S S # 5 S S gs S85SS S S SSPSS S 5 520 S S 3S S* 5 5 S S.55 9 5 5 2 8 8 55 9 m. 5 9 P S—2 S S S S 3 S S9DS #SnNR P G S 98 S GS! 2 Sn *: (9 * 9 8 S 9 28 K 9s— SSEST. S S S 8. 8 5 5 S f E S S (9 S: S. S 5 S. E 5 # g S 2 S. S. S 85 10 S 5 S 63 SP S8N S S D. 8 S CgS E"• S 8 SSS S S. ST# * 9 88 S 9 2 9 825 S 8 2— UFFWTUF uie scuum Sehns uchnn eicmsich uhr ud Byugepreits dadnonalich 1.20 Mak, Einpeiaummn 13 Psg. Oruk u. Vruagoon C. Braw, Ichwerte(Tadr, Poschackenten: Dormund 2332 und Hannover 21874. Geschäststals: Große Markstr. 3—3 Verantworlich füir die Schrifbeithme H. Linner, Schwerte. Hernrut 2r70 Verbunden mit: Schwerter Tageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung Schwerter Volksblat: Westhofener Zeitung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung Pnseton greis fü de ahigespoat mm eu: e Plo, Anwir. üge, fingnzamtliche u. gerichtliche Anzeigen 10 Pfg., Aektamszeile 40 P Zur teleson. aufgegedene Onserate übernehmen wir bonn Gewadt Del unootbergeseho. Veltedetoruagen, deroorgerasen durck bodere Gewalien, ibermdeen oir heiuertei Gewähe für pünktliches Erscheinen der Jeitung u. kann auch keinerler Ausoruch auf Schadenersatz oder Nachlieserung erboden werden Tügebinn für die Stadl Schiberte und dus Al Wesihosen S Kreivbirn für ven norbiichen Len des Lunibrreises Iserlohn Ssse. Nr. 49(Eries Plan) W Neues in Kürze. Kein Benzinmonopol. enb. Berlin, 21. Febr.(Eigene Meldung.) Zu der Meldung eines Berliner Mittagblattes über amerikanische Vorschläge für ein Benzinmonopol erfahren wir von zuständiger Stelle, daß es sich bei der ganzen Angelegenheit nur um einen Versuchsballon handeln könne. Es habe keine einzige Besprechung über einen derartigen Plan stattgefunden. Auch sei keine einzige Anfrage an die zuständigen Stellen gerichtet worden. Staatsratswahlen in Schleswig=Holstein ungültig. voz. Berlin, 21. Febr.(Tel.) Der preußische Staatsrat beschäftigte sich in seiner Schlußsitzung am Freitag mit der Frage der Gültigkeit der Wahl der Staatsratsmitglieder und ihrer Stellvertreter, die vom Provinziallandtag in Schleswig=Holstein vorgenommen worden ist. Der Ausschußantrag auf Ungültigkeitserklärung wurde vom Plenum bestätigt. Der Staatsrat stimmte sodann den Ausführungsbestimmungen zum Polizeikostengesetz vom 2. August 1929 zu.— Darauf vertagte sich der Staatsrat auf den 25. März.— Die Wiederholung der Wahl der schleswig=holsteinischen Vertreter wird voraussichtlich Ende März stattfinden; eine Aenderung des Wahlergebnisses wird nicht erwartet. Aufhebung der Polizeimaßnahmen gegen Südtiroler. wtb. Rom, 21. Febr.(Tel.) Mussolini hat sämtliche bisher aus politischen Gründen gegen Fremdstämmige in Südtirol verhängte Polizeimaßnahmen aufgehoben und angeordnet, daß der einzige zu einer Aufenthaltsbeschränkung verurteilte Südtiroler Dr. Kiener freigelassen und leichtere Polizeistrafen von weiteren acht Personen rückgängig gemacht werden. Das Befinden der Königin von Schweden besorgniserregend. wtb. Rom, 21. Febr(Tel.) Nach dem von den Aerzten ausgegebenen Bulletin über das Befinden der Königin von Schweden ist die Atmung erschwert. Die Herztätigkeit ist nicht zufriedenstellend, der allgemeine Zustand besorgniserregend. Aman Ullah begibt sich nach Konstantinopel. wtb. Konstantinopel, 21. Febr. Reuter. Aman Ullab, der frühere König von Afghanistan, wird am Sonntag hier erwartet. Seine in Fera weilende Familie trifft bereits Vorbereitungen für seinen Empfang. Wie Nachrichten aus afghanischen Kreisen besagen, ist der gegenwärtige König von Afahanistan schwer leidend: er habe einen Arzt nach Kabul berufen. Man glaube, daß Aman Ullah nach Afahanistan zurückkehren werde, wenn die Ereicn s# es erforderlich machen. Te n . Tond. 2(Tel.) Die gestrigen Parlanentswahlen sind bei sehr starker Beteiligung ruhig verlaufen. Die Agitation war wegen der in den Parteikassen herrschenden Leere und wegen des Verbotes aufreizender Wahlplakate nicht sehr lebhaft. Das Zählen der Stimmen wird heute beginnen und am Sonntag beendet sein. Fast allgemein wird vorausgesagt, daß die Regierung eine Mehrheit gegenüber der Seiyukai=Partei und wahrscheinlich gegenüber der gesamten Opposition erlangen wird. Schwerer Zusammenstoß. Schwerte(Fahel,=Samstag, don 181. Jehruar 1900 Neichsbuhngeseh ungenemnnten. #: K. der: vereinigten Abe Hr Ouga': /0N,) vrtrat nachmals den 63. Jahrgang vdz. Berlin, 21. Febr.(Tel.) In den vereinigten Reichstagsausschüssen(Youngausschuß) wurde heute zunächst das Reichsbahngesetz weiter verhaudelt. Frau Abg. Sender(Soz.) erklärte das Reichsbahngesetz für nicht verfassungsändernd. Zu fordern sei ein größerer Einfluß der Reichsregierung auf die Reichsbahnverwaltung. Die Sozialdemokraten werden daher beantragen, daß die Wiederherstellung der Kontrolle des Rechnungshofes erfolgt. Außerdem forderte die Rednerin Aufklärung darüber, ob es richtig sei, daß die DAZ eine Subvention von 300.000 Mark erhalte. Abg. Dauch(DVp.) hielt das Reichsbahngesetz gleichfalls für nicht verfassungsändernd, es bedeute einen Schritt vorwärts zur Wiederherstellung der Souveränität. In dem Gesetz sei nichts enthalten, was eine Verschlechterung gegen den jetzt bestehenden Zustand darstelle. Die bisherige Mitwirkung der Ausländer im Verwaltungsrat sei deprimierend gewesen. Reichsverkehrsminister Stegerwald wies die Behauptung zurück, daß wir auf Forderung der Gegenseite hin die Verpflichtung zu einer Tariferhöhung übernommen hätten. Ueber eine etwaige Tariferhöhung könne er sich im Augenblick nicht aussprechen, da erst die Feststellung des Reichsetats abgewartet werden müsse. An sich sei eine Seutung der Beförderungssteuer gerechtfertigt, bei unserer Finanzlage müßte der Ausfall aber sofort durch andere Steuern wieder aufgebracht werden. Ueber die Einflußnahme privatwirtschaftlicher Kreise auf die Gestaltung der Reichsbahn als unabhängiges Unternehmen könne er nichts sagen, da die Reichsregierung an den Pariser Verhandlungen nicht beteiligt war. Sie hat Herrn von Siemens abgeraten, nach Paris zu fahren(Hört, hört!), konnte es ihm aber nicht verbieten, da er der Vorsitzende des Verwaltungsrats und nicht Reichsbeamter ist. Diese etwaige Einflußnahme deutscher privatwirtschaftlicher Kreise darf man nicht überschätzen, denn auch die Gegenseite hatte ein großes Interesse an der Aufrechterhaltung der Unabhängigkeit. Abg. Schmidt=Stettin(DN.) fragte, warum der Minister sich für die Vermehrung der Zahl der höheren Beamten, die sich seit 1924 von 72 auf 287 vermehrt haben und sich nach Lage der Dinge in Zukunft auf 350 vermehren würden, eingesetzt habe. Abg. Dr. Köhler(Ztr.) erklärte, daß die Schilderungen von den Pariser Verhandlungen auf ihn geradezu einen peinlichen Eindruck ausgeübt hätten. Es war außerordentlich bedauerlich, daß die Sachverständigen gar kein Interesse hätten, die Reichsbahn wieder näher an das Reich heranzubringen. Es gebe hierbei nicht nur einen Fall Siemens, sondern auch einen Fall Hauptverwaltung. Denn leider habe sich auch in der Hauptverwaltung der Wille. näher zum Reich zu kommen, nicht gerade stürmisch gezeigt. Weiter sei die Verbesserung der Stellung unserer Beamten unterblieben, ebenso wie die Beseitigung des ganz unglaublichen Zulagesystems, das einfach nicht mehr ertragen werden könne. Abg. Dr. Bredt(WP.) erklärte, selbst wenn man ein Gegner der Younggesetze sei, so wäre es doch falsch, die im Youngplan enthaltenen Verbesserungen zunichte zu machen. In diesem Sinne wird die Wirtschaftspartei trotz ihrer grundsätzlichen Gegnerschaft zum Youngplan handeln. Abg. Dr. Quaatz(DN.) vertrat nochmals den Standpunkt, daß das Reichsbahngesetz verfassungsändernd sei. So sehr wir die öffentliche Verschwendung geißeln, bin ich doch ermächtigt, zu erklären, daß dieser Vorwurf bezüglich der Reichsbahn nicht zutrifft; die Vertreter aller Parteien haben festgestellt, daß das Personal in vollem Umfange ausgelastet ist. Man kann auch ruhig seststellen, daß die normale Dienstzeit des Bahnpersonals neun Stunden beträgt, während sonst, wenigstens theoretisch, der Achtstundentag anerkannt ist. In dieser Differenz drückt sich das Schicksal eines Unternehmens aus, das in erster Linie dem Reparationsdruck unterworfen ist. Mir ist von der Gegenseite entgegengehalten worden, die Finanzen des Reiches seien in den letzten Jahren nicht in Ordnung gehalten worden, während die Reichsbahn trotz der schwierigen Verhältnisse ihre Finanzen in Ordnung gehalten habe und die Gefahr bestehe, daß diese dann nicht mehr in Ordnung gehalten würden. Auf meinen Hinweis, daß vor dem Kriege die Finanzen in Ordnung gewesen seien, erklärte man mir, daß man nicht Politik auf Grund der guten Vorsätze für die Zukunft machen könne, sondern nur auf Grund der Beobachtungen in den letzten fünf Jahren. Der größte Teil der Ausgaben der Reichsbahn sind zwangsläufige Ausgaben. Der Reichsbahnetat balanziert mit 5,7 Milliarden Mark einschließlich der Verkehrssteuern. Davon sind allerhöchstens 100 Millionen, über die man streiten kann. Mit Ausnahme der Gehälter für die leitenden Beamten in der Zentrale gibt es keine hohen Gehälter: die Zahlungen an leitende Beamte bestehen aus ZuMiein Programm besteht in folgenden Punklen: 1. ist das vorliegende Gesetz zur Verabschiedung zu bringen, damit das Rechtsverhältnis zwischen dem Reich und der Reichsbahn klargestellt wird; 2. müssen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, daß die Reichsbahn in den nächsten Jahren kreditwürdig ist; 3. erst nachher können die inneren Angelegenheiten bereinigt werden, zu denen ich im Verkehrsausschuß Stellung nehmen werde. Auch die Arbeitnehmer sollen im Verwaltungsrat vertreten sein. Das Reich wird sich eine KonMysteriöser Leichenfund am Bodensec. wib. Konstanz, 22. Febr.(Funkspruch.) Im Walde von St. Katharina wurde gestern nachmittag die völlig nackte und zum Teil verbrannte Leiche eines unbekannten Mannes ausgefunden. trolle über die Reichsbahn sichern, entweder durch den Rechnungshof oder durch eine Treuhandgesellschaft. Abg. Mollath(WP.): Nach wie vor bleibt die Tatsache bestehen, daß die politische Vorbelastung der Reichsbahn einschließlich Verkehrssteuern und Pensionsbelastung 1½ Milliarden beträgt. Mit Rücksicht darauf müssen alle Investierungen von Kapital infolge von Sonderrücklagen auf das notwendigste Maß zurückgeschraubt werden, denn nur dadurch sind Tariferhöhungen zu vermeiden. Der Druck auf die Reichsregierung, die Eisenbahntarise mit Zustimmung der Regierung erhöhen zu können, wird immer stärker. Dringend sei zu warnen, der Reichsbahngesellschaft so weilgehende Vollmachten zu geben, durch welche der deutsche Kraftverkehr in seiner natürlichen Entwicklung gehemmt und abgedrosselt werden könnte. 9 In der Abstimmung wurden die Anträge des Abg. Dr. Quaatz abgelehnt, die die Anerkenntnis des verfassungsändernden Charakters verlangten und die Bestimmung eingefügt haben wollten, daß die Reparationssteuer aus den Betriebsüberschüssen der Gesellschaft zu leisten ist. Angenommen wurde eine Resolution des Abg. Heinig(Soz.), die Deutsche Reichsbahngesellschaft zu verpflichten, bei der Prüfung der Bilanz dem mit der Prüfung betrauten Organ die Unterlagen zur Verfügung zu stellen, um einen ausreichenden Ueberblick über die Wirtschaftsführung zu erlangen. Alsdann wurde das Reichsbahngesetz von der Mehrheit des Ausschusses angenommen. Einzelne Fragen des Gesetzes werden noch den Verkehrsausschuß beschäftigen. Nunmehr folgte die Fortsetzung der gestrigen Aussprache über Sanktionen, Saargebiet usw., die vom Ausschuß für vertraulich erklärt worden ist. Die Mißtrauensantrüge abgelehnt. Eine volksparteiliche Erklärung. 130. Sitzung des preußischen Landtages. vdz. Berlin, 21. Febr.(Tel.) Im preußischen Landtag wurde heute der von der Wirtschaftspartei und der Deutschen Fraktion vorgelegte, mit der Ernennung des Sozialdemokraten Grimme zum Kultusminister begründete Mißtrauensantrag gegen den Ministerpräsidenten Dr. Braun zur namentlichen Abstimmung gestellt. Mit Nein stimmten 217 Abgeordnete der Sozialdemokraten, des Zentrums und der Demokraten, mit ja 198 Vertreter aller übrigen Gruppen, so daß das Kabinett Braun eine Mehrheit von 19 Stimmen erhielt. Gleich darauf wurde über den deutschnationalen Mißtrauensantrag gegen den Ministerpräsidenten abgestimmt, der sich dagegen wandte, daß das Zwei Personen getötet. wtb. Berlin, 21. Febr.(Tel.) Heute nachmittag ereignete sich in Lichterfelder an der Ecke der Lorenz= und Lankwitzer Straße ein schwerer Zusammenstoß zwischen einem Autolastzug und einem Motorrad, wobei zwei Personen ihren Tod fanden. Der Autolastzug wollte aus der Lankwitzer Straße in die Lorenzstraße einbiegen; in der gleichen Richtung fuhr auch das Motorrad, das mit einem Herrn als Führer und einer Dame, die auf dem Soziussitz Platz genommen hatte, besetzt war. Plötzlich glitt das Motorrad auf einer Straßenbahnschiene aus und geriet unter den Anhänger des Lastzuges. Beide Personen wurden überfahren und waren auf der Stelle tot. Ihre Personalien konnten noch nicht ermittelt werden. Kudinel=Shauleinge. Der Fluch des Pharao. enb. London, 22. Febr.(Eigene Radiomeld.) Aus Gramüber den Todseines Sohnes und Erben, so lautet die polizeiliche Mitteilung, hat sich gestern der 78jährige Lord Westbury aus dem Fenster seiner Wohnung im 7. Stock eines vornehmen Hauses im Westen Londons in die Tiefe gestürzt. Der Selbstmord dieses bekannten Aristokraten hat in der Londoner Gesellschaft umsomehr Aufsehen erregt, als er den alten Aberglauben an den„Fluch des Pharao“ wieder belebt hat, einen Fluch, der angeblich jeden trifft, der mit denen im Zusammenhang steht, die den Schlaf im Tal der Könige stören. Der junge Lord Westbury, der der Sekretär Howard Carters, des Leiters der Ausgrabungs= arbeiten am Grabe Tutankhamens, gewesen war. starb im November vor. Jahres. Er wurde im Bath=Club in seinem Zimmer, das er in völligem Wohlbefinden aufgesucht hatte, tot aufgefunden. wtb. Paris, 21. Febr.(Tel.) Das neue Kabinett Chautemps hat sich um 19 Uhr ins Elysée begeben, um sich dem Präsidenten der Republik vorzustellen. Es setzt sich zusammen aus 17 Ministern und 11 Unterstaatssekretären. Die Minister sind: Ministerpräsidentschaft und Inneres: Camille Chautemps(Abg., Radikale Partel); g. ane 9e u. M. am. T. Justiz und Vizepräsidentschaft: Theodore Steeg (Senator, Demokratische Linke); Aeußeres: Briand(Abg., Sozialrepublikaner)!.....„Sestr SumatKrieg: René Besnard(Senator, Demokratische Linke):„ Marine: Albert Sarraut(Senator, Demokratische Linke); Finanzen: Charles Dumont(Senator, Demokratische Linke); Budget: Palmade(Abg., Radikale Partei); Unterricht: Jean Durand(Senator, Demokratische Linke); Handel: Georges Bonnet(Abg., Radikale Partei); 78an# m Oeffentliche Arbeiten: Edouard Daladier(Abg., Radikale Partei); Landwirtschaft: Queuille(Abg., Radikale Partei): Kolonien: Lucien Lamoureux(Abg., Rad. Pariei);. 6 B. 8141 Arbeit: Louis Loucheur(Abg., Radikale Linie):, Ehrrsas B 4 Handelsmarine: Charles Daniélou(Abg., Radtkale Linie): ag Bahilal, gine. Post: Julien Durand(Abg., Radikale Linke); Luftschiffahrt: Laureni=Eynac(Abg., Radikale Linke): Pensionen: Gallat(Senator, Dem. Linke). Das Kabinett wird sich am Dienstag dem Parlament vorstellen. wtb. Paris, 22. Febr.