— UüF.. U L Die„Schwerter Jeitung" erscheint wöchentlich sechs mol. Bezugspreis haldmonatlich 1.20 Maik, Einzeinummer 15 Pfg. Druck u. Verlag von C. Braus, Schwerte(Ruhr), Postscheckkonten: Dortmund 2852 und Hannover 21874. Geschäftsstelle: Große Marhtstr. 3—5. Verantwortlich für die Schriftleitung H. Linner, Schwerte. Fernruf 2770 Verbunden mit: Schwerter Tageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung Schwerter Volksblatt Westhofener Zeitung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung Panzeignpreis fü de achigzesolt. mmen: e Po, Anzwir. tige, finanzamtliche u. gerichtliche Anzeigen 10 Pfg., Reklame= zeile 40 Pf: In teleson, aufgegedene Inserate übernehmen wir keine Gewähr. Bei unvolbergesehn. Betriebsstörungen, hervorgerufen durch höhere Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr für pünktliches Erscheinen der Jeitung u. kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieferung erboben werden Tageblatt für die Stadt Schwerte und das Amt Westhofen Kreisblatt für den nördlichen Teil des Landkreises Iserlohn Schwerte(Ruhr), Dienstag, den 1. Juli 1930 63. Jahrgang Der Lag der Frechen! Des Reiches Dank an die besetzten Gebiete „Das Gelobnis sel Einigreil! An das deutsche Volk! wtb. Berlin, 1. Juli. Nach langen Jahren der Drangsal und des Harrens ist heute die Forderung aller Deutscher erfüllt: Die fremden Besatzungstruppen haben das Land am Rhein verlassen. Treue Vaterlandsliebe, geduldige Ausdauer und gemeinsame Opfer haben dem seit dem unglücklichen Ausgang des großen Krieges von fremden Truppen besetzten Gebiet das höchste Gut eines jeden Volkes, die Freiheit, wiedergewonnen. Der Leidensweg, den die rheinische Bevölkerung aufrechten Hauptes um Deutschlands willen gegangen ist, ist zu Ende. Der Tag der Befreiung soll ein Tag der Dankbarkeit sein. Unser erstes Gedenken gebührt heute denen, die im Kampf für die Freiheit Deutschlands geblieben sind, die ihr Leben gaben für das Vaterland. Zu ihnen gehören auch alle, die während der harten Jahre der Besetzung ein Opfer ihrer Vaterlandsliebe wurden. Unvergessen sollen die Leiden der Männer und Frauen bleiben, die in der schweren Prüfungszeit seelisch und körperlich für Deutschland geduldet haben, und stets werden wir der vielen Tausende gedenken, die wegen ihrer Treue zu Vaterland und beschworener Pflicht durch fremde Machtwillkür von Haus und Hof vertrieben wurden. Ihnen allen schulden wir unauslöschlichen Dank! Wir wollen ihn abstatten durch das Versprechen, uns aller gebrachten Opfer durch Dienst an Volk und Vaterland würdig zu erweisen. Noch harren unsere Brüder im Saargebiet der Rückkehr zum Mutterland. Wir grüßen heute deutsches Land und deutsches Volk an der Saar aus tiefstem Herzen und mit dem Gelöbnis, alles daran zu setzen, daß auch ihre Wiedervereinigung mit uns bald Wirklichkeit wird. Auch ihnen gebührt heute Deutschlands Dank. Wir wissen, daß sie stolz ihr Deutschtum bewahrt haben, und daß sie ihre Rückkehr zum Mutterlande nicht mit Bedingungen erkauft wissen wollen, die den deutschen Gesamtinteressen widersprächen. Ueber dem politischen und wirtschaftlichen Leben unseres Volkes hängen immer noch schwere Wolken. Aber dennoch ist uns der heutige Tag Anlaß freudiger Zuversicht. Ein Volk, das, ganz auf sich allein gestellt, trotz härtester Bedrängnis sich selbst behauptet hat, ein Land, das auf den Gebieten der Wissenschaft, Kunst und Technik auch in bitterer Notzeit Leistungen vollbracht hat, die in der ganzen Welt anerkannt und bewundert werden, hat ein Recht darauf, mit Selbstvertrauen und mit Zuversicht seiner Zukunft entgegenzusehen. Durch Jahre schwerer Leiden, durch Uebernahme drückender Lasten haben wir dem Land am Rhein die Freiheit wiedergewonnen; für unseres Vaterlandes Glück und Zukunft wollen wir sie in treuem Zusammenstehen erhalten. Das Gelöbnis in dieser feierlichen Stunde sei Einigkeit! Einig wollen wir sein in dem Streben, unser geliebtes Vaterland auf friedlichem Wege nach Jahren der Not einem bessern und hellern Tag entgegenzuführen. Einig wollen wir sein in dem Schwur: Deutschland, Deutschland über alles! gez. von Hindenburg, Reichspräsident. Die Reichsregierung: gez. Dr Brüning, Reichskanzler. gez. Dietrich, Stellvertreter des Reichskanzlers, Reichsminister der Finanzen. gez. Dr Curtius, Reichsminister des Auswärtigen gez. Dr Wirth, Reichsminister des Innern. gez. Dr Stegerwald, Reichsarbeitsminister. gez. Dr Bredt, Reichsminister der Justiz. gez. Dr Groener, Reichswehrminister. gez. Dr Schätzel, Reichspostminister. gez. Dr Schiele, Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft. gez. Treviranus, Reichsminister für die besetzten Gebiete. Der Dank der preußischen Regierung An das besreite preußische Gebiet! Die Preußische Staatsregierung grüßt in der Stunde der Räumung die befreiten Brüder am Rhein. Wenn die vorzeitige Räumung erreicht worden ist, so ist das in erster Linie ein Erfolg der treuen Vaterlandsliebe, des unerschütterlichen Glaubens an die deutsche Zukunft und des zähen Abwehrwillens der Bevölkerung. Diese Vaterlandsliebe hat Männer und Frauen aller Schichten und Berufe, aller politischen und weltanschaulichen Gruppen des bisher besetzten Gebietes zu unerhörten Opfern an Leben, Freiheit, Gesundheit und Vermögen befähigt. Das ganze deutsche Volk und mit ihm die Preußische Staatsregierung dankt dem Rheinlande für diese Treue zu Reich und Preußen und wird sie nicht vergessen. Unser Dank gilt auch den erfolgreichen Staatsmännern, die, fest gestützt auf die Standhaftigkeit und die unbeirrbare Treue der Bevölkerung, sich Kundgebung des Preußischen Landtags für die Befreiung des Rheinlandes mit ihrer ganzen Kraft eingesetzt haben und durch ihre Politik den Weg in die Freiheit schon jetzt bahnen konnten. An diesem Freudentage fehlen in unseren Reihen die Volksgenossen an der Saar. Wir finden uns mit ihnen in wechselseitiger Treue und in dem festen Vertrauen, daß die Kräfte, die dem Rheinlande die Freiheit wiedergegeben haben, auch sie in naher Zukunft wieder mit ihrem Vaterlande vereinigen werden. Der Erfolg des Ringens der letzten 12 Jahre, die Rettung des deutschen Rheins und unseres größten nationalen Gutes, der Einheit des Reiches, berechtigt uns zu dem zuversichtlichen Glauben an eine bessere Zukunft des deutschen Volkes und der deutschen Republik. Berlin, den 30. Juni 1930. Namens der Preußischen Staatsregierung Dr h. c. Braun, Ministerpräsident. schädigten Landesteilen so weit als möglich zu helfen, damit die schweren Benachteiligungen, die damit verbunden waren, möglichst bald überwunden werden. Wenn der Preußische Landtag dem Rheinlande wie den bisher besetzten Teilen Hessen=Nassaus seine herzlichen Glückwünsche zu der Befreiung von den militärischen Besatzungslasten ausspricht, hat er gleichzeitig die Hoffnung, daß es den Verhandlungen recht bald gelingen möge, auch das Saargebiet von allen Hemmungen zu befreien und voll dem Vaterlande wieder einzuverleiben. Ich bin sicher, damit den lebhaften Wunsch und die Hoffnung aller Deutschen zum Ausdruck zu bringen. Mögen die besetzt gewesenen Gebiete nunmehr frei und ungehindert politisch und wirtschaftlich sich entwickeln, wobei ich der Hoffnung Ausdruck geben möchte, daß die schwere Wirtschaftsnot, die über unserem Land und Volk liegt, bald einer besseren Zeit weichen möge! Berlin, den 1. Juli 1930. Der Präsident des Preußischen Landtages (gez.) Bartels. Hessens wtb. Darmstadt, 30. Juni.(Funkspruch.) Die hessische Regierung hat anläßlich der Befreiung des Rheinlandes eine Botschaft an das hessische Volk gerichtet, in der sie den deutschen Männern und Frauen am Rhein Gruß und Glückwunsch entbietet. Die unbeirrbare Liebe „„ e c o n P ä l t o r u n g W n# n d 0. n d der rheinischen Bevolterung zu Voll und rand und ihre ausdauernde Opferbereitschaft, heißt es dann in der Botschaft u. a., gaben weitblickenden Staatsmännern der deutschen Politik die Grundlage für eine Politik, die den heutigen Tag der Befreiung von fremder Besatzung herbeigeführt hat. Das Land Hessen begrüßt die Stunde der Befreiung mit besonderer Freude und Genugtuung. Die Besetzung hatte sich verhängnisvoll auf die wirtschaftlichen und finanziellen Kräfte Hessens ausgewirkt. Jetzt kann der Wiederaufbau mit frischen und freien Kräften in Angriff genommen werden. Trotz der schweren wirtschaftlichen Not der Gegenwart muß es gelingen, die tiefen Wunden zu heilen, die die Besatzungszeit geschlagen hat. Die hessische Heimat, das ganze deutsche Vaterland mögen in friedlicher Entwicklung wieder aufsteigen. Uns und unseren Nachfahren möge als heiliges Vermächtnis des Ringens um den Rhein Einigkeit und Freiheit für immer erhalten bleiben! nisse die Fremdherrschaft sehr drückend gestaltet. Die wachsende Not jener Zeit stärkte in den Pfälzern den Entschluß, über alle innerpolitischen Gegensätze hinaus gegen jede Gewalt zusammen zu halten, die ihr Deutschtum bedrohte. Diese Entschlossenheit hat sich bewährt gegenüber einem zähen Erobererwillen, der in der Zeit des Ruhreinbruchs und der Pfänderpolitik sich nicht gescheut hat, vor der Ausweisung vieler Tausender von Familien und der Einkerkerung vieler Hunderter ehrenwerter deutscher Männer. Dank gebührt den Vertriebenen, die die Last der Heimatlosigkeit tragen mußten, Dank den Männern, die wegen ihres Gehorsams gegen deutsche Gesetze in Gefangenschaft geschmachtet haben, Dank allen den Pfälzern, die in den Leidensjahren 1923=24 trotz aller Störungsversuche Recht und Ordnung im unterdrückten Lande aufrechterhalten haben. Den Verbrechen landfremder Separatisten hat die deutsche Pfalz ein zwingendes Halt geboten. Dieser Erfolg hat mit schweren Opfern erkauft werden müssen. Unter den Nachwehen des passiven Widerstandes leidet die Pfalz heute noch trotz der Hilfeleistungen von Staat und Reich, trotz der Spannkraft der Pfälzer selbst, mit der sie wie in früheren Drangsalen ihr Schicksal gemeistert haben. Der heutige Tag ist daher ein Markstein in der Geschichte der Pfalz; er bringt ihren Bewohnern mit dem Abzuge der Besatzung als Lohn für ihr tapferes Ausharren das beglückende Gefühl der Freiheit und der äußeren Wiedereingliederung in die deutsche Rechtsordnung. Freilich ist das Pfälzer Gebiet ebenso wie das Rheinland immer noch ein Gebiet minderen Rechts, da es in der entmilitarisierten Zone liegt, die dem deutschen Volke aufgezwungen worden ist. Auch warten noch hunderttausend im Saargebiet wohnende Pfälzer darauf, als gleichberechtigte Bürger im freien Lande anerkannt zu werden. Möge alsbald mit der vollen Freiheit von Pfalz und Saar eine nane glückliche Entwicklung der WohlSaar eine neue fahrt einsetzen, um die sich die bayrische Staatsregierung weiterhin im Verein mit dem Reich mit allem Nachdruck bemühen wird! und Dank der christlichen Gewerkschaften Heute, am 1. Juli, haben die letzten französischen Truppen das besetzte Gebiet verlassen. Das Rheinland ist damit frei von der drückenden Last, die es mehr als ein Jahrzehnt getragen hat! Damit wird ein Zustand beseitigt, der in den verflossenen zehn Jahren nicht nur der von ihm betroffenen Bevölkerung der besetzten Gebiete schwere Lasten finanzieller und seelischer Art auferlegt hat, sondern vom ganzen deutschen Volke als eine ungerechtfertigte Demütigung und Entwürdigung empfunden wurde. In mehr als elfjährigem Bemühen ist es nicht gelungen, das Rheinland dem deutschen Vaterlande abtrünnig zu machen. Alle darauf hinzielenden Versuche sind an der treudeutschen Gesinnung der rheinischen Bevölkerung gescheitert. Auch die Gewalttaten der Separatisten, die eine Abtrennung vom Mutterlande herbeiführen wollten, fanden in der Bevölkerung kräftige Abwehr und mußten als aussichtslos aufgegeben werden. Den Gewaltmaßnahmen hat Deutschland eine Politik der Verständigung entgegengestellt. Auf dem Wege dieser Verständigungspolitik ist es in zäher, ständiger Arbeit gelungen, auch der dritten Zone des besetzten Rheinlandes jetzt ihre Selbständigkeit wiederzugeben und auch diese von der drückenden Last der Besatzung zu befreien. Ich glaube, bei dieser Gelegenheit des Mannes gedenken zu sollen, dessen Name mit dem Erfolg der jetzigen Räumung eng verbunden ist, des verstorbenen Reichsaußenministers Stresemann. Es ist lebhaft zu bedauern, daß Herr Stresemann die Räumung des Rheinlandes nicht mehr erleben durfte. Der Preußische Landtag dankt der Bevölkerung der Rheinlande für ihre treudeutsche Gesinnung und verbindet damit das Versprechen, daß er sein Möglichstes tun wird, den durch die Besatzung aeBayerns Dank wtb. München, 1. Juli.(Eig. Rundf.=Meldg.) Die bayrische Staatsregierung erläßt an die Bewohner der Pfalz zum Tage der Befreiung von der fremden Besatzung folgende Kundgebung: Eine elfjährige Leidenszeit hat ihr Ende gefunden; der letzte fremde Soldat hat das pfälzische Gebiet verlassen. Mit unserem Dank gegen die Vorsehung verbinden wir den Dank an alle, die zu diesem Erfolge beigetragen haben. Der heutige Tag ist für die Pfalz vor allem ein Tag dankbaren Gedenkens an die tapferen deutschen Krieger, die in vierjährigen Kämpfen gegen eine Welt von Feinden Gesundheit und Leben geopfert und die Pfalz vor dem Unglück behütet haben, Schauplatz von Kämpfen und Schlachten zu werden. Der heutige Tag mahnt uns an die Zeit schmerzlicher Trauer, da nach dem Abschluß des Waffenstillstandes unsere Pfalz von fremden weißen und farbigen Soldaten besetzt und von jedem Verkehr mit dem übrigen Deutschland abgeschnitten wurde. Dem Einmarsch folgten bange Monate der Ungewißheit über das künftige Schicksal der Pfalz und der einmütigen Abwehr der Pfälzer gegen die gefährlichen Umtriebe, die das Pfälzer Land von Bayern und dem Reiche trennen wollten, bis der Versailler Vertrag vom 28. Juni 1919 dem Reiche die Pflicht auferlegte, die Last langjähriger Besetzung der linksrheinischen deutschen Gebiete zu dulden. Die harten Gebote des Rheinlandabkommens haben durch das engmaschige Strafrecht der Ordonnanzen und durch weitgehende Eingriffe der Delegierten in die deutschen Regierungsbefugenb. Berlin, 30. Juni.(Eig. Rundf.