Anzeigerpreise für die achtgzige tige, finanzamtliche u. gerichtnche zeile 40 Pfg. Fur telefon. aufgegebe keine Gewähr. Bei unvordergesehn. gernsendurch bigescheagoten, sber für pünktliches Erscheinen der Sei Anspruch auf Schadenersatz oder Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung Amt Westhofen Gpdp Kreisblatt für den nördlichen den 14. August 1930 Verbunden mit: Schwerter Tageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung Schwerter Volksblatt erscheint wöchentlich sochs mal. 63. Jahrgang Schwerte(Ruhr), Donnerstag. Nr. 189(Erstes Blatt) tembergs mit Rücksicht auf die besonderen Verhältnisse in Württemberg und auf die Bedürfnisse der württembergischen Landespolitik die Aufstellung einer gemeinsamen mit der Deutschen Staatspartei abzuschließendes t## fürzweckmä Wahlabkommen z Gegen eine k Entschließun Vertretertag der Dr. von Dryander über das Programm der Konservativen Volkspartei. enb. Düsseldorf, 13. Aug.(Tel.) Die, Henser; vative Volkspartei eröffnete ihren Wahllumx, durch einen Tee, zu dem sie die Presse und zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus den Wahlkreisen Düsseldorf=Ost und Düsseldorf=West geladen hatte. Der Spieeglozgöhgt Dr. v. Dryander sprach über und führte dabei u. a. aus: Zie Zauserpotzpen Kräfte entwickelt werden, die wir für, die, Srei. heitskämpfe der Zukunft brauchen. Wir stellen uns ausschließlich auf den Bau der deutschen Zukunft ein. In einem Reichstag, der vielleicht eine eigentumsfeindintlich mit der Deutschen wünschen wir namentlig, mit der Volkspartei und der Wirtschaftspartei zu stärkster Arbeitsgemeinschaft gegenüber der Linken zu gelangen. Der bewußte Unterschied von konservativ und liberal, die verschiedenen außenpolitischen Einstellungen und der Rechtspartei zu bleiben, steht, zumal in solch Notzeit, engstem Zusammenwirken nicht im Wege. Die Wirtschaftspartei führt den Wahlkampf selbständig. wtb. Essen, 13. Aug.(Tel.) Der Vorsitzende der Deutschen Wirtschaft heute apend im Städtiordneter Drewitz, sprach heute g..n. Sturk. schen Saalbau über Lage und Politik der Wirtschaftspartei. Er erklärte zum Schluß, die Wirtschaftspartei werde vollkommen selbständig in den Wahlkampf ziehen. parteileitung beauftragt, lungen über die Aufstell sem Sinne zu führen. ein erb ichtg meht aus der, Die Ggrize dem Saal ist nichts mehr ganz. Die zei griff mit dem Gummiknuppel ein, unterstütz von der Feuerwehr, welche die Kämpfenden durch kräftige Wasserstrahlen trennte. Die wobei die Streitenden Zaunlatten als Waffen benutzten. Die Schlag#### ware nachts zu Ende, abe. die Polizei in den a auf dem Bahnhofsplatz vorgehen. Insgesamt—... nen verletzt, davon neunzeyn. gehen die Wie auf ,gen Version soll um 1 Uhr nachts m nach den gesamt vierzehn bei est geworfen ins Krankenhaus gebracht, sich eine kurzer Zeit in ihre Wohn n Kom= den konnten. Drei Schwei wtb. Nürnberg, 14. Aug.(Funkspruch.) terte Gestern abend fand eine von den Kommunisten nach dem Herkules=Velodrom einberufene öffentliche Versammlung statt, zu der alle Parteien aufgefordert worden waren. Die Nationi. sozialisten hatten sich zahlreich eingefunden. Von den Kommunisten sprach Remmele. Als er nationalsozialistischen Führern vorwarf, daß sie zu hohe Gehälter in ihre Taschen liefen ließen, antwortete ein Nationalsozialist, der Kommunist Büchs habe 100000 Mark veruntreut. Remmele erwiderte: Diese 100 000 stützung der Partei Verr die dann einsetzende E Aussagen auseinander. dann auf der Straße fort, ägerei war etwa um 12 Uhr r noch lange nachher mußte ungrenzenden Straßen und t mit dem Gummiknuppel wurden 65 bis 70 PersoAnfrage im städtischen Krankenhaus nachts mitgeteilt wird, “ den Schagereien Viersgztze anb. Berlin, 13. Aug.(Eig. Meld.) Rechtsanwalt Prof. Dr. Grimm=Essen hatte sich für den Ausschuß zur Herbeiführung einer Amnestie aus Anlaß der Rheinlandräumung an den preußischen Ministerpräsidenten Braun in einem Schreiben gewandt. Die Antwort Brauns auf diesen Brief lautet dem Lokalanzeiger zufolge: „Die preußische Staatsregierung hat aus grundsätzlichen Erwagungen von einer Amnestie oder ähnlichen Maßnahmen zugunsten der sog. Fememörder Abstand genommen. An diesem grundsätzlichen Standpunkt muß die preußische Staatsregierung unbeschadet etwaiger festlicher Ereignisse auch festhalten. gez. Braun.“ die Reichstagswahl am 14. September eine Kandidatenliste aufgestellt, die 25 Namen aufweist; die 5 ersten Kandidaten sind: 1. Dr. C. Regh(Köln), 2. Dr. Losenhausen, Landgerichtsrat(Aachen), 3. Dr. Graf zu Dohna, Universi=se tätsprofessor(Bonn), 4. Frau Alice Neven Du Mont(Köln), 5. Fabrikant Degenring(Marien= berghausen, Krs. Gummersbach). Georg Bernhard nicht mehr Spitzenkandidat. enb. Berlin, 13. Aug.(Eig. Meld.) Der Jungdeutsche bestätigt eine Meldung des Voröt2, wonach veffür den Wahlkreis Potsdam 1 der Staatspartei für den Wahlkreis Potsdam 1 beschlossen hat, den bisherigen demokratischen Abgeordneten Georg Bernhard von der Liste zu streichen und durch den kürzlich aus der Deutschnationalen Vo(Gererschaftser Arthur adolf gen christlichen Gewerkschaftle.—— udolf zu Ueber diesen Beschluß des Aktionsauzschuseg der Staatspartei wird von anderer Seite noch berichtet, daß die Demokraten in einer Vorbesprechung sich einmütig für die datur Vernhatur ausgespreigher i, gatzsenmäßig Ergebnis der Beratung, an ver gleicher Stärke Demokraten und Volksnationale, owie Vertreter von Front 1%3, perg etesichoggretzet bis über die Wahlrechtsreform entschieden ist. enb. Berlin, 13. Aug.(E einer Kleinen Anfrage der Na Deutschen Arbeiterpartei war die Verminderung der 13. Aug. Zwischen der Deutschen ellschaft und den Ländern spielt n ein Kleinkampf um polizeiliche ab. Wie verlautet, haben so auch zwischen Preußen und der Reichsihe von Kompetenzkonflikten vorunter Hinweis auf sich seit Jahren ei der Zahl der Abgggeggerten, ig. Hoyeitsfragen ab. füringen und Meatenourg= jüngst wieder oo das Staatsministe= bahn eine Neche ißen ein neues Wahllegen. Wie der umlliche preußische mitteilt, hat der preußische Minister geantwortet, daß die Fragen der —: P r e u ß e n z u r ü c k g e s t e l l t w e r d e n Reform des Wahrrechts Nachrichten über Wahle.„ Aug.(Tel.) Die Mitteilunlattes, daß Reichsinnenminister Wahlreform unter HeraufPahlatters plane, sind unSämtliche Arbeiten des Reichsin den letzten Jahren sich ausschließlich im Braunschweig, Thuringen Schwerin gefragt worden, o rium bereit sei, für Preuße. Anz, gesetz vorzu####n. Wie der Pressedienst des Innern## Wahlreform für müßten, bis über eine im Reiche entschieden ist. wtb. Berlin, 13. Aug. gen eines Abend 4, Dr. Wirth eine setzung des 9 zutreifend. Innern ministeriums des onnern in den zur Wahlreform bewegen si Rahmen der Reichsverfassung. gelegen, die durch die Frage entstanden waren, inwieweit die Bahnpolizei eigentlichen Bahnkörpers nahmen notfalls ergreifen darf. Umgekehrt gab es im Herbst vergangenen Jahres einen ähnlichen Konflikt zwischen Bahn und Ländern, wobei aber diesmal der Bahn der Vorwurf gemacht wurde, die Arbeiten der staatlichen Polizei und der Staatsanwaltschaft nicht hinreichend und vor allem nicht schnell genug bei Unglücksfällen und anderen Vorkommnissen unterstützt zu haben, und die Bahn mußte selbst zugeben, daß die Staatsanwaltschaften mehrfach zu Klagen Anlaß gehabt haben, denen ein Berechtigung nicht ganz abzusprechen sei. Auf außerhalb des polizeiliche Maßwtb. Berlin, 13. Aug. Durch eine heute erscheinende Verordnung hat die Reichsregierung nach Anhörung des zuständigen Reichsratsausschusses die Vermahlungsquote für Inlandsweizen für die Zeit vom 15. August bis 30. September auf 60 v. H. festgesetzt. Die Verordnung hat weiter die Wirkung, daß für die Zeit vom 1. bis 14. August die Vermahlungsquote auf 40 v. H. festgelegt wird. Dieser Prozentsatz entspricht dem Durchschnittssatz, den das Sosetz über die Vermahlung von Inlandsweizen “. Zeit vom 1. Aug. bis 30. Nov. eetrh für die Zelt vonk 1. enb. Berlin, 13. Aug.(Eig. Meld.) Vor einem Jahre fand im preußischen Staatsministerium der Austausch der Ratifikationsurkunden des Vertrages zwischen dem preußischen Staate und dem Heiligen Stuhl statt. Heute, am Jahrestage dieses,„ Histgrischen Ereignisses, ist, wie die Germania,..,14, in Rom die apostolische Bulle, durch vie die ßischen Diözesen dem Konkordat gemäß abgegrenzt werden, unterzeichnet und verkündet worden. Der apostolische Nuntius von Cesare Orsenigo, ist zum Exekutor der Bulle ernannt worden. Alle Schwierigkeiten, die bei der Ausführung der Bulle etwe auftreten sollten, können von ihm geregelt werden. Diözesen, die Erhebung einzelner Diözesen zu Erzbistümern nach der Schaffung neuer Domkapitel kirchliche Rechtskraft verliehen wird. Mit dem Erscheinen der Bulle sind die neuen Diäggsen Berlin und Aachen sowie die Prälatur Schneidemühl rechtskräftig errichtet worden. Ferner haben mit dem gestrigen Tage die Diözesen BresDas Gutachten des Reichswirtschaftsrates. Berlin, 13. Aug.(Tel.) Der wirtschaftsvolitische Auschub des vo= Hosfto=ztg, berichtet, seine Beratungen über das von der Reichsregierung geforderte Gutachten über die Anwendung der Kartell=Notverordnung beendet und wirr den Bericht morgen der Reichsregierung zuWie das Blatt erfahren haben will, hält Reichswirtschaftsrat eine Senkung der kartellierten Preise bei Nahrungs= und Genußmitteln für möglich und empfehlenswert, ist jedoch der Ansicht, daß die Anwendung der Kartell=Notverordnung oder gar die Zerschlagung der Kartelle nicht den geeigneten Weg darstellen, um zu diesem Ziel zu kommen. Ei empfiehlt darum der Reichsregierung, die Kartelle der Produktion und des Handels zusammenzuberufen, damit sie im Verhandlungswege den Erfordernissen der augenblicklichen Lage der effektiven Preisverbilligung der und Halbfabrikate Rechnung tragen. Erst für den Fall, daß eine Einigung nicht erzielt wirt, datur Bernhards fiel. Die Mehrheit gegen VBernhard setzte sich, wie berifpz, hran,, Gruppe). aus den Volksnationalen(Mahraun- junger der Front 1929, einem Vertreter der#. Volksparteiler und drei Vertretern der Neichspartei für Handwerk, Handel und Gewerbe. Das Wahlabkommen zwischer, Htagtepartel und Volkspartei in Würrrg. Breslau und Bischof Dr. Klein=Paderborn den Titel Erzbischof erhalten. Damit ist die Neuordnung des Kirchenwesens in Preußen, wie sie im Konkordat zwischen dem Hl. Stuhl und dem preußischen Staat vorgesehen war, in Kraft gesetzt worden. Der Staat Preußen umfaßt nach der jetzigen Neuordnung drei Erzbistümer, neun Bistümer und eine Pralatur. Er ist aufgeteilt in die Kirchenprovinzen Köln, Breslau und Paderborn. Zur Kirchenprovinz 70 Tote vid Kanten, 18. Uu,;O ampser ist ein großer chinesischer Damp##, auf eine Mine gestoßen und gesunken. Dabei fanden 70 Personen, meist Frauen, den Tod. Ueberzeichnung der Rleichsbahnschatangessungen wtb. Berlin, 13. Aug. Nach den nunmehr vorliegenden Abschlüssen der Zeichnung auf die 6prozentigen Reichsbahnschatzanweisungen ist der aufgelegte Betrag von 75 Millionen RM. wesentlich überzeichnet worden. Die Gesamtsumme der Zeichnungen beträgt nach den bisherigen Feststellungen etwa 110 Millionen RM. Es muß deshalb eine Kürzung der gezeichneten Beträge stattfinden. Die Zuteilung an die Zeichenstellen erfolgte noch heute durch die Leitung des Konsortiums. Die Bezahlung der zugeteilten Beträge durch die Zeichner hat nach den Zeichnungsbedingungen bekanntlich in der Zeit vom 18.—21. d. Mts. zu erfolgen. Der Türkeneinmarsch in Persien wtb. London, 13. Aug. Zu der Nachricht vom Vorrücken türkischer Truppen auf persisches Gebiet sagt der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph“:„Dieser Schritt der türkischen Regierung werde unvermeidlich eine Spannung zwischen Angora und Teheran herbeiführen, aber es herrscht keine Sorge, daß ein ernster Konflikt die Folge sein werde. Es werde bereits vom Anrufen des Völkerbundes durch Persien gesprochen, da aber die türkische Regierung kein Bundesmitglied sei, würde sie vielleicht eine Einladung, ihren Standpunkt vor dem Völkerbundsrat zu vertreten, nicht annehmen. Ueberdies würde die persische Regierung zu beweisen haben, daß sie sich ernstlich bemüht habe, Ordnung unter den unruhigen Grenzstämmen zu halten. Von einem solchen Bemühen sei bisher nichts zu bemerken gewesen, wofür allerdings nicht so sehr Mangel an gutem Willen, als vielmehr die Tatsache verantwortlich sein dürfte, daß Teheran im dortigen Gebiet nicht genügend reguläre Truppen besitze. Trertranus un Rundsunt wtb Berlin, 13. Aug.(Tel.) Reichsminister Treviranus äußerte sich am Dienstagabend in einem Zwiegespräch im Rundfunk über die Auslegung, die seine Rede vor dem Ost= und Westausschuß der heimattreuen Verbände im In= und Ausland gefunden hat. Der Reichsminister bekonte, daß er selbstverständlich in keiner Weise an eine Revision der Ostgrenzen mit abenteuerlichen, kriegerischen Mitteln gedacht habe, als er in seiner Rede am Sonntag erklärte, die Grenzen des Reiches hielten nicht stand gegen Völkerrecht und nationalen Lebenswillen. Es sei darüber niemals Zweifel gelassen worden, daß die Verträge, die völkerrechtsgültig abgeschlossen sind, auch gehalten werden sollen. Das Unrecht der Grenzziehung könne nur auf dem Wege der friedlichen Verständigung beseitigt werden, aber Deutschland könne auf seine Forderung nach Gleichberechtigung und ehrlicher, klarer Abrede nicht verzichten. Die Deutschen, die waffenlos und ohne irgendwelche technischen Hilfsmittel seien, die sich nicht im entferntesten mit den Rüstungen der Nachbarn vergleichen ließen, inmitten Europas lebten, brauchten den Frieden als Voraussetzung ihrer Lebensmöglichkeit, allerdings einen Frieden, der so ehrlich, so rein und klar sein müsse, daß er den Namen Frieden verdiene. enb. Berlin, 13. Aug.