(Funkspruch.) Ministerpräsident Chautemps erklärte gestern abend beim Verlassen des Arbeitsministeriums, die neue Regierung werde sich am Dienstag dem Parlameni vorstellen. Die Regierungserklärung werde am Sonntag nachmittag in einem Kabinettsrat durchberaten und im Ministerrat am Dienstag vormittag endgültig festgelegt werden. Die Regierung werde sich bereits so zeitig dem Parlament vorstellen weil die Abreise der französischen Delegation zur Seeabrüstungskonferenz nach London dringlich sei. Die Beurteilung des Kabinetts in der Kammer. wtb. Paris, 22. Febr.(Funkspruch.) Havas verbreitet nach Konstituierung des Ministeriums Chautemps folgende Mitteilung aus der Kammer: Es schien am Donnerstag, daß die anfänglich von Chautemps ins Auge gefaßte Lösung der einmütig bedauerten parlamentarischen und RegierungsUnsicherheit ein Ende bereiten würde. Am Freitag aber scheint es infolge von Umständen, die nicht von dem Willen Chautemps abhängen, daß die Annäherung der Linksparteien nicht nur nicht erleichtert, sondern vorläufig sogar in Frage gestellt ist. Die Art, in der man Stellung nimmt, läßt vermuten, daß am Dienstag, wenn sich das neue Kabinett dem Parlament vorstellt, die Debatte außerordentlich leidenschaftlich sein wird. Selbst sehr optimistische Beurteiler rechnen nicht einmal mit einem auch nur kurzen Waffenstillstand, angesichts der Heftigkei des Kampfes, den die beiden Regierungen der Kammer seit mehreren Monaten auskämpfen. Man ist daher der Ansicht, daß das Schicksal des Kabineits von einigen wenigen Stimmen abhängen wird. Staatsministerium im Reichsrat dem polnischn Liquidationsabkommen zustimmie, obgleich ein vin den Oppositionsparteien mit einigen Zentrumsstimmen durchgebrachter Antrag die Ablehnung gewünscht hatte. Dieser Mißtrauensantrag wurde mit dem gleichen Stimmenverhältnis abgelehnt. Es hatte also auch die Deutsche Volkspartei dafür gestimmt. In einer offiziellen Erklärung ließ die Landtagsfraktion der Volkspartei mitteilen, daß diese Stellungnahme nicht etwa die Entscheidung der deutsch=volksparteilichen Reichstagsfraktion vorwegnehmen wolle sondern lediglich von preußischen Inieressen dittiert sei. 4646676u genBei den anschließend durageführten Abstimmungen zur zweiten Lesung des Haushalts des Finanz= ministeriums wurde das Ausschußprogramm angenommen das u. a. eine Nachweisung über die Vermehrung der Zahl der Angestellten sowie die Aufrechterhaliung des Berufsbeamieniums, bessere Unterbringung der Versorgungsanwärter, Ersparnis bei den Oberpräsidien und Regierungen, Reform des Beamtendienststrafverfahrens, und Voxlegung eines Beamtenunsallfürsorgegesetzes. Ferner kam die zweite Rednerreihe in der allgemeinen Aussprache beim Landwirtschaftseiat zum Wort. Am Samstag abend soll die Debaue beendet werden. Das Gaststättengesetz. vdz. Berlin, 21. Febr.(Tel.) Der volkswirtschaftliche Ausschuß des Reichstages setzte am Freitag die Beratung des Gaststättengesetzentwurfes fort. Nach der Regierungsvorlage wurde mit großer Mehrheit zunächst§ 21 angenommen, wonach die oberste Landesbehörde, wenn nach ihrem Ermessen die Zahl der erlaubnispflichtigen Betriebe in einem Bezirk das Bedürfnis erheblich übersteigt, für längstens ein Jahr anordnen kann, daß Erlaubnisse für neue Betriebe nicht oder nur für gewisse Arten von Getränken erteilt werden Ebenso fand in der Fassung der Regierungsvorlage§ 22 Annahme, der die Zurücknahme der Erlaubnis betrifft. Auch§ 23 wurde unverändert angenommen. Danach finden die Vorschriften dieses Gesetzes auf Vereine und Gesellschaften Anwendung, auch daß ein Gewerbebetrieb vorliegt, wenn sie Gerränke ausschenken oder Branntwein im Kleinen absetzen; dies gilt nicht für den Ausschank an Angestellte oder Arbeiter der Vereine. Die Bestimmungen über die Polizeistunde finden auf Vereine und geschlossene Gesellschaften nur Anwendung, wenn deren Zusammenkünfte in einer Gast= oder Schankwirtschaft oder in Räumen stattfinden, die mit einer solchen verbunden sind und in denen Schantwirtschaft betrieben wird. neue StrafrechtsFreitag die Lesung abgeschlossen. vdz. Bertin, 21. Febr.(Tel.) Der des Reschstages sonnte am erste Lesung des Entwurfes eines allgemeinen dentschen Strafgesetzbuches zu Ende führen. Reichsvon Gusrard sprach dem Ausschuß sorsitzenden des Ausustizminister von Guérard sp und vor allen Dingen dem Vo Die letzte Fahri Dr. Kösters. wotd. Berlin, 21. Febr.(Tel.) Zur letzten Begrüßung der sterblichen Reste des deutschen sandten in Belgrad Dr. Köster hatten sich bei der des Zuges auf dem Anhalter Bahnhof außer dem südslawischen Gesandten Balugdschitsch und dem gesamten Personat der südstawischen Gesandtschaft Reichstagspräsidenten Löbe, schusses, Abg. Dr. Kahl(DPp.), den wärmsten Dank der Regierung für die geleistete Arbeit aus. Der Minister gab der Hoffnung Ausdruck, daß die zweite Lesung des Strafrechtsentwurfs bis zum fnde des Herbstes abgeschlossen werden könnte. In berzlichen Worten schloß sich namens des Ausschusses Abg. Landsberg(Soz.) dem Daute für den Vorsitzenden an. Er führte aus, man könne zwar das Werk des Ausschusses verschieden beurteilen, niemand könne aber bestreiten, daß alle Mitglieder des Ausschusses ohne Rücksicht auf persönliche Interessen und in ehrlichem Streben an die Ausgabe herangegangen seien. Wenn das Werk Ziele führe. dann sei das vor allen Dingen dem Vorsitzenden zu danken, diesem Manne, dessen umfassende Kennmisse nur durch seinen tiefen merglischen Ernst übertrossen würden, und der mit jugendlichem Eifer die Verhandlungen geleitet habe. Seine Persönlichkeit könne aus diesem Ausschuß überhaupt nicht weggedacht werden.## Abg. Dr. Kahl(2Pp.) wandte sich zum Schlußttungsleiter des Worten des Dankes an den Ausschuß und an kanzler Müller und die Reichsminister Severing und Wissell, für die preußische Staatsregierung Ministerialdirektor Dr. Brecht eingesunden. Ferner waren zugesen: Staatssckretär Dr. von Schubert, der deutsche Gesandte in Warschau, Rauscher, sowie die Ministerialdirektoren Dr. Köpke und Dr. Schneider vom Auswärtigen Amt, für den Vorstand der Sozialdemokratischen Partei die Abgeordueten Wels und Hildebrand, für die Reichstagsfrattion der Sozialdemokratischen Partei der Reichstagsabgeordnete Dr. Breitscheid, für den Vorwärts Chefredakteur Stampfer, außerdem der Polizeipräsident von Berlin, Jörgiebel, der Polizeivizepräsident Dr. Weiß und zahlreiche Freunde des Pertorbenen. 8a32 um 122 An der Beerdigungszeter im Samstag um 12.30 Uhr in Blankenese werden der Reichsminister des Innern und vom Auswärtigen Amt Staatssekretär Dr. von Schubert und Ministerialdirektor Schneider, serner der Gesandte in Riga, Dr. Stiewe, dessen Vorgänger Dr. Köster war, und mehrere AbteiAuswärtigen Amtes teilnehmen. Schmugglerjagd. wp. Merkstein, 21. Febr.(Tel.) Zollbeamte verfolgten in den frühen Morgenstunden des Dienstags drei Schmuggler, die bei Merkstein über die deutsche Grenze wollten. Da die Leute auf den Anrus der Beamten nicht reagierten, machten diese von ihrer Schußwasse Gebrauch. Dabei wurde ein dekannter Schmuggler aus Warden angeschossen. Der Mann flüchtete aber trotzdem mit seinen Komplizen. Nachmittags stellte er sich dann der Zollstation Merkstein, die ihn an die Polizeiwache verwies. Der Mann hatte einen Schuß in der rechten Brustseite und wurde ins Krankenhaus gebracht. Zwei Zigenner zu acht= bezw. sieben Jahren Zuchthaus verurteilt. wp. Trier, 21. Febr.(Tel.) Das Erweiterte Schöfsengericht in Trier verurteilte heute die beiden Zigenner Hoffmann und Schöndorf zu acht bezw. sieben Jahren Zuchthaus. Die beiden haben im ganzen 60 Einbrüche eingestanden, die in Privat= Assserith. und Pfarrhäusern, Geschäften, Schulen und Kirchen tb. Neuyork, 21. Febr.(Tel.) Großes Aufsehen des Hochwaldes, des Hunsrücks und der Eisel bis üiber die Durchfährung der Prohibitionsaeseve be Strafen noch 20 Jahre und Hoffmann noch 18 Jahre geben hat. Coudert erlärte u. a., die wirtliche. Der Tod des Landgerichtsdiretors Hirsch. Durchführung des Alkoholverbotes würde zu einer wib. Halle, 21. Febr.(Tel.) Landgerichtsdirektor Revolntion führen. Die Washingioner Regierung Hirsch, der früher Landgerichtsrat in Halle und zum kun: der: Prohihitionsgesetz mer dann eine rest= 1 K fi 192- auf seine Bewerbung hin zum LandPostaushelier August Klade ein Liebesverhältnis unterhielt. In Klades Behausung kamen die Beteiligten zusammen und besprachen den Plan. Klade gab nicht nur Ratschläge, sondern blieb auch an dem Tage des Ueberfalles. Krankheit vorschützend, zu Hause. Nach dem Raube hatten sie eine Blechlassette mit Geld in die Kochmaschine in seiner Wohnung eingemauert. Ein anderer Teil war im Garten vergraben und wieder anderes unter Holz in der Scheune versteckt. Bei Nachsorschungen wurden noch 8000 Mark gesunden und beschlagnahmt. Die fehlende Summe ist teilweise für Bezahlung von Schulden und für Trinkgclage verbraucht worden. Auch Klade und seine Geliebte wurden festgenommen und dem Amtsgericht in Forst(Lausitz) eingeliefert. Der Kampf um die Prohibition in Amerika. in die Mitglieder der Reichsregierung. Dr. Handschuhmacher Deutschland u. Oesterreich. verb sgastagzster tv## igetrtschee. Partin Handschuhmacher wurde im zweiten Wahlgang mit Abreise Dr. Schobers nach Berlin. wib. Wien, 21. Febr.(Tel) Der österreichische Bundeskanzler Dr. Schober hat um 18.20 Uhr seine Reise nach Berlin angetreten. In seiner Begleitung befinden sich Generalsekretär Peter und Kousul Bischofi. Der deutsche Gesandte Graf Lerchenseld hat auf Einladung des österreichischen Bundeskanzlers gleichfalls die Reise nach Berlin angetreien. Auf dem Bahnhof hatte sich eine Reihe Persönlichkeiten zur Verabschiedung eingesunden, darunter einige Regierungsmitglieder und der Präsident des Nationalrates, Waber. Graf Lerchenfeld zur Reise Schobers. wtb. Wien, 21. Febr.(Tel.) Die„Neue Freic Presse“ bringt aus Anlaß des Besuches des österreichischen Kanzlers vom deutschen Gesandten in Wien, Graf Lerchenfeld, einen Artikel, in dem es Bundeskanzler Dr. Schober wird mit offenen Herzen empfangen werden. Der Kanzlerbesuch ist deshalb besonders willkommen, weil er den bedeutsamen Abschluß einer Gruppe von Auslandsfahrten bildet. Dazu kommt, daß gerade in der letzten Zeit das deutsch=österreichische Verhältnis zum Gegenstand mancher Erörterungen in der Oeffentlichkeit gemacht worden ist. Wenn in diesem Zusammenhang von Deutschland sogar als von dem feindlichen Ausland die Rede gewesen ist, so sind hierbei zwei an sich getrennte Dinge zusammengeworfen worden, nämlich die durch die bestehenden Verträge geschaffene Lage und die Ausführung dieser Verträge. Was nun das Vertragsverhältnis betrifft, so sind die Schwierigkeiten und Hemmungen nur Am gegenseitigen guten Willen der Regierungen sehlt es gewiß nicht. Aber gerade in dem Verhältnts von Nachbargebieten mit ihren besonderen Bedürknissen und Beziehungen bringt der Grundsatz der Meistbegünstigung, der Oesterreich, sagen wir, Liberta, gleichstellt, unerträgliche Härten mit sich So wird denn sicher die bevorstehende Aussprache in Berlin neben dem Handelsvertrag selbst auch den allgemeinen Fragen der Handels= und Wirtschaftspolitik gelten Ueber die deutsch=österreichischen Beziehungen im allgemeinen ist, da Natur und Kultur, vor allem die Sprache. verbinden. und die Geschichte von mehr als einem Jahrtausend, kei Wort zu verlieren. Seiner festen, gemeinschaftsdeutschen Gesinnung hat der Bundeskanzler stets Ausdruck verliehen. Innbfihuumacher wurde im zweiten Wahlgang mit 29 gegen 20 Stimmen zum Oberbürgermeister von Giadbach Rheydt gewählt. (Dr. Handschuhmacher war Beigeordneter in Rheydt; er gehört der Zentrumspartei an. Im ersten Wahlgang entfielen 25 Stimmen auf Handschuhmacher und 25 Stimmen auf den Oberbürger= meister von Trier, Dr. Weitz. Die acht kommunistischen Stimmen wurden für einen kommunistischen Kandidaten abgegeben. Im zweiten Wahlgang waren die acht kommunistischen Stimmen ungültig. Auf Dr. Handschuhmacher entfielen 29, auf Dr. Weitz 20 Stimmen.) 1. Juli 1927 auf seine Bewervung hin zum Landgerichtsdirektor nach Nordhausen befördert worden war, hat nach den bisherigen Ermittlungen der Milliardenausgaben für Armeg und Flotte einzu; Staatsanwaltschaft anscheinend Selbstmord verübt. setzen. Im anderen Falle werde es steis nur bei Her Grund ist noch unbekannt. Die Ermittlungen den halben Maßnahmen bleiben. Die Bevölkerung sind noch nicht abgeschtossen. wolle nicht mehr zu Verorechern gestempelt werden“ n gu und eine Regierung, die bereit sei, 50 oder 60 tonne dem Proyioinonsgejeg nur dann eine restlose Geltung verschaffen, wenn sie bereit sei, die gleichen Opfer wie im Weltkriege zu bringen. d. h., Milliardenausgaben für Armee und Flotte einzuDas Urteil im Prozeß gegen Anore und Femdi. wtb. Kassel, 22. Febr.(Funkspruch.) Im Prozeß gegen den Bankier Herzog und den Prokuristen Feindt wurde nach dreitägiger Verhandlung gestern in den späten Abendstunden das Urteil verkündet. Herzog wurde wegen Verbrechen gegen die Paragraphen 9 und 11 des Depotgesetzes zu zwei Jahren 6 Monaten Gefängnis verurteili, dagegen von der Anklage wegen Betruges gegenüber der Reichsbank und wegen Nichtführung der Depotbücher freigesprochen. Feindt erhielt wegen Beihilse zum Depotverbrechen vier Monate Gefäugnis. Beiden Angeklagten wurde die Untersuchungshaft angerechnet. Der Haftbefehl gegen Herzog bleibt bestehen, der gegen Feindt wird aufgehoben. Das angesehene Baukhaus André und Herzog, ist, wie seinerzeit gemeldet, Ende vor. J. zusammengebrochen. Der zweite Inhaber, Bankier Zinn, verübte Selbstmord. Die Passiven beirugen etwa 1¾4 Miltionen Mark, die Aktiven 300 000 Mark. Arversn. Millionen Bürger wegen Verletzung des Antialksholgesetzes ins Gefängnis zu schicken, werde aus dem Amt gejagt werden. Die bisherige Durchkührung des Prohibitionsgesetzes vor den Gerichten sei eine reine Farce gewesen. Dreister Lohngeldraub. wtb. Duisburg=Hamborn, 21. Febr.(Tel.) Auf Schacht 3/7 der Vereinigten Stahlwerke in Hamvorn-Bruckhausen erschien heute früh in dem zu ebener Erde gelegenen Lohnbüro, in dem sich fünf Beamte befanden, plötzlich ein Mann, der durch das osfene Fenster eingedrungen war und die Beamten mit dem Revolver bedrohte, wobei er„Hände hoch! Geld raus!" rief. Ein zweiter Räuber, der nachgeklettert war, raffte die auf dem Tisch liegenden Lohngelder in Höhe von 27000 Mark zusammen und verschwand mit seinem Heifershelfer. Die polizeilichen Ermittlungen haben bis jetzt noch zu keinem Ergebnis geführt.—4.6 hastand 622 Wie weiter hierzu gemeldet wird, bestand das geraubte Geld auf 19000 Mark in 50=Markscheinen zu je 1000 Mark gebündelt und aus 8000 Mark in 20=Markscheinen, ebenfalls zu je 1000 Mark gebündelt. Der eine Täter soll etwa 30 Jahre alt sein, während von dem anderen die Personalbeschreibung fehlt. Beide Täter hatten sich maskiert. Ein sofort von der Kriminalpolizei angesetzter Polizeihund konnte die zunächst ausgenommene Spur aus dem stark begangenen Gelände nicht weiter verfolgen. Ein großes Aufgebot von Kriminalbeamten hat sofort die Verfolgung der Täter ausgenommen, bis jetzt, wie gesagt, jedoch ohne Erfolg. Aus Rutf und Fern. sind noch nicht abgeschtossen. Vom Bruder gesangen gehalten. bb. Berlin, 21. Febr.