ihe Ahus uichen. Bezugepreis kadnonglich 1.20 Maik, Eizelnummer 13 Pfg. Druck u. Verlag von C. Braus, Schwerte(Rube), Poscheckonten: Dormund 2832 und Hannover 21874. Geschstsele: Crotze Macistr. 3—3 Veratworlch für die Schriftleitune H. Linner, Schwerke. Fernruf 2770 Verbunden mit: Schwerter Tageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung Sowre Ooieui. Westhofener Zeitung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung preis in de achigspal. mm aie e Pp/g., Auwir. lige, singnzamtliche u gericktliche Tnzeigen 10 Pig., Neklomzeile 40 Pf, cut teleson, ausgegedene Inserate üdernedmen wie keine Gewädl Bei undo.berzesehn. Beiriedestöbrungen, heroorgerusen durch höber= Gewalten, übernehmen wirkeinarlei Gewähr sir pünktliches Erscheinen der Jeitung u. kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachieserung erboden werden er s ue euer une Anid eerein bein## n See een Sageblatt für die Stadt Schwerte und das Amt Westhosen Sp; Rreisoicn für den norbiachen Leit bes Sanotte. ertohn Nr. 18(Setes Plad) K Schwerte(uhe), Dienstag, den 8. Ahril 1900 63. Jahrgang Neues in Kürze. Verschiebung der Kölner Ausstellung 1932. enb. Köln, 7. April.(Tel.) Wie die Köln. Zig. von zuständiger Seite hört, ist das Reich wegen der angespannten Finanzverhältnisse nicht in der Lage, den erwarteten Zuschuß zu der Ausstellung„Die Neue Zeit Köln 1932“ zu gewähren, so daß man eine Verschiebung der Ausstellung um ein oder zwei Jahre plane. Erneuerung des Stickstoff=Synditats. wtb. Berlin, 7. April.(Tel.) Die Verträge zur Erneuerung des Stickstoff=Syndikats sind heute, in Berlin unterzeichnet worden. Das neue Syndikat, welches am 1. Juli d. Is. beginnt, ist für die Dauer von sieben Jahren in Aussicht genommen; es kann jedoch zum Ende des fünften Vertragsjahres gekündigt werden. In dem neuen Syndikat werden ca. 98 v. H. der gesamten deutschen Stickstofferzeugung vereinigt sein. Der Verkauf aller stickstoffhaltigen Düngemittel im In= und Auslande ist grundsätzlich dem Stickstoff=Syndikat vorbehalten, das gilt auch hinsichtlich der Stickstofferzeugnisse für technische Verwendungszwecke. Gewerbesteuerpflicht der freien Berufe. VDZ. Berlin, 7. April.(Tel.) Zur Gewerbesteuerpflicht der freien Berufe haben die Demokraten im Preußischen Landtag einen Urantrag eingebracht, worin die Regierung ersucht wird, auf die Reichsregierung einzuwirken, daß die Angehörigen der freien Beruse, soweit sie durch die Gewerbesteuer getroffen werden, allgemein bereits bei den diesjährigen Vorauszahlungen die neue steuerliche Belastung als Werbungskosten bei den anderen Steuern in Anrechnung bringen können, wie es die Reichsabgabenordnung ermögliche. Oberleutnant z. D. Eckermann wieder in Haft. enb. Berlin, 7. April.(Eigene Meldung.) Wie die Rhein.=Wests. Zig, meldet, ist der Oberleutnant 3. D. Eckermann erneut verhaftet worden, nachdem das Reichsgericht den Freispruch des Schweriner Gerichtes aufgehoben und die Durchführung des Verfahrens vor einem anderen Landgericht angeordnet hat. Eine Besatzungsausstellung. wp. Kaiserslautern, 7. April.(Tel.) Der Verein für Heimatgeschichte und das Stadtmuseum veranstalten in den Monaten Juli und August eine Ausstellung, in der die ganze Besatzungszeit von 1918 bis 1930 dargestellt wird. Geheimer Rat Freiherr von Stengel gestorben. wtb. München, 7. April.(Tel.) Der Dozent für Völkerrecht und Staatsrecht an der Universität München, Geheimer Justizrat Karl Freiherr von Stengel, ist heute hier im Alter von fast 90 Jahren gestorben. Er vertrat im Jahre 1899 auf der ersten Friedenskonferenz im Haag das Deutsche Reich. Freiherr von Stengel war Herausgeber mehrerer Lehrbücher über das deutsche, preußische und bayrische Staats= und Verwaltungsrecht. Ferner hat er sich durch seine Veröffentlichungen über deutsches Kolonialrecht und sein Wörterbuch des deutschen Verwaltungsrechts bekannt gemacht. Pacelli Erzpriester der Vatikan=Basilika. wtb. Stadt des Vatikans, 7. April.(Tel.) In Anwesenheit des gesamten vatikanischen Kapitels, der Mitglieder beim Heiligen Stuhl, des akkreditierten diplomatischen Korps, zahlreicher Würdenträger des päpstlichen Hofes. des Gouverneurs der Stadt des Vatikans und vieler geladener Gäste aus dem römischen Adel übernahm Kardinalstaatssekretär Pacelli feierlich sein Amt als Erzpriester der Vatikan=Basilika. Der Kardinal hielt eine kurze Ansprache, in der er die hohen Gaben des Geistes und des Herzens des Papstes hervorhob und an seine Vorgänger in diesem Amte, an die Kardinäle Rampolla und Merry de Val, erinnerte. Postflugzeug Eroydon-Berlin aboeftürgt. Regierung und Agrarprogramm. freien Einfuhr von Gefrierfleisch Einigung des Reichskabinetts über die Agrarfragen. wtb. Berlin, 8. April.(Funkspruch.) Das Reichstabinett befaßte sich in seiner gestrigen unter dem Vorsitz des Reichskanzlers Dr. Brüning stattgehabten Sitzung auf Grund einer Vorlage des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft über ein„Gesetz zum Schutz der Landwirtschaft“ mit den Agrarfragen. Die mehrstündige Aussprache führte zu einer grundsätzlichen Einigung. Eine abschließende Kabinettssitzung wird Dienstag nachmittag stattfinden. Das Agrarprogramm des Reichsernährungsministers. enb. Berlin, 7. April.(Eigene Meldung.) Das Agrarprogramm des Reichsernährungsministers Dr. Schiele, mit dem sich das Reichskabinett in seiner heutigen Sitzung beschäftigte, sieht zunächst, wie wir erfahren, die Beibehaltung der Jahresdurchschnittspreise für Weizen und Roggen von 260 bzw. 230 vor mit der Maßgabe, daß der Reichsernährungsminister für Weizen, Roggen, Gerste, Hafer und Erbsen die Vollmacht erhalten soll, die Zölle herauf= oder herunter setzen zu können, wenn sich dies aus der Entwicklung der Wirtschaftslage als notwendig erweist. Der neue Zollvorschlag ist zunächst für drei Monate befristet und soll dann erneut geprüft werden. Dagegen ist die Veränderlichkeit für Gerste, Haser und Erbsen nach den Vorschlägen des Reichsernährungsministers vollkommen ihm überlassen. Was die Wiedereinführung der Einfuhrscheine betrifft, so sollen sie nach dem Schieleschen Vorschlag auch für Rindvieh und Rinofleisch, Schafe und Schafsfleisch sowie Erzeugnisse aus Kartoffeln in Frage kommen. Eine Wertfestsetzung für Einfuhrscheine ist dem Vernehmen nach im Gesetz nicht vorgesehen. Des weiteren enthält der Schielesche Vorschlag die Einführung des Beimahlungszwanges, wobei anscheinend keine Firierung eines festen Beimahlungsverhältnisses vorgesehen ist. Für Speck, Malz. Palmin, Talg, Eier, Milch, Graupen, Gries, Stärke und Sago sind weiterhin Zollerhöhungen vorgesehen worden, die allerdings insofern auf gewisse Schwierigkeiten stoßen dürften, als die bisherigen Zollsätze in den Handelsverträgen gebunden sind. Der Reichsernährungsminister fordert schließlich in seinem Agrarprogramm die Einstellung der zollfreien Einfuhr von Gefrierfleisch vom 1. Juli d. Is. ab, doch dürfte er hierbei, wie bei seinen übrigen Vorschlägen, zum Teil auf heftigen Widerstand bei den übrigen Parteien stoßen. Neufassung des Programms. enb. Berlin, 8. April.(Eigene Radiomeldung.) Das Kabinett hat, wie die Voss. Ztg. berichtet, an dem Schieleschen Gesetz zum Schutze der Landwirtschaft eine ganze Reihe von Aenderungen vorgenommen, da die in der Denkschrift des Reichsernährungsministers enthaltenen Forderungen des Landbundes nicht in allen Punkten die Billigung der übrigen Kabinettsmitglieder finden. Wegen der zahlreichen Aenderungen ist, wie das amtliche Communiqué feststellt, gestern zwar eine„grundsätzliche Einigung“, nicht aber eine Festlegung aller Einzelheiten erreicht worden. Deshalb wurden die Kabinettsberatungen auf Dienstag vertagt, wo Schieke eine den Aenderungen Rechnung tragende Neujassung des Programms vorlegen wird. Da hierdurch für die parlamentarischen Beratungen ein Tag verloren geht, rechnet man damit, daß das Agrargesetz nicht als Gesetzentwurf der Regierung, sondern als Initiativantrag der Regierungsparteien eingebracht werden wird. In diesem Falle würde zunächst eine Beratung im Reichsrat 40 Vergleute verschüttet. Grubenungtück in Spanien. wtb Santander, 8. April.(Funkspruch.) In Castro=Urdiales ist ein Bergwerksstollen eingestürzt, wobei 40 Arbeiter verschüttet wurden. Rettungsarbeiten sind im Gange. Bisher wurden mehrere Bergarbeiter verletzt geborgen. Eisenbahnunglück in Japan. 17 Todesopfer. 7 Schwerverletzte. wtb Tokio, 7. April.(Tel.) Bei einem Eisenbahnunglück in Oita(Kiuschiu) wurden 17 Personen getötet und 7 schwer verletzt. wtb Newyork, 7. April.(Tel.) Nach einer Meldung der Associated Preß aus Tokio wird das Eisenbahnunglück bei Oita auf eine Dynamitexplosion zurückgeführt. Man vermutet, daß der Sprengstoff auf irgendeine Weise mit den Kohlen vermengt worden ist. Die Explosion hatte im übrigen noch einen Waldbrand zur Folge, der die ganze Nacht hindurch wütete. wegfallen, und erst nach der Beschlußfassung Reichstages würde der Reichsrat Stellung zu tmen haben. des neh Front gegen die russische Kritik an der Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Sitzung des Arbeitsausschusses des Rußlandausschusses der deutschen Wirtschaft. Rußlandausschusses der deutschen Wirtschaft statt, der. Leistungssähigteit und Juve. Fast sämtliche Mitglieder waren„erschienen und folgten mit Aufmerksamkeit den gebotenen Vorträgen, an die sich eine eingehende Aussprache anschloß. Einstimmig wurde eine Entschließung angenommen, in der dem Tätigkeitsbericht zugestimmt wurde. Der Ausschuß spricht sein Bedauern darüber aus, daß in offiziellen Presseorganen der Sowjetregierung fortgesetzt Angriffe gegen Personen der deutschen Wirtschaftsführung und gegen Nrufuniruge in ####ic. Nagens ein Interasse auZwei Tote. wtb. London, 7. April.(Tel) Das Postflugzeug nach Deutschland, das heute nacht um 3.50 Uhr Croydon verlassen hatte, ist um 4.15 Uhr bei Broomlands Farm(Gemeinde Limpsfield, Grafschaft Surrey) abgestürzt. Der Flugzeugführer und der Mechaniker, die einzigen Insassen der Maschine, sind tot. Der Bericht eines Augenzeugen. Ueber das Unglück berichtet ein Augenzeuge: Ich wurde von einem Krachen aus dem Schlaf geweckt. Als ich aus dem Fenster blickte, sah ich auf der Anhöhe etwas, was ich für ein herrenloses Auto hielt Ich fuhr mit meinem Motorrad nach Broomlands und fand ein brennendes Flugzeug. Ich zog einen Mann aus den Flammen. Er war tot. Als ich um die Maschine herumging, konnte ich keinen anderen Insassen entdecken. Dann traf ein zweiter Mann ein, und wir fanden eine zweite Leiche, die wir aus den brennenden Trümmern hervorzogen. Der zweite Augenzeuge. ein Gärtner, der 400 Meter von der Unfallstelle wohnte, sagte u. a.: Von dem Flugzeug ist weiter nichts übrig als verbogenes und zerbrochenes, vom Feuer geschwärztes Metall. Die beiden Toten sind nach der Leichenhalle des Krankenhauses in Oxted übergeführt worden. wtb. Neustrelitz, 7. Aprik.(Tel) Lautlose Stille lag über dem Gelben Saal des Neustrelitzer Schlosses— der Zuschauerraum ist überfüllt— als Oberstaatsanwalt Dr. Weber am Montag nachmittag sein Plädoyer gegen die Angeklagten im Nogens=Jakubowski=Prozeß begann. Es sind nicht die schlechtesten Eigenschaften, so sagte er, die hier entbrannt sind um die Schuld oder Unschuld Jakubowskis; aber jetzt müssen alle Gefühle und Wünsche schweigen. Nur strenge Rechtlichkeit kann hier den Ausweg finden. Dann schilderte Oberstaatsanwalt Dr. Weber den Hergang der Tat, das Auffinden der Leiche und die früheren Geständnisse der jetzigen Angeklagten, wonach Frau Kähler von der Absicht der Ermordung gewußt habe und daraufhin am Mordtag verreist sei, ferner wie August Nogens, was durch zahlreiche Indizien bestätigt werde, die Tat ausgeführt und Fritz Nogens an der Vorbereitung und Beiseiteschaffen der Leiche mitgewirkt habe Frau Kähler habe ihr früheres Geständnis im wesentlichen aufrechterhalten. Der Widerruf von Fritz und August Nogens sei völlig unglaubwürdig. Natürlich bedürfen auch Geständnisse der Nachprüfung, umsomehr, als die Ergebnisse der Beeisaufnahme in dem neuen Verfahren einige Abweichungen gegen früher ergeben, so daß sich das frühere Urteil insofern nicht aufrechterhalten läßt. Aber Fritz und August Nogens sei es nicht gelungen, ihr Alibi für die Zeit des Mordes nachzuweisen. Was die Rolle von Frau Kreutzfeldt und etrifft, so habe diese Verhandlung weniger Verdachtsmomente gegen sie ergeben, als die früheren. Zwar seien sie durch Redensarten belastet, doch betrachte der Staatsanwalt diese Belastungen in erster Linie als ein Mittel der Verreidigung, die angeklagten Brüder Nogens zu entlasten. Es ist unwahrscheinlich, daß Kreutzfeldt und Blöker damals zusammen den Mord ausgeführt haben, zumal, da sie miteinander verseindet waren. Beide hatten außerdem an der Ermordung des kleinen Ewald kein Interesse. Hinzu kommt, daß Kreutzseldt an dem Mordtage überhaupt nicht in Palingen war, wie einwandfrei nachgewiesen ist. Im weiteren Verlaufe seines Plädoyers führte Oberstaatsanwalt Dr. Weber aus: Ich halte es für erwiesen, daß Jakubowski von der Tat gewußt hat. Er hat ganz bewußt seine Komplizen aus dem Spiel gelassen, um sich nicht selbst der Gefahr einer Belastung auszusetzen, und hat sich mit unklaren Andeutungen begnügt. Frau Kähler ist nicht die Triebkraft des Verbrechens gewesen. Von sich aus hatten aber weder Fritz, noch August Nogens ein Interesse am Verschwinden des Kindes. Als einziger Anstifter bleibt demnach bei nüchterner Betrachtung Jakubowski übrig. Ob ihm die Tat zuzutrauen ist, möchte ich bejahen. Der Lehrer Peters hat ihn für sehr verschlagen gehalten. Er hat sehr viel herumgelogen und war Meister in der Verstellungskunst. Dazu kommt sein auffälliges Benehmen bei der Suche nach der Leiche und anderes. Besonders belastet wird Jakubowsti durch das Vergiftungsgespräch und später durch Aeußerungen wie das Aussagegespräch. Zusammenfassend kommt Oberstaatsanwalt Weber zu dem Ergebnis, daß die Mordtat von Jakubowski angestiftet und von August Nogens ausgeführt wurde. Es erscheint dem Oberstaatsanwalt erwiesen, daß Jakubowski nicht die Tat selbst ausgeführt hat, denn es ist kein Grund einzusehen, warum August Nogens besonders zum Heidekaten bestellt sein soll. Die Rolle, die Jakubowski gespielt hat, ist nicht ohne weiteres herauszuheben. Dies ist vor allem Sache eines besonderen Wiederaufnahmeverfahrens. Hier sei entsprechend der Anordnung des Reichsgerichts lediglich der genaue Hergang der Tat zu klären und die Schuld der jetzigen Angeklagten und die Glaubwürdigkeit ihrer Geständnisse zu prüfen. Strasanträge. Unter atemloser Spannung stellt Oberstaatsanwalt Dr. Weber am Schluß seines vierstündigen Plädoyers die folgenden Strafanträge: Gegen August Nogens die Todesstrafe wegen Mordes und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. Gegen Frau Kähler 7 Jahre Zuchthaus wegen Beihilfe zum Mord und Meineid, unter Aurechnung der Untersuchungshaft, sowie 10 Jahre Ehrverlust. Cegen Fritz Nogens 4 Jahre Gefängnis wegen Beihilfe zum Mord und Meineids unter Berücksichtigung des§ 9 des Jugendgerichtsgesetzes. Frau Kähler ist mit gesenktem Kopf den Ausführungen des Staatsanwalts von Anfang an gefolgt. Nur das gerötete Gesicht verrät deutlich ihre innere Erregung. Fritz und August Nogens folgten vom ersten bis zum letzten Wort mit angespannter Aufmerksamkeit der Rede des Staatsanwalts. Auch nach Verkündung der Strafanträge ließen sie keinerlei Bewegung erkennen. Die Plädoyers der Rechtsanwälte werden am Mittwoch vormittag beginnen. schen Industrie zuruck. Der Ausschuß beauftragt den Vorstand, diese Auffassung gerade auch mit Rücksicht auf die bevorstehenden Verhandlungen der Reichsregierung zur Kenntnis zu bringen und dabei besonders darauf hinzuweisen, daß nicht nur die Förderung des deutschen Exports nach Rußland, sondern auch der Binnenhandel und das Transportgewerbe eine ihrer Bedeutung entsprechende Berücksichtigung finden Der Ausschuß empfiehlt den am Rußlandgeschäft interessierten deutschen Wirtschaftskreisen Abschlüsse jeweils unter Anpassung an die Finanzkraft und die Finanzierungsmöglichkeit der einzelnen Firmen weiter zu pflegen in der bestimmten daß, wie dies bisher leider wiederholt festgestellt werden mußte, deutschen Firmen keine ungünstigeren Bedingungen angeboten werden als den Lieferanten anderer Länder.,„, alic#ch fesft. des bi. Der Ausschuß stellt schließlich noch fest, daß die Behauptung der russischen Presse, der Rußlandausschuß sei das„Zentrum der politischen und wirtschaftlichen Kampagne gegen Rußland“, jeder Begründung entbehrt. Reichsausschuß des Zentrums. enb. Berlin, 7. April.