(Eig. Meld.) Zu der Meldung eines Berliner Linksblattes, daß der Reichsminister für die besetzten Gebiete, Treviranus, sein gestriges Rundfunkzwiegespräch auf Veranlassung oder im Auftrage der Reichsregierung gehalten hätte, erfahren wir von unterrichteter Seite, daß es sich hierbei um eine Maßnahme handele, die nicht den Tatsachen entspreche. Minister Treviranus ist vom Rundfunk angefragt worden, ob er, da das Presseecho, das seine Rede gefunden habe, außerordentlich aktuell sei, nicht in der aktuellen Stunde des Rundfunks dazu sprechen wolle. Diese günstige Gelegenheit, zu dem Presseecho seiner Rede Stellung zu nehmen, ließ sich Reichsminister Treviranus nicht entgehen. Die Lage in Indien Der Kumpf gegen das indische Salzmonopol. wtb. Ahmedabad, 13. Aug.(Reuter.) Wegen unbefugten Verkaufes von Salz wurden gestern insgesamt 74 Personen verhaftet. Abends versammelte sich vor einer Polizeiwache eine große Menschenmenge und weigerte sich trotz der Ermahnungen der Beamten und einiger Kongreßführer, auseinander zu gehen. Schließlich unternahmen die Polizisten einen Angriff mit Bambusstäben, der um Mitternacht noch im Gange war. Der Angriff der Afridis auf Peschawar. wtb. Peschawar, 11. Aug., 18.30 Uhr.(Uebermittlung durch die Zensur verzögert.) Die ganze Nacht hindurch wurden in der Umgebung der Stadt zwischen Truppen und Afridis Schüsse gewechselt. Bei Tagesanbruch zog sich der Feind zurück. Der Tag verlief ohne Störung. Nachmittags traf ein Panzerzug aus Lahore ein, für den das Stadttor geöffnet wurde. Der Streik in Nordfrankreich Noch immer 80 000 Ausständige. wtb. Paris, 13. Aug.(Tel.) Die Zahl der Streikenden in Nordfrankreich soll dem Ami du Peuple zufolge gegenwärtig noch etwa 80 000 bewager. Berusung im Ministerbeleidigungsprozeß Goebbels wtb Hannover, 13. Aug. Gegen das freisprechende Urteil im Ministerbeleidigungsprozeß Goebbels hat der Staatsanwalt heute Berufung eingelegt. Die neue Verhandlung dürfte in etwa acht Wochen in Hannover vor der Großen Berufungskammer stattfinden. Lübecker Eisengroßhändler festgenommen enb. Berlin, 13. Aug.(Eig. Meldung.) Der Inhaber und der Prokurist der alteingesessenen Lübeckschen Eisenhandlung Kahl u. Sohn wurden nach einer Meldung des 8=Uhr=Abendblattes überraschend festgenommen, da gegen sie der Verdacht besteht, daß sie durch umfangreiche Wechselfälschungen ihre Kunden um große Beträge geprellt haben. Seeamts-Arteil über das Zlugbootunglück bei Bornholm enb. Stettin, 13. Aug.(Eig. Meldung.) Das Seeamt, das heute nachmittag über das Bornholmer Flugbootunglück vom 7. Juli verhandelte, hatte zu dieser Sitzung sich eingehend vorbereitet. Vor einigen Tagen bereits hat nämlich im Seeflughafen Travemünde, ein Lokaltermin stattgefunden, bei dem die Mitglieder des Seeamts und die übrigen Beteiligten die Schwestermaschine des bei Bornholm gekenterten Dornierwals„D 864“ eingehend besichtigten. wtb Stettin, 14. Aug.(Funkspruch.) Der Vorsitzende des Seeamts verkündete in später Nachtstunde folgendes Urteil: „Der Unfall, der das Verkehrsflugzeug D 864 der Deutschen Lufthansa am 7. Juli bei Bornholm betroffen hat, ist in erster Linie darauf zurückzuführen, daß das Flugboot infolge eines Materialfehlers und Propellerbruches zur Landung auf See gezwungen war. Das Kentern des Flugzeugs nach längerem Schwimmen ist durch Unterschneiden der Steuerbordfläche im Seegang herbeigeführt worden. Die Leitung des Flugbootes trifft kein Verschulden. Die eingeleiteten Rettungsmaßnahmen waren zweckentsprechend. Die Hilfeleistung des Seglers„Maja“. ist besonders anzuerkennen. Eine Belohnung der Besatzung des Motorseglers durch das Reich wird für angemessen erachtet. Die Ausrüstung des Flugzeuges hinsichtlich der Rettung war nicht ausreichend. Raubüberfall auf ein Postauto wtb Schönebeck, 13. Aug. Zwischen den Ortschaften Eggersdorf und Biere wurde heute morgen ein Postauto des Postamtes Schönebeck überfallen. Der unbekannte Täter hat den Führer des Postautos betäubt und mehrere tausend Mark entwendet. Der Führer ist noch nicht vernehmungsfähig. Nach den bis jetzt vorliegenden Meldungen soll der Täter in einem grünen Auto in Richtung Schönebeck davongefahren sein. Die Oberpostdirektion Magdeburg hat für die Ermittlung des Täters eine Belohnung von 500 Mark ausgesetzt. Ein sorgfältig vorbereiteter Banditenstreich. enb. Berlin, 14. Aug.(Eig. Meldung.) Auch die Berliner Polizei beschäftigt sich mit dem dreisten Raubüberfall, der sich immer mehr als ein bis in alle Einzelheiten sorgfältig vorbereiteter Banditenstreich herausstellt. Nach den Aussagen des schwerverletzten Kraftwagenführers bestieg an der Station Eickendorf ein Mann als Fahrgast das Postauto. Kurz hinter der Ortschaft Biere hielt ein anderer Wagen, dessen Führer dauernd Hupensignale gab, bis schließlich der Chauffeur des Postwagens sich umwandte. Diesen Augenblick benutzte der Fahrgast, um dem Ahnungslosen ein paar wuchtige Schläge mit einem Totschläger oder einem Gummischlauch auf den Kopf zu versetzen, so daß der Chauffeur das Bewußtsein verlor. Das Postauto fuhr dannin einen Graben, wobei der Chauffeur nochmals Verletzungen davontrug. Dem Räuber ist ein Geldbrief mit 12 500 Mark Inhalt in die Hände gefallen. Von ihm und seinem Komplizen, der dem Postgefährt in einem Privatwagen gefolgt ist, fehlt bis jetzt jede Spur, obwohl der Chauffeur eine ziemlich genaue Personalbeschreibung des Haupttäters geben konnte, wie auch auf dem Felde arbeitende Bauern Zeugen des Ueberfalls waren. Die Nachforschungen in dem Eisenbahnabteil haben eine Morphiumspritze und ein Fläschchen mit Morphium zutage gefördert, so daß es nicht für ausgeschlossen gehalten wird, daß Fräulein Simon sich im Morphiumrausch aus dem Zuge gestürzt hat. an Bord in Brand geraten sein müssen. Der Dampfer, der durch die Explosion schwer beschädigt worden ist, mußte in brennendem Zustande bei Wagensand auf Grund gesetzt werden. Weitere Einzelheiten sind bisher noch nicht bekannt, insbesondere steht noch nicht fest, ob und wieviel Menschen bei der Katastrophe zu Schaden gekommen sind. Das Schiff völlig zerstört? wtb. Hamburg, 13. Aug.(Tel.) Nach einer bisher noch unbestätigten letzten Meldung von der Unfallstelle soll der Dampfer trotz der mit aller Energie betriebenen Löschversuche nicht mehr zu retten sein. Durch eine gegen 17 Uhr eingetretene zweite Explosion ist das Schiff, wie es heißt, völlig zerstört worden. 15 Millionen Verlust der Leipziger Stadibank enb. Leipzig, 14. Aug.(Eigene Meldung.) Oberbürgermeister Dr. Goerdeler beschäftigte sich gestern in einer Besprechung mit Pressevertretern mit einer Pressemeldung, wonach eine Berliner Treuhandgesellschaft, die in den letzten Tagen die Kredite der Leipziger Stadtbank nachgeprüft habe, feststellte, daß mindestens 15 Millionen Mark wahrscheinlich verloren seien. Der Oberbürgermeister teilte hierzu mit, die Stadt Leipzig hoffe, daß sich im Laufe der Zeit ein Teil des Geldes retten lassen werde. 65 Tote in Lübeck wlb. Lübeck, 13. Aug. Nachdem seit einiger Zeit ein Stillstand hinsichtlich der Sterblichkeitsziffer der mit dem Tuberkuloseschutzpräparat gefütterten Säuglinge eingetreten ist, ist jetzt ein neuer Todesfall zu verzeichnen. Die Zahl der Opfer hat sich damit auf 65 erhöht. Als krank meldet der Bericht des Lübecker Gesundheitsamtes noch 55, als gebessert 73, als gesund bezw. noch in ärztlicher Beobachtung 58 Säuglinge. Festnahme von Falschmünzern wp. Düren, 13. Aug.(Tel.) Die Polizei nahm in einer Wohnung Falschmünzermaterial in Beschlag und verhaftete eine Frau, die der Beihilfe verdächtig ist. Inzwischen sind in Nürnberg zwei Männer verhaftet worden, die falsche Fünfmarkstücke an den Mann zu bringen suchten. Es hat sich herausgestellt, daß die Falschstücke in der hiesigen Werkstatt geprägt worden waren. Englischer Tankdampferin Brand wtb. Hamburg, 12. Aug. Eine folgenschwere Explosion ereignete sich heute nachmittag auf der Unterelbe bei Pagensand auf dem 6000 To. großen englischen Tankdampfer „Camillo“. Das Schiff hatte in Hamburg gelöscht und war heute mittag mit Wasserballast aus dem Hafen ausgelaufen. Worauf die Explosion zurückzuführen ist, ist noch vollständig ungeklärt. Man vermutet, daß Rückstände von Gasen Typhus in Ostpreußen wtb. Königsberg, 13. Aug.(Tel.) In verschiedenen Orten des Samlandes sind in den letzten zehn Tagen eine Anzahl Typhuserkrankungen vorgekommen. Seit dem 2. August sind nach der Hartungschen Zeitung sieben Kranke aus Lapptau, vier Kranke aus Powunden und ein Kranker aus Ramsen dem„Krankenhaus der Barmherzigkeit" zu Königsberg zugeführt worden. Ein 17jähriges Mädchen aus Powunden ist dort am 10. August gestorben. Ein Teil der Erkrankten konnte bereits wieder entlassen werden. Folgenschwere Geschoß=Explosion Drei Kinder getötet. wtb. Warschau, 13. Aug.(Tel.) Ein folgenschweres Unglück ereignete sich auf dem Schießplatz von Rembertow bei Warschau. Einige Kinder spielten dort mit einem Artilleriegeschoß, das sie auf der Wiese fanden. Dabei schlug das Geschoß auf den Boden auf und explodierte. Drei Kinder wurden dadurch getötet, zwei schwer verletzt. Neuer amerik. Weltrekord im Dauerflug wtb. St. Louis, 13. Aug.(Tel.) Die beiden amerikanischen Flieger Bale Jackson und Forest O'Brien haben heute nachmittag den kürzlich von den Brüdern Hunter aufgestellten Rekord von 554 Stunden ununterbrochenen Dauerflugs gebrochen. Die beiden Flieger setzen ihren Flug fort. Nacheinstenelenst Turch Funespeauf. Noch ein Raubüberfall auf einen Geldbriefträger wtb Magdeburg, 13. Aug. Heute früh wurde in einem Hause im Krummenellenbogen von drei Personen auf einen Geldbrieftrager ein Raubüberfall verübt. Er wurde mit einer Eisenstange niedergeschlagen und dann seiner Geldtasche beraubt. Auf die Hilferufe des Geldbriefträgers nahmen Hausbewohner und Straßenpassanten die Verfolgung der Täter auf. Es gelang, zwei von ihnen, den Dekorateur Albert und den Gärtner Kaue, beide arbeitsund obdachlos, festzunehmen, und die Geldtasche sicherzustellen. Ob und wieviel Geld aus der Tasche gestohlen wurde, konnte noch nicht festgestellt werden. Der Geldbriefträger wurde mit schweren Kopfverletzungen dem Krankenhause wgeichet. Wieder ein Sturz aus dem D=Zug enb. Berlin, 13. Aug.(Eig. Meldung.) Bei der Station Wuldenstein, in der Nähe von Bitterfeld, fiel, wie die B. Z. meldet, heute früh gegen 8 Uhr die 28jährige Käthe Simon aus Berlin, Augsburgerstraße 72, aus einem Schlafwagen des D=Zuges 13 Mailand—StuttgartBerlin. Mit lebensgefährlichen Verletzungen blieb die Verunglückte auf den Schienen liegen und wurde sterbend ins Krankenhaus Bitterfeld gebracht. Die Ermittlungen ergaben, daß zweifellos ein Unglücksfall vorliegt. Im Morphiumrausch? enb. Berlin, 13. Aug.(Eig. Meldung.) Die bei der Station Muldenstein aus dem D=Zug Stuttgart—Berlin gestürzte 28jährige Käthe Simon, eine Berliner Krankenschwester, ist nicht, wie es anfänglich den Anschein hatte, lebensgefährlich verletzt worden; sondern in dem Krankenhause in Bitterfeld, wohin sie gebracht worden war, haben sich ihre Verletzungen als ziemlich leicht herausgestellt, obwohl der Zug an der Anglücksstelle eine Geschwindigkeit von 90 Stundenkilometern hatte. Uebertritt zur Staatspartei. enb. Berlin, 14. Aug.(Eig. Rundf.=Meld.) Der Bruder des verstorbenen deutschnationalen Führers Dr. Karl Helfferich, August Helfferich, ist, den Blättern zufolge, aus der Deutschnationalen Volkspartei ausgetreten und zur Deutschen Staatspartei übergetreten. August Helfferich wurde in den Aktionsausschuß der Deutschen Staatspartei in Neustadt gewählt. Konservative und Wirtschaftspartei. Besprechungen zwischen Treviranus und Sachsenberg. enb. Berlin, 14. Aug.(Eig. Rundfunk=Meld.) Minister Treviranus hat, laut Deutscher Allg. Zeitung, mit dem Wirtschaftsparteiler Sachsenberg über ein Zusammengehen im Wahlkampf am Mittwoch eine einleitende Besprechung gehabt, an die sich Verhandlungen mit der Deutschen Volkspartei anschließen sollen. Zentrumskandidaten in Westfalen=Nord. enb. Berlin, 14. Aug.(Eig. Radiomeld.) Wie die Berliner Börsenzeitung meldet, wurden in 3. Prälat Dr. Schreiber. Der japanische Prinzenbesuch. wtb. Bremen, 14. Aug.(Funkspruch.) Nach einem Aufenthalt von 10 Tagen in Holland ist der Bruder des Kaisers von Japan, Prinz Nobuhito Takamatsu, mit seiner Gattin am Mittwoch nachmittag hier eingetroffen. Das Prinzenpaar wurde von Staatsrat Dr. Duckwitz als Vertreter des Senats und von dem japanischen Konsul Direktor Noltenius am. Bahnhof empfangen und nach Hillmanns Hotel geleitet. Der Prinz fährt heute vormittag nach Wilhelmshaven, wo er die dort befindlichen Kriegsschiffe besichtigen wird. Generaldirektor Krotoschin auf Bootsfahrt ertrunken. wtb. Leipzig, 14. Aug.(Funkspruch.) Bei einer Bootsfahrt auf der Pleiße ist am Mittwoch der 41jährige Generaldirektor Krotoschin der Wezel u. Naumann A.=G., Leipzig, tödlich verunglückt. Sein Boot schlug um, und der Generaldirektor versank in den Fluten. Seine Leiche konnte geborgen werden. Generaldirektor Krotoschin galt als eine hervorragende Persönlichkeit im hiesigen graphischen Gewerbe. Seit Jahren stand er an der Spitze der Wezel u. Naumann A.=G. Noch zwei Pilzopfer im Eisenburger Komitat. wtb. Budapest, 14. Aug.(Funkspr.) Vor zwei Tagen wurde gemeldet, daß im Eisenburger Komitat eine Massenpilzvergiftung vorgekommen ist, die bisher drei Todesopfer forderte. Jetzt wird gemeldet, daß noch ein 61= jähriger und ein 44jähriger Landmann der Vergiftung erlegen find. Die Behörden haben eine eingehende Untersuchung eingeleitet. Wie behauptet wird, soll auf dem Waldboden Strychnin von den Pilzen aufgesogen worden sein, da vor kurzem in den Waldungen gegen schädliches Raubzeug Gift gestreut worden war. Die Vanater Schwaben klagen beim Völkerbund gegen Südslawien. wtb. Bukarest, 14. August.