AROO 1799 Intelli Mit Kuhrfürkl gnädigsten Privilegio: Freytag; den 27. Septemb. I. Citationes edictales. Alus besendern Befehl Sr. 24 Herrn Offieialen, des geistlichen Hofge. rich:s ordentlichen Richrers, werden alle und jede, welche an dem zur hochablichen Abter Freckenhorf und dem Herrn Obermarschal Sreatarn von Schmsing eisenhörtzen. 36. ern Jobanning Kirspets Saerbeck einige sowobl bewiligte; als unbewiligte Forde, rung haben, oder zu Wben hiemit ein für allemal edictaliter verablabet, um innerhalb 6 Wochen nach Bekanntmachung diests ihre an erwähnten Zellern Jo. kanning habende bewilligte oder unbewilligte Forderungen bey hiesigem geistlichen Hofge. richte durch bevollmächtigte Anwälde zuproponiren, und mittels Offenlegung darüber in Händen habender Urkunden obsonstiger Begehörtg zu rechtfertigen, mit der Verwarnung, daß ihnen ansonst ein ewiges snatschenwerden vosbscgzesläagstge, biemit auf den rbten künftigen Monats November verabladet, um alsdann vorhochge. dachtem Herrn Officialen in dessen gewöhnlie chen Wohnhof= Morgens um 9 Uhr in Person oder durch genugsam Bevollmächtigte den# Goldgülden Strafé zu erscheinen, sodann zu sehen und zu hören, daß zwischen ihnen und dem Exploranten Zellern Johanning ihrer Forderungen Halber ein gütlicher Vergleich versucht werden sofl, mit der Verwarnung, daß die nicht Erscheinende und auf die eröffninde Vergleichsvorschläge sich nicht Erklä. rende dem Befinden nach sofort pro Confentientibus und die Vergleichsvorschläge für angenammen gehalten werden sollen; woben denselben zur Nachricht ohnverhalten wiro, daß auf Ansuchen des Exploranten die Timporal Inhibition welche auf nicht erfolgenden Vergleich sofort wieder eingezogen werden soll erkannt, immittels aber selbigen ploranten stante inhibitione alle Veräuße. rung Peculii untersagt sey. Gegeben Münster den 25. Septemb. 770%. Ad spec. Mandatum R. B. Officialis P. A. Funcke caufe AG. Demnach in der bey dem Gericht zu Rheine * incompetenter angehabmen, nunmehro aber zu diesem foro domicilii gnädigst verwie sener Geusserungs. Sache des Joh. Schohaus K. Wetteringen Br. Gillick wider sämtliche des Disculli Släubiger annoch Citatio edictalis ima und zwar wider jene,wel. che sich zur Zeit beym Gericht zu Rheinenoch nicht gemeldet haben, ad proponendum& justificandum Credita sub paenaperpetül li. lentii wider jene aber, welche ihre Foderung beym Gerichte zu Rheine bereits proponitt haben, adadhucdum in Judicio Sandwellenfi conftituendi Procuratorem süb paena remilfionis ad claffem proteftantium erkannt ist. Als werden aus Befehl des Hochfürstlich Münsterischen Hrn Sografen zur Sandwelle, auch Richters zu Horstmar Dokt. Dyckhest sämtliche Gläubiger des Diskutienten Joh. Albert Schohaus Bauersch. Billick K. Wetteringen; welche sich zur Zeit beym Gerichte zu Rheine noch nicht gemeldet heben, hierdurch zum isten mal auf den hten Tag nach Verkündigung dieses wenn er ein Gerichts ist, sonst aber am darauf nächsfolgenden edictaliter cikirt, um ihre an gedachten Diskutienten dabende Forderungen durch einen dazu bevollmächtigten Anwald dey Serafe ewigen Stillschweigens gehörig zu proponiren und zu justifiziren. Auch werden ziue Bläubizer des Diokutienten Joh. Albert Schohaus, welche ihre Forderungen beym Gerichte zu Rheine bereits propenirt haben, oder haben proponiren lassen, biedurch ebenfalls auf den 9. Tag nach Verkündigung dieses, wenn altzdann ein Gerichtstaz ist, sonst aber auf den nächstfolgenden ecictalitur citirt, um alsdann dahier zur Sache einen Prekuratoren