=Meldg.) Der Ausschuß der Christlichen Gewerkschaften Westdeutschlands grüßt an dem Tage, der dem rheinischen Gebiet die Freiheit von fremder Besatzung bringt, die ihm verbundene Arbeiterschaft aller rheinischen Gaue. Mit Genugtuung vermerken wir, so heißt es weiter in der Kundgebung, in dieser geschichtlichen Stunde, daß die Arbeiterschaft in all der schweren und bitteren Zeit seit 1918 ihre Pflicht gegenüber dem Vaterland erfüllt hat. Diese Pflichterfüllung ist Bürgschaft, daß die Arbeiterschaft der rheinischen Zone in edlem Wetteifer mit allen üb eigen Volksgruppen auch für die Folge die unversehrbare Deutschheit der Gebiete an der Westgrenze des Reiches sichert. Krieg und Besatzungszeit, das Schmerzliche und das Heroische all dieser Jahre haben die Arbeiterschaft dem Vaterlande enger noch verbunden. Unser Gruß gilt in dieser Stunde auch unseren Brüdern an der Saar und unseren Brüdern in Eupen=Malmedy. Wir warten mit ihnen auf den Tag, der uns im Rahmen des deutschen Vaterlandes wieder zu sozialer und nationaler Arbeit vereinigt. Letzten ziehen ab wtb. Mainz, 30. Juni. Heute vormittag hatten die noch hier verbliebenen französischen Truppen— 1 Bataillon Infanterie, eine Abteilung Gendarmerie— vor dem Schloß, dem Hauptquartier des Generals Guilleaumat, Aufstellung genommen. Kurz nach 11 Uhr erschien der General und schritt die Front ab. Die Musik spielte die Marseillaise, unter deren Klängen die letzte Trikolore niedergeholt wurde. Unmittelbar darauf marschierten die Truppen mit klingendem Spiel zum Bahnhof. Die Volksmenge, die den Platz umsäumte, brach beim Niederholen der französischen Fahne in brausende Freudenrufe aus Aus Wiesbaden. wtb. Wiesbaden, 30. Juni. Die Besatzung hat um 12.10 Uhr in einem Sonderzug Wiesbaden verlassen. Gegen 9½ Uhr rückte die Ehrenwache zum letzten Mal vor den Sitz der Interalliierten Rheinlandkommission, im Hotel Wilhelma, an, von dem dann unter den Klängen der Nationalhymnen die drei Fahnen der Besatzungsmächte eingezogen wurden. Nach dem Einholen der Fahnen formierten sich die Truppen und zogen unter klingendem Spiel über die Wilhelmstraße nach dem Hauptbahnhof. Dank des Reichspostministers anläßlich der Rheinlandräumung. Berlin, 1. Juli.(Tel.) Der Reichspostminister hat aus Anlaß der Räumung des beGebietes den beteiligten Beamten, Angestellten und Arbeitern der Deutschen Reichzro Dank und höchste Anerkennung für ihr„. treues, opferfreudiges Verhaltung in der besatzungszeit zum ausbrugk bringen lassen. Dank an die Beamten. wtb Berlin, 1. Juli.(Funkspruch.) Die preußische Staatsregierung veröffentlicht Worte Dankes an die Beamtenschaft, in denen e: Schlusse heißt:„Die Haltung der Beamten während der Besatzungszeit, wird allen kommenden Geschlechtern ein Vorvi## sein. Militärische Befreiungsfeiern in Bayern. wtb. München, 1. Juli.(Funkspruch.), angpere schiedenen militärischen Standorten Läherns fanden aus Anlaß der Befreiung der„ und der Pfalz Serenaden mil Jursen streich statt, der in besonders großem Ausmaß in München durchgeführt wurde. Beim Anmarsch zur Feldherrnhalle spielten die vexeinigten Musikkorps der Garnisonen die Parabemärsche der fruheren Regimenter. Der Plan war von Zuschauern dicht gefüllt. Die Veranstaltung nahm einen feierlichen Verlauf. Rheinlandfeier in Graz. wtb. Graz, 1. Juli.(Funkspruch.) Die Anteilnahme der Grazer Bevölkerung an der Befreiung des Rheinlandes kam gestern abend in einer machtvollen Kundgebung auf dem Freiheitsplatz zum Ausdruck. Landesrat Dr. Hübler und der deutsche Generalkonsul Dr. Mey hielten... chen. Nach Beendigung der Feier zogen die Turner, die Studenten, die Mitglieder des alpinen Vereins, die Frontkämpfer und Heimwehrformationen usw. in geschlossenem Zuge durch die Hauptstraßen der Stadt. Ehrungen für Dr. Stresemann vdz. Berlin, 30. Juni. Am Dienstag früh wird eine Abordnung des Reichstags aus Anlaß der Rheinlandräumung am Grabe Stresemanns einen Kranz niederlegen. wtb. Berlin, 30. Juni. Die hessische Staatsregierung ließ heute nachmittag am Grabe des verstorbenen Reichsaußenministers Dr. Stresemann anläßlich der Befreiung der besetzten Gebiete aus Dankbarkeit einen Kranz mit den hessischen Farben niederlegen. Semscherlt. „Ralionalisierung in der Soztalbersicherung kann auch überspannt werden“, sagt Dr. Stegerwald 1 bei dieser Versicherung Für ein Westhilfegesetz wtb. Berlin, 30. Juni.(Eig. Rundf.=Meldg.) Im preußischen Landtag hat die Zentrumsfraktion einen Urantrag eingebracht, in dem das Staatsministerium ersucht wird, gemeinsam mit der Reichsregierung den gesetzgebenden Körperschaften baldmöglichst ein auf mehrere Jahre abgestelltes Westhilfegesetz zur Verabschiedung vorzulegen, das gemeinsame Maßnahmen des Reiches und des preußischen Staates vorsieht zur Behebung der Schäden, die infolge der Grenzziehung, der zehnjährigen Besetzung, sowie des Ruhrkampfes und der Separatistenzeit im Westen entstanden sind. vdz. Berlin, 30. Juni. In der Montagssitzung des Reichstags wurde die zweite Beratung des Haushaltes des Reichsarbeitsministeriums fortgesetzt in Verbindung mit der Vorlage des internationalen Uebereinkommens über den Heuervertrag der Schiffsleute. Reichsarbeitsminister Dr. Stegerwald: Wir brauchen eine organische Vereinfachung und Verbilligung der Verwaltung der Sozialversicherung. Die heutige Sozialversicherung ist etwas ganz anderes geworden als das, was vor 40 Jahren geschaffen wurde. Die Rationalisierung kann auch überspannt werden. Sie findet in der Sozialversicherung ihre Grenze—, wo ihre Durchführung den sozialpolitischen Zweck der einzelnen Versicherungszweige gefährden würde. Ich habe schon früher den Standpunkt vertreten, daß durch die Sozialversicherung nicht die Familienbande zerrissen werden sollen und nicht die persönliche, verussgenossenschaftliche und gewerkschaftliche Verantwortung aufgehober werden darf. Die Sozialversicherung ist nicht Selbstzweck, sondern sie dient der Förderung der Volksgesundheit und der Sicherung gegen die mit dem Arbeitssystem verbundenen Gefahren. Wir hoffen, in absehbarer Zeit Vorschläge für eine organisatorische Vereinfachung, Verbilligung und größere Vereinheitlichung der Sozialversicherung dem Reichstage unterbreiten zu können. Die Sanierung der Arbeitslosenversicherung kann nicht dauernd durch Beitragserhöhung vorgenommen werden. Schon jetzt muß der Arbeiter 15 Prozent seines Lohnes für Versicherungsbeiträge abgeben. Der einzig mögliche Weg ist der, daß wir alle Zweige der Sozialversicherung daraufhin überprüfen, wo Ersparnisse gemacht werden können. Aus dieser Erwägung heraus sind wir zu der Vorlage der Reform der Krankenversicherung gekommen. Ein Prozent der Ausgaben der Krankenversicherung kann ohne Schädigung des Versicherungszweckes eingespart werden. Kein Volk der Welt gibt soviel für Arzt und Arznei aus als das deutsche. Das liegt daran, daß die Hälfte des deutschen Volkes aus eigener Tasche für Arzt und Arznei nichts bezahlt, sondern daß diese Ausgaben von der Versicherung getragen werden. Das ist eine Ueberspitzung des Solidaritätsgedankens. Es hat mit sozialer Reaktion nichts zu tun, wenn man einen Teil der Arzt= und Arzneikosten von den Verscherten tragen löht.„rung kann man nicht Der Invalidenversicherung kann man ni Thesaurierungspolitik vorwerfen. Wir werden auch bei bieser Versicherung um eine Beitragserhöhung nicht herumkommen. Zu einer dauernden Gesundung werden wir erst kommen, wenn auch auf anderen Gebieten wesentliche Ersparnisse gemacht werden. Der Minister beschäftigte sich dann mit der Förderung des Wohnungswesens. Die Mittel aus der Hauszinssteuer müßten mehr als bisher den kinderreichen Familien zugute kommen. Besonders müsse der Bau solcher Kleinwohnungen gefördert werden, die 27 Mark, 33 Mark, höchstens 40 Mark Monatsmiete kosten. Eine Gefahr für das ländliche Siedlungswesen kann nicht anerkannt werden. Wir hoffen, künftig jedes Jahr in Verbindung mit einer Siedlungsbank 50—75 Millionen Mark dafür verwenden zu können. Wir wollen auch den ländlichen Wohnungsbau nach Kräften fördern, um den Zuzug zur Stadt aufzuhalten und sogar zu einer Rücksiedlung von den Großstädten aufs Land zu kommen. des Justizrats Dr. Heinemann in Essen am 27. Juni 1930 beurkundeten Beschluß gebildet worden ist, zwangsweise beigefügt. Die Verordnung wird hinsichtlich derjenigen Bergwerksbesitzer, die bis zum 30. Juni, nachmittags 6 Uhr, der Vereinigung beigetreten sind, nicht wirksam. kommen. Befreiungskundgebungen des Reichstages wtb. Berlin, 30. Juni.(Tel.) In der heutigen Sitzung des Reichstages gab am Schluß der Sitzung Reichstagspräsident Löbe in einer kurzen Ansprache der Freude darubgr, hsdragh, daß jetzt das letzte Hoheitszeichen....r= walt vom deutschen Rhein verschwunden ist. Er erinnerte an die Jahre schweren Leidens und Kämpfens, in denen die Bevölkerung des Rheinlandes dem Vaterlande unter schweren Opfern die Treue gehalten hat. Der Präsident gedachte Stresemanns, dem ein grausames Schicksal verwehrt habe, den Tag der Befreiung zu erleben, für die er gekämpft und gestritten habe. Deutschland sei bereit, so schloß der Präsident, in die große Familie der Völker Europas einzutreten, aber nicht als entrechtetes over minderberechtigtes, sondern als gleichberechtigtes Volk unter den Staaten. Die fast vollzählig anwesenden Mitglieder des Reichskabinetts, die Abgeordneten und die Tribünenbesucher hatten sich während dieser Rede von den Sitzen erhoben. Die Kommunisten und die Nationalsozialisten waren nicht im Saale anwesend. Im Anschluß an die Worte des Präsidenten verlas Vizepräsident Esser einen von allen Parteien mit Ausnahme der Kommunisten unterschriebenen Antrag, der die genaue Festlegung der Westhilfe fordert. Das Eisenbahnunglück bei Buir Die Schuldfrage vor dem Erweiterten Schössengericht. wtb Köln, 30. Juni. Heute wurden vor dem Erweiterten Schöffengericht im großen gerichtssaale die Verhandlungen über das Eisenbahnunglück bei Buir eröffnet, das der Lokomotivführer Heinrich Nordhaus aus Hamm i. W. und der Reichsbahnobersekretär Ludwig Fischer aus Düren verschuldet haben sollen. Die Sitzungen leitet Landgerichtsdirektor Horten, die Anklage vertritt Staatsanwaltschafslat Scheurer. Zu diesem Prozeß, dessen Dauer auf drei Tage berechnet wird, sind 30 Zeugen geladen und eine Reihe von Sachverständigen. Am 25. August 1929 entgleiste morgens um 8 Uhr der Schnellzug Paris—Warschau bei Buir, einer kleinen etwa 9 Kilometer von Düren entfernt liegenden Bahnstation. Die Lokomotive mit dem Tender und sieben folgende Wagen entgleisten an einer Stelle, an der Gleisarbeiten vorgenommen werden sollten. Lokomotive und Tender stürzten auf die rechte Seite, nachdem sie sich noch einige Meter auf dem Erdboden durch die eigene Wucht vorwärtsgeschoben hatten, und fingen nun als unausweichbares Hindernis die mit großer Gewalt vorwärtslaufenden D=Zugwagen auf. Die unmittelbar hinter dem Tender folgenden Post= und Packwagen schoben sich ineinander und wurden eine Meter hohe Böschung emporgeschleudert, weitere 5 Wagen stürzten nach allen Richtungen über die Schienen, nur die letzten Wagen blieben vom Unheil verschont. Die Katastrophe forderte 15 Todesopfer und zahlreiche mehr oder minder Verletzte unter dem Zugbegleitungspersonal und den Reisenden, die etwa 6—700 Personen stark den Zug hatten. Dem Lokomotivführer Heinrich Nordhaus, dem jetzigen Angeklagten, mußte einige Tage nach dem Unglück der rechte Arm abgeDem Lokomotivführer wird zur Last trotz eines ihm erteilten Vorsichtsbefehls die Strecke zu schnell durchfahren zu haben. Der mitangeklagte Fahrdienstleiter Fischer soll dem Lokomotivführer irrtümlich einen falschen Vorsichtsbefehl übergeben haben. Vor Eröffnung der Sitzung ruft der Vorsitzende die Zeugen auf und verliest den Er öffnungsbeschluß. Das Unglück forderte 15 Tote und 56 Verletzte. en Str g. für sie völig veränderten Lages Det getil Vertagt Der Vertrag tritt mit dem 1. Juli 1930 in Kraft. Die Beitrittserklärung wird hinfällig, wenn nicht sämtliche Bergwerksbesitzer, die der früheren Vereinigung angehört haben, bis zum 30. Juni, nachmittags 6 Uhr, Mitglied der VerDer Reichswirtschaftsminister hat nunmehr als der 5. ger oe v,„nde Ausaave. ssyndikat, das durch den im notariellen Protokoll vdz. Berlin, 30. Juni.(Tel.) Die vereinigten Ausschüsse des Reichsrats haben die Einzelberatung der Deckungsvorlagen der Reichsregierung, die heute beginnen sollte, auf morgen vertagt. Man hofft allerdings, wie das Nachrichtenbüro des B03 hört, an einem Tage mit der Beratung fertig zu werden, so daß die Vorlagen in einer Vollsitzung am Mittwoch verabschiedet werden können. Die Reichsregierung wird festbiriden enb. Berlin, 30. Juni.(Eigene Meldung.) Gegenüber den in der Oeffentlichkeit immer noch bestehenden Zweifeln, wieweit die Reichsregierung an ihren Deckungsvorschlägen festhalten werde, erfahren wir von unterrichteter Seite, daß der Reichskanzler nicht den geringsten Zweifel hinsichtlich des Ausmaßes der Deckungsvorlagen und deren Erledigung noch in dieser Session gelassen habe. Bei den Deckungsvorlagen handelt es sich allerdings nicht um ein Dokument, das nicht verändert werden dürfte; dies ist jedoch nicht in dem Sinne aufzufassen, als ob ein Gesetz durch ein anderes ersetzt werden könnte, etwa die Reichshilfe durch Abstriche an den Ueberweisungen an die Länder, sondern es kann sich nur um Abänderungen von Einzelheiten in den Paragraphen handeln. Daran kann nicht der geringste Zweifel bestehen, auch nicht nach den Erklärungen des Reichskanzlers.— Es kann wohl angenommen werden, daß morgen in den vereinigten Ausschüssen des Reichsrates und vielleicht auch im Reichsratsplenum die Gesetze verabschiedet werden, sodaß sie bereits am Donnerstag dem Reichstag vorgelegt werden können. Die Botschaft des. Nurnberger Kirchemüper wtb Nürnberg, 1. Juli.(Tel.) Der Deutsche Evangelische Kirchentag hat unter dem Eindruck der Feier der Augsburger Konfession eine Botschaft erlassen, die zur Frage der Kirche Stellung nimmt und das evangelische Kirchenvolk zur Kirchlichkeit aufruft. Die Kundgebung beginnt mit einem Rückblick auf die kirchengeschichtliche Entstehung der evangelischen Kirche und führt dann u. a. aus: Heute erwachsen der evangeliund in einer für sie denig neerten Lage höchste Verpflichtung und heilige Sie hat einer gärenden Welt den als die Wahrheit zu verkünden, in der die Kraft der Erlösung und Erneuerung liegt. Sie hat einem zerrissenen Volke Gemeinschaft zu die stärker ist als alle Standes= und sonderungen, stärker als der Kampf der Machtgruppen, starker als aller wirtschaftliche Zwang. Sie hat auch eine weltumspannende ausgase, die über die Grenzen der einzelnen Kirchen und des eigenen Volkes hinausgeht. Zu solcher Verpflichtung bekennen sich die deutschen evangelischen Kirchen und fordern alle ihre Glieder auf zu rechter Kirchlichkeit. Die Schlußbratungen des Kirchentages waren ausgefüllt von den Berichten der Ausschusse. Zur sozialen Frage wurde eine Entschließung angenommen, die auf das Problem der Arbeitslosigkeit und die mit ihr verknüpfte seelische und sittliche Not hinweist. Im Hinblick auf die Massenarbeitslosigkeit forderte der Kirchentag mit allem Ernst von den verantwortlichen Stellen in Reich und Ländern, daß zur Behebung dieser Not, insbesondere zur Beschaffung von Arbeit, das Aeußerste getan werde.