(Eigene Meldung.) Der Reichsausschuß der Deutschen Zentrumspartei setzte heute gewissermaßen inoffiziell seine Verhandlungen über Fragen des Ausbaues der Parteiorganisation und verstärkte Werbearbeit fort. Außerdem tagte der landwirtschaftliche Reichsbeirat, der sich mit der Notlage der Landwirtschaft beschäftigte. Mit besonderer Genugtuung wurde begrüßt, daß Reichskanzler Dr. Brüning die Agrarfrage als ein Kernstück der nationalen Wirtschaft und ihre Lösung in sein Programm aufgenommen und die entsprechenden notwendigen Vorlagen angekündigt In einer längeren Entschließung heißt es u. a.: Angesichts der ständig wechselnden Konjunktur erscheint es notwendig, der Reichsregierung entsprechende Ermächtigungen an die Hand zu geben, die eine schnelle Anpassung der Schutzmaßnahmen an die jeweilige Weltmarktlage gewährleisten. Die Resolution schließt mit der Aufforderung, schon jetzt alle Möglichkeiten zur Erleichterung auszunutzen, um unbeschadet des Endzieles auch für den Wein=, Obst= und Gemüsebau und die Geflügelhaltung die erforderliche handelspolitische Bewegungsfreiheit zurückzugewinnen. Ministerrat in Paris. Briand und Reynand berichten. wtb. Paris, 7. April(Tel.) In dem heute vormittag unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik abgehaltenen Ministerrat berichtete Außenminister Briand über die Londoner Seeabrüstungskonferenz und beionte, daß er auch bei den letzten Verhandlungen den französischen Standpunkt, wie er in dem Memorandum vom 20. Dezember zum Ausdruck gekommen sei, restlos aufrechterhalten eine ununterbrochene Fühlungnahme mit den in London vertretenen Mächten bewahrt habe. Der Ministerrat billigte einstimmig die Haltung des Außenministers, der morgen wieder nach London zurückkehren wird. Finanzminister Reynand sprach über die bevorstehende Bildung der Internationalen Zahlungsbank. Er nannte die Bedingungen günstig, unter denen die Bank unmittelbar nach ihrer Konstituierung die Mobilisierung der deutschen Annuitäten vornehmen werde. Parlamentskrise in Danzig. Auflösung des Danziger Volkstages und des Senats verlangt. wtb Danzig, 7. April.(Tel.) Der Präsident des Senats empfing im Laufe des heutigen Vormittags die Vertreter der Sozialdemokraten und sodann der Deutschnationalen, um ihre Haltung zur Frage der Neubildung der Regierung festzustellen. Am Samstag hatte die Deutschnationale Volkspartei eine Entschließung angenommen, wonach im Hinblick auf die Unmöglichkeit, die Regierungskrise bei der gegenwärtigen Zusammensetzung des Volkstages und des Senats zu lösen, unverzüglich die Auflösung des Volkstages und Senats, gegebenenfalls auch auf dem Wege des Volksentscheids, gefordert wird. Da bis zur Durchführung dieser Auflösung und zu einer Neuwahl etwa ein halbes Jahr vergehen dürfte, blieben die Maßnahmen zur Fortführung der Staatsgeschäfte noch weiteren Beratungen mit den bürgerlichen Parteien vorbehalten. In diesem Zusammenhang hat die Deutschnationale Volkspartei alle bürgerlichen Parteien zu einer Vorbesprechung zur Bildung eines gemeinsamen Landesausschusses für ein Volksbegehren eingeladen. Nachdem auch von nationalliberaler Seite ein entsprechender Antrag eingereicht worden ist, wird nunmehr die Auflösung des Volkstages und des Senats von sämtlichen bürgerlichen Parteien vervurgt. Der Kampf um das Salzmonopol TcheinscherArrr.n wtb. Kontai(Bengalen), 7. April(Tel.) Reuter. 29 Freiwillige, die von Auresh Banerji geführt wurden, verletzten heute vormittag in dem nahe gelegenen Dorfe Pichabani das Salzmonopol. Das hergestellte Salz wurde von Beamten und Polizisten beschlagnahmt und verdorben. Als die Freiwilligen die Herstellung von Salz wieder aufnahmen, schlugen die Beamten die Tongefäße, in denen das Geewasser gekocht wurde, in Stücke. Verhaftungen vurden nicht vorgenommen. wtb. Kalkutta, 7. April(Tel) Geringe Mengen gesetzwidrig hergestellten reinen Salzes sind gestern In Kalkutta eingetroffen. Mengen, die für gewöhnlich eine Rupie kosten, wurden mit Phantasiepreisen bezahlt, die zwischen 5 und 25 Rupien schwankten. Verurteilung wegen Uebertretung des SalzMonopolgesetzes. wtb Bombay, 8. April.(Funkspruch.) Eine große Anzahl von Führern und Freiwilligen der Bewegung zur Verweigerung des zivilen Gehorsams wurde gestern in der Gegend von Surat, Broach und Ahmadabad verhaftet, weil sie das Gesetz zur Wahrung des Salzmonopols verletzt hatten. In Borsad wurden einige zu zwei Jahren Gefängnis und zu einer Geldstrafe von 50 Rupien verurteilt. Probesntsti des„Zeppenn wtb Friedrichshafen, 7. April.(Tel.)„Graf Zeppelin“ ist nach Durchführung seiner zweiten Probefahrt, zu der das Luftschiff heute früh um 8,10 Uhr unter Führung von Kapitän Lehmann und mit 34 Werksangehörigen aufgestiegen war, um 3,05 Uhr nachmittags glatt gelandet. Der Flug führte das Luftschiff in die Schweiz. Nach schwierigen Landungsmanövern. die infolge der ungünstigen Windverhältnisse ungewöhnlich lange dauerten, ist das Luftschiff um 3,05 Uhr nachmittags glatt gelandet. Schwierige Landungs=Manöver. wtb Friedrichshafen, 7. April.(Tel.) Die bereits gemeldete Landung des„Graf Zeppelinnach seiner zweiten diesjährigen Probefahrt wurde durch äußerst heftige Bodenwinde von 6 bis 7 Sekundenmetern erschwert. Durch den immer heftiger werdenden Wind wurde das Luftschiff zweimal wieder in die Höhe gehoben, wobei ein Mann der Haltemannschaft, der das Halteseil nicht rechtzeitig losließ, aus einer Höhe von 4—5 Meter herabfiel. Er wurde durch das Sanitätsauto ins Krankenhaus gebracht. Ein zweiter Arbeiter konnte durch die Tür der Passagiergondel hereingezogen werden. Nachdem zwei Trupps von etwa hundert Mann vom Maybach=Motorenbau noch zu der bereits bedeutend verstärkten Haltemannschaft zugeteilt wurden, konnte das Luftschiff um 4.25 Uhr glatt in die Halle gebracht werden. Der Ausprallpuffer an der Passagiergondel war durch das ziemlich starke Aufsetzen abgedrückt worden. Mädchenmord in Schlesien. wp. Düsseldorf, 7. April.(Tel.) Der Rheinische Provinziallandtag trat heute zu seiner 77. Vollversammlung zusammen. Landeshauptmaxin. Dr. Horion gab einen Ueberblick über die Ennilung der Arbeit des letzten Provinziallandtages vom Jahre 1926 an. Der Redner betonte vor allem die enge Verbundenheit zwischen dem Osten und dem Westen Deutschlands, Ostpreußen und die Rheinprovinz müßten besonders zusammenhalten, weil sie schicksalsverbunden seien. Wenn sich jetzt die Stadt Berlin als„Notleidender“ melde, so sei dem mancherlei entgegenzuhalten. Der Gerechtigkeit würde es entsprechen, wenn die Steuereinnahmen Groß=Berlins zu einem großen Teile dem übrigen Deutschland zugute kämen. Der Rheinprovinz dürfe auch nicht die im Verhältnis zu anderen Provinzen geringe Provinzialumlage entgegengehalten werden, weil hier ein schematischer Vergleich, unmöglich sei. Zum Provinzialhaushalt führte der Redner aus: Der Netto=Haushalt schließt ab mit 135 Millionen gegenüber 133 Millionen im Vorjahre und der aus Steuern zu deckende Zuschuß beträgt 55 600000 RM. gegen 54 700000 RM. im Vorjahre. Daß die Steigerungen nur verhältnismäßig unwesentlich sind. trotz einer großen Anzahl tatsächlicher zwangsläufiger Mehrausgaben, konnte nur durch stärkste Drosselung der Ausgabepositionen erreicht werden. Manche Kürzung ist hart und zwangsweise, so u. a. auch die Kürzung der Ausgaben der Hochbauabteilung von 3 Millionen auf 1860000 RM. Ersparnisse können nur dadurch erzielt werden, daß praktische Einzelmaßnahmen getroffen werden, durch die mit geringeren Ausgaben der gleiche Wirkungsgrad erzielt wird, und vor allem jeder Beamte sich auf den Geist der Sparsamkeit für die Verwaltung einstellen muß. Von den Sondervorlagen ergibt sich aus der Vorlage über den Stand der ländlichen Wasserversorgung, daß trotz allen Fortschritts, den die zentrale Wasserversorgung auch in dem ländlichen Teile der Rheinprovinz im Laufe der letzten Jahrzehnte gemacht hat, für die Zukunft noch viel zu tun übrig bleibt. Hier ist außerordentliche Hilfe aus dem versprochenen Westprogramm notwendig und am Platze, um insbesondere eine gesundheitliche Sanierung gerade der ärmsten Höhengebiete unserer Provinz allmählich durchzuführen., Pheinhrapinz 9.#. Der Oberpräsident der Nhelaproding Tt. h. c. uchs betonte in seiner Rede gleichsalls das zwingende Muß eiserner Sparsamkeit. Wer sich von der Not im Westen überzeugen wolle, der brauche nur einmal in die verzweifelte Miene eines Moselwinzers oder in das abgehärmte Gesicht einer Eiseler Bauersfrau zu schauen. Zu Mißmut und Verzweiflung werde aber auch angesichts der jetzigen schwierigen Lage kein Anlaß sein, wenn wir den Weg zur Einigung finden. Ich bitte Sie, meine Damen und Herren, so schloß der Redner, auch bei der Arbeit, die Sie in diesem Hause für einen nicht unwesentlichen Teil des Vaterlandes zu leisten haben, eingedenk zu sein, die unser allverehrter Herr Reichspräsident vor einigen Wochen an uns gerichtet hat. Nicht nur an die Mauern heften. sondern in unserem Herzen tief eingraben wollen wir seine Mahnung:„Wir müssen wieder eins werden in dem Gedanken: Deutschland über alles!“ Hiermit erkläre ich den 77. Rheinischen ProvinzialHierauf übernahm den Vorstz Alterspräsident Louis Hagen. Die Wahl des Präsidiums wurde mit Stimmzettel vorgenommen. Es erhielten Jarres 111 Stimmen, der Kommunist Dunder 21 Unbeschrieben waren 13 Stimmzettel. Dr. Jarres ist somit zum ersten Vorsitzenden Wahl des 2. Vorsitzenden ergab 97 Stimmen für Abg. Eberle(SPD.), für den kommunistischen Abg. Dunder 21 und für den Nationalsozialisten Terboven 6 Stimmen. Unbeschriebe waren 2 Stimmzettel. Eberle ist somit gewählt. Zum 3. Vorsitzenden wurde Dr. Sassen(Z.) mit 98 Stimmen gewählt. Der Vorsitzende Dr. Jarres teilte hierauf mit, daß der Alterspräsident Krahwinkel durch Krankheit am Erscheinen verhindert war. Er bat die Versammlung, dem Alterspräsidenten die Grüße Wünsche des Hauses für baldige Getrügerische Handlungen eine Ermäßigung der Hauszinssteuer um etwa 500 000 Mark herbeigeführt zu haben, ist vom Untersuchungsrichter des Landgerichts 1 in Berlin Haftbesehl erlassen worden. Zugunfall im Innsbrucker Hauptbahnhof. wtb. Innsbruck, 7. April.(Tel) Bei der gestrigen Ausfahrt des Brenner Schnellzuges D 261 aus dem hiesigen Hauptbahnhof riß die Koppelung eines deutschen Wagens. Der abgetrennte Zugteil fuhr auf den vorderen Teil des Zuges auf, wobei acht Reisende leicht verletzt wurden. Mit einstündiger Verspätung setzte der Schnellzug seine Fahrt fort. Zusammenstoß zweier Autodroschken. Zwei Tote, drei Schwerverletzte. wtb. Paris, 7. April.(Tel.) Beim Zusammenstoß zweier Autodroschken, die in übermäßig schnellem Tempo eine Verkehrsinsel in falscher Richtung umfuhren, wurden zwei der Insassen getötet, drei schwer verletzt. Flugzeugunfälle in Amerika. wtb. Newyork, 7. April.(Tel) Am Sonntag ereigneten sich in den Vereinigten Staaten mehrere Flugzeugunfälle; dabei sind insgesamt sechs Personen ums Leben gekommen. Bei zen in Tilden(Nebraska) verbrannten drei Personen; bei Flugzeugunfällen in Hays City(Kansas) wurden ebenfalls drei getötet. Explosion auf einem amerikanischen Dampfer. wtb. Lakeport(Kalifornien), 7. April.(Tel.) Auf einem Vergnügungsdampfer ereignete sich eine Explosion, bei der zehn Personen schwer verletzt wurden. Außerdem erlitten andere Fahrgäste, die ins Wasser gesprungen waren und sich, da sie nicht schwimmen konnten, an das brenuende Schiff klammerten, schwere Brandwunden. bereits ein Geständnis abgelegt. Danach hat er die Absicht gehabt, dem Mädchen Gewalt anzutun. Da es sich aber heftig wehrte, habe er es dann ermordet. Dienstagnachmittag findet die Obduttion der Leiche statt, um die genaue Todesursache festzustellen. Erster Düsseldorfer Gerichtsvollzieherprozeß wp. Düsseldorf, 7. April.(Tel.) Bekanntlich befinden sich mehrere Düsseldorfer Gerichtsvollzieher wegen Veruntreuungen größten Umfanges in Haft. Einer der Hauptbeteiligten ist der Obergerichtsvollzieher Kurreck, der schätzungsweise etwa 50000 Mark unterschlagen hat. Als erster Prozeß in dieser Skandalangelegenheit fand heute vor dem Schwurgericht ein Meineidsverfahren gegen den früheren Sekretär Kurrecks, Wilhelm Bloser, statt. Bloser hat bei seinen Vernehmungen als Zeuge vor dem Untersuchungsrichter unter Eid ausgesagt, weder er, noch seine Braut, die Sekretärin Kurrecks. hätten unter der Hand Pfandsachen von Kurreck gekauft. Später erwies sich diese Aussage als falsch. Es ergab sich ferner, daß Bloser und seine Braut Pfändungsprotokolle zum Schaden der Schuldner gefälscht hatten, und zwar im Auftrage des Kurreck. Wegen Meineids gemäß§ 157 des Strafgesetzbuches wurde Bloser zu 6 Monaten Gesängnis verurteilt. Aus Nah und Fern. wtb. Quaritz, 7. April.(Tel.) Heute früh wurde die Staatsanwaltschaft(Regierungsbezirk Liegnitz) durch den Landjägermeister in Quaritz von der Auffindung einer Mädchenleiche in einer Sandgrube, etwa 200 Meter von Wühleisen entfernt, benachrichtigt. Nach den ersten Feststellungen handelt es sich um die Leiche der 16jährigen Landwirtstochter Hübner aus Wühleisen. Die Art der Todesursache konnte bisher noch nicht festgestellt werden, doch kommt ein Mord auf alle Fälle in Frage. Die Mordkommission der Landeskriminalpolizei ist sofort benachrichtigt worden. Die gesamte Landsägerei des Bezirks wurde zur Fahndung ausgerufen. Zwischen dem Mörder und seinem Opfer muß ein erbitterter Kampf stattgefunden haben; darauf deutet der zerstampfte Boden hin. Ein verdächtiger Landstreicher, der am Sonntag abend um 10 Uhr um Nachtquartier bat, ist festgenommen worden. Der Mörder verhaftet. wtb Liegnitz, 8. April.(Funkspruch.) Der Mörder der 16jährigen Selma Hübner aus Wühleisen, deren Leiche, wie gemeldet, am Sonntag früh in der Nähe von Wühleisen in einer Sandgrube aufgefunden wurde, ist gestern nachmittag in Crossen an der Oder verhaftet worden. Er hat Elberselder Viehmarkt. * Wuppertal, 7. April. Nach dem Bericht der amtlichen Notierungskommission am Schlachtviehme g4g####1 seld vom 7. April 1930 betrug der Auftrieb: 860 Stm Großvieh, davon 303 Ochsen, 86 Bullen, 264 Kühe, 105 Färsen(Kalbinnen), 32 Fresser, 573 Kälber, 4 Schafe, 2662 Schweine.— Dem Schlachthof im Laufe der Woche unmittelbar zugeführt: 50 Ochsen, 12 Bullen, 10 Kühe, 47 Kälber, 522 Schweine.