anzuordnen, widrigenfals stead claffem proteftantium gesetzt werden sollen. Geben Horstmar den 1#. Sept. 1705. Bilpinck. AC. Aus Befehl des Herrn Gegrafen zum Har. — kotten Dokt. Guilleaume werden hiemit alle und jede Ereditoren, so an dem von der Wittib Absman in Harsewinkel an der Jungfer Maria Anna Rumpsel daselbst verkauften, binnen Harsewinkel belegenen Wohnhause nebst Hinterhäuschen, Garten und Begräbnißstätte einigen Anspruch und Forderung haben oder zu haben vermeinen, hiemit bey Straf ewigen Stillschweigens verabladetzum in Zeit von 3o Tagen dato der ersten Bekanntmachung dieses ihre an besagtem Grundstück etwan habende Forderungen samt daruber sprechenden Beweisthümern bey diesem Gogerichts=Protokoll ein- und vorzubringen, mit der Verwarnung, daß si ansonst demit abgewiesen, und ihnen ein ewiges Stiblschweigen eingebunden werden soll. Geben Waren. dorf den 2. Sept. 1799. Ad Decretum D.Gogravii J. Höllcher, AK. Auf Befehl des Herrn Sografen zum Har* totten Dokt. Cuilleaume werden hiemit alle und jede Crediteren, welche an dem von Theodor Hölschern Ennigerloh dem Wiethen Leopold Sildemeisser zu Hartewinkel verkauften, an der sogenannten Tülheide ben Parsewinkel zwischen Hei rich Hülsmanns u. Otto Schmitz Gärtens elegenen, von besagten Hölschers Ehefrou Gertrud Niemann sonst Wittib Bernd Lutterman herrührenden Gar. ten einigen Anspruck und Forderung haben, oder zu haden vermeinen jt doch mit Ausschluß Receptoris, hiemit e- für allemal bev Strafe ewigen Stillschweigens verabladet, um in Zeit von 20 Tagen adato der ersten Bekanntmachung dieses ihre etwa an mehrbssagten Garten habende Rechte, Ansprüche und Foderungen nebst darüber sprechen den Beweisthümern bey diesem Gegerichts Protokoll so gewiß zu propoutren und zu jusiisiziren als sle ansonst damit abgewiesen, und den nicht Erscheinen= den ein ewiges Stillschweigen eingebunden werden sofl. Sgnat. Warendorf den 14. Sept. 1799. Ad Decretum 0. Gogravii Höllcher, ACt. II. Serichtlich= Norificat onen. Auf Gesebl des Hrn. kicentiaten und Rich#tern Karl Philipp Kreutzbage soll der dem Linnentuchmachern Joh. Friedr. Hummels in Senden horst zuständiger Hausplatz, welcher 42 Fuß lang 20 Fuß breit, mit dem dahinter liegenden kleinen grunen Hofe, so 23 Fuß lang, 316 Fuß breit, und von beeideten Gerichts Aestimatoren zusammen auf 40 Rthir. in Anschlag gebracht worden, mit denen wegen des zuvor darauf gestandenen abgebrandten Hauses aus der Brandtass zu bebenden Brandschadensgelder ad aso Rihl. am Mitt wochen den 2ten Octob. Nachmittags 2 Uhr aufm Rathhause dem Meistbiete den öffentlich verkauft werden. Sendeahorst den aten Sept. 1799. Schmedding, Geschhr. fUm Samstag den raten October Morgens **5 Uhr sollen zu Herzfeld an Bercken Hause die aunoch unverkaufte, in Herzfeld gelegegene Gebäude des Expioranten Uhle, ais as abgebrankte und wieder neu erbauete Haus Nro. 12, und das Prinzipalhaus Rro. 17 mit allem Zubehör, Rcht und Gerechtigkeiten den Meistbietenden gerichtlich verkauft werden. Signst. Oelde den 1o. Sspt. 1799. Ex Decreto D. Gogravii Callenberg. Akt. III Vermischte Nachrichten. a von Seiten der Hochfürstl. Münsterisch. * Hofkammer nöthig befunden ist zur Erstattung der Hemmer Markentechnungen, und um über verschiedene besagte Mark betreffende Gezenstände zu deltberiren, und zubeschliefsen eine Marken Convention auf den Sten künftigen Monats Octoder abhalten, und in besag. tem dstö auf dim Hochfürstlichen Richthofe zu Billerbeck Morgens 9 Uhr eröffnen zu lassen; Als wird ein solches allen und jeden zu besagter Hemmer Mark Interessirten hiermit zur Wissenschaft des Endes kund gemacht, damit dieselbe entweder persönlich, oder durch genugsam Bevollmächtigte alsdann solcher Convention beywohnen. Urkund Hofkammer=In. flegels und der Vidimation. Münster den 17 Sept. 1799.