2. Rünsterisches Intelligenzblatt. I ahrgang von1814. Nro. 32. Freitag den 12. August. Bekanntmachungen. Die von mehreren Polizeibehööden hinsichtlich der Vagabunden bisher gctroffenen ungleichen und zum Theil unrichtigen-Maaßregeln veranlassen uns über diesen Gegenstand zu folgenden Bestimmungen in Beziehung auf die desfalsigen Vorschriften im allgemeinen Preuß. Landrecht Th. II Tit. XX§. 191 und 192. Fremde Landstreicher, welche nirgend einen festen Wohnsitz haben, und nicht glaubhaft nachweisen können, wovon sie sich ernähren, müssen im Betretungsfall dem Landrath des Kreises vorgeführt werden, welcher, nachdem er sie in einem die Personsbeschreibung enthaltenden Laufzettel nach ihrer Heimath verwiesen hat, sie durch Requisition des Kreis=Brigadiers durch die Kön. Gendarmerie, oder durch den Landsturm über die nächste. Gränze bringen läßt(§. vor) nachdem ihnen in Beziehung auf den§. 102 die Verwarnung einer 2jährigen Festungsstrafe im Fall der zu verbiethenden Rückkehr gemacht, auch darüber zur etwaigen künftigen Nachweise ein von den Vagabunden zu unterzeichnendes Protocoll aufgenommen worden ist. Läßt sich ein solcher Landstreicher dessen ungeachtet demnächst wieder betreten, so ist er zu verhaften, und dem betreffenden Kön. Anwald des nächsten Tribunals zur Anwendung der gesetzlichen Bestrafung mit jeuem Protokoll zu übergehen. Ergeben sich jedoch gleich anfänglich bei der Untersuchung der bisherigen Lebensweise des Landstreichers wirkliche Anzeigen von begangenen Verbrechen, so haben sich die Polizei=Behörden aller weitern Vorschritte, mithin auch des Transports über die Gränze zu enthalten., und vielmehr die Sache sogleich dem Königlichen Anwald zu übergeben. Die resp. Kreis= Orts und Polizei=Behörden haben sich in Zukunft genau nach diesen Bestimmungen zu achten und die Unterbeamten zu deren Befolgung anzuweisen. Münster den 1o. Aug. 1814. Königl. Preuß. Regierungs=Commission, Fr. v. Kerff. v. Druffel. Scheffer. Kottmeier. v. Hohenhausen, Die Heberollen der directen Steuern vom Jahr 1814 sind seit einiger Zeit in den Händen der Steuer=Empfän= ger. Jeder Beitragspflichtige, wird seine Quote kennen, und diejenigen, welche sich zu hoch angeschlagen glauben, werden mehrentheils schon reklamirt haben. Um die auf die künftig jährige Steuern wieder umzulegende Summen genau zu kennen, ist die schleunige Eingabe aller etwaigen Reclamationen gegen den SteuerAnschlag erforderlich, und wird der endliche Termin zur Annahme derselben auf den 2o. Sept. hiemit festgesetzt. Alle Reclamationen werden dem Landrath des Kreises, und in der Stadt Münster dem Herrn Stadt=Director eingereicht, und ist sodann das durch unser Publicandum vom 4. Juni wegen der unbeibringlichen Steuer=Reste vorgeschriebene weitere Verfahren zu beachten. Da die Steuer=Heberollen für das künftige Jahr mit Anfang des Jahrs 1815 vollstreckbar erklärt seyn müssen, so wird die schleunigste Instruirung der Vorstellungen gegen die Steuern des Jahrs 1814 allen betreffenden Behöeden zur Pflicht gemacht; die bei uns nach dem 20. Oct. eingehende Steuer=Reclamationen können bei dem Etat der Reimpositionen für das Jahr 1815 nicht mehr berücksichtigt werden, indem die Register alsdann geschlossen, und die Haupt=Repartitionen dann weiter angelegt werden. Sämmtliche instruirende Behörden wollen demnach