(Funkspruch.) Verschiedene Blätter berichten, daß auf einem Bauerugut in der Ortschaft Bresse bei Zielenzig(Regbez. Frankfurt a. d. Oder) der Bauerngutsbeützer(undermann seinen schwachsinnigen, etwa 50jährigen Bruder in einer vergitterten Dachkammer seit mehr als 12 Jahren gesangen gehalten hat in der entsetzlichsten Weise vertommen ließ. Dampferzusammenstoß. wtb. London, 21. Febr.(Tel.) Nach einer Lloydmeldung aus Port Said sind der deutsche Dampfer Halle und der holländische Dampfer Sembilau zusammengestoßen. Beide wurden beschädigt. Englischer Kreuzer im Sturm. wtb. London, 21. Febr.(Tel.) Die Admiralität gibi amtlich bekannt, daß durch einen heftigen Sturm auf dem vor Nassau(Bahama=Inseln) befindlichen Kreuzer„Durham“ am 17. d. M. mehrere Mitglieder der Besatzung verletzt wurden. Drei Boote des Kreuzers wurden von den Wellen fortgeführt und zertrümmert. Fortsetzung der Ssaluaker Gsimardorezese. wib. Nauen, 22. Febr.(Funkspruch.) In dem benachbarten Dorf Lichow, das bereits vor einigen Wochen der Schauplatz eines kommunistischen UeberFrache, verbinden, und die falles war, ereignete sich gestern abend nach der einem Jahrtausend, kein üblichen Wochenversammtung der Nationalsoziasosten gemeinschafts= listen wiederum ein ueberfall der KPD=Leute. Die Zur Aufklärung des Düsseldorfer Mordtaten. Neue Versuche. wp. Düsseldorf, 21. Febr.(Tel.) In den nächsten Tagen will die Kriminalpolizei mit Berichten an die Oeffentlichkeit treten, die die bishergen Ergebnisse der Unterfuchung enthalten und sich in erster Linien auf die Arbeit des Berliner Kriminalrates Die Flottenkonierenz. Die Frage des Unterseeboottrieges. listen wiederum ein Ueberfall der K P2 Leute, wie Linien auf die Arbeit des Berliner Kriminalrates Kommunisten, die aus Nauen Verstärkung erhalten Gennat stützen. Man hofft, dadurch neue Anhaltsse## daß punkte aus dem Publikum zu gewinnen und dann wtb. London, 21. Febr.(Tel.) Die Juristen der auf der Secabrüstungskouferenz veriretenen Staaten berieten heute im Foreign Office über die Möglichkeit einer humaneren Form des Unterscebootkrieges. Die Fragen einer Begrenzung des Umsanges oder der Abschaffung der Untersceboote wurden nicht berührt. Die französische Angst. wib. London, 21. Febr.(Tel.) In einem Leitartikel kommt der„Daily Herald“ auf die letzten Verhandlungen der gegenwärtig vertagten Flottenkonferenz zurück und führt u. a. aus: In Paris besteht bedauerlicherweise eine gereizte Stimmung. Wenn gesagt wird, daß die französtsche Denkschrift die Aussichten auf den Erfolg der Konserenz gefährdet habe, so ist es einigermaßen schwer, die Besorgnisse zu verstehen, von denen die französische Amtswelt zu träumen scheint Frankreich hat die größte Armee, die größte Luftstreitmacht und die größte Flotte auf dem europälschen Kontinent. Wegen seiner belgischen und seiner schweizerischen Grenzen braucht es keine Besorgnisse zu haben. Deutschland ist entwaffnet, und die italienische Grenze wird von der mächtigen Schranke der Alpen gebildet. Die einzigen Mächte, die dem französischen Kolonialreich ernstlich gefährlich werden könnten, sind Großbritannien und die Vereinigten Staaten, und Frankreich selbst hat einen Krieg mit diesen beiden für undenkbar erklärt. Zum Ueberfluß hat Frankreich auch noch die Sicherungen der Völkerbundssatzung, des Kelloggpaktes und die Sondergarantien von Locarno. Keine Nation ist derartig gui geschützt wie Frankreich. Man vergleiche seine Stellung nur einmal mit Deutschland, das von gut ausgerüsteten Nachbarn umringt ist, und dem die Schaffung einer Luftflotte oder einer nennenswerten Kriegsmarine vertraglich verboten ist. Es sei unter diesen Umständen wirklich etwas schwer, die französtsche Angst zu begreisen. Das Blatt schließt mit dem Ausdruck der Hofsnung, daß die neue französische Delegation nicht in der bedauerlichen Gemütsversassung Tardieus nach London kommen werde, sondern mit einem Geist der Vernunst und der Bereitwilligkeit zur Zusammenarbeit. hatten, hatten bereits am Nachmittag erklärt, daß sie jeden Nationalsozialisten totschlagen würden, den sie träfen. Als einzelne Nationalsozialisten nach der Versammlung über die Straße gingen, fielen aus uud dem Hinterhalt und aus mehreren Häusern etwa aufhalten. 20 Schüsse. Einem Nationalsozialisten wurde durch eine Schrotladung aus einem Jagdgewehr die# Nase, einem anderen ebenfalls durch eine Schrotladung die rechte Hand zerschossen. Die als Gäste an der Versammlung teilnehmenden Nationalsozialisten von außerhalb nahmen vier an dem Ueberfall beteiligte Kommunisten fest, darunter einen Schuljungen. Als die Kommunisten sahen, daß die Nationalsoziatisten doch stärter waren, als anfänglich vermutet wurde, zogen sie sich zurück. Die vier Kommunisten wurden der Polizei übergeben. punkte aus dem Publikum zu gewinnen und dann der Aufklärung der Mordtaten näherzukommen. Kriminalrat Gennat und Ministerialdirektor Dr. Kopp sind inzwischen nach Düsseldorf zurückgekehrt und werden sich voraussichtlich hier einige Tage wtb. Budapest, 21. Febr.(Tel.) Heute beginnt in Szolnok die sechste Gruppe der Giftmischer= prozesse. Vor dem Gericht steht die 53jährige Frau Maria Földvary, die beschuldigt wird, im März 1920 ihren Ehemann und im April desselben Jahres ihren Geliebten Nikolaus Olah durch Arsen vergistet zu haben. Unter dem Verdacht der Mittäterschaft wurde seinerzeit auch die Tochter der Angeklagten, Frau Livia Major, verhaftet, später aber infolge mangels an Beweisen wieder freigelassen. Frau Földvary hat vor dem Untersuchungsrichter die Tat geleugnet. Wegen der Vergiftung ihres Mannes verdächtigt sie ihre Tochter, die auch das ganze Vermögen ihres Vaters erbt. Wegen Mordes in Frankreich verhaftet. wtb. Paris, 22. Febr.(Funkspruch.) Der Mord an dem Straßburger Taxi=Chauffeur Ullrich, dessen Leiche auf einer Straße in Straßburg am 11. Febr. aufgefunden worden war, hat gestern seine Ausklärung gesunden. Als dringend verdächtig sind in Paris verhaftet worden der 25jährige Handlungsreisende Rudolf Fude aus Plauen im Vogtland und die 21jährige Schneiderin Leonie Scheibel aus Benfeld im Unter=Elsaß. Sie haben die Tat auch bereits eingestanden, schieben sich allerdings die Verantwortung an dem Mord gegenseitig zu. Mordverdacht verstärkt. enb. Berlin, 21. Febr.(Eigene Meldung.) Der Tod der 22jährigen Helene Lange aus Rastenburg in Ostpreußen, die am Mittwochmittag in einem Hotel in Birkenwerder bei Berlin in ihrem Bett tot aufgefunden worden war, scheint sich als ein raffinierter Gistmord herauszustellen. Die Obduk= tion der Leiche, die gestern abend in der Leichenhalle Birkenwerder stattfand, führte, laut Vossischer Zeitung, zu dem Ergebnis, daß das Mädchen durch außerordentliche Mengen von Arsenik gelötet worden ist. Mit der Untersuchung der beschlagnahmten Leichenteile ist der Gerichtschemiker Dr. Jeserich beauftragt worden. Verweise für preußische Landräte. enb. Berlin, 22. Febr.(Eigene Radiomeldung.) Beim Kampf um das Volksbegehren hat eine Reihe von Landräten in Pommern, Ostpreußen und Schlesien dic Aufrufe, die die Oberpräsidenten und Regierungspräsidenten gegen das Volksbegehren erlassen hatten, nicht mitunterzeichnet. Wie jetzt, dem Berl. Tagebl. zufolge, verlautet, haben diese Landräte, die sich gegen die Politik der preußischen Staatsregierung gestellt haben, einen Verweis erhalten und der preußischen Innenminister hat ihnen mitgeteilt, daß ihr„Verhalten eine bedauerliche Verkennung der Pflichten darstelle, die einem politischen Beamten obliegen.“ Beamten=Zentralbank bei der DD=Bank. enb. Berlin, 22. Febr.(Eigene Radiomeldung.) Der Deutsche Beamtenwirtschaftsbund als größter Aktionär der Deutschen Beamten=Zentralbank hat sich, der Voss. Ztg. zufolge, entgegen seiner früheren Stellungnahme gestern entschlossen, dem Anschluß an die Deutsche Bank und Diskontogesellschaft zuzustimmen. Die alte Zentralbank soll liquidiert und unter Mitwirkung des BeamtenwirtschaftsDer Postraub bei Triebel bonng aufgeriati. Rechtsangleichung der deutschen Kriegsblindenstiftung überwiesen. Brand in der Grazer Waggonfabrik. wtb. Graz, 22. Febr.(Funkspruch.) In der Grazer Waggonfabrik, vormals Weitzer, in Eggenberg bei Graz, brach gestern abend nach 7 Uhr Feuer aus. Durch das rasche Eingreisen der Feuerwehr konnte der Brand auf die Waggon= und Montierungshalle beschränkt werden. Der Brand entstand in einem Waggon beim Auflegen des Fußbodenbelags aus Linoleum. Das dabei verwandte Benzin hat sich aus unbekannter Ursache entzündet. Die Löscharbeiten waren durch die starke Rauchentwicklung und durch die Explosionsgefahr außerordentlich erschwert. Zwei Feuerwehrleute erlitten Rauchvergiftungen. Der Gouverneur der Bank von Spanien zurückgetreten. wib. Madrid, 22. Febr.(Funkspruch.) Der Gouverneur der Bank von Spanien, der Vorsitzende des Obersten Finanzgerichts und der Regierungsbeirat in der Verwaltung der Petroleum=Monopolgesellschaft sind zurückgetreten und durch andere Personund unter Mitwirtung„des Beamenwirtschafts= schaft sind zurückgetreten und durch bundes, des Deutschen Beamtenbundes und der lichkeit erjetzt worden. Fur den zurückgetretenen DD=Bank soll eine neue Gesellschaft unter der Gouverneur der Bank von Spanien, Figueras, ist gleichen Firma gegründet werden. Das Kapital Graf Gamaza ernannt worden. biis 600 000 Arbeiterdemonstration in Chikago. wtb. Chitago, 22. Febr.(Funkspruch.) Etwa 1 000 Männer und Frauen demonstrierten gestern mit Bannern vor dem Rathause gegen die Arbeitslosiggleichen Firma gegründet werden. Das Kapi des neuen Unternehmens wird 500000 bis 600 000 Reichsmark betragen, während die alte Zentralbank 1.2 Millionen Reichsmark voll und 1,2 Millionen Tarß(Lansitz) 21 3-hr(Tel.) Der große Reichsmark zu 25 Prozent eingezahlte Aktien hatte. wib. Forst(Lausit), 21. Fedr.(Tel.) Der große, Zur Vereinsachung des Gründungsvorganges soll Postraub bei Triebel, bei dem den Tätern 10/000, der Aktienmantel eines befreundeten Unternehmens Mark bares Geld in die Hände siel, ist durch die pexwendet werden. Berliner Kommission sowie durch die zuständigen beicnne::#eden. 110 zegengee Behörden vollkommen aufgeklärt. Wie bereits be= Ein Freund au.. Htuutt. richtet, wurden zwei Brüder Schmidt und ihre! enb. Berlin, 22. Febr.(Eigene Radiomeldung.) Nutier sesigenommen. Die Kenntnis der Brüder Der mexikanische Unigegsiätsprosesser, Franccsco d.. zzzg ein Dutend Personen wurde verSchmidi rührte daher, daß ihre Schwester, eine de P. Herasti hat, laut Voss. Zig., das vonorar für wurven. Eiwa ein Dutzend Personen wurde verMargareihe Jungwinat, mit einem 62jährigen; die Mitarbeit an einem deutschen Wörterbuch der haftet. keit und sorderten Arbeit und Löhne. Bei der Demonstration wurden Flugblätter verteilt, in denen die Arbeiterschaft aufgefordert wird, sich zur Verteidigung ihres Sowjetvaterlandes zusammenzuscharen. Die Polizei griff ein und zerstreute die Menge mit Gewalt, wobei sieben Personen verletzt — Aus den Nachbar-Städten Groß=Dortmund — Radfahrer fährt eine Frau an. Am Donnerstag gegen 22,30 Uhr wurde die Ehefrau Burg aus der Krautstraße, als sie die Münsterstraße überqueren wollte, angefahren und zu Boben geworsen. Frau B. trug leichtere Gesichts= und Hüstenverletzungen, davon. Schuldfrage konnte noch nicht gelöst werden. — Auf der Straße vom Tode ereilt. Am Donnerstag gegen 21 Uhr brach auf der Lindemannstraße die 69 Jahre alte Mathilde Bergemann von einem Herzschlag betroffen, men. Die Verstorbene weilte zu Besuch n. stammt aus Lünen=Brambauer. Der herbeigernfene Arzt konnte nur noch den Tod feststellen. — Er bedrohte mit einem Messer die Passanten. Am Tonnerstag in den Abendstunden wurde der Arbeiter Intins Cantus, der zurzeit im Obdachlosenasyl untergebracht ist, von der Polizei verhaftet und in Schutzhaft genommen. C. hatte in angetrunkenem Zustande fortgesetzt die Passanten belästigt und auf der Brückstraße mit einem offenstehenden Taschenmesser die Fußgänger bedroht. Der Messerheld wurde nach der Polizeiwache am Südwall gebracht. Das Ende einer unglücklichen Ehe. Donnerstag erhängte sich der in der Stahlhaussiedlung wohnhafte Arbeiter F. D. Er war erst 21 Jahre alt und seit einem Jahr verheiratet. Als man ihn aussand, war der Tod bereits eingetreten. Der Grund zu der Tat liegt in vollständig zerrütteten wirtschaftlichen und ehelichen Verhältnissen. Wegen der geringen Einkünfte, die D. hatte, war seine Frau schon vor einiger Zeit von ihm sortgegangen und zu ihren Eltern zurückgekehrt. D. war außerstande, die auf Abzahlung gekauften Möbel zu bezahlen. Die Möbel waren gestern vormittag wieder von der Lieserfirma aus der Wohnung geholt worden. Die Verzweiflung über die dauernden Schicksalsschläge trieben D. in den Tod. — Jugendliche Diebe. Am Donnerstag gegen 5,30 Uhr nachmittags wurden ein 12jähriger Schüler aus der Oesterholzstraße und ein 13jähriger Schüler aus derselben Straße auf der Tiefestraße angehalten, als sie mit einem Handwagen mit Eisenteilen, darunter einen schweren Turnbarren, beladen durch diese Straße fuhren. Sie gaben an, die Eisenteile von der Brandstätte der Ausstellung„Der Mensch“ entwendet zu haben. Das Eisen wurde von der auf der Wache am Borsigplatz sichergestellt. — Rauferei zwischen Frauen. Am Freitag früh gegen 2,30 Uhr entstand eine Rauferei zwischen Lydia W. aus der Linienstraße und der Ehefrau Sch. aus der Leopoldstraße. Die beiden rauflustigen Frauen mußten von der Polizei getrennt werden. Sie wurden zur Wache zwangsgestellt und nach Feststellung ihrer Personalien entlassen. — Eisendiebstahl auf der Union. Der Polizei wurde vor einigen Tagen gemeldet, daß auf dem Eisenwerk Union Eisen gestohlen worden wäre. Von einer berittenen Polizeistreise wurde daraushin am Mittwoch gegen 5 Uhr nachmittags auf der Deusener Straße ein Fuhrwerk eines Händlers aus der Missundestraße angehalten und einer Revision unterzogen. Die Beamten fanden auf diesem Wagen über 20 Zentner Eisen vor. Der Händler gab an, das Eisen von einer Frau Kl. aus der Densener Straße gekauft zu haben. Die weitere Verfolgung der Angelegenheit ergab, daß das Eisen von dem 19jährigen Sohn der Frau Kl. von dem Gelände der Union gestohlen worden war. Das Eisen wurde beschlagnahmt und der Union zurückgegeben. Die weitere Erledigung der Angelegenheit ist der Kriminalpolizei übergeben worden. a Brünninghausen. Einbruchsdiebstahl. In der Nacht zum Donnerstag wurde ein Restaurant in Brünninghausen durch einen Einbruchsdiebstahl schwer geschädigt. Die Einbrecher stahlen größere Mengen Sekt, französischen Kognak, Liköre(Marke Bachmann) und viele Fleischwaren. Die Kriminalpolizei warnt vor Ankauf dieser Sachen. Mitteilungen die zur Ermittlung der gestohlenen Sachen, dienen, erbittet das 2. Kriminal=Kommissariat des Polizeipräsidiums Dortmund, Rathenauallee 1, Zimmer 114. Auf Wunsch werden alle Mitteilungen vertraulich behandelt. w Hagen. Beinahe ertrunken. Ein aufregender Vorfall ereignete sich an der Bachstraße. Zwei Knaben im Alter von etwa 8 Jahren hatten das Eis eines Hammerteiches betreten, als dieses plötzlich brach, so daß die Knaben in das ziemlich tiefe Wasser stürzten. Glücklicherweise bemerkte ein Schmiedemeister den Vorfall. Er rief aus der nahen Schmiede Hilse herbei. Es gelang dem Schmied Fritz Teller, die Kinder, die bereits untergegangen waren, aus dem Wasser zu ziehen und dadurch vor dem sicheren Tode des Ertrinkens zu bebewahren. 