Sbuen Seiue Sch ud Boyugeprits hadaenalich 1.20 Mak, Cheiaumme 13 Plg. Druck u. Verlag von C. Braw, Posscheckkonten: Vormund 2632 und Hanuor 21674. Große Machstr. 3—3 Verantworlich fur die Schrifbeidme H. Linner, Schwerte. Hernruf 2770 Verbunden mit: Schwerter Tageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung Schwerter Volksblat: Westhofener Zeitung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung Sapion grie fü des acheluat mmiche e Plo, Anaachr. üige, finagzamtliche u. gerichtliche Anpigen 10 Pfg., Netiamz: pelle 40 P Iuu teleson, aufsgegedene Jaserate üdernedmen wie keine Gewädt Bei unvorbergesehn. Betriedestbrungen, dervorgeusen durch hodere Gewalten, üdernedman wir heinartei Gewäte sie pünktliches Erscheinen der Jeitung u. kam auch beinechel Anspruch auf Schadenersat oder Nachlieserung erboden werden Sescter dimn eurn u un) Seperte Veltslan G#„# Sm Tügebialt für die Siabl Schwberie und dus Ann Westhosen S Kreivvirn für den noroiichen den des Lundtreiser Iserlohn Schwerte(Gahg), Samstag, den 8. Fehruar 1900 e-#er vochi..20 Ie. Johggang Neues in Kürze. Telegramm des Reichspräsidenten an Präsident Rubio.„ N 9.4 wib. Berlin, 7. Febr.(Tel.) Der Herr Reichspräsident hat dem Präsidenten von Mexiko anläßlich des Mißlingens des auf ihn verübten Attentates telegraphisch seine Glückwünsche ausgesprochen und der Hoffnung auf seine und seiner Familie baldige Genesung Ausdruck gegeben. Stresemann=Straße in Berlin. wib. Berlin, 7. Febr.(Tel.) Mit Zustimmung des Staatsministeriums hat der Polizeipräsident von Berlin die Königgrätzer Straße in StresemannStraße umbenannt. Damit entfällt der Beschluß der Stadtverordneten, die Tiergarten= und Lennsstraße umzubenennen. Lehrstätten für Erwerbslose. pw. Halle, 7. Febr.(Tel.) Einen interessanten Versuch zur Unterbringung von Erwerbslosen wollen in Halle gemeinsam die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung, der Halleschen Arbeitgeberverband und der Magistrat machen. Sie wollen, dem Berliner Tageblatt zufolge, Lehrstätten einrichten, in denen Erwerbslose für bestimmte technische Beruse, für die die Industrie nur schwer geschulte Arbeiter bekommt, ausgebildet werden. Die Mittel dazu geben die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und der Arbeitgeberverband. Der Magistrat stellt die Unterrichtsräume Ausweisung memelländischer Lehrer. wtb. Memel, 7. Febr.(Tel.) Der Gouverneur des Memelgebietes hat dem Direktorium mitgeteilt, daß eine Anzahl Lehrer aus dem Memelgebiet ausgewiesen werden soll, und zwar zunächst elf. Den Zeitpunkt, zu welchem er diese Ausweisung vorzunehmen beabsichtigt, hat der Gouverneur nicht angegeben. Das Direktorium hat den Lehrern mitgeteilt, daß sie sich auf die Kündigung gefaßt machen sollten, die Kündigung würde spätestens zum 1. April dieses Jahres erfolgen. Bulgarien ratifiziert das Haager Abkommen. wtb. Sofia, 7. Febr.(Tel.) Nach dreitägiger Debatte hat die Sobranje heute vormittag in einer stürmischen Sitzung das Haager Abkommen über die Regelung der bulgarischen Reparationen nebst dem Liquidationsabkommen mit Rumänien angenommen. Hembeirug und Sieuerpiane. Die Vorschläge des Reichsfinanzministers. Sitzung des Reichskabinetts. wib. Berlin, 8. Febr.(Tel.) Das Reichskabinett übrigbleibt. pw. Berlin, 8. Febr.(Privattel.) Nach der Besprechung, die Reichskanzler und Reichsfinanzminister heute mit den Parteiführern hatten, dürfte sich das Kabinett in seiner heutigen Abendsitzung ebenfalls noch mit den Fragen beschäftigt haben, die mit dem Reichshaushalt und seiner Ausgleichung zusammenhängen. Den Parteiführern hat der Reichsfinanzminister in längeren Ausführungen ein Bild der gegenwärtigen Finanzlage gegeben und ihnen gleichzeitig die Vorschläge unterkreitet, die das Reichsfinanzministerium zur Deckung des Defizits ausgearbeitet hat. Sie von der Tatsache aus, daß trotz der 705 Millionen Minderaus. gabe, die aus der Differenz zwischen dem Yung= und dem Dawesplan in den Haushalt eingestellt worden sind, noch ein Defizit von 700 Millionen bleibt. Dieser Fehlbetrag ergibt sich aus einer Reihe von großen Posten, die das Reich für das Jahr 1930 außerordentlich belasten. Es handelt sich dabei um die 450 Millionen des im Dezember beschlossenen Schuldentilgungsfonds für die Kreuger=Anleihe, 154 Millionen Defizit aus dem Jahre 1928, die nach dem Etatgesetz spätestens im kommenden Etatjahr abgedeckt werden müssen, 250 Millionen für die Arbeitslosenfürsorge und 95 Millionen Ausgabenerhöhungen, die sich aus der Krisenfürsorge, der lex Brüning und verschiedenen kleineren Posten des Nachtragsetats zusammensetzen. Dazu kommt noch ein Minderertrag an Steuern, der für das kommende Etatjahr auf 223 Millionen berechnet ist und ein Minderertrag der Reichspost von 7 Millionen, zusammen also 230 Millionen. Eine besondere Gefahr für den neuen Haushalt liegt noch in der Unsicherheit, die über der Krisenfürsorge schwebt. Man muß nämlich unter Umständen damit rechnen, daß die Zahl der Unterstützten zunächst noch weiter zunimmt. Deshalb ist im Reichsfinanzministerium der Plan erwogen worden, die Arbeitslosenfürsorge überhaupt aus dem Etat herauszunehmen, wenn nicht ganz, so doch bis auf einen Betrag von vielleicht 50 Millionen und den größeren Teil der Fürsorge den Gemeinden zu übertragen. Von anderer Seite bestand die Absicht, die Beiträge auf 4 Prozent zu erhöhen, sodaß nur noch ein Fehlbetrag von 80 Millionen durch Hergabe von Reichsbantvorzugsattien. Wird es verwirklicht, so bleibt noch ein Fehlbetrag von 350 Millionen zu decken. Hierfür kommen nur neue Steuern in Betracht. Der Reichsfinanzminister hat den Parteiführern zwei Pläne entwickelt, der erste umfaßt die Erhöhung der Biersteuer um 180 Millionen. Das ist der Vorschlag vom vorigen Jahr, der den Reichsrat bereits passiert hat und dem zuständigen Reichstagsausschuß vorliegt, also ohne weiteres parlamentarisch weitergeführt werzium zur den könnte. Dazu müßte eine Erhöhung der UmSie gingen satzsteuer auf 1 Prozent treten. Sie würde für das Reich 190 Millionen und für die Länder 80 Millionen ergeben, sodaß auch die Länder, wenigstens zum Teil, saniert würden. Die Bedenken gegen dieses Projekt richten sich vor allem gegen die Erhöhung der Umsatzsteuer, weil die sich wieder auf das Preisniveau auswirken dürfte. Deshalb ist der zweite Plan ausgearbeitet worden. Er projektiert eine Verdoppelung des Biersteuervorschlags, sodaß sie statt 180 theoretisch 360 Millionen bringen würde. Dabei muß man allerdings mit einem gewissen Rückgang des Konsums rechnen. In diesem Zusammenhang ist die Frage aufgeworfen worden, ob nicht angesichts der Verminderung der Differenz zwischen Bier= und Weinpreisen, die durch die Steuer eintreten würde, die Wiedereinführung der Weinsteuer berechtigt sein würde. Dieser Gedanke ist aber mit Rücksicht auf die besondere Notlage der Winzer und auf starke politische Widerstände fallengelassen worden. Dafür sucht der Vorschlag des Reichsfinanzministers den Steuerausfall. der mit dem Rückgang des Konsums eintreten würde, durch eine Erhöhung des Kaffeezolles auszugleichen, die mit 50 Millionen veranschlagt ist. Es ist wohl verständlich, daß diese Vorschläge in der Parteiführerbesprechung keineswegs große Begeisterung ausgelöst haben. Ihnen wurden von anderer Seite auch Vorschläge zu einer Erhöhung der direkten Steuern entgegengestellt, die der Reichsfinanzminister aber unter keinen Umständen für annehmbar hält, weil eine Belastung der allgemeinen Wirtschaft einfach untragbar erscheint. Ebensowenig kommt der Gedanke einer Herab=Berliner Frauenmörder verhaftet pw. Berlin, 8. Febr.(Funkspruch.) Gestern abend gelang es der Polizei, die beiden Mörder der Klavierlehrerin Margarete Zimmermann zu verhaften. In den späten Abendstunden legten beide Täter nach einem Kreuzverhör ein umfassendes Geständnis ab. Ueber die Feststellungen der Polizei teilt der„Vorwärts“ noch mit: Im Laufe des Tages wurden fast alle Heime, Wärmehallen usw. durchsucht. So forschten die Beamten auch in einer Wärmehalle in der Ackerstraße nach. Durch Vernehmungen konnte festgestellt werden, daß bereit# am Donnerstag zwei junge Leute erschienen waren, die verschiedene Kleidungsstücke und Wäsche zum Kauf anboten. Es war mit einiger Sicherheit anzunehmen, daß es sich bei diesen beiden Burschen um die gesuchten Raubmörder handelt. erledigte am Freitag in Forigang seiner gestrigen Beratungen weitere laufende Anlegenheiten. Es befaßte sich mit den letzten Beschlüssen des Reichsrates zum Reichsbankgesetz und zum Nachtragshaushalt 1929. Ferner wurde dem vom Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft vorgelegten Entwurf eines Brotgesetzes die Zustimmung erteilt, von dem ein stärkerer Verbrauch des heimischen Roggens erwartet wird. Schließlich legte das Reichskabinett entsprechend dem Vorschlage des Reichswirtschaftsministers die deutschen Richtlinien für die bevorstehende Zollfriedenskonferenz. fest, die am 17. d. M. in Geuf zusammentreten wird. vierte Prozeß gegen ungurische Eistinischrennen. wib. Budapest, 8. Febr.(Tel.) Im vierten Szolnoker Giftmischerprozeß wurde gestern abend gegen 7 Uhr das Urteil gefällt. Die angeklagte Frau Maria Varga wurde des Mordes an ihrem Gatten schuldig erkannt und zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurteilt. Der Münchener Zwischenfall. wib München, 7. Febr.(Tel.) Wie das Rektorat der Münchener Universität in einer heute erst veröffentlichten Erklärung bekannt gibt, hat der Akademische Senat am 30. Januar beschlossen, dem Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund auf die Dauer von zwei Semestern die Beteiligung an Universitätsfeiern zu untersagen und für die gleiche Zeit das Tragen von Braunhemd und Hakenkreuzbinde in Universitätsräumen zu verbieten. Weiter ist dem Bund auferlegt worden, bis zu Beginn des Sommersemesters durch Aenderung der Satzungen einen der akademischen Disziplinargewalt unterstehenden Vorstand zu schaffen, der für das Verhalten des Bundes verantwortlich gemacht werden kann. Für den Fall eines weiteren Verstoßes gegen die akudemischen Sitten wurde dem Bund die Suspension angedroht. Diese Disziplinarmaßnahmen haben, wie aus den Erklärungen hervorgehi, folgende Vorgeschichte: Bei der Reichsgründungsfeier in der Aula der Münchener Universität hatte der Führer der Abordnung des Bundes beim Erscheinen der Gäste und Dozenten„Stillgestanden!“ kommandiert. Als dann Herr von Kahr die Gruppe passierte, hatte der Gruppenführer in vointierter Weise„Rührt Euch!“ kommandiert. Das Rektorat hatte wegen dieser einem Gaste der Universität zugefügten Beleidigung eine Entschuldigung verlangt, die vom Bund unter Hinweis auf die Vorgänge des Jahres 1923 abgelehnt worden war. Das Reichsfinanzministerium hat aber diesem Projekt seine Zustimmung versagt, und zwar einmal, weil auch für die 80 Millionen keine Deckung vorhanden ist und der Wirtschaft in diesem kritischen Stadium die neue Belastung der Beitragserhöhung nicht zugemutet werden kann. Es hat deshalb einen anderen Vorschlag gemacht: 250 Millionen, die in diesem Jahr notwendig sind, durch die Reichsangestelltenversicherung und die Invalidenversicherung hergeben zu lassen, da beide Anstalten mit Ueberschüssen arbeiten, die sie im Augenblick nicht brauchen. Dieses Projekt sieht einen Rückzahlungsplan nach Jahresraten und die gesetzliche Sicherung des Kredites vor, evtl. setzung der Beamtengehälter in Frage. In der Presse ist ja bereits eine Verminderung um 5 Proz. besprochen worden. Sie würde, auf Reich, Länder und Gemeinden erstreckt, annähernd 300 Millionen ergeben, wird aber aus sozialen und politischen Gründen als vollkommen unmöglich bezeichnet. In welcher Form die Steuerpläne des Finanzministeriums verwirklicht werden, das hängt von den Besprechungen mit den Etat= und Finanzrefe= renten der Fraktionen ab, die bekanntlich in den nächsten Tagen beginnen. Im Reichsfinanzministerium steht man jedenfalls auf dem Standpunkt, daß unter allen Umständen im ersten Jahre des Youngplanes ein wirklich ausgeglichener Etat zustande gebracht werden muß. Man rechnet bestimmt damit, daß der darauffolgende nächste Etat verhältnismäßig starke Erleichterungen bringen wird, zumal die Wirtschaftskrise bis dahin überwunden sein dürfte. Britische Denkschrift zur Flottenkonferenz. wtb. London, 7. Febr.(Tel.) Die britische Regierung veröffentlichte heute nachmittag ein umfangreiches Memorandum, das ihre Politik auf der Flottenkonferenz darlegt und die Ansichten der Dominiondelegierten wiedergibt. Es heißt darin u. a.: Das Bestreben der britischen Regierung geht dahin, die Meere für Handel und Verkehr offen zu halten und dieses Ziel durch Einwirkung auf die allgemeine Politik zu erreichen. Bei der Berechnung ihrer Flottenbedürfnisse muß die Regierung auch ihre Verpflichtungen auf Grund der Völkerbundssatzung in Betracht ziehen, die allerdings teilweise durch die Sicherheit ausgeglichen werden, die die Völkerbundssatzung durch ihre Bestimmungen über die gegenseitige Unterstützung bietet. Die Regierung ist der Meinung, daß, wenn die Flotten nicht eine Bedrohung sein sollen, ein Gleichgewicht unter ihnen mit Hilfe internationaler Vereinbarungen aufrechterhalten werden muß. Dies kann nicht durch irgendeine allgemeine Formel geschehen. Die Frage muß auf Konferenzen wie der augenblicklichen behandelt und durch Uebereinkünfte geregelt werden, die für gewisse Zeiträume abgeschlossen und sodann neu geprüft werden müssen, während die Regierungen sich in der Zwischenzeit damit befassen, die Grundlagen des Friedens zu stärken. Es wird daher vorgeschlagen, daß die allgemeine Vereinbarung, die aus dieser Konferenz hervorgeht, bis 1936 lausen soll und daß im Jahre 1935 eine weitere Konserenz einberufen wird, um die Lage mit Bezug auf die Weltbeziehungen neu zu erwägen. Aus diesen Erwägungen regt die britische Regierung die folgenden Vorschläge für die Begrenzung an: Ein Uebereinkommen sollte erzielt werden nicht nur über Pauschaltonnage, sondern über die Größe der einzelnen Schifse in den verschiedenen Kategorien und über die Tonnage, die von jeder Nation für jede dieser Kategorien verwendet wird. Die Kategorien sollten sein: Großkampfschifse. Flugzeugmutterschiffe, Kreuzer, Zerstörer und Unterseeboote. Nicht nur auf die Gesamttonnage einer Flotte kommt es an, sondern auch darauf, wozu diese Tonnen verwendet werden; und eine Vereinbarung über diesen Punkt ist notwendig. Zugleich könnte es angezeigt sein, einen Prozentsatz der Tonnage zu gestatten, der von einer auf eine andere Kategorie übertragen werden kann. Die Regierung schlägt vor, daß die Zahl der Großkampfschiffe, die für jede Signatarmacht durch den Washingtoner Vertrag festgesetzt worden ist. innerhalb von 18 Monaten nach der Ratifizierung des Vertrages, der aus dieser Konferenz hervorerreicht werden soll, statt bis 1936. Sie schlägt vor, daß keine Ersetzung bestehender Schiffe vor der nächsten Konferenz im Jahre 1935 stattfinden soll und daß in der Zwischenzeit die gesamte Frage der Großkampfschiffe zum Gegenstand von Verhandlungen zwischen den in Betracht kommenden Ländern gemacht wird. Ihre Sachverständigen sind für eine Verminderung der Tonnage von 35.000 Tonnen auf 25000 Tonnen und der Geschütze von 16 Zoll auf 12 Zoll: sie sind auch für eine Verlängerung der Lebensdauer von 20 auf 26 Jahre. Die Regierung hofft, daß ein Meinungsaustausch über diese Fragen während der Konferenz stattfinden wird. Sie würde sogar gerne eine Vereinbarung sehen, durch die Schlachtschiffe in angemessener Zeit vollkommen verschwinden, da sie sie für einen sehr zweifelhaften Posten ansieht angesichts ihrer Größe und ihrer Kosten sowie angesichts der Entwicklung der Luft= und Unterseebootswasse. Die Regierung würde weiter die Tonnage und das Geschützkaliber der Flugzeugmutterschiffe beschränken und regt an, daß Schiffe von 10000 Tonnen und darunter in die Gesamttonnage dieser Kategorien eingeschlossen werden, wenn sie als Flugzeugmutterschiffe verwendet werden. Sie schlägt eine Verminderung der Gesamttonnage der Flugzeugmutterschiffe für die britische und die amerikanische Flotte von 135000 Tonnen nach dem Washingtoner Vertrag auf beispielsweise 100 000 Tonnen und eine Neuregelung der anderen Nationen nach dem Washingtoner Schlüssel vor. Für eine endgültige Vereinbarung wird die Entscheidung der Konferenz über die Beschränkung in der Größe der Einheiten maßgebend sein. Die britische Regierung schlägt vor, daß die Tonnagegrenze von Kreuzern mit achtzölligen Geschützen 10.000 Tonnen bleibt, wie dies im Washingtoner Vertrag vorgesehen ist und daß eine Tonnagegrenze für kleinere Schiffe mit etwa 6000 oder 7000 Tonnen festgewird. Mit Bezug auf Zerstörer wird, pergeschlagen, daß die zugewiesene Exenze für Führer: schiffe 1850 Tonnen sein soll, für Zerstörer 1500 Tonnen. Die Höchstgröße von Geschützen für beide Klassen von Zerstörern soll fünf Zoll betragen. Das augenblickliche britische Bauprogramm für Zerstörer beträgt schließlich 200 000 Tonnen, kann jedoch vermindert werden, wenn die Unterseebootsprogramme anderer Mächgggegehgesetz., Die Regierung schlägt die Abschaffung des Unterseebootes vor. Wenn die Abschaffung des Unterseebootes nicht vereinbart werden kann, wird die britische Regierung Vorschläge unterbreiten, die die Unterseeboote streng auf Verteidigungserfordernisse beschränken. Mit Bezug auf Hilfsschiffe, die nicht streug genommen in die Flottenstarke eingeauf den Vizipräsidenten von Brasilien. Vrschlag auf den Nizenräsidenten Vianna wtb. Neuyork, 7. Febr.(Tel.) Associated Preß meldet aus Rio de Janeiro: Spärliche Berichte aus dem Staate Minas Geraes besagen, daß der Vizepräsident von Brasilien, Dr. Mello Vianna, in der Nähe von Monte Sclaros, schwer verwundet wurde und daß verschiedene Herren seiner Begleitung verwundet oder getötet worden sind. Einzelheiten stehen noch aus. wtb. Neuyork, 8. Febr.(Funkspruch.) Wie Associated Preß aus Rio de Janeiro meldet, wird in der Regierungspresse in verschleierter Form angedeutet, daß der Anschlag auf den Vizepräsidenten Dr. Mello Vianna in der Nähe von Monte Sclaros von der gegenwärtigen Regierung des Staates Minas Geraes veranlaßt worden sei. In diesem Staate erwarie die Opposition bei den kommenden Präsidentenwahlen die größte Unterstützung. Nach neueren Berichten ist Dr. Vianna im Rücken und am Kopf verwundet. Präsident Luis hat seinen Sommeraufenthalt in Petropolis abgebrochen und ist nach der Bundeshauptstadt abgereist. Das Kabinett ist inzwischen bereits unter dem Vorsitz des Justizministers zusammengetreten. Vianna bei einem Bankett niedergeschossen wtb. Neuvork, 8. Febr.(Funkspruch.) Wie Associated Preß aus Rio de Janeiro berichtet, ist der Anschlag auf den Vizepräsidenten Vianne bei einem Bankett in Monte Sclaros ausgeführt worden, und zwar wurden im Verlaufe einer politischen Aussprache drei Schüsse auf Dr. Vianna abgegeben. Es heißt, daß die Verletzungen nicht lebensgefährlich sind. Er wurde sofort nach einem Krankenhaus in Bello Horizonte, der Hauptstadt des Staates Minas Geraes, gebracht. Unbestätigten Berichten zufolge soll es bei dem Bankett zu einer großen Schießerei gekommen sein, bei der insgesamt fünf Personen, darunter Dr. Viannas Sekretär, getötet und 15 Personen verwundet wurden. * Weitere Attentate in Mexiko. Ermordung zweier Bürgermeister in Mexike. wib. Tampico, 7. Febr.(Tel.) Der aus dem Amt scheidende und der neugewählte Bürgermeister der Stadt Altamira sind einem Verbrechen zum Op gefallen. Sie befanden sich bei einer zu Ehren der neugewählten Stadtvertretung bei der auch die für den Karneval gewählte Schönheitskönigin geseiert werden sollte, als ein in der Gesellschaft anwesender Unbekannter plötzlich eine Pistole zog und beide Bürgermeister mit tödlich wirkenden Schüssen niederstreckte. rechnet werden können, schlägt die Regierung vor, daß sie spezifiziert werden und daß jede Regierung jährlich Listen von Schissen dieser Klasse, die eingestellt werden, veröffentlicht. Die Bankenfusion. Die Ausechtung der Insion Deutsche Bank und Disconto=Gesellschaft vor Gericht. wlb. Berlin, 7. Febr.