BCirter! KForkZ Die„Schwerter Jeitung" erscheint wöchentlich soche mal. Bezugspreis haldmonatlich 1.20 Mark, Einzelnummer 15 Pfg. Druck u. Verlag von C. Braus, Schwerte(Ruhe), Postscheckkonten: Dortmund 2852 und Hannover 21 874. Geschäftsstelle: Große Marktstr. 3—5. Verantwortlich für die Schriftleitung H. Linner, Schwerte. Fernruf 2770 Verbunden mit: Schwerter Tageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung Schwerter Volksblatt Westhofener Zeitung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung Aapigerpreis für die achtgespolt mmote 6 P/g, Ansodr. tige, finanzamtliche u. gerichtliche Anzeigen 10 Pig., Reklamezeile 40 P: Für teleson. aufgegedene Inserate übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorhergesehn. Betriedestörungen, dervorgerufen durch böhere Gewalten, übernehmen wir keinertei Gewähr für pünktliches Erscheinen der Jeitung u. kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erboden werden Tageblatt für die Stadt Schwerte und das Amt Westhofen Nr. 208(Erstes Blatt) Schwerte(Ruhr), Freitag, den 5. September 1930 Kreisblatt für den nördlichen Teil des Landkreises Iserlohn 63. Jahrgang 1000 Wirberstarmepser in Eumte Temge Furchtbare Wirbelsturmkatastrophe über Santo Domingo und den Kleinen Antillen " c k m““: R o i d e r g a g a n m ä r t i g e n g a n d a s a m e r i k a n i s c h e R o t e K r e i wtb Newyork, 4. Sept. Meldungen, die aus San Juan(Portorico) eintreffen, drücken große Befürchtungen für das Schicksal von Santo Domingo aus. Eine Nachricht vom späten Nachmittag dorther besagt lediglich, daß ein Wirbelsturm, der mit einer Stundengeschwindigkeit bis zu 180 Meilen dahinjagte, Dächer abriß, und daß der Dampfer„Coano“ nicht seine Passagiere an Land zu setzen vermochte und deshalb nach San Juan zurückfuhr. Die Funkverbindung mit dem Dampfer„Coano“ ist abgerissen.— Das amtliche Wetterbüro in Washington hat die Schiffahrt gewarnt. wtb. Neuyork, 4. Sept. Nach einer Meldung der Associated Preß aus Santo Domingo schätzt die Allamerikanische Kabelgesellschaft die Zahl der bei der Wirbelsturmkatastrophe ums Leben Gekommenen auf 300 und die der Verletzten auf 900. wtb. Neuyork, 4. Sept.(Tel.) Nach einer weiteren Meldung der Associated Preß aus Santo Domingo meldet die Zeitung La Opinion, daß die Stadt beinahe gänzlich zerstört ist. Man glaubt, daß 900 Personen getötet oder verletzt wurden. Unter der Bevölkerung spielten sich während des Wirbelsturmes, der vier Stunden anhielt, furchtbare Schreckensszenen ab. Die gesamte Armee wurde für die Rettungsarbeiten aufgeboten. Die Verbindungen der Stadt mit den übrigen Teilen des Landes sind unterbrochen. Brücken sind zerstört und die Straßen unpassierbar. Die Bezirke Djevavilla, Duarte und San Carlos bilden gleichfalls Trümmerhaufen. Das städtische Irrenhaus wurde dem Erdboden gleich gemacht. Eine Anzahl Geisteskranker, die unverletzt davongekommen war, rannte in der Stadt umher, bis sie schließlich vom Militär wieder eingefangen wurde. Auch die Gebäude der Zeitung La Opinion wurden zerstört. Regierungsbeamte und die Zeitungen apellieren an die Hilfe Amerikas, da sich bereits Hungersnot bemerkbar macht. wtb. Havanna, 4. Sept. Ein Wirbelsturm hat gestern den größten Teil von Santo Domingo verwüstet und außerordentlichen Schaden angerichtet. Der Orkan hat sich jetzt rückwärts gegen Haiti gewandt. Nach der Meldung des Staatsobservatoriums von gestern abend hat der Wirbelsturm, nachdem der größte Teil Santo Domingos verwüstet ist, sich jetzt rückwärts gegen Haiti gewandt. Der in Santo Domingo angerichtete Schaden soll außerordentlich groß sein. Bis jetzt liegen noch keine Meldungen über Verluste an Menschenleben vor. Kuba scheint nicht gefährdet zu sein. Santiago rechnen musse. Bei der gegenwärtigen Geschwindigkeit und Richtung dürfte der Zyklon zunächst innerhalb von 74 Stunden die BahamaInseln erreichen. 20 Todesopfer auf den Kleinen Antillen wtb. Havanna(Cuba), 4. Sept.(Tel.) Nach Meldungen der Associadet Preß aus Kingston (Jamaika) wurde auf der kleinen Insel Dominica(zwischen den Inseln Martinique und Guadeloupe) durch den Wirbelsturm 20 Menschen getötet, die Radiostation zerstört und großer Schaden angerichtet. Hilfsmaßnahmen für Santo Domingo wtb. Washington, 5. Sept.(Funkspruch.) Der Gouverneur von Porto Rico, Roosevelt, kabelte un dus umerikänische Rote Kreuz, daß die Totenzahl in Santo Domingo auf 300 bis 1000 geschätzt werde. 90 Prozent der Bevölkerung seien obdachlos. wtb. Neuyork, 5. Sept.(Funkspruch.) Nach zuverlässigen Schätzungen soll der Wirbelsturm in Santo Domingo 1000 Verletzte gefordert haben. Hilfsexpeditionen zu Lande und in Flugzeugen sind zur Linderung der ersten Bedürfnisse der Obdachlosen in den betroffenen Gebieten bereits unterwegs. Die Regierungen von Haiti und Porto Rico haben Vertreter des Roten Kreuzes mit Lebensmitteln entsandt. Das amerikanische Rote Kreuz hat 15000 Dollar nach Santo Domingo überwiesen. Polnisches Militärflugzeug i ein Haus geflogen u. verbrannt Zwei Tote, sechs Verletzte wtb. Warschau, 4. Sept.(Tel.) Die polnischen Militärflugzeuge pflegen überaus knapp über die Häuserdächer zu fliegen. Heute vormittag ist nun ein solches Flugzeug in einer Warschauer Vorstadt in die Seitenwand eines Hauses hineingeflogen und dortstecken geblieben. Einen Augenblick später stand das ganze Flugzeug in Flammen. Die beiden Flieger konnten nur als Leichen geborgen werden. Ueberdies wurden durch herabtropfendes brennendes Benzin noch sechs Zivilpersonen verletzt. Auch ein kleines Wohnhaus, das sich unter dem brennenden Flugzeug befand, geriet in Brand. Die Feuerwehr konnte dem Umsichgreifen des Feuers Einhalt tun. Deutschiande mnerpeintsche Auffuden Yietvich in Mannho##en Auch Kuba gefährdet? wtb. Havanna, 4. Sept. Entgegen den anfangs gehegten Hoffnungen, daß Kuba von dem Wirbelsturm nicht berührt werden würde, äußerte spät nachts das Observatorium von Belen die Befürchtung, daß sowohl die BahamaInseln wie auch Kuba bedroht sind. Der Sturm bewegt sich zwar nur mit einer Geschwindigkeit von 16 Stundenmeilen weiter, aber das Zentrum dreht sich mit einer Geschwindigkeit von über 100 Meilen, so daß man mit Reichsfinanzminister Bietrich in Miilllicheinn wtb. Mannheim, 5. Sept.(Funkspruch.) In einer von etwa 6000 Personen besuchten Wahlversammlung der Staatspartei und der Deutschen Volkspartei sprach gestern abend Reichsfinanzminister Dr. Dietrich. Er führte u. a. aus: Der Kampf geht zunächst um die Aufrechterhaltung der Notverordnung. Der kommende Reichstag wird schwerlich in der Lage sein, die Notverordnung aufzuheben oder auch nur erheblich zu ändern. Es ist auch von sozialdemokratischer Seite nur noch gesagt worden, man werde der Notverordnung die Giftzähne ausziehen, ein Wort, das man je nach Bedarf auslegen kann. Eine Aufhebung der Notverordnung des Reichspräsidenten würde Unordnung in der Kasse des Reiches und Störung der Finanzen in den Gemeinden bedeuten. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit belastet den Etat voranschlagmäßig mit 740 Millionen, und es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß diese Summe nicht reichen wird. Auch die jetzige Summe von 1,6 Millionen Hauptunterstützungsempfängern, einigen unterstützten und etwa ebensoviel Wohlfahrtsunterstützten ist gewiß beänstigend, aber eine Aufgliederung ergibt, daß sich unter den Unterstützten eine große Menge berufsüblicher Arbeitsloser befindet, die dieses Jahr auch im Sommer, also während der Saison, beschäftigungslos geblieben sind. Die Arbeitslosenversicherung leidet an dem Fehler, daß man diejenigen Berufe, die berufsüblich im Winter arbeitslos sind zusammengeworfen hat mit allen denjenigen Gruppen in Industrie, Handwerk und Handel, die unter normalen Verhältnissen das ganze Jahr in Lohn und Brot stehen. In der Notverordnung ist vorgesehen, daß eine anderweitige Beitragsfestsetzung für diejenigen Gewerbe stattfindet, die eine saisonmäßige Arbeitslosigkeit haben. Daß wir im vorigen Winter nahezu 120 000 Arbeitslose in der Landwirtschaft hatten, ist ein ebenso unhaltbarer Zustand wie der, daß über, 600000 Unterstützte im Baugewerbe den übrig## beitslosen in der Beitragszahlung und Unterstützung vollkommen gleichgestgllt, gerden. Es Arbeitslosigkeit kann nur kommen, aus einer Belebung der Wirtschaft. Auch beim Finanzministerium kann gespart werden. Voraussetzung dafür ist Vereinfachung der Gesetzgebung und des Vollzugs. In dieses Kapitel gehört die Absicht, die kleinen Vermögen bis zu 20000 Mark von der Vermögenssteuer freizumachen, was einen Ausfall von vielleicht 20 Millionen Mark bringen wird, der zum großen Teil durch Verwaltungskostenverringerung gedeckt werden kann. Dahin gehört die Absicht, die landwirtschaftliche Besteuerung zu vereinfachen, die zum Teil gegenwärtig mehr Kosten verursacht, als sie einbringt. Der nächste Schritt besteht in dem Versuch, die Wirtschaft an dem gefährlichsten Punkt zu entlasten. Die Realsteuern haben in manchen Teilen Deutschlands eine Höhe erreicht, daß sie lebensfähige Betriebe zum Erliegen brachten und so die Arbeitslosigkeit vermehrten. Da keine Möglichkeit besteht, eine Entlastung der Realsteuern im Etat selbst vorzunehmen, obwohl im nächsten Jahre große Ausgaben in diesem wegfallen, welche jedoch durch noch größeren Wegfall von Einnahmen aufgezehrt werden, so bleibt nur ein Weg übrig, nämlich zu versuchen, an den Realsteuern selbst zu ändern. Der Plan der Regierung geht darauf hinaus, den Woh nungsbau auf die Erbauung von Zweizimmerwohnungen mit Küche und auf ganz kleine Wohnungen zu beschränken, um dadurch einen Teil der 800 Millionen, die hierfür Verwendung finden, freizumachen und gerade die Erbauung von kleinen Wohnungen kommt dem Bedürfnis entgegen. Aber man wird sagen können, es wird nicht mehr soviel Geld verbaut, infolgedessen werden nicht mehr soviel Bauhandwerker beschäftigt. Dieser Einwand trifft zu, aber ich glaube, der hierdurch entstehende Schaden wird bei weitem aufgewogen dadurch, daß, wenn die Wirtschaft Luft verspürt, sie weit mehr Arbeitslose aufsaugen wird, als ihr durch das Baugewerbe anfallen. Neue Steuern auszuschreiben, wie da und dort vorgeschlagen wird, halte ich für aussichtslos. Vielleicht könnte man beim Tabak noch einige Millionen herausholen. Ich wende mich aber ausdrücklich dagegen, ein Tavakmonopol zu machen. In der Verlautbarung der Regierung ist dann auch die Frage des Finanzausgleichs angeschnitten. Ich bin der letzte, der einem geordneten Gemeindewesen in seine Finanzgebarung hineinreden will. Ich weiß, daß das nicht möglich ist und habe bewußt den umgekehrten Weg betreten. Aber für eine Uebergangszeit muß ein Notbehelf da sein. Die Reichsregierung geht aufs ganze und der neue Reichstag wird einige Monate Zeit brauchen, sich mit diesen Dingen zu beschäftigen. Er wird aber nicht die Möglichkeit haben, diese großen Probleme unerledigt liegen zu lassen. Wir haben Luft auf einige Monate, aber auf lange Sicht gesehen, ist die Lage schwierig. Kein Glückszufall wird uns diesmal helfen. Es steht nicht das Interesse der einen oder anderen Gruppe auf dem Spiel, sondern das Interesse des ganzen Volkes. Die wahnsinnige Taktik, man könne einfach dadurch helfen, daß man die Reparationszahlungen einstellt, verdient keine Erörterung. Wir sind nicht der Nichtalleinschuldner aus dem Kriege. Das stolze Frankreich und das weltbeherrschende England haben auch ein gerüttelt Maß Kriegslasten an die Amerikaner. Sie können sie auch nicht durchstreichen. Das Handelsvertragssystem, wie wir es bisher haben, muß aufrecht erhalten bleiben und ich begrüße es besonders, daß es nach langen und schweren Verhandlungen gelungen ist, mit Finnland zu einem neuen Abkommen zu in Stuttgart St tSt Snkspruch.) In! Vom Ausgang der Wahlen Oriente und im Südteil von Guatanano und durchzugreisen. Die endgültige Beseitigung der Pelntir unn dem Neveider .“ a s t a l t ä t t s c h e r S e h### s t a f f e l f ü h r e r e r s c h i e ß t s e i n e n Ein natonugezaugunager Sinupnugruoere gozgung der die im Gange befindliche Untersuchung zu erenb. Köln, 5. Sept.(Eigene Rundfunkmeld.) Der wegen Mordverdachts verhaftete Fühler der nationalsozialistischen Schutzstaffel in Köln, Konrad, der zuerst leugnete, hat, wie der Voss. Ztg. gemeldet wird, unter dem Eindruck des überwältigenden Beweismaterials gestanden. Der Mörder, der aus Ostpreußen stammt, trat vor ungefähr zwei Jahren in die Kommunistische Partei ein, wo er sofort bei den Rotfrontkämpfern verwendet wurde. Als er in einer vertraulichen Mission Unterschlagungen beging, stieß man ihn aus der Partei aus. Danach ging Konrad zu den Nationalsozialisten über. wp. Köln, 4. Sept. In der Nacht zum Donnerstag gegen 2,30 Uhr wurde vor dem Hause Melchiorstraße 11 der Arbeiter Anton Claasen, der in dem Hause wohnt, mit einem Brustschuß tot aufgefunden. Nach Zergegauzlogen haben, in Schuß auf Claasen abgegeben wurde. Durch Zeugenaussagen wird der mit dem Erschossenen im gleichen Hause wohnende Arbeiter Kurx Conrad als Täter üher haben. Conrad der der Re hört und, dort den Posten eines führers bekleidet, i festgenommen angeSchutzstaffelworden. Die wtb. Stuttgart, 5. Sepr.(Funrspruch.) In einer von mehr als 10000 Personen besuchten Wahlversammlung des Landesverbandes der Deutschnationalen Volkspartei sprach Donnerstag abend Geheimrat Dr. Hugenberg in der Stadthalle. U. a. führte er aus: Wir Deutschnationalen erstreben eine ehrliche und aufrichtige Abkehr von der bisherigen inneren und äußeren Politik. Der Marxismus muß nicht nur aus den Köpfen der Marxisten, sondern auch des deutschen Bürgertums herausgeholt werden. Wir bekämpfen den Reichspräsidenten nicht, aber auf der anderen Seite verstecken wir uns auch nicht hinter ihn, wie es die Mitte tut. Wir übernehmen gern die Verantwortung für die Auflösung dieses Reichstages, dagegen nicht für die Fortsetzung der elfjährigen Unglückspolitik in Deutschland. Daß die Regierung Brüning nichts besser macht, zeigt ihr neuester Beschluß, daß die Außenpolitik in den alten bewährten Bahnen weitergeführt werden soll. An die Reichsregierung richte ich die Frage, ob es wahr ist, daß die deutsche Regierung bei Frankreich eine Anleihe von zweieinhalb Milliarden zu niedrigem Zinsfuß gegen sonstige Zugeständnisse aufnehmen will um zu verwirklichen, was der Reichsfinanzminister neulich im Gegensatz zu seinen letzten Ausführungen im Reichstage verkündete, nämlich, daß die deutsche Kassenlage gesund sei. Vom ausgung der Wahlen wissen wir nur eins sicher, daß die Deutschnationalen gemeinsam mit den Nationalsozialisten dafür sorgen werden, daß das Zentrum nicht mehr die Schaukelpolitik zwischen rechts und links im Reichstag unter Aufrechterhaltung seines Bündnisses mit der Sozialdemokratie in Preußen betreiben kann. Wenn dann das Zentrum vor der Wahl steht, entweder mit der Sozialdemokratie zugrunde zu richten, oder es mit uns zu retten, so wird es nicht den ersten Weg wählen. Ich habe stets das Zutrauen zur Vernunft und Vaterlandsliebe eines nichtmarxistischen Gegners, daß er in entscheidenden Augenblicken sein Volk nicht verrät. Wenn aber nach den Wahlen das Zentrum noch einmal mit der Sozialdemokratie zusammen regieren sollte, dann dürfte das ein kurzes Vergnügen sein. Ein echter, deutscher evangelischer und katholischer Zorn wird sich gegen diese Parteien wenden und ein zweiter Wahlkampf wird dann die Lage endgültig klären. Infolge meines Kampfes gegen das Zentrum wirft mir dieses vor, ich führe die Politik des Evangelischen Bundes. Ich bin mir aber des Ernstes der Lage zu sehr bewußt, als daß ich kleine Konfessionspolitik befürworten könnte. Was ich befürworte, ist ein zen Christentums gegen den christenfeindlichen Marrtamus. gelangen, ohne daß der bestehende Vertrag gekündigt worden ist.. Im übrigen ist durch die Kavinettssitzung am Mittwoch die Außenpolitik der Regierung noch einmal klargestellt und festgelegt worden. Das Kabinett hat keine Lust, sich zu irgendwelchen Abenteuern verleiten zu lassen. Ich möchte gerade hier an der Grenze dem Wunsch und der Hoffnung Ausdruck geben, daß nun endlich die Nervosität hüben und drüben aufhört, und daß man endlich begreift, daß selbst wenn die Regierungen unfähig genug wären, Konflikte heraufzubeschwören, die Völker dazu keine Neigung haben. Der Sinn des Wahlkampfes ist nicht nur in diesen sachlichen Auseinandersetzungen zusehen. Der Kampf geht diesmal tiefer. Es geht darum, wieweit die bürgerlichen Elemente imstand sind, dem heutigen Staat starke und staatswillige Parteien zur Verfügung zu stellen, ohne die das parlamentarische System nicht bestehen kann. Es geht darum, Parteien zu bilden, die den heutigen Staat als die Grundlage ihrer Arbeit und seinen vernünftigen Ausbau als den Gegenstand ihrer Politik betrachten. Die Staatspartei will den Kampf um den Staat in den Vordergrund stellen, bei aller Sparsamkeit dem Staat geben was er braucht, den Kampf der Interessentengruppe aber zurückdrängen. Ich rechne die Gruppe, die sich eines Tages zusammenfinden muß nicht nur die Volkspartei und unsere Partei, sondern auch diejenigen, die heute der Wirtschaftspartei anhängen. Wenn von jener Seite gerade gegen die Staatspartei zum Teil in unerhörter Weise vorgegangen und gerufen wird, man müsse das Hindenburg=Programm verteidigen, so darf ich bei aller Bescheidenheit darauf aufmerksam machen, daß dieses Programm im wesentlichen von mir gemacht ist. Branntweinausschankverbot am Wählag! Reichsinnenminister regt ein Branntweinausschankverbot für den 14. September an. wtb. Berlin, 4. Sept. Der Reichsminister des Innern hat bei sämtlichen außerpreußischen Landesregierungen angeregt, sich dem Vorgehen des preußischen Ministers des Innern anzuschließen, und für den Tag der Reichstagswahl den Ausschank von Branntwein und den Kleinhandel mit Spritbranntwein zu verbieten. Bei der durch den Wahlkampf sehr erregten leidenschaftlichen Stimmung in weiten Volkskreisen erscheint ein solches Verbot besonders dringend. Das neue Gaststättengesetz vom 28. April 1930 gibt den obersten Landesbehörden die Ermächtigung zu einem solchen Verbot. München will Ruhe haben Die Münchener Polizei verbietet Versammlungen unter freiem Himmel, Aufmärsche und Propagandafahrten. wtb. München, 5. Sept.