— Zü„Schwerter Zeilung erschemt wochentlich sechs miel Bezugspreis haldmonatlich 1.20 Mark, Einzelaummet 15 Pig. Druck u. Verlag von C. Braus, Schwerte(Ruhr Losischeckkonten: Dortmund 2832 und Hannover 21874. Geschästsstelle Große Marktstr. 3—3 Verantwortlich für die Schrifteitung F. Linner, Schwerls. Fernru 2770 Kreisblatt für den Kreis Hörde Verbunden mit: Schwerter Tageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung Schwerter Volksblat: Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises. Westhofener Zeitung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung Aagangs prate fü de ochizesoat mm u: 4.Pla, Ansper. üige, fina zamtiche u. gerichtliche Anzeigen 10 Pfg., Zeklamszeile 40% Lur teleson, aufgegedene Inserate üdernehmen wir keine Gewähr. Bei unvorbergesehn. Betriedestbrungen, heroorgerusen durch bödere Gewalten, übernedmen wir keinerlei Gewäde für pünktliches Erscheinen der Jeitung u. kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieserung erboden werden Generalanzeiger für den Kreis Hörde. Nr. 129(Erstes Blatt) Neues in Kürze. Anträge auf Erhöhung des Kartoffel= und Futterzollsatzes. wtb Berlin, 4. Juni.(Tel.) Die Deutschnatio= nale Volkspartei. die Christliche Bauernpartei und die Deutsche Bauernpartei haben im Einvernehmen mit den Führern der landwirtschaftlichen Spitzen: organisationen, Brandes Schiele, Hermes, un Fehr dem Reichstag zwei Anträge auf Erhöhung der Kartoffelzölle und des Futterzolles eingereicht. Den Anträgen sind ausführliche Begründungen beigegeben. Die Oppelner Uebeltäter. * Oppeln, 4. Juni.(Tel.) Wegen des Ueberfalls auf Mitglieder des Kattowitzer Stadttheaters wurden heute 10 Angeklagte, darunter zwei Jungstahlhelmer und acht Nationalsozialisten, samen Hausfriedensbruches zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt. Einer der angeklagten Nationalsozialisten erhielt wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt eine Zusatzstrafe von einer Woche. Die Schweiz und die Fremdenlegion. wlb. Bern, 4 Juni.(Tel.) Bundesrat Motta, der Vorsteher des politischen Departements, erklärte im Ständerat in Beantwortung einer Bemerkung wegen der Anwerbung von Schweizer Bürgern für die stantösische Fremdenlegion, daß sich das Departement ständig mit so schweren Fällen befassen mi. e. Nan habe sehr schlechte Erfahrungen mit der Fremdenlegion gemacht. Jahr für de: Bundesrat intervenieren, um die Freilassung von Schweizern zu erlangen. Der Bundesrat habe auf seine bei der französischen Botschaft unternommenen Schritte noch keine Antwort erhalten; er hoffe aber, daß seine bestimmten und kategorischen Vorstellungen zur Einstellung der Anwerbung von Schweizern oder zum mindesten doch zur Einstellung der Mißbräuche führen werden. Absturz eines Sowjetflugzeugs an der voln. Grenze. wotb. Warschau, 4. Juni.(Tel.) In Dobrzic an der polnisch=russischen Grenze ist gestern nacht ein Sowjetflugzeug abgestürzt. Der Flieger hat schwere Verletzungen erlitten. Habib Ullah besetzt Kandahar. wtb. Bombay, 4. Juni.(Tel) Die Truppen Habib Ullahs haben Kandahar, die ehemalige Operationsbasis Aman Ullahs, kampflos und ohne Blutvergießen besetzt. Russischer Generalkonsul von Chinesen verhaftet. wib. Schanghai, 4. Juni.(Tel.) Wie aus Mandschuli gemeldet wird, sind der russische Generalkonsul in Mukden der russische Vizekonsul in Charbin und der russische Direktor der chinesischen Ostbahn bereits am Sonntag im Zuge von Soldaten verhaftet und den chinesischen Behörden übergeben worden. Eine 8 köpfige Familie vergiftet. pw. Berlin, 4. Juni.(Tel.) Das Berl. Tagebl. meldet aus Weilheim: In Wielenbach erkrankte die achtköpfige Familie Falterer nach dem Genuß eines Fleischgerichts. Wie festgestellt werden konnte, stammte das Fleisch von einem frischgeschlachteten Stück Vieh. Nach ärztlichem Gutachten handelt es sich um Paratyphus, dem innerhalb von wenigen Tagen die 60jährige Ehefrau Marie Falterer, ihre 30jährige Tochter und ihr Enkelkind erlegen sind. Die übrigen fünf Familienmitglieder dürften ebenfalls kaum mit dem Leben davonkommen. Schwerte(Ruhr), Wi twoch, den 5. Juni 1929 Ant dus Konkerbul. 62. Jahrgang Die Forderungen der prei Landeskirchen. wio. Verlin, 5. Jumi,(Tez) Im Hinblich auf bie wi.r abgr zür den Fall des Vertragsabschluss mit vor dem Abschluß stehenden Konkordatsverhandlun= wir sen der breubi'schen,„togtsreosichen Pandestirchen ger und gleichwertiger, dem Wesen der preußischen Staatsministerium unter=Verträge nachdrücklichst wiederholen. Die nommen und in einem Schreiben noch einmal ausgleichwertigen Vertragsabschluß mit der evangeli= sterpräsidenten vom schen Kirche erhoben. Das Schreiben berührt einleitend den Schriftwechsel, der im Herbst vorigen Jahres zwischen den Kirchenregierungen und dem Staatsministerium geführt worden ist und fährt dann fort: „Nachdem inzwischen das Staatsministerium, wie nach den Mitteilungen der Presse angenommen werden muß, zu einer Verständigung mit der Kurie gelangt ist, sehen wir uns genötigt, von der preußischen Staatsregierung eine bestimmte Erklärung Mord aus Rache. wtb Limburg(Lahn), 5. Juni.(Funkspruch.) Gestern abend um 8 Uhr wurde hier ein gräßlicher Mord verübt. Der 28jähriger Fischer Rudolf Reiher aus Kaiserslautern lockte die 20jährige „Daneben“, so fährt das Schreiben fort,„müssen Helene Schneider aus Kaiserslautern, die hier bei vir der für den Fall des Vertragsabschlusses mit den Eltern ihres Bräutigams zu Besuch weilte, der Kurie erneut die Forderung gleichzeiti= unter einem Vorwand aus dem Hause. Hier zog sterpräsidenten vom 8. ausdrücklich bekannt hat, würden in einem entscheidenden Punkte verletzt sein, wenn der katholischen Kirche für ihre Organisation und die finanziellen Bedürfnisse ihrer Verwaltung eine vertragsmäßige Garantie gegeben würde, während die evangelische Kirchen lediglich auf einseitig erlassene und deshalb auch der Möglichkeit einseitiger Aenderung unterworfene staatsgesetzliche Bestimmungen angewiesen Schluß geben die preußischen Landeskirchen Staatsregierung eine betimmte Eriz. zi, die Erklärung ab, daß es nicht als Sicherung der darüber zu erbitten, ob sie nunmehr bereit ist, vie Parität angesehen werden könne, wenn die Staatsim Herbst 1927 eingeleiteten und nach einigen regierung sich etwa grundsätzlich bereit erkläre, späMonaten ohne erkennbaren Grund eingestellten ter nach Verabschiedung des Vertrages mit der Verhandlungen wieder aufzunehmen, mit dem““, auch mit den evangelischen Kirchen Verträge Ziele, auch mit den evangelischen Kirchen zu einer##eten zu wossen vertragsmäßigen Regelung zu gelangen. obsche, Besprechung über das Konkordat. Diese Verhandlungen könnten, soweit es an uns Berlin, 5. Juni.(Funkspruch.) Ministerwerden: turzester Zeit zum Abschluß gebracht spräfident Dr. Braun hat, laut Germanig, die FratHinsichtlich ihrer grundsätzlichen Stellung zur tionsführer der Regiepapespezeeizg, er#gengg##hf Konkordatsfrage verweisen die Kirchen auf frühere, VPrech, gggrpaig, inzerrichten“ wisl. Die Beden noch nicht bekannten Bestimmungen des Kon= sprechung wird vorausschtlich am Freitag stattkordats„volle Freiheit der Stellungnahme“ vor. finden. Neuf it dieser Weuse Unterzeichnung? Lesung des Endberichts in einer Vollsitzung am . er plötzlich ein Messer aus der Tasche und brachte dem Mädchen eine Anzahl Stiche in Leib, Herz und Kopf bei. Dann schnitt er ihr an beiden Armen die Pulsadern auf. Das Mädchen brach blutüberströmt zusammen. Reiher hatte früher mit dem Mädchen ein Verhältnis eingehen wollen, war aber von ihm abgewiesen worden. Er hatte deshalb früher schon mehrmals das Mädchen mißhandelt und war deshalb bestraft worden. Nach der Tat ergriff der Mörder die Flucht, er konnte aber in kurzer Zeit von der Polizei festgenommen werden. wtb. Paris, 4. Juni.(Tel.) Ueber die heute nachmittag abgehaltene Vollsitzung der Reparationskonferenz, die drei Viertelstunden gedauert hat, ist der folgende Bericht ausgegeben worden: In der Vollsitzung des Sachverständigenausschusses ist heute nachmittag eine Uebereinstimmung über alle wesentlichen Punkte erzielt worden. Der Ausschuß wird sich nunmehr dem beschleunigten Abschkuß des Berichtes zuwenden in der ErwarBelgier eine befriedigende Einigung in der Markbanknotenfrage erzielt sei. Der Vorsitzende der Reparationskonserenz, Owen Young, werde der deutschen Delegation heute nachmittag diese Schlußfolgerungen der Gläubigerdelegationen mitteilen und sich darüber unterrichten, ob sie dieses Verfahren billigt. Polncare fordert Vertagung der Reparations=Interpellationen. wtb Paris, 5. Juni.(Funkspruch.) Die Kammer hatte gestern über die Festsetzung des Zeitpunktes für die Beratung von 6 Interpellationen betr. die Reglung der Reparationen und interalliierten Schulden zu beschließen. Namens der Regierung forderte Poincaré unter Stellung der Vertrauensfrage die Vertagung bis zum 25. Juni. Poincaré erdlarte, daß er die feierliche Verpflichtung übernehme, daß bis zum 25. Juni nichts geschehen werde, was die Regierung oder die Kammer engagieren könnte. Kame Die Abstimmung über den Antrag der Regierung, die Debatte über die Interpellationen bis zum 25. Juni zu vertagen, ergab, nachdem Poincaré die Vertrauensfrage gestellt hatte, für die an g#er.:„ 29# Stimman gagen 249 Stimmen. Obstruktion im Auswärtigen Ausschuß. vdz. Berlin, 4. Juni.(Tel.) Im Auswärtigen Ausschuß des Reichstags gab Reichsfinanzminister Dr. Hilferding einen Ueberblick über die histoAusbruch des Besuv. ascshsce ean de sche Chch dle Keiheitehe. komitees, d:= wahrscheinlich die gan;: Nacht hin= und infolgedessen der Poungplan erst zur An= ständigen würden, lediglich ihrem Hewiss durch tätig sein wird, stattfinden, so daß die erste wendung gebracht werden solle, wenn wtb. Neapel, 4. Juni.(Tel.) Wie der Leiter des Vesuv=Observatoriums mitteilt, hat im Laufe des Vormittags die Tätigkeit des Vesuvs erheblich zugenommen. Der aus dem kleinen Kegel herausfließende Lavastrom weist jetzt eine Breite von 20 Metern und eine Schnelligkeit von ungefähr zwei Metern in der Minute auf. Die Lava füllt das ganze Höllental aus und teilt sich dann in zwei Arme. Der eine fließt nach Terzigno, der andere, der auf der Lava vom Jahre 1906 herunterläuft, hat schon in der Ebene das Lavafeld von Caposech; erreicht. Die Explosionen sind gewaltig, sowohl durch ihre Stärke als durch die Menge des glühenden Gesteins. Weitere Zunahme der Tätigkeit des Vesuvs. wtb. Neapel, 4. Juni.(Tel.) Dei Direktor des Vesuv=Observatoriums teilt um 12 25 Uhr mit: In diesem Augenblick ist eine beträchtliche Zunahme des Lavaergusses aus dem Kegel zu bemerken, dessen innerer Teil in einen brodelnden See von einem Durchschnittsmesser von 50 Metern umgewandelt ist. Aus dem See ergießt sich der Strom mit großer Wucht und bei einer Geschwindigkeit von drei Metern in der Sekunde. Er habe das große Tal von Cupaccio besichtigt, wo sich der Lavaerguß mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 150 Stundenmetern bewegt. gaguch Gestwib. Neapel, 5. Juni.(Funkspruch.) Gestern nachmittag um halb 3 Uhr erfolgte ein neuer Ausbruch des Vesuvs unter donnerähnlichem Krachen, wobei große Lavamassen und schwere Steine aus dem Krater herausgeschleudert wurden. Der Direktor des Vesuv=Observatoriums glaubt, daß die Ausbruchstätigkeit in kurzer Zeit beendet sein wird. Lesung des Enoberichts in einer Vollsitzung am Donnerstag erfolgen kann. rage. wtb Paris, 5. Juni.(Funkspruch.) Ueber den Verlauf der Sitzung der Gläubiger=Delegationen, Poincaré die Vertrauensf in der Stellung genommen wurde zu dem an ven Regierung 321 Stimmen gegen 249 Vorsitzenden der Reparationskonferenz gerichteten“ Brief des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht in dieser Bericht vor Ende dieser Ppstg Zie glaubt Hie Gigenit, #erhe zip het zieen Ner: Dr. Vttetgeengkitr ses Karster 8a. Die Arbeiten der Revacatsonskon erenz, wahrscheinlich in Brüssel; 2. Bogrgg###— rische Entwicklung der Arbeiten des Pariser Sachsoh.„„„ und voraeschlagen, dosz der Danesplan in Kroast bletzen Keigen würzen, Ledtalch ihren Herisen. 1n2 8# ihrem freien Ermessen folgend, die Verantwortung “ für ihre Entscheidungen ohne Rücksicht auf äußere Einflüsse übernehmen. Die deutsche Regierung bleibe in bezug auf Annahme oder Ablehnung der Pariser Abmachungen völlig frei. Der Reichskanzler fügte hinzu, daß sich in einer Pressekonfedid berin. 5. Juni. Gunspruch) die Deusiye, 9 gaß Her Vortag aus neue Rechnung zu groß Ve, ver PKaske iut glechen Sine Keäuter hobe. iun Gepeahgzg ger hnidien Gschicherich Kaibe u. er guashe is Lus egangteg, Sehen Keseicket Sirenung chnicharut dr Vorzuigsalien ug“., woduch eine Grleich, leinen Rest(i5 Millonen RMl.) zur Finanzserzug matersenen Diatiaston ebensehen.“ Der Auschuß srund in der gelbounten Lage eintrot, Woitere, bes Aun, ger Keisegz, uud Facitlegszest in ders besach einer Geschäftsordrungsdebatte in der die ese e, Steon g Besueung vonthaudenen Bichäunden ven zgegserngspereteg, eigstse, agen die Busche ue bene u. euen e., Leichlashder e. zb Mbzuter bingen nur zn Aloner auz ustonadte Pevoratenstguegel laite gishlasegenVertgandbtungen nsgic seln wicd, langfeige dur gearkeilet Puckenuet u miteissand der Bedate Pgeuger geuite, eichleshel s. leitgn, die hnerhalb euich Zeitaume Die eung der Beichd. uod besge hahz sag Ve Gesameigen, dos Eresiete, Fr. Verschrailaneten aut. Einnahmesteigerung um etwa 54 Millionen RM. Die Einnahmen der Betriebsrechnung sind mit bundert zuviel da. Mangel herrscht dagegen an sce bon lis Mlene aus dls Alchen Astjds Scheasgaues an. Sauter aund Lesaur ltelge, Die Ausgaben für Erneuerung der Reichsbahn= der Kälte um etwa 50 Millionen RM. hinter dem anlagen beirugen 79„Petriebzüßerschuß von 8eß Voranschlag zurückgeblieben sind. Im März Plinoner BVl, Jovon Verziusung 565(G50, Dur, Wonat, erghoi se soenit ein Sinabmaussel von etwa 31 Millionen RM., der fast ausschließlich auf den Personenverkehr entfällt. Der Güterverkehr hat sich befriedigend entwickelt. Durch den Frost Geschaftsverinn der Krithsolihn für 1828. lionen RM. und Tilgung 113(37) Millionen RM., für den Dienst der neuen Anleihen 2,5(2,1) Millionen RM. Verwendung finden. Es verbleibt somit einschließlich 173(168) Millionen RM. Vortrag ein Reingewinn von 249(235) Mill. RM., wovon an Vorzugsdividende 76(62) Millionen zu zahlen sind, so daß der Vortrag für 1929 fast unverändert 173 Millionen RM beträgt. sind allerdings zusätzliche Ausgaben in Höhe von 27 Millionen RM. entstanden, so daß sich gegenüber dem Voranschlag ein Minderaufkommen von 57 Millionen RM. ergibt. das Ergebnis der sch: imitglieder geschlossen den Saal, was sie in einer Fraktionserklärung noch bestätigten. Fraktionsbesprechungen e ehich. vdz. Berlin, 5. Juni.(Tel.) Die Landtagsfraktion der Deutschen Volkspartei, die zum 10. Juni einberufen ist, wird sich mit der westlichen Umgemeindungsfrage beDie Sitzung der Demokratischen Landtagsfraktion am 13. Juni soll in der Hauptsache der Vorbereitung des Preußentagen dienen.