(Tel.) Ueber die Anfechtung der Fusionsbeschlüsse der außerordentlichen Generalversammlung der Deutschen Bank vom 29. Oktober 1929 wurde heute vor der Kammer für Handelssachen des Landgerichtes I verhandelt. Ein Aktionär namens Roth hat gegen die Fusion Deutsche Bank und Disconto=Gesellschaft den Klageweg beschritten mit der überraschenden Begründung, daß auf Grund des Handelsgesetzbuches die Deutsche Bank die neue Firma„Deutsche Bank und Disconto=Gesellschaft“ nur mit dem Zusatz Aktien= gesellschaft führen dürse. Als Vertreter der Deutschen Bank bestritt Justizrat Meidinger nicht nur diese Rechtsauffassung, sondern er unterstrich noch besonders, daß weder ein moralisches noch ein materielles Interesse vorliege, wegen dieser bedeutungslosen Formfrage die ganze Fusion anzusechten. Man müsse annehmen, daß die Gründe, die den Kläger zur Klage bewogen hätten, außerhalb der vorgetragenen Sache liegen. Der Kläger ließ sich in dieser an sich wohl tatsächlich nicht erheblichen Sache von Rechtsanwalt Alsberg vertreten, der sich in längeren juristischen Erörterungen bemühte, ein materielles Interesse des Kleinaktionärs nachzuweisen und den von der Gegenseite erhobenen Vorwurf der Arglist und Schikane sowie der Absicht geschäftlicher Schädigung zu bekämpfen. Die gerichtliche Entscheidung wird erst am 28. Februar verkündet werden. Die Vereinigung Badens u. Württembergs wtb. Karlsruhe, 8. Febr.(Funkspruch.) Im badischen Landtag erklärte Innenminister Wittemann, daß im Interesse Badens die Vereinigung mit Württemberg in einem gegebenen Zeitpunkt und unter gegebenen Umständen geboten sein dürfte. Nun ist es aber nicht so. daß wir einen Fußfall tun müßten, damit uns Württemberg aufnimmt. Das badische Land hat Werte kultureller und wirtschaftlicher Art genug, die auch unserem württembergischen Nachbar begehrenswert erscheinen können. Schließlich läßt sich auch das Verhältnis zurzeit schiedlich und friedlich nach dem Grundsatz eines einheitlichen Wirtschaftsgebietes regeln Kriegserklärungen nach Stuttgart will ich in keiner Weise schicken. Das Urteil im Beleidigungsprozeß Held. wib. München, 7. Febr.(Tel.) In dem Beleidigungsprozeß des bayrischen Ministerpräsidenten gegen den Schriftsteller Heller wurde der Angeklagte wegen übler Nachrede zu drei Monaten Gesängnis, Tragung der Kosten und Veröffentlichung des Urteils in sechs Zeitungen verurteilt. Strafmilderungsgründe billigte ihm das Gericht nicht zu. Bei der Schwere der Verfehlung sei eine Geldstrafe nicht am Platze. Vitus Heller hatte in der von ihm herausgegebenen christlichsozialen Wochenschrift„Das neue Wie Terin zu seien=Schaden innn. z. B. eine Auslandsanleihe von 60 Millionen zu bekommen, mußte Berlin sich verpflichten, durch Darlehen die Anleihewünsche anderer Städte zu vdz. Berlin, 7. Febr.(Tel.) In der heutigen Sitzung des Sklarek=Untersuchungsausschusses des preußischen Landtags äußerte sich der stellvertretende Stadtkämmerer Lange über die Finanz= lage Berlins. Er erklärte, daß von 1924 bis 1928 das Berliner Ordinarium eine ständige Auswärtsbewegung gezeigt habe. Für Berlin hätten die Verkehrsbetriebe bezw. die Verkehrsbauten und die sonstigen Betriebe dauernd mit Beträgen von über 100 Millionen die außerordentliche Verwaltung belastet. Besonders aus Untergrundbahnbauten sei überhaupt keine Rentabilität herauszuwirtschaften. Das städtische Defizit erkläre sich außerdem durch die um 29 Millionen gestiegenen Ausgaben bei der Wohlfahrtsverwaltung. Die neue Verschuldung der Stadt habe am 31. Dezember 1929 einschließlich der Werke 809 Millionen betragen. Nicht weniger als 544 Millionen sallen allein auf Ausgaben für die Elektrizitätswerke, den Wohnungsbau und die Untergrundbahnbauten, durchweg also zwangsläufige Ausgaben, wobei höchstens zu prüsen wäre, ob das Tempo des Untergrundbahnbaues ein angemessenes war. Bei den Bemühungen um Auslandsanleihen haben uns die Aufsichtsbehörden immer unterstützt. Leider hat sich die Beratungsstelle aber über alle Begründungen hinweggesetzt. Das Reich hat sogar versucht, seine eigenen finanziellen Interessen mit unseren Wünschen nach Auslandsanleihen zu verquicken. Auch andere Stellen haben es getan. Um vertagen. Berlin mußte an Köln 1,7 Millionen Dollar, an München 2.5 Millionen Dollar und an Breslau 1,9 Millionen Dollar Darlehen geben. Wir mußten also 25 Millionen an diese Städte ausleihen, wenn wir 60 Millionen haben wollten. Von diesen ausgeliehenen 25 Millionen haben wir heute noch 7,9 Millionen von Breslau zu bekommen. Das Geld ist nicht eher zu erhalten, als nicht Breslau selber eine Auslandsanleihe bekommt, worauf wir lange warten können. Berlin muß sich überlegen, einen Teil der schwebenden Untergrundbahnbauten fallen zu lassen. Der Zeuge erklärt weiter, die Mehrheit des Magistrats sei für die Notwendigkeit der Amerikareise gewesen; er habe nicht die Aufgabe, ein Werturteil darüber zu fällen. Die Kosten der Reise beliefen sich auf 90000 Mark. Der Zuschuß an die städtische Oper habe 2,6 Millionen Mark betragen. Er habe dafür gesorgt, daß das kostspielige Starsystem beseitigt wird. Man habe die Erfahrung gemacht, daß Vorstellungen mit normaler Besetzung besser besucht waren als solche mit Prominentenbesetzung. Am Samstag werden die Verhandlungen fortgesetzt. Volk“ drei Aufsätze veröffentlicht, die darauf hinausliefen, daß Ministerpräsident Dr. Held im Jahre 1923 mit der Errichtung einer autonomen Pfalz einverstanden gewesen sei. Sein Prozeß gegen den Domkapitular Hildenbrand, der den gleichen Vorwurf erhoben hatte, würde ihn und die Bayrische Volkspartei ungeheuerlich bloßstellen, wenn nur die richtigen Zeugen vernommen würden. Tagung der Deutschen Bauernschaft. wtb. Berlin 8. Febr.(Funkspruch.) Die Deutsche Bauernschaft hielt im Rahmen der„Grünen Woche“ ihre diesjährige Vertretertagung ab, bei der u. a. Gehelmrat Aereboe über das Thema„Was können wir von der amerikanischen Landwirtschaft lernen?“ und Ministerrat Walther vom Reichsernährungsministerium über das Thema„Die Produktions= und Absatzbedingungen in der deutschen Milchwirtschaft sprachen. Es wurde eine Entschließung gefaßt, in der die Reichsregierung gebeten wird, ihr Versprechen, die Zölle auf alle Milchprodukte den Butterzöllen angleichen zu wollen, schon, jetzt bei den deutsch=finnischen Handelsvertragsverhauslungen zu erfüllen. Während weiter die Entschließung energische Förderung aller Maßnahmen empfiehlt, die geeignet sind, den Roggenverbrauch im Auslande zu heben, erhebt sie Bedenken gegen eine weitere, über das heutige Einfuhrscheinsystem hinausgehende Verbilligung des Ausfuhrroggens aus öffentlichen Mitteln, da dadurch die Auslanoskonkurrenz in landwirtschaftlichen Veredlungsprodukten künstlich hochgezüchtet werde. Schließlich wird es als notwendig bezeichnet, den gesetzgebenden Körperschaften des Reiches mit größter Beschleunigung einen Dauerpachtrechtsentwurf vor. Vom wtb. M.=Gladbach=Rheydt, 7. Febr.(Tel.) Vor dem Amtsgericht wurde heute über den Vergleichsantrag des Volksvereins=Verlags betr. die von ihm erbetene Zahlungsstundung von zwei Monaten verhandelt. Die am Verfahren beteiligten Gläubiger haben in ihrer großen Mehrzahl für den Vergleichsvorschlag gestimmt. In acht Tagen wird das Gericht seinen Beschluß verkünden. Da die überwiegende Mehrheit der stimmberechtigten Gläubiger zugestimmt hat und ferner die Gesamtsumme der Forderungen dieser zustimmenden Gläubiger weit mehr als die Hälfte der Forderungen aller stimmberechtigten Gläubiger beträgt, kann mit der Bestätigung des Vergleichsvorschlages gerechnet werden. Nur vorsorgehalber hat die Vertrauensperson den Antrag gestellt, die Bestätigung des Beschlusses auf weitere acht Tage auszusetzen, falls dies aus irgendwelchen Gründen notwendig werden sollte. Nen, keme Austikrung der Tasseiderser Vereimen. Aufbringung eines Spritschmuggelschiffes. wtb. Memel, 8. Febr.(Funkspruch.) Von dem litauischen Polizeischiff„Präsident Smetona“ ist gestern nacht ein Spritschmuggelboot in der Nähe von Polangen beschlagnahmt und in den Memeler Hasen gebracht worden. Das Schmuggelschiff befand sich mit einem zweiten Boot in der Nähe von Polangen, als das Polizeiboot erschien. Während es dem einen Schmuggelboot gelang, die Flucht zu ergreisen, wurde das zweite Boot„Vesta“, beschlagnahmt. Als das Polizeiboot auf Rufweite herangekommen war, wurde auf dem Schmuggelboot die polnische Flagge gehißt. Widerstand leistete die vier Mann starke Besatzung nicht. Der Kapitän heißt Sigmund Tuleja und ist polnischer Nationalität. Das Schmuggelschiff ist in Danzig beheimatet. Von der etwa 3000 Liter Sprit betragenden Ladung soll das Boot noch etwa 1810 Liter an Bord haben. versuchte Leichenkauf der pw. Berlin, 8. Jebr.(Funkspruch.) Zu den von der KPD heftig bestrittenen Enthüllungen des sozialdemokratischen Senators Ehrenteit in der Hamburger Bürgerschaftssitzung über den durch die kommunistische Partei beabsichtigten Ankauf der Leiche des bei den Hamburger Unruhen erschossenen 16jährigen Lehrlings veröffentlicht der„Vorwärts“ einen Brief des Vaters und des Großvaters des Erschossenen, in dem festgestellt wird, daß die in der Bürgerschaft vorgetragenen Behauptungen in allen Einzelheiten den Tatsachen entsprechen. Als sich der Großvater des Erschossenen in einem Lokal nach den näheren Umständen des Unglücks erkundigte, wurde ihm von zwei Herren erklärt, sie seien bereit, ihm die Einzelheiten mitzuteilen, wenn er sich bereit erkläre, die schriftliche Zustimmung der Eltern herbeizuführen, daß die kommunistische Partei die Bestattung vornehmen könne. Da sie annähmen, daß es uns in materieller Beziehung nicht gut gehe, käme es ihnen für diesen Fall auf ein paar Tausend Mark gar nicht an. Darauf erwiderte ich den beiden Unterhändlern, daß ich mich auf solche Vorschläge unter keinen Umständen einlassen könne. Wir haben, heißt es am Schluß des Briefes, die Polizei gebeten, uns den Besuch der kommunistischen Partei bei der Bestattung unseres Jungen vom Friedhof sernzuhalten. Vom Siürrsirom grictei. wib. Warschau, 7. Febr.(Tel.) Als gestern eine Gruppe von 20 Offizieren, Hörer des Radiotelegraphenkurses, die Sendestation des hiesigen Unterhaltungsrundfunk besichtigten, berührte ein Leutnant eine Hochspannungsleitung und erlitt schwere innere Verletzungen, die nach einigen Stunden seinen Tod herbeiführten. Bergwerksexplosion in Amerika. wotb. Saltlake City, 7. Febr.(Tel.) In einem Kohlenbergwerk bei Standard=Ville ereignete sich eine Explosion, durch die sechs Bergleute getötet und etwa 15 ihrer Arbeitsgefährten verschüttet wurden. Heute früh ist es gelungen, drei der Verschütteten, die noch am Leben waren, zu retten. Die Arbeiten zur Rettung der übrigen werden fortgesetzt. 9214 14 Leichen geborgen. wtb. Saltlate City, 7. Febr.(Tel.) Bisher wurden 14 Leichen von Bergleuten, die bei dem Bergwerksunglück bei Standard=Ville umgekommen sind, geborgen bzw. gefunden. Die drei geretteten Bergleute erklärten, daß im ganzen 25 Mann unter Tag gearbeitet hätten. Es besteht nur geringe Hoffnung, daß noch einer von den bisher Vermißten am Leben ist.„. 88 20 Todksopfer. wtb. Salt Lake City, 8. Febr.(Funkspruch.) Aus dem Kohlenbergwerk bei Standardville sind bisher 20 Leichen geborgen worden. Zwei Bergleute werden noch vermißt. Die Explosion war nicht sehr heftig. Die Retter fanden nur wenige Trümmer vor. Der Tod der verunglückten Bergleute ist offenbar durch Gasdämpse verursacht worden. Fünf Bergarbeiter hatten sich in einem gasfreien Teil des Bergwerkes verbarrikadiert und konnten lebend geborgen werden. wp Tüsseldorf, 7. Febr.(Tel.) In einer Pressekonserenz im Polizeipräsidium gab Kriminalrat Momberg Erklärungen ab über die im Umlauf befindlichen Gerüchte über angebliche Verhaftungen von Personen, die im Zusammenhang mit den Düsseldorfer Mordtaten stehen bezw. als Mörder bezeichnet wurden. Bei dieser Gelegenheit wurde nochmals auf die ungeheure Arbeit der Kriminal= pollzei hingewiesen, die in den Düsseldorfer Mordfällen zu bewältigen ist. In einer besonderen Kartei befinden sich gegenwärtig über 10000 Schriftstücke, darunter Verdächtigungen namhaft gemachter und unbekannter Personen, angebliche Mörderbriefe, Schriften von Hellsehern(letztere weichen voneinander alle ab), sowie Schriftstücke von Graphologen usw. Sämtliche verfolgten Spuren haben bisher noch zu keinem Ergebnis geführt, ebenso kann eine Beschreibung des Täters nicht gegeben werden. Die Spuren führten uns über ganz Deutschland, wie ins Ausland, so besonders nach Barcelona, Lugano und Wien. Da man immer nur von Vermutungen und ungenauen und unbestimmten Angaben ausgehen konnte, blieb der Erfolg bisher leider aus. In der obenerwähnten Kartei befinden sich, so entnehmen wir einem ausführlichen Bericht der „Köln. Ztg.“, 4000 namhaft gemachte Personen, gegen die ein Verdacht ausgesprochen ist, und weitere 3000 Namen von Personen, die unbekannt, aber im einzelnen beschrieben sind. Die unheimliche Stattstik gibt auch ein erschreckendes Bild von weit verbreiteten Perversitäten. Nicht weniger als 500 namhaft gemachte Personen sind als des Sadismus verdächtig bezeichnet.„Mörderbriese", das heißt, Schreiben, die angeblich von dem Mörder stammen, sind 400 eingegangen. Gründlich blamiert haben sich die Hellseher; über 300 versuchten ihr Aber sie widersprechen sich alle. Keine einzige Angabe stimmt mit der des anderen. Man hält das vor kurzem erlassene Verbot des preußischen Polizeiministers, Hellseher zu dienstlichen Zwecken heranzuziehen. durch die Erfahrungen, die man hier mit den Hellsehern machte, für glänzend gerechtfertigt. Harmloser sind die 100„Graphologen“. die auf Grund der Kartenskizzen und der echten Mörderbriefe ihre Ansicht über die Person, das heißt, mehr über den Charakter und die Veranlagung Täters äußerten. An gut gemeinten Ratschlägen und Hinweisen liefen 700 ein. Mit der Druckmaschine und dem Druckpapier beschäftigten sich 100 Zuschriften. Geisteskranke, die aus Heilanstalten entlassen sind, wurden 700 namhaft gemacht, an allgemeinen Kurtositäten birgt die Kartei 50. Auch die beste Kriminalpolizei muß etwas vom Glück begünstigt sein. Dieser glückliche Zufall liegt im Publikum, das der beste Mitarbeiter der Kriminalpolizei sein kann. Einige Hoffnung setzte man bei der Mordkommission auch noch auf die Zugkraft der 15.000 Mark Belohnung. durch, Funrsbrauf! Der Zun=Mrußtersel! Auch Popp widerruft sein Geständuis. wtb. München, 7. Febr.(Tel.) Nach einer Mitteilung der Instizpressestelle Bayreuth hat der Arbeiter Popp, der sich selbst bezichtigt hatte, an der Ermordung der Frau Kommerzienrat Meußzdörfer beteiligt gewesen zu sein, als ihm die Erhebungen über sein Alibi vorgehalten wurden, ohne Kenntnis von dem Widerruf Schuberts sein Geständnis widerrufen. wtb. Nürnberg, 8. Febr.(Funkspruch.) Zum Fall Meußdörser wird noch bekannt, daß die Schwester Schuberths gestern nachmittag ihren Bruder im Gefängnis besucht hat. Als sie ihm mitteilte, daß eine Frau keinen Pfeunig bekommen habe, brach er in Tränen aus, und auf weiteres Zureden sagte Schuberth, er wolle die Wahrheit sagen.„Alles was ich Schiffner sagte, ist erlogen. Ich war nicht in der Villa. Ich war an jenem Abend überhaupt nicht aus dem Hanse.“ Popp hat ohne Kenntnis von Schuberihs Widerruf sein Geständnis, daß er in der Nacht vom 4. zum 5. Dezember mit Schuberth in die Villa Meußzdörfer eingedrungen sei, widerrusen. Es besteht auch die Möglichkeit, daß Schuberth sich deshalb beschuldigte, um Geld für eine Erfindung im Flugwesen in die Hände zu bekommen. Oberkommissar Schiffner erklärte dem Berichterstatter des Nürnberger Achtuhr=Abendblattes, wenn seine vorgesetzte Behörde auf dem Schweigegebot bestehe, werde er dieser Vorschrift pflichtgemäß nachkommen. Dürfe er aber wieder offen reden, so werde er die Sache so darlegen, wie sie sich in Wirklichkeit verhalten habe. Erpressungsversuch an Direktor Meußdörfer? pw. Berlin, 8. Febr.(Funkspruch.) Wie der Lokal=Anzeiger aus Kulmbach meldet, ist die Kulmbacher Polizei, die die Spur der beiden Einbrecher Schuberth und Popp gefunden und verfolgt hat, aus den weiteren Ermittlungen ausgeschlossen worden und weiß selber nicht, ob Popp und Schuberth in Bezug auf den Mordverdacht nach dem Widerruf als entlastet gelten oder nicht. Dem gleichen Blati zufolge wurde an Direktor Meußdörser, dem Sohn des beschuldigten Kommerzienrates, der die Haftentlassung seines Vaters mit größtem Nachdruck betreibt, ein plumper Erpressungsversuch verübt. In einem anonymen Schreiben wurde ihm mitgeteilt, daß genügend Material zur gänzlichen Entlaftung seines Vaters vorhanden sei, über das der Absender des Brieses verfüge. Er werde Meußdörser das Material gegen Erlegung einer hohen Geldsumme in die Hände spielen. Da es sich aber nur um einen Erpressungsversuch haudeln konnie, erstattete Meutzdörfer noch gestern abend Anzeige. Die Polizei des Täters. Hindenburg beim Jubiläums=Reitturnier. pw. Berlin, 8. Febr.(Funkspruch.) Gestern nachmittag besuchte der Reichspräsident das Berliner Jubiläums=Reitturnier und folgte den mehrstündigen, glänzend gelungenen Vorführungen mit größtem Interesse. Ueber 8000 Zuschauer waren, wie die Deutsche Tageszeitung meldet, in der Kaiserdamm=Arena versammelt, und bereiteten dem Reichspräsidenten, der in Uniform erschienen war, stürmische Ovationen. Magazinierung von Roggen. pw. Berlin, 8. Febr.(Funkspruch.) Wie die Germania mitteilt, wird der Reichsernährungsminister beim Reichskabinett die Bereitstellung von 20 Millionen anfordern, die zur Magazinierung von Roggen verwendet werden sollen. Vorausgesetzt, daß dieser Antrag die Zustimmung des Kabinetts findet, wäre mit einer Entlastung des Marktes um mehr als 100000 Tonnen zu rechnen. Laut Börsenkurier ist die Durchführung so gedacht, daß der zu magazinierende Roggen von zehn dazu berufenen Stellen gekauft wird und beim Verkäufer liegen bleibt, sodaß er bis zu einem geeigneteren Zeitpunkte vom Markte ferngehalten bleibt. Der neue Oberpräsident von Pommern. pw. Berlin, 8. Febr.(Funkspruch.) Von der preußischen Regierung ist, laut„Voss. Zig.“, für das Oberpräsidium in Pommern der bisherige Regierungspräsident von Stettin, von Halfern, in Aussicht genommen, der der Deutschen Volkspartei nahe steht. Sein Nachfolger soll der bisherige Vizepräsident der Stettiner Regierung, Terwil, werden, der der Sozialdemokratischen Partei angehört. Konflikt bei den Jungdemokraten. pw. Berlin, 8. Febr.(Funkspruch.) Auf Antrag der im Ostausschuß des Reichsbundes der Deutschen Jungdemokraten zusammengeschlossenen Verbände Ostpreußen, Pommern, Mecklenburg, Ostmark, Oberschlesien und Niederschlesien, denen sich u. a. die Verbände Baden, Mitteldeutschland und Thüringen angeschlossen haben, hat, der Voss. Ztg. zufolge, die Bundesleitung der Deutschen Jungdemokraten den Vorsitzenden des Landesverbandes Hamburg, Erich Lüth, in einstimmigem Beschluß aus dem Reichsbund ausgeschlossen. Der Beschluß wird damit begründet, daß Lüths fortgesetzte Agitation geeignet sei, die politische Geltung des Bundes zu schwächen. Verhaftung des kommunistischen Redakteurs Hampel pw. Berlin, 8. Febr.(Funkspruch.) Wie die „Rote Fahne“ meldet, wurde gestern der kommunistische Redakteur Hampel, genannt Slang, im Hafturlaub wegen Fluchtverdachts sestgenommen und nach Leipzig zurückbefördert. Nach der Darkellung enge ist bereits auf der Spur des Blattes erfolgte die Verhaftung, als Lumpel sich freiwillig der politischen Abteilung des Berliner Polizeipräsidiums zur Verfügung steklte. Eröffnung der internationalen Friedens= und Völkerbunds=Ausstellung im Haag. wtb. Haag, 8. Febr.