AnnO 1799 Intelli Kuhrfürstl. gnädigstem Privilegie. Freytag, den 20, November. I. Citationesedi Stales. Aus Befehl Sr. Hechwürden Herrn Officialen, des geistlichen Hofgerichts ordentlichen Richters, werden alle und jede, welche an der verwittweten Frau Hauptmanninn von Kamniez, gebohrne von Galen, Anspruch haben, oder zu haben vermeinen, diemit ein für amal edictaliter verabladet, um binnen peremptoxischer Frist von 6 Wochen vom Tageder ersten Bekenntmachung an iprehabende Ansprüche und Foderungen bey hiesigem geislichen Hof= und Officialatgericht durch bevollmächtigte Anwälde zu proponiren, und mittels Bepbringung darüber sprechenderUrkunden obsonstiger Beweisthümer so gewiß zu just sitiren, als ihnen ansonst ein ewiges Stillschweigen eingebunden werden soll. Zugleich werden sämtliche Gläubiger hiemit auf den sosten künftigen Jahrs und Monats Jänner verabladet, um alsdann vor bochgemeldt Sr. Hochwürden Herrn Officia= len in dessen an Mauritz Thor belegenen Wohnhofe Vormittags 9 Uhr persönlich oder durch genugsam Bevollmächtigte, die verwittwete von Kamniet aber in Person fürhaupt bev 5 Goldgülden Strafe zu erscheinen, und auf die zu eröffnende Vergleichsvorschläge unter der Verwarnung, daß in Entstehung dessen dieselbe dem Befinden nach sofort für Einwilligend und die Vergleichsvorschläge für angenommen gehalten werden sollen in Termino bestimmt sich zu erklären. Geben Münster den 2r. Nov. 1799. De spec. Mandato R. D. Officialis B. Woldering. Akt. fubitit. Aus Befehl des Hochfürstl. Münsterischen weltlichen Hofgerichts Heern Amtsverwalters werden alle und jede; welche an dem Zeller Martin Nieman, oder an das zu Tim. merlage Kirchspiels Lastrup belegenes Erbe mit den dazu gehörigen Länderepen, welches derselbe unter hat und nunmehro von seinem Gutsherrn dem Hauptmann von Sonnenberg als Besitzern des ablichen Hauses Dieckhaus, unter sichern mit Aufhebung der Leibeigenschaft eingegangenen Bedingnissen frey an sich gekauft hat einigen Anspruch vder Foderung haben, oder zu haben vermeinen, hiemit zum rsten, aten und zten mal offener Ediktalweise verabladet, um auf deuhten Tag nach Verkündigung dieses, allenfalls nächstfolgenden Gerichtstag darauf, am Hochfürstl. Münste. rischen weltlichen Hofgerichte durch bevoll. mächtigte Anwälde ihre an Zellern Martin Nieman oder an erwähntes von ihm angekauftes Erhe und dazu gehörigen Ländereven ex quosünque espite habende Ansprüche und Forderungen gehörig vor= und einzubringen, und mittels Offenlezung darüder sprechender Urkunden obsonstiger Beweisstücke zu rechtfertigen, mit der Verwarnung, daß widrigenfalls ansonst ihnen ein ewiges Stillschweigen auferlegt werden soll. Signat. Münster den 21. Novems. 1799. J. B. Loyer, cauta Akt. II. Gestohlene Sachen. In der Nacht vom 11. auf den laten Nov. ist mittels Einsteigung durch ein zerbrochenes Fenster aus der Kirche zu Herzlake von dem Bildniß der heil. Jungfrau ein silbernes Kreu; und ein Velum, sodann mittels Erbrechung des Schlosses amürmenkasten in selbiger Kirche daraus der ganze Geldvorrath zu 18 Rthtr. entwendet worden. Wer den Thäter dem Gerichte anweisen, oder sichere Nachricht der gestohlenen Sachen angeben kann dem wird unter Verschweig. seines Ramens die ediktmäßige Belohnung zugesichert. Sign. Hafelünneden 16. Nov. 1799. De Mandato D. Judicis Bödiker Grschbr. Inder Nacht vom