Molton, an dem Kragen, Bündchen, Gürtel und Taschenpatten aus gestreiftem Trikot hergestellt sind. Dazu passende Kappe. Erforderlich 2,25 m Stoff, 130 cm breit. Beyer=Schnitte für 11 und 13 Jahre zu je 70 Pfennig, für 15 Jahre zu 1 Mark. KK 49222. Der Sportanzug für Knaben besteht aus einfarbigen Knickerbockers und einer Westenbluse aus kariertem Wollstoff. Diese hat lange Armel, aufgesetzte Taschen und vorderen Knopfschluß. Erforderlich 75 cm Beinkleidstoff, 1,10 m BlusenKoff, je 140 cm breit. Beyer=Schnitte für 12 Jahre zu 70 Pfennig, für 16 Jahre zu 1 Mark. KK 45241. Die beliebte Norwegerform mit kurzer, knapp sitzender Weste zeigt der Skianzug aus dunkelblauem Wolltrikot mit langem Beinkleid. Die Weste wird über einem wollenen Pullover getragen. Erforderlich 2,30 m Stoff, 130 cm breit. BeyerSchnitte für 10 und 12 Jahre zu je 70 Pfennig, für 14 Jahre zu 1 Mark. Eine zweckmäßige Form zeigt der Skianzug MK 9968 aus imprägniertem Gabardine mit langem Beinkleid und hochgeschlossener Gürteljacke, an der der Knopfschluß verdeckt ist. Bier eingesetzte Klappentaschen. Erforderlich 2 m Stoff, 130 cm breit. Beyer=Schnitte für 10 und 12 Jahre zu je 70 Pfennig, für 14 Jahre zu 1 Mark. Wo keine Verkaufsstelle am Ort, beziehe man alle Schnitte durch: Beyer=Schnitte, Leipzig, Weststraße 72. sind in Schwerte zu haben in der Buchhandlung Carl Braus, Bahnhofstraße 3 Lundrreis Iseriohn Amt Westhosen 1 Westhofen. Betrifft Errichtung einer Zwangsinnung für das Schreinerhandwerk. Es wird darauf hiegewiesen, daß die Frist zur Abgabe einer Erklärung für oder gegen die Errichtung der Zwangsinnung am 20. November abläuft. Die Nichtabgabe einer Erklärung gilt als Stimmenenthaltung und nicht etwa, wie verschiedentlich angenommen wurde, als Ablehnung des Beitrittszwangs. Die Abgabe einer Erklärung ist auch für diejenigen Handwerker erforderlich, welche den Antrag auf Errichtung einer Zwangsinnung gestellt haben. 1 Westhofen. Neuer Bezirksschornsteinsegermeister. Der Bezirk der Stadt Westhosen(mit Buchholz) ist dem Bezirksschornsteinsegermeister Wentzel=Ergste zugeteilt worden. Die nächste Schornsteinreinigung findet hier in der Zeit vom 24. Februar bis 5. Dezember statt. ! Geisecke. Schlägerei. 4 junge Männer, die in einer hiesig. Wirtschaft gemeinsam Karten gespielt hatten, gerieten nachts gegen 24 Uhr auf der Kreisstraße in einen Streit. Hierbei wurde der 24jährige Schmied K. T. von hier zu Boden geworfen und von den anderen blutig geschlagen. Der Verletzte mußte sich in ärztliche Behandlung begeben. Da Strafantrag gestellt worden ist, wird ein gerichtliches Nachspiel noch folgen. Lichtendorf. Eine Sitzung der Gemeindevertretung findet am Donnerstag, den 27. November, nachmittags 3,30 Uhr in der Wirtschaft Wiemhoff auf dem Eichholz statt. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem folgende Punkte: Einführung der Bürgerpp. Steuer zur Deckung von Wohlfahrtsausgaben, Ausgleich der Nachforderung des Kreises Iserlohn, Wahl einer Wohnungskommission Beschaffung von Kanalisationsrohren. Teleschoen, Iim Slüchertrcnge, imn 24. November begehen die Eheleute Fritz Wüste und Helene geborene Hölken in Westhofen, Eickhofstraße 3, das Fest der silbernen Hochzeit. Auch wir sprechen dem allseits geachteten Paare zu seinem Ehrentage herzliche Glückwünsche aus. Möge das Silber nach einem weiteren Vierteljahrhundert in Gold erscheinen. ! Wandhofen. Arbeitsgemeinschaft der Wandhofener Vereine. Die zur Pflege des Gemeinschaftsgeistes gebildete Arbeitsgemeinschaft der hiesigen Vereine hielt im Lokale Wille eine Versammlung ab. Der Vorsitzende Landwirt Schulte hatte die Vertreter der angeschlossenen Vereine zu einer Besprechung zusammen gerufen, um über die bisherige Arbeit in den einzelnen Vereinen einen Ueberblick zu gewinnen. Die Versammlung verlief recht anregend. l Holzen. Kaninchendiebstahl. In der Nacht zum Freitag machten Kaninchen„liebhaber“ bei der Witwe Ottilie