(Funkspruch.) Freitag nachmittag wurde in den gräflichen Sälen des Binnenhofes die von der niederländischen Vereinigung für Völkerbund und Frieden anläßlich ihres und des Völterbundes zehnjährigen Bestehens veranstaltete internationale Friedens= und Völkerbunosa#u#stellung feierlich eröffnet. Der französische Finanzausschuß gegen Tardien. Pensionen für die ehemaligen Frontkämpfer. wtb. Paris, 8. Febr.(Funkspruch.) Der Finanz= ausschuß der Kammer hat sich grundsätzlich dafür ausgesprochen, daß den ehemaligen Frontkämpfern eine grundsätzlich dafür ausgesprochen, daß den ehemaligen Frontkämpfern eine Pension gewährt wird und die entsprechenden Beträge bereits in das Budget für 1930 eingestellt werden. Diese Frage ist bei der Beratung Tardieus mit den Führern der zu seiner Mehrheit gehörenden Kammerfraktionen dieser Tage besprochen worden. Tardien hatte es abgelehnt, schon jetzt diesen Antrag anzunehmen und Vertagung um einige Jahre gefordert. Der gestrige Beschluß des Finanzausschusses wird die Regierung zwingen, ein Kompromiß zu suchen, da 36 von 44 Abgeordneten, die dem Finanzausschuß angehören, sich für die Pensionen ausgesprochen haben. Diskontermäßigungen in Amerika. wtb. Washington, 8. Febr.(Funkspruch.) Nach Mitteilung des Bundesreserveamtes in Washington hat die Bundesreservebank in Chikago ihren Diskontsatz von 4½ Prozent auf 4 Prozent und die Bundesreservebank in Cleveland ihren Diskontsatz von 5 Prozent auf 4½ Prozent herabgesetzt. Von den zwölf amerikanischen Bundesreservebanken haben nunmehr Neuyork und Chikago einen Satz von 4 Prozent, St. Louis einen Diskontsatz von 5 Prozent und die anderen neun einen Diskont von 4½ Prozent. Amerikanischer Protest gegen Stimsons Marineprogronnm. uch.) Wie Anl, wtb. Neuyork, 8. Febr.(Funkspruch., A#ie Astociated Preß aus Washington berichtet, erksährte, der Vorsitzende des Marineausschusses des Guno#ssenats. Senator Hale, daß das von Stimson in London bekanntgegebene Paritätsprogramm offensichtlich nicht den amerikanischen Marinebedürfnissen entspreche. Eisenbahnerstreik in Indien. wtb. Bombay, 8. Febr.(Funkspruch.) In den Eisenbahnwertstätten sind 12000 Hindu=Arbetzeg. i den Streik getreten. Von dem Eisenbahnoi####. versonal streiken 6000 Mann. Während im Bezirt von Bombay der Streik sich im Verkehr störend bemerkbar macht, konnte auf den übrigen Eisenbahnnetzen sowohl der Güter= wie der Personenverkehr reibungslos abgewickelt werden. Die Versammlung des Damen-Strümpfe Makoart, mit Doppelsohle und Ferse, besonders preiswert. Damen-Strümpfe Niako, solide, kräftige Qualität in viel. Farben Damen-Strümpfe Seidenflor mit Naht, Doppelsoble und Ferse, sehr vorteilhaft.. Damen-Strümpfe Seldenflor, starke„Lucia“, solide seinlädige Ware Damen-Strümpfe Agia-Seide, sein. Gewebe, her vorrag. in Qualität, in den neuen Modefarben Damen-Strümpfe Küttner=Seide, vorzügliche Qualität, mit Pyramidalferse, maschenfest. Gew. Statt besonderer Anzeige Heute nachmittag 4 Uhr entschlief sanft kurzer, schwerer Krankheit, meine innigstbte Frau, unsere herzensgute Mutter, viegermutter, Tochter, Schwester, SchwäKuguerkertstaut Lina geb. Beile im Alter von 48 Jahren. 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Das Reichskabinett hat sich auch bereits am Mittwoch mit dem Finanzprogramm Dr. Moldenhauers beschäftigt. Aus der recht dürftigen amtlichen Mitteilung, die über die Sitzung herausgegeben wurde, kann man entnehmen, daß irgendwelche Beschlüsse noch nicht gefaßt worden sind. Es sollen vielmehr am Freitag neue Verhandlungen stattfinden, zu denen auch die Regierungsparteien hinzugezogen werden sollen. *r Gegenstand der Besprechung des Reichskabinetts waren vor allem zwei Steuerpläne, die schon seit längerer Zeit lebhaft erörtert worden sind. Es handelt sich dabei um die Erhöhung der Umsatzsteuer und Biersteuer. Zuverlässigen Informationen zufolge berechnet man im Reichsfinanzministerium den Fehlbetrag, der unbedingt zu decken sein wird, nunmehr mit 700 Millionen Mark. Daran beteiligt sich in der Hauptsache rund 130 Millionen Mindereingänge an Steuern, etwa 450 Millionen für die Sozialversicherung und rund 105 Millionen Forderungen aus dem Nachtragshaushalt. Die ursprünglich bekannten Steuersenkungen dürften damit auf unbestimmte Zeit vertagt werden. Auch Sparmöglichkeiten sind erörtert worden, man ist jedoch der Ansicht, daß etwa 95 v. H. der Ausgaben zwangsläufig sind und die Sparmöglichkeiten daher sehr gering. Zur Abdeckung des großen Fehlbetrages der Arbeitslosenversicherung denkt man daran, bei den übrigen Versicherungsgesellschaften eine auf zwei Jahre befristete Anleihe aufzunehmen; der Gedanke einer sogenannten Gefahrengemeinschaft aller Versicherungsgesellschaften ist jedoch fallen gelassen worden. * Angesichts der großen Finanznot wird man damit rechnen müssen, daß uns die Erhöhung der Biersteuer und der Umsatzsteuer nicht erspart bleibt, da von keiner Seite bisher ein gangbarer Weg gezeigt worden ist. Sehr umstritten dürfte dagegen noch die Frage der Beschaffung der Mittel für die Arbeitslosenversicherung sein. Der Gedanke, die anderen Zweige der Sozialversicherung in irgendeiner Weise zur Deckung der notwendigen Zuschüsse heranzuziehen, ist bei den Versicherten auf schärfste Ablehnung gestoßen. Jetzt hat auch der Hauptausschuß für die soziale Versicherung der Privatangestellten, der in 37 Angestelltenorganisationen mehr als 800000 Mitglieder vertritt, an die Reichsregierung ein Schreiben gerichtet, in dem er sich mit dem Plan eines Darlehens der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte an die Arbeitslosenversicherung beschäftigt. In dem Schreiben heißt es:„Wir stellen fest, daß zwar gegenwärtig die Einnahmen der Angestelltenversicherung die Ausgaben übersteigen, daß aber nach der revidierten auf das Anwartschaftsdeckungsverfahren abgestellten versicherungstechnischen Bilanz vom 1. Januar 1928 ein rechnungsmäßiger Fehlbetrag in der sehr beachtlichen Höhe von 1,6 Millionen Mark vorhanden ist. Bei der gegenwärtigen Lage der Arbeitslosenversicherung ist der Hauptausschuß für die soziale Versicherung der Privatangestellten der Meinung, daß ein Darlehen angesichts der völligen Unmöglichkeit der Rückzahlung als verloren oder mindestens auf das äußerste gefährdet anzusehen ist. Es erscheint uns ausgeschlossen, daß die Reichsanstalt in der Lage ist, ohne eine grundlegende Reform der Sozialversicherung mit dem Ziel der dauernden Aupassung der Einnahmen an die Ausgaben Gelder zur Schuldentilgung freizumachen.“ * Die Londoner Flottenkonserenz, die nun schon in der dritten Woche tagt, ist bisher noch keinen Schritt weitergekommen. Anfangs schien es, als ob England den französischen Wünschen bis zu einem gewissen Grade nachgeben wollte. Inzwischen hat sich aber der englische Widerstand versteist. England hat zwar gewisse Baueinschränkungen angekündigt, aber zur Sicherung seines Uebergewichts über die sranzösische und japanische Flotte hat es indirekt gefordert, daß die anderen Länder ihre Bauprogramme gleichfalls beschneiden; auch in der Behandlung des französischen Vorschlags zeigte England nicht mehr das Entgegenkommen, das man auf französischer Seite erwartete. Die englische Forderung bedeutet, daß Frankreich bis zum Jahre 1936 auf etwa 175000 Tonnen verzichten müsse, zuzüglich etwa 70 000 Tonnen Unterseebootstonnage. Hand in Hand mit der englisch=französischen Entfremdung ist eine Annäherung zwischen der französischen und italienischen Abordnung zu verzeichnen. Deutschland im Ipa=Jahr 1930 Die Leipziger Weltausstellung für Von Dr. I. A Die gegenwärtige Wirtschaftslage Deutschlands ist für Ausstellungen, die nur„repräsentieren“ wollen, wenig günstig. Leerer Prunk und„Rummel“ paßt nicht zu unserer Armut und Finanzbelastung. Auf ganz anderem Blatte steht aber der Wert und Nutzen von Veranstaltungen, deren fest umrissener Zweck Förderung der deutschen Volkswirtschaft durch Hebung des Exports und Ausbau der Beschäftigungsmöglichkeiten ist. Das gilt im besonderen von der „IPA“, in deren Zeichen das Sommerhalbjahr 1930 für breite Schichten des deutschen Erwerbslebens neue Hoffnungen auf wirtschaftlichen Aufschwung eröffnen wird. Es handelt sich bekanntlich bei der„IPA“(Abkürzung für „Internationale Pelzfach=Ausstellung") um die erste Weltausstellung der Pelzwirtschaft und Jagdwirtschaft; sie wird in Leipzig, der altberühmten Pelzstadt, am 31. Mai eröffnet werden; ihre Dauer ist bis zum 30. September bemessen; mit der„St#l“###lden sich zahirriche Kongresse und Tagungen verbinden, vor allem auch der erste Welt=Pelzkongreß(22. bis 29. Juni). Schauplatz der„IPA“ wird das weltbekannte Ausstellungsgelände der Leipziger Technischen Messe sein. Da hier ganze Reihen modernster Hallenbauten für den Ausstellungszweck zur Verfügung stehen, wird der Unkostensatz der „IPA“, gegenüber anderen Veranstaltungen ähnlichen Ausmaßes sehr beträchtlich vermindert. Im übrigen ist der Finanzplan der „IPA“, die von den Spitzenverbänden der Pelz= und Jagdwirtschaft veranstaltet wird, ebenfalls mit zeitgemäßer strengster Sparsamkeit aufgestellt. Ein neuer Ausstellungstyp, der der volkswirtschaftlichen Sachlichkeit, wird durch die Pelzwirtschaft und Jagdwirtschaft. dler, Leipzig. „IPA“ verwirklicht werden. Alles, was die Ausstellung zeigt, selbst im„Vergnügungspark“, wird mit dem Ausstellungszweck in Verbindung gebracht. Damit verläßt man bewußt die alte Ausstellungsschablone und schafft gerade hierdurch etwas bei weitem Interessanteres. An den landläufigen„Vergnügungsparks“ hat man sich ja längst satt gesehen. Aber wie reizvoll wird der Anblick der großen Gehege sein, in denen sich in naturgetreuer Umgebung zahlreiche Pelztiere aller Art unter freiem Himmel tum== meln werden! Aus Südamerika wird eine ganze auch Herde der so seltenen und kostbaren Chinchillas Zahl nach Leipzig gebracht. Die russische Regierunganzen wird eine Gruppe von 100 lebenden Pelztierenschaft. nach Leipzig senden, Vertreter edelster und Bau merkwürdigster Gattungen. Der einheitlichen der Grundgedanke des eigentlichen Vergnügungs=beitsparts selbst ist die anschauliche Darstellung derr Aruralten Pelzhandels=Etappenstraße von Ostowirtosien durch Rußland und Sibirien nach West=g der errropg. So wird auch im unterhaltenden Teilsigkeit der„IPA“ das fortgesetzt werden, was sichtgunst wie ein roter Faden durch all die Fachgruppeng vor in den Ausstellungshallen selbst zieht, die Wer=bung für den Pelzkonsum, die Aufklärung über die Leistungen der deutschen Pelzindustrie und Kürschnerei und zugleich ein lehrreiches Kapitel über die Jagd, die heute nicht nur ein Sport, sondern vor allem auch ein wichtiger Wirtschaftszweig ist, sowie über die aufblühende Edelpelztier= und Kaninenzucht. Die deutsche Pelzwirtschaft ernährt heute etwa 50000 Berufsangehörige. Ein Drittel von ihnen wohnt im Leipziger Stadtbezirk, der hauptsächlich ein Zentrum des internationalen Pelzhandels(„Rauchwarenhandel") und der Samstag, 8. Februar 1930 Pelz=Zurichterei und Färberei ist. Andererseits sind Kürschnerei und Sammelhandel einheimischer Pelzfelle über ganz Deutschland verbreitet. Im Jahre 1929 hat Deutschland im Außenhandel(Einfuhr und Ausfuhr) von rohem Pelzwerk, veredelten Pelzen und fertigen Pelzwaren insgesamt 747,7 Millionen Mark Umsatz erzielt, wobei sich ein Ausfuhrüberschuß von 59,3 Millionen Mark ergab. Ungefähr 25 bis 30 Prozent der gesamten Pelzproduktion der Welt werden über Leipzig gehandelt. Die Leipziger Pelzindustrie erhält Arbeitsaufträge aus allen Erdteilen. Schon vor dem Kriege war Leipzig Jahrhunderte lang der große Weltmarkt der Pelze. Nach dem Kriege drohte ihm die Gefahr, durch New York und London dauernd ausgeschaltet zu werden. Dennoch erlebte Leipzig wieder neuen Aufslieg, und von der„IPu“ erhofft man jetzt, daß sie den deutschen Anteil an der internationalen Pelzwirtschaft weiter fördern werde, als wichtigen Aktiv=Posten der deutschen Zahlungsbilanz. Auch Kürsaner, Pelzwarenhändler, Fellhändler, Pelztierzüchter, Kaninenzüchter, Jagdinteressenten in allen Teilen Deutschlands werden die anregende Wirtung der„IPA“ wahrnehmen, die vom Reich für „rechtswichtig“ erklärt worden ist und von verschiedensten Behörden und Verbänden gefördert wird. Der Reichspräsident Paul von Hindenburg selbst hat sein Protektorat über die„IPA“ in Aussicht gestellt. Auch die Regierungen und Staatsoberhäupter fremder Staaten beschäftigen sich lebhaft mit der„IPA“, vor allem der amerikanische Präsident Herbert Hoover, der persönlich beim Kongreß in Washington die amtliche Beteiligung der U. S. A. beantragt hat. im. Menschenleben und großen Sachschaden mit sich brachten. Er ist zum Halten von Waffen und Munitionslager berechtigt. Beides wird nur noch durch eigene Bedienteste befördert. Vom Film Dolores del Rio, die bekannte und gefeierte amerikanische Filmkünstlerin, feiert in dem großen Fox=Millionenfilm„Dierote Tänzerin von Moskau“ starke Triumphe. Hier wird „das zarte Liebesidyll eines Großfürsten mit die genügende Anzahl von Funkhelfern zür Versfügung steht. Rasche Arbeit ist aber notwendig, wenn den Rundfunkteilnehmern ihre Beteiligung am Rundfunk nicht verleidet werden soll. Der Ausschuß richtet deshalb an Personen, die die erforderlichen Fachkenntnisse besitzen und bereit sind, sich als Funthelfer in den Dienst der Störungsbekämpfung zu stellen, die Bitte, ihre Bereitwilligkeit zur Mitarbeit der zuständigen Rundfunkgesellschaft, A. G.„Westdeutscher Rundfunk", Köln, Funkhaus, Dagobertstraße, mitzuteilen. Reiseeindrücke auf der Fahrt nach dem Osten unter besonderer Berücksichtigung der bäuerlichen Verhältnisse in der Grenzmark Westpreußen. Wenn jemand eine Reise tut, dann kann er viel erzählen! Besonders wenn es eine Rheinreise bezw. Süddeutschlandfahrt betrifft. In vorliegendem Falle handelt es sich um eine Besuchsreise zu den aus Polen wegen Verdrängung ausgewanderten Verwandten, die sich nach vielen Irrfahrten wieder als Landwirte in der Grenzmark Westpreußen angesiedelt haben. Es war Anfang August, die Sonne lachte und küßte die noch im schönsten Sommerschmuck prangende westfälische Erde. Also, meine Reise war vom herrlichsten Wetter begünstigt. Zunächst führte mich der D=Zug nach der Reichshauptstadt, wo ich übernachtete. Am nächsten Tage fuhr ich die Ostbahn herunter bis zur polnischen Grenze. Abgesehen von der vielseitigen Unterhaltung im Zuge, bot auch die Natur reichlich Interessantes. Im Mittelpunkt meiner Betrachtungen lag die Getreideernte, die z. Zt. meiner Reise in vollem Gange war. Hier sieht man die komplizierte Mähmaschine ihr todbringendes Schnitterwerk vollenden; dort sind fleißige Hände dabei, die Garben zusammenzutragen; an anderer Stelle schwanken die mit Getreide beladenen Wagen der Stelle zu, wo die Kornmieten kunstgerecht gebaut werden. Indessen rast das Dampfroß in gleichmäßigem Tempo durch die norddeutsche Ebene, große Waldkomplexe, ausgedehnte Getreidefelder, saftige Wiesen und unabsehbare Kartoffel= und Rübenfelder zurücklassend. In Schn., hart vor Eintritt in den polnischen Korridor, hieß es für nicht Durchreisende: „Aussteigen!“ Da ich nun hier längeren Aufenthalt hatte, wanderte ich plan= und ziellos durch die Stadt, wobei meine Gedanken auch hinüberglitten zu der in der Nähe liegenden alten Garnisonstadt Thorn, letztere ruft unzählige Erinnerungen aus meiner Soldatenzeit wach. Mittlerweile war es auch wieder Zeit zur Abfahrt, die Reststrecke wurde ir: Bunmelzug bezw. Auto zurückgelegt. Stegers in Westpreußen ist ein Ort von etwa 2000 Einwohnern, vorherrschend haben sich hier Landwirte niedergelassen. Mehrere Gasthäuser, Geschäfte, Schulen, 2 Kirchen sowie Arzt und Zahnpraxis sind am Platze. Da ich meine Ferien hier fast restlos verlebte, hatte ich Gelegenheit, das Leben und Treiben in der Landwirtschaft zu beobachten. Hierbei möchte ich vorausschickend bemerken, daß die Lage der Landwirte— insonderheit die der kleinen Bauern— z. Zt. keine beneidenswerte ist. Die Absatzmöglichkeit ihrer Produkte will ich durch einige Beispiele illustrieren: Im Herbst 1928 hatten die Grenzmärker eine gute Kartoffelernte. Trotzdem die Kartoffeln zum Preise von 2.— Mk. pro Zentner abgegeben wurden, war keine Nachfrage vorhanden. Es wurde zur Einmietung geschritten, man vertröstete sich bis zum Frühjahr. Wieder hatte man die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Auch später wurde die Frucht nicht einmal zum Preise von 80 Pfennig abgenommen, der größte Teil wurde als Viehsutter verwandt. Ein recht krasser Fall ist noch folgender: Aus einer Nachbargemeinde schickte ein Landwirt 2 Waggon Kartoffeln an einen Händler in eine sächsische Industriestadt. Aus mir unbekannten Gründen wurden die Ladungen auf der Empfangsstation verweigert. Nach langem hin und her entschloß man sich endlich zum meistbietenden Verkauf der Ware Man here und staune. Nach Abzug aller Unkeben erhielt der Versender den Erlos ven dreißig Pfennigen für 100 Pfuno. Biie soll unter solchen Umständen der Bauer seinen Verpflichtungen nachkommen? Alle Kategorien, ob Handwerker oder Gewerbetreibender, ob Kaufmann oder Beamter, ob Bergmann oder Industriearbeiter, jeder hat seine Nöte und Sorgen, aber der Landwirt und besonders der kleine Bauer sind die geplagtesten Menschen in unserem großen Wirtschaftskörper. Mir sagte kürzlich ein junger Fabrikarbeiter, der eine schwere Verletzung im Betrieb erhalten hat:„Und wenn ich beide Hände verlöre, so geh' ich doch nicht wieder in die Landwirtschaft!" Denjenigen, die immer auf die Bauern schimpfen und diese als Geizhälse und Wucherer ausrufen, möchte ich empfehlen, sich einmal von den momentanen Verhältnissen der Landwirte augenblicklich zu überzeugen und danr urteilen. „Ueberzeugung ist die Kraft des Mannes!" Marquardt. Annahme von Forstlehrlingen Mit Rücksicht auf die in Aussicht genommene teilweise Aenderung der Förster=Ausbildungs=Bestimmung wegen der beabsichtigten Umstellung der Forstsekretärlaufbahn hat der Preuß. Landwirtschaftsminister, wie die Deutsche Beamtenbund=Korrespondenz erfährt, über die Annahme von Forstlehrlingen für das Jahr 1930 folgendes bestimmt: 1. Der Beginn der Lehrzeit der im Jahre 1930 anzunehmenden Forstlehrlinge wird, wie im Vorjahre, auf den 1. Juli festgesetzt. Die für die Staatsförsterlaufbahn zugelassenen Bewerber haben vom 1. Juli 1930 ab zunächst bei einem Förster(Revierförster) praktisch zu lernen. Wegen der künftigen Gliederung der Lehrzeit wird durch die demnächstige Aenderung der Försterausbildungsbestimmungen weitere Anordnung ergehen. 2. Die Meldefrist wird auf den 1. Mai festgesetzt, die Entscheidung über die Annahme darf nicht vor dem 5. Mai getrossen werden. 3. Es dürfen nur Bewerber zugelassen die am 1. Juli 1930 das 18. Lebensjahr begonnen, das 21. aber noch nicht vollendet haben und die durch ihre Zeugnisse ein unbedingt genügendes Urteil im Deutschen, in den Naturwissenschaften und in der Mathematik nachweisen können. Bei den Bewerbern, die höhere, als die vorgeschriebene Schulbildung nachweisen, ist das beim Abgang aus der Schule erhaltene Zeugnis maßgebend. 4. Die Aufnahmeprüfung muß im Mai stattsinden. Die von den Bewerbern etwa gewünschte Lehrförsterei ist dem Oberforstmeister bis zum 1. Juni 1930 zu melden. 5. Die Zahl der in diesem Jahre anzunehmenden Forstlehrlinge wird vom Minister demnächst setzgesetzt werden. Rückgang der Banktätigkeit 1929 Die deutschen Banken haben im Jahreszeitraum vom Dezember 1928 bis November 1929 ihr Geschäft weiter ausgedehnt. Nach den vergleichsfähigen Abschlüssen der Großbanken ist aber die Zunahme der Einlagen und der Ausleihungen beträchtlich hinter der der vorhergegangenen Jahre zurückgeblieben. 