# Schwerter Zollung“ erscheint wüchenllich soche mol. Beyvgepreis haldmonatlich 1.20 Mark, Einzelnummer 15 Pfg. Druck u. Verlagvon C. Braus, Schwerte(Rubr), n, n c#### ahang, aad Senziähaest für Schunt und us umt Berchun 8 Breur u. a ene Verbunden mit: Schwerter Tageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung Schwerter Volksblatt Westhofener Aplerbecker Langscheder Holzwickeder Zeitung Zeitung Zeitung Zeitung eli io Pf. Aktuigen. ausotoer,eheiseshungen, Tneie 925 e Kctiche eichen de d, Lienr, acheneh Nr. 186(Erstes Blatt) Schwerte(Ruhr), Montag, den 11. August 1930 Elngung in Surrentsth Verhandlungen zwischen Volkspartei und Staatsparkei in Baden u. Württemberg- Aufstellung gemeinsamer Listen " Aua(Funkspruch.) Inser die erste Frage, ob die Deutsche Staatspart wtb. Karlsruhe, 11. Aug.(Funlesprum.) In Anwesenheit des Reichsaußenministers Dr. Curkus fand hier eine stark besuchte Vertreterversammlung des Landesverbandes Baden der Deutschen Volkspartei statt. Einstimmig wurde unter lebhaftem Beifall der langjährige Spitzenkandidat, Reichsaußenminister Dr. Curtius, viederum aufgestellt.. 4.4—4 Die Deutsche Volkspartei teilt parteiamrlich Zwischen der Deutschen Staatspartei und der Deutschen Volkspartei in Baden und Württemberg werden aussichtsreiche Verhandlungen über den Abschluß eines Wahlabkommens geführt. Es handelt sich um die Aufstellung gemeinsamer Listen. Reichsminister Dr. Dietrich hat Dr. Curtius die er die erste Frage, ob die Deutsche Staatspartei vorbehaltlos zur Weimarer Verfassung stehe, uneingeschränkt mit Ja beantworte. Auch die zweite Frage, ob die Staatspartei die Farben der Republik Schwarz=Rot=Gold gegen alle Angriffe verteidigen werde, beantwortete er mit uneingeschränkter Zustimmung. Ebenso die dritte Frage, ob die Staatspartei den sozialen Schutz der Kopf= und Handarbeiter, des Rentners und aller wirtschaftlich Schwachen gegen eventuelle Uebergriffe der abwehren helfen werde. Die vierte Frage, ob die Staatspartei sich für die Republikanisierung von Reich, Staat und Gemeinde einsetzen werde, sei nicht ohne weiteres in ihrer Bedeutung zu erkennen. Die Staatspartei stehe auf dem Standpunkt, daß jeder Beamte in Reich, Staat und Gemeinde, seinem Diensteid getreu, Reichslandes, der ungeheilten Wunde in der Ostflanke, dieses verkümmerten Lungenflügels des Reiches. Wir denken daran, unter welch schnödem Druck Wilson zur unnatürlichen Abschnürung Ostpreußens gepreßt, zu welchem Zwitterzustand das deutsche Danzig verurteilt wurde. Die Zukunft des polnischen Nachbarn, der seine staatliche Macht nicht zum geringsten Teil deutschen Blutopfern verdankt, kann nur gesichert sein, wenn Deutschland und Polen nicht bleibt eine europäische Sorge und Gefahr. Unse inneren Augen schweifen über die deutschen Gaue, in der Seligkeit dieses erworbenen Eigentums, aber auch in Schmerz um die heute noch Den Ge Se Rak Alte. Röte hrsein bei ist. Jedes. Dorf, jede Sta Darauf hielt Reichsminister für die besetzten, Gebiete, gapsaung Treotrunus, eine Rede, in der er zunächst der Ergebnisse der Volksabstimmungen in der Nordmark, in Ostund Westpreußen, sowie in Oberschlesien ge dachte und den unbeugsamen Heimatssinn der Bevölkerung in den Abstimmungsgebieten he vorhob. Weiter führte er aus: P 6 Wir wollen die Rheinlande im Frieden halten, wie es in allen Zeiten deutsches Sehnen war. Aber wir müssen frei sein, weil kein Gemeingefühl unter den Völkern der Welt gedeihen kann, wenn das Recht gebeugt, wenn das Gesetz des Raumes vergewaltigt, wenn „sittlich unbeherrschte Wacht,Hergt hieer Sturih, Darum grüßen wir gerade in Birsee Stunde des Dankes in Weymut, aber augh, iggaxbenge winister Dr. Dietrich hat Dr. Curtius die Verfasung stehenden Beamten solle aber na Führung der Einheitsliste angetragen, wähel der Leistung, nicht nach der Parteizugehärigteit rend die Liste in Würtenberg durch Dr.serfolgen. Z. gogh=Wßegs.r 5aß die Statspartei Heuß(Staatspartei) gefüihrt werden lol. In dent kasturseindlichen Antisemitsnus ablehne wied an zweiter Stelle der Einheits= und ihn bekämpfe. bei ist. Jedes Dorf, jede Stadt feiert seine Freude. Die Fahrt des Reichspräsidenten, der Ostmark Lohn, des Rheines Betreuer, war ein Jubelzug bis zur Trauernacht von Koblenz, die zur neuen Besinnung mahnt. Nun Osten Einheit und Einsatz des ganzegzzegtchen Volkes, Willen, Zukunftshoffnung, 3itenen ken in der Tiefe unserer Seele des zerschuntenen Baden wiro an zweiter Stelle der Einheitsliste Reichsminister Dr. Dietrich(Staatspartei) und in Württemberg Reichstagsabg. Keinath(Volkspartei) stehen. Die Selbständigkeit der beiden Parteien ist durch dieses Abkommen nicht berührt. Staatspartei und Reichsbanner Uünf Fragen nach der politischep. Fir Gingeg nger ## 5. General Seeckt Reichstagskandidat? enb. Berlin, 10. Aug.(Eigene Meldung.) Mehreren Blättern zufolge wird Generaloberst a. D. von Seeckt als Spitzenkandidat der Deutschen Volkspartei im Wahlkreis 10(Magdeburg=Anhalt) kandidieren. Verhandlungen, die in der letzten Zeit zwischen der Parteileitzung und dem Generalobersten geführt worden sino, haben zu einer völligen Uebereinstimmung in allen politischen Fragen geführt. Die endgültige Nominierug Seeckts wird am 17. Aug. auf der Parteivertretertagung der Deutschen Volkspartei in Magdeburg stattfinden. aus der Herbheit unseres Ostens gewachsen, Kräfte, die uns zu hofen Feischer: gag# wird kommen, wo der Kampf, 1#/44“: Drum Unser unvergängliches geliebtes Vaterland, jetzt und immerdar, hoch! Wuppertaler Schüler siegt im .e 1. Lua,(Fansperuch).Au Buigen die Gelshichtez. einer 2os Verisch für die Tesrelung des Rhenlander Rede des Reichsministers Treviranus bei der Kundgebung der West und Ostverbände Berlin 10 Aug.(Funkspruch.) Die im dem großen deutschen Gevier zwischen Ostsee un wib. veran, ul. Aug, Gunsprug.), Die in Westausschuß für Rhein, Pfalz und Saar vereinigten landsmannschaftlichen Verbände veranstalteten am Sonntag vormittag im Reichstage eine Gedenkstunde an die Befreiung des Rheinlandes, in der die Redner in Dankbarkeit der Treue und Opferbereitschaft der rheinischen Bevölkerung während der Besetzung, sowie der deutschen Staatsmänner gedachten, die den Weg zur Rheinlandräumung bahnten, und betonten, daß nur eine erste Etappe auf dem langen Wege zu einer wahren und vollen Liqui: dation des Krieges erreicht sei. Die zweite Etappe mit der Rückgabe des seit über 1000 Jahren zu Deutschland gehörenden Saargebietes werde folgen müssen. In der Saarfrage werde der Völkerbund seine Generalprobe abznlegen haben. Außerdem sei die Souveränin des Reiches am Rhein im Gegersatz, zwor zens Phauntz noch immer veistere de Gersgaisler Herttag moradem gtopen,peutigen wxvier zwischen Ostsee und der tschechoslowarischen Grenze, das von alter deutscher Kulturbesitz war, ein zerfetztes Land übriggeblieben sei, in dessen Gauen infolge der alle natürlichen und wirtschaftlichen Zusammenhäpgg. zerreißenden. Erenzziehung Zusammenhänge kulturelle und wirtschaftliche Not wohne. Der Vorsitzende des Bundes der Saarvereine, Senatspräsident Andres Frankfurt a. M., hob im Anschluß daran mit Genugtuung hervor, daß die französischen Hoffnungen auf eine polnische Mehrheit im Abstimmungsgebiet Ost= und Westpreußen und für einen autonomen Vasallenstaat Frankreichs links des Rheines zuschanden geworden seien, und erklärte, auch die Begehrlichkeit nach dem Saargebiet werde zuschanden werden. wtb. Berlin,—.. F.ngsfeier, Sonntag, dem Vortage der Verfassungsseler, wurde zum dritten Male der deutsche Schülersetagen. Schon an d.Aigist en ud Peweyzigen Thenatg lautetger: gestellt. Die diesjahligen Thematg lguteten: gab uns Jungen die Geschichtesi,„Bißten inige kamen in die engere Wahl. Sie mußren einige Minuten über ein ihnen erst im Augenblick Prüfung genanntes Thema frei sprechen, z. „Mein erster Eindruck von Berlin“ oder„Warum nehme ich am Schülerwettbewerb teil?"„Als Preise winkten wieder für den Besten eine sechswöchige Reise nach den Vereinigten Staaten zum internationalen Schülerredewettbewerh, in Washington, Geldpreise, die das Reichsh### rium des Innern gestellt hat, für fünf nächsten und wertvolle Bücher für die übrigen. keiten hin, die der deutsche Vewerber in Washington bei der großen Konkurrenz haben würde. Amerika messe dem Schülerwetthewerb eine große Bedeutung bei. Annähernd 5### hörer wären drüben anwesend. Mit besten Wünschen für die Reise nach Amerika schloß der Dann betonte Prof. Grabowski von der Deutschen Hochschule für Politik die Notwendigkeit, die freie Rede unter der Jugend zu pflegen, im Hinhlick auf die zukünftigen Pflichten des Jungen die Geschichte2“ einer über„ueuischlands Stellung in der Welt“. Im Namen des Preisrichterkollegiums verkündete Pi Hoetzsch dann das Ergebnis. Heinz Bockhacker aus Wuppertal=Elberfeld, der also die Reise nach Amerika macht und an dem Redewettbewerb in Washington teilnimmt. Zweiter: Werner Schmidt aus dem Freistaat Sachsen(Leipzig), Dritter: Hans Pitsch aus Niederschlesien; Vierter: Günther Völker aus Pommern; Fünfter: Rudolf Halfer aus Schleswig=Holstein und Sechster: Wilhelm Saal aus Köln. Außerdem erhielt der junge Flieg aus Baden einen Trostpreis. Prof. Hoetzsch gab auch seiner Freude darüber Ausdruck, daß bei allen jugendlichen Bewerbern der Staat inmitten ihrer Ausführungen gestanden hätte, daß sich diese Jugend der Verantwortung am Staate wohl bewußt sei. Er dankte den Botschafter Sackett für sein Erscheinen, den Kollegen für ihre Mitarbeit als Preisrichter und beglückwünschte die erfolgreichen Primaner. im Hinotia Auf vir gutunteer flichten des Redner hielten dann ihre Ruhrgebiet= und Nordseefahrt des„Graf Zeppelin“ Friedrichshafen kommend über Dortmund. Nach roße Werk des Wiederaufbaues legen. Die Reden in der Gedenkstunde wurden gehalten vom Vorsitzenden des Reichsverbandes der Rheinländer, Präsident Dr. Kaufmann, dem Abrsihe Cehsechaele ber 25 De Seschchen die Sdenshale sad u. dem Reichstage eine Erianerug an die ver eziglelsesGalst Ost. und Westpreußen erfolgte votlsabstimmung katt, bei der der ehemalig, Herpgtgag pag oon missar, Graf Baudissin, hesvorhor, buß von wtb. Friedrichshafen, 10. Aug.(Tel.) Das Luftschiff„Graf Zeppelin“ ist heute morgen 5,30 Uhr unter Führung von Kapitän Lehmann mit 20 Passagieren an Bord zur Fahrt nach Dortmund aufgestiegen, wojgfirg, Zgischenlanz, dung vorgenommen werden son. Von Dortmuno aus wird das Luftschiff eine Darmstadt unternehmen, wo voraussichtlich ebenfalls eine Zwischenlandung stattfinden wird. Am Montag nachmittag wird das Luftschiff Wie weiter gemeldet wird, ist die für Dienstag vorgesehene Nordlandfahrt nach Stockholm mit Zwischenlandung daselbst vorläufig abgesagt worden, da die für die Landung erforderlichen Vorbedingungen noch nicht einwandfrei geschaffen sind. 1½ Stunden in Dortmund. Friedrichshafen kommend über Dortmund. zahlreichen Schleifen über der Stadt und dem Flughafen erfolgte die Landung um 17,20 Uhr. Eine riesige Menschenmenge grüßte begeistert das Luftschiff. Bei den Landungsarbeiten leisteten einige Hundert Bergleute in schmucker Knappentracht Hilfe. Oberburgermeister Dr. Eichhoff begrüßte im Namen der Stadt Dortmund Kapitän Lehmann und die Besatzung. Um 18,50 Uhr stieg das Luftschiff zu einer Nachtfahrt über die Nordsee wtb. Dortmund, 10. Aug. schiff Graf Zeppelin erschien um 15.30 Uhr von Preimen. Es nahm seinen Wez, grhr gzerzlag Richtung Hamburg. Um 22,11 Uhr Wbetslog das Luftschiff in geringer Höhe Emden und drehte dann in nördlicher Richtung ab. Die Insel Borkum wurde um 23,05 Uhr überfloge und zehn Minuten später war das Luftschif über Norderney. König Fessal beim Reichspräsidenten wtb Berlin, 10. Aug. Reichspräsident von Hindenburg empfing gestern mittag such des zur Zeit in Berlin weilenden Königs ssal vom Jrak, der von seinem persönlichen Adjutanten Oberst Tahsin Kadri sowie von seinem Kabinettschef Rustan gleitet war. An den Empfang schloß sich ein Frühstück, an dem außer den Genannten die Reichsminister Dietrich und Gröner, die Staatssekretäre von Bülow, Dr. Trendelenburg und Dr. Meißner, Ministerialdirektor de Haas, Vortragender Legationsrat Graf Tattenbach, Mini. sterialrat Baron von Huene, Oberstleutnant von Hindenburg, Legationsrat Dr. Grobba und Rittmeister von der Schulenburg teilnahmen. Internationale Stickstoffverständigung wtb. Berlin, 10. Okt. Die in Ostende Mitte Juli d. Is. begonnenen und in Paris fortgesetzten Internationalen Stickstoffkonferenzen haben, wie WTB.=Handelsdienst meldet, unter dem Vorsitz von Geheimrat Schmitz zu dem Abschluß der Convention Europenne de!“ Industrie de!' Azote(C. I. A) und zu einer Einigung mit der chilenischen Stickstoffindustrie geführt. Das Inkrafttreten hängt noch von der Erledigung gewisser Formalitäten ab. Die kommen gelten für die gage, Welt, mit Ausnahme der Vereinigten Staaten. Folge Länder sind beteiligt: Belgien, Chile, Zeutischland, England, Frankreich, Holland, Italie4, Norwegen, Polen und die Tschechoslowakei. Deutsch=franz. Filmabkommen wtb. Berlin, 10. Aug. Wie die Spitzenorganisation der deutschen Filmindustrie mitteilt, haben in Paris Rechtsanwalt Dr. Plugge als Beauftragter der Spitzenorganisation und Charles Deuac als Präsident der Chambre Syndicats Francaise de la Cinematographie ein Abkommen unterzeichnet, daß den uneingeschränkten Austausch von Filmen vorsieht, die in Frankreich in deutscher Sprache oder in Deutschland in französischer Sprache hergestellt sind, und die Förderung engster Zusammenarbeit zum Ziele hat. Der Großhandelsinder vom 6. August 1930. #o.b Berlin, 10. Aug. Die auf den Stichtag des 6. August berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist mit 125.2 gegenüber der Vorwoche(125,4) leicht zurückgegangen, Von den Hauptgruppen ist die Indexziffer für Agrarstoffe um 0,6 v. H. auf 116,0 gesunken. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren hat um 0,2 v. H. auf 119,2 angezogen, während diejenige für industrielle Fertigwaren um 0,3 auf 149,6 nachgegeben hat. Die Utrechter Messeverwaltung zur Boykottbewegung wtb. Amsterdam, 9. Aug. Der Vorstand der Utrechter Messeverwaltung hat das an ihn vim Verband holländischer Molkereien im Hinblick auf die von diesem Verband gegen Deutschlano eingeleitete Boykottbewegung gerichtele Ersuchen, zur diesjährigen Utrechter Herbstmesse keine deutschen Aussteller zuzulassen, ubgewiesen. In dem Antwortschreiben werden folgende zwei Gründe angegeben: 1. sei das Ersuchen zu einem zu späten Zeitpunkt eingelaufen, da die meisten Verträge bereits abgeschlossen waren und nicht mehr rückgängig gemacht werden konnten, 2. stehe die Messeverwaltung auf dem Standyunkt, daß eine Fernhaltung der ausländischen ussteller mit dem von der Regierung erkannen internationalen Charakter der Utrechter Vericht der Suurtegiekungetein... N. 10. Aug. Die Regierungskom= V.gu. Wprre# g i wtb. Genf, 10. Aug. Die Regierungskommission des Saargebiets ließ dem Generalsekretariat des Völkerbundes ihren 42. Bericht zugehen, der sich mit der Tätigkeit der Kommission in den Monaten April, Mai und Juni 1930 befaßt. Der Bericht enthält eine Schilderung der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Lage, sowie der administrativen Tätigkeit. Hinsichtlich der wirtschaftlichen und sozialen Lage steut der Bericht fest, daß die Zahl der Arpgig losen von 8276 am 2. Februar 1930 au, 5060 am 12. Juni zurückgegangen ist. Die entsprechenden Zahlen des Vorjahres betrugen 6586 bezw. 3101. Die Zahl der Arbeitslosen hat sich also gegenüber dem Vorzuhre Was die administrative Tätigkeit anlange, so enthält der Bericht Angaben über die von der Kommission getroffenen Maßnahmen, um der Wohnungskrise zu begegnen. Die Kommission war der Ansicht, daß eine Rückkehr zur normalen Rechtslage für sämtliche Gemeinden des Saargebiets noch nicht möglich sei mit Rücksicht auf den Wohnungsmangel. Immerhin wurde im letzten Vierteljahr bei drei weiteren Gemeinden die normale Rechtslage im Mietsrecht wiederhergestellt. Der Ausnahmezustand im Mietsrecht bleibt noch bei 36 Gemeinden mit 420 352 Einwohnern in Kraft, während bei 250 anderen Gemeinden mit zusammen 349.678 Einwohnern wieder die ordentlichen MietsrechtsMe esse in Widerspruch stehe. Politische Ausschreitungen Kommunistenüberfall auf Nationalsozialisten. verhältnisse Eingang gefunden haben. Der Bericht gibt Erilarungen über die von der Direktion der wirtschaftlichen Angelegenheiten angenommenen Bestimmungen über die Verteilung der in dem deutsch=französischen Handelsabkommen vorgesehenen Ein= und Ausfuhrkontingente zwischen den beteiligten saarländischen Firmen. Es handelt sich dabei um die Verteilung für die 256 Positionen des Abkommens über das zweite Halbjahr 1930. Die Zahl der beteiligten Firmen beträgt 1657. Der Bericht verweist sodann hinsichtlich des Postgebäudes in Saarbrücken hin, dessen Bau im Jahre 1925 beschlossen worden war und 17 Millionen französische Franken gekostet hat. Der Bericht gibt dann noch bekannt, daß die Regierungskommission die Bestimmungen der Weltpost=Union vom 28. Juli 1929 in Kraft gesetzt hat. Schließlich gibt der Bericht interessante Einzelheiten über die Bevölkerungsbewegung im Saargebiet im Jahre 1929 sowie über die öffentlichen Gesundheitsverhältnisse bekannt. Infolge der strengen Kälte waren zahlreiche Lungenentzündungen und andere Erkrankungen der Atmungsorgane zu verzeichnen. Die Zahl der Todesfälle hat im Jahre 1929 zugenommen bei gleichzeitiger Abnahme der Geburten. So betrug die Zahl der Geburten im Jahre 1929 16604 gegenüber 17183 im Jahre 1928. Die Zahl der Todesfälle stieg von 7924 im Jahre 1928 auf 8583 im Jahre 1929. wtb. Görlitz, 10. Aug. Im Verlaufe einer nationalsozialistischen Wahlversammlung im Felsenkeller versuchten Kommunisten, den Redner, Redakteur John(Hamburg), zu unterbrechen, so daß sich der Versammlungsleiter entschloß, die Versammlung vorzeitig abzubrechen. Die Nationalsozialisten verließen unter dem Schutz der Polizei das Versammlungslokal. Am Demianiplatz wurden sie plötzlich von Kommunisten mit Steinen beworfen. Dabei wurden vier von ihnen verletzt, von denen einer mit schweren Kopfverletzungen in das städtische Krankenhaus eingeliefert wurde. Ausschreitungen verhafteter Nationalsozialisten. wtb Berlin, 11. Aug.(Funkspruch.) Die Nationalsozialisten unternahmen Sonntag nachmittag auf drei Lastautomobilen mit Anhängern eine Propagandafahrt. Hierbei wurden von den Insassen der Lastkraftwagen aufhetzende Reden gehalten und außerdem verbotene Lieder gesungen. Gegen 17 Uhr wurden an der Kreuzung der Wiener= und Glogauer Straße die Autos von der Polizei angehalten und sämtliche Insassen, insgesamt 285 Personen, der Abt. 1A des Polizeipräsidiums eingeliefert. Vorübergehend waren diese 285 Nationalsozialisten in einem Dienstgebäude in der Magazinstraße untergebracht. Gegen 9 Uhr abends wurden dabei von den Zwangsgestellten in dem Unterbringungsraum mehrere Fensterscheiben eingeschlagen. Außerdem wurde der Wasserhahn im Toilettenraum abgebrochen, so daß sich das Wasser in den Raum der Zwangsgestellten ergoß. Die Wasserleitung konnte bald darauf durch den Maschinenmeister abgestellt werden. Die Feuerwehr brauchte nicht in Tätigkeit zu treten. Der Streik in Nordfrankreich Die Verhandlungen zur Beilegung des nordfranzösischen Streiks. wtb. Lille, 10. Aug.(Tel.) Gestern fand in Bailleul eine Besprechung zwischen Vertretern der Arbeitgeber und der Arbeiter in Anwesenheit des Friedensrichters statt, um eine gung des Streiks herbeizuführen. Die Arbeitgeber boten die Vorkriegslöhne an, vermehrt um den Teurungskoeffizienten mit Wirkung vom Tage der Wiederaufnahme der Arbeit. Die freien Gewerkschaften erklärten sich mit diesen Bedingungen einverstanden. Bei der schaftsabstimmung in Bailleul wurden 99 Stimmen für die Wiederaufnahme und 218 gegen die Wiederaufnahme der Arbeit abgegeben. In Bailleul wird also weiter gestreikt. Urteil im Landvolk=Prozeß wtb. Itzehoe, 10. Aug. Im Landvolkprozeß wurde gestern nach zweieinhalbwöchiger Verhandlungsdauer folgendes Urteil verkündet: Die Angeklagten Feddersen, Messer, Wolf, Hoenck, von Salomon, Johnsen und Rempage werden freigesprochen. Das Verfahren gegen die Angeklagten Kuehl und Hamkens wird eingestellt, soweit sie wegen Aufforderung zum Steuerstreik (Eckernförde) angeklagt waren. Verurteilt werden die Angeklagten Hamkens, Uetersen, MahlDie Verfassungsfeier der Berliner wtb. Berlin, 11. Aug.(Funkspruch.) Im Lustgarten veranstaltete Sonntagmittag die Berliner Schutzpolizei ihre Verfassungsfeier, an der u. a. Minister des Innern, Prof. Dr. Waentig, Staatssekretär Dr. Abegg, Ministerialdirektor Dr. Klausener, Ministerialrat Hirschfeld vom Ministerium des Innern, Polizeipräsident Zörgiebel, Vizepolizeipräsident Dr. Weiß, die Abteilungsdirigenten des Polizeipräsidiums, zahlreiche maßgebende Beamte aller Kategorien der beiden Behörden und nicht zuletzt etwa 5000 Beamte der Schupo mit ihrem Kommandeur Heimannsberg und seinem Stellvertreter Oberst Hellriegel an der Spitze teilnahmen. Außerdem hatte sich ein zahlreiches Publikum eingefunden, das den weiten Platz im Kreis um die Aufstellung der Schupo umsäumte. Nach dem Einmarsch einer Fahnenabteilung, die die Reichs= und Preußenfahnen mitführte, ergriff der Minister des Innern Prof. Dr. Waentig das Wort und führte u. a. aus: Die preußische Polizei hat ein wesentliches Verdienst daran, daß die Grundlage unseres öffentlichen Lebens, die Reichs= und Staatsverfassung, geschützt und erhalten blieb. Die staatliche Grundlage des neuen Deutschlands ist die Weimarer Verfassung. Auch Not und Tod haben die durch sie entfesselten Kräfte unser Volk allmählich wieder aufwärts geführt. Hat die Weimarer Verfassung dem deutschen Volke die Möglichkeit und die Kraft verliehen, die hinter uns liegenden wirtschaftlich und mürbenden Ie die Gewähr für einen weiteren Aufstieg und für eine gedeihliche Fortentwicklung. Ohne sie wäre das Reich in schwerster Zeit kaum erhalten, kaum neu geformt worden. Gewiß sind die gestecten Ziele bei weitem noc, nicht erreicht, A.—.,—... J4..— Windkundabteilung gewiß kann hier und da an der Verfassung noch polizei, gefolgt von einer geändert und gebessert werden. Wer jedoch die mit etwa 120 Polizeihunden, beendete die Feier. Grundfesten dieser Verfassung antastet, der rüttelt damit zugleich an den Lebensfundamenten des deutschen Staates. Die Polizei hat als Exekutivorgan der rung ihr redlich Teil dazu beigetragen, den Volksstaat zu schirmen und zu festigen. Im heutigen Staat ist sie daher mit größerer Verantwortung, aber auch mit stärkerer Machtvollkommenheit ausgestattet. Sie verkörpern auch zu einem guten Teil den Volksstaat nach außen. Deshalb muß gerade die Polizei in besonderem Grade von dem großen und sittlichen Gedanken erfüllt sein, die in der Verfassung von Weimar leben. Dabei muß das Wort Kants zur Mahnung dienen:„Man kann zur Freiheit nicht reifen, wenn man nicht zuvor in die Freiheit gesetzt worden ist!“ In der Tat, erst mußte die deutsche Nation es lernen, sich selbst zu beherrschen ohne äußeren Zwang, doch in gewollter Selbstbeschränkung. Doch dieser Prozeß ist noch längst nicht beendet. Jede politische Meinungsund Willensäußerung, die die Rechte des anderen achtet, hat die Polizei zu schützen. Aber mit aller Schärfe muß sie gegen diejenigen Elemente einschreiten, die in mißverstandener Auffassung staatsbürgerlicher Freiheit Andersdenkende mit Gewalt bedrohen und in ihrer eigenen Meinungs= und Willensäußerung zu beeinträchtigen suchen. Unerschütterlich steht die preußische Polizei zum Volksstaat und seiner Verfassung. In dieser Haltung werden wir uns auch in Zukunft nicht im geringsten beirren lassen. Lassen Sie uns dieses Gelöbnis erneut zusammenfassen und ausdrücken in den Ruf: Es lebe die deutsche Republik! Nach dem dreifachen Hoch auf die deutsche Republik spielten die vereinigten Kapellen der Schutzpolizei und der Kriminalpolizei das Deutschlandlied. Ein Vorbeimarsch der Schutzwinkel, Salzdetfurth zu einer Gefängnisstrafe von zwei Monaten und einer Geldstrafe von 250 Mark, Gravert, Schade, Voß, Oesau, Heinrich Hansen und Frehse zu einer Geldstrafe von je 180 Mark, Plath, Martens, Lorentzen, Bossen, Boentius Hansen, Redlefsen und Siegfried Petersen zu einer Geldstrafe von je 100 Mark, Max Petersen von 30 Mark, Weschke zu einer Gefängnisstrafe von sechs Wochen und 80 Mark Geldstrafe, Pramor zu vier Monaten Gefängnis und einer Geldstrafe von 50 Mark, Kuehl zu einer Geldstrafe von 280 Mark. Weiter wird auf Publikation des Urteils in den Zeitungen derjenigen Orte erkannt, in denen seinerzeit die Versammlungen stattfanden. Aus Nah und Flugzeugunfall. wp. Düsseldorf, 10. Aug.(Tel.) Das schwanzlose Flugzeug des Herrn Soldenhoff, das auf dem hiefigen Flugplatz seit einigen Tagen ausprobiert wird, rutschte heute mittag in der Kurve aus niedriger Höhe ab. Der Flugzeugführer Elediger erlitt einen Beinbruch und Gesichtsverletzungen. Das Flugzeug ist zerstört. Der Unfall ist auf keinen Konstruktionsfehler, sondern darauf zurückzuführen, daß der Pilot zu geringe Geschwindigkeit in der Kurve nahm. Festnahme einer Rauschgiftschmugglerbande. wp. Aachen, 10. Aug. Nach umfangreichen Ermittlungen gelang es der Kriminalpolizei, am Donnerstag und Freitag eine Anzahl Rausch= gifthändler festzunehmen. Die Bande wurde in dem Augenblick gefaßt, als sie in einem hiesigen Hotel einen großen Geschäftsabschluß in Kokain machen wollte. Es handelt sich zum Teil um schwer vorbestrafte Personen aus Aachen und in den Grenzbezirken. Die Festgenommenen gaben nach anfänglichem hartnäckigen Leugnen ihre Schmuggeleien zu. Der Stand der Lübecker Erkrankungen. wtb Lübeck, 9. Aug. In der abgelaufenen Woche hat sich die Zahl der Todesopfer unter den nach der Fütterung mit dem Tuherkulgse: präparat erkrankten Säuglingen auf 64 erhoht. Der letzte Bericht des Gesundheitsamtes zählte noch 56 in ärztlicher Behandlung befindlicher Säuglinge. Vier Personen vom Blitz getroffen. wtb Berlin, 9. Aug.(Tel.) Bei einem am Samstag nachmittag über Berlin und Umgebung niedergehenden Gewitter wurden in Tegel auf der Nuppiner Chaussee, unweit des Forsthauses Tegelgrund, vier Personen vom Blitz getroffen, zum Glück aber nur leicht verletzt. Es handelt sich um drei Zöglinge eines Erziehungsheims und deren Begleitschwester. Die Verletren konnten nach der ersten Behandlung durch die Feuerwehr dem in Conradshöhe befindlichen Heim zugeführt werden. Explosion in einer Kunstseidefabrik. wtb. Berlin, 10. Aug. In dem Destillierraum der Kunstseidefabrik Aceta in Lichtenberg explodierte gestern vormittag bei Schweißarbeiten eine Destillierblase. Fünf Arbeiter wurden schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht, drei erlitten leichtere Verletzungen. Sensationelle Verhaftung in Chemnitz. enb. Berlin, 10. Aug.(Eig. Meldung.) Die Ehefrau des 40 Jahre alten Chemikers Paul Hartig, der sich und seine beiden Kinder im Alter von neun und sieben Jahren am 4. August vergiftet hat, ist nach einer Meldung der Deutschen Tageszeitung auf Grund eines Briefes, den Hartig hinterlassen hat, verhaftet worden. In dem Brief erhebt Hartig gegen seine von ihm seit einem halben Jahre getrennt früh ein Großfeuer aus. Das vierstöckige Gebäude, das mit Wolle und anderen Textilien dicht gefüllt war, brannte vollständig aus. Auch die technischen Werkstätten der Verband=Berufsschule Kirchberg, die in dieser Fabrik untergebracht waren, wurden zerstört. Die Nebengebäude konnten gerettet werden. Ueber die Brandursache ist nichts bekannt. Opfer einer Benzolvergiftung auf Andalusiengrube. wtb Königshütte, 10. Aug.(Tel.) Erst jetzt wird bekannt, daß auf der Andalusiengrube bei Birkenhain am Donnerstag nachmittag drei Arbeiter einer Benzolvergiftung zum Opfer gefallen sind. Alle drei waren über Tage mit dem Benzolempfang für die Grubenlokomotive beschäftigt. Das lange Ausbleiben der drei Leute fiel dem Lokomotivführer auf. Er fuhr deshalb nach der Tankstelle und fand die drei Arbeiter bewußtlos vor. Einer von ihnen war bereits tot, die anderen beiden konnten nach Einlieferung ins Knappschaftslazarett wieder ins Leben zurückgerufen werden. Der Tote hinterläßt eine Witwe und sieben unmündige Kinder. Zwei Fälle von spinaler Kinderlähmung im Maas=Departement. wtb Paris, 10. Aug. Wie Havas aus Barle= Duc berichtet, sind im Maas=Departement zwei Fälle von spinaler Kinderlähmung festgestellt worden. Neuer französischer Flugrekord. wtb Paris, 10. Aug. Die beiden französischen Flieger Girier und Weiß haben den Rekord der rumänischen Flieger Bardului und Jacobe auf der Strecke Paris—Bukarest um 30 Minuten verbessert, indem sie gestern diese Strecke in 8 Stunden 50 Minuten zurücklegten und damit den Bibesco=Pokal gewannen. Schweres Autounglück.