(Funkspruch.) Die Polizeidirektion hat am Donnerstag auf Grund des Artikels 123 der Reichsverfassung Versammlungen unter freiem Himmel, insbesondere Aufzüge, Aufmärsche und Propagandafahrten von politischen Vereinigungen oder von Schutzeinrichtungen solcher Vereinigungen vom 5. bis 15. September in ganz München verboten. Der Bombenleger=Prozeß wtb. Altona, 4. Sept. In der heutigen Verhandlung des Bombenlegerprozesses wies Rechtsanwalt Dr. Luetgebrune im Auftrage seiner Mandanten die Unterstellung des Nebenklägers zurück, wonach es der Landvolkbewegung um die Vorbereitung eines gewaltsamen Umsturzes zu tun gewesen sei, bei dem es auch keine Rolle gespielt hätte, wenn zu Schaden gekommen wären. Nach einer kurzen nochmaligen Vernehmung des Untersuchungsrichters Dr. Masur, der sich noch über dei Aussagen der Angeklagten Bosten und des Ehepaares Holländer äußerte, erklärte Rechtsanwalt Luetgebrune, er lehne den Sachverständigen Kracht wegen Besorgnis der Befangenheit ab, weil er einer Loge angehört, die von den Angeklagten aufs schärfste bekämpft werde. Rechtsanwalt Hüttmann fügte noch besondere Erläuterungen hinzu bezüglich der bei Aufnahme in einer Freimaurerloge abzulegenden Gelübde, von denen eines den Freimaurer verpflichtet, selbst vor Gericht als Zeuge unter Eid gegebenenfalls keine Aussage zu machen, wenn es den Logeninteressen zuwiderlaufe. Staatsanwalt Dr. Junker widersprach dem AblehnungsDer drutschs natheitenlug 1830 wtb. Münster, 5. Sept.(Funkspruch.) Feierliches Glockengeläute von allen Türmen der reichgeschmückten Stadt leitete den zweiten Tag der 69. Generalversammlung der deutschen Katholiken ein. Nach einer Generalversammlung der katholischen Priester Deutschlands sprach zu den etwa 4000 münsterischen Kindern im Dom der chinesische Missionarbischof Buddebrok über die schwere Arbeit in den ausländischen Missionen, für die er die Kinder begeistern wollte. Auch Bischof Dr. PoggenburgMünster fand herzliche Begrüßungsworte, worauf eine imposante Prozession mit dem Allerheiligsten die würdige Feierstunde beschloß. In der Universität tagten die Künstler und Kunstkreise. Dr. Pater Anselm Weicenhofer=Wien sprach über Lithurgie und Kunst im Wechsel der Jahrhunderte. Während im Theater der Stadt Münster das große Welttheater von Calderon in Szene ging, nahmen in beiden Festhallen die Eröffnungsversammlungen ihren Anfang. Nach einleitenden Chorliedern des Münsterer Lehrergesangvereins begrüßte der Präsident des Lokalkomitees, Oberregierungsrat Engels die Versammlung. Darauf entbot der Bischof von Münster, Dr. Johannes Poggenburg, der Versammlung in seinem und des gesamten deutschen Episkopats Namen Gruß und Willkommen. Die Generalversammlung in Münster solle gleich ihrtn Vorgängerinnen bekunden, daß die deutschen Katholiken bei aller Treue zum deutschen Wesen und deutscher Einheit hinter keiner Nation zurückstehen sollen, in der Bezeugung und Bewährung katholischen Glaubens und katholischen Sinnes. Die päpstliche Enzyklika über die christliche Erziehung habe in dem großen Wirrwarr der vielen pädagogischen Ansichten Klarheit und Wegweisung gebracht. Die religiöse und sittliche Not der Zeit zeige, daß die Religion mitten in die Schule und in das Volk hineingehöre; deshalb würden die Katholiken nicht auf das Recht verzichten, in den Schulen die ständige Wahrheit zu lehren. Im Namen der preußischen Staatsregierung nahm Oberpräsident Gronowski das Wort und erinnerte daran, daß nun zum sechsten Male auf Westfalens Erde der Katholikentag zu Gaste sei. Die Aera des friedfertigen Zusammenarbeitens voll Vertrauen zwischen Kirche und Staat, begründet durch das Konkordat, sei eine Quelle des Segens für das ganze Volk.— Münsters Oberbürgermeister Dr. Sperlich überbrachte den Willkommengruß der Stadt. Graf Reipperg wurde zum ersten Präsidenten gewählt. In seiner Eröffnungsrede verwies Graf Neipperg einleitend auf die Jetztzeit düsterer wirtschaftlicher und geistiger Not. Wenn er unsere Zeit betrachte, fühle er sich 1500 Jahre zurückversetzt in die Tage des großen Hl. Augustinus, in denen das große römische Reich in seinen Grundfesten wankte. Gottfremd war die Augustinuszeit; gottfremd sei die unsere. Wie wir, so erlebte Augustinus die Vergötzung alles Vergänglichen. Zum Gott erhoben war damals wie jetzt das eigene Ich. Der Zersetzung und dem Unglauben einst wie jetzt sei die Wahrheit entgegenzusetzen, daß der Mensch und seine Umwelt nur zu verstehen seien, als Geschöpfe Gottes und nicht an Gottes Stelle gesetzt werden können. Wahrheit, die vereinigt sein müsse mit der Liebe, der liebenden Hingabe an die persönliche göttliche Wahrheit. Für die Mitwirkung in Halle 2 hatten sich die vereinigten Kirchenchöre Münsters zur Verfügung gestellt. Der stellvertretende Präsident des Lokalkomitees, Graf von Gahlen, begrüßte die ebenfalls überfüllte zweite Versammlung in herzlichen Worten. Nachdem auch hier der Bischof von Münster, der Oberpräsident und der Oberbürgermeister gesprochen hatten, wurde der Abg. Bernhard Letterhaus=Köln zum zweiten Präsidenten gewählt.— Jugendchöre schlossen in beiden Festhallen die eindrucksvolle Veranstaltung. gegenüber hat Wagner den Mord eingestanden. Man mutmaßt, daß es sich um einen Lustmord handelt. Gefäugnisstrafen im Reichelsdorfer Eisenbahnerprozeß. wtb. Nürnberg, 4. Sept.(Tel.) Das Erweiterte Schöffengericht Nürnberg verurteilte heute abend nach dreitägiger Verhandlung den Fahrdienstleiter Linhuber aus Reichelsdorf und den Lokomotivführer Maurer=München, die beschuldigt waren, am 14. Oktober 1929 insolge Fahrlässigkeit den Tod von fünf Menschen und Körperverletzung von 61 Personen herbeigeführt zu haben, zu je drei Monaten Gefängnis.— Der Staatsanwalt hatte je ein Jahr Gefangnis beantragt. Lastwagenzug verungtückt Zwei Todesopfer bei einem schweren Transportunfall bei Basel. wtb. Brug(Aargau), 4. Sept.(Tel.) Von einer Transportkolonne, die sich auf dem Wege von Zürich nach Basel befand, geriet bei Effingen ein mit schwerem Zeltmaterial beladener Lastwagen mit Anhänger infolge Versagens der Bremsen in rasche Fahrt, rannte gegen die Mauer eines Gasthofs und durchschlug diese. Der Anhänger wurde durch den furchtbaren Anprall in den Lastwagen hineingeschoben. Der 32jährige, aus Conz bei Trier stammende Chauffeur Felz und sein Begleiter, ein 31jähriger Hilfsarbeiter aus Zürich wurden sofort getötet. Diamond abgeschoben antrage. Sachverständiger Dr. Kracht äußerte sich dann selbst zu dem Antrag. Er gab zu, der großen Landesloge für Deutschland anzugehören, anb. Köln, 4. Sept.(Eigene Meldung.) Jack die besonders vom Tannenberg=Bund scharf be= Diamond wurde gestern abend mit dem kämpft wird, bezeichnete es aber als unwahr, daß D. Zuge, der um 18,46 Uhr den Aachener Hauptbei der Freimaurerei sachlich geheim verhandelt bahnhof verläßt, abgeschoben. Er wird in Bewerde. Das Geheimnis beziehe sich vielmehr gleitung von drei Kriminalbeamten nach einem nur auf das Ritual. Weiter bestritt er entschie= norddeutschen Seehafen gebracht werden. Der den„gegen die Landvolkbewegung, wie über= Transport verließ um 22,16 Uhr den Kölner haupt gegen das Landvolk irgendwie feindselig! Bahnhof in Richtung Bremen—Hamburg. eingestellt zu sein oder einer bestimmten politi= Blättermeldungen zufolge wird Diamond auf schen Richtung anzugehören. Das Gericht zog einen Dampfer übergeführt, der bereits am sich darauf zur Beratung zurück. Donnerstag morgen nach Neuyork abgeht. Bei Wiederbeginn der Sitzung im Bomven=, anb. Bremen, 4. Sept.(Eig. Meldung.) Der legerprozeß wurde zu dem Antrag des Rechts= Spritschmuggler Jack Diamond ist heute in Breanwalts Dr. Luetgebruns auf Ablehnung des men eingetroffen. Weiteres steht bezüglich des Sachverständigen Dr. Kracht wegen dessen Zu= Abschubs des Neuyorker Verbrechers noch nicht gehörigkeit zu einer Fraumaurer loge als Gerichtsbeschluß gegeben, daß das Ablehnungsgesuch als unbegründet abgewiesen wird, da die Zugehörigkeit zu einer Freimaurerloge nicht voraussetze, daß man der Landvolkbewegung und somit den Angeklagten feindlich gegenüberstehe. Es wurden nun eine Anzahl Zeugen der Anschläge vernommen und danach die Verhandlung auf Freitag vertagt. Keine Verschleppung veredangenschennirchenerrirage wtb. Berlin, 4. Sept. In einem Teil der Presse wird behauptet, daß die Verhandlungen mit den evangelischen Landeskirchen von der preußischen Regierung verschleppt werden. Demgegenüber stellt der Amtliche Preußische Pressedienst fest, daß nach Abschluß der Vorverhandlungen die Arbeiten an dem Entwurf eines Kirchenvertrages ihren ordnungsgemäßen ununterbrochenen Fortgang genommen haben und weiternehmen. Es liege nicht die geringste Tatsache vor, die den Vorwurf einer Hinauszögerung oder Verschleppung der Verhandlungen rechtfertigen könnte. Kein Friedensschluß in Indien Die Besprechungen mit Gandhi abgebrochen. wtb. Bombay, 4. Sept.(Tel.) Die Besprechungen, die heute mit Gandhi stattfanden, um einen Friedensschluß in Indien herbeizuführen, sind abgebrochen worden. Aeschuds, des Neuherkr Wrrrr#cherr Wir nache fest, auch nicht, und mit welchem Schiff er Deutschland verlassen wird. 2 Diebesbanden festgenommen wp. Aachen, 4. Sept.(Tel.) Die Aachener Kriminalpolizei hat in den letzten Tagen zwei Diebesbanden dingfest gemacht, deren Schuldkonto außerordentlich hoch war. Der Straftatenkomplex umfaßt die beträchtliche Summe von 280 Fällen, von denen den Dieben bereits 70 nachgewiesen werden konnten. Es handelt sich in der Hauptsache um schwere Raubüberfälle, Geschäfts= und Kircheneinbrüche, große Juwelendiebstähle usw. Die eine Gesellschaft umfaßte neun Personen. Der Tätigkeitsbereich der Bande erstreckte sich von Aachen nach Bochum, Münster, Osnabrück, Hannover und Hamburg bis hinüber nach Holland. Von den neun Beteiligten sitzen sieben bereits in Haft; die Namen der noch fehlenden sind der Polizei ebenfalls bekannt. Die zweite Diebesbande betätigte sich hauptauf die Spurba Daeine MearuxanssmpjentruM sächlich in der Aachener Gegend und hatte es auf Vieh abgesehen. Man kam ihr auf die Spur, als durch ein Auto, daß auf der Suche nach günstigen Gelegenheiten war, zwei Personen überfahren und schwer verletzt wurden. In diesem Zusammenhang wurden bisher drei Personen festgenommen, die von 30 Viehdiebstählen, die geprüft wurden, bereits 12 eingestanden haben. Schieessprack, in Nahrrergran wtb. Essen, 4. Sept. Unter dem Vorsitz von Professor Brahn fällte die heute mittag gebildete Schlichterkommission für den Ruhrbergbau einen Schiedsspruch, der die bestehende Lohnordnung bis zum 31. Dezember 1930 verlänger. Wie der Zechenverband mitteilt, hat er den Schiedsspruch bereits in den Verhandlungen auch als Partei abgelehnt. Der Schiedsspruch lautet: 1. Die bestehende Lohnordnung wird bis zum 31. Dez. d. J. verlängert. 2. Die Kündigung dieser Lohnordnung kann erstmalig am 30. November 1930 zum 31. Dezember 1930 erfolgen.— Wird zu diesem Termin nicht gekündigt, so läuft die Lohnordnung stets ein Vierteljahr mit monatlicher Kündigung weiter.— 3. Erklärungsfrist bis zum 8. September vormittags 10 Uhr. Von Arbeitgeberseite wird hierzu noch mitgeteilt, daß durch den Schiedsspruch die dringend notwendige Besserung der Selbstkosten der Zechen, von der ein Preisabbau abhänge, in verhängnisvoller Weise hinausgezögert werde. Die Hinausschiebung des Lohnabbaues könne auf dem Gebiete der Feierschichten und Entlassungen von weitreichenden Folgen sein, weil die durch den Preisabbau erwartete Steigerung des Absatzes unmöglich gemacht werde. * Schadenersatzklage des Bezirks Nord=West gegen den Deutschen Metallarbeiterverband. wtb. Düsseldorf, 4. Sept. Wie wir erfahren hat der Arbeitgeberverband für den Bezirk Nord=West des Vereins Deutscher Eisen= und Stahlwarenindustrieller eine Schadenersatzklage gegen den Deutschen Metallarbeiterverband wegen seines tarifbrüchigen Verhaltens anläßlich des Verdienstabbaues im Juli d. J. beim Arbeitsgericht in Berlin eingereicht. Der Termin ist auf den 9. Oktober festgesetzt. Aus Nah und Fern Der Dürener Kindesmörder festgenommen? wtb. Aachen, 4. Sept. In der Angelegenheit des Dürener Kindesmordes hat die Polizei einen Mann unter dem Verdacht der Täterschaft festgenommen, Einzelheiten stehen noch aus. Die ärztliche Untersuchung der Leiche des Kinders hat keine Anzeichen für ein Sittlichkeitsverbrechen ergeben. Raubüberfall bei der Kasseler Omnibus= Gesellschaft. wtb Kassel, 4. Sept. Heute früh um 1 Uhr drangen zwei maskierte Männer in die Geschäftsräume der Kasseler Omnibusgesellschaft ein und zwangen die Beamten unter Bedrohung zur Herausgabe von 5000 Mark. Die Räuber konnten noch nicht ermittelt werden. Mord bei Braunlage. wtb Braunlage, 4. Sept. Die 17jährige Hausangestellte Anna Hasper, die hier in Stellung war, wurde von dem Hausdiener Kurt Wagner im Walde zwischen Braunlage und Hohegeiß ermotdet. Dem zuständigen Landjäger Oesterreichisches Verkehrsflugzeug verunglückt In den Bergen abgestürzt und verbrannt. wtb. Wien, 4. Sept.(Tel.) Das auf der Suche nach dem vermißten Verkehrsflugzeug A 3 befindliche Flugzeug, Flugzeugführer Mader, teilte durch Funkspruch mit, daß das vermißte Flugzeug schwer beschädigt am Osthang des Krottenkopfmassivs nördlich von Partenkirchen gesichtet wurde. Bergungsexpeditionen sind bereits unterwegs. wtb. Innsbruck, 5. Sept.(Funkspruch.) Die Innsbrucker Nachrichten melden über die Sichtung des verunglückten österreichischen Verkehrsflugzeuges: Das auf der Suche nach dem vermißten Flugzeug A 3 befindliche Flugzeug konnte nur die beiden Tragflächen desselben erkennen. Von dem Rumpf sah man nur eine verbrannte und verkohlte Masse. Da in der Nähe der Fundstelle zwei starke Bäume ganz abgerissen waren, muß man annehmen, daß das Flugzeug mit voller Wucht auf den Boden aufschlug und verbrannte. Von dem Piloten selbst konnte keine Spur entdeckt werden. Schweres Flugzeugunglüct an der spanischen Kuste wtb. Paris, 4. Sept. Wie Havas aus Ferrol(Spanien) berichtet, ist ein spanisches Militärwasserflugzeug(Dornier), das bei Flottenmanövern zu einem Erkundungsflug ausgestiegen war, bei Cap Priorino Grande brennend abgestürzt. Nach einer Meldung des „Journal“ sollen sämtliche acht Insassen (Konteradmiral) Jaime Plana, zwei Offiziere und fünf Bordmonteure) ums Leben ge kommen sein. Nach einer anderen Version sollen sich zwei Mann der Besatzung haben retten können. Amerika feiert die europäischen Szeansneort wtb Newyork, 4. Sept. Auf dem Banket: zu Ehren der deutschen und französischen Flieger erklärte Oberbürgermeister Walker in einer Ansprache, daß diese Veranstaltung, an der deutsche, französische und amerikanische Flieger teilnehmen und die in so freundschaftlicher Weise zusammenträfen, eine der bedeutendsten Kundgebungen für den Weltfrieden sei, von der er je gehört habe. Auch gäbe es wohl keinen geeigneteren Ort für ein Zusammentreffen so bedeutender Piloten wie gerade Newyork, die kosmopolitischste Stadt der Welt. Das heutige Zusammentreffen beweise wahren Sportgeist und wahre Kamerodschaft, indem Costes und Bellonte hierher gekommen seien. die deutschen Flieger zu begrüßen, die erst kurz vor ihnen den Atlantik bezwungen hätten. Nach einigen Dankesworten von Gronau sprach Costes. Alle Flieger der Welt, so betonte er, gehörten einer großen Familie an; Grenzen beständen für Flieger nicht. Die Anwesenden sangen darauf das Deutschlandlied, die Marseillaise und die Sternenbannerhymne. An dem Bankett nahmen auch Vertreter der deutsch=amerikanischen Flugzeugindustrie sowie der Konsul Dr. Heuse::* Der Flugzeugkonstrukteur Fokker se#erst Göbel, der Sieger im Pacific=Flug, gaben in Ansprachen noch ihrer he Anerkennung für die Leistung von Gronaus Ausdruck. Ueberschwemmungen in Indien 4. Sept.(Tel.) Der Brabegend von Newgons über rsor wtb. Schillong magntra ist in der Gegend von 2;,„.nen ulnd die ufer getreten. Ueber 100 000 davon in Mitleidenschaft gezogen. Die stehen teilweise vollkommen unter Wasser. Getreidevorräte und Vieh sind von den Wassermassen fortgeschwemmt. Straßen und Eisenbahnlinien sind Turnen, Spiel, Sport Fußbant Wandhosen 1.— Auf dem Schner 1. Mannsch. vun v.— Meisterschaftsspiel. Am Samstag empfängt Wandhofens 1. den Sportverein Auf dem Schnee. Dieser ist noch ein Neuling, über die Spielstärke der in noch wenig bekannt. Wandhosen darf den egner nicht unterschätzen, sonst könnte man eine ueberraschung erleben. Geht Wandhofen mit dem nötigen Eifer ins Feld, so dürften die beiden Punkte dem Verein gehören. Vorher spielt die 1. Jugend gegen die gleiche Juzendmannschaft auf dem Schnee. Beide Nannschaften werden zweifellos ein schönes Spiel zeigen. Boxen Reichsb.=T. u. Sp.=B.— Hamm 04 e. V. Am Samstag, den 6. September, kämpft die hiesige Boxabteilung gegen Hamm 04 in Soest anläßlich eines Werbe=Box=Kampfes. Hoffentlich schneiden die Reichsbahner jetzt besser ab als gegen Hagen. Wir können nur kurz die Paarungen nennen, da uns die Hammer Kämpfer ziemlich unbekannt sind. Bantamgewicht: Groll II Schwerte— Mede, Hamm. Igd.=Federgewicht: Forth, Schwerte — W. Dixkes, Hamm. Igd.