(Funkspruch.) Der der deutschen Minderheit angehörende Abgeordnete Kreuter hat dem interimistischen Außenminister Vaida Voevod eine Denkschrift überreicht, in der darauf hingewiesen wird, daß die an der südslawischen Grenze wohnhaften Banater Schwaben rumänischer Staatsangehörigkeit nach vergeblichen Beschwerden bei den südslawischen Behörden eine Klage gegen den südslawischen Staat beim Völkerbund anhängig gemacht haben, weil Südslawien die auf seinem Gebiet liegenden Felder dieser rumänischen Grenzbewohner enteignet und serbischen Bauern übergeben habe. Die kommunistische Bewegung in Süd= und Mittelchina. wtb. Schanghai, 14. Aug.(Funkspr.) Nach einer amtlichen chinesischen Meldung haben die Süd= und Mittelchina eine einzige Bewegung darstellt und daß alle scheinbar isolierten kommunistischen Gruppen nach den Weisungen einer Zentralstelle vorgehen. Als Ziel der kommunistischen Führer wird ausgegeben: Beseitigung aller ausländischen Einflüsse, Beseitigung der militärischen Führer und der nationalistischen Regierung und Einführung des Sowjetregimes in ganz China. Aus den Nachbar-Städten Aus Grah=Hortmunh — Verkehrsunfälle. Am Dienstag gegen 20 Uhr wurde der Schüler Rudi R. aus dem Notkäppchenweg an der Ecke Münsterstraße=Mallinckrodtstraße von einem Kraftrad angefahren und zu Fall gebracht. R. trug so schwere Verletzungen davon, daß er mit einem Krankenwagen ins Brüderkrankenhaus gebracht,werden mußte. Die Schuld an dem unsun soll den Schüler selbst tressen.— Im Stadtteil Mengede ereignete sich an der Ellinghauserstraße=Niedernettenerstraße ein schwerer Zusammenstoß. Der Motorradfahrer Ewald W. aus Altenessen, der den Soziusfahrer Gustav 3. aus Castri Rauxel mit sich führte, stieß mit einem Personenkraftwagen zusammen. Beide stürzten. Während der Motorradfahrer mit dem Schrecken daponkam, wurde der Soziusfahrer verletzt. Motorrad wurde vollständig zertrümmert. — Blitz schlägt in die Straßenbahn. Bei dem Gewitter, das gestern mittag über Dortmund hinzog, schlug ein Blitz in einen Wagen der Linie 5, der sich gerade auf der Strecke Mailoh und Parsevalstraße befand. Der Wagen wurde außer Betrieb gesetz. und mußte abgeschleppt werden. Auf der Strecke entstand eine halbstündige Verspätung. Personen kamen nicht zu Schaden. — Ein frecher Dieb. Am Dienstag nachmittag befand sich der Arbeiter K. aus der Dürener Straße im Epageschäft am Steinplatz. Der Lebensmittelstand verführte ihn dazu, einen kühnen Griff nach einem Fleischteller zu tun, von dem er sich einen Happen wegholte. wurde beobachtet, gesaßt und der Polizei übergeben, der seine Personalien feststellte. Vorhaft von 8½ Monaten verurteilt wurde. Schon mehrsach beschäftigte Enger die verschiedensten Gerichte, die ihn u. a. einmal zu einem Jahre und ein andermal zu einem Jahre und acht Monaten Gefängnis verurteilt hatten. Jetzt lag eine solche Menge Betrügereien gegen den angeblichen Schriftsteller vor— er hat noch während seiner Vorhaft im Gefängnis einen Roman geschrieben—, daß es unmöglich ist, diese alle anzuführen. Seine Hauptschwindeleien verübte er mit Hilfe gefälschter Briefe, deren Inhalt in der Hauptsache darauf hinauslief, daß man dem Vorzeiger des Briefes eine Unterstützung in Form eines Darlehens gewähren möchte. Mehr als 50 gefälschte Briefe der verschiedensten Art benutzte er zur Ausführung seiner Schwindeleien. Alle Namen Prominenter hat er gefälscht. Auf diese Weise erbeutete Enger einmal in zwei Monaten über 1500 Mark. In Duisburg ereilte ihn sein Schicksal. Er wurde verhaftet. o. Massen. Ein unfreiwilliges Bad. Zwei etwas angeheiterte junge Burschen kamen auf dem Wege von Massen nach Afferde an der Massener Bodensenkung vorüber. Sie vergnügten sich damit, ihre Künste im Wersen zu erproben, gerieten dabei aber in einen kleinen Wortwechsel und ehe sich der eine versah, wurde er von seinem Kumpan ins Wasser gestoßen. Glücklicherweise konnte er aber schwimmen, sodaß er das Ufer schnell wieder erreichte. Der Rausch aber war verflogen. w. Holzwickede. Drei Kinder vom Blitz erschlagen. Vier Kinder, die beim Brombeerensuchen von einem Unwetter überrascht wurden, flücheten in einen Steinbruch und stellten sich dort unter einen Baum. Der Blitz schlug in den Baum und traf die vier Kinder, von denen drei getötet wurden. Das vierte wurde gelähmt. Die Getöteten, Ernst und Willy Schimmel und Alwin Krämer stehen im Alter von 9, 10 und 13 Jahren. Der gelähmte Karl Ellerkmann ist 11 Jahre alt. w. Lüdenscheid. Lüdenscheider Talsperre. Während im Versetal vor Trecking= hausen die Behelfswasserleitung des Lüdenscheider Wasserwerks im Bau ist und schnell voranschreitet, werden im oberen Gebiete der neuen Sperre die Bäume für den Beginn des Straßenbaues gefällt. Bei Steinbachsverse wird ein großes Schürfloch hergestellt zur Ergründung des Bodens für den dort zu errichtenden Staudamm. In dieser Woche wird noch mit der Fällung der Bäume bei Klinkenberg begonnen, die in die Linie der neuen Straße fallen. Der Straßenbau für die ersten 5,8 Kilometer auf der rechten Verseseite ist an die Firma Müller u. Co. in Lüdenscheid vergeben worden. Für Wegestrecke von Clame bis zur Molkerei Neuemühle(2,8 Kilometer) sind Angebote von einer Reihe von Firmen eingeholt worden, sodaß deren Vergebung auch in kurzer Zeit erfolgen kann. Das Reststück der Straßenbauten, Klinkenberg—Clame(linke Verseseite), in das auch eine größere Brücke fällt, wird erst im Frühjahr 1931 ausgeschrieben werden. Es ist nun damit zu rechnen, daß in den ersten Wochen bereits mit dem Straßenbau begonnen wird. nehmen nach haben sich schon etwa 300 Arbeitslose für die Arbeiten gemeldet. h. Krefeld. Ein Schwindelgenie. „Ein haltloser Psychopath vom Typus des geborenen Schwindlers!" Also lautete das Gutachten des Anstaltsarztes von„Johannistal“ bei Süchteln über den„Schriftsteller“ Enger, der wegen zahlreicher, fast unglaublicher Schwinde. leien vor den Schranken des Gerichts stand und zu drei Jahren Gefängnis bei Anrechnung einer Interessenten am Rundfunk- Aufmarsch der Weltanschauungsgruppen Anläßlich der Gründung des Reichsverbandes deutscher Rundfunkhörer, der die Vorherrschaft bestimmter Hörerorganisationen bekämpfen und Mitwirkung des Hörerkreises in den Senderbeiräten erreichen will, wird erst allgemeiner bekannt, wie weit der Aufmarsch, der Weltanschauungsgruppen auch in diesen. Sebiet bereits vorgeschritten ist. Neben den marxistischen Hörerorganisationen der S. P. D. und K. P. D. haben längst die katholischen Hörer in geschlossener Front ihre Ansprüche angemeldet und zur Geltung zu bringen verstanden. So sind Arbeitsgemeinschaften für Rundfunk auch auf evangelischer Seite entstanden, die an verschiedenen Stellen hauptamtliche Vertreter angestellt haben. Der Ev. Presseverband für Westfalen hat schon seit einem Jahr lediglich für die Bearbeitung der Rundfunkfrage im Gebiete des Westdeutschen Senders einen besonderen Akademiker berufen. Die evangl. Rundfunkgemeinschaften haben sich ein eigenes Organ in der im ganzen Reich verbreiteten Funkzeitschrift „Der Rundfunkhörer“ geschaffen. Die Sendeleitungen, deren Schwierigkeiten in der Ausbalancierung der verschiedensten Ansprüche vielfach unterschätzt werden, sehen das wachsende Interesse am Rundfunk bei den verschiedensten Gruppen natürlich nicht ungern, wenn es sich nicht nur um Forderungen, sondern um sachgemäße und wertvolle Mitarbeit handelt.— aus Südamerika Auf dem Anzeigenwege oder durch Verteilung von Prospekten machen südamerikanische Siedlungsgesellschaften hin und wieder auf ihr Unternehmen aufmerksam. Chile, Argentinien und Brasilien, nicht zuletzt auch Peru dabei im Vordergrund. In der Regel dient die Abfassung der Anzeigen und Prospekte lediglich dem Geschäftsinteresse der Unternehmer. Auswanderungswillige tun deshalb gut daran, wenn sie sich durch die Beratungsstelle für Auswanderer, Berlin, Oranienburgerstraße 14 kostenlos eingehend über diese Angebote beraten lassen, bevor sie darauf eingehen. Wenn schon hier im Reich beim Krieg in Vorderasien? Zum türkischen Einmarsch in Persien. Nachdem die Verhandlungen zwischen Persien und der Türkei über die Niederwerfung des Kurdenaufstandes gescheitert sind, haben türkische Truppen trotz des Protestes der persischen Regierung die Grenze im Arratgebiet überschritten und die Bekämpfung der Kurden auf persischem Gebiet ausgenommen. Zwischen Persien und der Türkei hat sich daraus eine beträchtliche Spannung ergeben, doch darf man hoffen, daß dieser Konflikt keine ernstere Bedeutung gewinnt. Beide Länder haben zu viele gemeinsame Interessen und zu viele gemeinsame Feinde, als daß sie sich gegenseitig bekriegen könnten. Unser Bild zeigt Ausschnitte aus den Armeen der beiden beteiligten Länder. Oben links türkische Infanterie, deren moderne Ausrüstung sie kaum von einer europäischen Truppe unterscheidet, unten persische Artillerie, für die die Fellmützen charakteristisch sind. Rechts oben eine nebersichtskarte. Landverkauf vor Abschluß des Vertrages in der Regel sorgfältigste Erkundigungen über die Güte des Bodens, Absatzverhältnisse usw. eingezogen werden, so sollte der Auswanderer bei seinen Ueberseeplänen, die noch viel entscheidender für seine Zukunft sind, von den bestehenden Beratungsmöglichkeiten erst recht Gebrauch machen. Börsen und Märkte Dortmunder Zucht= und Faselviehmarkt vom 13. August. Auftrieb: 488 Stück Großvieh, 208 Schweine, 22 Kälber. Der Handel war mittel. Es kosteten Kühe 300—650 Mark, Rinder 230—500 Mark. Beste Tiere wurden über Notiz bezahlt. Sämtliches zum Markt aufgetrieben gewesenes Großvieh ist gegen Maul= und Klauenseuche geimpft worden. Am war der Handel langsam. Es kosteten Ferkel im Alter von 6 bis 8 Wochen 22—32 Lark, von 8 bis 10 Wochen 32—42 Mark, von 10 bis 12 Wochen 42—50 Mark. Der nächste Markt findet am 20. August statt. Dortmunder Wochenmarkt. Verschiedentlich wurde der gestrige Wochenmarkt von heftigen Regenschauern überrascht, so daß manche Käuferinnen fluchtartig ihren Heimweg antraten. Daß dadurch die allgemeine Geschäftstätigkeit litt, ist wohl erklärlich. Immerhin hatten die Händler für große, Auswaß. Sorge getragen und sie fanden auch spaler, als die Regenperiode aufhörte, ziemlich regen Zuspruch. Die Gemüsestände waren mit Rotkohl zu 10 J, Wirsing zu 10, Zwiebeln zu 20, Radieschen(Bund 10), Schlangengurken zu 15 bis 25, Einmachgurken zu 25 bis 40, Kopfsalat zu 15, Bohnen zu 20 bis 30 und Tomaten zu 15 bis 20 J reichlich bedeckt. An Obst sah man vor allen Dingen Pflaumen zu 25, Birnen zu 35 bis 40, Pfirsiche zu 40 bis 50, Weintrauben zu 45 bis 50, Bananen zu 40, Waldbeeren zu 40 M. Auch die Fischhändler warteten mit frischer Ware an Schellfisch, Matjesheringen, Makrelen, Seeal und Bückingen auf, jedoch ließ hier die Nachfrage sehr zu wünschen übrig. Am Kleintiermarkt hatten sich viele Schaulustige eingefunden. Ernste Käufer für geschlachtete Hühner und lebendes Kleinvieh waren nur in geringer Zahl vertreten. Hier wurden auch noch Pfifferlinge feilgehalten zum Preise von 80 J. den Fleisch= und Wursthallen kam nur mäaller Art zeigte sich lebhaftes Interesse. Sträuße wurden preiswert abgegeben. Eier nonerten auch heute wieder mit 10 und 11 J je Stück. Molkereibutter kostete 1,60 M. hören wir im Rundfunk? Freitag, den 15. August 1930. 06,45: Leibesübungen. 07,00: Wettervorhersage. 07,05: Morgenkonzert. 07,30: Brunnenkonzert aus Bad Oeynhausen. 10,15: Schallplattenkonzert. 12,10: Schallplattenkonzert. 13,05: Mittagskonzert. 15,00: Kinderspielstunde. 16,05: Der Kunsthandwerker. 16,25: Mittelmeerfahrt. 16,45: Jugendfunk. 17,30: Vesperkonzert. 18,30: Funksteuerrecht und Rechtsverkehr. 19,15: Die Stunde des Arbeiters. 19,40: Unternehmer in Deutschland und Amerika. 20,00: Meister ihres Fachs. 20,20: Einführung und Inhaltsangabe zur folgenden Uebertragung(Rubens Kantate) aus Antwerpen. 20,30: Rubens Kantate. Anschließend, letzte Meldungen, Bericht über das geistige Leben, Sportbericht. Anschließend bis 24,00: Nachtmusik und Tanz. Verantwortlich für Lokales, Kommunalpolktik, Feuilleton, Provinzielles, Gerichtssaal u. Sport Hans Eberhard Lex, Schwerte. Milchgefäße müssen immer sauber sein! Wenn Sie O im Haus haben, haben Sie damit keine Last. In heißern Wasser gelöst, entfernt Ojede Verunreinigung, tötet Krankheitskeime und säubert Kannen und Flaschen so gründlich, wie es bisher nicht möglich war. Die Milch bewahrt ihren nafürlichen Wohlgeschmack und hält sich besser in c gespülten Gefäßen. Sie sollten aus gesundheitlichen Gründen überhaupt jedem SpülwasserO zugeben. Olöst Schmutz und Fett viel besser und schneller und sorgt vor allern für absolut keinfreies, appetitliches Geschirr. Nehren Sie immer## ndn Gu GINER WANW E WE ML L SE Kindergenesungsheim des Landkreises Iserlohn auf Norderney Das Ergebnis der IV. Kur 1930 im Kindergenesungsheim des Landkreises Iserlohn auf Norderney vom 17. 6. bis 27. 7. 1930 ist folgerides: Die Gewichtszunahme vetrug bei den entsandten 108 Kindern 205,1 Kilogramm insgesamt, das entspricht einer durchschnittlichen Gewichtszunahme von 1,9 Kilogramm je Kind; höchste Gewichtszunahme betrug bei einem 13¾= jährigen Knaben 6,2 Kilogramm. Der durchschnittliche Brustumfang betrug: bei Ankunft 61,5 Zentimeter, bei Abfahrt 63 Zentimeter. Die Ausdehnung des Brustumfangs während der 6 Wochen betrug mithin 1,5 Zentimeter. Bei einem Kinde war eine Ausdehnung bei tiefster Einatmung von 4 Zentimetern festgestellt. Von den 108 Kindern litten 90 an Drüsenerkrankungen, die als Folgeerscheinung einer im Körper steckenden Infektion anzusehen sind. Es sind dies in der Hauptsache Erscheinungen, die beweisen, daß der Körper nicht in der Lage ist, * Gegenkampfmittel aufzubringen, die dieser infektiösen Herde Herr werden. Durch eben die Heilfaktoren in Norderney werden dem Körper jedoch die notwendigen Stoffe zugeführt, die ihn in die Lage versetzen, die geeigneten Kampfmittel gegen die Infektions=Erreger zu erzeugen. Wir sehen, daß bei 23(25,5 Prozent) Kindern von der Heimärztin am Ende der Kur eine Heilung durch vollständiges Verschwinden der Drüsenschwellungen festgestellt werden konnten, während bei 32(35,5 Prozent) Kindern eine wesentliche Besserung erzielt wurde. Das durchschnittliche Alter der Kinder betrug 95 Jahre, das durchschnittliche Längenwachstum während der Kur betrug 0,6 Zentimeter, Höchstmaß 3 Zentimeter. In 26 Fällen wurde der Haemoglobingehalt des Blutes bei Beginn und am Ende der Kur festgestellt; im Durchschnitt wurde eine Steigerung des Haemoglobins von 11 Prozent erreicht; die höchste Steigerung betrug 20 Prozent. Von der Heimärztin wurde bei Beginn der Kur die für jedes Kind nach Lage jeden einzelnen Falles, gegebenenfalls nach Röntendurchleuchtungen oder=Aufnahmen, die bei insgesamt 35 Kindern vorgenommen wurden, spezielle Kurmaßnahmen verordnet. Höhensonnenbestrahlungen waren wegen ausreichender Sonnenbestrahlung nicht erforderlich. 