Anno 1799 Münste# Intelli Nro. 20 Tie Mit Kuhrfürstl gnädigstem Privilegio. Dienstag; den 9. April. * I. C l t a t i o n e r e d i s a l e s. Alus Befehl des Hochfürstl. Münsterischen Herrn Stadts Richters werden hiemit alle und jede, welche einigen Anspruch u. Forderung an die den Eheleuten Witling zustäudige auf der Hörsterstraße Kro. 117 Lamberti Layschaft gelegene Behausung samt Sehöfde und Zubebör, haben, oder zu haben vermeinen zum 2ten mal edictaliter verabladet, um innerhalb9 Tagen nach Verkündigung dieses sothane Ansprüche und Forderungen bey diesem Hochfürstl. Stadtgerichte unter Strafe ewigen Stillschweigens vorzubringen und zu rechtfertigen. Signat. Stadtgericht Münster den 4. Aotilv, AAatendorf, A= und jede, welche an nachbenanate, von ### den Ebeleuten Joh. Herm kampe vormals von Buddendieks Stätte zu Emserk angekaufte, bernach durch die Gittwe Joh. Hermkampe aber auf die Tochter Regina Lamp= und deren Ehemann Joh. Henrich Pagensamp ab. gestandene, in und bev Emsieck helegene Perkinentien als: 1) Das Buddendittsche Erbhaus in Emsteck mit dabey obhandenen Gar. ten. 2) Ein Stück Bauland a6 Scheffel Saat auf dem sogenannten Strickskampe an der Seite des Schlotmannschen Kamps. 3) Ein Stück zu 2 ein hald Scheffel Saat hinter dem Gästgarten zwischen Pastorat= und Märtens Lande. 4) Ein Stücka2 Sch. Saak an We. mers Wege zwischen Abelen und Buddekenkande belegen; und auf die Winkels zuschiessend. s) Ein Stück a2 Scheffel im Gaten Kampe zwischen Abelen und Pastorak Lande. 6) Ein Stück ar ein halb Schefftl Saak am Diekwegezwischen Küblings und Joh. Schütten Laude. 7) Ein Stück 22 ein halb Scheffil Saat auf Pastors Lindern zwischen Abelen und Pastoratlande, und 8) ein Stück ar Bord Sch. Saat beym Heiligen Häuschen, aus einem Pfandrechte, obsonstigem Grunde rechtlichen Anspruch haben, oder zu haben vermeinen werden hiemit edistaliter zum isten,2ten und zken mal verabladet, um am Freytag den 26. April Nachmittags 1 Uhr dahier im Rathhause persönlich oder durch genugsam Bevollmächtigte zu erscheinen, und ihre daran etwa habende Ansprüche und Forderungen vermits Bepbringung darauf sprechender OriginalK Urkunden gehörig zu proponiren mit dem Berwarnen, daß die Richterscheinende sonst damit auf immer präkladirt, und ihnen ein ewiges Stillschweigen eingebunden werden soll, wornach sich ein jeder zu achten. Gegeben zu Vicht#e den 23, März 1799. Ad. Mandat. D. Jundicis Defemenf. Keppel., Orschbr. I. Gerichtliche Notificationen. Dabey dem am 2ten Märt l. J. vor gewesenen öffentlichen Verkauf der Gebäude des im Kirchspiel Herzfeld belegenen adlichen Hauses Middelburg, das quoadsuperficiem zum Abbruch mit ausgesetzte Prinzipalhaus unverkauft geonrorn jedoch der Philipp Kleine aus Hovestadt unterm 26sten März l. J. ein tausend Rthl. dafür gevoren; Sowird aus Befehl der Hochfürstl. Münsterischen Regierung. hiemit bekannt gemacht, daß, wenn innerhalb. sechs Wochen vom Tage des geschehenen Gebots an gerechnet beom Protokoll des Ends. untergeschriebenen Regierungs= Secretarii keiner dafür ein mehreres bieten möchte, gedachtes Prinzipalhaus Middelburg unter den am 2ren März in actu. bekannt gemachten