=Leichtgewicht: Erdt l, Schwerte — Schneider, Hamm. Leichtgewicht: Reichmann, Schwerte— Rittmann, Hamm. Weltergewicht: Dreischer, Schwerte— C. Dixkes, Hamm. Mittelgewicht: Jungkunst, Schwerte— Eickhoff, Hamm. Im Hauptkampf kämpft der Mittelgewichtler Elksnat gegen den Halbschwergewichtler Kohlhaas, Hamm, dem ein guter Ruf vorausgeht. Gibt es wieder ein K. o.? Der Jugend=Schwergewichtskampf wird bestritten von Elmerhaus gegen Köster, Hamm. Hoffentlich schützt sich Elmerhaus jetzt mehr vor Ueberraschungen. Abfahrt per Auto Punkt 18 Uhr ab Restauration„Im Reiche des Wassers". mindestens 48 Stunden vor der Abfahrt eingereicht werden. Die Ermäßigung beträgt 5026 in der 3. Klasse bei Ausflügen und Durchreisen der Hoch=, Mittel= und Fortbildungs=, sowie Gewerbeschulen. Die Bahnhofskasse fertigt sofort ab. Die Grenzübergänge sind gegenseitig bestimmt. Fahrpreisermäßigung für Schülerfahrten Bei Schülerfahrten gewähren die tschechoslowakischen Eisenbahnen eine Ermäßigung des Fhrpreises. Bisher war dazu die Bewilligung der Eisenbahndirektion oder des Eisenbahnministeriums notwendig. Dies ist nicht mehr der Fall. Jeder Ausflug kann bei der AbfahrtsBahnstation beantragt werden. Dabei ist das Reiseziel, der zu benutzende Zug und die Zahl der Teilnehmer anzugeben. Der Antrag muß für Polizeihunde des Ersten Deutschen Polizei=Hund=Vereins e. B. Sitz Duisburg, am 4. und 5. Oktober 1930 in Hagen. Dem Zweigverein Hagen i. W. ist in diesem Jahre die Abhaltung der Deutschen=Reichs=Sieger=Prüfung für Polizeihunde übertragen worden. Die langen Suchen bezw. die Sucharbeit der Hunde findet statt auf den großen Lenneweiden bei Kabel— direkt am Bahnhof Kabel gelegen. Beginn der Suchen am 4. Oktober morgens 8 Uhr.— Am Sonntag, den 5. Oktober, ab 8 Uhr morgens werden die Gehormsamsübungen und die Mannarbeit gezeigt und zwar im Stadion auf dem Höing, welches die Stadt Hagen, für diese große Polizeihund=Prüfung zur Verfügun gestellt hat. Mit dem Abschluß des Herbstes wird in jedem Jahre vom Ersten Deutschen=PolizeihundVerein, die große Reichs=Sieger=Prüfung für Polizeihunde abgehalten. Hierzu werden nur die Hunde zugelassen, welche auf großen Verbandsprüfungen innerhalb Deutschlands, das Prädikat„Vorzüglich“ erreicht haben. Zu dieser Siegerprüsung, welche nun den Sieger in der Klasse der Rüden und die Siegerin in der Klasse der Hündinnen, ermitteln soll, werden bis zu 20 Hunde aus dem ganzen Reiche zugelassen. So weit jetzt schon bekannt, werden bei dieser Vorführung sämtliche Polizeihund=Rassen vertreten sein, so der Schäferhund, der Dobermann, der Boxer, der Aridale Terrier, der Rottweiler und der Riesenschnauzer. Allen Freunden und Anhängern der Polizeihund=Bewegung ist also an diesen Tagen Gelegenheit geboten, sämtliche Rassen von Polizeihunden praktisch arbeiten zu sehen. Diese wichtige Reichssieger=Prüfung wird gerade in Hagen sehr viel Anklang finden, da wohl der Westen und hier in der Hauptsache unser „Westfalen“ unstreitig das beste Material an Polizeihunden aufzuweisen hat. Wenn auch Hunde aus Nörd=, Süd=, Mittel= und Ostdeutschland hier zur Vorführung gelangen, so wird doch der Westen und hier Westfalen mit das beste Material stellen. Schon jetzt wäre zu wünschen, daß der Sieger und die Siegerin dieser Prüfung aus den Beständen unseres Westfalen hervorgingen. Das Ministerium des Innern Berlin vergibt für diese beiden Sieger die Staatsmedaille. Allen Hundefreunden sei schon jetzt der Besuch dieser großen Prüfung empfohlen, umsomehr, da eine solche Prüfung nicht mehr nach Hagen bezw. dem Westen gelegt werden wird. ha. Einbürgerungen im Ausland. Die Einbürgerungen von früheren preußischen Staatsangehörigen im Auslande werden regelmäßig veröffentlicht, soweit sie dem Minister des Innern bekannt werden. Auf Grund der Veröffentlichung werden Verzeichnisse nach dem ABC. geführt. Die Veröffentlichungen werden fortgesetzt. Dagegen brauchen die Verzeichnisse nur noch da geführt werden, wo ein Bedürfnis dazu vorliegt. Wird von der Weiterführung der alphabetischen Verzeichnisse abgesehen, so muß sonst dafür gesorgt werden, daß bei der Bearbeitung der Staatsangehörigkeits=Sachen auf die Veröffentlichungen zurückgegriffen werden kann. Was hören wir im Rundfunk? Samstag, den 6. September 1930. 07,05: Morgenkonzert. 07,30: Brunnenkonzert aus Bad Oeynhausen. 10,15: Schallplattenkonzert. 12,10: Schallplattenkonzert. 13,05: Mittagskonzert. 15,00: Kinderspielstunde. 15,45: Grundlagen der Funktechnik. 16,05: Wandern und Reisen. 16,25: Lebende Dichter. 16,50: Zwei rheinische Schwänke. 17,10: Frauenstunde. 17,30: Vesperkonzert. 18,30: Gemeinverständliche Rechtskunde. 18,50: Mitteilungen. 19,15: Die Stunde des Arbeiters. 19.40: Der rheinische Lebensraum. 20,00: Lustiger Abend. Bis 24,00: Nachtmusik und Tanz. 24,00: Meister des Jazz. Aus den Bädern Bad Salzuflen. Die schöne Witterung hat noch einen starken Zustrom von Kurgästen gebracht, so daß am 27. August die Zahl 21 500 erreicht war. Das Bad zeigt noch das Bild eines sehr regen Lebens; jeden Abend finden Theater=, Konzerte, Vorträge statt. Die Kurtaxe beträgt ab 1. September nur noch 25 Mark. Bücher= und Zeitschriftenschau E. O. Volkmann:„Revolution über Deutschland“. 392 Seiten.(Broschiert 5.— Mk., Leinenband 6.50 Mk.) Verlag Gerhard Stalling, Oibenburg t. 9. Die große Welle der Kriegsliteratur ebbt jetzt ab, darüber besteht kaum ein Zweisel. Wenn nicht altes täuscht, wird man sich jetzt mit der gleichen leidenschaftlichen Anteilnahme und dem Hunger nach Wahrheit der Epoche der deutschen Revolution zuwenden. Es gibt Revolutionsbücher genüg, aber noch kein Werk, das die großen Zusammenhänge zwischen dem 9. November und dem Kapp=Putsch von hoher Warte aus beleuchtet, keines, das das Erleben eines Volkes von der Schwelle zweier Zeitalter seiner Geschichte zu schildern versucht. Das neue Buch von E. O. Volkmann„Revolution über Deutschland“ macht hier einen Ansang. Es darf den Anspruch erheben, die erste große Darstellung der Revolution vom wissenschaftlichen wie vom psychologischen Gesichtspunkt aus zu sein. Es ist schwer zu sagen, ob die Bedeutung des Buches mehr in dem Reichtum unbekannter Tatsachen liegt, die das bisherige Gesicht der Revolution vielfach grundlegend verändern, in der Klarstellung der äußeren Zusammenhänge oder in der unerhört dramatischen Gestaltung.„Revolution über Deutschland“ ist ein Werk von elementarer Wucht, das die große Darstellung der deutschen Gegenwartsgeschichte fort setzt, die Beumelburg mit seinem„Sperrfeuer un Deutschland"(Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O.), erfolgreich begonnen hat. Die grozen geschichtlichen Persönlichkeiten, die an der Gestaltung unseres Schicksals verantwortlich und entscheidend mitwirkten, melden sich hier zun. ersten Male zum Wort. Wir erleben erschüttert die erste Stunde der Revolution auf der Schilligreede am 31. Oktober 1918, den Leidensweg der alten Armee, den Untergang der Flotte bei Scapa Flow, den verzweifelten Kampf des Offizierskorps gegen die Soldatenräte und seine ungeheuren seelischen Anstrengungen, den Weg zur neuen Zeit zu finden. Wir begleiten die Freiwilligenkorps auf ihren Zügen im Baltikum und gegen Spartakus in Deutschland, sehen das Glück und Ende Eisners und den Zusammenbruch der Räte=Diktatur. Tief erschüttert uns die Tragödie von Versailles mit dem für Deutschland verhängnisvollen Wechselspiel der großen„Vier“ und der schicksalsschwere Kampf innerhalb des Offizierkorps in den entscheidenden Tagen der Friedensverhandlungen, und schließlich taucht vor uns die Kapp=Verschwörung auf, als vielleicht notwendige letzte Auseinandersetzung unversönlicher Kräfte. Die ganze Zeit vom 9. November 1918 bis 18. März 1920, hier verflucht und dort gepriesen, wird uns in ihrem inneren Zwiespalt mit allen ungeheueren menschlichen Irrtümern als ein einziger unerbittlicher Vorgang verständlich. Zwischen Beumelburgs„Sperrfeuer um Deutschland" und Volkmanns„Revolution über Deutschland" bestehen tiefe innere Berührungspunkte. Beide vereint der Glaube an unseres Voltes Zutunft. Wie gebeich V7791. Cape mit schrägem Schluß undabstechenden Funer. Bandschlaise. * 0 * 0 * meinem vorjährigen Kleid die neue Note? V 24062. Eine aparte Rückengarnitur ergibt der vorn zur Schleife gebundene Kragen und Ermelaufschläge aus Spitze und Georgette. BeyerSchnitt ist erhältlich. Preis 30 Pfennige. V 7726. Pelerine mit Blende, die zur Schleise gebunden wird. * Beger=Schnitt 0 Ganz einfach: Ich erbeite mir eine kleine Pelerine dazn! Sofort sleht das Kleid ganz anders aus, ist modisch und flott geworden. Einen kleinen Stoffrest hat man je meistens beim selbstgeschneiderten Klaide Abeig. Aus diesen schneldert man eine der dir geosblhete Kleinen Pelerinen und sichert den Kand durch einen hohl anzusänmenden, puni Fuger dreten Schelgstrisen oder durch eme m. /1124, 4 wichenbe Halbel. Auch en beichtes Schentatn Beht undt ons, Wien richtet sie meistens zum Abnehmen ein, diese leichten, zarten Gebilde, die so malerisch wirken, ohne zu wärmen. Man gibt ihnen Bindebänder, die man leicht ineinanderschlingt, man hält site mit Druchkknöpfen auf dem Kleidungsstlück, wie beim Mantel V 7792, so daß man nach Belieben das Kleid oder den Mantel auf zwei verschiedene Arten tragen kann. Hat mon nicht mehr den gleichen Stoff des Kleides, so kann n Pene, und un An eiaten geastgeuen etand 2. V. seh eins Geleatenr ams eslartigrn Seagene odn Ctepe de Ehne sete gu am, besendre peus man dessen Garnitur auch nach dem Pelerinenstoff richtet. Man wird öster einmal ein vorjähriges Kleid zu verlängern haden. Sezt man unn unten einen Oeorgettestreisen aus der Pelerine an, so ist die Übereinstimmung gleich gegeden. Soich eine kleine Pelerine ist stets sehr kleidsam; zu einem ärmeklosen Kleide getragen, ist sie eine gute Vervollständigung. Sie kleidet auch stärkere Figuren, denn sie wirkt ausgleichend, und wenn man sie rückwärts mit einem Zipfel arbeitet, strecht sie die Fig erheblich. Altere Damen werden sich gemn der Formen von Kletnen Pelertnen ginnern, die man fruher schon einmal trug, und werden jetzt gern ihr bunktes Foulardkleid durch eine kleine Pelerine aus gleichem Stoss oder auch aus Seide oder Sethensoff vrrnstthändigen. V24063. Garaltur aus Georgette mit Biesenverzierung. Beyer=Schnitz in erhältlich. Preis 30 Pfennige. V 24064. Zwei mue Kleidgarnituren: Kragen ganz aus kleinen bunten Perlen und Kapnzinerbragen aus Georgette und Spitze. Bever=Schnitte für beide erhältlich. Preis 30 Pfennige. * 877 Beyer2 SS V7796 Beger-Schaitt V7 Beyer=Schnite V 7792 Fest unter einer Blende aufzunähende Pelerine ∆ 0 V 7755. Pelerine mit plissiertem Faldelabschluß und Schaleben Schnlinschted. vrzag Beyer=Schustt V7795 Beyer=Schnitt V 7723. Abknöpfdares Cape, für einen Mautel oder Jachenkleid gedacht. V 7284. Fest wie ein Schel urbende Betes eine, dte zu einem Kuer 10407 zun geschlungen ubr. #4 # # K 123969 u un tuehr Gemseihn uumn un h dn ber uim ubuden u Beger-Schuift tuste bhulichen Sungen knd meilt jehr drurg, und bie Geibhenfarigung in niht Scham, V70 7 Beger=Schnitt Vraa7. Pelerine mit Falbelderandung für die Autere Dome. M Oeger-Schei 450 V2106 Sger=Schpitt Behrr=Schnite erhalten Sie in der Buchhandlung Carl Braus, Schwerke, Bähnhofstraße. Walter Weiher Pinldegara. einer geb, klese Vermählte Schwerte, den 5. September 1930. ommerprossen auch in den hartnäckigsten Fällen, werden in einigen Tagen unter Garantie durch das echte unschädliche„Teintverschonerungsmittel„Benus“ Stärke B beseitigt. Keine Schälkur. Preis Mk. 2.75. Gegen Pickel, Mitesser Stärke A. Drogerie M. Mehlhose, Postplatz. Du Deutscher mit schwieliger Hand bezahlst feiste Bonzen treu. Sie bringen dich von Brot und Land! Schluß damit durch GSLSL Quartettverein Schwerte-Ost Am Samstag, den 6. September 1930, abends 8 Uhr, findet im großen Festsaal des Eisenbahn-Ausbesserungswerkes, Schwerte-Ost, unter Mitwirkung des Konzert-Orchesters Schwerte ein großes RUNZENT statt. Nach dem Konzert: Tanz 3244 Verlängerte Polizeistunde. Der Vorstand adelllaus Führendes Haus Teleion 2004 G für die Jugend gut passendes, zweckmäßiges und dauerhaftes Schunwerk Jolide Qualikälen„Gillige Greise bei: ST Samstag, den 6. ds. Mts., vormittags 8 Uhr, wird auf der Freibank Rind= und Schweinefleisch verkauft. 3251 Schlachthofverwaltung. Ich sehe mich genötigt, infolge Andranges am Eröffnungstage mein Konzert nochmals zu wiederholen und zwar am morgigen Samstag, Anfang 8 Uhr, und Sonntag ab 5 Uhr. Aut vielseitigem Hlunsch Sonntag, den 7. September:: Matinée ab 11 Uhr. Die Musik wird von altbewährten Kräften ausgeführt Hochachtungsvoll A. Fischer. 248 55 ot Für die NEISE finden Sie Koffer aller Art, von den billigsten bis zu den besten auch sonstige Reiseartikel in großer Auswahl. Alleinverkauf der berühmten LohmannKoffer. Spez. Geschätt für Lederwaren u. Reiseart. Otto Schriewer, Telefon Nr. 2785 Bausce Technikum Lemgo t Volontären, Zimmerern, Maurern, Tiefbauern beste Gewähr für gute Ausbildung (So Auto-Reparatur #Ich habe neben meiner Huf- und Wagenschmiede eine Auto-Reparaturwerkstatt# Seröffnet. 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Der Abonnent hat recht, der kürzlich dem Verlag schrieb: „Ich kann Westermanns Monatshefte in der gemütlichen Ecke meines Heims einfach nicht mehr entbehren, sie sind mir zu sehr ans Derz gewachsen.“ „Die innere Bereicherung verdanke ich Westermanns Monatsheften“, schreibt ein anderer Leser.— So und ähnlich lauten die Zuschriften, die täglich beim Verlag eingehen. Wenn Bie sofdet die Seitschrift bestellen, gelangen Sie rechtzeitig in den Besitz des 1. Afüge 7 ** er für den JudtOesenaeler: ubiläumshestes 2 M. je Heft glli auch im deuen Jahrgang Werdee läumes# orts gelacht! BESTELLSCHEIN An die Duchhaublung= Dierdurch bestelle ich den Jublickansssahrgang von Doßtermanns-Alonatah. Oestermann=.—. besten, beginn Sp.=Oett u. ortder sernendern bie g üüdchelg Eichen Lichtspiele zur Reichskrone Heute bis Montag 3255 Die große Sensation Die Frau ohne Nerven Ein spannender Detektiv- u. Abenteuer-Roman in 7 Akten Ellen Richter, Walter Janssen, Julius Falkenstein, Henry Bender in den Hauptrollen. Verirrte Jugend Eine Liebestragödie aus dem modernen Leben in packenden zu Herzen sprechenden Bildern Dolly Davis, Hanni Reinwald, Adele; Sandrock, El“ Düra, Fritz Alberti Rolf van Goth in den Hauptrollen. Wochenschau- Lustspiel Morgen nachmittag 4 Uhr Kinder-Vorstellung: Krieger=Verein e. Am Samstag. den 6. September d. J., abends 8½ Uhr, im Vereinslokal beim Kameraden W. Kordeck 3254 GeneralVersammlung Tagesordnung: 55jährige Gründungsfeier(Ehrenabend für die Gründer). Zahlreichen Besuch erwartet. Der Vorstand. In unserem Hause Feldstraße 8 ist eine 4 Zimmer.„ Wohnung der 1. Etage mit Nebenräumen u. Garten zum 1. Oktober zu vermieten. Karl Frage& Sohn, Freiherr v. Steinstr. 8. Möbliertes für Mitte September zu mieten gesucht. Angebote u. Nr. 3252 an die Geschäftsstelle. Kemdrhint Anfängerin gesucht. Angebote unter Nr. 614 an die Geschäftsst. 3243 1000 Murk Sürlchen vom Selbstgeber gegen hohe Zinsen für 1 Jahr u. sehr gute Sicherheiten zu leihen gesucht. 3253 Gefl. Angebote unter N. 99 an die Geschst. Zwangsversteigerung Am Sonnabend den 6. d. Mts., nachmittags 17 Uhr, werde ich in Höchsten 3256 zirka 5 Sechziger Kartoffeln öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigern. Sammelpunkt für Interessenten: Restauration Ueberacker. Schwerte, d. 5. 9. 1930. Trausch, Obergerichtsvollzieher in Schwerte. Zwangsversteigerung Am Samstag, den 6. September 1930, 10 Uhr, werde ich in Schwerte, Westenstr.(b. Möller): 2 Ladenkassen, 1 Vertikow, 1 Regulator öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigern. 3257 Schwerte, d. 5. 9. 1930. Kubon, Gerichtsvollzieher kr. A. Bücherbesprechung Alle unter dieser Rubrik besprochenen Bücher sind zu haben in der Buchhdlg. C. Braus, Schwerte. Unser Roman:„Glauben sollst du und vertrauen“ von Gert Rothberg, der von unseren Lesern mit besonderem Interesse und Gefallen gelesen wurde, ist soeben im Verlag Martin Feuchtwanger, Halle(Saale), in Buchform erschienen. Das Buch kann auch durch die Buchhandlung Carl Braus, Bahnhofstraße 3, bezogen werden. 30 000 kaufmännische Angestellte bereits haben bei den traurigen Verhältnissen, die auf dem Arbeitsmarkt herrschen, ein Signal erblickt, sich mit einem solchen Wissen zu versehen, das sie befähigt, den Existenzkampf mit Erfolg zu führen. Es ist ganz klar, daß bei dem ungeheuerlichen Angebot von kaufm. Arbeitskräften solche Bewerber bevorzugt werden, die über ein Hochschulwissen verfügen. Können sie aber eine Handelshochschule oder eine Universität besuchen? Wenn nicht, dann gibt es für Sie die „Handelshochschule", ein Lehrgang zum Selbststudium. Herausgeber und Mitarbeiter, ausschließlich Fachwissenschaftler von Ruf, garantieren dafür, daß man es hier mit keinem Dilettantismus zu tun hat. Man denke zum Beispiel nur an die beiden Professoren der Frankfurter Universität, Dr. Schmidt und Dr. Giese! Diese beiden Namen allein schon müssen für jeden Kaufmann Befehl sein! Unbegreiflich muß es daher anmuten, sollte ein kaufmännischer Angestellter glauben, an diesem Studiengang interesselos vorübergehen zu können. In den letzten 2 Monaten sind die Lieferungen 74 bis 77 erschienen. Man wende sich wegen Prospekt„Er 3“ und wegen einer interessanten Probelektion, die kostenlos abgegeben wird, an den Industrieverlag Spaeth& Linde, Berlin W. 10, Genthiner= straße 42. Warum den Großeft Brockhaus Handbuch des Wissens in 20 Bänden Hören Sie Urteile der Besitzer Der Große Brockhaus ist in Wahrheit ein Handbuch alles Wissens, das ich mir in größerer Vollkommenheit nicht vorstellen kann. P. W., Stadtinspektor I. R., Hannover. Ein fabelhaftes Werk, über das ich mich außerordentlich freue, es macht viele Spezialbücher überNüssig. Mit ungeteilter Freude enwarte ich die ande. ren Bände. O. K., Journalist, Berlin. Nicht unterlessen möchte ich es, dem Verlag meine höchste Anerkennung für den„Großen Brockhaus“ euszusprechen. Er ist das interessanteste Buch, welches ich kenne. Auch die wundervollen Beilagen erwerben sich das Interesse selbst von denen, welche sonst nie ein Buch in die Hand nehmen. A. G., Prektikant, Fortunsgrube b. Köln. Mehr darüber Se Plattenfett„ Pfd. nur 46 J Margarine" Pfd. nur 48 J, Schmalz, rein Pfd. nur 58 L Salatöl, hell, Liter nur 75 J Holl. Butter ½ Pfd. nur 84 J Ananas ca. 10 Scheiben große Dose nur 98# Junge Erbsen, mittelfein ...