— In einer Entschließung zur Schulfrage gibt der Kirchentag seiner schmerzlichen Enttäuschung darüber Ausdruck, daß eine reichsgesetzliche Regelung der schulrechtlichen Lagbisher nicht gelungen sei, und fordert angesichts der immer unertraglicher werdenden Schulderhältnisse Fortsetzung der Bemühungen um eine solche Regelung. Ebenso trat der Kirchentag für die Einführung des Religionsunterrichts als ordentliches Lehrfach in den Berufsschulen ein. Der Präsident schloß die Beratungen mit einem Dank an die Stadt Nürnberg und an die evangelischen Gemeinden Bayerns, womit der dritte Deutsche Evangelische Kirchentag sein Ende sand. Großes Eisenbahnunglüick in der Sowjekunion wtb Moskau, 1. Juli.(Funkspruch.) Ein von Irkutsk kommender Personenzug entgleiste infolge falscher Weichenstellung kurz vor Leningrad. Die Lokomotive sowie mehrere Wagen wurden vollkommen zertrümmert. 23 Perjonen kamen bei dem Unglück ums Leben, 28 wurden verletzt. Die nächsten Fahrten des„Graf Feyreim wtb Friedrichshafen, 1. Juli.(Funkspruch.) Das Luftschiff„Graf Zeppelin“ wird heute früh ½5 Uhr zu einer vierstündigen Schweizer Fahrt aufsteigen. Bis jetzt haben sich etwa 35 Passagiere gemeldet. Am 2. Juli findet eine Fahrt in die süddeutschen Alpen und den Bayrischen Wald statt, am 4. Juli eine Charterfahrt in die Schweiz und am 5. Juli, wie bekannt, die Fahrt nach Köln zur Rheinlandbefreiungsfeier. Zwangsweise beigefügt wtb. Berlin, 30. Juni. In einer am 27. d. M. in Essen abgehaltenen Versammlung der Bergwerksbesitzer an der Ruhr ist eine Verständigung mit der Mehrzahl der bisherigen Außenseiter erzielt worden. Dagegen haben zwei Verwaltungen, die bereits dem freiwilligen Syndikat beigetreten waren. ihre Unterschrift wieder Generalleutnant von Stülpnagel Inhaber der Rettungsmedaille. wtb. Berlin, 1. Juli.(Funkspruch.) Vor einiger Zeit hatte der Befehlshaber im Wehrkreis 3, Generalleutnant von Stülpnagel, im Tiergarten ein junges Mädchen, das in selbstmörderischer Absicht in den Landwehrkanal gesprungen war, unter Einsetzung seines Lebens gerettet. Aus diesem Anlaß ist ihm gestern die Rettungsmedaille am Band verliehen worden. Das Weltkindertreffen in Halle verboten. wtb. Halle, 1. Juli.(Funkspruch.) Laut einer polizeilichen Verfügung ist das zweite Weltkindertreffen, das vom 22. bis 27. Juli 1930 in Halle abgehalten werden sollte, und zu dem etwa 20000 Arbeiterkinder aus allen Ländern erwartet wurden, verboten worden. In der Verfügung heißt es u. a., daß es in erster Linie schwere hygienische Bedenken seien, die es sowohl im Interesse der Halleschen Bevölkerung, wie der nach Halle kommenden Kinder geboten erscheinen ließen, die Veranstaltung des Weltkinderkongresses zu verbieten. Das thüringische Kabinett zur Reichsgerichtsentscheidung. wtb. Weimar, 1. Juli.(Funkspruch.) Das thüringische Kabinett beschäftigte sich am Montag nachmittag mit der ablehnenden Entscheidung des Reichsgerichts. Minister Baum brachte dabei zum Ausdruck, daß die bisher im Rahmen der Verwaltungsreform durchgeführten Veränderungen innerhalb der Beamtenschaft durch diese Entscheidung in keiner Weise berührt würden, da die Verwaltungsreform bisher ohne Zuhilfenahme des§ 3 durchgeführt worden sei. Das Explosionsunglück in der Landsberger Allee vor dem Reichsgericht. wtb. Leipzig, 1, Juli.(Funkspruch.) Die strafrechtliche Seite der folgenschweren Herliner Explosionskatastrophe in der Allee vom 5. Januar 1928, die 17 Menschenleben forderte, und bei der zahlreiche andere Personen an ihrer Gesundheit geschädigt wurden, fand jetzt vor dem dritten Strafsenat des Reichsgerichts ihren Abschluß. Es wird wohl immer ungeklärt bleiben, ob das Unglück infolge eines Defektes an der Ammoniakanlage oder bei den Gasleitungen entstanden ist. Jedenfalls hat jetzt auch das Reichsgericht dahin entschieden, daß der Rohrleger Friedrich Geske, dem anfänglich die Schuld an dem Unglück zugeschoben wurde, vom Landgericht I Berlin zu Recht freigesprochen worden sei. Zusammenstöße in Breslau. wtb. Breslau, 1. Juli.(Funkspruch.) Nach der Befreiungsfeier, die die hiesige Garnison mit einem Zapfenstreich auf dem Platz der publik festlich beging, kam es zu Zusammenstößen zwischen etwa 2000 Nationalsozialisten, die singend und rufend durch die Stadt zogen, und der Polizei. Die Zahl der Verletzten und Festgenommenen steht noch nicht fest. Der österreichisch=italienische Freundschaftsvertrag. wtb. Wien, 1. Juli.(Funkspruch.) Aus Anlaß des Austausches der Ratifikationsurkunden zum italienisch=österreichischen Freundschafts=, Vergleichs= und Schiedsgerichtsvertrags sandte Bundeskanzler Dr. Schober an Mussolini ein Telegramm, in dem er seiner freudigen Genugtuung darüber Ausdruck gibt, daß dieser Vertrag, der die aufrichtige Freundschaft zwischen den beiden Regierungen und Völkern bekräftige und deren Vertrauen in dem Gedanken der Schiedsgerichtsbarkeit bekunde, nunmehr schlossen sei. In der Antwort Mussolinis heißt es, daß in dem Inkrafttreten dieses Vertrages eine neue glückliche Epoche in den Beziehungen der beiden Völker begonnen habe. Major Pabst in München? enb. Wien, 1. Juli.(Eig. Radiomeldung.) Ein hiesiges Blatt bringt eine Meldung aus München, wonach Major Pabst beabsichtigt, sich in der nächsten Zeit in München niederzulassen. Er will, nach dieser Meldung, in Bayern Organisationen nach dem Muster der österreichischen Heimwehren begründen. Streik im Belgischen Kohlenbergbau. wtb. Brüssel, 1. Juli.(Funkspruch.) Einer Meldung des Peuple zufolge sind die Belegschaften aller belgischen Kohlengruben heute den Streik getreten, um für die alten Grubenarbeiter bessere Pensionssätze zu erreichen. Aus den Nachbar-Städten Aus Groß=Dortmund Stadtrat a. D. Hasenbring+. Am Sonntag morgen ist der frühere Stadtrat C. H. Hasenbring im Alter von 84 Jahren sanft eingeschlafen. Mit Hasenbring geht eine Persönlichkeit aus dem Norden, der wie so viele, dem Norden seinen Stempel aufdrückte. Hasenbring war als hochverdientes unermüdliches Mitglied der nationalliberalen Partei seit 1898 Stadtverordneter und zuletzt Stadtrat. Nach dem Kriege blieb er seiner Ueberzeugung treu und nahm als Mitglied der Deutschen Volkspartei im engeren Vorstand regen Anteil an politischen Beratungen. Die Deutsche Volkspartei ehrte den Heimgegangenen nach dem Ausscheiden aus dem politischen Leben, indem sie ihn zum Ehrenmitglied des Ortsvereinsvorstandes einstimmig ernannte. — Eine Verkehrsstockung zu ungelegener Zeit entstand in der Hansastraße infolge Versagens des Stromes bei der Straßenbahn. Vom Reinoldushof abwärts bis zum Westenhellweg mußte infolgedessen eine lange Reihe von Wagen halten, deren Insassen, meist Schüler und Angestellte, es alle eilig hatten. Desgleichen stauten sich die Wagen der Elektrischen in der Nähe des Grafenhofs. Es vergingen immerhin 20 Minrten. bis die Störung beseitigt war. — Personentenmragen sichergestellt. In der Nacht zum Sonntag gegen 23,50 Uhr mußte die Polizei gegen einen Autoführer aus Castrop= Rauxel auf der Münsterstraße einschreiten. Dabei stellte sich heraus, daß er für sein Fahrzeug mit dem Erkennungszeichen IX 42 502 keine Zu lassungspapiere bei sich hatte. Das Auto wurde daraufhin sichergestellt. — Ein Brand entstand am Sonnabend gegen 21,15 Uhr im Hause Kirchenstraße 11. Durch Ueberhitzung eines Kochapparates in einem zu Gewerbezwecken benutzten Raum entstand plötzlich Feuer. Die alarmierte Feuerwehr war schnell zur Stelle, doch hatten die Hausbewohner den Brand inzwischen bereits gelöscht. Der entstandene Sachschaden ist unerheblich. — Folgenschwerer Sturz. Am Sonnabend gegen 19,15 Uhr kam der Invalide Paul R. auf dem Bürgersteig der Arminstraße zu Fall. R. zog sich dabei so schwere Kopfverletzungen zu, daß er mit einem Krankenwagen ins Brüderkrankenhaus gebracht werden mußte. und einen Dolch bei sich. Das Grenzkommando leitete ein Verfahren wegen Spionage ein und überführte ihn nach, Tiunze. Hoffentlich hat sich inzwischen herausgestellt, daß der Spionageverdacht grundlos ist. Wegen verbotenen Waffentragens wird der junge Mann aber bestraft werden, da in Italien allgemeines Waffenverbot besteht. cAsbeck Wenn das— Kalb im Brunnen liegt... Ein eigenartiger Unglücksfall ereignete sich in Asbeck. Auf der Weide des Landwirts N. befindet sich ein Brunnen, der etwa 5 bis 10 Meter tief ist. Als ein Anwohner hier Wasser holen wollte, bemerkte er, daß ein Kalb im Brunnen lag. Es mußte wohl erst vor ganz kurzer Zeit hineingefallen sein, denn es lebte noch,— der Wasserstand war wegen der Trockenheit ziemlich niedrig— und konnte mit Mühe und Not geborgen werden. o Langenei. Einen guten Schutzengel hatte das 2jährige Söhnchen des Bäckermeisters Schauerte von hier. Das Kind lief in einem unbewachten Augenblick hinter einem von Langenei nach Altenhundem fahrenden beladenen Ziegelwagen drein. Der Fuhrunternehmer bemerkte das Kind erst in Altenhundem nahm es in seine Obhut und benachrichtigte die Eltern. Auf dieser verkehrsreichen Straße, die von Langenei— Altenhundem etwa 3 km.mißt, hätte dem Kind sehr leicht ein Unglück zustoßen können. Ochtrup. Beide Augen ausgeschofsen. Der 16jährige Sohn des Landwirts D. in Ochtrup fiel beim Hantieren mit einer Flobertbüchse einem schweren Unfall zum Opfer. Plötzlich entlud sich die Waffe, so daß die ganze Schrotladung dem jungen Manne in die Augen drang. Das Augenlicht gilt als verloren. Jetzt hat er ausgekräht Der gallische Hahn. Auf der Brücke, die Straßburg mit dem deutschen Kehl verbindet, befand sich bisher auf der deutschen Seite ein gallischer Hahn, das bekannte Wahrzeichen Frankreichs. Da zusammen mit dem übrigen besetzten Gebiet jetzt auch der Kehler Brückenkopf geräumt wird, ist dieser Hahn heruntergenommen worden, der nunmehr auf der Straßburger Seite der Brücke Ausstellung finden soll. Unser Bild zeigt den deutschen Kopf der Kehler Brücke mit dem gallischen Hahn. Holzwickede. Tödlicher Unglücksfell auf„Caroline“. In dem Uebertagebetriebe der Zeche„Caroline“ ereignete sich am Sonnabend nachmittag ein Unfall, wobei der Elektriker Ewald Arndt aus Massen den Tod fand. Terselbe war im Begriff eine Lampe aufzuhängen und hatte zu diesem Zweck eine Leiter bestiegen. Plötzlich bekam er das Uebergewicht und kam zu Fall. Bei dem Sturz schlug A. mit dem Kopf auf einen eisernen Träger. Die erlittenen Verletzungen waren derart schwerer Natur, daß der Tod sofort eintrat. Der Verunglückte war verheiratet und Vater eines Kindes.— In dem Untertagebetriebe der selben Zeche erlitt der Bergmann Arnold Friesenborg von hier einen Unfall. Während der Arbeit wurde er von einem Stein am Kopf getroffen und zwar mit solcher Wucht, daß er die Besinnung verlor. Der Verletzte wurde sofort zu Tage gefördert und in das Brüderkrankenhaus in Dortmund transportiert, wo der Arzt einen Schädelbruch feststellte. aWickede. Im Regenfaß ertrunken. Das zweieinhalbjährige Kind der Familie L. in Wickede spielte an einem in die Erde eingegrabenen Regenfaß. Es stürzte rücklings hinein und ertrank. Osnabrück. Eine Erdbeere mit Blütenansätzen. Auf einem Gartengrundstück an der Rehmstraße wurde eine Erdbeere geerntet, die insofern eine Merkwürdigkeit darstellt, als aus ihr lt.„O. T.“ noch einige kleine Beeren herausgewachsen sind. Außerdem zeigt sie zwei kleine Schößlinge, die Blütenansätze zeigen. Wahrscheinlich spricht bei der Mißbildung die abnorm heiße und trockene Witterung mit. Attendorn. Von einer Kuh schwer verletzt. Die 68jährige Schwester des Landwirts F. aus Beukenbeul versorgte das Vieh im Stalle. Plötzlich scheute eine Kuh und verletzte die alte Frau durch Stoßen und Treten derart, daß sie mit schweren inneren und äußeren Verletzungen dem Krankenhause zugeführt werden mußte. Ihr Zustand ist sehr bedenklich. o Brilon. Mit einem Revolvererschossen hat sich am Montag abend der 22jährige Josef Frigger, Sohn des Landwirts Frigger, Gartenstraße. Man muß annehmen, daß der Unglückliche in einem momentanen Zustand geistiger Umnachtung gehandelt hat. Der junge Mann erfreute sich allgemein des besten Rufes. o Weidenau. Spionageverdacht. Der Sohn eines Lehrers von hier, der in München studiert und vor einigen Tagen von dort eine größere Wanderung machte, überschritt dabei die italienische Grenze. Er wurde verhaftet. Unglücklicherweise trug der Student eine Pistole Der Rhein ist frei! Wir wollen feierlich Einkehr halten, Weil Rhein und Mosel und Nahe frei! Weil endlich der Fremde dunkle Gewalten Wie Albdruck wichen und quälender Schrei. Aber nicht feiern, nicht Feste begehen, Keine Böller lösen, keine Becher vereinen. Könnt' wohl ein Bruder an Jubel denken, Hört er zur Seite die Schwester weinen? O Schwester Saar, solange Du Magd, Verwandelt in Scham sich die Flamme des Glücks, Still, Schwester, wir harren des Augenblicks, Bis auch Dir, Schwester, Dir, die Freiheit tagt. Schicksalverbunden! Trotz allen Gewalten! So wollen wir feierlich Einkehr halten, Bis die letzte der Fahnen— bis sich alle entfalten. Rudolf Herzog. Glücksscheibe Späing 20, 13, 12, Honsalek, Otto 19, 12. Pistole: Kempke 39 Ringe. Meisterscheibe Klein=Kaliber=Jungschützen Freihand: Sybel junior 38. Meisterscheibe Klein=Kaliber=Senioren Freihand: Schäfer 51, Haselhoff 48, Dietrich 48, Späing 48, Henke 43 Ringe. Die Mannschaft des Bürgerschutzenvereins Schwerte errang insgesamt 40 Ehrenpreise. Bei der sehr starken Konkurrenz eine außerordentliche Leistung. Der wackeren Mannschaft ein dreifaches Horridoh! 1 M Oeventrop— 2. M. 23K. Schwerte mußt sich dem überlegenen Spiel der Oeventroper beugen. 1. Jgd. DJK.— 1. Jgd. Hüsten 10:2. Hüsten kam keinen Augenblick für den Sieg 2. Jgv. 232.— 2. Jad. Tus 03 Hagen 312. 1. Schüler 23K.— 1. Schüler Tus 03 Hagen 3:1. 2. Schüler 23K.— 2. Schüler Tus 07 Holzen 1:0. * Hindenburgbund Höchsten 1. Mannschaft— Jugendabteilung des DHV. Schwerte 1:2. Die Jugendabteilung des hiesigen DHV. lieferte dem Hindenburgbund Höchsten anläßlich seiner Platzweihe am vorgestrigen Sonntag ein Freundschaftsspiel, das der DHV. mit 2:1 für sich entscheiden konnte, trotz der körperlichen Ueberlegenheit der Höchstener(es war die erste Mannschaft, während die DHV.=Mannschaft aus Jugendlichen besteht).— Zum eigentlichen Spiel selbst: Gleich zu Beginn brachten die Höchstener das Schwerter Tor zeitweilig in Gefahr; nach 10 Minuten gelang es ihnen dann auch, das 1. Tor zu werfen. Die DHV.=Mannschaft ließ sich dadurch nicht einschüchtern, sondern versuchte mit aller Gewalt, den Ausgleich zu erzielen, was aber vor der Halbzeit icht mehr gelang— da die Höchstener den Wind und die Sonne zum Bundesgenossen hatten.— Nach der Pause war die DHV.=Mannschaft seitweise überlegen; ihre Anstrengungen wurden dann auch belohnt: 15 Minuten nach Beginn der 2. Halbzeit warf der Mittelstürmer des THV. das Ausgleichstor. Beide Mannschaften legten sich jetzt mächtig ins Zeug, die Angriffe der Höchstener prallten jedoch alle an der Schwerter Hintermannschaft ab. Hier verdient besonders der Torwart hervorgehoben zu werden, der hervorragend sein Fach verstand. 