Conditionen(welche beym Protokoll des bemeldten Regierungs=Secretarü sowohl, als auch beym Protokoll des Herzfeldschen Gogerichts. eingesehen werden können) dem Philipp Kleine für das gethane Geboth zugeschlagen und adjudicirt werden soll. Decretum in Confilio, Münster den 3. April 179#0, F. Borggreve„Reg. Sekret. Alus Befehl des Hochfürstl. Münsteris. Hrn. Er Stadts Richters wird hiemit bekannt gemacht, daß am Samstag den r#ten lauf. M. April Nachmitt g6 2 Uhr aufm Gruersaal die auf der grünen Stegge dahier Nro. 350 belkgene Gericksche Behausung(sso von beeideten Stadts Mauer= und Zimmermeistern auf roß Rthl. ästimirt worden.) öffentlich zum feilen Kauf ausgesetzt und dem Meistbietenden unter sichern Bedingnissen zugeschlagen werden soll; Kauflustige können diese Behausung zuvor besichtigen, und sich sodann am be stimmten Ort und Zeit einfinden. Signatum Münster den 13. Decemb. 1798. De Mandato. D. Judicis urbici Wattendorf, Erschdr. Am Dennerstag den acsten April l. F. Morgens 10 Uhr sollen dahier aufm Rathhause am gewöhnlichen Gerichtsplatz: das dahler am Freckenhorster Gall belegene dem Gerh. Herman Tertelte zugehörige Wohnhaus Rro. 240) welches auf 248.Rihl., sodann der auterhalb, dem. Freckenhorster Thor in der Rü. denschlüppe gelegener Garte,## auf 45Rtbl. wir auch der aus der Embspforle an dem Wege nach Milte hin liegender Sarte, welcher auf 80 Rtbl. astimirt, den Meistdietenden gerichtl. verkauft werden. Sign. Warendorf den 19. März 99. Bonfen, Erschbr. IIh Vermischte Nachrichten. Nächstkünftigen Montag den rsten Aprilu. folgenden Tagen Morgens 9 und Nachmittags 2 Uhr sell in dem Wohnhofe weiland. Hru. Domkapitularen von der Horst eine goldene Tabakiere, Etut„Reitstock mit goldenem. Knopf und sonstiges Gold und Silbergeräthe, einige Medaillen, Tafeluhren, Porcellain„worunter ein vollständiges Tafelservice: mit Slumen obhanden in Kupfer, Zinn, Tie sche, Stühle„Schränke, Komoben, Burraux, Spiegel, Kanapee, Jagd stinten u. Büchsen, 4. Ofen mit Pfeifen, Bettlaben mit Behang, Matratzen und Bettwerk, Tischzeus von verschie. denem Muster, geschn und ungeschnittenLein. wand, Kleidungsstücke,, Malereven u. Kupferstiche, Blumen in Töpfen eine Kutsche, eine Birutsche, 2 Fischgarn und einige Fucken, 4 Ahm Rheinwein, auch Bücher, deren Verzeichniß beym Intellig. Komr. gratis zu haben ist und letzelich eine Milchgebende Kuh, und ungefähr 4. Haufen trackenes Brennholt meistbietend gegen baare Zahlung verkauft werden. Executores. Eswirdhiedurch bekannt gemacht, daß am Donnerstag den###en dieses Morgens 10 Uhr zu Clemenswerth verschiedenes, unter andern zu Haus. Sparren und Balken dienendes. Tannenholz, wie auch einige zu Brandholz dienende Eichen und Büchen meistdietend mie Vorbehalt der Retifikation der Hochfürstl. Hofkammer werden verkauft werden. Hasslünne den I. April 1799: Bues, Amtsrentm. Da'der unterm 18ten Jan. l. J. auf den aten März angesetzt gewesener Verkauf des ternach beschriebenen Hauses damals aus fl. chern Ursachen nicht vor sich gegangen anjetzt aber ingefolg fernern Refolutt der Dombikarten soll das aufm alten Fischmarkt. Lamberti Layschaft Nro. 92 und 93uallem Gewerbe sehr gut belegene