„ ½ Dose nur 68 J Tangermünder Pflaumenmus .... ½ Eimer nur 98 J Tangermünder Vierfruchtmarmelade 1/1 Eimer nur 1.— M in ganz Deutschland trinken Kenner nur unseren utlthts-Kaffes! Beachten Sie bitte unser Schaufenster! Hamburger Kaffes-Lager Christian Hansen Thans&a Sans Biederinge Schwsorte sagt ihnen die neue reichbebilderte Schrif„Mein Freund Abiszet“. Sie steht ihnen kostenlos und unverbindlich zur Verfügung. Wenden Sie sich noch heute an eine Buchhandlung oder en F. A.BROCKHAUS · LEIPZIG Zu beziehen durch die Buchhandlung Carl Braus Schwerte, Bahnhofstr. 3 Nr. 208(Zweites Blatt) „Schwerter Zeitung“ Freitag, S. September 1930 Fi Schiaf.. Ker g g Sin Geder Dr. Horn schildert u. a., wie er mit seinen Leuten auf der„Bratvaag“ am 5. August die eisbedeckte Insel Storo erreichte und wie die Expedition an der Nordostküste einen Flaggenmast, den die Italiener bei der Expedition Amundsens und Nobiles im Jahre 1928 aufgestellt hatten sahen. Von dort fuhren sie früh am nächsten Morgen im dichtesten Nebel weiter und sichteten, nachdem sich das Wetter geklärt hatte, die mächtige Schneekuppe der Insel Kvido. Auf dem Wege zur Insel passierten sie eine Herde von Walrossen, die in den Wellen spielten. Die Vegetation der Insel bestand aus rotem und braunen Moos, das spärlich hier und da über das Land verstreut war. Das Land stieg gegen Süden an, einem gewaltigen Gletscher zu, der den mächtigen Hintergrund der unwirtlichen arktischen Bucht bildet. Nachdem die Nacht auf dem Schiffe verbracht worden war, begaben sich die beiden Jagdboote„Bravaag“ in den frühen Morgenstunden mit Harpunen auf die Jagd nach Walrossen. Zwei Tiere konnten erlegt werden und die Mannschaft machte sich daran, ihnen die Haut abzuziehen. Die beiden Mitglieder der Besatzung Salem und Tusvik gingen darauf zu einem kleinen Hügel, um Trinkwasser herbeizuschaffen. Sie beobachteten dabei einen kleinen dunklen Gegenstand, der sich deutlich von dem Aussehen des übrigen Bodens unterschied. Sie gingen sofort an die Stelle und sahen ein Boot aus dem Schnee herausragen. Darin vermochten sie die Spitze eines Bootshakens zu erkennen, auf dem ein Name eingraviert war. Die beiden Leute liefen sofort zu ihrem Mannschaftsführer Skielten zurück, dem sie den Bootshaken zeigten, auf dem die Worte„AndréePolarexpedition 1896“ zu erkennen war. Alle begaben sich sodann erneut zur Fundstelle und es gelang ihnen, ein Buch aus dem Schnee zu ziehen. In der Zwischenzeit war auch Eliassen eingetroffen, der die Fundstelle einer genauen Untersuchung unterzog. Er sah einen Leichnam gegen den Hügel gelehnt, dessen Beine teilweise im Schnee vergraben lagen. Eliassen war sich sofort bewußt, daß er die Ueberreste der AndréeExpedition vor sich hatte. Er berichtete sofort Dr. Gunnar Horn über den Fund. Sämtliche Mitglieder der Expedition verließen nunmehr das Schiff, um in fieberhafter Tätigkeit alles auszugraben, was irgendwie von Andrée und seinem Lager noch erhalten geblieben war. Es heißt sodann wörtlich in dem Bericht Horns: „Mit merrwürdigen Gefuhlen standen wir an der Bucht, wo vor dreiunddreißig Jahren der tapfere Andrée und seine Begleiter ihre letzte Station gemacht hatten. In tiefem Schweigen gingen wir zu dem Lager zurück, das uns nur zu deutlich erzählte, was sich ereignet habe. Da war halb im Schnee vergraben ein Boot, mit dem Kiel auf das Ufer gerichtet. Daneben stand ein Schlitten, dessen obere Spitze in gleicher Höhe mit dem Eise war. Einige Schritte entfernt erkannte man ein Stück von schwarzem und roten Tuch mit Fenstern, also vielleicht den Teil eines Zeltes, und vor allem Andrée selbst, der nur durch das Monogramm in seinem Rock erkenntlich war und wenige Meter nordöstlich des Lagers gegen den abfallenden Hügel lehnte. Er hatte Polarschuhe getragen und war im übrigen gut gekleidet. Neben ihm lagen ein Gewehr und ein Petroleumkocher. In dem Apparat befand sich Petroleum, das, wenn man gegen die Wand des Apparates drückte, in einem feinen Strahl herauskam. Als wir das Ventil öffneten, strömte Gas heraus, und der ganze Apparat arbeitete vorzüglich. In einer seiner Rocktaschen hatte Andrée das Tagebuch, von dem jedoch nur einige Seiten vorgeschrieben waren. In einer anderen Tasche befanden sich sein Bleistift und sein Entfernungsmesser. Des weiteren fanden wir zwischen einigen Felsblöcken ein anderes Mitglied der Expedition, dessen Leiche wahrscheinlich von seinen Kameraden dorthin geschleppt worden war. Der Leichnam war zum Teil mit kleinen Steinen bedeckt. Er war vollkommen vereist und nur unter großen Schwierigkeiten freizulegen. In dem Boot lagen auch Knochen. Es war jedoch unmöglich, festzustellen, ob sie von einem menschlichen Wesen herrührten. In verschiedenen Teilen des Lagers wurden noch andere Ueberreste gefunden und eifrig gesammelt. Bei näherer Untersuchung des Bootes stieß man auf eine Menge von Gegenständen aus dem Besitz der Expedition, darunter auf alle möglichen Arten von Kleidungsstücken, wie Strümpfe und Taschentücher, von denen zwei das Monogramm N. S.(Strindberg) trugen. Auch ein Windmesser, Photographenapparate, Gewehre, Nähzeug und ein Hammer, eine Axt und eine Tasche mit nautischen Tabellen wurden gefunden. Alles das lag im Eis begraben oder war von Eis angefüllt. Nachdem man die Leichen vom Eise losgelöst und an die Bucht transportiert hatte, wurde mit der schwierigen Arbeit begonnen, das Boot freizumachen, dessen Steuerbord vollständig eingegraben lag, während die andere Seite hochstand und zum Teil fortgerissen war. Im Verlaufe der Ausgrabung zeigte es sich, daß das Boot auf einem Schlitten stand, der auf vier zigarrenförmigen Kissen ruhte. Zuerst war also das Boot und dann der Schlitten zu entfernen. Beim Fortschaffen erwies sich das eisgefüllte Schiff als zu schwer, und die Teertuche, die wir benutzten, wurden in Stücke gerissen. Wir legten deshalb fünf Ruder unter und mit fünf Mann auf jeder Seite trugen wir das Boot fort. Dann errichteten wir einen Steinhaufen mit einem Flaggenmast, und zwar auf dem Hügel in der Nähe des Lagers Andrée. Weithin zu erkennen, wird er künftigen Besuchern die Auffindung der Stelle erleichtern, an der Andrée starb. In den Steinhaufen gruben wir eine Flasche mit einem Stück Papier, auf dem wir in Norwegisch und Englisch vermerkten, daß hier die norwegische Franz=JosefsLand=Expedition die Ueberreste der schwedischen Andrée=Expedition fand.“ Die letzte Heldentat Andrees Prof. J. G. Anderson, einer der Ueberlebenden von der Hilfsexpedition vom Jahre 1898 gab auf Grund der ersten Berichte Horns eine wissenschaftliche Beurteilung der letzten Tat Andrées. Er kommt dabei zu dem Schluß, daß Andrée und seine Leute geradezu heldenhaft und mit äußerster Kraft die Eiswanderung angetreten haben, um endlich nach unglaublichen Strapazen nur mit gebrechlichen Schlitten und ohne Hunde die Insel und damit wieder festen Boden unter den Füßen zu erlangen. Andrée hat die Insel nach einer Eiswanderung von über 400 Km. etwa im September 1896 wieder erreicht und muß dann dort vor Hunger und Kälte zusammengebrochen sein. Er ist wohl eingeschlafen, und Eis und Schnee deckten ihn zu. Die drei letzten Männer der Expedition hatten noch ungewöhnlich viele Vorräte mit, ja der Petroleumkocher, neben dem Andrée gesunden wurde, erhielt jetzt noch nach 38 Jahren Petroleum. Allein aus dieser Tatsache schließt Prof. Anderson, daß die AndréeLeute schon frühzeitig zur„Weißen Insel“ gekommen sein müßten. Aber sie kamen gegen ihren Willen dorthin, gezwungen durch die Bewegung des Treibeises. Sonst hätten sie sicherlich die Richtung zur Nordküste Spitzbergens und zum Franz=Joseph=Land genommen, wo sie überall reichlich Depots angelegt hatten. Das Schicksal führte sie zu einer der unzugänglichsten Inseln im Eismeer, wo im besten Falle nur ein kleiner Streifen am Ufer einigermaßen eisfrei ist, wo sonst aber die unheimliche Stille der Polarregion herrscht. Die Rekonstruktion der Tragödie durch Professor Anderson scheint sich auch durch Aufzeichnungen im Beobachtungsjournal Andrées zu bestätigen. Dieses enthält im Gegensatz zu dem viel genannten Tagebuch auf vielen hundert Seiten das wissenschaftliche Ergebnis der Beobachtungen, die heute noch von großem Wert für die Polarsorschung sein dürften. Vom rheinisch=westfälischen Wertpapiermarkt Mitteilungen des Bankhauses Gebrüder Stern, Dortmund. (Vor der Börse). Dortmund, den 3. September 1930. Die Berichtswoche verlief am rheinisch=westfälischen Wertpapiermarkt recht ruhig. Die geringe Unternehmungslust ist in erster Linie auf die unsichere innerpolitische Lage zurückzuführen. An allen Märkten blieben die Umsätze gering und die Kurse hielten sich auf etwa vorwöchentlicher Preisgrundlage. Am Kohlenkuxenmarkt wurden für König Ludwig(28000 MA), Ewald(14 500 M) und Langenbrahm(1300 M) unveränderte Kurse genannt. In CarolusMagnus(6100 M) und Constantin der Große(6200 M) waren vorübergehend einige Umsätze zu um 300 A höheren Preisen festzustellen. Diergardt=Mevissen (2800 J) und Graf Schwerin(2400 M) verlassen die Woche zu unveränderten Kursen, während für Heinrich(9600 M) um 500 Al höhere Gebote abgegeben wurden. Von Kohlenaktien schwankten Lothringen Bergbau um ihren letzten Stand von 42— 43 Prozent. Das herauskommende Material fand weiterhin gute Aufnahme. Niederrheinische Bergwerks(47 Prozent) konnten ihren Kurs um 3 Prozent erhöhen. Dagegen waren Dahlbusch(69 Prozent) kaum verändert. Der Braunkohlenmarkt liegt weiterhin geschäftslos. Die genannten Kurse weisen gegenüber der Vorwoche wenig Veränderungen auf. Am Kalikuxenmarkt war die Geschäftstätigkeit ebenfalls sehr gering. Von den Werten des Dr. Wilhelm Sauer=Konzerns vermochten Hugo(10 200 M) nur vorübergehend einen Kursgewinn von 300 M zu erzielen, der aber im Verlaufe der Woche vollständig wieder verloren ging. Bergmannssegen(11 900 M), Hohenfels(9000 4) und Erichssegen(4100.M) blieben zwar ohne Geschäft, wurden aber bis zu 300 A besser genannt. Beienrode(2400 M) und Burbach fanden wenig Beachtung. Einigkeit und Siegfried 1(13 700 M) notieren 300 M höher. Die Werte des Aschersleben=WesteregelnSalzdetfurth=Konzerns lagen im allgemeinen Socrram Tabse Trinken Sie den coffeinfreien und völlig Herz und Nerven? KüerdEr KAG ParGieh Voch Ein Roman von Benzin und Liebe von Fritz Lange Soprscht hnr Uheste Teuchlresten Hole Geuiod) 7. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Zur Rückfahrt hatte Robert einen neuen Achtzylinder genommen. Der prachtvolle Wagen lief wie der Teufel. Schaltung war überflüssig. Auch dann noch, als Sachsens Berge erreicht waren. Nur einen kleinen, aber fühlbaren Mangel halte diese neue Type der Braun=Werte immer noch: Sie saßte zuviel Betriebsstoff! Rober knifft die Lippen zusammen. Da war wieder die verrückte Idee: Wenn der Bachsche Vergaser hielt, was sein Erfinder versprach, dann—— „Vierzig Prozent Benzinersparnis!“ Chemnitz in Sicht. Der Bismarckturm. Dann die Schloßkirche mit ihrer schlanken, patinierten Spitze. Fünf Minuten später rollte der schwere Reisewagen in den Hof der BraunWerke A.=G., Werk Chemnitz. Hier wurde der weltbekannte Zweiliterwagen gebaut, in Berlin die großen Modelle. Nach ein paar orientierenden Worten mit dem zweiten Direktor, saß der junge Träger eines klangvollen Namens der Industrie schon wieder am Steuer. Schillerstraße, Zentrum, Zwickauer Straße. Dort das Schild an der verrußten Fassade: Automobil=Reparaturwerkstatt Hans Bach. Noch ein kurzer, innerer Widerstand— die blöde Handlungsweise Rita Belmonts in der Vergasergeschichte— ah pah— man stellte sich naiv und wußte von nichts! Weibertratsch ohne Hintergrund— fertig! Hans stand im blauen Kittel inmitten seiner Schlosser und Lehrjungen, half selber tüchtig mit, war bald am Schraubstock, bald bei der Montage. Kaum einen flüchtigen Gruß hatte er für Robert. Der schob sich an den Arbeitsmenschen heran. „Nun, Hans,-wie stet's heute abend? Willst du den neuen Achtzylinder fahren?" Der Blonde sah ihm scharf in die Augen, schüttelte dann mit einem feinen, spöttischen Lächeln den Kopf. „Nein. Du siehst die Arbeit hier nimmt überhand.“ Und mit besonderer Betonung: „Außerdem will ich heute noch meinen Vergaser praktisch erproben.“ Braun verzog keine Miene, nur innerlich packte ihn die Mitteilung gewaltig. Mit gewollter Gleichgültigkeit sagte er nur:„Soso!“ Dann schieden sie mit einem flüchtigen Gruß. Für einige Minuten hatte Hans Bach den Appetit der Arbeit verloren. Robert bei ihm! Was hatte dies zu bedeuten? Er war außerordentlich mißtrauisch geworden seit dem Besuch Ritas. Und kein Wort über den Vergaser hatte der offizielle Vertreter der Braun=Werke verlauten lassen. Vor wenigen Tagen noch war Robert ganz versessen auf diese Neuheit auf motorsportlichem Gebiet. „Möchte wissen, was da wieder hinter den Kulissen vorgeht?“ fragte sich Hans und griff dann beim Einbau eines schweren Blockmotors mit zu. * Rita war verführerischer denn je. Dieser festgefügte, schmale Mädchenkörper war wie ein sehnsüchtiges Lied oder wie eine Hymne an die Schönheit. Robert Braun fand seine Freundin im Gymnastikzimmer. Eine Weile stand er reglos an der Tür, schaute in stummer Bewunderung den Gelenkigkeitsübungen Ritas zu. Im Turntrikot sah die Blondine aus wie ein gutgebauter, sportlich geschulter Knabe. In ihren seinen Gliedern verbargen sich Geschmeidigkeit und Kraft. Sie ist das Ideal moderner Weiblichkeit, stellte der Lauscher mit Entzücken fest. Und er dachte auch daran, daß es ihm verwünscht schwer fallen würde, wenn er sich von Rita Belmont eines Tages trennen mußte! In diesem Moment erblickte ihn die Sportbeflissene, als sie bei einer Rumpfbeuge vorwärts durch ihre gespreizten Beine sah. Wie eine zurückschnellende Gerte bog sich der Körper hoch. Robert eilte zu ihr. Die Begrüßung von seiner Seite war herzlich.„Guten Morgen, Liebling.“ Rita wahrte Distanz. In ihrer Stimme schwang nichts von überhitzter Leidenschaft, eher kühle Vernunft. „Bitte.“ Sie wies auf einen Turnbock. Robert kletterte gehorsam hinauf, während Rita sich eine mundstücklose Zigarette in Brand und von ihrem Freunde Notiz zu nehmen, steckte sie sich eine Mundstücklose Zigarette in Brand und summte einen neuen Schlager vor sich hin. „Du fühlst dich sehr wohl, finde ich“, nahm Robert, mit seinen Beinen hilflos baumelnd, etwas gereizt das Gespräch auf. Die offenkundige Mißachtung dieses schönen Geschöpfes ärgerte ihn. Irgendein Zwist lag sozusagen in der Luft. Das war fast körperlich zu spüren. Dabei ging der Stachel des Wohlgefallens auf seine Nerven, denn bei aller Gereiztheit mußte der Mann heimlich feststellen: Schön ist sie, diese blonde Bestie, schön wie eine Katze! Er sollte die Krallen noch in dieser Stunde spüren. „Ich bin jung", frohlockte Rita ihm nun mit sonniger Heiterkeit zu. Dieses Geschöpf— eine raffinierte Mischung von Girl und Dame— wußte, daß es für ihre Art keinen größeren Triumph gab als eben die Jugend. Versteht sich: ohne den überflüssigen Ballast von Tugend. Robert lächelte geringschätzig. Irgendein Teufel reizte ihn, ihr zu widersprechen. „Das Alter kommt auf leisen Sohlen— und schneller als man denkt.“ Rita hob die dunklen Wimpern, die so prachtvoll im Kontrast zu dem blonden Wuschelkopf standen. Bei schönen Frauen genügt ja oft die kleinste Geste, um die Männer verrückt zu machen. „Goldige Hexe!" dachte Robert bewundernd. Am liebsten wäre er jetzt heruntergesprungen und hätte sich mit dem Mädel im Turndreß gebalgt. Ihren straffen, wenig bekleideten Körper mit den Händen zu greifen, in die Arme zu reißen, halb gewaltsam ihren Widerstand zu besiegen— das müßte ein Vergnügen sein! Doch er blieb auf dem Bock sitzen und dachte an den Zweck seines Besuches. Um diese Zeit bot sich ihm nie Gelegenheit, Rita zu überrumpeln. Eigentlich mußte sie von selbst aufmerksam werden. Doch das fiel ihr gar nicht ein. Sie strampelte lustig mit den Beinen, rauchte und summte den blöden Schlager:„Du dummes Herz, verlieb dich nicht...“ „Höre mal, Rita— ich habe was Wichtiges mit dir zu besprechen.“ Sie summte weiter vor sich hin. „Du hast mich in große Verlegenheit gebracht: Es fehlt die wichtigste Zeichnung...“ Er hatte aber unwillkürlich die Stimme gedämpft. Man konnte nicht wissen—— Zosen sind manchmal sehr neugierig. Rita ließ sich nicht stören. „Du mußt eine Zeichnung vergessen haben —— und nun.. Jetzt warf die Blonde ihre Zigarette mit hastiger Gebärde durch das offene Fenster. „Und nun?