OEERTUR Die„Schwerter Jeitung“ erschemt wöchentlich sechs mal. Bezugspreis baldmonatlich 1.20 Maik, Einzeinummet 13 Pfg. Dauck u. Veragoon C. Braus, Schwerte(Rudr), Posscheckkouten: Dorknund 2632 und Hannover 21 874. Geschästestele: Großze Marhstr. 3—3 Verantworlich für die Schrifbeitue H. Limner, Schwerte. Hermrus 2r70 Verbunden mit: Schwerter Tageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung Schwerter Volksblat: Westhofener Zeitung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung Papiorprens fü de chtziget mmnene e Plo, Anamsr. üige, fingngamtliche u. gerichtliche Anzeigen 10 Pfg., Lekamezeile 40 Pf, Zur teieson, ausgegedene Onserate üdernehmen wir keine Gewädi Bei unvordergesehn. Beiriedestbrungen, hervorgarusen durch dodere Gewalten, üderwdmen wie heinarten Gewäde füir püaktliches Erscheinen der Jeitung u. kam auch keinerte Anspruch auf Schadenersad oder Nachlieserung erboden werden für die Siadi Schwerie und das Ann Westhofen S Kreidoirn für den nordiichen Ten des Lunbrreises Iferiohn u Nr. 43(Erstes Blat) Neues in Kürze. Austritt Rippels aus der Deutschnationalen Volkspartei. wtb. Dortmund, 19 Febr.(Tel.) Der frühere Reichs= und Landtagsabgeordnete Rippels(Hagen), der seit Gründung der Deutschnationalen Volkspartei den Landesverband Westfalen als Vorsitzender geleitet hat, hat den Vorsitz niedergelegt und ist aus der Deutschnationalen Volkspartei ausgeschieden. Preußischer Staatsrat. vdz. Berlin, 19. Febr.(Tel.) Der preußische Staatrat nahm in seiner Mittwochsitzung den Verwaltungsbericht der preußischen Staatsbank zur Kenntnis. Die Vorlage, die die Gewerbesteuer um ein weiteres Jahr verlängert, wurde mit einer Bestimmung, wonach die Anrechnung des nachgewiesenen vorjährigen Gewerbeverlustes auf den Gewerbeertrag zugclassen wird, gegen die Kommunisten angenommen. Auch gegen die Verlängerung der Hauszinssteuerverordnung und der Grundsteuer wurden Bedenken nicht erhoben. Wieder Friede im Berliner Krastdroschkengewerbe. wtb. Berlin, 19. Febr.(Tel.) Nachdem gestern im Konflikt im Droschkengewerbe ein für beide Parteien bindender Schiedsspruch zustandegekommen war, ist der Konflikt und Streik im Kraftdroschkengewerbe nunmehr beigelegt. Bereits heute früh ist in den meisten bestreikten Betrieben die Arbeit wieder ausgenommen worden. Beschuldigungen gegen den deutschen Wahlkonsul auf Madeira. cnb. Berlin, 19. Febr.(Eigene Meldung.) Zu der Meldung einer Berliner Zeitung, der zufolge der deutsche Wahlkonsul in Funchal auf Madeira dem Besitzer eines Hotels sechs deutsche Hotelangestellte unter Vorspiegelung günstiger Arbeitsverhältnisse zugeführt habe, erfahren wir von zuständiger Stelle, daß dieser Vorfall bereits auf anderem Wege in Berlin bekanntgeworden ist. Die Gesandtschaft in Lissabon ist sofort ersucht worden, eine strenge Untersuchung des Falles einzuleiten. Wenn sich die Angabe als richtig erweist, wird das Auswärtige Amt selbstverständlich die unvermeidlichen Konsequenzen ziehen. Die Heimreise der Byrd=Expedition. wtb. Neuyork, 19. Febr.(Tel.) Wie Neuyork Times, die St. Louiser Post Dispaich und andere Blätter berichten, hat der Expeditionsdampfer „City of Neuyork“ heute das Lager der ByrdExpedition in der Walfisch=Bay erreicht, und es wurde sofort mit dem Einladen begonnen. Man nimmt an, daß die Heimreise noch heute angetreten wird. Im Dunkeln erschossen. Attentat auf einen Bergwerksdirektor. wtb. Quedlinburg, 20. Febr.(Funkspruch.) Der Direktor der Kohlengrube„Nachterstedt“, Kramer, wurde gestern gegen 8 Uhr abends, als er aus seinem Hause trat, im Garten von einem Unbekannten in der Dunkelheit erschossen. Es war bereits vor einiger Zeit auf den Direktor ein ähnliches Attentat versucht worden. Man vermutet einen Racheakt. K Schwerte(Pachel,=Donnerstag, den 10. Jehrnar 1900 Die Imunzverhandiungen=Teendel. Das Finanzministerium arbeitet die Vorlage aus. Anfang nächster Woche Kabinettsberatung. vdz. Berlin, 20. Febr.(Tel.) Die Verhandlungen des Reichsfinanzministers mit den Finanzpolitikern der Regierungsparteien im Reichstage wurden am Mittwochabend nach mehrstündigen Beratungen abgeschlossen. Die Deckungsvorschläge des Finanz= ministers wurden eingehend besprochen und z. T. auch neue Vorschläge von den Parteien gemacht. Wie das VD3=Büro hört, handelte es sich nur um informatorische Besprechungen; der Reichsfinanzminister wollte, nur die Meinung der Parteien ausführlich kennen lernen. Nachdem das jetzt geschehen ist, wird das Finanzministerium eine Deckungsvorlage ausarbeiten und dem Kabinett zur Beschlußfassung unterbreiten. Die Parteien werden sich, sobald das Kabinett diese Vorlage sanktioniert hat, zu entscheiden haben, ob sie diese Vorlage annehmen wollen oder nicht Interfraktionelle Besprechungen der finanzpolitischen Sachverständigen werden daher in den nächsten Tagen nicht stattfinden. Ueber Einzelfragen der verschiedenen Etats wird jedoch zwischen den Regierungsparteien weiter verhandelt. Auch über die Sauierung der Arbeitslosenversicherung wird weiter verhandelt. Die nächste Besprechung darüber mit den Parteivertretern werden der Reichsfinanz= und der Reichsarbeitsminister am Donnerstag haben. enb. Berlin. 20. Febr.(Eigene Meldung.) Der Reichsfinanzminister hat gestern abend die informatorischen Besprechungen mit den Finanzsachverständigen der Fraktionen über die Steuerfragen abgeschlossen. Am heutigen Donnerstag wird noch einmal über die Arbeitslosenversicherung gesprochen werden und dan betrachtet der Finanzminister auch diese Verhandlungen als beendet. Er ist der Ansicht, daß diese Besprechungen geuug Material für die Ausarbeitung der Entwürfe geliefert haben und daß es deshalb keinen Zweck hat, die Verhandlungen noch ins Endlose weiterzuführen, zumal da die Meinungen der Fraktionen doch auseinandergehen. Der Finanzminister hofft, die Vorlage bereits Anfang nächster Woche im Kabinett einbringen zu können. In der heutigen Sitzung des Reichskabinetts werden nur noch kleine Einzelfragen des Haushalts erledigt, die in der letzten Nachtsitzung nicht mehr abgeschlossen werden konnten, aber kaum noch Schwierigkeiten machen dürften. Somit ist also das bisherige Stadium der Finanzverhandlungen abgeschlossen. In politischen Kreisen begrüßt man es, daß der Finanzminister und überhaupt das Kabinett nun wieder die Initiative ergreisen und die Parteien mit den Vorlagen vor die Frage stellen werden, ob sie dem Reich die Mittel bewilligen wollen, die zu seiner Sanierung notwendig sind, und ob sie der Wirtschaft die Aussichten einer späteren Steuersenkung eröffnen wollen, die der Reichsfinanzminister zur Ueberwindung der Vertrauenskrise der Wirtschaft für unerläßlich hält. Die Verhandlungen mit den Fraktionen boten in der Tat nach der im Reichstag allgemein herrschenden Auffassung kaum noch weitere Aussichten auf eine Einigung. Man weiß, wie stark die Gegensätze in der Arbeitslosenversicherung sind. Die ErPhöhung der Umsatzsteuer wird von den verschiedensten Seiten abgelehnt. Beim Projekt eines Notopsers handelte es sich um die zwei Fragenkomplexe: 1. einmalige Erhöhung der Einkommensteuer durch einen Zuschlag, 2. Erhebung eines Beitrages von den Festbesoldeten oder nur von den Beamten. Praktisch lieje dieses Projekt auf eine Kürzung der Beamtengehälter hinaus. Der Reichsfinanzminister sieht in dem Wort Notopfer nur eine verschämte Umschreibung einer Erhöhung der Einkommensteuer, die er entschieden bekämpft hat, weil sie im Gegensatz zu dem Finanzprogramm vom Dezember steht, dessen Grundgedanke die Verminderung der direkten Steuern aus den Ersparnissen des Youngplanes war. Der Reichsfinanzminister hat in seinem Widerstand gegen dieses Projekt aus den Reihen der Parteien starke Unterstützung gefunden. Im Vordergrund der kommenden Deckungsvorlage wird die Erhöhung der Biersteuer stehen und zwar voraussichttich um 75 v. H., so daß sie etwa 270 Millionen erbringen würde. 25 v. H. davon sollen den Ländern zugute kommen. Wie die Gesetzentwürse im einzelnen aussehen werden, unterliegt jetzt der Entscheidung des Kabinetts. In politischen Kreisen ist man der Auffassung, daß die Verhandlungen, nachdem das schleppende Stadium der insormatorischen Besprechungen abgeschlossen ist, einen schnelleren Fortgang nehmen werden. I. Johrgang Lustmordversuch an einem Knaben. enb. Berlin, 19. Febr.(Eigene Meldung.) In einem Außenbezirk Brandenburgs ist heute vormittag nach 10 Uhr auf einem Schuttabladeplatz ein schweres Verbrechen an dem neunjährigen Sohn Rudolf des in einer Siedlung lebenden Arbeiters Engelmann verübt worden. Der Knabe, der auf dem Wege zur Schule war, wurde von einem Unbekannten mit einem Messer schwer verletzt und blieb besinnungslos liegen. Ein Polizeibeamter fand ihn mit furchtbaren Halsverletzungen auf und brachte ihn ins Krankenhaus, wo der Knabe sofort operiert werden mußte. Er schwebt in großer Lebensgefahr. Nach den bisherigen Feststellungen der Kriminalpolizei handelt es sich um einen Lustmordversuch oder um die Tat eines Geisteskranken. Der Täter ist vermutlich ein Mann Mitte der Zwanziger Jahre mit bartlosem, blassem Gesicht, der den Knaben an sich gelockt hat. Der überfallene Knabe gibt an, daß der Unhold zur Tat ein langes Küchenmesser benutzt und ihm den Mund zugehalten hat, um ihn am Schreien zu hindern. Limndingsordutte üder Mißtrauensuntrage. 128. Sitzung des preußischen Landtags. vdz. Berlin, 19. Febr.(Tel.) Der preußische Landtag erörterte am Mittwoch in einer außerordentlich erregten Debatte zwei Mißtrauensanträge gegen den Ministerpräsidenten. Das eine Mißtrauensvotum ist von der Wirtschaftspartei und der Deutschen Fraktion unterzeichnet und wendet sich gegen die Ernennung des Sozialdemokraten Grimme zum Kultusminister, weil dadurch auch die Jugenderziehung in sozialistisches, antichristliches Fahrwasser gelenkt werden solle. Der andere Mißtrauensantrag ist von den Deutschnationalen eingebracht und wird mit der Zustimmung des Staatsministeriums im Reichsrat zu dem Polenabkommen begründet unter Hinweis darauf, daß ein LandDie frunzestase=Reylerungerrise. Ministerium der Einigung der Linksparteien? wtb. Paris, 20. Febr.(Funkspruch.) In den Wandelgängen der Kammer wird allgemein erwartet, daß der Präsident der Republik heute dem radikalen Abgeordneten Chautemps den Auftrag der Kabinettsbildung anbieten wird. Diese Möglichkeit ist auch in der gestrigen Sitzung der radikalen Kammerfraktion, die sich ohne Beschlußfassung auf heute nachmittag vertagte, schon ins Auge gesaßt worden. Man hat beschlossen, Chautemps das Vertrauen zu erneuern, und ihm volle Handlungsfreiheit zu lassen, und unter diesen Umständen auch davon abzusehen, die Frage zu beantworten, auf welche Mehrheit sich ein Kabinett Chautemps stützen würde. Immerhin scheint eine Strömung vorzuherrschen, wonach dieses Kabinett für eine Mehrheit von den Sozialrepublikanern bis zur Gruppe Maginot sei. Um dieser Kombination ihre volle Wirksamkeit zu verleihen, meinen die politischen Freunde Chautemps, man sollte sich die Hilfe Tardieus sichern, dessen Bercitwilligkeit allerdings recht zweiselhaft ist. Nichtsdestoweniger glaubt man, daß Chautemps= sich auch durch eine Ablehnung Tardieus nicht abschrecken lassen würde, sondern mit Zustimmung seiner Fraktion und mit Unterstützung anderer linksstehender Elemente ein Ministerium der Einigung der Linksparteien bilden würde. Ein Ministerpräsident gesunden. Aber noch keine Mehrheit. enb. Paris, 20. Febr.(Funkspruch Eigene Meld.) Der Präsident der Republik hat gestern seine Besprechungen mit den Parteiführern beendet. Er wird, wie allgemein angenommen wird, dem führenden radikalen Abgeordneten Chautemps die Kabinettsbildung übertragen. Wenn Chautemps diese Mission übernimmt, wird er nicht geringe Schwierigkeiten zu überwinden haben, denn innerhalb der radikalen Partei machen sich zwei Strömungen geltend. Die eine Gruppe, der Chautemps selbst angehört, streugt ein weitgehendes Konzentrationsministerium unter radikaler. Führung an, das bis zur Fraktion Maginot geht, unter Ausschluß der Marin=Leute. Die linksstehenden Elemente, vor allen Dingen Daladier, dagegen wünschen ein rein linksstehendes Kabinett, das sich zusammensetzt aus den bürgerlichen Elementen, die das Kabinett Tardien am Montag gestürzt haben und das die Unterstützung der Sozialisten findet. Die Mehrheit der radikalen Abgeordneten und Senatoren ist nicht für diese Lösung, weil das neue Kabinett alsdann von jeder Schwankung innerhalb der sozialistischen Partei abhängig würde und die Sozialisten bei irgendeiner Meinungsverschiedenheit voni einem Tage zum anderen die Gemeinschaft auskündigen könnten. Sie erinnern an die prekäre Lage des Kabinetts Herriot, das 1924—1925 mit den gleichen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Welche Kombination schließlich den Sieg davontragen wird, wird von der Geschicklichkeit abhängen, mit der Chautemps die Verhandlungen mit den Parteiführern führt. Bemerkenswert ist jedoch, daß die Sozialisten erklären, daß sie ihre Unterstützung auch einem Kabinett gewähren wollen, das bis zu den Linksrepublikanern geht, das also die Minister Piétri und Leyques umfassen würde. Bezüglich der Gruppe Maginot werden jedoch Vorbebalie gemacht. tagsbeschluß Ablehnung des Abkommens gefordert hatte. Auf der Regierungsbank hatte der Ministerpräsident mit seinen Beamten Platz genommen. Abg. Ladendorff(WP.) hob in Begründung seines Mißtrauensantrages hervor, das Handelsgeschäft der Ernennung des sozialdemokratischen Kuliusministers sei unter Zustimmung des Zentrums erfolgt. Wenn das Zentrum sagte, die Interessen des katholischen Volksteils seien ja durch den katholischen Unterstaatssekretär gewahrt, so bedeute die Erennung Grimmes geradezu eine Illoyalität gegenüber dem evangelischen Volksteil.