— Marktverlauf; In allen Gattungen langsam.— Preise: Ochen, 58, Pg. 55 54—57,—, 48—53; Bullen 53—55, 48—92; Kuhe 70 33: 44—48, 35—43, 25—34; Färsen 56—58, 50—55, Fresser 42—48; Kälber— 80—85, 65—75, 45—60; —; Schweine 66—68, 64—65, 60—63; Sauen 54—61. Anschlag auf einen Personenzug? wtb. Solingen=Gräfrath, 7. April.(Tel.) Ein nach Vohwinkel verkehrender Persorenzug fuhr gestern abend in der Nähe des hiesigen Bahnhofs auf einen Hemmschuh. Nach Entfernung des Hindernisses konnte der Zug weiterfahren. Man vermutet einen verbrecherischen Anschlag. Die Untersuchung ist eingeleitet. Brandunglück in einer Asphaltfabrik. wtb Köln, 7. April.(Tel.) Heute vormittag platzte in der Asphaltfabrik von der Wettern ein Oelbehälter. Das ausströmende Oel drückte die Mauer des angrenzenden Maschinenhauses ein, entzündete sich an den laufenden Maschinen und erfaßte einen Arbeiter, der lebendig verbrannte. Ein zweiter Arbeiter erlitt Brandwunden und mußte ins Hospital gebracht werden. Die Feuerwehr löschte den Brand. Vom Treibriemen erfaßt. wp. Düren, 7. April.(Tel.) In der Metallfabrik von Kufserath u. Co. in Birkesdorf am Sonntagabend der 43jährige Arbeiter Paul Goebel eine Transmission schmieren. Dabei kam er dem Treibriemen zu nahe und wurde mehrere Male herumgeschleudert. Sein ganzer Körper wurde dabei zerrissen. Der Mann starb unter furchtbaren Qualen auf dem Wege zum KrankenGräßlicher Unfall eines Arbeiters. wp. Bochum, 7. April.(Tel.) Im Betriebe einer chemischen Fabrik stürzte der Arbeiter Karl Laukbüscher in einen Salzbottich. Er trug so schwere Verletzungen davon, daß er kurze Zeit später im Krankenhaus starb. Zusammenstoß zwischen Autotaxe und Motorrad. wp. Gelsenkirchen=Buer, 7. April.(Tel.) In der Nacht zum Montag gegen 1 Uhr fuhren in der und besten Wunsche der Hauses für baldige GeDie bisherigen Beisitzer wurden auf Vortag und Freitag finden Plengrsitzungen statt und es ist zu erwarten, daß bis dayin die vorliegenden Arbeiten erledigt werden können dem Schrecen davonzen gpoigrrage Drei Bergleute verschüttet. O-insarhaus eingeliefert werden mußte. Der stone Tomezak kam mit leichteren Verlebungen Hadgn. Tomeza zun ait leicheren soy e.7ee Straßenhaus-Rengsdorf im Westeraus Bonefeld wollte mit seinem Fahrrad in einen Seitenweg einbiegen, als ihm ein plötzlich in das Rad hineinfuhr. Zur Zeit kam aus entgegengesetzter Richtung ei anderer Motorradfahrer, der auf die am Boden Liegenden stürzte. Meyer wurde PF6HrIg, g. Notorradfahrer erlitt bedenkligngru., Hapontrug während der andere einen Beinbruch babontlug. Haftbefehl gegen einen Hauszinssteuer=Betrüger. wtb. Berlin, 7. April.(Tel.) Gegen den flüchtigen Hausbesitzer Story, der beschuldigt wird, durch beAn 30 Psellinge=eehungt. 14jährige Franz Domanski, der seine Schulzeit beendet hat, bat gestern nachmittag seinen Vater, den Gemüsehändler Domanski, ihm zu einem Ausgang 50 Pfennige zu geben. Der Vater verweigerte ihm das Geld und begab sich darauf in den auf dem Hofe seines Grundstücks gelegenen Stall. Diese Gelegenheit benutzte der Junge, um sich in dem Laden seines Vaters an einem Gurt zu erhängen. Als bald darauf seine Schwester den Laden betrat, fand sie ihren Bruder erhängt auf. Alle Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg. Trägischer Lco eines mutigen enb. Berlin, 7. April.(Eigene Meldung.) Bei dem mutigen Versuch, eir,ächmistagn im Vorort befand sich Klemp auf dem Heimwege, als er durch laute Rufe von Passanten auf ein durchgehendes Pferdgespann aufmerksam gemacht wurde. Kurz entschlossen warf sich Klemp den scheuenden Tieren in die Zügel, wurde aber ein Stück mitgeschleift und bann, 418 bbn beingr ftrüg so schwere Verletzungen davon, daß der Tod auf der Stelle Die Tragödie im Gutshof. Selbstmord des Rittergutsbesitzers wahrscheinlich. wtb. Neubukow, 7. April.(Tel.) Die weiteren Ermittlungen zur Aufklärung dei gestern gemeldeten Tragödie im Gutshaus von Blengow haben die Vermutung bestärkt, daß der Gutsbesitzer Beste sich selbst erschossen hat. Nach dem Sektionsbefund ist der tödliche Schuß aus dem bei dem Toten gefundenen Revolver aus einer Entfernung von nicht mehr als 10 Zentimetern abgegeben worden. Aus dem offenen Schreibtisch fehlende Briefe sind, wie schon bekannt. Es besteht die Möglichleit, daß Beste, weil er das Gut in nächster Zeit hätte aufgeben müssen, den Entschluß gefaßt hat, seinem Leben ein Ende zu machen. Sura, Hanssn. “edene Fragen, die sich aus d Neuköllner Schülerstreik macht Schule. Berlin, 8. April.(Eigene Radiomeldung.) Nach dem Vorbild des Schülerstreiks in Neukölln haben jett auch die vambtzgggnärenrzunden Versuche eingelettet zu„revotutiongreg, Mauli. aktionen“ in den Schulen des Stadtteits Zu diesem Zwecke sind, wie das Berl. berichtet, von dort kommunistische Schülerzeitungen in diesen Schulen zur Verteilung gelangt, in denen den Schülern nahegelegt wird, den Gehorsam zu verweigern und offen gegen ihre Erzieher zu rebellieren. Der Tarifstreit der Maßschneider vor dem Abschluß. wtb. Berlin, 8. April.(Funkspruch.) In dem Tarifstreit der Herren= und Damenschneider Deutschlands wurde in der heute im Reichsarbeitsministerium bis in die späten Abendstunden abgehaltenen eine mit drei Unparteiischen besetzte Schlichtungsstelle einen neuen Schiedsspruch fällen soll. Diese Schlichtungsstelle soll bereits am Mittwoch, den 9. April, in Berlin zusammentreten. Es int Eaher zu erwarten, daß der Tarifstreit und damit der Streik in wenigen Tagen beendet sein wird. General Unt an den Folgen des Attentats gestorben. wtb. Reval, 8. April.(Funkspruch.) Garnisonschef General Unt, der, wie gemeldet, am letzten Donnerstag von einem bisher noch unbekannten Täter durch einen Revolverschuß schwer verletzt wurde, ist gestern abend an den Folgen der Verletzung gestorben. Botschafter von Hösch bei Minister Briand. wtb. Paris, 8. April.(Funkspruch.) Der deutsche Botschafter von Hösch hatte gestern eine Unterredung mit dem französischen Außenminister Briand. der Haager Abkommen in Deutschland und Frankreich ergeben, zur Erörterung. Das deutsche Geschwader in Vigo. wtb Vigo, 8. April.(Funkspruch.) Geschwader das sich auf einer Kreuzfahrt nach dem Mittelmeer befindet, hat gestern Vigo angelaufen. Mit dem spanischen Flaggschiff wurde ein Ehrensalut ausgetauscht. Sitzung der Gemischten deutsch=amerikanischen Kommission. wtb Washington, 8. April.(Funkspruch.) Gestern fand die Sitzung der deutsch=amerikanischen mischten Kommission statt, auf der u. a. auch über die sog. Sabotagefälle verhandelt werden sollte. Die Sitzung sand unter dem Vorsitz des neuen Unparteilichen Boyden und unter Beteiligung des deutschen und des amerikanischen Kommissars statt. Erledigung der Tagesordnung wurde beschlossen, im Hinblick auf neue Beweismomente die Verhandlungen über die Sabotagefälle vorläufig auszusetzen. Sturm auf dem Atlantik. Verspätetes Eintreffen der Passagierdampfer. wotb Newyork, 8. April.(Funkspruch.) Die starken Stürme auf dem Allantchiffeperzehr zur zahlreiche Verspätungen im Schiffsberleht zu. Folge gehabt. So ist gestern der Dampfer„Amerika“ mit über zweitägiger Verspätung eingetroffen. Bei acht weiteren Transatlantik=Dampfern sind Verspätungen von ein bis zwei Tagen zu verzeichnen. Die am Dienstag hier fällige„Bremen“ wird erst am Mittwoch im Newyorker Hasen laufen. Aus den Nachbar-Städten Aus Groß=Dortmund — Unerhörter Vorfall. Am Samstag in den Abendstunden wurden die Blinden der Blindenwerkstatt im Hause Bornstraße 27 von Passanten mit Steinen beworfen. Die Wehrlosen wurden burch bos„ngmeingent“ egz, egte fallkommando in Schutz genomme.. Die 2 ergriffen hierauf die Flucht und konnten leider unerkannt entkommen. — Unfugstifter am Feuermelder ertappt. Am Sonntag gegen 2,30 Uhr wurde an der Ecke Rheinische Straße=Siemensstraße der Feuermelder gezogen. Kurz hierauf gelang es, den Unsugstifter zu stellen, dessen Personalien bekannt sind, so daß eine Anzeige gegen ihn erstattet werden konnte. — Zu einer Schlägerei kam es Samstag gegen 23 Uhr in einer Wirtschaft an der Sedanstraße. Das herbeigerufene Ueberfallkommando schlichtete den Streit, so daß Festnahmen nicht erforderlich waren. — Wegen Glücksspielerei verhaftet. Mehrere Personen spielten in den Abendstunden des Samstag vor der„Herberge zur Heimat“ das verbotene Spiel„Kümmelblättchen". Die Polizei erhielt hiervon Kenntnis und verhaftete einen Schlosser G. und mehrere Beteiligten, die der Kriminalpolizei zugeführt wurden. — Einen Schupobeamten bedroht. Vergangene Nacht gegen 2 Uhr wurde ein Polizeiwachtmeister am Burgtor von einem Passanten bedroht. Als der Beamte ihn aufforderte, weiter zu gehen, schlug er auf diesen ein. Der Beamte sah sich genötigt, von seinem Gummiknüppel Gebrauch zu machen. Der Angreifer suchte dann das Weite und konnte unerkannt entkommen. — Granatenfund. In einem Hause der Gneisenaustraße wurde am Samstag eine 5: Ztm.=Granate gefunden. Die benachrichtigte Polizei stellte die Granate sicher und ließ sie durch einen technischen Beamten unschädlich machen. a Schüren. Familienstreit. In einer Familie von hier entspann sich zwischen den erwerbslosen älteren und einem jüngeren Sohne ein Streit, in dem der ältere in rabiater Weise vorging. Der Vater wollte den Streit schlichten. In heller Wut ergriff der Sohn ein Messer und stach wie wild auf den Vater ein. Dann ergriff er die Flucht. Wohl war der Vater schwer verwundet, doch konnte er noch auf dem Polizeibüro vernommen werden. jedoch dieser Aufforderung nicht nach, sondern fuhr mit Bekannten nach Dortmund. Auf der Rückfahrt verlor der Führer die Gewalt über das Auto und fuhr in den Graben, wobei sich der Wagen auf den Kopf stellte. Der Chaufseur befreite sich mit den Bekannten und ergriff die Flucht. Das Auto wurde morgens herrenlos aufgefunden. oEslohe. Lebensmüde. Ein alter, im hiesigen Krankenhause untergebrachter Invalide versuchte Freitag dadurch seinem Leben ein Ende zu machen, daß er an einer tiefen Stelle des Salwey ins Wasser sprang. Der gerade vorbeikommende Kassenbote Ed. Menzebach sah den mit dem Tode ringenden Mann, sprang ihm nach und brachte ihn wieder ans Ufer. Erst durch sofortige angestellte Wiederbelebungsversuche des Retters war es möglich, den Lebensmüden wieder ins Leben zurück zu rusen. d Erwitte. Eine Katze als Kaninchenamme. Einem hiesigen Einwohner ging ein älteres Kaninchen ein, nachdem es kurz zuvor fünf Jungtieren das Leben geschenkt hatte. Da man die possierlichen Wesen nicht töten wollte, kam man auf den Gedanken, einer Katze, die kurz zuvor ebenfalls das Mutterglück erfahren hatte, die Kaninchen anzuvertrauen. Man glaubte schon, die Katze hätte sich ein leckeres Frühstück gemacht— im Gegenteil: die Stiefmutter streichelt und beleckt die Kleinen und wehrt lt.„Patr.“ mit den Psoten jeden Unberufenen von„ihren“ Kindern ab. a Holzwickede. Haldenabtragung. Die Abtragung der Halde an der Rausinger Straße hat begonnen. Die kümmerlichen Baumbestände auf der Halde wurden bereits niedergelegt u. die Abtragung in Angriff genommen. Die Zeche wird durch die Abtragung ihren Platz innerhalb der Zechenanlagen wesentlich vergrößern und das Ortsbild an der Rausinger Straße sehr verbessern. w Meinerzhagen. Naturschutzgebiete. Durch Verordnung des Regierungspräsidenten sind die folgenden drei Hangmoore im Ebbegebirge und zwar das Wolfsbruch in der Gemeinde Herscheid, die Wilde Wiese in der Gemeinde Valbert und die Grundlose in der Gemeinde Meinerzhagen zu Naturschutzgebieten erklärt worden. gWuppertal. Dreister Ueberfall auf einen Droschkenkutscher. Nachts trat vor dem Rathaus in Elberfeld ein Mann an eine Autodroschke und verlangte, nach dem Außenbezirk Beeck gefahren zu werden. Vor einer Wirtschaft in der Beeck erklärte der Fahrgast, er sei am Ziele. Dann bot er dem Chauffeur eine Zigarette an, hielt aber gleichzeitig dem Mann einen Revolver vors Gesicht und feuerte. Das Instrument war anscheinend eine Scheintodpistole. Der Ueberfallene wurde am Auge getroffen. Er hatte die Geistesgegenwart, dem Täter einen heftigen Schlag gegen den Kopf zu versetzen. Der Täter flüchtete, und auch eine bald darauf von Kollegen des Ueberfallenen ausgenommene Verfolgung blieb ohne Erfolg. Der Angesallene mußte zu einem Arzt gebracht werden. ! Siegen. Einweihung des neuen Oberlyzeums. Unter großer Beteiligung fand hier die feierliche Einweihung des von der Stadt errichteten neuen Oberlyzeums statt. In Verbindung damit erfolgte die Uebergabe der Anstalt an den Staat. Gleichzeitig konnte die Schule ihr fünfzigjähriges Bestehen feiern. Das prächtige neue Schulgebäude ist aufs neuzeitlichste eingerichtet und entspricht auch hinsichtlich der Ausstattung allen berechtigten Anforderungen. cMünster. Die Stadt ehrt zwei Fußballvereine. In Anbetracht der vorzüglichen sportlichen Leistungen anläßlich des Ausscheidungskampses um die Westdeutsche Fußballmeisterschaft am 23. März im Preußenstadion, hat der Magistrat in seiner letzten Sitzung beschlossen, dem S. C. Fortuna=Düsseldorf und dem S. C. Borussia=Rheine je ein Bild(Stahlstich) des alten Rathauses mit einer entsprechenden Widmung zu überweisen. h Münster. Nach der Schwarzfahrt geflohen. Ein hiesiger Chauffeur hatte von seinem Dienstherrn den Auftrag erhalten, den Wagen in die Garage zu bringen. Er kam Wirtschafts und sozialpolitische Lage des Tiefbaugewerbes Der Reichsverband des Deutschen Tiefbaugewerbes e.. V. hatte in den letzten Tagen seine Mitglieder im Städten Saalbau in Essen zur Besprechung der gegenwärtigen Wirtschaftslage zusammengerufen. Hauptsächlichster Versammlungsgegenstand war die außerordentlich schwierige Lage des Tiefbaugewerbes, das allenorten unter der Tatsache zu leiden hat, daß die Etats der öffentlichen Austraggeber, Kommunen, öffentlichen Verbände, Provinzen, Länder und Reich infolge der notwendigen Sparmaßnahmen stark zusammengestrichen werden. Die Versammlung war bei voller Wahrung des Standpunktes der Sparsamkeit der Ansicht, daß diese zuerst einzusetzen habe bei den unproduktiven Ausgaben der öffentlichen Hand, nicht aber bei den produktiveren. Sie stimmte den Ausführungen ihres Geschäftsführers bei, daß ein entsprechender Umbau der Etats ohne Erweiterung derselben vorgenommen werden müsse. Dieser Umbau müsse die produktiven Ausgaben gegenüber den unproduktiven begünstigen. Bei der großen Bedeutung, welche das Baugewerbe für die Gesamtwirtschaft hat, muß unbedingt die befruchtende Wirkung desselben auf die Gemeinwirtschaft erhalten bleiben. In diesem Sinne beschäftigte sich die zahlreich besuchte Versammlung auch mit den Verhältnissen bei der Deutschen Reichsbahngesellschaft und den Versuchen dieses großen Bauauftraggebers seinen eigenen Personalschwierigkeiten durch entsprechende Ausschaltung der Unternehmer von Bauarbeiten Herr zu werden. Es konnte jedoch in der Versammlung davon Mitteilung gemacht werden, daßauf Grund von Verhandlungen des Verbandes mit der Generaldirektion dieselbe bereits eingelenkt und sich von der Notwendigkeit überzeugt hat, die Sparsamkeit sich nicht an der Bahnunterhaltung im Oberbau auswirken zu lassen. Die Versammlung verschloß sich nicht der Tatsache, daß die Reichsbahn durch die Reparationslasten über ihre Kräfte beschwert ist. Sie war aber der Meinung, daß der Reichsbahnverkehr und damit die Einnahmen der Reichsbahn nur dann zunehmen könnten, wenn die Reichsbahn zu dem alten Grundsatz wieder zurückkehrt, durch Vergabe großer Aufträge ein Ansporn der Wirtschaft zu sein. Der Reichsverband des Deutschen Tiefbaugewerbes e. V. nahm ferner von dem Ausgang der Lohnverhandlungen im Baugewerbe Kenntnis davon, daß die bereits für die Zeit vom 11. April 1929 bis zum 31. März 1930 gültigen Löhne bis zum 31. März 1931, also für nunmehr zwei Jahre Gültigkeit besitzen sollen. Gewisse Auseinandersetzungen der Tiesbauunternehmer mit der Ruhrknappschaft hinsichtlich der Sozialversicherung von auf Zechen beschäftigten Arbeitern bildeten den Abschluß der Verhandlungen. längst verdiente Ausgleich.