“ Robert freute sich, daß sie auf das Thema einging. „Du mußt den Plan Nummer zehn finden und photographieren." Pause. Rita lag reglos; ein Zeichen dafür, daß sich in ihrem leichtsinnigen Köpfchen etwas entwickelte—— ein williger oder ein auflehnender Gedanke? Robert Braun wartete gespannt. Plötzlich war seine Freundin auf den Beinen. Ihre Augen leuchteten. Das Blau der Iris erschien dunkel. Fortsetzung folgt. ruhig. Interesse bestand nur für Hansa=Silber= berg(11 500 M), die 200 M niedriger mehrsach ihre Besitzer wechselten. Braunschweig=Lüneburg (7200 M), Mariaglück(7200.) und Hope (7300 M) haben keine Kursveränderungen zu verzeichnen. Die elsässischen Werte hatten wenig Geschäft, die Preise liegen fast unverändert. Von Kaliaktien fanden Burbach auf der Grundlage von 147 Prozent Aufnahme. Adler Kali(120 Prozent) und Hannoversche Kali(130 Prozent) gingen zu unveränderten Preisen um, während Hallesche Salz(193 Prozent) bei geringem Angebot 7 Prozent verloren. S amsshlhthendthishmmhn Lust und Sonne im Schwerte, den 5. September 1930. In diesem Monat(am 24.) ist die HerbstTag= und Nachtgleiche, der Herbstanfang. Die Kürze der Tage und der Mondlauf zeigen, daß der Winter naht. Im Sommer steht der Vollmond stets sehr niedrig am Himmel, weil er der Sonne gegenüber, diese aber auch nur wenig unter dem Horizont steht. Anders in der nun kommenden Zeit, da steht der Vollmond immer höher, weil die Sonne jetzt mitternachts immer tiefer unter dem Horizont steht. Mit diesem Monat kehren die letzten Ferienreisenden heim. Wohl die meisten werden im Gebirge gewesen sein, um der heißen Zeit zu entgehen, die heuer freilich zu ertragen war. Im Gebirge nimmt die Temperatur mit der Höhe ab, und zwar im Juli für 100 Meter um etwa 0,6 Grad. Im Winter ist diese Temperaturabnahme geringer, nämlich 0,4 Grad. Daraus folgt, daß die jährlichen Temperaturschwankungen mit der Höhe geringer werden, während die tägliche Schwankung(Unterschied zwischen Tag und Nacht) im Gebirge groß ist: kalte Nächte und warme Tage. Die Ursache liegt in der starken Sonnenstrahlung auf den Bergen, die den Boden stark erwärmt. Die Luftwärme ist hier aber doch geringer als in der Tiefebene, zumal bei der stärkeren Luftbewegung. In der Nacht ist die Wärmestrahlung sehr stark. Wasserdampf hält die Wärmestrahlen sehr zurück; in den Bergen ist die Luft aber arm an Wasserdampf. Die Gebirgswanderer könnten auch gut die Eigenart der dortigen Windbewegung beobachten: Am heiteren Tage weht der Talwind bergauf, da dann die Talsohle stark erwärmt wird und die wärmere, also leichtere Luft den Berghang hinaufsteigt; nachts aber weht der Bergwind herab, weil dann die Berggipfel durch starke Ausstrahlung sich abkühlen und die kältere und daher schwerere Luft nach unten sinkt. Gedenktage. 5. September: 1733 Der Dichter Christoph Martin Wieland in Oberholzheim geboren(gestorben 1813).— 1858 Der Satiriker M. G. Saphir in Baden bei Wien gestorben(geboren 1795).— 1902 Der Pathologe und Politiker Rudolf Virchow gestorben(geboren 1821). Wetterbericht der Wetterwarte Essen vom 4. September 1930. Während das Tiefdruckgebiet über Nordosteuropa weiter abgezogen ist, hat sich das Hochdruckgebiet ostwärts verlagert und erstreckt sich heute von der Nordsee über Westdeutschland bis zu den Alpen. Westlich von Irland zieht ein Tiefdruckgebiet heran. Heute früh war es in Deutschland trocken, nur teilweise stärker bewölkt, sonst heiter. Die heutigen Morgentemperaturen lagen zwischen 8 und 14 Grad. Der Kahle Asten hatte leichten Nordwestwind, wolkiges Wetter und 7 Grad. Aussichten bis Samstag: Meist trocken, ziemlich heiter und wärmer. X Die Hagenerstraße erhält vom Westwall bis zum Eingang in die Beckestraße eine neue Decke. Gegenwärtig sind zahlreiche fleißige Hände mit der umfangreichen Arbeit beschäftigt, bei der auch die Straßenwalze ihr gewichtiges Wort mitspricht. Im Interesse des überaus starken Kraftwagenverkehrs auf der Hagenerstraße ist diese Arbeit nur lebhaft zu begrüßen. * Vom Schwerter Kriegerverein. Am 2. September d. J. konnte der Schwerter Kriegervereinauf ein 55jähriges Bestehen zurückblicken. Dem Ernst der Zeit entsprechend wird von einer besonderen Festlichkeit abgesehen. Jedoch soll in der Generalversammlung am 6. d. M.(s. Inserat in heutiger Ausgabe) für die noch lebenden Gründer(Wilh. Stricker sen., Fritz zur Nieden. Heinrich Kießler und Fritz Schöttler) ein Ehrenabend veranstaltet werden, wozu zum recht zahlreichen Besuch herzlich eingeladen wird. 25 Jahre Gemischter Chor„Harmonie.“ Wie schon mitgeteilt, begeht der Gem. Chor „Harmonie“ Schwerte in diesem Jahre die Feier seines 25jährigen Bestehens. Die eigentliche Feier wird am 13. September, abends 8 Uhr im„Freischütz“ in einfacher, aber würdiger Weise begangen werden. 10 Brudervereine und die Schwerter Turnerschaft von 1866 haben sich in liebenswürdiger Weise bereit erklärt, zur Verschönerung des Abends mitzuwirken. Das Festkonzert findet mit dem schon bekanntgegebenen Programm am Mittwoch, den 1. Oktober unter Mitwirkung des Klempt=Vokal=Terzetts und des gesamten städt. OrcheAm Termiumarkt war das Geschäft äußerst still und die Kurse gaben eher noch ab. So verloren von Montanwerten Gelsenkirchener Bergwerks(109 Prozent) 1 Prozent, Mannesmann(83 Prozent) 2 Prozent und Rheinische Braunkohlen(201 Prozent) 1½ Prozent. Die übrigen Werte waren besser behauptet. Eine Ausnahme von der allgemeinen Tendenz machten lediglich Kaliaktien, von denen Salzdetfurth von 310 auf 318 Prozent und Kaliwerke Aschersleben von 190 auf 196 Prozent anzogen. Wintershall(160 Prozent) konnten nur 3 Prozent gewinnen. Krregn W.e.te Peschachelthansthitihundemneseihtrmund sters Witten(Fliegener) ebenfalls im Freischütz statt. Die begonnene Artikelserie über die Komponisten Brahms und Bruch und ihre zur Aufführung gelangenden Werke wird am Samstag, den 13. September fortgesetzt. X Die kath. Jugendvereine unserer Stadt veranstalten am Sonntag nach dem Hochamt eine große Kundgebung im Vereinshause. Als Redner ist Stadtinspektor Vahle aus Schwerte gewonnen worden, der über ein die ganze Jugend interessierendes Thema sprechen wird. Sowohl die männliche wie auch die weibliche Jugend ist zu dieser bestens vorbereiteten Kundgebung eingeladen. : Ermäßigung bei Jugendpflegefahrten auf der Reichsbahn. Dem Amtlichen Preußischen Pressedienst wird vom Reichsverband der deutschen Jugendherbergen folgendes mitgeteilt: Sehr oft sind die Bestimmungen bei Jugendpflegefahrten auf der Reichsbahn nicht genügend bekannt. So dürfte man sich kaum überall in den Kreisen der Jugendgruppen dessen bewußt sein, daß bei einer Teilnahme von 10 Jugendlichen die gleiche Ermäßigung zwei Führern zuteil werden kann. Die fragliche Tarifbestimmung lautet nämlich: „Zugelassen mit gleicher Ermäßigung ist für 9 Jugendliche ein Führer und für je weitere 9 Jugendliche, auch wenn diese Zahl nicht voll erreicht ist, noch ein Führer. Die Reichsbahn bestätigt dem Reichsverband für deutsche Jugendherbergen ausdrücklich, daß diese Auslegung richtig sei. ha. Wenn der Wohnungstausch versagt wird. Die Versagung der Genehmigung des Wohnungsamtes zum Wohnungstausch kann nach einem Rechtsentscheid des Kammergerichts nur durch Beschwerde angesochten werden. Diese Beschwerde ist binnen einer Woche beim Wohnungsamt einzulegen. ha. Haushalt und Krisenunterstützung. Für die Krisenunterstützung ist es zutreffenden Falles entscheidend, ob der Arbeitnehmer im gleichen Haushalt mit seiner Familie lebt. Nach einem neuen Grundsatz des Spruchsenats für die Arbeitslosenversicherung ist dies nicht der Fall, wenn der Arbeitnehmer die ganze Woche über auswärts getrennt von seiner Familie wohnt, ißt und schläft und nur über Sonntag seine Familie besucht. Für die Auslegung des Begriffes des gleichen Haushalts kommt es nicht darauf an, ob und inwieweit ein gesetzlicher Unterhaltsanspruch des Arbeitslosen gegenüber den Angehörigen besteht. ha. Mehr Rücksicht bei den Spielnachmittagen. Für den wöchentlichen Spielnachmittag in Landschulen geben die Richtlinien für die körperliche Erziehung in der Volksschule die näheren Bestimmungen. Seitdem sie in Geltung sind, haben einzelne Regierungen und Lehrerverbände vielfach eine Aufhebung oder Lockerung der Vorschriften beantragt. Einige Kinder hätten weite Schulwege zurückzulegen; die Kinder würden nachmittags im elterlichen Betriebe zu leichten landwirtschaftlichen Arbeiten herangezogen und genügend Gelegenheit zum Spielen in Vereinen haben. Der Volksbildungsminister bemerkt dazu in einer Verfügung an die Regierungen, daß auch schon jetzt bei weiten Wegen und ungünstigem Wetter eine Befreiung von jedem Lehrer ohne weiteres ausgesprochen werden kann. Dann gibt es Zeiten, in denen die Hilfe der Kinder bei den landwirtschaftlichen Arbeiten nötig wird. Hier kann ausnahmsweise eine Befreiung in demselben Umfang eintreten wie bei dem übrigen Unterricht. Die Turn= und Sportvereine leisten zwar wertvolle Dienste für die körperliche Ertüchtigung der Jugend, die Mehrzahl gehört ihnen aber nicht an. o Iserlohn. Wo man singt.. Der erwerbslose Hilfsarbeiter Heinrich Kl. ist nicht gerade mit einer schönen Stimme begabt, vielleicht überhaupt nicht begabt, denn er brachte sich vor das Schöffengericht einen Kameraden mit, der ihn, da er wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt ist, verteidigen sollte. Das wurde natürlich vom Hagener Richter nicht zugelassen. Kl. gab zu, daß er sich in der unteren Mühlenstraße auf eine Mauer gesetzt habe, wo bereits einige andere junge Leute saßen und sangen, wie sie behaupteten, schön sangen. Kl. wollte sich daran beteiligen, machte aber mit seiner Kräherei die schönsten Absichten zu Schanden. Einer der begabten Sänger zog Kl., als Rlugzeugnotlandung in Hagen=Fley Gestern nachmittag gegen 14,15 Uhr mußte ein Flugzeug der Fliegerschule Rheinland beim Ueberlandflug infolge Motorschadens eine Notlandung in Hagen=Fley vornehmen. Das Flugzeug setzte nach dem Niedergehen auf eine Wiese auf, hierbei erlitt es geringe Beschädigungen. (Propeller= und Fahrgestellbruch). Der Führer des Flugzeuges, der sich in diesem befand, erlitt keine Verletzungen. Gerüchte, die gestern nachmittg laut wurden, daß bei Kabel ein Flugzeug abgestürzt sei, haben sich glücklicherweise nicht bestätigt. dieser nicht aushörte zu krähen, von der Mauer. Aebr K. kletterte wieder hinauf und krähte weiter. Er wurde zum zweiten Male heruntergezogen. Nun wehrte er sich; es kam zu Handgreiflichkeiten, in deren Verlaufe der am Boden liegende Kl. sein Taschenmesser zog und seinen Angreifer verwundete. Unter Annahme mildernder Umstände wurde Kl. zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Er erhielt Bewährungsfrist, da er erst 19 Jahre alt und noch unbestraft ist. 9 Iserlohn. Dynamitdiebstahl. In der Nacht vom Montag zum Dienstag wurde dem Dynamitlager des Unternehmers R. von hier, das sich in der Läger befand, ein unliebsamer Besuch abgestattet. Die Diebe entwendeten drei Kisten mit ca. 25 Kilo Dynamit und 60 Sprengkapseln. Leider ist es der Polizei bisher noch nicht gelungen, die Täter zu ermitteln oder eine Spur von dem gestohlenen Dynamit zu finden. Da die Befürchtung nahe liegt, daß das Dynamit von radikalen Elementen im Wahlkampf benutzt wird, ist die Bevölkerung sehr beunruhigt. Amt Westhofen Holzen. Der Schulhaushaltsplan für das Rechnungsjahr 1930 wurde in der letzten Sitzung des Schulvorstandes nach Durchberatung der einzelnen Positionen angenommen. Derselbe schließt in Einnahme und Ausgabe mit 39 266 Mark. Zur Bestreitung von Unkosten bei Schulausflügen wurden 150 Mark und für die Schülerbibliothek 200 Mark bewilligt. Holzen. Eine Gartenausstellung wird von dem Obst= u. Gartenbauverein Sommerberg für den 4. und 5. Oktober in den Räumen der Wirtschaft Eisenberg, Sommerberg, vorbereitet. Die Ausstellung soll zur Förderung der Inlandsproduktion beitragen. Bereits in früheren Jahren abgehaltene Ausstellungen des gut geleiteten Vereins hatten eine reiche Beschickung mit Erzeugnissen des Obst= und Gemüsebaues und der Blumenzucht aufzuweisen. Holzen Alleswird gestohlen. In einer der letzten Nächte ist die vor der Wirtschaft Ueberacker auf dem Höchsten an der Provinzialstraße befindliche Benzintankanlage gewaltsam erbrochen worden. Etwa 50 Liter Shell=Brennstoff wurden gestohlen. Es wird vermutet, weil ein Auto nicht gesehen worden ist, daß der Brennstoff in Kannen weggetragen worden ist. Von den Tätern fehlt jede Spur. t. Westhofen. Dienst=Jubiläum. Der Walzer Heinrich Edler, hier, Bahnhofstr. 44, kann am heutigen Tage auf eine 25jährige Berufstätigkeit bei der Firma Vereinigte Deutsche Nickelwerke A.=G. in Schwerte zurückblicken. Wir beglückwünschen den Jubilar zu seinem Ehrentage auf das herzlichste. Westhofen. Kreisjugendtreffen. Am kommenden Sonntag, den 7. ds. Mts., findet in unserer Gemeinde ein Kreis=Jugendturntreffen der Hagener Kreisverbindung des Westdeutschen Jünglingsbundes statt. Aus den beteiligten Vereinen haben sich mehrere 100 Mitglieder zur Beteiligung angemeldet. Der evgl. Gottesdienst wird zu einem Festgottesdienst dieses Jugendfestes gestaltet, in dem Herr Bundesgauwart Dornemann vom Westdeutschen Jünglingsbund die Festpredigt hält. Nach einem Festzuge finden auf dem Teutonia=Sportplatz Wettkämpfe und Schauturnen statt. Als besonderer Preis winkt dem 1. Mannschaftssieger das Wanderbanner der Kreisverbindung. Abends 6 Uhr ist im Gemeindehause Siegerverkündigung und Schlußfeier. Den Gemeindegliedern möchten wir empfehlen, an der jugendlichen Freude regen Anteil zu nehmen. ! Westhofen. Der Krieger= und Landwehrverein 1860 Westhofen hält am Samstag, abends 8,30 Uhr, im Lokale Weiberg eine Versammlung ab. 1! Westhofen. Wochenmarkt. Der Geschäftsbetrieb auf dem Wochenmarkte war als zufriedenstellend zu bezeichnen. Besonders Obst und Gemüse fanden guten Absatz. Zum Einmachen wurde noch mancherlei angeboten. Frische Fische waren nicht zu haben, dafür wurden aber Fleisch= und Wurstwaren mehr gekauft, als in der Vorwoche. Die Preise gestalteten sich wie folgt: Birnen 15, Aepfel 3 Pfund 90, Pflaumen 20, Weintrauben 50, Pfirsiche 70, Bananen 40, Zitronen Stück 10 Pfg. Gemüse: Weißkohl und Wirsing 10, Rotkohl 15, Möhren 10, Zwiebeln 3 Pfd. 25, grüne Bohnen 15, Wachsbohnen 15, Tomaten 20, Blumenkohl, der besonders gut geraten ist, schon von 10 Pfg. an, Schlangengurken 15, Einmachgurken 30, Rhabarber 10, Kohlrabi Stück 8, Kartoffeln 10 Pfd. 50 Psg. Landbutter kostete 1,60, Molkereibutter 1,90 M. Sahneschichtkäse 90, Speisequark 50 Pfg. Eier gab es 8 Stück für 1 M. Salzheringe 8 Stück für 50 Pfg. Rindfleisch 1,20, Schweinefleisch 1,40, Gehacktes 1,40, Speck 1,30 u. 1,40, Wurstsorten von 1—2,20 M. ! Garenfeld. Zur Behebung der Woh. nungsnot sind in den letzten Jahren hier wiederholt Pläne ins Auge gefaßt worden, wegen finanzieller Schwierigkeiten mußten sie aber immer wieder zurückgestellt werden. Die private Bautätigkeit liegt ganz lahm. Eine von der Gemeinde errichtete Notwohnungsbaracke bietet zur Unterbringung der obdachlosen Familien nicht Raum genug. Einige Familien wohnen immer noch in sehr notdürftigen und ungesunden Räumen. Da die Gemeinde selbst zur Errichtung von Wohnungen in absehbarer Zeit nicht in der Lage sein wird, sind jetzt Verhandlungen mit der Westfälischen HeimstättenSiedlungsgesellschaft in Dortmund wegen Schaffung von Wohnungen eingeleitet worden. Die Gemeinde ist bereit, geeignetes Baugelände eventuell kostenlos zur Verfügung zu stellen. Es wäre zu wünschen, wenn nun auch aus der Hauszinssteuer entsprechende Zuschüsse zu Baukosten gemacht werden könnten. 16 Wahlvorschläge in Westfalen=Süd Der Kreiswahlausschuß hat in seiner gestrigen Sitzung unter dem Vorsitz des Landrats Hansmann(Schwelm) folgende Kreiswahlvorschläge zur Reichstagswahl am 14. September 1930 zugelassen: 1. Sozialdemokratische Partei Deutschlands. 2. Deutschnationale Volkspartei. 3. Deutsche Zentrumspartei. 4. Kommunistische Partei. 5. Deutsche Volkspartei. 5a. Christlich=soziale Volksgemeinschaft. 6. Deutsche Staatspartei. 7. Reichspartei des deutschen Mittelstandes (Wirtschaftspartei) e. V. 7a. Radikale Deutsche Staatspartei. 9. Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei(Hitler=Bewegung). 10. Westfälisch=Lippisches Landvolk(ChristlichNationale Bauern= und Landvolkpartei). 11. Volksrechtspartei(Reichspartei für Volksrecht und Aufwertung) und Christlich=Soziale Reichspartei. 16. Konservative Volkspartei. 17. Evangelischer Volksdienst. 19. Polenpartei. 23. Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands. Für die Reichswahlvorschläge Nr. 8. Bayerische Volkspartei, 12. Deutsche Bauernpartei, 13. Landbund, 18. Freibund des Handwerks, Kleinhandels und Gewerbes(Reichsbund des deutschen Mittelstandes), 20. Deutsche Einheitspartei für wahre Volkswirtschaft, 21. Partei gegen den Alkohol, 22. Kriegsbeschädigten= und Hinterbliebenenpartei der deutschen Mannschaft einschließlich der Abgefundenen, 24. Haus= und Grundbesitzer, 25. Arbeiterpartei für das arbeitende und schaffende Volk, 26. Mieter= und Volksreichspartei, 27. Handel, Handwerk, Hausbesitz sind keine Kreis=Wahlvorschläge eingegangen. „hör mit mir“ Flugplätze, d. h. glatte Rasenflächen, waren noch vor 2 Jahrzehnten beliebte Ausflugsorte des Publikums, das gern den Fliegern beim Ueben und Schulen zusah. Heute wurden diese Uebungsstätten zu Flughäfen, zu regelrechten Bahnhöfen, bei denen die Arbeit ebenso ordnungsgemäß aufgeteilt ist, wie in allen anderen öffentlichen Betrieben. „hörmit mir“ zeigt anläßlich eines Rundfunkvortrages, der auf diese Arbeitsteilung näher eingeht, in seiner heute erscheinenden Nummer die Leute bei ihrer Tagesarbeit im Flughafen. Neben Bildern aus London, Ostpreußen, Kopenhagen, aus dem nahen Ruhrtal, Bühnenaufnahmen und Köpfe der Vortragenden, ist der Bildteil dieser Nummer ganz besonders auf eine Vortragsreihe über moderne Gemeinschafts=Bauten eingestellt. Bürobauten, Fabrikhäuser, Hotels, Säle und Kirchen beweisen den einheitlichen, modernen sachlichen Stil. Außergewöhnlich in der Konstruktion ist eine Kirche aus Stahllamellen und Glas, die das Titelblatt zeigt. Jeden Rundfunkhörer wird ein Beitrag über die Probleme des deutschen Rundsunks außerordentlich interessieren, auf die anregenden Betrachtungen der„Kritischen Streiflichter“ braucht nicht mehr besonders hingewiesen zu werden.