(Lärm links.) Abg. Dr. von Winterfeldt(DN.) wurde von der Linken mit großem Lärm empfangen. Er erklärte, auch wir mißbilligen die Ernennung eines sozialdemokratischen Kultusministers. Nach unserer Auffassung würde die Annahme des Youngplanes ein vernichtender Schlag für Deutschland=Preußen bedeuten. Auch wir wünschen, daß die Deutschen in Polen bei Erhaltung ihres Grundrechtes beschützt werden und würden bereit sein, für dieses Ziel Opfer zu bringen. Aber glaubt denn der Herr Ministerpräsident an die Loyalität Polens? Der Landtag hat mit Mehrheit die Ablehnung des Vertrages beschlossen. Der für die gesamte Politik verantwortliche Ministerpräsident hat trotzdem im Reichsrat die preußischen Stimmen für den Vertrag abgeben lassen. Wir klagen ihn an, daß materiell durch die Abstimmung Preußens im Reichsrat, großer nicht wieder gut zu machender Schaden für unser Vaterland entstehen kann und daß er formell verfassungswidrig gehandelt hat. Ministerpräsident Braun verwies auf Artikel 45 der Verfassung, wonach der Ministerpräsident die Staatsminister erneunt, und betonte, daß er im parlamentarischen Staate bei solchen Ernennungen natürlich den Machtverhältnissen Rechnung tragen müsse. Auch habe Becker, als er,„sich politischen Notwendigkeiten fügend sein Amt niederlegte“, selbst als geeigneten Nachfolger Grimme vorgeschlagen. Die christlichen Konfessionen als solche hätten noch keine Aufregung wegen des neuen Kultusministers bekundet und brauchten es auch nicht, da ihre Interessen in der Verfassung und in Gesetzen geschützt seien, die selbstverständlich Minister Grimme zu wahren habe. Natürlich würden die Verhandlungen mit den evangelischen Kirchen ernsthaft weitergeführt. Die Wirtschaftspartei habe selbst einmal über ihren Eintritt in die Regierung mit ihm, Braun, verhandelt. Ihr Unterhändler hätte allerdings offen gesagt, eine Beteiligung käme nicht in Frage, weil durch die Mitübernahme der Verantwortung die Wirtschaftspartei ihre beste Agitationswasse verliere. Was das Polenabkommen anlange, so halte auch er die Ostgrenzen für ungerecht. Der Landtag habe bei seinem Beschluß aber nicht die Tatsachen gekannt, die die Reichsregierung dem Preußenkabinett unterbreitete. Das Reich habe sich auch bereit erklärt, Preußens Verluste aus dem Liquidationsabkommen abzugelten. Daher habe die Staatsregierung ihre ursprünglich ablehnende Haltung aufgegeben, zumal im Interesse des östlichen Grenzlandes endlich der Wirtschaftsfriede mit Polen kommen müsse. Abg. Dr. Heß(Ztr.) betonte, daß jeder Kultusminister zu bedenken habe, daß die christlichen Kirchen über eine starke parlamentarische Rückendeckung verfügen. Mit den Deutschnationalen sei auch kein Schulgesetz zu machen gewesen, und proDie Hlotlenkenfereng Verkagt. wtb. London, 19. Febr.(Tel.) Offiziell wird bekanntgegeben, daß die Beratungen der Seemächtekonferenz auf Grund der heute erfolgten Besprechungen zwischen den Leitern sämtlicher beteiligten Delegationen, soweit sie zurzeit in London anwesend sind, bis zum 26. Februar vertagt worden sind. Grund der Vertagung. wtb. London, 20. Febr.(Funkspruch.) Als Grund für die bereits gemeldete Vertagung der Beratungen der Seemächtekonferenz nennt der amtliche britische Funkdienst die Rücksicht auf die Regierungskrisis in Frankreich. Vor der Vertagung sind die Delegationsführer der Seemächte mit dem französischen Botschafter in London in Verbindung getreten, der dem Vorschlag einer vorläufigen Unterbrechung der Beratungen zugestimmt hat. Die Delegationsführer der übrigen Mächte werden, wie angekündigt wird, während der Beratungspause in London bleiben und den informellen Meinungsaustausch über die vorliegenden Fragen fortsetzen. Das italienische Memorandum. wib. London, 20. Febr.(Funkspruch.) Das italienische Memorandum zur Flottenfrage stellt u. a. fest, daß Italien bereit sei, jeder, auch noch so einschneidenden Herabsetzung der Rüstungen zur See zuzustimmen, unter der Voraussetzung, daß keine andere Macht des europäischen Kontinents diese Grenze überschreite. Eine solche einschneidende Herabsetzung sei umso berechtigter angesichts der internationalen Vereinbarungen in den Bestimmungen der Völkerbundsatzung, des Locarnovertrages und des Briand=Kellogg=Paktes. Weiter schlägt Italien vor, daß der Bau der nach dem Vertrag von Washington für die nächsten 6 Jahre zugelassenen Neubauten von Kampfschissen erster Ordnung bis zum Ablauf dieser 6 Jahre verschoben wird. Außerdem erklärt es sich bereit, die völlige Abschaffung der Schlachtschiffe in den Bereich der Beratungen zu ziehen. Für Flugzeug=Mutterschisse und alle Kriegsschifse, die von dem Vertrag von Washingion nicht erfaßt werden, ist Italien bereit, eine vertragliche Verpflichtung einzugehen, wonach die italienische Gesamttonnage in diesen Schiffsklassen die der stärksten europäischen Kontinentalmacht nicht übertreffen darf. Dies würde auch für Unterseeboote gelten. Eine allgemeine Vereinbarung zur Abschaffung der Unterseeboote würde von Italien im Geiste des größten Wohlwollens geprüft werden. Ebenso wäre die italienische Delegation bereit, noch umfassendere Maßnahmen zur Beschränkung der Rüstungen zur See ins Auge zu fassen, wenn die gegenwärtig tagende Konferenz als Ergebnis eine tatsächliche vorläusige Reduzierung der Tonnage erreichen sollte, die auf einer Vereinbarung über die Tonnage=Quoten beruhen müsse. minente Deutschnationale wie Partei sogar aus religiösen Gründen verlassen Kerff(Komm.) stimmte den Mißtrauensanträgen zu unter Ablehnung der Begründung. Abg. Heilmann(Soz.), dem maß„Fintius, Hozt Preußen“ zuries, erklärte, die SPo jei keine antiVeiätgung programmatisch anbeim. Auf Zuruse., ertchrte erurtesian ghne sich deshalb zu ververschieden beurieiten, oyne sich vrsyato zu verSteudel(DVp.) stimmie dem Mißtrauensantrag gegen Grimmes Ernennung zu, weil ihm ein Sozialdemokrat ungeeignet erscheine, das erwünschte Schul- und Bildungsideal zu vertreten Abg. Niedel(Dem.) wies die Auffassung zurück, als ob seine Freunde elnen Lehrer für hielten. Minister zu werden, bezeichnete aber auch die Besetzung von Ministerposten nach der Zaxtelals Gefahr für den Staat. B8a.##. Patriotismus müsse trotz aller Bedenken im Interesse der Grenzlande dem Polenabkommen zustimmen. Abg. Dr. Rhode(WP.) ermahnte das Zentrum, mit gegen die Ernennung des„jungen Erimme aus religlöseg, Pründen zu, stimmeg, Zuch die„Abgeordneten Kuve(Nat.=Soz.), Pindner (Christlich=sozialer Volksdienst), Jendrosch(Komm.) und Lconhardt(WP.) begründeten ihr Mißtrauen Nach einem Schlußwort des Abg. Baecker(DN.) wurden die Abstimmungen auf Freitag vertagt. Die deutsche Reichsbahn im Januar 1930. wib. Berlin, 20. Febr.(Funkspruch.)„Im Güterverkehr der deutschen Reichsbahn setzte sich im Januar 1930 die rückläusige Bewegung sort, zumal da infolge des milden Winters die Hausbrandversorgung nur geringe Anforderungen## die Reichsbahn stellte, die Wasserstraßen im meinen leistungsfähig blieben und der Kraftwagen auch im Fernverkehr kaum durch Schnee und Eis behindert wurde. Im Personenverkehr wirkten sich die zunehmende Erwerbslosigkeit, die Ausdehnung der Kurzarbeit, sowie der schlechte schäftsgang in Handel, Gewerbe und Industrie ungünstig aus. Der Wintersportverkehr blieb infolge des milden Wetters ohne Bedeutung. Arbeitskürzung bei der Reichebahn. etals. Reichsbankgesetz angenommen. vdz. Berlin, 19 Febr.(Tel.) Die vereinigten Reichstagsausschüsse nahmen am Mittwoch das Reichsbankgesetz unter Zurückstellung per Enischeidung über die Lombardfähigkeit der kommunalen Schuldverschreibungen gegen die Stimmen der Deutschnationalen, Christlich=Nationalen und Kommunisten an. 962n Zusammenstoß in den Younaaussmussen. vdz. Berlin, 19. Febr.(Privatmeldung.) In der gemeinsamen Sitzung des Auswärtigen und des Hausbaltsausschusses des Reichsjages, die sich mit den Younggesetzen beschäftigen, kam es heute, wie das Nachrichtenbüro des Vereins Deutsche tungsverleger erfährt, zu einem heftigen Zusammenstoß zwischen dem Reichsminister Dr. Wirth und dem deutschnatonalen Arez hegezeneziuen Loringhoven. Dr. Wirth wandte na gegen einen Bericht, den die„Deutsche Zeitung" über die vertrauliche Montagsitzung der Ausschüsse gebracht hat, und den der Minister als grobe Entstellung der Tatsachen und eine Schädigung der deutschen Interessen bezeichnete. Er sprach dabei auch von einer„groben Illovalttät“, da der Bericht sich auf irreführende Mitteilungen von Abgeordneten stützen müsse. Abg. von Frentagb=Lorinahoven(Dnat.) verlangte für Dr. Wirth einen Ordnungsruf vom Ausschußvorsitzenden Abg. Heimann dieser ab. Er unterbrach die Sitzung durch eine Während der Pause kam es, wie das Nachrichtenbüro aus parlamentarischen Kreisen hört, zu einem heftigen persönlichen Zusammenstoß. Ueber diesen Vorfall wird im Anschluß an den Ausschußbericht noch mitgetell::..2 Guzschusfes Nachdem der Vorsitzende des auesinget die Sitzung bereits geschlossen hatte, beklagte sic Dr. Wirth namentlich darüber, daß in den Berichten der Rechtsvresse behauptet worden sei, aus dem Ausschuß sei ihm zugerufen worden, er benehme sich wie ein Primaner. Das sei eine gemeine da ein derartiger Zuruf gar nicht erfolgt sei. Aba. von Freytagh=Loringhoven bemerkte:„Angesichts Ihres angenblicklichen Benehmens ist dieges, Vergleich noch viel zu höflich" Darauf trat Dr. Wirth dicht auf den Abgeordneten zu mit den Worten:„Wagen Sie das noch einmal zu wiederholen?“ Abg. von Freytaah=Lorinohoven erwiderte, daß er sich nicht einschüchtern lasse, worauf Dr. Wirth antwortete:„Und Sie wallen sttätsprosessor sein? Pfui. Schämen Sie sich! Nach weiterem heftigen Wortwechsel verließen die Ausschußmitglieder in großer Erregung den Saal Staatsgerichtshof=Entscheidung. enb. Berlin, 20. Febr.(Funkspruch.) Eigezze, Meldung. Wie der Demokratische Zeitungsdienn erfährt, haben zwischen der Reichsbahn und den Reichsbahngewerkschaften Verhandlungen stattgefunden, die sich mit einer geplanten Arbeitseinschränkung bei der Reichsbahn beschäftigten.„Eiste solche Arbeitseinschränkung sei infolge der gesunkenen Verkehrsziffern und infolge der gesunkenen Einnahmen notwendig geworden Angesichts dieser Verhälmisse sei die Reichsbahn nicht in der Lage, die Saisonarbeiter einzustellen, die sonst um diese Zeit eingestellt würden. Weiter werde mit den Gewerkschaften verhandelt über eine Streckung der Arbeitszeit in den Werkstätten. Unter Umständen komme statt der Sechstage=Woche die FünftageWoche für bestimmte Arbeiten in Frage. Eine Entlassung von Arbeitern solle wenn irgend möglich vermieden werden. in nicht eingetreten. Die der Bürgschaft zu Grunde liegenden Forderungen sind abgedeckt. Wegen seiner eigenmächtigen Handlungsweise wurde gegen den Direktor der Städtischen Sparund Giro=Kasse eingeschritten. Grubenunglück im Elsaß. wib. Paris, 20. Febr.(Funkspruch.) In der staatlichen Kaligrube von Wittenheim bei Mühlhausen ereignete sich gestern eine folgenschwere Katastrophe, der 5 Personen zum Opfer fielen. Beim Ausprobieren einer neuen Fördermaschine, bei der zwei Ingenieure, ein Monteur und drei Vergarbeiter beschäftigt waren, rissen plötzlich die Drahtseile. Die Decke des Schachtes, an denen sie befestigt waren, siel herunter und begrub die beiden Ingenieure, den Monteur und zwei der Bergarbeiter unter sich. Aus Nah und Fern. Einken des Trinkbranntweinverbrauchs. vdz. Berlin, 19. Febr.(Tel.) In der heutigen Sitzung des volkswirtschaftlichen Nusschusses des Reichstages erklärte Abg. Bickes(Drp.) im Zusammenhang mit der Debatte über die Jugendschutzbestimmungen, daß der Trinkbranntweinabsatz der Monopolverwaltung im Januar d. J. auf zirka 33 000 Hektoliter zurückgegangen sei, während noch in der gleichen Zeit des Vorjahres(Januar 1929) 72000 Hektoliter abgesetzt worden wären. Die rückläufige Bewegung des Trinkbranntweinabsatzes halte also an. Im ersten Vierteljahr des Rechnungsjahres 1928—29 hätte sich der Absatz der Monopolverwaltung noch auf 175000 Hektoliter belaufen. während er im ersten Vierteljahr 1929—30 nur 120 000 Hektoliter betragen hätte. 10 Jahre Reichsverband des binischen Hundwerik. wib. Berlin, 19. Febr.(Tel.) Aus Anlaß seines zehnjährigen Bestehens veranstaltete der Reichsverband des deutschen Handwerks heute vormittag im Reichswirtschaftsrat eine öffentliche Kundgebung. Der erste Vorsitzende, F. DerlienHannover, begrüßte die erschienenen Ehrengäste, besonders den preußischen Minister für Handel und Gewerbe, Dr. Schreiber, Reichsarbeitsminister Dr. Wissell und den Vizepräsidenten des Reichstags, Esser. Entgegen anderslautenden Meldungen konnte der Reichsminister für die besetzten biete Dr. Wirth nicht, wie beabsichtigt, erscheinen. Es sprachen für die Reichs= und Länderregierungen der preußische Handelsminister Dr. Schreiber, für den Enquete=Ausschuß, Abteilung Handel, badische Staatspräsident a. D. Prof. Hummel. Darauf gab der Vorsitzende Derlien den Bericht über„Zehn Jahre Reichsverband des deutschen Handwerks“. Prof. Dr. von Beckerath=Bonn referierte über„Das Handwerk als Träger deutscher Wirtschaft und deutscher Kultur". Der Drechsler= obermeister Feuerbaum(Dortmund). Vorsitzender des westfölisch=lippischen Handwerkerbundes, sprach über„Das Handwerk zur Wirtschafts= und SozialVorsitzender Derlien sprach die zusammenfassenden Schlußworte. wtb. Berlin, 19. Febr.(Tel.) In der gestrigen Mitgliederversammlung des Reichsverbandes des deutschen Handwerks wurde eine Entschließung angenommen und an die zuständigen Reichs= und Staatsbehörden weitergelettet, die den Regierungsentwurf eines Berufsausbildungsgesetzes als einen schweren Eingriff in die seit drei Dezennten zum Wohl und zur Förderung von Handel und Gewerbe entfaltete Tätigkeit ihrer Berufsvertretungen S titzer bezeichnet. Der Entwurf enthält eine Anzahl von des Mecksenburg=Strellbe. Bostimmungen, gegen die in den Reihen von 300 000 Mark auf Los Nr. 20873. bb. Berlin, 19. Febr. In der Preußisch=Süddeutschen Klassenlotterie siel bei der heutigen Ziehung der 300 000=Mark=Gewinn auf das Los Nr. 20873. Das Los wird in beiden Abteilungen in ganzen Losen gespielt, und zwar in München und in Breslau, so daß auf jeden der beiden Spieler nach Abzug der Steuern 240000 Mark entfielen. Weiter sielen Gewinne zu je 10000 Mark auf Nr. 19750 und 156 912. Großfeuer in einer chemischen Fabrik. wtb. Ludwigshafen, 19. Febr.