— Die 2. schaft trennte sich nach einen torreichen Treffen mit 4:5 für Milspe.— Die Jüngsten mußten sich der körperlich erheblich stärkeren Jugendmannschaft von Milspe mit 7:1 beugen.— Die 2. Jugend spielte hier gegen Fröndenbergs 2. Jugend und konnte für die Niederlage im Diplomspiel der 1. Serie in Fröndenberg mit dem gleichen Torergebnis 2:1 Revanche nehmen.— Die 1. Jugend war spielfrei. Voranzeige: Für den 1. Ostertag haben sich die Unioner einen spielstarken Vertreter des Niederrheinbezirks, den Spielverein 1910 e. V. Wesel verpflichtet.— Wesel ist Meister der 2. Bez. Klasse und hat von 16 ausgetragenen Meisterschaftsspielen nur 1 Spiel verloren.— Auch in Gesellschaftsspielen gegen klassenhöhere Gegner konnten sie sich erfolgreich behaupten. Wir nennen hier nur einige Ergebnisse gegen Erle 08 2:1 gew., VfB. Bottrop 1:1, Meiderich 06 2:1 gew., Amateure Amsterdam 3:3 usw. Den Berichten aus Fachkreisen ist zu entnehmen, daß Wesel über eine technisch gut durchgebildete Mannschaft verfügt und den Aufstieg zur 1. Klasse bestimmt verdient hat. Der SSC.„Union“ hat keine Kosten und Mühen gescheut, um am Östertage dem sportfreudigen Publikum wirklich etwas erstklassiges zu bieten und bittet, ihm durch Besuch der Veranstaltung zu ermöglichen, auch in Zukunft mehrmals derartige Fußballspiele abschließen zu können. Auf die näheren Einzelheiten kommen wir noch zurück. Kl. Handball DJK. Schwertel.— Hagen Altstadt 1. 3•3 In sportlicher Weise traten im letzten Moment die Hagener für die verhinderten Eilper ein. Hagen hatte nur 10 Mann zur Stelle, war aber trotzdem den Schwertern überlegen. Der Hagener Sturm, mit vier Mann spielend, den Gastgebern sogar überlegen. Der Spielverlauf ist wie solgt gekennzeichnet. Die Hagener Stürmer arbeiteten mit blitzschnellen, eleganten Vorstößen. Der Erfolg bestand in drei unhaltbaren Toren. Ein vierter Erfolg der Hagener wurde leider vom Schiedsrichter, der beiden Parteien gerecht zu werden versuchte, übersehen. Die Leistungen des Schwerter Sturms, trotz der 3 Gegenersolge, reichten nicht an die des Gegners heran. Schuld war wieder die oft kritisierte Eigenbrödelei der hiesigen Stürmer. Eine radikale Umstellung der Schwerter Stürmerreihe scheint nötig. Gefallen konnte die Arbeit beider Hintermannschaften. H. R. Turnen, Spiel, Sport Fußbe? S. S. C.„Union“ Schwerte. Union 1. konnte in Milspe ein beachtenswertes Unentschieden gegen die 1. Mannschaft des Sportvereins 1911 Milspe erzielen. Die Spielstärke der Milsper ist wohl am besten durch die letzhin erzielten hohen Siege gekennzeichnet.— Die Unioner konnten bis zum Wechsel einen 2:0=Vorsprung erzielen, mußten sich aber nach der Pause 3 Gegentreffer gesallen lassen, sodaß Milspe zeitweise mit 3:2 die Führung übernommen hatte. Kurz vor Schluß gelang den Schwarzweißen der bestimmt schon Frühjahrswachstum der Pflanzen Das Frühlinswachstum unserer Pflanzen hängt in hohem Maße davon ab, wieviel Wasser die Wurzeln dem Boden entziehen und der Pflanze zuführen können. Nicht jeder Boden gibt aber soviel Wasser her, wie die Pflanze zu ihrem Aufbau braucht, denn manche Bodenarten enthalten überhaupt nur sehr wenig Wasser, wogegen andere ihren oft ziemlich reichlichen Feuchtigkeitsgehalt festhalten, so daß die in ihnen wachsenden Pflanzen wegen ungenügender Wasserzufuhr verwelken müssen. Zu diesen Bodenarten gehört nach den Untersuchungen von Sachs zum Beispiel eine Mischung von Humus und Sand, in der ungeachtet eines Wassergehalts von noch 12,3 Prozent die Pflanzen welken, weil der Boden das Wasser festhielt; eine andere Beobachtung ergab, daß frisch begossener Humus= oder Lehmboden von dem in ihm enthaltenen Wasser volle 50 Prozent, und feinkörniger Sand 30 Prozent Wasser zurückhielt. Dagegen geben grober Sand und Kiesboden fast alles Wasser an die Wurzeln ab. Wo immer eine Wurzel sich ins Erdreich senkt, muß sie sich vor allen Dingen der Wasserzufuhr, die der Boden ihr vermittelt, anzupassen versuchen. Daher sind die Wurzeln vieler Landpslanzen insofern besonders gestaltet, als sie selbst sehr stark verzweigt sind und gleichzeitig den Boden oft auch in einer großen Ausdehnung durchwachsen. Nach den jüngsten Angaben von Lepeskin können die Wurzeln des Weizens mit allen ihren Zweigen eine Gesamtlänge von 500 bis 600 Meter, die des Kürbis sogar Tausende von Metern erreichen. Die Verzweigung der Wurzeln beginnt entweder unmittelbar unter dem untersten Ende des Stengels, oder der Stengel setzt sich in eine dicke Pfahlwurzel fort, von der aus sich zahlreiche Wurzeln nach allen Seiten hin ausbreiten. Viele Pflanzen, die in trockenem Boden stehen, sind aber noch mit anderen Anpassungsvorrichtungen ausgerüstet, um dem Boden möglichst viel Wasser entziehen zu können; ihre Wurzeln sind mit feinsten Härchen bedeckt, die, als fadenförmige Fortsätze der Hautzellen, gleichzeitig Wasser aussangen und der Wurzel zuführen. So stehen beispielsweise auf der Wurzeloberfläche der Maispflanze die Härchen so dicht, daß auf jeden Quadratzentimeter 430 Härchen kommen. Allein durch diese Härchen wird die wasserzuführende Wurzeloberfläche des Mais befähigt, fünseinhalbmal mehr Wasser aufzusaugen, als es ohne Härchen der Fall wäre; bei der Gerste steigt(nach Lepeskin) die durch die Härchen bewirkte Wasseraufnahme sogar auf eine zwölffache Vergrößerung der Wurzeloberfläche. Die Fähigkeit, trockenem Boden Wasser zu entziehen, besitzen natürlich nicht alle Pflanzen im gleichen Maße; selbst nahe verwandte Gewächse, wie die Kiefer, Rot= und Weißtanne, verhalten sich in dieser Hinsicht verschieden, indem die Wurzeln der Kiefer sechsmal mehr Wasser als die Wurzeln der Weißtanne aufzunehmen vermögen. Beichnerene Ptegterfahr im Himalaja Beinahe hätten wir erlebt, daß im Himalaja die Kriegsfackel aufloderte. Der unabhängige indische Staat Nepal und Tibet standen einander wie bissige Hunde gegenüber, jeden Augenblick bereit, sich gegenseitig anzufallen. Die Veranlassung zu dieser Trübung der sonst frendnachbarlichen Atmosphäre war geringfügig. In Lhasa wurde vor rund einem Jahr ein Mann namens Gyalpo verhaftet, weil er sich gegen die Gesetze des Landes vergangen hatte. Vor Gericht erklärte der Beschuldigte, er sei Nepalese und habe als solcher Anspruch auf Aburteilung durch ein gemischtes tibetanisch=nepalesisches Gericht. Die Behörden in Lhasa gingen über diesen Einwand hinweg und verurteilten Gyalpo. Der nepalesische Vertreter bei der tibetanischen Regierung erhob verschiedentlich Einspruch gegen das Verfahren und verlangte die Einhaltung der zwischen beiden Staaten geltenden Vereinbarungen. Die Tibetaner kümmerten sich aber nicht um die Proteste. Nun wurde die Lage noch dadurch außerordentlich verschärfst, daß Gyalpo aus dem Gefängnis ausbrach und in die nepalesische Gesandschaft flüchtete. Die Regierung in Lhasa ließ entgegen allem Völkerrecht die nehalesische Gesandtschaft von der Polizei besetzen und Gyalpo mit Gewalt fortschleppen. Kurz darauf starb der Nepalese im Gefängnis. Nun forderte Nepal sofortige Genugtuung. Diese ließ auf sich warten, und Nepal traf alle Vorbereitungen zu einer militärischen Aktion gegen den Nachbarstaat, die sich freilich in Anbetracht der geographischen Verhältnisse recht schwierig gestalten mußte, besonders wegen des wie eine unüberwindliche Mauer aufragenden Himalajas. Doch nun kommt die beruhigende Nachricht, daß sich Lhasa noch im letzten Augenblick eines Besseren besonnen und eine Sondergesandtschaft mit einem Entschuldigungsschreiben nach Katmandu geschickt hat. Mehrere Anschlüsse. Wiederholter Anruf. Bei der Anmeldung von Ferngesprächen mit Teilnehmern, die mehrere getrennt betriebene Anschlüsse besitzen, können nach den Ausführungsbestimmungen zur Fernsprechordnung zwei Rufnummern in der Anmeldung angegeben werden. Wenn die erste Nummer im Fernverkehr besetzt ist oder wenn der Teilnehmer in dieser Leitung nicht antwortet, wird die Verbindung mit der zweiten Rufnummer hergestellt. Ist auch die zweite Rufnummer nicht zu erreichen, so wird der Anruf nur bei der an erster Stelle angegebenen Rufnummer nach 10 Minuten wiederholt. Nötigenfalls geschieht dies auch nach weiteren 20 Minuten. Diese Bestimmung ist dahin ergänzt worden, daß bei Bedarf auch durch Wiederholung des Anrufs bei der zweiten Rufnummer versucht wird die Verbindung herzustellen. Börsen und Märkte Dortmunder Schlachtviehmarkt vom 7. April. Dem gestrigen Schlachtviehmarkte waren zugeführt: 863 Stück Großvieh, 834 Kälber, 5 Schafe, 1 Ziege, 3396 Schweine. Der Marktverlauf war bei Großvieh in guten Tieren mittel, sonst langsam, bei Kälbern mittel, bei Schweinen schlecht. Es wurden gezahlt für 50 Kg. Lebendgewicht: Ochsen: a) 58—61, b) 1. 55—57, 2. 50—53, c) 45—48 A; Bullen: a) 56—58, b) 53—55, c) 50—52; Kühe: a) 52—54, b) 47—51, c) 40—45, d) 28—39 A; Färsen: a) 56—57, b) 49—55, c) 45—48 A; Kälber: a)—, b) 80—85, c) 60—79, d) 50—59 M; Schw eine: a) 63—65, b) 65 bis 67, c) 65—67, d) 61—65, e) 58—60, f)—, 9) 56—61 M. Was hören wir im Rundfunk? Mittwoch, den 9. April 1930. 06,45: Leibesübungen. 07,00: Morgenkonzert. 10,15: Schallplattenkonzert. 10,30: Tagesdienst, Wasserstandsmeldungen. 11,20: Musikalischer Schulfunk. 12,10: Schallplattenkonzert. 12,50: Wetterdienst. 12,55: Nauener Zeitzeichen, Tagesdienst. 13,05: Mittagskonzert. 14,30: Funkwerbung. 15,00: Für junge Mädchen. 15,30: Wirtschaftsdienst. 16,00: Dr. Hackler:„Byrds Südpolexpedition“. 16,25: Wirtschaftsdienst. 16,30: Aus dem Leben der Volksschule. 16,50: Frauenstunde. 17,10: Lebende Dichter. 17,30: Vesperkonzert. 18,30: Gemeinverständliche Rechtskunde. 18,50: Vom Tage. 19,00: Wirtschafts=, Wetter= und Sportdienst. 19,15: Stunde des Arbeiters. 19,40:„Die weltwirtschaftlichen Raume. 20,00: Zar und Zimmermann“. Anschließend letzte Meldungen, Bericht über das geistige Leben, Sportdienst. Anschließend bis 24,00: Konzert aus dem Café Handelshof, Essen. Verantwortlich für Lokales, Kommunalpolitik, Feuilleton, Provinzielles, Gerichtssaal u. Haus Eberhard Lex, Schwerte. Bernhard Sten Heute abend 9 Uhr entschlief nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder und Schwager, der Bahnwärter i. R. Adolf Ströder im Alter von 67½ Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wwe. Adolf Ströder geb. Platenius Steinberg b. Ergste, den 6. April 1930. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 10 April 1930, nachm. 2.30 Uhr vom Sterbehause Steinberg aus, statt. Der Verstorbene war Nlitglied des Eisenbahn-Vereins. Zwangsversteigerung Im Wege der Zwangsvollstreckung werde ich am 9. 4. 1930, 10 Uhr, in Schwerte, Westenstr. (Möller), bezw. an Ort und Stelle 1 Radioapparat(Huth) Netzanschluß mit Lautsprecher, 1 Küchen=Anrichte, 1 Flurgarderobe, 1 Büfett, 1 Transportwagen u. a. m., am 10. 4. 1930, 11 Uhr, in Lichtendorf an Ort und Stelle(Treffpunkt: Wiemhoff, Eichholz), 1 Büfett u. a. m. öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigern. 1403 Kubon, Gerichtsvollzieher kr. A. Schwerte, 8. April 1930. Statt jeder besonderen Anzeige! Plötzlich und unerwartet entriß uns der Tod aus einem arbeitsreichen Leben meinen geliebten Mann, unseren guten Vater, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Hubert Stern im 58. Lebensjahre. Lina Stern Walter Stern Karl-Heinz Stern Münster, Schwerte, New-York, den 7. April 1930 Die Bestattung findet Nlittwoch, 9. April, nachm. 4 Uhr v. d. Halle d. jüd. Friedhols Münster aus, stalt. 8 Te Kaffee Schokolade Bonlen Wein des Eisenbahn-Bauverein e. G. m. v. H. zu Schwerte-Ruhr für das Geschäftsjahr 1929. Heks Kakao Bonbons Kranken Wein Akiva Unbebaute Grundstücke Im Eigentum des Bauvereins verbleibende Häuser Erwerbshäuser Im Bau befindliche, noch nicht abgerechnete Häuser Baustoffe und Geräte„. Geschäftseinrichtung Bank=, Postscheck=, Sparkassenguthaben...*** Kassenbestand Nutzungs= oder Mietgebührer konstige Forderungen Aufwertungsausgleich=Konto Nik. Pfg. Nichtverseizte Schüler(innen) aller Schulen, können Zeitverlust einholen. Individueller Unterricht, kleine Klassen. Paedagoglum Privatschule Schülerheim Hagen, Bahnhofstr. 34. 17890 26 2597559 169932 1032871 35572 1427 Passiva Geschäftsguthaben der Mitglieder Rücklagen....... Hypothekenschulden Von den Hausanwärtern geleistete Zahlungen.... Spareinlagen Sonstige Schulden.. Reingewinn Nik. 57101 30626 3559801 17727 31597 22952 16389 S 16166 8103 50 Mitgliederbewegung. Post. 1 1 1929 267 Mitglieder mit 280 Anteilen Deständ am I. I. 17„„„„„„„„ 7 2er Hing Zugang an neuen Mlitgliedkern........... 55„,„, 9 Zus. 322 Mitglieder mit 355 Anteilen 5„ 5 Abgang im Geschäftssahr..............5„,. 9 Bestand am Ende des Geschäftsjahr 517 Mitglieder mit 330 Anteilen Die Geschäftsguthaben sämtlicher Mitglieder haben sich im Laufe des Geschäftsjahres um 9384 Nlk. 42 Pfg. vermehrt. Der Gesamtbetrag der Haftsumme beläuft sich auf 99000 RM., also 15000 RM. mehr als am Ende der Vorjahres. Schwerte, den 28. März 1930. per Vorsagg des Eisenbahn-Bauverein e. G. m. b. H. zu Schwerte(Ruhr) Hesse, Heimann, Stüttgen. Unserer verehrten Kundschaft zeigen wir hiermit an, daß wir unsere Annahmestelle von Bahnhofstraße 8 nach Hüsingstraße 5 verlegt haben. Wir bitten um werten Zuspruch bei Vergebung von Aufträgen. Wir werden bemüht sein schnell, gut u. preiswert unsere verehrte Kundschaft zu bedienen. Färberei GALLUSCHKE Wäscherei Sommersprossen Das garantiert wirksamste Miittel ist und bleibt „Fruchts Schwanenweiß" Tube Nik. 1.75 Dose 3.50 Erhältlich Drogerie M. Niehlhose, Drogerie WV. Lieppe. Freischütz Sonntag, 27. April, 4 Uhr der Kapelle des ehemalig. Husaren Regis. Nr. 11 (Tanzhusaren) Krefeld. Leitung: Obermusikmeister Süper Gegr. 1873. Gute Saaten, gute Ernten! Saatkartortein vom leichten Sandboden Westpreußen welche ich langjährig hier eingeführt habe und sich bestens bewährt haben, empfehle ich in gesunder, gut sort. Saat-Ware. Frühe Sorten Holl. Erstlinge, Juli-Aleren krebsfest, Bonifatius krebsiest, Goldnieren krebsfest, Böhms Allerfrüheste. 