Haus mit Stallung und datinter liegenden Gehöfde welche von weplans der Wittid Frau Registratorinn Detten bewohnt gewesen setzt aber von den Erben gedachter Frau Piteit####en vermog getroffenen und gerichtlich ratificirten Vergleich der Bursa Dominorum Vicariorum übertragen; und von den beeideten Stadts= Mauer= und Zimmermeistern zu 1775Rthl. astimirt, am Samstag den rzten April l. J. Nachmittags zwey Uhr im Hause daselbst öffentlich dem Meistdietenden verkauft werden und kann der halbe Kaufschilling gegen 34 pro Cent in dem Hause zinsber stehen bleiben; die übrigen Bedingnissen sind bev Endesgeschriebenen,, dev welchem auch die Schlüssel des Hauses obhau. den näher einzusehen. Münster den 3 April 1799: B. J. Meyer, Aktuar. Congreg. D: Vicariorum lummae Edis Monaster: wohnhaft an der Pferdestiege. Alm 2osten künftigen Monats April Morg. 10 Uhr sollen im hiesigen Barmherzigen Kloster 3 Stück Rheinwein, alsr Stück 1723. ein Stück r783ger Hochheimer, und ein Stück 1783 Rüdesheimer unter den in actu bekannt zu machenden Bediegnissen gegen baare Zahlung meistdietend verkauft werden. Die Proben dieser Weine können eine Stunde vor dem Verkauf im Keller genommen werden. Münster den 27. Marz 1799. Füncke, AC. Abdit Vorbehalt gnädigster Ratifikation sollen am anstebenden Freytag den taten dieses einiger Kameral= Vorrath an Weizen, Erbsen und Bohnen, sodann abermals ungefähr 115 Malter Roggen, 28 Malter Gerste, und 20 Malter Haber im Amtsstuben aufm biesigen Hochfürstlich. Schloßplatze den Meist. bietenden verkauft werdem. Die zu solchem Ankauf Lusthabende belieben sich also am obbe. Kimmten Tag Zeit und Ort einzufinden. Sign: Ahaus den r. Aprtl 1799 Bispinck, Amtsrentmeist. Am Mittwochen den roten April l. J. Morgens 10 Uhr sollen in Beckamps Busche nahe beym Dorf Venne((den Armen ad Stam M. Magdalenam zugebörend) 33 Haufen Hol; und 4400 Buschen meistbietend verkauft werden. Liebhaber( wenn sie den Busch nicht wissen) wollen sich beym Hrn. Pastor in der Venne beliebigst zu rechter Zeit einfinden. Signat. Münster den 29. März 1799. Franz Gresheff, Amtmann. (Ein Zulast oder 4 Ahm uralten kostbarsten Rinzauer Rheinwein uad 2 Zuläste Johannesberger Wein de 1794 sollen am Freytag den iten April Rachmittags 2 Uhr in meiner in der Pferdestiege belegener Behau. sung meistdietend verkauft, und können die Proven gleich Nachmittag davon genommen werden. Brune, Nokar. Gas in Ueberwasser auf der Kreuzstraße sub Nro. reß belegenes„mit zwölf Zimmern, zwey Söller, zwey Keller und mit einer Pumpe in der Küche versehenes Haus vom halben Dienst, wobey ein Hofraum, Holzhaus und grünes Gehöfde, so 58 Fuß lang und 43 Fuß breit, obhanden ist steht aus freyer Hand zu verkaufen, und kann künftigen Herbst bezogen werden. Kauflustige können solches täglich in Jugenschein nehmen; der Tag des Verkaufs soll annoch näher bestimmt werden. C. A. Hülseberg, Nokar. Adenn Jemand ein Bauern Erbe(welches ohngefähr eine Stunde von hiesiger Stadtentfernt seyn muß) zu verkaufen gesin. net ist, der beliebe sich deshalb gefälligst bey mir zu melden. Münster den 3. April 1799. C. A. Hülseberg; Notar. Dienstag den azsten Tag Monats April des Nachmittags