7 Minuten vor Schluß warf der Halblinke des DHV. nach einem schönen Alleingang das Führungstor. Trotz gewaltiger Anstrengungen beider Mannschaften blieben die letzten 7 Minuten torlos. Faustball Holzen's erste Mannschaft trug die restlichen Spiele gegen Dortmunder Turngemeinde und Jahn Dortmund aus. Das letzte Spiel wurde von den Holzenern sicher gewonnen. Im Spiel gegen Dortmunder Tade., welches den Holzenern bei nur unentschiedenem Ausgange den Kreisgruppenmeistertitel eingebracht hätte, versagten die Nerven. Das Spiel gewannen die Dortmunder durch ihr finessenreiches Spiel mit dem Resultate 36:38. Turngemeinde ist dadurch mit einem Punkte Vorsprung vor Holzen Kreisgruppenmeister geworden. Holzens dritte Mannschaft weilte zur Austragung der Bezirksspiele bei Germania Lütgendortmund. Beide ausstehende Spiele wurdr Vevetserh. 5. Verbandsschießen der Gruppe Westfalen=West Bürgerschützenverein Schwerte mit 3 Gaumeisterschaften, 1 Fahnenmedaille, 1 Freiflug nach Frankfurt an der Spitze. Auf dem Stand der Hörder Bürger=SchützenGilde bei Gockel konnte der Bürgerschützenverein Schwerte sehr ehrenvoll abschneiden. Die Gaumeisterschaftsmedaillen überreichte Herr Oberbürgermeister Eichhoff Dortmund, den Freiflug Herr Major Sommer vom Flughafen Dortmund. Die Resultate: Freiflug Frankfurt und zurück, gestiftet von der„Welu" Willi Haselhoff 184 Ringe; Gaumeisterschaft Wehrmann=Auflage Willi Haselhoff 208 Ringe; Gaumeisterschaft Wehrmann=Freihand Karl Dietrich 167 Ringe; Gaumeisterschaft Diopter=Freihand Willi Späing 182 Ringe. Gruppenschießen um die Wehrmann: Bürgerschützenverein Schwerte Haselhoff, Späing, Dietrich, Henke 482 Ringe. Meisterscheibe Diopter=Auflage: Haselhoff 49, P. Bauer 46, Bauer jr. 45, Honsalek, Otto 45 Kioe.„ D easchgaub: Hofefhat Meisterscheibe Topter=Frechand: Haselhoff 49, Späing 47, Bauer 46, Schäfer 44 Ringe. Meisterscheibe Wehrmann=Freihand: Späing 50, Henke 50, Dietrich 49, Schäfer 39 Ringe. Meisterscheibe Wehrmann=Auflage: Henke 50, Haselhoff 50, Sybel 49, Dietrich 47, Kempke 44, Schäfer 42. Ehrenscheibe Eichhoff Auflage: Bauer sen. 166 Teiler, Adrian 173, Honsalek Otto 191, Kempke 346, Späing 408, Schäfer 415 Teiler. Ehrenscheibe Eichhoff Freihand: Haselhoff 181 Teiler, Bauer sen. 262 Teiler. Turnen, Spiel, Sport Deutsche Turnerschaft Handball T. V.„Westfalia“. Villigst 1.— TSV. 07 Holzen 2. 2:11. Zu einem Freundschaftsspiel hatten sich die Villigster die 2. Mannschaft des Holzener Brudervereins eingeladen, welche mit zwei Mann aus der ersten Mannschaft verstärkt, den Gastgebern eine harte Aufgabe stellte. Das Spiel verlief ohne Härten und wird in Villigst bestimmt werbend gewirkt haben. Gleich nach Anpfiff eröffnen die Holzener den Torreigen und lassen die Villigster erst kurz vor Schluß zum Erfolg kommen. Nach einer Reihe!beiterer Spiele wird die Villigster Mannschaft einen achtbaren Gegner abgeben. T. V.„Westfalia“ Villigst 1. Jgd.— TSV. 07 Holzen 1. und 2. komb. 1:8. Auch die Villigster Jugend mußte nach wechselvollem Spiel die Ueberlegenheit der spielerfahrenen Holzener anerkennen. TSB. 07 Holzen 1. Knabenmannschaft— Reichsbahn Schwerte 1. Knabenmannschaft 1:2. Die technisch guten Holzener mußten sich ten körperlich weit stärkeren Reichsbahnern aus Schwerte nach heftiger Gegenwehr beugen, trotzdem in manchen Augenblicken eine Ueberlegenheit der Holzener nicht zu verkennen war. TSV. 27 Holzen 2. Knabenmannsch.— 23K. Schwerte 2. Knabenmannsch. 0:1. Die jüngsten Mannschaften beider Vereine zeigten ein Spiel, das sich fast nur in der Mitte abspielte. Die Außenleute wurden auf keiner Seite beschäftigt. Gut waren beide Torleute. Deutsche Jugendkraft 1. M. DJK.— 1. M. Jugendsport Hüsten 5:2. Jugendkraft konnte nach einem gleichwertigen Spiel der Hüstener einen 5:2 Sieg erringen. Börsen und Märkte Dortmunder Schlachtviehmarkt vom 30. Juni. Dem gestrigen Schlachtviehmarkt waren zugeführt: 917 Stück Großvieh, 570 Kälber, 16 Schafe, 3017 Schweine. Der Marktverlauf war bei Großvieh schlecht, besonders in Weidevieh bei Kälbern zl. schleppend, bei Schweinen ehr schlecht. Es wurden gezahlt für 50 Kg. Lebendgewicht: Ochsen: a) 1. 58—60, 2.—, b) 1. 52—54, 2. 47—49, c) 43—46 M; Bullen: a) 54—56, b) 46—51, c) 43—45, d) 40—42 M; Kühe: a) 48—51, b) 44—46, c) 37—43, d) 28—36 A; Färsen: a) 55—58, b) 49—54, c) 44—48 A; Kälber: a) 70—75, b) 58—69, c) 47—57 A; Schweine: a) 55—57, b) 57 bis 60, c) 60—63, d) 57—59, e) 54—57, f——. g) 49—54 M. Was hören wir im Rundfunk? Mittwoch, den 2. Juli 1930. 06,45: Leibesübungen. 07,00: Wettervorhersage. 07,05: Morgenkonzert. 07,30: Brunnenkonzert aus Bad Pyrmont. 08,30: Mutter und Kind. 11,20: Musikalischer Schulfunk. 12,10: Mechanische Musik. 13,05: Mittagskonzert. 15,00: Für junge Mädchen. 15,45: Frauenstunde. 16,05: Die Reformbewegung in Indien. 16,25: Die Erneuerung der Landschule. 16,45: Funkpädagogische Arbeitsgemeinschaft der Lehrer an Volksschulen. 17,30: Vesperkonzert. 18.30: Zeitfragen des Handwerks. 19,15: Die Stunde des Arbeiters. 19,40: Die weltwirtschaftlichen Räume. 20,00: Abendmusik. 21,00: Hans Sonnenstößers Höllenfahrt. Anschließend letzte Meldungen, Bericht das geistige Leben, Sportdienst. Anschließend bis 24,00: Konzertübertragung aus dem Café Corso, Aachen. über Schatzkästlein des Wissens Das tiefste Bohrloch der Welt befindet sich in Kalifornien. Es hat eine Tiefe von 2398 Metern. In Pennsylvanien ist ein Bohrloch von 2365 Meter Tiese, in Oberschlesien ein solches von 2240 Metern. Dieses hielt lange Zeit den Tiefenrekord. Familiendrucksachen liefert schnellstens C. Braus ca. 80 breit, prima Qualität.. .. Meter nur 35 L schöne Ware, ca. 45X95 zu diesen 80X80, aus seinem Hemdentuch####)., mit Rosenbogen.... 95 Prima alle Größen, weiß und pastellfarbig„ nur Sommer-Stoffe schöne Muster sehr billig. Denken Sie mal! 1! Vollmusseline ca. 80 brt. Meter 1.25 Meter nur schöne Muster große Auswahl!! Der Preis Meter nur: Voile ca. 115 cm breit, weiß.= nu Voll-Voile Schweizer Ware, weiß, ca. 115 cm breit ca. 80 cm breit, schwere Qualität „."" 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Der Kahle Asten hatte leichten Ostwind, heiteres Wetter und 17 Grad. Aussichten bis Mittwoch: Meist trocken, heiter und warm sowie stellenweise leichte Gewitterneigung. 25jähriges Dienstjubiläum. Herr Wilh. Burgemeister, Westenort 12, kann am heutigen Tage auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Reichsbahn zurückblicken. Als langjähriger Gewerkschaftler ist Herr Burgemeister jetzt Vorsitzender des Bezirksbetriebsrats bei der Eisenbahndirektion Elberfeld. Weiter ist der Jubilar über 20 Jahre Ausschußmitglied der Betriebskrankenkasse gleicher Direktion. Als Mitglied des Hauptbetriebsrates in Berlin konnte der Jubilar erfolgreich im gewerkschaftlichen Leben tätig sein. Auch im politischen Leben war und ist Herr Burgemeister eifrigst tätig. Seit 1919 Stadtverordneter, wurde er nach den letzten Stadtverordnetenwahlen zum 1. Beigeordneten der Stadt Schwerte ernannt. Ferner ist er 2. Bevollmächtigter des Einheitsverbandes deutscher Eisenbahner.— Zu seinem Ehrentage sprechen wir dem Jubilar unsere herzlichsten Glückwünsche aus. + Gartendiebe. Kaum gehen in Feld und Garten die ersten Früchte der Reife entgegen, da erscheinen auch jene lichtscheuen Gesellen wieder prompt auf dem Platze, die da ernten wollen, wo sie nicht gesät haben. Insbesondere ist es jetzt das Beerenobst, welches eine große Anziehungskraft auf die Spitzbuben ausübt. Glücklicherweise gelang es vorgestern abend, in einem Garten am Ostentor verschiedene dieser fleißigen Leute bei der„Arbeit“ zu überraschen. Der Gartenbesitzer hat sich selbstredend ihrer liebevoll angenommen und auch die Polizei zeigte ein lebhaftes Interesse für dieselben. + Kreis=Lehrertagung. Am 2. Juli wird in Menden eine Tagung der Lehrerschaft des Schulkreises Iserlohn 2, umfassend die katholischen Schulen des Stadtund Landkreises Iserlohn und Teile des Kreises Hamm abgehalten. Auf der Tagesordnung stehen folgende Vorträge: Die Volksschule und die Forderungen des praktischen Lebens(Schulrat Stader=Schwerte), Wie heben wir die Leistungen im Deutschen?(Rektor SperlbaumHohenlimburg), Wie fördern wir den Rechenunterricht?(Rektor Klute=Unna). - Freiw. Sanitätskolonne vom„Roten Kreuz“ Schwerte. Die Sanitätskolunne kann in diesem Jahre auf ein 30jähriges Bestehen zurückblicken. Sie beabsichtigt aus diesem Anlaß am Sonntag, den 6. Juli ds. Is. im Vereinslokal„Im Reiche des Wassers“ einen den wirtschaftlichen Verhältnissen angepaßte Feier zu veranstalten. Vormittags findet die diesjährige Bezirkstagung des Bezirksverbandes der Sanitätskolonnen „Märkisch=Sauerland"(umfassend die Kreise Iserlohn, Altena und Lüdenscheid) statt.: Im Anschluß daran ist gemeinschaftliches Mittagessen und nachher gemütliches Beisammensein. Gardetag am 5., 6. und 7. Juli in Wesel am Rhein. Der Gauverband rheinisch=westfälischer Gardevereine veranstaltet am 5., 6. und 7. Juli in Wesel am Rhein seine 40. Abgeordnetentagung, verbunden mit der 40jährigen Jubelfeier des Gardevereins Wesel. Alle Gardisten geben sich an diesen Tagen in Wesel ein Stelldichein und werden diese Tage des Wiedersehens gern benutzen, um den schönen deutschen Rhein, insonderheit den herrlichen Niederrhein kennen zu lernen. Nähere Auskunft und Prospekte durch Schriftführer Kamerad H. Jansen, Wesel, Hansaring 37. schickt in den Text verflochten und Schlager schmalziger, süßer, wie je ein Traum wiedergab. Auch inhaltlich ähnelt der Film dem lokkenden Ziel. Auch er bringt den Mut zum tragischen Erde auf. Colombine ist tot, singt der Pierrot.— Der Film läuft ab heute bis einschließlich Donnerstag in den Lichtspielen zur Reichskrone. Landrreis Vserlehn Schonzeit. Die Schonzeit für männliche Rehkälber ist auf das ganze Jahr 1930 ausgedehnt, bezüglich der weiblichen Rehkälber ist es jedoch für das Jahr 1930 bei der gesetzlichen Schonfrist vom 1. Januar bis 31. Oktober belassen. Amt Westhofen Holzen. Bestandene Prüfung. Der Tischler Joseph Friedrichs von hier bestand seine Meisterprüfung vor der Prüfungskommission der Handwerkskammer zu Dortmund mit bestem Erfolge. Seine Leistungen wurden im Theorethischen mit gut und im Praktischen mit sehr gut bewertet.— Wir gratulieren. l. Geisecke. Frauenhilfe. Heute nachmittag 3 Uhr hält die Frauenhilfe von Geisecke im Gemeindehause eine Versammlung ab. Am Donnerstag, den 3. Juli, findet also keine Versammlung statt. I. Lichtendorf. Rentenauszahlungstermin. Die Auszahlung der Krankengelder, Alters=, Invaliden= u. Witwenrenten der RuhrKnappschaft für den Monat Juli findet am 2. Juli, nachmittags 2,30 Uhr, in der Wirtschaft Wiemhoff auf dem Eichholz statt. l. Westhofen. Hütet die Schonungen! Seit einigen Tagen werden die hiesigen Wälder viel von Beerensammlern, darunter manchmal größeren Trupps von Schulkindern, aufgesucht. Gegen das Beerensammeln in den freien Waldteilen haben die Waldeigentümer bisher weniger eingewendet. Häufige Klagen sind aber erhoben worden über Schäden, die gelegentlich des Beerensammelns in den Schonungen verursacht worden sind. Das unbefugte Betreten der Schonungen ist strafrechtlich verboten. l. Westhofen. Festsetzung der Kirchensteuer. Nach dem Beschluß der Kirchenvertretungen sollen an Kirchensteuern im Rechnungsjahr 1930 folgende Sätze erhoben werden: 17 Prozent von der für das Jahr 1929 gezahlten Reichseinkommensteuer und 30 Prozent der staatlichen Grundvermögenssteuer. Im Vorjahre betrugen die Sätze: 15 Prozent der Reichseinkommensteuer und je 30 Prozent der Gewerbeertragssteuer und der Grundvermögenssteuer. Der Zuschlag zur Gewerbeertragssteuer ist in Fortfall gekommen. Ein Kirchgeld wird wie im Vorjahre auch in diesem Jahre nicht erhoben. Eine Erhöhung der Ausgaben ist im Haushaltsplan nicht vorgesehen. Bei der Reichseinkommensteuer mußte der Zuschlag von 15 auf 17 Prozent zwangsläufig erhöht werden, weil das Reichseinkommensteuersoll infolge der allgemeinen Erwerbslosigkeit zurückgegangen war. Wertung: 110 Sek.=0 Puntte; 80 Sek. = 20 Punkte; 1½ Sek.= 1 Punkt. 4. Altersklasse, Jahrgang 1912/13. Sieger ist, wer mindestens 47 Punkte erzielt. a) Vierkampf: 75 m Lauf, Kugelstoßen, Reck und Pferdübung.. 8, 6 Wertung: 1. 75 m Lauf: 15 Sek. bis 11 Sek.; 1/ Sek.= 1 Punkt. 2. Kugelstoßen(4 Kilo): 3.60 m bis 7,60 Meter: 20 cm= 1 Punkt. 3. Reckübung: Höhe 1.50 m, Felgaufschwung, Ueberspreizen l. neben d. l. Hand und Knieumschwung l. rückwärts, Zurückspreizen I., Felgumschwung rückwärts, Niedersprung rückwärts und sofort Unterschwung in den Stand. 4. Pferdübung: Hocke mit Anlauf. Pferdhöhe 0,95 m, seitgestellt, ohne Pauschen. b) Vierkampf: 75 m Lauf, Kugelstoßen. Weitsprung, Hochsprung. Wertung: 1. 75m Lauf: wie 4. a). 2. Kugelstoßen(4 Kilo): wie 4. a). 3. Weitsprung: 1,85 m bis 3.85 m; 10 cm= 1 Punkt. 4. Hochsprung: 0.80 m bis 1,30 m; 2½ cm= 1 Punkt. In dem Vierkampf a) und b) kann der Teilnehmer an Stelle des 3. oder 4. Kampfes eine Schwimmübung über 50 m ablegen. Wertung: 90 Sek.= 0 Punkte; 60 Sek. = 20 Punkte, 1½ Sek.= 1 Punkt. Mädchenstaffeln. 1. Altersklasse: 4X75 m; 2. Altersklasse 4X75 m; 3. Altersklasse: 4X75 m; 4. Altersklasse 4X100 m. Verantwortlich für Lokales, Kommunalpolitik, Feuilleton, Provinzielles, Gerichtssaal u. Sport Hans Eberhard Lex, Schwerte. Die eiehsührigen Reichcsugenewenrampfe Oetsansschuß zur Förderung der 1 4. Altersklasse: Jahrg. 1912/13. Si ndef Von der Reise Dr. Dickehage 2 - Lichtspiele zur Reichskrone. „Einmal um Mitternacht“ hier singt ein stummer Film. Und es zeigt sich, daß... bei allem Respekt vom Tonfilm... noch immer der vor uns singende Mensch, das vor uns spielende Orchester reiner natürlicher herauskommt, wie bei der mechanischen Uebertragung durch den Tonfilm. So gewinnt dieser Film einige Punkte selbst gegenüber dem getonfilmten Richard Tauber. Ein ganzes Solisten=Ensemble singt, zusammen mit der stets vortrefflichen Capitol=Kapelle: Alte deutsche Volkslieder, gesind vom Ortsausschaß zul Foldelung der Jugendpflege auf Sontag, den 20. Juli (Sportplatz Schützenhof) festgelegt. An alle Schulen und Vereine ergeht der dringende Ruf, durch restlose Beteiligung die Veranstaltung zu einem mächtigen Erfolge zu verhelfen." Vom Herrn Reichspräsidenten stehen wiederum Ehrenurkunden für 10 v. Hundert der Sieger und Siegerinnen als besondere ehrenvolle Auszeichnung zur Verfügung, außerdem erhalten sämtliche Sieger und Siegerinnen einen Kranz. Zugelassen zu den Kämpfen sind alle Jugendlichen der weiter unten angegebenen Altersklassen aus der Stt dtgemeinde Schwerte; die Teilnahme an Reichsjugendwettkämpfen in verschiedenen Orten ist verboten. Für das Jahr 1930 ist von den allgemeinen Pflichtfreiübungen abgesehen worden. Er wird vielmehr großes Gewicht auf Sondervorführungen, wie Reigen, Volkstänze, Gymnastik, Boxen, Schauturnen usw. gelegt. An alle Vereine, die solche Vorführungen pflegen„ergeht die dringende Bitte, sich beizeiten auf den 20. Juli einzustellen und ihre Meldung zu erstatten.