is. auf den ihken Octob. sind aus dem Armenstock in der Kirch zu Molbergen vermits Eröfnung des Kirchen. fensters diebischer Weise entwendet worden 45 Rthl. in allerhand Mänze. Wer hievon dem Gerichte den Thäter glaubhaft anzeigen kann, dem wird nebst Verschweigung seines Namens die ediktmäßige Belohnung zugest. chert. Kloppenburg den 20. Nov. 1799. Hochf. Gericht hieselbst. III. Verwischte Nachrichten. Auf Befehl des Hochwärdigen Vomkapitels E# zu Münster mache ich hiemit jedem dem e angeht, bekannt, das Hochdasselbe nöthig gefunden, und daher beschlossen hat, die seit einigen Jahren auf eingesichte Bittschriften monatlich bewilligte Almosen Austheilung einzustellen. Die zu groß in jedem Monate vermehree Zahl der Bittschriften, und hauptsächlich die hiebey wahrgenommenen und bekannt gewordenen Unterschkeife, daß zieler Supplikanten Angaben theils unwahr, theils unrichtis vorgestellt waren, auch oftmals der nämliche Supplikant unter verschiedenen Ramen zur nämlichen Zeit Amosen verlange u. erhoschet hat, sind die nächste Veraulassung zu dieser Abänderung, und ist das Hochwürdige Domkapitel willens, zwar mit vferteljähriger Zahlung einer ansehnlichen Samme behuf hiestger Stadts=Armenpflege am Herrn Stadtrichter fort zufahren, auch die Anweisungen, zufolge deren der Eleemosinar, Dömer mehreren Armen vierteljährig Altmosen reichet beyzubehalten, so wie auch die bisherigen Beodaustheilungen ferner gescheden zu kassen, wird aber künftighin das behuf der Armen noch zu entübrigende Geld von Zeit zu Zeit an die hiesigen Pfarrer schicken, damit durch diese, von der Noth, Dürftigkeit, und dem sittlichen Betragen der in ihrer Pfarrey wohnenden Armen genauer unterrichtet, das Allmosen zweckmäßig ausgetheilt werde. Münster den 28. Novemb. 1799. Aus befondern Befehl des Hochwürdigen Domkapitels C. F. Tyren, Domsekret. Alm Montag den hten December l. J. Mor* gens 9 Uhr soll in den zum Amthause Lüdinghausen gehörigen, nabe bev Lüdinghausen gelegenen Höckenkämpen eine Quantität Eichen auf dem Stamme unter alsdann bekannt werden sollenden Bedingnissen meiß die. tend verkauft werden. Signat. Amthaus Ludinghausen den 20. Novemb. 1799 J. Funcke. Da zufolge in gnädigst remittirter Inquisi. tionssachen Ober= und Land= Fisci wider Anton Heming Kirsp. Lette vom Hrn Sografen zu Hastehausen Dokt. Rotering ertheilten Decreti wider den gedachten abermalen entwichenen Anton Heming die Requisitorialbriefe und deren dreymalige Einverleibung im Intelligenzblatt erkannt worden; so wer den alle und jede Orts=Obrigkeiten hiemit in sublidium joris wetrgeziemend requirtret, um auf mehrgedachten abermalen etwichenen Aaten Heming; so mittelmäßiger Statur, runden etwa peckennärbigen Angesichts, pechschwarze Haare, und gut 20jähriges Alter hat in ihren Gerichtsdarkeiten genauest invie giliren, und im Betretungsfall wohlbswrahr. lich dem diesigen Hastehausischen Gogerichte einliefern zu lassen, Signat. Koesfeld den 19. Novemb. 1799. Ad Decretum D. Gogravii ricken, Grschbr. Alm Samstag den zosten Novemb. Nach mit# tags 2 Uhr soll das bereits mehrmalen zum Berkauf bekannt gemachte, auf der Hollenbeckerstraße Jüddefelder Layschaft Nro. 176 belegene; denen Geschwistern Detren zuständige Haus in gemeldtem Heuse meistdie. bietend aus freyer Hand verkauft werden Hülseberg, Rot. Eine neue zweysitzige Birutsch mit starker enE alischer Plattirung, Stahlfedern, Schwanenhälsen, eisernen Achse und metallenen Büchsen steht zu verkaufen. Das Jstell. Komt 2c. wird ein Haus und ein Garten gegen Ostern 1800 zu mieten anverlangt; wer ein oder anders zu vermieten hat wollt sich gefälligst am Intell. Komt. melden. 