33 Kinder erhielten besondere Stärkungsmittel wie Lebertran, Calcium, Eierzulagen und Promonta, außerdem erhielten alle Kinder warme Seebäder je nach Verordnung 2—3 Mal wöchentlich im eigenen Badehause, Turnunterricht und Atemübungen, soweit nicht für einzelne besondere orthopädische Uebungen verordnet waren und tägliche Liegekur von 2 Stunden. Bei 44 Kindern wurde von der Heimärztin Kurwiederholung empfohlen, davon 8 dringend. Jede Kindergärtnerin ist sich ihrer pflegnerischen und pädagogischen Aufgaben bei den ihr anvertrauten Kindern voll und ganz bewußt. Wenn das Wetter auch in den letzten Kurwochen etwas kühl war, so konnte doch das Baden im Freien auf ärztliche Anordnung beibehalten werden, da dadurch eine erhöhte Abhärtung der Jungen erreicht wurde, ein unbedingt wünschenswertes Ziel als Vorbeugung gegen Anfälligkeit. der Dr. Wilhelm Sauer=Gruppe begegneten größerem Interesse. Die inzwischen stattgefundenen Versammlungen haben die Liquidation gegen den Widerspruch einer Minorität beschlossen. Von Verwaltungsseite wurde betont, daß nur die Gewerken angemessen entschädigen wolle Man ist in Börsenkreisen der Ansicht, daß die Abfindung der Gewerken, die durch Wintershall=Aktien vorgenommen wird, über den augenblicklichen Börsenkursen liegen wird. So konnten bei lebhaften Käufen Bergmannssegen (11 600 M) um 400 M, Hohenfels(8400 M) um 200 M und Hugo(8800 M) um 300 M anziehen. Dagegen waren Erichssegen(4000 M), über deren Abfindung noch große Unklarheit herrscht, 300 A niedriger angeboten. Beienrode(2200 M) schwächten sich vorübergehend um 150 M ab, holten aber den Verlust gegen Schluß der Woche wieder ein. Für Burbach (5700 M) wurde ein um 300 A höheres Gebot abgegeben. Die Kurse das Aschersleben=Westeregeln=Salzdetfuth=Konzerns bewegten sich auf etwa vorwöchentlicher Preisgrundlage. Im Verkehr waren nur Habighorst(3900 M), die ihren Kursstand um 100 A verbesserten. Für Hope (6800 M) und Mariaglück(6700 M) wurden niedrigere Preise genannt. Auch die elsässischen Kuxe, in denen nur wenig Abschlüsse zustande kamen, verlassen die Woche mit Kursrückgängen. Einigkeit und Siegfried 1(12 500 M) lagen gut behauptet. Die Umsätze am Kaliaktienmarkt waren recht geringfügig. Burbach(145 Prozent) wurden vorübergehend 4 Prozent höher bezahlt, gaben diesen Gewinn aber— und darüber hinaus noch 3 Prozent— wieder her. Adler Kali (115 Proz.), Hannoversche Kali(117 Proz.) und Hallesche Salz(198 Proz.) liegen eher im Angebot. Der Terminmarkt verkehrte im Einklang mit der Berliner Börse in uneinheitlicher Haltung. Von Montanwerten gewannen unter Schwankungen Harpener Bergbau 3 Prozent, Köln=Neuessen und Hoesch 2 Prozent. Kali=Aktien waren dagegen weiter rückläufig. Salzdetfurth bewegten sich von 304— 294— 298 Prozent; Wintershall(151 Prozent) verloren insgesamt 4 Prozent. Aehnlichkeit der Erkrankungen mehr festzustellen. Damit ist also mit großer Wahrscheinlichkeit bewiesen, daß die Krankheitsbereitschaft bereits in der Keimanlage enthalten ist und sich im späteren Leben selbst in Einzelheiten auswirkt; auch dann, wenn die Zwillinge getrennt voneinander in verschiedenen Lebensumständen aufwachsen. Mit diesem Ergebnis ist ein Anfang gemacht, um die Vererblichkeit von Anlagen einwandfrei festzustellen. Vielleicht gelingt es mit Hilfe der Erbforschung auch die gesamte Konstitutionstypenfrage, das Rätsel der Entartungserscheinungen, aber auch die Frage der Unempfindlichkeit gegen Ansteckungen(Immunität) zu klären. Samstag, 16. August, 8.30 Uhr im Freischütz Kuban-Kosaken-Chor Gesang- Balalaika-Orchester- Tänze Leitung: S. Ignatieft Nach den Vorführungen: Gesellschaftstanz Karten im Vorverkauf zu Mk. 1.00 bei Künkler, an der Abendasse Mk. 1.25 Erlauschtes aus dem Tierreich Von Albert Reinicke. Eine Fliege geriet in das Netz einer Spinne. „Wie kannst Du Dich vermessen, mich in meiner Ruhe zu stören!“ rief die Spinne mit geheuchelter Entrüstung. „Entschuldige, liebe Spinne, ich verirrte mich" stammelte die verängstigte Fliege. „Dummheit ist immer am dreistesten!" schalt die Spinne weiter und stürzte sich beutegierig auf die hilflose Fliege. „Ich will es in Zukunft gewiß nicht wiedertun!" beteuerte die Fliege und suchte sich vergebens zu befreien. „Das kann ich mir denken,“ grinste die Spinne teuflisch.„Reue ist Einsicht, die leider zu spät kommt.“ „Schuld an allem trägt Dein hauchseines Netz, das ich im Fluge nicht gewahrte,“ jammerte die zappelnde Fliege.„Warum spinnst Du es?“ „Ich würde es gern unterlassen, wenn man mir die nötige Anzahl Fliegen liefern würde," versicherte die Spinne. Und sie verspeiste die Fliege. * „Es ist wirklich zum Verzweifeln,“ stöhnte die Schnecke, als sie wieder vor einem Maulwurfshügel angelangt war.„Welche Rücksichtslosigkeit, einem überall diese Hindernisse in den Weg zu legen, wo man schon so nicht vom Flecke kommt!“ den Großeft Brockhaus Handbuch des Wissens in 20 Bänden 4 Hören Sie Urteile der Besitzer Der Große Brockhaus ist in Wahrheit ein Handbuch alles Wissens, das ich mir in größerer Vollkommenheit nicht vorstellen kann. P. W., Stadtinspektor I. R., Hannover. Ein fabelheftes Werk, über des ich mich außerordentlich freue, es macht viele Spezialbücher überNüssig. Mit ungeteilter freude enwarte ich die anderen Bände. O. K., Journalist, Berlin. Nicht unterlassen möchte ich es, dem Verlag meine höchste Anerkennung für den„Großen Brockhaus“ euszusprechen. Er ist des interessanteste Buch, welches ich kenne. Auch die wundervollen Beilagen erwerden sich das Interesse selbst von denen, welche sonst nie ein Buch in die Hand nehmen. A. G., Prektikant, Fortunggrube b. Köln. Mehr darüber segt ihnen die neue reichbebilderte Schrif„Mein Freund Abiszet“. Sie steht ihnen kostenlos und unverbindlich zur Verfügung. Wenden Sie sich noch heute an eine Buchhandlung oder en F. A.BROCKHAUS · LEIPZIG Zu beziehen durch die Buchhandlung Carl Braus Schwerte, Bahnhofstr. 3 Vom rheinisch=westfälischen Wertpapiermärkt Mitteilungen des Bankhauses Gebrüder Stern, Dortmund. (Vor der Börse). Die Marktlage an den Revierbörsen, die wir im vorwöchentlichen Bericht geschildert haben, hat in der abgelaufenen Berichtswoche keine Aenderung erfahren. Noch immer drückt die unsichere Haltung der Berliner Börse auf die Stimmung und läßt keine Unternehmungslust aufkommen. Da die Berichte aus der Wirtschaft wenig günstig lauten, so hält das Publikum mit Käufen weiter zurück. Die Abschlüsse bewegten sich zum Teil noch unter den Preisen der Vorwoche. Am Kohlenmarkt bewirkten die ungünstigen Momente, wie der stark zurückgegangene Kohlenabsatz im Juli und die erneute Zunahme der Haldenbestände starke Zurückhaltung. Die Umsätze blieben auf wenige Werte beschränkt. Ewald(14000 M), König Ludwig(28000 M) und Langenbrahm(12 250 M) weisen keine größeren Veränderungen auf. Für Carolus=Magnus(5600 M) und Constantin der Große (5700 M) zeigte sich etwas Kaufneigung. Stark rückgängig waren Diergardt=Mevissen(2600+), die 300 A verloren, während Graf Schwerin ihren letzten Kursstand behaupteten. Heinrich (8500 M) liegen weiterhin im Angebot; der Kurs stellte sich 200 A niedriger. Kohlenaktien waren recht widerstandsfähig. Lothringen(40 Proz.) und Niederrheinische Bergwerks(42 Proz.) notieren etwa 1 Prozent höher, dagegen gingen Dahlbusch(68 Proz.) um 3 Prozent zurück. Der Braunkohlenmarkt liegt geschäftslos. Nur Bruckdorf=Nietleben(2000 A) wurden an mehreren Tagen umgesetzt. Die Geschäftstätigkeit am Kalikuxenmarkt war ebenfalls gering. Nur die Werte Gibt es eine erbliche Anlage zur Erkrankung an Tuberkulose? Die Wissenschaft von der Vererbung, deren Gesetze Gregor Mendel zuerst erkannt hat, beburfte langer Zeit, um anerkannt zu werden. Mit dieser Anerkennung gewann sie aber auch praktische Bedeutung in ungeahntem Umfang. Das gesamte Züchtungsgewerbe benutzt die Mendelschen Gesetze; man kann mitunter mit mathematischer Sicherheit voraussagen, wie diese oder jene Bastardierung„mendeln" wird. Nach diesen beobachtet man, wie Einwirkungen mechanischer und chemischer Art auf Kinder und Enkel vererbt wird. In letzter Zeit ist man dazu übergegangen, die Vererbung von Krankheitsanlagen zu erforschen und zwar hat man sich besonders der Tuberkulose zugewandt. Es ist zwar schon lange, bevor man etwas von Tuberkulose, von der Erblichkeit der„Schwindsucht" gesprochen worden; aber damals vermochte man weder diese Krankheit scharf von anderen ähnlichen Erkrankungen zu trennen, noch unterschied man zwischen Vererbung und Ansteckung. Jetzt kennt man zwar die Tuberkulose ihrer Entstehung und ihrem Verlauf nach so genau, wie kaum eine andere Krankheit. Man kennt die Tuberkulosebazillen als die Erreger der Tuberkulose. Man weiß auch, daß die Ansteckung mit den Kochschen Bazillen allein noch nicht zur Entstehung der Krankheit führt, wenn der Körper nicht außerdem eine gewisse Krankheitsbereitschaft ausweist. Aber über diese Krankheitsbereitschaft besteht noch eine erhebliche Unklarheit, wie man überhaupt in der Erforschung der körperlichen Anlagen, von denen die Krankheitsbereitschaft einen Teil bildet, noch im Dunkeln tappt. In dieses Dunkel etwas Licht hineinfallen zu lassen, hat sich Professor von Verschner zur Aufgabe gemacht, der in der Berliner Medizinischen Gesellschaft über seine„Erbuntersuchungen an tuberkulösen Zwillingen“ sprach. Die von ihm bearbeiteten Fälle sind nicht sehr zahlreich, auf auch 80 Einzelgeburten nur eine Zwillingsgeburt fällt; immerhin standen ihm 75 Zwillingspaare zur Verfügung, von denen entweder beide oder ein Partner an Tuberkulose erkrankt waren. Der Vortragende unterschied seine Zwillingspaare danach, ob sie ein= oder zweietige waren; d. h. ob die beiden Zwillinge aus einem Ei entsprungen waren, oder ob jeder aus einem besonderen, aber gleichzeitig befruchteten und entwickelten Keimanlage stammte. Die Unterscheidung ist durch genaue Aehnlichkeitsprüfung verhältnismäßig leicht zu fällen. Er trennte seine Fälle ferner danach, ob die Erkrankungen nach der Art und nach der Zeit des Krankheitsbeginns übereinstimmten, oder ob sie voneinander abwichen. Dabei zeigte es sich, daß die einetigen, also aus einer einzigen Keimanlage herrührenden Zwillinge zu mehr als zwei. Drittel gleichzeitig und gleichartig erkrankten; zum Teil waren die Erkrankungsformen des einen Zwillings geradezu Spiegelbilder der Krankheit des anderen. Diese Eigenheit blieb bis in das hohe Alter erhalten. Bei den zweietigen Zwillingen war diese Uebereinstimmung in der Jugend angedeutet, wenn auch wesentlich geringer; nach dem 20. Lebensjahr war bei ihnen keine Bekanntmachung Fräulein Klara Greve, früher in Hamborn, jetzt „ sin Schwerte wohnhaft, „Nur keine Aufregung, das schadet der Ge= hat den Verlust des von sundheit,“ grinste der Maulwurf.„Bedenke uns ausgestellten Sparwohl: Hügel sind eine Zierde der Landschaft," buches dabei wühlte er lustig weiter. Nr. 40 744 über 308,92.4 Ein Rabe brachte einen kostbaren Brillantring mit in sein Nest.„Welch' herrliches Kleinod!“ riefen die Jungen begeistert und bewunderten das Schmuckstück von allen Seiten.„Wo hast Du nur diesen Ring gefunden?" „Wo denkt Ihr hin?" belehrte die Alte sie. „Ich habe ihn nicht gefunden. Ich sah ihn durch ein offenes Fenster auf dem Tische in einer Wohnung liegen. Welche Unbesonnenheit von den /2—3 Zimmer. Menschen dachte ich bei mir. Wie leicht könnte der Ring gestohlen werden, gibt es doch sogar! Wohnung Fassadenkletterer. Aus diesem Grunde nahm ich von kinderlosem Ehepaar das Kleinod an mich und brachte es hier in sofort gesucht. angemeldet. Wir bieten das Sparbuch hiermit auf. Geht ein Widerspruch bei uns nicht ein, so wird das Buch gemäß § 20 unserer Satzung für kraftlos erklärt werden. Schwerte, den 13. August 1930. Sparkasse zu Schwerte. Sicherheit.“ „Das ist in der Tat sehr lobenswert," krächzten die Jungen. Sie waren stolz auf die Klugheit der Alten und schwuren, ihr später nachzueifern. * „Ich bin der größte und wichtigste Vogel weit und breit,“ schnatterte die Gans und watschelte in der Morgensonne spazieren. „Daß ich nicht lache!“ rief der Star.„Seit wann bist Du denn wichtig, Du dumme Gans?“ „Ich bin von großem Format,“ sagte die Gans beleidigt,„lege große Eier und habe auch einen großen Schnabel.“ „Ja, einen großen Schnabel hast Du allerdings," bestätigte der Star,„aber was Du schnatterst, ist ohne Sinn und Verstand.“ „Auf den Verstand kommt es heutzutage gar nicht an,“ erwiderte die Gans,„nur auf den großen Schnabel. Wer ihn am meisten aufreißt, steht überall obenan. Das große Format ist Trumpf!“ „Dumme Gans!“ schrie der Starmatz.„Groß sein tut es nicht allein. Ich bin nur ein kleiner Vogel und habe keinen großen Schnabel, mein Lied aber entzückt jedermann. Das ist eben eine Kunst.“ „Kunst!“ lachte die Gans boshaft.„Wer gibt heute noch etwas auf Kunst? Meine großen Eier sind begehrter. Wir leben in einer großen Zeit! „Einbildung ist auch eine Bildung,“ entgegnete der Star.„Gegen Deine Dummheit ist nicht aufzukommen.“ „Meine Dummheit,“ schrie die Gans empört, „fällt bei dem heutigen geistigen Tiefstand gar nicht mehr auf. Ich bin, wie gesagt, beliebt wegen meines großen Formats.