„ 6(5t Alle Nennungen sino bis spalestens 12. Juli, geordnet nach Altersklassen, Vereinen und Schulen, bei Herrn Walter Pötsch, Holzenerweg. abzugeben. Knaben. 164 8/10 un 1. Alterklasse: Jahrgang 1918/19 und jünger: Dreikampf: 100 m Lauf, ballweitwurf, Weitsprung. Sieger ist, wer mindestens 40 Punkte erWertung: 100 m Lauf: 15.4 Sel.== 0 Punkte, je /# Sek. weniger= 1 Punkt, 11,4 Sek.= 20 Punkte. Schlagballweitwurf: 20 m=0 Pkt., je 1.50 m mehr= 1 Punkt, 50 Meter= 20 Pkt. Weitsprung: 1,70 m=0 Punkte, je 10 cm mehr 1 Punkt, 3,70 m= 20 Punkte. 2. Alterklasse, Jahrg. 1916/17. Dreikampf: 100 m Lauf, Schlagballweitwurf, WeitSieger ist, wer mindestens 40 Punkte erWertung: 100 m Lauf: 19 Sel.== 0 Punkte, je 1/8 Sek. weniger= 1 Punkt, 15 Sek. = 20 Punkte. Schlagballweitwurf: 28m=0 Pkt., je 1,50 m mehr= 1 Punkt, 58 m= 20 Punkte. Weitsprung: 2,20 m=0 Punkte, je 10 cm mehr= 1 Punkt, 4,20 m=20 Punkte. Bei der 3. und 4. Altersklasse wird die Wertung der Einfachheit halber nur mit 0 bis 20 Punkten und dem Punkteabstand angegeben. 3. Altersklasse, Jahrg. 1914/15. Sieger ist, wer mindestens 66 Punkte erzielt; a) Fünfkampf: 100 m Lauf. Schlagballweitwurf, Hochsprung, Reck= und Barrenübung. Wertung: 1. 100 m Lauf: 17,3 bis 13,3 Sek.; 1/8 Sek.= 1 Punkt. 2. Schlagballweitwurf: 35 m bis 65 m; 1,50 m= 1 Punkt. 3. Hochsprung: 0,90 m bis 1.40 m; 2½ cm= 1 Punkt. 4. Reckübung: Höhe der Reckstange 1.50 bis 1,60 m. Felgausschwung, Ueberspreizen l. neben die l. Hand, Knieumschwung l. rückwärts, Zurückspreizen I., Felgumschwung vorlings rückwärts, Unterschwung in den Stand. 5. Barrenübung: Höhe 1 bis 1,10 m. Mit kurzem Anlauf und Griff der r. Hand auf den näheren Holm Fechtersprung r. als Kehrschwung r. in den Außenquersitz auf dem entfernteren Holm vor der r. Hand, ¼ Drehung l. in den Seitliegestütz vorlings, Hocke in den Innenseitstand und sofort Sprung mit ¼ Drehung l. in den Grätschsitz vor den Händen, Vorgreifen und Einschwingen rückwärts, beim Vorschwung Ueberspreizen I. vor die r. Hand und Schraubenspreizen r. mit einer ½ Drehung l. durch die Holmengasse in den Außenschrägsitz vor der l. Hand, Einschwingen, Zwischenschwung, Kehre r. mit Drehung.l. 84 b) Fünfkampf: 100 m Lauf, Schlagballweitwurf. Hochsprung, Weitsprung, Kugelstoßen. Wertung: 1. 100 m Lauf wie 3. a). 2. Schlagballweitwurf wie 3. a). 3. Hochsprung wie 3. a). 4. Weitsprung 2,70 m bis 4,70 m; 10cm= 1 Punkt. S. S 9 12/13. Sieger ist, wer mindestens 66 Punkte erzielt; a) Fünfkampf: 100 m Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen, Reck= und Pferdeübung. Wertung: 1. 100 m Lauf: 16,3 Sek. bis 12,3 Sek.;. Sek.= 1 Punkt. 2. Weitsprung: 3.20 m bis 5,20 m; 10 cm= 1 Punkt. 3. Kugelstoßen(5 Kilo): 6 m bis 11 m; 25 cm= 1 Punkt. 4. Reckübung: Höhe der Reckstange 1,60 Meter. Aus dem Seitstande mit Ristgriff, Vorlaufen(wie bei der Laufkippe) oder Vorschweben (wie bei der Schwebekippe), Unterspreizen l. neben die l. Hand, Knieaufschwung l. vorwärts, Knieumschwung l. rückwärts in den Knieliegehang, Knieaufschwung l. vorwärts mit sofortigem Umgreifen in den Kammgriff neben d. l. Bein und Schraubenspreizung r. mit ½ Drehung l. in den Seitstütz an der anderen Reckseite, Felgumschwung rückwärts, freier Felgüberschwung in den Stand. 5. Pferdübung: 1. Riesengrätsche; 2. Pferd lang gestellt, Höhe 1,05 m. b) Fünfkampf: 100 m Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen, Hochsprung, 2 Runden=Lauf. Wertung: 1. 100 m Lauf wie 4. a). 2. Weitsprung wie 4. a). 3. Kugelstoßen wie 4. a). 4 Hochsprung: 1 m bis 1,50 m; 2½ cm 1 Punkt.„.. Han dn Gest 5. 2 Runven=Lauf: Von den Bestleistungen des 5. Teils der Teilnehmer wird die Durchschnittsleistung ermittelt und mit 20 Punkten bewertet; je 1 Sek.= 1 Punkt. Wie in der 3. Altersklasse, so kann auch in dem Fünfkampf a) und b) der 4. Altersklasse der Teilnehmer an Stelle des 3. oder 4. oder 5. Kampfes eine Schwimmübung über 100 m ablegen. Wertung: 150 Sek.= 0 Punkte, 120 Sek.= 20 Punkte, je 11 Sek.= 1 Punkt. Knabenstaffeln. 1. Altersklasse: 4X75 m; 2. Altersklasse: 4X75 m; 3. Altersklasse 4X100 m; 4. Altersklasse: Schwedenstaffel(400, 300, 200, 100 m). Mädchen. 1. Altersklasse, Jahrgang 1918/19 und jünger. Dreikampf:75 m Lauf, Schlagballweitwurf, Weitsprung. Sieger ist, wer mindestens 40 Punkte zielte Wertung: 75 m Lauf 0 Punkte; je 1/8 Sek. weniger= Sek.= 20 Punkte. Lichtspiele zur Reichskrone K Nur 3Tage! Heute bis Donnerstag der große, deutsche Gesangund Sprechtilm: Emmaranf Pitterkacht Eine erschütternde Tragödie aus dem Leben in 7 Akten. Ein Filmwerk, das namentlich in den Herzen unserer Frauen einen unvergeßlichen Eindruck hinterlassen wird. Persönliches Auftreten eines Ensembles erster Berliner Opernsänger und Sängerinnen. In dem reichhaltigen Beiprogramm zeigen wir: SchlachtenBummler Militär-Lustspiel in 6 Akten. 2536 Wehithaut Einen schulentlassenen 16,1 Sek.= 1 Punkt; 12,1 1927 erbaut, in bester Lage von Schwerte, zu verkaufen. Anzahlung nur 4.000 Mk. Abgeschlossene Wohnung wird „510ffür leichte Beschäftigung fVer.— gesucht. 2338 Schriftliche Offerten erbeten) Zu erfragen in der Geunter Nr. O. B. 20. schäftsstelle dieser Zeitung. Das gute, echte Schlagballweitwurf: 5m=0 Pte; Lm mise hpof Weitsprung: 1.30 m=0 Punkte; je, Kemmßere. Schlafzimmer= 57•—; Wunkt: 9 30 m— 90 Punkte, Fratlich omnfahlen Für! einrichtung 25 5. Kugelstoßen(5 Kilo): 5 m bis 10 m; em= 1 Punkt. In dem Fünfkampf a) uno vy tann der Teilnehmer an Stelle des 3. oder 4. oder 5. Kampfes eine Schwimmübung über 50 m ableg Wertung: 50 m in 100 Sek.=0 Punkte, 70 = 20 Punkte, je 1½/ Sek.= 1 Punkt. zen Sek. 10 cm mehr= 1 Punll, 5,30 i= 20 Punkke. 2. Altersklasse, Jahrgang 1916/17. Dreikampf: 75 m Lauf, Schlagballweitwurf, Weitsprung. Sieger ist, wer mindestens 40 Punkte erzielt. Wertung: 75 m Lauf: 15,4 Sek.= 0 Punkte; je 1/ Sek. weniger= 1 Punkt; 11,4 Sek.= 20 Punkte. Schlagballweitwurf: 10 m=0 Pkt. je 1,25 m mehr= 1 Punkt, 35 m= 20 Punkte. Weitsprung: 1,65 m= 0 Punkte; je 10 cm mehr= 1 Punkt; 3.65 m— 3. Altersklaffe,„öestengng, Punlie erSieger ist, wer minbestens 47 Punll era) Vierkampf: 75 m Lauf, Schlagballweitwurf, Reck= und Barrenübung. Wertung: 1. 75m Lauf: 15,1 Sek. bis 11,1 Sek.; 1/1 Sek.= 1 Punkt. 2. Schlagballweitwurf: 15 m bis 40 m; 1,25 m= 1 Punkt. 3. Reckübung: Höhe 1,40 bis 1,50 m, Felgausschwung, Ueberspreizen I., neben die I. Hand und Knieumschwung l. rucwaris in den Knieliegehang, Knieausschwung l. vorwärts und sofort mit Umgreifen l. in den Kammgriff l. neben d. l. Bein, Spreizabsitzen r. mit ¼ Drehung l. in den Querstand. 4. Pferdübung: Flanke mit Anlauf. Pferdhohe 0,95 m, seitgestellt, ohne Pauschen. b) Vierkampf: 75 m Lauf. Schlagballweitwurf, Weitsprung, Hochsprung. Wertung: 1. 75 m Lauf: wie 3. a). 2. Schlagballweitwurf: wie 3. a). 3. Weitsprung: 1,70 m bis 3.70 m; 4. Hochsprung: 0.75 m bis 1.25 m; 23 cm= 1 Punkt... I. Eeil. In dem Vierkampf a) uno vy tann der Teilnehmer an Stelle des 3. oder 4. Kampfes eine Schwimmübung über 50 m ablegen. urzinc einpfohten für Zuckerkranke erhält man bei 2022 Otto Schulte Bäckerei und Konditorei Maseleckstrade 3 Zwangsversteigerung men han 2 ds. Mis., vorm. 10 Uhr, werde ich in Schwerte, Westenstraße 15 1 Schrank 1 Sofa 2534 1 Schreibtisch 1 Schreibmaschine öffentl. meistbietend gegen Barzahlung versteigern. Schwerte, 1. Juli 1930 Trausch Obergerichtsvoltzieher ½ Morgen gutes 5* geben billig ab Karl Frage& Sohn Freiherr vom Steinstr. 8 2 Bettstellen, 2 Nachtschränkchen, 1 Waschtisch m. Marmoraufsatz u. Spiegel ist zu kaufen bei Frage& Sohn Zwangsversteigerung Im Wege der vollstreckung werde ich am Mittwoch, den 2. 10 Uhr, im Verst.=Lokal Möller, hier(Westenstr.) 1 Büfett 2537 1 Schreibmaschine (A. E. G.) 1 Schreibmaschinentisch 1 Gasosen 1 Korbsessel 1 Kamin öffentl. meistbietend gegen Barzahlung versteigern. Schwerte, 1. Juli 1930 Kubon Gerichtsvollzieher kr. A. El#-##st Betten Kinderbett. an jeden, Teld Aabeth Sahlun Nr. 151(Zweites Biatt) chercitr or Dienstag, 1. Juli 1930 Der Wenprotestante selerl eus Berennins ven Augrburg Eindrücke von den Die vier Jahrhunderte von 1530 bis 1930 bedeuten einen langen Weg deutscher Geschichte, in der sich das Gesicht der Welt völlig verändert und gewandelt hat. In Augsburg scheint dieser Abstand der Jahrhunderte ausgelöscht zu sein, so lebendig und gegenwartsnah war das Juhiläum, mit dem diese Stadt das Gedächtnis der großen Reformationsereignisse vor 400 Jahren seierte. Vergangenheit und Gegenwart wohnen hier dicht beisammen und haben miteinander einen Bund geschlossen, wie man ihn selten in solcher Harmonie in deutschen Städten findet. Das Augsburg von 1530, die Stadt der Konfession, steht lebendig mitten in der Stdt von 1930. Und die Gäste, die aus aller Welt zur Feier des großen ReformationsJubiläums zusammengekommen waren, fühlten sich auf Schritt und Tritt zurückversetzt in die Zeit, deren 400jähriges Gedächtnis sie festlich begingen. Unvergeßlich wird für die Zehntausende, die dabei waren, der evangelische Volkstag bleiben, der die Gedächtnisfeier für die Augustana einleitete. Will man diesen Tag mit Zahlen messen, das je in den letzten Jahrhunderten gefeiert worden ist, ein Fest, daß Massen und wiederum Massen unter der Fahne der Kirche vereinte, ein Fest, das in einer überwiegend katholischen Stadt auch auf die nichtevangelische Bevölkerung starke Werbekraft ausübte, ein, Fest, das wirklich Volksfest war. In einem Zeitalter, das die Massen fast nur noch unter dem Zeichen des Sports auf die Beine bringt, will solch ein Aufmarsch der Hundertausend, wie er hier sich vollzog, etwas bedeuten. Zehntausende kamen aus Bayern, Tausende aus Thüringen und Hessen, aus Westfalen, vom Bodensee her, aus Schwaben, ja aus Tirol und aus dem Salzkammergut. Das schob und drängte sich durch die Straßen und Tore, Gassen und Plätze und erfüllte die Stadt mit einem Trubel, wie ihn selbst das vielbesuchte Augsburg selten gesehen hat. Aber es war kein Jahrmarktstrubel, kein Volksfest mit lautem Lärm, sondern ein Feiern, wie es dem ernsten Anlaß entsprach und dem Stil eines solchen Festes gemäß war. Ja, noch mehr. Nicht die Erinnerung an ein Bekenntnis aus längst verklungenen Tagen wurde erneuert, sondern mit großem Gewissensernst stellten die Prediger in den Gottesdiensten die innere Verbindung der Vergangenheit mit der Gegenwart her. Nicht der Propheten Gräber gelte es zu schmücken, sondern das Bekenntnis der Väter als lebendige Macht für das Christenleben jedes Einzelnen zu erneuern und durch innere Selbstbesinnung und Selbstprüfung den Geist der Reformation in der Gegenwart wirksam werden zu lassen. Augsburger Festtagen. Der Festzug erreichte seinen Höhepunkt in dem historischen Festzug. Die Maximilianstraße, die als schönste Straße Deutschlands gerühmt wird, deren herrliche Giebel und imposante Fassaden schon den Einzug Kaiser Karls 1530 gesehen haben— keine andere Straße hätte einen herrlicheren Rahmen gegeben für den Tag, der sich mit einer Großartigkeit und Pracht ohnegleichen vor den begeisterten Zuschauern entfaltete. In buntem Wechsel, dessen Bilderreichtum das Auge kaum zu fassen vermochte, zog die bewegte Reformationsgeschichte Augsburgs an dem Menschen der Gegenwart vorüber eine Darstellung evangelischer und deutscher Geschichte, wie sie in den Reformationsjubelfeiern der letzten Jahre einzigartig dasteht. Die Bilder der Geschichte wurden ausgenomemn und mit der Gegenwart verbunden durch drei Ansprachen kirchlicher Führer aus Süddeutschland. Ein Bekenntnis— das war der Grundgedanke dieser Reden— darf man nicht feiern, wenn man nicht entschlossen ist zum Bekennen. Mit unserem Willen und unseren Kräften stehen wir ganz in unserer Zeit, innerlich verbunden mit dem Leben und Leiden unseres Volkes, aber wir scheiden uns von einer glaubenslosen und verworrenen Zeit dadurch, daß wir aus einer heiligen Vergangenheit heraus den Ruf zum Glauben vernehmen und diesen Glauben hineintragen in den Geisteskampf unserer Tage. So feierte das evangelische Kirchenvolk gemeinsam mit seinen Führern und seinen Gästen aus der gesamten protestantischen Welt das Jubiläum ron Augsburg. Auf diesem Hintergrund stand in repräsentativer Form das Bild der Feiern, durch die der Deutsche Evangelische Kirchenbund das Gedächtnis der Ausburger Konfession ehrte. Es entsprach dem bedeutsamen Anlaß, daß die Reichsregierung persönlich vertreten war und auch die Staatsbehörden persönlich ihr Interesse an dem Fest des deutschen Protestantismus bekundeten. Mit besonders starkem Beifall wurde das Grußwort des Reichspräsidenten ausgenommen und sein Wunsch, daß die Erinnerung an das reformatorische Bekenntnis von Augsburg dazu beitragen möge, christliche Gesinnung im deutschen Volke zu erhalten und zu wecken. Auf den gleichen Ton war das Schreiben des Reichsinnenministers gestimmt, und der Reichsjustizminister der die Reichsregierung persönlich vertrat, kleidete seine Begrüßung in einen Appell an den deutschen Protestantismus, eine geschlossene Abwehrfront gegen die religionsfeindlichen Mächte unserer Tage zu bilden. Die Stadt Augsburg, die der Schauplatz all dieser Jubiläumsfeierlichkeiten war, verstand es, den protestantischen Gästen einen besonders würdigen Empfang zu bereiten. Welche deutsche Stadt hätte einen schöneren Raum für einen solchen Empfang als Augsburg in dem Goldenen Saal des großartigen Rathauses, das der berühmte Elias Holl als Zeichen deutscher Bürgerkultur in schwerster Notzeit deutscher Geschichte baute! Die Grüße, die in diesem Saal zwischen der Stadt und dem Deutschen Evangelischen Kirchenbund in feierlicher Form gewechselt wurden, entsprachen der Weihe des Raumes und der Würde der Versammlung. Die Feierlichkeiten dieser Begrüßungen und Empfänge aber wurden überstrahlt durch den Gedächtnisakt, zu dem sich in der Barfüsserkirche inmitten der großen evangelischen Gemeinde Augsburgs die Führer des evangl. Glaubens gemeinsam mit den Abgesandten des ausländischen Protestantismus sammelten. Es war eine erlesene Versammlung von Führern aller deutschen Landeskirchen, wie sie selten bei einem Reformationsjubiläum der letzten Jahre beisamen waren. Diesem ökumenischen Charakter entsprach es, wenn die Vertreter der protestantischen Kirchen des Auslandes in feierlicher Form das Bekenntnis von Augsburg bekräftigten und es als unübertrefflichen Ausdruck reformatorischen Glaubens, als ein Dokument des Gesamtprotestantismus ehrten. Die lutherische Kirchen Schwedens, die englischen Freikirchen, der Erzbischof von Canterbury, das Oberhaupt der anglikanischen Staatskirche, der amerikanische Kirchenbund, der schweizerische Kirchenbund, der französische Protestantismus, die evangelischen Kirchengemeinschaften in Schottland, Ungarn, Firnland, Belgien bekundeten durch ihre Abgesandten ihre Anteilnahme an dem Jubiläum. Es war eine Feier des Weltprotestantismus. So bewies das Augsburger Glaubensbekenntnis, wie es vor 400 Jahren das gemeinsame Panier evangelischer Fürsten und Städte war, auch im Jahre 1930 seine gemeinschaftsbildende Kraft und seine Bedeutung für den deutschen Kirchenbund und für den Protestantismus der Welt. Sp. Elternbeiratswahl im Reg.