— Am 11. Juni wird sich auch die Deutschnationale Volkspartei mit der Stellung zum Umgemeindungsgesetz befassen. Außerdem soll ein Bericht über den Stand der Kontordatsverhandlungen entgegengenommen werden. Von den weiteren Beratungen, die in Preußen noch in der lausenden Woche stattfinden sollen, wird es abhängen, ob und inwieweit sich auch die anderen Fraktionen mit der Konkordatsfrage befassen werden. Es wird sich dabei auch entscheiden, ob die Vorlage über das Konkordat Mitte Juni an den Staatsrat gelangen wird. Der Umschwung in England. Audienz Baldwins beim König. wtb. London, 4. Juni.(Tel.) Ministerpräsident Baldwin hat sich um 10 Uhr vormittags nach Windsor begeben, wo er vom König in Audienz empfangen wurde. Mittwoch Audienz MarDonalds beim König. wtb. London, 4. Juni.(Tel.) Einem heute ausgegebenen Bulletin zufolge hat der König eine gute Nacht verbracht. Der Führer der Arbeiterpartei, Ramsay MacDonald, ist eingeladen worden, morgen nach Schloß Windsor zu einer Audienz beim König zu kommen. Die Deutschen wtb. Heidelberg, 4 Juni(Tel.) Nachdem zu BeDer Jakubowski=Rogens=Prozeß. inakrat Sennatllung im Rogens=Prozze, rgatuggwfis Rechisan(Berlin) als Zeuge vernommen. Er hielt einen vernommene Verteidiger V#####n:„apamftis längeren Vortrag über seine Ermittlungen, die walt Koch, über den letzten Wunsch Ja bekanntlich zu Geständnissen der Angeklagten Aug. befragt. Rechtsanwalt Koch antwortete:„Ich, ha Nogens, Fritz Nogens und Frau Kähler führten. gehört, Jakubowski hätte den letzten Wu##, Nach seinen Darlegungen haben zur Aufklärung äußert, seine kleine Tochter Anni noch einmal zu des Sachverhalts wesentlich beigetragen die Aus= sehen.“— Ueber den Ruf des während d lagen des Fürsorgezöglings Utesch, dem Fritz Verhandlung wiederholt belasteten Paul Kreutzse Nogens gesagt hatte, der Russe Jakubowski sei es erklärte der Zeuge, er habe von dessen Vater über nicht gewesen. Beigetragen hätten zur Aufklärung ihn das Urteil gehört, sein Sohn sei ein gand des Falles auch die Aussagen des heute wegen schlechter Mensch. Die Eltern Kreutzfelds ha Meineids angeklagten Blöcker und des ältesten dagegen einen guten Ruf genossen.— Nebe Sohnes der Familie Nogens, Wilhelm Nogens. Rechtsanwalt Dr. Brandt fragte Rechtsanwalt Gerade Wilhelm habe die Ermittlungen soweit zu Koch:„Haben Sie nicht Jakubowski immer aufgefördern versucht, daß er in freundlicher Weise auf fordert, er möchte doch ein reumütiges Geständnis seinen Bruder Fritz einredete, er solle doch ein ablegen?" Rechtsanwalt Koch sagte:„Ja. Geständnis ablegen. Kriminalrat Gennat beionte, ich getan.“— Der Angeklagte August ginn der heutigen Sitzung der Hauptversammlung nicht wahr gewesen ist?“ daß die Geständnisse vollständig unabhängig von sprang nach dieser einander abgelegt seien. Nach seinen kriminalistischen Erfahrungen habe er nicht erwarten können, daß August Nogens sein Geständnis wiederrufen würde. Vorsitzender(zu August Nogens):„Wollen Sie wirklich noch immer dabei bleiben, daß alles des Vereins Deutscher Zeitungsverleger Präsident Kommerzienrat Dr. Krumbhaar die österreichischen Gäste begrüßt hatte, ergriff der Präsident der Vereinigung österreichischer Tageszeitungen. Kommer= zienrat Fliegel, das Wort und lud auf einstimmigen Beschluß der Vereinigung österreichischer Tageszeitungen den Verein Deutscher Zeitungsverleger ein, die Hauptversammlung des Jahres 1931 in Wien abzuhalten. Auf Antrag des Vorsitzenden der Tagung, Kommerzienrat Dr. Krumbhaar, wurde die Einladung der Oesterreicher unter lautem Beifall durch Zuruf einstimmig angenam: Eine Entschließung. wib Heidelberg, 5. Juni.(Funkspruch.) Der Harptversammlung des Vereins Deutscher ZeiAugust Nogens:„Ich nehme keine Schuld Berlin und Nogens auf und rief:„Rechtsanwalt Koch hat behauptet, daß ich der Täter sei. Das ist unwahr!"— Rechtsanwalt Koch erwiderte: „Ich behaupte. Sie. August Nogens, sind der Täter. und Ihre Mutter, Frau Kähler, hat Sie zum Morde angestiftet. Das sage ich Ihnen hiermit gerade ins Gesicht.“ Es wurden dann der Kriminalassistent Werneckeder Kriminalassistent Günther verwesentliche Aussagen nicht mehr In der Nachmittagsverhandlung wurde der auf mich, wenn ich es nicht getan habe. Mir wurde nommen, die immer vorgehalten, daß ich zwei bis drei Jahre machen konnten Gefängnis bekommen würde. Deswegen habe ich einfach diese Aussage gemacht.“ Vorsitzender(zu Fritz Nogens):„Hat Herr Gennat einen Druck ausgeübt, hat er Sie gewaltsam zu einem Geständnis bewegt?“ Fritz Nogens:„Nein, ich habe freiwillig das Geständnis abgelegt“ Vorsitzender(zu Frau Kähler):„Hat Herr pfchits Positines von ihm zu erfahren. Gennat Sie irgendwie zu einem Geständuis ge, nichts Positives von ihm zu er zwungen?" Nach der Vernehmung Kreutzfelds Angeklagte Frau Kähler:„Nein." Verhandlung vertagt. dann umgestürzten Wagens infolge einer Stauchuna Arbeiter Paul Kreutzfeld vernommen. Da er Täter oder Mittäter in Frage kommt, erfolgte die Vernehmung uneidlich. Alle belastenden Aeußerungen, die Kreutzfeld anderen Personen gegenüber getau haben soll, werden von ihm hartnäckig beTrotz anderthalbstündigen Befragens ist wurde die bis zum anderen in seinen Nähten geplatzt war und nur noch durch die äußere Haut zusammengehalten wurde. Der Mund weist ein vollständiges Gebiß auf, die Weisheitszähne fehlen jedoch noch, was dafür spricht, daß die Ermordete 18 bis höchstens 25 Jahre alt gewesen ist. Irgendwelche besonderen körperlichen Merkmale wurden nicht mehr festgestellt. Zur Zerstückelung der Leiche muß, nach den Schnitträndern zu urteilen, ein sehr scharfes Messer, eine Säge, vielleicht auch ein Beil benutzt worden sein. In einzelnen Stellen ist der Knochen mit roher Gewalt zerschlagen. Die blutunterlaufenen Stellen an den Oberarmen sind wahrscheinlich auf Mißhandlungen zurückzuführen Selbstmord eines Landrats. wib Magdeburg, 4. Juni.(Tel.) In der vergangenen Nacht hat sich der Landrat des Kreises Wanzleben, Kehling, in seinem Dienstzimmer erschossen. Ueber den Selbstmord Kehlings, der der SPD. angehört, schreibt die„Magdeburger Volksstimme“, daß führenden Parteigenossen der- leidende Zustand Kehlings seit längerer Zeit aufgefallen sei und man ihm in freundschaftlicher Weise nahegelegt habe, einmal für längere Zeit die Dienstgeschäfte abzugeben. Zu diesem Zweck hatte man ihn zu einer Aussprache nach Magdeburg gebeten. Kehling reiste aber nicht ab, sondern erschoß sich nachts in seinem Dienstzimmer, wo ihn seine Frau fand. In einer heute abgehaltenen Kreisausschußass sitzung wurde von allen Parteien der besonderen Hochachtung für Kehling Ausdruck gegeben. Harmwpersammlung des Vereins Deutscher Zet- Dap Gpgtoststpaif hor Swiastusgen Hann umgestürzeg, Pagens zufolge einer Stuchzg tunasverleger wurde im Auftrage des Hauptvor Dyx Hrgriluteet Ver rkäe, des Zuges ausgehoben worden ist, und daß sich die standes folgende Entschließung vorgelegt: Weweesekrttse Fes“.[Näder dann neben die Schienen gesetzt hahen,was Die am 4. Juni in Heidelberg tagende ordentliche Hauptversammlung des Vereins Deutscher Zeitungsverleger hat einstimmig folgende Entschließung gefaßt: „Die sich dauernd mehrenden systematischen wtb Paris, 4. Juni.(Tel.) Der gestern abend das Umfallen des Wagens und die Entgleisung beschlossene 24stündige Proteststreik der Pariser eines anderen Wagens zur Folge gehabt hat. Briefträger wird nach einer Mitteilung der kommunistischen Gewerkschaft allgemein durchgeführt, während die Postdirektion erklärt, daß nur ein Versuche gewisser Inserenten und insbesondere Drittel des Personals sich an dem Streik beteiligt. Das Verbreitzen von Inserentenverbände, den Zeitungen Anzeigenpreise und Anzeigenbedingungen zu diktieren und darüber hinaus auch den redaktionellen Teil ihren privatwirtschaftlichen Sonderinteressen nutzbar zu machen, gefährden aufs allerschwerste innere Unabhängigkeit der Zeitungen. Derartigen Bestrebungen von Inserenten leisten wanche Zeitungen und Annoncenexpeditionen Parschub, indem sie in kurzsichtiger Verkennung wollten, festgenommen. unausbleiblichen Folgen einen ungesunden und übersteigernden Konkurrenzkampf untereinander führen und sich hierbei selbst den unbilligsten und unerhörtesten Forderungen von Inserenten fügen. In all dem muß eine höchste Gefahr für die deutsche Presse erblickt werden. Die Hauptversammlung des Vereins Deutscher Zeitungsverleger ist sich bewußt, daß eine grundlegende Besserung der zurzeit unerträglichen Zustände im Anzeigenwesen nur dann wird erreicht werden können, wenn die Grundsätze eines ordnungsmäßigen Geschäfts im Anzeigenwesen wieder zur herrschenden Geltung gebracht werden und wenn die Zeitungsverleger den wachsenden Angriffen auf die Freiheit der Zeitung und mittelbar auf die Freiheit der Presse überhaupt eine geschlossene Front entgegenstellen.“ Zum Ort der nächsten Hauptversammlung vurde Bochum gewählt. Neue Leichenteilfunde in der Havel. wib. Berlin, 4. Juni.(Tel.) Am Ziegelhof, der Stelle am Haveluser in Spandau, wo in den letzten Tagen, wie gemeldet, Teile einer zerstückelten menschlichen Leiche ausgefischt wurden, sind heute vorgenommen worden. Gestern gbend„wurden, vormittag kurz hintereinander ein menschlicher dem Paris Midi zufolge, über 30 Briefträger, die Unterschenkel und der Kopf gesunden worden. Ein nach der Streikversammlung ein Postauto anhalten junger Mann, der in der Nühe des Ufers beschäftigt ist, sah mitten im Strom etwas treiben, bestieg Auch eine Mitteilung des Unterstaatssekretärs für Post=, Telephon= und Telegraphenwesen besagt, daß die Streikparole nur von einem Teil der Briefträger befolgt worden ist. Heute vormittag sind einige Verhaftungen wegen Arbeitsbehinderung vorgenommen worden. Gestern abend wurden, Die Ursachen des Laußnitzer Ehenbuhnunglaus. wtb. Dresden, 4. Juni.(Tel.) Ueber die Ursachen des Eisenbahnunglücks in Laußnitz, bei dem vier Reichswehrangehörige den Tod fanden, teilt die Pressestelle der Reichsbahndirektion mit: Die Untersuchung des umgestürzten und entgleisten Wagens, die im Beisein von Vertretern der Staatsanwaltschaft im Reichsbahnausbesserungswerk Dresden stattfand, ergab, daß beide Wagen in völlig einwandfreiem Zustande waren. Ebenso hat eine genaue Nachprüfung des Oberbaues an der Unfallstelle keinerlei Mängel gezeigt, welche Ursache der Entgleisung sein könnten. Man vermutet, daß eine Achse des zuerst entgleisten und Alelstandsungelegenheiten un 76. Sitzung des Reichstags. Berlin, 4. Juni.(Tel.) Von den Deutschnationalen wurde auch in der heutigen Reichstagssitzung wieder die sofortige Besprechung der Pariser Reparationskonserenz gefordert. Sie begründeten ihr Verlangen damit, daß im Auswärtigen Ausschuß die Aussprache darüber unmöglich gemacht darlegte, daß die Regierung sich bemüht habe, durch ihre Maßnahmen den von den Kreisen des gewerblichen Mittelstandes geäußerten Wünschen Rechnung zu tragen. Die Regierung werde auch fernerhin alles tun, um den Nöten und Sorgen des Mittelstandes Abhilfe zu bringen. Die Erförterung der übrigen Wirtschaftsfragen verschob worden sei. Da gegen die sofortige Beratung aus der Minister bis zur Aussprache über das mit einen Kahn und holte den Gegenstand aus dem Wasser. Es ergab sich, daß er den rechten Unterschenkel mit Fuß geborgen hatte, der unweigerlich zu dem bereits aufgefundenen abgetrennten Oberschenkel gehört. Kurze Zeit darauf sah ein Schiffer etwas weiter oberhalb zwischen einem Schleppdampfer und einem Lastkahn einen Kopf im Wasser. Auch dieser wurde geborgen. Die Fundstelle liegt an einem großen Lagerplatz, auf dem eiserne Röhren untergebracht sind. Die Frage nach dem Geschlecht des Opfers ist durch den neuen Fund endgültig geklärt. Der Kopf ist der einer 25= bis 30= jährigen Frau, die ihr dunkelblondes Haar kurzgeschnitten trug. Die rechte Gesichtsseite ist ausgeschlagen. Es konnte bis jetzt noch nicht festgestellt werden, ob diese Verletzung vor oder nach dem Tode entstanden ist. Der Tatort dürfte nach allen bisherigen Ermittlungen nicht weit von den Fundstellen zu suchen sein. Der Sektionsbefund. wtb. Berlin, 5 Juni.(Tel.) Wie die Sektion der bei Schildhorn gefundenen Leichenteile ergeben hat, rührt die schwere Verletzung an der rechten Kopfseite von einem Schlag her, der mit voller Wucht geführt worden ist, daß der Schädel von einem Ohr Aus Nah und Fern. Vier Wohnhäuser abgebrannt. wtb Peckelsheim(Kr. Warburg), 4. Juni.(Tel.) Durch Feuer wurden hier gestern vier Wohnhäuser, darunter ein Doppelwohnhaus, eingeäschert. Personen sind nicht zu Schaden gekommen, auch das Vieh konnte gerettet werden. Der Brand ist vermutlich im Schornstein eines der niedergebrannten Häuser zum Ausbruch gekommen. Er entzündete den Dachstuhl und die Flammen wurden von dem starken Wind nach den Nachbarhäusern getragen, die nicht geschützt werden konnten Typhöse Erkrankungen. wtb. Bremen, 5. Juni.(Funkspruch.) Von Bord des auf der Heimreise von Südamerika betroffenen deutschen Dampfers„Sierra Cordoba“ wird gemeldet, daß 18 Mitglieder der Besatzung wegen Erkrankung an typhösem Fieber im Krankenhaus von Lissabon zurückgelassen werden mußten. Passagiere des Dampferes sind nicht erkrankt. Das Urteil gegen die Neuköllner Messerheldinnen. wtb. Berlin, 4. Juni.(Tel.) Das Schöffengericht verurteilte die beiden 18- und 18½jährigen Mädchen Neumann und Eckloff, die in betrunkenem Zustande nach einem Bockbierfest in Neukölln den 28jährigen Dachdecker Reismann durch 20 Messerstiche und Fußtritte schwer verletzt hatten, wegen gemeinschaftlicher schwerer Körperverletzung zu drei bzw. neun Monaten Gefängnis. Die Entscheidung über die Bewährungsfrist wurde ausgesetzt. Wiederverhaftung eines entflohenen Gefangenen. wtb. Sprottau, 4. Juni.(Tel.) Der am Donnerstag aus dem hiesigen Gefängnis entflohene Untersuchungsgefangene Juranek aus Kattowitz konnte jetzt in Sagan wieder festgenommen und hierher zurücktransportiert werden. Er war in der Mordsache Schöpke unter dem Verdacht der Täterschaft verhaftet worden. Schnee im Juni in Amerika. wtb. Newyork, 4. Juni.(Tel.) Der gestrige Tag war der kälteste Junitag, der seit Bestehen des Wetterbüros verzeichnet worden ist. In der Umgebung Bostons, wo noch vor drei Tagen mehrere Personen an Hitzschlag starben, ist gestern Schnee gefallen. Verschiedene Landdistrikte melden Frost. dem Hause Widerspruch erhoben wurde, konnte der deutschnationalen Forderung nicht stattgegeben werden. Ohne Aussprache wurden der Bericht des Rechnungshofes und der Oberrechnungskammer, der Gesetzentwurf für das Staubecken Ottmachau und das deutsch=polnische Holzabkommen den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Die Einsprüche der nationalsozialistischen Abg. Dr. Frick, Stöhr und Dr. Göbbels gegen ihre Ausweisung aus einer diesen Wirtschaftsfragen eng zusammenhängende Ergebnis der Pariser Reparationskonferenz. Dagegen soll die mit der Etatsberatung verbundene Vorlage über die Ausführung der Empfehlungen der Weltwirtschaftskonferenz vorweg im handelspolitischen Ausschuß beraten werden. In der Aussprache forderte der deutschnationale Abg. Dr. Lejeune=Jung, daß die Regierung die Pariser Verhandlungsergebnisse ablehnen möge.— Der sozialdemokratische Abg. Krätzig verfrüheren Sitzung wurden gleichfalls bebattelos langte Abwehrmaßnahmen gegen die Preistreiberei gegen die Stimmen der Nationalsozialisten, Deutsch= der Kartelle und eine Hebung der Kaufkraft der nationalen und Kommunisten zurückgewiesen. arbeitenden Massen.