drey Uhr soll die aufm al. ten Fischmarkt in Lamberti Lavschaft sub Nro. Cat. 89 belegene, und von allen Lasten freue neue und massiv erbaute Behausung meistbie. tend aus freper Hand verkauft werden. Liebhaber können diese Behausung täglich besehen. Brune Notar. Keut morgen 9 Uhr wird in dem auf der Salzstraße Nr.s6belegenen Hause mit dem bereits gestern angefangenen Verkauf allerhand Hausgeräthe fort gefahren, und diesen Morgen Bettwerk, ungeschnitten Leinwand und Bildwerk; diesen Nachmittag aber eine Par they Blumentöpse mit Reiten, Golblaken und sonsigen Blumen Hann ein neuer Kramladen von mehr dann 40 Schubladen mit zugehöriger Bau Fettschrauk mit kupfernen Kümpen und dazu gehörigen Maaßen, Thee= und Kaffeebüchsen, zwey ärene und 1 eiserner großer Mörser 2c. wie auch 2 große eiserne Waagebilancen mie hölzernen Schaalen und allerhand groß und klein Gewicht den Meistbietenden verkauft werden. Schirmer, Not. Am Dienstag den röten April Nachmittags * Uhr soll das auf der Salzstraße Kro. 68 gelegene Haus vom ganzen Dienst, welches der Wittid des Schreiners Otters zugehört; öffentlich aus der freyen Hand dem Die stbietenden verkauft werden; dasselbe ist vorne massiv aufgefährt, und durch und durch fest durchgebauet, übrigens ist es zu jeder Art von Giwerbe eingerichtet und nebst einem Gehöfde befindet sich daran eine gerdumige Stallung, die noch oben drein zur Gemächlichkeit eine Waschküche enthält, die fernere innere Einrichtung können Liebhaber4 Tage vor dem Verkaufstermin besehen. Brune: Notar. Morgen den roten dieses Vormittags9 und * Nachmittags 2 Uhr wird in der Philipsenschen Behausung am neuen Platze verschie. deues Haus= und Küchengerärhe, auch aller. hand Hölzenwerk mit dem Meistgeborh gegen baare Zahlung verkauft werden. a E Meiteler, Not. Zum Verkauf der in der Jüddefelder kayschaft Nro. 234 am neuen Platze belegener Behausung mit Einschluß dreyer Brunnen einem großen mit Guxbaum schön abgetheilten, mit mehr dann go tragbaren Obstbäumen der auserleseusten Frucht versehenen an der Ridbersstiege schiessenden Sarten, eines darin befindlichen kleinen Häuschens von 2 Etagen, wie auch eines Garten: Wasch= und Holzhäuschens ist Terminus Donnerstag der Ir. laufenden Monats April anberaumt, und soll diese Behausung am vorgesagten Tage Nach. mittags zwey Uhr mit Einschluß obbestimmten Zubehör allein, allenfalls auch nach Verlangen der Kauflustigen mit vier in der Ribbers. stiege an dieser Gehausung unter einem Dache gebaueten vier Sädemen(wovon jeder jähr. lich zehn Rthl. Mietethut) mit dem Meisigebot unter in#cta öffentlich bekannt gemacht werden sollenden Bedingnissen verkauft, und den Ankäufern die gerichtliche Sicherheit gestellt werden; wobey denen zum Ankeuf kusthabenden zur Nachricht dient, daß diese Behausung gegen Münster Herbsisend l. J. bezogen und täglich besehen werden könne. Schirmir, Neter. GBegen den l4ten dieses Monats ist ein schöE nes vollständiges Forte Piano oder HamKlavier um billigen Preiß zu vermieten. Das Intellig, Komt. giebt Nachricht. Vier bis sechs wohl eingerichtete, zum Theil * tapezirte Zimmers stehen zu vermieten und können gleich bewohnt werden. Das