9 Hohenlimburg. Durch groben Unsugschwer verletzt. Gestern nachmittag balgten sich auf der Iserlohnerstraße gegenüber der Villa Knips einige Jungen. Dabei Riet einer den stebenjährigen St. auf die Straße. Im selben Moment kam ein Auto. Trotzdem der Fahrer stark breniste, wurde der Junge vom Auto angefahren und gegen die Einfriedigung der Knipps'schen Gartens geschleudert und blieb schwer verletzt liegen. Durch das starke Bremsen kam das Anto aus der Fahrbahn und fuhr gegen einen Baum. Der Junge wurde dem Krankenhause zugeführt Der Wagen mußte abgeschleppt werden. h Altena. Unsall beim Abholzen. Der landwirtschaftliche Arbeiter L. Siepe aus Freienohl holzte bei Eslohe Eichenstämme ab. Dabei wurde er von einem schweren Baum getrossen und so schwer verletzt, daß er dem Krankenhause zugeführt werden mußte, wo er in hoffnungslosem Zustande darniederliegt. h Münster. Ein sonderbarer Kanz scheint ein älterer Mann zu sein, den die Polizei beim Opferkerzenstehlen schnappte. Er hatte sich bereits mehr als 100 Kerzen in seiner Wohnung zusammengehamstert, aber ihm war es dabei doch noch nicht helle genug geworden. h Puderbern. Mißglückter Raub überjall. Eine Frau von Benhausen wurde in der Nähe des Bahnübergangs bei Padervorn von einem jungen Burschen überfallen und unter Vorhaltung eines Revolvers zur Har ausgabe des Geldes rusgesordert. In diesem Augenblick näherte sich jedoch ein Motorradjahrer, sodaß der Täter von seinem Opser abließ und flüchtete. Auf Grund einer genauen Personalbeschreibung kennte der Bursche— es handelt sich um den arheitslosen Zimmermann Ketter aus Brühl bei Köln nach drei Stunden verhaftet werden. Werne=Bochum. Ein seltenes Zwillingspaar. Der Frau des Bergmanns Sch. von hier, wurden zwei Mädchen geboren, die mit den Köpfen zusammengewachsen sind. Der zuständige Knappschaftsarzt konnte die Geburt vollenden, ohne das Leben der Kinder zu gefährden. Diese befinden sich wohlauf und nehmen die Flasche mit Appetit zu sich. Eine Trennung der Kinder ist aber, da nur ein Gehirn vorhanden ist, nicht möglich. o Aus dem Hönnetal. Ein Autounglück ereignete sich auf der Hönnestraße. Ein von Balve kommender Personenwagen aus Eisborn fuhr in der Helle in der Nähe der Wocklumerstraße mit 50 Kilometer Geschwindigkeit gegen einen Straßenbaum. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht aufgeklärt. Der Wagen wurde zertrümmert. Von den beiden Insassen erlitt der Führer nur geringe Verletzungen, während der andere schwere Kieferverletzungen davontrug. h Teckleuburg. 1930 keine Heimatspiele in Tecklenburg. Im Hotel „Burggraf“ trat der Geschichts= und Heimatverein Tecklenburg zusammen. Einer der Hauptpunkte der Tagesordnung besaßte sich mit den Heimatfestspielen. Es wurde darauf hingewiesen, daß in diesem Jahre bereits in Witten, Stromberg und Bentheim gespielt werde und daß die Veranstaltung der Spiele in der heutigen Zeit ein großes Risiko sei. Dieses Aisiko könne nicht übernommen werden. Nach kurzer Aussprache beschloß sodann die Generalversammlung, auch in diesem Jahre nicht zu spielen. h Olpe. Eine riesige Dollarerbschaft hält die Einwohner des Städtchens Oelde und der Nachbarschaft im Umkreis in andauernder Spannung. Es handelt sich um die Emmerische Erbschaft, die an die 100 Millionen Dollar oder mehr betragen soll und auf deren Auszahlung nicht weniger als rund 270 Erben Emmerichs sehnlichst warten. Wie jetzt die „Glocke“ mitzuteilen weiß, hat der bekannte amerikanische Nabob Astor vergleichsweise die Forderung von 75 Millionen Dollar angekauft. Am 16. März soll in Berlin die Erbschaft an die Erben zur Auszahlung kommen. Börsen und Märkte Dortmunder Pferdemarkt vom 21. Februar. Austrieb: 740 Pferde und 19 Wagen aller Art. Der Handel war langsam. Es kosteten: a) Kaltblüter: beste Arbeitspserde und Stuten 800 bis 950 Mark. zweite Arbeitspferde 400—650 Mark, dritte Arbeitspferde 300—500 Mark, zweijährige Pferde 350—550 Mark; b) Warmblüter: beste Arbeitspferde und Stuten 750 bis 850 Mark, zweite Arbeitspferde 400—650 Mark, dritte Arbeitspferde 300—400 Mark; c) Kreuzungen: beste Arbeitspferde 600—800 Mark zweite Arbeitspferde 300—500 Mark, dritte Arbeitspferde 200—400 Mark, zweijährige Pferde 300—500 Mark. Einzelne ausgesuchte Tiere wurden über Notiz bezahlt. Der nächste Markt Lodet an 7. Mün keltl. Vieh- und InventarVerkauf!! Sonnabend, den 1. März ds. Is., vormittags 10 Uhr ansangend, läßt Herr Landwirt Wilh. Göckmann zu Schwerte, Senningsweg Nr. 6, wegen gänzlicher Aufgabe der Landwirtschaft und des Fuhrwerkbetriebes nachstehendes Vieh und Inventar öffentlich, meistbietend gegen bar, Kredit und Bürgschaft verkaufen: 2 schwere Pferde, 4- u. 10jähr. Wallache schwereu belgischen Schlages, 6 Stück schwarzbuntes Rindvieh, darunter 2 hochtragende, 2 frischmelke Kühe und 2 Jungvieh, 5 Lünierschweine, 10 rebhuhnsarbige italien. Hühner, serner 1 Hücksel= und 1 Mähmaschine mit Handablage, 1 Elektro=Motor, 5 PS., mit Transmission, 1 Schrotmühle, 1 Wannemühle, 2 schwere 4“ Wagen, für schweres Fuhrwerk geeignet, zwei 3“ Wagen mit Kasten und Leitern, 1 Kutschwagen, 1 Milchwagen, 3 Karren, darunter eine fast neue mit 50 Ztr. Tragkraft, Pflüge, 2 Jäte= u. 1 Häuselpflug, Dreischaar, Kultivator, 2 Sackkarren, Eggen, 1 Winde, Vichtopf, Rübenschneider, Dezimalwagge, 2 Zentrifugen und 2 Buttermaschinen, für Kraft= und Handbetrieb, Hobelbank, viele Perdegeschirre, Ketten u. sonstige landw. Geräte, 3 fast neue schmiedeeiserne Stallfenster, sowie die gesamte Stalleinrichtung in Pferde=, Kuh= und Schweinestall auf Abbruch. ca. 50 Ztr. Heu(Futterbau), ca. 150 Ztr. Stroh, 1 Posten Stellmacherholz. 727 Die Sachen sind gebraucht, jedoch gut erhalten. Besichtigung 2 Stunden vor dem Verkauf. Unbekannte Käufer haben ihre Zahlungsfähigkeit glaubhaft nachzuweisen. Bestätigte Schecks werden in Zahlung genommen. C. Brinckmann jr., Kalthof. Vertreter gesucht für Holzrollos-Jalousien Federzugrollos etc. Verdunkelungsanlagen Grüssner& Co. Neurode Eulengebirge Inserate haben Erfolg! 1. W ebehen 9 • gutes, starkes Pack-Papier 1: Sonie ons. le bunten Bekanntmachung Im Auftrage der Vollstreckungsbehörde Ergste zu Hennen werden am Montag, den 24. Februar 1930, 10½ Uhr beginnend, an Ort und Stelle die nachbezeichneten gepfändeten Sachen, nämlich: 1 Schnellieferwagen 3 Kleiderständer 1 Geldschrank 1 Wäscheschrank 1 Schreibmaschine 1 langer Tisch 1 Ofen 1 Waschmaschine ferner 1 Posten Bienenkästen öffentlich versteigert werden. 742 Zusammenkunst: Wirtschaft Witwe Schnei der, Ergste. Ergste, den 20. Februar 1930. Orlowski, Vollziehungsbeamter. I3 CARL BRAUS 3 k. hppoliser 15000 hkk. auf Objekt v. ca 60 Alille geg. 10%tige Verzinsg. an l. Stelle ges. Zinsen kom. monall, durch Nlieten ein. Aleldungen e. Nr. 736 an die Exp. erbeten. Große, heizbare # UUnsere Strieda war mit 4 Monaten infolge Darmkatarrb sehr von Träften gekommen, und war die Nabrungsaufnahme schwierig.“Wir setzten unsere größte Roffnung auf Ihre„Scott's Emulsion“ und sind bierin nicht gelAuscht worden, denn der Erfolg war sofort zu bemerken. Die Sßlust wurde angeregl. das“Kindblübte auf und wurde von Tag zu TTag kräftiger. Seute ist es ein schönes munteres MNlädel, an dem wir alle Sfreude baben. Alfred Sommerialle, Beipeig- L. Ja allen- Apotbeken und Drogerien für 1.75 und J.-294. zu daben. Depot: Drogerie Ileppe, Ostenstraße; Med.-Drog. Mehlhose, Postplatz Gute Hilfsbücher für den Rauftniann! Beigel=Prater, Buchführung u. Bilanzen der Handeksgesellschaften, Band 1. 4.—MA Beigel=Prater, dito, Band II 7.50„ Vergmann, Handelskorrespondenz„Englisch“ 2.75„ Bergmann, Handelskorrespondenz„Französtisch“......... 2.75 Bergmann, Katechismus der Buchsuhrung 2.75„ Böttger, Allgemeine Wechsel= und Scheckkunde 3.— Förster, Wirtschafts=Geographic, 2. Teil, Außereuropa 4.50„ Fürst, Die Börse 8.— Hertel, Verbesserte amerikanische Buchführung 4.— Kühler, Welthandel und deutsche Einfuhr 12.—„ Kellen, Propaganda 2.75„ Kürschner, Englische Umgangs= und Geschästssprache 3.—„ Marzell, Grundzüge der Warenkunde 4.—„ Mellmann, Chemic des täglichen und wirtschaftlichen Lebens 4.—„ Methner=Hofsmann, Aktionäre, Aufsichtsrat und Vorstand 6.—„ Oberle, Universal=Handelskorrespondenz (Deutscher Teil) 2.75„ Oberle, Universal=Handelskorrespondenz (Engl. Teil) 2.75„ Student, Der Warenterminhandel an den internationalen Weltbörsen. 7.—„ Weiß, Kausmünnisches Schriftwesen.. 5.50„ Jeder Band ist gut in Ganzleinen gebunden und eignet sich sehr als Konsirmationsgeschenk für die Jugend, die sich einen kaufmännischen Beruf erwählt hat. Erhältlich in der Buchhandlung Carl Braus, Bahnhofstraße 3. zu vermieten. Zentralgaragen Moltkestraße 40 zur Sitzung der Stadtverordneten am Freitag, den 28. Februar 1930, nachm. 5 Uhr, im Stadtverordneten=Sitzungssaal des neuen Rathauses hierselbst. Tagcsordnung: I. Oeffentliche Sitzung. 1. Einführung und Vereidigung der gewählten Magistratsmitglieder. 2. Ersatzwahl für eine städtische Kommission. 3. Abnahme der städtischen Rechnung für das Rechnungsjahr 1928. 4. Bilanz des Gas= und Wasserwerks per 31. 3. 1929. 5. Festsetzung der Fluchtlinie Ecke Hohenzollern= straße=Bahnhosstraße. 6. Festsetzung der Zins= und Tilgungsbeträge für Grundstücksrestpreise der gemeinnützigen Baugenossenschaft„Selbsthilse". 7. Nachtrag zur Vergnügungssteuerordnung. 8. Wahl eines Schiedsmannes für den 2. Bezirk und eines Stellvertreters für den 4. Bezirk. 9. Desgl. eines Schiedsmannes und eines Stellvertreters für den 6. Bezirk. 10. Gegenseitige Vertretungsbefugnis der Mitglieder des Finanzausschusses und der Baukommission. 11. Genehmigung von Ueberschreitungen einzelner Etatspositionen. 12. Einführung der Berufsschulpflicht für weibliche kaufmännische Angestellte. 13. Gebührenordnung für die Vornahme von Desinsektionen. II. Geheime Sitzung. Schwerte, den 20. Februar 1930. Der Stadtverordneten=Vorsteher Gerhart unummangegee ee J.ABERLANU: NOTTTATEN Böcher von höchstem Kultor-s wert, die man kennen muß: Frithiol Melzer: MALARIA, GOLD UND OPIUM. 3 Mit Stötzners Hei-Jung-kiong-Expedition in die unerforschte Mandschurei. 240 Seiten Gr.-8“ mit 2 Kor= ten und 105 Illustrationen noch Original-Photographien. Kartonien M. 9.50. in Ganzleinen gebunden 2 M. 12.—. Doshochaktvelleeinzigorlige Buch s zur frage der Mandschurei. A. Kutschboch: DER BRANDHERD EUROPAS.: 50 Jahre Baikanerinnerungen. 468 Seiten 8° mit Ihel-* bild des Vertassers und Sp llustralionen noch Originol-Photogrephien. Koronien M. 8.—. in Ganzleinen 2 gebunden M. 10.—. Das besle Buch öber den s Balton. Geheimnisse, Rötsel, Intrigen des# Bolkons und ihre Lösung. Prof. Dr. G. Mehlis: DER STAAT MUSSOLINIS.: Die Verwirklichung des korporativen Gemeinschafts-: gedankens. 192 Seiten Gr.-8“ mit 21 Illustrationen: noch Original-Photogrophien. Koronien M. 6.—, in s Ganzleinen gebunden M. 8.—. Das beste Buch.: das bisher öber den Foschismus erschien.: dos Buch ist eine Iat am deutschen Volte. E W. Mochgreve: VON WIID UND WALD UND: FRÖNLICHEN JA6EN. 200 Seiten 8“ mit Bild des; Verlossers, 12 Vollbildern und Illustrationen von Gerb. 2 löberberg. 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Die Beerdigung findet Montag, den 23. Februar 3½ Uhr nachmittags, vom Marienhospital aus, statt. TAPETEN FARBEN K BALATUN Anni Sinn Willi Hesse Verlobte Schwerte, den 22. Februar 1930 der TEPPICH für JEDERMANN 150/200 ∆0 200/300 Mk. 6,30 Mk. 10.50 Mk. 12,60 engrg SCHWERTE en detall Hörderstr. 15 DORTHUN D Hezenhelneg 73 Hansastr. 84 Kreuzstr. 8 (Alter Markt) NuckitoPt übernimmt Projektierungen für Neu=, Um-, u. Erweiterungsbauten, evtl. mit Finanzierung, Anfertigung von Kostenanschlägen, Gutachten u. Taxen, Prüfung von Bauabrechnungen, Bauberatung. Beste Referenzen, korrekte, schnelle und preiswerte Erledigung. * Karl b. Schlowor, gadg ug 8 Schwerte=Ruhr, Königstrupe 18 Achtung! Achtung! Am Sonntag, den 23. Februar 1930, ab S Uhr nachmittags, im Lokal Schmidt am Markt in Schwerte Große Alpen=Kirchweih verbunden mit Kappen-Fest. Oberbayrische Schliersee- Kleeblatt-Kapelle! Es ladet freundlichst ein: Der Wirt Fr. 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Schwerte, den 21. Fberuar 1930. Der Magistrat. Kostümfeste im Freischütz Samstag, den 22. Februar, 8 Uhr der Dortmunder Stranenbahner Sonntag, den 23. Februar, 5 Uhr des Motorsport-Klubs Horde Den hohlgebügelten Loppenkragen arbeite: Wäscherei Schröer Ruf 2631- Haselackstr. 8 UhrMütter, wollt Ihr gesunde und kräftige Kinder, dann gebt ihnen Heermann's Aleuronat. Zwieback!! Täglich frisch zu haben in Heermann's Konditore 743 Empfehle sämtliche Sorten Backwaren und Kuchen Bäckerei W. von der Heydt Beckestraße 37 Ruf 2167 Gedrauchte Pianos billigster Preislage, sowie einige fast neue Pianos, darunter ein Schmitt-Resoval-Plano unter günstigen Bedingungen abzugeben 643 Carl Schmitt, Hagen Hofpianofabrik Elberfelderstr. 69, Ruf 26963 Kaufe jeden ausgekämmtes 710 Frauenhaar Zöpfe in großer Auswahl von 2.95 Mk. an. Schöneis, Damen= und HerrenFriseur. Benützt die Leibnibliothek von C. Braus! 