— Der Zentrumsredner Abg. Reichswirtschaftsminister Dr. Curtius leitete Schlack trat für eine energische Förderung des dann die zweite Beratung des Haushalts seines Genossenschaftswesens ein. Rede des amerikanischen Botschafters bei der 100=Jahrfeier des amerikanischen Konsulats in Frankfurt a. M. wtb. Frankfurt a. M., 5. Juni.(Funkspruch.) Anläßlich der Hundertjahrfeier des amerikanischen Generalkonsulats in Frankfurt fand im Anschluß an die Enthüllung einer Gedenktafel ein von der Stadt gegebenes Frühstück im Römer statt Die Frankfurter amerikanische Handelskammer gab ein Essen, in dessen Verlauf der amerikanische Botschafter Shurman das Wort ergriff. Nach einer Würdigung der Bedeutung der Stadt Frankfurt ging der Botschafter auf die Geschichte der deutschen Einwanderung in Amerika ein, die schon im 17. JahrDie Beratung soll am Mittwoch 3 Uhr fortgesetzt hundert jenseits des Ozeans eine entscheidende er vorwiegend Mittelstandsfragen behandelte und werden. Der Etnner Predep. wtb. Berlin, 4. Juni.(Tel.) Im Stinnesprozeß wurde in der heutigen Sitzung der Angeklagte Nothmann vernommen. Nothmann, der 1893 geboren ist und im Bankfach und in der Industrie im In= und Auslande tätig war, ist im Jahre 1925 in eine dem Stinneskonzern angehörende Eisenhandelsfirma eingetreten. Ueber das Anleihegeschäft sagte er u. a. aus: Im Oktober 1925 sei er von Stinnes nach Paris geschickt worden, um dort ein Metallwarengeschäft zu machen. Bei dieser Gelegenheit habe er in Paris seinen alten Freund Eugen Hirsch, einen Vetter seiner Frau, getroffen. Er habe ihm das Anleiheablösungsgeschäft vorgetragen. Danach sollten die Ansprüche der Gläubiger in Frankreich, namentlich in Elsaß=Lothringen, auf eigenes Risiko geltend gemacht werden. Eugen Hirsch set der Meinung gewesen, man könne mit den Inhabern der Anleihestücke ein Geschäft machen, indem man ihnen einen Vorschuß auf ihre Ansprüche gab. Falls die ausländischen Anleihebesitzer ihren Altbesitz nicht mehr vollständig besäßen, sollten die fehlenden Stücke zugekauft und so der ganze ehemalige Altbesitz der einzelnen Gläubiger angemeldet werden. Voraussetzung für die Ergänzungskäufe sollte aber sein. daß die Stücke ununterbrochen im Auslande gewesen wären. Solche Einkäufe wurden ihm, Nothmann, als berechtigt dargestellt, da der ausländische Kriegsanleihebesitz unter einer Sonderbestimmung stehe. Dieses Verfahren hielt man für zulässig, da man erfahren hatte, daß seriöse Banken diese Geschäfte auch machten. Nothmann hat dann den Sekretär von Stinnes, Herrn von Waldow, über diese Angelegenheit berichtet, der seinerseits Hugo Stinnes darüber unterrichtet habe. Darauf sei Nothmann mit Stinnes zusammengekommen und habe ihm das ganze Geschäft vorgetragen. Stinnes habe es zwar für riskant, aber lohnend gehalten und sich bereit erklärt, dafür einige hunderttausend Mark zur Verfügung zu stellen. Die Höhe des Vorschusses an die Gläubiger sollte dem Börsenkurse der Anleihe entsprechen. Nothmann bekundet ausdrücklich, daß Stinnes durchaus den Eindruck haben mußte, daß das Geschäft völlig korrekt war, ebenso wie er, Nothmann, damals davon überzeugt gewesen sei. Er habe sich an dem Pariser Anleihegeschäft nicht aktiv beteiligt, sondern die Angelegenheit von Waldow und Stinnes überlassen. Bei einer späteren Zusammenkunft in Paris habe Eugen Hirsch ihm vorgeschlagen, das gleiche Geschäft in Rumänten zu machen. Rolle gespielt habe. Die Deutschen hätten hauptsächlich als Landwirte einen großen Prozentsatz der in Bildung begriffenen amerikanischen Bevölkerung geliefert, und das Frankfurter Konsulat habe damals gerade durch die Auswanderungsfragen eine gewaltige Arbeit zu erledigen gehabt. Der Redner wies sodann darauf hin, daß im Jahre 1928 aus dem Bezirk, der dem Frankfurter Konsulat unterstellt ist, Waren im Werte von 20 Millionen Dollar nach den Vereinigten Staaten ausgeführt wurden und schloß mit einem Toast auf die dauernde Wohlfahrt des Frankfurter Distrikts. Die Verlängerung des Republikschutzgesetzes. pw. Berlin, 5. Juni.(Funkspruch.) Die Regierungsvorlage über die Verlängerung des Republikschutzgesetzes um 3 Jahre wurde am Dienstag von dem zuständigen Ausschuß des Reichsrates angenommen. Sie kommt am Donnerstag im Plenum des Reichsrates zur Verhandlung. James Klein verurteilt. pw. Berlin, 5. Juni.(Funkspruch.) Während des ganzen gestrigen Tages haben vor dem Arbeitsgericht Berlin Verhandlungen gegen den„RevueDirektor“ James Klein stattgefunden, da er und seine Gesellschaft die„europäische Reise=Theater= gesellschaft" von zahlreichen Geschädigten aus dem bekannten Magdeburger Skandal her auf Zahlung der Gehälter verklagt worden war. Das Urteil wurde kurz vor Mitternacht verkündet. James Klein wurde wegen Nichterscheinens vor Gericht in eine Ordnungsstrafe von 100 Mark genommen. Dann wurde seine Gesellschaft zur Zahlung aller Forderungen verurteilt. James Klein selber konnte aber für die Schulden seiner Gesellschaft persönlich nicht haftbar gemacht werden. Das Gericht stellte fest, daß James Klein bei seinen gesamten Affären in unverantwortlicher Weise gehandelt habe. Eintreffen der deutschen Delegation in Madrid. wtb. Madrid, 5. Juni.(Funkspruch.) Staatssekretär von Schubert ist gestern abend mit dem fahrplanmäßigen Pariser Schnellzug um 8.35 in Madrid angekommen. Mit ihm eingetroffen sind Ministerialdirektor Gaus, Gesandter Freytag, Geheimrat Freiherr von Weizsäcker und einige andere der deutschen Delegation zugeteilte Beamte. Das spazische Ratsmitglied Botschafter Quinones di Leon hatte sich mit verschiedenen leitenden Beamten des spanischen Außenamtes zur Begrüßung am Bahnhof eingefunden. Der deutsche Botschafter war der deutschen Delegation bis Toledo entgegengefahren. Der Austausch der Ratifikationsurkunden des Lateranvertrages. wtb. Rom, 5. Juni.(Funkspruch.) Die Blätter melden, daß der Austausch der Ratifikationsurkunden über den Lateranvertrag am 7 Juni mit einer feierlichen Zeremonie im Palazzo Venezia erfolgen wird, und zwar 24 Stunden nach der Veröffentlichung des Vertragstextes und des Konkordats im Amtsblatt. Wie die Blätter melden, werden in Turin am 16. Juni Vertreter der Regierung auf dem Grabe Cavours einen Oelzweig niederlegen, entsprechend der Erklärung, die Mussolini in seiner letzten Kammerrede abgab, daß der Abschluß der Lateranverträge die Erfüllung eines Wunsches Cavours darstelle. Dynamitexplosion. wib. Newyork, 5. Juni.(Funkspruch.) Durch die vorzeitige Explosion einer Dynamitladung wurden in der Nähe von New Jersey 3 Arbeiter getötet und 2 schwer verletzt. Die Leichen wurden gräßlich verstümmelt. K us Gelt Naeitsur-Srattten Aus Groß=Dortmund — Ein schrecklicher Verkehrsunfall trug sich in Wickede zu. Als eine Dame mit Namen Anni Buschmann mit ihrem Fahrrad aus einer Rebenstraße, die nach Asseln führt, fahren wollte, näherte sich in demselben Augenblick ein Personenauto in voller Fahrt und überfuhr, da es nicht mehr ausweichen konnte, die Dame mitsamt ihrem Fahrrad. Die Bedauernswerte wurde 30 Meter mitgeschleift, ehe der Wagen zum Halten gebracht werden konnte. Die Schwerverletzte wurde dem Kurler Krankenhaus zugeführt, wo sie in bedenklichem Zustand darniederliegt. — Selbstmord durch Erhängen. Als gestern morgen gegen 7 Uhr zwei Bergleute von der Nachtschicht kamen und ihren Heimweg durch das Buchholz nahmen, fanden sie eine männliche Person an einem Baum erhängt auf. Nach Feststellung der Personalien stellte es sich heraus, daß es sich um den Arbeiter August Stonjeck handelt, der aus wirtschaftlicher Not seinem Leben ein Ende machte. Die Leiche wurde von der Polizei beschlagnahmt und dem Schauhaus zugeführt. — Schwere Schlägerei. An einem der letzten Abende kam es in einem Café in der Nähe der Mühlenstraße zu einem folgenschweren Auftritt. Verschiedene junge Leute benahmen sich in dem Lokal in der frechsten Weise. Als sie vom Inhaber zur Mäßigung aufgefordert wurden und dieser Aufforderung keine Folge leisteten, wurde ihnen das Lokal verboten. Darauf gingen sie zum tätlichen Angriff auf den Inhaber über und verletzten diesen am Kopf so schwer, daß er sich in ärztliche Behandlung begeben mußte. Mehrere Namen der Beteiligten konnten festgestellt werden. * einige Liter Milch für den unverschämten Preis von 40 Pfg. erstanden hatten. Osnabrück. Durch einen Hasen verunglückt. Ein durch unsere Stadt laufender Hase erregte bei den Passanten berechtigtes Aufsehen. Meister Lampe kam aus der Eisenbahnstraße, rannte durch die Schillerstraße zur Straßenbahnunterführung, machte einen schneidigen Haken, lief in die Sandbachstr. und verschwand in der Eisenbahnböschung. Auf der Schillerstraße berührte er in rasendem Laufe ein Kind, das vor Schreck laut aufschrie, während ein Radfahrer dadurch zu Fall kam, daß der Hase das Vorderrad streifte. Obwohl der Radler schnell fuhr und heftig auf das Pflaster schlug, kam er ohne nennenswerte Verletzungen davon. Ibbenbüren. Das Eis noch schmolzen. Beim Torfstechen im Recker Moor stieß am 28. Mai der Landwirt G.— so unglaublich es klingen mag— in einer Tiese von 80 Zentimetern auf eine Torfschicht, dir noch gefroren war. Er hob einige Soden, in denen die Eiskristalle prächtig glitzerten, aus und legte sie ins direkte Sonnenlicht. Trotzdem die Stücke den Tag über den sengenden Strahlen der Sonne ausgesetzt waren, fanden sich abends noch ren von Eis vor. Torf ist, wie auch dieser Fall wieder beweist, ein schlechter Wärmeleiter; deshalb werden auch, nach alter Methode, beim Anlegen von Eiskellern die Wände mit einer Schicht Torfmüll ausgefüllt. Es ist jedoch eigenartig, daß das Moor dem Frost ungehindert Durchlaß gewährte. Hüls. Kampf in einer Wirtschaft. In der vorletzten Nacht hat gegen 24 Uhr in der hiesigen Wirtschaft W. ein schwerer Kampf zwischen dem Wirt, seinem Sohn und zwei Angestellten einerseits und mehreren Gästen andererseits stattgefunden. Der Sohn des Wirtes wurde mit zwei schweren Schußverletzungen ins Krankenhaus gebracht. Der Wirt erlitt leichte Verletzungen. Die Polizei ist noch mit der Untersuchung beschäftigt. Gerthe. Eine Mutter und zwei Kinder vergiftet. Die an der Karl=Ernststraße wohnhafte Ehefrau K. wurde unter eigenartigen Vergiftungserscheinungen in das hiesige Krankenhaus eingeliefert. Die Ursache der Vergiftung konnte noch nicht festgestellt werden, ebenso nicht, ob fahrlässiges oder absichtliches Verschulden irgendwelcher Personen vorliegt. Der cheistlich nattenars Wertiaeisterlag Gelsenkirchen. Der 43. Westfälische Philologentag findet hier am 22. und 23. Juni d. Is. statt. In der öffentlichen Sitzung am Sonntag, den 23. Juni, vorm. 11,30 Uhr, im Hans=Sachs=Haus spricht der 1. Vorsitzende des Preußischen Philologenverbandes, Oberstudiendirektor Dr. Bolle=Berlin über das Thema: „Der Kampf um die höhere Schule". Lünen.„Opa Tölle" 96 Jahre alt. Der ehemalige Schäfer Heinrich Tölle, der älteste Einwohner der Bauernschaft Wethmar und des gesamten Kreises Lüdinghausen, konnte am Sonntag, den 2. Juni, seinen 96. Geburtstag feiern. Opa Tölle, so pflegt man seit vielen Jahren das alte Männchen in der hiesigen Gegend zu nennen, wurde am 2. Juni 1833 in Lichtenau(Kreis Büren) geboren und war vom April 1850 an in unserer Bauernschaft bei verschiedenen Gutsbesitzern als Schäfer tätig. Als 1894 seine Frau starb, hängte er den Schäferberuf„an den Haken" und verdang sich bei den Landwirten im Sommer als Tagelöhner und im Winter als Schlachter. Der 96jährige Mann erfreut sich einer beneidenswerten Gesundheit, liest noch täglich die Zeitung ohne Brille und geht zu Fuß den weiten Weg zur Kirche. Oft besucht er auch noch die Veranstaltungen von Vereinen, bei denen er wegen seines nicht niederzuzwingenden Humors gern gesehen ist. Dorsten. Folgenschwerer Schildbürgerstreich. Dic Gemeinde Hervest hatte im vorigen Jahre, um einer Wiederholung der durch den Goldafterspinner verursachten Raupenplage vorzubeugen, die Raupennester in den Gemeindewaldungen ausschneiden und sommeln lassen. Anstatt nun die Hunderttausende von Nestern, von denen jedes mehrere hundert Raupen enthält, zu verbrennen, stapelte man sie in einem Gemeindeschuppen auf— und vergaß sie. Jetzt schlüpften die Raupen inzwischen aus und haben sich über die ganze Gegend verbreitet. Nördlich und füdlich der Lippe wird eine Raupenplage beobachtet, der viele Morgen kostbarer Wald zum Opfer fallen. In der Gemeinde Hervest ist auch nicht ein Baum von den so sorgsam durch den strengen Winter gebrachten Raupen verschont geblieben. Soest. 51 000 Mark fürein Tafelgemälde. Dem sogenannten Soester Meister des Annenaltars werden drei Tafelgemälde zugeschrieben: Der große Klappaltar im linken Seitenchore der Wiesenkirche, ein Stück in Osnabrück und eine„Mutter Anna Selbdritt", das sich bisher im Besitze des Geheimrats Cremer in Dortmund besand. Die Cremersche Galerie ist jetzt bei Wertheim in Berlin versteigert worden. Dabei wurde das letztgenannte Tafelgemälde. ein Werk von 1473, mit 25000 RMk. ausgesetzt. Es entwickelte sich ein lebhaftes Bieten und schließlich ging es für den ansehnlichen Preis von 51 000 Mark in den Besitz eines holländischen Kunstsammlers über. Altena. Er wolltesiealleüber den Hausenschießen. Am Rande eines Grundstückes in der Nähe unserer Stadt hatten sich mehrere Wanderer gelagert, als plötzlich der Besitzer erschien und sie alle über den Hausen zu schießen drohte. Er packte sich einen 19jährig n Studenten von auswärts und schlug ihn mehrmals mit einem Ochsenziemer auf Kopf und Rücken. Die jungen Leute hatten ihm umso weniger Veranlassung zu dieser brutalen Handkungsweise gegeben, als sie vorher von ihm Zu dem von uns in unserer gestrigen Ausgabe mitgeteilten Verlauf der christlich=nationalen Werkmeistertagung in Schwerte und auf der Hohensyburg werden wir um Aufnahme folgender Ergänzung gebeten: Die Bezirksverbände Essen, M.=Gladbach, Köln, Münster, Iserlohn und die Reichsfachgruppe der Polierer und Schachtmeister im Deutschen Werkmeister=Bund veranstalteten am Sonntag, den 2. Juni 1929, auf der Hohensyburg bei Hagen einen christlich=nationalen Werkmeistertag. Rund 3000 Merkmeister wohnten dieser Tagung bei. Am Tage vorher hatten sich die Vertreter des Bezirkes Siegen=Sauerland zu ihrem diesjährigen Bezirkstag in Schwerte(Ruhr) zusammengefunden. Diese Veranstaltung, welche vom Bezirksvorsitzenden Dahlhaus gelcitet wurde und in der Landesgeschäftsführer Tebbe den Geschäftsbericht erstattete, nahm einen in allen Teilen befriedigenden Verlauf. Der Auftakt zu der obengenannten Werkmeistertagung auf der Hohensyburg bildete eine Morgenfeier auf dem Postplatz in Schwerte. Mit Sonderzügen und Ommbussen aus allen Gebieten Rheinlands und Westfalens hatten sich die Bundesmitglieder eingefunden. Sogar aus den entfemliegenden Gebieten Hannover und Bielefeld waren starke Delegiertengruppen anwesend. Hauptgeschäftsführer Effelsberg=Essen begrüßte die so zahlreich erschienenen Kollegen und hieß besonders den Regierungspräsidenten von Arnsberg, König, herzlich willkommen. Geschäftsführer Kubach=Leipzig führte in einer Ansprache an die Versammelten etwa folgendes aus:„Mit dem heutigen Treffen der christlichnationalen Werkmeister ist vor allem der Wunsch verbunden, einmal bekannt zu werden mit den sogenannten„Pionieren“, der deutschen Industrie. Bei einer anderen Gelegenheit hat der jetzige Reichsinnenminister Severing in Berlin, als er zu den Werkmeistern sprach, diese als die „Unteroffiziere des Kapitalismus" bezeichnet. Damit kommt zum Ausdruck, daß die Werkmeister Führer sein sollen. Führer in der Werkstatt, Führer in der Industrie, sowie überall dort, wo die ganze Persönlichkeit hervorzutreten hat. Der Einzelne aber muß ein gutes Beispiel geben, er muß vorleben können, um sich somit Wertwir wissen, daß das Christentum in seinen Jahrtausenden die Kraft besessen hat, zu einen. Der Gemeinschaftsgedanke wächst dann, wenn die Menschen Ewigkeitswerte empfinden in der Weltanschauung, die sich durchgesetzt und behauptet hat in Jahrtausenden. Wir nennen uns christlich, weil wir glauben, hier die Wurzel deutscher Kraft zu haben, das Wirtschaftsleben zu durchsetzen mit den richtigen Grundsätzen. In einer Zeit, wo Konzentration und Monopolisierung überall erscheinen, müssen auch wir uns zusammenfinden nach dem Motto:„Allein seid ihr nichts, vereint seid ihr alles.