1928 hatten die Guthaben bei den Großbanken um 2476 Millionen zugenommen, in jenen 12 Monaten nur noch um 831 Millionen. Die Verknappung der fremden Mittel zwangen zeitweise zu einer Einschränkung in der Kreditgewährung und einem stärkeren Rückgriff auf die Reichsbank Der Betrag der unverzinslichen Schatzanweisungen und Schatzwechsel des Reichs und der Länder hat sich in einem Jahr bis Ende November 1929 mehr als verdreifacht. Ihr Anteil an dem Gesamtbetrag der Schecke, Wechsel und unverzinslichen Schatzanweisungen stieg von 6 auf 18,6 Prozent. Die Gesamtsumme des Abschlusses stieg vom 30. November 1928 bis November 1929 von 26,7 auf 28,9 Milliarden. Am Schlusse kamen auf die Großbanken 14,7 Milliarden, die sonstigen Aktienbanken 6, die öffentlich=rechtlichen Kreditanstalten 10,5 Milliarden. E Vom Leid Schwerte, den 8. Februar 1930. * Die Frage, warum so viel Leid in der Welt sein muß, hat von jeher die Menschen bewegt. Sie flüstert im Gezweig der Haine der alten Germanen. Sie erhebt ihre Stimme in der Tragödie des klassischen Altertums, in Israels Psalmen und im Mysteriumspiel des Mittelalters ringt sie um die Antwort aus der höheren Welt. Irgendwo hat einer einmal gesagt:„Wenn auf die Messiasbahn ein Kreuzesschatten siel, wenn alle Großen litten, wenn mit Märtyrerpfählen die Straße der Menschheitskultur gezeichnet ist, wenn Schicksal und Prüfungen der Völker Erzieher zur Größe waren, dann muß das Leiden ein Naturgesetz bedeuten im Reiche der Geister, muß eine höhere Mission haben.“ Der Glaube gibt dem Leide einen gottgewollten Platz in unserem Leben. Alles Schwere, was wir durchzukämpfen haben, ist eine Aufgabe, die uns gestellt ist, daß wer in ihrer Ersüllung reiser, ernster, stärker werden sollen. Wie der Diamant erst unter dem Schleifstein Klarheit, Reinheit und Wert gewinnt, so soll auch der Mensch im Leide geläutert werden, unter den Prüsungen und Anfechtungen erstarken und an innerem Wert reicher werden. Wer so ein Leid aus seines Gottes Händen hinnimmt, dem kann die Last wohl schwer werden, daß er darunter seuszt, aber zusammenbrechen lassen wird sie ihn nicht. Im Leide stählt sich ihm der Wille, der geheime Schmied der Geschicke, zu neuen Taten, und über sich sühlt er die göttliche Macht, die ihn auch mit der Trübsal ihren ewigen Zielen näher führen will. Auf das Kostümfest des Schwerter Bürgerschützenvereins, das am heutigen Samstag im„Freischütz" festlich begangen wird, weisen wir an dieser Stelle noch einmal empfehlend hin. Straßenbahn= und Autobusverkehr die ganze Nacht hindurch. Der M. G. V.„Sängerbund“, der in unserer Stadt allseits bekannte und geschätzte Verein, veranstaltet an morgigen Sonntag, nachmittags 5 Uhr im„Freischützsaale“ ein Kostümfest, das viele Ueberraschungen ringen wird. U. a. werden die besten Kostünc mit einem Preis bedacht. Es besteht kein Zweifel, daß diese Veranstaltung zu einem vollen Erfolge wird, denn vornehmlich im MGV.„Sängerbund“ versteht man es, Fesie im richten Sinne zu arrangieren und durchzuführen Auf den Verlauf des Kostümsestes kommen wir noch näher zurück. Was die Polizei berichtet: In der Zeit vom 26. Januar bis 2. Februar 1930 kamen zur Anzeige: 1 Fall wegen Sachbeschädigung; 1 Fall wegen Gewerbevergehens; 1 Fall wegen Hausfriedensbruchs und Bedrohung; 1 Fall wegen Nichtbeleuchtung des hinteren Kennzeichens am Krastwagen; 1 Fall wegen Betrugs; 1 Fall wegen Verbreitung von Faschgeld; 10 Fälle wegen Ueberschreitung der Polizeistunde; 4 Fälle wegen Diebstahls, 2 Faue wegen Körperverletzung; 1 Verkehrsunfall , w u r d e g e m e l d e t.— P o l i z e i l i c h b e s t r a f t w o r d e n: 1 Fortbildungsschüler, weil er der Schule unentschuldigt serngeblieben ist; 3 Personen wegen groben Unsugs; 2 Personen, weil sie ihr Fahrrad nach Dunkelheit nicht beleuchtet haben; eine Person wegen Unterstellung eines Kraftwagens in nicht ordnungsmäßiger Garage; 1 Person wurde wegen Verdachtes der Landstreicherei bezw. Bettelei dem Richter vorgeführt; Obdachlos meldeten sich 29 Personen; 1 Herrenhut und eine Damenhandtasche— Wolle— wurden als gefunden abgegeben. : Bericht über die Lage des Arbeitsmarktes im Arbeitsamtsbezirk Schwerte. Am Stichtage wurden gezählt: 3477(3504) Arbeitsuchende, 2751(2641) Unterstützungsempfänger der Arbeitslosenversicherung, 182(176) Unterstützungsempfänger der Krisenfürsorge, 35 Rotstandsarbeiter aus der Arbeitslosenversicherung und 11 Notstandsarbeiter aus der Krisenfürsorge. Kegler=Wettkampf im„Sportler". Auf zum„Sportler“ lautet in diesen Tagen die Parole für die Kegel=Sportler, denn dortselbst findet vom 7. bis 11. d. Mts. ein großer Kegler=Wettkampf statt. An Preisen und Prämien winken den Siegern über 400 Mark Geldpreise. Der Zeit entsprechend, ist der Preis für 1 Los(3 Wurs) auf 30 Pfennig festgesetzt worden, sodaß jeder Kegler an der Veranstaltung teilnehmen kann. Wer Glück hat, kann also mit 30 Pfennig 150 Mark gewinnen. Gut Holz. Wichtiger Fristablauf für Pensionsansprüche ehemaliger Offiziere und Sanitätsossiziere. Nach§ 2 Zisser 3 des Offizier=PensionsGesetzes 06 müssen ehemalige Offiziere und Sanitätsossiziere des Friedensstandes Pensionsansprüche, die sie auf Kriegsdiensteschädigungen (außer Verwundungen) slützen, bis zum Ablauf von 10 Jahren nach dem Friedensschlusse geltend machen. Wie der Verband der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen des Deutschen Reichskriegerbundes„Kyffhäuser“ mitteilt, weist der Reichsarbeitsminister in einem besonderen Erlaß darauf hin, daß diese zehnTAPETEN LINOLEUA BALATUA der TEPPICN für JEDERMANN 150/200 200/250 200/300 Fk. 6,30 Mk. 10.50 Mk. 12.60 Heimann-Kollkamp emeseme. an detail MMÄTE SCHWERTE Hörderstr. 15 Die deutschen Winterwälder grüßen uns! . Grnrwalte Essen vom 7. Februar 1930. Während das gestrige Tiefdruckgebiet über Mitteleuropa abgezogen ist, hat sich das nordwestliche Hochdruckgebiet verstärkt und südostwärts verlagert. Ein neues Tiefdruckgebiet dringt über Island vor. In Deutschland war es heute früh größenteils trübe, vielfach noch mit Regen= oder Schneefällen. Die heutigen Morgentemperaturen lagen zwischen—2 und plus 3 Grad. Der Kahle Asten hatte frischen Nordostwind, Nebel, 7 Grad Frost und 25 cm. Schneehöhe. Aussichten bis Sonntag: Wolkig: später aufheiternd, aber keine erheblichen Niederschläge, an Stärke zunehmender Frost. Die Wintersportzüge verkehren! Es verkehren folgende Wintersport=Sonderzüge: Am Sonnabend, den 8. Februar, Sdz.=Wsp. 1703 Düsseldorf— Schwerte— Winterberg — Willingen— Usseln. Ab Schwerte 17,39 Uhr. Am Sonntag, den 9. Februar. Sdz.=Wsp. 1705 Düsseldorf— Schwerte, Sdz.=Wsp. 1707 Duisburg— Schwerte— Winterberg — Willingen— Usseln. Ab Schwerte 6,48 Uhr. Rückfahrt: Sdz. 1706 Winterberg—Usseln— Willingen— Düsseldorf. Sdz.=Wsp. 1712 Winterberg— Usseln— Billingen— Duisburg. Schwerte an 21,27. Folgende Wetteberichte sind ausgegeben worden: Winterberg: Schneehöhe 10 cm.; in Höhenlagen über 700 m. 15 cm. Temperatur 7 Grad C. Letzter Schneffal: Rauhreif. Witterung: Nordostwind, Sportmöglichkeit gut. Willingen: Schneehöhe 2 bis 3 cm.; in Höhenlagen über 700 m. 15 bis 25 cm. Temperatur: 5 Grad C. Letzter Schneefall: Neuschnee 3 cm. Witterung: Nordwestwind, Sportmöglichkeit gut. Sterbefälle. Am 6. Februar starb im 32. Lebens ahre Frau Ludwig Keßler, Mathilde geb. Schreier Schwerte.— Gestern starb nach kurzem schweren Leiden unsere bekannte und geschätzte Mitbürgerin, Frau Auguste Rettstadt, Lina geb. Beile, Schwerte, im Alter von 48 Jahren.— Möge beiden Dahingeschiedenen die Erde leicht sein. Schwerte, den 8 Februar 1.50. Manche Vermutung hat sich doch noch wahr gemacht, und wenn nicht alle Anzeichen trügen, wird eine immerhin erträgliche und nicht an die von anno Domini 1929 erinnernde Kältewelle bei uns vorübergehend ein Gastspiel geben Vorübergehend? Trau schau wem. Man hat es vorgezogen, das„optimisiische Glatteis" zu verlassen, auf dem man sich schon wiederhot die Nasenspitzen, die sich so weisheitsvoll in meteorologische Wissenschaften hineingruben, blau gefallen hat; man pfeif auf London und Paris, das heißt auf die so ost versagenden Wetterstationen, und hält es lieber mit der Hahnendiagnose, die besagt, daß sich dann das Wetter oder beständig bleibt. wenn beie Federviehoberhaupt auf dem Mist krähend sein metallenes Stimmorgan zur Geltung kommen läßt. Es hat eben halt alles seinen bestimmten Zweck in unserer schönen Welt, wenn dieser auch zuweilen trügt— sogar grundverkehrt erscheint. Was die Hühner in diesen kälteren Tagen an Eierlegefreudigkeiten vermissen lassen werden — eine Ruhepause sei ihnen nach stravazenreichen, sauren Wochen gegönnt— wird in anderem Sinne bei einem sporthungrigen Menschengeschlecht zu einem wahren Freudentaumel sich in doppeltem Maße auswirken. Allen denjenigen steht ehrliche Sportbegeisterung auf der Stirn geschrieben, die ihre hölzernen Skier mehr lieben als sich selbst und die es nicht erworten können, um mit einem jauchzenden von den mit bester haltbarer Schneecreme eingewichsten Scheitelkämmen der sauerländeschen Gebirge in die verschneiten Täler hinabzugleiten. Sie haben lange veraebens auf diesen Zeitpunkt warten müssen, die Mädels und Jungen, die es so ehrlich und aufrichtig mit ihrer Liebe zur Natur meinen, die. wenn sie auch nicht nach gustav nagel barfuß dem Winterberg zustreben und sich nur von Rohkost ernähren, aber einen offenen Blick und ein sehnsüchtiges Herz für alle die herrlichen Gottesbilder sich bewahrt haben, die in unserer Zeit so schöne Hoffnungen für die deutsche Zukeinft ahnen kessen. Wintersport tut not! Und was dürfte wohl gesünder und bekömmlicher sein als Körper und Geist zu stählen in frostklarer und stautfreier Gebirgsluft.„Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben, an deines Volkes Auferstehn!" Und wenn man in diesen Tagen wieder einmal hineinschauen darf in die Blauaugen eines deutschen Gretchens inmitten eines sau rländischen Skiparadieses oder erspäht die kräftige, sehnige und gebräunte Gestalt eines deutschen Sportlers, der mit gleichgesinnten Kameraden auf Skiern in schneeverhangenen silbernschimmernden Gebirgseinsamkeiten Erholung und Ruhe nach Tagen angestrengten, emsigen Schaffens sucht, dann kann man nicht umhin, an eine bessere deutsche Zukunft zu glauben, an eine Zukunft, die von einer lebensstarten, lebensbejahenden und lebenserprobten Jugend getragen wird. DORTHUN D Hezenhelleg 73 Hansastr. 84 GELSENKIRCHEN Kreuzstr. 8 (Alter Markt) Ski=Heil! Lustig und einladend wink die Wintersportflagge am Bahnhof, ankündigend, daß am heutigen Samstag und morgigen Sonntag Sonderzüge Skisportlerinnen und Sportler nach Winterberg, Willingen und Usseln befördern wollen, wo sie dem Skisport in der schönsten Weise huldigen können. Und es werden wohl ihrer nicht wenige sein, die diese Sonderzüge benutzen werden, ausgerüstet mit den ersorderlichen Sportutensilien und einem frischen, freien, fröhlichen Mut. Mit dem hellen Morgen begrüßen sie die verzauberten deutschen Winterwälder und erst die Vorgerückte Dämmerung des frostklingenden Abends führt sie in schneeverhutzelte Ortschaften zurück, wo die fürsorgliche Wirtin am derben Eichentisch einen dampfenden Grog kredenzt, der etwaigen abgekühlten Lebensgeistern einen beschwingieren Takt wieder schlagen läßt. Und die echt westfälischen Schinkenstullen mit dem Elixter„S.einhäger“ gepaart, sind wohl des Probicren; und Verzehrens wert.— Ski=Heil! Und wir alle, die wir den Feiertag in unserem Städchen mit seiner näheren Umgebung erleben, wollen diesen Tag mit einem„WaldHeil! willkommen heißen. Schwerterwald und Ohl sind uns liebgeworden: Vertraute und beide erwarten gern den Besuich der Schwerter Sonntagsmenschenkinder. Ja, sonntägliche Wanderer wollen wir in ehrlicher Ueberzeugung sein, sonntägliche Feiertagsmenschen, die das Herz auf dem rechten Fleck tragen. das lauter und fröhlicher, befreiender schlägt, wenn es ha ausgeht, in ein winterliches Herzogtum jenseits unserer Stadtgrenzen, in die ftierliche, andochtsreiche Natur Gottes.„Du meiner Lust und Wehen andächt'ger Aufenthalt“ singt der Liederdichter Eichendorff so glutvoll und so beseelt von all dem Wundersamen des deutschen Waldes, den jetzt der Winter zu seinem Tronsitz erkoren hat. Wandere auch du hindurch auf winterseligen Pfaden, über die schützenden Schneedecken deinem sonntäglichen Ziel; entgegen und du wirst dich wunk ern über ab' die Kostbarkeiten, die dir der Februar=Winter offenbaren wird. Sonntägliche Wanderer wollen wir auch dann noch sein, wenn uns der Alltag wieder in seinen Bann zwingt und uns an die Arbeitsplätze ruft, gleich welcher Art. Sonntögliche Wanderer mit einer reinen zaren Seele, rein wie der Schnee und klar wir der Eiskr.stall, der im Sonnenlicht sunkelt und glitzert. Und wenn wir uns diese Seele zu wahren oder zu erobern wissen, dann können wir leuchtenden Auges befreit in die Zukunf' schauen, di; im schönsten Sinne eine neue Aera auferstehen lassen wird, die mit allen Bitternissen u. Nöten ein Ende machen wird und uns einer Heimstatt am Ende des Weges zuführt, wo ewige Reinheit und Klarheit zu finden ist Laßt uns derum sonntägliche Wanderer sein durch den deut schen Winterwald, der so viel Erhebendes zu erzählen vermag; laßt uns auf gleichen Pfaden weiterschreiten hin zur göttlichen Offenbarung. L- I. jährige Frist am 17. Februar 1930 ubläuft. Etwa noch beabsichtigte, auf Kriegsdienstbeschädigung gestützte Pensionsanträge müßten also bis zu dem genannten Tage bei den Versorgungsämtern eingehen. Stützt sich der Pensionsanspruch auf eine Kriegs verwundung, so besteht keine Zeitbeschränkung für die Antragsstellung. Kriegerelternrente! Vom Zentralverband deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegshinterbliebener e. V. wird uns geschrieben. Unser erfolgter Hinweis darauf, daß nach§ 111 des Reichsversorgungsgesetzes die Frist zur Anmeldung des Anspruchs auf Elternrente mit dem 31. März 1930 abläuft, hat eine Flut von Anfragen hervorgerufen. Viele Kriegereltern sind der Meinung, daß die Zahlung der Elternreute überhaupt mit dem 31. März 1930 aufhöre. Das ist natürlich nicht der Fall. Zur Behebung von Zweifeln erklären wir daher ausdrücklich, daß diejenigen, die bereits Elternrente oder Elternbeihilfen beziehen, diese weiter bekommen, solange die gesetzlichen Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Auch solche, die bereit? Anträge gestellt, aber noch keine Entscheidung bekommen haben,erhalten über den 31. März 1930 hinaus die Elternrente, wenn die sonstigen Voraussetzungen als vorliegend angesehen werden. Die oben erwähnte Frist nach § 111 RVG gilt nur für diejenigen Kriegereltern, die bisher noch keinen Antrag auf Bewilligung der Elternrente gestellt haben. Diese müssen bis zum 31. März 1930 ihren Anspruch geltend machen. Alle übrigen Kriegereltern, die heute Elternrente oder Elternbeihilfe beziehen, können zumeist unbesorgt bleiben. Rat und Auskunft in allen Fällen erteilen gern alle Ortsgruppen und Geschäftsstellen des Zentralverbandes. Hier werden auch Anträge entgegengenommen und bearbeitet. Geschäftsstellen befinden sich in Langendreer, Kaiserstraße 38, Münster, Ludgeristraße 5, Neheim, Bahnhofstraße 76. ha Din=Format für Schreibhefte. Die Normung der deutschen Schulschreibhefte ist in Bearbeitung. Das Reichswirtschaftsministerium und einzelne Länderregierungen beschäftigen sich eingehend mit diesen Fragen. Man will durch Versuche erfahrener Schulmänner die wichtigen Fragen klären lassen. Die Ergebnisse sollen im Fachausschuß zu Normen verdichtet werden. Die Stellung der Beteiligten zu diesen Fragen ist geteilt. In der Schweiz werden seit längerer Zeit Schulschreibhefte in den Dinformaten A 4, A 5 und A 6 verwendet. Sie sollen sich gut bewährt haben. In Deutschland sind Dinformate schon in Gewerbeschulen und kaufmännischen Berufsschulen eingeführt worden. Es trifft demnach nicht zu, wenn die Fabrikanten in den Fachzeitschriften darauf hingewiesen haben, daß die Normformate für Schreibhefte nicht in Frage kämen und diese Fragen für Deutschland endgültig erledigt seien. ha Was gilt bei der kurzen Kündigungssrist? Ueber die Folgen einer zu kurzen Kündigungsfrist hat das Reichsarbeitsgericht eine bemerkenswerte Entscheidung getroffen. Wird eine Kündigungsfrist vereinbart, die kürzer ist als das Gesetz erlaubt und ist der Vertrag auf unbestimmte Zeit abgeschlossen, so gilt die kürzeste Frist, die hätte vereinbart werden können. Eine einem Arbeitgeber ungünstige und gesetzlich unzulässige Kündigungsvereinbarung ist nur in soweit nichtig, als sie eine zulässige Vereinbarung einschränkt. Zulässig war die Vereinbarung einer einmonatigen Kündigungsfrist für den Schluß eines Kalendermonats. Das Arbeitsgericht hatte dagegen angenommen, daß wegen des Mangels an der Vereinbarung das Vertragsverhältnis nur mit sechswöchiger Frist für den Schluß eines Kalendervierteljahres gekündigt werden könne. Diese Frist müsse an die Stelle der nichtigen treten. : Geueralversammlung des Schutzvereins für Handel und Gewerbe e. V., Schwerte, im Restaurant zum„Alten Rathaus", Brückstraße. Die Versammlung erfreute sich eines sehr guten Besuches. Nach Erstattung des Jahres= und Kassenberichtes erfolgte die Prüsung der Kasse durch die Revisoren, die alles in bester Ordnung sanden. Die Entlastung wurde dem Gesamtvorstande erteilt, und die darauf vorgenommene Neuwahl des Vorstandes ergab einstimmige Wiederwahl. Eine recht lebhafte und interessante Aussprache entspann sich nun über die vom Vorsitzenden angeregten Berufsfragen. Eine Kommission, bestehend aus 9 Mitgliedern, soll sogleich sich mit den Vorarbeiten befassen und der Versammlung bis Ende Februar über das Ergebnis berichten. Ebenso wurde sehr viel Klage geführt, daß böswillige Schuldner die sowieso sehr schlechte wirtschaftliche Lage des Kaufmanns ausnutzen. Maßnahmen dagegen wurden getroffen. + Allgemeine Ortskrankenkasse. Unter dem Vorsitz des Bankdirektors Klein war vorgestern abend der Ausschuß der Allgemeinen Ortskrankenkasse zu einer außerordentlichen Sitzung im„Alten Rathaus“(Kleudgen) zusammen getreten. In der Hauptsache handelte es sich um eine Aenderung der Satzungen hinsichtlich der Familienversicherung, der nach kurzer Aussprache auch einstimmig zugestimmt wurde. Danach übernimmt die Kasse bei pauschalierten Krankenhauspflegesätzen drei Viertel der Kosten, bei reinen Pflegesätzen verbleibt es bei den bisherigen Bestimmungen. + Angefahren. Der lebhafte Verkehr unweit des Postplatzes ist gestern nachmittag dem siebenjährigen Söhnchen des Arbeiters B. aus dem Senningweg verhängnisvoll geworden. Der Kleine wollte einem Auto ausweichen übersah aber einen von der Hörderstraße kommenden Radfahrer, dem er direkt vor das Rad lief. Beide kamen zu Fall; während aber der Radler mit dem Schrecken davonkam, erlitt der arme Junge eine heftig blutende Wunde an der Stirn und mußte zum Azt gebracht werden. Staatliche Fachschule für Metallindustrie Iserlohn. Der Besuch der Staatlichen Fachschule ist dringend allen jungen Leuten zu empfehlen, die eine gründliche Ausbildung als Graveur, Werkzeug= bezw. Maschinenschlosser, Galvaniseure, Metallgießer, anstreben. Durch den Besuch der Schule ist ihm nach Ablegung der Reifeprüsung. (gehobene Gesellenprüsung), die Möglichkeit des Aufstieges in besser bezahlte Stellen, Werkmeister, Betriebsleiter gegeben. Anmeldungen sind möglichst frühzeitig zu tätigen.