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Er scheint sich damit abgesunden zu haben, daß der Haushaltsfehlbetrag von 1928 in Höhe von 154 Millionen Mark endgültig auf den Schuldentilgungsfonds übernommen wird. Inwieweit sich hierdurch eine Entlastung des Steuerprogramms der Reichsregierung ergibt, bleibt abzuwarten. Nach privaten Schätzungen glaubt man gegenüber den bisherigen Mehrforderungen von etwa 400 Millionen Mark nunmehr mit 250 oder höchsten 300 Millionen Mark neuen Steuern auskommen zu können. In Frage kommt hierfür in erster Linie die Erhöhung der Kaffee= und Teezölle. Den Vorschlägen, die in der Form einer allgemeinen Erhö. hung der Kopfsteuer oder in der Form eines Sonderbeitrages vom Einkommen der Festbesoldeten und Beamten zielen, setzt der Finanzminister aus naheliegenden Gründen nach wie vor entschiedensten Widerstand entgegen. Da sich das Kabinett erst am Anfang der nächsten Woche wieder mit der Deckungsfrage beschäftigen will, besteht kaum noch irgendeine Aussicht, daß bis zum Beginn der zweiten Lesung der Younggesetze, die für Mitte der nächsten Woche vorgesehen ist, schon eine Klärung erfolgt ist. Aeußerst umstritten ist nach wie vor auch noch das polnische Liquidations abkommen. Die Erwägungen, dieses Abkommen zunächst von den übrigen Vorlagen abzutrennen, hat in Warschau bereits große Aufzegung hervorgerufen. Das führende Krakauer Legierungsblatt„Kurjer Illustrowany“ bringt in Mittwoch die sichtlich offiziös aufgezogene Meldung, daß die polnische Regierung es grundsätzlich ablehne, mit der deutschen Reichsregieri#ig noch irgendwelche ergänzenden Verhandtungen über den Inhalt des Warsthauer Liquioationsabkommens vom 31. Oktober zu führen. Ferner wird in der halbamtlichen„Gazeta Polska“ der Meinung Ausdruck gegeben, daß die Verbindung zwischen dem deutsch=polnischen Abkommen und dem Youngplan gar keinem Zweifel unterliegen könnte. Diese Tatsache sei übrigens in Artikel 1 und 6 des Abkommens klar zum Ausdruck gebracht worden. Der Wortlaut des Artikels 6 besage, daß das Abkommen und sein Schlußprotokoll gleichzeitig mit dem Youngplan ratifiziert und in Kraft gesetzt werden sollen. Der Streit darüber, ob es sich um eine politische oder juristische Verbindung haudele, ändere nichts an der Sache selbst. Die Tatsache könne dnich keine sophistische Teulung deseitigt werden. Die deutsche Regierung habe also in dieser Beziehung gar keine Wahl. * Die Londoner Flottenkonferenz, die durch die Kabinettskrise in Frankreich arbeitsunfähig geworden war, ist nun auch formell bis zum nächsten Mittwoch vertagt worden. Anscheinend hofft man, daß bis dahin die französische Krise gelöst sein werde; andernfalls wird eine weitere Vertagung nötig werden. Der italienische Außenminister Grandi hat es unter diesen Umständen vorgezogen, für die Dauer der unfreiwilligen Ferien nach Rom zu reisen. Noch unmittelbar vor der Vertagung hat nun auch noch die italienische Delegation als letzte ihre Auffassung in einer Denkschrift niedergelegt. In englisch=amerikanischen Kreisen wird diese Denkschrift, die inzwischen auch veröffentlicht worden ist, sehr günstig beurteilt. In der Denkschrift wird u. a. festgestellt: Italien ist der Auffassung, daß die Rüstungen ausschließlich Verteidigungszwecken dienen sollen und daher auf den niedrigst möglichen Stand gebracht werden müssen. Die Neufestsetzung des allgemeinen Rüstungsstandes und der Begrenzung der einzelnen Schiffsklassen wird als das entscheidende Ziel der Flottenkonferenz bezeichnet. Die italienische Abordnung gibt der Befriedigung Ausdruck, daß die Konserenz nun diese von Italien von Anfang an vertretene Auffassung mit berücksichtigt und stellt in materieller Hinsicht fest, daß Italien bereit ist, schon jetzt die für eine andere kontinentale Macht festgesetzten Rüstungsbegrenzungen und Zahlen anzunehmen, gleichgültig, wie niedrig diese Zahlen sein mögen. vierten Partei nur geeignet, die politische Lage in England noch weiter zu erschweren. Die klassische Zeit des englischen Parlamentarismus mit seinem Zweiparteiensystem scheint endgültig vorüber zu sein. Die Bildung einer vierten englischen Partei durch Lord Beaverbrook, der„Vereinigten eltreichspartei“, hat die innerpolitische Lage in England sehr verändert. Vorläusig haben sich allerdings nur etwa 200 000 Personeu von 14 Millionen Wahlberechtigten für die neue Partei verpflichtet. Im Augenblick kommt es aber weniger auf die direkte Gesolgschaft der neuen Partei, als auf die Tatsache an, daß Lord Beaverbrook als Parteiführer und Pressemagnat unter allen Umständen entschlossen ist, bei den nächsten Wahlen mit seiner Partei selbständig aufzutreten. In der Wirkung kann das kaum etwas anderes bedeuten als eine Zersplitterung der konservativen Front. Der von der neuen Partei vertretene Gedanke der Schaffung einer Wirtschaftseinheit des britischen Weltreiches durch Aufrechterhaltung von hohen Zollmauern gegen die nichtbritische Welt— der einzige Gedanke, den das Parteiprogramm überhaupt aufzuweisen hat— übt weder auf die Arbeiterpartei noch auf die Liberalen irgendwelche Anziehungskraft aus und kann daher nur Unterstützung aus dem konservativen Lager erwarten. Jedenfalls ist das Auftreten einer Sittlichkeitsarbeit aus Westdeutschland An der Vertretersitzung des Westdeutschen Sittlichkeitsvereins, die am 17. Februar in Düsseldorf stattfand und von Pfarrer KloseBochum geleitet wurde, nahmen Vertreter aus den verschiedensten Teilen Rheinlands und Westfalens teil. Zunächst gab Professor Sellmann, Hagen, einen Ueberblick über den Stand der verschiedensten Arbeitsgebiete, wobei besonders auch auf die vielen unwürdigen Karnevalsfeiern der Gegenwart hingewiesen wurde. Man begrüßt es, daß von den verschiedensten Seiten dagegen Front gemacht wird. Frauenorganisationen, Jugendvereine, Presbyterien, Kreissynoden, so z. B. die von Halle i. W., haben dagegen ihre Stimme erhoben. Der Westdeutsche Sittlichkeitsverein hält es nach wie vor für seine Aufgabe, diesen Kampf aus dem Ernst des Evangeliums und der Not unserer Tage heraus aufs Entschiedenste zu unterstützen. Es wird bedauert, daß leider der Westdeutsche Rundfunk sich bei Uebertragungen von Karnevalsseiern einige Entgleisungen habe zu Schulden kommen lassen. Besonders nachdrücklich wurde auf die zähe Propaganda hingewiesen, die heute überall gegen den§ 218 des Strafgesetzbuches getrieben werde. Diese Propaganda tritt auch in der Erklärung des Reichsarbeitsministers Rudolf Wissel hervor, der auch die soziale Indilation bei der Schwangerschaftsunterbrechung für wünschenswert erachtet. Der Westdeutsche Sittlichkeitsverein hielt es für nötig, daß eine Einheitsfront hergestellt werden müsse, durch die der„Kindermord“ verhindert und noch weiter Mutter= und Kinderschutz ausgebaut weden müsse. Jugendpfarrer Hardt, Bochum, forderte in einem besonderen Referat Vorasyle für alle diejenigen, die man sonst nicht unterbringen könne. Für die Gründung solcher „Zufluchtsheime“ müsse sich auch die einzelne Gemeinde verantwortlich fühlen. Die sittlichen Nöte seien heute so groß, das man nur Samstag, 22. Februar 1930 ihrer Herr werden könne, wenn ma nsich noch enger zu Arbeitsgemeinschaften in den einzelnen Gemeinden zusammenschlösse, in denen Bahnhofsmission, Zufluchtsheime, Sittlichkeits=Vereine, kirchliche Organisationen, JugendWohlfahrtsämter, Fürsorgerinnen usw. vertreten seien. Nur bei solcher Zusammenarbeit zwischen offener, halboffener und geschlossener Fürsorge könne man erfolg beim Kampf gegen die Unsittlichkeit erzielen. Leider arbeite man vielsach noch in den einzelnen Gemeinden nebeneinander, unter Umständen sogar gegeneinander. Ein Vertreter aus Dortmund wies darauf hin, daß man in Dortmund den Bau eines Hauses plane, in dem die Sittlichkeits, und Fürsorgearbeit der evangelischen Wohlsahrtspflege zusammengefaßt werden soll. Neuerdings hat es der Westdeutsche Sittlichkeitsverein, der seine Mitglieder in evangelischen Kreisen hat, für nötig erachtet, in engere Verbindung mit katholischen Kreisen so z. B. dem Volkswartbund in Köln zu treten. Es wird dieses Zusammengehen der christlichen Konfessionen im Hinblick auf die in letzter Zeit deutlich hervorgetretene Gefahr der Bolschewisierung unseres sittlichen und Familienlebens von der Vertreterversammlung warm begrüßt und befürwortet. In der Schriftenreihe„Reinheit und Kraft“, die der Westdeutsche Sittlichkeitsverein herausgibt, soll demnächst ein Werk erscheinen, das Psychoanalyse und ihre Wertung behandelt. In der Frage der Aufrechterhaltung der§§ 218 ff. des Strafgesetzbuches wird Fühlungnahme mit Berliner Zentralstelle gefordert. Der Ausfuhrüberschuß Der Ueberschuß der Einfuhr über die Ausfuhr aus Deutschland hatte 1927 in berechtigten Zahlen 2846,9 Millionen Mark betragen, 1928 noch 1228,9 Millionen. 1929 ist zum ersten Male ein Ueberschuß erreicht worden, der berichtigt 47,6 Millionen beträgt. Er ist im rinen Warenverkehr des Spezialhandels erzielt worden. Die Gesamtausfuhr von 1929 beträgt 13 482,2 Millionen. Davon kommen auf Sachlieferung als Reparationen 799,1 Million Die gesamte Einfuhr beläuft sich auf 13434,6 Millionen. Zur täglichen Hautpfiege nur die seit über 40 Jahren bewährte Pfeilring-Lanolin-Creme. Sie dringt leicht ein, ohne den geringsten Glanz zu hinterlassen. Sie belebt die Haut und macht sie weich und geschmeidig. In Oesen u. Tuben von RA 0.20-1.— Der Seizlas Roman von Robert Misch. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle(S). 8. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Damit schienen Fritz' Spannkraft und Ausdauer vorläufig erschöpft zu sein. Er vernachlässigte sich und seine Pflichten immer mehr, als langsam, ganz langsam ein Plan in seinem Innern reifte, zu dem ihm wiederum Maxi das Muster und Vorbild war. Diese hatte ihm anfangs seine Absichten ausreden wollen. Doch als sie merkte, wie ernst es ihm sei und daß er nur auf diese Weise ein brauchbarer, tüchtiger und unabhängiger Mensch werden könne, unterstützte sie seine Bemühungen auf jeder Weise. Zwei Herren kann man auf die Dauer nicht dienen. Das machte zunächst im Hanse G. Brendelheim sich fühlbar, wo Fritz unterdessen zu einer Art Vertrauensstellung ausgerückt war Er stand der Abteilung der Pelze vor, die den Schneidern zur Fertigung von Kragen, Besätzen und Futter ausgeliefert wurden. Nur ein, Mann, dessen Ehrlichkeit erprobt und zweifellos, konnte diese kostbaren Rohstoffe verwalten, von denen oft ein kleines Pelzchen, wenige Zoll breit und lang, viele Hunderte wert war. Ehrlich war Fritz gewiß, aber seine mit anderen Dingen beschäftigte Aufmerksamkeit erlahmte jetzt allmählig. Die Schneider bestahlen ihn, indem sie doppelt so viel rechneten, als sie wirklich brauchten, oder sich mehr nahmen, als sie berechnet hatten. Eines Tages gab es einen großen Krach bei einem ganz besonders eklatanten Fall. Und auch die Firma G. Brendelheim verzichtete auf die weitere Mitarbeiterschaft Fritz Kaltenbachs. Kaltenbach raste. Freilich wagte er es nicht mehr, Hand an den unterdeß vom Jüngling zum Manne Gereisten zu legen, da ihn Fritz bei einem früheren Versuche dazu mit einem Blick angesehen hatte, vor dem sogar Kaltenbach zurückpraltte. Aber er überschüttete ihn mit einer Flut von wilden Vorwürfen, drohte mit Enterbung, nannte ihm„das Unglück seines Lebens“, untauglich zu jeder Arbeit, fanl, dumm, verstockt, und schloß mit der Drohung, ihn von jetzt ab noch kürzer zu halten. Nach vielen Bemühungen gelang es ihm, Fritz noch einmal unterzubringen. Aber auch hier war seines Bleibens nicht lange. Neuer Krach, neue Szene zwischen Vater und Sohn, bis dieser endlich auf eine Annonce hin ein sogenannter„Stadtreisender“ wurde, der mit den Mustern einer großen Tuchfabrik die Schneider und Detailgeschäfte aufsuchte. In dieser halb unabhängigen Stellung, in der man die Anwendung seiner Zeit nicht kontrallieren konnte, sah er eine Förderung seines geheimen Planes. Hier hielt er sich nun schon anderthalb Jahre Freilich war die Geringsügigkeit seines Einkommens— da er kein festes Gehalt, sondern nur eine Provision vom Verkauf bezog— eine Quelle steten Aergers für den Vater, der ihn seine Abhängigkeit sühlen ließ und ihn mit Hohn und Spott über seine Unfähigkeit überschüttete. Vor einem halben Jahre hatte Kaltenbach die Verlobung zwischen Fritz und Anna zustande gebracht, die dessen Zukunft sichern solle. Von dem Erbteil, was ihm einst zufiel, und dem Vermögen seiner Frau würde der Sohn leben können, auch ohne arbeiten zu müssen. Das war ihm eine Beruhigung; denn er liebte den Jungen auf seiner Weise und glaubte, wie alle Väter, daß seine Art, für das Wohl desselben zu sorgen, die einzig wahre und richtige sei. Fritz war auch heute, seiner Gewohnheit getreu, in den ersten Stock hinaufgestiegen, um Onkel Kolb guten Morgen zu sagen und mit Maxi zusammen in die Stadt zu fahren oder bei schönem Wetter durch den Tiergarten zu schlendern. Kolb, der sonst ewig Heitere, machte heute ein sorgenvolles Gesicht und fuhr sich nervös durch die langen, nach hinten gestrichenen Haare ein Ueberbleibsel seiner ehemaligen Künstlerlaufbahn—, während die„Genielocke", wie sie Kaltenbach höhnisch getauft hatte, heute noch tiefer in die Stirn hing als gewöhnlich. Im braunen Samtjakett, mit flatternder, genial geschlungener Krawatte— wie dann der hübsche, schlank gewachsene junge Mann sein Aeußeres trotz des herannahenden Alters und der grau werdenden Haare noch immer sorgfältig pflegte—, lief er aufgeregt im Zimmer herum, von Zeit zu Zeit an seiner Kaffeetassee nippend. Fritz begrüßte Kolb mit freundlichem Gruß. Hier oben atmete er freier, hier oben hatte er seine eigentliche Heimat. „Du bist ja so aufgeregt, Onkel?" fragte er erstannt den noch immer hastig durch das Zimmer Eilenden. „Hm— ja— nämlich— mein Gott, dir kann ich's ja sagen... Also— also heute ist doch schon der Zweite, und da muß ich doch eigentlich die Miete zahlen, verstehst du?" „Nun, das kann dich doch nicht so aufregen“. „Doch! Ich habe die Summe noch nicht ganz beisammen.“ „Nun, dann bleibst du den Rest eben schuldig, bis du zahlen kannst.“ „Das sagst du so! Du kennst ja deinen Vater!“ „Wie ist denn das möglich?“ fragte Fritz erstannt. „Wenn du auch schlechte Geschäfte gemacht — ach Gott, ich kann dir das ja nachempfinden!—, dafür pflegt doch Maxi sonst zu sorgen.“ „Hat sie auch! Aber siehst du, das ist's ja eben: Maxi darf es natürlich nicht wissen ich habe das Geld verloren“ „Verloren? Wo denn?" „Wenn ich sage: verloren, so meine ich nicht auf der Straße, sondern... Me.n Gotl, wo verliert man sein Geld?“ „An der Teise, wenn man Goldminen kaust!“ sagte Fritz lachend. „Mach' keine Witze!" rief Kolb erschrocken. „Hälst du sie wirklich für schlecht?“ „Was interessiert denn dich das?“ „Mich? Sehr? Ich habe nämlich zwei Stück“ „Du— Goldminen?" „Pst, nicht so laut! Maxi darf's nicht wis6 „Und das Geld dazu? Woyer hast du denn das?“ fragte Fritz erstannt. „Von dem Wirtschaftsgeld natürlich, das mir Maxi gibt! Da knappt man bald hier und bald dort etwas ab, rechnet bald einen Groschen, bald'ne Mark mehr— na, kurz, du weißt doch was Schmugroschen sind. Aber davon wollte ich ja gar nicht reden. Wovon sprachen wir doch gleich?— Richtig, von der Miete! Siehst du, wenn ich sage, ich habe sie verloren, so meine ich in der Lotterie.“ „Du hast sie verspielt?“ Kolb nickte mit kläglichem Gesicht. „Verspielt ist ein häßlicher Ausdruck; das klingt so nach Monaco und Karten. Ich harzardiere grundsätzlich nie, das habe ich Marie fest versprochen. Aber Lotterie, das ist etwas anderes. Du weißt doch, daß ich vor etwa fünfunddreißig Jahren einen Haupttreffer gemacht habe. Was einmal war, kann wiederkommen.“ „Diesmal hast du also nicht gewonnen, Onkel?"„ „Leider nein!“ sagte Kolb seufzend.„Wer konnte aber auch voraussetzen, daß von zwanzig Rote=Kreuz=Losen, nicht ein einziges gewinnt— denke nur, auch nicht ein einziges!“ „Zwanzig? Warum hast du denn gleich so viele gekauft?“ „Aber Junge! Nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung mußte mindestens eins mit mathematischer Sicherheit gewinnen, und das konnte doch auch der Haupttreffer sein. Aber freilich, wenn man sich schon nicht mehr auf die Mathematik verlassen kann! Na, Schwamm drüber!“ (Fortsetzung folgt.) Im Dunkel Schwerte, den 22. Februar 1930. ** Es gibt wohl kein anderes Gesühl, das den Menschen mit so kähmender und quälender Gewalt überkommt, wie die Angst. Wir er bleichen, wir zittern, das ruhige Denken und zielbewußte Handeln wird ausgeschaltet, die Phantasie erhitzt sich an den surchtbarsten Möglichkeiten, und wie ein Gespenst packt uns die Furcht vor etwas Schrecklichem, das uns bevorsteht.