die Beförderung der Reclamationen immer schleunigst besorgen, und darauf halten, daß keiner sich hierin Versäumniß zu Schulden kommen lasse; die oben festgesetzte Termine können weder verlängert, noch andere Bestimmungen getroffen werden. Schließlich wird den Herren Landräthen und allen betreffenden Behörden eröffnet, daß der Betrag jener Verzeichnisse der unbeibringlichen Reste auf die directen Steuern J. 1813 und auf die im Gefolge Verordnung vom 29. Nov. v. J. ausgeschriebene Kriegessteuer, welche Ende d. M. bei uns nicht eingegangen sind, lediglich den saumseligen Bramten zur Last bleiben werden. Münster den 1o. Aug. 1814. Königl. Preuß. Regierungs=Commission, Fr. v. Korff. v. Druffel. Scheffer. Kottmeier. v. Hohenhausen. Bekanntmachungen. ed Becd- undf büin Ceenchendte Püherde ser und Rhein soll der Bedarf an Gemüse und Getränke für die hiesige Garnison öffentlich an dem Wenigstfordernden ausgebothen werden. Zu dem Ende wird der Termin auf den 16. d. M. Vormitt. 9 Uhr hieselbst auf dem Rathhause vor dem Unterzeichneten anberaumt; indem dieses hiemit öffentlich bekannt gemacht wird, werden Bietungslustige dazu eingeladen, und hiebei zugleich bemerkt, daß unter Gemüse Reis, Erbsen, Graupe, Speisemehl und Kartoffeln, und unter Getränke Bier und Brandtwein verstanden werden, und die Lizitation diese Gegenstände betreffen wird. Wesel den 5. August 1814. Königlich Prcuß. Krieges=Commissair der Festung und Krieges=Rath, Urbani. Am Samstag den 13. d. Vormittags 10 Uhr soll dahier an dem Rathhause die Oel=Lieferung zur nächtlichen Belruchtung der Stadt für die kommenden WinterMonate dem Wenigstfordernden salva ratiticatione verdungen werden. Die Bedingnisse sind auf der städtischen Registratur täglich einzusehen. Münster den 28. Juli 1814. Der Stadt= Director, M. v. Böselager. Gerichtliche Verkäufe. Vor dem Tribunal der ersten Instanz zu Münster soll mit dem gezwungenen Verkauf des dem Wirthschafter Ferdinand Laugenhorst zugehörenden, im Bezirke Münster, Canton St. Manritz, in der Commüne und Dorf Havixbeck, in der sogenannten Bollstiege belegenen Hauses verfahren werden. Der Beschlag des genannten Hauses ist wider den Eigenthümer desselben, Wirthschafter F. Langenhorst, zu Havixbeck wohnhaft, vermöge eines durch den Huissier Gruwe unterm 20. Julius l. J. aufgenommenen Acts, auf Ansuchen des Herrn Kaufmanns Bern. Danckelman zu Metelen, im Arrond. Steinfurt wohnhaft, und auf Betrieb des unterzeichneten Avone B. T. Schweling geschehen. Die Beschlagnahme ist auf den Hypotheken= Büreau des Bezirks Münster unterm 23. Juli l. J. und auf der Secretarie des hiesigen Tribunais am a. desselben Mon. eingetragen worden, nachdem vorher dem Herrn F. Tilbeck, Beigeordneten des Herrn Bürgermeisters zu Havixbeck, und dem Hrn. Bahlman, Gerichtschreiber des Friedensgerichts des Cantens Manritz davon Abschrift zugestellt, und das Original visirt worden. Die erste Verkündigung der Verkaufsbedingungen geschieht in der öffentlichen Sitzung des hiesigen Tribungls am 4. Nov. l. J. des Vormitt. um 10. Münster den 9. August 1814. B. T. Schweling, Avone. Laut Protecoll des Huissier Fersch vom t9. resp. 20. Juli d. J. wovon der Herru Stadt=Directer von Böselager zu Münster am 21. und der Heir FriedensgerichtsSecretair Deppenbrock daselbst am 22. Juli Abschriften erhalten und das