— s. Anzeige. Den Bemühungen der Direktion ist es gelungen, Herrn Dr. ing. Kühner zur Abhaltung eines durch Lichtbilder zu erläuternden Vortrages zu gewinnen. Das Thema lautet: Verringerung des Ziehausschusses trotz erhöhter Ausnützung der Ziehfähigkeit der Werkstoffe durch Verwendung neuzeitlicher Werkzeuge und Ziehpressen. Für die Weiterentwicklung unserer heimischen Industrie wird die Ausführung von großem Werte sein. Unter Benutzung von Lichtbildern werden Verbesserungen, Vereinsachungen besprochen, ferner neuzeitliche Ziehverfahren erläutert werden. Es wird auch das für die hiesige Industrie so wertvolle Druckluftziehverfahren eingehend besprochen. Herr Dr. ing. Kühner wird gerne bereit sein, an ihn gerichtete Fragen einschlägiger technischer Art zu beantworten Ein Landkreis Iserlohn Amt Westhofen Westhosen. 81 Jahre alt. Tage vollendet der Westhofen, Niederstraße wohnhafte Invalide Heinrich Scheiber sein 81. Lebensjahr. Scheiber ist geborener Westhofener und war Teilnehmer des Feldzuges 1870=71. Herzlichen Glückwunsch! Westhosen. Für den diesjährigen Volkstrauertag werden in den einzelnen Vereinen schon Vorbereitungen getrossen. Es sei aber darauf hingewiesen, daß auch der hierbei geplante Umzug durch die Stadt unter das neu erlassene Umzugsverbot fällt. Es wäre daher angebracht, wenn sich die zuständigen Stellen schon jetzt um die ersorderliche Genehmigung bemühen würden. Westhosen. Vom TV. Teutoniae. V. 1883. Ein kurze Besprechung fand in den vorigen Tagen im engeren Kreise innerhalb des TV. Teutonia e. V. 1883 statt. U. a. bezog sich diese auf die Abhaltung des letzhin für den 1. März d. Is. beschlossenen Kostüm= und Trachtensestes. Der Abhaltung standen mit Rücksicht auf die gegenwärtig herrschenden ungünstigen Verhältnisse Bedenken gegenüber. Da der Verein nach der Kriegszeit eine derartige Feier aber nicht wieder veranstaltet hat, soll der Beschluß der letzten Versammlung durchgeführt werden. Die Feier findet demgemäß am 1. März d. Is. um 8 Uhr abends im Vereinslokal statt. l. Westhofen. Wegen versuchter Erpressung hatte sich der Händler M. von hier vor dem Schöffengericht in Hagen zu verantworten. M. wurde durch das Gericht an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 10 Tagen zu einer Geldstrafe von 40 Mk. verurteilt. Ebenfalls wird er sich nunmehr zur Zahlung eines Rechnungsbetrage san den Geschädigten bequemen müssen. 8 Sie sparen und bleiben gesund! Bei der Persilwäsche ist jedes Vorwaschen überflüssig und vor allem das ungesunde Reiben und Bürsten. Lassen Sie Persil für Sie arbeiten, Persil schafft's allein! Lösen Sie aber immer Persil kalt auf, und lassen Sie die Wäsche nur einmal kurz kochen! Das genügt. 1 Paket Persil reicht für 2½ bis 3 Eimer Wasser. wird gerne bereit sein, an ihn gerichtete Fragen einschlägiger teihnischer Ar. zu Lenntlöbrien. Ein reger Besuch wird sich daher lohnend gestalten. Aus der evangelischen Gemeinde. Gustav=Adolf=Frauenverein. Die nächste Zusammenkunft und Arbeitsstunde findet statt am Dienstag, den 11. Februar, abends 8 Uhr in der Jägerstraße. Evangelisationsvorträge in Geisecke=Lichtendorf. Vom Dienstag, den 11. bis Sonntag, den 16. Februar wird im Gemeindehause Kaufmann Creuels aus Arnsberg Evangelisationsvorträge halten, und zwar regelmäßig des Abends um 8 Uhr. Aus der katholischen Gemeinde. Kath. Arbeiterverein„St. Stephanus“. Sonntag, den 9. Februar findet nach dem Hochamt im Vereinshaus die General= Versammlung statt. Tagesordnung: Vorstandswahl, Jahres= und Kassenbericht. K. B. B.„St.Viktor“. Sonntag, den 9. Februar 1930, abends 7,30 Uhr GeneralVersammlung im Kasinosaal des kath. Vereinshauses. Tagesordnung: Geschäftsbericht, Kassenbericht, Vorstandswahl. Anschließend Lichtbildervortrag. + Deutsche Jugendkraft. In der letzten Generalversammlung der „Deutschen Jugendkraft“ wurde der bisherige Vorstand mit dem verdienstvollen Leiter Schwarze einstimmig wiedergewählt. Der Jahresbericht zeigte ein erfreuliches Aufblühen der Deutschen Jugendkraft, welche in diesem Jahre auf ein zehnjähriges Bestehen zurückblicken kann. ha Der Parkplatz ist keine Betriebsstätte. Für die Unfallversicherung entscheidend ist die Frage, ob es sich um eine Bettiebsstätte handelt. Nach einer grundsätzlichen Entscheidung des Reichsversicherungsamts ist es keine Bewachung von Betriebsstätten im Sinne der Reichsversicherungsordnung, wenn Fahrzeuge beaufsichtigt werden, die auf öffentli hen, Plätzen und Straßen abgestelt sind, die Pizz,### Straßen also Parkplätze bilden. Es fehn dubei an einer Betriebsstätte, die Gegenstand der Bewachung sein könnte. Unter einer Bet. iebsstätte ist die Gesamtheit der Räume zu verstehen, über die der Betriebsunternehmer zum Iwecke des Betriebes verfügt. Der Stadtplatz der Fahrzeuge ist nur die Betriebsstätte des Wachunternehmens selbst, die nicht als solche wird. Bewacht werden vielmehr die abgestellten Fahrzeuge, also Betriebsmittel. ha. Die Kennzeichnung der Luftfahrzeuge. Die Hoheits= und Eintragungszeichen müssen auf dem Flugzeug angebracht sein. Ein in Deutschland zugelassenes und in die deutsche Lustfahrzeugrolle eingetragenes Flugzeug war im Sommer 1929 von Deutschland aus in ein Land geflogen, mit dem ein Luftverkehrsabkommen abgeschlossen ist, ohne daß die Maschine die Zeichen trug. Gegen ihren Führer wurde nach seiner Rückkehr Anzeige erstattet und er vom Gericht wegen Uebertretung des Luftverkehrsgesetzes zu 80 Mark Geldstrase verurteilt, an deren Stelle im Uneinbringlichkeitsfall 8 Tage Haft treten. Die Fahrzeuge müssen bei einem Einslug in das andere Land deutliche und gut sichtbare Zeichen haben, die ihre Feststellung während des Fluges ermöglichen. Die Beteiligten werden jetzt auf die geltenden Bestimmungen hingewiesen. ha Der Arbeitsmarkt Anfang Februar. Auf dem Arbeitsmarkt ging auch in der Woche vom 27. Januar bis 1. Februar das Angebot von Arbeit weiter zurück, wenn auch wiederum langsamer insofern als sich die Zahl der Entlassungen etwas verringerte. Im ganzen drückt die große Zurückhaltung der Wirtschaft. Vor allem ist es die Unsicherheit beim Bau mit seiner unmittelbaren Abhängigkeit von der Finanzkraft der öffentlichen Hand. Die Arbeitslosigkeit stieg noch an. Die Zugänge der Arbeitslosen überwogen. Auch in der Landwirtschaft drückt eine auffällige Zurückhaltung der Betriebe. Am stärksten hat die Arbeitslosigkeit beim Metall zugenommen. Unter der Ungunst des Baumarktes litt neben dem Metall vor allem die Holzindustrie. Die günstige Lage im Bergbau hat sich kaum verändert. Einen verhältnismäßig gleichmäßigen Markt hatte die chemische Industrie, wenn sie auch in einzelnen Zweigen etwas nachgab. Bei den Verbrauchsgütern drückte die verminderte Kaufkraft der arbeitslosen Bevölkerung, das unwinterliche Wetter, die Einschränkung der Lagerhaltung und das späte Ostern. ha Die Polizei der Reichsbahn. Die Bahnpolizei der Reichsbahn besteht aus zwei Teilen, dem Streifdienst und der freiwilligen Bahnpolizei. Den Streifdienst versehen rund 1600 Mann, die ständig mit dem Bahnpolizeidienst, der Diebstahlsbekämpfung und der Feststellung betriebs= und verkehrsdienstlicher Unregelmäßigkeiten beauftrag. sind. Er arbeitet im engsten Einvernehmen mit der öffentlichen Polizei. Auch der freiwillige Dienst wird von Bahnpolizeibeamten wahrgenommen. Er unterstützt nötigenfalls den Streifdienst oder wird im Falle ernsterer Gefahren vom Generaldirektor der Reichsbahn im Benehmen mit dem Reichsverkehrsminister, dem Reichsinnenminister und den Länderstellen einberufen. Dieser Bahnschutz hat sich 1921 auf Grund eines Aufrufs des Reichsverkehrsministers aus Anlaß der mitteldeutschen Unruhen gebildet, die den Verlust von Menschenleben und großen Sachschaden mit sich brachten. Er ist zum Halten von Waffen und Munitionslager berechtigt. Beides wird nur noch durch eigene Bedienteste befördert. Vom Film Dolores del Rio, die bekannte und gefeierte amerikanische Filmkünstlerin, feiert in dem großen Fox=Millionenfilm„Dierote Tänzerin von Moskau" starke Triumphe. Hier wird das zarte Liebesidyll eines Großfürsten mit einem armen Mädchen aus dem Volke in mitreißenden Szenen lebendig geschildert. Die Handlung greift in das Zeitalter der russischen Revolution ein z. Zt. des Zaren Nikolaus II. und entbehrt nicht einer historischen Grundlage.— Der Fox=Schlager„Die erste Frau im Leben“ ist das Spiel der Leidenschaften zwischen zwei jungen Menschen, die in winterlicher Einsamkeit verharren. Der Bildstreifen ist reich an prächtigen Landschaftsaufnahmen und einer treffenden Handlung. Wir können den Besuch der Lichtspiele„Zur Reichskrone“ nur warm empfehlen. Verantwortlich für Lokales, Kommunalpolitik, Feuilleton, Provinzielles, Gerichtssaal u. Sport Hans Eberhard Lex, Schwerte. Streut Asche auf den Bürgersteig! EIN BERLINER LEBENSBILD SCHILDERT UNSER NEUER; ROMAN VON MARCARETE VON SASSE Aus den Nachbar-Städten Aus Groß=Dortmund Die gefährlichen Kanaldeckel. Ein straße. Ein Personenwagen passierte am Donnerstag gegen 20 Uhr diese Stelle, wobei sic, ein Kanaldeckel selbst auslöste in dem blick, als der Kraftwagen den Kanalschacht überfuhr. Der Wagen wurde so schwer beschäst, daß er abgeschleppt werden mußte. PerGefährlichkeit dieser Kanaldeckel für den Verkehr. Taschendiebstahl im Burgwalltheater. Da Burgwalltheater zeigte anläßlich der zweiten Aufführung von„Försterchristl“ einen ausgezeichneten Besuch. Ein Taschendieb benntzte diese Gelegenheit für sein unsauberes Handwerk. Als mit dem Fallen des Vorhanges nach dem dritten Akt ein erheblicher Teil der Zuschauer zur Garderobe drängte, und wenige Augenblicke später das Gros der Besucher das selbe tat, stahl ein Taschendieb einem Herrn, der mit seiner Garderobe zum Hauptgang steuerte, um sich dort in Ruhe anzukleiden, die Briestasche mit wertvollen Papieren. Glücklicherweise befand sich in der Tasche kein Geld. Immerhin dürsten die Papiere für den Bestohlenen beträchtlichen Geldwert besitzen. Ein zig und allein sind an diesem Vorkommnis und ähnlichen anderen die Garderobenverhältn ste in: Burgwal.theater schuld. Hossentlich werden diese von den neuen Besitzern geändert. Mit dem Fahrrad in den Tod. Der aus dem benachbarten Brambauer stammende Reiende Nickel war mit seinem Fahrrade mit solcher Wucht gegen einen Straßenbahnzug gefahren, daß er im Bogen von seinem Rade geschleudert wurde, um hier außer anderen Körperverletzungen mit schweren inneren Verletzungen liegen zu bleiben. Er mußte sofort dem Luisenhospital eingeliesert werden, wo N. gestorben ist. Freiwillig seinem Leben ein Ziel setzte ein in der Österselder Straße wohnhafter 60jähriger Mann, der sehr unter den Folgen eines sich im Kriege zugezogenen Gebrechens zu leiden hatte. In Abwesenheit seiner Familienangehörigen griff der alte Mann zum Revolver und brachte sich damit die totbringende Verletzung bei.— Aus Schwermut verübte ein in der Hohensyburgstraße wohnhafter Angestellter im Alter von 45 Jahren Selbstmord dadurch, daß er den Hahn des Gasleitung öffnete und das ausströmende Gas einatmete. Der nach Auffindung des Bewußtlosen, sofort hinzugezogene Arzt konnte nur noch den Tod des Verheirateten und Vatesr von drei Kindern feststellen. — Seit fünf Tagen bewußtlos infolge Motorradsturzes. Am 2. ds. Mts. machte der im Brüderweg wohnhafte verheiratete Andreas Bürger mit einem Bekannten eine Motorradfahrt, die bis hinter Soest gehen sollte. Bürger hatte auf dem Soziussitz Platz genommen. Unterwegs schlug das Kraftrad infolge Achsenbruchs gegen einen Baum und Bürger mit dem :pf mit solcher Wucht gegen den Baumstamm, daß er besinnungslos mit einem lebensgefährlichen Schädelbruch liegen blieb. Ein in Richtung Dortmund fahrendes Auto nahm sich des Schwerverletzten an und schaffte ihn in das Luisenhospital. Hier liegt Bürger, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, nach wie vor in lebensgefährlichem Zustande danieder. — Grobe Fahrlässigkeit. In einem Hause der Kirchenstraße fiel ein drei Jahre altes Kind in eine Wanne mit heißer Seifenlange, die eine Mitbelohnerin unbedeckt auf den Flur gestellt hatte. Das Kind erlitt Verbrennungen am ganzen Körper und ist am folgenden Tage gestorben. Die betrefsende Hausbewohnerin wird sich wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten haben. auch Wurstwaren. Der Polizei ist es gelungen, einen der Diebe bereits festzunehmen. h Bünde. Ein Fuhrwerk vom Zuge erfaßt. Der Landwirt August Niedermeier den Mucum mit Uebergang im Nachbardor seinem Fuhrwerk vom Zuge erfaßt. Der Wag geborgen und in bedenklichem Zustande dem Krankenhause zugeführt. h Greven. Unglaubliche Rohei Ein Pserdehändler aus Münster, der allzusehr dem Alkohol zugesprochen hatte, hielt hier einen, mit einem körperlichen Leiden behafteten jungen Manne an, der ihn zu Pferde helfen sollte. ruhiger Weise erklärte der Kranke, daß er vazu nicht in der Lage sei, er wollc ihm jedoch gern den Weg nach Münster zeigen. Da drang der Pferdehändler nochmals auf den jungen Mann ein, ihm aufs Pserd zu helfen. Als dieser verneinte, schlug er ihn ins Gesicht und bearbeitete den völlig Hilflosen heftig mit den Füßen. Die Polizei nahm den rohen Menschen fest. h Minden. Beim Spiel erschossen. Das sünfjährige Söhnchen des Landwirts Wilkert in Hille machte sich mit einem älteren Nachbarssohn an das auf dem Schrank liegende geladene Gewehr. Durch unvorsichtiges Hautieren löste sich ein Schuß und die Schrotladung drang dem sünfjährigen Kinde in die linke Schulter, sodaß der Tod insolge Verblutung augenblicklich eintrat. h Bückeburg. Opser der Unvorsichtigkeit. Ein in Bückeburg bedienstetes Mädchen konnte auf der Station Kirchhorsten nicht mehr abwarten, bis der Zug hielt. Sie öffnete die Tür und sprang hinaus. Dabei schlug sie mit dem Hinterkopf so heftig auf, daß sie eine schwere Gehirnerschütterung erlitt und in bedenklichem Zustande dem Krankenhaus zugeführt werden mußte. Am Aufkommen wird gezweifelt. o Lennep. Eine Wattefabrik durch Feuer zerstört. Am Donnerstagabend entstand in der Wattefabrik C. F. Schnabel in Hückeswagen Großseuer, das im Zeitraum von 1½ Stunden das ganze Fabrikgebäude zerstörte. Die Feuerwehr mußte sich darauf beschränken, den in der Mitte liegenden Wald und das zur Fabrik gehörende Wohnhaus zu schützen: sie konnte auch nicht verhindern, daß mehrere kleine Arbeitshäuser dem Flammenraub zum Opfer sielen. schaft empfängt die gleiche des Sportklubs Grüne, und ist hier der Kampf vollständig ofAuch die erste Jugend der Alemannen ist Sonntag wieder tätig, und stellt sich zum fälligen Punktspiel in Iserlohn. Spielt die Jugend der Alemannen wie am vergangenen Sonntag, wo sie bekanntlich die erste Jugend v. S.S. V. 06 in überzeugender Weise mit 3:0 schlagen konnte, so werden sie auch Sonntag zwei wichtige Punkte mit nach Hause bringen. Schwerte 06 spielt gegen Hombruch=Barop 09. Auf dem Sportplatz„Im Reiche des Wassers“ gibt es nach kurzer Pause am Sonntag wieder einmal eine interessante Fußballbegegnung. Schwerte 06 hat sich die 1. Elf des F. C. Hombruch=Barop 09 verpflichtet und hat damit zweifellos einen guten Griff getan. Denn die Gäste verfügen über eine technisch in jeder Weise gute Mannschaft und geben in der Dortmunder Gruppe der 2. Bez.=Kl. einen beachtlichen Gegner ab. Vor zwei Jahren folgte 06 einer Einladung der Hombrucher und mußte mit 5:0 den Heimweg antreten. Deshalb haben sich die 06er schon seit langem danach gesehnt, die Revanche zu absolvieren. Und wer die augenblickliche Spielstärke der 06er kennt, weiß, daß das Vorhaben nicht so ganz aussichtslos sein dürfte. Die 06er spielen weiterhin in der bekannten=Aufstellung und lieferten kürzlich große Spiele. Man darf von der Mannschaft noch viel erwarten. Demnächst wird die 06er Elf gegen eine Reihe bedeutender Gegner ihre Proben ablegen müssen und wenn alles gut gehi, dürfte die Elf in der Lage sein, sich den Platz an der Sonne wieder zurückzuerobern. Vorher spielt die 1. Jugend gegen Wandhofens 1. Jugend. Es handelt sich um ein Diplomspiel.. Sa. Sp. Westfalia Hengsen— Vfv. Westhofen. Zum ersten Meisterschaftstreffen muß Westhofen nach Hengsen. Trotzdem Hengsen in letzter Zeit gute Fortschritte gezeigt hat, dürfte Westhofen doch Sieg und Punkte erringen. VfB. Westhofen 2.— Sp. u. Sp.„Union“ Schwerte 2. Die 2. Garnituren von Westhofen und Union tragen ein Freundschaftsspiel in Westhofen aus. Auch in diesem Rückspiel wird die Unionmannschaft wohl die unterlegene sein. Gottesdienste am Sonntag, 9. Februar a Holzwiärde. Grober Unfug. In der Nacht zum Donnerstag verübten Leute— anscheinend junge Burschen— im Gebie der Josefund Viktoriastraße groben Unfug.— Es ist nicht das erste Mal, daß hier Zäune zerstört, Türen ausgehängt usw. wurden. Die Vorgänge in der Poststraße sind noch in der Erinnerung. Hoffentlich gelingt es, auch diesen Burschen einmal Sinn für Ordnung beizubringen. o Hagen. Brennendes Oel. Ein Oelbehälter, 800 Liter Oel entholtend, gerie aus bisher unbekannter Ursache bei der Firma Gr. in Brand. Mittels des Schaumgenerctors der Feuerwehr wurde das Feuer bald erstickt. Der Brand hatte auf den Dachstuhl übergegriffen, wurde aber auch hier, und zwar mit der Schlauchleitung, ersolgreich bekämpft. o Letmathe. Zusammenstoß. Hier ereignete sich auf der Hagenerstraße vor der Besitzung Döhner wieder ein Zusammenstoß Ein aus der Bahnhofstraße kommender Lieserwagen stieß mit einem aus der Richtung Hagen kommenden Personenwagen zusammen. Beide Wagen wurden beschädigt, Personen aber nich verletzt. o Menden Dreister Einbruch. In der vorvergangenen Nacht wurde in das Kolonial= warengeschäft K. König, Iserlohnerstraße, eingebrochen. Die Diebe erbeuteten einen Geldbetrag von 70 Mark., einige Seiten Speck sowie Für Arlikel unter dieser Rubrik übernimmt die Redaktion nur die preßgesetzliche Verantwortung. Schwerte, den 7. Februar 1930. Am vergangenen Sonntag hat die letzte große Schlägerei am Marktplatz stattgefunden. Die„Schwerter Zeitung“ hat in verdienstvoller Weise darauf hingewiesen, daß endlich einmal hier energisch für Ordnung gesorgt werden müsse. Kaum sind einige Tage vergangen und schon war gestern und vorgestern wieder ein großer Menschenauflauf vor einer Wirtschaft auf dem Marktplatz. Man hatte zwei total betrunkene Gäste an die Lust gesetzt. Diese verschafften ihrer Wut dadurch Luft, daß sie zwei Eisengitter von den Kellerlöchern der Wirtschaft losrissen und mit diesen gegen die inzwischen verschlossene Tür hämmerten. Da die Anwohner des Marktes nun schon seit Jahren in ähnlicher Weise belästigt werden, so richten wir die Frage an den Magistrat und die Polizeiverwaltung: Haben die Anwohner des Marktes keinen Anspruch auf Ruhe und Sicherheit? Gedenken die maßgebenden Stellen nicht endlich die erforderlichen Schritte zu tun? Die Anwohner des Marktes. Turnen, Spiel, Sport Fusball Langschede 1.— Alemannia 1. Gleich zu Anfang der zweiten Serie stößt die erste Elf der Alemannen auf einen seiner schärfsten Gegner. Heißt es doch, den Spitzenführer der A=Klasse zwei wertvolle Punkte streitig zu machen. Bekanntlich gelang es den Alemannen in der ersten Serie auf ihrem Gelände den Langschedern eine 4:3 Niederlage beizubringen. Ob dies wiederum gelingen wird? Inzwischen hat die Mannschaft des Gegners eine Formverbesserung zu verzeichnen, konnten sie sogar der spielstarken Elf des Sportklubs Hohenlimburg, die mit Langschede zusammen die Spitze hält, in der ersten Serie zwei wertvolle Punkte nehmen. Bis jetzt war es den Alemannen noch nicht vergönnt, Sieg und Punkte von Langschede mit nach Hause zu nehmen und werden sie aller Wahrscheinlichkeit nach auch tag die Punkte in Langschede lassen, zumal sie für den erkrankten Webre 1 Ersatz einstellen müssen. Allerdings ist Alemannia kein zu unterschätzender Gegner, da bekanntlich die Form der Alemannen sich mit den Leistungen des Gegners steigert. Immerhin werden die Alemannen versuchen, 2 Punkte einzuheimsen, um ihren Tabellenstand zu verbessern. Die zweite MannEvangelische Gottesdienste. Große Kirche: 9,30 Uhr P. Millard. 