=Bez. Arnsberg Am 22. Juni sind auch im schulpolitisch wichtigsten Gebiet der Provinz Westfalen die Elternbeiräte neu gewählt worden. Die Wahlvorbereitung stand im Zeichen starker Aktivität der Kommunisten, die in weltanschaulichen Fragen als Freidenker auftreten. Diese machten den Versuch mit eigenen Listen an den konfessionellen Schulen Fuß zu fassen. Laut„Ruhrecho“ wurden allein im Industriegebiet 183 Listen„proletarischer Schulkampf“, aufgestellt. Die Anstrengungen der Freidenker hatten eine besonders lebhafte Wahlvorbereitung und=Beteiligung zur christlichen Elternschaft zur Folge. Soweit sich aus den bisher vorliegenden Ergebnissen ein Bild gewinnen lläßt, haben die Freidenkerlisten in keinem Falle zu dem von ihnen gewünschten Erfolg geführt. Sie wurden aber überall der Anlaß zur Vornahme einer tatsächlichen Wahl, gerade an solchen Schulen, an denen man sich sonst immer auf eine Einheitsliste„geeinigt“ hatte. Dadurch ist viel zur Klärung der Lage und zur Gesundung der Verhältnisse im Hinblick auf eine fruchtbare Elternbeiratsarbeit geschehen. Auch Unna hat zum ersten Mal gewählt und zwar an 5 Schulen; Ergebnis 23 christliche Sitze zu 8 weltlichen. In anderen Orten war die Wahlbeteiligung der Freidenker so gering, daß es nicht einmal zu einem Sitze reichte. Die Meldungen, die aus den größten Industriestädten vorliegen, bestätigen die eben gekennzeichnete Entwicklung. In Herne, WanneEickel, Hagen und Bochum kamen mit geringen Einschränkungen an den evangelischen Schulen rein christliche Elternbeiräte zustande. Von Groß=Dortmund liegen Ergebnisse von 26 Schulen vor, darunter die Hauptkampfgebiete; an diesen Schulen sind 196 Sitze in der Hand der christlich=unpolitische Liste gegenüber 31 Sitzen der verschiedenen Gegenlisten.— Die christlich unpolitische Liste hat nicht nur ihren Bestand behalten, sondern noch vergrößert: Bergkamen 10 christl., 3 weltl., Dortmund=Bövinghausen 17(15) christl., 2(4) weltl., Lüdenscheid 28(22) christl., 13(12) weltl., Kamen 19 (17) christl., 2(3) weltl., Volmarstein 6(3) christl., 0(3) weltl. In Arnsberg sind die weltlichen Vertreter völlig ausgeschieden. Sollten die bisher noch ausstehenden Gebiete das Bild nicht entscheidend verändern, so läßt sich heute als Gesamtergebnis schon feststellen, daß die Versuche der Liste„proletarischer Schulkampf“, Anhänger in der Elternschaft der konfessionellen Schulen zu gewinnen, gescheitert sind. Sie haben eher das Gegenteil erreicht, indem sie die christlichen Eltern in verstärktem Maße zur Wahlurne brachten. Alle übrigen noch auftauchenden Listen traten hinter diesem Gegensatz zurück.— So haben die westfälischen Wahlen nur das bestätigt, was bei den Wahlen im Freistaat Sachsen, in Hamburg, Berlin, Breslau und anderen Großstädten schon deutlich wurde: entschiedenes Eintreten der Elternschaft für Beibehaltung christlichen Schulen und christlicher Erziehung. Vererbung einer Wohnung Die Vererbung einer Wohnung erkennt ein Rechtsentscheid des Kammergerichts an. Ueberträgt ein Miterbe des Mieter einer Wohnung seinen Anteil an dem Nachlaß nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch auf einen anderen, so geht dadurch sein Verfügungsrecht über die Wohnung auf den anderen über. Haarwäsche ohne Wasser geht schneller: mit Kamn und Bürste und etwas Schwarzkopf=Trocken=Schaumpon dauert's nur 3 Minuten, und Sie sehen trotzdem aus als kämen Sie gerade vom Friseur. Die grüne Achteckdose zu 1 Mark reicht für Monate. 2 Sorten ft blondes und dunkles Haar. Roman von Pankraz Schuk 22. Fortsetzbng. Nachdruck verboten. „Sie irren. Auch mir hat das Schicksal seine Faust schwer in die Seele geschlagen.“ „Daß Sie mir davon nie etwas erzählten?“ „Es hat noch niemand darum etwas erfahren. Selbst meine Eltern nicht, wie sie auch schon in mich gedrängt haben, die Tore meines Herzens vor ihnen aufzutun.“ „Und würden Sie auch mich abweisen, wenn ich Sie bäte, mir zu sagen, was Ihr Herz beschwert?“ Sekundenlang rang Lore mit sich. „Es ist etwas Wahres an dem Sprichwort: Zwei Herzen tragen eine Last leichter als eines, Fräulein", meinte Grössing und in seinen Worten lag eine Bitte „Geben Sie mir Ihr Wort, Doktor, daß Sie das, was ich Ihnen anvertraue, ganz allein für sich behalten wollen.“ Auf Chrei.— guno, in weiche sie die ihre legte. „Es dürfte Ihnen wahrscheinlich unbekannt sein, Doktor, daß schon zweimal um meine Hand angehalten wurde, und ich zum Leidwesen meiner Eltern, die mich schon gar so gern als Frau sehen möchten, beide Bewerber zurückwies. Ich kann Ihnen gestehen, daß ich ebenso handeln würde, mehr, handeln müßte, wenn ein dritter oder vierter Bewerber um meine Hand auf den Plan treten würde.“ „Das ist nichts Außergewöhnliches, Fräulein Lore“, wandte sich Grössing ein.„Sie haben jedenfalls schon Ihre Wahl getroffen und Ihr Herz ist nicht mehr frei.“ „Sie haben recht. Ich habe einen lieb. Schon lange... lange. Und um dieser Liebe willen, die ich tief und ehrlich im Herzen trage, habe ich es auch abgelehnt, Frau Gerichtsrat oder Frau Forstadjunkt zu werden. Interessiert es Sie, die Geschichte meiner Liebe zu erfahren? Soll ich sie Ihnen erzählen?“ lein.“ Gahr=“ b „Es sind genau jetzt funf Jühle“, begann Lore.„ Ich stand damals im letzten Jahr meiner Studien auf eine Lehrerin. Ich muß vorausschicken, daß, abgesehen von einigen Schulmädelliebeleien, die Liebe an meinem Herzen bisher eindruckslos vorbeigegangen und mir jene wunderholde Macht nur aus der Lektüre einiger Soldaten bekannt war. Da warf sie mit einem Male ihr Fangnetz auch über mich und schlug mich vollends in ihren Bann. Ich lernte einen jungen Mann kennen und lieben, der, gleich mir, nahe dem Abschluß seiner Studien stand: dem Bodenkulturstudium. Bruno Heider hatte mich ebenso lieb wie ich ihn, und sein Streben ging von allem Anfang unserer Bekanntschaft dahin, sobald als nur möglich die Grundlagen zu schaffen, die notwendig sind, um sein liebstes Mädel heimführen zu können, er sah sich schon um eine seinen Studien angemessene Stellung um, ehe er diese noch abgeschlossen hatte. Aber Sie wissen ja, wie es ein Jahr nach dem blutigen Weltgeschehen hierzulande aussah, Doktor. Es war kein Bedarf an manuellen Arbeitskräften, noch weniger an Brot und Auskommen finden wollte, mußte aus der Heimat gehen und sich irgendwo anders in der Welt nach beiden umtun. Auch Brono Heider faßte den Entschluß, seine armselig gewordene Heimat aufzugeben. Er fand eine Anstellung als Kulturingenieur im holländischen Kolonialdienste. Sie können sich denken, Doktor, wie schwer es mir fiel, mich von dem jungen Manne, mit dem ich mich mittlerweile verlobt hatte, zu trennen. Aber die unerschütterliche Ueberzeugung, daß die Absichten meines Verlobten durchaus ernste waren, sowie das Gelöbnis, mich zu sich zu nehmen, wenn er sich irgendwo eine auskömmliche Position errungen hätte, gaben mir die Kraft, die Trennung zu ertragen.“ Lore hielt einen Augenblick an, schöpfte Atem, dann fuhr sie in ihrer Erzählung fort: „Ich habe meinen Eltern mit keinem Worte verraten, wie es um mein Herz bestellt war und auch heute noch bestellt ist. Meine Verlobung mit Bruno Heider ist ihnen auch heute noch unbekannt. Fünf Jahre sind seit unserer Trennung vergangen, ich weiß nicht, wo mein Bräutigam eine Stellung gefunden hat, da mir seitdem kein Lebenszeichen von ihm zugekommen ist, aber in mir lebt und webt das unerschütterliche Bewußtsein, daß er eines Tages kommen werde, um sein mir gegebenes Versprechen einzulösen und mich zu seiner Frau zu machen. Dieser Glaube ist in meiner Seele tiefverankert und dieser Glaube hat mich schon über manche herbe Stunde gebracht. Ich werde auch in Hinkunft Bruno Heider die Treue halten.“ Lore Hellmer machte im Sprechen eine Pause und ihr Blick ging über das Antlitz des jungen Arztes an ihrer Seite, um daraus die Wirkung zu lesen, die ihre Erzählung auf ihn gemacht hatte. Aber Grössings Gesichtszüge trugen keine Veränderung ob dessen, was er aus Lorens Munde erfahren. „Fräulein Lore“ brach er die Weile Stillschweigens, das zwischen ihnen eingetreten war,„Sie sind ein tapferes Mädchen. Solche Treue ist heldenhaft und rar in der heutigen Zeit. Ich bewundere Sie. Ich bin überzeugt, daß sie dieses Festhalten auch zu einem freudigen Ziele führen wird. Nochmals: Sie sind ein tapferes Mädchen.“ Lore atmete erleichtert auf, denn Grössings Worte gaben ihr die Gewißheit, daß er keine Absichten in der von ihrer Mutter angedeuteten und gewiß auch erwarteten Richtung hatte. Ihre Befürchtung war also unbegründet. Und darüber machte eine tiese innere Freude ihre Augen blank. „Ich gehöre halt noch dem alten Mädchenschlag an und nicht dem neuen Typ der heutigen Zeit,“ meinte sie lächelnd. „Das wahrhaftig", bestätigte Grössing. Und dann nach einer Weile:„Trotzdem schon einer von Ihrem Herzen Besitz ergriffen hat, Fräulein, nehme ich an, daß in einem Winkelchen Ihrer Seele doch noch ein, wenn auch bescheidenes Plätzchen für mich frei ist, als Ihr Freund und Vertrauter, der ich von di ser Stunde an geworden bin. Darf ich das glauben, Fräulein Lore?“ Sein warmer Blick traf dabei ihr Augesicht „Ja, Doktor, das dürfen Sie. Hier meine Hand: auf eine gute und dauernde Freundschaft", erwiderte sie. Sie waren stehengeblieben und hielten sich bei den Händen. Nun schritten sie wieder weiter. „Doktor, nun müssen auch Sie beichten", meinte Lore.„Ich möchte nun meinerseits an Sie die Frage richten, was es ist, das Sie abhält, ständig in Wildeneichen zu bleiben?“ „Ich habe Ihnen ja vorher erklärt, daß ich damit vorerst selber fertigwerden muß.“ „Gut denn, dann will ich warten, bis Sie so weit sind.“ Das Waldsträßlein, auf dem die beiden jungen Leute bedächtig dahinschritten, kam jetzt ein Wagen gefahren. „Mir scheint, das ist der Vater... Ja, wirklich...“ Er ist kurz nach dem Mittagessen nach Gutenbrunn gerufen worden." In der Tat, es war Doktor Hellmer, der den Wagen lenkte. „Vater!... Vater!“ rief ihm Lore entgegen. „Ja, wohin denn, Mädel?“ fragte Hellmer, den Wagen anhaltend.„Und Sie, Herr Kollege?“ „Wir sind auf einem Spaziergang zum „Rauschenden Quell" begriffen," erklärte Lore. „Wissen Sie, daß ich eben stracks zu Ihnen fahren wollte?“, wandte sich Hellmer an Grössing.„Ich brauche Sie nämlich dringend als Assistent bei einem schweren Unfall. Bis ich zu diesem Zwecke meinen Kollegen aus Schönhofen herbeibringe, kann es schon zu spät und Sepsis eingetreten sein. Na, steigen Sie nur rasch auf. Und auch Du, Lore. Dich laden wir beim„Rauschenden Quell" ab. Dort erwartest du uns, bis wir wieder zurückkommen. Also, hoppauf, Kinder!" Lore und Grössing nahmen im Wagen Platz und dann ging es in einem prächtigen Trab durch die grüne Waldstille zurück. Wenige Minuten später hielt das Gefährt beim„Rauschenden Quell“, einer kleinen Einkehrwirtschaft, die von Spaziergängern der ganzen Umgebung gern aufgesucht wurde, um bei einem Glase Milch und einem Stück Schwarzbrot eine stille Rast zu halten. (Fortsetzung folgt.) Sportfest auf dem A. H. 1860. Furnen, Spiel und Sport,— Lammers, Oldenburg, läuft 10,4 Sekunden. gagen os(WSo.)— 97.=Mannschaft Hagen 9:s(S:2). Die Wettkämpfe am Sonntag. — Handball: Lammers läuft 10,4 Sekunden. Begünstigt vom schönsten Sommerwetter, konnten die Wettkämpfte am Sonntag glatt ausgetragen werden. In Verbindung mit dem Vereinsjubiläum stand der Sternlauf des Stadtverbandes der Hagener Turnvereine anläßlich der Rheinlandbefreiung. Von den äußersten Stadtgrenzen Hagens trafen die Sternläufer von Haspe, Holthausen, Vorhalle, Kabel, Delstern und Eilpe gegen 2 Uhr mittags am Neumarkt ein, wo Herr Dietrich eine der Bedeutung des Tages und der Stunde angepaßte kurze Ansprache hielt. Hierauf erfolgte der gemeinsame Abmarsch unter Vorantritt einer Musikkapelle zur Kampfstätte des A. H. 1860 an der oberen Fleyerstraße, wo alsbald mit den Wettkämpfen begonnen wurde. Die allgemeinen Freiübungen wurden durch den Einmarsch von Turnern und Turnerinnen eingeleitet, deren Zahl etwa 300 betrug. Es war ein farbenfrohes, herrliches Bild, diese Schar von Turnern und Turnerinnen auf grünem Rasen in hellstem Sonnenschein sich nach dem Takte der Musik bewegen zu sehen. Darnach sprach Frl. Jühe einen von Frl. Günther gedichteten Prolog. Herr Karl Bettermann als Vorsitzender des Turn= und Spielvereins Hagen 1860 begrüßte mit einem fröhlichen Gut Heil und einem Herzlichen Willkomm die zahlreicb erschienenen Gäste. Er führte aus: Nach dem schweren Ringen und Sorgen um die Erreichung der Ziele und Erfüllung der hohen Ausgaben ist es eine besondere Ermunterung für alle, die in edler, treuer Hingabe dem Geschaffenen und der guten Sache des deutschen Turnens so selbstlos gedient haben. Ihnen allen gebührt herzlicher Dank. Dank aber auch allen getreuen Mithelfern für die hingebende Arbeit und Unterstützung. Ihr schönster Lohn ist die heutige Höhe und Stärke und Leistungsfähigkeit des Vereins, der stets für die gemeinschaftliche Volks= und Vaterlandssache sein Wirken eingesetzt. Nach einem Mahnwort an alle Verantwortlichen, die Jugend nicht parteipolitisch zu verhetzen, schloß Redner seine Ausführungen mit einem kräftigen Gut Heil! Der Reigen der Vorführungen, der sich auf dem Rasenspielfeld unter der sicheren Leitung der beiden Turnwarte E. Heyink und Karl Backhaus reidungslos abwickelte, begann mit Keulenübungen der Turnerinnen von 1860, Leiter A. Dauh, die in rhythmischem Schwung durchgeführt wurden. Zu der 4 mal 100=Meterstaffel der Jugend traten die Vereine so zahlreich an, daß verschiedene Vorläufe notwendig wurden. Für den Endkampf konnten sich Haspe 60, Hagen 80, VfL. Hagen und Vorhalle durchsetzen. Ein besonderer Genuß und ein Zeichen des starken Gemeinschaftsgeistes in Hagen 1860 war das Vereinsturnen, das von 60 Turnern an 10 Barren in exakter und mustergültiger Weise durchgeführt wurde. Plötzlich große Bewegung unter allen Mitwirkenden und Zuschauern! Lammers läuft 100 Meter! Die 100=Meter=Bahn ist auf beiden Seiten dicht umringt. Am Start sieht man Lammers, Scheurmann 05, Isenbeck 1860, Lukas Haspe und Hertel 05. Bei dem Schuß kommt Lammers leicht und sicher ab. Ohne sich voll auszugeben bleibt er Erster und meistert die 100 Meter in 10,8 Sekunden. Dicht auf folgt Scheurmann, weiter zurück Isenbeck und darnach Lukas und Hertel. Der zweite Vorlauf hat folgendes Ergebnis: 1. Killing, Wetter, 10,9, 2. Winker, Dortmund 11, 3. Stiebing. Germania Hagen, 11,4, 4. Faust, 05 Im dritten Verlauf siegte Regener. Dortmund, in 10,9 vor Hellmann, Haspe, 11,1 und Wolters. 