“ An der Werkmeister=Kundgebung am Hohensyburg=Denkmal, worüber wir bereits eingehend berichtet haben, nahmen als Ehrengäste teil: Konsistorialrat Lic. Hymmen=Münster, in Vertretung des Generalsuperintendenten D. Zoellner; Pfarrer Wischnath, Evangel. Gemeinde Schwerte; Dr. Ordemann, Präsident des Landesarbeitsamtes Westfalen: Karl Wetzel=Hagen, in Vertretung des Gauvorstehers Karl Baudach vom Gau Niederrhein=Westfalen des Deutschnationalen Handlungsgehilfen=Verbandes; Josef Rosier, vom Deutschen Versicherungs=Konzern, Hagen. Von den Genannten sprachen Konsistorialrat Lie. Hymmen und Karl Wetzel vom DHV. der Tagung ihre besten Wünsche aus. Konsistorialrat Lic. men brachte in feinsinniger Form seine Hochachtung und Sympathie für die Bestrebungen des Werkmeister=Bundes zum Ausdruck. Ihr Fernbleiben hatten mit den besten Wünschen für den Verlauf der Kundgebung und für ein weiteres Blühen und Gedeihen des Deutschen Werkmeister=Bundes entschuldigt: Landeshauptmann Dr. Dieckmann; Oberpräsident der Provinz Westfalen Gronowski=Münster; Superintendent D. Winkelmann=Hohenlimburg; D. Mumm, M. d. R.; Baumhoff, M. d. L.; Brost, Geschäftsführer des Gesamtverban= des Deutscher Angestellten=Gewerkschaften, Berlin; Arbeitsrechtler Dr. Franz Goerrig, Lohmar(Siegkreis); Peter Abendroth= Köln, Geschäftsführer des Deutschen WerkmeisterBundes; Wilhelm Potthof=Hamm, Vorsitzender der Reichsfachgruppe der Poliere und Schachtmeister im D. W. B.; Dr. Klute, Verband von Fabrikanten=Vereinen im RegierungsBei den im Anschluß an die Kundgebung ie den Räumen des Burghotels auf der Hoher syburg stattfindenden Festabend hielt Bundesvorsitzender Franz auf der Lake die Festrede. Er hob die Bedeutung des Deutschen Werkmeister=Bundes in seinem gegenwärtigen Bestreben hervor und kennzeichnete in großen Umrissen die Entstehungsgeschichte der Organisation, die aus kleinen Anfängen heraus unter den schwierigsten Verhältnissen bis auf den heutigen Stand sich entwickeln konnte. Im übrigen wirkten bei dieser Veranstaltung das Schwerter Orchester, der Turnverein Schwerte sowie die Frauengruppe des D. W. B., Hattingen, mit. Alles in allem darf gesagt werden, daß der Deutsche Werkmeister=Bund mit diesem seinem öffentlichen Hervortreten von neuem ein starkes Dokument seiner inneren Kraft zum Ausdruck brachte. Rundfunk=Programm Donnerstag, den 6. Juni. Münster. 12,10—24,00: Uebertragung von Köln. Langenberg. 12,10—24,00: Uebertragung von Köln. Köln. 10.15—11.10: Schallplattenkonzert.— 10.30: Tagesdienst und Wasserstandsmeldungen.— 11,15: Schulfunk für Volksschulen: Aus Webers Oper„Der Freischütz". Mitw.: Werag=Orchester. 11,55: Schulfunk f. d. Mittelst. höh. Lehranstalt. 12,35: Schallplattenkonzert.— 12,50: Wetterdienst.— 12.55: Nauener Zeitzeichen, Tagesdienst.— 13.05—14,30: Mittags=Konzert, Leitung: Eysoldt.— In der Pause Programmbemerkungen. 15,00:„Irgendwo in Westdeutschland“.— 15,30: Wirtschaftsdienst.— 16,00: Lebende Dichter. Heinz Liepmann. Aus dem Roman „Nächte eines alten Kindes“.— 16,25: Wirtschaftsdienst.— 16,35: Funkpädagogische Arbeitsgemeinschaft für Berufsschulen:„Die Erziehung des Handwerkers in der Berufsschule". — 17,00: Direktor Thoeren:„Der Geselle in seinem persönlichen und rechtlichen Verhältnis zum Meister".— 17,45—18,30: Vesperkonzert. Ausgewählte Schallplatten. In der Pause 18,15 Programmbemerkungen.— 18,30: Gutes Deutsch. Univ.=Pros. Dr. Sperber.— 18.50: Vom Tage. — 19,15: Spanisch. Priv.=Doz. Dr. Heinermann. — 19,40: Weltwirtschaftliche Tagesfragen: Getreideprobleme der Weltwirtschaft.— 20,00: Orchesterkonzert. Werke Siegfried Wagners. Zum 60. Geburtstag d. Konponisten. Werag=Orchester. Leitung: Buschkötter.— Anschließend: Letzte Meldungen, Sportdienst.— Danach bis 24,00: Nachtmusik und Tanz. Leitung: Eysoldt. Humor — schätzung verlangen wir von unten und oben. Die soziale Lage unseres Berufsstandes nach christlichen und nationalen Grundsätzen wollen wir verbessern, unter Ausschaltung von konfessoonellen Scheidungen. Die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Höherführung unseres Standes ist nur dann möglich, wenn wir uns gänzlich loslösen von parteipolitischen Einflüssen. Vor uns liegen grau in grau schwere Schicksalslage, düstere Sorgen lasten auf jedem einzelnen von uns. Die Arbeitgeber, mit denen wir gemernsam arbeiten müssen, sehen betriebswirtschaftl che Sorgen. Wir als Arbeitnehmer haben drückende hauswirtschaftliche Sorgen. Und das alles in einer Zeit, in der wieder einmal an einer bestimmten Kette gerüttelt wird. Das ist die Kette, die wir seit 1919 kennen u. die ausläuft im Versailler Vertrag. Wir wissen nicht, ob wir diesen Vertrag erfüllen können. Alles aber, was wir zu leisten haben, das wird nur geschaffen in dem ewigen Umformungsprozeß: Arbeit. Wir sind bereit, in diesem Prozeß die Arbeit hervorzubringen, die geleistet werden muß, damit wir von unserer Schuld, die wir nicht in allen Teilen anerkennen, befreit werden. Was wir nach dieser Seite hin als Arbeitnehmer auf uns zu nehmen bereit sind, verlangen wir auch von dem anderen Teil unseres Volkes, vom Arbeitgebertum. Wir nennen uns national deshalb, weil wir Deutschland lieben, weil wir wissen, daß internationales Schwärmen ein Kartenhaus bedeutet. Wir nennen uns national, weil wir die guten Eigenschaften, die im deutschen Volkscharakter liegen, Heimat, Sitte und Trad tion, zu schätzen wissen. Wir nennen uns christl'ch, woil V.; Syndikus Dr. Bothe=Bochum; Emil Rahmede, Vorsitzender des Verbandes der Fabrikanten=Vereine im Reg.=Bezirk Arnsberg und des Arbeitgeber=Vereins für Lüdenscheid und Umgegend. Der gute Ruf. Bosel macht dunkle Geschäfte. Bosel hat schon immer dunkle Geschäfte gemacht. Bosel ist auch schon ein paarmal erwischt worden. Aber in den letzten Jahren macht er die dunklen Geschäfte so im Dunkeln, daß er beinahe den Ruf eines anständigen Geschäftsmannes hat. Aber trotz seines großen Vermögens verreist er nie. Weder im Sommer noch im Winter. „Warum gönnst du dir nicht auch einmal eine Erholung?“ fragt ihn ein alter Freund, „fahre doch einmal vier Wochen an die See!" „Das kann ich nicht, das schadet meinem Ruf.“ „Wieso?“ „Wenn ich wirklich einmal vier Wochen verreisen würde, würden alle Leute sofort sagen: Bosel sitzt schon wieder!“ * Kochkunst. „Hieo steht, daß die Japaner den Reis auf zweihundert verschiedene Arten zubereiten können.“— „Meine Frau auch. Nur nicht auf die richtige Art.“ Zehnter deutischer Reichsfrontsoldatentag in München Der Stahlhelm, Bund der Frontsolduten, hielt in München in den Tagen vom 1. bis 3. Juni seine zehnte Bundestagung ab. Etwa 100000 Stahlhelmleute aus allen Teilen des Reiches waren zusammengeströmt, die von der Bevölkerung der reich geschmückten Stadt herzlich begrüßt wurden Unser Bild hält den Augenblick der Kranzniederlegung am Gefallenen=Ehrenmal vor dem Bayerischen Armeemuseum fest. Vor dem Denkmal in der Mitte hat die Bundesleitung mit den Ehrengästen Aufstellung genommen. Turnen, Spiel, Sport Turnrerein„Jahn“ Schwerterheide 292. Vergangenen Samstag hatten sich die Mitglieder zur Monatsversammlung im Vereinsheim Tiemesmann eingefunden. Gegen 9 Uhr konnte Turnfreund Sonneborn dieselbe eröffnen und gab sodann eine wichtige Tagesordnung bekannt. Zunächst stand das am 16. Juni in Höcde stattfindende Bezirksfest zur Beratung. Es wurden hierzu fast 40 Wettkämpfe und 5 Kampfrichter gemeldet. Antreten für das Bezirksfest am 16. Juni, morgens 7 Uhr, im Vereinsheim, 7,30 Uhr Abfahrt von Wirtschaft Sprave mit der Straßenbahn. Auch soll in diesem Jahre ein Familienausflug unternommen werden und zwar Ende Juli. Eine Kommission hat die nötigen Vorarbeiten übernommen. Für Kreisversammlung am 23. Juni in Hagen wurde Turnfreund Sonneborn als Delegierter gewählt. Des weiteren wurde noch beschlossen, der Einladung des MGV.„Liedertafel" zum Waldsest am 30. Juni Folge zu leisten, und durch turnerische Vorführungen dieses Fest zu verschönern. Gegen 11,30 Uhr schloß man mit einem Turnerliede die gut besuchte Versammlung. DJK. Schwerte 1.— Teutonia Hamm 1. 3:2. Wider Erwarten konnten die hiesigen Jugendkraftler siegreich aus Hamm zurückkehren. Anläßlich einer Werbeveranstaltung, bei der Hamm seine 8 Hand= u. Fußballmannschaften in Aktion treten ließ, stieg als Hauptbegegnung Teutonia Hamm 1.— TJK. Schwerte 1. Eine sehr zahlreiche Zuschauermenge erlebte einen Kampf, wie er wohl selten gezeigt wird. Schwerte hat Anstoß und spielt zunächst gegen Wind. Blitzschnell ist Hamm vorgestürmt und führt bald unter mächtigem Beifall 1:0. Nicht lange währte die Freude. Durch ein Bravourstückchen des Schwerter Mittelläufers hieß es bald 1:1. Nun setzt ein hartes Ringen um die Führung ein. Doch bleibt es bis zur Pause unverändert. Nach Wechsel setzen beide Mannschaften Volldampf auf und wieder kann Hamm den wie immer guten Schwerter Tormann täuschen und in Führung gehen. Der Blau=weiße Mittelstürmer zieht jedoch bald darauf gleich. Nun wird der Kampf hart. Hamm wird mächtig angefeuert und stürmt immer wieder vor. Die Gegenangriffe der hwerter scheitern an der harten Verteidigung der Hammer. Ueberhaupt glänzten beide Hintermannschaften durch Technik und Ausdauer. Durch eigene Schuld kam Hamm um ein ehrenvolles Unentschieden. Ein Schwerter Stürmer wird im Strafraum unfair gelegt und der Halbrechte setzt den zugesprochenen 13=Meter präzise in den rechten Winkel. Damit war das Treffen entschieden. Spieler und Zuschauer waren sichtlich niedergeschlagen. Ein Unentschieden wäre beiden Mannschaften nach ihren großen Leistungen gerecht geworden. Schwerte 1. Jgd.— Hagen=Altstadt 1. Jgd. 4:6. Amt Westhofen I. Westhofen. Ein gemeiner Diebstahl wurde am Sonntag in einem hiesigen Gasthofe ausgeführt. Ein fremder Mann war in einem Lokale eingekehrt und hatte während seines Aufenthaltes dortselbst einen über den Durst getrunken. In diesem Zustande hatte er sich einigen jungen Leuten zugesellt, in deren Gesellschaft er dann auch noch weiterzechte. Als der Fremde mal austreten mußte, begleiteten ihn zwei von den jungen Leuten. Infolge seiner Trunkenheit fiel er draußen hin. Er wurde wieder aufgehoben und ins Lokal zurückgebracht. Vorher hatte nun einer von den jungen Männern dem fremden Mann die Geldbörse aus der Tasche genommen, hieraus einige Silberstücke entwendet und sie dann dem Geschäftsführer des fraglichen Lokales zur Aufbewahrung übergeben. Später stellte sich der Verlust des fehlenden Geldes heraus. Trotzdem den jungen Leuten ihre Tat auf den Kopf zugesagt wurde, leugneten sie dieselbe ab. Später wurden sie dann durch die Polizei des Diebstahles überführt. Der Dieb selbst gibt für seine Tat seine Trunkenheit an. Er konnte sich garnicht erklären, daß er das Geld tatsächlich angenommen habe. Die Geldbörse hätte er nur aus Gutmütigkeit an sich genommen, damit sie der Fremde nicht verlieren sollte. Ob das Gericht sich diesen Darstellungen anschließen wird, muß abgewartet werden. I. Westhofen. Unfall. Der Arbeiter Fritz Grüll aus Garenfeld erlitt bei den Erdarbeiten an der Ruhrbrücke einen Bluterguß im rechten Fuß. Er stolperte so unglücklich, wobei er sich den Erguß zuzog. I. Westhofen. Leichenbergung. Wir berichteten vor einigen Tagen, daß im Hengsteysee während einer Bootsfahrt zwei Personen aus Hörde ertrunken seien. Beide Leichen wurden gestern morgen auf Westhofener Gebiet angeschwemmt und konnten nach mühseliger Arbeit geborgen werden. I. Westhofen. Der Verein für Bewegungsspiele 1919 hält am kommenden Samstag in seinem Vereinsheim Schulte eine außerordentliche Versammlung ab. Da sehr wichtige Punkte zur Tagesordnung stehen, u. a. Anmietung eines neuen Sportplatzes, Wahl eines 1. Vorsitzenden, sei jetzt schon hierauf hingewiesen. I. Westhofen. Viehzählung. Die in diesem Jahre am 1. Juni stattgefundene Schweineund Schafzählung in den Gemeinden des Amtes Westhosen weist folgende Ergebnisse auf: Patt Korten! sich sehr verringert hat. Die große Zunahme des Schafbestandes in den Gemeinden Wandhofen und Holzen gegenüber dem Vorjahr ist darauf zurückzuführen, daß sich in diesen beiden G:meinden z. Zt. zwei Schafberden aushalten. I. Westhosen. Verfassungsfeier. Die in diesem Jahre stattfindende Verfassungsfeier soll durch einige Jugendpflegeveranstaltungen verschönert werden. Der Verfassungstag ist h'erfür wie geschaffen, da der 11. August ja gerade in diesem Jahre auf einen Sonntag fällt. Um der Veranstaltung auch den nötigen Rahmen zu geben, bedarf es vorher einer Aussprache zwischen den Ortsausschüssen für Jugendpflege und den einzelnen Vereinsvertretern, sowie der Teilnahme des Kreisjugendpflegers und der Kreisjugendpflegerin. Diese Aussprache ist für die den Ortsausschüssen angeschlossenen Vereine innerhalb der Gemeinden des Amtes Westhofen auf Donnerstag, den 13. Juni, nachm. 6 Uhr, im Gemeindehause in Westhofen festgesetzt worden. Alle Jugendpflege treibenden Vereine werden schon jetzt auf die stattfindende Besprechung hingewiesen und aufgefordert, ihre Vereinsvertreter zu entsenden. I. Westhofen=Buchholz. Autounfall. Der Metzgermeister N. zu Schwerte hatte in Syburg einen Viehkauf getätigt. Das gekaufte Tier holte er am Montag, den 3. Juni, von Syburg ab. Aus Gefälligkeit nahm er gleichzeitig die Ehefrau Regener, von der er das Tier gekauft hatte, mit nach Schwerte. Als er auf der Rückfahrt die scharfe Kurve oberhalb der Besitzung des Landwirts Karl Einhaus passierte überschlug sich plötzlich der Kraftwagen und begrub seine Insassen unter sich. Frau R. einige Schnittverletzungen, während der Führer selbst mit einigen kleineren Fleischwunden davon kam. Frau R. wurde ins nächste Nachbarhaus transportiert und von dem inzwischen benachrichtigten Arzte verbunden. Hiernach konnte sie wieder nach Hause befördert werden. Der Kraftwagen war so zugerichtet, daß er abgeschleppt werden mußte. Die Kraftfahrer seien in dieser Stelle nochmals darauf hingewiesen, die fragliche Kurve, in der schon mancher Unfall passierte, besonders vorsichtig zu befahren. I. Geisecke. Frauenhilfe. Am kommenden Donnerstag findet die Versammlung der Frauenhilfe statt. l. Geisecke. Unfug mit Vogelflinten. Es ist Klage darüber geführt worden, daß in letzter Zeit in Geisecke, in der Nähe des Bahnhofes viel mit Vogelflinten geschossen wird. Es wird darauf hingewiesen, daß das Schießen in der Nähe von Häusern verboten ist, und daß die Polizeibeamten Anweisung erhalten haben, gegen die Betroffenen schärfstens einzuschreiten. Vom Film Dässeldorf Dr. jur. Werner Vogt Lotte Vogt geb. Deppmeyer geben ihre Vermählung bekannt. den 6. Juni 1929. Solingen Schulstr. 