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Mts., vorm. 8 Uhr, wird auf der Freibank 1397 KT R zum Preise von 40 Pfg. pro Pfd. verkauft. Schlachthofverwaltung. Dienstag, 8. April 1930 Nr. 83(Zweites Blatt) Schwerter Benluns en S... * w e r d e n, d a ß d i e R e i c h s r e g i e r u n g a n Die Deutsche Kolonialgesellschaft veroffentlicht soeben in ihrem Jahresbericht für 1929, dem wir nachstehende Ausführungen über den Stand der deutschen Kolonialbewegung entnehDas Jahr 1929, das außenpolitisch unter dem Zeichen des Kampfes um die„Liquidation der Restfragen des Krieges" stand, schien auch für das deutsche Kolonialproblem einen Weg zur Lösung zu öffnen. Die deutschen Finanzund Wirtschaftssachverständigen auf der Pariser Konferenz zur Feststellung der wirtschaftlig, Leistungsfähigkeit Deutschlands wiesen auf den engen Zusammenhang zwischen Reparationsproblem und Kolonialproblem hin und erklärten in ihrem Memorandum, die Erfüllbarkeit jeglichen Zahlungsplanes setze voraus, das Deutschland die Möglichkeit gegeben werde,„sich wieder eine eigene Rohstoffbasis zu schaffen, die es mit eigenen Produktionsmitteln, mit eigener Verantwortung entwickeln und ausbauen kann“. Daß dieser von den deutschen Sachverständigen gewiesene Weg zur Lösung des Kolonialpro= blems nicht beschritten und damit die für lange Zeit günstigste Gelegenheit zur Verwirklichung der kolonialen Ansprüche Deutschlands verpaßt wurde, war nicht Schuld der deutschen Sachverständigen, sondern lag an den Bedenken der Reichsregierung, aus dem theoretisch auch von ihr notwendig berechtigt Erkannten im geeigneten Augenblicke die praktische Folgerung zu zieUnd doch brachte diese zunächst ergebnislose Aktion der kolonialen Sache insofern einen unbestrittenen großen Gewinn, als nur zum ersten Male führende Vertreter der deutschen Wirtschaft und Finanz die bisher fast nur von den Verbänden der deutschen Kolonialbewegung verfochtene koloniale Forderung ausgenommen und dem Auslande gegenüber angemeldet haben Darin liegt die denkbar beste Legitimierung der von der deutschen Kolonialbewegung verfochtenen Idee und eine Stärkung ihrer Position nach innen und auzen. Vorläufig allerdings ist man auch im Berichtsjahr über das Studium mehr oder minder verbindlicher Erklärungen hinausgekommen. Aber es war doch beachtenswert, daß in der kolonialen Debatte des Reichstages vom 24. Juni die Sprecher der Deutschen Volkspartei und des Zentrums an das koloniale Gutachten anknüpfend die Notwendigkeit eigener deutscher Rohstoffgebiete in Uebersee unterstrichen und daß sie ebenso wie der Sprecher der Deutschnationalen Volkspartei eine klare Stellungnahme der Reichsregierung gegenüber den englischen Anexionsplänen in Ostafrika forderten. Das Versprechen des Außenministes, hie deutsche Regierung werde eine tatsächliche Bedrohung des Mandatssystems mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu verhindern suchen, läßt zwar den Auffassungen weiteren Spielraum, muß aber dem Auslande gegenüber als Warnung und der Reichsregierung gegenüber als bindende Zusage unterstrichen werden. Ebenso verdient die Erklärung des Reichsaußenministers als programmatisch herausgestellt zu werden, Lag die Keichtirglrtul# an ihrer in dem Memorandum vom Dezember 1924 niedergelegten Auffassung festhalte, daß Deutschland zur gegebenen Zeit am Mandatssystem aktiv beteiligt werden solle,„wodurch die Rohstoffbasis der deutschen Wirtschaft erweitert würde,“ und daß er in dieser Beziehung mit den Ausführungen der beiden Sprecher der Volkspartei und des Zentrums völlig übereinDas Ausland hat diese programmatischen Erklärungen der berufenen Vertreter der deutschen Politik und Wirtschaft mit Aufmerksamkeit verfolgt und ist in zunehmenden Maße zur Erkenntnis gekommen, daß eine Auseinandersetzung mit Deutschland auf kolonialem Gebiete auf die Dauer unvermeidlich sein wird. Die Empfehlung des Lord Rothemere, die deutschen Ansprüche durch Herausgabe der unter englischem Mandat stehenden Teile von Kamerun und Tongo zu befriedigen, mußte allerdings ebenso als indiskutabel abgelehnt werden wie in der deutschen Presse veröffentlichten Vorschläge einer endgültigen Abtretung des nördlichen Teils Deutschostafrikas an England gegen Zuteilung des südlichen Teils der Kolonie und Teilen portugiesischer Besitzungen an Deutschland. 0.: 0.„. v.„ Pe. lanl der Belchen Belischenahng unr Vom Westfälischen Bauernverein Bezirtsverband„Industriegebiet" wird uns nachstehender Artikel zur Veröffentlichung übersandt. Derselbe ist mit Genehmigung der Zentralstelle der Vereinigung des Rheinischen Bauernvereins und des Rheinischen Landbundes dem „Rheinischen Bauer" Nummer 12 vom 22. März 1930 entnommen: „Auch bei den diesjährigen Haushaltsberatungen wird sicherlich in manchen Gemeinden und Aemtern die Frage ausgeworfen werden, was geschieht, wenn die Gemeinde= bezw. Amtsvertretung es ablehnt, den Haushaltsplan durch Beschluß festzustellen, oder wenn in einer Gemeinde ein Beschluß über die Höhe der zum Etatsausgleich erforderlichen Zuschläge zu den Realsteuern nicht zustande kommt. Für den Gemeinde= und Amtsvertreter wird eine klare Antwort auf diese Frage in jedem Falle sicherlich von Wichtigkeit sein. Die Auffassung, daß in allen Fällen, in denen eine rheinische Landgemeinde die Feststellung des Haushaltsplanes ablehnt, das Verfahren der sogenannten Zwangetatisierung zur Anwendung gelangt, ist nicht zutrefsend. Eine Zwangsetatisierung hat den Zweck, die Gemeinden zur Ersüllung der ihnen gesetzlich obliegenden Leistungen anzuhalten, wenn sie diese Leistungen verweigern. Erste Voraussetzung ist also, daß die in den Etat einzustellende Leistung der Gemeinde gesetzlich obliegt oder derselben von einer zuständigen Behörde kraft einer gesetzlichen Vorschrift auferlegt worden ist. So ist beispielsweise die Gemeinde gesetzlich verpflichtet zur Aufbringung des ihrer Steuerkraft entsprechenden Beitrages zu dem Amtsetat, zur Besoldung der Gemeindebeamten nach den Gemeinderatsbeschlüssen, zur Unterhaltung der Volksschulen, zur Verzinsung und Vertilgung ausgenommener Anleihen und zu den Aosten der örtlichen Polizeiverwaltung gemäß den Bestimmungen des Polizeigesetzes. Voraussetzung der Zwangsetatisierung ist ferner, daß die Leistung(Ausgabe) im öffentlichen Interesse geboten ist. Sie tritt also nicht ein, wenn die Gemeinde eine Verpflichtung vertrags mäßig übernommen hat, wie beispielsweise Leistungen zu Straßenbauten. Die durch privatrechtliche Verträge von der Gemeinde übernommenen Verpflichtungen können nicht im Wege der Zwangsetatisierung in den Etat eingestellt werden, vielmehr gehört die Entscheidung in solchen Fällen, sofern die Gemeinde sich weigert, die Verbindlichkeit zu ersüllen, zur Zuständigkeit der ordentlichen Gerichte. Die durch eine gerichtliche oder verwaltungsgerichtliche Entscheidung einer Gemeinde auferlegten Leistungen sind ebenfalls nicht durch Zwangsetatisierung, sondern durch Zwangsvollstreckung beizieiben. Fehlt es dagegen an Vermögensstücken, die zum Gegenstand der Zwangsvollstreckung gemacht werden können, so ist an deren Stelle die Zwangsetatisierung das notwendige Mittel zur Herbeisührung der Leistungen. Auch die Einstellung von Einnahmen in den Etatsvoranschlag kann nicht Gegenstand der Zwangsetatispielsierung sein. Noch weniger können zum Gegenstand derselben Handlungen oder Beschlüsse der Gemeinde gemacht werden, durch welche erst die Möglichkeit einer Einnahme herbeigeführt, insbesondere die Mittel im Wege des Kredites beschafft werden. Sind 1. die Voraussetzungen einer Zwangsetatisierung gegeben, d. h. unterläßt es oder verweigert sich eine Gemeinde= bezw. Amtsvertretung, die ihr gesetzlich obliegende Leistung (Ausgabe) in den Etat zu stellen oder erforderlichenfalls außerordentlich zu genehmigen und hat 2. die zuständige Behörde die fragliche Leistung als eine der betreffenden Gemeinde gesetzlich obliegende Verpflichtung festgestellt, so wird der fraglichen Gemeindevertretung in der Praxis nochmals die Entschließung ermöglicht, ob sie den festgestellten Betrag selbst in den Haushaltsetat freiwillig einstellen und damit die erforderlichen Mitvtel aufbrigen oder ob sie das gegen die Feststellung zulässige Rechtsmittel einlegen will. Weigert sich die Gemeinde auch jetzt noch, die festgestellte Leistung auf den Etat zu bringen oder außerordentlich zu genehmigen, so erläßt der Landrat als Vorsitzender des Kreisausschusses die sog. Zwangsetatisierungsverfügung(§ 87 der Rhein. Landg. O. bezw.§ 35 des Zuständigkeitsgesetzes) und ordnet an, daß der gesorderte Betrag, falls der Etat noch nicht endgültig festgestellt ist, in denselben eingetragen wird. Andernfalls hat die Verfügung des Landrats die Bedeutung einer außerordentlichen Genehmigung des Gemeinderats. Gegen die Zwansetatisierungsverfügung kann binnen 2 Wochen nach deren Zustellung an den Gemeindevorsteher bezw. Bürgermeister die Klage beim Bezirksausschuß erhoben werden. Rechtlich anders zu beurteilen sind die Fälle, in denen die Gemeindevertretung die Feststeilung des Haushaltsplanes insgesamt oder ohne Rücksicht auf die der Gemeinde gesetzlich obliegenden Leistungen ablehnt. Auch hier gibt das Gesetz den Aufsichtsbehörden Mittel an die Hand, um Abhilfe zu schaffen. Gemäß§ 114 der Gemeindeverordnung für die Rheinprovinz hat der Landrat die Pflicht,„dafür zu sorgen, daß die Gemeindeverwaltung sortwährend in dem vorgeschriebenen Gange bleibt und alle Störungen beseitigt werden." Daraus folgt, daß der Landrat die zur Beseitigung etwaiger Unregelmäßigkeiten und Störungen erforderlichen Anordnungen treffen und seinerseits den Haushaltsplan feststellen kann, wenn die Gemeindevertretung die Feststellung ablehnt. Erforderlich ist in diesem Falle, daß die Feststellungsversügung des Landrats, gegen welche die befristete Aussichtsbeschwerde zulässig ist, dem Gemeindevorsteher ordnungsgemäß zugestellt wird. Unterbleibt die Zustellung, so wird die Rechtsmittelfrist nicht in Lauf gesetzt, d. h. die Feststellungsverfügung wird nicht rechtskräftig und kann jederzeit auch noch nach Ablauf der Frist von 2 Wochen mit der Beschwerde angesochten werden. Der Gemeindevorsteher ist verpflichtet, die Gemeindevertretung bald nach Zustellung der Feststellungsverfügung des Landrats zu einer Sitzung einzuberufen und ihr von der Verfügung Kenntnis zu geben, damit sie sich darüber schlüssig werden kann, ob sie das ihr zustehende Rechtsmittel der Beschwerde einlegen will oder nicht. Die Beschwerde ist beim Regierungspräsidenten anzubringen, dessen Entscheidung ebenfalls zugestellt werden muß, wenn die Rechtsmittelfrist in Lauf gesetzt werden soll. Gegen die Entscheidung des Regierungspräsigilst miur Eine MAGGl-Würze KENNZEICHEN: Der Name MAGGI, die gelb-roten Etiketten: die typische Form der Flaschen Der Ceizial Roman von Robert Misch. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle(S). 45. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Nachdem er gegangen war, saß Frau Charlotte noch lange sinnend vor ihrem Schreibtisch, der mit Briefen, Dokumenten und Rechnungsbüchern bedeckt war. Sie schrieb Zahlenreihen nieder, sie addierte und rechnete, dann seufzte sie und zuckte lächelnd mit den Achseln. * Es war ein unangenehmer Tag für Herrn Kaltenbach. Alle gingen ihm aus dem Wege. Fritz hatte wirklich seine Siebensachen zusammengepackt und war nun weggezogen. Seine Nichte schmollte mit ihm und speiste mit der Tante oben bei Kolbs. Toni hatte bei Tisch alberne Bemerkungen gemacht: einen Referendar, der nichts hätte, würde sie freilich nicht nehmen, sie richte ihre Ansprüche höher. Und auf seine Frage:„Dann muß es wohl gleich ein Fürst sein?" hatte das dumme Ding freudestrahlend geantwortet: „Oh, mir genügt schon ein Graf!" Das waren seine Kinder. Der eine wollte den Leuten durchaus Zähne ausreißen, statt ein solider Kausmann zu werden und viel Geld zu verdienen; er löste eine glänzende Partie auf und lief ihm schließlich davon, weil er sich von seinem gerechten Zorn hatte hinreißen lassen. Und seine Gans von Tochter wiegte sich in phantastischen Ideen. Wenn dann ein solider Mann kam, der in Weißwaren, Bier oder Steinkohlen reiste, wies sie ihn womöglich ab. Wit lich, wenn er nicht für die Zukunft der Kinder sorgte, würde es ihnen einmal schlecht gehen. Er war wohlhabend— nun ja, gottlob..., hatte sich auch gequält genug! Aber bei dem heutigen, niedrigen, noch immer sinkenden Zinsfuß, dem immer teurer werdenden Leben und den wachsenden Ansprüchen an dasselbe, war die: Vermögen, noch dazu durch zwei dividiert, nicht groß genug, um den Kindern eine glänzenden unft zu sichern. Also brachte er seinen Kindern ein großes Opfer, wenn er die Schwägerin heiratete. Aber erkannten sie es denn an? Toni hatte sich sogar eine anzügliche Bemerkung erlaubt, als ob er eigentlich viel zu alt sei zum Heiraten. Nachmittags ging er in seinen Kegelklub, von wo er erst ziemlich spät heimkam. Gleich am anderen Morgen ließ ihn die Schwägerin rufen, und er bekam wahrhastig Herzklopfen. Das ging ihm übrigens vor jeder wichtigen Entscheidung so. Als er damals den großen Prozeß um ein Objekt von dreißigtausend Mark führte, hatte er Brom nehmen müssen, um seine Nerven zu beruhigen. Und hier handelte es sich noch um ganz andere Summen. Endlich sollte es sich entscheiden, ob das große Vermögen sein würde, unantastbar sein. Frau Charlotte empfing ihn steundlicher als gestern, und das war ein gutes Zeichen. „Nun, Kaltenbach, willst du mich noch immer heiraten?“ leitete sie lächelnd die Verhandlungen ein. „Es ist mein sehnlichster Wunsch, liebe Charlotte.“ Er legte beteuernd seine Hand auf die Stelle, wo andere Leute ihr Herz haben. „Nun gut— ich will unter gewissen Bedingungen einwilligen.“ Herr Kaltenbach spitzte die Ohren. Sobald von Bedingungen die Rede war, wurde er ganz Geschäftsmann. „Nun?“ „Du willigst in die Heirat der jungen Leute, aber schriftlich, beim Notar. Ferner setzt du mir für die Wirtschaft und meine Toilettenbedürfnisse eine gewisse Summe aus, deren Höhe ich noch bestimmen werde.“ Teufel, die Schwägerin war eine kluge Geschäftsdame! Das imponierte ihm, wenn ihm auch die schriftliche Fixierung, besonders aber der letzte Punkt recht unbequem war. Er wehrte sich auch dagegen, sprach von einem„unberechtigten und beleidigenden Mißtrauen", von einem„dummen Stück Papier“, das sich„zwischen zwei Ehegatten schiebe, wo doch vollstes Vertrauen am Platze wäre!“ Beinahe glaubte er selbst daran, so überzeugend redete er. Doch die Schwägerin blieb unerschütterlich. Er mußte nachgeben oder verzichten. Uebrigens erleichterte ihm dieses wesentlich, daß er sich über die letztere Bedingung, hatte er sie erst einmal„sest am Bändel", leicht hinwegsetzen könne. Das hing doch bloß von ihm ab, wieviel Geld er seiner Frau geben wollte. Sie konnte doch ihren Ehemann nicht gerichtlich zwingen. Urbrigens erleichterte ihm dieses wesentlich, nun auch seinerseits Bedingungen zu stellen: Erstens müsse ihr Vermögen nach ihrem Tode an die Kinder fällen, beziehungsweise an ihn, wenn er sie, was gottlob nicht zu befürchten wäre, überleben würde. Das sei stets ihre Absicht gewesen, meinte Frau Charlotte, ihr Geld einmal seinen Kindern zu vermachen. Ueberlebe er sie, so könne er aber nur die Nutznießung haben. Selbstverständlich müsse er sich, was sein Vermögen betresse, zu dem gleichen verstehen: ihr die Nutznießung, wenn sie ihn überlebe— den Kindern die Erbschaft. Sich so fest seinen Kindern und seiner Frau gegenüber zu binden, paßte ihm eigentlich nicht recht in den Kram. Denn damit gab er eine scharfe und nützliche Wasse aus der Hand. Es war so angenehm, ihnen beim geringsten Widerstand mit Enterbung zu drohen. Aber was blieb ihm übrig? Herr Kaltenbach sagte auch dies zu, verlangte nun aber zweitens, daß ihm die Schwägerin die Verwaltung und Nutznießung ihres Vermögens übertrüge, also völlig Gütergemeinschaft. Dagegen sträubte sie sich aber entschieden. Vollkommene Gütertrennung und volles Verfügungsrecht über ihr Einkommen, anders willige sie nicht in die Heirat. „Ja, aber was willst du denn mit den Zinsen machen?