Original visirt haben, und welches am 35. Juli im Hypothekenbuch des Bezirks Münster,, wie auch am 9. Aug. auf dem Secretariat des Trib. ir Instanz eingetragen ist, ist auf Ansuchen der verwittweten Commerz= rathin Regine Bode, geb. Jägens, zu Osnabrück wohnhaft, und auf Betreiben des nuterzeichneten Avone, gegen den Herrn Gastgeber Wilhelm Wittkamp, in der Stadt Münster domicillirend, dessen unter der Nummer 132 der Martini Laischaft, auf der Neubrückenstraße, nahe beim Schauspielhause, zwischen den Hofplatz des Herrn StadtDirectors von Böselager, und dem Hause des Herrn Conditors Martin belegene Wohnhaus samt Hintergebäude in Beschlag genommen worden. Mit der ersten Bekanntmachung des Hefts der Verkaufsbedingungen soll am Samstag den 5. Nov. l. I. des Vormitt. 10 Uhr in der öffentlichen Sitzung des Trihungls erster Instanz zu Münster verfahren werden. Münster den 1o. August 1814. B. Lohkampff, Lic. Anwald. Diebstähle. In der verwichenen Nacht sind dem Kötter Happenkötter an der St. Mauritz Heide, den sogenannten Telgenplatz, durch gewaltsamen Einbruch einer Leimwand und Aufbrechung eines Koffers, aus seiner an der Diele liegenden Kammer nachstehende Effecten gestohlen. Manns und vier Frauenhemde, alle halb verbraucht, erstere mit den Buchstaben W. L. und letztere mit E. S. gezeichnet. 2) Eine weisse Weste von Chameaux mit Carreaus mit abgeschabten, sonnt gelben jetzt weissen Knöpfen. In den Westentaschen befanden sich an Gelde 5 zwei Schillings, 2 zwei Groschen Stücke und 9 einzelne Groschen nevs 2 gelben Knie=Schnallen. Diese Weste ist vorzüglich daran kennbar, daß sie verkehrt genähet, und durch das Versehen des Schneiders die rechte Seite auf dem Futter liegt. 3) Ein weiß blaues Weiberjack mit kurzen Aermeln. a) Zehn bis zwölf Pf. ausgehecheltes Flachs. 5.) Ziei Brusthemdcher für Kinder und ein kleines Halstuch. Der Einbruch ist mit einem Pflug=Eisen oder sogenannten Kolter geschehen, welches man nebst einen avgeschälten Knotenstock von Wacholderbeeren in der Kammer an der Wand gefunden. Sämmtliche Polizeibehörden werden ersucht, zur Ausmittelung dieses Einbruchs das Nöthige an ihre Untergebene zu erlassen. Münster den 9. Aug. 1814. Der Bürgermeister von St. Mauritz, Borggreve. In der Nacht vom r. auf den 8. d. M. ist dem in der Bauerschaft Vechrrup Krs. Telgte wohnenden Zeller Krawinkel aus der Weide ein 4jähriges schwarzes Mutterpferd gestohlen worden. Das Pferd, welches keine besondere Abzeichen hat, ist vorzüglich daran kennbar, daß es vorn etwas niedriger als hiuten ist, und einen sehr starken langen Schweif hat. Es ist ohngefähr 16 Hand hoch. Alle Civil= und Militair=Behörden werden dienstergebeust ersicht, im Fall dieses Pferd irgendwo durchge führt, oder zum Berkanf angebothen werden mögte, solches anhalten zu lassen, und den Unterzeichneten davon zu benachrichtigen. Telgte den 9. August 1814: Der Bürgerm. Burlage. Vermischte 1. In der Aschendorffschen Buchhandlung ist Dissertatio critica(26) de superioritate concilii generalis supra Papam vel Papa supra concilium, ubi de ocro ultemis conciliis generalibus constantiensi Papiensi, Seuensi, Basileensi, Ferrariensi, Flörentino, Lateranensi V, er Tridentino amp;c. usque ad A. 1814. Authore P. Molkenbuhr. Ein Werk für Liebhaber der Kirchengeschichte und der höheren Theologie. Preis 20 g Gr. 