(L.S.) Dadisamoten Julius l. J. mit Verbehale gnädiger Ratification Sr. Hochwürden Exceitenz des Herrn Land Commendurs geschehene Verheurung des im Kirch spiel Ueberwasser ohawbeit Gievenbeck belegenen Bodden. kamp nicht beznehmiget werden will, sondern zur niuen Verheirung dieses Boddeukamps geschritten werden sell; So ist zu solcher Verheurung dieses Boddenkamps Montag der Zoste Septemb. Nachmittags= Uhr in der VerWalterey der Commenthurey St. Georg anbe kaumt, wozu Liebhaber eingeladen werden. Münster den 18. Sept. 1799: Aulike, Verwalter. ###in vor St. Mauritz Thor vorne in der Pagenstiege gelegener, 76 Schritt langer und #3 Schritt breiter, mit guren Hecken versehrner Garten, so der Herr Frommin Heuer har, und welcher Garten Gertrudis 1800 heuerlos wird, sollam isten October Dienstags Nachmittags um 3 Uhr unter aisdann vorzuielenden Bedingungen dem Meistbietenden aufm Garten verkauft werden. Die Liebhader können vorhero die Bedingungen bey mir einsesehen, auch den Sarten in Augenschein nehmen. Brune, Noter. wohnh. in der Pferdestiege. Am Mittwochen den eten October und solgenden Tagen Morgens 9 und Nachmittags 2 Uhr soll in meiner in der Pferdentiege beligener Behausung Bettweik, 2 Bettstäeren eine mit Behang, zitzene un seidene Frauenlleidungen, Manns= und Frauenhemder, Halstücher Beitlaken, Koffers, Komode, ein kleines Schäppchea, Spiezel, 4 silberne köffel ein goldenes Kreut, 2 goldene Ringe##1 in gutem Stande befindliches Forte piano, und allerhand Hausgeratb meisibietend gegen baare Zatziung verkauft werden. Brune, Notar. Am Montag din l4ten October 1. s. MorE gens 5 Uhr sollen in dem zum bechadlichen Hause Geist gehörigen lätten Holze nahe bey besagtem Hause im K. Oelde gelegen, hundere und dem Befinden nach mehrere hahe Eichenstämme, mihrentheils zum Schiff= und anderm Bau noch tauglich, meisivietend verkauft werden. Die Bedingnisse sind vorder bey mir aufm Hause Giist, auch zu Münster beym Heern Liceotiaten Deiters einzusetzen. Haus Seist den z. Sept. 1799. Greveler, Rentmeister. Dieserige, welche an der Nachlassenschaft * der Wittib Buchbindern Schultz aufm Spiekerhaf selig zu fordern oder zu zahlen haben wirden ersucht; dieses vor Ende dieses Monats beym Protokoll des Natars Ketteler anzuzeigen. Den 25. S.pf. 1799. Muf der Herrenstraße in Nro. 248 in ein gut meudlirter Immer zu vermieten, welches gleich bezogen werden kann. Das Intellig. Komt giedt Nachricht. Da die Pachtjahren des vormaligen Pächters des adlichfreyen HofesVontrup im Hochstift Münster Kir(pels Albachten unwett Münnter sich gegen Martini dieses r79#sten Jahrs endigen, und dann land kommenthürlicher gnäbiger Verordnung zufolge, dieser adlichfreye Hof Ventrup aur 12 Nachelnander folgende Jahre meistbiekend verpachtee werden soll; so wird solches zu dem Endehierdurch bekannt gemacht, daß diejenigen Liebhaber so zu dieser Anpachtung Lust haben, die Kämpe und Länderepen vorgänzig besichtigen und solchemnach sich in dem auf Donnerstag den I7ten October festgesetzten Verheurungs=Termin dahter in der Verwalterey der hohen Deutschordens. Kommenthurey Nachmittags 2 Uhr einfinden können. Signat. Münster den 15.Julius 1799. Aus besondern Befehl Sr. Hochwürden und Erlauchten des Herrn Landkommenthurs Reichsgrafen von Kaunitz. und Rittberg. F. Aulike, Verwalter. 