— Angst hat ihre letzten Urfachen in dem Gesühl der Machtlosigkeit gegenüber einer drohenden Gefahr und der Verlassenheit in einem Augenblick, in dem wir Hilfe brauchen. Das Kind, das sich ängstlich sträubt, allein in ein dunkles Zimmer zu gehen, bleibt an der Hand der Mutter ganz ruhig. Es weiß sich geborgen und in guter Hut. Wir Menschen sind in den Stunden des Lebens, in denen uns eine Angst peinigt, ja alle wie Kinder im Dunklen, denen die Hand fehlt, die sie vertrauend fassen können. Es gibt auch kein anderes Heilmittel gegen die Angst als den schlichten Kindesglauben an den Vater im Himmel, dessen Hand wir im Gebet finden und halten dürfen. Wunderbar ist es, wie ein Gebet des Glaubens das geängstigte Herz beruhigt. Aber auch der klare Verstand stellt sich wieder ein, und die verzagte Seele wächst hinaus über ihre Not zu einer Größe, mit der sie gesaßt und gestärkt allem Kommenden surchtlos entgegensehen kann. Lassen wir uns doch diesen Stab für die dunklen Täler unseres Lebens nicht nehmen. Wir sind nicht verlassen, wir sind auch nicht hilflos: „Siehe, ich bin bei euch“, spricht unser Heiland, „alle Tage, bis an der Welt Ende!" : G e d e n k t a g e. 22. Februar: 1732: George Washington, Begründer der Unabhängigkeit Nordamerikas, in Westmoreland geboren(gestorben 1788: Der Philosoph Arthur Schopenhauer in Danzig geboren(gestorben 1860).— 1840: Der Sozialist August Bebel in Köln a. Rh. geboren(gestorben 1913).— 1857: Der Physiker Heinrich Herz in Hamburg geboren(gestorben 1894). 23. Februar: 1685: Der Komponist G. Fr. Händel in Leipzig geboren(gest. 1759).— 1813: Der Theol. und Sprachforscher Fr. Delitzsch in Leipzig geboren(gestorben 1890).— 1834: Der Reisende Gustav Nachtigal in Eichstedt geboren(gestorben 1885).— 1855: Der Mathematiker und Astronom Karl Friedrich Gauß in Göttingen gestorben(geboren 1777).— 1879: Der Generalfeldmarschall Albrecht Graf Roon in Berlin gestorben(geboren 1803). Wetterbericht der Wetterwarte Essen vom 21. Februar. Das in seinem Kern über Südskandinavien liegende Hochdruckgebiet hat etwas weiter an Höhe abgenommen. Sonst zeigt die Wetterlage wenig Aenderung. In Deutschland war es heute früh fortgesetzt trocken, an der Küste wolikg, sonst heiter. Die Morgentemperaturen lagen im allgemeinen zwischen 1 und—3 Grad; nur Süddeutschland hatte etwas stärkeren Frost. Der Kahle Asten meldet frischen Nordostwind, Nebel, 7 Grad Frost, sowie 22 cm. Schneehöhe. Aussichten bis Sonntag: Meist trocken, ziemlich heiter, nachts Frost, tagsüber Teperaturen wenig geändert. : Sonderzüge zum Wintersport: Am heutigen Samstag und morgigen Sonntag verkehren wieder Witersportsonderzüge und zwar am Samstag: Wsp. 1703 Düsseldorf— Schwerte(ab 17,30 Uhr)— Winterberg— Willingen— Usseln; Wsps. 1701 Duisburg— Schwerte(ab 17,30 Uhr); am Sonntag: Wsp. 1705 Düsseldorf— Schwerte(ab 6,48 Uhr); Wsp. 1707 Duisburg— Schwerte(ab 6,48)— Winterberg— Willingen— Usseln. Rückfahrt: Wsp. 1706 Winterberg— Willingen Schwerte(an 21,15 Uhr, ab 21,17 Uhr) — Düsseldorf; Wsp. 1712 Winterberg— Willingen— Schwerte(an 21,27, ab 21,40 Uhr) — Duisburg. Folgende Wetterberichte sind ausgegeben worden: Winterberg: Schneehöhe 20 bis 25 cm., stellenweise verharrscht, Temperatur—7 Grad C., Witterung Nordostwind, Nebel, Skiund Rodelbahn gut.— Willingen: Schneehöhe 8 cm., in Höhenlagen über 700 Meter 20—25 cm., Temperatur—5 Grad C., Witterung: Ostwind, Skibahn sehr gut.— Usseln: Schneehöhe 10—15 cm, in Höhenlagen über 700 Meter 20—25 cm., Temperatur —5 Grad C., Witterung Ostwind, Stibahn gut. Sterbefall. Im zarten Alter von sast drei Jahren starb nach kurzem schweren Leiden Günther Richter aus Schwerte. Gott nahm ihn zu sich in den Himmel. . Eine Sitzung der Stadtverorducten findet am Freitag, den 28. Februar, nachmittags 5 Uhr, im Stadtverordnetensitzungssaal des neuen Rathauses statt; eine umfangreiche Tagesordnung steht zur Erledigung. 1. a. sind es folgende Punkte: Einführung und Vereidigung der gewählten Magistratsmitglieder, Abnahme der städtischen Rechnung für das Rechnungsjahr 1928, Festsetzung der Fluchtlinie Ecke Hohenzollernstraße=Bahnhofstraße, Festsetzung der Zins= und Tilgungsbeträge für Grundstückspreise der gemeinnützigen Baugenossenschaft„Selbsthilfe", Nachtrag zur Vergnügungssteuerordnung, Einführung der Berufsschulpflicht für weibliche kaufmännische Angestellte, Gebührenordnung für die Vornahme an Desinfektionen. Sterbelasse„Selbsthülse“. Die diesjährige Jahres=Hauptversammlung findet am morgigen Sonntag, vormittags 11 Uhr, im Gasthofe Wilkes, Bahnhofstraße, stati. Zu dieser Versammlung wird hiermit nochmals eingeladen. : Verpachtung von städt. Weidegrundstücken Am Dienstag, den 25. Februar, nachmittags 17 Uhr, werden im Hotel Sternberg städt. Weidegrundstücke mit Wirkung vom 1. April ds. Is. aus sünf Jahre verpachtet.(s. Inserat). Aus der evangl. Gemeinde. Gustav=Adolf=Frauenverein Gemäß Abmachung in den letzten Vereinsstunden sollen sortan die Zusammenkünste des Gustav= Adolf=Frauenvereins nicht mehr in den wohl heizbaren, aber wegen Altersschwäche und Undichtigkeit nicht Wärme haltenden Räumen der Jägerstraße stattfinden, sondern in dem oberen Saale des Gemeindehauses in der Hagenerstraße. Die Verlegung der Vereinsstunde war schon seit längerer Zeit geplant. Die nächste Vereinsstunde findet statt Dienstag, den 25. Februar, abends 8 Uhr. rauenhülfe Grüntal. Damit jeder Irrtum vermieden wird, sei darauf hingewiesen, daß die nächste Versammlung wegen der Verlosung nicht am Donnerstag, sondern am Freitag, den 28. Februar zur gewohnten Stunde stattfindet Evgl. Männer= und Jungmännerverein. Am Sonntag, den 23. Januar, nachmittags 6 Uhr, findet im evgl. Gemeindehause ein Konzert, ausgeführt vom Solo=Quartett SchwerteOst und vom Posaunenchor, statt. Jedermann ist zu dieser Veranstaltung herzlich eingeladen. Die diesjährige Verlosung der Frauenhülfen findet am Donnerstag im„Reiche des Wassers" statt. Die Gewinne sind abzugeben am Donnerstag vormittag von 9—11 Uhr. Die Verlosung beginnt pünktlich nachmittags um 2 Uhr. Aus der katholischen Gemeinde. Deutsche Jugendkraft. Die Deutsche Jugendkraft Schwerte, feiert am Sonntag den 23. Februar, im Vereinslokal, ihr diesjähriges Karnevalsfest. Für Stimmung und Humor ist bestens gesorgt und an Ueberraschungen wird es nicht fehlen. Ebenso wird die Musik ihr Teil dazu beitragen, die Stimmung zu erhöhen. Einzug des Prinzen Karneval um 7 Uhr. Marien=Verein Schwerte, Abteilung Grüntal. Wie schon berichtet wurde, trifft der Marienverein zum„Gemütlichen Beisammensein“ am Dienstag, den 25. Februar, abends 7 Uhr im katholischen Vereinshaus. — Mittwoch nachmittag 3,30 Uhr, Monatsversammlung im Vereinshaus. Wohlfahrtspflegerin Frl. Sommer wird sprechen über„Fürsorgearbeit als Frauenarbeit.“ : 5. Reichsbundestag in Mainz. Die größte Kriegsopferorganisation Deutschlands, der Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegshinterbliebenen, Sitz Berlin, hat vom 25. bis 28. Mai 1930 seinen 5. Reichsbundestag nach Mainz einberufen. Auf dieser Tagung werden neben anderen folgende Referate zur Diskussion stehen: „Grundfragen der Sozialpolitik und die Forderungen des Reichsbundes",„Aufbau und Weltfrieden durch internationale Verständigung",„Die öffentliche Fürsorge und ihre besonderen Ausgaben für die Kriegshinterbliebeuen",„Die öffentlichen Aufgaben für die Kriegsopfer auf dem Gebiete des Siedlungs= und Wohnungswesens". Wie die bisherigen Bundestage dieser mehr als eine halbe Million umfassenden Organisation, so dürfte auch der Mainzer Bundestag reges Interesse bei den Verwaltungskörperschaften, den Parlamentariern und der breiten Oeffentlichkeit finden. Erziehungsbeihilfen. Für die Kriegswaisen(auch Halbwaisen) werden nur vom Bewilligungsmonat ab und nur für das laufende Rechnungsjahr(1. April 1930 bis 31. März 1931) gewährt. Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten macht deshalb darauf aufmerksam, daß auf Weitergewährung und erstmalige Anträge baldmöglichst an die zuständige Fürsorgestelle zu richten sind. Jahresversammlung Schwerte, den 22. Februar 1930. Der Kriegerverband der Stadt Schwerte hielt am 19. ds. Mts. im Lokale des Kameraden Siede seine diesjährige Jahresversammlung ab. Die Vorstände sämtlicher angeschlossenen militärischen Vereine der Stadt Schwerte und der Nachbarorte Holzen und Villigst waren erschienen. Nach Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Althoff wurde zur Erledigung der umfangreichen Tagesordnung geschritten. Aus dem Jahresbericht, den der 1. Schriftführer erstattete, ist hervorzuheben, daß im verslossenen Jahre sich der schmerzliche Tag zum zehnten Male jährte, an dem wir den schmachvollen Friedensvertrag zu unterschreiben gezwungen waren und daß es unsere nächste Aufgabe sei, an der Bekämpsung der in diesem Vertrage enthaltenen Kriegsschuldlüge mitzuwirken. Der Verband habe aus diesem Grunde, wie bei den übrigen Verbäuden des Kyffhäuserbundes im Reiche geschehen, auch hier eine Kundgebung gegen die Kriegsschuldlüge veranstaltet. Auschließend daran sind dann viele Unterschriften gesammelt und dem Bundesvorstand zur weiteren Verwendung übersandt worden. Aber ersreulich sei zu berichten, daß der bisherige alte Kreiskriegerverband Hörde auf einmütigen Wunsch aller bestehen geblieben sei und auch sernerhin zusammenbleiben wolle. Die Rechnungslegung durch den Kassenwart Kam. Potthoff ergab eine verbleibende Schuld von 87,79 Mark. Auf Vorschlag der Kassenprüser wurde dem Kassenwart Entlastung erteilt. Die ausscheidenden Vorstandsmitglieder 1. Schristführer und 1. Kassierer verblieben durch Wiederwahl auf ihre Posten. Zum Punkt 4 der Tagesordnung betr. Ehrenmal für die Gefallenen der Stadt Schwerte gab der Vorsitzende bekannt, daß sich die Ortsgruppe der Deutschen Kriegsgräberfürsorge und der Vaterländische Frauenverband in hochherziger Weise bereit erklärt haben, zur Verwirklichung dieses Gedankens beizutragen. Kam. Bedue machte einen weiteren Vorschlag zur Gründung eines Ehrenmalbauvereins, dem die Kameraden und weite Kreise der Bürgerschaft angehören möchten. Er sollte nach dem Beispiel anderer Städte nur auf beschränkte Zeit bestehen und einen mäßigen Jahresbeitrag erheben, um so die Mittel für den Bau zusammen zu bringen. Die Versammlung hieß den Vorschlag gut. Nach Beschlußfassung in den Vereinen soll der Gründung dieses Vereins näher getreten. Betr. Punkt 5 Haftpflichtversicherung empfahl der Vorsitzende in den Vereinen darüber Beschluß zu fassen, ob es nicht geraten wäre, anstatt wie bisher nicht nur die Vorstandsmitglieder sondern alle Vereinskameraden in die Versicherung einzubeziehen, da nach den Erfahrungen 85 v. H. aller angemeldeten Schadensfälle Mitglieder betroffen hätten, die nicht den Vorständen angehörten. Als Beitrag für 1930 sollen 35 Pfg. erhoben werden. Das vorläufige Programm für den diesjährigen Abgeordnetentag des Provinzialkriegerverbandes in Schwerte am 14. und 15. Juni wird sich wie folgt zusam =mensetzen: am 14. Juni vormittags Tagung „Im Reiche des Wassers“, anschließend Mittagessen im„Freischütz". Nachmittags Vorführungen des Reitervereins, Konzert im„Freischütz", abends Kommers. Am 15. Juni Platzkonzert, nachmittags Marsch zum„Freischütz": Sommerfest. Die Musik stellt das R. J. R. 18 Paderborn, Obermusikmeister Plaschke. Der Krieger= und Landwehrverein Villigst feiert gleichzeitig sein 25jähriges Bestehen, zu dem zahlreiche Vereine aus dem Kreise Iserlohn ihr Erscheinen zugesagt haben. Ueber die Tätigkeit der Ortsgruppe Schwerte des Verbandes der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser berichtete Kam. Hesse. In der Hauptsache sind im letzten Jahre nur schwierige Fälle zur Bearbeitung gekommen, bei dem 11 günstige Urteile mit zusammen rund 8300 RM. herausgeholt werden konnten. Kam. Wilh. Scherff jun. ist am Versorgungsgericht, Spruchkammer Dortmund als Beisitzer tätig. Jeden Mittwoch abend findet im Restaurant „Zum neuen Rathaus“ eine Beratungsstunde für Kb. und Kh. statt. Kriegereltern können noch Anträge auf Elternrente bezw. Elternbeihilfe bis zum 31. März einzureichen. Der Vorsitzende dankte dem Berichterstatter und der Ortsgruppe für ihre Bemühungen, das schwere Los der Kriegsopfer zu lindern. Auf einstimmigen Beschluß soll im Verband eine Fechtschule für die Waisenanstalten der Kriegerwohlfahrtsgemeinschaft gegründet werden. Ehrensalven bei Beerdigungen sollen nur wie bisher bei Kriegsteilnehmern abgegeben werden. Ferner wurde beschlossen, an der Einweihung des Ehrenmals auf der Hohensyburg am 11. 5. geschlossen teilzunehmen. Nächste Sitzung des Kreiskriegerverbandes am 6. April, nachmittags, im Hüttenkasino in Hörde. In vorgerückter Stunde schloß der Vorsitzende mit einem Dank an die Versammlung die Sitzung. Sterbekassenzusammenlegung in Schioerte? Wie wir hören, beabsichtigt die Sterbelasse der Eisenindustrie und die der evangelischen Kirchengemeinde, sich mit der Sterbefasse „Selbsthilse“ zu verschmelzen und zwar soll am morgigen Sonntag schon unter den infrage kommenden Sterbekassen hierüber eine Besprechung stattfinden und evtl. ein Beschluß herbeigeführt werden. Ueber den Ausgang der diesbezüglichen Verhandlungen werden wir in unserer Montags=Ausgabe noch zurückommen. *- Hühnerdiebstahl. In der vergangenen Nacht wurden einem Anwohner in der Regenbogenstraße drei Hühner aus dem Stall gestohlen. Die Ermittlungen nach dem Täter sind im Gange. „Die Rose von Stambul“ Das Münsterische Operettentheater hatte die Schwerter für gestern abend zu der Wiedergabe der bekannten Leo Fall'schen Operette„Die Rose von Stambul“ in den Saal des„Westf. Hofes“ eingeladen, wo sich ein nicht zahlreiches aber operettenfreundliches Publikum eingefunden hatte. Die Aufführung stand durchweg auf einer beachtlichen Stufe, vor allem konnten die Damen gesallen, die eine gute gesangliche Schulung verrieten und der Operette Wärme und Leben verliehen, während es bei der männlichen Rollenbesetzung hier und da haperte. Aber im großen und ganzen fügte sich eines dem anderen gut an. Kostüme, sowie Bühnenausstattung konnten durchaus gefallen, wie man auch bemerken konnte, daß diese Operettenwiederholung durchweg eine liebevolle und sorgfältige Vorbereitung gesunden hatte. Jeder Mitwirkende gab sich die denkbar größte Mühe und es wäre zu wünschen, wenn sich bei künftigen derartigen Veranstaltungen ein zahlreiches Publikum einfindet. Schön wäre es, wenn sich auf diese Art und Weise eine ständige Einrichtung in unserer Stadt schassen ließe. : Die westfälischen Sparkassen. Die Spareinlagen bei den westfälischen Sparkassen haben im Januar eine starke Vermehrung erfahren. Sie stiegen um 42 Millionen Darunter besanden sich 12,4 Millionen zugeschriebene Zinsen. Die reine Spareinlagenzunahme betrug mithin im Januar 1930 rund 30 Millionen gegenüber 21 Millionen reine Spareinlagenzunahme im Januar 1929. Auffallend ist, daß sich der Zugang auf die Sparkassen sehr ungleichmäßig verteilt hat, manche Sparkassen hatten fast gar keine Vermehrung zu verzeichnen. Der Sparkasseneinlagenbestand beläuft sich jetzt auf 847 Millionen. Die Scheck= und Kontokorrenteinlagen gingen um 2,9 Millionen auf 102 Millionen Mark zurück. Der Gesamteinlagenbestand bei den westfälischen Sparkassen beträgt mithin 949 Millionen Mark. An Sparbüchern wurden ca. 27.000 neu ausgestellt. Die Landesbank und das Pfandbriefamt für Hausgrundstücke. Die Bilanzsumme der beiden Institute belief sich Ende Januar 1930 auf 486 Millionen gegenüber 435 Millionen Ende Januar vorigen Jahres. Die Umsätze betrugen im Januar 751 Millionen gegenüber 788 Millionen im Januar vorigen