(Tel.) Heute nachmittag gegen 2 Uhr brach im Moschushaus der chemischen Fabrik von Dr. Friedrich Raschig Feuer aus, dem bald zwei große Behälter zum Opfer fielen. Da ein weiterer, in der Nähe der Straße stehender Behälter zu explodieren drohte, wurde die ganze Umgebung der Brandstätte abgeperrt. Alle verfügbaren Feuerwehren aus Ludwigshafen und Mannheim und Umgegend und die Betriebsfeuerwehr bekämpfen den Brand. Gegen 4 Uhr nachmittags hatten die Feuerwehren den Brand soweit in der Gewalt, daß ein weiteres Umsichgreifen kaum mehr zu befürchten war. Außer den erwähnten beiden Behältern sind dem Brande zwei Fabrikgebäude zum Opfer gefallen. Die Arbeiter hatten die Fabrik sofort bei Ausbruch des Feuers verlassen. Der mexikanische Generalkonsul in Warschau tödlich verunglückt. wtb. Warschau, 19. Febr.(Tel.) Auf der Strecke Warschau—Vilanow fuhr eine mit sechs Personen besetzte Luxuslimousine bei einer Wegbiegung gegen einen Baum. Das schwer beschädigte Auto ging in Flammen auf. Der Führer war auf der Stelle tot, einer der Insassen, der mexikanische Generalkonsul in Warschau, Duart, erlag einige Stunden nach der Katastrophe seinen Verletzungen. Auch die übrigen vier Insassen haben schwere Verletzungen erlitten. Als Ursache der Katastrophe wird übermäßige Geschwindigkeit des Wagens und schlechte Beschaffenheit der Straße angegeben. Explosion und großer Brand in Athen. wtb. Athen, 19. Febr.(Tel.) Ein im Athener Vorort Liosia gelegenes Pulvermagazin ist aus noch unbekannter Ursache in die Luft geflogen. Zahlreiche Soldaten, die das Lager bewachten, sollen umgekommen sein. Der Schaden ist außerordentlich groß. Die Feuerwehr ist noch mit der Bekämpfung des Brandes beschäftigt. wtb. Athen, 19. Febr.(Tel) Die Explosion in einem Pulvermagazin im Vorort Liosia ereignete sich beim Abladen von Munition. als Kisten mit Granaten umfielen. Die neun mit dem Abladen beschäftigten Soldaten und Arbeiterinnen wurden getötet. Ein Major, ein Hauptmann, ein Leutnant und etwa 10 Soldaten und Arbeiterinnen wurden schwer verletzt. Durch den Brand, der im Anschluß an die Explosion ausbrach, wurden drei Munitionsdepots vollkommen zerstört. Der Schaden ist sehr 88 Todesurteil wegen breifachen Raubmerdes. wib. Prag, 20. Febr.(Funkspruch.) Vor den Prager Geschworenen hatte sich gestern der 34jähr. Maschinenmonteur Rudolf Skalfky unter der Anklage des dreifachen Raubmordes zu verantworten. Skalsky, der damals arbeitslos war und Not litt, hat im Juni 1927 in Louvres, in der Nähe von Paris, drei junge Tschechoslowaken, die eine Reise durch Frankreich unternahmen, kennen gelerut und sich mit ihnen angebiedert. Als sie sich einmal auf einem gemeinsamen Ausflug auf freiem Felde zur Ruhe niederlegten, nahm er diese Gelegenheit wahr, um seine drei Landsleute zu ermorden und zu berauben. Skalfky wurde des dreifachen Raubmordes für schuldig erkannt und zum Tode durch den Strang verurteitt. Ein Bankier in Paris verhaftet. wib. Paris, 20. Febr.(Funkspruch.) Wegen Betrugs und Vertrauensmißbrauches ist der Pariser Bankier Dleiner verhaftet worden. In der Kasse seiner Bank, die 7 Filialen in der Provinz unterhält, fanden sich bei einer Revision nur 91 Frank und 50 Centimes. Die Verluste sollen sich auf mehrere Millionen belaufen. Die Explosionskatastrophe in New Verseh. wotb. Elizabeth(New Jersey), 19. Die Aerzte des Krankenhauses, in das die bei der gestrigen Explosion in den Anlagen der Standard Oil Company in Linden verletzten 63 Personen gebracht wurden, erklärten, bei der Mehrzahl der Verletzten seien die Brandwunden so schwer, daß nur wenige mit dem Leben davonkommen und auch diese meist erblinden dürften. Etwa 14 der Verletzten rangen bereits heute nacht mit dem Tode. Die Explosion ist auf das Platzen eines HochdruckNaphthagasrohres zurückzuführen. Die Gase entzündeten sich und brachten einen Alkoholkessel zur Explosion, von dem sich ein wahres Flammenmeer nach allen Seiten ausbreitete. Die unversehrt entkommenen Augenzeugen der Katastrophe erklärten. daß drei Explosionen rasch aufeinanderfolgten. Für die im Raum befindlichen Personen war ein Entrinnen nur durch Zufall möglich. Als sie sich ins Freie gerettet hatten und umblickten, sahen sie, wie zahlreiche Arbetter, ganz in Flammen gehüllt, aus dem Gebäude stürzten, völlig geblendet in Stacheldrahtzäune liefen, die das Fabrikgelände umgaben. und dort häugen blieben. wib. Elizabeth(Neujersey), 20. Febr.(Funkspruch.) Die Zahl der bei der Explosionskatastrophe in Elisabeth ums Leben gekommenen Personen hat sich auf 10 erhöht. Von den Verletzten dürften noch 9 weitere kaum mit dem Leben davon kommen, bei einigen zwanzig fürchten die Aerzte unheitbare Erblindung. Die behördliche Untersuchung bestätigt die bisherige Annahme, daß die Explosion auf die Entzündung von Naphthagasdämpfen zurückzuführen ist, die aus der Alkoholdestillationsanlage entwichen und bereits eine halbe Stunde vor der Explosion sich bemerkbar machten. Die Explosion sand statt, bevor es gelang, die Entweichung der Gafe abzustoppen. Die Verfassungsmäßinkeit der varlamentarischen Staatsräte in Mecklenburg=Strelitz festgestellt. wtb. Leipzig, 19. Febr.(Tel.) Der Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich verhandelte heute die vexkeszingsrechtsiche, Llage, der deutschnationalen Frattion Los Landtages nalen Feraktion.. gizanf, erefig Besimmungen, gegen, die in den Reihen, von tages gegen das Land Meaienburg=, 2.# Handel und Gewerbe die schwerwiegendsten Bedeuauf Feststellung der Verfassungswidrigkeit der Be= ten bestehen, die eine Zurückstellung des vorgelegten stellung von zwei Abgeordneten zu parlamenta= Gesetzentwurfes und dessen Verabschiedung in schen Staatsräten.„„ wirtschaftlich besseren Zeiten zweckmäßig erscheinen Die Entscheidung des Staatsgerichtshofes erging s#ff. dahin, daß die Anträge der deutschnationalen Landtagsfraktion zurückgewiesen werden. Wie der Vorsitzende. Reichsgerichtspräsident Bumke, ausführte, sei es unzutrefsend, daß die beiden Staatsräte dem Minister gleichsteben. Befugnisse eines Ministers hätten die Staatsräte nur hinsichtlich der Einsichtnahme in die Akten. Zudem übten die Staatsräte ihre Tätigkeit ehrenamtlich aus. Die Tatsache, daß der Staatsminister Dr. Freiherr von Reibniv sich im Urlaub durch die Staatsräte habe vertreten lassen, beweise nicht deren Gleichstellung. Die Ersatzbauten der Marine. enb. Berlin, 19. Febr.(Tel.) Zur Frage der Richteinsetzung der Rate für den Panzerkreuzer B in den Etat für 1930 und der künftigen Behandlung der Ersatzbauten der deutschen Reichsmarine erhalten wir von zuständiger Stelle folgende Meldung: Der Presse ist bekannt, daß in der letzten KabinettsNausriastendienst Lurch Hanesprauf! Eine Bürgschaft der Munaener Spurrasse. wtb. München. 19. Febr.(Tel.) Wie der nationalsozialistische Völkische Beobachter hört, ist gegen den Direktor der städtischen Sparkasse Schuberth ein dienstliches Verfahren eingeleitet worden, in dessen Verlauf seine vorläufige Amtsenthebung verGroß= und Ueberseehandel zur Finanzreform. wib. Berlin, 20. Febr.(Funkspruch.) Präsidium, Vorstand und Reichsausschuß des Reichsverbandes des deutschen Groß= und Ueberseehandels haben in den letzten Tagen in hier abgehaltenen Beratungen die den Groß= und Ueberseehandel beir. Fragen eingehend behandelt und eine Entschließung gefaßt. in der es u. a. heißt:„Die Not der deutschen Wirtschaft ist so groß, daß die Steuerkraft schon jetzt versagt. Eine Erhöhung der Steuern ist deshalb nicht nur untragbar, sondern zwecklos. Im Gegenteil ist Steuersenkung unerläßlich. Jedes Finanzprogramm ist unannehmbar, das nicht mindestens eine sofortige wesentliche Senkung der die Wirtschaft besonders belastenden direkten Steuern ermöglicht. Die Voruntersuchung gegen Böß abgeschlossen. enb. Berlin, 20. Febr.(Funkspruch.) Eigene Meldung. Wie die Deutsche Tageszeitung meldet, hat am Mittwoch in der Voruntersuchung die Schlußvernehmung des Oberbürgermeisters Böß durch den Oberregierungsrat Tapolski, den Kommissar des Oberpräsidenten, stattgefunden. Das Material wird in den nächsten Tagen dem mit den Funktionen des Staatsanwaltes beauftragten Obergargt Jagde zugeben sodas in absehbarer en der Maring der Vorstzende der nationalsoialistischen Nathausfraktion dem Oberbürgermeister bereits am 13. Februar offiziell bekanntgegeben, daß die Fraktion der Nationalsozialisten ein Disziplinarver= fahren gegen den Sparkassendirektor Schuberth verlangen würde zur Klärung der schweren Vorwürfe. die von verschiedenen Seiten gegen diesen Beamten wegen seiner Beziehungen zu dem Ehef des nunsitzung eine Einigung dahin zustandegekommen ist. mehr im Ausgleichsverfahren stehenden Rüromöbeldaß eine Rate für das Panzerschiff B in den Etat eine Rate für das Panzerschiff B in den Etat 1930 nicht eingesetzt wird. Die Gründe sind in der Finanznot zu erblicken, die es in diesem Jahre unmöglich macht, einen Posten für das Panzerschiff B in Ansatz zu bringen. Ebenso ist es deshalb nicht möglich, schon jetzt einem Beschluß des Reichstages nachzukommen, wonach umgehend ein laugfristiges Programm für die Ersatzbauten der Flotte aufgestellt werden soll. Dieses wird mit dem Eratvoranschlag für 1931 vorgelegt werden und. auf eine Reihe von Jahren verteilt, die Ersatzbauten festlegen, wobei auch der Ersatz von Linienschissen vorgesehen ist. fügt wurde. Wie das Blatt weiter mitteilt, hat regierungsrat zzurve zugeyen, svonn##u P a, de der mattanalsaziglistischen Rat= Zeit die Entscheldung der Frage zu erwarten ist, ob es zu einer Anklageerhebung kommt. Zur Verhandlung hierfür ist der Bezirksausschuß Berlin zuständig. Als zweites Verfahren wird die Voruntersuchung gegen den Stadtkämmerer Dr. Lange abgeschlossen werden. Der Aufsichtsrat der BVG für Kündigung der Direktorenverträge. enb. Berlin, 20. Febr.(Funkspruch.) Eigene Meldung. Der Aussichtsrat der BVG hat den Antrag angenommen, den Vorsitzenden des Aufsichtsrates zu ersuchen, die Verträge mit den Direktoren fristgerecht zu kündigen und den Maaistrat zu ersuchen,„enn der Eindruck entstehen könne. schtendtenst mit: Anläßlich der Berliner Stadtverordnetenversammlung eine diplomatischen Vertreiern im Ausland eingehende der Abwicklung der Wohnungskauprogramme Vorlage zu machen über die neuen Verträge, damit g'tv# Zzusagen zwangsläufig zur Verössent1928/29 hat der Direktor der Städtischen Spar= und die Siadtverordneten zu den Verträgen Stellung Girokasse München noch Feststellung des hädtischen nehmen können. Aufruf für eine Erzberger=Kapelle. enb. Berlin, 20. Febr.(Funkspruch.) Eigene Melhauses Finkenzeller erhoben wurden. wtb. München, 19. Febr.(Tel.) Zu den Vorfällen bei der Städtischen Spar= und Girokasse, über die der Völkische Beobachter berichtet hatte, teilt der sädtische Nachrichtendienst mit: Anläßlich Dr. Baumgartner, veröffentlichen einen Aufruf zu Errichtung einer Kapelle„Regina pacem“, die Zeugnis geben soll für den ermordeten Reichsminister Mithias Erzberger, dem Deutschland und insbesondere das katholische Volk so viel zu verdanken habe. Die Unterzeichner des Aufrufes hoffen, am nächsten Todestag Erzbergers. am 26. August 1930, den Grundstein zu der Kapelle legen on e Razig in der Rückertstraße. wtb. Berlin, 20. Febr.(Funkspruch.) Die Polizei veranstaltete gestern eine Razzia in verschiedenen Lokalen der Rückertstraße. Anlaß dazu waren Beobachtungen, wonach sich dort der Haupttreffpunkt der Diebe, die in letzter Zeit zahlreiche Autos im Berliner Westen gestohlen hatten und ihrer Hehler befand. Bei der Razzia wurde eine Anzahl Personen festgenommen, von denen indessen verschiedene später wieder entlassen werden konnten. Unamuno wieder Universitätsprofessor. wtb. Paris, 20. Febr.(Funkspruch.) Nach einer Havasmeldung aus Madrid veröffentlicht der Staatsanzeiger ein Dekret, wonach Unamuno als Universitätsprofessor wieder in seine Rechte eingesetzt wird. Das Unterhaus und die Frage der Religionsverfolgungen in Rußland. wib. London, 20. Febr.(Funkspruch.) Im Unterhaus wurde gestern durch verschiedene Aufragen das Thema„Religionsverfolgungen in Nußleza erneut angeschnitten, der Außenminister Henderso ertlärte, der Votschafter in Pgrtog chgerhag i# müht, sich über den tatsächlichen Suchverhalt g informieren. Man erwarte darüber noch einen richt des Botschafters. Eine bereits eingetrofsene Depesche trage nur den Charakter einer provisort schen Information und er sei deshalb nicht bereit, sie zu veröffentlichen. Müsse doch der Wert der diplomatischen Korrespondenz darunter leiden, wenn der Eindruck entstehen könne, daß von den Girblasse Munchen nuch Fenneuung des stadtischen Revisionsamtes für einen Girokunden gegenüber der gemeinnützigen Wohnungsfürsorge vorschriftswidrig und ohne Genehmigung seiner vorgesetzten Stellen Bürgschaften für Bauraten im Betrage dung. Der Zentrumsabg. des Reichstages Carl von 220 000 Mark übernommen. Ein Schaden Diez. und der Präsident des badischen Landtages, Telegramme sozulage. g# Verössentlichung kämen. Malcolm MacDonald, der Sohn des Premierministers, meldete sich zu der Angelegenheit zu Wort und stellte fest, daß er vor knapp vier Wochen noch gemelnsam mit vielen Tausend Gläubigen in der Erlöserkathedrale zu Moskau friedlich seine Andacht habe verrichten können. Allgemeine Sterbekasse„Selbsthülfe“ für Scheuerte-Reber, Meisen, andtaofen, Villigst, Rheinen und Hennen. am Sonntag, dem 23. Februar 1930, vormittags 11 Uhr, im Gasthofe„Wilkes“ Bahnhofstraße. Tagesordnung: 1). Geschäfts- und Kassenbericht. 2). Bericht der Kassenprüfer u. Entlastung des Vorstandes. 3). Wahl von 2 Kassenprüfern. 4). Verschiedenes. Schwerte(Ruhr), den 19. Februar 1930. Der Vorsitzende: Hohenschwert 695 Rechtsanwalt und Notar. Sterbewasche, Sarse Decken, Kissen usv. in reicher Auswahl. Ueberführung per Bahn oder Auto. Schwerter Beerdigungs-Institut Müller, Haselackstr. 3, Ruf 2281 Stl Münsterische Operettengesellschalt Freitag, den 21. Februar, abends 8 Uhr, #im Hotel Westfäl. Hol“, Bahnhofstraße * Die Rose von Stambul? Operette in 3 Akten von Leo Fall Nachmittags 4 Uhr für Kinder Rotkäppchen Märchen in 4 Akten von M. Elbers= # Vorverkauf Zigarzengeschäft Schwarz, Bahnhofstr Sctlilliininnatinninmiinsinnsinnlltriminiuuiaatinittentittit Nlatze 74 S 5 53 Dr. Müllers HaurwuchsElixier hilft sicher. 9 55. 2 3 n5 3 Rosenmontag Eite-Rostumisst im Freischütz Ruf 2206 AUTO · FAHRTEN Tag und Nacht bei billigster Berechnung Ruf 2206 Hagenerstr. 14. Lichtspiele zur Reichskrone Nur heute nachm. 3 u. 5 Uhr Marchenspiete mit Bühnenschau Schneelsniafr!. und die 7 Zwerge sind persönlich anwesend. Programm Märchensinfonie Rotkäppchen 2 Akte Schneewittchen begrüßt d. Kinder Märchenspiel Schneewittch. 