5Mer zum Ankauf der den Erbgenamen des gsgelebten Herrn Rathsverwandten Laackman zuständiger, in der Todtenstreße Jub Nris. Cat. 174, 175 und 176 gelegener Häuser Lust hat, beliebe sich bey den Geprüdern Laackman, oder bey Arnold Laackman Senior, wohnhaft auf dem Spiekerhofe, zu melden. Am künftigen Mittwochen den aten Octob. *e I. J. Rachmittags um 2 Uhr soll zu Sendenhorst des den Eheleuten Höckelman zugehöriges, sonst von Georg Bergman bewohntes, daselbst am Kirchhof gelegenes Haus unter in acu bekannt zu machenden Bedingnissen aus freyer Hand öffentlich meistbietend verkauft werden. Dazu Lusthabende belieben sich dann in gesagtem Hause gütigst einzufinden. C. Aldendorff, Not. (Es wird hiedurch öffentlich bekaut gemacht, daß das diesjährige hiesige Herbstmarkt wegen des einfallenden Lauberfestes der Juden für dieses mal auf Mittwochen den azten October versetzt worden ist. Dinklage den 17. Sept: 1799. Böckmann, Vogt. in schönes schwarzes Mutterpferd, ein en* glischer Harttraber, vor einer Chaise, und wenn es verlangt wird, eine schöne Chaise#lt 2 Rädern und Verdeck, eiserner Axe und schwer messingenen Büchsen nebst Geschirr, Keht um billigen Preiß zu verkaufen. Das Incellig. Komt. giebt Nachricht. Awit gnädigster Erlaubntß machen Herren Calmus& Kreutzer hiemit einer hohen Roblesse und einem geehrten Publikum bekannt, daß sie Dienstag den isten Octoder im biefizen Komedienhause ein großes Konzert zu geben die Ehrehaben werden. Das Nähere davon wird iin einem Extra=Zettel bekannt gemacht werden. (Fs steht ein Klavier nebst darunter gehörtzem Gesten, ferner ein schier neues Einfahrtsthor samt Eisenbeschlag und eine sogenannte Mangel(worauf man statt eines Bügeleisens das Tischzeug glättet) zu verkaufen. Das Intell. komt. giebt Nachricht. (Blorg Ludwig Melizard empfiehlt einem * verehrungswürdigen Publiko und auch Fremden stine Dienste. Er geht Botenweise in und außer Landes, und verspricht dabep die genaueste Erfüllung der Aufträge. Er empfiehlt sich auch als Lohndiener fremden Herrschaften und Kaufleuten, und verspricht dabiey die genaueste Erfüllung seiner Pflichten. Da aber in derley Diensten nicht allezeit zu thun ist so wünschter, in der Zwischenzeit allin Theologen, Juristen oder sonftigen; die etwa zu schreiben hätten, hierinn seine Dienste für ein Billiges leisten zu können Seine Wohnung ist im ersten Hause hiater dem französt. schen Monnenkloster gegen der ZuchthausMauer über. Zwey Koffers stehen zu verkaufen, wovon das Intellig. Komt. Nachricht giebt. Deux malles a vendre. S’adreffer au bureau de cette gaz. (Es wird in einem Gewürzladen ein Lehrling verlangt. Das Weitere ist am Intellig. Kont zu erfahren. (in junger Mensch; der gut mit Pferden umzugehen weis, und mit guten Attestaten versehen ist, wünscht bey einer Herrschaft in der Stadt oder auf dem kande als Kutscher diesen Michaelt in Dienste zu treten. Das Intellig. Komt. giebt weitere Nachr. (Hiebey eine Beylage:) Beylage zum Münsterischen Intelligenzblatt Rro. 78. 