Podswina am Wandhoferweg eine gute Beute. Nachdem sie durch Aufbrechen eines Vorhängeschlosses in den Hühnerstall gedrungen waren, entwendeten sie aus dem Kaninchenstall neun weiße Riesenkaninchen von großem Züchterwerte. Die Tiere sind anscheinend lebend fortgeschafft worden. Von den Tätern fehlt leider noch jede Spur. 1 Holzen. Die Zentralschule ist gerichtet. Die Arbeiten an der neuen Zentralschule in Mittelholzen sind so gefördert worden, daß gestern schon das Dachgerüst gerichtet werden konnte. In kurzer Zeit wird man mit den Innenarbeiten beginnen können. Es ist damit zu rechnen, daß der zum 1. April nächsten angesetzte Termin für die Schließung der Schulen in den Ortsteilen Rosen, Höchsten und Sommerberg und für die gleichzeitige Inbenutzungsnahme der neuen Zentralschule nicht nur eingehalten werden kann, sondern daß auch noch eine geraume Zeit für das Austrocknen des neuen Schulgebäudes verbleibt. Turnen, Spiel, Sport Versammlung des S. B. S. v. 1922. Eine äußerst zahlreich besuchte Monatsversammlung hielt der Schwerter Boxsport v. 1922 am Donnerstagabend im Gasthaus„zum Sportler“(Inh. B. Kremer) ab. Wiederum konnten 15 neue Mitglieder durch Anwesenheit aufgenommen werden. Die Mitgliederzahl ist damit auf 51 angestiegen. Es geht also rüstig vorwärts. Der Vorstand berichtete über die bisherige Tätigkeit seit der Wiederaufnahme des Vereinsbetriebes. Das bisherige Uebungslokal mußte, weil schon zu klein geworden, aufgege, ben werden. Als neue Uebungsstätte wurde der Saal des„Hotel's zur Post“(H. Bitter), gewählt. Die Uebungen finden regelmäßig Dienstag und Freitag abends ab 20 Uhr unter der Leitung des H. Maus statt. Einen wichtigen Punkt der Tagesordnung bildete die Besprechung und Beschlußfassung und die Einrichtung einer Kraftsportabteilung (Ringen und Gewichtsheben). Die Versammlung ermächtigte den Vorstand vorbereitende Schritte dazu vorzunehmen. Für die Beschaffung von weiteren nötigen Trainingsgeräten wurden die Mitteln bewilligt. Nach einer regen Aussprache über in das Vereinsgebiet gehörende Fragen wie Jugendpflege, Unfallvers. usw. wurde die Versammlung mit einem dreimal kräftigen„Ringfrei" beendet. Mamdbei Deutsche Jugendkraft. BfK. Eckesey 1. Jgd.— DIK. Schwerte 1. Jgd. Sonntag muß die Schwerter Jugend ihr vorletztes Spiel der 1. Serie austragen. In Eckesey heißt es, auf dem Posten zu sein, da die Kämpfe der 1. Jugendklasse Sonntag voraussichtlich eine Tabellenklärung bringen werden. Erlauben sich die Schwerter allerdings, denselben Kampf wie Mittwoch vorzuführen, geht der Gute Bedienung- reelle Preise Schneeberg=Wirthsmann Traum vom„Spitzenreiter“ zu Ende. Ein Sieg über 2 hervorragende Gegner gibt kein Recht, eine Mannschaft derart zu unterschätzen, wie es am Mittwoch geschah. Tura Hagen 2. Jgd.— DJK. Schwerte 2. Jgd. Auch die 2. Jugend kämpft auf fremdem Boden um die Punkte. Wer aber am Mittwoch Zeuge war, wie sie die körperlich bedeutend stärkere 1. Jugend der Reichsbahner mit 5:1 niederrangen, wird ihnen schon den Sieg zutrauen. Immerhin mahnt aber der fremde Platz zur Vorsicht. Allgemeiner Deutscher Turnerbund. Die Vorturnervereinigung in Ergste. Die Vorturnervereinigung des Bezirks 2 turnt am Totensonntag in Ergste im Saal des Gasthofes Hengstenberg. Der Vormittag— etwa ab 10 Uhr— sieht lehrgangähnliche Weiterbildung vor, während am Nachmittag, soweit dies bekannt geworden ist,— ein Schauturnen an derselben Stelle stattfinden soll. Die Vorturnervereinigung nimmt übrigens fortschreitende Formen an, sodaß gesagt werden darf, daß der Gedanke der Gründer derselben, der Bezirksfachwarte Carl und Fritz Risse, Hohenlimburg=Reh, ein sehr glücklicher gewesen ist. Aus der Vorturnervereinigung dürfte sich auch die Kunstturnmannschaft des hiesigen Bezirks zusammensetzen, die demnächst gegen den Bezirk Ennepe=Ruhr in Lendringsen turnen wird und bereits Anfang dieses Jahres in Hagen den ersten Kampf siegreich gestaltete.