“ „Ja, das bist Du in der Tat,“ rief der Fuchs, der sich leise herangeschlichen hatte. Er fraß sie mit Behagen auf. Den großen Schnabel ließ er liegen. Und der klappert noch! ha. 1. Klasse zur Messe. Die erste Klasse wird in den D=Zügen des Inlandverkehrs im allgemeinen nicht mehr geführt. Während des Messeverkehrs wird sie aber zwischen Köln und Leipzig in vier D=Zügen vom 28. August bis 7. September wieder eingerichtet. Es handelt sich um ein Tages= und in Nachtzugpaar. Nötig ist dafür lediglich die Umschilderung von Abteilen, die sonst als 2. Klasse benutzt werden. Offerten mit Preisangabe unter Nr. 55 an die Geschäftsstelle d. Zeitg. 1: W enseher e gutes, starkes Pack-Papier 1: Sovie Genet, buntos 3 Seiden-Papier I: CARL BRAUS 35 Suche für sofort mehrere tüchtige, jüngere Verkäuferinnen Vorstellung: Kowa, Schwerte Hüsingstr. 26. Ehrliches u. fleißiges junges 3026 Lüges madchen gesucht. Wilhelmstraße 30. Hamburger Fischhalle Schwerte, Hagenerstr. 2. Empfiehlt la. frischen Fisch, feinste, frische Fettbückinge, Aal, Seelachs, Schellfisch, Lachsheringe, u. s. w., neue Matjesheringe 15 Pfg., Salzheringe, Salz= und Gewürzgurken, neue Marinaden, Oelsardinen, lebende Goldfische wieder vorrätig. Hamburger Fischhalle Stellen-Anzeigen für den „Personal=Anzeiger des Daheim“ werden durch unsere Geschäftsstelle Bahnhofstraße 3 und Gr. Marktstr. 3 ohne Spesenzuschlag vermittelt. Das Publikum hat nur nötig, die kleinen Anzeigen bei uns abzugeben und die Gebühren zu entrichten. Die Anzeigenpreise des „Daheim“ sind im Vergleich zur hohen, über ganz Deutschland gehenden Auflage und der zuverlässigen Inseratwirkung niedrig; sie betragen gegenwärtig 100 Pfg. für die Zeile (= 7 Silben) bei Stellenangeboten und nur 75 Pfg. bei Stellengesuchen. Wir empfehlen die Anzeigen frühzeitig aufzugeben. Die Geschäftsstelle der Schwerter Zeitung. Sol- und Thermalbad önigsbor Eisenbahnstationen Unna u. Unna=Königsborn. Badezeit vom 1. Mal bis 15. Okt. Beste Heilerfolge bei Gicht, Rheumatismus, Ischias, Skrofein, Drüsen, Rachitis, Erkrankungen der Atmungorgane, Herz-, Nerven= u. Frauenkrenkheiten. Neuzeitl. Sole-Inhalat. Mäßige Preise für Unterkunft und Bäder. Badeschrift und Auskunft unentgeltlich durch die Badeverwaltung in Unna=Königsborn. BADSALEÖFLEN Herz. Rheume.Nerven Lufhvege Frauenleiden Kurtaxe-Ermässigung ab 15 August Familiendrucksachen liefert schnellstens C. Braus Nr. 189(Zweites Blatt) Schwerter Zeitung" Jonnerstag, 14. August 1930 Von Seien und Braußen Berlin, zweite Augustwoche 1930. Ob sich die Menschheit in diesem nassen und kühlen Sommer— aus Amerika hört man natürlich von einer„Hitze=Welle“, die alles schlapp macht— besonders gut amüsiert hat in der Sommerfrische? Frisch ist die Sache ja gewesen— jedoch ein„Sommer“ war es nicht. die Angelegenheiten nun einmal vei uns liegen — einer Tatsache kann man gewiß sein: sind Rekorde gebrochen worden. Von Fliegern in der Luft, von Schwimmern im Wasser, von Läufern auf der nicht mehr recht beliebten Erde, von Dauertänzern auf dem Parkett und von Hungerkünstlern unter der Glasglocke. Apropos:„Rekorde!“— so nebenbei, ich weiß nicht, von wem der Spruch stammt,— von mir ist er nicht, aber„trotzdem“ hübsch:„Hier liegen die morschen Knochen— von einem, der mit Geschick— zuerst den Rekord gebrochen— und kurz darauf das Genick...“ Der Rekord im Tippen, im Schreibmaschine=Schreiben ist— seitdem ein Fräulein Sowieso zweihundertvierzig Worte in der Minute getippt hat— nicht mehr zu brechen. Deshalb hat man in Buckingham in England nun eine neue Art des Wettkampfes erfunden. Die Teilnehmenden an diesem DamenTurnier müssen im Laufen, im schnellen Laufen, Stenogramme aufnehmen und sie dann auf dem Rücken sich freundlichst zur Verfügung stellender Kollegen auf die Maschine übertragen. Da kann man bloß sagen: Spaß muß sein. Ich las es vergnügt in der Zeitung von heute, — Es gibt halt noch immer recht schnurrige Leute— Ein„Wettkampf“ fand statt nach ganz neuem System, Ein Wettkampf voll Tücken und gar nicht bequem. Es hielten den Block und die Stifte parate Die Damen und schrieben nach schnellstem Diktate, Sie schrieben im Laufen ins knisternde Heft, Ob immer auch richtig—? Je nun, wie es trefft! Dann mußten die Herr'n, die Kollegen, sich bücken Und boten, als Schreibtisch, geduldig den Rücken; Der Tisch hat geruckt nicht und hat nicht gewippt, Die Damen, die haben drauf munter getippt. Dann gab's hübsche Preise zu köstlicher Ehrung Für diese besondre Berufes=Erschwerung. Ich denk' daß man wieder„Rekorde“ zerbrach— Und andre Berufe, die folgen bald nach. So denk' ich mit meinen lyrischen Vettern Ein Wettkampf im„Dichten beim Bäume=Erklettern“ Wird großen Spaß der Begeist'rung bereiten P##id:„Dramen=Schreiben beim Esel=Reiten.“ Und preisgekrönt wird ein berühmter Verfasser, Der einen ganzen Roman„unter Wasser“ Und mitten im Fisch= und Algen-Betrieb Mit dem Messer auf eine Muschel schrieb.. Ich werde den Kollegen sehr beneiden. Nachmachen werde ich's ihm nicht. Mir fällt „unter Wasser" bestimmt nichts ein. Und die Meer=Fauna in der Tiefe ist mir eklig. Ich erinnere mich aus dem Aquarium— in Neapel— dem reichhaltigsten der Welt, obschon es nur Getier aus dem Mittelmeer umfaßt— ein paar riesiger und abscheulicher Fische, die so widerliche Glotzaugen haben, daß mich bestimmt der Schlag treffen würde, wenn mir so einer oder gar mehrere von den Viechern über die Schulter in mein Manuskript glotzen würden. Auch einen anderen Rekord, von dem ich höre, würde ich mich nie zu brechen getrauen. Die Kapelle eines Herrn Wachsmut hat in einem Berliner Kaffeehause in der Bülowstraße volle vierundfünfzig Stunden andauernd musiziert. Und Herr Wachsmut ist dabei nicht zerschmolzen, und seine Kapelle lebt auch noch. Wie bin ich froh, daß ich— auf dringenden Rat musizierender Freundinnen meiner Mutter und nach Drohungen verschiedner Hausbewohner— als Junge das Klavierspiel rechtzeitig aufgab! Wer weiß, ich hätte mich vielleicht doch an der Wachsmut'schen Konkurrenz beteiligt und spielte jetzt zum zweihundertneunundachtzigsten Male hintereinander den„Gesang der Meermädchen“ aus dem „Oberon“, bis zu welchem Musitstück ich damals meine bescheidene Kunstfähigkeit getrieben hatte. (Später las ich an einem mechanischen Klavier, das ein Invalide auf einem Karren durch den Jahrmarkstrubel fuhr, die stolze Inschrift:„Am geheimen Klimperkasten— tat sich Mozart noch so schwer,— heute stellt man ohne Tasten die Musik viel leichter her!") Wenn ich an jene Zeit meiner musikalischen Studien denke——! Der preußische Unterrichtsminister hat jüngst vor dem philosophischen Studium gewarnt, da in den nächsten Jahren höchstens rund zweitausendfünfhundert Stellen frei werden und bereits vierundzwanzigtausend Studenten der Philologie immatrikuliert sind. Ich hingegen warne vor dem Musik studium. Denn so viele Bechstein=Flügel gibt's gar nicht, wie augenblicklich daheim auf den Konservatorien werdende Liszts, d'Albers und Lamonds sich ausbilden(und noch mehr einbilden).„Von allen entsetzlichen Dingen das entsetzlichste“— schrieb Hebbel in seinen Tagebüchern—„ist Musik, wenn sie erst erlernt wird.“ In Ebern in Bayern, einem Städtchen, das riesige Waldungen sein eigen nennt, zahlen die glücklichen Bürger keine Steuern. Aber wenn ich wüßte, daß die Töchter dieser glücklichen Bürger von Ebern bei offenem Fenster Klavier übten, dann würde ich doch nicht nach Ebern ziehen; wie ich's mir sonst jedes Mal vornehme, wenn ich meine Steuern zahle. Oder wenn ich schon dort wohnte, würde ich in schnellstem Tempo entfleuchen. Uebrigens—„schnellstes“ Tempo.(Da wären wir beinahe wieder beim Rekord!) Man ist allmählich in Deutschland nicht mehr angesehen, weil man kein Auto hat. Nicht daß man wie kürzlich die Filmschauspielerin Evelyn Egan ausgerechnet im prüden England unbekleidet im offenen Wagen aus dem Bad fährt, aber, sagen die guten Freunde, wenn man dann schon draußen vor der Stadt wohnt, wo es sogar Gärten, Singvögel und grüne Bäume gibt, dann hat man eigentlich die verdammte Pflicht und Schuldigkeit—— Oft in diesen schönen Tagen, Auch am Stammtisch beim Gesöff, Quält man mich mit blöden Fragen; Na, wie ist’s mit dem Töff=Töff? Willst du endlich eines kaufen? Weit ist doch der Weg zu dir! Und im Staub per pedes laufen, Ist wahrhaftig kein Pläsier. In dem märk'schen Sande waten, Macht die Seele wenig froh; Du bekommst sogar in„Raten“ Einen Wagen comme=il=faut! Wie ein Lord fährst du spazieren Durch den lieben heim'schen Gau; Willst du selber nicht chauffieren, Lernt's’ne hübsche kleine Frau. Solches hör' ich. Spruch und Flause! Und ich krieg' es mit der Wut! Und ich sage:„Quatsch nicht Krause! Und wie's ist, so ist es gut. Hühneraugen bringt das Wandern, Sowas weiß schon jedes Kind, Autos haben halt— die andern, Welche meine Freunde sind. Billig, ohne einen Batzen, Fahr' ich mit voll Zuversicht; Wenn dem Freund die Reifen platzen, Ist es meine Sache nicht! Trauernd meinem Steuermanne, Sitz' ich mollig im Kupee. Repariert er eine Panne, Seh' ich zu auf der Chaussee. Immer bin ich eingeladen, Wenn er hübsche Touren macht; Jüngst hab' ich sogar'nen Braten Meiner Köchin mitgebracht. Da wir hinter'm Dorfe waren, er— so in Saus und Braus— Ach, ein Gänslein überfahren, Und das nahm ich mit nach Haus... Diogenes. Vom Deutschnationalen Handlungsgehilfen=Verband Der Deutschnationale HandlungsgehilfenVerband hat im vergangenen Jahre eine umfassende Erhebung über die Einkommensverhältnisse seiner Mitglieder durchgeführt. Jetzt nach 1½ Jahren liegt das vollständig durchgearbeitete Ergebnis aus über 188000 verarbeiteten Fragebogen vor. Der Umsang dieses in der deutschen Sozialstatistik wohl einzig dastehenden Erhebungswerkes ist zu ermessen, wenn man sich vergegenwärtigt, daß über 2500 verschiedene Tabellen errechnet worden sind. Eine vom DHV. herausgegebene Schrift„Berufsständische Gehaltspolitik— Tatsachen und Forderungen“ faßt die zum Teil schon während der Aufarbeitung der Erhebung bekanntgegebenen Ergebnisse wirkungsvoll zusammen. Wir erfahren bis in alle Einzelheiten, wie sich das Einkommen des Kaufmannsgehilfen zusammensetzt und welche Faktoren seine Höhe beeinflussen. Während die Einflüsse, die vom Lebensalter und von der Berufstätigkeit ausgehen, als natürliche Folgen der beruflichen Leistungsfähigkeit anzusprechen sind, müssen die Gehaltsunterschiede in verschiedenen Gewerbezweigen, in verschiedenen Gebieten oder Betriebsgrößen grundsätzlich anders bewertet werden. Ueber die vielfachen Spannungen, die hier im einzelnen vorliegen, gibt die Erhebung reichlichen Aufschluß. Als geradezu verhängnisvoll wird aber vom DHV. die überraschend starke, vom Lebensalter ausgehende Beeinflussung der Gehälter angesehen. Diese steigen ungefähr bis zum 46.—50. Lebensjahr, obschon keine Zweifel darüber bestehen können, daß die volle berufliche Leistungsfähigkeit und damit der Anspruch auf ein auskömmliches Gehalt schon lange vor diesem Zeitalter erreicht werden. Von dieser Tatsache und von den Gedanken einer Gehaltsbemessung nach den Leistungen ausgehend, zieht der DHV. seine Hauptfolgerung aus der Erhebung. Es handelt sich um eine weitausgeholte Zielsetzung für die nächsten Jahre in Form von Richtgehältern. Die vorliegende Schrift gibt über Bemessung und Zuerkennung dieser Richtgehälter genauen Aufschluß. Sie beziehen sich auf 4 Arten der kaufmännischen Tätigkeit, je nachdem ob einfach, qualifiziert, selbständig oder schwierig, verantwortlich gearbeitet wird und setzen jeweils ein Mindestgehalt fest, das von den volleistungsfähigen Kaufmannsgehilfen erreicht werden soll. Demnach würde z. B. die qualifizierte kaufmännische Tätigkeit(u. a. 2. Buchhalter, Einkäufer, Reisende für einfache Verkaufstätigkeit) mit 350 A monatlich abgegolten werden, während der selbständigen Tätigkeit(u. a. 1. Korrespondent, 1. Kalkulator, 1. Einkäufer, ReiKennzeichen: Der Nome MAGGl und die Hrpische gelb-rete Pockung — Heifer für sparsames Wirtschaften— Februar Roman von Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle(S.) 21. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Ich werde die Andersen vernehmen, sobald sie kommt", erklärte Gambichler.„Immerhin will ich sie nach ihrem Alibi genauestens fraLammont erhielt von Frau Plösl den sogenannten Salon zum vorübergehenden Aufenthalt eingeräumt. Als Gambichler mit den beiden Juristen allein war, äußerte er seine Meinung in jener derben Weise, die ihm den Namen Hammer eingetragen hatte: „An sich glaube ich, daß es so weit ist, den Herrn Lammont zu verhaften. Aber ich möchte lieber warten, bis mein Kollege Korkzieher da ist; der tüftelt immer noch Probleme aus. Wer weiß, was er im Laufe des Nachmittags noch herausgefunden hat.“ „Es sind zwei Punkte da“, stellte Isenbeil in seiner objektiven Weise fest,„die noch nicht geklärt sind und die man erst klären muß, wenn man Lammont verhaften will.“ „Und welches wären die zwei Punkte?“ fragte Seiden gespannt. „Der erste Punkt", erklärte Isenbeil,„ist folgender: Woher hat Lammont Kenntuis gehabt, daß ihn die Reese verraten will? Der plötzliche Mordanschlag auf die Reese hat doch nur einen Sinn, wenn Lammont von dem Brief der Reese an mich Kenntnis hatte. Von diesem Brief wußten aber, soweit ich Kenntnis habe, bis sechs Uhr nur vier Personen: die beiden Schauspielerinnen Andersen und Behrens Herr Staatsanwalt Seiden und ich.“ Seiden erwiderte: „Leider kann ich dieses Argument widerlegen. Ich habe im Papierkorb des Regierungsrats Lammont— ich war nämlich in seiner Wohnung— Papierschnitzel gefunden, sie aneinandergereiht und festgestellt, daß Reese einen Drohbrief an Lammont geschrieben hat.