1799. In dem Hause Nro. 47 aufm Spiekerhofe sind vorne an der Straße ein schönes Zimmer mit einem Schlafzimmer, mit oder ohne Meublen und nach hinten ein gutes Zimmer, seydes zusammen, oder jedes besonders, zu vermieten, und können gleich bezogen werden. Ilya a louer dans la maison Nro 4y fur le Spiekerhof une belle chambre& une chambre à coucher meublées ou fans meublées amp; en derriere dans la meme étage une bonne chambre. On louera letout ensemble ou feparement, selon qu’on en trouvera de Poccafion: ap; on peut les occuper inceflamment. Fin junger Mensch aus Eupen, der wegen der Kriegsunruhen und wegen dem Militairdienst das Limburger Land verlassen, eines Peruquenmachers Sohn, Herren und Damen frisiren kann, wünscht jeeher jelseber bey einer Herrschaft dahier als Bedienter anzukommen. Das Intell. Komt. giebt N. Pin junger, mit guten Attestaten versehener * Mensch, der auch die Conditorey versteht, ucht Condition bey einer vornehmen Herrchaft als Koch, und kann den roten October den Dienst antreten. Das Intell. Komt. gibt Nachricht Eine Person, die schon mehrere Jahren bey * Herrschaften gedient und Zeugniß ihres Lohlverhaltens deybringen kann, wünschet viederum bey einer Herrschaft als Kammerungfer oder Näherinn anzukommen. Das Intellig. Komt. giebt Nachr. Dit Erlaubniß hoher Obrigkeit macht die hier anwesende Lionische Gesellschaft siemit bekannt, daß dieselbe heut den großen hortreflichen Kutschensprung im hiesigen Konedienhause zu produziren die Ehre haben berden, nebst verschiedenen neuen Stücken. Js Kunstkabinet ist noch täglich zu sehen. Ingefähr vor 14 Tagen ist vom krummen Timpin bis. an den Horsteberg ein gelbes uch verloren worden; wer solches gefunden, wird ersucht es gegen ein angemessenes Trinkgeld dem Inrell. Komt. einzuliefern. 7ten Sept. hat sich ein Mopshund zwi* schen Herbern und Münster in der Segend bey Rinkerodde verlaufen; er ist gelblich von Farbe, hat abgeschnittene Obren,erheißt Sarattro, ist von ziemlicher Größe und Dicke. Wem obgezeichneter Hund zugelaufen wolle mir Untergeschriebenen gegen gutes Trinkgeld Nachricht davon ertheilen. A. Romberg. (Es ist vor einigen Tagen eine weisse Hühnerhündinn mit braunen Ohren und gespaltener Nase in der Gegend von St. Mauritz verloren worden. Derjenige, welcher sie angehalten hat wird ersucht, selbe gegen ein gutes Trinkgeld dem Gografen Zum Brincke auf Aegidii Straße wieder abzuliefern. Vermischte Neuigkeiten. Mayland, vom7. Sept. Morgen werden die Russen anfangen, aus Italien nach der Schweiz zu marschiren; sie gehen über Navarra gegen den St. Sotthard= berg. General Suwarow wird nachfolgen. Ihre schwere Artillerie wird über Tyrol und Schwaben nach der Schweiz geführt, weil die Wegevon Italien in die Schweiz für schweres Geschütz nicht eingeschlagen werden könen. Die Generäle Melas und Kray werden die Gränze Italiens decken und die Festung Comi wird nach der Regel belagert. So endigt sich der glorreiche Feldzug; der in 6 Monaten ganz Italien mit allen Wundern der stärksten Festungen dem Feinde entrissen hat. Die Uebergabe des Forts von Perugiaist in Klorenz publizirt worden; die französische Garnison; die über r5oe Mann stark war, ist zu Kriegsgefangenen gemacht, und wird nach Frankreich geführt. Heidelberg, vom 18. Sept. Seit heute früh vor 4 Uhr börte man hier eine erschreckliche Kanonade. Nach 9 Uhr entfernte sich der Kanonendonner, und aus dem Lager kam die Nachricht, daß die Schanze am Galgenbuckel, auf der rechten Reckarseite bey Mannheim, genommen sey und daß die Kaiserlichen bereits vor dem Glacis bey Mannheim Künden. Segen Mittag hörte man den Kanonendonner nur noch schwach, und bald darauf kam die erfreuliche Nachricht, daß Se. k. H. der Erzherzog Karl fiegreich in Mannheim eingerückt sey, alle Kanonen erobert 1200 Mann zu Gefangenen gemacht, und eine Halbbrigade zusammengehauen worden. Amsterdam vom 14. Sept. Das Gefecht am 1eten dieses war überaus mörderisch. Die Engländer hatten versteckte Batterien und noch einige Fregatten bey Petten