“ rief Kaltenbach empört. „Das ist doch meine Sache. Ich muß doch Nadel= und Toilettengeld haben!" „Die ganzen Zinsen willst du für dich?“ „Du überschätzt das wohl, lieber Kaltenbach!“ Er blickte sie verblüfft an. Solche Scherze in Geldsachen liebte er nicht. „Möglich! Du hast mich bisher so wenig deines Vertrauens gewürdigt. Also wie hoch beläuft sich dein Einkommen ungefähr?" „Lieber Emil, du wirst mir erlauben, das für mich zu behalten, wenigstens vorläufig. Aber so reich, wie du zu denken scheinst, bin ich nicht. Wenn du mich also nur meines Geldes wegen—“ Herr Kaltenbach versicherte entrüstet, daß sie ihm bitteres Unrecht damit zufüge. Einen Moment wurde er aber doch stutzig. Aber das war ja Unsinn. Daß Mr. Seymour steinreich gewesen, war ja notorisch. Er hatte ja genaueste Erkundigungen eingezogen. Und sie war seine einzige Erbin; der Verstorbene hatte weder Geschwister, noch Kinder oder nähere Verwandte gehabt, daß wußte er genau. Und sie empfing Briefe und Abrechnungen einer großen amerikanischen Bank; das hatte er ausspioniert. Die Schwägerin tat einfach, was er selbst und alle Reichen machten, sie gab nicht zu, daß sie reich war. Das gestand auch er niemals ein, kümmerte auch keinen Menschen. Noch einmal versuchte er, sie anderen Sinnes zu machen; aber Frau Charlotte blieb standhaft. Und so willigte er denn ein. Mit einem ironischem Lächeln reichte sie ihm die Stirn, auf die er einen feierlichen Verlobungskuß drückte. Wie staunten die Nachbarn und Bekannten, als wenige Tage später die Nachricht in den gelesensten Blättern Berlins erschien, daß sich Herr Kaltenbach und Frau Charlotte Seymour dem geehrten Publikum als Verlobte empfahlen. (Fortsetzung folgt.) denten ist in solchen Fällen die weitere Beschwerde an den Oberpräsidenten zulässig, der gültig entscheidet. Zweifel bestehen vielfach auch hinsichtlich der Frage, wie zu verfahren ist, wenn die Gemeindevertretung die Festsetzung der Gemeindeumlagen ablehnt. Bekanntlich hat die Gemeindevertretung auf Grund des§ 59 des Kommunalabgabengesetzes spätestens bis zum 1. Juni jeden Jahres über die Höhe der Zuschläge zu den Realsteuern Beschluß zu fassen. Kommt in dieser Zeit ein gültiger Beschluß nicht zustande, so ist der Landrat mit Zustimmung des Kreisausschusses besugt, zwecks Deckung des Steuerbedarfs das Verhältnis der Zuschläge zu den einzelnen Realsteuern untereinander festzusetzen. Lehnt der Kreisausschuß in solchen Fällen die Erteilung der Zustimmung ab, so kann der Landrat gemäß§ 123 des Landesverwaltungsgesetzes Beschwerde einlegen, über die der Bezirksauschuß endgültig entscheidet. Gibt der Bezirksausschuß der Beschwerde statt, so tritt die Beschwerdeentscheidung an die Stelle der Zustimmung des Kreisausschusses. Die Feststellung des Landrats muß ebenfalls dem Gemeindevorsteher zugestellt werden. Unterbleibt die Zustellung, so wird die Rechtsmittelfrist auch hier nicht in Lauf gesetzt. Die Gemeindevertretung, der von der Feststellung alsbald Kenntnis zu geben ist, hat als Rechtsmittel die Beschwerde, über die aber nicht wie im Etatsfestsetzungsverfahren die Aufsichtsbehörde des Landrats, d. h. der Regierungspräsident, sondern der Bezirksausschuß zu entscheiden hat, dessen Entscheidung endgültig ist. im Finstern Schwerte, den 8. April 1930. Die Furcht vor der Dunkelheit findet sich bei den meisten Kindern. Es dürfte indes nicht richtig sein, sie immer als Feigheit auszulegen. Zweifellos leiden zarte und nerböse Kinder mehr unter dieser Angst als derbe und starknervige Kinder. Und darum ist es um so verkehrter, sie gewaltsam unterdrücken zu wollen. Man mache dem kleinen Angsthasen mit ruhigen Worten klar, daß durchaus nichts Beängstigendes da ist, gehe aber trotzdem so lange in das dunkle Zimmer mit, bis das Kind die Nichtigkeit der Furcht eingesehen hat. Unerbittliches Hineinschicken in das Dunkel hat meist nur ein verstärktes Grausen zur Folge. Und da dieses die Nerven aufregt und ihnen schadet, so wird das Uebel durch den Zwang nur verschlimmert. Selbstverständlich darf man Kindern keine grausigen Geschichten erzählen. Die mit Recht verurteilten Ammenmärchen haben viel dazu beigetragen, die natürliche kindliche Aengstlichkeit zu einer krankhaften zu steigern. Daß diese Märlein aber am Entstehen der Dunkelsurcht schuld sind, ist sicher nicht richtig, denn man findet sie auch bei Kindern, die nie derartiges hörten. Im Lichte der Psychologie ist diese Furcht, das„Graulen“ der kleinen, sogar etwas ganz Natürliches. Haben doch die jungen Geschöpfe nur erst wenig von der Welt kennen und vor allen Dingen begreifen gelernt. Ihre Angst im Finstern ist also einfach Scheu vor dem Unbekannten. Gedenktage. 8. April: 1818 Christian IX., König von Dänemark, in Gottorp geboren(gestorben 1906).— 1832 Der Generalfeldmarschall Alfred Graf v. Waldersee in Potsdam geboren(gestorben 1904).— 1835 Der Staatsmann Wilhelm v. Humboldt in Tegel bei Berlin gestorben(geboren 1757).— 1848 Der italienische Komponist Gaetano Donizetti in Bergamo gestorben (geboren 1797).— 1919 Ausrufung der Räterepublik in München.— 1922 Der General Erich v. Falkenheyn auf Schloß Linstedt bei Wildpark gestorben(geboren 1861). Wetterbericht der Wetterwarte Essen vom 7. April 1930. Flache Teiltiefs liegen heute früh über der Nordsee und Ostdeutschland, während das Hochdruckgebiet über Nordosteuropa etwas abgenommen hat und über Großbritannien der Luftdruck verhältnismäßig hoch ist. In Deutschland war es heute früh im Süden heiter, sonst wolkig und im Nordosten teilweise regnerisch, bei 3 bis 7 Grad Wärme. Der Kahle Asten hatte leichten Südwestwind, bewöllten Himmel und 2 Grad Wärme. Aussichten bis Mittwoch: Wolkig, ohne erhebliche Regenfälle bei wenig geänderten Temperaturen. Sterbefälle. In Steinberg bei Ergste starb am 6. April im Alter von 67½ Jahren der Bahnwärter i. R. Adolf Ströder.— Im Alter von 58 Jahren verschied in Münster Herr Hubert Stern.— Möge den Entschlafenen die Erde leicht sein. * Handwerkersprechstunde. Die nächste Sprechstunde für die Handwerker der Stadt Schwerte und des Amtes Westhofen findet am Donnerstag, den 10. April 1930, nachmittags von 3 bis 5 Uhr, im Restaurant Kordeck, Schwerte, Kampstraße 20, statt. Diebstahl. Zu unserer diesbezgl. gestrigen Notiz, betr. Entwendung von Kies auf der Heide an der Eisenbahnstrecke Schwerte—Aplerbeck werden wir von angehender Seite um die Verössentlichung gebeten, daß es sich nicht um einen Diebstahl handelt. * Raubüberfälle. Am letzten Sonntag, gegen 9 Uhr abends, wurde ein 21jähr. junger Mann aus Schwerte auf dem Heimwege vom„Frcischütz“ angefallen und durch einen hestigen Schlag auf den Kopf betäubt. Es gelang dem Verletzten jedoch, sich noch in das nächstliegende Haus zu retten, während sich die in seiner Begleitung befindende Dame sich ebenfalls in Sicherheit bringen konnte. An derselben Stelle ereignete sich nach etwa einer Stunde der gleiche Fall: Während ein junger Mann bewußtlos zu Boden geschlagen wurde, gelang es dem Täter, die Dame erheblich zu berauben.(Pelz, Hut, Handtasche mit 15 A usw.) Als Täter soll ein großer, breiter Mann im Alter von etwa 40 Jahren infrage kommen, der die Schläge anscheinend mit einer Stahlstange ausführte. Es wäre wünschenswert, wenn es der Polizei gelänge, diesen Unhold festzunehmen, damit er einer gerechten Strafe nicht entgeht. Zum Geschäftsverkehr mit Polen. Wie die Industrie= und Handelskammer zu Dortmund zur Behebung vielfach entstandener Zweifel mitteilt, ist im Geschäftsverkehr mit Polen bisher keinerlei Aenderung eingetreten. Es gelten also vorläufig sowohl die Zollsätze wie auch die Verbote, die seit Juli 1925 in Kraft sind, weiter. Erst 10 Tage nach Austausch der Ratifikationsurkunde des neuen abgeschlossenen Handelsvertrags treten die Vertragszölle in Krast, und erst von diesem Tage ab fallen die Zollkampfmaßnahmen fort. Vom Kreiskriegerverband. Im Hüttenkasino Hörde fand am Sonntag eine Vertreterversammlung des Kreiskriegerverbandes Hörde statt. U. a. wurde der einstimmige Beschluß gefaßt, den Kreiskriegerverband Hörde zu erhalten. Wir behalten uns vor, auf diese Versammlung noch näher zurückzukommen. Iserlohn Iserlohn. Grober Unfug wurde in der Sonntagnacht von bisher unbekannten Personen in der Wasserstraße vor dem Hause Nr. 2 verübt. Man entwendete von den Kellerschächten drei Roste. Die Polizei setzte den Hausbesitzer sofort in Kenntnis und dieser deckte die Schächte mit Brettern ab, so daß Unglücksfälle vermieden wurden. Personen, die irgendwelche Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, dies sofort der Kriminalpolizei mitzuteilen. Iserlohn. Betrunkener Motorradfahrer. Am Samstagabend befuhr ein angeblich betrunkener Motorradfahrer( Nr. IX 76 046) die Wermingser Straße und landete, nachdem er die Straße im Zickzackkurs befahren hatte, vor einem Straßenbahnwagen. Ein Unglück wurde vermieden und auch das Motorrad nicht beschädigt. Anzeige wurde von Personen, die den Vorfall beobachtet hatten, erstattet. Amt Westhofen ! Westhosen. Aus dem Krieger= und Landwehr=Verein. In der am Samstag abend im Vereinslokal Weiberg stattgesundenen Hauptversammlung kamen folgende Angelegenheiten zur Erledigung: Es lagen verschiedene Einladungen von Nachbarvereinen zur Teilnahme an besonderen Feiern vor. Es wurde beschlossen, am folgenden Feiern teilzunehmen: am 4. Mai an der Fahnenweihe des Krieger= und Landwehrvereins in Garenfeld; am 11. Mai an der Einweihung des Ehrenmals für die Opfer des Weltkrieges, errichtet vom Krieger= und Landwehrverein Syburg auf der Hohensyburg; am 15. Juni am 40jährigen Jubiläum des Kriegervereins Villigst, sowie am Kreiskriegerverbandssest in Annen.— Für den Verbleib beim Kreiskriegerverband Hörde sprachen sich alle Mitglieder aus und soll gegen die Auflösung des Verbandes schärfster Protest erhoben werden.— Die Verlegung der für den 8. bis 11. August er. geplanten 70jährigen Jubelfeier wegen der ernsten wirtschaftlichen Notlage wird beschlossen. Es ist vorgesehen, im Jahre 1935 diese Feier als 75jährige Jubelseier in ganz besonderer Weise zu begehen. Geplant ist die Durchführung eines historischen Festzuges,'n dem Gruppen bis zu Zeiten Kaiser Karl d. Großen und sonstige wichtige Ereignisse aus der Geschichte Westhofens dargestellt werden sollen. 1 Westhofen. Unfälle. Beim Abmontieren einer Maschine im hiesigen Eisenwerk fiel dem Arbeiter Ludwig Sch. vom Höchsten ein schweres Eisenteil in den Rücken. Sch. wurde sofort dem evangl. Krankenhause in Schwerte zugeführt.— Der Arbeiter Wilhelm M. aus Westhofen erlitt beim Transportieren von schweren Eisenblechen Quetschungen an der Hand und einen Knöchelbruch.— Bei einer Bohrarbeit flogen dem Heizer Friedrich H. von hier Eisensplitter in die Augen. ! Westhofen. Zuteilung zur Handwerkskammer und zum Gewerbeaufsichtsamt. Der hiesige Amtsbezirk ist ab 1. April d. Is. der Handwerkskammer in Arnsberg und dem Gewerbeaufsichtsamt Iserlohn zugeteilt worden. ! Westhofen. Saalbau. Das herrliche Wannetal ist wieder durch ein neu errichtetes Ausflugslokal bereichert worden. Die Besitzer der weitbekannten Gaststätte„Weißmanns Hof“ sahen sich gezwungen, ihre Wirtschaftsräume bedeutend zu erweitern. Durch die Erbauung eines größeren Saales haben die Besitzer tatsächlich einen Ueberstand beseitigt, weil gerade diese Gegend von den Erholungssuchenden aus den umliegenden Städten besonders bevorzugt wurde und sich die bisherigen Räumlichkeiten als zu eng erwiesen. ! Geisecke. Die Wohnungszwangswirtschaft ist auf Grund einer Anordnung des Landrats in Iserlohn für die Gemeinde Geisecke mit Wirkung vom 1. April ds. Is. aufgehoben worden. Amt Ergste Berchum. Sittlichkeitsverbrechen. Am Samstag hat sich der in Berchum bei einem Straßenbau beschäftigte Erdarbeiter R. aus Schwerte an der 4jährigen Tochter der Familie G. schwer vergangen. Der Unhold ist verheiratet und Vater von 3 Kindern. Die am Tatort anwesenden Personen benachrichtigten den Oberlandjäger Triegel, der nach kurzer Zeit zur Festnahme des Verbrechers schritt. Hierbei leistete derselbe Widerstand, so daß der Beamte von der Waffe Gebrauch machen mußte. Bei dem Abtransport machte er noch einen Fluchtversuch. Er konnte jedoch wieder gestellt und der Ortspolizeibehörde in Ergste zugeführt werden. Drüpplingsen. Generalversammlung Der hiesige Krieger= und Landwehrverein hielt am Sonntag bei dem Kameraden Voß in der Helle eine sehr gut besuchte Generalversammlung ab. Der Vorsitzende, Gutsbesitzer Bimberg, leitete die Verhandlungen und ehrte das Andenken des auf so tragischer Weise ums Leben gekommenen Kameraden Bimberg durch Erheben von den Sitzen. Mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Lage wurde beschlossen, mit Ausnahme der Delegiertentage, keine weiteren Festlichkeiten in diesem Jahre zu besuchen. Den Kameraden Wilhelm Reil und Gustav Schrader konnte das Abzeichen der 25jährigen Mitgliedschaft verliehen werden. Nach Erledigung einiger kleinerer Vorlagen schloß der Vorsitzende Bimberg die Versammlung. Inzwischen war der von dem Kameraden Florenz Voß in der Helle errichtete Kleinkaliberschießstand seiner Bestimmung übergeben worden. Kamerad Voß hat für den Verein einen mustergültigen Schießstand geschaffen. Der tödlich verunglückte Flieger der D. 1649, Karl Wessel. Allgemeiner Deutscher Türnerbund Vorturnstunde und Tagung beim Tv.„Germania“. Grüne i. W. Zur ersten und, in Anbetracht der des Bezirksturnfestes, wichtigsten Vorturnstunde hatten sich vorgestern beim Tv.„Germania“, Grüne alle Bezirksvereine angeschlossen. Vormittags turnten bereits fast 30 Turnerinnen, wurden mittags beim Tv.„Germania“ gastlich untergebracht und wanderten am Frühnachmittag durch das schöne Obergrüner Tal hinauf.— Der Nachmittag sah die Turner und Jugendlichen auf dem Plan. Etwa 40 Teilnehmer waren erschienen, um sich mit den letzten Feinheiten der Bezirksturnfestübungen bekannt zu machen. In zwei Stunden dauernder Arbeit glaubte man diesem Ziele näher gekommen zu sein. Kurz nach 4 Uhr wurde dann durch den Bez.=Vors. Althaus=Grüne die Nachversammlung im Lokal Bölling eröffnet. Alle Vereine trugen sich in die Anwesenheitsliste, sicherlich ein Zeichen, daß sie mit der Arbeit des Bez.= Vorstandes einverstanden sind. Der wesentliche Punkt der vielseitigen Beratungen bildete das Bezirksturnfest in Schwerte— verbunden wird damit die Bezirks=Meisterschaft im Einzelkampf und Staffeln. Außerdem traf man mit Hilfe der Vereine eine Neuerung ab 1. Juni 1930 für die Geschäftsstelle, indem man derselben eine neue Schreibmaschine bewilligte. In weiteren Fragen wurde zu Kreis= und Verbandsangelegenheiten Stellung genommen, außerdem wurde für die Rheinstaffel ausgiebig Propaganda gemacht. Um 6,30 Uhr beendete der Leiter die Tagung mit Heilgruß auf dem ADT. Kleiderstoff und Sonnenlicht. Die für die Gesundheit so bedeutsamen ultravioletten Strahlen des Sonnenlichtes sollen auch nach Möglichkeit die die Haut bedeckenden Kleider durchdringen. Mehrere amerikanische Gelehrte haben nun auf Grund eingehender Untersuchungen festgestellt, daß helle Baumwollund Leinenstoffe die ultravioletten Strahlen am leichtesten durchlassen, ebenso auch weiße Naturseide, Baumwolle und Leinen verhalten sich sofern ihr Gewebe von derselben Dichtigkeit ist, dem Licht gegenüber ganz gleich, wogegen Wollstoffe nur halb soviel Strahlen durchlassen wie Baumwolle, Leinen und Naturseide. Wichtig ist ferner die Tatsache, daß die Durchlässigkeit für die ultravioletten Strahlen durch die Dunkelfärbung der Stoffe stark vermindert wird, wie denn auch alte oder bereits vergilbte Gewebe weniger durchlässig sind als neue Stoffsorten, bei denen die Gewebefäden durch kleine Zwischenräume voneinander getrennt sind. Lichtspiele zur Heute bis Donnerstag 3 billige Tage! Ermäßigte Eintrittspreise! Wir bringen in diesen 3 Tagen den größten Filmerfolg des vergangenen Jahres Rasputins Liebesabenteuer Die Gestalt Rasputins ist unzweifelhaft eine der interessantesten u. seltsamsten der Weltgeschichte. Man hat ihn den„heiligen Teufel“ genannt und etwas Dämonisches ging zweifellos von ihm aus. Alle, die ihn kannten stimmen darin überein, daß er auf seine Umgebung einen ungeheuren suggestiven Einfluß ausübte, der beinahe unheimlich wirkte. Nur durch eine solche suggestive Kraft war es möglich, daß der einfache Bauer schließlich der intimste und mächtigste Berater der letzten Zarenfamilie wurde, von dessen Rat das Schicksal von Millionen russischer Untertanen beeinflußt wurde.