6 Akte Hampelmanns Traumfahrt 3 Akte Eintrittspreise: Kinder 0.30, 0.50 Erwachsene 0.50, 0.75 Des zu erwartenden Andranges wegen bitten wir die Kleinen zu begleiten. 1 EEEES = Lichtspiele zur Reichskrone: # ume aummrumrmrurrrmunrururrrsrmargururzunrrerrnurrurnrraneur m = Heute abend 8¼ Uhr Ein einmaliger 201 Fermunn=Lons Aben mit dem fesselnden Kulturfilmwerk Sermunn Eene Pans feine Herer aus des Dichters Welt Aufgeboi Der Berginvalide Karl Westkämper in Schwerte, Ostbergerstraße 123, hat das Aufgebot des verloren gegangenen Grundschuldbriefes vom 19. bezw. 27. September 1922 über die im Grundbuch von Schwerte Band VI Bl. 379 Abtl. III Nr. 9 und im Grundbuch von Schwerte Band 14 Blatt 986 Abtl. III Nr. 14 für die Hörder Gewerbebank eingetragene Genossenschaft u.: beschränkter Haftpflicht in Hörde eingetragene zu 5 Prozent vom 1. Oktober 1922 verzinsliche Grundschuld von 50 000.— Mark beantragt. Der Inhaber der Urkunde wird aufgesordert, spätestens in dem auf den 18. September 1930 vor dem unterzeichneten Gericht anberaumten Aufgebotstermin seine Rechte anzumelden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird. 679 Schwerte, den 14. Februar 1930. Das Amtsgericht. Für sämtliche Feste empfehlen wir Fackeln u. Butrlanden Buchhandlung Carl Braus Karneval=Plakate liefert modern Carl Braus! Karl ve. Komponist vieler Lönslieder, singt einige## = Löns-Lieder zur Laute, u. a.„Erün ist die Heide“ 2 Kaufmannsschule Hagen Höhere Mittlere Mandeisscheite für Schüler mit Ofl und für Mittet- und RektoratLyzealreife schüler(innen) Handeisschute für befähinte Volksschüler(innen) Besondere Mlassen für Erwachsene. Schillerzahl 1929: 630. Neues Schanljahr beg unt 24 April. Anmeldungen jederzeit, Sonntags von 9½- 11 Uhr. Schiiftliche Anfragen on Oirekter Dörner. 423 Wir drucken alles! Buchdruckerei C. Braus. zu billicen PPenisun bei 433 MAKA Schwerte, Brückstraße Schützenbund Schwerte Samstag, den 22. Febr. 1930, abends 8 Uhr im Vereinslokal Peters Wilhelmstraße JahreshäuptVersammiung Tagesordnung daselbst Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand Stellen-Anzeigen für den „Personal=Anzeiger des Daheim“ werden durch unsere Geschäftsstelle Bahnhofstraße 3 und Gr. Marktstr. 3 ohne Spesenzuschlag vermittelt Das Publikum hat nur nötig, die kleinen Anzeigen bei uns abzugeben und die Gebühren zu entrichten Die Anzeigenvreise des „Daheim“ sind im Vergleich zur hohen, über ganz Deutschland gehenden Auflage und der zuverlässigen Inseratwirkung niedrig; sie betragen gegenwärtig 100 Pfg. für (= 7 Silben) bei Stellenangeboten und nur 75 Pfg. bei Stellengesuchen. Wir empfehlen die Anzeigen frühzeitig aufzugeben. Die Geschäftsstelle der Schwerter Zeitung. Hamburger Fischhalle Schwerte, Hagenerstr. 2, empfiehlt la frischen Fisch direkt vom Fangplatz auf dem Wochenmarkt u. im Geschäft, Hagenerstr. 2, als Schellfisch, Kabliau Goldbarsch, Filet, Brat schellfisch usw., la feinste Räucherwaren u. Mari. naden, Hering= und Fleischsalat in pikanter Güte, Matjesheringe ff., la Salzheringe, Essig=, Seuf= und Salz=Gurken Hamburger Fischhalle Versteigerung Samstag, den:2. ds. Mis. vorm. 10 Uhr, werde ich am hiesigen Schlachthof einen wertvollen Schäferhund öffentlich meistbietend gegen bar versteigern. 704 Heimbeck Vollzieh ugsbeamter Aunue Gebrauchte Pianos billigster Preislage, sowie einige fast neue Pianos, darunter ein Schmitt-Resoval-Plano unter günstigen Bedingungen abzugeben 643 Carl Schmitt, Hagen Hofpianofabrik Elderselderstr. 69, Ruf 26963 Oefen, Kamine in großer Auswahl. 3722 Jos. Cloidt Haushaltungswaren Nörderstraße 62. Technikum Lemge I. Lippe #och., Tiel. u. Eieenbetend an Moschmenden, Eiet tretechni Echtes Kommizere. kauft man in der Bäckerei V. von der Heyd Beckestraße 37.(694 Solner mit Zubehör im Neubausofort zu vermieten. 7 Sedanstraße 17 Fabrikneuer 76: Damen-Fahrrad Marke Opel, billig zu verkaufen. Rudolf Stücke Adorermetang Moltkestr. 29 Teleion 2400 Die Atlantikschiffahrt wird gegenwärtig durch auftauchende Eisberge in verschiedenen Gebieten des Atlantischen Ozeans erheblich gehemmt. Die amerikanische Küstenschutzwache hat den Kreuzer„Tampa“ in die Nachbarschaft der Großen Bänke entsandt, um von dort aus die Zwangsversteigerung Im Wege der Zwangsvollstreckung werde ich am 21. Februar 1930, mittags 12 Uhr, in Sommerberg(Eisenberg) 1 Parlophon öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigern. 705 Schwerte, 20. Febr. 1930. Kubon, Gerichtsvollzieher kr. Entwicklung der Eisberge zu beobachten und die Schiffahrt drahtlos über etwaige Gefahren zu verständigen. Während sonst um diese Jahreszeit noch keine Eisberge zu verzeichnen sind, wird gegenwärtig überall von Gefahren für die Schiffahrt berichtet. — Viersteuer gesicher. R n Wen 1 Rotenbücher Gesangbücher, Liederdücher für alle Zwecke in reichhalt. Auswahl vorhanden, Konunerdbücher für Vereine zu den billigsten Preisen. C. Braus Behnbofsraße 1 Die jdbrliche Bierberstellung in Deutschland R•400ooohlDie Finanzsachverständigen der Regierungsparteien und Reichssinanzminister Dr. Moldenhauer setzten gestern abend die Beratungen über die Deckungsmöglichkeiten des Fehlbetrages im neuen Etat fort. Das Zustandekommen der Biersteuer gilt als gesichert, da Bayern seine grundsätzlichen Bedenken gegen diese Steuer zurückzustellen beabsichtigt, falls seine Sonderwünsche bei Rücküberweisung erfüllt werden. Von den Erträgnissen der Biersteuererhöhung sollen die Länder ein Drittel erhalten. Eine Abordnung der landwirtschaftlichen Erzeugerverbände und der Bauernorganisationen weilte in Berlin, um Stellung zur drohenden Erhöhung der Biersteuer zu nehmen. Vertreten waren der Bayerische Christliche Bauernverein, der Landbund, der Landesverband Bayerischer Ackerbauvereine, der Deutsche Hopsenbau=Verband und der Deutsche WeinbauVerband. Die Abordnung verhandelte mit Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer und Vertretern der sämtlichen Regierungsparteien. Die Vertreter der bayerischen Landwirtschaft wiesen mit alllem Nachdruck hin auf die katastrophalen Folgen, welche eine hung für die bayerische Landwirtschaft, für bayerische Industrie und das bayerische werbe haben müssen. Ebenso scharf sie sich gegen eine Wiedereinführung der Weinsteuer oder der gemeindlichen Getränkesteuern. gibt einen Ueberblick über Strümpfe Schlüpfer Damenwäsche Oberhemden Büstenhalter Taschentücher Schlafdecken Schürzen Spitzen Handschuhe Kleiderstoffe Rodee Anfnien Kireteie Eitlichen Eineneern Anfungr! Tolernezn Findne Lin vrür Petssintnn Tekercznes undun MINMMMMMMNAA Socken Röcke Kinderwäsche Krawatten Korsetts Seife Bettücher Sweater Handarbeiten Frottierwäsche Weisswaren Donnerstag, 20. Februar 1930 Nr. 43(Zweites Blatt) „Schwerter Henund Von Trinnen und Träußen Berlin, dritte Februarwoche 1930. Ich bin kürzlich im Licht eines Morgens, der schon den Vorfrühling verspüren ließ, durch die sauberen Straßen von Potsdam gebummelt In Potsdam kann man noch bummeln— bei Tage. In Berlin, der rastlosen Stadt, kann man nur„bummeln“im anderen minder schönen Sinn— bei Nacht. Hinterm Stadtschloß, hinter dessen vorhanglosen Fenstern jetzt irgendwelche belehrsamen Museen untergebracht sind, steht aufgereckt das Bronzebild des deutschen Generals August von Steuben. Eines der siegreichen Führer im Kampf um die Unabhängigkeit Nordamerikas. Und wer sich die Mühe nimmt, die Inschrift am Sockel zu lesen, der erfährt, daß der Kongreß der Vereinigten Staaten diese genaue Nachbildung der amerikanischen Originals dem deutschen Kaiser und dem deutschen Volke geschenkt hat„in dankbarer Erinnerung an die unwandelbare Freundschaft der beiden Völker." Das war im Heilsjahr 1910. Auf dem Dreisitz und den breiten Schultern des Generals sind kleine Kleckse zu bemerken, so die Zutraulichkeit gut verdauender Vögel beweisen. Ich weiß nicht warum, aber ich habe sie gezählt. Vierzehn. Die vierzehn Punkte Wilsons, des Ehrenmannes, dacht' ich bei mir. Aber ehe ich den häßlichen Gedanken—„häßlich“ nicht, weil er sich mit zutraulichen Vögeln, sondern weil er sich mit dem wortbrüchigen Wilson beschäftigte— zu Ende denken konnte, blieb mein Blick an einem Idyll haften. Im Degenknauf des Generals, geschützt vom linken Arm des Kriegsmannes— ein kleines verlassenes Vogelnest mit leise im Wind zitternden Federchen und Hälmchen! Ein Scherz der Natur? Ein Symbol? Wer will's deuten? Im Knauf der Wasse der friedlichste Gruß des Friedens... Bald, denke ich im Schauen, bald wird das Nest wieder neuaufgeputzt und gesäubert, von Frühlingsgästen bezogen sein, und zu dem energischen Kopf des Freiheitshelden klingt deutscher Lenzgesang. Wird ihm lieber sein, dacht' ich, als die amerikanische Hymne. Denn ein Stündchen vorher hatte ich beim Frühstück gelesen, daß jüngst dem Rechtsausschuß des Repräsentantenhauses in Washington eine von Millionen Amerikanern unterschriebene Petition überreicht worden sei, die Bitte enthaltend: die Melodie der Nationalhymne„Stars and Stripes“ zu ändern, sanglicher zu machen. An einer Stelle des Kantus erklimmt nämlich die Melodie dieses bald hundert Jahre alten Musikstückes eine solche Höhe, daß sie nur von Sopransängern erreicht werden kann. Und da muß man gerechterweise erkennen: Was liegt dem Bürger jedes Standes Am Herzen näher wohl als dies: Der Hymne, die den Ruhm des Landes Im Schwung gewalt'ger Rhythmen pries; Dem Lied, das seiner Heimat Schöne In Hoffnung schwelgend stolz bewußt, Zu leih'n die allerhöchsten Töne Aus tief bewegter Männerbrust! Und wenn von Kunst und solchen Dingen Der Yankee allzuviel nicht hält, Des Sternenbauner Ruhm zu singen, So laut er kann, vor aller Welt, Durch Wucht der Stimmkraft zu beschämen, Was sonst noch rings um Geltung ringt, Das läßt er sich nun mal nicht nehmen— Er reißt das Mündchen auf und— singt! Da mußt' er's ärgerlich erfahren, Wenn er Begeist'rung heftig spürt, daß— dies schon bald seit hundert Jahren Die Hymne steil zur Höhe führt; Und daß solch Heldenlied der Ahnen, Das ohne Schwierigkeit begann, Nur von geübtesten Sopranen Restlos erklommen werden kann. Herbei mit Eurem Angebote, Meister der Töne! Aber— gleich! Gut fünfzig Dollar für die Note— Es lohnt sich über'm großen Teich! Ein Tonstück schafft, so leicht und milde, Daß es bewält'gen allzumal Die Ford und Gould und Vanderbilde Mit dem gesamten Personal. Spaß beiseite— der Preis in dieser halb ausgeschriebenen Konkurrenz wird so bemessen sein, daß der siegreiche Komponist sein weiteres Leben lang nicht mehr nötig haben wird, aus einem halben Dutzend vorhandener Operetten eine neue zu machen. Was übrigens auch gar nicht leicht ist. Was ist überhaupt in der Welt so leicht, wie sich's einer vorstellt, der beruflich nichts damit zu tun hat? Da haben wir jetzt den Edgar Wallace erlebt. Dieser moderne Held der Fruchtbarkeit soll sich vermessen haben, den Düsseldorfer Massenmörder zu finden. Ist K auch in Düsseldorf gewesen. Persönlich— aber gefaßt hat er den Massenmörder nicht. Auf die Schriftsteller ist eben auch kein Verlaß mehr. Nicht nur, daß Kriegsromane erscheinen aus der Feder von Leuten, die selber nicht mal mit Liebesgaben an die Front gekommen sind. Nein, auch Schriftsteller von hohem Rang, die schon die zweite Blüte ihres Ruhmes erlebt haben, da sie— dreißig Jahre tot— von jedem, der Lust hat, Papier und Druckerschwärze und Geld hatte, nachgedruckt werden durften, können nicht mehr als zuverlässig gelten, seit— ja, seit Gustav Freytag(als ganz junger Mensch habe ich ihn noch gekannt und besucht und mit Staunen den Eindruck des unerhört Gutbürgerlichen, Soliden mit heim genommen)— seit Gustav Freytag durch den Riesen=Prozeß neulich in Breslau überführt wurde, daß er sich in„Soll und Haben“ geirrt hat. Daß ein Musterbeispiel von Solidität, wie das alte Haus Molinari, auch zusamenbrechen kann und daß häßliche Drucksehler wie„überzogene Credite"— „verschleierte Buchführung“, den ehrwürdigen Text eines der vornehmsten deutschen Romane nachträglich verunstalten können. Da hat der zweitausend Jahre alte Kollege Vergil schon größeres Glück gehabt, als er, das Haus der Julier zu verherrlichen, in endloser Fülle der Hexameter den guten Aencas aus dem brennenden Troja führte und den unerschütterten Grundstein zur Größe Roms legen ließ. Mussolini weiß was er tut und warum er es tut, wenn er das Jahr 1930 das„Vergil=Jahr" getauft hat. Das ganze Jahr soll ersüllt sein vom Gedächtnis an den(durch das humanistische Gymnasium) unsterblichen Sohn Mantnas. Begreiflich vom Standpunkt Mussolinis, und doch— Mein Gott, ein ganzes Jahr Vergil Ist nicht zu überbieten. Doch wird's euch nicht ein bißchen viel, Ihr Männer und Quiriten? Parlament der In Berlin fand die Konferenz des Reichsfinanzministers mit dem Finanzministern der Länder statt. Unser Bild zeigt sitzend von links: Reichsfinanzminister Moldenhauer, die Finanz= minister von Bayern, Sachsen und Anhalt. Stehend ganz links: Finanzminister von Baden, stehend von rechts: die Finanzminister von Braunschweig und Thüringen. Der Celzial Roman von Robert Misch. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle(S). 6. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Man hörte ihn ruhig an und sagte ihm ebenso höflich wie kalt, daß man an seiner Unschuld durchaus nicht zweifle, da er ja amtlich freigesprochen sei. Für üble Nachrede könnten sie, seine ehemaligen Chefs, nichts. Er solle nur jeden zur Anzeige bringen, den er dabei erwischen könne, fügte der Seuiorchef mit leiser Ironie hinzu. Seine Bücher zu prüfen, hätten sie weder Zeit, noch Lust und Veranlassung. Da er nicht der Dieb gewesen sei, so rührte auch selbstverständlich das zurückgeschickte Geld nicht von ihm her. Im übrigen wünschten sie ihm auch ferner Glück in seiner neuen Laufbahn. Was blieb Kolb weiter übrig, als mit innerlichem Groll, aber äußerst höflich wieder abzuziehen! Doch bat er sich vorher den Umschlag des Geldbriefes und den beigesügten Zettel aus, der in offenbar verstellter Handschrift die Worte enthielt: „Als Schadenersatz für die zwangsweise geliehene Summe vom Reuigen. Man gab ihm den Zettel auch nach einigem Zögern, da er ihn als Spur benutzen wollte den Schuldigen auf eigene Faust zu entdecken. Aber für die Chefs und Angestellten des Hauses Röder und Co. war es nur ein Beweis mehr, daß er der Täter sei, der auch die leiseste Spur verwischen wollte, wie ein alter Fuchs seine eigene Fährte. Uebrigens hatte dies Ereignis nicht nur zerstörend in sein äußeres Dasein, in seine Existenz und Karrire eingegriffen, auch die Braut und Geliebte hatte es ihm geraubt. Ein Nachbarstöchterlein, seine und Kaltenbachs ehemalige Spielgefährtin, gleich ihm und seinem Vetter das Kind eines subalternen Beamten, hatte sein Herz schon seit den gemeinsam vertollten Kindertagen gefesselt. Die Neigung war gegenseitig; auch Charlotte liebte den hübschen, heiteren und freimütigen Burschen. Die Eltern hatte gegen eine Heirat nichts einzuwenden, sobald der junge Kausmann sein Weib zu ernähren imstande sei. Das war nun, als Kolb jene Vertrauensstellung und Gehaltserhöhung beim Hause Röder und Co. erhielt, der Fall. Man hatte das Verlöbnis gefeiert, Möbel und Aussteuer bereits ausgewählt— da vernichtete jenes schreckliches Ereignis seine Hoffnungen, und Wünsche für immer. Wie alle Welt, mußten auch Charlotte und ihre Eltern an seine Schuld glauben; selbst der Freispruch änderte daran nichts. Als Kolb aus dem Gefängnis wieder in die Welt eintrat, hatte man Charlotte in eine kleine Stadt zu Verwandten geschickt. Er sah sie nie wieder. Sie kehrte erst nach Berlin zurück, als er die Hauptstadt bereits verlassen hatte, um draußen als Schauspieler sein Glück zu suchen. Später hatte sie sich mit Theodor, dem jüngeren Bruder Kaltenbachs, verlobt und verheiratet, der mit ihrer kleinen Mitgift und eigenen Ersparnissen ein Unternehmen aufing, das aber nicht recht reüssierte. Das junge Paar kehrte darauf Europa den Rücken und ging nach Amerika, wo es nach mancherlei Wechselfällen zu einigem Wohlstand gelangte. Frau Charlotte hatte übrigens nach dem frühen Tode des Gatten zum zweiten Male geheiratet, einen Mister Seymor, einen Stock=Amerikaner, der sich durch umfangreiche Petroleumund Weizenspekulationen bereicherte. Vor etwa zwei Jahren war auch Mister Seymor in San Francisco gestorben und hinterließ ihr, wie man sagte, ein nach Millionen zählendes Vermögen. Kolb hatte der. Geliebten ziemlich lange nachgetrauert. Jetzt als Direktor heiratete er eine hübsche und begabte Schauspielerin, die nicht nur als seine beste Kraft das Publikum ins Theater zog, sondern auch ällmählig die geschäftliche Seele des Unternehmens wurde. Dieses begabte, schöne und willensstarke Weib war ihm nicht nur als Künstlerin und Geschäftsfrau nützlich, sondern auch eine treue Gattin, eine brave Hausfrau und Mutter. Als ihr erstes Töchterchen vier Jahre alt war, gab sie einem zweiten Kinde das Leben, um es wenige Tage später selbst zu verlieren. Einige Monate darauf folgte ihr das schwächliche Kind ins Jenseits. Von diesem Zeitpunkte an ging es mit seinem Unternehmen bergab. Statt seine Anstrengungen zu verdoppeln, ließ er in Gram und Schwäche den Dingen freien Lauf. So viel Geld man auch mit einem gutgehenden Theater verdienen kann, eine schlecht geleitete Bühne frißt es noch viel schneller auf. Die Kosten bleiben die gleichen, ob das Haus gesüllt oder leer ist. Kolb büßte in noch nicht zwei Jahren wieder ein, was ihm das Glück und die Anstrengungen seiner Frau in den Schoß geworsen hatten. Mit einem kleinen Sümmchen, das ihm nach Bezahlung seiner Schulden vom Verkauf der Dekorationen und Kostüme übrigblieb, mußte er die Stadt verlassen. Nun begann ein mühe= und wechselvolles Leben. Er blieb einige Zeit bei der Bühne, wandte sich dann dem Journalismus zu, ohne jedoch Erfolg zu erzielen, und wurde schließlich Agent und Vermittler für alle möglichen Waren, bald für Häuser= und Güterverkauf, bald für Wein, Stiefelschmiere oder Mühlenfabrikate. In Berlin fand er seinen Vetter, Jugendfreund und ehemaligen Kollegen Kaltenbach als wohlhabenden und stillen Teilhaber, einiger kaufmännischer Unternehmungen wieder. Und merkwürdigerweise knüpfte sich das solange zerrissene Band zwischen den beiden, in ihren Schicksalen wie in ihren Charaktern so verschiedenen Männern leicht wieder an.—— Kaltenbach, der sich gegen alle anderen Menschen in Geldfragen höchst ablehnend und ungemütlich verhielt, versagte ihm zu wiederholten Malen nicht seine Hilfe und nahm ihn Ein Jahr— s' ist eine lange Zeit— Bloß Hymnen und Getute: Daß ihr Aeneas Enkel seid Und aus trojan'schem Blute Vergil— der Lorbeer des Homer, Des Unerreichten, Großen, Hat dieses Verstalent umher Im Dichterwald gestoßen; Bis es, Odysseus wesensgleich, An jenen Mann geraten, Der für der Julier Stamm und Reich Sich eignete zum Paten. Das Mittelalter, das Homer, Das Vorbild selbst, nicht kannte, Lief hinter seinem Schüler her, Sogar der große Dante! Und als die Welt des Sanges froh, Zum Meister sich gefunden, Blieb er in dem Gymnasio Der Liebling der Sekunden. Oh, Mussolini, fragst du mich— Homer in hohen Ehren— Doch, wer mit ihm Vergil verglich, Soll keine Dichtung lehren. Und müßt' ich schau'n zwölf Monde lang Auf seine Erdentage, Aus meiner Jugend schmerzlich bang Stieg auf zu dir die Frage: Infandum, o duce, jubes renovare dolorem?*) Diogenes. *) Im Original steht für„o duce" der Vokativ„regina". Mit diesem berühmten Haxameter beginnt bei Vergil der Held Aeneas die Erzählung seines Schicksals am Hofe der Dido. „Oh, Königin, du weckst der alten Wunde unnennbar schmerzliches Gefühl"—so in Schillers Uebersetzung. Die Schriftlig. Der Brief einer Mutter Man stellt uns den Brief einer Bauernfrau aus Rußland“, der in seiner menschlichen Unmittelbarkeit ein erschütterndes Dokument, der gegenwärtigen Zustände in Rußland darstellt, zur Verfügung. Wir entnehmen daraus, folgendes: „Nach all dem Sturm, den wir durchgemacht haben, will ich Dir einen recht ausführlichen Brief schreiben. Ach, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, denn mein Kopf ist so voll von lauter Gedanken und die Augen so dick vom Weinen, daß ich fast nichts mehr sehen kann. Die Kinder habe ich endlich beruhigt und ins Bett gebracht. Jetzt sitze ich im gänzlich leeren Zimmer und will Dir unsere Not klagen. Es geht schrecklich zu in unserem Rußland. Zuerst wird soviel Steuer aufgelegt, daß nicht zu zahlen ist. Dann wird alles rein weggenommen, die Männer arretiert und die Familien verschickt oder in jämmerlichstem Zustande gelassen.“ Die Briefschreiberin schildert, dann das eigene Eheleben, daß mit der Konfiskation des ganzen Besitzes(Haus, Hof, Möbel usw.) und schließlich sogar in sein Haus auf, als das obere Stockwert frei wurde. Freilich verbesserte sich allmählich die äußere Lage Kolbs mit Hilfe der heranwachsenden Tochter, der er eine sorgfältige Erziehung hatte angedeihen lassen. Zu einer kaufmännischen Tätigkeit ausgebildet, nahm sie eine gutbezahlte Stellung als Buchhalterin ein. Aber dies genügte ihrem Ehrgeiz und ihren persönlichen Neigungen nicht, und sie bereitete sich daneben durch eifrige, private Studien zur Ausübung der Zahnheilkunde vor. Maximiliane füllte allmählich den Platz ihrer seligen Mutter aus; sie brachte wieder Ordnung in Kolbs Finanzen und sein Hauswesen, das sich auf ihr Gehalt als feste, unverrückbare Grundlage stützen konnte, da seine Einnahmen von sehr schwankender, unregelmäßiger #t waren. Nachdem sie ganze Nächte hindurch stuert hatte, gelang es ihr endlich, bei einem r bekanntesten Zahnärzte Berlins, der zueich Vorlesungen hielt, erst als Volontärin, inn als bezahlte Gehilfin anzukommen. Sie wies sich bald als fleißig, geschickt und auchbar, daß der Professor allmählig ihr behalt erhöhte. Aber es war ihr Traum, sich einmal selbändig zu machen und ihrem trotz seiner schwäche vergötterten Vater den Lebensabend angenehm als möglich zu gestalten. Eine seirat mit einem Kaufmann, der so wohlhaund war, wie er wiederholt versicherte, daß sich„den Luxus einer vermögenslosen Frau statten“ könne, schlug sie aus. „Ich habe dazu drei schwerwiegende Grünhatte sie„Onkel“ Kaltenbach auf seine insten Ermahnungen und Vorwürfe erwidert. Erstens liebe ich ihn nicht....... „Ach was— U nsinn— Liebe: Ich dente, u hast alle Ursache, zunächst an eine gute ersorgung zu denken— schon deines Vaters begen“, rief Kaltenbach ärgerlich. (Fortsetzung folgt.) mit der Verurteilung des Hausvaters zu jahrelangem Gefängnis endete. Sie fährt dann „Als wir das hörten, gingen wir alle hin. Der arme Papa weinte und wir schrieen. Dann sing er endlich an uns zu trösten und sagte: „Wir haben doch einen lieben Heiland, der für uns sorgt, betet nur fleißig". Oh, es war ein zu schwerer Abschied. Jetzt haben wir unseren lieben Papa verloren, wer wird sich jetzt um uns annehmen, und wer wird für uns sorgen? Du kannst es Dir gar nicht vorstellen, wie es jetzt in Rußland zugeht. Es scheint gerade als ist der Teufel aus der untersten Hölle losgekommen und wület jetzt. Wir stehen jetzt in der Gefahr, daß sie werden uns Kleider und alles wegnehmen und ausweisen. Dann steht uns allen nur der Hungertod vor Augen... Nun ist der liebe Tag wieder angebrochen und mir ist, als hätten wir gestern Begräbnis gehabt. Nun ich will mich einzig jetzt auf unseren Erlöser stützen. Morgen geht wieder der größte Ausruf vor, es werden wieder mehrere Wirte geplündert. Und die Mannsleut arretiert. Das Herz will einem fast platzen... Ich kann mich nur immer trösten, daß alles ein Ende nimmt, und wenn wir überstanden haben, dürsen wir ihn wieder loben und preisen mit verklärten Zungen. Oh, wie herrlich und erquickend wird dann die Ruhe sein!" Hygiene im Ho Schwerte, den 20. Februar 1930. * In den letzten Jahren hat die Hygiene auch im einzelnen Haushalt mehr und mehr Eingang gefunden, aber immer noch stehen viele Kreise den Bestrebungen, Hygiene in den Haushalt zu tragen, ablehnend gegenüber in der Annahme, daß die Haushalt=Hygiene verbunden sei mit der Anschaffung kostspieliger Apparate und Geräte. Das ist durchaus salsch! Eine der Grundregeln der Hygiene und besonders der Haushalt=Hygiene ist Sauber keit. Dazu braucht man nur eine Schüssel Wasser, ein Stück Seife und ein sauberes Handtuch. Zum Staubwischen gehört nicht unbedingt der elektrische Staubsanger, sondern ein feuchtes Tuch oder ein angefeuchteter Besen. Um gute Luft im Zimmer zu haben, braucht man keinen Ventilator, sondern man muß morgens und abends, im Sommer wie im Winter, für kurze Zeit die Fenster öffnen. Diese und ähnliche Beispiele zeigen, daß es bei der Haushalt=Hygiene weniger auf den Geldbeutel, als vielmehr auf das nötige Wissen und auf dessen Verwendung im geeigneten Augenblick ankommt. Manche Hausfrau und manche Hausangestellte weiß heutzutage sehr wohl, daß durch die Ausatmungsluft eines Menschen unter Umständen alle möglichen Krankheitskeime in die Luft verstreut und anderen dadurch gefährlich werden können. Allein, was geschieht im kritischen Augenblick? Auf dem Herd in der Küche steht ein Topf mit Milch zum Kochen. Die Hausfrau oder Hausangestellte wird im Augenblick abgerufen oder erledigt im Nebenzimmer währenddessen eine andere Arbeit. Plötzlich erinnert man sich, oder es dröhnt von einem Dritten der Ruf: „Die Milch kocht über!" Rasch stürzt man in die Küche, schiebt den Topf beiseite und — pustet mit vollen Backen die überkochende Milch herunter. Wieviel Krankheitskeime werden so denen, die später die Milch trinken sollen, hineingeblasen! Und doch, ein schnell aus der Küchenlade entnommener metallener Löffel, den man in die kochende Milch hineinhält, hätte in hygienisch einwandfreier Weise das ganze Unglück verhüten können. Dieses und ähnliche Beispiele beweisen nur, daß wichtiger als alle Apparate für Hygiene im Hause hygienisches Wissen, hygienisches Denken ist, wie es, unter Führung des Reichsausschusses für hygienische Volksbelehrung, heutzutage von den verschiedensten Seiten und auf heu verschiedensten Wegen jedem zu vermitteln versucht wird. Ausgerüstet mit solchem Wissen, wird die Hausfrau oder ihre Stellvertreterin imstande sein,sich hygienisch einwandfrei zu benehmen bei den verschiedensten kritischer. Momenten des täglichen Lebens ebenso ndie wenn der Schreckensruf ertönt:„Die Milch kocht über!“ Februar 1850 im alten Leineweber'schen Hause das Licht der Welt und ist als Schwerterin eine viel bekannte und geachtete Persönlichkeit. Ihre alten Tage verlebt sie bei ihrem Sohne, dem Eisenbahnmechaniker Gusiav Busse, Moltlestraße 38. Auch wir gratulieren der alten Dame recht herzlich zu ihrem Wiegenfeste. Brandbettag. Gestern vormittag um 9,30 Uhr wurde der „Brandbettag“ in der großen evgl. Kirche in üblicher Weise durch einen Schulgottesdienst gefeiert, an dem neben den oberen Jahrgängen der evgl. Volksschulen die Schüler und Schülerinnen der höheren Schulen unserer Stadt teilnahmen. Die große Not der Vergangenheit und die äußere und innere Not unserer Zeit, die unsere Gedanken leiten soll zu dem, der in allen Nöten hilft, bildete den Grundgedanken der schönen Feier, der in Wort und Lied, insbesondere in der Ansprache von Pastor Ohlig, eindringlichen Ausdruck sand. Zur musikalischen Ausgestaltung des Gottesdienstes trugen gesangliche Darbietungen des Schülerchors des Gymnasiunis und eines Mädchenchors der Sedauschule bei; außerdem spielte das Streichorchester des Gymnasiums mit Orgelbegleitung das Largo apassionata von Beethoven und das Duett aus der Orgelsonate von Mendelssohn; desgleichen sügte sich der ausdrucksvolle Vortrag eines Gedichtes„Weckruf" von Gustav Schüler, gesprochen von einer Schülerin der Sedauschule, dem ernsten Rahmen der Feier, an der auch viele Erwachsene teilnahmen, gut ein. Ladenbrand. Zwischen 5,30 und 6 Uhr in den heutigen Morgenstunden bemerkten Passanten, daß aus dem Laden des Kausmanns Tappe, Kreuzstraße, Qualm und Rauch nach außen drang. Nach näherer Feststellung bemerkte man, daß im Laden das Inventar Feuer gefangen hatte und bestimmte Gegenstände am Glimmen waren. Durch sofortiges Eingreifen konnte das Feuer, dessen Entstehungsursache noch unbekannt ist, durch Polizeibeamte und Anwohner im Keime erstickt werden, sodaß die herbeigerufene freiw. Feuerwehr nicht mehr in Tätigkeit zu treten brauchte. Der Sachschaden ist als gering zu bezeichnen. s1 Schnecwittchen in den Lichtspielen zur Reichskrone. Am heutigen Nachmittag um 3 und 5 Uhr findet in den Lichtspielen zur Reichskrone eine Familien= und Kindervorstellung statt. Zur Aufführung gelangt im Filmteil das bekannte Kindermärchen„Schnecwittchen“ in 6 Akten. Die Ausführung und Darstellung ist vollendet, und auch der Erwachsene wird gern durch Vorführung guter Märchen an seine Jugendzeit erinnert. Wir können den Besuch dieser außergewöhnlichen Veranstaltung für Groß und Klein nur warm empfehlen.