11,6. Nach den aufregenden Läufen brachten 3 Tänze von Turnerinnen von Hagen 1860 im bunten Tanzkleid willkommene Abwechslung. Harte Kämpfe gab es bei den Olympischen Staffeln (800, 200, 200, 400 Meter). Hagen 1860 gewinnt in 3.52 Min. vor Haspe 60 in 4,049 und VfL. Hagen in 4,08. Nach dem Tischspringen von Hagen 1860 trat die Jugend zur Entscheidung der 4 mal 100 Meterstaffel an. Hier wurde Haspe 60 erwartungsgemäß Sieger mit 48,2 Minuten vor Hagen 1860 48,6 und VfL. mit 49,2., Den 900 Meterlauf gewann erwartungsgemäß Grube, Witten, in 23.6, Zweiter wurde Hertel 05 mit 23,8 und Dritter Stiebing, Germania Hagen, mit 24 Sekunden. Eine angenehme Ueberraschung gab es beim Endlauf der Turner der 4 mal 100=Meterstaffel. Es war eine Gästemannschaft zusammengestellt worden, die in folgender Aufstellung lief: Killing, Wetter, Regener, Dortmund, Wenker, Dortmund und Lammers. Ihre Gegner waren: Sportklub 05, Germania Hagen und VfL. Hagen. Die Gäste gewannen diese Staffel überlegen in der Zeit von 43,7 Sekunden. Nach ihnen wurde Erster Sportklub 05 in 45,7 Sekunden, Zweiter Germania Hagen 46,5 und Dritter VfL. Hagen mit 47 Sek. Während die besten Geräteturner des Stadtverbandes der Hagener Turnvereine der D. T. ihre Kunst im Reckturnen den beifallsfreudigen Zuschauern vorführte, traten die Sieger im Vorlauf über 100 Meter zum Endkampf an. Es liefen zuerst die Gäste, die im Vorlauf auch die besten Zeiten erzielt hatten. Diesmal mußte Lammers alles aus sich herausgeben, um Sieger zu werden. Regener, Dortmund, folgte ihm bis zum Ziel im Abstand von etwa 2, der wiederum von Killing. Wetter, um Brustbreite verfolgt wurde. Das aufregende Rennen ergab die glänzenden Zeiten: Lammers 10,4 Sek., Regener, Dortmund, 10,6, Killing, Wetter, 107 und Wenker, Dortmund, 11. Die zweite Entscheidung über 100 Meter ergab folgendes Resultat: Hallmann, Haspe 09, 11,1, Hertel, 05, 11,2, Isenbeck, 1860, 11,5. Nach einer Turnerinnenstaffel, zu der Hagen 1860 2 Mannschaften stellte, die sich ein totes Rennen lieferten(54,2 Sek.), war der Platz geräumt und die beiden Handballmannschaften Sportklub 05— Stadtmannschaft D. T. betraten das Spielfeld. *** Hagen 05(WSV.)— Auswahlmannschaft Hagen(DT.) 9:5(5:2). Das Handballspiel zwischen dem WSV.=Vertreter Hagen 05 und einer ausgewählten Mannschaft von Hagener DT.=Vereinen bildeten den Abschluß der großen Jubiläumsveranstaltung und endete mit einem glatten Siege von Hagen 05. Die WSV.=Elf war der DT.=Elf inbezug auf Schnelligkeit und flüssigem Kombinationsspiel überlegen. Die neue Aufstellung im Sturm bei den 05ern dürfte sich nach weiterem Einspielen gut bewähren und ihnen noch viele Erfolge einbringen. Der Hintermannschaft der D. T. gelang es meistens nicht, die gegnerische Fünferreihe aufzuhalten und überließ dem Torhüter den schwierigsten Teil ihrer Aufgabe. Der Sturm der DT.=Mannschaft war nicht schlecht besetzt, besonders der Innensturm machte glänzende Vorstöße, drang aber nicht immer durch, sodaß die Angriffe vorzeitig abgestoppt wurden. Dreiviertel des Spiels gehörte den 05ern und erst gegn Schluß holten die Turner stärker auf, sodaß die Torspanne nicht allzu groß wurde. Das Rennen beginnt mit einem überraschend schnell herbeigeführten Strafstoß, der vom Halblinken mit mächtigem Wurf verwandel wird. Es folgt fast gleichzeitig durch den Mittelstürmer des Gegners der Ausgeich. Nachdem noch einige Würfe ihr Ziel verfehlen, gelang es dem 05er Mittelstürmer mit schnellem Flachwurf ein 2:1 zu erzielen. Nachdem dann der Halbrechte dreimal haarscharf neben das Ziel schoß, gelingt ihm schließlich eie Treffer. Die D. T. besinnt sich und der sonst so treffsichere Halblinke wirft endlich im Lauf das zweite Tor. Verschiedene weitere Vorstöße bleiben aber erfolglos. Dagegen scheinen die Absichten der 05er leichter der Erfüllung entgegenzugehen. Nachdem der Hüter im Tor eine Zeit lang sich glänzend gehalten hat, wird er von den 05er Sürmern noch vor der Pause zweimal überlistet, und der Halblinke verwandelt einmal nach wunderbarer Kombination, zum andern durch Strafwurf. In der Pause wurde noch eine 10 mal Einrundenstaffel gelaufen zwischen A. H. 1860, VfL. Hagen und Eiche Kückelhausen, die 1860 mit großem Vorsprung gewann, während sich BfL. knapp auf dem 2. Platz behaupten konnte. In Fortführung des Handballkampfes war eine Ueberlegenheit der 05er unverkennbar. Sie erhöhen ihren Vorspung durch den Halbrechten und Linksaußen auf 7:2. Im Endspurt wirds dann auch bei der D. T. lebendig. In abwechselnder Reihenfolge fallen verschiedene prima Tore, die das 9:5=Ergebnis herstellen. Westerurscher Spieldrrbalt! Jugendtreffen des Gaues 1930. Auf Beschluß des Festausschusses finden in diesem Jahre folgende Wettkämpfe statt: 1. Vierkampf der Männer: 100=Meterlauf, Steinstoßen 15 Klg., Weithochsprung über die Leine und Weitsprung. 2. Vierkampf der Aelteren(35—39, 40—44 und 45 Jahre und älter): 70=Meterlauf, Weitsprung vom Balken. Freihochsprung über die Lutte, Kugelstoßen 10 Klg. mit Anlauf. s. Sondermettkämpfe: 4 mal 100-Meterstassel, 4 mal 75=Meterstaffel, 100=Meterlauf um den Wanderpreis(Silberkranz Gerlach, Wetzlar), Tanziehen um die Mever=Hagen=Plakette), Stabhochsprung, 1500 Meterlauf, 3000=Meterlauf, Turnerringen in 2 Gruppen. Wettkampfbedingungen: Für die Durchführung der Wettkämpfe ist die Wettkampfordnung der Deutschen Turnerschaft maßgebend, mit der Ausnahme, daß nur 2 Drittel der erreichbaren Punkte für einen Sieg erforderlich sind(53 Punkte). Sonstige frühere Punktegutschriften fallen fort. Für jede Uebung sind nur 2 Versuche gestattet. Ueberpunkte werden voll angerechnet. Die Teilnehmergebühr beträgt 1 M. und ist in der Zeit von 8—10 Uhr vorm. auf dem Turnplatz zu entrichten. Eine besondere Anmeldung ist nur für die Sonderwettkämpfe erforderlich. Teilnehmer an den Sonderwettkämpfen entrichten eine Startgebühr von 1 M., jedoch sind Wettkämpser, welche bereits den Vierkampf mitgemacht haben, von dieser Startgebühr befreit. Die Bewerber im 100 Meterlauf müssen gemäß den Bestimmungen am Vierkampf teilgenommen haben. Für die Staffelmannschaften beträgt die Startgebühr 2 M. Für die Sonderwettkämpfe nimmt Meldungen und Startgebühr entgegen bis zum 12. Juli die Geschäftsstelle für das Harkortbergfest, Wetter, Wasserstr. 5. Meldungen ohne vorherige Einsendung der Startgebühr werden nicht vorgemerkt. Die sehn höchsten Sieger im Vierkampf der Männer und die fünf böchsten Sieger der einzelnen Gruppen im Vierkampf der Aelteren erhalten außer den Eichenkranz eine Ehrenurkunde. Desgleichen werden auch die Sieger in den Sonderwettkämpfen mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet. In Oeventrop sand das Gaujugendtreffen des Gaues Arnsberg bei bester Witterung und unter Beteiligung sämtlicher Vereine, etwa 200 Teilnehmer, eine glänzende Abwicklung. Die Durchführung dieser Veranstaltung war dem Rasensportverein Oeventrop übertragen worden, der in mustergültiger Weise alles organisiert hatte, sodaß die ganze Veranstaltung ohne Störung verlief. Etwa 500 Zuschauer hatten sich eingefunden, die Zeuge der interessanten Wettkämpfe waren In der Jugendklasse Jahrgang 12/13 lief Padberg, Hüsten 09, im 100 Meterlauf die beste Zeit des Tages in 11 Sekunden. Amb in den übrigen Konkurrenzen wurden einige sehr gute Durchschnittsleistungen erzielt. Die Ergebnisse. Dreikampf(100 Meterlauf, Weitsprung und Kugelstoßen). Jahrgang 12/13: 1. Lutter, Neheim, 235 Punkte, 2. Padberg, Hüsten 09, 224 Punkte, 3. Meyer, Meschede, 200 Punkte. Jahrgang 14/15: 1. Speckenheuer, Arnsberg, 234 K., 2. Blum, Sundern, 233 P., 3. Friedrichs, Hüsten, 196 P. Dreikampf(75=Meterlauf, Weitsprung und Ballweitwurf). Jahrgang 16: 1. Meyer, Eversberg, 240 Punkte. 2. Bohleber, Bestwig, 213 P., 3. Oesterreich, Bestwig, 211 P. 4 mal 100=Meterlauf. Jahrgang 12/16: 1. Spogg. Neheim 47,5 Sek., 2. RSV. Oeventrop, 3. Grünstern Meschede, 4. Hüsten 09. Jahrgang 14/15: 1. Wacker Sundern, 2. RSV. Oeventrop, 3. Grünstern Meschede, 4. Spogg. Reheim. Jahrgang 16 und jünger: 1. Spp. Bestwig, 2. RSV. Oeventrop, 3. Grünstern Meschede. Klubkampf: Köln 06 — Iserlohn Schleddenhofen 8:4. Das große Ereignis für Iserlohn nahm, durch das herrschende Sommerwetter begünstigt, einen glänzenden Verlauf. Der Vorsitzende des gastgebenden Vereins, Gauschwimmwart Lodwig, begrüßte die Schwimmbrüder und gedachte auch des 35jährigen Bestehens des Vereins. Der Klubkampf, der aus vier Staffeln, Springen und einem Wasserballspiel bestand, brachte spannende Kämpfe, die die Entscheidung in jedem Falle nur knapp für die eine oder andere Mannschaft herbeiführten. Iserlohn gewann das Springen mit großem Vorteil und ebenso ging das Wasserballspiel mit 7:1 Toren den Kölnern verloren. Tagegen gewannen die Gäste sämtliche Staffeln. Die 4 mal 100=Meterstaffel wurde in der Zeit von 5,29 Minuten gewonnen. Mit ganz knappem Vorsprung siegte Köln dann auch in der 10 mal 50=MeterBruststaffel in der guten Zeit von 6,48,9. Nur durch Handschlag entschieden wurde die 4 mal 100=Meter=Freistilstaffel in 5.01 Minuten vor Iserlohn in 5,01,4. Die letzte Staffel 10 mal 50=Meter=Freistil sah die Gäste überlegen in Form. Die Zeit betrug hier 5,35 Minuten. Ein gemütliches Zusammensein mit den Gästen und die Ehrung der Sieger bildete den Schluß der Veranstaltung. Ergebnisse. 4 mal 100Meter=Lagenstaffel: 1. Köln 06 529 Min., 2. Iserlohn 5,38,1 Min. 10 mal 50 Meter=Bruststaffel: 1. Köln 06 6,49,9, 2. Iserlohn 6,51. 4 mal 100=Meter=Freistil: 1. Köln 06 5,01, 2. Iserohn 5.01,4. 10 mal 50=Meter=Freistil: 1. Köln 06 5,35, 2. Iserlohn 5,41,9. Springen: 1. Sülberg, Iserlohn, 59,60 Punkte, 2. Colombier, Iserlohn, 55,50 P., 3. Clichee, Köln, 54,35 P., 4. Tewes, Köln, 44,65 Punkte. Wasserballspiel: Iserlohn— Köln 7: 1. Aenderung der Bedingungen zum Erwe.b des Deutschen Turn= und Sportabzeichens. Nach einem Beschluß der Mitglieder=Versammlung vom 21. März 1930 erhält die Gruppe 1. Absatz a) bis zum Ablauf des laufenden Jahres nachstehende Fassung: Männer: Schwimmen über 300 Meter in 9 Minuten. Frauen: Schwimmen über 200 Meter in 7 Minuten. In stehendem oder hin und zurück in fließendem Wasser. Ist der Strom zum Zurückschwimmen zu stark(die Entscheidung hierüber liegt lediglich in den Händen der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schwimmverband Deutsche Turnerschaft), so kann eine Zeit von 15 Minuten ohne Unterbrechung geschwommen werden. Treibenlassen ist auf jeden Fall verboten. In Zukunft können Urkundenhefte nur dann noch bestätigt werden, wenn jede einzelne Prüfung neben den Unterschriften der beiden Prüfungsabnehmer den Verbandsstempel (Gau oder Kreis) trägt. Der bisher noch gültige Vereinsstempel wird nicht mehr anerkannt. Die Aenderungen treten mit sofortiger Wirkung in Kraft. Deutscher Reichsausschuß für Leibesübungen. Schulen Lüdenscheid 29. Juni. In diesem Jahre fanden die Bannerwettkämpfe der höheren Schulen Westfalens zum ersten Mal in Lüdenscheid statt. Trotz der Abgelegenheit der Bergstadt waren rund 800 Schuler mit ihren Lehrern aus 55 häheren Schulen Westfalens erschienen. Der Freitagabend sah die Gäste auf einem Begrüßungsabend, wo sie von dem Leiter des Lüdenscheider Zeppelingymnasiums, das auch die Organisation des Festes übernommen hatte, bewillkommnet. Oberstudiendinektor Dr. Schmidt begrüßte bei der Gelegenheit außer den Vertretern der Stadt und der Bürgerschaft auch Oberschulrat Hellwig, Münster. Die Lüdenscheider Schüler des Zeppetingymnastums nterheeiten die Gäste mit Darbietungen des Schülerorchesters und mit einem Laienspiel, das viel Anklang fand. Die Befürchtung des Freitags bezüglich des trüben Wetters bewahrheitete sich am Samstag nicht. Als sich die Schüler frühmorgens versammelten, um in geschlossenem Zuge sich zur Naturkampfbahn Nattenberg zu begeben, schien die Sonne vom wolkenlosen Himmel. Auf dem Nattenberg spielten sich dann im Laufe des Vormittags gut organisiert die Wettkämpfe ab und zwar am Reck, am Barren, am Pferd, im Sprung, Lauf und Kugelstoßen. Im Schillerbad fanden gleichzeitig Schwimmwettkämpfe statt. Nach einer Mittagspause wurden am Nachmittag die Staffeln abgewickelt, bei denen außerordentlich gute Zeiten(4 mal 100 Meter in 45 Sekunden) erzielt wurden. Anschließend turnten rund 600 Schüler gemeinsam nach den Klängen der Hagener Schülerkapelle Freiübungen. Dann hielten Oberschulrat Hellwig und Oberstudiendirektor Dr. Hopfermann vom Bannerkampfausschuß Ansprachen, in denen sie besonders auch der gastfreien Stadt Lüdenscheid, die sämtliche Gäste in Bürgerquartieren untergebracht hatte und dem Zeppelingymnasium dankte. Die Preisverteilung sah folgende Sieger: Im Mannschaftskampf hat sich die Oberrealschule Herne in diesem Jahre zum dritten Male mit weitem Vorsprung von 140,44 Punkten das Banner erkämpft. Es sei bei dieser Geleg enheit bemerkt, daß die Herner Wettkämpfer ihrem Direktor bei ihrer Bestimmung als Teilnehmer an diesem Kampfe geloben mußten, sich in der gesamten Vorbereitungszeit jeden Alhokol= und Nikotingenusses zu enthalten. Zweiter Sieger wurde die Oberrealschule Hagen mit 123,07 Punkten, 3. Oberrealschule Dortmund 122,52 P., 4. Realgymnasium Siegen, 5. Realgymnasium Lünen 121 Punkte. Unter den südwestfälischen Städten sind noch zu erwähnen: 15. Realgymnasium Schwerte, 19. Realgymnasium Menden, 21. Gymnasium Hagen, 25. Realgymnasium Altena, 26. Aufbauschule Herdecke, 27. Realgymnasium Witten, 36. Realgymnassem Lüdenscheid, 37. Albrecht Dürer=Gymnasium Hagen. 39. Realgymnasium Iserlohn, 47. Gymnasium Attendorn, 48. Realgymnasium Neheim. Einzelsieger: 1. Brox, Oberrealschule Herne, 164 Punkte, 2. Feische, Realgymnasium Siegen, 156 P., 4. Schlege! Oberrealschule Herne, 153 Punkte. Noman von Gert Rothberg Schicksalsgewalten Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle(Saale) 8. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Die beiden Herren waren eine Weile schweigend nebeneinander hergegangen. Die friedvolle Stille des in der Mittagssonne träumenden Parkes wirkte auf sie ein. Jetzt kamen sie an den kleinen Teich, in dessen klarem Wasser sich Goldfische tummelten. Ringsum war blühendes Gesträuch, und in all den Tausenden von Blütenkelchen summte und zirpte es. Und in Reveloor war plötzlich ein seltsames Gefühl. Hier durfte Karell mit May glücklich sein. Leise, leise empörte sich seine unterdrückte Liebe. Doch abermals verscheuchte Reveloor diese Gedanken. Das Schweigen zwischen ihnen fing an, ihn zu peinigen. Er ergriff das Thema, das ihn seit heute früh mit am meisten bewegte. „Hast du gehört, Lu, der Einbrecher von Neuyork taucht plötzlich wieder auf. Diesmal macht er sich jedoch auf angenehme Art und Weise bemerkbar. Fast jeden Tag erhalten ein paar der damals von ihm Heimgesuchten ihr Geld zurück. Juwelen, die er genommen hat, sind ungefähr richtig abgeschätzt, und die Betroffenen bekommen ihren Verlust durch hohe Geldsummen ersetzt. Ein seltsamer Mensch. Ich habe ja schon manchmal gedacht, daß alles überhaupt nur eine Wette war, wie sie gerade hier in Amerika oft abgeschlossen werden. Oder der Mann ist irrsinnig, und er leidet an der Manie, erst die Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen, um ihnen dann später das Geraubte bis auf den letzten Schilling zurückzuzahlen. Diese beiden Möglichkeiten gibt es da bloß— der Meinung sind übrigens noch andere Menschen. Was sagst du dazu, Lu?