postirt. Als die Franzosen die Engländer angriffen, fiengen die Batterien und Fregatten solchergestalt an zu feuern, daß der größte Theil fallen mußte. Es sind hier 40 Schiffe mit Blessirten eingekommen, und vielleicht eben so viel in Harlem, Leyden und Rotterdam. Nun ist alles stille, und beyde Theile stehen in ihrem vorigen Lager. Zwoll, vom 15. Sept. Letzten Dienstag den roten dieses ist ein blutigesTreffen zwischen der batavischen und englischen Armee vorgefallen; unsere Truppen haben sich kapfer gehalten, und die Engländer zum Weichen gebracht; aber am Ende haben sie retiriren und ihre verige Posttion wieder einnehmen müssen. Unsere Armee bat viele Todte und Verwundete gehabt, und es sind 40 Schiffe mit Blessirten zu Amsterdam angekommen. Schiffer=Aussagen zufolge, soll am Donnerstag wieder eine sehr scharfe Action vorgefallen seyn, von deren Ausgang man noch keinen Bericht hat. Augsburg vom 12. Sept. So eben erhalten wir die wichtige u. sichere Nachricht, daß der Feldmarschall Suwarow am 8ten dieses mit einem starken Korps seiner Armee von Italien aufgebrochen sey, um nach der Schweiz zu marschiren. Schwetzingen, vom 18. Sept. Wir haben heute einen wichtigen Tag gehabt;unsere Truppen stürmten die Schanzen bey Reckerau, und rückten schnell gegenMannbeim vor; erstärmten die Thoren, und es gelang uns die Brücke zu zerstören. Alles, was noch in Mannheim war, wurde gefangen 19 Kanonen /2 Fahnen, viele Munition, Victua. lien erbeutet; 2 feindliche Generale gefangen und einer zusammengehauen, und in allem bey 2500 Mann gefangen gemacht. Das Ju. belgeschrey der Mannheimer Bürzerschaft bey dem Einzuge Sr. K. Hoheit ist nicht zu beschreiben. Mannheim, vom 18. Sept. Heute frühe griff ein zahlreiches Korps k. k. Truppen die Franzosen in ihrer verschanzten Stellung vorwärts der Stadt an. Nachei. nem hartnäckigen Kampfe gelang es ersteren, sich des Dorfs Reckerau, ldes Hauptpostens der Franzosen, dann nach und nach aller übrigen Verschanzungen, und endlich gegen## Uhr Morgens der Stadt selbst zu bemeistern. Groß war die Freude der Einwohner, auf die se Art schneller und glücklicher als man erwarten zu dürfen schien, die bedenkliche und angstvolle Lage der Stadt, in welche bereits viele Kugeln gekommen waren, geendiger zu sehen; auch tönte laut und herzlich diese Freude den ersten, in die Stadt eindringenden k. k. Truppen entgegen, und noch lebhafter erschallete sie, als bald darauf Se. kön. Hoheit der Erzberzog Karl selbst mit einem zahlreichen Gefolge eintrafen. Noch donnerte damals französisches Geschütz von der andern Seite des Rheins herüber, dem einige diesseits vor der Stadt aufgepflanzte Kanonen antworte. ten. Gegen 2 Uhr wurde es endlich ruhiger nachdem bis dahin mehrere k. k. Truppen eingerückt waren. So sehr übrigens der heutige Tag der Tapferkeit der k.k. Truppen zum Ruhme gereicht, so wird doch auch die Geschichte nie die Menschlichkeit und Mäßigung zu ehren vergessen, mit welcher sie von der bestürmten Stadt Besitz nahmen. Keine Gewaltthätigkeit keine Ausschweifung nicht die geringste Unordnung wurde begangen. Was sich noch von französ. Truppen in der Stadt befand wurde gefangen, da die zum Theil zerstörte Rheinbrücke jede Flucht unmöglich machte. Mannheim, vom 19 Sept. Se. königl. Hoheit der Erzherzog Karl sind gestern nach einem kurzen Aufenthalte in hiesiger Stadt, wieder nach Schwetzingen zu rückgekehrt, wo sich das Hauptquartier befindet. Auch ein Theil- der hier eingerückten kaiserl. königl. Truppen ist noch gestern Nachwieder ausmarschirt.