— Gern gelesen werden die lehrreichen Einführungen zu Vorträgen, Konzerten und anderen Rundsunkveranstaltungen. „hör mit mir“ kostet für die Abonnenten unseres Blattes monatlich 40 Pfg. bei wöchentlichem Erscheinen und kann bei unseren Zeitungsboten oder in der Geschäftsstelle der„Schwerter Zeitung" bestellt werden. Die Zeitschrift„hör mit mir“ sollte bei keinem Rundfunkeigentümer mehr fehlen. Aus Wöondion und den Rachbür-Previnzen Duß Rpaß Daptmgsap“s versetzte dem Hüter der Ordnung eine schallende Groß=Borimans — Schlägerei. Donnerstag gegen 16 Uhr gezieten auf der Stinnesstraße zwei Brüder mit einem Bergmann in Streit, der zu einer Schlägerei ausartete. Einer der Brüder versetzte dem Bergmann einen tiefen Stich in den Rücken, so daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte, Lebensgefahr besteht nicht. Der Streit wurde dann in einem Hause der Stinnesstraße weiter ausgetragen, wobei der Messerheld die Treppe herunterstürzte, sich einen linken Knöchelbruch zuzog und in das evangelische Krankenhaus in Mengede gebracht werden mußte. Der andere mitbeteiligte Bruder wurde in Schutzhaft genommen. — Tod bei der Arbeit. Gestern vormittag gegen 11 Uhr stürzte der mit einer Reparatur am Dache des neuen Thomaswerkes im Eisenund Stahlwerk Hoesch beschäftigte Arbeiter Fritz Klages so unglücklich vom Dach auf die Bühne eines Converters, daß er einen komplizierten Schädelbruch davontrug. Der Tod trat auf der Stelle ein. K., der als fleißiger Arbeiter galt, hinterläßt eine Frau und ein unmündiges Kind. Bereits seit zehn Jahren steht er im Dienste von Explosion in einer Wurstküche. In einer Wurstküche einer Metzgerei an der Mallinckrodtstraße entstand; gestern früh gegen 6,30 Uhr eine Explosion, die durch ein Rauchrohr verursacht wurde. Ein in der Nähe des Rohres stehender Lehrling erlitt dabei Brandverletzungen im Gesicht. Der Sachschaden ist nicht sehr hoch. — Ein ungetreuer Wanderbursche. Ein auf der Wanderschaft befindlicher Melker lernte in Dortmund einen anderen Wanderburschen kennen, mit dem er sich nach Herne auf den Weg machte. Das war gestern gegen 21,30 Uhr. Der Melker hatte eine Tasche, einen Mantel und eine Mandoline bei sich. Sein Wanderkollege trug ihm die Tasche. Plötzlich wurde die Tasche vermißt. Der Melker wollte umkehren und die Tasche suchen. Er übergab dem anderen so lange seinen Mantel und die Mandoline. Als er etwa 100 Meter den Weg zurückgegangen war, mußte er feststellen, daß sich sein Kollege entfernt hatte. Mantel und Mandoline im Gesamtwert von etwa 70 Mark hatte der ungetreue Wanderbursche an sich genommen, um seine Reise allein fortzusetzen. Der Dieb konnte noch nicht gefaßt werden. — Folgen der Trunkenheit. Ein Arbeiter aus der Schlosserstraße fuhr auf der Münsterund Heroldstraße in betrunkenem Zustande mit seinem Fahrrad. Da er einige Passanten dabei angefahren hatte, wurde er von einem Polizeibeamten angehalten, um abgeführt zu werden. Bei seiner Zwangsgestellung leistete er erheblichen Widerstand. Er wurde aber überwältigt und in Schutzhaft abgeführt.— Wegen Trunkenheit mußten ferner drei männliche Personen zwangsgestellt und in Schutzhaft genommen werden. — Verkehrsunfall. Am Mittwoch befuhr ein Lastkraftwagen mit Anhänger die Rheinische Straße. Ein Radfahrer wollte den Lastzug in dem Augenblick überholen, als aus der Toreinfahrt der Aktienbrauerei ein Bierlastzug herausfuhr, um in die Rheinische Straße einzubiegen. Er erlitt innere Verletzungen und klagte über Hüftschmerzen. hE,, en. Im Kraftwagen von Konstantinopel zur Gruga. Am Samstag und Sonntag(20. und 21. September) wird die Stadt Essen ein automobilsportliches Ereignis erleben. Der Automobilklub Ruhrland veranstaltet seinen 2. Ruhrländischen Automobil=Wettbewerb, der u. a. eine Zielfahrt zur Gruga vorsieht. Es sind bereits eine Anzahl Wagen zu den Startpunkten, die von den Führern selbst gewählt werden können, abgefahren. Wie mitgeteilt wird, wird sogar ein Wagen aus Konstantinopel erwartet. h Bottrop. Gefährliche Fußtritte. Im Verlaufe einer Schlägerei versetzte der Bergmann Jossa dem Arbeiter Steimann mehrere Fußtritte ins Gesicht und in die Magengegend, sodaß der Angegriffene dem Krankenhause zugeführt werden mußte. h Recklinghausen. Eifersuchtsszeneim Café. Eine von auswärts stammende junge Dame betrat mit ihrem Stadtköfferchen in gehobener Stimmung ein hiesiges Café und entdeckte sogleich eine Nebenbuhlerin. Der Zorn färbte ihr Köpfchen rosenrot. Giftige Blicke warf sie der Verheßten hinüber. Doch als diese nichts fruchteten, griff sie— übrigens heißt sie Inge und treibt viel Sport— zu den vor ihr dersepie vem Tum e.. Brrnung vine schutl..r Ohrfeige. Fritz wurde bald wieder entlassen. Nachdem sich das Amazonenfräulein auch beruhigt hatte, allerdings dauerte das einige Stunden, wurde auch ihr die goldene Freiheit wiedergeschenkt. Vor dem Tore wartete Fritz sehnsuchtsvoll, bis Inge kam. Ein Kuß und zwischen den beiden war alles wieder gut. In Kürze wird das Liebespaar dem Kadi seine ereignisreiche Reise erzählen und den entsprechenden„Lohn“ für die aufgeführten Skandalszenen entgegennehmen können. aWissen(Sieg). In einen Brunnen gestürzt undertrunken. Im benachbarten Honigsessen wurde das zweijährige Söhnchen eines Bergmannes das Opfer einer Kinderspielerei an einem nicht geschützten Brunnenloch. Das Kind spielte mit Nachbarkindern verstecken auf dem Hof des Hauses und wollte sich hinter die Brunnenmauer verkriechen. Dabei bekam das Kind das Uebergewicht und stürzte in den Brunnen. Auf das laute Hilfegeschrei eilte die Mutter herbei und zog das Kind aus dem vollgefüllten Brunnenloch heraus. Leider blieben die Wiederbelebungsversuche ohne Erfolg; der Junge war schon tot. h Gladbeck. Sie heiratet den Mörder ihrer Mutter. Die Witwe Kleine=Lasthues wurde vor einigen Wochen von dem Arbeitslosen Peim im Keller erschlagen. Peim sitzt zurzeit im Essener Landgerichtsgesängnis und hatte die Tat begangen, weil Frau Kleine=L. den Verkehr mit ihrer Tochter nicht duldete. Fräulein Kleine=Lasthues erschien jetzt mit der Mutter des Peim auf dem Standesamt, um die nötigen Unterlagen zur Heirat sich zu beschaffen. Man rechnet damit, daß die Hochzeit in Kürze stattfinden wird und zwar im Landgerichtsgefängnis. h Bielefeld. Durch Seifenlauge verbrüht. Durch ein mit heißer Seifenlauge gefülltes Gefäß zog sich das dreijährige Töchterchen der Eheleute Wehrenbrecht schwere Verbrühungen am ganzen Körper zu, sodaß es in hoffnungslosem Zustande dem Krankenhause zugeführt werden mußte. h Duisburg=Hamborn.„Früh krümmt sich...“ Im Stadtteil Marxloh wurde in letzter Zeit mehreren von den Eltern zum Einkauf fortgeschickten Kindern das Geld abgenommen. Nach längeren Ermittlungen gelang es jetzt der Polizei, die gefährliche Diebin festzunehmen. Es handelt sich um eine 14jährige Schülerin aus Oberhausen=Sterkrade. stehenden Sachen und„kegelte“ der anderen Schnittchen mit ff. Aufschnitt, Tassen, Teller, Zuckerlöffel u. a. neuartige Wurfgeschosse an den Kopf. Die Rivalin war klug genug, sich rechtzeitig zurückzuziehen, und die Dame von auswärts behauptete siegreich das„Schlachtfeld". Der höflichen Aufsorderung, das Lokal zu verlassen, kam weder Inge noch ihr Begleiter Fritz nach, sodaß schließlich ein Policemann kommen mußte. Fritz, s. Z. Zahnarzt, wäre auch anstandslos gegangen, wenn Inge nicht solch einen Krach geschlagen hätte, in den er um des lieben Friedens willen einstimmen mußte. Die Berufung auf seinen Bildungsgrad nutzte ihm nichts. Mit seiner Herzallerliebsten mußte er zur Polizeiwache. Unterwegs ergoß sich eine Flut von „Schmeichelworten“ auf den Beamten, und Inge Vom Werden neuer Musik (Singefreizeit auf der Wislade). Das bekannte Volkshochschulheim Wislade (Kr. Altena) versendet, wie man uns mitteilt, soeben eine Einladung zu einer Singefreizeit mit reichhaltigem Programm, das im Interesse der Volksbildungsarbeit weiteste Verbreitung verdient. Die Wislade ist vor allem dadurch bekannt geworden, daß sie, ohne nach politischer oder weltanschaulicher Stellung zu fragen, ihre Tore jedem offen hält, dem es um wahrhafte Bildung zu tun ist. Dadurch hat sie allseitige Beachtung gefunden. Sie zu unterstützen gilt in allen für die Volksbildungsarbeit tätige und interessierte Kreise gewissermaßen als Ehrensache, zumal sie heute schwer um ihre Existenz zu ringen hat. Die Singefreizeit hat den Zweck, bei allen Teilnehmern eine Singe= und Musizierfreudigkeit zu erwecken, die in Schule, Haus und Kirche fruchtbar werden soll. Wertvolles Volksgut, welches wir in unseren Liedern und Chorälen besitzen, soll durch tätiges Musizieren und frohes Sichergreifenlassen wieder lebendig werden. Lehrherrn und Lehrerinnen, Singkreis= und Chorleitern soll die Singefreizeit Anregung und Anleitung geben für die volks= und kirchenmusikalische Arbeit in Stadt und Land. Teilnehmen können Jugendliche beiderlei Geschlechts, Jugendpfleger, Lehrer und Lehrerinnen, Leiter und Leiterinnen von Jugendverbänden, Chorleiter, Mitglieder von Chören und alle anderen an der Verbreitung echten Volksgesanges interessierten Kreise. Die Tagesarbeit solcher Singefreizeit ist sehr vielseitig: Atem- und Stimmpflege, Gehörbildung, schaffendes Musizieren(das„Schafsende Musizieren" beginnt mit der Veranschaulichung der Tonreihe, der Zusammenklänge, des rhythmischen Aufbaus und führt schließlich zur Erkenntnis des echten Volksliedes), allgemeine Musiklehre, Chorschulung, Morgen= und Abendlied. An besonderen Themen werden besprochen: Die Bedeutung der Singbewegung für den Kirchengesang, neue Bestrebungen zur Verlebendigung des Gemeindegesanges, Ziele und Grenzen der Gesangbuchreform. Jugendsingkreise auf dem Lande. Die neuen„Richtlinien für den Musikunterricht an Volks= und Mittelschulen.“ Chorliteratur für einfachste Verhältnisse. Volksund kirchenmusikalische Aufgaben im Rundfunk. Religiöse Musik auf der Schallplatte. Die Freizeit beginnt am Montag, den 29. September, abends 6 Uhr und schließt Sonnabend, den 4. Oktober, 1 Uhr mittags. Es wird begrüßt, wenn Instrumente mitgebracht werden(Geige, Bratsche, Cello, Flöte, Laute) und Noten die im Hause und in der Kirche zum Singen benutzt werden.(Während des Lehrganges ist eine Ausstellung guter MusikMeratur, die leihweise zur Verfügung gestellt, bezw. käuflich erworben werden kann.) Die Kosten für die Singefreizeit betragen 15 Mk. einschließlich Verpflegung und Unterkunft. Anmeldungen sind sofort, spätestens bis zum 25. September, an das Volkshochschulheim Wislade, Post Oberrahmede(Kreis Altena) zu richten. Aus der Wahlbewegung Für Artikel unter dieser Rubrik übernimmt die Redaktion nur die preßgesetzliche Verantwortung. Versammlung der Wirtschaftspartei in Westhofen Gestern abend fand im Lokale Karl Schulte in Westhofen eine Mitgliederversammlung der Ortsgruppe der Wirtschaftspartei statt, die einen besseren Besuch verdient gehabt hätte. Nach einleitenden Worten des Vorsitzenden A. Ebeling, in denen er an die Erstarkung und das Zusammenschließen des Bürgertums appelierte, nahm Bäckermeister Hourtz=Bochum das Wort zu einem längeren Referat. U. a. sagte er, es sei noch kein Wahlkampf seitens des Bürgertums so uneinig geführt worden, wie gerade dieser und der Mittelstand müsse sich auf das Schärfste anstrengen, wenn ein Erfolg erzielt werden solle. Sonst wäre es nicht von der Hand zu weisen, daß der nächste Reichstag eine sozialistische Mehrheit habe. Nach der letzten Reichstagszusammensetzung fehlten an der sozialistischen Mehrheit nur 27 Stimmen. Heute gehe der Kampf darum, ob der Staat noch mehr Aufwand treiben solle wie bisher. Von einem Zusammenbruch sei man nicht mehr weit entfernt. Die Sparsamkeitspolitik stoße auf einen starken Widerstand. Nachdem sich der Redner mit den Gründen der Auflösung des Kabinetts Brüning beschäftigt hatte, betonte er, daß es oberster Grundsatz der Partei sei, daß die öffentliche Hand sehr sparsam wirtschaften müsse. In Deutschland gäbe es 32 Millionen Erwerbstätige, davon verdienten 10 Millionen noch unter 2000 Mk. im Jahr, 12 Millionen erreichten 1600 Mark und nur ein geringer Bruchteil liege über 5000 Mk., ausgenommen die Beamtenschaft. Hourtz ging an Hand von Statistiken auf die Not der Landwirte und Gewerbetreibenden ein, deren Durchschnittseinkommen 1421 Mk. und 1852 Mk. im Jahre betrage. Anders verhalte es sich bei der Beamtenschaft. Bei den mittleren und höheren Beamten betrage das Durchschnittseinkommen über 5000 Mk. im Jahre. Das sei ein sozialer Wohlstand, den sich kein anderer Stand leisten könne. Auch hier wies der Redner die Gehaltsbezüge statistisch nach. Es sei doch so, als ob das Volk den Beamten usw. die Reparationen zu zahlen habe. Dagegen hätten die unteren Verwaltungsbeamten eine nicht im Verhältnis stehende Aufbesserung erhalten. Im allgemeinen könne man von einer Verdoppelung der Bezüge sprechen. Eine derartige Wirtschaft müsse ins Elend führen. Die Besoldungserhöhung von 1927 betrage insgesamt 1500000000 Mk., das seien nur 200 Millionen weniger, als das Volk am Youngplan zu tragen habe. Die Kultur der Beamtenschaft sei heute eine viel höhere geworden als früher, vielfach würden die Kosten noch durch Realsteuern verbilligt. Redner behandelte dann die Wohnungs= und Urlaubsfrage der Beamtenschaft. Die bürgerlichen Parteien präsentierten auf ihren Listen viele Beamten, dagegen gäbe es in England kein positives Wahlrecht für diese. In Deutschland könne die Beamtenschaft glänzend aus sich heraus Beschlüsse fassen. Man dürse sich darum nicht wundern, wenn der Beamtenapparat immer teurer würde. Die Forderung müsse aufgestellt werden, daß auch diese Schicht anders als bisher zu den sozialen Lasten beitragen müsse. Hourtz betonte, daß er nur für ein soziales Recht kämpfe und die Beamtenschaft nicht bekämpfen wolle. Heute sei es z. B. auch so, daß man sich bei hohen Gehältern noch billige Wohnungen sichere. Man verschaffe sich im Staate Vorteile über Vorteile. Diese Politik habe die Wirtschaft blutarm gemacht und es gäbe ein Erwachen, das sicherlich schauerlich sei. Gegenüber anderen Partei halte die Wirtschaftspartei mit der Aufstellung von Beamten Maß und Ziel. Ein Parlament mit einem starken Einfluß des Mittelstandes hätte einen solchen Apparat nie gebilligt. Redner kam dann noch auf die Verwaltungsreform zu sprechen, aber trotz der vielen Versprechungen der Parteien sei es zu Taten noch nicht gekommen. Reserent wandte sich scharf gegen die Kleinstaaterei in Deutschland und die dadurch entstehenden Kosten. Weiter sagte er, daß ein Sieg bestimmt wäre, wenn das Bürgertum den Mut aufbrächte, sich für das Privateigentum einzusetzen, nur ein gewisser Besitz garantiere für die persönliche Freiheit. Nach Ermahnungen an die Versammelten, bis zum Wahltage in diesem Sinne aufklärend zu wirken, und nach Schlußworten des Vorsitzenden Ebeling, der gleichfalls noch interessante Ausführungen machte, konnte die Versammlung geschlossen werden. Gärtnerw. 1,50—2,50: Wirsingkohl: 1,50—4, Berl. Gärtnerw. 1,50—4, Rotkohl: 2—4, Berl. Gärtnerw. 2—4; Mohrrüben: ungewaschen 2 bis 3, gewaschen 3—4; Kohlrüben: 3,50—4,50; Rote Rüben: 3—4,50; grüne Bohnen: 3—10, seinere 12—20, Wachs 10—18, Schoten: 20 bis 40; Spinat: 8—12, Blatt 12—16; Gurken: Schmor= 4—6, Einlege= 4—8, Senf= 6—10; Meerrettich: 25—30, junger 40; Zweibeln: 4 bis 5; Tomaten: 1—6, Treibhaus 6—13; Pfefferlinge: 50—62; Grünlinge: 15—25; Steinpilze: 30—60; Kartoffeln: Weiße 2,25—2,50, Blaue 2,25—2,50, Gelbe 2,50—3,50, Nieren 4,50 —5,50; Blumenkohl: 100 Kopf 10—30, Erfurter 10—35, Zittauer 10—25; Karotten: 100 Bd. 6—10; Kohlrabi: Schock: 0,60—1,20; Salat: 100 Kopf 5—15; Gurken: Treibhaus 100 Stück 10—25; Radieschen: Schockbund 0,80—1,50; Rettiche: Schock 2—5; Sellerie: je nach Größe Schock 3—15; Porree: je nach Größe Schock 1 bis 1,70; Petersilie: je nach Größe 100 Bund 15—30 Mark. Fisch=Großhandelspreise. Amtl. Marktbericht der Städtischen Markt= hallen=Direktion Berlin. Lebende Fische für 50 Kilo: Hechte: unsortiert 130—151; Schleie: unsortiert 120—130, Portions= 160; Aale: unsortiert 120, groß 130, groß=mittel 130, mittel 130—136, klein 90; Karpfen: Spiegel= 60er 110; Plötzen: unsortiert 49; Bunte Fische: unsortiert 70 Mark. Butterpreise. Amtliche Berliner Notierungen für Butter i mVerkehr zwischen Erzeuger und Großhandel, Fracht und Gebinde zu Lasten des Käufers: 1. Qualität 136, 2. Qualität 124, abfallende Ware 108 Mark je Zentner.— Tendenz: Stetig. Heu und Stroh. (Amtlich). Erzeugerpreise für 50 Kilo ab märkischer Station frei Waggon für den Berliner Markt in Reichsmark: Drahtgepreßtes Roggenstroh 0,70—0,90, desgl. Weizenstroh 0,60 bis 0,70, desgl. Haferstroh 0,70—0,80, desgl. Gerstenstroh 0,70—,80, Roggenlangstroh 0,70—0,90, bindfadengepreßtes Roggenstroh 0,65 bis 0,80, desgl. Weizenstroh 0,60—0,70.— Hächsel 1,40 bis 1,55. Heu, handelsüblich 1,55—2,00, Heu, gutes, erster Schnitt, 2,10—2,30. Thymotee lose 2,60—3,00. Kleeheu, lose, zweiter Schnitt 2,30 bis 2,60. Mielitzheu, lose Warthe 1,65—1,85, Havel 1,40—1,55. Drahtgepreßtes Heu 40 Pfennig über Notiz.