Intellig. Komt. giebt Nachricht. (sistein kogis nebst Tafel für einen Studenten zu haben, weiches sogleich bezogen werden kann. Das Intell. Komt. giebt N. Esist eine semidorne Uhrkette mit Pettschaft * nebst einem Federmesser gefunden worden, wer es verloren, kann sich am Intell. Kom melden. (in junger Mensch, der mehrere Jahren bey * Herrschaften gedient, und seiner guten Auffährung halber Zeugnisse bepbringen kann, allerhand Haus und Feldarbeit, auch mit Pferden umzugeben verstehe wünscht hier in der Stadt oder aufm Lanbe je eher je lieber als Hausknecht in Dienste zu kommen. Das Intellig. Komt. giebt Nachr. AAlm Prinzipal=Markte steht für eine ledige Person ein wohl meublirtes Zimmer nebst Schlafzimmer zu vermieten, und kann gleich bezogen werden. Das Intell. Komt. 2c. Todten= Anzeigen Am isten d. M. entschlief sanft zu einem bes* sern Leben an den Folgen eines Schlage flusses der Hochwürdige Wohlgebohrne Herr Franz Anton Pielsticker, Kanonikus und Dechant der vornehmen Collegiatkirche zu St. Johann binnen Osnabrück, im rosten Jahre seines Alters; welches ich hiedurch unter Verbittung aller Beyleidsbezeugungen seinen Gönnern, Freunden und Verwandten pflicht. schuldigst bekannt mache. Walter von Schiller, Kanonikus und Scholaster zu St. Joh. als Exekut. ( Hieben eine Beplage.) Verlage zum Münsterischen Nro. 29. 1799. (E's hat dem Allerböchsten seinen unerforschlichen Rathschlussen nach gefallen, meinen innigst geliebten Ehegatten, den cher Jovocus Rotda, den sten dieses in der Frühe an inem Entzündungsfieber im 33ten Jahre seines Alters, und keine2 Jaoren unserer vergnügten Ehe„mit allen herl. Sterbesakramenten versehen in ein besstres Leben zu versetzen. Mit den heissesten Thränen beweine ich diesen für mich jetzt wieder gesegneren Leibes, mein unmündiges Kind, und alten 87jährigen Vater.Diesen unersetzlichen Verlust, und kief gebeugt erfülle ich die höast traurige Pflicht, diesen Sterbfall unsern Bönneren, Freunden und Verwandten von deren Theitnahme dersichert unter Verbittung schriftlicher Bepl#idsbezeugungen, schuldigst bekanne zu machen, und empfehle die Seele des Verstorb nen in Dero Gebeth Die Geschäfte mit Taschen=Penbut= und sonstigen Uhren werden fortgesetzt, worzu ich mich meinen Gönnern und Freunden gehorb u,.ARelbe, geboherne Eismann. Im a9ken dieses karb in Emsick geigpiel: Er geliebter Schwiegerbruder, der Dochwürdige Herr Johannes Repomuzenus Farvick, Kandntkas zu Minden, vorher mit den Sterbesakramenten versehen, an einen. Titgnmin im J9cen Jahre seines Klters. Diesen## schmerzlichen Verlus mache ich hiemit meinen Anverwandten und Freu, den bekannt, und empfehle die entleidte Seele ihrem kristlichen esody, Watie gane Fektosck, seb. Deider. wittwete Richterinn Baltzer, gedohrne Benner am zosten vorigen Monats im zasten Jahsenem Leben binüber, e, Wchen. statt gewöhnlicher Trauerbriefe meinen Verwandten und Freunden unter Verbittung alle Beyleidsbezeugungen bekannt mache. Horstmar den 3. April 179. Paul kudwig Baltzer. Verwischte Neuigkeiten. Rom, vom 9. März. Unser h. Vater Pius der Sechste lebt noch befindet sich im Karthäuserkloster bey Florenz wieder hergestellt, und fährt fort, seine geistliche Gewalt auszuüben. So hat er, als Oberbirt, am 16ten Jänner l. J. in einem öffentlichen Breve erklärt, daß folgender Eid„wilcher in der neuen römischen Republik vorgeschrieben ist, unerlaubt sey: „Ich schwöre Haß der Monarchie und der „Anarchte und hingegen Anhänglichkeit „der Republik, und der Constitution.