2. Sollte hin und wieder einer der hiesigen oder benachbarten Gelehrten mir vielleicht noch diese und jeue Notiz zum Behuf des, größtentheils durch eigenes Forschen und Buchhalten zu Stande gebrachten,„Ersten Nachtrags zu meinem Münsterländischen Schriftsteller=Lexicon“ maedacht haben, so bitte ich ergebenst, mich je eher je lieber damit zu erfreuen; der 7— 8 Bogen starke Nachtrag, wovon das Manuskript bereits abgeliefert worden ist wird zu Anfang des künftigen Jahrs erscheinen. Den Freunden der schönen Literatur bei desser Gelegenheit die, Nachricht, daß meine im Westphäl. Archiv angekündigte Anthologie:„„ Triolette der Deutschen“ in kurzem bei Bädeker in Essen herauskommen, und Stücke(mitunter verschiedene bis dahin noch ungedruckte) von„agedern, Götz, Stamford, Klamer, Schmidt, lem, Matthesius, Tiedge, Manso, Hanz, Schatz, W. Schlegel, Reinhard, Stiegler, Vagedes, Bueren, K. A. Schneider, mir und einigen Ungenannten enthalten wird. neiee Fr. Raßmann. 2. Gegen hinreichende Hypothek und 4 prEt. Zinsen werden 5500 Rt. Conv. Münze leihentlich auverlangt. Diejenigen, welche hiezu Gelder zum Leihen hergeben wollen, können das Nähere bei Unterzeichnetem erfahren. n 2. Au g. a. Alle diejenigen, welche au den im Ksp. Nottuln in der Heller Bauerschaft wohnenden Ackersmann Johann Hermann Alstermann aus irgend einem Grunde rechtmißige Forderung haben, werden ersucht, ihre deßfallsigen Rechnungen bei mir einzureichen. Mänster den 3. Ang. 1814. Aus Auftrag, J. H. Block, Notar. 5. Am Sonntage den 14. August 1814 des Nachmittags um 2 Uhr werden auf der vor Aegidii Thor bei der Stadt Münster belegenen Geist 8 dem Herrn Dormeyer zugehörige Stücke mit Haberfrüchten auf dem Halme aus freier Hand meistbiethend verkauft werden. Aus Auftrag, H. C. Dciters, Not. 6. Am Samstag den 1z. Aug. Nachm. 2 Uhr wird die vormals von dem Hrn. Pafferath, jetzt von dem Fr. mer bewohnte Behausung mit einem Garten und Wascheplatze an der Aa auf der Bergstrasse No. 82 in der tini Laisch. in Münster belegen auf 12 Jahre meistbietend verpachtet, und diese Verpachtung in meiner Schreibstube vorgenommen werden. Münster den z. August 1814. 7. Ein in Papenburg am Hauptcanal westseits zwifchen den Häusern des Herrn Dr. Druiding und Herrn Apoth. Rotering belegenes und vor 10 Jahren neu erbauetes, ganz massives zwei Stockwerk hohes Haus, soll am 22. August d. J. des Morgens 10 Uhr in dem Gasthofe des Herrn Anton Brickwedde allda meisbiethend verkauft werden. Dieses Haus enthält im untersten Stock ein schönes Entree und au beiden Seiten zwei geräumige Zimmer nebst Schlafzimmer, ferner eine Aufkammer und darunter einen großen Keller, zwei Küchen nebst Diele, worauf ein Pferdestal. Im zweiten Stock ein sihr gerzumiger Saal mit zwei Nebenzimmern nach der Canalseite, und hinten der Gartenseite ein Zimmer und Schlafzimmer, und oben ein geräumiger Boden. Hinter dem Hause befindet sich ein sehr schön angelegter, mit den besten Obstbäumen versehener, ungefähr 2 Scheffel Saat großer Gemüse=Garten, welcher sich mit einem sehr angenehmen Bosquet schließt. Den zu solchen Ankauf Lusthabenden dient zur Nachricht, daß der größte Theil des Kaufschillings gegen billige Zinsen stehen bleiben kann. Die näheren Bedingungen sind bei Unterzeichnetem zu erfahren. Papenburg den 17. Juli 1814. Aus Auftrag des Eigenthümers, N. Cordes, Notar. 