11 Kindergottesdienst. Kleine Kirche: 5 Uhr P. Kleinemeyer. Ev. Krankenhaus: 8,30 Uhr P. Millard. Geisecke=Lichtendorf: 9,30 Uhr P. Kleinemeyer. 7 Uhr Gemeinschaftsstunde. Vereine und Versammlungen. Sonntag 2,15 Uhr: Kampfbund bei P. Millard. Dienstag 8 Uhr Gustav=Adolf-Frauenverein. Donnerstag 8,15 Uhr Vorbereitung. Evangelischer Verein junger Männer. Sonntag 2 Uhr Jungschar. 4 Uhr Jugendabteilung. 8 Uhr Singabend. Dienstag 8 Uhr Turnen. Donnerstag 8,30 Uhr Posannenchor. Freitag 8,30 Uhr Bibelbesprechstunde. Samstag 8 Uhr Unterhaltungsabend. Vereine der Frauenhülfe. Donnerstag, 13. Februar, 3 Uhr: SchwerteNord.— Donnerstag, den 13. Februar, 3 Uhr: Lichtendorf. Evangelischer Verein junger Mädchen. a) Schwerte: Sonntag 6 Uhr Abt. 1 und 2. Dienstag 8 Uhr Abt. 1. Mittwoch 7,30 Uhr Abt. 2. b) Schwerterheide: Sonntag 3 Uhr Vereinsstunde. c) Billigst: Sonntag 3 Uhr Vereinsstunde. Bibelkreis der Schüler höherer Lehranstalten. Mittwoch 5 Uhr Jüngere Abt., 6,30 Uhr Aeltere Abt. Evangl. Stadtmission Schwerte, Kuhstr. 7. Sonntag 8 Uhr früh Blaukrenzstunde. 11 Uhr Sonntagsschule. 4 Uhr Bibelstunde. 8 Uhr abends Jugendbund. Mittwoch 8,30 Uhr abends Gebetsstunde. Donnerstag 8,30 abends Gemisch= ter Chor. Freitag 8 Uhr abends Blaukreuzverein. Evangelisationsvorträge im Gemeindehause Geisecke=Lichtenderf. Dienstag 8 Uhr: Hat das Leben einen Sinn? Mittwoch 8 Uhr: Der Sinn des Lebens. Donnerstag 8 Uhr: Der Ruf nach dem rechten Mann oder: Wie kann unser Volk gerettet werden? Freitag 8 Uhr: Gibt es einen Gott? Samstag 8 Uhr: Vor Gott gilt keine Entschuldigung! Sonntag 8 Uhr: Christus starb für Dich. Geisecke. 7,15 Uhr stille hl. Messe mit Predigt. Vikar Schlep. 8.6s Westhofen. 9 Uhr Hochamt mi. Preoige, Hoben. 330 Uhr Hochamt mit Predist. Lichtendors. 730 Uhr Frühnesse mit Predigt. Gemeinschaftl. hl. Kommunion der Jünglinge und Jungfrauen.— 10 Uhr Hochamt mit Predigt.— 3 Uhr Andacht mit Aufnahmefeier in die Marianische Jungfrauen=Kongregation, Nach der Andacht ist die weltliche Feier bei Deutsche Zugendtraft. Nach der Andacht bei Buchech. hören wir im Rundfunk? Sonntag, den 9. Februar 1930. 07,00: Morgenkonzert. 08,10: Selbstverteidigungskursus. 09,00: Morgenseier. Richard Dehmel(zum 10. Todestag). 10,15: Besuch am Krankenbett. 11,00: Fritz Worm:„Adolph von Menzel (zum 25. Todestag). 11,30: Reg.=Rat Dr. Geis:„Die Aufbringungs= leistungen für 1930“ 12,30: Uebertragung Dortmund. 13,00: Mittagskonzert(Leitung Eysolot). 14,50: Schachfunk(Dr. A. van Nüß). 15,10: Carl Hans Erkelenz:„Karoline" von 15,30: Verwaltungsdirektor Molitor: Fertigkeitsprüfungen für Kurzschriftler. 16,00: Besuch von Museen und Kunstausstellungen. Museumsdirektor Dr. With, Fritz Wormne Meisterwerke deutscher und französische Nan rei im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf. 16,30: Violinkonzert aus Frankfurt. 17,30: Dr. Dolittles Abenteuer. Der Tierzirkus. Nach Dr. Dolittle und seine Tiere" von Hugh Lettling. Als Hörspiel bearbeitet von Hermann Kasack und E. L. Schiffer. 18,25: Die Stunde des Arbeiters. Menschen im Beruf. W. Diederich: Der Auslandskorrespon18,50: Dr. Hans Stein:„Berichte aus Amerika und Rußland". 19,20: Sportvorbericht. 19,30: Tanzstunde für Fortgeschrittene. Karl 20,00:„Die Csardasfürstin“. Operette von Emmerich Kalman. Anschließend letzte Meldungen, Bericht über das geistige Leben, Sportdienst. Danach bis 24,00: Nachtmusik und Tanz: Leitung: Eysoldt. Montag, den 10. Februar 1930. 06,45: Leibesübungen. 07,00: Morgenkonzert. 10,30: Tagesdienst, Wasserstandsmeldungen. 11,15: Schulsunk für Volksschulen. 12,50: Wetterdienst. 12,55: Nauener Zeitzeichen, Tagesdienst. 13,05: Mittagskonzert. Orchester des Westdeutschen Rundfunks. 15,00: Kinderspielstunde(Els Vordemberge). Straße und Verkehr. 15,30: Wirtschaftsdienst. 16,05: Frauenstunde. Studiendirektorin Aenne Franken:„Vom Sinn einer echten Autorität“ 16,25: Lebende Dichter. Arno Nadel:„Der Hauslehrer." 16,50: Jugendsunk aus Münster. 17,30: Kammermusik. 18,30: Elternstunde. Studiendirektor Petrit „Wie bereite ich mein Kind für den Schulbesuch vor?“ 18.50: Vom Tage. 19,00: Wirtschafts=, Wetter= und Sportdienst. 19,15: Spanische Unterhaltung(Lektor Dr. Beinhauer— Carmen Mueller=Zulaika). 19,40: Die Stunde des Arbeiters. Gewerkschaftssekretär Mois:„Die Neuwahlen der Betriebsvertretungen.... S-eiers 95: 20,00: Abendkonzert des kleinen Bichesters des Westdeutschen Rundfunks. Leitung: Eysoldt. Danach letzte Meldungen, Bericht über das geistige Leben, Sportbericht. Anschließend bis 23,00: Konzert aus dem Café Bes. g Hierauf Münster:„Meistel des Juze“. Kath. Gottesdienste. Schwerte. 6 Uhr stille hl. Messe. Vikar Winter. 7,30 Uhr Frühmesse mit Predigt. Monatskommunion der Jünglinge und der schulpflichtigen Kommunikanten. 8,45 Uhr Schulmesse mit Predigt. P. Schnurbus. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. P. Schnurbus. Türkollekte für den Bonisatiusverein. 2,30 Uhr Andacht. 4,30 Uhr Andacht für den Exerzitienbund in der Krankenhauskapelle. An den Werktagen sind in der Pfarrkirche drei hl. Messen: 7 Uhr, 7,40 Uhr und 8,15 Uhr. In der Krankenhauskapelle ist eine hl. Messe um 6,30 Uhr. Börsen und Märkte Dortmunder Pferdemarkt vom 7. Febeuar. Auftrieb: 925 Pferde und 20 Wagen aller Art. Der Handel war ruhig. Es kosteten a) Kaltblüter: beste Arbeitspferde und Stuten 800 bis 950 Mark, zweite Arbeitspferde 400 bis 650 Mark, dritte Arbeitspferde 300—500 Mark. zweijährige Pferde 350—550 Mark; b) Warmblüter: beste Arbeitspferde und Stuten 750 bis 850 Mark, zweite Arbeitspferde 400—650 Mark, dritte Arbeitspferde 300—400 Mark; c) Kreuzungen: beste Arbeitspferde 600—800 Mark, zweite Arbeitspferde 300—500 Mark, dritt Arbeitspferde 300—400 Mark, zweijährige Pferde 300—500 Mark. Einzelne ausgesuchte Ziere wurden über Notiz bezahlt. Der nächste Markt findet am 21. Februar statt. Nr. 33(Drittes Blatt) Schwerter Feltung Samstag, 8. Februar 1930 Engluns in der Berteirigung Folgen einer antideutschen Politik. Von Karl Wege Die außenpolitischen Anfangserfolge der englischen Labour=Regierung können nicht mehr darüber täuschen, daß sich die außen= und innenpolitische Lage Englands so schwierig gestaltet hat wie in wenigen Augenblicken der gesamten englischen Geschichte. Die diplomatischen Aufklärungsgefechte der Londoner Flottenkonferenz, die noch lange nicht an Fortschritte ihrer Arbeit glauben lassen, zeigten England auf der ganzen Linie in Verteidigungsstellung. Die in großartigem gesellschaftlichen Rahmen ausgezogene Seerüstungskonferenz sollte die MacDonald=Regierung auf den Gipfel des Ansehens bringen, sie erweist sich aber im stärksten Grade als Pyrrhussieg ihrer Veranstalter. Das gesamte Land erkennt mit wachsendem Schrecken, daß Old England in der Welt augenblicklich herzlich wenig zu sagen hat, jedenfalls mit stark gedämpfter Trommel Klang seines Weges zieht. Das wirkt sehr verschnupfend gegen MacDonald und seine Leute, und es gibt genug klarschauende Insulaner, die es am liebsten sähen, wenn jener wagemutiger Vorstoß des„Jungen von Yorkshire", wie sich Snowden so gern nennen hört, im Haag gegen Frankreich unterblieben wäre. Wie peinlich wirkt, gemessen an dem heraussordernden Auftreten des Schatzkanzlers auch bei der letzten Haager Konferenz, die sanfte Ironie, mit der die französischen Diplomaten Zug um Zug die Schwäche der Haltung Englands enthüllen. Mit einer Art belustigter Selbstverständlichkeit hat Tardien den Einberufern der Konserenz, den Engländern und Amerikanern, die Iniative abgenommen und gestaltet diese Zusammenkunft, die unter anderem auch auf eine Schwächung der französischen Seemacht gerichtet war, mit erstaunlicher Geschicklichkeit zu einer Quelle französischen Machtzuwuchses. Das Auftreten der Franzosen in London erweist, daß die Staatsmänner unserer westlichen Nachbarschaft, wie es Briands schemenhaftes„Pan=Europa“=Programm schon ahnen ließ, von der zwangsläufigen Entwicklung Europas zu einer europäischen Union überzeugt sind. Die gleichen französischen Politiker, die das Schicksal ihres Landes mit so erstaunlich sicherer Hand und einem schlechthin neidheischenden Glück— das Glück mit den Tüchtigen!— lenken, arbeiten dabei bestimmt nicht den pazifistischen Tendenzen eines„Paneuropa“, des Grafen Condenhove=Kalergi und ähnlicher Vorkämpfer der Vereinigten Staaten von Europa ner, z. Zt. London. in die Hände, sondern erstreben die Zusammenballung eines europäischen Blocks, der die amerikanische Gefahr sieht und ihr gewachsen sein will. Sie haben mit den Engländern zusammen zuletzt im Haag noch an der Sicherung der amerikanischen Macht durch Organisation eines europäischen Milliardentributs, den Deutschland allein übernehmen soll, gearbeitet. Die Londoner Seekonferenz läßt dagegen schon heute die Hoffnung aufkeimen, daß die Abwälzung der amerikanischen Zinssorgen der europäischen Entente auf Deutschland weder die unwilligen Zweisel an der tatsächlichen Berechtigung noch die Anschauungen über die gesamteuropäischen Nachteile eines derartigen Dauertributs bei denen geschwächt hat, bei denen sie schon vorhanden gewesen sind. Daß die Verschärfung der beengten Wirtschaftsverhältnisse Europas durch den Milliarden=Aderlaß seiner wichtigsten Industrieprovinz und seines bei weitem aufnahmefähigsten Marktes zugunsten Amerikas von den Franzosen klarer erkannt wird als von den Engländern, spricht außerordentlich und bedauerlich stark gegen den politischen Instinkt der gegenwärtig führenden englischen Politikerschicht. Das gilt natürlich nicht nur für die Mac Donald=Regierung; es läßt sich von der englischen Staatsleitung im letzten Jahrzehnt überhaupt sagen. In ihm war die englische Politik noch immer von dem Leitmotiv ihres Wirkens aus der Zeit vor dem Kriege besessen:„Deutschland muß vernichtet werden!" Deshalb überstürzten sich auch die Befehle englischer Wirtschaftler und Ingenieure, die als Offizier der Militär=Kontrollkommission traurigen Angedenkens nach Deutschland entsandt wurden, für die Vernichtung unentbehrlicher industrieller Hilfsmaschinen; deshalb konnte es zu dem gehässigen Versuch kommen, uns die Anwendung des Dieselmotors zu untersagen, um diese geniale deutsche Erfindung um so wirkungsvlloer gegen einen neuen wirtschaftlichen Aufstieg Deutschlands einzusetzen; deshalb wurde die antideutsche Zollund Wirtschaftspolitik Englands eingeleitet, die unseren unentbehrlichen Englandabsatz schwächte mittelbar durch Milderung unserer Aufnahmefähigkeit für englische Waren, aber auch die englische Arbeitslosigkeit verschärfen half. Ueberall wo man die englische Weltlage von heute kritisch aufrollt, bietet sie diese sinnlose Zerfahrenheit des deutsch=englischen Verhälnisses, dieses zweckwidrige Auftrumpfen gegenüber dem vermeintlich Schwächeren, das Snowden bei dem für England so unwürdigen Liquidationsraub gegen Deutschland für angebracht hielt. Das stolze„Albion“ muß infolge dieser Politik den Burengeneral Smuts nach Kanada schicken, um die wankend gewordene Reichstreue zu befestigen; die beschämenden vierzehn Punkte Gandhis entgegen nehmen; mit Engelsgeduld die irischen Regierungswünsche für einen Sieg der indischen Freiheitsbewegung überhören; Nachrichten über Unruhen im Irak, in Aegypten, in Palästina, in Nigeria, Kenia und Süd=Afrika verarbeiten in dem gleichen Augenblick, in dem es, wie der englische König persönlich sagte, die„Augen der ganzen Welt auf London“ richten läßt; in dem es dem Fünfhundert=Mann=Heer tüchtiger Diplomaten und Fachleute der ersten Mächte der Erde Gesegenheit gibt, die Hilslosigkeit und Schwierigkeiten der inneren Lage des Inselreiches persönlich an der Quelle selbst zu studieren. Wann wird man in England begreifen, daß man Deutschland zwar immer noch auf das gründlichste besiegt, dabei aber seine Kräfte so unvernünstig verausgabt, daß man das auf die Brust des niedergeworfenen Vetters Deutschland gepreßte Knie nicht wieder strecken kann, sondern es vor dem riesenhaft aufgeschossenen Amerika beugen muß! London sollte den Briten zeigen, daß ihr Lord Haldane einen besseren Weg der englischen Politik wußte, als er nach Berlin reiste, um eine deutsch=englische Zusammenarbeit anzubahnen. Allerdings wollte England damals die Diktatur in der Verbindung der Zwei ausüben und erlahmte allzu rasch in seinem Versuch einer Sicherung der eigenen Macht durch Gewährung eines Lebens= und Schaffensspielraums für die wuchtig anwachsende deutsche Wirtschafts= und Volkskraft. Heute darf man keinem deutschen Staatsmann raten, sich ohne viel Federlesens einem neuen Haldane in der großen Politik anzuschließen; denn London sieht viel eher einem Versailles als einem Sieg der englischen Weltmacht ühnlich. Die deutsche Außenpolitik muß den Londoner Vorgängen, insbesondere den anschließenden Keimen einer europäischen Union, gerade deswegen die größte Aufmerksamkeit zuwenden. Dabei wird sie sich vergegenwärtigen, daß trotz allem im englischen Weltreich und in England selbst noch unmittelbar Reserven iebendiger Kräfte bereit stehen, die unter stärkerer und erfahrener Hand als der MacDonalds nicht in einer verzichtbereiten Verteidigungsstimmung verzettelt würden. England kann seine besonderen, Europa seine allgemeinen Schwierigkeiten jedoch nur überwinden, wenn die Schwächung Deutschlands als Grundsatz der europäischen Ententepolitik endlich preisgegeben wird. Die Förderung dieser Erkenntnis drinnen und draußen gehört zu den gewichtigsten Aufgaben der deutschen Außenpolitik in der Gegenwart. ha Der Finanzbedarf der Gemeinden im In= und Ausland. Ueber den Finanzbedarf der Gemeinden und Gemeindeverbände im deutschen Reich, den Vereinigten Staaten, in England, Schweden, Belgien und Polen hat das Statistische Reichsamt eine lehrreiche Zusammenstellung gemacht. Im großen und ganzen ordnet sich der Bedars einheitlich in abnehmender Größe: Wohijahrt, Bildung, Wirtschaft und Verkehr, Allgemeine Verwaltung und Polizei, Finanzen, Steuer und Schulden. Die allgemeine Verwaltung ohne Polizei beansprucht in Deutschland, England und Schweden die Kaufkraft von 7 J, in Schweden etwas mehr, in England darunter, in Deutschland in der Mitte mit 6,9 M. Die Sicherheitspolizei mit Einschluß der Sonderpolizei für die einzelnen Verwaltungszweige kostet am meisten in England mit 13., etwa viermal so viel wie in Deutschland und dreimal so viel wie in Schweden. Mit dem Steigen des Wohlstands und dem Ausbau der öffentlichen Wirtschaft steigen die Ausgaben am stärksten für die Förderung der wirtschaftsschwachen Bevöllerung und Anstalten wie Einrichtungen, die ohne oder gegen geringes Entgelt Dienste leisten. ha Was im Zeugnis stehen muß. Die Angabe der Beschäftigungsart im Zeugnis verlangt ein bemerkenswertes Urteil des Landesarbeitsgerichts Berlin auf Grund der Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches. Die Art der Beschäftigung ist darin so anzugeben, daß der neue Arbeitgeber genau ersehen kann, mit welchen Arbeiten der Bewerber beschäftigt worden ist. Der Arbeitnehmer hal demnach ein Recht darauf, daß der Arbeitgeber allgemein gültige Angaben über die Tätigkeit in das Zeugnis ausnimmt, sofern der Arbeitnehmer in vollem Umfange mit den Aufgaben betraut gewesen ist. Gibt es für die Arbeitnehmer bestimmte technische Bezeichnungen, Syndikus, leitender Arzt, erster Buchhalter, Meister, Vorarbeiter, Bauführer u. a., dann hat der Arbeitnehmer ein Recht darauf, daß der Arbeitgeber diese allgemein gültigen Angaben in die Dienstbescheinigung aufnimmt. Hat der Arbeitnehmer noch andere Arbeiten über den Rahmen der technischen Bezeichnung zu leisten, so sind auch diese nach Treu und Glauben und der Verkehrssitte in das Zeugnis aufzunehmen. VV Frei von arusch. Geruch und Pute Uhne Ochlacke, ohne Grus 15 Höhe Heizkraff, alrbewährf: Gacker büich elbeschetr. □ 9010 S Die verschwundene Handschrift Roman von Hanns Zomack. Copiright by Martin Feuchtwanger, Halle(S.) 20. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Der Kommissar, der sich nicht legimitiert hatte, gab ihr zur Antwort, daß er wiederkommen würde, und ging. Er fuhr zu Tilla Torwaldsen. Sie empfing ihn im Arbeitszimmer ihres Mannes, sichtlich erstaunt über seinen nochmaligen Besuch. „Ich wollte nähere Erkundigungen über Ihr Personal einziehen", erklärte der Kommissar ohne viel Umschweife.„Wer ist bei Ihnen bedienstet?“ „Nur ein Mädchen.“ „Aber Sie hatten doch noch einen Diener, gnädige Frau?“ „Allerdings, doch entließ ich ihn. Aber was hat Ihr seltsames Fragen auf sich?“ „Ich werde Ihnen später alles erklären, gnädige Frau. Vorläufig bitte ich sie nur, meine Frage möglichst genau zu beantworten. Weshalb ist der Diener nicht mehr hier?" „Ich brauchte ihn nicht mehr.“ „Und wann geschah die Entlassung?" „Einen Tag nach dem Begräbnis meines Mannes, Herr Kommissar.“ „Warum hielten sie die Kündigungsfrist nicht ein? War denn der Mann mit einer so schnellen Entlassung einverstanden?“ „Ich zahlte ihm sein Gehalt für ein Vierteljahr sofort aus; denn wie gesagt, ich konnte in den Tagen des tiefen Schmerzes niemand um mich sehen, der nicht unbedingt im Haushalt notwendig war.“ „Wie lange war der Mann bei Ihnen bedienstet?“ „Noch nicht lange. Ich glaube höchstens drei oder vier Monate.“ „Was für ein Meusch war es? Ersahen Sie aus seinen Papieren, woher er kam?" „Darüber kann ich Ihnen keinen Aufschluß geben. Unserer früherer Diener erkrankte eines Tages schwer, und schon am nächsten Tage brachte mein Mann diesen armen Menschen ins Haus und sagte, er wolle es mit ihm versuchen". „So, so. Weshalb war der Mensch irgendwie bedauernswert?“ „Mein Mann erzählte mir, es sei ein haldverhungerter Statist, der sich schon einige Male mit kleinen Betteleien an ihn gewandt habe. An dem Tage, da unser Diener erkrankte, sah er ihn in der Stella=Gesellschaft in einer Dienerrolle, und somit kam er auf die Idee, dem Manne die Stellung in unserem Hause anzubieten. Ich glaube, Fritz Kupke, so hieß er nämlich, war sehr sroh, bei uns unterschlüpfen zu können. Mein Mann war sehr zufrieden mit ihm und schenkte ihm großes Vertrauen; ich selbst kann nur betonen, daß es ein in jeder Weise bescheidener und angenehmer Mensch war." „Er war im Hause, als Ihr Mann so plötzlich verschied gnädige Frau?“ „Gewiß“. „Hatte der Diener Gelegenheit, nach dem Tode Ihres Mannes das Arbeitszimmer allein noch zu betreten?" „Am morgen, da der plötzliche Tod eintrat, schon; aber ich glaube nicht, daß er sich in diesem Zimmer zu schaffen gemacht hat. Späterhin schloß ich dann das Arbeitszimmer ab und öffnete es erst wieder drei Tage nach dem Begräbnis.“ Kreisler schwieg jetzt und sah grübelnd vor sich hin. „Sie erhielten nach dem Begräbnis keinerlei Besuche, die sich hier im Arbeitszimmer aufhalten konnten?“ fragte er dann weiter. Die junge Frau schüttelte den Kopf und entgegnete: „Außer mir und meinem Schwager hat seither niemand das Zimmer betreten.. Selbst das Mädchen ließ ich nicht hinein.“ In kurzen Worten erklärte Kreisler nun die junge Frau über den Grund seiner Fragen auf und verabschiedete sich dann rasch. Er ging zu Fuß durch die Straßen Berlins und grübelte weiter vergeblich über die Sache nach. Schließlich kam er auf die Idee, daß Doblinger möglicherweise etwas Näheres über den Diener Torwaldsens wissen könnte, zumal dieser doch Statist bei der Stalling=Gesellschaft gewesen war. hr zum 1 Also rief er ein Auto an und fuhr zum Untersuchungsgefängnis. Eine Viertelstunde später befand er sich in der Zelle Doblingers. Matthias Doblinger machte keinesfalls einen schuldbewußten Eindruck. Er war lediglich wütend, daß man ihn hier solange festhielt. Als Kreisler ihm die Frage nach dem Diener Torwaldsens vorlegte, sagte er: „Das war ja der Bruder meines vor kurzem entlassenen Bürodieners. Was wollen Sie mit ihm?