— Drei Tote. wtb Paris, 10. Aug. Bei Cahors ist infolge Bruches der Steuerung ein Auto=Omnibus umgeschlagen und in Brand geraten. Die beiden Insassen, zwei Aerzte, und der Chauffeur kamen ums Leben. Flugzeug D 1826 gehoben. wtb. Stockholm, 9. Aug. Das in der Ostsee verunglückte deutsche Flugzeug D 1826 ist heute gehoben und nach Westerwik eingebracht worden. Bergwerksexplosion in Amerika. wtb. Pottsville(Pensylvania), 10. Aug. In einem Kohlenbergwerk in der benachbarten Ortschaft Gilberton wurden durch herabfallendes Gestein sieben Bergarbeiter getötet und 16 verletzt. Die Kraterinsel des Krakatau im Meer versunken. wtb. Batavia, 9. Aug. Nach hier vorliegenden Meldungen ist die Insel Anak, oie den Kraterrand des Vulkans Krakatau bildete und 60 Meter über dem Meeresspiegel emporragte, gestern während eines heftigen Ausbruchs des Vulkans plötzlich im Meer versunken. lebende Frau die schwersten Beschuldigungen. U. a. behauptet er, daß seine Frau an dem Tod eines Zwillingspaares, das vor etwa zehn Monaten im Alter von zwei Jahren unter verdächtigen Umständen gestorben ist, schuldig ist. Eine Fabrik in Flammen. wtb Chemnitz, 10. Aug. In der Tuchfabrik von Immanuel Weller in Kirchberg brach gestern Todessturz aus dem FD=Zug wtb Altona, 10. Aug. Der Großindustrielle Arthur Nathan, der am Freitag im D=Zug von Berlin nach Hamburg fuhr, ist auf der Strecke bei Breddin zwischen den Schienen tot aufgefunden worden. Die Pressestelle der Reichsbahndirektion Altona teilt hierzu mit: Die polizeilichen Ermittlungen, die von dem Ueberwachungsdienst der Deutschen Reichsbahn geführt werden, haben bisher keinerlei Anzeichen dafür ergeben, daß es sich um ein Verbrechen handelt. Gepäck und Wertsachen sind vorgefunden worden. Im Taschenbuch des Verunglückten befindet sich folgende Notiz: Breddin 9.12 bis 9,17 Uhr. Das sind die Durchfahrtszeiten der Züge FD. 26, in dem sich der Verunglückte befand, und D. 23, durch den er überfahren wurde, durch Breddin. Hiernach kann mit der Möglichkeit gerechnet werden, daß der Verunglückte einem Reisenden des andern Zuges zuwinken wollte und beim Ausschauen nach dem herannahenden Zuge herausgestürzt ist. Juntinelrungen Vier Todesopfer einer Pilzvergiftung. wtb. Nürnberg, 11. Aug.(Funkspruch.) Nach dem Genuß selbstgesammelter Pilze ertränkte die aus sieben Personen bestehende Familie eines in der Noitzschstraße wohnenden Arbeiters und mußte sofort auf ärztliche Anordnung ins Krankenhaus gebracht werden. Dort sind im Laufe des Sonntags vier Personen, zwei Frauen und zwei Kinder, gestorben. Vier Tote bei einem Bootsunglück. wtb. Graz, 11. Aug.(Funkspruch.) Bei der Ortschaft Preg an der Mur(Kreis Knittefeld) neigte sich eine von sieben Personen benutzte, an einem Drahtseil hängende Ueberfuhrzille infolge unsachgemäßer Steuerung zur Seite, sodaß vier Insassen aus dem Boot in die Mur fielen und ertranken. Die drei anderen konnten sich an dem Drahtseil anklammern und wurden gerettet.„„ Operation Ludwig Fuldas. wtb. Bozen, 11. Aug.(Funkspruch.) Lugwid Fulda hat sich hier in der Klinik von Dr. Hepperger einer Gallenblasenoperation unterzogen. Flugzeugabsturz in Amerika. wtb. Chikago, 11. Aug.(Funkspruch.) Während eines Gewitters stürzte gestern nachmittag hier ein Flugzeug ab, durchschlug die dünne Metalldecke eines Gasometers und schlug auf dem Boden auf. Die Insassen, zwei Frauen und der Pilot, waren sofort tot. F. A. C. Wien und Sportfreunde Siegen gegen Jahn Lüdenscheid erfolgreich. ster 1930 der I Jcaftsspiel gegen den WsB=Meister Der FAC. Wien, österreichischer Handballmeister 1—30, der sich auf einer Tournee durch Deutschland befindet, weilte am Samstag als Gast bei dem Turnverein Jahn in Lüdenscheid. Das Debut war recht verheißungsvol. Ohne ganz berauszugehen, gewann er das Spiel sicher und übertegen, wenngleich auch das verhältnismäßig knappe Resultat, nit: klar zum Ausdrick bengt. Schuld doran ueg in erner Linie der glatte Rasenboden haben, auf dem die Wiener sich zu Beginn nicht zurecht fanden. Der Tv. Jahn ging auch mit 3 Toren hintereinander in Führung. Erst dann gannen die Wiener die Ueberlegenheit der Lüdenscheider abzuschütteln, ihre flüssige Kombination setzt sich durch. Tor Tor wurde in wenigen Minuten aufgeholt. Mit einem 4. Tor ging Wien in Führung, die jedoch bald wieder ausgeglichen wurde. Noch einmal kam jede Partei zu einem Erfolg: 5:5. Nach der Pause wurde Wien immer mehr überlegen, ohne jedoch ganz überzeugen zu können. Die Angriffe mehrten sich, doch werden diejenigen des Gegners zu oft durch Unfairnis unterbunden. Dadurch trug man vorübergehend eine harte Note ins Spiel. Nur noch je ein Tor auf beiden Seiten wurde aus der Kombination heraus erzielt. Tor 7, 8, und 10 resultierten aus Strafwürfen. Auf der Ge das gleiche Bild; Schlußstand 10:8. Der Schieosrichter Schmidt, Hagen, leitete gut. Zuschauer etwa 3—4000. Nach seinem Sonnabendspiel trug der Tv. Jahn scheid, der ehemalige Westfalenmeister der D. T., ein Geselldu und ele de Blasctrichen der Kampfbahn am Nattenberg aus. Hur ven stand es von vornherein fest daß die Sportfreunde den Sieg davontragen würden. Immerhin sah man sich in der ersten Halbzeit angenehm enttänscht, denn die Lüdenscheider zeigten sich von der besten Seite. Sie vermochten sogar in den erst Minuten mit 2:0 in Führung zu gehen. Durch Freiwürf kam Stegen zum ersten Ter ud vvsih, zagr aler dez weite durch den Halbrechten aus. Das Spiel ote#l#. über des i ziemlich verteilt Tor auf Tor fällt, Klein tritt auf der Siegener Seite verschiedentlich in Aktion und bringt seine Partei auch in Führung, sodaß es bei Halbzeit 6:5 für den westdeutschen Meister lautet. Mit dem Wiederanwurf geht Siegen durch Strafwurf von Klein erneut in Führung. Lüde drängt, erzwingt eine Ecke, die gut geworfen und verwandelt wird. Das Spiel ist wiederum verreilt. allerdings macht sich jetzt das bessere Einzelkönnen der Siegener bemerkbar und sie erhöhen den Vorsprung um vier Tore mit dem Ergebnis von 10:6. Den Schlußangriff leitet Petri ein, der als Mittelläufer wirkt Er gibt eine tadellose Vorlage an den Rechtsaußen, der kurz entschlossen einwirft. Das Publikum zeigte sich nicht immer von der unparteiischen Seite, es suchte die Entscheidungen des Schiedsrichters manchmal durch konzert zu beeinflussen, doch war an der Leitung von Schmidt, Hagen, nichts auszusetzen. Mit 11:6 verließ der WSV.=Meister als besserer den Platz. Reger Spielbetrieb am ersten. eudnen undr unr uchrh une Fußball. Die sportliche Ausbeute am ersten Spielsonntag nach der großen Sperre war doch noch reichhaltiger, als man vorausgesehen hatte. Die erzielten Resultate lassen wohl schon einen kleinen uecherblick für die weitere Entwicklung der verschiedenen Mannschaften zu, doch muß noch für die nächste Zei. nogewartet werden, ehe man Vertrauen haben kann. Im allgemeinen kann wohl von einem normalen Verlauf der Spiele gesprochen werden, jedoch kommen aber auch einige Ur raschungen. So z. B. meldet das Siegerland eine Katastrophe. Im Handball waren die Mannschaften ebenfalls sehr eifrig. Das Haupztinteresse war naturgemäß auf die beiden Spiele D. T.=Mannschaft Jahn Lüdenscheid gegen Fa#. Wien ur gegen Sportfreunde Siegen am Samstag bezw. Sonntag. Beide Spiele gingen für den Gastgeber verloren, jedoch zeigten die Lüdenscheider ganz gute Einzelleistungen. Germania Mudersbach— Spp. Siegburg 3:9 Sogar auf eigenem Platze erlitt Germania Mudersbach eine unerwartete Niederlage. Man sah bei Mudersbach nur wenig Ueberzeugendes, während die Leute aus dem Rheinbezirk mit besseren Kombinationen und größerer Ausdauer aufwarteten. Die Niederlage wäre bei einigermaßen mehr Kampfgeist bestimmt zu verhüten gewesen, wenn auch die Siegburger Mannschaft eine bei weitem bessere Geschlossenheit bewies. Sp. u. Sp. Barmen— Sp. u. Sp. Hüsten 09 2:3 Der Südwestfalenmeister Hüsten 09 folgte einer Verpflichtung nach Barmen. Auf beiden Seiten kamen recht schöne Kombinationen zustande. Die Barmer hatten allerdings viel Arbeit. um sich den Feind vom Leibe zu halten, doch konnten sie es nicht verhüten, daß Hüsten am Ende noch den Sieg mit nach Hause nahm. Viktoria Recklinghausen— ToV. Hagen 72 S:3 Die Partie in Recklinghausen zwischen Hagen 72 und der dortigen Viktoria verlief remis. Die Kampfeinheiten waren gleichwertig und das Unentschieden entsprach dem Spielverlauf. SC. Hagen 05— SC. Dortmund 95 1:3 Das erste Spiel, welches die 0ber nach der großen Sperre auf eigenem Gelände austrugen ging schon gleich verloren. Damit soll allerdings nicht gesagt zein, daß den 05ern nun mehr schon die Aussichten versagt seien. Dem Spielverlauf entsprechend wäre ein Unentschieden wohl eher am Platze gewesen. Bis zum Wechsel wurde eine ausgeglichene Partie geboten. Dann gestaltet sich der Kampf von beiden Seiten zu einem regelrechten Sommerspiel; die Leistungen wurden„poma. diger“, jedoch wußten die Dortmunder einige Momente, die bestimmt hätten verhütet werden können, für sich auszunutzen und können den Sieg an ihre Farben heften. FC. Witten 22— Sppag. Hagen 11 1:0. Durch unzweckmäßiges Stürmerspiel mußte nach ziemlich verteiltem Spielverlauf die Spielvereinigung in Witten eine knappe Niederlage hinnehmen. Spp. Hemer 68— Schwarz=Gelb Unna 67 S:a Hemer 08 gab auf eigenem Platze dem Gaste, der in letzter Zeit schon mehrere Male im Südwestfalenbezirk weilte. Unna 07, eine ansprechende Abfuhr von 3:0. Die Gäste hatten schwere Arbeit, um dem guten Stürmerspiel der Hemerer etwaz entgegenzusetzen: so kam es denn auch, daß ihnen nicht einmal ein Ehrentreffer vergönnt war. B8. Nachrobt— B6. Iserlohn 11 0:1 Der Ballivielverein Iserlohn 11 hatte seine erste Gis zum glenhnumigen Eirein nach Nachrodt geschickt. Die Iserlohner zeigten etwas besseres Können und behielten den Sieg sicher mit auf dem Heimweg. RSV. Lüdenscheid=Höh— Sportfr. Lüdenscheid 08 4: 3 Das Spiel in Lüdenscheid zwischen den beiden Ortsgegnern Höh und Sportfreunde gab schon einen kleinen Aufschluß über beide Mannschaften. Anfangs waren die 08er den Höhern wohl gleichwertig, was der Halbzeitstand von 1:1 beweist. Doch beim Wechsel waren die Sportfreunde schon etwas abgekämpft, während die Höher noch nicht nachließ. Die Mannschaft spielte auch geschlossener, während sich der Gast zu keinen einheitlichen Aktionen mehr aufraffen konnte. Das 4:3 war für Höh immer ein verdienter Erfolg. Sportfr. Kavel— SC. Hagen 06(Res.) 7: 1 Die zweite Garnitur von Hagen 05 hatte gegen die Kabeler Sportfreunde nicht viel zu bestellen. Dank besseren Stürmerspiels behielt der Gastgeber den Sieg verdient auf dem Platze. Sp. Sp. Niederschelden— Spygg. Trupbach 7:1 Erwartungsgemäß bereitete der Spiel und Sport Niederschelden der Mannschaft der Trupbacher Sportvereinigung eine Niederlage. Die Niederscheldener verrieten eine gute Aufbauarbeit und ausgesprochenen Kampfgeist. Es darf jetzt schon vorausgesagt werden, daß die Niederscheldener mit den besten Aussichten in die Saison gehen. Spp. Langenan— SC. Brachbach 3:2 Langenau und Brachbach waren sich gleichwertig. Die Mannschaften spielten sich gut ein. Wenn auch Langenau als Platzverein den Sieg zu Hause behalten durfte, so ist dieser aber nur als glücklich anzusprechen. Spy. Neunkirchen— Spp. Freudenberg 8:2 Auch Neunkiichen hatte das Glück. schon gleich im ersten Spiel die Anhänger mit einem schönen Siege aufzuwarten, der für die nächste Zeit weitere Erfolge verspricht. Sppgg. Struthütten— Spp. Wahlbach 3: 1 Die Spielvereinigung Struthütten überraschte auf eigenem Gelände gegen den spielstarken Sportverein Wahlbach, dem er durch einen annehmbaren Sieg die Ueberlegenheit und die größere Spielerfahrung bewies. FC. Vogelsang— FC. Haspe=Harkorten 2: 1 Spv. Haspe 23— TRV. Hagen 72(Res.) 8: 2 Sp. u. Sp. Hüsten 09(Res.)— Sp. Sp. Hagen=Silpe 19: 0 Sppgg. Fröndenberg— SC. Westig e8 1: 1 Spp. Vorhalle 00— Sportunion Hagen 1:5 Pretzen Essen— Jahn Werdohl ausgefallen Sppag. Wetter 10— SC. Barmen ausgefallen. Handball. Spo. Klafeld—8 p. Sp. Niederschelden 2: 3 Einen Kampf. der wohl als Versuchsbegegnung für die kommende Meisterschaftssaison angesehen werden kann, lieferten die beiden 1. Mannschaften von Klafeld=Geisweid und Spiel und Sport Niederschelden. Die Niederscheldener erwiesen sich als eine bessere durchgespielte Elf und fiegte somit verdient. Spveg. Hagen 1(WSV.)— TkI. Hagen(D. T.) S:2 Die Spielvereinigung Hagen 11 eröffnete die diesjährige Spielsaison mit einer Begegnung gegen die Turnermannschaft von Hagen 94. Das Mannschaftsgefüge der 11er ließ sich besser an und brachte ein größeres Kombinations= und Flügelspiel zustande. Der 5:2=Siea war für den Platverein verdient. HSV. Herdecke 30— Sportunion Hagen 9:: neuer Aufstellung bestritten Sportunion Hagen und der neue Handballub Herdce 130 das erte Op'egug, uig Saison. Die Herdecker machten schon einen recht gunen uatz, sodaß man zu dieser Mannschaft, wenn sie bestimmt Vertrauen haben kann. Auch Unions Mannschaft bot in diesem Treffen wieder gewohntes Können. SC. Hagen os(Res.)— BV. Iserlohn 11 11:3 Die erst neuerdings ins Leben gerufene 1. Handballmannschaft von Iserlohn 11 weilte in Hagen bei der Reserve von 05. Resultat von Iserlohn 11 weilte in Hagen bei der Reserve von 05. Das Resultat entspricht wohl dem Spielvertauf. Iserlohner Kräfte bieten gute Ansätze. Hoffentlich verliert man hierdurch nicht den Mut, denn die Mannschaft hat Aussichten und sollte auch bei mehr Training zu Erfolgen kommen können. Sportfr. Siegen 2.— Dv. Flammersbach 10: 1 Jahn Werdohl— DCFR. Düfseldorf ausgefallen. Einteilung der ersten Bezirkshandballklasse Südwestfalen. Hagener Staffel: Sportfreunde Siegen, TRV. Hagen 72, SC. Hagen Sportunion Hagen, Sppag. Hagen 1911 Polizeisportv. Hagen, Reichsbahn T. u. SV. Hagen.