(s. Inserat). Schützenbund Schwerte. Der Schützenbund Schwerte hält am kommenden Samstag, abends 8 Uhr im Vereinslokal Peters, Wilhelmstraße, seine Jahreshauptversammlung ab.(s. Inserat). : Der Bäcker= und Konditorgehülfe Erich Jansen, Schwerte, erhielt auf dem IV. Wettstreit in der Backkunst, an dem sich etwa zweieinhalb Tausend Gesellen aus allen Städten Deutschlands beteiligten, für seine ausgestellten Waren den 1. Hauptehrenpreis. Vom Bund der Bäcker= und Konditorgesellen Deutschlands, Sitz Berlin, wurde ihm für hervorragende Leistungen ein Diplom überreicht. : D e r g e s t r i g e W o c h e n m a r k t hatte infolge des Frostwetters nur mäßigen Besuch aufzuweisen. An Gemüse wurde namentlich Grün=, Weiß, Rot= und Blumenkohl in reichlichen Mengen feilgeboten. Der Geschäftsbetrieb war im allgemeinen nur sehr schwach. Nachstehend die Preise: Fleischwaren: Rindfleisch 1,—, Schweinefleisch 1,30, 1,50, Speck 1,20—1,60, Blut= und Leberwurst 0,60—1,—, Fleischwurst 1,20, Sülze 0,80, Brannschweiger 1,40, Jagdwurst 1,30, Bierwurst 1,40, Kalbsleberwurst 1,40, Plockwurst 1,50—2,—, Zervelatwurst 2,—, 2,40 Butter und Eier: Butter 1,90—2,10, Eier 8 und 9 Stück 1,— M. Obst, Südfrüchte, Gemüse: Aepfel 25 und 30 J), Zitronen 3 Stück 20 J, Apfelsinen 14 bis 20 Stück 1 M, Bananen 35—50 L, Blumenkohl 45 ,50 H, Spinat 30 und 35 J, Rotkohl 10—15 L., Grünkohl 10 L), Zwiebeln 10 I, Weißkohl 10 J, Wirsing 10 L, Wurzel 10 L., Steckrüben 8 J, Rosenkohl 30 und 35 Salat 50 L., Rote Beete 10 L, Porree 10 J, Schwarzwurzel 40 L. Fischwaren: Schellfisch 30—40 J, Kabeljau 40 S), Rotbarsch 50 H, grüne Heringe 4 und 5 Psund 1 M, Heringe 12, 14 und 16 Stück 1 M. ha Das Abzeichen an der Badehose. Das Abzeichen der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft darf nach einer Verfügung des Chefs der Heeresleitung von den Heeresangehörigen an der Badehose in und außer Dienst jederzeit getragen werden. Es darf aber dienstlich nicht gefordert werden. Schon 1928 war mitgeteilt worden, wer berechtigt ist, das Abzeichen anzulegen und an welcher Stelle der Badehose es zu tragen ist. ha Anspruch auf die Gratisikation. Den Anspruch auf einen entsprechenden Anteil an der Gratisikation bei vorzeitigem Ausscheiden eines Angestellten hat das Landesarbeitsgericht Altona in einem besonders bemerkenswerten Urteil anerkannt. Nach diesem ist die Zuwendung ein Teil des Diensteinkommens und in erster Linie als eine Art Belohnung für das Ausharren im Dienste bis zu der Zeit der Verteilung anzusehen. Bei einer Auflösung des Dienstverhältnisses vor der Verteilung der Spende besteht dann ein Anspruch auf den entsprechenden Anteil an der Zuwendung, wenn dem Arbeitnelmer gekündigt wird, ohne daß ihm ein Verschulden zurechnet werden kann, oder wenn er selbst kündigt und durch vertragswidriges Verhalten des Arbeitgebers dazu veranlaßt ist. Als Zeit der Zahlung des Anteils kommt aber nur der Tag in Frage, an dem sonst die Spende gezahlt zu werden, pflegt. ug Eingegen Karl Blume der Komponist vieler Löns=Lieder, u. a.„Grün ist die Heide“ gastiert am heutigen Donnerstag abend 8,15 Uhr persönlich in den Lichtspielen zur Reichskrone und singt Lieder zur Laute zu der einmaligen HermannLöns=Veranstaltung. Gedeultage. 20. Februar: 1751 Der Dichter Johann Heinrich Voß in Sommersdorf geboren(gestorben 1826).— 1810 Die Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hoser und Peter Mayr erschossen(beide geboren 1767).— 1920 Der Polarforscher Robert Peary in Washington gestorben(geboren 1856).— 1929 Der Pädagoge Wilhelm Rein in Jena gestorben(geboren 1847). Wetterbericht der Wetterwarte Essen vom 19. Februar. Die Wetterlage zeigt heute wenig Aenderung, da das Tiefdruckgebiet über dem Mittelmeer und das von Großbritannien nach Südskandinavien reichende Hochdruckgebiet in unveränderter Stärke fortbestehen, während die im hohen Norden vorüberziehenden Tiefdruckgebiete uns zunächst nicht beinflussen. In Deutschland war es heute früh bei Temperaturen zwischen 0 und— Grad trocken und ziemlich heiter. Der Kahle Asten hatte starken Nordostwind, 6 Grad Frost und 25 cm. Schneehöhe. Aussichten bis Freitag: Vorwiegend trocken und ziemlich heiter, nachts noch Frost, später eiwas milder. + Hohes Alter. Am morgigen Tage kann die Witwe Heinr. Busse, Wilhelmine geb. Weber in geistiger Frische ihren 80. Geburtstag begehen. Das hochbetagte Geburtstagskind erblickte am 21. Schwerte, den 20. Februar 1930. * Die Karnevalszeit ist in diesem Jahre besonders ausgiebiger Natur und von längerer Dauer, als das sonst wohl üblich ist. Aber es geht nicht an und man beabsichtigt auch nicht, in die unantastbaren Besugnisse der Kalender= Allgewaltigen einzugreisen und diese Wochen fröhlichsten Menschseins auch nur in etwa in ihren leichtflüssigen und bunten Extremen zu schmälern, die zu genießen innerhalb eines Jahres immerhin rar und selten sind. So rar und selten, daß wir Menschen die gegebenen Gelegenheiten zwischen Neujahr und Aschermittwoch fest am Schopfe sassen und mit erhöhten Temperamenten und blitzenden Augen mitten hinein in eine Atmosphäre marschieren, die sich uns als zarteste Schleier und klare Blinkfeuer projektiert. Wie der Leuchturm auf dem Eiland seine grüßenden Lichtsignale über die Meeresdunkelheit wandern läßt, winken uns zur Zeit die Lichter eines ergötzlichen und unbeschwerten Daseins und alle jene Mitbewohner dieser schönen Erde tun im Bedarfsfalle gut daran, diesen lockenden Feuern Folge zu leisten, wollen sie nicht an den Sorgen und dem verstaubten Griesgram des Alltags einmal Schiffsbruch erleiden. Der Karneval hat, im tieferen Sinne genommen, einen nicht zu unterschätzenden Zweck zu erfüllen; er ist der gute Vermittler zwischen zwei Spannungen im Leben, für die, um sie zu lockern und geschmeidig zu machen, nicht zuletzt Stunden benötigt werden, die in ihrem Inhalt einmal ganz abweichen von dem Einerlei unserer kurzen Tage. Darum ist es durchaus nicht abwegig, wenn man diese Zeit, die im angenehmen und ansprechenden Rahmen dem Karneval vorbehalten ist, unbedingt bejaht. Nur noch 14 Tage, dann muß Prinz Karneval sein Schellengewand in der Requisiten= kammer der jährlichen Schaubühne verschwinden lassen und eine Thronverzichtserklärung unterschreiben, der ein mehrmonatiges Interregnum folgen wird. Dann wird der ganze Hofstaat degradiert und fristlos entlassen. Aber bevor diese Maßnahme ergriffen wird, ist es noch ein auserwählter Tag, der diesen Narrenstaat noch einmal im hellsten Prunk und Glanz erscheinen läßt, der alles auf die Beine bringt, was sich nur eben zu dieser bunten Gefolgschaft bekennt. Am Rosenmontag werden auf allen Instrumenten die verlockendsten und süßesten Weisen gespielt werden und das Benefiz für den Narrenschelm wird ein Arrangement erfahren, das den Höhepunkt in dieser Faschingssaison darstellt. Das Elite=Kostümfest im„Freischütz“ am besagten Rosenmontag verspricht in jeder Beziehung eine außergewöhnliche Redoute zu werden, wo es hinsichtlich der Ausstattung und Durchführung in allen Einzelheiten an nichts fehlen wird. Alle Karnevalsfreundinnen und=Freunde sollten diese Veranstaltung nicht ungenützt vorübergehen lassen, zumal sie der Ausklang für diese Saison bedeutet. An diesem Abend werden noch einmal Frohsinn und Humor voll zu ihrem kommen, bis zum Aschermittwoch, wo alle Katzen grau sind und dem Prinzen Karneval das Valet zugerusen werden wird. L= Landkreis Iserlohn Amt Weithofen Holzen. Jahreshauptversammlung der Evgl. Frauenhülfe. Am gestrigen Nachmittag hielt die Evgl. Frauenhülfe Holzen im Saale des Wirtes Wilh. Hosang ihre Jahreshauptversammlung ab. Zahlreich war man der Einladung gefolgt, so daß zu Beginn alle Plätze besetzt waren, ein Zeichen dafür, daß auch hier Einmütigkeit herrscht. Mit dem gemeinschaftlich gesungenen Liede„Befiehl du deine Wege...“ nahm die Versammlung ihren Anfang. Zunächst verlas man Kartengrüße des früheren Bezirkspfarrers Wischnath und des Vorsitzenden des Provinzialverbandes Pfarrer Johanneswerth=Soest. Dann gedachte man der Geburtstagskinder und erfreute sie mit einer kleinen Erinnerungsgabe. Nunmehr schritt man zur Kaffeepause über und ließ sich den von den Geburtstagskindern gestifteten Kuchen und vom Vereinswirt hergestellten Kaffee gut schmecken. Des verstorbenen Mitgliedes Frau Demtröder gedachte man durch Erheben von den Plätzen und durch Absingen des Liedes„Wo findet die Seele die Heimat, die Ruh...“ Hierauf wurde von der 1. Schriftführerin Frau E. Jakobs der Jahresbericht des verflossenen Jahres verlesen, der sehr reichhaltig war. U. a. sei erwähnt, daß die Frauenhilfe auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege Großes geleistet hat. Ferner fand an einem schönen Sommertag ein Ausflug zum Stausee statt, um auch den Frauen einmal die Alltagssorgen zu vermindern. Im Oktober fand eine Abschiedsseier für den scheidenden Pastor Wischnath und im Dezember eine schlichte Adventsfeier statt. Die Frauenhülfe zählt zur Zeit 118 Mitglieder. Der Kassenbestand war sehr zufriedenstellend, sodaß der Kassiererin Entlastung erteilt wurde. Am 22. Januar ds. Is. sand die Feier des 10jährigen Bestehens der Frauenhülfe statt. Nach einem Festgottesdienst in der neuen Kirche auf dem Höchsten fand im Vereinslokal eine Nachfeier statt, bei welcher die Vorsitzende des Stadtverbandes, Frau Theile, die Pastöre Lic. Beckmann=Soest, Kleinemeyer= Schwerte und Rüther=Höchsten anwesend waren. Als Festredner fungierte Psarrer Lic. Beckmann, der die Worte des 100. Psalms: „Dienet dem Herrn in Freuden" auslegte. Junge Mädchen und Frauen verschönten das Fest durch geschmackvolle Darbietungen. Den Jahresbericht schloß die Schriftführerin mit den Worten:„Ein Jahr voll reicher Abwechslung liegt hinter uns und frohen Mutes, mit vollem Gottvertrauen wollen wir dem kommenden entgegensehen.“ Unter„Verschiedenes" machte man u. a. bekannt, daß man im Sommer einen Ausflug nach Düsseldorf machen wolle, um die Persilwerke Henkel u. Co., sowie die Großmühlenwerke Gebr. Plange zu besichtigen. Damit war die Tagesordnung erschöpft und mit dem Liede: „Unsern Ausgang segne Gott...“ beendete man die einmütig verlaufene Versammlung. Amt Eroste Bürenbruch. Bestandene Prüfun, Der Schreinerlehrling Wilh. Voß=Bürenbruch bestand seine Gesellenprüfung bei dem Schreinermeister Wilh. Stricker, Hennen, als Schreiner mit dem Prädikat„Gut“. Verantwortlich für Lokales, Kommunalpolitik, Feuilleton, Provinzielles, Gerichtssaal u. Sport Haus Eberhard Lex, Schwerte. Aus den Nachbar-Städten Aus Groß=Dortmund — Rücksichtsloser Radfahrer überfährt Mutter und Kind. Als ein Radsahrer die Langestraße befuhr, fuhr er anstatt an der rechten an der linken Seite. Ohne irgendwelche Warnungssignale gegeben zu haben, fuhr er eine vom Bürgersteig kommende Frau, die ihr Kind an der Hand führte, von hinten an und brachte beide zu Fall. Hierbei stürzte die Mutter mit solcher Wucht auf den rechten Unterarm, daß dieser gebrochen e wurde. Als der gleichsalls zu Fall gekommene Radfahrer gewahrte, was er durch seine Schuld angerichtet hatte, schwang er sich aus sein Rad, um in erhöhter Fahrtgeschwindigkeit die Flucht zu suchen, ohne daß es gelang, ihn durch einen nachfahrenden zweiten Radfahrer zu stellen. — Verkehrsunsall. Am Montag vormittag ereignete sich auf der Provinzialstraße in Dortmund=Hombruch ein Verkehrsunsall. Dort fuhr ein Kausmann aus Essen mit seinem Personenkraftwagen um 9,15 Uhr auf der Provinzialstraße. Kurz vor der Kreuzung Dorfstraße geriet infolge der Glätte der Kraftwagen ins Schleudern und schlug hierbei gegen die Umsassungsmaner eines anliegenden Gehöstes. Die Umfassungsmauer und der Personentraftwagen wurden schwer beschädigt. Die beiden Insassen des Krastwagens sind ohne Verletzungen davongekommen. — Verkehrsunsall. Am Mittwoch vormittag kurz vor 8 Uhr wurde auf der Rheinischenstraße an der Ecke der Wilhelmstraße der Lieserkraftwagen IX 39386 von einem Straßenbahnzuge angefahren. Der Lieserwagen wollte in die Wilhelmstraße einbiegen und wurde dabei von der hinter ihm kommenden Straßenbahn erfaßt und 8 Meter mitgeschleift. Der Lieserwagen wurde hierbei beschädigt. Holzwicede. Autozusammenstöße. Auf der Chaussee in der Nähe der Wirtschaft Grimm ereignete sich ein schwerer Automobilunsall. Zwei Personenwagen fuhren mit voller Wucht aufeinander los, wobei es zwei Schwerverletzte gab. Zwei andere Mitfahrer wurden leicht verletzt. Die Schwerverletzten mußten in ein Krankenhaus überführt werden und die beschädigten Kraftwagen abgeschleppt werden.