“ „Warum entließen Sie den Mann? fragte Kreisler, ohne die Frage zu berücksichtigen. Doblinger dachte kurz nach und antwortete: „Karl Kupke bat erst vor kurzem um seine Entlassung, und zwar in den Tagen, als mir die dumme Geschichte hier passierte." „Gab er Ihnen einen besonderen Grund für seine Kündigung an?“ „Ja, er sagte, er sei lungenkrank und gehe auf Kosten der Krankenkasse in eine Heimstätte" „Hm! Haben Sie vielleicht zufällig ein Bild dieses Mannes im Bureau?“ „Das nicht, aber sein Bruder, der Statist, hat sicher Aufnahmen abgegeben. Wenn er sie nicht zurückforderte, können Sie ja bei der Stella nachfragen. Ich sage das deswegen, weil sich die beiden Kupkes ungemein ähnlich waren.— Aber nun sagen Sie mir endlich, Herr Kommissar, warum Sie ausgerechnet diese beiden Menschen so ungemein interessieren? Wird es endlich Tag bei der hohen Polizei, und darf ich auf baldige Befreiung aus dieser verdammten Zelle hoffen?" „Vielleicht, Herr Doblinger", antwortete Kreisler ausweichend und verabschiedete sich. Leider vermochte der Kommissar an dem Tage nichts auszurichten, da die Stella=Gesellschaft bereits geschlossen hatte. So fuhr er noch einmal hinaus zu Harald Triebler, traf ihn jedoch wiederum nicht an. Kreisler hatte in der kommenden Nacht Aufnahmedienst. So saß er, Zigarctten rauchend, in dem Büro der Kriminalabteilung und ließ sich den Fall Torwaldsens aufs neue durch den Kopf gehen. Obwohl sich der Verdacht gegen Hella Larsen wieder in seinen Gedankenbereich drängte, schob er ihn doch immer wieder gewaltsam zurück. Aber er kam nicht vorwärts. Das ärgerte ihn. Schon Wendlers wegen, dem er ja morgen Bericht erstatten mußte. Es war ein Uhr nachts geworden, als plötzlich die Klingel des Tischapparates anschlug. Kreisler nahm den Hörer ab. „Hier Parkposten Sprengler, Mord im Tiergarten!“ tönte es ihm ins Ohr.„Es handelt sich um einen gut gekleideten, jungen Mann, den ich soeben mit einem Stich im Herzen aufgefunden habe.“ Kreisler gab dem Schupobeamten kurze Anweisung und legte den Hörer wieder fort. Seinen Posten einem anderen Kollegen übergebend, fuhr er wenige Minuten später als Leiter der Mordkommission zum Tatort. Der Tote lag seitlich, so daß man das Gesicht in der Finsternis nicht erkennen konnte. (Fortsetzung folgt.) Schriftleitung: Bert Oehlm aun, Berlin S W. 68, Alte Jakobstr. 24. Allterika von Der underen Seile Gattenmörderinnen— der neueste Frauentyp—. Oesterreich und Frankreich in den Fußstapfen Vereinigten Staaten Es ist etwas Merkwürdiges mit den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Sitten= und Tugendrichte feiern drüben Rekorde über Rekorde, und wenn man gewisse Bücher über die Staaten studiert, muß man unbedingt den Eindruck gewinnen, das Land der goldenen Freiheit und der unbegrenzten Möglichkeiten, das Ideal aler Ideale gefunden Zu haben.„I, Luimastehrien, sehr Geschichte, von einem jüngst heimgerehlten, sehr bekannten Deutschen erzählt, ist verbürgt: Ein englischer Dentist reiste mit seiner Freundin nach Amerika. Er wollte an einem Kongreß in Washington als Abgeordneter seines Berufsverbandes teilnehmen. Seine Freundin, mit der er sich in einiger Zeit zu verheiraten gedachte, begleitete ihn, selbstverständlich in eigener Kabine. Durch einen anonymen Brief erhielt die Einwanderungs=Behörde in New York von der Ankunft dieser beiden Personen Kenntnis— und was geschah?—, weder der Mann noch die Frau durften amerikanischen Boden betreten, wegen— moralischer Verworsenheit! 1 Man sollte glauven, wo solche Sittenstrenge herrscht, müßten Richter nichts zu tun haben und Gefängnisse leer stehen. Leider weiß man aus täglichen Zeitungsberichten, daß gerade das Umgekehrte der Fall ist. In Schweden sind in diesen Tagen die Hälfte aller Gefängnisse geschlossen worden. In Amerika werden augenblicklich sieben neue Zuchthäuser gebaut, die je 2000 Gefangene aufnehmen sollen. Jeder Kommentar erübrigt sich wohl. Trotzdem man also weiß, daß Amerika durchaus nicht das vorbildliche Land ist, wird alles, was man uns von „drüben“ importiert, mit heller Begeisterung ausgenommen. Es ist dabei ganz gleich, ob es sich um Kaugummi, Jazzmusik, schlechte Theaterstücke oder Modetorheiten handelt. Was aus Amerika kommt, ist von vornherein nachahmenswert. Es ist daher auch keineswegs verwunderlich, daß das europäische Verbrechertum sich mehr und mehr auf Amerika umstellt. Untaten, die in Europa früher unmöglich waren, sind heute an der Tagesordnung. Ueberfälle auf Lohntransporte, Eisenbahnen und dergleichen werden heute in der Mehrzahl aller europäischen Taten mit amerikanischer Selbstverständlichkeit begangen. Aber noch ein Verbrechenszweig hat in Europa Eingang gefünden: Der Gattenmord!, 4 s4, wämsick im daufe In den Vereinigten Staaten hat sich namlch im Läufe der letzten zehn Jahre ein neuer Typ von Frauen herausgebildet, den man mit„self-made-widows“ bezeichnet. Das sind Frauen, die in der kaltblütigsten Weise, um finanzieller Vorteile willen, ihre Männer niederschießen. Weil die amerikanischen Gesetze durchweg auf der Seite der Frauen stehen und weil die amerikanischen Richter in jeder weiblichen Verbrecherin ausnahmslos die„arme“ Frau erblicken, finden diese Verbrecherinnen meistens die mildeste Beurteilung. In 90 von 100 Fällen erfolgt sogar Freispruch. Die Gattenmörderin verheiratet sich ein zweites Mal und es gehört durchaus nicht zu den Seltenheiten, daß auch diese Ehe endet wie die vorherige: die Frau greift zum zweiten Male nach der Waffe, um sich des Gatten zu entledigen. Dieser Frauentyp macht Schule. In Oesterreich mehren sich die Fälle, in denen Frauen ihre Männer töten und straffrei ausgehen.. kre 1090 uer Len wich In Frankreich erschienen im Jahre 1929 vor den nichtern nicht weniger als 47 Frauen, die ihre Männer getötet Potten.„„„ g 4 am inihem m. Weil eine scharfe Bestrafung nach ameritanischem Vorbild auch hier nicht erfolgt, nimmt die blutige Serie natürlich kein Ende, sondern feiert Triumphe. Zu den wenigen Ländern, die bisher diese unbegreifliche Milde weiblichen Verbrechern gegenüber noch nicht anwenden, zählt Deutschland. Doch künden auch hier schon hier und da einige Urteilssprüche von amerikanischer Beeinflussung. Der Amerikanismus marschiert— die nahe Zukunft wird es lehren, wie weit er auch bei uns Wurzeln schlägt und das Normale unserer Gefühle verzerrt! Geheimnis um Unser Bild zeigt Frau Hedwig Navratil mit ihren Anwälten, die die Identität der Navratil mit der Tänzerin Gaby Deslys abstreiten, um so der Stadt Marseille ein Vermögen von 50 Millionen Franken zu erhalten, das von den tschechischen Angehörigen beansprucht wird. der Deslys oder Cook wird begnadigt Die Sensationsaffäre, die vor rund 20 Jahren alle Gemüter in Aufregung versetzte, wird noch in dunkler Erinnerung sein: Die Entlarvung des„Nordpol=Entdeckers“ Cook. Dr. Frederic Cook nahm bekanntlich 1893 an Pearys Nordgrönlandreise teil und schloß sich vier Jahre später der belgischen Nordpolarexpedition an, die von de Gerlache unternommen wurde. Seiner im Jahre 1906 abgegebenen Behauptung, den Mount Mac Kinley in Alaska bestiegen zu haben, schenkte man wenig Glauben. Trotzdem entdeckte er am 21. April 1908„noch vor Peary“ den Nordpol. Von seiner Reise zurückgekehrt, wurde er überall mit großen Ehrungen empfangen. Cook, der eigentlich Arzt war, veröffentlichte 1911 ein Buch über seine Reise:„Meine Eroberung des Nordpols“, das 1912 auch in deutscher Sprache erschien. Die Behauptungen Cooks hielten jedoch den wissenschaftlichen Nachforschungen nicht stand, so daß es bald offenbar wurde, daß seine Entdeckungsgeschichte des Nordpols auf Schwindel beruhte. Man machte ihm den Prozeß und verurteilte ihn wegen Betruges zu einer Gefängnisstrafe von 14 Jahren 9 Monaten. Nunmehr hat, amerikanischen Nachrichten zufolge, das Haftentlassungsamt beantragt, Cook auf Ehrenwort aus dem Gefängnis zu entlassen, wo er bereits fünf Jahre verbracht hat. Cook ist inzwischen 65 Jahre alt geworden und wird, wenn er die Freiheit wiedersieht, ziemlich mittellos dastehen. Der Jähzorn und der Malermeister in Grün Man hört und sieht ja so mancherlei im Leben.... Trauriges, Lustiges, Aufregendes, Lächerliches, von jedem ein paar Teelöffel voll, aber daß ein Malermeister neben Küchen= und anderen Möbeln auch noch die betreffende Wohnungsinhaberin selbst anstreicht— nein, das haben wir eigentlich noch nicht erlebt, wenigstens nicht in vieser Form. Der Begriff des Anmalens ist uns ja durch die moderne Zei und ihre Anforderungen keineswegs fremd geblieben. Aber der gute Malermeister, von dem oben die Rede war, überschritt denn doch die Grenzen künstlerischen Geschmackes. Er tat einen argen Fehlgriff. Statt des harmlosen Schminkstiftes nahm er einen großen— Pinsel, und statt eines sanften Wangenrotes griff er zu— grüner, giftgrüner Oelfarbe. Diese merkwürdige Geschichte hat natürlich neben dem sonderbaren Ende auch einen Anfang. Und der war so. Eine Breslauer Dame verfiel eines Tages auf, den Gedanken, ihre Wohnung herrichten zu lassen. Sie zige#### also einen Malermeister hervei, zeigte ihm Wände, Fußboden und Möbelstücke und gab ihm schließlich, nachdem man sich über den Preis geeinigt hatte, den Auftrag, seine Verschönerungskünste zu zeigen. Worauf der Mann eines schönen Morgens kam und sein Werk begann. Soweit war alles in bester Ordnung, und vielleicht wäre auch sonst nicht das mindeste vorgefallen, wenn es dem Malermeister nicht eines Tages eingefallen wäre, der Kundin die Rechnung zu schicken. Aber die Kundin zahlte nicht. Im Gegenteil, sie ließ dem Meister sagen, er solle sich erst noch einmal zu il bemühen: An den Wänden des Schlafzimmers hanten sich Flecke gebildet... häßliche Flecke, und ehe diese häßlichen Flecke nicht beseitigt seien, zahle sie keinen Pfennig. Der Malermeister war ein Mann von Leidenschaft und Temperament. Er griff zu einem Topf grüner Farbe und stürmte in die Wohnung der Kundin.„Wollen Sie zahlen oder nicht?“ fragte er kurz.—„Beseitigen Sie erst die Flecke an der Wand!“ erwiderte sie spitz.— Zum weiteren Disput kam es nicht. Darum nicht, weil der Malermeister, erbost über die an ihm geübte Kritik, aus der Haut fuhr, dafür abden Pinsel tief in den mit grüner Farbe gefüllten Topf tauchte und damit— Geschwindigkeit ist keine der entsetzten Frau über das Gesicht fuhr, daß wie bemoost aussah. Damit nicht genug, verfiel er in Raserei. Andere Leute nehmen in solchen Augenblicken ein Beil und zerhacken die Kommode. Der Malermeister nahm den Pinsel und strich mit grüner Farbe an, was ihm unter die Pupillen kam. Den Spiegel, die eichenen Schlafzimmermöbel, das Toilettentischchen, die Chaiselongue, die weiße Wäsche, die Wände, kurz, es blieb nichts unbepinselt. Dei unglücklichen Wohnungsinhaberin wurde im Sinne des Wortes— grün vor Augen, sie schrie um Hilfe. Da aber niemand erschien, lief sie fort und wiederholte ihre Schreckensschreie im Treppenhaus. Als anders Hausbewohner dann die Polizei verständigten, als endlig, ein Schupo mit umwölkter Stirn und wuchtigen Schritten schien— da war es bereits zu spät. Das Zimmer, vordem in milder Bläue erstrahlend, glich in seiner grünen Beklecksung einer Stätte des Grauens. Fenstervorhänge, Teppich, die marmorne Waschtischplatte—.—, grün. Und inmitten des ganzen— der Malermeister. Hoyntachelnd und mit der Miene eines Triumphators. Der gute, alte Cäsar kann unmöglich sieghafter ausgesehen haben. Nun freili da das Strafverfahren gegen ihn eröffnet ist, wird seine Miene etwas länglich geworden sein. Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und so. Nebenbei Wohnungsinhaberin auf viertausend Märklein Schadensersatz. Ein kostspieliges Späßchen... Was viele nicht wissen des Tages Es gibt Leute, die täglich mit der Eisenbahn fahren, trotzdem aber nicht wissen, wie ein Platz derart belegt wird, daß er ihm durch einen anderen Fahrgast während seiner Abwesenheit nicht genommen werden kann. Es genügt zum Beispiel nicht, daß ein Koffer, ein Mantel, eine Zeitung oder irgendein Gegenstand ins Netz gelegt wird, um damit zu kennzeichnen, daß der darunter befindliche Sitz bereits einem Fahrgast gehört. Dieses führt oft zu Streitigkeiten, denen man leicht aus dem Wege gehen kann, indem man ganz einfach die oben angeführten Gegenstände respektive Rleidungsstücke nicht ins Netz, sondern, direkt auf den Sitz legt. Dieses gilt nicht nur für Personen= und Eilzüge, sondern auch für D=Züge. Ozeanbezwinger Müller, der nach seiner Rückkehr wegen Sachbeschädigung vor ein Gericht gestellt, aber freigesprochen wurde. K Die Wartezeit der Erwerbslosen auf Unterstützung. Bei Arbeitslosen, die das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet, keine zuschlagsberechtigten Angehörigen haben und in den Haushalt anderer ausgenommen sind, beträgt die Wartezeit 14 Tage. Bei Arbeitslosen, die das 21. Lebensjahr vollendet, keine zuschlagsberechtigten Angehörigen haben, in die häusliche Gemeinschaft eines anderen ausgenommen sind, beträgt die Wartezeit sieben Tage. Dasselbe gilt bei Arbeitslosen mit zwei oder drei zuschlagsberechtigten Angehörigen. Zählen die zuschlagsberechtigten Angehörigen mehr als drei, so ist die Wartezeit drei Tage. Unter besonderen wirtschaftlichen Umständen kann die Wartezeit auch noch verkürzt werden. und Das Auto=Banditentum— ebenfalls eine aus Nordamerika bezogene Praktik— greift immer mehr um sich. In Berlin vergeht kaum eine Woche, ohne daß Ueberfälle durch Autobanditen gemeldet würden. Meistens handel es sich um gestohlene Wagen, die dann zu verbrecherischen Zwecken verwendet werden. Auch Paris hat in den letzten Monaten eine Zunahme von Verbrechen zu verzeichnen, die von Autobanditen begangen wurden. In Marseille wurden in einer Woche elf Fälle gezählt, bei denen Banditen im Auto ihre Hände im Spiele hatten. Das letzte Verbrechen bestand in einem Ueberfall auf ein dem den maskierten Banditen die gesamte Kasse in die Hände fiel. Vorher hatten sie versucht, bei dem Wirt einen Tausendfrankenschein zu„wechseln“. Durch den Schlaganfall, den die Wirtschafterin Neumann— bekannt geworden durch den Breslauer Mordprozeß— erlitten hat, dürfte die„Affäre Rosen“ ein für allemal ihren Abschluß gefunden haben. Wie erinnerlich, war Frau Neumann als des Mordes bzw. der Anstiftung dringend verdächtig erneut in Haft genommen worden. An ihrem Aufkommen wird gezweifelt. Der Londoner Kriminalpolizei glückte ein guter Fang. Seit 7 Jahren machte ein Autodieb allen Fahrern das Leben schwer. Jetzt wurde als Täter ein 2Zjähriger stellungsloser Kommis ermittelt, der nach vielstunoigem Kreuzverhör zugab, allein in den letzten sechs Monaten 54 Automobile gestohlen, ihrer wertvollsten Bestandteile beraubt und sie dann irgendwo stehengelassen zu haben. Nach Festnahme dieses Meisterdiebes dürfte die Zahl der täglichen Autodiebstähle in London bedeutend nachlassen. In Spandau gelang es der Ueberwachungsabteilung nach wochenlanger Beobachtung, den Postschaffner R. auf frischer Tat beim Erbrechen von Postsachen zu verhaften. Man legt dem ungetreuen Beamten zur Last, mehr als hundert Briefe, in denen er Geld vermutete, beraubt zu haben Arzrliche Beitrage für hensch und Haustier Dies und Wie soll die Zimmertemperatur sein? Die Zimmertemperatur soll im Zimmer zwischen 16—20 Grad Celsius schwanken. Der menschliche Körper kann sich leider an die unsinnigsten Hitzegrade gewöhnen und eine Verminderung dieser Hitze schon als eine unangenehme Abkühlung empfinden. Aber auf die Empfindung des eigenen Körpers bei der Zimmertemperatur darf man sich nicht so sehr verlassen. Den besten Maßstab für die Temperatur gewährt das Zimmerthermometer, das auch in keinem Hause fehlen darf. Ein gutes Mittel gegen Bandwurm: 30 Gramm Kürbiskerne werden gestoßen mit 15 Gramm Zucker vermischt und zu Kugeln fest geformt. Das ißt man morgens mit nüchternem Magen. Ist bis zum Abend der Bandwurm nicht abgegangen, so nimmt man am nächsten Morgen wieder nüchtern dieselbe Menge zu sich. Bei verschiedenen Krankheiten ist vor allen Dingen diätische Kost einzuhalten. Ein gutes diätisches Mittel ist Mumys. Es wird folgendermaßen hergestellt: Eine halbe Tasse frische Milch bringt man mit 5 Gramm Hefe und 10 Gramm Zucker zum gären. Wenn die Mischung zu schäumen beginnt, fügt man einen ganzen Liter frische, unaufgekochte Milch hinzu. Danach wird gut gemischt noch etwas Zucker zugegeben und der jetzt fertige Mumys in saubergespülte Selter= oder Bierflaschen gefüllt. Nach drei bis vier Tagen ist das diätische Mittel genußfertig. Wer an Hexenschuß oder Muskelrheumatismus leidet, mache russisch=römische Schwitzbäder mit darauffolgender Massage. Nach dem Schwitzbad muß man ruhen und sich abkühlen. Einreibungen mit flüchtigem Liniment oder russischem Spiritus sind auch sehr zu empfehlen. Besonders leistet Bettwärme gute Dienste. Schriftleitung: Beri Lehlmann, Berlin amp; W. 68, Alte Jakobstr. 