— Tendenz: Matt. Börsen und Märkte Dortmunder Getreidebörse vom 4. Sept. Es notierte: westf. Weizen 24,75—25, westf. Roggen 17, ostfr. Hafer(alt) 23, ostfr. Hafer(neu) 19—20, inl. Gerste 21,50—22, ausl. Gerste 22,50, Bäckermehl 40 bis 40,25, Roggenmehl 30—30,25, ostd. Roggenmehl 28,50, Weizenkleie 8,50—10, Trockenschnitzel 7,75—8, Zuckerschnitzel 9,50—10. Diese Preise sind Großhandelsverkaufspreise und verstehen sich per 100 Kilogramm waggonfrei Dortmund in Ladungen von 15 Tonnen, bei Mehl zu den Mühlenkonventionsbedingungen. Tendenz: ruhig. Handel und Wirtschaft Großhandelspreise für inländisches Gemüse. Amtl. Marktbericht der Städtischen Markt= hallen=Direktion Berlin für inländisches Gemüse für 50 Kilo: Weißkohl: 1,50—2,50, Berl. Darf man nachts waschen? Natürlich!— allerdings ohne Reibbrett, Bürste und Maschine, sonst gibt's Klage wegen ruhestörenden Lärm. Reiben und Bürsten der Wäsche ist heute auch ohnehin verpönt, denn es schadet der Wüsche. Das Vorwaschen ist überflüssig, wenn man am Abend vor dem Waschtag die Wäsche mit HenkoBleichsoda einweicht. Henko verrichtet die Arbeit des Schmutzlösens schonender und besser. Wie gründlich die Schmutzlösung mit Henko ist, zeigt das Aussehen der Einweichlauge am anderen Morgen. * Das Technikum Lage in Lippe, welches in ganz Deutschland als eine der größten und am besten eingerichteten Schulen seiner Art bekannt ist, hat seinen Lehrplan wiederum vervollkommnet, um ständig mit der Entwicklung der Technik Schritt zu halten. Die Abteilung Bauschule ist in ständigem Wachsen begriffen. Im Sommersemester 1930 wurde ein mit allen Mitteln ausgestattetes Baustofflaboratorium zur Prüfung von Ziegeln, Beton, Mörtel, Gips, Zement, Kalk, Bedachungsstoffen, Bauholz und Eisen eingerichtet. Auch die umfangreichen Uebungen im Modellieren, Feldmessen und Entwerfen vertiefen die praktischen Kenntnisse der Studierenden. Außer der Ausbildung zum Architekten, Bauingenieur und Bautechniker ist den Studierenden der Anstalt Gelegenheit gegeben, nach dem 2. Hauptsemester vor der Handwerkskammer Detmold die reichsgesetzliche Handwerksmeisterprüfung im Baugewerbe abzulegen, ein Vorteil, den sich viele Studierende zunutze machen. Auch in der Abteilung Maschinenbau und Elektro=Technik herrscht der Grundsatz, durch Uebungen in den vorbildlich eingerichteten Laboratorien, sei es Kraftmaschinen=Laboratorium, Werkzeugmaschinen=Laboratorium, Elektrotechnisches Laboratorium, Schweißtechnisches Laboratorium oder Materialprüfungs=Laboratorium, die im Unterricht gebrachte Theorie praktisch auszuwerten. Neben der Ausbildung zum Ingenieur und Techniker ist auch hier Gelegenheit geboten, nach dem 2. Hauptsemester gleichzeitig mit der Werkmeisterprüfung die reichsgesetzliche Handwerksmeisterprüfung im Schlosser=, Schmiede=, Mechaniker=, Installateur und Elektriker=Gewerbe abzulegen..... Losiumt zm 9n Ostak Das Wintersemester beginm am 28. Oktover 1930. Lehrpläne versendet das Sekretariat kostenDie gleich wichtige Rolle wie die Nahrungsmittel selbst, spielen in unserer Ernährung die Genußmittel. Sie erst machen die Speisen schmackhaft. Was aber schmeckt, bekommt auch. Es ist darum kein Wunder, daß sich die bekannte Maggi=Würze so allgemeiner Beliebtheit erfreut. Denn nur wenige Tropfen, erst kurz vor dem Anrichten zugefügt, erhöhen Aroma, Mohlgeschmack und bessere Ausnutzung der damit vollendeten Gerichte. Prshne F 4 514 Kind erstunre! Sch 80 DIE SCHWERTER ZEIIUNG K W veranstaltet am Sonntag, den 7. September 1930, nachmittags 4 Uhr im Freischütz (Schwerter Wald) zum freien Eintritt ihrer Abonnenten in Stadt und Land, ein großes PASTAGIPATDYT AONZENT ausgeführt vom Musikkorps des II.(Schützen) Batl. Inf. Regt. 13 aus Ludwigsburg. Leitung: Obermusikmeister Krauße Nach dem Konzert: TANZ Untenstehande Eintrittskarten berechtigen zum Elatrütt u. sind an der Lasse vorzuzeigen Freitag, S. September 1930 Nr. 208(Drittes Blatt) „Schwerter Henlund Die Ferienfahrt der Reichsbahndirektion Wuppertal 1. Teil. Am 27. August traten etwa 450 Reiseteilnehmer mit einem Sonderzuge die von der Reichsbahn=Direktion Wuppertal organisierte Verwaltungssonderzugfahrt nach Oberammergau an. Ueber Köln ging es zunächst bei schönstem Wetter am Rheine entlang nach dem goldenen Mainz. Nach kurzer Verpflegungspause wurde die Fahrt fortgesetzt. Durch das gesegnete Frankenland eilte der Zug über Würzburg und Augsburg nach München. Hier fand die Reise zunächst ihr Ende. Am Abend trafen sich die Teilnehmer— unter denen sich auch eine Anzahl Leser unseres Verbreitungsbezirkes befand— im Hofbräuhaus und in anderen Gaststätten. Am Donnerstag wurde vormittags eine gemeinsame Rundfahrt durch Bayerns herrliche Hauptstadt unternommen. Auch den Besuch des Deutschen Museums ließen sich die Teilnehmer nicht entgehen. Am nächsten Tage führte der Sonderzug die Teilnehmer nach Garmisch=Partenkirchen, wo sie wie in München in vorzüglichen Pensionen und Hotels untergebracht wurden. Für die Dauer von vier Tagen dienten diese beiden wundervoll gelegenen Orte am Fuß der Zugspitze als Standquartier. Der erste Abend sah die Gäste in den verschiedensten anheimelnden Lokalen bei gutem bayerischen Bier in fröhlichster Runde. Am Freitag wurden in zwanglosen Gruppen mancherlei Ausflüge unternommen. Das Hauptereignis des Tages war jedoch eine Fahrt mit der neuen bayerischen Zugspitzbahn. In etwa zwei Stunden brachten bequem eingerichtete Wagen die Teilnehmer nach dem 2650 Meter hoch gelegenen Schneefernerhaus. Von den Wagen aus hatte man während der Bergfahrt eine wundervolle Aussicht. Klar blickte das Wettersteinmassiv hinter Garmisch hervor, balb lag tief unten das anmutige Loisachtal und in den kristallklaren Fluten des Badersees spiegelten sich die Gipfel der Berge. Auch der einzig schön gelegene Eibsee bot ein selten prächtiges Bild. An den Wänden der Riffelwand stieg der Zug empor zur Endstation auf dem Schneeferner Platt. In Eis und Schnee lagen hier Gipfel und Täler. Die Mehrzahl der Teilnehmer unternahm von hier einen Aufstieg zum 2965 Meter hoch gelegenen Gipfel der Zugspitze. Der neu angelegte Weg fordert zum Besteigen des Gipfels keine besondere Anstrengung. Interessant anzusehen war eine kleine Gruppe von zwei Damen und einem Herrn, die angeseilt sich von einem geprüften Bergführer über eine schwierige Bergkuppe und dem früheren, jetzt kaum noch sichtbaren Gratweg nach der Bergspitze führen ließ. Ein wundervoller Rundblick bot sich hier über die schneebedeckten Gipfel der schweizerischen und italienischen Alpen. Dieser gewaltige Eindruck wird den aus den Niederungen unseres Heimatlandes kommenden Besuchern unvergeßlich bleiben. Gegen Abend langten alle Teilnehmer wieder in Garmisch=Parten= kirchen an. Das Programm für Sonnabend sah eine Fahrt mit der herrlichen Mittenwald=Bahn an der berühmten Martinswand vorbei nach Tirol und Innsbruck vor. In Innsbruck lernte man bei einer Rundfahrt die historischen Stätten der Hauptstadt Tirols kennen. Auch dem Berge Isel mit dem AndreasHofer=Denkmal und dem Museum der tapferen Tiroler„Kaiser=Jäger“ wurde ein Besuch abgestattet. Am Nachmittage wurde eine Auffahrt mit der Seilbahn zum Patscherkofel unternommen. Nach einer wundervollen Auffahrt genoß man in über 2000 Meter Höhe einen herrlichen Rundblick über die Zillertaler= und Stubaier=Alpen und über die Bergriesen des Karwendel=Gebirges. Am Abend langte man sonnenverbrannt und voll der schönsten Eindrücke wieder in Garmisch=Partenkirchen an. Ueber die Weiterfahrt nach Oberammergau, die hoffentlich den gleichen herrlichen Verläuf der bisherigen Sonderfahrt haben wird, werden wir später berichten. Aus Andrees Knabenjahren Er hatte frühzeitig„hochfliegende Pläne“. Ganz Schweden befindet sich zur Zeit in Aufruhr über die Auffindung der Leichen Andrees und seiner Gefährten und da ist es kein Wunder, daß gewissenhafte Reporter auch die Jugendzeit des verunglückten Polfliegers durchforschen. Man hat die noch lebenden Schulkameraden Andrees in dessen Heimatstadt Gränna am Vätternsee ausgefragt, darunter den ehemaligen Postillon, der jetzt fünfundsiebzig Jahre zählt. Wir erfahren von dem Alten, daß der junge August schon frühzeitig durch seine abenteuerlichen Unternehmungen, die auf unbezwinglichem Forschungsdrang und Abenteuerlust beruhten, sein Leben oft in Gefahr brachte und seinem Vater, dem Apotheker in Gränna, viele angstvolle Stunden bereitete. In den zwei Schuljahren, die wir ständig zusammen verbrachten, so erzählte der Alte, war August oft nahe daran, zu ertrinken, abzustürzen oder lebendig verbrannt zu werden. Eines Tages fanden wir am Ufer einige Bretter und August kam sofort auf die Idee, ein Floß zu bauen und damit den See zu befahren. Der Sie brachten die Leichen Andrees und seiner Gefährten Erstes Original=Funkbild von der Ankunft der„Bratvaag“ in Norwegen. 8 6 Oben die Mitglieder der Horn'schen Expedition, von links nach rechts: Soerenson, Kapitän Hörn, Eliasen und Olaf Hansen, unten: die Ankunft des Dampfers„Bratvaag“ in dem norwegischen Hafen Skjernö. Vättern ist einer der größten Binnenseen Schwedens. Kaum hatten wir stolz das Fahrzeug betreten, als ein starker Wind aufkam und uns rasch vom Strande forttrieb. Da standen wir nun ohne Ruder da. Bald ging das Floß auseinander und wir klammerten uns im eisigen Wasser verzweifelt an die Planken. Zum Glück hatte man uns vom Ufer bemerkt und wir wurden im letzten Augenblick gerettet. August erhielt zu Hause vom gestrengen Papa eine gehörige Tracht Prügel, seine Abenteurerlust wurde aber dadurch keineswegs gedämpft. Das„August" sich frühzeitig mit dem Gedanken an Luftfahrten befaßte, davon zeugen verschiedene Unternehmen, die seinem jugendlichen Gehirn entsprangen. Er hatte ein ausgesprochenes Erfindertalen:, so versichert sein einstiger Schulkamerad und wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, so führte er es durch, koste es, was es wolle. Eines Tages bekamen wir ein Stück Segeltuch in die Hände. Sofort stand bei August fest, daß wir eine„Flugmaschine“ aus dem Stoff herstellen müßten. Die Probeflüge wurden dann von einer Anhöhe aus unternommen. Ein anderes Mal verschaffte sich der junge Andree fünfzehn Kronen, damals ein ansehnliches Kapital. Er verwendete das Geld sofort zur Anfertigung eines Riesenballons, der dann vom Grännaberg abgelassen wurde. Der Ballon war aber mit leicht entzündlichem Gas gefüllt und als er schließlich auf dem Dach einer Scheune explodierte, wurden die Wirtschaftsgebäude beinahe ein Raub der Flammen. Unten empfing uns mit einem mächtigen Knotenstock der wütende Apotheker, der in ständiger Sorge um den abenteuerlustigen Sohn lebte. Der Postillon a. D. weiß auch von einer gefährlichen Segelfahrt auf dem schwach zugefrorenen Vätternsee zu erzählen, bei der die beiden Schulfreunde beinahe in einem der vielen Eislöcher versunken wären. Ein anderer Altersgenosse Andrees berichtet, wie dieser nahe daran war, schon als Knabe einen Todesflug— aus dem Fenster des Kirchturms auszuführen. Man hatte ihm gestattet, die große Glocke der Kirche eigenhändig zu läuten und das tat er mit solcher Kraft, daß er vom Glockenstrang hochgerissen und gegen das offene Turmfenster geschleudert wurde. Zum Glück konnte ihn der Mesner rechtzeitig fassen und festhalten... „Er hatte stets so hochfliegende Pläne," erzählt die neunzigjährige Mutter Lina, die im Elternhause Andrees Näharbeit besorgt hatte,„und dann war er so ein hübscher Junge!“ Es war stets ihr sehnlichster Wunsch gewesen, daß man noch vor ihrem Tode seine Ueberreste auffinden möge und dieser Wunsch ist nun in Erfüllung gegangen, erklärt sie mit feuchtschimmernden Augen... Von Drumenund Brauben Berlin, 1. Septemberwoche 1930. Die Schönheit liegt im Auge des Beschauers .... gut. Und wie Goethe bewußt oder unbewußt— an Plato sich anlehnend— gesagt hat: „Wär' nicht das Auge sonnenhaft— wie könnte es das Licht erblicken...“ Aber auch die Schönheit des Wortes liegt im Ohr des Hörers, so könnte man die wissenschaftlichen Feststellungen erweitern. Was der Franzose schon vor mir ausgedrückt hat: Der Ton macht die Musik, Man kann heute Töne vor Gericht stellen. Nicht etwa nur mittels Grammophon den Ton des Wortes — nein, das Wort nur so— den Ton muß man sich dazu denken. In zweiter Instanz wurde dieser Tage ein Studienrat freigesprochen, der über einen früheren, noch gar nicht so lange verflossenen Innenminister im Laufe einer politischen Debatte geäußert hatte, der Herr Minister sei ein„Bastard“ und ein„lächerlicher Bonze". Die erste Instanz urteilte: Diese unfreundliche Einschätzung kostet dreihundert Mark. Die zweite Instanz sprach frei.„Bastard“ sei eine Tatsachenfeststellung, entschied sie;„Bonze“ sei ein volkstümlicher Ausdruck ohne herabsetzenden Charakter... Na ja, und dann der Ton — der Ton dieser Klassifizierung war offenbar nicht unfreundlich u. hat nicht beleidigend gewirkt. Ich gratuliere dem Studienrat, daß er in der zweiten Kammer einen so munteren und klugen Richter gefunden hat. Es hätte auch anders kommen können. Wie's ja— siehe dreihundert Mark— schon einmal anders kam. Aber der zweite Richter wußte, was dem andern verschleiert blieb, daß ein Bonze in China und Japan ein buddhistischer Priester ist, und zwar einer, der, zur Erleuchtung bestimmt, vor Erlangung der Buddhaschaft noch einmal auf die Erde gekommen ist. Kann man von einem Minister Freundlicheres sagen, als daß er„zur Erleuchtung bestimmt“, ein Buddha wird? Und dann, wie gesagt, der Ton! Gerade das Wort„Bonze“ kann wirklich zärtlich ausgesprochen werden. Und überhaupt ich hab's immer gesagt: Ach, kreidet nicht stets als. Beleid'gung und Hohn an, Was sich so schrecklich in Lettern liest, Es kommt auf die Wärme des Hauchs, auf den Ton an, Ob so ein Wörtchen mit Recht dich verdrießt. Ein„Bastärd“ ein„Bonze“— ich will's just nicht preisen Als Gruß der Verehrung und schelt's auch nicht roh—. Mich hat noch keiner'nen„Bonzen“ geheißen Und gar einen„Bastard“,— ich fragte: Wieso. Doch als wir am Neckar beim Humpen gesungen Und kamen uns wichtig und würdig vor, Wenn dann durch die Luft von’nem„dummen Jungen“ Die Kunde schlug wenig freundlich ans Ohr, Dann blieb der Gemeinte nicht lächelnd sitzen, Dafür gab's einzige Antwort nur. Dann mußten— versteht sich— die Schläger blitzen. „Die Klingen gebunden" und„auf die Mensur!“ Und doch, ich seh' mich als lockigen Buben Bei meinen Soldaten, aufspringend vom Spiel Ob mühsom Gebautes in Trümmer fiel, Hineilen durch die sonnigen Stuben Zur Mutter, die just in der Gartenschürze Im Wintergärtchen mit sorgsamster Hand Ihre sprossenden Blümchen, ihr bißchen Gewürze Wie köstlichste Seltenheit schnitt und band. Schon häng' ich am Hals ihr und frag' und frage Nach Welten und Sternen und Ewigkeit— Und was mich bedrückt hat all die Tage, Von dem wird das kindliche Herz befreit. Sie lauscht wohl lächelnd dem Redeschwunge, Hat nichts mir verwiesen und nichts bejaht, Sie sagt nur:„Mein lieber— mein dummer Junge, Das laß' dich nicht kümmern— kommt Zeit, kommt Rat!“ Es kam die Zeit... Sie hat mir genommen So vieles, was meine Jugend beglückt. Dafür ist Rat und Antwort gekommen Auf manches, das mich mit Zweifeln bedrückt. Es kam die Zeit mit Würden und Ehren Und gab dem Leben Stil und Schwung; Ich aber— ach könnt' ich's noch einmal hören, Von einer, die längst unter Kreuzen und Föhren Still liegt und schweigt:„Mein dummer Jung“.“ Lang, lang ist's her. Das war die Zeit, da mir die Gute auch von meinem Großvater erzählte, er habe der„neuen Erfindung“ nie getraut und sei nur einmal auf der Eisenbahn gefahren. Und jetzt feiern wir den hundertsten Geburtstag der Eisenbahn! Goethe hat die neue Erfindung noch erlebt; und es ist vielleicht nützlich, in den Tagen der Wahlschlachten(von 1930) daran zu erinnern, welche Hoffnungen er daran knüpfte:„Mir ist nicht bange,“ sagte Goethe, „daß Deutschland nicht eins werde; unsere guten Chausseen und künftigen Eisenbahnen werden schon das ihrige tun. Vor allem aber sei es eins in Liebe untereinander, und immer sei es eins gegen den auswärtigen Feind! Es sei eins, daß der deutsche Taler und Groschen im ganzen Reiche gleichen Wert habe; eins, daß mein Reisekoffer durch alle sechsunddreißig Staaten ungeöffnet passieren könne. Es sei eins, daß der städtische Reisepaß eines weimarischen Bürgers von dem Grenzbeamten eines großen Nachbarstaates nicht für unzulänglich gehalten werde als der Paß eines Ausländers...“ So weit wären wir ja heute glücklich. Nur was die Einigkeit anbetrifft... Ich will ja nicht gerade behaupten, daß die Boxkämpfe, Berlin gegen Köln und so, die jetzt die Mannschaften der verschiedenen Städte gegeneinander austragen, Zeichen des inneren Unfriedens seien— immerhin, es scheinen mir noch nicht genug gute Chausseen und Eisenbahnen gebaut zu sein. Vielleicht ist dieser Hinweis ein Wink, wie man einen schönen Prozentsatz vom Heer der Abgebauten und Arbeitslosen beschäftigen könnte. Wenn man nämlich augenblicklich im lieben Deutschland liest „Wie man an zuständigen Stellen hört, sind Arbeiten im vollen Gange“, so handelt sich's allemal um Arbeiten an dem neuen Finanz= programme. Dieses aber besteht im Ersinnen vieler erheblicher Einschränkungen(lies: die sich der Steuerzahler auferlegen muß, um die neuen Auswirkungen des geplanten Finanzprogramms zu ertragen). Geschenkt wird uns nichts. Und von niemandem. Außer von Amerika, es schenkte uns den Dawes= und den Young=Plan und außerdem das Vertrauen, daß wir den Unsinn auf die Dauer erfüllen können. Amerika schenkt uns was. Bloß ich sage mit dem warnenden Laokoon, als er das hölzerne Riesenpferd sich den Toren Trojas nähern sah:„Quidquid id est, timeo Danaos et dona ferentes!