— In Hengsen, kurz hinter der Wirtschaft Döllemeier fuhr ein Motorradfahrer einem Radfahrer in die Flanke. Beide stürzten und zogen sich erhebliche Verletzungen zu. a Holzwickede. Es gibt noch Füchse! Schon des längeren hatten die Einwohner im Natorper Ortsteil über das Verschwinden von Hühnern, Enten und dergl. zu klagen. Nunmehr gelang es einem dortigen Landwirt, Meister Reinecke ausfindig zu machen und zweien seiner Sippe den Garaus zu machen. w Hengstey. Reichsbahnhof Stausee. Die Reichsbahn, die an der Entwicklung des Verkehrs an dem Staufee Hengstey großes Interesse hat, hat dieses in die Tat umgesetzt und ist im Begriff, in Hengstey einen Bahnhof zu errichten. Die Bahnsteige sind schon zum Teil fertiggestellt und man gedenkt noch in diesem Sommer den Bahnhof zu eröffnen. Wie wir hören, werden fast alle Personenzüge in Hengstey halten. Auf diese Weise wird den Besuchern des Sees, der Strandbäder und sonstigen Einrichtungen ein längerer Anmarschweg von Kabel oder Hagen erspart werden. w Hagen. Ein„süßer Schwindel“ In den letzten Tagen treibt wieder eine Honigschwindlerin in der Stadt ihr Unwesen, die an den Haustüren Kunsthonig als reinen Bienenhonig zu hohem Preise anbietet. Die Verkäuferin behauptet, selbst Imkerin zu sein, gibt einen unrichtigen Namen u. Wohnort in der Umgebung(Holzen bei Schwerte oder Haßling= hausen) an und weiß die Frauen und Dienstmädchen sehr geschickt zum Kauf zu überreden, so daß sie an einigen Stellen 10—20 Glas des gefälschten Honigs abgesetzt hat. Es wird gebeten, den Namen der Schwindlerin polizeilich feststellen zu lassen und die städtische Gewerbepolizei, hier, zu benachrichtigen. Plettenberg. Der Wildererskandal des Sauerlandes vor Gericht. Im März vorigen Jahres erregte ein umfassender Wildererskandal in den aneinandergrenzenden Teilen der Kreise Meschede und Altena weit über Westfalen hinaus berechtigtes Aufsehen. Es wurde ein gewaltiger Beamtenapparat in Bewegung gesetzt, um die Forstfrevler, unter deren Treiben besonders die Waldungen des Grafen von Plettenberg zu leiden hatten, zu fassen. Mehrere Jagdschutzbeamte des Westfälischen Jagdschutzverbandes fahndeten als Bergschüler verkleidet, nach den Uebeltätern. Zahlreiche Verhastungen wurden vorgenommen. Roch mehr Zeugen wurden festgestellt, um endgültig mit dem Unwesen der Waldfrevler zu brechen. Man sprach von über 20 Verhaftungen von denen einige angaben, sie seien erst von den verlappten Jagdschutzbeamten zur Wilddieberei angehalten und dann auf„frischer Tat“ ertappt worden. In welchem Maße bei dieser Angelegenheit Wahrheit mit Unwahrheit vermischt worden ist, wird die vor dem Siegener Schöffengericht beginnende Verhandlung ergeben. g Wuppertal. Ein Kinderballon fliegt von Elberfeld nach England. Auch die Kleinsten wollen ihre Sensation. In Elberseld ist vor einigen Tagen ein mit der Adresse versehener Kinderballon aufgelassen worden. Wie nun eine Dame aus Shanlin auf der Insel Wight mitteilt, ist der Ballon dort gelandet. Der Ballon hat somit seine Fahrt in genau westlicher Richtung von zirka 650 Kilometern zurückgelegt, davon fast die Hälfte über See. g Essen. Raubüberfall auf eine Zeitungsbotin. Abends wurde eine Zeitungsbotin, die sich auf dem Wege zum Verlag des Essener Anzeigers besand, um einkassierte Gelder abzuliesern, in der Friedrichstraße, kurz vor der Schwanckampbrücke, von einem unbelannten Täter von hinten auf den Kopf geschlagen. Sie sank besinnungslos zu Boden. Die Frau wurde von zwei bis jetzt unbekannten Männern ausgehoben. Bei ihrem Erwachen vermißte sie ihre Handtasche mit 119,60 Mark Abonnementsgelder. g Duisburg. Die ganz Schlauen. sei Hasenarbeiter hatten sich in einer Wirtschaft an der Münzstraße einen feuchtfröhlichen Abend verschafft. Als es an die Bezahlung der inzwischen auf etwa sieben Mark angelausenen Zeche ging, erklärten sie dem Wirt, daß sie augenblicklich kein Geld bei sich hütten und später bezahlen wollten. Als Sicherheit wollten sie einen Sack mit Zucker, den sie bei sich hatten, zurücklassen. Natürlich war der Wirt mit der„guten“ Sicherheit einverstanden. Als am darauffolgenden Tag jedoch die Zechschuldner nicht erschienen, besah sich der Wirt doch einmal näher das Pfandobjekt und mußte zu seinem Schrecken feststellen, daß nur eine ganz dünne oberste Schicht des Sackinhaltes aus Zucker bestand, während der Rest Sand war. Die Betrüger konnten einige Tage später ermittelt und festgenommen werden. 1 a Wiedenbrück. Vom Trauring der Finger abgerissen. Als der Kraftwagenführer Anton Hollmann in der Fleischwarenfabrik Großekathöser in Avenwedde von einem Wagen hinunter sprang, blieb er mit 9 Buschhütten. Strapazierfähiger Kuhmagen. Von einem Metzgermeister von hier wurde eine Kuh geschlachtet, in deren Magen sich folgende Fremdkörper vorfanden: 20 Drahtnägel, 2 Schlüssel, 2 Schrauben, 1 Blechstück und 2 Steine von 2—2½2 cm. Durchmesser. Diese Fremkörper waren teils zusammen und teils einzeln im Magen eingekapselt und haben anscheinend der Kuh nicht geschadet. Johann Christoph Biumhardt In diesem Monat, am 25. Februar, ist ein halbes Jahrhundert vergangen, seit Johann Christoph Blumhärdt aus seinem Erdenwirken abgerusen wurde. Johann Christoph Blumhardt war ein Mann, der von Kind auf in einem festen, uneingeschränkten Bibelglauben lebte, und dem es infolgedessen gegeben war, Wunder, wie sie die Bibel erzählt, auch selbst zu erleben und zu vermitteln. Als„Wundertäter“ hat er sich selbst nie bezeichnet, denn er wußte, nur Gott kann Wunder tnen, und wir Menschen können einander nur seine Wunderkraft vermitteln Aber unter der Einwirtung dieses glaubenden und betenden Mannes sind unzählige Kranke, denen selbst die besten Aerzte und Professoren nicht mehr helfen konnten, in ganz kurzer Zeit völlig und dauernd geheilt worden. Er hat in Möttlingen und Bad Voll gewirkt; sein Name und sein Wirken ist dort und auch anderswo noch unvergessen, zumal auch der Sohn ganz in dem Sinne und natürlich srommen Geiste des Vaters tätig war. Bekannt und bezeichnend ist sein Wort, daß sich die meisten Menschen zweimal bekehren müßten, einmal vom natürlichen zum geistlichen Menschen und dann vom geistlichen zum natürlichen Menschen. Blumhardt übte großen Einfluß auf seine Umgebung aus; das geschah durch sein ganzes Wesen, weniger durch sein Tun. Er war infolgedessen der idealste Erzieher. Er hörte einst, daß seine Söhne, ohne um Erlaubnis zu fragen, in den Zirkus gegangen waren. Flugs nahm er selbst eine Einlaßtarte in den Zirkus, kam in der Nähe seiner Söhne zu sitzen und rief mitten in die Vorstellung hinein:„Christoph, ich bin auch da!“ Damit war für ihn der Fall ein für alle mal erledigt. seinem Tranring an einem Gegenstand hängen, wobei ihm der größte Teil des Finges glatt abgerissen wurde. h Padervorn. Schlägerei beim Fußballspiel. Ein Fußballwettspiel wurde zwischen Paderborn 08 und Geseke Spiel und Sport in Gesele ausgetragen. Dabei kam es zwischen den Zuschauern zu einer Auseinandersetzung und schließlich zur Keilerei, wobei mehrere Personen übel zugerichtet wurden und sich nur durch Flucht retten konnten. h Bieleseld. Salzsäure in der Bierflasche. Im benachbarten Sieker trank ein Mann aus einer Bierslasche und mußte darauf feststellen, daß er sich vergriffen und Salzsäure getrunken hatte. Mit inneren Verletzungen wurde er dem Krankenhause zugeführt. h Warstein. Durch einen Unglücksfall kam der Sattlermeister Oppmann zu Tode. Nachdem er morgens als Vorsitzender an der Spitze des Kriegervereins den Kameraden Böckeler beerdigt hatten, siel er abends die steile Etagentreppe hinunter auf die Steinplatten des Hausflurs. Bewußtlos wurde er aufgehoben, und der Arzt stellte einen doppelten Schädelbruch fest. Zwei volle Tage lag der Bedauernswerte, ohne das Bewußtsein erlangt zu haben, bis ihn der Tod erlöste. h Münster. Vom Rosenmontags= zug. Aus dem umfangreichen Programm, das von dem zuständigen Komitec für den Rosenmontagszug aufgestellt worden ist, wird jetzt bekannt, daß allerhand verheißungsvolle Wagen gestellt werden, so„Der Drubbel einst und jetzt",„Atseedampser",„Aasee=Leuchtturm", „Aasee=Drachen",„Rheinische Jungens vom Aasee“, die„Baggerei für den Sparkassenbau", „Biersteuer",„Zeppelin über Münster", der Prunkwagen des Komitees, der Wagen der „münsterischen Schönheitskönigin", und der Prinzenwagen, für den bereits der„Prinz" bestimmt ist. Am kommenden Samstag soll auf dem Prinzenball der Name des diesjährigen Prinzen seierlich bekanntgegeben werden. w Ahlen. Verbrennungstod eines Kindes. Die Ehefrau eines hiesigen Berinvaliden hatte eine mit heißem Kaffee gefüllte Kanne auf den Tisch gestellt, an dem das dreijährige Söhnchen mit mehreren Geschwistern spielte. In einem unbewachten Augenblick nahm dieses den Ausgießer der Kanne in den Mund und trank den heißen Kaffee. Er erlitt schwere innere Brandverletzungen und mußte ins Krankenhaus überführt werden, wo es unter schrecklichen Qualen starb. w Wermelskirchen. In einen Säurebottich gestürzt. Der Arbeiter Sachser von hier verunglückte auf seiner Arbeitstelle in der Blechwarensabrik von Robert Weber dadurch, daß er in einen tiesen Bottich mit Säure stürzte. Ehe seine Mitarbeiter ihm Hilfe leisten konnten, war er in der ätzenden Flut untergegangen. Der alte Mann zog sich schwere Verletzungen zu, die die sofortige Ueberführung ins Krankenhaus erforderlich machten. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. Vomn rheinisch=westfälischen Wertpapiermarkt Mitteilungen des Bankhauses Gebrüder Stern, Dortmund. (Vor der Börse). Dortmund, den 19. Februar 1930. Die Geschästsstille an der Börse hielt auch in der vergangenen Berichtswoche an. Es herrscht ein fast völliger Mangel an Aufträgen seitens der Kundschaft. Die allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse, sowie insbesondere die als unsicher angesehene innerpolitische Lage wirken hemmend. Wie gewöhnlich in Zeiten ruhigen Geschäftes neigten daher die Kurse nach unten. In Berlin betätigte sich außerdem die Baisse=Spekulation, wodurch die Abschwächung eine weitere Unterstützung bekam. Man muß aber trotzdem im Auge behalten, daß die innere Versassung der Börse nach der großen Krise des vergangenen Jahres als einigermaßen gefestigt betrachtet werden darf. Am hiesigen Kalikuxenmarkte sind lediglich in Beienrode=Kuren nennenswerte Umsätze zu verzeichnen. Die Kuxe(2835 M) gingen von ihrem Höchstpreise zunächst auf 2500 M herunter und zogen dann bei wiederauflebendem Interesse der Spekulation bis auf ihren vorwöchentlichen Stand an. Als Abgeber trat auch in dieser Woche wieder die dem Konzern nahestehende Seite auf. Die Werte der Aschersleben=Gruppe bleiben immer noch vernachlässigt. Mariaglück(7600.K) wurden vereinzelt 300 Ml unter vorwöchentlichen Preisen ausgenommen. Für die übrigen Kuxe bestand zu ermäßigten Kursen Abgabenneigung. Dr. Wilhelm Sauer=Werte waren durchschnittlich 500 MA niedriger zu haben. Auch in den elsässischen Werten entwickelte sich kein größeres Geschäft. Geringfügige Abschlüsse in Reichsland bewegten sich auf letzter Preisgrundlage. Kaliaktien folgten der allgemeinen Tendenz. Es verloren Burbach(183 Proz.) 3½ Prozent, Hannoversche Kali(155 Proz.) Prozent und Hallesche Kali(217 Proz.) 3 Prozent. Am Kohlenmarkte bestand bessere Nachfrage für Graf Schwerin(2250.0). Dagegen notieren Heinrich(6550.K) 250 MK und Diergardt=Mevissen(3600.0) 125. unter letztwöchentlichen Kursen. Langenbrahm wechselten 500 K niedriger ihre Besitzer. Von Kohlenaktien konnten Lothringen(57½ Prozent) ihren Kurs gut behaupten. Bruckdorf=Rietleben=Kuxe (1050.K Brief) setzten ihre Abwärtsbewegung fort. Nachdem der Kurs im Verlaufe der Woche sich vorübergehend ein wenig erholen konnte, bleiben die Kuxe schließlich 300 MA niedriger angeboten. Für Vesto(7200.A) und Gute Hoffnung(4150 M) wurden etwa 200.A niedrigere Preise angelegt. Am Terminmarkte waren die Umsätze recht gering. Auch hier brachte die Woche nur Kursrückgänge. Am stärksten in Mitleidenschaft gezogen wurden Salzdetfurth(„: 5 Prozent), Wintershall(JJ. 5½ Prozent) sowie Mannesmann und Rheinisch=Westsälische Elektrizitätswerke(¼/. 5 Prozent). Für Montan= werte betrugen sonst die Kursverluste durchschnittlich 3 Prozent. Börsen und Märkte Dortmunder Zucht= und Faselvichmarkt vom 19. Februar. Auftrieb: 603 Stück Großvieh, 21 Kälber, 235 Schweine. Der Handel war langsam, voraussichtlich mit Ueberstand. Es kosteten Kühe 300—625 Mk., Rinder 250—500 Mt. Einzelne ausgesuchte Tiere wurden über Notiz bezahlt. Sämtliches zum Markt aufgetrieben gewesenes Großvieh ist gegen Maul= u. Klauenseuche geimpft worden. Am Schweinemarkt war der Handel langsam. Es losteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 32—12 Mt., von 8 bis 10 Wochen 43 bis 52 Mk., von 10—12 Wochen 53—70 Mt. Der nächste Markt findet am 26. Februar statt. Dortmunder Wochenmarkt. Trotz des schönen Wetters war der Besuch auf dem Wochenmarkt nicht allzu stark. Auf dem Blumenmarkt sah man viele Lücken, da verschiedene Händler dem Markt serngeblieben waren. Immerhin war das Aufgebot an Topf= und Schnittblumen, vor allem an Tulpen und Hyazinthen, sowie an Kränzen und Weidenkätzchen ausreichend. Im übrigen hatten die Verkäufer für große Vorräte Sorge getragen. Namentlich die Fischstände, der Gemüse= und Obstmarkt waren mit Waren in genügenden Mengen versehen. Für das Angebot an Schellsisch zu 50, Rotbarsch zu 40, Stint zu 25, grünen Heringen 3½ Pfd. zu 1.— Mk. und Kabliau zu 60 Pfg. bestand lebhafte Nachfrage. Von den Obstforten wurden Aepsel und Apselfinen zu den bisherigen Preisen am meisten verlangt. Für Bananen zu 50 und Weintrauben zu 80 Pfg. war weniger Kaufneigung vorhanden. Die Gemüsehändler forderten für Rosenkohl 25 bis 30, für Spinat 30, für Blumenkohl 40 bis 50, für Endiviensalat 80, für Wurzeln 15, für Rotkohl 12 Pfg. und für Feldsalat 1,60 Mt. Am Kleintiermarkt ließ das Geschäft sehr zu wünschen übrig. Geflügel wurde kaum begehrt. Außerordentlich zahlreich waren die Eierhändler vertreten, die für frische Trinkeier 12½ Pfg. je Stück verlangten. Molkereibutter war zu 1,80 bis 2.— Mk. erhältlich. In den Fleisch= und Wursthallen bewegte sich das Geschäft in mäßigen Grenzen. Bei unveränderten Preisen beschränkte sich der Bedarf auf ein Minimum. Was hören wir im Rundfunk? Freitag, den 21. Februar 1930. 06,45: Leibesübungen. 07,00: Morgenkonzert. 10,30: Tagesdienst, Wasserstandsmeldungen. 12,10: Schallplattenkonzert. 12,50: Wetterdienst. 12,55: Nauener Zeitzeichen, Tagesdienst. 13,05: Mittagskonzert. 15,00: Kinderspielstunde. 15,30: Wirtschaftsdienst. 16,00: Was will ich werden? 16,45: Jugendfunk. 17,30: Vesperkonzert. 18,30: Für die Frau im Beruf. 18.50: Vom Tage. 19,00: Wirtschafts,= Wetter= und Sportdienst. 19,15: Englische Unterhaltung. 19,40: Das neue Weltbild. 20,00: Leichte Musik. 21,20: Einsame Musik. Anschließend letzte Meldungen, Bericht über das geistige Leben, Sportdienst. Anschließend bis 24,00: Konzert aus dem Han8445ch 4882. Eingesandte Zuschriften, die als„Eingesandt“ veröffentlicht werden, können nur dann berücksichtigt werden, wenn der Name des Einsenders der Schriftleitung mitgeteilt wird. A. Sch. Sie erhalten das Visum beim belgischen Konsulat(belgische Paßstelle) in Düsseldorf, Graf Reckestraße 11. Ihr persönliches Erscheinen ist nicht erforderlich, würde jedoch die Angelegenheit beschleunigen. Erforderlich ist die Einsendung bezw. Vorlage eines deutschen Reisepasses, sowie eine Bescheinigung, aus welchem Grunde die Einreise nachgesucht wird. Man ist jedoch in der Ausstellung von Paßvisen großzügig. Die Kosten für das Paßvisum betragen in Ihrem Falle 1,05 Mark. Kindermune. Lieschen hat ihre Puppe zerbrochen und —„Lieder Gott, mach doch bitte meine Puppe wieder ganz!