(Eventuell Handballklub werdecke 1930.) Lenne=Staffel: VfR. Altenhundem, Lüdenscheid 08, Jahn Werdohl, Spp. Eiringhausen, Spp. Plettenberg 11, Spv. Attendorn. Siegener Staffel: Sp. Sp. Niederschelden, Spp. Klafeld=Geisweid, RSV. Eiserfeld=Eisern, Sportfreunde Siegen 2., Sportfreunde Siegen 3., Niederschelden 2., Klafeld=Geisweid 2. Die zweiten und dritten Mannschaften haben während der Meisterschaft Pflichtgesellschaftsspiele zu erledigen. Das Spielprogramm der Handballer des H. S. C. 05. Die Handballelf der 05er wartet in der nächsten Zeit mit einem guten Programm auf. Nach einem Werbespiel, welches am kommenden Mittwoch in Kabel ausgetragen werden. wird die Saison am 17. August mit einem Spiel in Paderbor.. gegen die dortige Reichswehr(Preußen 1/18) eröffnet. 24. August ist der Niederrheinmeister Rasensport Mülheim als Gast in Hagen. Am 2. September wird der großen sarener Sportgemeinde Gelegenheit gegeben, den achtfachen Deutschen Weisex sportverein Berlin spielen zu sehen. Das grandiose Spiel um die Deutsche Meisterschaft vom 15. Juni auf dem Höing ist in Hagen noch in bester Erinnerung. Die Berliner brennen darauf, in Hagen zu spielen, um, wie sie schreiben, ihre richtige Form zu zeigen, die in keinem Verhältnis zu der im Endspiel gezeigten stehe. Tatsächlich hat ja auch das letzte Spiel der Schupo gegen den D. T.=Meister Friesenheim den Beweis erbracht, daß die Mannschaft immer noch die beste in Deutschland ist. Die Berliner treten in bester Besetzung an, unter anderen hält der Internationale Cuchra, früher SC. Charlottenburg, im Tor. Leichtathletischer Jugendklubkampf. SC. Hagen 05— Verein für Leibesübungen o5er siegen mit 48:87 Punkten. Zum zweiten Male trafen sich die jugendlichen Leichtathleten beider Vereine auf dem Höing zum Klubkampf. Auch diesmal konnte man sich von dem guten Können des leichtathletischen Nachwuchses überzeugen. Leistungen wie 10,88 und 10,85 Mtr. im Kugelstoßen, sowie 32,92 Meter und 31,45 Meter mit dem Männerdiskus sind sehr beachtlich. Auch die 800=Meterzeit von 2,11 Min. und 2,12 Min. ist für Jugendliche sehr gut. Die Jugendlichen von 05 zeigten auch diesmal die besseren Leistungen, während sie im Vorjahr mit 47:35 Punkten siegreich blieben, war diesmal die Differenz 48:34 Punkten. Ein sehr schönes Rennen war die 4 X 100=Meterstaffel, in der die VfL.er Jungens mit Metervorsprung siegten. Die 10 X ½=Rundenstaffel fiel dagegen überlegen an die Ober. Die Ergebnisse sind folgende: 100 Meterlauf: 1. Pape, VfL., 12,2 Sek., 2. Lachenicht, 05, Brustbreite zurück, 3. Ohlberg, 05, 4. Schewe. BfL. 300.Meterlauf: 1.Lachenicht, 05, 26.1 Sek., 2. Grube, BfL., 3. Hofstadt, 4. Wacker, 05. 800.Meterlauf: 1. Henke 05, 2.11 Min., 2. Schulte, 05, 2.12 Min., 3. Heyerhoff. BfL., 4. Linnhoff. VfL. Kugelstoßen: 1. Fischer, 05, 10,88, 2. Fischbach, VfL., 10.85, 3. Wacker. 05. 9,60, 4. Möller, BfL., 9,02 Meter. Diskuswerfen: 1. Fischer, 05, 32.92, 2. Fischbach, VfL., 31,45, 3. Paulus, 05, 29,80, 4. Schumacher, BfL., 31,45 Meter. Weitsprung: 1. Ohlberg, 05, 5.70. 2. Schewe, BfL., 5/63, 3. Panlus, 05 5.56, 4. Pape, BfL., 5.20 Meter. Hochsprung: 1. Wallat, 05, 1.55, 2. Struhmann, 05, 1.50, 8. Ehm, BfL., 1,45, 4. Schewe, BfL., 1.40 Meter. 4 X 100 Meterstaffel: 1. BjL. 49,1, 2. Hagen 05 492 Gek. 10 x ½Rundenstassel: 1 Hagen 65 4:49.9 Min., 2. 80 Meter zurüß. * aus Tweed fur Kinder KK45300 Beyer=Schnitt Für größere Knaben sehr beliebt ist die sportliche Form des Anzuges KK 45306 aus kariertem Tweed. Das weite Beinkleid ist in Kniebändchen gefaßt, die Jacke mit Klappentaschen und einreihigem Knopfschluß gearbeitet. BeyerSchnitte für 14 und 16 Jahre zu je 1 Mark. Sehr flott wirkt der Herbstmantel MK 44269 aus schräggemustertem Tweed mit einfarbiger Innenseite. Diese ergibt gleichzeitig die Garnitur. Von der breiten Schulterpasse greisen Knopfpatten bis auf die aufgesetzten Taschen. Der Mantel wird durch einen Wildiedergürtel zusammengehalten. Ersord. 2,20 m Stoff, 140 cm breit. Beyer=Schnitte für 10 u. 12 Jahre zu se 70 Pl., für 14 Jahre zu 1 Mark. Die große Tweedmode hat sich auch auf die Kinderkleidung ausgedehnt und als besonders praktisch und kleidsam erwiesen. Die kleinen Webmuster des Tweed sind oft durch stärkere Wollfäden unterbrochen, wodurch die sogenannten Noppen entstehen, die flockenartig wirken und dem Stoff seinen sportlichen Charakter aufdrücken. Es gibt auch Mischstoffe aus Wolle und Kunstseide, die tweedartig gewebt sind und zu hübschen Herbstkleidern verarbeitet werden können. Beger=Schnitt Stepplinien bilden die Garnitur des einfachen Tweedmantels MK 44237. Erforderlich 1,75 m Stoff, 130 cm breit. Beyer=Schnitte für 9, 11 und 13 Jahre zu je 70 PPf. Reizend ist das Westenkleidchen MK 44184 aus kleinkariertem Tweed mit in Falten gelegtem Faltenrock und einem Westeneinsatz aus plissierter Waschseide. Erforderlich 1.30 m Tweed, 130 em breit, 50 cm Seide, 100 cm breit. Beyer=Schnitte für 4,6 und 8 Jahre zu je 70 Pf. In Übereinstimmung mit dem Mädchenkleid ist der Knadenanzug KK 44183 gearbeitet. Den runden Bubikragen ziert eine rote Seidenbandschleise. Erforderlich 90 cm Tweed, 130 cm breit, 55 cm Seide, 100 cm breit. BeyerSchnitte erhält man für 4, 6 und 8 Jahre zu je 70 Pf. Der Sportmantel KK 44311 ist mit doppelreihigem Knopfschluß und Klappentaschen gearbeitet. Der Rückengürtel ist mit in die Seitennähte gefaßt. Ersorderlich 1.70 m Stoff. 140 em breit. Peyer=Schnitte für 10 und 12 Jahre zu se 70 Pf., für 14 Jahre zu 1 Mark. Das einfache Schulkleid MK 43183 ist mit vorderem Knopfschluß versehen und wird mit einem Ledergürtel getragen. Kragen und Armelausschläge aus weißem Batist sind nur eingehestet. Erforderlich 2 m Tweed, LS Beyer=Schnitt 100 cm breit. Beyer=Schnitte für 11 und 13 Jahre zu je 70 Pl., für 15 Jahre zu 1 Mark. Eine hübsche Schnittform zeigt das Tweedkleib MK 44182 mit Kragen und Armelaufschlägen aus weißem Pikee. Gürtel und Krawatte wählt man in gleicher Farbe. Der Rock hat gegenseitige Falten. Erforderlich 2.90 m Stoff, 30 cm breit. Beyer=Schnitte für 10 und 12 Jahre zu je 70 Pf., für 14 Jahre an 1 Mark. 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August 1930 Dus Hunze Teurschiuns sen es sen Zum 11 Vugust. Hum 11. Im Zeichen der Rheinlandbefreiung steht in diesem Jahre die Verfassungsfeier. Als in der Nacht zum 1. Juli der letzte französische Soldat das Rheinland verließ, da atmete nicht nur das befreite Gebiet, sondern ganz Deutschland auf. Ganz Deutschland, von der Maas bis an die Memel, begriff, was dieser Tag bedeutete. Hatte doch so mancher Deutsche, der weitab von dem besetzten Gebiet wohnte, bei einem gelegentlichen Besuch des Rheinlandes selbst empfinden können, welcher Alpdruck auf dem Rheinland lastete. Schon der Anblick der marokkanischen„Blumentopfhusaren“, die sich in den Straßen von Mainz breit machten, mußte auf den fremden Besucher einen peinlichen Eindruck machen, und wenn man überall auf den Bahnhöfen und an öffentlichen Gebäuden französische Inschriften las, so bekam man einen kleinen Begriff davon, wie schwer das Rheinland unter der Fremdherrschaft zu leiden hatte. Verständlich war es auch daher, wenn sich auch außerhalb des Rheinlandes der Wunsch regte, den Tag, an dem die Franzosen abmarschierten, als eine Art Nationalfeiertag zu begehen. Aber die Zeiten sind ernst. Unsere wirtschaftliche Lage wird durch das Zweimillionenheer der Arbeitslosen gekennzeichnet. Reich, Länder und Gemeinden werden von schweren Finanzsorgen bedrückt. Das ist keine Zeit, um Geld für Festlichkeiten auszugeben. Die Reichsregierung äußerte deshalb den Wunsch, daß nur im Rheinland selbst besondere: Befreiungsfeiern stattfinden sollten; im übrigen Reiche sollten sie dagegen mit der Verfassungsfeier verbunden werden. In der Tat war ja auch die Rheinlandräumung von besonderer Bedeutung für die Reichsverfassung. Für das besetzte Gebiet stand die Verfassung bisher zum guten Teil nur auf dem Papier. Eingriffe in die verfassungsmäßigen Rechte des einzelnen Staatsbürgers seitens der Besatzungsbehörden waren an der Tagesordnung. Der Rheinländer war ein Staatsbürger niederen Rechts. Nun ist auch er deutscher Vollbürger geworden. Freilich gibt es auch heute noch Rheinländer, die abseits stehen müssen, wenn wir uns des wiedervereinten Vaterlandes erfreuen. Noch harrt das Saargebiet seiner Befreiung. Wie in einer fremden Kolonie steht noch eine Schutztruppe an der Saar und Fremde ziehen die Nutzung aus diesem gesegneten Landstrich. Man hat es dem Reichspräsidenten von Hindenburg in Paris übelgenommen, daß er in seinen Ansprachen gelegenunh der rheinischen Befreiungsfeiern immer wieder auf das Saargebiet hinwies und der Hoffnung Ausdruck gab, daß nun auch für die Saar bald die Befreiungsstunde schlagen möge. Und doch hat Hindenburg damit nur den fühlen Ausdruck gegeben, die alle Deutschen beseelen. August. Ueber die Saarfrage gibt es keinen Streit der Meinungen. Von ganz rechts bis ganz links ist man sich darüber einig, daß möglichst bald auch das Saargebiet zum Reiche zurückkehren muß, und zwar unbelastet durch französische Hypotheken. Neben dem Unternehmer kämpft auch der Arbeiter im Saargebiet für dieses Ziel, denn die Saar ist deutsch in ihrem Fühlen und Denken, sie gehört zum Reich. Auch in Paris hat man längst erkannt, daß alle Französierungsversuche im Saargebiet vergeblich sind. Nur die französische Geldgier läßt nicht zu, daß auch diese Frage bereinigt und damit ein Konfliktstoff aus der Welt geschafft wird. Um so lauter, um so dringlicher muß deshalb von deutscher Seite immer wieder der Ruf ertönen, daß nach dem Rheinland nun auch das Unterbrakung errieig Aanisten es in Indien heute in Wirklichkeit nicht, das Land untersteht in jeder Beziehung ausschließlich der Militär= und Polizeigewalt. Daneben macht der Vizekönig von seinen weitgehenden Vollmachten Gebrauch und regiert mit Verordnungen, welche die Presse= und Versammlungsfreiheit sowie die Möglichkeit, politische Vereine zu bilden, aufheben. In den Londoner„Times“ stand kürzlich, daß in einer schriftlichen Erwiderung auf eine Anfrage im Unterhause der Staatssekretär für Indien erklärte, von den 79 Zeitungen und 97 Zum Verfassungstag Zum elften Male jährt sich am 11. August der Tag, an dem die neue deutsche Reichsverfassung vom damaligen Reichspräsidenten Ebert und dem Kabinett Bauer unterzeichnet wurde. Unsere Bilder zeigen: Prof. Hugo Preuß, der Schöpfer der Reichsverfassung. Die Unterschrift von Reichspräsident und Reichskabinett unter der Verfassungsurkunde. ## R S# Belaue en ROS M verlangt seien, hätten 67 bezw. 55 infolge des Preßgesetzes ihren Betrieb eingestellt.“ Es ist daß mehrere hundert indische Verlags= oder Druckereibesitzer augenblicklich im Gefängnis sitzen, weil sie eine Sprache zu führen wagten, die der britischen Regierung von Indien oder den Provinzialbehörden mißfiel. Das Singen indischer Nationallieder gilt als „Verbreitung des Aufruhrs"; das Tragen der Ghandi=Mütze oder von Khaddar=Kleidung(die aus eigengewebtem Tuch besteht) ist Aufruhr, ebenfalls das Zeigen der indischen Nationalflagge. Kurz, alles, was eine Aeußerung patriotischer Gesinnung erkennen läßt, heißt Aufruhr, und indische Patrioten werden deswegen nach einem Schein=Gerichtsverfahren ins Gefängnis geworfen. Nach Angaben eines Sonderberichterstatters der„Chicago Tribune“ geht die Zahl der politischen Gefangenen in die Zehntausende. Es givaber keine Möglichkeit, gegen die Uebergriffe der Polizei Recht zu bekommen. Jeder Fremde, der seiner Sympathie mit den Bestrebungen der Inder Ausdruck gibt, wird des Landes verwiesen. Endlich hat die britische Regierung die Maske abgeworfen und die ganze indische Nationalbewegung als gesetzwidrig und zum Aufruhr führend ausgegeben. Sie erklärte den Arbeitsausschuß der Allindischen Nationalversammlung zur „gesetzwidrigen Vereinigung“ und ließ den Vorsitzenden Pandit Moti Lal Nehru sowie den Sekretär Dr. Syed Mahmut unter der Beschuldigung, einer gesetzwidrigen Vereinigung anzugehören und den bürgerlichen Ungehorsam zu predigen, verhaften und ins Gefängnis werfen. Ohne jeden Zweifel steht die Mehrheit der indischen Bevölkerung hinter dem Allindischen Kongreß. Um ihre absolute Herrschaft im Lande aufrecht zu erhalten, hat sich die britische Regierung in Indien zu scharfem Vorgehen gegen die Mehrheit eines Volkes von über 320 Millionen entschlossen. Dies dürfte sich als der gröbste Fehler herausstellen, den britische Staatsmänner je gemacht haben. Keine Regierung vermag sich zu halten, wenn sie das Vertrauen des Volkes verliert und sich allein auf brutale Gewalt verläßt. Das Vorgehen der britischen Regierung hat die Auflehnung gegen die bestehenden Gesetze nur gefördert. Hunderttausende von Indern scheuen nicht vor den Gefängnissen zurück, die bereits von Zehntausenden gefüllt sind. Heute herrscht in Indien der gleiche Geist wie in den Sie sprachen auch ziemlich 18. Fortsetzung. „Gar nicht! „und Sie haben gar nichts gehörts“ „Ich lausche nicht,“ sagte sie stolz. „Na, sagen sie mal“, der Hammer wurde wied.: gemütlich,„war es eine tiefe so, wie Brummbären knurren, oder war es eine hohe Stimmek“.... W eggg. P# „Ich meine, eine schone ausspräche hal der Mann gehabt. „Und wie lange blieb der Herr bei ihr? Sie zuckte mit den Achseln. „Das kann ich nicht sagen. Später klingelte es, und als ich dann auf den Hausflur hinauskam, hing sein Hut nicht mehr da; also mußte er weggegangen sein.“ sehen Sie, Sie wissen ja eine Menge ist doch sehr wichtig, daß Sie den Hut da haben hängen sehen. Was war es denn für ein Hut? Der Hammer wurde wieder gemütlich:„Na, „Es war etwas Besseres. Ich glaube, Plüsch oder Velour mit breitem Rand.“ „So grau oder graublau. Im Hausflur kann man das nicht so deutlich sehen, und noch ziemlich neu war der Hut.“ „Hm“, überlegte Hammer. sonst noch was?“ Frau Plößl holte Atem. ihrer Aussage kam erst noch. „Ja, freilich“, antwortete sie ihm,„es hat auf einmal geklingelt. Das wird vor einer viertel oder halben Stunde gewesen sein, bevor der Herr Kommissar kam, und da ging ich hinaus und öffnete. Da stand’ne junge Dame braußen, und die fragte nach Fräulein Reese. Und da zeigte ich ihr die Tür zu Fräulein Rerse, und dann ging sie hinein“. lnd dann?