Jahres. :. Zur Verhütung von Verkehrsunfällen. Die erhöhte Geschwindigkeit der modernen Verkehrsmittel und das Anwachsen des Kraftfahrzeugverkehrs lassen die Zahl der Verkehrsunsälle von Jahr zu Jahr steigen. Der preußische Kultusminister hat deshalb in einem Runderlaß erneut darauf hingewiesen, daß die Schule ihre Aufgabe nicht nur in gelegentlichen unterrichtlichen Belehrungen über die Verkehrsvorschriften und Verkehrsgefahren zu sehen hat, sondern sie trägt auch an ihrem Teile die Verantwortung dafür mit, daß bei den Schttlern und Schülerinnen das rechte Verständnis für den modernen Verkehr und für die Anforderungen lebendig ist, die diese an die gegenseitige Rücksichtnahme id Hilfsbereitschaft wie an die Aufmerksamkeit und Besonnenheit des Menschen stellt. ha Keine Arbeitslosenunterstützung im Krankenhaus. Die Arbeitslosenunterstützung wird nach einer Entscheidung des Spruchsenats für diese Versicherung für die Zeit des Aufenthalts im Krankenhaus nicht gewährt, wenn der Empfänger von einem Träger der Sozialversicherung zur Beobachtung in das Krankenhaus eingewiesen ist. ha Die Reichsbahn im Monat Jannar 1929 Der Personenverkehr litt im Januar unter der Erwerbslosigkeit sowie dem schlechten Geschäftsgang. Die Schnell= und Fernzüge waren nur zur Hälste besetzt, die übrigen Züge kaum in größerem Umsang. Der Wochenend=, Ausflugs= und Wintersportverkehr litt unter dem Wetter. Auch bei den Gütern setzte sich die rückläusige Bewegung fort. Im Dezember waren die Einnahmen von den Personen und dem Gepäck gegen den Vormonat um 6 Millionen auf 99,2 Millionen gestiegen, seit dem Beginn des Geschäftsjahres aber um 62 Millionen hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die Güter brachten 259,4 Millionen. Auch hier wird trotz höherer Erträge die erwartete Gesamteinheit nicht voll erreicht. Verantwortlich für Lokales, Kommunalpolitik, Feuilleton, Provinzielles, Gerichtssaal u. Sport Hans Eberhard Lex, Schwerte. Landtreis Ferichn o Iserteln. Der Fehlbetrag der Stadt Iserlohn. In der geheimen Sitzung der Stadtverorducten gab Oberbürgermeister Gertenbach einen Ueberblick über den Stand der städtischen Tinanzen. Aus den Darlegungen ging hervor, daß das verslossene Rechnungsjahr mit einem Fehlbetrag von 136000 Mark abschließt, wozu noch 40 000 Mark aus dem Wohlsahrtsctat kommen, sodaß der zu deckende Gesamtfehlbetrag sich auf 176000 Mart beläuft. Angesichts der allgemeinen Verschuldung der Städte, die in der Hauptsache durch das Anwachsen der Wohlfahrtslasten hervorgerufen wird, kann der Fehlbetrag als erträglich bezeichnet werden. Amt Westhofen l. Westhofen. Zu einer schweren Schlägerei kam es am Donnerstag in der benachbarten Gemeinde Garenseld auf dem Hofe der Landwirtin L. hierselbst. Auf dem Hofe ist eine, von ihrem Manne schon seit längerer Zeit getrennt lebende Frau bedienstet. Dieselbe wurde an dem Abend von ihrem Ehemann und noch zwei anderen männlichen Personen ausgesucht. Alle drei waren stark betrunken und verließen auf wiederholte Aufforderungen der Hauseigentümerin nicht die Besitzung. Auch die anwesenden zwei Haussöhne konnten die Eindringlinge nicht entfernen, sodaß sie schließlich Hilfe holten. Mit noch zwei anderen jungen Leuten aus Garenfeld kamen sie nach kurzer Zeit wieder. Als sie die Haustür verschlossen fanden, nahmen sie Arges an und drangen auf einem anderen Wege ins Haus ein. Hier wurden sie von den anwesenden Fremdlingen mit Wurfgeschossen(Bierflaschen usw.) empfangen. Es entstand dann eine große Schlägerei, in deren Verlauf die aus Hohenlimburg stammenden Personen blutüberströmt auf der Strecke liegen blieben. Auch auf der Gegenseite hatte es einige Verletzungen abgesetzt. Der aus Westhofen erschienene Arzt legte Notverbände an und stellte bei zweien sehr ernsthafte Verletzungen fest. 1 Geisecke. Aus dem Gemeinderat. Am Mittwochnachmittag fand eine Sitzung der Gemeindevertretung statt. Ueber die Annahme einer neuen Vergnügungssteuerordnung wurde beraten. Es lag hierzu eine Musterordnung der Amtsverwaltung vor, welche schon nach kurzer Besprechung das Einverständnis der Vertretung fand.— Für einen Gemeindeeingessenen hatte die Gemeinde vor längerer Zeit die Bürgschaft für eine Hauszinssteuer=Hypothek übernommen. Der Landkreis Iserlohn hatte sich bereit erklärt, die Bürgschaft gegen entsprechende Eintragung im Grundbuche zu übernehmen. Vertretung erklärte sich hierzu bereit mit der Maßgabe, daß die entsprechenden Kosten ebenfalls der Landkreis Iserlohn übernimmt.— Gegen die Einbürgerung des jugoslawischen Staatsangehörigen Radowan Brakus hatten die Vertreter nichts einzuwenden.— Von einem Gemeindeeingesessenen lag ein Antrag auf Gewährung eines Darlehns vor. Vertretung beschloß, dem Antragsteller bis zum 1. November ds. Is. ein solche zu gewähren.— Schon vor einiger Zeit hatte die Vertretung den Antrag gestellt, für Kraftfahrzeuge den Durchgangsverkehr durch die Gemeinde zu sperren. Diesem Antrag war aber nicht stattgegeben worden. Es wurde beschlossen, nochmals einen Antrag unter eingehendester Begründung auf Sperrung der Straße zu stellen. Amt Ergste m. Ergste. Freitod. Seinem Leben vorzeitig ein Ziel gesetzt hat in der Nacht der hierselbst wohnhafte Friseur Emil G. Der Genannte war abends noch lange in einer hiesigen Wirtschaft anwesend. Gegen 3 Uhr fand ihn sein Vater im elterlichen Hause in einer Kammer erhängt vor. Was den Unglücklichen in den Tod getrieben hat, kann nur der Mund sagen, der nicht mehr reden kann. m. Ergste. Hauptversammlung. Der hiesige landwirtschaftliche Lokalverein hält am Montag, den 24. Februar, abends um 7,30 Uhr, im Gasthof Schneider seine Jahreshauptversammlung ab. Bürenbruch. Kostümfest. Im Saale des Vereinswirts Louis Tönnis„Zur Kreuzschlenke“ veranstaltet am heutigen Abend der hiesige Briestaubenverein„Vereinte Freunde" ein großes Kostümfest mit Prämiierng. Der Feier wünschen wir einen guten Verlauf. m. Berchum. Umpfarrung. Durch Urkunde des Bischofs von Paderborn sind die Katholiken der Gemeinde Berchum von der kath. Kirchengemeinde Hohenlimburg abgetrennt und der kath. St. Marien=Kirchengemeinde in Hagen zugeteilt worden. Zeitschriftenschau Neues aus Gallspach. Der Name Gallspach ist heute in aller Munde. Aufs tiesste verehrt, bewundert, geliebt und heftig angegrifsen, als Wunderarzt, Helfer der Menschheit, Kurpsuscher bezeichnet, hat Valentin Zeileis dem kleinen österreichischen Ort bei Wels zur Berühmtheit verholfen. Mit seinem Sohn, Dr. med. F. Zeileis, und einem Stab von ärztlichen Helfern hat Zeileis in Gallspach das größte Strahleninstitut der Erde errichtet. Mit amerikanischer Geschwindigkeit hat sich der Ort in einen von Neubauten, Hotels, Unterkunftsstätten aller Art besäten Aurort verwandelt. Die Münchener Illustrierte Presse bringt in ihrer neuesten Nummer zum ersten Male eine große Reihe von Abbildungen über das neue Gallspach, seine neuen großen Bauten. Dem Photographen Wolfgang Weber ist auch ein vorzügliches Bild der beiden Zeileis— die sich bekanntlich nicht photographieren lassen— auf dem Gerüst des Neubaues gelungen. Esitesdienste am Sonntag, 23. Februar Evangelische Gottesdienste. Große Kirche: 9,30 Uhr P. Kleinemeyer, 11 Uhr Kindergottesdienst. Kleine Kirche: 5 Uhr P. Ohlig, Ev. Krankenhaus: 8,30 Uhr P. Kleinemeyer, Geisecke=Lichtendorf: 9,30 Uhr P. Ohlig. 7 Uhr Gemeinschaftsstunde. Vereine und Veranstaltungen. Montag 8 Uhr Kirchenchor. Dienstag 8 Uhr Gustav=Adolf=Frauenverein. Donnerstag 8,15 Uhr Vorbereitung. Evangelischer Verein junger Männer. Sonntag 2 Uhr Jungschar, 4 Uhr Jugendabteilung, 6 Uhr Konzert. Dienstag 8 Uhr Turnen, Donnerstag 8,30 Uhr Posauhenchor, Freitag 8,30 Bibelbesprechung, Samstag 8 Uhr Unterhaltungsabend. Vereine der Frauenhülfe. Donnerstag 2 Uhr Verlosung. Freitag Grüntal. Evangelischer Verein junger Mädchen. a) Schwerte. Sonntag 6 Uhr Abt. 1 und2, Dienstag 8 Uhr Abt. 1, Mittwoch 7,30 Uhr Abt. 2. b) Schwerterheide. Sonntag 3 Uhr Vereinsstunde. c) Villigst. Sonntag 3 Uhr Vereinsstunde. Bibelkreis der Schüler höherer Lehranstalten. Mittwoch 5 Uhr jüngere Abt., 6,30 Uhr ältere Abt. Evangl. Mission Schwerte, Kuhstraße 7. Sonntag 8 Uhr früh Blaukrenzstunde, 11 Uhr Sonntagsschule, 4 Uhr Bibelstunde, 8Uhr abends Jugendbund. Mittwoch 8,30 Uhr Gebetstunde. Donnerstag 8,30 Uhr Gemischter Chor. Freitag 8 Uhr Blaukrenzverein. ist eine Wohltat für den Körper. Und wie schön ist immer das Aussehen, einerlei ob weil) oder tarbig. Prischduttend, sauber und hygienisch einwandfrei, das ist das Wierkmai der Persilwäsche! Katholische Gottesdienste. 6 Uhr: Stille hl. Messe Pater Schnurbus. 6,30 Uhr Frühniesse mit Predigt Monatskommunion der Jungfrauen und der schulpflichtigen Kommunikanten. 8.45 Uhr: Schulmesse mit Predigt, Vikar Schleep. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2,30 Uhr Andacht. 4,30 Uhr: Andacht für die Jungfrauen in der Krankenhauskapelle. An den Werktagen sind in der Pfarrkirche drei hl. Messen: 6,30, 7,20 und 7,45 Uhr. In der Krankenhauskapelle ist eine hl. Messe 6,30 Uhr. Geisecke. 7,15 Uhr Stille hl. Messe mit Predigt Vikar Winter. Westhofen. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vikar Winter. Holzen. 9,30 Uhr: Hochamt mit Predigt Pater schnurbus. Lichtendorf. 7,30 Uhr Frühmesse mit Predigt. Gemeinschaftliche hl. Kommunion der Mütter. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. Türkollekte für die Heizung. 2,30 Andacht. Mittwoch und Freitag nachmittag 3 Uhr Vorbereitungsunterricht für die Erstkommunikanten in der hl. Geist=Schule. Ein auswärtiger Redner wird uns heute abend um 6,30 Uhr bei Mark einen Lichtbildervortrag über Rom halten. Hierzu wird freundlichst eingeladen. Was hören wir im Rundfunk? Sonntag, den 23. Februar 1930. 07,00: Morgenkonzert. 08,10: Selbstverteidigungskursus.(Dr. Ludwig Bach). 08,30: Für den Landwirt. 09,00: Uebertragung des Geläutes von St. Gereon. 09.05: Katholische Morgenseier. 10,15: Besuch am Krankenbett. 11,00: Fritz Worm:„Wert und Ehre deutscher Sprache". 11,25: Dr. Friedr. Schreyvogel:„Dichtungen". 11,50: Pan=Amerika als Geschichte und Zeitgedaute.„„ 9 12,30: Prof. Oskar Wappenschmiot:„Die Tonart als architektonisches Kunstmittel in der Oper Mozarts". 13,00: Mittagskonzert. 14,30: Mitteilungen der Interessengemeinschaft Westdeutscher Funivereine. 14,50: Schachsfunk. 15,15: Fertigkeitsprüsung für Kurzschriftler. 15,40: Pros. Oskar Wappenschmidt:„Die Tonart als architektonisches Kunstmittel in der Oper Mozarts“. 16,10: Der Arbeiter und das Gedicht.“ 16,30: Vesperkonzert. 17,30: Tr. Tolittles Abenteuer„Die Orchesterprobe.“ 18,25: Hans Müller=Schlösser:„Spaß an die Freud!“ 18,50: Sportvorbericht. 19,00: Tanzstunde für Fortgeschrittene. 19,30:„Die Hochzeit des Figaro". Komische Oper in vier Aufzügen. Anschließend letzte Meldungen, Bericht über das geistige Leben, Sportdienst. Danach bis 24 Uhr Nachtmusik und Tanz. Montag, den 24. Februar. 06,45; Leibesübungen. 07,00—08,00: Morgenkonzert(Schallplatten). 10,15: Schallplattenkonzert. 10,30: Tagesdienst, Wasserstandsmeldungen. 11,15: Schulfunk für Volksschulen. 12,10: Schallplattenkonzert. 12,50: Wetterdienst. 12,55: Nauener Zeitzeichen, Tagesdienst. 13,05: Mittagskonzert. 15,00: Kinderspielstunde(Els Vordemberge). 15,30: Wirtschaftsdienst. 16,20: Frauenstunde. 16,45: Jugendsunk(Rektor Simon). 17,30: Vesperkonzert. 18,30: Elternstunde. 18,50: Vom Tage. 19,00: Wirtschafts=, Wetter= und Sportdienst. 19,15: Spanische Unterhaltung. 19,40: Die Stunde des Arbeiters. 20,00: Abendmusik. 21,00: Brettl von gestern und heute. Verbinende Zwiegespräche von Hans von Wolzogen. Eva Gottgetreu(Rezitation und Gesang). Lisbeth Engels=Neumann(Lieder zur Laute). Anschließend: Letzte Meldungen, Bericht über das geistige Leben und Sportbericht. Danach bis 24,00: Nachtmusik und Tanz. sport=Vorschau Hiesigen ist dies ein schwer.e um tounten doch die Dröscheder in Schwerte 2:0 gewinnen. Wie wird es am Sonntag? Spielen die Alemannen wie gegen Hennen am letzten Sonntag, so wird es ihnen nicht schwer fallen, den Sieg und 2 Punkte mit nach Hause zu bringen. Doch dürsen die Dröscheder nicht zu leicht genommen werden, denn diese spielen auf heimischem Gelände und stellen in jeder Beziehung eine kampfesmutige Elf. Die 2. Mannschaft der Alemannen spielt ebenfalls in Dröschede, um der dortigen 2. Mannschaft das Rückspiel zu liesern. Im ersten Spiele waren die Hiesigen mit 7:1 siegreich. Ob am Sonntag das gleiche Resultat herausgeholt werden kann, muß abgewartet werden. Film Deutsche Turnerschaft Handball „Teutonia“, Westhofen 1— Vorhalle 1. Westhofen will am kommenden Sonntag seinen vielen Anhängern etwas bieten. Es hat darum die Mannschaft des Turnvereins Vorhalle zu einem Freundschafts=Spiel auf eigenem Platze auf dem Bruch verpflichtet. Vorhalle ist eine gute Mannschaft und wird den Westhosern das Spiel streitig machen. Es ist deshalb mit einem spannenden Kampf zu rechnen, der die vielen Handballfreunde voll auf ihre Kosten kommen lassen wird. Die Skiabteilung des Vereins„Teutonia“ fährt morgen früh(Sonntag) um 6,17 Uhr zum Winterberg. Mitglieder und Freunde dieses Sports, die mit zum Winterberg wollen, können sich heute abend im Vereinslokal Fritzenkötter beim Turnbruder Fritz Höbrink melden.— Fußbel? Alemannia 1.— Dröschede 1. Alemannias 1. Elf muß Sonntag zum fälligen Meisterschaftsspiel nach Dröschede. Für die Das Programm, das augenblicklich in den Lichtspielen zur Reichkrone gezeigt wird, kann man mit vollem Recht als gut bezeichnen. Reinhold Schünzel, ein immer wieder gern gesehener Filmschauspieler und die nicht minder beliebte und bekannte Grete Reinwald sind in dem Kriminaldrama„Kolonne K“ Träger ausgezeichneter und schwieriger Rollen. Die Handlung ist reich an einer inneren und tieferen Spannung und führt in Verbrecherkreise der Unterwelt ein, die Einbrüche usw. auf dem Kerbholz hat und der Robert (Reinhold Schünzel) Führer ist. Jedoch die Liebe zu einem Mädchen vermag es, ihn wieder auf den rechten Weg zu bringen und im Hafen der Ehe findet er dann das ersehnte Glück. „Die Rache des Verlassenen“ ist ein Schmuggler=Film aus dem Wilden Westen, der Anspruch auf erhöhte Sensationen erheben kann und der eine besondere Note dadurch erhält, daß in der Hauptrolle der Wunderhund„Dynamit“ ein famoser Filmstar ist. Die ausgezeichnete Dressur eines Hundes wird hier in bester Weise vor Augen geführt und es ist erstaunlich, mit welchen Rafinessen sich hier alles abwickelt.— Ein anerkannt gutes Beiprogramm süllt den Abend auf das Beste aus. Weißes Gold ist der Untertitel für die bevorstehende Weiße Woche des Hauses Blank in Hörde. Wenn die Schausenster ihre Pracht enthüllen, werden alle, die es sehen, Ausrufe freudigen Stannens nicht zurückhalten können. Weißes Gold ist Baumwolle! Und dieser Wanmwolle gilt die beachtenswerte Veranstaltung. Weißes Gold— so wird es morgen in aller Munde klingen! Morgen fallen die Vorhänge der Schaufenster und das weiße Gold wird sich in vielerlei Gestalt dem Auge darbieten. Hausfrauen, nehmt Eure Männer mit, es wird sich bestimmt lohnen. Schwarzes Gold— die Steinkohle. Weißes Gold die Baumwolle. Eines so wichtig wie das andere. Die Firma Blank in Hörde zeigt in ihrer Weißen Woche Weißes Gold, in staunenswerten Mengen. Man komme und freue sich an der Schönheit und an der Billigkeit der gezeigten Ware. * 0 ROMAN VON ERRECHTSCHUTZ DURCH VERLAG OSKAR MIEISTER WERDAU SA. 58.