“ Seiden las den Wortlaut des Briefes, wie er ihn zusammengestellt hatte, vor. „Es wird immer schlimmer für Lammont", sagte der Hammer. Es war ihm nicht anzusehen, ob er das bedauernd oder freudig meinte. „Die Sache sieht so aus, als ob Lammont so gegen vier Uhr nachmittags den Brief der Reese bekommen hat, den Sie bruchstückweise vorfanden. Lammont scheint erkannt zu haben, in welcher Gefahr er schwebte. Hätte er gewußt, daß die Reese bereits Ihnen, Herr Rechtsanwalt von der Sachlage Mitteilung gemacht hatte, so hätte er wohl die Tötung der Reese nicht erwogen. So aber sagte er sich, daß die Reese die einzige Mitwisserin seines Geheimnisses sei. Er hat sich deshalb kurz entschlossen, sie zu beseitigen. Hätte die Reefe nicht den Brief an Sie geschrieben, Herr Rechtsanwalt, so hätte kein Mensch darauf kommen können, daß Lammont ihr Mörder ist. Er hat freilich in der Eile einige Dummheiten gemacht. Er hat nicht für ein Alibi gesorgt. Er hat auch nicht den Brief beseitigt, den die Reese an ihn geschrieben hat; das sind Dummheiten, wie sie jeder Verbrecher begeht und wie sie insbesondere ein Verbrecher begeht, wenn er so rasch und eilig handeln wüß.fer Seiden wandte sich wieder an Insenbeil: „Und welches ist der zweite Punkt, in welchem Ihrer Ansicht nach noch Klärung erforderlich ist, bevor Lammont endgültig überführt wird?“ „Die Dame, Herr Staatsanwalt", erwiderte Isenbeil.„Die Dame, die noch da war. Wer war diese Damek“ Seiden dachte einen Augenblick nach, daß diese Dame sehr wohl Fräulein Hede Lammont sein könnte. Er erinnerte sich, daß sie vor ihm die Treppe zu ihrer Wohnung hinaufgestiegen war. Hatte sie vorher wirklich Einkäufe, wie sie den Anschein zu erwecken suchte, gemacht, oder war sie in der Baumstraße gewesen? Seiden unterdrückte diesen Gedanken. Er kam sich so vor, als ob er Hede Lammont entweihe; aber die Zweifel quälten ihn doch. „Darf ich die Handschuhe sehen, die uns die Besucherin zurückgelassen hat?“ fragte er Gambichler. Gambichler händigte sie ihm aus. „Vorsicht, bitte“, sagte er,„vielleicht ist im Leder ein Fingerabdruck haften geblieben.“ Während Seiden die Handschuhe betrachtete, stellte Gambichler eine Frage, die Seiden zusammenzucken ließ. „Kennen Sie eine Zigarettenmarke„Supralta'?" Seiden horchte auf. „Gewiß. Es ist eine sehr teure Marke. Ich habe sie heute erst angeboten bekommen.“ „Was hat das mit dem Fall Reese zu tun? fragte Seiden. viel," erwiderte Gambichler trocken. „Der Unbekannte, wenn er überhaupt noch unbekannt für uns ist, der mit der Reese den Likör trank, hat nämlich eine Zigarettensorte„Supralta' geraucht. Wenn Sie hierher sehen, auf dem verkohlten Papier, können Sie noch genau die Aufschrift lesen..“ Seiden legte die Handschuhe weg. Wie im Ring des Polykrates eine glückliche Botschaft sich an die andere reiht, so schien hier sich ein Indiz an das andere zu reihen und in unheimlicher Gewalt eine feste Kette um Lammont zu schließen. Bisher hatten Lammonts Erklärungen doch wenigstens noch den Schein von Glaubwürdigkeit. Das war aber doch ausgeschlossen, daß, wenn ein Fremder oder eine Fremde die Reese umgebracht hätte, dieser Dritte just auch dieselbe kostspielige Zigarettensorte rauchte wie Lammont. Als Seiden kaum die Handschuhe weglegte, hatte sie Isenbeil ergriffen. Vielleicht war es ein Zufall, instinkte Bewegung, daß er sie in Augenhöhe hielt; möglich, daß er glaubte, im Innern die Lieferfirma eingedruckt zu finden und so einen Anhaltspunkt zur Eruierung des Eigentümers zu finden. Gewiß ist, daß Isenbeil einen süßen, bekannten Duft verspürte, und daß ihm dieser Duft an das Parfüm erinnerte, das Lilly Behrens liebte. Unsinn!, dachte er bei sich, es sind ganz gewöhnlich riechende Handschuhe. Aber als er daran roch, was es doch„Houbigant Jasman.“ Halb ärgerlich und halb belustigt legte er die Handschuhe weg. Er sagte sich, daß es noch mehr Frauen auf der Welt gäbe, die dieses Parfüm bevorzugen. Schließlich war ja nicht anzunehmen, daß Lilly Behrens mit Vera Reese so gut bekannt war, daß sie sie besuchte. * Unmittelbar nach der Vernehmung Lammonts kamen die Andersen und die Lilly Behrens. Beide Damen hatten vor Erregung gerötete Wangen. Bei Lilly Behrens fiel es Isenbeil weiter nicht auf. Er kannte ihre Lebhaftigkeit und wußte, daß ihr heller Teint der Spiegel ihrer Seele war, aber bei der Andersen frappierte es ihm. Sie hatte jetzt mehr Leben und Farbe im Gesicht als am Morgen, da sie um ihre Ehre Im Laufe der Vernehmung freilich glaubte er zu begreifen, woher die sonderbare Aufregung der Andersen kam. Er hatte mit sich einen Kampf auszufechten, in dem der Verstand dem Impuls unterlag. Zunächst wurde die Andersen vernommen. Gambichler war gelanter zu den Damen als gewöhnlich. Er bot ihnen einen Stuhl an, und seine Fragen waren ebenso liebenswürdig, als seine Randbemerkungen heute mittag derb. „Kannten Sie die Reese, Fräulein Andersen?“ Sie verneinte. „Ich meine,“ klärte sie Gambichler auf.„o5 Sie sie oberflächlich kannten. Sie war doch gleichzeitig mit Ihnen im Theresienbau inhaftiert. Haben Sie sie nicht hier und da einmal turz gesprochen““ Wessteuns 1es, (Fortevung folgt.) 9% sende für schwierige Verkaufstätigkeit) ein Mindesteinkommen von 450 M zuerkannt wird. Für die einfache und qualifizierte Tätigkeit sind im Gegensatz zu der selbständigen und schwierigen, verantwortlichen Tätigkeit gewisse Abschläge für die unter 25 Jahre alten Kaufmannsgehilfen vorgesehen. Das für die selbständige, verantwortliche Tätigkeit vorgesehene Einkommen soll ohne Rücksicht auf das Alter in jedem Falle bezahlt werden. Sehr wichtige Ergebnisse der Erhebung behandeln die Bedeutung des Tarifvertrags für die Gehaltslöhne. Von den befragten Kaufmannsgehilfen fallen 17,5 Prozent unter keinen Tarisvertrag. Ihr Monatseinkommen liegt, wenn man alle Nebenbezüge auf den Monat umrechnet und dazu nimmt, durchschnittlich um 16 M niedriger. Dabei handelt es sich vorwiegend um Kaufmannsgehilsen mit einfacher und qualifizierter Tätigkeit. Von grundsätzlichem Wert sind ferner die Ergebnisse über die bislang unbekannte Altersund Berufsgliederung der Kaufmannsgehilfen, sowie über die auffallende Kinderarmut in diesen Mittelschichten. Ein besonderer Abschnitt der Schrift, der einen Vergleich mit dem Realeinkommen der Vorkriegszeit enthält, kommt zu dem Ergebnis,„daß die Einkommen weiter Schichten der Kaufmannsgehilfen, ungeachtet des gehaltlichen Fortschrittes seit der Inflation, noch immer nicht die Vorkriegshöhe wieder erreicht haben.“ Man darf annehmen, daß dieser ersten umfassenden Veröffentlichung des DHV. über seine Gehaltserhebung in der össentlichen Lohn= und Gehaltsdiskussion der nächsten Jahre eine besondere Bedeutung zukommen wird. 600 Jahre auf Vorposten Das Gottscheer Deutschtum. Sckene und nasse Jähre Schwerte, den 14. August 1930. Trockene Jahre sind häusiger als nasse. In den drei Wintermonaten fallen bei uns im Durchschnitt 125, in den drei Sommermonaten 225 Millimeter Regen. Frühjahr und Herbst haben durchschnittlich etwa je 150 Millimeter Regen. Das nasseste Jahr, das in Deutschland im letzten Jahrhundert vorgekommen ist, war das Jahr 1882, in dem die Regenmenge fast einen Meter betrug, während sie sonst durchschnittlich zwei Drittel Meter ausmacht. Das trockenste Jahr war 1857, das nur ein Drittel Meter Regenmenge auswies. Betrachtet man die Regenverhältnisse auf der ganzen Erde, so können wir uns damit trösten, daß es in anderen Regionen sehr viel mehr vom Himmel„gießt“ als bei uns. In Deutschland hat der größte Teil des Landes östlich der Elbe weniger als 600 Millimeter Regenmenge, und der Durchschnitt für ganz Norddeutschland beträgt rund 640 Millimeter. In den übrigen Ländern Europas gibt es aber Jahresmengen bis zu 2000 Millimeter. In den regenreichsten Gegenden Europas, in einzelnen Bergländern Norwegens, an der Westküste Schottlands, in der portr giesischen Serra da Estrella und an der von Cattaro, kommt es sogar zu einem Durchschnitt von 3000 Millimeter Regenmenge. Die größte Regenmenge der Erde findet sich in Asien. Dort genießt der Ort Cherrapunji auf dem Plateau des Khasia=Gebirges an der Grenze Vorder= und Hinterindiens den zweifelhaften Ruhm, der nasseste Fleck der Erde zu sein. Gedenktage. 14. August: 1837 Der Dichter Joh. jan in Danzig geboren(gestorben 1915).— 1841 Der Philosoph Joh. Friedr. Herbart in Göttingen gestorben(geboren 1776).— 1860 Der Archäologe Fr. Studniczka in Jaslo geboren.— 1864 Die Dichterin Marie Eug. delle Grazie in Unter=Weißkirchen in Oesterreich geboren. Wetterbericht der Wetterwarte Essen vom 13. August 1930. Während das Hochdruckgebiet über Südwesteuropa fortbesteht und das Tiefdruckgebiet über der Nordsee langsam nordostwärts abzieht, Tringt bei Island ein neues Tiefdruckgebiet vor. In Deutschland war es heute früh meist bewölkt und im Süden vereinzelt regnerisch bei 12 bis 17 Grad Wärme. Der Kahle Asten hatte frischen Südwestwind, Nebel und 8 Grad. Wetteraussichten bis Freitag: Wechselnde Bewölkung, und vorübergehendes Nachlassen der Regenfälle bei wenig veränderten Temperaturen. — Gewitter, verbunden mit starken Regenschauern gingen am gestrigen Tage über unserer Stadt nieder. Grelle Blitze folgten einem heftigen Donnerrollen. Und heute morgen zeigte sich wieder das übliche Bild: Regen, nichts als Regen. Gestern war Verkehrskontrolle. Die schon mehrmals durchgeführte Verkehrskontrolle im ganzen rheinisch=westfälischen Industriegebiet wurde gestern wiederholt. Diese Maßnahme wird auf Anordnung des Ruhrsiedlungspräsidenten erledigt und auch im hiesigen Stadtgebiet durch die an den wichtigsten Kreuzungen aufgestellten Verkehrsposten bewerkstelligt. Die Auszahlung der Zusatzrente für Kriegshinterbliebene und nicht im Erwerbsleben stehende Kriegsbeschädigte für den Monat August 1930 findet am Freitag, den 15. August 1930 vormittags an der hiesigen Stadtkasse statt. - Die Auszahlung der Unterstützung an die Sozial= und Kleinrentner findet am Sonnabend, den 16. ds. Mts., nur vormittags von 8—12 Uhr bei unserer Stadtkasse statt. . Ein erfolgreicher Züchter. Der Vorsitzende der Schwerter BrieftaubenReisevereinigung Herr Carl Wiesner, Geisecke, der seine Tauben zum 1100 Kilometer=Nationalflug Insterburg, dessen Ausgang zur Zeit noch im Vordergrund des Interesses der rheinischen und westfälischen Brieftaubenzüchter steht, einsetzen ließ, konnte die erfreuliche Meldung machen, daß von ihm gestern vormittag 8.45 Uhr ein„Insterburger Sieger“ konstantiert worden ist. Es handelt sich um eine rotgehämmerte Täubin mit Ringnummer 0749—27—143, die vor kurzem ebenfalls beim Nationalflug ab Schneidemühl siegreich war. Von den von der Schwerter Reisevereinigung zum Nationalflug Insterburg eingesetzten 55 Tauben ist es das erste eingetroffene Tier, welches den heimatlichen Schlag erreicht hat. Herr Wiesner kann deshalb stolz auf seinen Nationalsieger sein, der eine Glanzleiftung vollbracht hat, wenn man berücksichtigt, daß auf der ganzen Flugstrecke in den letzten Tagen Regen und Stürme vorherrschend waren. Dazu kommt noch, daß erst eine ganz geringe Anzahl von Tauben infolge des unbeständigen Wetters in Rheinland und Westfalen eingetroffen sind und der Wettbewerb um die Preise im Nationalflug Insterburg einstweilen noch nicht als beendet angesehen werden kann. X Gartendiebe sind gegenwärtig wieder an der Arbeit und versuchen da zu ernten, wo sie nicht gesät haben. Gegenwärtig sind es insbesondere die Bohnen, auf welche es das lichtscheue Gesindel abgesehen hat. So wurde einem Gartenbesitzer an der Hörderstraße in der vorletzten Nacht fast die gesamte Ernte von unberufener Seite„geerntet“. In einem anderen Falle waren es die heranreifenden Kartoffeln, welche die Diebeslust reizten. Glücklicherweise ist man in beiden Fällen den Dieben auf der Spur. -. Der Kuban=Kosaken=Chor im„Freischütz“. Am Samstag, 16. August 8,30 Uhr findet im„Freischütz“ das einzige Konzert des berühmten Kuban=Kosaken=Chors statt. Diese 25 Russen, die sich in einem Siegeszug das europäische Festland erobert haben, erregen immer wieder Aufsehen durch ihr herrliches Stimmaterial. Abgrundtiefe gewaltige Bässe, weiche, warme Mittelstimmen und leuchtende und strahlende Tenöre sind durch strafste Chordisziplin und durch die geniale Führung des feinsinnigen Dirigenten S. Ignatieff zu einer unerreichten Klangkultur geführt! Ob sie nun russische Kirchenlieder oder ernste weltliche Gesänge oder schwermütige Balladen singen, ob sie in heiterer Lust russische Volks= und Naturlieder oder die von wildem Rhythmus gejagten Kosakenlieder zum Vortrag bringen,„immer istesein Schwelgen in seligen Klangharmonien!