“ „Wissen Sie Die Hauptsache „Ja, sonst weiß ich nichts. „Wie lange blieb sie denn drinnen? „Ja, das kann ich nicht sagen. Ich habe sie nicht weggehen hören, und ich habe mich auch nicht darum gekümmert. Aber länger halbe Stunde kann sie nicht drinnen sein, denn dann kamen Sie, und Sie haben doch niemand mehr getroffen." Diese Schlußfolgerung war entschieden richtig. Aber dem Kommissar war damit nicht gedient. Er hätte gern gewußt, wie lange die Dame bei Vera Reese war. „Bemühen Sie sich einmal,“ der Hammer wurde zum dritten Male gemütlich,„sie zu sovei gözt zucke hüllos mit den Achseln. „Halt was Besseres. Schlank und ziemlich „Würden Sie sie wiedererkennen““ Frau Plößl legte die Stirn in Falten.„Weiß ich nicht. Ich möchte keinen Meineid schwören. Wissen Sie, jetzt im März und um diese Zeit da ist es noch dunkel und Licht hat— glaube ich— nur unten im Hausflur gebrannt, und da habe ich sie nicht gesehen. Hübsch war sie, meine ich; aber mehr weiß ich nicht.“ „Na, ihr Weiberleut habt doch einen Blick für Kleidung“, knurrte der Hammer.„Wissen Sie denn gar nicht mehr, wie sie angezogen war?“ Aber Frau Plößl sagte nur:„Einen Mantel hat sie angehabt. Aber was für einen, weiß ich nicht mehr. Und so'nen kleinen Hut hat sie aufgehabt, so'ne Art Topfhut, der ging ihr weit übers Gesicht. Aber sonst weiß ich nichts.“ Der Hammer wurde verdrießlich.„Und'ne schöne Aussprache hat sie wohl auch wieder gehabt?“ fragte er ärgerlich. Aber die Frau merkte den Spott nicht und erwiderte begeistert:„Ja, und'ne schöne Aussprache hat sie auch gehabt.“ * Das war immerhin etwas. also folgendes feststehen: Vera Reese war zwischen vier und fünf Uhr per Auto nach Hause gekommen in Begleitung w r e i n e h a l b e Herrn. Wieser Herr Stunde bei ihr geblieben, und kurz darauf, nachdem er sich entfernt hatte, kam die Dame. Entweder der Herr oder die Dame mußten Vera Reese getötet haben. Eine andere Lösung war zunächst nicht denkbar. „Wahrscheinlich", dachte sich Gambichler,„ist die Dame die Mörderin; denn sie war die letzte Person, die mit der Reese zusammen war, und würde sicher Alarm geschlagen haben, wenn sie die Reese bereits tot gefunden hätte. Wahrscheinlich, aber nicht sicher.“ Man mußte also einen Herrn und eine Dame suchen. Der Hammer kombinierte weiter: „Nicht ausgeschlossen auch, daß der unbekannte Herr: und die unbekannte Dame zusammen arbeiteten. Gesetzt den Fall, der Herr hat Vera Reese das Gift in das Getränk geschüttet, dann war es nicht ausgeschlossen, daß er eine Gehilsin an Ort und Stelle sandte, um kontrollieren zu lassen, ob sein Gift auch ordentlich gewirkt hatte. Schließlich käme es noch darauf an, welches Gutachten der Gerichtsarzt wbocben wicde: Die Mordkommission kam kurz nuch dem Verhör der Plößl. Noch vor ihrem Eintritt machte Gambichler einen wertvollen Fund. Er inspizierte die Garderobe.. gu 6 „Wenn an dieser Garderobe der Hal des unbekannten Besuchers gehangen hat, so ist es nicht ausgeschlossen,“ sagte er,„daß irgendeine Spur zurückgeblieben ist. Vielleicht daß unser unbekannter Besucher an Haarausfall leidet, und daß ein Haar, das in seinem Hut hing, an dem Garderobehaken zurückgeblieben ist.“ Nach dieser Richtung hin wurden seine Erwartungen zwar enttäuscht. Er fand keine Spur, die auf den unbekannten Besucher deutete. Aber er fand etwas anderes: Auf dem Garderobentisch lagen zwei elegante wildlederne Handschuhe, die offenbar zu einer kleinen, schmalen Frauenhand gehörten. Frau Plößl versicherte, daß die Handschuhe heute nachmittag noch nicht dagelegen hätten. Der Toten konnten sie nicht gehören. Die Tote hatte grobe, fleischige, große Hände, der diese nie gepaßt hätten. Obendrein sauden sich in dem an der Garderobeleiste hängenden Mantel die Handschuhe der Toten: gewöhnliche, große Wollhandschuhe. Der Hammer schmunzelte: Nett von der Unbekannten, daß sie uns sozusagen eine Visitenkarte zurückgelassen Die Bekundung des Gerichtsarztes, der mit der Mordkommission eintraf, bestätigte indirekt die Behauptungen der Frau Plößl. Der Gerichtsarzt stellte fest, daß Vera Reese etwa ein bis zwei Stunden tot sei. Damit war erwiesen, daß sie in der Zeit von etwa fünf bis sechs Uhr ermordet sein mußte. Danach kam als Mörder nur jemand in Betracht, der zwischen fünf und sechs Uhr mit ihr zusammen gewesen „Schade,“ sagte sich Gambichler,„wäre ich eine halbe Stunde früher zur Stelle gewesen, wäre das Unheil vielleicht verhindert worden. Zum mindestens hätte ich vielleicht noch die Frauensperson erwischt, die als Letzte bei ihr Im übrigen lautete das Gutachten des Arztes auf Tod durch Gift, durch Laudanum. Offenbar hatte sie mit dem Besucher ein kleines Likörgelage abgehalten, und in einem unbeachteten Augenblick hatte ihr der Besucher oder die Besucherin eine Dosis Laudanum in den Likör gemischt. Die Vermutung des Gerichtsarztes wurde durch den Chemiker bestätigt, da in einem der beiden Likörgläser noch Spuren des Gistes festzustellen waren. Diesen Tatbestand hätte jeder andere gewissenhafte Polizeibeamter ebenso gut festgestellt wie Gambichler. Im vorliegenden Falle aber hatte Gambichler jedem anderen Polizeibeamten, Doktor Carsten ausgenommen, etwas voraus: er hatte Kenntnis von dem Briese der Vera Reese an Isenbeil. Selbstverständlich machte sich Gambichler seine Gedauken darüber, ob der Mord an Vera Reese mit der Briefe an Isenbeil in Zusammenhang stehe. L##einigten Staaten von Amerika vor der UnabLungigkeitserklärung. Die britische Regierung in Indien wird in ihrer auf die Gesetze gestützten Brutalität in jeder Weise von der britisch=indischen Presse unterstützt. Typisch ist nachstehender Auszug aus einem Leitartikel der Bombayer„Times of India“:„Die Revolution gewinnt an Boden; es ist erste und vornehmste Pflicht aller Behörden, ihr mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu beBA.... g S uigr eslennenr bech Einige weitbligende Englander eltennen, baß die indische nationalistische Bewegung durch Zwangsmaßnahmen nicht länger niedergehalten werden kann, daß diese vielmehr die gesamte Bevölkerung den Engländern entfremden. In den einsichtigeren englischen Kreisen ist die Abneigung gegen diese Politik bereits so stark, daß ein britischer Verleger, F. H. Wilson, in dem Hauptorgan der Liberalen Indiens, der Bombayer„Daily Mail“ vom 23. Juni einen offenen Brief an den Vizekönig veröffentlichte, in dem er unter anderem sagte:„... die Regierungspolitik der letzten Zeit stellt in Verbindung mit den Ausschreitungen der Polizei die empörendste Brutalität dar. Hunderte von Untertanen Sr. Majestät leiden an Wunden von Lathis (den hölzernen Knüppeln der Polizisten), und Tausende haben angewidert die Unterstützung der Regierung aufgegeben, weil sie Wohlwollen und Lathihiebe nicht in Uebereinstimmung zu bringen vermochten. Sieht Se. Exzellenz nicht ein, daß das, was im Namen Sr. Exzellenz vorgeht, das sicherste Mittel ist, schließlich unter die Briten selbst einen Keil zu treiben? Weiß Se. Exzellenz nicht, daß Millionen Gegner seiner Politik Stunde für Stunde zu mehr denn passiver Sympathie für ihre Landsleute getrieben werden? Ich schreibe dieses als Engländer, der die Ansicht vertritt, es sei die strenge Pflicht eines jeden britischen Patrioten, den Zusammenhang unter den Engländern aufrecht zu erhalten. Und zwar in einer Form, die sich mit dem Wunsche des Landes verträgt, Herr im eigenen Hause zu sein.“ Trotz dieser Beschwörungen aus britischen wie indischen Kreisen nimmt die Unterdrückung in Indien ihren Weg. Man darf zuversichtlich versichern, daß diese Politik fehlschlagen und nur zu wachsender Verbitterung im indischen Volke führen wird. Das Bemerkenswerteste an dem Geist der Auflehnung gegen die britische Regierung in Indien ist die Tatsache, daß alle Volksschichten in allen Teilen des Landes von ihm ergriffen sind. Die indischen Frauen, die Jugend, die Arbeiter und die geduldigen Bauern sind in Bewegung geraten. Heute schmachten mehrere hundert indische Frauen im Gefängnis, weil sie für die Sache der Freiheit eingetreten sind. Das Martyrium Tausender von Indern, die ihr Leben der Freiheit geopfert haben, die Aufsorderungen der politischen Führer, die Bitten der Mütter und Schwestern an die indische Jugend haben eine gewaltige Wirkung gehabt. Furchtlosigkeit ist an Stelle der Gleichgültigkeit getreten, und Indiens Jugend ist entschlossen, der Unterdrückung in jeder Form zu trotzen. Niemand vermag vorauszusagen, wie bald Indien seine Freiheit gewinnen wird. Aber soviel ist gewiß, der Kampf um Indiens Unabhängigkeit hat in allem Ernst begonnen und wird weitergeführt werden, bis Indien frei und selbständig ist. Schließlich muß doch die Republik der Vereinigten Staaten von Indien kommen. handwerk im Bezirke der Stadt Schwerte und des Amtes Westhofen teilgenommen haben, liegen während der Dienststunden im Landratsamte Iserlohn, Zimmer 6, in der Zeit vom 14. August bis einschl. 28. August 1930 zur Einsicht und Erhebung etwaiger Einsprüche der Beeiligten aus. Amt Westhofen l. Holzen. Evgl. Kirchensteuertermine. Zur Erhebung der evgl. Kirchensteuern werden in den Ortsteilen Sommerberg und Höchsten folgende Termine abgehalten: Am Donnerstag, den 14. August, nachm. von 2,30—3 Uhr in der Wirtschaft Eisenberg auf dem Sommerberg, und am gleichen Tage nachm. von 4 bis 4,30 Uhr in der Wirtschaft Prein auf dem Höchsten. I. Villigst. Unfall. Der Prokurist und Brandmeister K. von hier kam mit seiner Wehr vom Kreisverbandsfest in Hohenlimburg. Beim Aussteigen aus dem Zuge im Bahnhof Ergste hat sich K. durch falsches Auftreten einen Bruch des rechten Sprungbeines zugezogen. Der Bruch war derart, daß K. sofort dem evgl. Krankenhaus in Schwerte zugeführt werden mußte. I. Wandhofen. Rotlauf. Unter dem Schweinebestande des Rentners K. ist Rotlauf festgestellt worden. Ein Schwein mußte notgeschlachtet werden. Ueber das Gehöft ist die Sperre verhängt. I. Westhofen. Wegesperrung. Der Eichhofweg darf nur von Fußgängern begangen werden. Seitens der Polizeiverwaltung sind auch diesbezügliche Warnungstafeln angebracht. Trotzdem kann man beobachten, daß sich an dieses Verbot die jugendlichen Burschen nicht stören, sondern diesen gesperrten Weg mit ihren Fahrrädern befahren, sodaß die Fußgänger belästigt werden. Die Polizeibeamten sind angewiesen worden, gegen diese Burschen streng vorzugehen, exemplarische Strasen werden dann folgen. Schwerte, den 11. August 1930. denktage. 11. August: 490: Sieg Theodorichs über Odoaker an der Adda.— 843: Vertrag von Verdun: Teilung des fränkischen Reiches.— 1656: Der Heerführer Octavio Piccolomini in Wien gestorben(geboren 1599).— 1778: Der Turnvater Friedrich Ludwig Jahn in Lanz geboren (gestorben 1852).— 1813: Oesterreich erklärt Frankreich den Krieg.— 1917: Beginn der 11. (letzten) Isonzoschlacht.— 1919: Verkündigung der Weimarer Verfassung. : Wetterbericht der Wetterwarte Essen vom 10. August 1930. Das südwestliche Hochdruckgebiet hat etwas abgenommen, während das Tiefdruckgebiet im Nordwesten Großbritanniens sich in Ausläufern über die Nordsee und Nordfrankreich ausgebreitet hat. Das Tiefdruckgebiet über Polen ist nordwärts fortgeschritten. In Deutschland war es heute früh bei 12 bis 18 Grad Wärme wolkig, in Mitteldeutschland auch vielfach trübe und regnerisch. Der Kahle Asten hatte mäßigen Westwind, Nebel und 10 Grad. Wetteraussichten bis Dienstag: Veränderlich, sowie zeitweise Regen bei geringer Wärmeänderung. :„Graf Zeppelin“ über Schwerte. Auf seiner gestrigen Dortmunder Fahrt berührte das stolze Luftschiff„Graf Zeppelin“ auch unsere alte Hansastadt Schwerte. Von der Hohensyburg kommend, traf es gegen 3,45 Uhr über unserer Stadt ein, von vielen Menschen durch Tücherschwenken usw. freudig begrüßt, wenn es auch die meisten Schwerter im Dortmunder Flughafen selbst erwarteten.„Graf Zeppelin" über Schwerte bot einen prächtigen Anblick, zumal das Luftschiff nur in verhältnismäßig geringer Höhe flog und man den Riesenbau dieses Luftbezwingers genau mustern konnte. Nach Ueberfliegen unserer Stadt steuerte das Luftschiff Fröndenberg an, wo es von einer nach Tausenden zählenden Menschenmenge erwartet wurde.— Immerhin ist durch die Ueberfliegung Schwertes die erfreuliche Tatsache festzustellen, daß auch alle jene Kreise in den Genuß des Anblicks des„Graf Zeppelin“ gekommen sind, die an den Dortmunder Landungsfeierlichkeiten nicht teilnehmen konnten und stets wird man sich gern und dankbar dieses bedeutsamen Geschehens erinnern. . Anläßlich des Verfassungstages haben die öffentlichen Behörden ihre Dienstgebäude mit den Reichsfarben beflaggt. X Gestürzt. Einen bösen Unfall erlitt vorgestern eine an der Körnerstraße wohnende Dame. Beim Verlassen des Hauses kam sie auf dem feuchten Rasen des Vorgartens so unglücklich zu Fall, daß sie sich einen Bruch des linken Beines zuzog. X M. G. V.„Cäcilia“. Einen in jeder Hinsicht wohlgelungenen Familienabend bot gestern nachmittag der M. G. V. „Cäcilia“ seinen Mitgliedern und Freunden. Es war ein überaus stattlicher Zug, der gegen 2,30 Uhr unter den belebenden Marsch= weisen der Käpelle Schwerte=Ost vom Vereinshause aus dem so prächtig gelegenen Ebberg zustrebte, wo das Lager aufgeschlagen war. Für gute Verpflegung und Unterhaltung von Groß und Klein war auf das beste gesorgt und bei Musik und Gesang, Gesellschaftsspielen usw. vergingen die Stunden wie im Denkmalsweihe und 2. Regimentsapell des Husaren=Regiments König Wilhelm 1. (1. Rhein.) Nr. 7 Bonn. Der Vorsitzende des Königshusarenbundes, Major Frhr. von Stein bringt allen ehemaligen Kameraden zur Kenntnis, daß der 2. Regimentsapell am 21. September 1930 in Bonn stattfinden wird, nicht wie ursprünglich geplant am 14. September. Zugleich wird neben dem altehrwürdigen Münster zu Bonn auf dem Martinsplatz ein den Traditionen des alten stolzen Regiments entsprechendes monumentales Denkmal errichtet und feierlich eingeweiht werden. Zu dieser Feier werden alle ehemaligen Königshusaren und die Angehörigen der Gefallenen eingeladen.— Zusammenkunft bereits am 20. September.