4ie schon bekannt gemachte Uhr, worauf 6 extra schöne Stücke, welche in diesen Ta. gen von viclen Liedhabern siod gehört worden, können gespielt werden, soll am Freytag Nachmittag um 2 Uhr am neuen Platze in meinem Wohnhause dem Meisibietenden verkauft werden. Münster den 23. Rov 17½7. Caspar Kock. Bey der Wittwe Holtmann auf dem SpieD kerhof ist zu haben beste Sorte Laberdan, frische Bückinge, ftischen Bulk, und frische Scheisiche. „Dademeiselle Stamm auf der Hörsterstra** ße Nro. 267 hat die Ehre, biemit anzuzeigen, daß sie ein ganz schönes Assortiment von den allerneuesten Putzsachen erhalten, als Hüthe, Togus, demie negüges amp; e. Sie em. psiehlt sich zu geneigten Zuspruch, und verspricht die möglicht billigsten Preise. Rev den Gebrüdern Nergert auf dem Spiekerhof sind frische und gute Emder Heeinge auch guter Laberdan angekemmen für dillige Preise zu heben. Rey Henrich Dilligreth auf der Wilmer. steige in Ueberwasser Rre. 197 sind frische Zwoller Bückinge um billigen Preiß zu heben. Auf Aegidil Straße Nro. 114 ist ein meublir* des Zimmer zu vermieten, welches im Anfang December bezogen werden kann. Das Intellig. Kemt. giebt Nachricht. (Ein starker zum Reiten und Fahren brauchdarer Zuchswailach stehr dahier um billigen Preiß zu verkaufen. Das Intell. Komt. giebt Nachricht. Auf dem Roggenmarkt Nro. 332 find 3 Zim. * mer mit Altoven, meublirt, zu vermieten, und können gleich bezogen werden. (Es wird gegen Offern auf einem adlichen kandgute eine im Kochen ganz erfahrne Köchinn, die dabev von gutem Herkommen isi, und ihres Wohlverhaltens wegen glaubhefte Zzugnisse bepbringen kaur, anverlangt. Intellig. Komt. giebt Nachricht. in Goldschmidt allhier verlangt einen Lehrling in der Lehr anzunehmen. Das Int##ig. Komt. giebt davon Rachricht. Fin auf der Frauenstraße Nro. 233 belegenes Haus, so noch neu und ganz durchgebaut, mit zween Kellern, auch mit einem kleinen Garten und zween Hinterhäusern versehen in, steht zu verkaufen. Das Intellig. Komt. giebt Nachricht. Bey Lutzenkirchen is zu haben beste holländ. Butter, große Schellfische, große Emder Heringe; frische holländische Heringe, bester weißer Laberdau, und verschiedene Käse. Bey Arten Heiur. Deno sind jetzt folgende &a Fischwaaren zu haben: bester Schonover Wintersalm; frischr Kabliau, frische Schellfische greß von Stück; bester neuer Laber dan und Heringe, sodann Eidammer holl. Tafelund andere Käse. (Fs wird seit Montag den 18ten dieses ein * Hühnerhund vermisset, der flochbärig u. weiß von Furbeist, doch aber hat er gelbe Ohren und seine Beine, Rücken und Schnauze sind durchg=hends gelblich gesprenkelt, so daß der Hund schier mey gelblich oder fleischfarbig als weiß aussieht; eußerdem ister groß, und hat einen starken langen Kopf. Wenner jemanden zugelaufen ist, oder derjenige, so darab Nachricht geben kann wird höflichst ersucht, diese oder des Hund gegen einer guten Belohnung hiesigem Jak. Komt. einzuliefern. Rev Josph Bousen ist zu haben beste dolländische Butter bey Fäßches und Pfundweise, frischer Kabliau, große Schellfische, frisch