“ Karells finsteres Gesicht war dem Freunde voll zugewandt. „Der Mann wird seine Gründe für sein rätselhaftes Verhalten haben. Ich meine auch— es ist eine Wette, und dann bliebe den Neuyorkern schließlich weiter nichts übrig, wie darüber zu lachen.“ „Stimmt! Doch rätselhaft wird das alles immer bleiben. Vor allem der geheimnisvolle Schlag, den jedes Opfer verspürte. Na, mag es sein, wie es will, ein intelligenter Mensch ist es auf jeden Fall, und ich würde es mich etwas kosten lassen, wenn ich den Mann einmal von Gesicht zu Gesicht sehen könnte.“ Ein Lächeln stand plötzlich in Karells ernstem Gesicht. „Vielleicht hast du das Vergnügen schon oft gehabt, und du weißt es nur nicht.“ „Leicht möglich“, gab Reveloor zu.„Um so mehr, wenn es sich um eine Wette gehandelt hätte. Dann gehört er sicher unseren Kreisen an, und wir haben ihm wahrscheinlich schon manchmal die Hand geschüttelt, ohne zu wissen, wen wir vor uns hatten. Doch wie ist das— ich verspüre eigentlich Hunger. Wo bekommt man hier in der Nähe etwas Eßbares?“ Karell zog den Arm des Freundes durch den seinen. „Zehn Minuten Autofahrt— und wir sind an einem malerisch gelegenen, kleinen Gasthause angelangt, in dem man trotz des äußeren bescheidenen Aussehens recht gut ißt. Doch erst muß ich hier noch ein paar Worte mit dem leitenden Architekten sprechen. May hatte mir einen besonderen Wunsch aufgetragen. Ich habe zwar vorhin schon mit dem Manne gesprochen, habe jedoch noch eine Kleinigkeit vergessen, was ich schnell nachholen will.“ Im Hause angekommen, fragte Karell nach dem Leiter. Einer der Arbeiter gab Bescheid. Der Herr war auf ein paar Stunden nach der Stadt gefahren, um persönlich verschiedene Sachen herbeizuschaffen. Die Freunde sahen sich an. „Da können wir unterdessen verhungern“, meinte dann Reveloor.„Weißt du, Lu, wir fahren nach dem Gasthause und kommen nachher noch einmal zurück.“ „Das geht nicht“, sagte Karell.„Ich werde von May erwartet, und das würde dann viel zu spät werden.“ „Na, so gib eben dem Manne dort den Auftrag; er mag es seinem Vorgesetzten ausrichten“, sagte Reveloor. Karell schüttelte mit dem Kopfe. „Nein. Der Mann würde die technischen Bezeichnungen gar nicht verstehen, und da käme dann etwas ganz Verkehrtes zustande, an dem May sicher keine Freude hätte.“ Schnell zog er sein Notizbuch hervor. Reveloor wollte gerade sagen:„Mit der verbundenen Hand?“ Da sah er, daß Karell leicht und sicher mit der linken Hand schrieb. Reveloor warf einen Blick auf das Papier. Eine schöne, charakteristische Männerhandschrift, aber doch nicht Karells gewohnte, flotte Schrift. Staunend betrachtete Reveloor den Freund. Zwei verschiedene Handschriften schrieb der. Ein Frösteln kroch plötzlich an ihm hoch. Wo hatte er nur gleich diese Schrift hier schon gesehen? Die war ihm doch bestimmt schon irgendwo einmal aufgefallen? Karell faltete jetzt das Blatt zusammen. Mit einem schnellen Blick streifte er des Freundes Gesicht. Der hatte augenscheinlich die kunstvollen Fensterbogen gemustert. Karell gab dem Arbeiter das Papier. „Geben Sie das Herrn Long, wenn er kommt, und sagen sie ihm, ich käme übermorgen um dieselbe Zeit wieder und wünschte ihn dann zu sprechen.“ Der Mann nickte eifrig mit dem Kopfe. „Wird alles besorgt, Herr Karell!“ Die beiden Herren gingen zu ihrem Wagen, den Karell selbst steuerte; er nahm hier ungern einen Chauffeur mit. Nach kurzer Fahrt hielten sie vor dem Gasthause. Karell war hier bekannt, und so saßen sie bald vor einem guten Essen und taten ihm alle Ehre an. Sie plauderten angeregt. Mitten im Gespräch aber dachte Neveloor: „Wo hat Karell die seltene Kunst erlernt, zwei voneinander grundverschiedene, schöne Handschriften zu schreiben?“ Und bei aller Sympathie und Liebe, die ihn für den Freund erfüllte, konnte er es nicht verhindern, daß immer wieder der Gedanke kam: „Karell haftei etwas Unheimliches an. Habt ihr alle das bisher übersehen?“ Und noch etwas anderes erfüllte Reveloor mit leisem Unbehagen. Vor ein paar Tagen war im Klub die Rede von Börsenneuigkeiten. Ein älterer Herr, guter Bekannter von Reveloor, hatte diesem auf die Schulter geklopft und gesagt: „Sagen Sie mal, Reveloor, Sie sind doch so eng befreundet mit dem schönen Karell. Sie wissen, daß die Vermutung damals laut wurde, Karell sei der Sohn jenes Goldgrubenbesitzers in K..., der durch seine verschiedenen Börsenspekulationen sich einen Namen gemacht hat. War die Vermutung richtig?“ Harry Reveloor fiel es zum ersten Male drückend auf, daß er sowohl wie May und deren Eltern doch gar nichts von Karell wußten. Vorsichtig tastend, sagte er: „Wie kommen Sie gerade jetzt darauf? Wenn es Karell vorzieht, im allgemeinen über seine Familienverhältnisse zu schweigen, so habe ich doch schließlich auch keinen Grund, darüber zu plaudern.“ Die Antwort klang grob, und das fühlte Reveloor in dem Moment, als er sie gab. Als er sich etwas verlegen entschuldigte, meinte der alte Herr lächelnd: „Ah, ein kleines Geheimnis? Ich bin der Letzte, der da hineindringen will. Doch ich weiß aus ganz sicherer Quelle, daß der bekannte Karell an der Börse ein Riesenvermögen verloren hat. Es würde mir leid tun um Ihren sympathischen Freund, wenn plötzlich der hohe, väterliche Zuschuß aufhörte. Junge Herren sind ein flottes Leben gewöhnt, und ein solches Pech, plötzlich arm zu sein, gönne ich dem hübschen Jungen nicht. Also, es war ein rein menschliches Interesse. Im übrigen nichts für ungut!“ Sie plauderten dann noch von einigen anderen Neuigkeiten. Reveloor aber hatte die Sorge nicht mehr losgelassen. Nicht, daß er Karells Armut gefürchtet hätte— May war ja reich genug. Aber warum sprach Karell sich nicht wenigstens aus? Eine Unwahrheit, die sich zwischen das Brautpaar drängte, konnte Mays Glück vernichten. Daran dachte Reveloor auch jetzt wieder, als er sich in den dunklen Korbsessel zurücklehnte und anscheinend den kunstvollen Ringeln seiner Zigarette nachsah. Plötzlich wandte er sich an Karell. „Lu, ich möchte dich bitten, mir meine Frage nicht übelzunehmen. Ist der Grubenkönig Karell in K... dein Vater?“ Lu sah den Freund groß an, ein seltsames Lächeln um den schöngeschnittenen Mund. Dann sagte er: „Ja. Aber warum fragst du? Hast du Angst um mich, weil es heißt, der Grubenkönig sei ruiniert?“ Reveloor reichte dem Freunde bittend die Hand. „Verzeih', Lu! Es war nicht bloße Neugier.“ Karell sah starr geradeaus, als er sagte: „Ich bin mit meinem Vater gänzlich entzweit. Sein Ruin schadet mir nicht. Ich habe mein Erbe. Harry Reveloor schämte sich seiner Frage. Da hatte Karell das Rätsel ja mit ein paar Worten gelöst. Durch irgendwelchen Umstand, der niemand etwas anging außer ihm selbst, war Karell mit seinem Vater völlig auseinander. Wahrscheinlich besaß er seit langem das Geld eines verstorbenen Verwandten. Daß er über die unerquicklichen Familienverhältnisse geschwiegen, war nur zu erklärlich. „Ich nehme an, du bist schon wiederholt in Verlegenheit gekommen, wenn man dich nach mir fragte. Ich ermächtige dich, nein, ich bitte dich darum, mache von meinen Mitteilungen Gebrauch, wo immer es auch sei, wenn du es für nötig hältst!“ Sie sahen sich ernst an, und dann reichten sie sich die Hände mit festem Druck. Als sie wieder in Neuyork ankamen, war es hohe Zeit für Karell, endlich zu May zu gehen, die ihn gewiß längst erwartete. Reveloor wollte in den Klub gehen. Karell versprach, später nachzukommen. Durch die amerikanischen Zeitungen ging die kurze Notiz, daß der Grubenkönig Karell in seinem Landhause in K... in der Notwehr seinen ehemaligen Freund, den Führer einer bekannten Vereinigung, erschossen habe. regte die Amerikaner weiter nicht auf, denn Mord und Totschlag gab es fast jeden Tag. Vielmehr ereiferte man sich an der Börse, ob der zurzeit schwerkranke, gefürchtete Börsenmann sich aus der schwierigen finanziellen Sttuation, in der er sich momentan befand, wieder herausarbeiten würde. Bianke La Rose hielt das Blatt in ihren Händen und blickte darauf nieder, starr und regungslos, als müsse sie so das Geheimnis durchdringen, das über diesem Ende ihres Todseindes lag. Und dann legte sie das Blatt endlich aus den Händen. Sie horchte in sich hinein, suchte den Haß, der immer von neuem sie in Flammen hüllte, wenn nur der Hauch eines Gedankens die beiden Männer streifte, die ihr den Dornenweg ihres Levens gebaut hatten. Staunend fand Bianke plötzlich nichts mehr von Haß. Nur Mitleid mit Ralf Karell, der einsam und krank daniederlag. War er auch so alt und müde geworden wie sie? Aeußerlich war sie noch immer die schöne Frau, doch im Herzen war sie alt, steinalt geworden. Die Vergangenheit stieg vor ihr auf und nahm sie gefangen. Sie sah sich wieder auf ihrem schneeweißen Pferde im Zirkus„Piranelli“ als gefeierte Schulreiterin. Sie sah den jungen Millionär Ralf Karell, der sie anbetete und dessen sieghafter, brutaler Schönheit sie verfiel. Ein tieser, zitternder Atemzug hob die Brust der einsamen Frau. Wie ein Satan hatte sich dann eines Tages James Knox zwischen ihr zendes Glück gestellt und es vernichtet. Bianke La Rose erhov sich und ging mit schleppenden Schritten hinüber, wo Karells Bild stand. Lange blickte sie in das Gesicht des Mannes, den sie einst so namenlos geliebt und der, deutlich fühlte sie es in diesem Augenblick, in ihrem Herzen trotz alledem nie gestorden war. Biankes Haß war ausgelöscht, nun sie wußte, daß er mit Knox abgerechnet hatte. Mochte die Welt glauben, was sie wollte. Sie wußte es besser. Ihr Inneres nur allein ahnte die Wahrheit. Stumm und still saß sie später am Fenster und blickte auf die Straße hinunter, wo die Menschen wie Pünktchen erschienen. Nur das Ticken der Uhr klang durchs Zimmer, das sich langsam in Dämmerung hüllte. Bianke wurde aus ihrem Nachdenken gerissen. Arthur Karell betrat das Zimmer. Mit kaum verständlichem Gruß setzte er sich an den Tisch. Dicke Schweißtropfen perlten auf seiner Stirn. Er zog das große, buntseidene Tuch aus der Brusttasche und trocknete sich ab. Bianke hatte längst Licht gemacht. Schweigend sah sie zu ihm hinüber. Sie sah, daß, als er das Tuch hervorzog, ein Bild aus seiner Tasche fiel. Er hatte es nicht gemerkt. Es lag neben seinem Stuhl. Fieberhaft zeichnete Arthur Karell. Das quälende Hasten konnte seine Mutter nicht länger mitansehen. Sie trat zu ihm und streichelte sanft das schöne, volle Haar. „Willst du dich nicht heute ausruhen, mein Junge? Warum quälst du dich?“ Alle Liebe und Zärtlichkeit eines Mutterherzens strömte aus diesen Worten, und der Verwachsene mußte das fühlen. Er ergriff ihre Hand. „Ich danke dir, Mama, doch ich muß arbeiten, unermüdlich arbeiten. Eine neue Erfindung, die mir das Glück bringen soll.“ Seine Augen blickten weltabgewandt. Bianke dachte: „Sein Gesicht, seine Augen sind das Symbol des Erfindungswahnsinns. So weltabgewandt, so unirdisch, so erstorben werden die Menschen einmal aussehen, wenn es nichts mehr zu erfinden geben wird, wenn der menschliche Geist haltmachen muß vor der letzten, göttlichen Kraft und Stärke.“ Sie sagte leise: „Wenn wir nun jetzt beide gemütlich Abendbrot essen würden? Morgen am Tage ist deine Arbeit gewiß nur halb so anstrengend. Ich bin sonst so allein. Auch Lu kommt nur noch selten. Er gehört uns nicht mehr.“ Trauer klang aus ihren Worten. Arthur Karells Gesicht wurde weiß. „Nein, Lu hat das Glück gefunden, weil er schön und stattlich ist. Nur ich, ich— mich meidet man, niemand wird mich liebhaben, niemand. Meine Mißgestalt flößt nur Abscheu, höchstens Mitleid ein. Niemals Liebe, und ich dürste danach.“ Er schlug beide Hände vor das Gesicht und stürzte in sein Schlafzimmer hinüber. Bianke war unter schwerster Last zusammengesunken. Ihre Liebe genügte auch diesem Sohne nicht mehr. Und er würde doch immer einsam bleiben müssen. Ihre Blicke wanderten wieder hinüber zu dem Bilde. „Ralf Karell, du zeugtest ein gesundes Kind, und dein Jähzorn machte das unschuldige Wesen zum Krüppel. Und trotzdem bist du so mächtig, daß noch heute meine längst gestorben gewähnte Liebe sich aufrichtet?“ Ihre Augen senkten sich; da sah sie das Bild am Boden. Mechanisch hob sie es auf. May Grensburnes Bild! Und es war aus Arthurs Tasche gefallen. Aber er hatte doch so bestimmt in Abrede gestellt, es irgendwo gesehen zu haben, als Lu es gesucht hatte! Was hatte das alles zu bedeuten? Da sah sie, daß das Bild auf der Rückseite eng beschrieben war. Arthurs Handschrift. Es war, als griffe eine eisige Hand an ihr Herz und drücke es langsam zusammen. Mit weit offenen Augen las Bianke, was ihr unglücklicher Sohn an May schrieb. Diese wilden, verzweifelten Beteuerungen machten die Muttern schaudern. Ging das Verhängnis seinen Lauf? Was sollte daraus werden? So schrieb doch kein normaler Mensch? Arthur tat ja, als sei er nur noch durch Stunden von May getrennt. Waren seine Liebe und Leidenschaft zur Braut seines Bruders zur fixen Idee bei ihm geworden? „Mein Dornenweg ist noch nicht zu Ende“, flüsterte Bianke mit zitternden Lippen. Draußen ging eine Tür. Bianke besaß noch so viel Geistesgegenwart, das Bild auf den Boden zurückzulegen und sich dann wieder in ihren weichen Sessel zu setzen. Doch sie blieb vorerst allein; Arthur kam nicht. Biankes Gedanken wanderten, suchten Lu. In wenigen Wochen war sein Hochzeitstag. Sie würde nicht dabei sein können. Sie durfte seine junge Frau nicht an ihr Herz drücken. Sie mußte immer im Vervorgenen bleiben, und Lu mußte den Weg der Unwahrheit weitergehen, und das würde ihm kein Glück bringen. Doch sie hatte nie mehr gewagt, ihm Vorstellungen zu machen, nachdem er ihr eines Tages rund heraus erklärt hatte: „Ich kenne mich selbst nicht mehr, weiß nicht, wie das über mich gekommen ist. Ich weiß nur, daß ich ein Ende mit mir mache, wenn irgendein Umstand eintritt, der mich zwingt, auf May zu verzichten.“ Bianke faltete die Hände. Er war ja wie kein anderer zum Lieben und Glücklichsein geschaffen. Und konnte nicht alles gut werden? Ein Dämon im Zimmer schien hohnvoll zu lachen und zu zischeln: „Gut werden, Bianke? Täusche dich doch nicht! Lu kannst das Glück nicht zwingen, dir und deinen Söhnen zu dienen.“ „Ich kann nicht mehr kämpfen! Alles muß werden, wie das Schicksal es bestimmt“, sagte sie leise, und die Sorge um ihren Sohn Arthur stieg wieder auf. „War es nun nicht gut, daß May nie hierherkommen würde? Wie hätte das werden sollen? (Fortsetzung folgt.)