— Adressenangabe aller der nicht dem Königshusarenbund beigetretenen ehemaligen Husaren, die der Denkmalsweihe und dem Appell beiwohnen wollen, wird zwecks weiterer Benachrichtigung an die Geschäftsstelle für den Regimentsappell Husaren 7, Bonn, Rittershausstraße 7 erbeten. ha. Wie die Post die Zeitungen verteilt. Die Verteilung der ankommenden Zeitungen an die Briefträger macht der Reichspost deshalb befondere Mühe, weil die einzelnen Nummern nicht mit der Anschrift der Bezieher versehen sind. Zur Vereinfachung und Beschleunigung der Verteilung hat sie neuerdings die Sichtkartei und die Adressiermaschine bei den großen Postämtern mehr und mehr eingeführt. Die Zeitungen mußten dort nach verschiedenen Listen immer wieder verteilt und beschrieben werden, alles erhebliche Fehlerquellen. Mit der Adressiermaschine bedruckt man jetzt die meisten der eingegangenen Zeitungen mit den Bezieheranschriften. Bedruckt werden die zuzustellenden oder auch die abzuholenden Zeitungen, bei einigen Aemtern auch schon die für die Landpostanstalten. Für jedes Stück ist eine Adressierplatte nötig. Zu der Adressier= maschine gehört auch die Prägemaschine. Für die Sichtkarteien verwendet man Wandplane, Wandschwingen und Drehständer. Auf den Karten ist alles Nötige vermerkt. I. Syburg. Straßenbenennungen. Mancher Westhofener wird den Kopf schütteln, wenn er liest, daß die frühere Kreisstraße, welche von Syburg an der Wirtschaft Königsfeld, Husener Mühle vorbei nach Westhofen führt, jetzt den Namen Wandhofenerweg erhalten hat. Die Gründe zu dieser Benennung sind so recht nicht verständlich, wenn man bedenkt, daß diese Straße doch direkt nach Westhofen führt. Im allgemeinen werden solche Straßen doch nach dem nächsten Ort benannt. Man ist aber anscheinend von dem Gedanken ausgegangen, alle Beziehungen, die Syburg noch aus der Zeit der früheren Zugehörigkeit zum Amte Westhofen und mit der Stadt Westhofen verbinden, vollständig abzuschneiden bezw. jeglichen Gedanken an Westhofen auszumerzen. Wenn die Straße einmal den Namen Westhofenerstraße oder ähnlich nicht erhalten sollte, dann wäre es doch verständlicher gewesen, die frühere Kreisstraße Schwerterstraße zu tausen, da der Ort Wandhofen den vielen Fremden nicht bekannt sein dürfte. ha. Der Weg nach Rußland. Die Züge für den Personenverkehr nach Sowjetrußland werden vom 15. August an von dem bisherigen Wege über Eydtkuhnen—Kaunas— Riga—Bigossowo auf den Weg Insterburg—Tilsit— Radviliskis— Griva— Daugavpils— Bigossowo umgeleitet. Der bisherige Weg über Eydtkuhnen bleibt neben dem Weg über Tilsit gleichfalls bestehen, da auf dem Weg Uebergang Eydtkuhnen der Verkehr über Riga weiter vermittelt werden soll. Der neue Verkehr über Tilsit kommt zunächst nur für den Durchgangsverkehr nach Moskau und Uebergang in Frage. Beide Wege sind im Fahrpreis gleichgestellt und zur wahlweisen Benutzung für den Reisenden freigegeben worden. Schon seit dem 15. Mai sind die Züge nach dem Fernen Osten Eydtkuhnen—Riga auf den Weg Insterburg—Tilsit— Griva umgeleitet. Auch hier ist der Weg über Eydtkuhnen neben dem über Tilsit bestehen geblieben, um den Verkehr über Riga weiter zu vermitteln. Die Fahrpreise sind ebenfalls dieselben für alle Wege. Landkreis Iserlohn Achtung! Einspruchsfrist! Die Liste der Schlosser= und Schmiedemeister, die an der Abstimmung auf Errichtung einer Zwangsinnung für das Schlosser= und SchmiedeAmt Ergste Bürenbruch. Die hiesige Jugendherberge hat einen Fernsprechanschluß erhalten. Einem besonderen Antrage des Verwalters der hiesigen Jugendherberge zufolge hat der Jugendherbergsverband kürzlich die Anlage eines Fernsprechanschlusses genehmigt. Damit ist man endlich einem seit langem gehegten Wunsche vieler Besucher der hiesigen Jugendherberge nachgekommen. Unter Nr. 2415 Amt Schwerte ist die Jugendherberge zu Bürenbruch nunmehr dem Fernsprechnetz angeschlossen. Bürenbruch. Einen bedauerlichen Unglücksfall erlitt beim Abladen eines Wagens eingefahrener Getreidefrucht der Wirt Adolf Linneweber, hierselbst. Dem Genannten war nämlich die Spitze eines Strohhalmes in das Auge gedrungen, was eine Augenentzündung zur Folge hatte und für L. die Gefahr bestand, daß das erkrankte Auge an Sehkraft einbüßen konnte. Deshalb mußte ein Arzt zu Rate gezogen werden, der eine nicht unerhebliche Verletzung des Augenlichtes feststellte. m. Ergste. Diebstahl. Dem Verwalter Deimann von Bürenbruch wurden von einem Mitarbeiter Kleidungsstücke und Wäsche, sowie Schuhwerk entwendet. Nach der Tat hat der unsaubere Patron die Flucht ergriffen, so daß er bisher noch nicht dingfest gemacht werden konnte. m. Ergste. Straßenmusi fluß der großen Erwerbslosigkeit macht sich ein Ueberhandnehmen des Musizierens auf der Straße bemerkbar. Diese Tatsache hat der hiesigen Polizeibehörde Veranlassung gegeben, folgende Spieltage wöchentlich für Straßenmusikanten festzusetzen: In der Gemeinde Ergste des Montags, in der Gemeinde Hennen des Donnerstags, in der Gemeinde Berchum des Freitags. Nur an diesen Tagen werden künftig noch Erlaubnisscheine für Straßenmusiker von der hiesigen Polizeibehörde ausgestellt werden. Deutsche Turnerschaft Kreisfest des Turnkreises 8a Westfalen=Lippe vom 1. bis 3. August 1930. Von dem am vorvergangenen Sonntag in Hamm stattgefundenen Kreisturnfest konnten folgende Teilnehmer des Turnvereins„Teutonia“ e. V. 1883 Westhofen als Sieger heimkehren: Neunkampf des Aelteren: 29. Sieger Carl Kohlmeier 123 Punkte. Dreikampf der Aelteren: 18. Sieger Adolf Viebahn 46 Punkte. Fünfkampf der Männer: 32. Sieger Edwin Dahlhaus 71 Punkte. Im Vereinsturnen konnte der Verein mit 31 Teilnehmern in der für ihn in Frage kommenden Gruppe mit 72 Punkten der Stärke entsprechend am 3. Stelle Sieger werden. Der 11. August im Westdeutschen Rundfunk Die Uebertragungen aus Berlin. Am Verfassungstage, der in diesem Jahre im Zeichen der Rheinlandbefreiung steht, überträgt der Westdeutsche Rundfunk in der Zeit von 12 bis 13 Uhr aus Berlin den Festakt der Reichsreeierung...„ beginnt mit 6e Die festliche Veranstaltung beginnt mit denk Gesang„Flamme empor!“ Reichsminister Dr. Wirth hält die Festrede, die dem Gedanken der Rheinlandbefreiung gewidmet ist. Es folgt dann eine Dichtung Walthers von der Vogelweide„Lob der deutschen Lande", gesetzt von Simon Breu. Im Anschluß daran ergreift Reichskanzler Dr. Brüning das Wort zu einer Ansprache. Der gemeinsame Gesang des Deutschlandliedes beendet die Feier, bei der der Staatsund Domchor unter der Leitung des Staats= und Domchor=Direktors Professor Hugo Rüdel mitwirkt. Am Abend des Verfassungstages überträgt der Westdeutsche Rundfunk aus Berlin die von der Reichsregierung und der preußischen Staatsregierung gemeinsam mit der Stadt Berlin im Sportpalast veranstaltete Abendfeier. Das„Hallelujah“ aus dem Oratorium„Der Messias“ von Händel bildet den Anfang dieser Feier, bei der Staatsminister Grimm den Festvortrag halten wird. Den Abschluß bildet Beethovens Neunte Symphonie mit Schlußchor über Schillers„Ode an die Freude“ für großes Orchester, 4 Solo= und vier Chorstimmen. Von 19,15 bis 20 Uhr strahlt der Westdeutsche Rundfunk zwei Vorträge aus, die vereint sind unter dem Titel„Gedanken zum Verfassungstage". Von 19,15 bis 19,40 Uhr läuft ein Vortrag v. Hedwig Pohlschröder=Hahn„Bekenntnis zur Reichsverfassung". Von 19,40 bis 20 Uhr spricht Dr. Grütters über„Diesoziale Idee in der Reichsverfassung". Was hören wir im Rundfunk? Dienstag, den 12. August 1930. 07,00: Wettervorhersage. 07,05: Morgenkonzert. 07,30: Brunnenkonzert aus Bad Salzuflen 10,15: Schallplattenkonzert. 12,10: Schallplattenkonzert. 13,05: Mittagskonzert. 10,00: Kinderstunde. 16,00: Meister des Reiseberichts. 16,25: Die Welt im Buch. 16,25: Höhenzauber. 17,05: Tant' Züffge. 17,30: Vesperkonzert. 18,30: Redeschrift=Lehrgang in deutscher Einheitskurzschrift. 19,15: Die Erdölwirtschaft der Welt. 20.00: Operettenmusik. Anschließend, letzte Meldungen, Bericht über das geistige Leben, Sportbericht. Zeitschriftenschau „Die Gartenlaube“ Heft 32. Sommerstimmung gibt das neue Heft der „Gartenlaube“: Der schöne, bunte Umschlag mit dem Badeleben in der Sommerfrische, die pausbäckigen„Rohköstler“ und die amüsante Schilderung(in Bild und Wort) von Helgoland. Neue Wege der Naturerkenntnis zeigt R. H. Francé in dem bedeutsamen Aufsatz:„Die Tierwerdung der Pflanze“. Ein anderer interessanter Aufsatz zeigt die Entwicklung des modernen Kirchenbaus.(Hierzu viele Bilder). Reizvolle Erzählungen, lesenswerte Aufsätze, geschmackvolle Modebilder vervollständigen den Inhalt des schönen, reichillustrierten Heftes. In der Schule. Der Herr Schulrat konnte alles. Er wußte auch alles. Es gab gar nichts, das er nicht verstand. Er konnte sogar unterrichten. Der junge Lehrer konnte und konnte die Antwort nicht erhalten:„Wer wenig begehrt, ist bescheiden.“. u „Lassen Sie mich einmal versuchen!“ sagte väterlich der Herr Schulrat.„Kinder, paßt mal auf. Neulich war euer Schulrat von dem Herrn Baron eingeladen. Der Herr Baron schenkte eurem Schulrat Wein ein. Euer Schulrat dankte und trank. Der Herr Baron schenkte wieder ein. Euer Schulrat dankte und trank. Der Herr Baron wollte wieder einschenken. Euer Schulrat dankte. Er trank nicht mehr. Nun paßt schön auf! Wie war euer Schulrat da? Die Kinder rührten sich nicht. „Denkt doch mal nach! Wie war Schulrat wohl?" Ein zaghafter Finger erhebt sich. „Nun, du Kleiner?“ „Besofsen, Herr Schulrat!“ Seetmante Lange Ersehntes, lange Erhofftes ward Ersüllung!„Graf Zeppelin“, Deutschlands Bunder: lustschiff, das den Ozean bezwang und ven erdball umfuhr, stattete zum ersten Mal dem Ruhrebiet, wo das industrielle Leben unseres Vaterlandes am stärksten pulst, einen Besuch ab. Wohl hatte der Luftriese bereits früher das Industrie= Liet überflogen, aber eine Landung war bisher nicht erfolgt. Nun hielt das D L Z127 eine kurze Rast auf dem Dortmunder Flugplatz, subelnd begrüßt von etwa 90000 Flugplatzbesuchern und von einigen 100 000 Zuschauern in näheren und weiteren Umgebung. 15,45 Uhr kam am südwestlichen Horizont das im Sonnenlicht silbrig glänzende herrliche Luftfahrzeug in Sicht; Punkt 4 Uhr— die Präzision in der Einhaltung der vorher angesagten Zeit wirkte verblüfsend— kreuzte es von Ost nach West in etwa 300 Meter Höhe unter ruhigem, gleichmäßigem Surren seiner Propeller über dem Flugplatz, um zunächst in der Richtung DortmundMitte zu verschwinden. Nach der Rückkehr und mehrmaligem Ueberfliegen des Platzes senkte sich das Riesen=Luftschiff herab, genau auf die vorgesehene Landungsstelle. Die Uhr zeigte 17,25. Wasserballast wurde abgelassen. Kommandorufe erschaltten. Bereitstehende Bergknappen und Feuerwehrleute ergrifsen die aus dem Luftschiff herabgelassenen Haltetaue und zogen es darai soweit herab, daß weitere Mannen die unten rund um die Gondeln herumführenden Griffstangen fassen und festhalten konnten. Jubelgebrause und Tücherschwenken im weiten Umkreise. Kapellen der Knappen und wer weiß sonst alle noch, spielten. Eine Tür an der vorderen Gondel öffnete sich; eine Treppe wurde herabgelassen. Luftkapitän Lehmann verließ das Schiff. Ein Mikrophon war inzwischen vor der Treppe aufgebaut. Die Ehrengäste, darunter Reg.=Präsident König, die Vertreter der Stadt und sonstigen Behörden, Major Sommer, der Leiter des Flughafens und die Vertreter der Presse waren herangetreten. Lichtbildner knipsten, Filmkurbeln wurden gedreht, Passagiere stiegen aus. Oberbürgermeister Dr. Eichhoff=Dortmund hielt folgende Begrüßungsansprache: „Die Stadt Dortmund und die Dortmunder Flughafen=Gesellschaft entbieten den Helden des „Graf Zeppelin“ wärmste Willkommensgrüße. Dortmund dankt Friedrichshafen aufrichtig für den Besuch des„Graf Zeppelin“, dessen wir uns von ganzem Herzen freuen. Die Dortmunder Landung bedeutet freilich für den Luftriesen, der durch seine schier märchenhafte Fahrt um den Erdball und durch seine berühmte Amerikafahrt die ganze Welt zu rückhaltloser Bewunderung hingerissen hat, nur eine kleine, fast Spazierfahrt. Für uns Dortmunder aber ist sie ein großes Erlebnis; ein Erlebnis, dem wir mit pochendem Herzen entgegengesehen, das wir voll tiefer Freude genossen und von dem wir noch lange zu zehren haben werden. Gefühle des Stolzes, der Dankbarkeit und der Hoffnung erfüllen unsere Brust. Wir sind stolz auf das epochale Lebenswerk des genialen Grafen und aller derer, die auf seinen Wegen mit zielsicherer Wissenschaftlichkeit, deutscher Gründlichkeit, eiserner Energie und kühnem Wagemut vorwärtsschritten. Wir sind dankbar für die unvergleichlichen Leistungen des„Graf Zeppelin“, die den deutschen Namen und deutsches Können in aller Welt zu hohen Ehren gebracht haben und die trennenden Grenzen von Staaten und Kontinenten verwischend, die Erdenvölker einander näherbringen und damit— vor allem für unser Vaterland— politische Wirkungen von hohem Werte auslösen. Voll Bewunderung begegnen wir den ausgezeichneten Männern, den Führern und den Mannen, die das Wunderschiff mit sicherer Hand, durch Sturm und Wetter, wie im Glanz der Sonne, über Fels und Meer, über Gletscherfelder und Ozeanbreiten lenken und leiten und sich heute — zum ersten Male— sogar in das rheinischwestfälische Industriegebiet gewagt haben, in das Land der roten Erde, auf der die Knochen des ersten„Zeppelin" erstanden.