40. Gartenkies blauweiß per Ctr. Mr. 1.— Perlkies weiß per Ctr. Mk. 1.20 Erbsenreiser, Bohnenstangen, Zaunlatten, Zaunpfosten. E. Homel o. M. Schwerte Ich bin zum Notar ernannt Dr. Paul Heinemann 2287 Bahnhofstr. 39, II. Rechtsanwalt und Notar Hagen i. W. Fernruf Nr. 24610 für Arbeiterneinden gesuch.. Gabse. Ilnin, * 8 M aau Genz um dass Sie jeder beueidet Die neue Freischütz eute 4 Uhr und 8 Uhr Einmalige Wiederholung des Gastspiels## Achmed Basun mit seinen Künstlern. Abends: Tanzmusik der gesamten Kapelle. Eintritt 50 Pfg. AUS DEM INHALT: Velleianeig E#gopS- Programm Langenberger Darbletungen Robert Merkelbach Ess31 2415225###; e e e. 1. Funktechnische Wochenschrift des Westens! 1 Erhältlich beim Buch- oder Funkhändle: Bestellungen beim nächsten Postamt oder Horchtunkverlag Lamen In Schwerte zu beziehen die Buch= und Kunsthandlung Carl Braus, Bahnhofstr. 3 Schwerte Gr. Marktstr. 3 a. Die Lichtspiele zur Reichskrone bringen als Kulturfilm„Das Leben der Töpferwespe". Der Film ist mit sehr viel Geduld und Verständnis ausgenommen und dürfte mit zu den besten Bildern aus dem Tierleben gehören. Mit Staunen sieht der Beobachter die wunderbare Gesetzmäßigkeit im Leben der Insekten und voll Bewunderung folgt er dem Baukünstler bei seiner interessanten Nestarbeit. Der Film ist sehenswert.—„Monti Banks auf der Hochzeitsreise“ unterhält die Zuschauer in lustiger Weise. Es muß zu komischen Situationen führen, wenn ein junges Pärchen, das nur die gelegentliche Bekanntschaft für sich hat, überall als verheiratet angesehen wird. Und so folgt ein Mißverständnis dem andern, bis alles nach einem tollen Schlägerei=Prozeß zu einem guten Ende kommt. „Der Geliebte seiner Frau" reguliert die Zwangsheirat auf eine galante Weise. Die für einander Bestimmten lernen sich zufällig kennen, ohne ihre Namen zu erfahren. Es entwickelt sich eine gute Freundschaft unter den beiden, bis durch Zufall alles ans Tageslicht kommt. Der Film ist gut gesteigert und dürfte gefallen. Erstmalig unterhält die Direktion der Lichtspiele mit mechanischer Musik. Gut angepaßte Schallplatten werden vorzüglich wiedergegeben und unterstreichen die Handlung des Films. Briefkasten A. B. 100. Ja! Die Stempelmarken sind bei Rechtsanwalt und Notar Hohenschwert hier zu haben. Schönste deutsche Monatsschrift Monatlich ein Heft zum Preise von RM 2.40 Lesen Sie diese Monatshefte! 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Die wenigen noch ausstehenden Ergebnisse— insgesamt 16— können nichts mehr an der Tatsache ändern, daß die Arbeiterpartei künftig im Unterhaus die stärkste Partei sein wird— zum erstenmal in der Parlamentsgeschichte Englands. Nach der Wahl von 1923 waren die Konservativen mit 258 Mandaten immer noch die stärkste Partei geblieben. Die Arbeiterpartei folgte erst in einem verhältnismäßig großen Abstand mit 193 Vertretern, während die Liberalen damals immerhin noch 158 Abgeordnete erzielten. Die Konservativen werden künftig also etwa ebenso stark sein wie 1923, vermutlich sogar noch etwas stärker, da die noch ausstehenden Universitäten ihnen zum größten Teil zufallen dürften. Die Verschiebung gegen damals besteht nur darin, daß die Arbeiterpartei rund 100 Mandate auf Kosten der Liberalen gewann. Das Pendel der Volksgunst ist demnach diesmal wieder ebenso weit nach links ausgeschlagen wie 1923, nachdem es bei der vorigen Wahl den Schwung nach rechts genommen hatte. Damals konnten die Konservativen die stolze Zahl von 420 Mandaten erringen, während die Arbeiterpartei von 193 auf 150 und die Liberalen von 158 auf 39 heruntergingen. Der Sieg der Konservativen erfolgte also auch damals hauptsächlich auf Kosten der Liberalen, die bei dem herrschenden englischen Wahlrecht zwischen Konservativen und Arbeiterpartei langsam zerrieben werden. Die auf einige günstig verlaufene Nachwahlen gestützte Hoffnung Lloyd Georges, daß seine Partei einen neuen Aufschwung nehmen werde, hat sich also nicht erfüllt. Am Ende der vorigen Wahlperiode hatten die Liberalen 46 Mandate, es ist demnach nur ein ganz unbedeutender Gewinn, wenn sie künftig 53 Mandate haben werden. Vergleicht man freilich die Stimmenzahlen und nicht die Mandatszahlen, so schneiden die Liberalen wesentlich günstiger ab. Sie erzielten immerhin noch über 5 Millionen Stimmen, während es die Arbeiterpartei und die Konservativen auf über 8 Millionen Stimmen brachten. Das Verhältnis ist also etwa 5: 8: 8, d. h. den Liberalen hätten bei der Verhältniswahl statt der 53 rund 140 Mandate zufallen müssen, was noch etwa ihrem Besitzstand von 1923 entsprechen würde. So klein auch das Häuflein der Libevalen ist, wird der Partei Lloyo Georges doch eine sehr bedeutsame und veruntwortliche Stellung zufallen. Sie wird das berühmte„Zünglein an der Waage“ sein, das in unseren deutschen Parlamenten eine so große Rolle spielt. Wenn nach der Wahl von 1923 Mac Donald die Regierung übernehmen konnte, so war das nur dadurch möglich, daß die Liberalen zunächst Hilfsstellung gaben. Nach dem jetzigen Wahlausfall wäre eine positive Unterstützung der Arbeiterpartei nicht erforderlich; es würde schon genügen, wenn die Liberalen Gewehr bei Fuß ständen. Die Frage ist nur, ob sie es tun werden. Die Möglichkeit besteht natürlich auch, daß die Liberalen mit den Konservativen ein Bündnis eingehen. Das würde aber der englischen Grundauffassung widerstreiten, wonach es Sache der siegreichen Opposition ist, die Regierung zu übernehmen. Es ist also damit zu rechnen, daß das Kabinett Mac Donald in zweiter Auflage erscheint, aber es wird wiederum auf sehr schwachen Füßen stehen, da die Liberalen es jederzeit stürzen können. Vom deutsch Standpunkt aus wird man jedenfalls gut tun, auf eine Arbeiterregierung keine zu großen Hoffnungen zu setzen. Man kann zwar aus der Tatsache, daß der bisherige Außenminister Chamberlain beinahe durchgefallen wäre, den Schluß ziehen, daß die Wähler damit auch der Außenpolitik ein Mißtrauensvotum ausstellen wollten; trotzdem ist aber eine grundlegende Kursänderung auch von einer Arbeiterregierung nicht zu erwarten. Das hat schon Mac Donald vor der Wahl deutlich zu erkennen gegeben. Im übrigen hat man ja auch schon während seiner früheren Regierungstätigkeit die Erfahrung machen können, daß Deutschland auch von einer Arbeiterregierung nichts zu erhoffen hat. Erst mahnen! Nicht gleich vollstrecken ha. Empfänger von Gerichtskostenrechnungen haben kein Recht auf Mahnung. Den Kassen ist aber empfohlen, zu prüfen, ob nicht zuvor Mahnung am Platze ist. Die Gerichtskassen achten aber nicht immer genügend hierauf. Der Justizminister hat deshalb jetzt bestimmt, daß gemahnt werden soll, wenn lediglich Unachtsamkeit oder Behinderung des Kostenschuldners und dergl. die Zahlung verzögert haben mag. Mahnung muß erfolgen, wenn, wie meist auf dem Lande, die Zwangsbeitreibung mit hohen Vollstreckungskosten verbunden ist. Dann soll in dem Mahnschreiben auf die Kosten besonders hingewiesen werden. Im Mahnschreiben ist stets eine Frist von mindestens drei Tagen zu setzen. Wird eine Autounfall der Theosophin Tingley Die bekannte amerikanische Theosophin, Miß Tingley, ist mit ihrem Auto auf der Fahrt von Paris nach Berlin bei Osnabrück verunglückt. Der Führer des Wagens, ihr Privatsekretär, Knöchelbruch, verschiedene Quetschungen und Blutergüsse. Der Führer kam mit leichten Verletzungen davon, während die anderen sen, vier amerikanische Damen, gleichfalls schwer verletzt wurden. Fräulein Tingley liegt im Osnabrücker Städtischen Krankenhaus in bedenklichem Zustande darnieder. Unser Bild zeigt die Unfallstelle, links unten die verunglückte Theosophin. andere Kasse um Einziehung ersucht, so muß angegeben werden, ob gemahnt ist. Sonst muß die ersuchte Kasse den Auftrag unerledigt zurückschicken. Studienreisen ohne Studium Ueber die Studienreise ins Ausland muß der Lehrer, der mit einer staatlichen Beihilfe reist, einen Bericht einreichen. Der Volksbildungsminister ist damit aber nicht immer zufrieden. Jede Vertiefung des Gegenstandes fehle mitunter. Der Verfasser sei sich seiner Aufgabe nicht bewußt geworden oder habe sich ihrer in oberflächlicher Weise entledigt. Es werden nur Orte, Veranstaltungen und Sehenswürdigkeiten aufgezählt. Soll die Reise dem fremdsprachlichen Unterricht zugute kommen, so muß sie sorgfältig vorbereitet werden. Die Lehrer sollen auch darauf verzichten, allzu vielerlei gleichzeitig zu betreiben: Sprachschulung, Sehenswürdigkeiten in Stadt und Land, kulturkundliche Studien. Dazu ist die Zeit zu Nötig ist ein festumrissenes, bestimmtes Ziel, dem die Aufmerksamkeit zugewandt wird. Der billige Grundstücksankauf des Auslandes Die geringe Aufwendung eines Ausländers beim Erwerb eines Grundstücks während des Verfalls der deutschen Währung will ein Beschluß des Oberlandesgerichts Dresden bei der Aufwertung berücksicht wissen. Ist so ein Grundstück in gewinnsüchtiger Absicht gekauft worden, so erfordert der billige und gerechte Ausgleich, daß dies bei einem wertvollen Grundstück besonders berücksichtigt wird. In dem war eine bestimmte Hypothek von 200 000 Papiermark nach dem Gosetz mit 590 Goldmark aufzuwerten. Die Aufwertungsstelle setzte dafür 40000 Goldmark an, die auch vom Oberlandesgericht bestätigt wurden. Abnahme der ansteckenden Krankheiten Die übertragbaren Krankheiten haben im Reich vom 5. bis 11. Mai gegen die Vorwoche abgenommen bei Scharlach um 240 auf 1511 Erkrankungen, Diphtherie um 112 auf 643, Kindbeitfieber um 1 auf 110, Unterleibstyphus um 18 auf 87, Ruhr um 24 auf 37, Genickstarre um 4 auf 30, Bißverletzungen durch tolle oder verdächtige Tiere um 1 auf 3. Zugenommen hat Körnerkrankheit um 9 auf 34, spinale Kinderlähmung um 7 auf 11, Milzbrand um 2 auf 5. Die Todesfälle haben abgenommen bei Diphtherie um 18 auf 48, Kindbettfieber um 1 auf 27, Scharlach um 4 auf 16, Unterleibstyphus um 1 auf 7. Verlangen Sie stets ausdrücklich M466“ Würze und achten Sie genau dereuf, deß Aür Häschchen aus MA6GF großer Originalflasche gefüllt wird. In dieser dart nach dem Gesetz nichts anderes feilgehalten werden als MAGGI-Würze „Der Trotz vom Eichenkamp“ Westfälischer Heimatroman von Adolf Löhr. 56. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Heiner saß am Feldrain und starrte mit brennenden Auge auf die Zeilen.“ So schwer hatte sie also zu tragen gehabt. Trotzdem sprach aus ihren Zeilen nur die Sorge um ihn. Nicht ein Wort des Vorwurfes. Wie war sie doch so hochgesinnt. Rein und lauter ihr Charakter. Umso tiefer mußte es sie getroffen haben. Er war ihrer gar nic, wert. Als ihre Antw; nicht gleich eingetrossen, war allsogleich der Trotz in ihm aufgestiegen und ganz hatte er sich Vera zugewandt. Nun konnte er wohl ger schon nicht mehr los. War er glücklich Er wußte es selbst nicht. Gewiß, in ihrer Gegenwart plätscherte er ebenso wie sie munter e: der Oberfläche, aber kaum war er allein, so bohrte tief innen ein schn.=rzliches Gefühl, das ihn unwirsch und un lustig we###n ließ. Wohl plagten ihn die Sorgen um den Eichenkamp*;; i noch, aber so recht von Herzen frei und froh fühlte er sich darum nicht. Noch ganz mit seinen Gedanken beschäftigt raffte er sich wieder zur Arbeit auf. Rauschend fuhr die Senise durch den goldgelden Hafer. Heiß drannte die Sonne. Kir Wöllchen am au fli. mernden Himm Socden hatte der Briefträger das Schreiben über den Heckenzann gereicht. Wie wechselvoll war doch das Leben. Ceit damals in den schönen Sommertagen de: Krieg ausgebrochen war, hatte es ihm kanm eine ruhige Stunde bescher“ Würde er an Beras Seite Ruße finden. Ganz mum“ sich dünkte es ihm. Sie war ja die verkörperte Unruhe. Immer Leben, immer Bewegung. Wie ausgelassen war sie noch vor wenigen Tagen auf dem Sommerfest des Tennisklubs gewesen. Unverwüstlich allerdings auch. Bis zum frühen Morgen war es gegangen. Richtig gezankt hatten sie sich sogar, als er auf die Heimfahrt gedrängt hatte. Mit den Unentwegtesten hatte sie am frühen Morgen auf dem Tennisplatz des Klubs am nahegelegenen Fischertal noch frischweg das Spiel aufgenommen. Da hatte er die Bahn benutzt und war nach Hause gefahren. Auf dem Eichenkamp wartete die Arbeit. Am Nachmittag war sie schon wieder oben gewesen. Lachend und übermütig wie nur je. Von Verstimmung keine Spur. Böse sein konnte man ihr wirklich nicht gut. Mochte das Schicksal darum seinen Lauf Vielleicht hatte Rosemarie wirklich recht, daß es ihm den Weg wies. Da bohrte aber auch schon wieder tief innen der Schmerz. Aufatmend wischte er sich den Schweiß von der Stirne. Bald hatte er es geschafft. Noch ein kleines Stück, dann lag das ganze, ziemlich große Feld. Bis zum Mittag mußte er fertig werden. Wie dick sich die Schwaden häuften. Auch der Strohertrag würde diesesmal gut ausfallen. Roggen und Hafer waren ziemlich in die Höhe gegangen. Allerdings hatte er den Boden auch zum ersten Mal sachgemäß durchgedüngt. Lustig klang das Dengeln der Sense. Am Nachmittag mußten die Garben aufgestellt werden. Kaline konnte des Morgens nicht abkommen. Da schlug die Kirchenuhr auf dem Hottenstein. Zwölf Uhr. 4 U klang das Mittagläuten hinterher. Mit dem letzten verhallenden Ton hatte er es auch geschafft. Fertig. Einige Augenblicke ließ er sich noch am Feldrain nieder. Die Hecke spendete erquickenden Schatten. Er hatte den Brief wieder I vvorgehaft, noch einmal irrten seine Augen über die Zeie7.„ P am „So lebe denn wohl, Kosematie: Jeitlebens würde er an sie und die schöne Zeit, die er mit ihr hatte verleben dürfen, zurückdenken. kam Wode angesprungen. Aha, er wollte ihn holen. Wenn es zum Essen ging, war Wode ein flinker Bote. Kaum vermochte er das stürmische Tier abzuwehren. Erst als er sich erhob und Anstalten machte ihm zu folgen, schoß er mit lautem, freudigen Gekläff davon. Nach dem Mittagessen machte er es sich noch ein wenig in dem kühlen Grase des Obsthoses bequem. Das Aufrichten ging ja schneller, bis zum Abend konnte das Feld gut stehen. Besonders wenn Kaline half. Auch die Obsternte versprach reichlich auszuBesonders die Birnbäume hingen übervoll. Auch einige Apfelbäume trugen ganz gut. Dort die ganz frühen Sommeräpfel konnte er wohl gar in wenigen Tagen schon abmachen. Den schönen dort wollte er einmal versuchen. Ein Stückchen Holz, das gerade zur Hand lag, beförderte ihn bald in das weiche Gras. Einen süßen, weinähnlichen Duft strömte er aus. Herzhaft biß er hinein. So frisch vom Baum schmeckten sie immer am besten. Jählings Wodes wütendes Gebell, gleich darauf ein ohrenbetäubender Hupenlärm in allen nur vorhandenen Tonarten. Nahte denn dort eine ganze Autokarawane? Ein wenig erschrocken sprang er auf. Es war wirklich so. Fünf, sechs, sieben Wagen zählte er, einer noch schnittiger und eleganter als der andere. An der Spitze Vera. Sie brachte wohl gar den ganzen Tennisklub mi? Kein Zweifel, eben bog die Kolonne zum Eichenkamp ein. Schnell eilte er ins Haus, um sich ein wenig umzuziehen. Unter Veras Fuhrung kamen die Wagen über den holperigen Weg, bogen um die hohen Eichen und hielten dann in langer Reihe vor dem langgestreckten Hause. Platz war reichlich vorhanden. Wode wollte ihn allerdings den blinkenden Ungetümen mit Gewalt streitig machen, doch schon sprang Vera heraus und tollte lachend mit ihm herum. Unter Lachen und Scherzen verließen alle die Wogen. Auch Vera hatte eine unzahl Personen verstaut, überhaupt waren alle reichlich besetzt. Damen und Herren in buntem Reigen, beinahe der ganze Tennisklub. Bewundernde Ausrufe wurden laut. „Ah, wie schön ist es hier! Ganz wundervoll! Entzückend!