* (9 Fortsetzung.) Er hatte Mißtrauen. Am Ende kam sie nicht, sondern die Mutter oder der Vater. Und für ihn stand es jetzt bombenfest, er wollte sich durchsetzen, nicht schlapp machen. Er führte Elli in eine dunkle Nebenstraße und ging mit ihr hin und Elli erwartete, daß Männe ihr sein Leid klagen würde, aber sie wartete vergebens, denn Männe war nicht für das Wehklagen. Er fragte sie nach allem aus, was sich zu Hause begab und zuletzt fragte er sie, ob sie Geld habe. „Nur das, was mir der Schlächter auf den Zwanzigmarkschein herausgegeben hat. Davon kann ich dir nichts geben. das würde die Mutter merken." „Gib mir zehn Mark. Elli. Du kannst sagen, du hättest den Schein verloren.“ Sie erschrak heftig. „Was denkst du von mir, ich werd’ doch nicht lügen!“ „Du wirst deinen leiblichen Bruder lieber auf der Straße lassen. Ich habe letzte Nacht schon kein Dach überm Kopf sehabt.“..., Muamn T, sir Elli traten wieder Tranen in die Augen. Sie offnete ihre Hand. die das Geld krampfhaft hielt und streckte sie Männe hin und sagte: „Nimm— ich kann Mutter dann sagen, man hat es mir geraubt.“ „Gewiß, so machen wir's— wenn es dein Gewissen beruhigt. Heul nur gehörig dabei, dann wird man es dir schon glauben...„. 2112 444 m... Sie trennten sich. Manne hatte achizeyn Marr in der Tasche und Elli ein schweres Herz in der Brust. Elli hatte Glück. Die Mutter war stark beschäftigt, als sie den Laden betrat. Als sie sich ihr nähern wollte, um von ihrem erlogenen Mißgeschick zu berichten, sagte die Mutter, ohne das Geld sehen zu wollen: „Leg das Geld, was du wiederbringst, in die Kasse, Elli, und hilf mir dann Torte aufschneiden.“ Das war eine Rettung. In der Kasse lag viel Geld. Es wurde nach Schluß des Geschäftes gezählt. Vielleicht würde es der Mutter heute etwas wenig vorkommen, aber ob nun gerade ihre achtzehn Mark daran fehlten, das konnte sie nicht wissen. Elli arbeitete heute so fix, wie noch nie. Sie hatte es nötig, um ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen. Tante Flora war zum Besuch bei ihnen, sie saß mit Herrn Spangenberg zusammen— hatte auffallend rote Wangen und leuchtende Augen. Elli sah häufig zu ihr hin. Es wunderte sie, denn so hatte sie die Tante noch nie gesehen. Die Mutter trat oft an Floras Tisch, sprach mit ihr und Herrn Spangenberg und zwar sehr liebevoll. Nach Schluß des Geschäftes, als alle Gäste bis auf Spangenberg und Flora gegangen waren— setzte die Mutter sich zu ihnen......6 Ei3 mm r.4 Elli hielt sich in der Nahe der brei aus. Sie wollte doch zu gern hören, was sie sprachen. Der Vater kam auch noch hinzu und sie hörte, wie die Mutter fragte: „Na, was ist, wird Herr Spangenberg die Sache machen: Sie nickte und Herr Spangenberg sagte: „Ich will versuchen, was sich machen läßt. Man tut, was man kann. Schaffen werd' ich es bestimmt— so oder so. Wie das nun schon ist— bei solchen Sachen kann man auf alles Mögliche gefaßt sein. Sie wissen, ich bin ein Mensch von großer Erfahrung und alle Hintertüren sind mir bekannt Durch eine von diesen werden wir schlüpfen— das ist sicher. Fragen Sie in der Nachbarschaft herum, wie viel Menschen ich schon aus elenden Gefängnissen befreit, wieviele ich vorm sicheren Untergange bewahrt habe. Ich bin kein studierter Mann, mein Wissen verdank ich mir allein. Und dieses Wissen stelle ich der armen geknechteten Menschheit zur Verfügung. Meine Stärke sind Gnadengesuche. Wenn alles versagt, greife ich zu ihnen. Damit habe ich es noch immer geschafft. Dafür bin ich in der ganzen Gegend bekannt. Frau Jamradt, Sie wissen es, mein Rechtsbüro hat einen Weltruf.“ Hanne nickte. In der Tat rühmte man Spangenberg nach, daß er jede Schlinge löst, selbst wenn diese schon fest um den Hals des Sünders liegt. Spangenberg tat einen tiefen Zug aus seinem Glase, setzte es auf den Tisch zurück, wischte sich mit dem Handrücken die Feuchtigkeit aus dem buschigen Schnurrbart, sah Flora lächelnd an und sagte „Also keene Bange nich, Kurt Spangenberg wird die Sache deichseln. Daß sie knifflich ist, darf ich Ihnen nicht verschweigen und dennoch—“ Er sah von einem zum andern Karl Jamradt fand, daß, was Spangenberg verzapfte, ziemlich konfuses Zeug war. Sein Blick suchte in dessen Gesicht. Hanne hatte es als klug bezeichnet, er fand keinen Schimmer von Intelligenz darin. Rund. rot und stupid war es. Nur in den kleinen blauen Augen blitzte zuweilen Verschlagenheit auf. Er begriff Flora nicht, die mit entzücktem Blick an diesem vulgären Gesicht hing. Sich in Spangenberg zu verlieben, war ichon eine Verirrung. Er war nicht mehr jung, war mittelgroß und dick. Seit etwa einem Jahr war er Witwer und hatte vier Kinder. Während seiner Witwerschaft hatte er sieben Wirtschafterinnen gehabt. Jetzt wollte er heiraten. Flora schien Lust darauf zu haben, die Nachfolgerin Frau Spangenbergs und der sieben Wirtschafterinnen zu werden. Nun, mochte sie! Flora erinnerte sich daran, daß sie nach Hause gehen müsse und Spangenberg erbot sich, sie zu begleiten. Hanne reichte ihm beim Abschied die Hand und versprach, morgen Vormittag in seine Kanzlei zu kommen. „Kommen Sie möglichst zeitig, Frau Jamradt, Sie wissen. ich habe großen Zulauf von kleinen Leuten.“ Es war so. Seine Klienten schworen auf ihn, Hanne hatte Wunderdinge von ihm gehört. Karl Jamradt sagte, nachdem Spangenberg und Flora das Lokab verlassen, zu seiner Frau:„Hanne, der Kerl ist ein Idiot.“ Sie kamen deshalb heftig aneinander, und Hanne vergaß in der Hitze des Gefechtes ihre Kasse zu zählen. Sie gingen alle drei in die Wohnung. Die Jungens schliefen schon. Man mußte darauf Bedacht nehmen und sich still verhalten, um sie nicht zu stören. Elli kroch in ihr Bett, fröstelnd vor innerer Erregung. Die Mutter kam in ihre Stube, stopfte das Federbett fest um ihren zarten Körper und sagte: „Ach Gott, wenn ich doch mit Sicherheit wüßte, daß Männe diese Nacht auch ein warmes Bett hat.“ Elli legte ihre Arme um den Hals der Mutter und tröstete: „Sicher, Mutter, ganz sicher.“— Eine Träne fiel auf ihr Gesicht, die die Mutter geweint.—„Er wird bei seinem Freunde Trossin sein, ich fühle es ganz deutlich.“ Die Mutter hoffte es und sagte ihr gute Nacht. Ellis schlechtes Gewissen schwieg nun völlig. Es war doch gut, daß sie Männe das Geld gegeben hatte. Nun hatte er doch wirklich für die Nacht ein warmes Bett. Morgen abend sprach sie ihn wieder. „Harry Lucius— Donnerwetter, das ist ein Name, mit dem allein läßt sich schon etwas machen,“ sagte Männe zu Jenny Er saß wieder mal bei ihr in der engen Stube. Sie waren beide damit beschäftigt die Briefe durchzusehen, die auf das Inserat eingetroffen, das Männe aufgegeben. „Harry Lucius, was meinst du dazu?“ Männe sah Jenny an, sie zog langsam die Schultern hoch, sentte sie rasch.., Lshinter ist2“ „Der Name klingt gut, aber oo was bählnkelis?“ „Von Kapital schreibt er nichts, dagegen schreibt hier ein Anton Schieber, er bietet Kapitaleinlage. Sein Angebot ist verlockend. aber kann man sich mit einem Menschen assozieren, der Schieber heißt?“ 5. „Warum nicht? Was hat das zu sagen, wenn der Inhaber einer Firma Schieber heißt, es gibt unzählige deren Inhaber sogar„Schieber“ sind und diese machen die besten Geschäfte. u6 uns ma nacthenken.— 8ch „Da hast du recht. Nun laß uus nic nachbenten.— Ich hab's schon. Wir schreiben beiden. Natürlich mit der Maschine, das macht sich kaufmännischer, als mit der Hand. Das besorgst du morgen im Kontor und schickst dann gleich die Briefe weg. Bestellen können wir beide Anwärter in die Neue Friedrichstraße und zwar zu übermorgen zwischen drei und fünf Uhr nachmittags. Dann werd' ich im Kontor sein. Meine Großmutter und meine drei Onkel sind übermorgen aus. Elli, die ich gestern abend sprach, erzählte es mir.— Flora hat sich verlobt.“ „Ach wirklich! Mit wem denn?“ „Mit einem älteren Herrn in den besten Jahren. Seinen Namen habe ich vergessen. Er ist ja auch Nebensache. Für uns ist Floras Verlobung so was wie'n Glücksfall, denn ohne sie hätte ich keinen Zutritt zum Kontor gehabt. Du wartest natürlich auf mich. Meine Großmutter hat die ganze Familie zu sich zum Kaffee geladen. Ich schätze, dein Bruder und meine zwei anderen Onkel werden nicht vor dem Abendessen das Haus der Schwiegermutter verlassen.“ Jenny glaubte das auch. Denn die drei waren praktische Leute. Der Tag kam. Alles klappte. Die Luft im Kontor war rein. Männe erwartete Lucius und Schieber. Lucius kam als erster. Er war jung, etwa in Theos Alter. Er hatte ein offenes Gesicht mit lachenden Augen, die Vertrauen einflößten. Geld hatte er keins, aber sehr viel guten Willen. So manche Enttäuschung hatte er erlebt, das gestand er lächelnd ein. Niederdrücken ließ er sich davon nicht. Er ging auf alles ein, was Männe vorschlug, wie Menschen, die nichts haben, es zu tun pflegen. Man war entschlossen. Anton Schieber mit seinem Kapital in die Firma aufzunehmen, noch ehe man ihn gesehen hatte. Anton Schieber kam auch. Er war ein dicker Mann in den mittleren Jahren mit unangenehmem Gesicht. Er sah sich mißtrauisch im Kontor um und fragte dann Männe: „Gehört das Geschäft Ihnen?“. g.— im ga 8. „Nein. Aber Geschäftsräume habe ich hier im Hause Das Geschäft, das Sie hier sehen, gehört meinem Onkel. Bis vor zwei Jahren war mein Großvater Inhaber, der gestorben ist. Er hat die Firma einmal begründet. Sie besteht seit über dreißig Jahren. Mein Großvater war ein sehr tüchtiger Mann.“ g. Jum Auf Schieber machte diese Lovesyynine wenig Einoruck. Der Mann war tot, was redete man noch über ihn. Außerdem hatte Schieber die Erfahrung gemacht, daß die tüchtigsten Großväter oft die untüchtigsten Enkel haben. Er forderte Männe auf, ihm von seinem eigenen Unternehmen zu sprechen,„„ 554 „Sie sagen in Ihrer Annonce, Ihr unternehmen bringt viel Geld. So was lockt. Ich bin begierig zu hören. Männe sagte kleinlaut: „Ich will es erst gründen, das Geschäft, Herr Schieber.“ Anton Schieber kratzte sich seinen dicken Schädel, kniff seine kleinen Aeuglein ein und sagte: „Schon oberfaul.“ Männe erhob sich ruckartig, womit er auszudrücken wünschte: mein Herr, unsere Unterredung ist beendet.— Aber Schieber verstand sich nicht auf Zeichensprache, er lehnte sich in Theos Ledersessel zurück, kaute die Spitze seiner Zigarre ab und sagte dann langsam:„„ 1 „Jedes neue Unternehmen ist ein Wagnis. Das Kapital, das man für eine Neugründung riskiert, ist von vornherein bedroht.— Junger Mann, reden Sie nicht dagegen. Es ist so. Ich habe Erfahrung darin. Kommen Sie mit einer neuen Idee und ist sie gut— ist sie originell— und schön, damit ist noch immer was zu machen. Der Handel mit Altpapier ist weder neu noch schön. Für'n jungen gebildeten Menschen, wie sie es sind, gibt's Besseres. Nu, Sie müsser, wissen, was Sie zu tun haben. Ich wünsch Ihnen viel Glüe dazu. Mein Kapital riskiere ich nicht, jedenfalls nicht eher bis ich was seh. Fangen Sie die Sache an. Geht sie, bin je nicht abgeneigt.“ Männe lachte kurz auf. „Dann brauch ich Sie nicht, das könnten Sie sich doch selbst sagen. Schieber zuckte die Achseln. „Warum sollt ich mir das sagen? Es wäre dumm— genau so dumm, als riskierte ich mein Geld ohne Deckung. Bietet sich Ihnen Gelegenheit, ein gutes Geschäft zu machen, dann bin ich bereit mitzumachen. Sehen Sie sich um, wo Sie einen Waggon Papier kaufen und mit gutem Aufschlag absetzen können und kommen Sie danach zu mir. Sie brauchen mich nicht zu bitten um Geld, Sie brauchen bloß zu sagen: Schieber, da ist was zu machen. Es muß nicht gerade Altpapier sein. Auch für jedes andere Geschäft, vorausgesetzt, daß es Geld bringt, bin ich zu haben.— Wir leben in einer harten Zeit Will man nicht verhungern, muß man alles machen. Man kann sich die Geschäfte nicht mehr aussuchen— man muß jedes machen.—„Jedes“ ist ein bißchen zuviel gesagt,— solche zum Beispiel, die einen in Ungelegenheiten bringen, sind gänzlich ausgeschlossen. Für mich, Herr, gänzlich ausgeschlossen.„.. Er erhob sich, kniff die Augen ein, sah Männe grinsend an. Der wollte auffahren, aber Schieber hob die Hand. „Ruhig Blut, junger Mann.“ Ich habe mich als vorsichtiger Mann hier im Hause und in der Gegend nach dem Inhaber der Firma Klose erkundigt. Sie können nichts dafür, was Ihr Onkel gemacht. Es wäre ja noch besser, wenn man auch noch für das Treiben seiner Onkel verantwortlich gemacht werden sollte!“ Männe war kreideweiß geworden, seine Augen traten aus den Höhlen, den Kopf vorgestreckt, trat er einen Schritt auf Schieber zu. „Was wollen Sie von mir?“ fragte Schieber,„ich sage ja nichts gegen Sie— ich bin'n einsichtsvoller Mensch. Ich will jedes Geschäft mit Ihnen machen, verstehen Sie— jedes!" Er sprach, daß sein Speichel sprühte. In seinen Augen Ruhe, junger Herr, kann man alles, damit kommt man weiter. Alles mit der Ruhe!" Er sah sich wie Hilfe flehend nach Lucius um, der mit dem Rücken am Fenster gelehnt dastand. Männe holte tief Atem. Sein Zorn verebbte. „Scheren Sie sich zum Teufel!“ sagte er. „Warum sollt ich! Hören Sie zu, weisen Sie nicht von der Hand, was ich Ihnen vorschlage.“ Lucius mischte sich in die Verhandlung: „Herr Jamradt, überlegen wir es uns doch.“ Schieber nickte ihm zu, sah dann Männe an und sagte: „Der Mann hat recht. Man muß immer erst reiflich überlegen, ehe man einen Vorschlag von der Hand weist. Was hätten Sie für'n Schaden, wenn ich Ihnen das Geld für Ihre Geschäfte vorstreckte, was verdient wird, teilen wir.“ Männe war jetzt ganz ruhig, er sagte: „Es ginge in drei Teile.“ „Was heißt drei Teile? Wir beide machen Kippe.“ „Ich werde mit dem Herrn zusammen arbeiten,“— er wies auf Lucius „Nu gut, was sollen Sie nicht mit dem Herrn arbeiten, Sie müssen ja wissen, ob es lohnend für Sie ist.“ Er faßte in seine Brusttasche, zog ein dickes Portefeuille hervor, entnahm diesem eine Karte, die er Männe reichte. Dieser las: Anton Schieber, Kommissionär und Verkaufsvermittler— Anklamer Straße 12, Telefon Norden 2436.“ „Sehen Sie, ich habe mein Geschäft, ich brauch kein neues zu suchen und doch horch ich herum, wo was zu machen ist.“— sagte Schieber schon wieder ganz fröhlich lächelnd. „Es war Ihnen also gar nicht ernst mit der Beteiligung? Hören Sie mal, das ist aber stark, wozu halten Sie mich auf. Sie sind ein Horcher. Schieber zuckte die Achseln und antwortete gleichmütig: „Nennen Sie's wie Sie wollen, ich nehm' es Ihnen nicht übel. Und daß ich geschnüffelt, dürfen Sie mir auch nicht übelnehmen. Dem schlafenden Löwen läuft kein Wild in den Rachen.— Ich habe die Ehre meine Herren.“ Er neigte den Kopf nach zwei Seiten und neri:“ das Zimmer Männe folgte ihm. Im Vorhaus flüsterte Schieber ihm zu: „Wenn Sie mal was verkaufen wollen— Partiewaren, alte Anzüge— ich kaufe alles, mache überhaupt jedes Gechäft“ g.s, Jhn mit A. Männe verspurte heftige Lust, iyn mit einem Tritt in den Hintern die Treppe herunter zu befördern, unterdrückte aber diese Lust. Er berührte sogar die Hand, die Schieber ihm hinstreckte, die feucht, kalt und klebrig war. Er hatte das Gefühl, als hätte er eine Padde berührt.(Fortsetzung folgt.)