— Wir wünschen dem„Graf Zeppelin“ und Ihnen, meine hochverehrten Herren, aufs innigste noch eine lange, lange glänzende Kette glückhafter Fahrten zu Deutschlands Ruhm und Deutschlands Ehre. Wir hoffen zuversichtlich, daß die Leistungsfähigkeit der Zeppelin=Luftschiffe sich ständig steigere, auf daß sie in immer höherem Grade und in immer schönerem Sinne das werden, was sie sein sollen: wissenschaftliche Instrumente, Instrumente des weltumspannenden Verkehrs, Instrumente der Völkerverbindung, der Völkerverständigung, des Völkerfriedens! In treuem Gedenken an Dr. Eckener, den deutschen Mann von Weltgeltung, der zwar in Bad=Gastein, im Geiste aber— ich weiß es— bei uns weilt, rufen wir:„Graf Zeppelin“ und seine Besatzung, an ihrer Spitze sein vorzüglicher Führer, Herr Kapitän Lehmann, sie leben hoch! Die Musik intonierte die Nationalhymne, die von sicherlich 100 000 Kehlen mitgesungen wurde. Kapitän Lehmann empfing auf der Hand des Dortmunder Oberbürgermeisters einen Ehrentrunk im„Goldenen Becher". Dann wurde den beiden Kapitänen Lehmann und Flemming, den bewährten Führern des„Graf Zeppelin“, je eine goldene Grubenlampe überreicht. Kapitän Lehmann dankte mit militärisch kurzen Worten für die äußerst liebenswürdige Begrüßung und die Ehrengaben. Er versprach im Namen der Führung und der ganzen Besatzung des D L Z 127“ die von Oberbürgermeister Dr. Eichhoff in seiner Ansprache so schön und richtig umrissenen Aufgaben auch in Zukunft auf das Treueste zu erfüllen und dadurch beizutragen zum Wohle und zum Ruhme von Volk und VaterBlumen wurden in die Kabinen gereicht; Platten mit Erfrischungen folgten; auch das Dortmunder Bier fehlte nicht. Dann bestiegen Oberbürgermeister Dr. Eichhoff, Bürgermeister Hirsch und Polizei=Präsident Lübbring als erste das Luftschiff zur Besichtigung. Eine Reihe Ehrengäste, Vertreter der Presse usw. folgten. Kommandowortel. en Ju, Galtetan. Die Treppe wurde eingezogen, die Hallelaut folgten. Oberbürgermeister Eichhoff und neue Fahrgäste hatten vorher in den Kabinen Platz genommen, um die Fahrt nach Darmstadt— dem nächsten Ziel— und teils weiter mitzumachen. Punkt 18,45 Uhr hieß es:„Achtung! Hoch! Die Haltemannschaft gab das Schiff frei und es erhebt sich unter den Klängen des von der Knappen=Kapelle gespielten, wiederum mit Begeisterung mitgesungenen Deutschlandliedes zur Rückfahrt nach Darmstadt und dem Heimatlusthafen Friedrichshafen. Noch nicht ganz dem Gesichtskreis entschwunden, wendete das stolze, in der Höhe schlank und elegant wirkende Luftschiff und kehrte noch einmal zum Flugplatz zurück, um dadurch einen Abschiedsgruß auszudrücken. Damit war ein herrliches Erlebnis, das auch durch den bei der Abfahrt einsetzenden Regen in keiner Weise beeinträchtigt werden konnte, für alle, die Zeugen des Zeppelin=Besuches sein durften, vorbei. In den Stolz über die Errungenschaft deutschen Erfindergeistes, deutscher Zähigkeit und Tatkraft mischt sich ein wenig Wehmut darüber, daß es sich nur um einige knappe Besuchsstunden des„Graf Zeppelin“ handelte, aber auch die Hoffnung auf ein baldiges und öfteres WiederMögen alle Fahrten des bewunderungswürdigen Luftschiffes unter einem günstigen Stern stehen und sich das D L. Z. 127 un glückhaft Schiff" immerdar bewähren! Wir hörten noch, daß die Fahrt nach Dortmund die 99. Fahrt des„Graf Zeppelin" gewesen ist, 40 Mann Besatzung sich im Lustschiff befanden und Raum für 20—40 Fahrgäste je nach Länge der Reisetour vorhanden ist. DL Z 127 ist das 117. Zeppelinluftschiff. 5 MaybachMotoren von je 530 PS. geben dem Schiff eine Höchstgeschwindigkeit von 128 Kilometeg Stunde. Die ganze Länge beträgt 236,0 Wter, der größte Durchmesser 30,5 Meter. Während die Zuschauermassen sich zu Fuß und in Tausenden von Erdfahrzeugen zum Heimgang in Bewegung setzten, wohlgeordnet und gewiesen von einem Massenaufgebot der Schutzpolizei, während Flugzeuge den noch Wartenden durch Vorführungen der verschiedensten Art die Zeivertrieben, schweifen unsere Gedanken um 30 Jahre zurück in die Zeit der Anfänge der Luftfahrt. Wie kurz die Zeitspanne von damals bis heute und wie gewaltig der erzielte Fortschritt! Wir wissen: Wir sind die glücklichen Zeugen und Miterleber eines neuen Zeitabschnittes in der Menschheitsgeschichte, das man später einmal das„Zeitalter der Eroberung des Luftmeeres nennen wird. Ein uralter Menschheißtreagg erfüllte sich, als wir lebten. Dieses stolze Bewußtsein vermag uns über die Schwere der Zeitnöte in ewa zu trösten. *** Bei der mit dem Zeppelin=Besuch verbundenen Verlosung gab es folgende Gewinne: 1. Preis Opel=Cabriolet auf Nr. 3899. 2. Preis Motorrad auf Nr. 4087. 3. Preis Freiftug Düsseldorf und zurück auf Nr. 11095. 1„ 4. Preis Freiflug Essen uno zurach auf Nr. 1687. and der Deu In der am Montag unter der Leitung des Wahlkreisvorsitzenden Otto Hembeck=Lüden= scheid abgehaltenen Hauptvorstandssitzung der Deutschen Volkspartei von Westfalen=Süd, die von etwa 300 Mitgliedern besucht war, wurden die Kandidaten für die Reichstagswahl ausgestellt. Erschienen waren die Abgeordneten Dr. Boelitz, Winnefeld, Frau v. Kulesza und Wurm. Bergassessor Hueck ist erkrankt. Er hatte der Versammlung schriftlich seinen Gruß gesandt. Der Geschäftsführende Ausschuß hatte für den Fall, daß es zu der von der Deutschen Volkspartei nach wie vor mit allen Kräften erstrebten Zusammenfassung der bürgerlichen Parteien für diesen Wahlkampf nicht kommt, einstimmig dem Hauptvorstand folgende Kandidaten=Vorschläge gemacht:.„(G5 Imie1 Winnefeld, Bergmann, Gunnigferd. Hueck, Bergassessor, Gelsenkirchen. Fähre, Rechtsanwalt, Dortmund. Frau Dobke, Bochum, von den Frauen vorgeschlagen. Dr. Hanholz, Kaufmann, Bochum, von der Jugend vorgestellt. Die Gesamtliste werden wir später bekanntDie Kandidatenliste wurde von der großen Versammlung ohne jede Erörterung einstimmig Hem beck würdigte nach der Wahl die Verdienste der Reichstagsabgeordneten Winnefeld und Hueck, die beide von hohem Pflichtgefühl beseelt seien und sich immer und zu jeder Zeit mit ganzer Kraft für die Wahrung der Interessen des Volksganzen eingesetzt hätten. Er rühmte die vorbildliche Einmütigkeit des Hauptvorstandes in der Auffassung über die Kandidaten. Wenn je, so sei sie heute in der schweren Zeit geboten. Hembeck ging dann in glänzenden längeren Ausführungen auf das Thema über: „Die anderen Parteien und wir". Er erinnerte zunächst an den Mannheimer Sammelruf des volksparteilichen Führers Dr. Scholz, der zu einer großen Partei der Mitte aufgerufen habe. In loyaler Weise habe Scholz alles getan, um vom großen staatsbürgerlichen Gesichtspunkt aus die Sammlung der Parteien vorwärts zu treiben. Bei der Gründung einer wirklichen Staatspartei hätte man ebenso Fühlung nehmen müssen mit allen Parteien, die für den Zusammenschluß einer staatsbürgerlichen Mitte in Frage kamen. Durch Koch=Weser sei aber ein einseitiger Zusammenschluß der links von der Volkspartei stehenden Gruppen zustande gekommen. Der tiefste Sinn dieser neuen Gründung heiße: Anlehnung an die Sozialdemokratie! Obwohl eben diese Sozialdemokratie ihre Unfähigkeit zu wirtschafts= und volkserhaltender Politik doch deutlich genug erwiesen habe. Das erkennen auch viele treue Mitglieder des Jungdeutschen Ordens und stehen darum dieser Staatsparteigründung innerlich sehr steptisch diesem Grunde auch ihren Austritt aus dem Jungdeutschen Orden und der volksnationalen Reichsvereinigung erklärt. Wie man hinter den Kulissen in gewissen Kreisen der Staatspartei die„bürgerliche Sammlung“ sich denkt, zeigt am klarsten die wörtlich abgegebene Aeußerung eines der Mitbegründer der Staatspartei, des Herrn Winschuh:„Die Deutsche Volkspartei müsse zerschlagen werden.“ Entschließung: Die von etwa 300 Mitgliedern besuchte Hauptvorstandssitzung der Deutschen Volkspartei von Westfalen=Süd dankt dem Parteivorsitzenden Dr. Scholz für seine unermüdliche Arbeit an der Sammlung der bürgerlichen Parteien. Der Hauptvorstand bedauert in voller Uebereinstimmung mit dem Reichsausschuß der Deutschen Volkspartei aufs tiesste, daß die links einseitige Sondergründung der sogenannten Staatspartei der wirklichen Zusammenfassung des staatserhaltenden Bürgertums nur geschadet hat. Der Hauptvorstand ist überzeugt, daß die Deutsche Volkspartei das große Ziel der Sammlung mit allen Kräften weiter verfolgen wird. Bis dieses Ziel erreicht ist, ist die Stärkung der deutschen Volkspartei die sicherste Gewähr für das so bitter notwendige Zusammenarbeiten der bürgerlichen Parteien im Sinne und Geiste HindenAber diese merkwürdige Art Sammelpolitik zu treiben, habe sich an den Gründern der Staatspartei schon gerächt. Koch=Weser habe den Vorsitz bereits niedergelegt. Die Demokratische Partei hat ihren Namen kaum aufgegeben, und schon lösen Fozerei. grgg pen von ihr ab: Der Abgeordnete Erkelen, hat sich mit seinem Anhang zu den Sozialdemokraten begeben und die unabhängigen Demokraten haben sich in Professor Quidde eine neue Führung gewählt. So sieht die Staatspartei aus, die eine große Mittelpartei sein wollte. Nur ein Zusammenschluß auf großer mittlerer Basis mit einer Gruppenbildung, die mindestens 100 Abgeordnete hinter sich habe, wie sie Scholz erstrebe, würde als Gegengewicht gegen die Sozialdemokratie Bedeutung haben und für die Regierung ein Faktor sein, mit dem sich im Sinne des Hindenburgprogramms arbeiten ließe. Die Deutsche Volkspartei wird sich gegen Angriffe zu wehren wissen. Wenn eine Partei ihre Geschlossenheit bis heute bewahrt hat, dann ist es die Deutsche Volkspartei. Sie ist die einzige Partei gewesen, die immer zielbewußt, ohne nach rechts und links zu schielen, sich der großen Rettungsaufgabe des deutschen Volkes bewußt geblieben ist. Aus der volksparteilichen Politik tritt immer klar und deutlich die eine Linie hervor: Heraus aus dem wirtschaftlichen S Brot schaffen für das Volk! Die vom Bolschewismus bedrohte Kultur erhalten! Und dieser Partei gab der deutsche Wähler nur 45 Mandate! Hätten ihr 150 zur Verfügung gestanden, dann würden wir nicht in diese furchtbare Wirtschaftshineingeraten sein. Der deutsche Wähler selbst ist schuld daran, wenn ihm das Waiser heute sast bis an den Hals steht, wenn die Massenarbeitslosigkeit das Reich in den Abgrund zu bringen droht. Hütte er sich weniger von Phrasen umnebeln und durch Versprechungen einwickeln lassen, die für vernünstige Menschen unerfüllbar sind, dann würden die öffentlichen Lasten uns nicht auf diesen wirtschaftlichen Tiesstand herabgedrückt haben. Es gibt immer noch Leute, die mit Achselzucken von der Wirtschaft sprechen, als sei sie im Kulturleben eines Volkes kaum der Beechtung wert. Man vergißt, daß die Wirtschaft die Grundlage aller Kultur ist. Wenn wir keine gesunde Wirtschaft mehr haben, dann sind wir am Ende. Es wird so überoft vol. Interessentengruppen gesprochen. Die Deutsche Volkspartei ist nie eine Interessentengruppe gewesen. Sie kennt kannte immer nur eins: des ganzen Volles Wohl. Das war, ist und bleibt ihr höchstes Gesetz. Deshalb müssen wir heraus aus der Zersplitterung und zur Einigkeit aller Staatsbürger kommen, die dasselbe Ziel verfolgen. Niemals waren die Schwierigkeiten größer als heute. Wenn heute gewisse Kreise sagen: Wir gehen zum Nationalsozialismus über, dann kennen sie eben diesen Nationalsozialismus nicht und hätten dringend nötig, sich über dessen wahre politische Ziele zu unterrichten. Es geht diesmal um alles, um die Abwehr der Gefahren, die Volk und Vaterland durch eine Vermehrung der staatsfeindlichen Parteien im Reichstag bedrohen.(Langanhaltender stürmischer Beifall.) In der Aussprache machte Abg. Dr. Boelitz auf die große Bedeutung gerade dieser Wahl aufmerksam. In diesem Kampfe gehe es ausschließlich um die Frage: Wer schafft uns Brot, wer schafft uns Arbeit? Mit der Mehrheit, die der Reichsregierung das Rettungswerk aus der Hand geschlagen habe, sei die Frage nicht zu lösen. Wenn das Volk das bei dieser Wahl nicht einsehe, würde das Sterben in der Wirtschaft und die Verelendung des Volkes weiter gehen. Ströcker=Bochum betonte, daß jedem Wähler die Antwort auf die Frage nicht schwer sein könne. Die uns bisher die goldene Zeit versprochen hätten, das seien die Schuldigen an unserer wirtschaftlichen Not. An der Aussprache beteiligten sich weiter Conradi=Witten, Pelzing=Bövinghausen, Dr. Becker=Iserlohn, Dr. Klewing=Iserlohn, Frau Röbling=Hagen, SurmannBochum, Hellmann=Siegen, Schulz=Lünen, Schütz=Dortmund, Frau v. KuleszaBerlin, die einige bemerkenswerte Worte über die Arbeit der Deutschen Volkspartei für die evangelische Kirche sprach, und SchaumburgHörde, der zum Ausdruck brachte, daß die Hindenburgjugend geschlossen hinter der Partei estebeche Grt. Zum Schluß wurde die obenstehende Enrschließung einstimmig angenommen. Humer — geküß. 1 „Das trifft sich gut! Ich auch nicht!“ Wie wir wissen, haben einige Beim Wert genommen. „Ich habe Ihre Katze totgefahren, ich wei „Gut, Fräulein. Iönnen Sie aber auch sangen?“ Der Liebe Sieg 22. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Die junge Frau war fast ganz sich selbst überlassen. Sie streifte stundenlang im Park umher, wandelte ruhelos immer wieder durch das Schloß, vor allem durch die Ahnengalerie; sie führte zusammenhanglose Gespräche mit den Bildern an der Wand, vor allem mit der schönen Brigitte und mit dem Großvater. Dann, mitten drin, kehrte sie um und ließ sich ihr Reitpferd satteln. Sylphe ritt los, allein, niemand durfte sie begleiten. Niemand hätte diese irrsinnigen Ritte mitmachen wollen, von denen Sylphe und der Gaul schweißbedeckt zurückIn ihrem Zimmer sank sie dann auf ein Ruhebett. Man hörte von draußen, daß sie vor sich hin lachte und krauses Zeug mit sich selbst sprach. Dann wieder weinte sie, oder sie, die sonst die Güte selbst gewesen war, fuhr die Dienerschaft aus nichtigen Gründen mit harten Worten an. Die Leute flüsterten unter sich, daß die Schloßherrin nicht mehr richtig bei Verstande sein müßte. Man sagte indes Viktoria nichts von diesen Dingen, und selbst Heiner hatte keine Ahnung von dem Zustand, in dem sich seine Frau befand. Erst als Frau Smith, die jetzt im„Verwunschenen Schloß wohnte, um es zu beaufsichtigen, zu einem kurzen Besuch nach Felseneck kam, wagte man, ihr von all diesen seltsamen Dingen zu erzählen. Und als Frau Smith die veränderte Sylphe sah, rief sie den Arzt, ohne sich um das Verbot Sylphes zu kümmern, die von einer Untersuchung nichts wissen wollte. Der alte, tüchtige Dorfarzt kam und unterzuchte die junge Frau, die absolut nicht krank sein wollte. Nach der Untersuchung lächelte er leise und teilte der fassungslosen jungen Frau mit, daß sie sich von jetzt an nur zu schonen habe, daß sie die wilden Ritte unterlassen und daß sie sich ganz ruhig verhalten sollte; sie würde ein Kind bekommen. Sylphe schnellte diesmal nicht empor, wie es sonst ihre Art war. Sie blieb ruhig liegen, mit halb geöffnetem Mund, und ließ den Arzt gehen, ohne zu hören, daß er sich von ihr verabschiedete. Es dauerte geraume Zeit, bis Sylphe sich über das klar geworden war, was sie gehört und was sie jetzt zu tun hatte. Dann aber— sie war ernsthaft und lange mit sich zu Rate gegangen— hatte sie einen festen Entschluß gefaßt, den sic am nächsten Tage unweigerlich ausführen würde.