8. Am Samstag den 14. August Nachmittags um 2 Uhr sollen die Haberfrüchte in der Krähenkuhle auf der Geist, so dem Herrn Kaufmann Finckenbrinck zugehörig, sedann um 3 Uhr die Früchte von 3 Kämpen, genannt Borgkämpe, meisi Haberfrüchte, so der Wittwe Krawinkel aufm Neuenkrug zugehörig, und ohnweit Giesbert, Krs. Lamberti belegen, meistbiethend aus freier Hand verkauft werden. Kauflustige wollen sich am Neuenkrug einfinden. Artmann, Huissier. 9. Am Samstag den 13. August Morgens 9 Uhr sollen die Hab rfrüchte aufm Küstereienkamp, so auf St. Manritz ohnweir der Küsterei daselbst belegen, und dem Herrn Haarman zugehörig, meistbiethend aus freier Hand verkauft werden. Artmann, Huisster. 1o. Ich bechre mich, hierdurch anzuzeigen, daß ich mein bisheriges Domizil zu Dülmen hiehmn verlegt habe, und nunmehro auf dem alten Fischmarkt Nro. 312 wohne, ich werde hieselbst mein Wechselgeschäft fortsetzen, und da ich mich schmeichle, mit vielen auswärtigen ansehulichen Wechselhäusern in sehr enzer Geschäfts=Verbindung zu stehen, so bin ich im Stande, jeden, der mich mit seinen Aufträgen beehren wird, reel zu bedienen, dem resp. hochgeehrten Publiko empfehle ich mich demnach höflichst. Zugleich habe ich noch die Ehre, zu bemerken, daß ich am 17. Sepr. v. J. zufolge des franz. Decrets vom 18. August 1811 und des am 12. Febr. 1813 gefaßten Beschlusses der vormaligen Präfectur hieselbst meine vorherige Firma von Levy Jsaaks Sohn in die nachstehende umgeändert habe, und unter dieser mein Geschäft hieselbst fortsetzen werde. Münster den 8. August 1814. H. Löwenwarter. rI. Matthias Bernard Schlösser, Tuch=Fabrikant und Banquier in Aachen und in Paris, an welchem letztern Orr er durch seinen Sohn Carl Schlösser laut seiner Vollmacht vorgestellt wird, hat die Ehre denen Herren Beamten in denen von Frankreich abgetretenen Departeinents bekannt zu machen, daß, da er schon von mehreren zur Besorgung der Liquidation und Erhebung ihrer Bürgschafts=Gelder bei der französischen Regierung beauftragt ist, er dieses Geschäft noch weiter auszudehnen wünscht, und bietet daher allen denjenigen seine Dienste an, welche dergleichen Liquidation, es sey für BürgschaftsGelder, Lieferungen, Unternehmungen, geistliche oder Civil=Pensionen, Depositen=Gelder in der Tilgungs=Casse, oder sonstige Forderungen nachzusuichen haben. Als Besitzer eines Handlungs=Etablissements in Paris, welchem er noch eine Person von erkannten Fähigkeiten, und welche einer bedeutenden Protektion genießt, beifügen wird, ist wohl nicht leicht jemand im Stande diejenigen, die sich an ihn wenden wollen, besser zu bedienen. Da es erforderlich ist, die Original=Urkunden einzusenden, und mit einer in bester Form abgefaßten Vollmacht zu begleiten, so kann die Einsendung sowohl an sein hiesiges Handlungshaus, als auch direkt nach Paris, rue Batave No. 8; oder auch durch den Herrn Notar Peter Anton Meyer zu Münster, der auch die Ausfertigung der Vollmacht besorgen und von denen Bedingnissen Kenntniß geben wird, geschehen. 