— In diesem Film ist nun die politische Seite im Leben Rasputins so wenig wie möglich betont. Das eigentliche Thema war der Mensch Rasputin, man möchte fast sagen, der Uebermensch Rasputin. Denn auch sein privates Leben vollzog sich in sehr absonderlichen Formen. Trotzdem er alles andere war, als ein Frauenjäger, übte er auf die Frauen einen fast ans Märchenhafte grenzenden Einfluß aus.— Sein Frauenbedarf wurde vielleicht nur noch von seinem Alkoholbedarf übertroffen. Das so ganz Ungewöhnliche dieses Menschen zeigt uns nun dieser Film, der darüber hinaus ein getreues Zeitgemälde geben will. In den Hauptrollen die besten Filmkünstler Deutschlands. Jederzeit und mit kleinstem Aufwand ist es möglich, sich eine frische Bouillon zu bereiten, wenn man Maggi's Fleischbrühwürfel im Haushalt hat. Man löst den Würfel einfach in ¼ Liter kochendem Wasser auf, und die Bouillon ist fertig. Sie läßt sich zu Trink= und Kochzwecken genau so gebrauchen, wie die in üblicher Art hergestellte Fleischbrühe. Der Name Maggi bürgt für Qualität. Außerdem: Der Lustspiel in 6 Akten Hans Brausewetter, Paul Heide.## mann, Gritta Ley, Torry Bell in den Hauptrollen. Als Strecker für unser Profileisenwalzwerk suchen wir zum sofortigen Eintritt 3— 4 gesunde, kräftige, schulentlassene junge Burschen. Meld, beim Werks-Torwächter Vereinigte Stahlwerke Aktiengesellschaft Eisenindustrie zu Menden und Schwerte Hamburger Fischhalie Schwerte, Hagenerstr. 2, empfiehlt la frisch. Fisch direkt vom Fangplay als Schellfisch, Kabeljau, Filet, Goldbarsch, Bratschellfisch usw., Ia engl. Vollfett=Bückinge, Seelachs, Lachs, Aal, Sprotten usw., seinste Marinaden, Hering= u. Fleischsalat, Salzheringe, Matjesheringe, EssigSenf= und Salzgurken und vieles mehr auf dem Wochenmarkt und im Hauptgeschäft, Hagenerstraße 2. Bestellungen in Edelfisch für die Karwoche bitte rechtzeitig aufgeben. Hombunger Das gute, echte Kommißbrat erhält man bei 322 Otto Schulte Bäckerei und Konditorel Hoselackstraße 1. Sintrittskarten u. Progrmme Is modernster Ausfährung Buchdruckerei Carf üraus, Schworte Arzkliche Beitrage für hiensch und Haustier Dies una Bas Ein unentbehrliches Medikament ist Kamille. Als Zusatz zu Kinderbädern, besonders aber zu Fußbädern, ist sie sehr zu empfehlen. Kompressen von Kamillentee heilen geschwollene und gerötete Augenlider und glätten Falten. * Anhaltende Kopfschmerzen sind häufig die Ursache behinderter Nasenatmung. Man sollte auf alle Fälle durch die Nase atmen und den Mund geschlossen halten. Ist man überzeugt, daß ein Hindernis in der Nase vorliegt, so versäume man nicht, das Grundleiden zu beseitigen. * Gesichtshaare kann man auf folgende Weise leicht entfernen: Man bereite eine Masse aus fünf Teilen Weizenstärke und Zinkoxyd und 10 Teilen Bariumsulfit. Mit diesem Brei bestreiche man das Gesicht, und in wenigen Schahliaetung. dert Sehlmenn, Berin End. 1cd. Alle Holohtr. 18. Minuten sind die lästigen Haare verschwunden. Dieses Verfahren ist ziemlich schmerzlos und ruft nur eine schwache Rötung der Haut hervor. Ozäna ist ein chronischer Katarrh der Nasenhöhle mit übelriechender Absonderung. Diese unangenehme Krankheit kommt erfreulicherweise selten vor. Man behandelt das Leiden— vorausgesetzt, daß es sich nicht um eine Begleiterscheinung irgendeiner Infektionskrankheit handelt— folgendermaßen: In einem Glas lauwarmen Wassers löst man eine Messerspitze Borax auf und schnupft diese Lösung vorsichtig mehrmals am Tage in die Nase auf. Abends pinselt man die Innenwände der Nasenhöhle mit Lanolin ein. Statt dessen kann man auch angewärmtes Mandelöl einträufeln. Müdigkeit, die oft nach langem Schlaf eintritt, darf ohne Bedenken, im Gegensatz zur Ermüdung, vertrieben werden. Dazu genügt vollständig eine Abwaschung mit kaltem Wasser und etwas Gymnastik. Selbstverständlich nur der Gesunde! Die Antwort ist leicht gegeben, nur schürft sie nicht tief genug. Wer ist denn gesund? Es gibt doch zahlreiche Menschen, die anscheinend gesund sind und dennoch nicht eine sportliche Betätigung ausüben dürfen! Hier die genaue Grenze zwischen„gesund" und„nicht ganz gesund“ zu ziehen, wird nicht ganz einfach sein. Der Arzt oder— was in diesem Falle noch besser ist— der Sportarzt soll darüber entscheiden. Jedermann sei aber ganz entschieden auf eine ärztliche Untersuchung hingewiesen. Sport an sich ist gesund, doch kann derselbe Sport, von nicht dazu geeigneten Personen betrieben, zu den schwersten Schädigungen des menschlichen Organismus führen. Herztranke seien besonders gewarnt. Gerade sie können durch geeignete sportliche Betätigung eine Besserung hhres Leidens erfahren, aber das Gegenteil durch ein planoses Sporttreiben bewirken. Der Arzt wird über die Art der zu ergreifenden Sportart entscheiden. Auf keinen Fall kommen in Frage: Radfahren, Laufen, Stemmen, Diskus ufw. Schwimmen wird in den meisten Fällen betrieben werden können, wenn es zu keinen Uebertreibungen kommt. Im großen und ganzen sei allen Herzkranken empfohlen, durch Spaziergänge in frischer Luft und eine regelmäßige Lebensweise(unter Vermeidung jeglichen Alkohol= und Nikotingenusses) das angegriffene Organ zu stählen. Wer an Wadenkrämpfen leidet, sei besonders beim Schwimmen vorsichtig und bringe so viel Vernunft auf. sich nicht in Gebiete zu wagen. die keinen Grund mehr aufweisen. Alljährlich finden zahllose Personen gerade auf diese Weise den Tod. Bruchleidende sollten sich grundsätzlich erst von einem Arzt beraten lassen, ehe sie sich einer sportlichen Betätigung zuwenden. Ebenso verhält es sich mit allen denen, die sich an Wettkämpfen, die schon an sich eine kerngesunde Natur voraussetzen, beteiligen wollen. Tod durch Herzschlag auf dem Sportplatz ist wohl das Tragischste, was man sich denken kann. Falscher Stolz, fatscher Ehrgeiz ist es Gesundsein erzwingen zu wollen. Besonders Jugendliche seien darauf hingewiesen. Sport ist gut, Sport muß sein. Aber gröblichste Sünde am eigenen Körper ist eine Verfehlung gerade nach dieser Seite hin. Genau so zu verwerfen sind Ueberanstrengungen. Daß es auch hier in der Mehrzahl Jugendliche sind, die ihre Kräfte überschätzen, braucht wohl nicht erst besonders erwähnt zu werden. Eltern und Erzieher sollten niemals vergessen, gerade in dieser Beziehung immer wieder warnend ihre Stimme zu erheben. Endlich noch ein Wort über den Motorradsport. Nieren. und Magenkranke sollten ihm fern bleiben, wie auch Personen mit schwacher Lunge sich lieber eine andere vom Arzt empfohlene Betätigung suchen sollten. Wadenkrampt Ein Sinnbild strotzender Gesundheit freiben: Vorbeugen ist besser als heilen! Und eins schickt sich nicht für alle! Wer nicht zu sportlicher Betätigung geschaffen ist, wird auf anderen Gebieten, die seiner Gesundheit, seinem Wohlbefinden mehr zuträglich sind, die ersehnte Befriedigung finden. Darum noch einmal: Sport ist gut, aber fragt erst den Arzt, wenn ihr euch vor Rückschlägen bewahren wollt! B. O. Seuchen— Geißeln der Menschheit! Pest, Cholera, Typhus, Grippe. Noch wurden sie nicht besiegt, noch fordern sie Jahr für Jahr ihre Massenopfer. Gelang es, die Cholera auf asiatische Länder zu beschränken, dringt doch die Pest bis an Europas Grenzen vor. Die Pestepidemie in Tunis bewies es. Typhus und Grippe herrschen aber nach wie vor in allen Kulturstaaten und tragen Angst und Schrecken von Stadt zu Stadt. Wenn sich bei Betrachtung dieser Seuchen ein Gedanke in den Vordergrund schiebt, so ist es fraglos der: Gibt es denn keinen sicheren Schutz vor Ansteckung? Einen sicheren Schutz? Leider muß die Frage mit „Nein!“ beantwortet werden. Einen sicheren Schutz wird es auch kaum jemals geben, es sei denn, es gelänge einmal, die Erreger all dieser furchtbaren Krankheiten abzutöten. Solange aber jeder Mensch tagtäglich der Gefahr ausgesetzt ist, von diesen Bazillen, Bakterien oder Infektionskeimen befallen zu werden, so lange wird es auch Infektionskrankheiten geben, Die Frage darf also nicht lauten: Wie schütze ich mich vor einer Ansteckung, sondern: Wie bewahre ich mich vor Bakterien?! Bakterien und Bazillen lauern überall auf uns, aber dort, wo ihnen peinlichste Sauberkeit begegnet, werden sie kaum Kraft besitzen, sich festzusetzen. Man kann sich einfach nicht oft genug die Hände waschen, die Zähne putzen! Man kann nicht genug die Wohnung durchlüften, Sonne hereinlassen. Es ist ja stets das alte Lied: Wo Menschen dichtgedrängt beieinander zu hausen gezwungen sind, wo naturgemäß und zwangsläufig kein großer Wert auf Hygiene gelegt wird, dort befand sich noch stets der Herd irgendwelcher Seuchen! Kommt es auf solche Weise zu einer Seuche, verbreitet sie sich gewöhnlich mit Windeseile, obwohl eine solche Ausbreitung durchaus nicht in dem Maßstabe nötig wäre. Aber leider hustet ein Mensch immer noch den anderen an, leider herrscht bei dem Grassieren irgendwelcher Seuchen immer noch die Unsitte, sich die Hand zu reichen. Daß viele diesen Händedruck mit schwerer Krankheit, wenn nicht gar mit Schlimmerem bezahlen müssen, wird nicht bedacht. Hütet euch vor Bazillen; Das sei immer die Losung für groß und klein. Die Masern dürfen als ausgesprochene Kinderkrankheit betrachtet werden. Die ersten Krankheitserscheinungen äußern sich in Rachenkatarrh, Fieber, Schnupfen mit Husten und Heiserkeit. Im Gesicht zeigen sich bläulich=weiße Flecke, die als sicheres Erkennungsmerkmal der Krankheit gelten. Ungefähr nach vier Tagen entsteht ein scheckiger Ausschlag, der sich innerhalb von zwei Tagen auf dem ganzen Körper ausbreitet. Der Hustenreiz nimmt zu, und das Fieber erreicht eine Höhe von 40, in schlimmen Fällen sogar 40,5 Grad Celsius. Nach ein paar Tagen ist die Krankheit überstanden. Das Fieber fällt, der Ausschlag erblaßt und schuppt sich kleienförmig nach und nach ab. Unter Anwendung von einigen Hausmitteln(Fenchelhonig und heißer Milch) lassen auch Husten und Schnupfen bald nach. Der Appetit stellt sich wieder ein, und das Kind ist nach kurzer Zeit gänzlich sieberfrei.... 1..44 mmer einen 2 Leider nimmt die Krankheit nicht immer einen gunstigen Verlauf. Oft werden Kranke von Ohrenschmerzen und Schwerhörigkeit geplagt, da der Katarrh auf die Ohrentrompete übergreift. Es kann zu einer Mittelohreiterung kommen, die zur Taubheit führt; ist das Leiden doppelseitig, so ist es um so schlimmer. Unbedingt muß ein Arzt zu Rate gezogen werden, falls das Fieber nach dem Auftreten des Ausschlags nicht bald sinkt. Hat man die Krankheit des Kindes festgestellt, so muß es sofort abgesondert und ins Bett gebracht werden. Trotzdem kann schon eine Uebertragung auf fremde Kinder stattgefunden haben, denn man hat festgestellt, daß schon 5 Tage vor dem Erscheinen des Ausschlags eine Ansteckung möglich ist. Um eine Uebertragung auf Fremde zu verhindern, sind der Schulbesuch und das Aufsuchen öffentlicher Plätze auch für Gesunde, die sich in der Wohnung kranker Kinder befinden, verboten. Sehr anfällig für diese Krankheit sind skrofulöse und rachitische Kinder unter drei Jahren. Es ist schwer, bei dieser Krankheit der Ansteckungsgefahr vorzubeugen, zudem oft die Erkrankten munter sind und das Bett nicht gern hüten wollen. In den meisten Fällen erkennt man die Krankheit erst dann, wenn schon mehrere Kinder angesteckt sind...„. Man verabreiche Kranken nur leichte Kost, wie Suppen, Milch, Tee, Fruchtsäfte und Fleischbouillon. Bei etwaigem Durchfall gebe man Kakao zu trinken. Nachdem das Fieber nachgelassen hat, kann man auch Weißbrot, Fleisch(leicht verdauliches), Kartoffelbrei und Grießpudding geben. Abends und morgens sind Spülen und Gurgeln mit Salzwasser zu empfehlen. Bei starkem Hustenreiz macht man feuchte Brustumschläge und läßt sie einige Stunden liegen. Das Wichtigste ist, für sofortige Bettruhe und ein gelüftetes und warmes Zimmer zu sorgen. Nach überstandener Krankheit hüte man das Kind ferner vor Erkältung und Zugluft. Ein zweites Mal bekommt man die Masern nicht. Gesunde Nahrung— gesunder Körper! deutsche Zur Förderung der einheimischen Eierproduktion hat der Reichsausschuß für Geflügel= und Eierverwertung einen Stempel eingeführt, der einen Reichsadler und die Buchstaben DF(Deutsches Frischei) darstellt. Hühnereier deut“ s c h e r H e r k u n f t w e r d e n k ü n f t i g m i t d i e s e m S t e m p e l v e r s e h e n werden. K. C. Gegen Herzschwäche gibt man 5 bis 10 Tropfen Pfefferminzöl auf ein Stück Zucker. Das hilft natürlich nur, wenn die Schwäche nicht chronischer Natur ist. R. Zt. Es kann von hier aus nicht festgestellt werden, auf welche Ursachen die geschwollenen Füße zurückzuführen sind. Versuchen Sie, durch Massage, Packungen und Kniegüsse das Leiden zu beheben, und sorgen Sie auf alle Fälle für offenen Leib. Geht jedoch die Geschwulst nicht zurück, so begeben Sie sich in ärztliche Behandlung. G. Sch. Tränen der Augen ist meist auf Schwäche derselben zurückzuführen. In solchen Fällen hat sich stets Fenchelspiritus erfolgreich bewährt. B. W. Rohe Eier mit etwas Zucker, Zitronensaft oder Kirschsaft verquirlt sind besonders Schwächlichen sehr zuträglich und bekömmlich. Alle Tage 1—2 Eier werden den Kindern nur dienlich sein. J. H. Rotes Licht hat sich bei Heilungen von Masern, Pocken u. ä. als sehr gut erwiesen. Die Krankheiten verlaufen milder und heilen besser aus. Rote Uebergardinen und Deckchen sind im Krankenzimmer leicht anzubringen. „Daß es dir wohlergehe.. Copyright by Martin Feuchtwanger Halle(Saale Tronstoanng„ustant uatian war zwei Tage vor dem angesehlen Leeabend, als Rügel durch anmaßend lautes Läuten in seinem Nachmittagsschläschen gestört wurde. Unwirsch ließ er den Angekommenen in sein Zimmer führen, trat selbst ein, und vor ihm stand... Reiner. „Sie hier?“ „Nicht wahr, Sie wundern sich?“ antwortete Reiner „Darf ich erfahren, welcher Umstand mir die Ehre verschafft?“ „Den werden Sie noch rechtzeitig erfahren! Vorläufig darf ich aber Platz nehmen? Sie haben wohl nichts dagegen?“ Reiner lehnte sich bequem in den Sessel schlug die Beine übereinander und zündete sich gemächlich eine Zigarette an.. „Darf ich vielleicht jetzt schon erführen, was Sie wünschen?“ fragte Rügel nochmals kühl. O ja, Ihre Tochter gibt übermorgen einen Teeabend. Die Einladungen sind verschickt, doch ich habe keine erhalten. Diese zu reklamieren, bin ich hier.