„* Die ersten warmen Tage kamen. Es roch nach frischer Erde. Hell schien die Sonne, und der Wind, der über die Felder trieb, konnte die Wärme nicht ganz verjagen. Ueberall sah man das Werden in der Natur. Auch die junge Frau wurde davon gepackt, die da im offenen Wagen, wohlverpackt, durch die Landschaft fuhr. Oft hatte sie die Augen geschlossen, und dann saß sie regungslos da, in Gedanken versunken. Jetzt bog das Auto in einen hohen Buchenwald ein. Die Bäume waren noch kahl, die Knospen harrten noch auf die befreiende Wärme; aber in den Zweigen herrschte jetzt schon eifriges Treiben. Lockrufe erschallten und Fink, Rotkehlchen und Amsel übten eifrig an ihren Liebesliedern. Süß erklangen die Weisen, und sie entzündeten eine lodernde Fackel im Herzen der jungen Frau. Endlich lichtete sich der Wald; Buchenau lag vor ihr. Bald fuhr Sylphe in den Gutshof ein. Eilig kam der Inspektor, der die Herrin schon aus der Ferne erkannt hatte; er begrüßte sie ehrerbietig und half ihr aus dem Wagen. Heiner hatte die Hupe gehört und war oben am Hauseingang erschienen. Er ging seiner Frau ein paar Stufen entgegen. Die beiden standen sich gegenüber, während sich der Inspektor zurückgezogen hatte. Heiner und Sylphe waren wortlos hinaufgegangen, in das kleine Zimmer getreten, das vorn im Flur lag. „Du?“ klang es dann fragend und kühl von den Lippen des Mannes, während er seiner Frau die Hand reichte. Ach, Heiner, ich.. ich....„K. Wie erschöpft hielt Sylphe inne, vunn schloß sie taumelnd die Augen und sank an Heiners Brust. Heiner trug die anscheinend ermattete Frau zu einem tiefen Sessel, dann half er ihr aus dem Mantel, nahm ihr die Pelzmütze ab. Stillschweigend ließ Sylphe es geschehen. Sie bewegte sich nicht und gab nicht einen Ton von sich; sie sah regungslos zu Boden. Heiner war ans Fenster getreten. Nicht einen Laut hatte er von sich gegeben, obwohl wild und mächtig das Blut in seinen Adern tobte. Sie war zu ihm gekommen — allein— von selbst. Was wollte sie von ihm? Was hatte das zu bedeuten? Warum rührte sie sich nicht? Und wenn es Abend werden sollte und sie beide hier so im Zimmer blieben, er würde nicht das erste Wort sprechen.. am Wrm härt. Da fühlte er zwei Hande auf seinem Arm, holle er eine leise Stimme betteln: „Heiner, sei wieder gut. Vergio mir! Ich have dich so lieb und ich weiß, ich habe dir unrecht getan. Heiner...“ Leise, ganz zart hatte sie die Arme um seinen Hals gelegt, sah ihn an mit ihren schönen Augen, aus denen jetzt langsam die Tränen tollten. Da riß der Mann mit einem Jubelruf die bebende Gestalt an sich, da küßte er den langentbehrten Mund mit einer nie gekannten Glut. Hingeschmiegt lag Sylphe in seinen Armen, an seiner Schulter. Heiner hielt sein Weib, als wollte er es nie mehr von sich lassen. Tief schauten ihre Augen ineinander. Leise lachte plötzlich Sylphe auf, leise und glücklich. „Du, Heiner, ich habe dir noch etwas zu sagen, etwas Köstliches, Herrliches... Ich habe ein Geschenk für dich... Weißt du nicht, was es ist?“ Und da Heiner sie fragend ansah, flüsterte sie ihm ihrzärtliches Geheimnis ins Ohr. Ein Aufschrei kam von den Lippen des Mannes, noch heißer preßte er seine Frau an sich, wortlos vor unendlichem Glück; dann hob er sie sacht empor und trug sie zu dem Ruhebett, auf das er sie sanft niederlegte. Dann sank er vor ihr auf die Knie und küßte immer und immer wieder die schönen, schmalen Hände, die vor ihm ruhten. Es war wie eine stille Abbitte. Sprechen konnten sie beide nicht, das unerwartete Glück hatte sie stumm gemacht und das Süße, Berauschende, das noch kommen würde. Erst nach langer, langer Zeit fanden sie Worte. Sie saßen beieinander und sprachen von dem Kind, das ihnen beiden gehören und das ein noch festeres Band um sie schlingen würde, ein Band, das durch nichts mehr zerrissen werden konnte. Einige Tage blieb Sylphe zusammen mit Heiner auf dem kleinen Gut; dann fuhren beide nach Felseneck zurück. Zu Ostern kamen die Reisenden zurück. Nichts verriet mehr, daß Ruth eine schwere Krankheit hinter sich hatte, nichts, als ein fingerbreiter, silberner Streifen über dem linken Ohr, der ihrem Gesicht einen noch eigenartigeren Reiz verlieh. Hans Ungahr und José de Este waren zu Ostern nach Felseneck gekommen. Der Amerikaner war von neuem entzückt, als er seine kleine Braut wiedersah. Viktoria war köstlich erblüht in diesen langen Wochen der Einsamkeit; aus dem Mädchen war ein junges, strahlendes Weib geworden, das leuchtend auf den Tag wartete, der es mit dem Geliebten vereinen würde. Marline von Dorne hatte ihre Verlobung angezeigt, und zwar mit dem Regierungsrat Waldemar Fromm. Eines Tages war sie auch erschienen, um ihren Verlobten der Familie zu präsentieren. Marline sah gut aus, war schlanker geworden, und ihre Augen gingen nicht mehr so kokett wie sonst im Kreise hin und her. Als Marline mit ihrem Bräutigam wieder fort war, stand Heiner vor seiner Frau und sah sie wortlos an. „Ach. Heiner, ich war so dumm“, sagte Sylphe, und hielt lächelnd still, als ihr Mann einen heißen Kuß auf ihre Lippen drückte. Am ersten Pfingstfeiertage wurde in der kleinen Feiseneckschen Schloßkapelle der Segen gesprochen über die beiden Töchter des Hauses. Rührend, wie ein Engel, sah die Jüngste aus in den zarten Spitzen, die weich ihre schmale Gestalt umflossen; fast überirdisch schön Ruth, die sich weich und innig an den geliebten Mann schmiegte. Der alte Geistliche, der die beiden Bräute schon als Kinder betreut hatte, sprach eindringliche und warme Worte, und es lag ein frommer und ehrwürdiger Hauch über dieser Feier, den die beiden Paare mit hinausnehmen würden in ihr künftiges Leben. Der Trauung folgte ein stilles, im engsten Familien= kreise abgehaltenes Fest. Desto lebhafter ging es im Dorfe zu, wo man die Doppelhochzeit bei Freibier und anderen schönen Sachen eifrig feierte.„ Am Abend waren sie dann davongefahren. Hans ungahr und Ruth wollten eine kleine Hochzeitreise machen, hinunter in die Alpen, ehe sie in Eggenheim das„Verwunschene Schloß" bezogen. Viktoria, die kleine Viktoria, mußte nun schweren Abschied nehmen, einen Abschied für lange Zeit; aber als sie im Wagen saß, dicht umfangen von den Armen ihres Mannes, da hatte sie schnell ihre Tränen getrocknet. Sie wußte, daß überall dort ihre Heimat war, wo sie mit diesem Manne weilte, und daß er ihr alles das ersetzen würde, was sie hier zurücklassen mußte. Es war still geworden auf Felseneck. Sylphe und Heiner saßen im reizenden Wohnzimmer der jungen Frau. Das große Licht hatte Sylphe ausgedreht, nur die Stehlampe verbreitete einen ganz matten Schein. Heiner lag in einem Sessel und hatte Sylphe zu sich heruntergezogen, auf seine Knie. Die beiden sprachen kein Sie feierten eine jener heiligen Stunden, wie sie nicht häufig vorkommen im Leben der Menschen, und sie wußten, daß sie zusammengehörten und daß ihre Liebe den Sieg davongetragen hatte über alle Fährnisse. Der Weg zur Million. Von Edward Stilgebauer. (Nachdruck verboten.) Das Inserat, das er durch das boshafte Spiel des Zufalls in irgendeiner alten Nummer des„Magazins“ aufgestöbert, hatte den sonst leidlich vernünftigen Bankangestellten Paul Klotz aus dem Häuschen gebracht. Der gute sechsundzwanzigjährige Junge, der bei der Kreditanstalt al und dort ein Monatsgehalt von dreihundert Mark bezog seit einem halben Jahre verheiratet und redete sich mit einem Male ein, seine Hildegard liebe ihn nicht mehr mit dem leidenschaftlichen Feuer der Flitterwochen, weil das Maibudget zur Anschaffung des neuen Sommerkleides nicht ganz gereicht hatte.„ Deshalb stieg er jetzt die in das zweine Stockwert der alten Baracke führende Wendeltreppe hinauf, die dem Hause Falknerstraße Nummer 36 einen schier mittelalterlichen Eharatter gab. S 6m3 m 66 Sich von dem Ausgeschlossensein eines Irrkums zu überzeugen, machte er vor dem auf den Lichthof gehenden Fenster noch einmal halt und las im Zwielicht dieser höchst mangelhafter. Helligkeitsquelle: „Der Weg zur Million! Rat und Hilfe in jeder geschäftlichen Angelegenheit mit voller Garantie des Erfolges ecteilt mündlich: Waldemar von Schönfels, Falknerstr. 36, 2. Stock. Sprechstunden 1—4 Uhr.“ Es stimmte. Speingend, als ob er Wichtiges zu versäumen hätte, erledigte Paul Klotz den Rest der noch zu bewältigenden Treppenstufen und fand auf einer neben der Klingel befestigten Visitenkarte den Namen des Wundertäters noch einmal. Kein Zweifel also; er war vor die rechte Schmiede gekommen! Ohne auch nur noch einen Augenblick zu zögern, drückte er auf den Knopf Das schrille Zeichen der elektrischen Klingel rief den Inhaber der Wohnung persönlich an die Tür. „Ich möchte Ihren geschäftlichen Rat einholen!“ „Ich stehe gern zur Disposition!“ „Eigentlich hatte ich mir den ganz anders vorgestellt“, fuhr es durch des Bankangestellten Kopf. als er dem Wundertäter in das Zimme: folgte. Jetzt saß er ihm gegenüber und begann: „Ich bin Angestellter an der Kreditanstalt. Aber ich verdiene nicht genug; mein: Frau...“ Sie kind verheiratet““, u mäch. Gr. „Seit sechs Monaten, ja. Ju. mochle Kurriere machen! Ein großes Geschäft! Ich habe sogar schon einen Plan!“ Da schüttelte der andere zum maßlosen Erstaunen seines Gegenübers den ein wenig an das Haupt eines Priesters erinnernden Kopf und meinie mit sanfter, aber darum um so eindringlich wirkender Stimme: „Jür Plan ist nicht aut!“ „Aber woher wissen Sie denn das, mein Herr, noch bevor Sie von meinem Plan Kenntnis genommen haben?“ „Das weiß ich auch so! Ihr Plan kann gar nicht gut sein: Sie sind noch sehr jung und haben daher noch keinerlei Lebenserfahrung hinter sich. Wenn Sie bei der Kreditanstalt, wie Sie sagen, fest angestellt sind, dann halten Sie in diesen Zeiten Ihren Platz. Sie werden es in wenigen Jahren schon weitergebracht haben! Ihre Frau liebt Sie und wird geduldig mit Ihnen ausharren und warten!“ Paul Klotz war auf das tiefste betroffen. Hatte denn nicht noch eben vor seinem Weggang von zu Hause seine Hildegard das gleiche gesagt? Diese Koinzidenz der Meinungen machte ihn kleinlaut. „Ich werde mir Ihren Rat überlegen!“ „Tun Sie das, junger Mann!“ „Aber ich darf doch wiederkommen?“ „Wenn Sie das für notwendig erachten sollten, dann Auf dem Wege in die Kreditanstalt begegnete Paul Klotz seiner Frau. „Aber was hast du denn, Hildegard?“ „Was ich habe, Paul? Hast du denn das Abendblatt noch „Das Abendblatt, nein! Ich komme, wie du weißt, von Waldemar von Schönfels!..„. E.en Wgr i2 Mislian „Der in der Falknerstraße den Leuten den weg zul Miulon zeigt!“ „Von demselben!“ „Aber das ist doch gar nicht möglich!“ „Wieso denn nicht?“ „Bitte, lies hier!“ Und Paul las zu seinem Entsetzen: „Kurz vor Redaktionsschluß erfahren wir, daß unserer Polizei wieder einmal ein Griff glückte. Ein Schwindler, der unter dem hochadeligen Namen Waldemar von Schönfels arbeitete, wurde von den Kriminalisten Braun und Schobert festgenommen. Er soll in einen wahren Rattenkönig von Fällen verwickelt sein!“ Paul Klotz machte ein ganz konsterniertes Gesicht. Frau Hildegard aber fragte mit zitternder Stimme: „Und bei dem warst du, Paul, und hast dich am Ende gar mit ihm eingelassen. Sie konnte nicht begreifen, daß das doch nach dem hier in der Zeitung Stehenden ausgeschlossen war. Aber in Paul dämmerte solches. Deshalb erwiderte er: „Eingelassen? Nu, nee! Im Gegenteil, der, mit dem ich sprach, riet mir von jedem Geschäft ab. Er sagte, ich sollte bei der Bank durchhalten, du liebtest mich. Hilochen, und würdest mit jeder Position an meiner Seite zufrieden sein.“ Ueber das hübsche Gesichtchen der jungen Frau ging das Leuchten des Glücks. „Aber das kann doch unmöglich dieser schreckliche Schönfels gewesen sein, den man verhaftet hat!“ „Komm!: „Wohin““ „In die Falknerstraße! Ich habe noch zehn Minuten Zeit!“ Als das Pärchen nun selbander die winklige Treppe hinaufstieg und vor der Tür im zweiten Stockwerk anlangte, stand der Mann mit dem priesterlichen Haupt auf dem äußeren Vorplatz und war gerade damit beschäftigt, die neben der Klingel befestigte Visitenkarte durch eine andere zu ersetzen. „Dann sind Sie also nicht Herr Waldemar von Schönfels? kotterte Baut Klov..verrüihend beng. g. Esart Der Priesterliche lächette milo=verzeihend, beoor er eltlatte. „Das war mein Vermieter! Wie Sie sehen, entferne ich soeben seine Karte, wozu er selbst offenbar keine Zeit mehr gefunden hat. Ich bin Renatus Haruspex, Professor des Okkultismus und Hellseher.“ Paul Klotz war sprachlos. Aber Frau Hildegard meinte: Was schulde ich Ihnen, Herr Professor; denn mein Mann und ich sind Ihnen zu Dank verpflichtet, weil Ihre Wissenschaft uns Glück gebracht hat.“6 „Nichts, meine Herrschaften“, lautete des Heusehels erstaunlicher Bescheid.„Ihr Herr Gemahl ist mein erster Kunde in der neuen Wohnung gewesen. Ich denke, daß er mich nach diesem Erfolg weiter empfehlen wird!“ Die ledernen Beinkleider. Ein Stückchen aus alter Zeit, mitgeteilt von Ernst Jucundus. (Nachdruck verboten.) Ein Soldat fragte einen Jäger, der eben zum Tor hereinkam, was er in der Stadt zu tun habe? „Ich will mir ein Paar lederne Beinkleider kaufen“, lautete die Antwort. „Oh, mein Freund“, sprach der Sotoai,„ich weiß ein Paar hirschlederne; die sind kostbar und werden um den halben Preis verkauft, nur werden sie Ihm zu weit sein. Der Jäger meinte, dem könne wohl abgeholfen werden, wenn sie nur gut seien. „Dafür stehe ich“, sagte der andere,„aber zu weit werden So kamen sie zu einem Wirtshause. Der Soldat machte den Vorschlag, einen Schoppen zu trinken. Der Jäger war damit einverstanden, bewirtete den anderen gar trefflich aus seinen mitgebrachten Vorräten und ließ vom Wirt Wein bringen. Besich aber dachte er, daß er an den Beinkleidern wohl leicht das Doppelte wieder verdiene. Da sie geschmaust hatten, wollte der Jäger die Beinkleider sehen. Ja, ich sagte es Ihm gleich“, erwiderte der Soldat todernstem Gesicht,„die Beinkleider, die ich weiß, sind I zu weit, die liegen in Danzig, sechzig Meilen von vier.“