geräucherter Saim, geoße Emder Heringe, frische holl. Heringe, englische Tafelund andere Käse. Hipraths. Anzeige Unsere am ihten dieses voklzogene eheliche ** Verbindung zeigen wir hierdurch unsern beyderseitigen Verwandten und Freunden schuldigst an, und empfehlen uns ferner ihrem gütigen Andenken und Freundschaft. Münster den 26. November 1799. Bernard Schuitz. Elisabeth Schultz, geb. Pahle. Vermischte Reuigkeiten. Zeldkirch, vom 11. Nov. Die Franzosen haben Graubündten freywillig verlassen, und die Kaiserlichen haben nun wieder die ganze Strecke diesseits des Rheins, bis Ilanz hinauf, die ste am zisten Octob. verlassen hatten, besetzt. Die Bewegungen, welche General Dedowich bey Bellinzonagegen den Gotthardsberg machte, bewogen vorzüglich den Feind, Eraubündten zuräumen.— Ein Kourier, der heute früh bier durch zum Erzbe zog Karl eilte, bringt die erfreuliche Rachricht mit, daß Seneral Melas den Feind am aten und Steu bey Mondovi und Cuneo gänzlich geschlagen habe. Am sten waren Melas und Kray in Verfolgung des Feindes begriffen. Der Verlust der Fran###sen an Todten, Verwundeten und Gefangenen beläuft sich auf 10000 Mann; viele sind im Sturafluß ertrunken. Inspruck, vom 12. Nov. Des Erzherzogs Karl. k. Hoheit haben unserm Landespräsidenten die trostvolle Versicherung ertheilt ,daß der F. M. L. von Linken angewiesen sey, alles aufzubieten, um Graubündten zu erhalten, und daß deswegen eine ansehnliche Macht auf der Gränze des Tirols aufgestellt werden soll. Wien, vom 13. Nov. Gestern ißt der Graf von Auersbers von der italiänischen Armee mit vier eroberten feind. lichen Fahnen angekommen. Die vor ungefähr 8 Tagen mit allem Eifer angefangene Rekrutenaushebung sell, dem Vernehmen nach, sistirt worden siyn; man will daraus auf nahe Ruhe schliessen. Memmingen, vom 13. Nev. Auf Befehl des Erzhei ogs Karl müssen alle Emigranten, aus welchem Lande ste auch seyn mögen; sich ohne Vertug an den Lech begiden. Die Gegend des Bodensees mußten sie innerhalb 48 Stunden verlassen. Theils die Theurung der Lebensmittel t#eils andere Gründe mögen die Veranlassung zu diesem Befehle gegeben haben. Hier haben wir gegenwärtis einige hundert kaiserl. Artilleristen, wilche für die Armee des Ertherzogs Patronen, Kuzeln, 2c. verfertigen; dann ein Paar Eskadrons rust. Kavallerie, und verschiedene Kanzleyen.— Wie lange die russ. s. Armer in den Kantonirungsquartiern, die sie jetzt bezogen het, bleiben werde, ist noch ungewiß. Man hat über diesen Gegenstand verschiedene Gerüchte und Meinungen. Brüssel, vom 18. Nov. Nach Briefen aus Paris, ist das Gesetz von der gezwungenen Anleihe bereits aufgehoben, so wie das über die Militair konscrip= tion es nächstens werden soll. Auch beheuptet man, daß von einem günstigen Entschlusse in Rücksicht der abwesenden Belgier die Rede sey. Mitten unter diesen gemäßigten Grundsätzen der neuen Regierung bemerkt man große Anstaiten zu einer lebhaften Fortsetzung des Krieges, wenn der Friede bis zum nächsten Frühjahr nichr zu Stande kommen sollte. In vielen Departementen des alten Gebiets, welchean die unsrigen gränzen, sind Befehle an gekommen, die Organisation der Hülfsbataillons zu beschleunigen und sie sogleich an den Rhein abzuschicken, wo eine beträchtliche Armee sich bilden wird; alle Truppen, welche aus Holland kommen, werden sich daselbst in kurzer Zeit zusammenziehen.