12. Den Liebhabern der Mathematischen Wissenschaften habe ich die Ehre anzuzeigen, daß ich einen bedeutenden Vorrath von selbst verfertigten mathematischen Instrumenten besitze: als Astrolabia mit und ohne Nonius, mit und ohne Mikrometer=Schraube, mit und ohne Boussole, mit und ohne Stative; Meßtische, worauf das Papier sehr leicht kann festgeschroben und verlegt werden, mit Mikrometer=Schraube und Regel mit Fernrohr; eine Boussole mit einer 6zölligen Magnet=Nadel und Fernrohr; Hand=Haar= und Stückzirkel; Reißfedern von Stahl, mit und ohne Charnier; Transporteurs mit ganzen und halben Graden. Dann ist bei mir in Commission zu shaben: ein großes Telescope zu Astronomischen Beobachtungen, mit Gestell und allen Vertikalen und Horizontalen Stellschrauben; ein achromatisches Perspective mit Fußgestell; verschiedene andere Perspective; ein Spiegel= Sextant von 8 Pariser Decimal=Zoll, Halbmesser, ganz von Messing mit gefärbten Gläsern; ein See= Compas, ein Schrittzähler und dergleichen mehr. Meine Wohnung ist auf dem Schloßplatz in dem ehemaligen Wachthause. Wiedholt. 13. Der Zeichnungsunterricht im Gymnasium fährt diese Vakanzzeit, wie gewöhnlich, tagtäglich ohnunterbrochen fort. Wolffs. 14. Es sind von einem Billard mehrere BillardsKugeln vermißt worden, sollte jemand dieselben unbewußter Weise zu sich gesteckt haben, so wird der redliche Inhaber derselben ersucht, diese wieder auf Ort und Stelle zu bringen; sollte sie aber jemand angekauft haben, der wolle das Nähere am Int. C. erfragen. 15. In einer hiesigen Handlung wird ein Lehrling verlangt, der sofort seine Condition antreten kann. Das Int. C. gibt Nachr. r6. Es ist diesen Winter ein Regenschirm von grüner Seide mit einem kurzen Stock irgendwo stehen geblieben. Derjenige, der solches vorfindet, wird ersucht, solches an den Eigenthümer, welcher am Int. C. gefällig nachzufragen, zurückzuschicken. 17. Madam Schuman empfiehlt sich im Seidewaschen als Kleider, Kaschemir=Tücher, Strümpfe. Sie verspricht gute und billige Bedienung. Ihre Behausung ist auf der Buddenstraße Nro. 81. 18. Ein gesetzter Mann wünscht als Bedienter je eher je lieber im Dienst zu treten. Das Intell. Compt. gibt nähere Nachr. 19. Auf Ludgeri Straße Nro. 170 Aegidii Laischaft ist ein Zimmer nebst Alcove mit Meublen zu vermiethen, und kann sbfort bezogen werden. 20. Unter dem Bogen ist ein Zimmer nebst Alcove mit oder ohne Meublen zu vermiethen. Das Int. Compt gibt Nachr. . 4—5 zimmer ohne Meublen werden zur Miethe gesucht. Das Int. C. gibt Nachricht. 22. Am 17. v. M. Juli ist zu Wolbeck ein blauer leinener Kittel mit einem großen langen Kragen liegen geblieben, derjenige, der ihn allenfalls aus Versehen mitgenommen, wird ersucht, denselben an Unterzeichneten gegen ein Trinkgeld zurückzubringen. Schreiber, Hutssier. 23. Ein noch ganz neu zum Modehandel eingerichteter Schrank mit darauf befindlichen Glasschrank nebst Vordersatz, worin mehrere geräumige Schubladen, steht aus freier Hand zu verkaufen. Das Int. C. gibt 24. Bei A. Lutzenkirchen unter dem Bogen sind frische Ostheringe und beste Sorte Emder Heringe zu haben. r an. 4. d. vollzogene eheliche Verbindung hab wir die Ehre, hierdurch unsern sämmtlichen Verwandt# und Freunden schuldigst bekannt zu machen, und un ihreg, fernern Wohlwvollen und Freunschaft bestens Dülmen den 7. August 1814. Albert v. Schilgen, Elisabeth v. Schilgen, geb. Maerl Personenstand der Stadt Münster vom Jahr 1814. Vom 35. Juli bis zum 6. August. Geboren: 1 Knaben, 6 Mädchen. Heirathen: I. Todesfälle: 2 männlichen, z weiblichen Geschlechts. Munster, gedruckt mit Aschendorff'schen Schriften.