“ Darnach kommt ein Beifallssturm, der keine Grenzen kennt! Wer das Konzert besucht, wird um ein glückliches Erlebnis reicher sein. Etwa 20 000 Pfündungen werden täglich in Deutschland ausgeführt, der größte Teil davon durch die Finanzämter. Diese Zahl kennzeichnet so recht die augenblickliche trostlose wirtschaftliche Lage. . Windvogelsteigen in der Stadt verboten! Die Polizeiverwaltung macht darauf aufmerksam, daß das Windvogelsteigen im Stadtgebiete wegen Gefährdung der telefonischen Leitungen und der elektrischen Straßenbahnoberleitungen verboten ist. Die Eltern tun gut daran, ihre Kinder bei Vermeidung von Strafen entsprechend aufzuklären. * Vom gestrigen Wochenmarkt. Trotz unfreundlichem Wetter wies der gestrige Wochenmarkt einen einigermaßen starken Besuch auf. Käufer und Verkäufer waren zahlreich vertreten, namentlich die Landwirte aus der näheren Umgebung. Die Zufuhr in allen Die deutsche Sprachinsel Gottschee in dem früheren österreichischen Kronlande Krain in der Nähe der Adria, jetzt zu Jugoslawien gehörig, seierte in diesen Tagen das für auslandsdeutsche Gebiet seltene Jubiläum ihres 600jährigen Bestehens. Es wurden, mehrtägige Festlichkeiten veranstaltet, von denen unser Bild einen Hochzeitszug in altüberlieferter Tracht festhält. Marktabteilungen war sehr gut, doch überstieg das Angebot bei weitem der Nachfrage. Fische sah man nur an zwei Ständen. In Schnitt= und Topfblumen hatten die Händler große Auswahl. Nachstehend die Preise: Fleischwaren: Rindfleisch 1 M, Schweinefleisch 1,30, 1,40, Kleinfleisch 3 Pfd. 1 M. Schinken 1,70, 1,80, Blut= und Leberwurst 0,50, 1 M, Kalbsleberwurst 1,40, Mettwurst 1,80, Fleischwurst 1,20, Bierwurst 1,30, Jagdwurst 1,40, Braunschweiger 1,30, Plockwurst 1,50—2,00, Zervelatwurst 2—2,40 M. Butter und Eier: Butter 1,60, 1,80, Eier 9 Stück 1 M. Obst, Südfrüchte und Gemüse: Aepfel 15, 20, 50 J, Birnen 20, Pflaumen 25 und 40, Pfirsiche 50, Waldbeeren 25 und 30, Preiselbeeren 35, Bananen 35—45, Weintrauben 50, Zitronen 3 Stück 25, Tomaten 15, Blumenkohl 35—40, Einmachbohnen 10 und 15, Wollbohnen 13, Wurzel 10, Stielmus 10, Kohlrabi 10 und 15, Weißkohl 5, Rotkohl und Wirsing 10, Spinat 25, Wachsbohnen 15, Gurken 15, Zwiebel 2 Pfd. 25, Einmachgurken 10 Pfd. 2,00—4,00, Einmachzwiebel 20, Salat 10, Kartoffeln 10 Pfd. 60 M. Fischwaren: Kabeljau 40 J, Rotbarsch 40, grüne Heringe 30, Bückinge 35 J. Lundtreis Iseriehn Amt Westhofen l. Westhofen. Aus dem Polizeibericht. In der Zeit vom 1. bis 10. August gelangten bei der hiesigen Polizeiverwaltung folgende Straftaten zur Anzeige: 1 Anzeige wegen Ausübung der Wirtschaftskonzession ohne Genehmigung; 1 Anzeige wegen Pferdediebstahls; 1 Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung; 3 Anzeigen wegen Gewerbevergehens; 1 Anzeige wegen Unterschlagung; 2 Anzeigen wegen Betruges; 1 Anzeige wegen Anfahrens eines Kindes mittels Personenkraftwagen; 2 Anzeigen wegen Fahrens ohne Licht; 1 Motorrad wurde herrenlos aufgefunden. Aus den industriellen Werken gelangten 8 Unfälle zur Anzeige, bei denen ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. An verschiedenen Tagen fanden Milchrevisionen statt. Die Proben gaben keinen Grund zur Beanstandung, was hauptsächlich auf die dauernde Ueberwachung des Milchgewerbes zurückzuführen sein dürfte. l. Westhofen. Gartendiebe an der Arbeit. In den letzten Tagen mußten verschiedene Gartenbesitzer die Wahrnehmung machen, daß ihre Gärten von unbefugten Personen betreten und beraubt worden waren. Aus einem Garten entwendeten Diebe über 1 Zentner Großebohnen und Senfgurken, während aus einem anderen Obst gestohlen wurde. Leider ist man der Täter nicht habhaft geworden. In einem anderen Falle gelang es noch, die Diebe zu verscheuchen. Allem Anschein nach handelt es sich immer um dieselben Täter und wäre es wünschenswert, wenn deren Handwerk baldigst gelegt werden könnte. Sämtliche, auch die kleinPresse und der Wahltump 1. Vermeidung von Ausschreitungen im Wahlkampf. Alle Parteien, einerlei welcher politischen Einstellung, sind sich darüber einig, daß die Wahlkämpfe der letzten Jahre sehr unerfreuliche Auswüchse gezeitigt haben, die im Interesse der Einigkeit unseres Volkes besser vermieden werden sollten.„Nach Entschließung der Arbeitsgemeinschaft der Niederrheinisch=Westfälischen Presse, in der die Verleger und Redakteure zusammengeschlossen sind, wird es die niederrheinisch=westfälische Tagespresse demgemäß in dem bevorstehenden Wahlkampf ablehnen, irgendwelche Veröffentlichungen im Text= oder Anzeigenteil aufzunehmen, die einen gehässigen persönlichen Charakter tragen und die damit den Boden der erforderlichen Sachlichkeit verlassen. 2. Veröffentlichung von Eingesandtes. Die Zeitungen sind zur Erhaltung ihrer wirtschaftlichen Existenz dringend darauf angewiesen, daß die ihnen zur Veröffentlichung zugehenden Wahlaufrufe, Einladungen zu Versammlungen usw. bei Aufgabe bezahlt werden. Sie müssen es deshalb ablehnen, derartige Veröffentlichungen im redaktionellen Teil oder in Form von„Eingesandtes“ kostenlos aufzunehmen. In allen diesen Fällen müssen die Parteien auf auf den Anzeigenteil verwiesen werden. 3. Alle Einsendungen zu den Wahlen müssen mit dem Namen der Partei oder mit dem Namen des Einsenders gezeichnet sein. Einsendungen mit Unterschriften wie„Mehrere Bürger", „Ein Parteifreund“ usw. werden nicht zugelassen. sten Gartendiebstähle wolle man daher unverzüglich bei der hiesigen Polizeibehörde melden. l. Westhofen. Das an der Abzweigung Unnaer=Hörderstraße angebrachte Verkehrsschild genügt überhaupt nicht den an solche Verkehrstafeln gestellten Anforderungen. Das Schild verwirrt nur die Kraftfahrer, denn dasselbe müßte größer sein und auch eine übersichtlichere Bezeichnung erhalten. Die Beschriftung ist so angebracht, daß oben, auf der linken Seite der Tasel, also in Richtung Hörderstraße das Wort Schwerte steht mit einem Pfeil nach der Unnaerstraße zeigend. Darunter, auf der rechten Seite, also in Richtung der Unnaerstraße, steht Aplerbeck, mit einem Pfeil nach der Hörderstraße zeigend. Hauptsächlich während der Dunkelheit richten sich nun die Fahrer meistens nach der Ortsbezeichnung, weil die kleinen Pfeile kaum zu sehen sind. Wolsie also nach Schwerte, dann fahren sie die Hörderstraße herauf nach Höchsten zu, und umgekehrt geht es ihnen, wenn sie nach Aplerbeck wollen. Bemerken sie ihren Irrtum früh genug, dann muß das Kraftfahrzeug erst wieder zurückgesetzt werden, was hauptsächlich des Nachts für die Anwohner der Straßen eine unliebsame Störung der nächtlichen Ruhe bedeutet. Vielleicht überzeugt sich die zuständige Stelle von diesem Uebelstande und sorgt schleunigst für Abhilfe. Amt Ergste Bürenbruch. Uebungsschießen. Gemeinschaftlich mit dem Kriegerverein Ergste hält am kommenden Sonntag nachmittag 2 Uhr der hiesige Krieger= und Landwehrverein auf dem herrlich gelegenen Schießstand„Am Hachen“ ein Uebungsschießen ab. Bemerkenswert ist, daß zur schnelleren Ermittlung der Resultate, anstatt wie bisher durch Anzeigen von Zahlen, jetzt erstmalig auf telofonischem Wege die geschossene Ringzahl der Schützen bekanntgegeben wird. Eine besondere Note erhält die Veranstaltung noch dadurch, daß die Radio=Verkaufsstelle„Schwarzpunkt“(Hill) aus Schwerte mit einer Radio=Anlage aufwarten und durch Schallplattenmusikübertragung für Stimmung sorgen will. Hoffentlich hat der Wettergott richtig disponiert. Wir wünschen der Veranstaltung einen guten Verlauf. Arbeitsgemeinschaft der Niederrheinisch=Westfählischen Presse. Das Haus der elternfernen Söhne 50 Jahre Gütersloher Johanneum. Das durch sein evangelisch=stiftisches Gymnasium und neuerdings durch sein religionspädagogisches Seminar weit über Westfalens Grenzen als Schulstadt bekannt gewordene Gütersloh, feiert am 7. September das 50jährige Jubiläum des„Gütersloher Johanneums“. Letzteres wurde 1880 gegründet mit der Zweckbestimmung, die Söhne der in fremden Erdteilen arbeitenden Missionare der Barmer Missionsgesellschaft aufzunehmen. Für die Wahl des Ortes war der Ruf Gütersloh als einer evangelischen Stadt mit den verschiedensten Schulen und Ausbildungsmöglichkeiten entscheidend. Seit seiner Gründung hat das Haus viele hundert Missionarssöhne ausgenommen und einer Berufsausbildung zugeführt.— Am 6.—8. September finden sich die AltJohanniter in Gütersloh zur Jubiläumsfeier ein. Der Sonntag, 7. September, wird durch Festgottesdienste in beiden evangelischen Kirchen eröffnet, in denen die Alt=Johanniter General= superintendent D. Hegner=Schneidemühl und D. Johannsen=Essen, der Vorsitzende der deutschen evangl. Missionskonferenz predigen. Eine besondere Gedächtnisfeier findet an dem Ehrenmal der im Weltkriege gefallenen Johanniter statt. An der Feier des Hauses nehmen weiteste Kreise Interesse. So wird auch ein Vertreter der deutschen Kolonialgesellschaft Grüße überbrinK Immer glänzendes Itaar! 1204. Sbe 36 (Maarglen S M Rese eice e elie e ceche besett wurven, der Metaustung, Haß F. politische und nicht zuletzt die Behauplung, buß sie politische Ziele verfolgten, läßt es begreiflich erscheinen, daß man gegenwärtig in allen Kulturstaaten umfangreiche Maßnahmen trifft, um ähnlichen Vorkommnissen in Zukunft tatkräftig vorzubeugen. Die Versuche zur Nachahmung von Münzen und dten liegen so nahe, daß wir wohl das Auftauchen des ersten noten trthen, 19 hoye, vop vo, vermuten dürsen, in dem unter politischem Deckmanzel sind ipou., Pehigge Fal berauszugreisen und daran eriznern, Wiganentegngen d Veraue hugganzreich beist salsgen asguten uoeroeinvon, un so die Iustation zu fördern und daß Napoleon mit falschen Pfunduoten versahz. Sennocg un, Zehangez recdens u muehreren Paulen sechr erheblich. Handelte es sich doch damals zunächft vean eriggg; mitte die von den Staatsoberhäuptern selbst Purven. Du. ve den Frischen=sezen. Ferner wurde aber mittel an die Hand gegeben, die ihre Betätigung doppelt geEicherlich war früher die Verbreitung salscher Roten alem versuchten, ihr Risio binsichtlic, Harier seiners peit Halten wir uns zurächt ver Augen, wie sch der Sazug nacht, Die lanse Weozseluibe gu, uigel ehger. Seuiche Pesiter osten x.Ischrzguserfäallen gemacht. Wie gut sie sich Seschafte uu bonsom, gezi aus folgendem Beispiel hervor, Erich von Liebermann, Leiter der Falschge münzer, der ihm dabel zusah, bezog die Warzaizg, gfgzehgr schein im Stich und rannte, so diese Leute aber schnelli Vorgestern hast du den ersen Falsch(Fran Dote * S Im Schatten des großen Napoleon, auf dessen politische Falschmünzereten in den jüngsten Prozessen aden schon eine gedruchte Ausgreug, seinge, Der Erlag Fälschung auftauchte, so. daß man zwei 5 mit einem Schlage erleoigt hatte. Doch nun zu der wichtigsten Frage: nach den Ergebnissen der bisher durchgeführten Prozesse und der umfangreichen Untersuchungen wirklich anzunehmen, daß ein Staat, welcher cs auch sei, solche Fälschungen gefördert oder go neinen, schon aus Sraden Pratisgk Heiesil. Ver 2ll teilweise mißversandener Idealisnus die Triebhinter den Kulssen sand., Aber auch binschulsh der Riesegihlichungen von Dolarnoten, deren Hersteller bisyer noch nicht gefaßt werden konnte, vertreten alle internationalen Fachleute den Standpunkt, daß auch hier keinerlei ernsthafter Grund für ähnliche Annahmen vorliegt. Un sie begründen ihre Ansicht folgendermaßen. Ein Staat könnte mit der Fälschung fremder Noten nur zwei Ziele verfolgen. Zunächst könnte beabüchtigen, ve, wirtischaftlche, Basis der Kote auf, und sehn Binnen vitr zusegenden Aonehebastet. Sein Sedigorist, Igen Holizeibehörden und der euromabnahmen aler europhig Hrächie=baz zahrelang und mit euer Ansunme von Boten Der groge Beozek der vonn Ausgang bestätigte nur das bereits Gesagte. Der Irrtum, dem Jankowick zum Opfer sief, stell, ein in der Geschichte der Banknotenfälschungen settenes Mißzwar unbeanstander über zwei anderg.„Pguiete, man zur Potton Ein Kabeltelegramm erzing nach Berlin:„Roten verschigs dolzel“ Dauit war die Gegenalton derich aul dar Wirkungsvollste eingeleitet. Noch ein drittes Mal hat man in der Nachkriegszeit einen Staat mit einer Banknotenfäatschengzichere zotrrgge nezuge vong) Zopschüteln bewenden, sondern sorschen so lange nach, bis sie den wahren Täter, einen russischen Emigranten, ermittelt hatten. So wenig wie damals, beweist heute die hohe Qualität der gefälschten Hundertdollarnoten, daß man es bei ihnen nicht Er ließ die llote im Stich und rannte spornstreic, Jdpon 8 #4. schüttern. Niemand wird aber im Erust aus den voriegenden VSiagten burch die Fälschugen einer ihrer vielen Banknotentypen erschüttern oder auch nur in Mißkredit kringen ließe, gerade die Währung dieses reichsten und mächtigsten Landes der Erde, von dem fast die ganze übrige Welt Geld zu leihen sucht! Der zweite Zwäck, den eine Regierung mit der Nachahmung ausländischer Banknoten verfolgen könnte, wäre der Wunsch, auf diesem ungewöhnlichen Wege die eigenen dem Milliardenbedarf jedes Staates fallen al Gewinne, die sich aus Falschnotenvertxteb erzielen lassen, überhaupt nicht ins Gewicht. würden ja nicht einmal den berühmten auf den heißen Stein bedeuten. Denn ZehnFälschungen ergatern, keineswegs aber wäre es ungehindert in den Vers=hr zu schmuggeln vermag. Und welche Rolle würde denn selbst eine für einen Staat spielen? Wie gering war doch der Erfolg, den die ungarischen Frankenfälscher erzielten, im Geaemt tue ucher uer ui dunr eudcenher ioten waren ie dervorragend natchgen..—, gru, Windisch.=Graes und eise. Freu n enlenu, nne be guage ge busi in Guns un Gesegeur eie, ben n hhe e e e. ne aen ae ea an aun i ast. booe, greich und kosfnelg, gewesen sein, daß sie schon so umsangreich und kottprtig veriur,zgietg, daß be sten deshalb nicht das Werk primitiver Fälscher sein könnten. Aber auch diesem Einwand messen die mit der Untersuchung in erster Linte betrauten Stellen keine Bedeutung zu. Wohl sei es nun ein Millionenschwindel oder ein Bankeinbruch... Dr. Friedrich Hauser. bestimmten Fabrikats verbreitet worden. Erga.,2 gor, ain ere, Ferig geworden war, seinen ersen Falschschein ausschun, Zpes Lage spiter woll. n in einem sleinen Geschäft in der Aode Münhens Vorung der Holzel uner den die Verausgabung der a Den holländtschen Agenten hatte der Oberst a. D. I towid Die ür b. berimpgu, der Hurcgtaiz, im Haag echten Tausendfrankenscheines einen salschen, den er W Die einzige wirklich zuverlässige Kontrolle der Banknaten ermöglicht nur die Analosenlampe. „Glauben sollst du und vertrauen!“ Roman von Gert Rothberg Coppricht by Marin Feuchtwanger.(Saale) Peoniechong. Nachduck berbolen. Frau von Lorring dachte an ihren guten Mann, der noch kurz vor seinem Tode gesagt hatte: „Zwinge Daniela zu keiner Ehe. Frei soll sie sein, frei soll sie wählen dürfen. Du weißt, wie unglücklich die Ehe meines armen Bruders war, und weißt, daß er an dieser Ehe zugrunde ging. Was nützte ihm das viele Geld? Nichts, gar nichts. Was nützte ihm die hochgeborene Frau, die ihn nie verstanden hat?