“ Da sagt der kleine Max: „Dummes Ding. das ist doch gar nicht nölial Die Fabrik hat doch’n Garantieschein dazu geliefert!“ PE HN URHEBERRECHTSCHUTZ DURCH VERLAG OSKAR MEISTER WERDAU SA. (7 Fortsetzung.) „Tja—# das haben sie ungerechterweise getan. Und zwar nach einer Aussprache, die ich mit dem verfl... Pauker gehabt. Ich weiß nicht ob ihr den Kerl bemerkt habt, der gerade in dem Augenblick um mich herumschlich, als ich mein Glas Champagner leerte?“ „Na ja, diese Begegnung gab tags darauf Anlaß zu einer Aussprache. Im Verlauf dieser wurde ich unerlaubt heftig. Der Pauker führte Beschwerde über mich beim Direx Dieser gestrenge Herr berichtete bei seiner vorgesetzten Behörde über meine Schandtat. Das Ende vom Liede war, ich wurde ersucht, das Gymnasium zu verlassen. Ich könnte Einspruch dagegen erheben. Ein Vierteljahr vor dem examen kann man einen guten Schüler nicht fortschicken. Schon gar nicht wegen einer solchen Dummheit.— Ach was, Dummheit war es ja nicht einmal— mein Temperament ist mit mir durchgegangen, als der Kerl mir seine schmieriger Worte ins Gesicht höhnte. Schließlich ist man mit neunzehn Jahren kein dummer Junge mehr, der sich alles ruhig gefallen läßt. Aber ich will von meinem Recht, Einspruch zu erheben, keinen Gebrauch machen. Diesmal würden sie mich doch durchs Examen rasseln lassen und von neuem drauf los büffeln, dazu hab ich keine Lust. Das hab ich meinen Eltern heute gesagt Der Erfolg war, daß auch sie mich vor die Türe setzten. Das ging nun nicht etwa so gemütlich ab, wie ich es euch hier erzähle— Theo. du kennst meine Mutter, deine Schwester— ihr Temperament ist nicht von ohne. Bis zur Weißglut brannte es, zischte über, vernichtete alles, jedes gute Wort, das mein Vater gab. Ich soll mir meinen Weg allein suchen, wie— das ist mir gleich. Sie litt es nicht einmal, daß ich meine Sachen mitnahm. Für den Trödler wären sie zu schade und dahin wanderten sie von mir aus gewiß. Also ich ging so mit dieser Pelle.“ er öffnete seinen Rock, der blank und schäbig war. Theo schüttelte den Kopf. „Deine Mutter ist doch von Natur so gutmütig.“ „Is se och, aber ich habe sie gereizt. Es tut mir schrecklich leid, aber geschehen ist geschehen. Ich will zusehen, daß ich durch meinen zukünftigen Lebenswandel, der rein sein wird. wie der eines Quäkers, alles gutmachen kann. „Du scheinst die Sache scherzhaft aufzufassen, Männe. Ich finde, dazu ist sie nun gar nicht geeignet Sicher ist, daß die Relegation sich noch für deine Zukunft unangenehm auswirken wird. Ich hatte einen Schulfreund, ein prachtvoller Kerl war's, nur ein bißchen leichtsinnig, der wurde wegen einer Dummheit, die er sich geleistet, vom Gymnasium relegiert. Dem ist es absolut nicht geglückt, sich eine feste Position zu schaffen.— Ich habe lange nichts von ihm gehört, weiß nicht, was aus ihm geworden ist.“ „Sei froh. es ist besser, man hört von so einem nichts mehr.“ „Was wird nun werden?“ fragte Theo.„Soll ich nicht zu deinen Eltern gehen, um sie mit dir zu versöhnen?“ „Nein, danke, geliebter Theo— gleich nicht— später werd ich dich vielleicht noch einmal darum bitten. Jetzt hilf mir in folgender Art: Vermiete mir den Raum, der diesem hier gegenüberliegt und von dir zur Zeit nicht benutzt wird.“ „Du meinst das Zimmer, wo die Stenotypistinnen einmal gewirkt?“ ergänzte Theo. „Ja, das meine ich. „Mm— was willst du damit?“ „Was für Geschäftes“— Theo sah ihn mißtrausch an. „Keine, die dir Konkurrenz machen. Ich brauche dir wohl nicht erst zu sagen, daß ich'n anständiger Mensch vin.“ Jenny lehnte im Sessel, als wenn es im Geschäft für sie Ich möchte doch erst wissen, was du drin beginnen willft, „Solst du. Also hör zu.— Außer diesen Räumen brauche ich noch einen zweiten von dir und zwar einen Kellerrau.. — Du bist reichlich damit versehen, hast Lagerkeller, die du „Stimmt. du könntest eventuell drei Räume im Souterain kriegen, die uns einstmals als Lagerräume dienten. Jetzt stehen sie lange leer. Zwei Kellerräume könntest du auch bekommen.— Nur muß ich wissen, was du vorhaft.“ „Ich will in Altpapier machen.“ „Aha!— Meinst du wirklich das geht?“ „Feine Sache, Theo. Ich sage dir, du machst noch einmal mit, wenn du hier erst pleite bist. Und nun mal hoppsa, runter von erhöhten Sitzen. Jenny erhebe dich, nimm Platz vor deinem Klapperkasten, wo du hingehörst und schreibe, was ich dir diktiere. Los!“ Und er diktierte: 8— 6 „Herr Theodor Klose vermietet an Herrn Hermann Jamradt drei zu seinen Geschäftsräumen gehörende Kontorräume im Souterrain, zwei zur Straße gelegene Kellerräume für den monatlichen Mietzins von Er sah Theo fragend an. „Siebzig Mark,“ ergänzte der 8 „Abgemacht! Weiter: Siebzig Mark.— Der Vertrag gilt vom heutigen Datum an gerechnet auf ein Jahr.— Die Miete wird postnumerando gezahlt.— So, mein geliebter Freund und Onkel Theo, unterschreib und hilf damit die Existenz deines Neffen begründen.“ Theo setzte seinen Namen unter das Schriftstück, sah Männe an und fragte: „Sonst noch was gefällig?“ „Nein, danke. Was ich für den Anfang brauche, schaffe ich mir schon. „So— na das ist ja wenigstens ein Trost, daß du kein Geld von mir brauchst— ich besitze nämlich im Augenblick recht wenig davon.— Nun sag mir mal: Wer hat bir die Idee mit dem Altpapierhandel eingeflößt?" „Niemand.“ Ich habe eine Woche Zeit gehabt über die Wahl meiner zukünftigen Existenz nachzudenken. So einiges zog ich ernstlich in Betracht, wie: Boxerberuf; ich bin gewandt und habe Muskeln, warum soll ich damit nicht leisten können, was andere leisten? Dempsey verdient in der Sekunde, in der er arbeitet, tausend Dollar. Einen Tag lang ging ich ernstlich mit dem Gedanken um, mich für diesen Beruf zu entschließen. Da fiel mir doch rechtzeitig ein, daß ich sehr empfindlich gegen Püffe bin, und ich gab schluß auf.— Filmschauspieler, dachte ich mir, kann man, wenn man Glück hat, auch von einem Tag auf den anderen werden. Es ist so etwas schon vorgekommen. Und Gelo verdient man beim Film wie Heu. In Amerika zahlt man den Filmdarstellern märchenhafte Gagen. Ramon Novarro soll ein Krösus sein. Ich sagte mir, ein kleiner Haken ist auch dabei; erstens: ich bin kein Ramon Novarro und zweitens bin ich nicht in Amerika— also ich gab auch diese Idee auf. Es gibt noch andere Berufe, so den sehr aussichtsreichen eines Fliegers. Gesellschaftstänzer sind auch gesucht und werden für ihre Leistungen glänzend honoriert. Für diesen Beruf würde ich mich sehr gut eignen, nur ist Aufmachung dazu nötig. Du verstehst: Lackschuhe und Smoking— vielleicht auch Cut, ich bin nicht genau unterrichtet.— Du siehst, ich habe mir vieles durch den Kopf gehen lassen.— Wird man aus dem Sattel geworfen, wie es mir eben passiert ist, muß man sich schnell zum Neuaufsitzen entschließen, sonst kommt man unter die Räder.— Ich habe das erste beste gepackt, werde dran halten, so lange es geht. Eines Tages wird es nicht mehr gehen. In unserer Zeit des übersteigerten Tempos erledigt sich alles sehr rasch. Was du heute unternimmst, ist morgen überholt. Man muß rasch sein, darauf kommt es an. Und darauf, daß man Geld macht. Womit, ist gleichTheo hörte ihm aufmerksam zu. Der Junge gefiel ihm Der hatte Mut! Männe hätte so noch stundenlang erzählt. aber er wurde jäh unterbrochen. Seine drei Onkel: Windmüller, Kienast und Senft betraten das Zimmer. Windmüller reichte Theo ein beschriebenes Stück Papier „Das brachte vorhin die Portierfrau. Sie gab es mir. damit ich es auf deinen Schreibtisch deponiere. Sie war drei mal im Laufe des Vormittags hier.". e 0 Theo las den Wisch Es war die Rechnung fur die brei Stullen, die Selma verspeist— und machte ein dummes Gesicht.,„(18— Unter dem Fenster stund der Pappkarton. Den zerrte Kienast hervor und bemerkte lächelnd: „Der enthält geheimnisvolle Dinge. Was glaubt ihr wohl?“— Er sah seine beiden Schwäger an.—„Soll ich ihn öffnen?“ „Pfoten davon!“ brüllte Theo. Senft hob die Flasche mit dem Braunbier hoch und rief mit gemachtem Erstaunen: „Dinge kommen hier zutage— Dinge— man sollte es nicht meinen! Theo, du uberraschst uns! Sage, alter Junge. seit wann trinkst du Süßbier?“ Theo sah ihn verdutzt an. Männe sagte: 1.4— „Darin wollten wir uns heute Karpfen kochen. Eine gröhlende Lache erscholl. Schabrick ließ in diesem Augenblick zwei Herren eintreten, die man auf den ersten Blück als Polizeibeamte exkannte. Augenblicklich trat Stille ein „Herr Klose,“ drang es in scharfem schneidigen Ton an Theos Ohr— Herr Klose, wir haben mit Ihnen allein zu sprechen.“... g., tum S: in 1.— 6. Theo besriff nicht. Wie connten die in seinem Kontor so auftreten, als wären sie die Herren. „Wir sind Polizeibeamte,— sagte der eine und beide zeigten gelbe Messingmarken vor. Alle— bis auf Theo und die Polizisten verlietzen den Raum— Jenny und Männe sehr zögernd. Beide sahen sich von der Türe her nach Theo um.— In den Mienen beider stand Bestürzung und Jennys Augen zeigten noch dazu Tränen. 7. Tags darauf brachten Berliner Zeitungen die Nachricht von der Verhaftung des Inhabers einer angesehenen hiesigen Textilfirma, der unter dem dringenden Verdacht, Mädchenhandel zu betreiben, stand Damit war Theo Klose gemeint. Die Familien Klose und Jamradt waren außer sich. Windmüller, Kienast und Senft quiekten vor Vergnügen. „Sollten sie ihn nur ein Weilchen festhalten,— sagte Edu Windmüller—„wenigstens so lange. bis wir sein Geschäft an uns gebracht haben.“ Alle drei traten tags darauf vor ihre Schwiegermutter hin und verlangten, daß sie ihnen die Firma übertrüge. Die Firma war beschmutzt, kein anständige. Naufmann würde noch mit ihr zu tun haben wollen. Windmüller führte das Wort: „Liebe Schwiegermutter, wie die unglückselige Sache auch ausgeht, die gute Firma ist hin. Theos Treiben hat sie ausgelöscht.— Wir wissen, daß du über das Geschäft verfügen kannst, gib es uns, wir werden es unter der Firma Eduard Windmüller und Compagnie wieder zu altem Glanz und Ansehen bringen. Mutter Klose maß einen wie den anderen von oben bis unten. Ihnen ward nicht wohl unter ihrem Blick. „Wenn ich darüber zu verhandeln wünsche, werd' ich es euch wissen lassen,“ sagte Mutter Klose und sah zur TürSie verstanden und alle drei verschwanden. Mutter Klose ging zu ihrer Tochter Hanne, um böse, aber hefen wolle sie ihm. Man hatte ihr auf dem Präsidium, we sie gestern unmittelbar nach Berlin verschleppt hatte, daß dieses Unschuldslamm aus den Kontor, in welches der Entführer es eingeschlossen, nächtden besond icp vorählich verhört, nach Treuenbriezen zunachdem man“ Frünotit,###, 1, Ermmring Mitter Klose übermittelte das alles ihrer Aeltesten. „Meiner Meinung nach.“ fügte sie hinzu,„gehört Theg nicht in ein Gefängnis, sondern in ein Nervensanatoriun. Hanne Jamradt schüttelte den Kopf... 0 I wo Mutter. Nicht da, nicht dort gehört er hu. Wir müssen zusehen, ihn aus der Untersuchungshaft zu befreien. Was er sich geleistet hat, wird sich als eine große Dummheit Die Mutter beurteilte die Sache weniger milde. „Wenn er nicht verrückt ist, ist er ein Schuft. Für was er getan, gibt es keine Entschuldigung. Sie ging zu einem Rechtsanwalt, den sie als tüchtig loben gehört und bat ihn, ein Haftentlassungsgesuch an die Staatsonwatichoft einzureichen, zine Kaution zu stelens“ fragte „Sind Sie in der Lage. ein Kaution zu seuen! flügte Rechtsanwalt Abrahamson und sah sie durch seine funkelnden Brillengläser erwartungsvoll an. Was meinen Sie— wieviel muß man?“ Di, 80 Zwanzigtausend werden wir bieten müssen. ist ernst. Wenn man den Verdacht bezüglich des Mädchenhandels auch nicht wird aufrecht erhalten können, die Tatsache bleibt bestehen: Herr Klose hat ein minderjähriges „Entführt?“ sagte Hanne gedehnt—„ich bin überzeugt davon, das Treuenbriezer Mädel ist ihm nachgelaufen. Er ist sehr unbedacht— das wird sich auch noch herausstellen. Der Rechtsanwalt hörte kaum auf das, was sie sagte, er blätterte im Gesetzbuch, um den zuständigen Paragraphen zu „Tja,“— sagte er, das Buch beisete schiebend—„unter vier Monaten wird er nicht davonkommen. Ich will gern seine Verteidigung übernehmen— gut wäre es ja. er wäre haftfrei— also was meinen Sie?“ Hanne sah vor sich hin, dann hob sie den Kopf mit dem schönen vollen Blondhaar, heftete ihre großen, tiefblauen Augen auf Rechtsanwalt Abrahamsons Gesicht und „Die Zwanzigtausend wollt ich schon gern zur Verfügung stellen— ich bekäme sie ja wieder— außerdem brauchten sie ja wohl nicht in bar hingelegt zu werden?“ Abrahamson zog die Schultern. „Vielleicht doch nicht in bar. aber doch in Werten.“ Hanne nickte Für meine Vemühungen müßten Sie heute dreihundert Mark im voraus entrichten. 119 „Herrjeh!“ entfuhr es Hanne—„mehr nicht?“ Rein, fürs Erste würde das genügen. Ich will Sie auch Hanne dachte: Er hat Witz. Sie überlegte sekundenlang „Herr Rechtsanwalt, solche Sache muß reiflich bedacht werden, ich werde Ihnen morgen Bescheid geben. Es kommt schließlich nicht darauf an. ob mein Bruder einen Tag länger Abrahamsons Haltung und Miene wurde eisig. Mit einer knappen Verbeugung sagte er: „Wie Sie denken“ Er klingelte seinem Bürovorsteher, flüsterte ihm etwas zu, das in Hanne— obgleich sie keine Silbe davon hörte— Verdacht aufkommen ließ. Sie erlebte, daß dieser begrundet war, denn als sie durch die Kanzlei schritt, um den Ausgang zu erreichen, murde sie von dem Bürovorsteher angehalten und um die Zuhlung von fünfzig Mark ersucht. Sie erlegte den Betrag seufzend und niemand hielt sie mehr auf. Zu Hause angekommen, wurde sie von ihren vier Schwestern und der Mutter erwartet, die mit ihrem Manne am großen Familientisch saßen. Trude Windmüller fragte: „Na was ist? Den werden sie wohl nicht so bald losHanne antwortete achselzuckend:„Ich hoffe doch, sehr ba Anni Senft und Lotte Kienast schüttelten ihre getollten „Bestimmt nicht. Man kann sich auf ein halbes Jährchen Flora hob die Hände, drückte sie gegen die Ohren und bat: „Sagt das nicht, nur das nicht, es nimmt einem jegliche Hoffnung.(Fortsetzung folgt.)