“ Einige machten es sich sogleich auf den Bänken unter den Eichen bequem. „Milch! Milch!“ „Hier ist es gut sein, hier lasset uns Hütten bauen!“ deklamierte Herr Krenzler, der gleichfalls mitgekommen war. Auch Rita war mit von der Partie. Bewundernd ließ sie die Blicke in die Runde schweifen. Wie einzig schön war es hier. Das alte prächtige Bauernhaus unter den hohen Eichen, der bunte Garten, der freundliche Obsthof, und dahinter Feld und Wiesen in reizvollem Wechsel bis zum grünen Waldesrand, alles überspannt von dem blauesten, strahlendsten Sommerhimmel, den man sich nur denken konnte.(Fortsetzung folgt.) * in Front Schwerte, den 5. Juni. # Ach wie so trügerisch sind doch Sonnenschein und blauer Himmel. Ueber Nacht rieselte sämtlichen Regenschirmen in den Schrankecken ein Freudenschauer den schwarzen Leib herunter und ein Gefühl des einmal wieder Sichausspannens ging durch ihr fast eingerostetes Stangengitter. Und als der Morgen mit feuchten Augen durch die Fenster blickte und mit den nebelbehangenen Fingern auf den Scheiben herumtrommelte, hätten diese Fallschirm=Miniaturinstrumente am liebsten einen kühnen Luftsprung riskiert, soviel Freude und Unternehmungslust steckte ihnen in den Gliedern. Dieweil wir Menschenkinder, sonnenbadfeindliche Flüche über die Lippen treiben und die zu Mottennestern avanzierenden Kopfbedeckungen auf das von Aerger und Mißmut angefüllte Haupt pressen. Wie grau der Himmel, wie trübe! Die Sonne hat sich stillschweigend in ihr uns unsichtbar gewordenes Himmelsschlafzimmer„verdrückt" und läßt noch nicht einmal ihre goldenen Pantoffeln durch die eintönigen Wolkenkulissen hindurchbaumeln. Dagegen sind die Knechte des Regenonkels eifrigst beschäftigt und leisten sich am Tage wiederholt den Schabernack, sämtliche Wasserkräne aufzudrehen und lustig in der Flüssigkeit herumzuplantschen. Nicht geuug damit pusten diese Schelme obendrein noch Löcher stig an wandelt den Pi siebartigen Absluß nach unserem Planeten hat. Das Canze nennt man Regen. Tante Auguste freut sich mit den Regenschirmen: sie sitzt von morgens früh bis abends spät am Feuster, vergißt das Essen und möchte am liebsten die Tropfen zählen, die der von Salatköpfen und Spinatkraut durchsetzte Garten durangt. Mit einem Zentimetermaß lustsie alle drei Stunden auf den Pfaden, Volksernährung führen und mißt an anzen, ob der angefeuchtete innere Drang sich schon Luft nach oben verschafft hat. Tante Auguste bleibt so immer auf dem Laufenden. Anders dagegen Otto, dem zeitweise der Eigeninn stark ins Gehirn steigt. Einen unzufriedeneren Menschen kann es in dieser Regenperiode garnicht geben und er möchte im Möglichkeitsfalle die Sonne täglich als Tilsiter Käse anf dem Butterbrot genießen. Wie Möros mit Dolche schleicht Otto mit seinem Ingrimm ; v e r l u s t i g g e g a n g e n e S t r a n d b a d i d y l l e a u f n Wegen der Unlogik einher; ihm ist eben jede landwirtschaftliche Notwendigkeit ein weltfremdes Ding. „Ich suche den Schuldigen an diesem Regenüberfall“ hauchte er mir entgeistert zu. Ich kenne ihn wohl, aber ich werde mich hüten, Otto gegenüber davon zu sprechen, um unserer Freundschaft willen. Denn kein anderer wie er selbst ist der Uebeltäter gewesen, und man kann es der Sonne nicht krumm nehmen, wenn sie sich bis in ihre innersten Atome gekränkt fühlt, nachdem ihr Otto so grauenhafte Gesichter während ihrer Blanzzeit zugeschnitten hat. Hans von der Ruhr. Gedenktage. 5. Juni. 754 Bonifazius, der„Apostel der Deutschen“, bei Dockum von den Friesen erschlagen(geboren um 675).— 1599 Der spanische Maler Don Diego Velazquez in Sevilla geboren (gestorben 1660).— 1804 Der Forschungsreisende Robert Hermann Schomburgk in Freyburg a. U. geboren(gestorben 1865).— 1826 Der Komponist Karl Maria v. Weber in London gestorben(geboren 1786). * Anhalten der veränderlichen Witterung? Der stark ausgeprägten Wärmeperiode, die während des größten Teiles des letzten Maidrittels herrschte, war in den letzten Tagen des Mai die sogenannte„Schafkälte“ gefolgt. Außergewöhnlich früh— wahrscheinlich durch die heis.n Maitage veranlaßt— trat sie in diesem Jahre ein, während sie sich sonst erst um Mitte Juni einzustellen pflegt. Nun hat eine völlige Umgestaltung in der Lu#tdruckverteilung Pltz gegriffen, da infolge Zurückweichens des nordwestlichen Hochdruckgebietes die Bahn für ozeanische Tiefdruckwirbel über Nordeuropa frei geworden ist. Damit ist ein veränderlicher Witterungscharakter mit häufigeren Regenfällen eingeleitet worden und die Temperaturen sind im allgemeinen wieder ein wenig gestiegen. Während der Trockenheit der ersten 5 Monate des Jahres fiel nur etwa ein Drittel der normalen Niederschlagsmenge. * Wetterbericht der Wetterwarte Essen vom 4. Juni 1929. Während über Südwesteuropa hoher Luftbruck fortbesteht, erstreckt sich das kräftige Tiefdruckgebiet, dessen Kern heute früh über Südschweden liegt, in Ausläufern über Großbritannien und nach Mitteleuropa. In Deutschland dauert daher heute das wolkige oder trübe Wetter, vielfach mit Regenfällen, fort. Die heutigen Morgentemperaturen lagen zwischen 9 und 16 Grad. Der Kahle Asten meldet mäßigen Südwestwind, Nebel und 7 Grad. Wetteraussichten bis Donnerstag: Fortgesetzt veränderlich mit Regenschauern und ziemlich kühl. Fliegenplage. Die ersten Fliegen finden sich ein! Da heißt es beizeiten an ihre Vertreibung aus der Wohnung, aus Küche, Stube und Kammer zu denken. Man ränchere die Räume, denen die Fliegen fernbleiben sollen, mit getrockneten Kürbisblättern, nachdem die Feuster und sonstigen Oeffzn verschlossen worden sind. Der Geruch des Lorbeeröls ist den Fliegen gleichfalls sehr zuwider. Man menge einige Tropfen davon zu der Farbe, womit die betreffenden Räume gestrichen werden. Die Ausstellung von Fliegenpapier läßt sich nur empfehlen, wenn es giftfrei und somit für die Menschen, besonders Kinder, gefahrlos ist. Giftfreies Fliegenpapier fertigt man sich selbst aus pulverisiertem schwarzem effer gemischtem Sirup, den man mit einem Pinsel auf Löschpapier streicht und einkrocknen läßt. Beim Gebrauch feuchtet man das Papier an und legt es auf einen Teller.— Aluch die ücken werden sich alsbald lästig erweisen, sowie nur die Sonne wieder eiwas mehr auf ihren Schein besteht und man die Fenster öffnet. Um Mücken aus dem Zimmer zu vertreiben, setze man eine brennende Laterne, hinein, deren Scheiben mit durch Wein verdünnten Honig oder Sirup bestrichen sind.„An der Laterne werden bald alle Mücken gefangen sein. Im„Freischütz“ fand gestern ein Sensationsgastspiel des türkischen Violinvirtuosen Achmed Basun statt, was heute wiederholt wird. Leider hatte der starke Regen manchen Besucher von diesem Konzert zurückgehalten, doch was geboten wurde, stellt einen Gipfelpunkt in der musikalischen Kunst dar. Die Violinsoli des einzigartigen Virtnosen sind unbedingt Spitzenleistungen. Rein und hell waren die Töne, die er seinem Instrument entlockte und schwierigste Stellen wurden mühelos passiert. Die modernste Tanzmusik am Abend wurde neben dem übrigen Orchester von mehreren Sarophonen bestritten. Den Besuch des heutigen Wiederholungskonzertes können wir nur wärmstens empfehlen und wir sagen nicht zuviel, wenn wir von außergewöhnlichen Darbietungen sprechen, wie sie nur selten geboten werden. Wiedersehensfeier ehemaliger Kriegsgefangener zu Wesel. Am 22. und 23. Juni 1929 veranstaltet der Verein ehemaliger Kriegsgefangener Wesel eine Wiedersehensfeier, verbunden mit Gautagung der Landesgruppe Rheinland=Westfalen der Arbeitsgemeinschaft ehem. Kriegsgefangener und Fahnenweihe des Weseler Vereins. Samstag, den 22. Juni, abends 8 Uhr, ist Begrüßungsabend, verbunden mit Kommers. Sonntag morgen 10 Uhr Gautagung. Nachmittags 3 Uhr Fahnenweihe mit anschließendem Festzug durch die Stadt. Sodann Festbankett, Konzert, Ball. Nach den vorliegenden Anmeldungen scheint die Beteiligung eine sehr große zu werden und werden sich dort viele Schicksalsgenossen aus großer Zeit zum ersten Male nach langer Zeit wiedersehen. Nähere Auskunft erteilt der Versitzende W. Brüsch, Wesel, Rheinstraße 14. ha. Religionsunterricht beim Wechsel der Konsession. Der Wechsel der Konfession scheint bei Lehrern jetzt so häufig vorzukommen, daß dies eine besondere Verfügung des Volksbildungsministers nötig gemacht hat. Wenn Lehrer von der katholischen zur evangelischen oder von der evangelischen zur katholischen Kirche übergetreten sind, so ist in Zukunft die Erteilung des Religionsunterrichtes in d. neu angenommenen Konsession erst zu gestatten, wenn die Lehrer mit einer Prüfung die Befähigung zu dem Unterricht nachgewiesen haben. Diese Prüfung soll in der Regel nicht vor Ablauf eines Jahres nach dem Uebertritt abgehalten werden. Sie wird an einer Pädagogischen Akademie möglichst im Anschluß an die Lehrerprüfungen vorgenommen. r Prüfungsausschuß ist aus dem Akademiedirektor oder seinem Vertreter und zwei Mitglieozenten zu bilden. Zuzuziehen ist r d e r k i r c h l i c h e n B e h ö r d e. A l s P r ü fungsgebühr werden 15 Mk. erhoben. Auflüsung des Hauptausschusses der staatlichen Polizeibeamten Preußens. Der Preußische Minister des Innern hat, wie die Deutsche Beamtenbund=Korrespondenz mitteilt, jetzt den Hauptausschuß der staatlichen Polizeibeamten bei seinem Ministerium aufgelöst, da die Voraussetzungen des grundlegenden Erlasses vom 10. Januar 1921 nicht mehr zutreffen. Die Neuordnung in der Polizei ist zu einem gewissen Abschluß gelangt, so daß für noch zu ledigende organisatorische Aufgaben, die eine vorherige Fühlung mit der Beamtenschaft ersordern, die unmittelbare Verbindung mit den Polizeibeamtenverbänden zweckmäßiger erscheint. Der Minister dankt den Mitgliedern des Hauptausschusses für die während der vergangenen Jahre zum Nutzen der preußischen Polizei geleistete hervorragende Arbeit und verspricht, sich auch bei künftigen Gelegenheiten nötigenfalls ihres sachverständigen Rates zu bedienen. ha. Wann der Unfall entschädigungspflichtig ist. Als entschädigungspflichtigen Unfall hat das Reichsversicherungsamt einen merkwürdigen Vorfall anerkannt. Ein plötzlich unzurechnungsfähig gewordener Polizeibeamter hatte ohne erkennbaren Anlaß einen Lohnbuchhalter auf dem Wege von seiner Arbeitsstätte nach der Wohnung angeschossen. Der Buchhalter erlitt einen Schußbruch des rechten Oberarmknochens. Die Berufsgenossenschaft wollte einen entschädigungspflichtigen Unfall nicht anerkennen. Es fehle an dem ursächlichen Zusammenhang, weil die Verletzung nicht irgendwelchen Gründen, die mit dem Betriebe im Zusammenhang standen, sondern den persönlichen Verhältnissen des Angreifers entsprungen sei. Das Reichsversicherungsamt sieht aber den ursächlichen Zusammenhang darin, daß der Unsall nicht vorgekommen wäre, wenn der Verletzte sich nicht auf dem Wege von der Arbeit befunden hätte. ha. Die meisten Bahnreisenden in Deutschland. Die meisten Bahnreisenden hat Deutschland von allen Ländern der Erde. 1928 wurden 2009 Millionen Personen befördert. An zweiter Stelle kommt Großbritannien ohne Irland mit Kreusta Sie sind eine große, schier unübersehbare Schar, die Frauen, die sich zum Roten Kreuz bekennen und unter seinem Zeichen wirken. Denn das Rote Kreuz fragt nicht nach der Partei! Seine Mitarbeiter kommen aus allen Lagern; solange sie unter seinem Zeichen gemeinsam arbeiten, gilt nur die Sache! Das Rote Kreuz ist interkonfessionell; das ist nicht gleichbedeutend mit religionslos. Es vereinigt Bekenner aller Religionen und Weltanschauungen. Die religiösen Kräfte vieler seiner Mitglieder geben der Rotkreuzarbeit einen starken Impuls! Hat das Rote Kreuz, das einst geschaffen wurde, um im Kriege Liebes= und Samariterdienst zu tun, demnach im Frieden seine Daseinsberechtigung? Gewiß! Noch blutet unser Volk aus Wunden, die ihm der Weltkrieg geschlagen. An ihre Heilung, an die Linderung und Beseitigung der Schäden auf cesundheitlichem, sittlichem und wirtschaftlichem Gebiet, die jeder Einzelne und der ganze Volkskörper als Folge des Krieges davongetragen hat, werden noch Generationen ihre besten Kräfte einsetzen müssen. Das Rote Kreuz steht hier in Erfüllung seiner übemnommenen Verpflichtungen in erster Reihe! Manche glauben, daß diese freien Wohlfahrtsorganisationen— konfessionelle und interkonfessionelle— überflüssig geworden sind, nachdem durch die Reichsverfassung und die neue soziale Gesetzgebung der Staat verantwortlicher Träger der gesamten sozialen Fürsorge geworden ist. Das ist aber nicht der Fall. Es gibt ein Reihe von Aufgaben, die niemals von Aemtern und beamteten Kräften gelöst werden können; es gibt Nöte und Schmerzen, die durch Gesetze, Verordnungen und Richtlinien nicht erfaßt oder gelindert werden; es gilt Pionierarbeit zu leisten, Krankenhäuser, Fürsorgestellen, Heime, Krippen, Horte einzurichten, Aufgaben, bei denen der schwerfällig arbeitende Instanzenapparat der Behörde oft versagen muß; es gilt, Gesetze zum Wohle der Menschheit vorzubereiten, die ihren Zweck nur erfüllen können, wenn Männer und Frauen aus der praktischen Arbeit, die ihre Erfahrungen in freier Liebestätigkeit gesammelt haben, bei den Beratungen ausschlaggebend mitwirken. Sich als Teil eines organisch gefügten Ganzen fühlen, diesem Ganzen dienen und ihm gegenüber verantwortlich handeln, ist Pflicht und Freude zugleich. Das Rote Kreuz gibt einem jeden die Möglichkeit, diese Pflicht seinen Neigungen und Gaben entsprechend in sinn= und und zweckvoller Weise zu erfüllen. Die Frau, die ihrer Familie lebt, muß wissen, daß die mannigfachen Kenntnisse und Erfahrungen, die sie im Haushalt, in der Ehe, bei der Erziehung der Kinder sammelt, und die reichen Kräfte, die ihr frauliches und mütterliches Wirken in ihr selbst auslösen, kostbare Werte sind, die sie an ihrem Teile der Allgemeinheit nicht vorenthalten darf. * Rotkreuztag ist diesmal am Sonntag, den 9. Juni. Auch unser Ort wird diesen Tag würdig begehen. Danken wir dem opfervollen Wirken des Roten Kreuzes dadurch; daß wir die Sammlung des Roten Kreuzes und damit die Mittel für weitere Hilfeleistungen durch unsere Spende bereichern! Ein Jeder kann Mitglied des Roten Kreuzes werden. Der älteste Bürger von Garenfeld gestorben Am Abend des 2. Juni ist der 90½ Jahre alte Rentner Friedrich Trinthammer, der älteste Bürger in Garenfeld in die Ewigkeit abberufen worden. Der bislang noch geistig