22. man zu den Packungen, nicht wie bei Umschlägen kühles Wasser, sondern Wasser von etwa 25 Grad. Gewechselt werden die Packungen, sobald der Kranke unruhig wird, sonst bleiben sie liegen, bis sie trocken sind. Letztere erhöhen die Blutzirkulation und wirken besonders erregend auf die betreffenden Körperstellen. Zwei= bis dreimal am Tage setzt man mit den Ganzpackungen ganz aus, damit sich der Kranke etwas erholt. Lebensdauer und Volksgesundheit * in Deutschland Im Gesundheitshaus Kreuzberg, Am Urban 10—11, wurde kürzlich die Ausstellung„Deutscher Lebenswille“ eröffnet, die in anschaulicher Weise einen Querschnitt durch die politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung Deutschlands in der Nachkriegszeit gibt. Unser Bild zeigt eine interessante Darstellung der durchschnittlichen Lebensdauer der deutschen Bevölkerung. Rie R.. Sehr häufig hat man die Wahrnehmung gemacht, diß Menschen, die durch den Mund atmen, an irgendwelchen Nasenkrankheiten leiden. Bei vielen ist es aber nur ei### üble Angewohnheit, Richtiges, gleichmäßiges Atemholen trägt zum Wohlbefinden des Menschen viel bei. Eine behindernde Nasenatmung ist meist Ursache von Luftmangel. Man soll stets durch die Nase atmen und den Mund schließen. Hat man sich überzeugt, daß es keine schlechte Angewohnheit ist, bei offenem Munde zu atmen, sondern daß irgendeine Krankheit zugrunde liegt, so versäume man nicht, beizeiten einen Spezialarzt zu Rate zu eben.,, Augamahuheit ist g. hei marcen Eine sehr übie Angewohlhen ist es bei manchen Kindern, beim Schreiben und Lesen eine ganz krumme Haltung einzunehmen, wodurch nicht nur der Magen und die Därme verschoben werden, sondern auch eine richtige Atmung gänzlich unmöglich ist. Um diesem Uebelstand zu begegnen, muß darauf geachtet werden, daß die Körperhaltung eine gerade ist und die Atmung auch während des Arbeitens nicht vernachlässigt wird. Die Nasenhygiene hat sich die Aufgabe gestellt, die anstürmenden Schädlichkeiten soviel als möglich fernzuhalten. Zur Abhärtung und Reinigung für Nase, Rachenraum und Mandeln sind öfters Nasenspülungen zu empfehlen. Gerade der Atmungsweg, der Staub und Rauch auffängt, neigt leicht zu Entzündungen. Der Staub setzt sich an den kleinen Härchen fest und wird von dem Schleim, der durch den Luftstrom entsteht, gelöst und abgesondert. unterschlucken dieses Nasenrachenschleims ist sehr schädlich. Leider haben viele Leute die schlechte Angewohnheit, den Schleim aus der Nase in den Rachen zu ziehen. Verdauungsstörungen und Magenverstimmungen sind die Folgen. Aber auch andere Krankheiten können dadurch hervorgerufen werden. Im Schleim der Nase verfangen sich Partikelchen, die hauptsächlich auf die Lungen krankhaft einwirken können..,., N.268445 Um sich vor einem gefährlichen Nasenratarrh zu schützen, vermeide man auf alle Fälle Zugluft und Erklätung, denn dadurch wird die richtige Atmung sehr erschwert. Bei Krankheitsfällen spielen Hitze und Kälte eine große Rolle. Soll man auf entzündete Stellen kalte oder warme Umschläge machen? Die Frage beschäftigen oft Kranke und deren Pfleger. Ein Uebermaß der Anwendung, ein zu großer Gegensatz wird eher schaden als nützen. Sehr kalte Bäder und Umschläge werden nur Menschen mit ganz gesundem Herzen aushalten können. Sie entziehen Wärme, sind also bei Fieber anzuwenden; sollen sie erregend wirken, so läßt man sie längere Zeit liegen. Bei Krämpfe, Schmerzen und Blutstockung macht man warme Umschläge, da sie schmerzstillend und beruhigend wirken. Auch Brei= und Kartoffelumschläge sind zu empfehlen. Sie werden bei reißenden Schmerzen umgelegt und haben den großen Vorteil, daß sie lange warm halten. Bei krampfartigen Schmerzen macht man am besten trockene und recht warme Umhüllungen aber nicht zu fest. Packungen. Bei vielen Krankheiten sind Ganzpackungen zu machen. Es soll hier nun angegeben werden, wie diese anzulegen sind. Jede Packung besteht aus einem feuchten und einem trocknen Tuch. Die Einlage kann eine größere Serviette, Teilpackung ein Handtuch oder ein Laken sein. Als Umhüllung nimmt man eine wollene Decke oder Flanelltücher, und zwar müssen diese so groß sein, daß sie die Einlage gut bedecken. Muß man nach Anordnung des Arztes feuchtkalte Packungen Ganspackung machen, so dürfen sie jedoch nicht auf kühle Körperteile kommen und niemals dann angelegt werden, wenn der Pcuient fröstelt. Erst muß der Körper durch Warmflaschen erwärmt werden. Bei fieberhaften Erkrankungen nimmt Die Pflege und Kräftigung ist gerade im Kindesalter von großer Wichtigkeit. Ein von Natur aus gesunder Körper kann durch verkehrte Erziehung krank und widerstandslos werden und vorzeitig zugrunde gehen. Darum ist es erste Pflicht der Eltern, ihren Kinder, besonders in den Entwicklungsjahren gesundheitliche Wohltaten zu erweisen. Ein Kind gleicht einer zarten Pflanze, die von allzu schwerem Unwetter bittersten Schaden erleidet. Und wie der gute Gärtner seine Lieblinge in der Entwicklung vor Schaden schützt, sie pflegt und hegt, so muß auch der Erzieher die Entwicklung des Kinder hüten und leiten. Ueberanstrengung schadet eben so wie zuviel Ruhe und Bewegungslosigkeit. Vor allen Dingen beansprucht die Ernährung besondere Aufmerksamkeit, damit alle zur Entwicklung notwendigen Stoffe dem Körper zugeführt werden. Auf keinen Fall dürfen Kinder alkoholische Getränke, und wenn das Quantum noch so gering ist, bekommen, da sie dadurch in ihrer geistigen wie auch körperlichen Entwicklung zurückbleiben. Wie leicht können Kinder durch einmaligen Genuß von Alkohol auf den Gedanken kommen, selbst zu„probieren“— vielleicht gar heimlich—. Dem 13jährigen Schüler Egon Lübbers ist es in dieser Beziehung schlecht ergangen. Er sah in einem Regal eine wohlgefüllte Bierflasche stehen und trank, trotz Verbots der Eltern, in hastigen Zügen das verhängnisvolle Naß. Kaum, daß er es im Magen verspürte, sank er auf der Stelle um und war tot. Die Flasche enthielt nicht Bier, sondern ein Pflanzengift. Es kann also nicht oft genug gewarnt werden, Kinder unbeaufsichtigt zu lassen oder schlechte Angewohnheiten durch Unaufmerksamkeiten und Vergeßlichkeit zu fördern. Für gute, kräftige und regelmäßige Nahrung ist stets zu sorgen. Schwächlichen Kindern gibt man zur Stärkung künstliche Nährpräparate, die appetitanregend wirken und zum gesunden Knochenaufbau beitragen. Frisches Brot und seine Folgen! Nicht jeder Magen verträgt frisches Gebäck, am wenigsten Brot. Zwar schmeckt„frisches Brot“ am besten, aber es ist schwer verdaulich. Es wird beim Kauen schlecht zerkleinert, zu harten Klumpen zusammengeknetet und gelangt so in den Magen. Der Magensaft vermag in die inneren Klumpen nicht einzudringen und somit bleiben sie fest im Magen liegen und verursachen Beschwerden, die sich in Magendrücken, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen usw. kundgeben. Ja, es ist schon vorgekommen, daß ausgehungerte Menschen von dem Genuß frischen Brotes gestorben sind.— Das Bros soll mindestens 10 Stunden alt sein. Denen, die frisches Brot sehr gern essen, sei noch gesagt, daß sie wenigstens das Brot nicht warm oder gar heiß essen, und vor allen Dingen nicht Wasser darauf trinken. Wenn es auch ein= oder zweimal gut gegangen ist, so können sich doch das drittemal die Folgen einstellen. Fleischvergiftungen. Fleischvergiftungen können eintreten nach dem Genuß von Fleisch kranker, vergifteter, gequälter oder vor längerer Zeit geschlachteter Tiere. Tritt nach dem Genuß solchen Fleisches Uebelkeit ein, so entleere man sofort Magen und Darm durch Brechmittel, damit das Gift nicht in das Blut gelangt. Auch Fleischbrühe, die schon ein paar Tage alt ist, soll man nicht genießen. Um Unheil zu verhüten, muß die Hausfrau oder Köchin das zu verwendende Fleisch stets vorher prüfen. Nicht ganz einwandfreies Fleisch soll man lieber nicht zubereiten, sondern statt dessen Gemüse, welches gesünder und nahrhafter ist, genießen. Bei Hausfrauen und Köchinnen hat man schon die Wahrnehmung gemacht, daß Schnittwunden an den Fingern schlecht heilen und sogar oft in bösartigen Eiterungen übergehen. Meist wird dies auf„schlechte Säfte" oder auf zurückgebliebene Splitter geschoben, aber die Ursache kann auch eine andere sein. Häufig kommt es vor, daß beim Hantieren mit rohem Fleisch kleine Lebewesen in die Schnittwunden eindringen(Mikroben oder Bazillen usw.). Das beste Schutzmittel ist peinlichste Sauberkeit und Vorsicht. Liegt das Geld auf der Straße? Roman von Otfried von Haustein Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle(Saale) 14. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Lassen Sie mich ausreden. Wenn Sie aber ein offenes Geständnis ablegen, und uns die Möglichkeit geben, die volle Wahrheit zu ergründen, dann haben wir vermutlich an Ihrer Person kein Interesse mehr und werden auf eine Benachrichtigung der hiesigen Polizei verzichten.“ Sie starrte ihn noch immer an. „Was wollen Sie denn eigentlich? Ich verstehe Sie nicht!“ Ich will Ihnen heifen.".„ 4 Er zeigte auf zwei Stühle. Gehorsam, aver noch immer flackernde Angst im Blick, nahm sie Platz. „Nicht wahr, Sie kannten in Berlin den Herrn Friedrich Wehn.“ „Sie werden auch nicht leugnen, daß Sie die Nacht vom neunundzwanzigsten zum dreißigsten Juni mit Herrn Wehn in dem kleinen Hinterzimmer des Bankgeschäftes verbracht haben.“ Sie runzelte die Stirn. „Also ist er auch ein Lump!“ Die Antwort machte Schlüter betroffen. Wieso Lump'“, 66 49 4 „Ich habe ihn lieb gehabt. Hören Sie? Liev hav' ich ihn gehabt. Er war vielleicht der einzige Mensch, den ich in meinem Leben lieb hatte, und er beschmutzt meine Ehre.“ Wieder war Schlüter das Lächeln nahe. „Ich will Ihnen zugeben, daß Herr Wehn uns nichts gesagt hat. Im Gegenteil! Er ließ lieber den ärgsten Verdacht über sich ergehen, obgleich er in Gefahr war. verhaftet zu werden. Nicht von ihm weiß ich, daß Sie bei ihm waren.“ „Von der Garderobiere in der Faundiele, und zudem — bei der Haussuchung habe ich in dem Zimmer dieses Schleischen gefunden, das ohne Zweifel Ihnen gehört. Im übrigen. Sie haben ein zartes Gewissen und sind doch trotzdem an dem nächsten Morgen, mit Herrn von Oletzki zusammen und voraussichtlich sehr eng liiert, abgereist.“ Sie sprang schon wieder auf.. 91 „Dieser Lump, dieser erbärmliche, elende Lump!“ „Wen meinen Sie?“ W6ran „Oletzki! Diesen Schuft, diesen sogenannten Baron! Diesen Verbrecher!" Schlüter blieb ganz ruhig, wenn auch ein leiser Sarkasmus um seine Mundwinkel spielte. „Sie scheinen inzwischen anderen Sinnes geworden zu sein und sich von ihm getrennt zu haben.“ „Kunststück! Ein Lump ist er! Hai mich hierhergelockt und dann— da ist irgendwo ein Onkel aufgetaucht, hat ihm wohl eine Moralpredigt gehalten und weg war er! Läßt mich ohne Geld hier in der Schweiz. Hätte ich nicht hier das Engagemeni gefunden— „Nun, um so weniger werden Sie Ursache haben, diesen „Ihn schonen? Im Gegenteil. Wenn ich ihm etwas antun könnte, mich rächen—.,.“. i, keamn „Dann brauchen Sie ja nur die Wahrheit zu sagen.“ „Herrgott, welche Wahrheit denn?" „Darauf werden wir gleich kommen. Also Herrn Wehn haben Sie geliebt, obgleich Sie mit Oletzki durch„Herrgott, versteben Sie denn nicht“ Weil lich ihn liebte, bin ich abgereist. Was soll mir Herr Wehn? Ich brauche Geld. Soll ich schuld werden, daß er für mich ein Verbrechen begeht in seiner Verliebtheit? Glauben Sie. ich könnte eine Hausfrau werden? Herr Wehn ist ein „Wie ist denn das möglich!“ „Das ist es eben. Es gibt nur zwei Moglichkeiten. Entweder hat Oletzki Wehn doch noch gesprochen——“ „Ich sagte Ihnen doch, daß dies unmöglich ist.“ „Oder, so wunderbar es erscheint, die Quittung ist Herrn Wehn in jener Nacht gestohlen worden und Herrn Olepei übergeben.:. 67.4— 6 Die Tänzerin sah ihn mit ehrlichem Staunen an. „Das könnte doch nur jemand gewesen sein, der mit Oletzki bekannt war, der in seinem Auftrage, freilich, ihm „Mein Fräulein, was soll die Komödie; wenn ich auch zugeben muß, daß Sie eine vortreffliche Schauspielerin sind. Wer konnte von der Quittung wissen? Sie waren mit Oletzki vorher bekannt, voraussichtlich sehr intim, sonst hätten Sie nicht so schnell in die gemeinsame Flucht ein„Das ist eine Beleidigung. Oletzti hat mich nie berührt, ebe n—— G „Das ist ja auch gleichgültig. Jedenfaus, Sie hatten schon vorher die gemeinsame Reise verabredet.“ „Ich sagte Ihnen, weshalb.“ „Gleichviel, Sie geben zu, daß sie verabredet war. Sie sind die Nacht in diesem Raum, in dem sich die Quittung befand— am nächsten Morgen hat sie Oletzki—“ Die Tänzerin schrie auf. „Sie wollen doch nicht sagen——“ „Ich bin der Ueberzeugung, daß alle Ihre Worte nur Redereien sind Sie haben das Rendezvous mit Wehn im Einverständnis mit Oletzki angenommen. Sonst hätte dieser, der sicher gemerkt haben muß, daß Sie die nicht in Ihrer Wohnung, und wo Sie waren, sich nicht so leicht darüber binweggesetzt Sie waren ständnis mit Oletzki bei Wehn und haben in Oletzkis Auftrag, während Wehn schlief, die Quittung gestohlen und sie dann dem Polen gegeben.“ — ich habe gestohlen? Das wagen Sie mir zu sagen? Das erlauben Sie sich? Hinaus! Hinaus, sage ich! Ich werde Sie verklagen! Ich wende mich an die Bolizei— 1ch—.—m. Sie schrie, daß sich ihre Worte überspruoelten, sie war dunkelrot im Gesicht. Schlüter lächelte ganz ruhig. „Die Polizei ist ja schon hier! Sie wendet sich ja an Sie!" Ilka warf sich über das Sofa und war daran, einen Weinkrampf zu bekommen. „Das mir! Leichtsinnig mag ich sein! Was geht das die Menschen an! Aber— eine Diebin? In meinem Leben habe ich nie einen Pfennig angerührt, der mir nicht gehört. Und Fritz! Fritz soll ich bestehlen? Ich? Für jenen „Aber so seien Sie doch ruhig. Helfen Sie mir doch lieber die Wahrheit ergründen. Können Sie mir wenigden Felsstück. Hinter ihm war eine Bank; ein Promenadenweg führte hier entlang. Er setzte sich ganz vorn auf die Steinbrüstung, die den Felsen abschloß, und schaute in das klare, brausende Wasser hinunter. Es brach sich an den Steinen und hüpfte fröhlich talab— kleine Fische tummelten sich in ihm. Das gleichmäßige Rauschen des Wassers wirkte wie einschläfernd auf ihn. Die Spannung der Nerven ließ nach; er fühlte, daß er nicht mehr denken konnte. Eine unendliche Traurigkeit überkam ihn: ein Wunsch zu sterben, aufzugehen in das Nichts. Er saß und blickte schweigend hinunter. Sie hier Eine Stimme tönte an sein Ohr, die ihn in das Leben zurückriß; eine Stimme, an die er am wenigsten gedacht hatte in dieser Minute. Helene Gugenheim stand vor ihm. „Gnädiges Fräulein, Sie——“ Das Wort blieb ihm in der Kehle stecken. „Aber warum so feierlich, Fritz! Ich freue nich. doch so! Sie wissen doch, daß ich hier in Bern in Pennion bin— aber— Herrgott, Fritz, wie sehen Sie nur aus!“ Wie liebevoll teilnehmend ihre Stimme klang. Er sah sie mit einem hilflosen, fast irren Blick an; dann rich er den Dut vom Lo Frzuleinz ich ic dar nicht. „Verzeihen Sie, gnädiges Fräulein, ich, ich barf nicht, ich kann nicht; verzeihen Sie, leben Sie wohl!“ Er wollte fort, aber sie ergriff seine Hand. „Fritz, was ist Ihnen; Sie sind krank. Krank und Er ließ sich auf die Bank fallen, und sagte mit tiefer Stimme:. g. 4.4 144 „Krank und traurig; Sie haben recht.“ „Ist vielleicht Onkel Erwin—.—“.„ „Papa ist Gott sei Dank wieder vesser.“ „Ich flehe Sie an, Helene! Es ist ein Verbrechen, wenn ich mit Ihnen spreche; ich bin es nicht wert, ich Ihrem Vater mein Wort gegeben, ich wußte doch nicht, daß Sie hier sind. Nicht wahr, Helene, das konnte ich doch nicht wissen*“ Eine Fülle von hilflosem Schmerz lag in seinen Worten. „Fritz, lieber Fritz, so sprechen Sie doch! Sie müssen sehr krank sein oder ein Unglück ist Ihnen widerfahren. So machen Sie mich doch nicht auch traurig, so lassen Sie mich teilnehmen an Ihrem Kummer. Sie wissen doch, daß Sie keine treueren Freunde haben als mich und meinen barg das Gesicht in seinen Händen und schluchzte „Das hätte ich wissen sollen, als es noch Zeit war.“ „Fritz, lassen Sie mich teilnehmen an Ihrem Kummer.“ „Rein, nein, lassen Sie mich nicht noch Schlechter werden, als ich schon bin; ich kann nicht sprechen! Ich danke stens sagen, wo Herr von Oletzti sich aufhält: werden, als ich schon bin; ich kann nicht sprechen! Ich Was weiß ich, wo der Schuft Ist.“„.on Ihnen, Helene, ich danke Ihnen tausendmal; fragen Sie Dann bleibt also nichts anderes übrig, als daß Weyn mich nicht, fragen Sie Ihren Vater, leben Sie wohl, verschon in der g: Mann Sie können, was ich Ihnen angetan selbst der Dieb war. Daß er das Geld doch schon in der Faundiele von Oletzki bekam. Vielleicht hat er es Ihnen gegeben?“ „Mir?'Von ihm hätte ich nicht einen Heller genommen. Von ihm nicht. Von jedem anderen ja; aber ich sagte Ihnen doch— ich habe Fritz lieb.“ „Sie glauben mir nicht? Gut. Ich will Ihnen einen Beweis geben. Hier bin ich, ich werde zum Theater gehen, mein Engagement lösen oder Urlaub nehmen. Ich komme mit Ihnen nach Deutschland. Freiwillig! Sie sagten ja ich könnte eine Hausfrau werden? Herr Wehn ist ein mit Ihnen nach Leutschland, Fre.„ellig!. Kind. Vielleicht war es die einzige gute Tat meines selbst, daß Sie mich nicht zwingen ronnen. Icyh vin keine Lebens. daß ich mich von ihm losgerissen. Nur einmal Diebin. Ich lasse das nicht auf mir sitzen. Nehmen Sie Lebens, daß ich mich von ihm losgerissen Nur einmal wollte ich glücklich sein! Und nun, die eine Stunde, die ich nicht bereue, die tritt man mit Füßen! Die zieht man in den Schmut.“ 166, ha5 auch Herr Gaet „Ich muß Ihnen leider sagen, oaß auch Herr Wehn Sie zu lieben scheint, und trotzdem haben Sie so schlecht an ihm gehandelt.“ „Schlecht? An ihm?“ „Sie haben doch die Quittung genommen.“ „Sie sagten schon einmal so etwas. Was ist denn das für eine Quittung? Ich weiß von nichts!“ „Dann muß ich Ihnen also erzählen, was Ihnen zweifellos bekannt ist. Herr Wehn erwartete an diesem Abend eine Zahlung von zweihunderttausend Mark von Herrn Gibson, dem Onkel des Herrn Oletzki. Es ist bewiesen, daß er das Geld seinem Neffen gab. Dieser hat es Herrn Wehn damals, voraussichtlich in der Faundiele. selbst gesagt. Herr Wehn wiederum erklärte Oletzki, daß er die von seinem Vater unterzeichnete Quittung in seinem Bureau hätte. 4 Herr Wehn erklärt des weiteren, daß er das Gelo nicht von Herrn Oletzki bekommen habe und daß dieser abgereist sei, ohne ihn zu bezahlen.“ „Nun, was habe ich dabei denn zu tun?“ „Jetzt kommt das Seltsame. Ist es nach Ihrer Ansicht möglich, daß Wehn Oletzki, nachdem Wehn mit Ihnen die Faundiele verlassen, noch gesehen hat?“ „Das ist vollständig ausgeschlossen. Ich war ja bei ihm.“ „Nun, also— Herr Oletzki hat in Zürich seinen Onkel gesprochen.“ „Ganz recht. Ich war ja mit ihm in Zürich. Die Folge dieser Unterredung war ja, daß er mich verließ.“ „Bei diesem Gespräch hat Herr Oletzki seinem Onkel die von Herrn Wehn senior unterschriebene Quittung, die der Sohn in jener Nacht bei sich im Bureau hatte, übergeben. Diebin. Ich lasse das nicht auf mir sitzen. Nehmen Sie mich mit, machen Sie, was Sie wollen, aber eine Diebin können Sie aus mir nicht machen. Kommen Sie, wir fahren zum Theater.“ Auf diese Wendung war Schlüter in der Tat nicht gefaßt. War sie es wirklich nicht? Ja dann—— „„ Die Zeit war Fritz Wehn inzwischen lang geworden im Hotel. Er hielt es nicht mehr aus in den engen Wänden des Zimmers. Er mußte hinaus. Er sagte sich ja selbst, was in dieser Zeit geschah. Auch er hatte sich ja zu der Ueberzeugung bekehrt, daß nur Ilka es sein konnte, die ihn bestohlen. Dabei konnte er nicht unterdrücken, daß eben diese Erkenntnis ihn tief, tief beschämte. Welch ein Kind war er doch! Wie wenig verstand er die Menschen. Er hatte noch immer geglaubt, daß sie ihm wenigstens diese eine Nacht aus Liebe geschenkt, nun war das Geschöpf, dem er sein ganzes Lebensglück geopfert, eine gemeine Er nahm Hut und Stock und schritt die Treppe hinab. Erst unten fiel ihm ein, was wohl Schlüter sagen würde, wenn er bei seiner Rückkehr nicht im Hotel war. „Sagen Sie Herrn Doktor Schlüter, wenn er in meiner Abwesenheit nach mir fragt, daß ich in einer Stunde zurück bin. Ich will nur ein wenig spazierengehen.“ Sehr wohl“ Das Hotel war überfünt— jetzt in der Hauptsaison—; der Kellner hatte gar keine Zeit, sich mit den einzelnen Gästen zu beschäftigen, so fiel ihm auch Wehns verstörtes Wesen nicht auf. Fritz ging durch die Straßen, ohne etwas zu sehen; dann war er außerhalb der Stadt. Er ging wohl eine gute halbe Stunde, dann machte er halt. Er hatte gar nicht darauf geachtet, wohin ihn der Weg führte; nun stand er dicht am Ufer der Aare, auf einem vorspringenzeihen Sie mir, wenn Ehe die vollkommen verstörte Helene ihn halten konnte, war er mit raschen Schritten zu Tal gegangen; er sah sich nicht um, er rannte fast, dabei sah sie, wie seine Knien wankten. Ihre ganze Seele war voller Jammer. Was war geschehen? Wie war es möglich, daß der lebensfrohe, immer lustige Fritz so verwirrt war? Verwirrt, geistig verwirrt, das war ja die einzige Erklärung! Helene Gugenheim war kein Kind mehr, sie war ein kluges, selbständiges Mädchen von zweiundzwanzig Jahren. Keine Schönheit, aber ein liebes, klares Gesicht. Der Vater wußte, daß er sie allein auf Reisen schicken konnte. Sie liebte Fritz Wehn. Ihr war es als selbstverständlich erschienen, daß sie einmal seine Frau werden würde. Nun war sie in der Seele erschüttert. Er war krank, gemütskrank; sie durfte ihn nicht verlassen. Sie eilte zur Stadt und kam an der Post vorüber. Sie trat ein und gab ein Telegramm an den Vater auf. „Fritz Wehn hier. Ist völlig verstört. Sein Benehmen unverständlich. Fürchte, daß er schwer krank ist. Weißt du Erklärung? Was soll ich tun?“ Sie kam dann am Schweizerhof vorüber, und hörte, wie Doktor Schlüter eben vor der Tür den Kellner fragte: „Ist Herr Wehn schon zurückgekehrt?“ „Er ist eben auf das Zimmer gegangen.“ Wie der Kommissar die Treppe hinaufsteigen wollte, sah er, daß eine Dame ihm in den Weg trat. „Verzeihen Sie, mein Herr, auf ein Wort.“ Schlüter stutzte. Das war eine Dame, eine richtige Dame der Gesellschaft, kein Dämchen. Was wollte sie von n gan m „Verzeihung, Sie irren sich wohl.“ „Ich bitte, ein Wort.“ W Er trat mit ihr in den jetzt leeren Speisesaal. „Womit kann ich Ihnen dienen?“ „Sie werden mein Benehmen sonderbar finden. Ich hörte eben zufällig, wie Sie den Namen Wehn nannten— kennen Sie Herrn Fritz Wehn aus Berlin?“ „Allerdings, aber——“.. 9 „Ich bin Helene Gugenheim, Tochter des sommerzienrats Gugenheim aus Berlin. Ich traf Herrn Wehn fällig draußen vor der Stadt. Wir sind Jugendgespielen. Herr Wehn war bei uns wie ein Kind im Hause.“ Sie wissen—.—. egg Forisetzung feigt.