“ Frau von Lorring senkte den Kopf. So früh mußte der lebenslustige Mann, Danielas Vater, sterben, nachdem ihn seine Ehe vollständig zerrüttet hatte. Einige Jahre später war auch Danielas Mutter gestorben, und das Kind kam zu ihnen ins Haus, da ihr Mann Vormund der Kleinen war. Daniela war reich, sehr reich, und was sie, Onkel und Tanie, besaßen, erbte sie einst auch noch. Sie hatten keine Kinder und vergötterten die Nichte. Und seit dem Tode ihres Mannes war Frau von Lorring mit dem jungen Mädchen allein. Gerade zu einer Zeit, wo die Männerwelt anfing, Daniela zu umschwärmen und mit Heiratsanträgen zu überschütten. Daniela hatte zu allem gelacht. Herzlich gelacht— bis Doktor Brünneck ihren Weg kreuzte. Und das zarte Gewebe der Liebe hatte sich enger und enger um die beiden jungen Menschen gesponnen, fest, unzerreißbar. Sie hatte ja alles ganz genau kommen sehen und sich über Danielas Wahl gefreut. Weil sie wußte, daß dieser ernste, zielbewußte Mann der beste Halt für Daniela sein konnte, wenn sie ihn liebte. Das war der Fall! Und nun wollten Menschen kommen und mit ein paar Worten Danielas Glück zerstören? Frau von Lorring zuckte zusammen. Wahrhaftig, da saß sie hier und hing Gedanken nach, während sie sich doch ihren Gästen hätte widmen müssen. Eilig erhob sie sich und ging in den Kreis der älteren Damen hinüber. *„* Prinz Oldenhausen stand an sein Pferd gelehnt und beobachtete angestrengt den Eingang zum Tatterfall. Danielas Fuchs trippelte und tänzelte schon ungeduldig von einem Fuß auf den anderen. Lustiges Lachen durchtönte den Raum. der Direktor ging prüfend zwischen den Pferden hindurch. Prinz Oldenhausen begrüßte hier einen Herrn, verbeugte sich dort tief vor einer Dame, doch er wich nicht von seinem Platz und nahm die alte Stellung immer wieder ein. Sein Pferd hob ein paarmal witternd die Nüstern gann stand es wieder wie aus Erz gegossen. Und oa kam Daniela von Lorring! Sofort wandte sich das allgemeine Interesse ihr zu. Langsam kam sie in ihrem eleganten Reitdreß den Gang herunter. Da sah sie den Prinzen, der ihr Pferd hielt und an das seine gelehnt stand. Ihr schien das eine anmaßende Handlung seinerseits. Ihr Pferd hatte der Stallbursche oder ein Bereiter zu halten, nicht der Prinz, weil es nun aussah, als verbinde ihn etwas nit ihr. Daniela war auf sich selbst zornig, auf den Fürsten, auf die ganze Welt. Warum hatte Brünneck eigentlich gestern nicht gesprochen, nach dem, was sie ihm sagte? Sie kam sich gedemütigt vor, und sie stampfte noch in Gedanken daran mit dem zierlichen Fuß auf, daß die Sporen leise und silbern klirrten. Prinz Oldenhausen verneigte sich tief. Sie reichte ihm die Hand, ihn dabei nicht gerade freundlich ansehend. Er küßte die kleine Hand im ledernen Stulphandschuh. Dann richtete er sich auf. „Beinahe glaubte ich, vergebens auf ein Wiedersehen gehofft zu haben. Doch der Direktor sagte mir, daß Sie stets pünktlich erscheinen; so tröstete ich mich.“ Daniela sah ihn an, doch er fühlte, daß ihre Gedanken ganz woanders waren. Er biß die Zähne zusammen. Dann aber sagte er liebenswürdig: „Gnädiges Fräulein sind noch müde von gestern? Kein Wunder, wenn man so viel getanzt hat.“ Daniela riß sich zusammen. „Müde? Nein! Nur— eigentlich habe ich heute keine Lust zum Reiten, möchte nun aber mein Pferd nicht enttäuschen. Es ist schon unruhig.“ „Aber der gestrige Abend ist Ihnen gut bekommen?“ Sie sah ihn an. „Danke, Hoheit, mir bekommt alles gut.“ Daniela winkte, und der Bereiter sprang herbei. um ihr den Bügel zu halten. Doch da stand der Prinz schon da und hob sie in den Sattel. Gleich darauf saß er selbst auf. und nun ritten sie in der Bahn. Bankier Rosen flüsterte seinem Intimus Hasselfeldt zu: „Donnerwetter, Hoheit legt sich scharf ins Zeug. Das dürfte eine gefährliche Konkurrenz für Brünneck werden.“ „Allerdings. Du. aber eher gönne ich sie schon noch Oldenhausen, wie dem finsteren Arzt. War mir sowieso unbegreiflich, was sie gerade zu dem zog. Ja, da kann man ja in der nächsten Zeit allerlei Ueberraschungen erleben“, meinte Hasselfeldt gemütlich. Da in diesem Augenblick Bankier Friedland kam, auf den die Herren nur noch gewartet hatten, so ging man jetzt zu dritt in das Sportrestaurant hinüber, um bei einer Flasche Wein die neuesten Nachrichten durchzusprechen. Prinz Oldenhausen und Daniela ritten schweigend nebeneinander. Der Prinz brach dieses Schweigen endlich. „Gnädiges Fräulein besuchen am Donnerstag das große Wohltätigkeitskonzert? Die Deruett singt. Es soll schon alles ausverkauft sein.“ Daniela nickte.„Die Deruett muß man doch hören! Oder muß man das etwa nicht?“ Der Prinz lachte. „Man muß! Aber sie singt tatsächlich herrlich. Ich hörte sie vorigen Winter in der Oper in Berlin. Man war hingerissen. Und das will natürlich etwas heißen, denn man ist ja schließlich durch die einbeimischen Kräste sehr verwöhnt.“ Daniela hob den rassigen, dunklen Kopf. Auf ihrem schönen Gesicht war endlich wieder das Lachen. „Ist sie schon alt, diese berühmte Deruett?“ Lachend zuckte Prinz Oldenhausen die Schultern. „Alt? Warum dieses harte Wort, gnädiges Fräulein? Man wendet dieses Wort auf schöne Frauen überhaupt nicht an, weil es Frevel wäre.“ „Aha!“ Daniela sagte es mit Spott. Der Prinz lachte froh. „Um Gottes willen, Sie haben mich doch nicht etwa im Verdacht? Die Dame reist in Begleitung ihres Gatten, der übrigens einen sehr eifersüchtigen und feudalen Eindruck hinterließ.“ Jetzt lachte auch Daniela laut und herzlich. Dann sagte sie: „Der Fuchs ist viel zu fromm; aber mein Onkel Lembach steht dort und paßt auf. Ich möchte viel lieber auf einem ungesattelten Pferde dahinrasen, ganz allein für mich, nicht immer unter Aufsicht.“ Prinz Friedrich sah entzückt auf die schlanke, rassige Figur des Mädchens. Er hatte sie richtig eingeschätzt. Sie besaß Temperament, hatte Feuer und Schneid. Himmel, wenn er dagegen an die Kusinen in Biberstein dachte, von denen er durchaus eine zur Gemahlin nehmen sollte. Brrr... Die Sophie auf dem Droschkengaul in ihrem ekelhaften Reitanzug. Oder die Luise! Immer mit einer Handarbeit! Pfui Teufel, er konnte doch nicht von Anfang Januar bis Ende Dezember jährlich auf Reisen gehen, nur um diese Ehe zu ertragen? Nein, das konnte niemand von ihm verlangen. Hier, dieses entzückende Geschöpf, das war die passende Frau für ihn. An ihrer Seite würde es ganz gewiß niemals langweilig und öde sein. Eine hohe, schön gewachsene Männergestalt schob zwischen seine Gedanken und Daniela: Der Arzt!— Prinz Oldenhausen hatte ein unangenehmes Gefühl zu überwinden. „Ich bin ja verrückt! Was geht mich denn dieser Mann an? Er hat doch kein Anrecht auf dieses schöne Geschöpf! Vermessen genug von ihm, wenn er sich mit Wünschen in dieser Hinsicht trägt.“ Daniela zuckte plötzlich heftig zusammen. Ihr Blick hing starr an der Tür. Ein großer, schlanker Mann stand dort, und seine Augen blickten mit verächtlichem Ausdruck zu ihr hinüber. Ihre Hände zitterten, und das Pferd sprang kurz zur Seite. Daniela hatte die Augen geschlossen. Als sie sie wieder öffnete, war der Spuk verschwunden. Prinz Oldenhausen beugte sich zu ihr hin. „Was war denn nur? Sie sehen doch ganz weiß aus. gnädiges Fräulein?“ fragte er besorgt. Daniela lächelte schwach. „Ich— hatte, ach, es war nichts. Es— war dumm von mir. Doch mir ist nicht ganz gut, und ich werde doch lieber nach Hause fahren.“ Sofort war er vom Pferde und half ihr. Am liebsten hätte er das Mädchen ganz fest an sich gepreßt, doch dann ließ er sie sanft zu Boden gleiten. Gleichgültig wandte er sich an den Bereiter: „Führen Sie die Pferde ab.“ Daniela sah ihn erstaunt an, dann sagte sie: „Hoheit, lassen Sie sich doch bitte nicht stören. Ich bin morgen wieder pünktlich da.“ Daniela wußte nicht, wie sie dazu kam, dem Prinzen diese Aufmunterung zu schenken. Doch sie bereute es schon im nächsten Augenblick, als sie den feurigen Kuß des Prinzen auf ihrer Rechten fühlte. Eilig ging sie dann dem Ausgang zu. Prinz Friedrich ließ es sich nicht nehmen, sie wenigstens hinauszubegleiten. Er stand dann noch lange da und sah dem Lorringschen Auto nach. Trübe und grau hing der Himmel über der Stadt. Der Wind trieb Papier und Laub über die Straße. Vergeblich bemühten sich zwei Kehrer, den Kehrichthausen zusammenzuhalten; er flatterte ihnen immer wieder davon. Mit einem kurzen Ruck wandte sich Oldenhausen um und ging wieder in den Tatterfall zurück. Daniela lehnte sich in die weichen Kissen des Wagens Ihre Gedanken galten nicht im entferntesten dem Fürsten. Sie weilten bei Brünneck. Bei der Vision, die sie vorhin gehabt. Oder war es doch keine Vision, war er es selbst gewesen? Aber das konnte doch nicht sein. Er ritt doch nicht Und welche Veranlassung sollte er denn sonst gehabt haben, nach vort zu kommen? Daniela wollte sich selbst verspotten, doch es gelang ihr nicht. Die innere Unruhe und die Sehnsucht waren zu groß. Sie wollte ihn von daheim anrufen. Seine Worte von gestern gaben ihr dazu ein Recht. Als der Wagen endlich hielt, atmete sie wie erlöst auf Sie ging schnell die paar Stufen empor und trat dann in das Wohnzimmer ihrer Tante. „Jetzt kommst du, Daniela? Und ich nahm an, daß du zwei Stunden bliebst wie gewöhnlich. Doktor Brünneck wollte dich sprechen, und ich schickte ihn zu Hallinger.“ Daniela lehnte sich an die Tür, griff mit der Hand. wie nach einem Halt suchend. um sich. „Brünneck war— hier— bei dir— Tante?“ „Ja doch, mein Kind. Er schien mir sehr enttäusch: Ich glaubte— nun, ich dachte, du hättest es eigentlich beinahe erwarten können, Danie. Warum bist on denn nur so verstört?“ Daniela wischte die kalten Schweißtropfen fort, die ihr plötzlich auf der Stirn standen. „Ich ritt mit Prinz Oldenhausen. Da sah ich Brünneck plötzlich an der Tür und— ich glaubte, es wäre eine Vision oder Einbildung. Wie du willst. Also er war es! Warum aber verschwand er dann so plötzlich? Warum begrüßte er mich dann nicht, wenn er mich doch erst sprechen wollte?“ Die Tante sah sie bekümmert an. „Kind, Kind, warum mußtest du gerade mit dem Prinzen reiten? Ich fürchte, Brünneck hat das falsch aufgefaßt. Er ist sehr stolz und verschlossen, und solche Menschen trifft eine Enttäuschung doppelt schwer.“ „Ich möchte allein sein, Tante. Ich muß in Ruhe nachdenken. Es wäre möglich, daß ich ihn anrufe. Habe ich deine Einwilligung zu einer Einladung für heute abend zum Tee! Wir haben heute nichts vor. Und der Abend bei Tante Laura fällt nach dem gestrigen Zwischenfall ja aus.“ „Gewiß, Kind. Der Besuch Doktor Brünnecks ist mir sehr angenehm. Sei nicht trotzig, mein Kind; mancher verscherzte sich schon sein Glück durch unseligen Trotz“, sagte die alte Dame g52e3. „Ich danke dir, Tante Maria. Du bist viel zu gut mit mir.“ Daniela schlich sich hinaus. Und die alte Dame lächelte. Es war also alles richtig, wie sie gedacht hatte. Daniela liebte den Arzi mit einer Kraft und Innigkeit, daß ihr das Herz schmerzte bei dem Gedanken, daß er ihr böse sein könnte. Und da dachten manche Leute noch, sie könnten diese Liebe mit ein paar oberflächlichen Redensarten von Titeln, Namen, Hinabsteigen und so weiter, zerstören. Ausgeschlossen! Danielas Herz hatte gesprochen, weil der Rechte gekommen war. Nun hielt sie fest an dieser Liebe und würde sich durch nichts beirren lassen. Freilich, dieses unbesonnene Kind! Wie konnte sie auch nur dem Prinzen so viel Aufmerksamkeit schenken, trotzdem sie immer wieder behauptet hatte, er gefiele ihr nicht? Frau von Lorring seufzte. Daniela würde sich ändern müssen, ganz gewaltig ändern! Der Mann mit dem schönen, braunen Gesicht und den hellen, durchdringenden Augen würde niemals mit sich spielen lassen.„„ 6 Droben in ihrem Zimmer stand Daniela, preßte beide Hände vor das Gesicht und stöhnte: „Er war es! Und er hat mich also in Wirklichkeit so verächtlich angesehen, weil ich mit Oldenhausen zusammen war.“ Wieder nahm sie den Hörer ab. Ein kurzer Kampf, dann rief sie an. Frau Rat Stephan meldete sich. „Herr Doktor ist nicht daheim, eben wieder fortgegangen. Ich weiß nicht, wann Herr Doktor Brünneck zurückkommt. Er hatte es sehr eilig. Vielleicht mußte er ins Krankenstift! Wenn gnädiges Fräulein einmal dort anrufen könnten?" „Ich danke Ihnen, Ja, das wird wohl das beste sein.“ Daniela rief nicht im Krankenstift an. Matt schlich sie zum Fenster, saß dann dort lange und sah in den unfreundlichen Herbsttag hinaus. Und genau wie draußen der Tag traurig aussah, so sah es in ihr traurig und leer aus. Wohl eine Stunde mochte sie so gesessen haben, als sie sich endlich aufraffte und nochmals an das Telephon ging. Jetzt rief sie das Krankenhaus an und bat, Herrn Doktor Brünneck zu rufen. „Wen darf ich melden?“ „Fräulein—— ach nein, der Name tut nichts zur Sache. Es ist dringend.“ „Es ist gut, Herr Doktor wird sofort verständigt.“ „Ich danke Ihnen.“ Daniela wartete. Wartete geduldig eine Viertelstunde am Apparat. Endlich! „Hier Doktor Brünneck! Wer dort, bitte?“ „Daniela Lorring.— Tante und ich bitten Sie für heute abend zum Tee. Wir sind ganz allein. Ein gemütliches Plauderstündchen, Herr Doktor.“ Schweigen! Daniela zitterte am ganzen Körper. Angestrengt horchte sie. Endlich hörte sie etwas. Es klang wie ein tiefes Stöhnen. Und da sprach auch Brünneck. „Gnädiges Fräulein, was hätte es für einen Zweck? Ich bin mir zu gut dazu, Stunden auszufüllen, in denen der Prinz verhindert ist.“ Daniela ließ den Hörer fallen. Langsam ging sie wieder an ihren Platz zurück. Große, schwere Tränen liefen langsam über ihre Wangen Es waren seit langer, sehr langer Zeit die ersten Tränen. die die stolze Daniela weinte.— „Kind, schläfst du?“ Tante Maria kam langsam näher. Sie beugte sich zu Daniela herab. Da erschrak sie. Das Gesicht war stark gerötet, die Hände sieberheiß. „Kind, was ist denn nur?“ Da fiel ihr Blick auf den zu Boden gefallenen Hörer. Und nun glaubte sie alles zu wissen.— Sie rief die Zose herbei und half selbst mit, Daniela ins Bett zu bringen. Dann schickte sie die Zose wieder fort. Und sie war froh, ats sie es getan hatte. Daniela sprach leise vor sich hin. Unzusammenhängende Worte. Aber deutlich heraus schälte sich der Satz: „Rudolf Brünneck soll kommen. Er soll kommen.“ Ratlos blickte die alte Dame vor sich hin; dann aber ging sie doch entschlossen zum Telephon. „Sofort Herrn Doktor Brünneck, bitte.“ „Herr Doktor ist nicht da“, meldete Frau Rat Stephan pflichttreu. „Wo vermuten Sie ihn?“ „Im Krankenstift.“ „Ich danke Ihnen.“ Frau von Lorring seufzte. Kostbare Zeit verloren. Wenn Brünneck unterdessen das Krantenhaus verließ? (Fortsetzung