regsame Herr, der 1838 in Garenfeld geboren wurde und sich einer allgemeinen Beliebtheit erfreute, konnte am 22. Nov. v. J. im Kreise seiner Angehörigen seinen 90. Geburtstag begehen. Unser Bild zeigt den Verstorbenen, die lange Pseise gemütlich schmauchend, in seinem letzten Lebensjahre. Möge ihm nun die Erde leicht und ewiger Frieden beschieden sein. 1174 Millionen im Jahre 1927 und erst an dritter Stelle die Vereinigten Staaten mit 830 Millionen. Die Zahl der befördernden Personen hatte dort 1925 noch 902 Millionen betragen, geht aber infolge des Wetttbewerbs des Kraftwagens von Jahr zu Jahr zurück. Während aber die deutschen Reisenden 47 Milliarden Kilometer zurücklegten, brachte es die viel kleinere Zahl der amerikanischen auf 54 Milliarden infolge der Ausdehnung des Landes. An dritter Stelle folgt Japan mit 969 Millionen Reisenden, an vierter Frankreich mit 658, dann Britisch=Indien mit 632, Belgien 219, Oesterreich 116, Italien 115, die kleine Schweiz 113, Südafrikanische Union 80, Schweden 66, die Niederlande 52, Dänemark 42, Norwegen 20 Millionen. . Die für abgebrochene Amerikafahrt des Luftschiffes„Graf Zeppelin“ aufgelieferten Sendungen lagern bis zum Wiederantritt der Fahrt in Friedrichshafen(Bodensee). Weitere Sendungen für die Amerikafahrt können unter den bisherigen Bedingungen aufgeliefert werden. Gute Erfolge des Reitervereins Große Erfolge hatte der hiesige Reit= und Fahrverein, der zusammen mit der Reitschule Schwerte am Samstag und Sonntag das Turnier des Reitervereins Kreis Hattingen beschickt hatte. Bei über 250 Nennungen und äußerst starker Konkurrenz,(es stritten in den einzelnen Feldern 30—50 Reiter um die Siegespalme), vor allem aber nach einem 50 Kilometer langen Anmarsch sind die 17 errungenen Siege besonders hoch zu bewerten. Es erhielten: Geländeritt: Frohning den 1. Preis; Hahn den 3. Preis; Fr. de la Fontaine den 8. Preis. Jagdspringen Klasse A.: Frl. Backhausen den 1. Preis; Fr. de la Fontaine den 4. Preis: D. Sieberg den 7. Preis; Frl. Backhausen den 9. Preis. Dressurprüfung Klasse A.: H. Wortmann den 3. Preis; Fr. Schulte=Höfinghoff den 5. Preis. Dressurprüfung Klasse L.: Frl. Backhausen den 3. Preis; Fr. de la Fontaine den 4. Preis. Jagdspringen Klasse L.: Fr. de la Fontaine den 4. Preis; E. Frohning den 6. Preis. Abteilungskampf der ländlichen Reitervereine: Abteilung Schwerte den 3. Preis, außerdem Reitlehrer Eckey eine lobende Anerkennung. Amazonen=Jagdspringen: Fr. de la Fontaine den 1. und 4. Preis. Daß das bekannte Fußballspiel zu Pferde besonderen Beifall fand, braucht wohl nicht besonders erwähnt zu werden. Wir wünschen der Reitschule Schwerte und dem Reit= und Fahrverein ein weiteres Blühen, Wachsen und Gedeihen. 1— Verantwortlich für Lokales, Kommunalpolitik, Feuilleton, Provinzielles, Gerichtssaal u. Sport Hans Eberhard Lex, Schwerte. Die Krankheit des Frühjahrs Heufieber und Heuschnupfen Kein leichtes, sondern ein ernstes Leiden.— Wie man die Krankheit erkennt.— Luftwechsel als bestes Heilmittel.— Der„Heusieberbund“ in Düsseldorf. Bitte, lächeln Sie nicht. Heufieber, Heuschnupfen ist durchaus keine Angelegenheit, die auf die leichte Schulter genommen werden darf. Gerade jetzt, Enoe Mai, wo Frühling seine ganze Pracht entfaltet, wo ein beglückendes Aufatmen durch die Natur geht, wo das Menschenherz schneller und freudiger schlägt, gerade jetzt steht per vom Heuschnupfen befallene Kranke unsagbare Qualen Die Nase ist vollsländig verstopft, die Bronchien entzünden sich, Atemnot tritt ein und das Allgemeinbefinden verschlechtert sich von Tag zu Tag. Niesentladungen(bis zu hundertmal hintereinander) erschüttern den ganzen Körper. Das Herz wird angegriffen. Die Ohren werden von einem Jucken befallen, eine Erscheinung, die zwar nicht immer, aber doch sehr oft das Nahen einer Mittelohrentzündung anzeigt. Selbst das Auge bleibt nicht unberührt. An den Lidern macht sich ein quälender Juckreiz bemerkbar, dem sich meistens noch ein hartnäckiger Katarrh der Bindehaut hinzugesellt.— Es ist also mit diesem Leiden keineswegs zu spaßen, und wenn an ihm etwas kurios erscheint, so nur seine Bezeichnung, denn Heuschnupfen bezw. Heufieber hat nichts mit Heu oder Heuernte zu tun. Der Name„Grasblütenschnupfen“ wäre an sich richtiger, doch entstand das Wort„Heuschnupfen“ zu einer Zeit, in der man über das Wesen und die Ursache des Leidens noch so gut wie gar nicht unterrichtet war. Erreger des Heuschnupfens sind bestimmte Arten von Blütenstaub, besonders die Pollen blühender Gräser- und Getreidesorten. Schon daraus ergibt sich als notwendige Folge, daß der vom Heufieber Befallene vermeiden muß, bei geöffnetem Fenster zu schlafen und Wege zu beschreiten, die über Wiesen und an Getreidefeldern vorüberführen. Ein durchgreifender Luftwechsel ist überaus empfehlenswert, nur wird er sich in der Mehrzahl nicht durch Berufshinderung vornehmen lassen. Tragisch ist die Tatsache, daß derjenige, der einmal von dem tückischen Leiden befallen wurde, in jedem Frühjahr die Rückkehr der Krankheit totsicher erwarten kann. Sie macht sich erstmalig im Mai bemerkbar, steigt an bis Anfang Juli und dauert bei normalem Verlauf bis zum Ende dieses Monats. Leider gehören aber Fälle, bei denen das Leiden erst zum Ausgang des Sommers hin(August, September) aufhört, nicht zu den Seltenheiten. Natürlich sehnt jeder an Heuschnupfen Leidende Heilung herbei. Welche Mittel sind zur Erreichung dieses Zieles anzuwenden? Es gibt derer eine ganze Anzahl, doch soll man nicht blindlings zu einem von ihnen greifen. Man spreche zunächst mit dem Arzt oder wende sich nach Düsseldorf=Gerresheim, wo sich die Geschäftsstelle des„Heufieberbundes e. V.“ befindet. Dieser Verein, der auch eine große Anzahl heufieberkranker Aerzte zu seinen Mitgliedern zählt, gibt alljährlich beachtenswerte Merkblätter heraus, die alles Wissenswerte über das Leiden in gemeinverständlicher Weise bringen. Hier wird der Kranke auch erfahren, welche wirklich guten Mittel er in seinem Falle anzuwenden hat. Schriftleitung: B. G. Outermann, Berlin Nach 24 Stunden zeigte sich jedoch der eigentliche Ausschlag: unregelmäßige Rötungen von Stecknadel- bis Pfenniggröße, oft streisen- und strichförmig durcheinanderlaufend, sowie Bläschen und Blasen bis zur Größe eines Taubeneies. Nachforschungen ergaben, daß nicht alle Personen, die nach dem Bad auf der Wiese gelegen hatten, von dem Ausschlag betroffen wurden, sondern nur ein verhältnismäßig geringer Prozentsatz. So spricht hier also ein gewisser Grad von Ueberempfindlichkeit(Idiosynkrasie) mit, aber da niemand vorher sagen kann, ob er hierzu neigt oder immun ist, vermeide man, sich in entblößtem Zustande, guit aufer. wiesen zu legen. Fälle vorstehender Art wurven bisher in Wien(wo man sie bereits„Ottakringer Badebeiß“ getauft hat), in Frankfurt, Mannheim, Troppau und Würzburg beobachtet. Schmerzen. Bei nervösen Kopfschmerzen ist Melissengeist zu empfehlen, der in gleicher Weise zu Einreibungen verwandt wird. 1— Winke für die Hausapotheke Kleine Beschwerden und ihre Beseitigung Kopfschmerzen kann man auf verschiedene Weise vertreiben. Ratsam ist es, sich auch hier natürlicher Mittel zu bedienen. Die Zitrone leistet beispielsweise gute Dienste. Stirn und Schläfen reibt man einige Male mit dem Saft der Zitrone ein; der Erfolg tritt meistens bald ein. Ebenso gut ist es, gegen Kopfschmerzen etwas Zitronensaft in heißem, schwarzem Kaffee zu nehmen. Auch des Migränestiftes sei gedacht. Er enthält Menthol und lindert, wenn man damit Genick, Schläfen und Stirn bestreicht, die Ein lind wirkendes Mittel gegen Verstopfung leichterer Art findet man im Bittersalz. Man löst hiervon einen Teelöffel voll in kochendheißem Wasser auf und trinke es so warm als möglich. Bei hartnäckigem Stuhlgang, der gesundheitsschädlich wirken kann, bediene man sich des bekannten Rizinusöls oder des Rhabarberpulvers. * Läuse(Filz= und Kleiderläuse) bekämpft man mit der „Grauen Salbe". Waschungen mit Rosmarinöl und heißem Essig tun ihr übriges, das Ungeziefer zu beseitigen. Kurzschneiden der betreffenden, von Läusen auserkorenen Haarstellen ist unbedingt notwendig. Die Kleider gebe man schnellstens zum Desinfizieren, denn es genügt meistens nicht, sie nur heißen Wasserdämpfen auszusetzen. Gegen Wanzen gibt es zahlreiche gebrauchsfertige Tinkturen die in Apotheken und Drogerien erhältlich sind. Heftpflaster darf in keiner Hausapotheke fehlen. Es schützt bei kleinen Verletzungen, wie Schnittwunden, Hautabschürfungen usw., gegen Schmutz und beeinflußt überdies die Heilung in günstigem Sinne. Man kaufe das Pflaster aber keinesfalls bei Hausierern, sondern im Fachgeschäft, weil man hier die Gewähr für einwandfreie Ware hat. Ueberhaupt sei der vorsichtigen Hausfrau und Mutter an dieser Stelle geraten, medizinische Seifen, Tees, Bonbons und dergleichen niemals bei unbekannten, reisenden Händlern zu erwerben. Für die junge Mutter Die angeborene„englische Krankheit“.— Ungenügende Pflege des Kindes als Förderin des Leidens.— Kann Rachitis verhütet werden? Wie immer, so muß es auch hier heißen: Verhüten ist besser als Heilen! Denn Rachitis kann meistens verhütet werden! Rachitis=Verhütung heißt: Luft, Luft, Luft! Sonne, Sonne, Sonne! Nötige Kalkzufuhr! Vitaminreiche Nahrung! Schutz vor ansteckenden Krankheiten! Und und hinterher immer wieder Sonne und Luft, Luft ur Sportler, Vorsicht! nackt auf feuchte Wiesen legen! Von Sommer zu Sommer mehren sich die Fälle, in denen Badende, die sich nackt auf Uferwiesen niederlegten, von einem merkwürdigen Hautausschlag befallen werden. Die Ausschläge machen, wie„Die Umschau“ in einem Artikel Dr. med. Toutons mitteilt, den Eindruck einer Verbrennung. Bereits nach einstündigem Liegen auf der Wiese machte sich Wenn gesagt wurde, daß Rachitis angeboren ist, so bedeutet das keinesfalls, daß nun Kinder rachitischer Eltern (meistens ist es die Mutter, die die Krankheit erblich weitergibt) auf alle Fälle rachitisch sind oder werden. Dies anzunehmen wäre grundfalsch. Was solche Kinder mit auf die Welt bringen, ist lediglich eine Veranlagung zu Rachitis, die, wenn sie rechtzeitig bemerkt und behandelt wird, keinerlei bösartige Folgen zeitigt. Wenig Sonne, wenig frische Luft und ungenügende Pflege bringen die„englische Krankheit" hauptsächlich zur Entfsaltung., Mals shrg Mm.ars. Rachitis kann niemals unbemerkt bleiven, weil ihre Merkmale zu deutlich sind: die große Fontanelle(die zwischen dem Scheitel= und Stirnbein befindliche Lücke) schließt sich nicht; das Zahnen erfolgt nicht nur spät; sondern auch sehr unregelmäßig, wobei sich ring= und streifenförmige Defekte am Zahnschmelz zeigen, die als typisch rachitisch anzusprechen sind. Spätes Sitzen, spätes Gehen bezw. Stehen sind genau so klare Erkennungszeichen wie ein auffallendes Schwitzen des Kopfes, das fast immer kurz nach dem Einschlafen austritt.., Wäisar nargaschristen 60 Ist die Krankheit bereits weiter vorgeschruten, so zeigen sich an dem Knochenbau starke Veränderungen. Das Kind bleibt im Längenwachstum zurück und wächst dafür in die Breite. Zu beiden Seiten des Brusibeins bilden sich Verdickungen. Die Knochen verbiegen sich— und diese Verbiegungen bleiben nach Beendigung der Krankheit in abnormer Härte bestehen. Die Wirbelsäule verbiegt sich und führt oft zu ausgesprochener Rückgratverkrümmung. Natürlich nehmen auch das Becken und— vor allen Dingen!— die Beine an diesen Veränderungen teil. Das Erscheinen der sogenannten OBeine ist am häufigsten festzustellen, während sich X-Beine weit weniger zeigen. Verdauungsstörungen können nicht ausbleiben, wie überhaupt die Konstitution des Kindes in diesem Stadium eine sehr schlechte ist. Besonders gefährlich machen sich Infektionskrankheiten bemerkbar. Das Kind ist nervös, äußert keinerlei Spiellust und bleibt überdies in der Entwicklung zurück. Gewiß, die Wohnungsnot ist groß und erstickt oft die einfachsten und geringsten Wünsche, die man an die Zufuhr frischer Luft und das Auffangen gütiger Sonnenstrahlen stellen kann. Dann muß man aber im Interesse des Kindes vernünftig sein und unbedingt für seine Unterbringung in einer Anstalt Sorge tragen.— Durch Quarzlampenbestrahlungen gelingt es meist in kurzer Zeit, die Erkrankung der Knochen zu beseitigen. Bezüglich der Nahrung, die das Kind für seine Heilung benötigt, befrage man den Arzt, der genaue Kochvorschriften erteilen wird, die sich je nach dem Stand der Erkrankung richtet. Sind bereits Knochenverbiegungen, eingetreten, muß der Orthopäde eingreifen, und es ist bewundernswert, wie unter seiner Behandlung die schlimmen Formenveränderungen verschwinden. Jedenfalls möge die besorgte Mutter diesen Zeilen entnehmen, daß Rachitis sowohl geheilt wie verhütet werden kann, wenn rechtzeitig notwendige Schritte ergriffen werden. Wer sein Kind liebt— und welche Eltern täten dies nicht? —. wird Mittel und Wege finden, den kleinen Liebling vor Verkrüppelung auf Lebenszeit zu bewahren. (3 Jahre alt) Ein rachitischer Knabe s Wie sich die Hauterkrankung dußert. bei einigen Personen ein Brennen bzw. vorübergehendes Jucken bemerkbar, doch nahmen die Betroffenen an, von Ameisen gebissen worden zu sein. Eine„brennende“ Angelegenheit — die Mücken kommen! Daß der arme homo sapiens doch niemals seine Ruhe findet! Im Winter ärgern ihn die Frostbeulen, im Herbst packt ihn der Rheumatismus, und im Frühling und Sommer zwicken ihn die Mücken. Wir haben einen Winter hinter uns, der gewiß nicht von Pappe war. Wir daß der Schornstein überhaupt nicht aus dem Rauchen herauskam. Wir haben getobt, als uns die Wasserleitung einfror. Wir haben aber geschmunzelt, wenn wir an die Mücken dachten. Darum geschmunzelt; weil wir uns, und das mit vollem Recht, sagten, daß die feige Brut durch die Kälte gehörig eins auf die Mütze bekommen hatte. Ach, wir wiegten uns schon in dem Glauben, ungepiekt Wald und Flur durchstreifen, ungepiekt köstliche Abendstunden am Strande verleben, ungepiekt auf Balkons und Veranden sitzen zu können. Ja, Kuchen! Jetzt, wo wir ein paar herrliche Frühlingstage hinter uns haben, wollen wir schleunigst unsere Hoffnung auf einen mückenlosen Sommer auf dem Friedhof unserer sonstigen entgleisten Erwartungen beerdigen. Die kurze Zeit genügte, um uns zu beweisen, daß wir wieder auf einen Mückenmassensturm gefaßt sein müssen. Und auf das, versteht sich, was dazu gehört. Die Stiche nämlich. Man greift sich in Erinnerung der vorjährigen zerpiekten Arme und Beine verzweifelt an die Denkerstirn und grübelt darüber nach, wie man dieser Pein entrinnen könnte. Mit dem Erfolg, daß einem nichts einfällt. Aber doch gibt es ein einfaches Mittelchen, sich vor den nicht nur lästigen, sondern unter Umständen auch gefährlichen Insektenstichen zu schützen: Besorgen Sie sich etwas Lorbeeröl. Auf dieses Oel gießen Sie 90prozentigen Spiritus. Nun tsichtig schütteln, dann die Mischung absetzen lassen. Fertig. Kommen Mückentage, Mückenstunden, so nehmen Sie einige Tropfen Ihres Mittels und reiben damit Gesicht, Hände, Arnie und Beine ein. Sie werden sehen, daß die verehrte Mückenschaft für ungefähr vier Stunden einen Bogen um Sie macht. Dann läßt die Wirkung nach, die Sie aber durch erneute Einreibung jederzeit wieder herbeizaubern können. # 9 URHEBERRECHISSCHUTZ DURGH VERLAG OSKAR MEISTER. WERDAU I. SA. 20 Nbu rc (21. Fortsetzung.) Sie versprach ihm, alles zu tun, um Lore=Lies' Aufenthalt zu ermitteln. Er mußte ihr dafür sein Wort geben, daß er bis dorthin keinen Tropfen Branntwein mehr über die Lippen bringe. Er versprach es!