“ Belustigt weidete sich Reiner am Erstaunen Rügels, der nicht wußte, auf welches Konto er die Unverschämtheit des ungewünschten Gastes setzen sollte. „Herr Reiner, ich verstehe Sie nicht ganz. Nach dem Vorfall bei Ihrem letzten Besuch... doch lassen wir dies, Sie wurden eben nicht eingeladen.“ Da erhob sich Reiner langsam. Das Lächeln um seine Mundwinkel war verschwunden und hatte den Ausdruck tückischer Härte angenommen.„Und doch werden Sie mich einladen! Ja, Sie werden mich einladen“, höhnte er laut. „Den Ehrenplatz werden Sie mir geben. Den schönsten, den besten... und noch mehr, noch viel mehr, ha... ha... Auch Rügel war aufgestanden und maß den sonderbaren Gast vom Kopf bis zu den Füßen.„Ich bitte, verschonen Sie mich mit Ihren Ungezogenheiten und verlassen Sie mein Haus!“ Doch Reiner schien gar nicht daran zu denken, sondern setzte sich wieder breit in den Lehnstuhl, sich zu einer freundlichen Miene zwingend. „Es hat ja doch keinen Sinn, daß wir uns gegenseitig ärgern. Wir werden ohnehin gezwungen sein, später öfter zusammenzutreffen. Deswegen hören Sie mich ruhig an: Als mir Ihre Tochter einen so harten Korb gab, ja mich noch wegen meiner ehrlich gemeinten Gefühle verspottete, da schwor ich mir, alles daranzusetzen, um mein Ziel zu erreichen. Und das Glück war mir hold...“ Sinnend vor sich hinlächelnd, schien Reiner im Gefühl des höchsten Glücks zu sein. Rügel hatte am Anfang Miene gemacht, das Zimmer zu verlassen, dann aber wurde er aufmerksam.„Das Glück war Ihnen hold? Was wollen Sie denn damit sagen?“ „Damit will ich sagen, daß man vorsichtiger sein soll, wenn man Gäste empfängt, die wegen ihres Aussehens in so auffälligem Kontrast zur Eleganz Ihrer Wohnung stehen...“ Rügel wurde unruhig.„Ich verstehe Sie nicht! Was hat dieses mit der Einladung...?“ Mit einer Handbewegung schnitt der Prokurist dem Hausherrn die Rede ab.„Nur keine Eile, Sie werden schon alles erfahren: Sie hätten also vorsichtiger sein sollen, als Sie verdächtige Gäste empfingen. Mindestens hätten Sie es sich ersparen sollen, einen so auffallenden Menschen wie Brtver. n i Rügel war leichenblaß aufgesprungen.„Gruner hal mich verraten?!" „O nein, Sie tun dem braven Manne unrecht. Nicht er, sondern Sie selbst haben sich verraten. Als Sie sich so herzlich von Grüner verabschiedeten, da war ich gerade auf dem Wege zu Ihnen, um nochmals um die Hand Nellys zu bitten. Ich stand auf dem zweiten Treppenabsatz und hörte, wie Sie dem alten Manne dankten. Ich hörte, daß er Ihnen wieder Ihre Ruhe verschafft habe, und ich verglich das schäbige Aussehen des Buckligen mit dem vornehmen Auftreten des Großkaufmanns Rügel. Da stieg in mir ein Verdacht auf... ja, ja, ein guter Gedanke, und dieses war mein Glück“ Rügel blickte zusammengesunken vor sich hin:„Und weiter?“ „Weiter? Nicht mehr viel. Ich dachte nur daran, daß Sie eigentlich einen ziemlich kostspieligen Aufwand treiben, ohne daß semand weiß, wovon Sie leben. Und von einem glücklichen Instinkt getrieben, folgte ich dem Buckligen, bis er in seiner dürftigen Behausung verschwand. Doch damit gab ich mich nicht zufrieden. Ich wollte mehr wissen. Tag und Nacht umschlich ich das kleine Haus, denn ich hatte das Gefühl, daß es für mich manch Wissenswertes berge. Ja, ich ließ nicht nach. Ich opferte meinen Schlaf, ich vernachlässigte meine Arbeit, ich stand stundenlang in Wind und Wetter, in Regen und Sonnenhitze“.— Reiners Gesicht wurde bei der Erinnerung an die überstandenen Mühen finster, und mit Wollust fuhr er fort, als er die gebrochene Gestalt Rügels sah—.„bis mir wieder das Glück hold war. In einer Nacht sah ich Sie fortfahren. trotz der Bauernkleidung erkannte ich Sie, hinter einer Telegraphenstange stehend; ich sah Sie aber auch zurückkommen. Und als Sie wieder fort waren, da wagte ich es, den Stall zu betreten. Ich fand, was ich suchte: die Seide im Kellerraum, die Sie über die Grenze schmuggelten...“ Rügel wollte aufstehen, doch die Beine versagten ihm. Plötzlich kam ihm ein rettender Gedanke.„Sie haben aber keine Beweise gegen mich!" Reiner lächelte ironisch.„Seien Sie gewiß, wenn ich mit der Eröffnung vor Sie trete, habe ich auch Beweise. Sie begingen eine weitere Unvorsichtigkeit, daß Sie in der Tasche des Bauernmantels, der im Stalle blieb, einen Brief zurückließen, der von Ihrem polnischen Geschäftsfreund an Sie geschrieben ist und Ihnen angibt, wo sich die Waren auf dem polnischen Gebiet befinden, und dieser Brief— ist in meinen Händen.“ Auf Rügel machte die letzte Mitteilung keinen Eindruck. Denn schon vorher hatte er eingesehen, daß er ganz in den Händen Reiners sei. Tonlos fragte er: „Und jetzt werden Sie mich der Polizei übergeben? Der Prokurist schüttelte selbstgefällig den Kopf.„Fällt mir gar nicht ein, einen so guten Trumpf stichlos aus der Hand zu geben 4 M4 M Rügel blickte auf.„Sie werden mich nicht unzeigen: Was wollen Sie dafür haben?“ Gespannt wartete er auf die Antwort.... G46ns.9 M Reiner legte sich weit in den Lehnstühl zurach, steckte die Hände in die Taschen und betrachtete sein Gegenüber lächelnd, obwohl er merkte, daß er durch sein Zögern Rügel, der um zehn Jahre älter geworden zu sein schien, quälte. Erst nach längerer Pause klang es triumphierend, jedes Wort betonend, von seinen Lippen: „Was ich will? Ihre Tochter!“.„ Verständnislos blickte der Hausherr eine Weile in das ironisch lächelnde Gesicht Reiners, dann verzog sich sein Mund zu einem gezwungenen Lachen.„Lassen Sie die Witze in diesem Augenblick. Treiben Sie Ihr grausames Spiel nicht so lange.“, 86 Reiner stand empört auf.„Was? Witze: Spiel? Glauben Sie mir, es ist mein voller Ernst, entweder Sie geben mir die Hand Ihrer Tochter, oder Sie können bereits morgen Ihre jetzige Wohnung mit einer Zelle im Gefängnis vertauschen.“ Seine Stimme klang entschieden und ließ keinen Zweifel über den Ernst seiner Erklärung zu. Da erhob sich der Vater Nellys von seinem Sitz und trat dicht an Reiner heran:„Was Sie von mir verlangen, ist unmöglich. Ich kann doch meine Tochter nicht...“ „Nicht? Gut, ich gehe— zur Polizei.“— Reiner hatte schon die Türklinke in der Hand, als ihn der Hausherr zurückrief.„Um Gottes willen, seien Sie doch menschlich! Haben Sie doch Erbarmen!" Da wandte sich der Prokurist auf der Schwelle um. Seine Stimme klang schneidend. „Erbarmen? Hatte Ihre Tochter Erbarmen, als sie meine heiligsten Gefühle mit den Füßen trat? Was will ich denn eigentlich? Verlange ich das Leben Ihrer Tochter? Mache ich sie denn unglücklich, wenn ich ihr Reichtum, ein sorgenloses Leben verschaffe? Viele Mädchen würden sich glücklich schätzen, hätten sie mich zum Manne.“ Finster ging Reiner im Zimmer auf und ab, dann blieb er wieder vor der Schwelle stehen. „Ueberlegen Sie es gut, bevor Sie Ihre entscheidende Antwort geben. Ihre Tochter können Sie freilich nicht zwingen, doch halten Sie ihr vor, daß im gegenteiligen Falle nicht nur ihr Vater, sondern auch sie selbst ruiniert ist. Wer wird die Tochter eines Häftlings ansehen? Halten Sie ihr vor, daß ich ihr Reichtum und Glück biete, der Eigensinn ihr aber nur Schande und Not bringen kann.“ „Genug, genug!“ schrie Rügel verzweifelt auf. Daß er die schwere Hand des Schicksals fühlen sollte, damit hätte er sich abfinden können. Doch der Gedanke, Nelly in Not und Armut, verachtet und dem Spott preisgegeben zu sehen, war ihm unerträglich.„Genug, genug“, rief er nochmals, die Hand abwehrend gegen Reiner streckend, als wolle er dessen Worte nicht an sich herankommen lassen.„Genug... doch lassen Sie mir Bedenkzeit...!“ Zufrieden nickte Reiner mit dem Kopfe.„Wenn Sie auf meinen Vorschlag eingehen, dann schicken Sie mir bis morgen abend um acht Uhr eine Einladung zu Ihrem Teeabend. Habe ich jedoch diese Einladung nicht bis zur festgesetzten Stunde, dann... das Weitere wissen Sie ja. Auf Wiedersehen!" Rügel antwortete nicht, sondern blieb zusammengesunken sitzen. Da wandte sich Reiner nochmals in der offenen Tür um.„Herr Rügel, da fällt mir etwas besonders Erfreuliches ein: Wir ersparen uns bei der Einrichtung des neuen Haushalts viel Geld, denn Ihre Tochter braucht auf die Wäsche keine neuen Monogramme zu sticken; Reiner und Rügel, beide Namen beginnen mit R.“ Lachend schlug der Prokurist die Tür zu. Die Dämmerung brach bereits herein, als Nelly vom Tennisplatz heimkam. Gut gelaunt, warf sie ihre weiße Tennismütze in die Luft und schlug mit dem Racket danach, so daß die Mütze auf den Kasten flog und oben liegenblieb. Dann betrachtete sich Nelly zufrieden in ihrem Spiegel und stellte fest, daß ihr das Tenniskostüm blendend stand. Selbstgefällig lächelnd drehte sie sich vor ihrem Spiegel und dachte an die bewundernden Blicke, mit denen die Zuschauer den Bewegungen ihres gertenschlanken Körpers folgten, wenn sie geschmeidig den schwierigsten Ball erreichte. 86 Eben wollte sie ihr Kostum mit dem seidenen Pyjama vertauschen, als es leise an der Tür klopfte. Hastig vervollständigte sie ihre Toilette und öffnete dann die Tür, um entsetzt zurückzuprallen. Mit schlürfendem Gang, die Hände schlaff herabhängend, mit fahlem Teint und tiefen Ringeln unter den Augen, betrat ihr Vater das Zimmer. Er hob den Blick nicht vom Boden empor und warf sich aufstöhnend auf Nellys Bett. „Um Gottes willen, Vater, was ist dir? Bist du krank?" Matt hob Rügel den Kopf und blickte Nelly mit flackerndem Blick an, als siele es ihm schwer, die Worte seiner Tochter gleich zu erfassen.„Krank? Nein... nicht krank doch...“ „Aber Vater! Sprich doch!“ Da setzte sich Rügel vollends auf und ergriff die Hand seiner Tochter Leise, tonlos begann er zu erzählen, als spreche er zu sich selbst. Mit seiner Jugend fing er an, die für ihn eine harte Schule war. Obwohl er bei keinem Fremden, sondern im Geschäft seines eigenen Vaters beschäftigt war, mußte er doch vom Morgengrauen bis i# die späte Nacht auf den Füßen sein. Es war eine Zeit die noch keinen Schutz der Arbeitskraft und der Gesundheit des Kaufmanns kannte. Bestimmte Sperrstunder waren nur der schöne Traum vieler Menschen, die Gottes schöne Natur nur vom Hörensagen kannten. Sie waren nur der schöne Traum von Menschen, die von der Welt durch eine niedrige, aber unerbittliche, un übersteigbare Schranke getrennt waren: dem Verkaufspultz Menschen, die von der harten Peitsche des Konkurrenzkampfes erbarmungslos durch die Arena des Lebens gehetzt wurden, bis sie erschöpft zusammenbrachen. So bliel denn für Rügel der Drang nach Heiterkeit und frohen Leben wohl ein heißer, aber unerfüllter Wunsch. Nach dem Tode seines Vaters übernahm er das Geschäft, das sich unter seiner Leitung weiter entwickelte und zu einem der größten kaufmännischen Unternehmen der Stadt wurde. Trotzdem kannte Rügel auch weiterhin das Leben nur von der unangenehmsten Seite. Ja, auch seine Heirat mit der Tochter eines Geschäftsfreundes war keinen Lichtschein in sein Dasein. War es doch nicht das Sichfinden zweier junger Herzen, sondern eine kalte, auf dem Papier durchgeführte Rechnung, die für beide Teile ein Plus im Sollkonto ergab, eine Rechnung jedoch, bei der nicht die Herzen mitschlugen. Als dann Nellys Mutter starb, wandte Rügel seiner einzigen Tochter die ganze Liebe zu, deren er fähig war. Hatte er nicht das Glück erreichen können, das er in einem sorgenlosen, von Arbeit unbelasteten Dasein sah, so wollte er wenigstens mit ihr und in ihr sein Ziel erreichen. Beschützend stellte er sich mit seinem breiten Rücken schon von der ersten Kindheit Nellys an vor sie und hielt jeden rauhen Windzug des Schicksals von ihr ab. Da stiegen am Horizont auf blutrotem Hintergrund die mit knöchernen Fingern gezeichneten schwarzen Konturen des Jahres 1914 auf. Rügel sah mit scharfem Blick die Ereignisse kommen und löste sein Geschäft auf. Das Bargeld in seinen Händen wurde nicht weniger, aber es sank auf ein Hundertstel des Wertes, und als sich Rügel nach dem Kriege wieder seinem Fach zuwandte, war er lange nicht mehr der reiche Großkaufmann von einst. Nicht genug damit, wollte auch weiterhin ihm nichts mehr recht glücken. Die alten Geschäftsbeziehungen waren abgebrochen, neue nicht mehr so zuverlässig wie einst. Immerhin verstand er es, sich auf der Höhe zu erhalten, bis ihm die Wirtschaftskrise die Kehle zuschnürte. So kam es, daß er eines Tages, arbeitsmüde und arbeitsmatt, die Feststellung machte, daß die Fortführung des Geschäfts ihm nur Verluste bringen konnte. Kurz entschlossen setzte er unter sein bisheriges Lebenswerk den Schlußstrich und hoffte, als Summe so viel zu erhalten, wie er für ein sorgenfreies Dasein nötig hatte. Doch er irrte sich: Der Moloch Geschäftsauflösung wuchs sich zu einem nimmersatten Ungeheuer aus, das fast den ganzen Rest des Vermögens verschlang. Nun stand Rügel am Scheidewege. Er hatte die Wahl, die Konsequenzen aus seinem Nervenzusammenbruch zu ziehen und wieder klein anzufangen, oder seine jetzige Position in der Gesellschaft und seiner Umgebung mit allen Mitteln zu erhalten; sei es auch mit unerlaubten. Der Kampf mit sich selbst war schwer. Hier mahnte ihn sein ehrlicher Name, dort lockte ihn leichter Verdienst bei geringer Arbeit. Und langsam, aber stetig neigte der Mann, der sein Leben lang das Joch der Arbeit trug, dem zweiten Ausweg zu, der ihm frei von Mühen schien. Noch nicht fallengelassene Geschäftsbeziehungen zum Nachbarreich und die Erfahrungen der Nachkriegszeit mit ihren gewandelten Begriffen über Ehrlichkeit und Moral, halfen ihm, die kaum sichtbaren Grenzpfeiler zwischen Erlaubtem und Unerlaubtem zu überschreiten. Von diesem Augenblick an gab es kein Zurück mehr. Und während neidische Zungen ärgerlich darüber zischten, daß es Rügel vergönnt sei, sich als Rentier in ein beschauliches Schlemmerdasein zurückzuziehen, wagte er mindestens einmal im Monat als Schmuggler sein Leben. All dies erzählte Rügel, tonlos, leidenschaftslos, ohne sich zu schonen. Im Gegenteil, es verschaffte ihm Erleichterung, seine im Leben begangenen Fehler dick zu unterstreichen und sich selbst anzuklagen. Am Anfang hatte ihm Nelly mit ängstlicher Erwartung zugehört, zum Schluß aber erfaßte sie tiefes Entsetzen, daß sie Jahre hindurch sich nicht gefragt hatte, woher ihr Vater all das Geld nahm, um ihr jeden Wunsch zu erfüllen, während er längst außerhalb der Gesetze wandelte und ein Geschäft betrieb, bei dem das Leben selbst, Ehre und Ansehen, Stellung und Zukunft das Betriebskapital darstellten. Erst konnte sie die rauhe Wirklichkeit kaum fassen, deren schillerndes, glänzendes Kleid mit einem Schlage so düster, so schmutziggrau geworden war. Die Augen schließend, strich sie sich mit der Hand über die Stirn, als wollte sie einen bösen Traum bannen. Doch als sie die Augen wieder öffnete und die zusammengesunkene Gestalt ihres Vaters erblickte, da schien ihr das bisherige Leben ein Traum, während sich die nackte, rauhe Gegenwart mit eisernen Krallen in ihr Hirn bohrte und das Bewußtsein hineinhämmerte: Alles Bisherige war Lug und Trug, du bist nichts als die Tochter eines Schmugglers.„Ja, nichts als die Tochter eines Schmugglers“, stöhnte sie laut auf. Da zuckte Rügel zusammen und blickte seine Tochter mit einem unsagbar traurigen Blick an „Liedes Kind, ich dachte nicht, daß du dies so schwer empfinden würdest...“ „Du dachtest nicht...?“ Mit ihren großen, rätselhaften Augen sah Nelly ihren Vater an; dann fragte sie leise: „Und jetzt? Was unternehmen wir weiter?“ In Rügels Gesicht zuckte es nervös. Erst durch die Frage Nellys wurde er erinneri, daß der eigentliche Zweck seiner Aussprache noch gar nicht berührt worden war.