“ Und das neueste Präsent? Der„Verbrecherkönig" Newyorks hat sich— den nach Newyork übergesiedelten Verbrecherkönig Chicagos als Rivalen fürchtend— nach Europa zu Schiff begeben. (Was es auch sein mag, ich fürchte die Danaer und ihre Geschenke.) Das hat gefehlt!... Wer nicht zu loben, Für wen man keine Zukunft sah, Den hat Europa„abgeschoben“ Mit Umsicht— nach Amerika; Daß er als Ackerknecht, als Drescher, Als Cowboy oder Volontär, Als Liftboy oder Tellerwäscher Begann— und stieg zum Millionär. Ging's gut— so kam er dann nach vielen Jahrzehnten, dollarschwer, nach Haus; Den„dicken Wilhelm“ hier zu spielen, Zog er die stramme Börse raus. Wenn er mit älteren Genossen Als„schwerer Junge", als Corsa: Nicht drüben irgendwo erschossen, Gelyncht, geteert, gefedert war. Nun spielt Amerika den Rächer Und macht die Sache umgekehrt; Den schwersten seiner Schwerverbrecher Schickt's uns als„Muster ohne Wert“. Wo ihm die dunklen Kavaliere Bereiten freud'ge Unterkunft, Daß er in Deutschland reformiere Mit Yankee=Tricks die schwere Zunft. Was ich schon prophezeit' und unkte, Ist überboten jetzt fürwahr: Erst Ehren=Wilsons vierzehn Punkte Und jetzt den größten Räuber gar. Der hold'ste Knabe wild'sten Westens Stieg schon zu Schiff, wie ich es las, Quidquid id est— ich danke bestens Für jed' Geschenk Amerikas. Diogenes. Tenlönezimn Seinone woiee Auonn een Onezubern Ki mr Ki m Ki teenm er R ime r# gute krättige B’wollqualität, mit Stoffkärtchen......... Größe 2 jede weitere Größe 7 d mehr. Maco-Finisch mit Laufmasche, verstärkte Schle und Ferse Größe 2 jede weitere Größe 7§ mehr. prima Maco mit dreifachem Fuß, feiner, dauerhafter Strumpf.Größe 2 jede weitere Größe 10 d mehr. reine Wolle, plattiert, erprobt haltbar, sehr vorteilhaft...... Größe 2 jede weitere Größe 12 d mehr. reine Wolle, dauerhafter Strumpf, aus erstklassigem Garn.Größe 2 jede weitere Größe 10 4 mehr. Wussa u# plattiert, sollde Qualität, hochgeschlossen, in bleu, 7-85 ThowOrtirie grün, braun, marine......... Größe 2 ##n!, plattiert mit Schillerkragen, auch zum hochschließen,# V5 OhOWOvewie in vielen modernen Farben...... 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Waren ihm nicht schon ein paar von den Kerls fortgelaufen, weil er sie„angehaucht“ hatte und weil ihnen das Essen nicht schmeckte, das er doch selber aß? Und schimpften sie dann nicht in der Nachbarschaft herum und machten ihn schlecht? Aber das Allerschlimmste: wer was konnte und seinen Mann stand, der verlangte ein Gehalt, mit dem man früher zwei solche Kerle hätte bezahlen können. Und die billigeren tangten nichts, waren zweifelhafte, weggejagte, unfähige Subjekte. Das hatte er dem Vermittler nach Berlin geschrieben. und was antwortete ihm der Mensch? „Für nichts ist nichts. Die Herren müssen heute so viel iernen und studieren. Wer was kann, der fühlt sich eben ind will danach bezahlt sein.“ Keine Treue, keine Anhänglichkeit mehr an den Brotherrn. Sein letzter Inspektor, mit dem es so ziemlich gegangen war, wenn man ihm auf dem Nacken saß, hatte ihn einfach im Stich gelassen, weil er eine bessere Stellung bekommen konnte. Nachträglich hatte er das erst erfahren. Darum war ihm der Mensch gleich mit der Kündigung gekommen, als er ihn„angehaucht". Es lagen ihm einige Briefe von Bewerbern vor; aber alle machten sie zu hohe Ansprüche, oder die Zeugnisse waren mäßig. Einer war ein notorischer Trunkenbold, der andere saugrob; das besorgte er selber. Der dritte verstand von der Brennerei nichts; und gerade dazu brauchte er ihn nötig. Einen hatte er sich neulich zur Probe kommen lassen. Das war ein ganz überstudierter Mensch, anmaßend und selbstbewußt. Der fand einfach alles schlecht und verkehrt auf Tressin, wollte alles auf den Kopf stellen, entwickelte einen ganzen Plan zu einer vollständigen Revolution. Alles, aber auch alles sollte mit Maschinen gemacht werden, mit den allerneuesten, die noch gar nicht erprobt waren. Der Kerl rechnete ihm vor, wie kolossal die Erträgnisse sich steigern würden— aber freilich, Kapital müßte man hineinstecken. Der Oekonomierat hatte ihn mit einem grimmigen Lächeln angehört und war dann furchtbar grob geworden, so daß der junge Mann ganz bestürzt seinen Koffer packte und schleunigst wieder abfuhr. Nun war da heute morgen aus Berlin ein großer Schreibebrief mit Zeugnissen und Photographie gekommen, von einem Herrn Platen. Auch ein Junger. Aber die Zeugnisse waren gut, sehr gut. Zuerst hatte er auf einem märkischen Rittergute praktisch gelernt, nachdem er die Landwirtschaftliche Hochschule in Berlin absolviert; dann war er zum Freiherrn von Rochlitz auf Gurtschinen in Ostpreußen gekommen— berühmte und großangelegte Musterwirtschaft, bekannter Züchter, vielfach prämiiert. Wer da an erster Stelle stand, sapperlot, der verstand seine Sache! Mit Bedauern nur hatte der Besitzer von Gurtschinen, o hieß es in dem Zeugnis, diesen tüchtigen, gediegenen Inspektor ziehen lassen, da er sich im Auslande zu vervollkommnen wünschte. Eine kleine Erbschaft hätte es ihm gestattet, so schrieb Herr Platen selbst, sich über ein Jahr im Auslande umzusehen. Er hätte viel Neues gelernt und dann noch in Berlin während der letzten Monate einige bodenchemische und andere Fachstudien, speziell über Brennerei, betrieben. Nun wolle er wieder eine Stellung annehmen. Er könne zwar jederzeit wieder auf Gurtschinen eintreten, aber er möchte die Verhältnisse, wie sie in Pommern seien, kennenlernen, und auch seine theoretischen Kenntnisse in bezug auf Brennerei, Ziegelei usw. praktisch anwenden lernen, wozu er beim Baron von Rochlitz nicht viel Gelegenheit gehabt. Von Herrn Oekonomierat Roloff und von seinem Mustergut Tressin hätte er so viel Rühmliches gehört, daß er gern bei ihm eintreten würde. Das Gehalt sei zwar klein; aber er hätte einige Mittel und sähe mehr auf freundliche Behandlung, Familienanschluß und die Gelegenheit, etwas Neues zu lernen. Hm, hm, hm! Der Oekonomierat paffte nachdenklich vor sich hin, bis sein Denkerhaupt in eine graue, stinkende Wolke eingehüllt war. Also ein Theoretiker, ein sogenannter„Strebsamer"; aber doch auf der anderen Seite ein praktischer, ausgezeichneter Landwirt. Das„Mustergut Tressin“ schmeichelte ihm auch; und offenbar schien der Mensch sich ja unterordnen zu können, denn der Baron Rochlitz war als strenger Gebieter bekannt, wie er zufällig wußte. Die gute Behandlung, der Familienauschluß— nun ja, er war ja kein Menschenfresser und konnte sich schließlich auch in die neue Zeit fügen, die nun einmal höflichere Umgangsformen gegen Untergebene verlangte. Ein jüngerer, jedenfalls feiner und gebildeter Landwirt von solchem Lerneifer würde auch für Fritz ein Vorbild sein und mehr Einfluß auf ihn gewinnen als so ein alter„Stoppelhopser“, wie der Junge sie mit seinem Lieblingsausdruck nannte. Und dann das Gehalt... Wo bekam er sonst für das Geld einen tüchtigen Inspektor her? Auch hatte der junge Mann ein recht sympathisches, offenes Gesicht. Na kurz, er wollte es einmal mit ihm versuchen, natürlich zunächst auf Probe. Nachdem er noch eine Weile nachgedacht und gepafft hatte, nahm er einen Briefbogen und schrieb in diesem Der neue Inspektor Sinne an Herrn Inspektor Platen in Berlin. Wenn er könne, möchte er schon in den nächsten Tagen eintreffen. Am anderen Tage kam ein Telegramm:„Bin mit allem einverstanden und werde nächsten Sonntag eintreffen. Platen.“ Der Gutsbesitzer erzählte gelegentlich bei Tisch, daß er für Ende der Woche einen neuen Inspektor erwarte. Da er seinen Kindern nie eine Einmischung in seine Geschäfte erlaubte, so nahmen sie die Nachricht mit großem Gleichmut auf. Es würde ihnen eben bei Tisch wieder ein Mensch gegenübersitzen, der sehr rote Hände, einen struppigen Bart hatte und wie ein Scheunendrescher aß, aber nie ein Wort von sich gab, außer wenn er gefragt wurde. Viel reden liebte Papa Roloff überhaupt nicht; und seine Inspektoren hatten dieselbe Heidenangst vor ihm wie alle anderen Menschen. Nur Fritz hatte noch ein besonderes Interesse daran, weil er als„Lehrjunge“, wie er sich selbst nannte, mit dem Inspektor doch viel zu tun bekam. Mit dem letzten, der sich selbst vor dem Alten gefürchtet, ja, ihn gehaßt hatte— alles Gefühle, die Fritz so ziemlich teilte—, hatte er sich ganz vortrefflich gestanden. Kaum drehte„der Alte“ den Rücken, so lockerten sich die Zügel der Disziplin. „Ist's ein Alter oder ein Junger?“ fragte Fritz neugierig. Der Oekonomierat, sonst nicht gewohnt, daß ihn sein Sohn befragte, gab knurrend zur Antwort: „Ein Junger... Soll'n hervorragender Landwirt sein... Hat'n glänzendes Zeugnis von Rochlitz auf Gurtschinen.— Du kannst ihm den Spiegel und den Waschtisch wieder ins Zimmer reinstellen; sonst genügt's ihm vielleicht nicht. Die jungen Leute sind heutzutage so anspruchsvoll.“ Als sich der Oekonomierat nach Tisch in sein Zimmer zurückgezogen hatte, wo er angeblich arbeitete, in Wirklichkeit aber bei verschlossener Tür sein Mittagschläschen hielt, meinte Fritz hohnlachend: „Die jungen Leute sind heutzutage so anspruchsvoll.. Na, wer nach Tressin kommt, ist's weiß Gott nicht. Das wird wieder ein schönes Musterexemplar sein, wie der lange Schlot, der Thiemel... Wer sich zu uns verirrt, der kriegt schon nirgends eine Stellung mehr; sonst käme er nicht her.“ Lisbeth nickte zerstreut. Sie war jetzt recht langweilig geworden, fand Fritz. Früher, wenn sie allein waren, hatten sie miteinander gelacht und sich über alles und alle lustig gemacht. Jetzt, seit sie von Berlin zurückgekehrt, hatte sich Lisbetb ganz verändert; sie war ernst und schweigsam und schloß sich oft in ihr Stübchen ein unter dem Vorwand, daß sie Kopfweh hätte oder einen Brief schreiben müßte. Und gerade jetzt hatten sie ein so unerschöpfliches Thema: Berlin. Von der riesigen Weltstadt an der Spree und ihren Herrlichkeiten, den Kunstschätzen, Theatern, Straßen, den Menschen und Geschäften, mußte sie ihm stundenlang vorerzählen. Er konnte sich nicht satt daran hören und stellte immer von neuem Fragen an sie. Mein Gott, er begriff es ja, daß Lisbeth jetzt oft verstimmt und traurig war. Denn das war sie, wenn sie es auch ableugnete— oh, er hatte ein seines Gefühl dafür. Wenn man das Paradies, den Himmel kennengelernt und dann wieder auf die armselige Erde zurück mußte, oder vielmehr in die Hölle, die Tressin hieß! Wenn man in allen Wonnen der Kultur und der Kunst geschwelgt, mit eleganten und gebildeten Menschen verkehrt hatte— und dann nichts als schmutzige, grobe Bauerntnechte und Mägde um sich sah und die grauen Fachwerkhäuser der Dorfleute und die Ställe mit Vieh— pfui Teufel! Dazu dieser Vater, dessen harte Faust ihnen beiden im Nacken lag.„„„ Der Sonntag war gekommen, etwas kalt, doch strahlend heiter. Der Oekonomierat erwartete den neuen Ankömmling am Nachmittag. Aber es schlug gerade zehn Uhr von dem kleinen Dorfkirchlein, als die Kutsche des Klützower Löwenwirts in den Hof fuhr. Das war er gewiß; und da sprang er auch schon aus dem Wagen, der mit zwei großen, eleganten Koffern beladen war. Die beiden Männer musterten sich neugierig „Sehr nobel, fast zu nobel!“ dachte der Alte.„Wird sehr anspruchsvoll sein...“ Na, man muß es eben probieren.“ „Ganz wie ihn mir die Tochter geschildert hat", dachte Platen. „Ich hatte Sie erst nachmittags erwartet“ meinte der Oekonomierat nach den ersten Begrüßungen, und nachdem er Befehl gegeben, die Koffer hinaufzutragen. „Ich habe den Frühschnellzug benutzt. Ich wollte gern bei Tage ankommen, um noch etwas zu sehen.“ „Ja, aber der Zug hatte doch nur erster und zweiter Klasse?“ fragte der Oekonomierat erstaunt. „Nun ja— ich bin natürlich zweiter gefahren.“ Hm, hm, hm! Was für eine sonderbare Welt heutzutage! In dem Alter war er vierter gefahren, und er hatte doch die Erbschaft in Sicht.— Ob er wohl mit ihm auskommen würde? Nein,„anhauchen“ konnte man den nicht, der hatte ein Benehmen wie ein Graf. Hol's der Teufel, das paßte ihm gar nicht! Und wenn der junge Herr nicht sehr, sehr tüchtig war, dann würden sie sich bald wieder voneinander trennen. „Sie wollen sich nun natürlich ein bißchen ausruhen?“ versuchte der Alte in recht wohlwollend=höflichem Tone zu sagen, da Höflichkeit ansteckend wirkt, wie das Umgekehrte auch. „Ausruhen— von dem bißchen Fahren? O nein! Ich mache mich nur zurecht; und weil heute Sonntag ist, haben wir gerade Zeit, uns alles in Muße zu betrachten— wenn es dem Herrn Oekonomierat recht ist.“ Ja freilich, es war ihm recht. Er brannte förmlich Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle(Saale) darauf, dem eleganten Musterinspektor aus Gurtschinen seine Herrlichkeiten zu zeigen und ihn dabet etwas auf den Zahn zu fühlen. Hier in Pommern gab es auch Mustergüter, selbst wenn man nicht die allerneuesten Methoden und Maschinen anwandte. Ungeduldig wartete er, rannte in alle Ställe, guckte in alle Scheunen, ob auch alles in Ordnung sei, bis endlich der junge Mann wieder erschien, in einer grauen, abgeschabten Joppe, die Hosen in hohen Reitstiefeln, alles höchst praktisch, aber abgetragen, wenn der Träger auch selbst darin„patent“ und vornehm aussah. Nein, das war kein„Ossenknecht", kein ordinärer „Stoppelhopser“. Ob er aber so viel verstand wie die „Ossenknechte", das sollte er doch erst noch beweisen. Run ging es in die Ställe, zuerst zu den Pferden. Pferdeverstand hatte er ja. Er ließ sich jeden Gaul einzeln vorführen im hinteren Hof und taxierte ihn genau ab wie ein alter, erfahrener Pferdehändler. Alter und Fehler, alles sah, alles merkte er. Auch über die Fütterung und Wartung machte er ein paar recht sachverständige Bemerkungen. Dann gingen sie zu den Wiederkäuern. Ueber Rasseund Zuchtfragen kamen sie in einen Disput; aber weiß der Teufel, der Kerl wußte über alles Bescheid und hielt, ohne keck zu sein, mit seiner Meinung nicht hinter dem Berge. Die anderen hatten entweder dem Gebieter gegenüber keine eigene Meinung zu äußern gewagt, oder sie hatten überhaupt keine. Es war ein ganz eigentümliches Gefühl für den Alten, daß ihm widersprochen wurde. Bisher hatte er ja auch immer mehr verstanden als alle seine Leute. Dann ging es zu den Schafen. Auch hier lobte der „Neue“ im allgemeinen, nannte Wolle, Zucht und Behandlung gut— ja, vor ein paar Zuchtböcken geriet der junge Mann sogar in Begeisterung. Nur auf Ausstellungen hätte er so etwas gesehen, was der Oekonomierat zwar mit bescheidenem Lächeln anhörte, was ihn aber innerlich sehr stolz machte und dem neuen Ankömmling seine Zuneigung verschaffte. Bei den Schweinen hätten sie sich aber beinahe wieder gezankt. Auf seine Schweinezucht war der Alte besonders stolz. Aber seine Zuchteber lobte der junge Herr nur lau. Ganz hübsch, aber— er empfahl eine andere Rasse, ein anderes Futter, andere Wartung und Stallung. Und der Oekonomierat stritt darüber auf Leben und Tod mit ihm. Mit offenem Munde standen die Knechte umher.„Det war'n Kierl— der verstand's. Und'n Maulwerk hat hei... Und wie hei mit dem Ollen'rumsprang! Bannig hätt' bei's ihm geben!“ Aber der Alte, der sie in seinem Eifer bisher nicht bemerkt hatte, jagte plötzlich die ganze Gesellschaft zum Teufel. „Entschuldigen Sie, Herr Oekonomierat“, sagte Platen höflich,„daß ich so hartnäckig meine Ansicht verfechte. Aber das sind Fragen, die mich aufs lebhafteste interessieren.“ „Na, und nu möchten Sie das natürlich gleich alles bei uns einführen?" „Einführen? Das würde viel Geld kosten; so was ließe sich nur ganz allmählich... Uebrigens erzielen Sie ja auch sehr schöne Resultate. Ich habe Ihnen nur ganz theoretisch meine Meinung gesagt und würde mich verdammt hüten— selbst wenn ich hier der Herr wäre und die Mittel dazu hätte—, gleich alles in Wirklichkeit umzusetzen, was ich mir anders denke.“ „Na, das klingt ja ganz vernünftig. Sie sind ja noch ein bißchen jung, ein Theoretiker... Das heißt. Sie scheinen mir trotzdem was zu verstehen! Ich meine nur, die Theorie spielt Ihnen manchmal'nen Streich. Je älter man wird und je mehr neue Methoden man hat auftauchen und verschwinden sehen, desto kühler denkt man darüber und besinnt sich zehnmal, ehe man was ändert. Es ist wie mit den Kleidermoden, wie sie auch immer wieder aufs Alte zurückkommen.— Na, und nu wollen wir Mittag essen, und dann können Sie sich ausruhen.“ „Ein Stündchen wohl— nachher möchte ich gern die Brennerei sehen; gerade heute, weil nicht gearbeitet wird.“ Der Oekonomierat erwiderte nichts, aber er schmunzelte befriedigt. Der Mensch war ja gar nicht totzukriegen, trotzdem er so„sein und patent“ aussah, so nach„Nerven“. Erst die mehrstündige Fahrt nach frühem Aufstehen, dann noch im Wagen hierher, zuletzt die Ställe— und noch immer hatte er nicht genug. Alle neuen Besen... Er wollte den Tag nicht vor dem Abend loben. Im ganzen war er ja zufrieden. Der Neue wollte keine Revolution und hatte das Vieh in musterhaftem Zustand befunden. Als sie nach dem Wohnhause zurückkehrten, kamen sie an der Milchkammer vorüber, aus der eben eine Magd mit einigen gefüllten Blechkannen trat, die sie auf einen kleinen Karren verlud. „Wir liefern die Milch nach Klützow; und Butter und Käse gehen meist nach Berlin", erklärte der Oekonomierat. „Is Frölen drin?“ fragte er die Magd. Diese bejahte. „Na, dann kommen Sie auf einen Moment'rein! Ich kann Sie gleich meiner Tochter vorstellen.’ne besondere Mamsell habe ich nich... Meine Lisbeth besorgt das alles allein.“ Die junge Dame stand in einem grauen Leinenkleid, mit einer großen blauen Schürze angetan, vor einem Kühlgefäß, ihnen gerade den Rücken zudrehend, als sie den geräumigen und äußerst reinlichen Raum betraten. Flüchtig schaute sie nach rückwärts, ließ dann aber mit einem jähen Erröten und einem schon im Entstehen unterdrückten Aufschrei das blecherne Milchgefäß auf den mit Steinfließen bedeckten Boden fallen. Platen sprang schnell hinzu und hob es auf. Er reichte es ihr mit einer höflichen Verbeugung, ihr dabei kaum merklich zuflüsternd:„Kein Wort von Berlin!“ Fortsetzung folgt.