— Versprach es mit tausend Eiden! Am anderen Abend kroch er— sinnlos betrunken— die Treppen zu seiner Wohnung hinauf,— torkelte— fiel— und blier reglos auf dem Pflaster des Treppenhauses liegen. 14. Karl von Ebrach drehte das Telegramm, das soeben eingelaufen war, in den Händen und kniff dabei die Lippen ein.— Es war ein Unding, bei diesem Hundewetter zu reisen. Rita wußte nicht, was sie verlangte. Und dann die Befehlsform:„Ich erwarte dich bestimmt mit dem Abendzug neun Uhr zehn.“— Als ob das gerade so einfach wäre. Lena hob die Decke auf, die er achtlos vom Tisch gestreift hatte. und richtete sie wieder zurecht. Sie entgegnete kein Wort, verließ das Zimmer und rief nach dem Kutscher: „Der Herr fährt mit dem Fünf=Uhr=Zuge!“ Kathrin mußte die Handtasche blank reiben. Sie begann sofort zu packen und verteilte sorgfältig gebratenes Fleisch in die halbierten Weißbrote. Trudes Gesicht beugte sich über ihre Schulter.„Willst du verreisen, Lena?“. Diese sah. ohne die Hände ruhen zu lassen, zu ihr auf.„Rita hat ein Telegramm geschickt. Mir ahnt nichts Gutes. Nur Karl ist verärgert und will es nicht begreifen.— Vater oder Ernst“— Um einen von beiden wird es sich wohl handeln.“ „Er muß mich mitnehmen!“ „Bei diesem Wetter. Trude!— Doktor Dorfbach würde sich entsetzen“ Die junge Frau hatte es nicht mehr gehört. Sie stand bereits drinnen bei Karl und bettelte:„Ich habe keine Ruhe, bis ich weiß, was es ist.— Nimm mich mit!" Alle seine Einwände zerschellten an ihrem Willen. Zu zweien saßen sie nach einer halben Stunde in die Kutsche geduckt und ließen den Schneesturm an sich vorüberbrausen Der Junge auf dem Kutschbock glich einem Schneemann Weiße Tauben hockten auf seinen Schultern, und auf seiner Mütze türmte sich ein Haufen weichen Schaumes. Kristallkörnchen schlugen gegen das Lederdach. Von Trudes Gesicht sah man nichts als die großen blauen Augen, die nach dem Wege sahen, der von mannshohen Schneemauern eingefaßt war. Karl fegte ärgerlich die nassen Körnchen von seinem Mantel und zog den Hut tiefer in die Stirne. Wenn es sich herausstellte, daß sein Kommen wirklich nicht so dringend war, wie Rita es gemacht hatte, dann wehe ihr! Man lockte heute bei diesem Wetter keinen Hund aus der Stube, geschweige denn einen Menschen. Ein schwacher Schein kroch langsam durch das Gestöber und behauptete sich. Das kleine Stationsgebäude erschien hinter einem weißen Wall geschützt. Der Wagen hielt.„Die Pferde trockenreiden!— Seid ach sam mit dem Feuer!— Der Verwalter soll die Stute nachmal wickeln!— Meine Frau soll nicht vergessen Trude unterdrach ihn und drängte zur Eile. Von ferne kam ein Rollen, das sich rasch verstärkte. Karl von Ebrach konnte nur noch rasch die beiden Billette bezahlen, lief nach dem Bahnsteig, hob die Schwester in den Wagen—— ein schrilles Pfeifen, und der Schnellzug fauchte hinein in die stürmische Winternacht. Mach dir's bequem!“ sagte Karl.„Es sind vier Stunden“ Er drückte sich fröstelnd in die roten Polster.„Ich wäre jetzt fähig, die Rita eine geschlagene Stunde durch dieses Schneetreiben draußen zu hetzen, damit sie sähe, was das heute für ein Vergnügen ist. Zu Fuß müßte sie mir laufen! Bis an den Hals müßte sie mir waten!. So tief, als es zur irgendwie ginge. Wenn ihr verrücktes Telegramm nicht gekommen wäre, könnten wir jetzt schön warm zu Hause itzen.“ „Denkst du an Vater oder an Ernst?“ fragte Trude und sah nach dem Gepäcknetz, wohin er den Koffer verstaut hatte. „Ach wo! Es wird schon wieder irgend etwas sein, das gar nicht der Rede wert ist. Willst du schlafen jetzt?“ „Erst möchte ich etwas zu mir nehmen, Lena hat eine Flasche Wein mit eingepackt.“ Sie ließ sich den Koffer heruntergeben. Während sie ihm eine Serviette auf die Knie breitete, verflog bei ihm der größte Aerger Das hatte sie nur gewollt. Sie sprach mit ihrer weichen melodischen Stimme, wartete keine Antwort ab und sprach ihn schließlich in Schlaf. Befriedigt sah sie auf sein herabgeneigtes Gesicht, hörte eine regelmäßigen Atemzüge und breitete die Reisedecke über leine und ihre Knie. Ganz eng kuschelte sie sich an ihn und war nach einer kurzen Weile selbst hinübergeschlummert. Elsia kalte Luft strömte in den Wagen, dessen Türe weit aufaerissen wurde „Alles aussteigen!“ Die beiden Schläfer fuhren auf! Gähnend. noch ganz denammen sahen sie sich an— mußten nicht, wie ihnen geschah. Es konnte doch nicht möglich sein, es war sa ganz undenkbar, daß man schon da war. Wo blieben die letzten vier Stunden? Karl knöpfte hastig seinen Mantel und half Trude in den ihren. Dann hob er den Koffer aus dem Gepäcknetz und schlun den Kragen hoch. Ritae schlanke Gestalt stand unvermittelt auf dem Trittdrett Diskreter Lindenduft ergoß sich in den Wagen.„Guten Abend. Karl!“ Seine Gestalt verdeckte die der Schwester Er führte ihre Hand an seine Lippen. hatte es nicht gewollt und tat es immer wieder. Ernsts Frau war ein famoses Weib— trotz allem Aber noch nie mar sie ihm so verführerisch erschienen als eben jetzt, da ihre Wangen von der Winterluft gerötet „ leder beine Schaler Binneg gemabre Aite de inge Schwägerin, schob Karl zur Seite und flißte die zorte tau auf beide Wangen„Hade ich dich erschreckt?“ Die Frage war an Karl gerichtet. „Vater oder Ernst?“ Trude hielt den Atem an. „Max!“ sagte Rita, als sie zu dreien nach dem Ausgang schritten.„Er ist gestern abend verunglückt, von einer Treppe gestürzt, und liegt nun bei mir in der Wohnung.“ „Bei dir in der Wohnung?“ fragte Karl nach. „Ja!“ Trude lief zur Seite, daß Karl in der Mitte schreiten mußte, und suchte nach seiner Hand.„Sei gut!" baten ihre Augen. „Es gibt wohl keine Krankenhäuser hier?" Rita hörte die offene oronie und den versteckten Verdacht. „Doch!— Aber ich wollte nicht, daß man einen Mann, der den Namen„Ebrach“ trägt, in der Armenabteilung unterbringe. Karls Wangen verfärbten sich. Er machte Schritte, als gälte es, irgendeiner Gefahr zu entrinnen. Rita hielt ihn am Arme fest:„Laß deine Schwester mitkommen. Du läufst wie ein Generalstäbler." Da bequemte er sich, die Gangart zu verlangsamen. Ein Auto brachte sie nach der Vorstadtvilla. Das Mädchen wartete bereits im Treppenhause und nahm Karl die Tasche und den Koffer ab. „Hat sich etwas ereignet,“ fragte Rita,„seit ich fort bin?“ Das junge Ding verneinte. Der Sanitätsrat wäre oben. Die barmherzige Schwester könnte nicht kommen vor morgen vormittag. „Es ist gut, Lisbeth!“ Geräuschlos entledigte sich jedes seines Ueberkleides. Trude legte ihre Hand auf die Ritas.„Ich möchte zu ihm. Ich will nicht erst ins Eßzimmer gehen. Karl soll allein etwas zu sich nehmen, wenn er Hunger hat. Ich will zu Max!“ Rita streichelte ihre Wangen und hielt ihre nervösen Hände fest.„Du wirst nicht erschrecken?“ „Ist es so arg?“ „Wir haben erst geglaubt, er würde den Abend nicht erleben.“ Eine Tür öffnete sich. Blaues Licht rann über den dunklen Läufer. Das Gesicht des Sanitätsrates tauchte aus dem Dämmer. In seinen Brillengläsern funkelten noch einige Sternchen zerronnenen Schnees. Eine kurze knappe Vorstellung. „Es wird eine döse Nacht werden, Gnädigste! Er ist geschient, als läge er in der Folter, Lassen Sie sich durchaus nicht erweichen. Durch gar nichts! Es muß sein. Ob es viel nützen wird. ist eine Frage für sich. Versucht habe ich's Lassen Sie das Mädchen nicht bei ihm wachen. Soich junge Dinger sind unzuverlässig. Sie bleiben selbst bei ihm? Dann ist es gut! Morgen beim ersten Tagesgrauen din ich wieder da.“ „Der Tag dürfte morgen spät zu grauen beginnen,“ sagte Rita ernst. „Gnädigste denken an alles Ich komme um secho Uhr.“ Trude stand reglos an den Bruder gelehnt. Rita beugte sich über das Bett, das man in die Mitte des Zimmers gerückt hatte, um von allen Seiten zu demselben Zugang zu haben. Mit einer unendlich behntsamen Bewegung strich sie über die Hände, die auf der Decke lagen.„Karl ist gekommen und Trude. Freust du dich, Max?“ Eine unverständliche Erwiderung kam aus dem Kissen Dann fing Trude ein paar abgerissene Worte auf.„Sie warten schon auf mein Sterben.“ Sie ließ Karls Hände los, lief zum Bett, neigte sich über das kaum erkenntliché Gesicht und küßte die blutig verschwollenen Lippen, die heiß und durstig brannten.„Wie wir uns das letztemal sahen, weißt du noch Da lag ich so in Schmerzen wie du jetzt! Geht alles vorüber, Max!“ „Geht alles vorüter.“ tallte er nach und sah sie hilflos an. Rita hatte ihren Platz Karl eingeräumt und verließ das Zimmer Vielleicht hatten die Geschwister ein Bedürfnis, sich auszusprechen. Die Augen des Kranken suchten angstvoll nach ihr.„Ihr dürft nichts Schlimmes von ihr denken. Sie ist immer gut zu mir gewesen— immer gut!“ „Keines von uns trägt solche Gedanken! Sei ganz beruhigt!“ Eo war Karls Stimme, die gesprochen hatte. Diese grenzeniose Hilflosigkeit des Bruders ging ihm tiefer, als er es scheinen ließ. und stimmte ihn milde. Der ganze Körper des Kranken war gestreckt, die Füße geschient, desgleichen die Arme, so daß es ihm unmöglich war. sich zu bewegen. Nur die Finger bewegten sich ab und zu und lagen dann wieder reglos. Der Kopf war zu ohnmächtigem Stilleliegen verurteilt„Wie auf der Folter.“ Der Sanitätsrat hatte nicht zu viel gesagt. „Nun mußt du Geduld haben,“ bat Trude und kniete vor seinem Bette nieder Sie wagte es nicht, sich auf den Rand desselben zu setzen. Jede, auch die geringste Erschütterung mußte ihm Schmerzen bringer „Es wird hoffentlich nicht mehr lange dauern.“ Seine Brust hob und senkte sich. „Ein paar Wochen,“ sagte Karl und verscheuchte eine verirrte Fliege, die sich auf die Stirne des Kranken gesetzt hatte. „Wie geht es Lena und deinen Kindern? Du hast doch Kinder?“. Ein ängstlicher Ausdruck kam in sein Gesicht. „Mir verschwimmt zuweilen alles. Dann weiß ich nicht mehr ob es so ist, wie ich sage.“ „Es geht uns allen gut. Lena läßt dich grüßen!" „Ist Trude schon verheiratet?“ Wieder suchte er in seinem Gedächtnisse, aber es versagte vollkommen. „Noch nicht!" Trude neigte eine Wange gegen seine glühende und empfand es beschämend, daß sie so lange nichts mehr von sich hatte hören lassen. Seit jenem Zwischenfall mit Ernst hatten sie alle den Bruder gemieden. Keines hatte sich mehr um ihn gekümmert, keines mehr etwas von ihm wissen wollen. Sie ließen ihn fallen in der Zeit, in der er vielleicht am notwendigsten Hilfe und Unterstütznug gebraucht hätte. Das rächte sich nun. Er war gesunken wie ein leckes Fahrzeug, dem niemand zu Hilfe geeilt war, als es noch zu retten gewesen wäre Max schloß die Augen. Auch sein Mund schwieg. Trude sah zu dem Bruder auf, der an der anderen Seite des Bettes stand. Er erriet ihre unausgesprochene Frage, legte den Finger an den Mund und forderte sie zum Gehen auf. Sie sahen beide an der Türe noch einmal zurück. Der Mann in den Kissen hielt die Lider gesenkt und nahm nicht die geringste Notiz davon, als sie das Zimmer verließen. „Du mußt dich fassen!" Rita hielt die Schwägerin umfaßt und zog sie mit sich in das Eßzimmer. Sie nahm eine Kleinigkeit zu sich, aber jeder Bissen war ein Würgen. Zwischenhinein erzählte Rita, wie sich alles seit jenem Unglückstage entwickelt hatte. Die Unversöhnlichkeit des Vaters trieb ihn dazu, erst seine Häuslichkeit aufzugeben, dann verirrte er sich in Schenken und Kneipen, spielte in zweifelhaften Cafés und noch zweifelhafteren Tingeltangels. Das Dirnenelement, was dort verkehrte, tat das Seine. So sank er immer tiefer, bis er zuletzt dem Branntwein in die Arme torkelte. Der ließ ihn nicht mehr aus den Krallen, bis sich dann gestern das Entsetzliche ereignete Vater zu telegraphieren, hatte sie sich nicht getraut. Erlist durfte schon seiner Genesung wegen nichts erfahren.„So blieb mir nur das eine, dich um dein Kommen zu bitten, Karl. Du wirst nicht wenig erzürnt gewesen sein über mich,“ sagte sie und las die Bestätigung ihrer Vermutung in seinem Gesichte.„Aber du wirst nun auch begreifen, daß ich nicht anders konnte.“ „Ich begreife es!“ sagte Karl. Sie hatten vereinbart, sich in der Nachtwache zu teilen. Trude übernahm die ersten Stunden bis Mitternacht, dann Karl bis gegen vier Uhr, Rita wollte ihn um diese Zeit ablösen. Sie war die letzte Nacht nicht aus den Kleidern gekommen. Max schluckte gegen neun Uhr gehorsam die kleine Dosis Morphium, die er in einem Pulver gereicht bekam. Er verfiel in eine Art Dämmerschlaf, bis die Qualen der Schmerzen, die in ihm wühlten, in sein Bewußtsein drangen. Gegen zwei Uhr wurde Karl, der in einem Lehnstuhl nickte, durch einen fast tierischen Schrei aufgerissen. Die Wirkung des Morphiums war zu Ende. Der Schmerz raste mit tausend Zangen durch seinen Körper, der sich nicht zu bewegen ver mochte „Macht mich los!— Jetzt sofort macht mich los!— Was hab ich euch getan, daß ihr solche Freude habt, mich so zu quälen?— Habt ihr denn gar nichts, das mich erlöst?“ Der jüngste Ebrach fühlte sein Blut hämmern, bis an die Schläfen schlug es. Er suchte nach einem Pulver. Mit tödlichem Verlegensein trat er zu dem Bette.„Ich finde keines mehr.“ „Ihr sollt verflucht sein!— Verflucht, wenn ihr mir kein Ende macht! Nimm ein Scheit und erschlage mich!— Nimm ein Messer!—— Gib mir doch eine Kugel, Karl! Eine einzige Kugel, oder mach mich los, dann tu ich's selbst.“ Die Augen traten ihm aus den Höhlen. Schweiß, ausgepreßt von wahnsinnigen Schmerzen, perlte ihm über den Mund herab und auf das weiße Nachthemd, das die keuchende Brust offen ließ „Du sollst!— hörst du nicht, du sollst mich losmachen!— Looosmachen!“ Er schrie nicht mehr— er drüllte. Es zersprengt ihm die Adern, entsetzte sich Karl. Er empfand etwas, das er noch nie gekannt hatte: Furcht! Ein unheimliches Grauen, ein lähmendes Entsetzen vor diesem Ausbruch wahnsinnigster Schmerzen und unbarmherzigsten Gepeinigtwerdens. Er mußte semand herbeirufen. Das Mädchen konnte nichts nützen. Trudes Nerven waren solch Schrecklichem nicht gewachsen!— Rita!— Es war erst zwei Uhr und sie hatte die ganze letzte Nacht bei ihm Schwesterndienste getan. Noch besann er sich, da krieb ein neuer Anfall des Bruders ihn hoch, hinaus auf den Flur, nach der Türe, hinter der ihr Zimmer lag. Sein Klopfen blied ohne Erwiderung. Er drückte auf die Klinke, welche unverzüglich nachgab. Ganz im gähnenden Dunkel stehend, rief er ihren Namen, hörte, wie ihre Gestalt sich im Bette hochhob. Sie mußte geträumt haben, denn sie nannte ihn„Ernst“. „Verzeih. Rita!“ Sie fuhr instinktiv mit einer Hand nach dem Lichtschalter. Die Nachttischlampe flammte auf„Was wünschest du?“ Er hatte sie noch nie so schön gesehen als mit diesem stolzen, kalten Blick, mit dem sie ihn maß. „Verzeih! Ich konnte nicht anders. Er ist wie ein Tier. Ich habe nicht die geringste Macht über ihn.“ „Ich komme!“ Max verbiß den Schmerz, als sie an sein Bett trat, und flehte mit den Augen. Sie strich über seine Wangen.„Du mußt vernünftig sein.“ Dann neigte sie sich gegen sein (Fortsetzung folgt.)