“ Dagegen hat er(wiewoht er in dieser neuen Republik sonst Herr und Monarch war) dennoch den folgenden Eid selbst entworfen: „Ich N N. schwöre, daß ich an keiner Ver„schwörung, an keiner doshaften Zusam„menrottung, oder an keinem Aufruhre „für die Wiederherstellung der Monarchie, und wider die Republik, welche „wirklich regiert, Antheil nehmen wolle; nich schwöre Haß der Anarchie( Unord„nung) hingegen Treue und Anhäng„lichkeit dir Republik, doch ehne Nach„theil der katholischen Religion.“ Bey der neuen bürgerlichen Frevheit sieht jetzt hier erbärmlich aus. Das biesige Pfund Rindfleisch, welches 72 Unzen(######oth) wiegt, kostet in baarem Gelde, wilches sehr rar ist, einen halben Guld. rheinisch(10 Mgr.) in Papiergelde aber einen halben Thaler, das Pfund Brod 16 Krenzer(54 Mgr.) und man muß fürchten, daß man über kurt gar kein Brod mehr haben könne. Der König von Reapel hat Rom und Nea. pel verkassen müssen bloß wegen der vielen Verräthereven Indessen will sich die neue neapolitanische Republik von den Franzosen nicht regieren lassen. Inspruck, vom 20. März. Der entworfene Operationsplan der Frauzosen entwickelt sich immer mehr. Sie wollten den General Hotze werfen, und in Tyrol ein. dringen, um alsdann der Armee des Ertherzogs Karl in den Rücken zu kommen, während. daß General Jourdan ihn von vorne angreifen würde. Ersterer Plan ist nun bis jetzt vereitelt, und die Tyroler Kriegsmacht kann nun den einen Flügel der Armee des Erzherzogs am Bodensee 2c unterstützen. Wien, vom 23 März. Erst gestern ist der Feldmarschall Suwarow hier eingetroffen, welchem einige Tage zuvor der Kaiserl. Oberste Heumann zur Begleitung entgegen geschickt, und für welchem in dem Hotel des hiesigen Russischen Ambassadeurs Quartier bereitet worden war. Se. Russischkaiserl Majestät sollen den Ersberzog Joseph, Palatinus von Ungarn, zum General Kapikain der russischen Treppen in Italien und den Feldmarschall Suwarow zum Seneralissimus derselben ernannt haben. Wahrscheinlich werden die Russen den linken, die Oesterreicher aber den rechten Flügel der Italiänischen Armee formiren. Biberach vom 24. März. In dem Treffen am 2usten dies. ben Ostrach und Mengen hat sich der Erzberzog Karl selbst persönlichen Gefahren ausgesetzt. Er führte den linken Flügel seiner Armee in das stärkste feindliche Zeuer, und gab dadurch seinen Kriegern ein Beyspiel von Heldenmuth. Die französis. Armer focht mit großer Entschlossenheit, und machte den Kaiserlichen din Sieg nicht leicht. Die Retirade nach Pfullendorf geschah In einer solchen Ordnung, das nur wenig=Kanonen verloren giengen. Die österreichische Kavallerie hat Wunder der Tapferkeit gethan, und auf der Ebene zwischen dem Wald hinter Mengen und Ostrach bis nach Pfullendorf öf. kers mit größtem Ungestüm unter di französ. Infankerie eingehauen. Beyderseits wurde ei. ne bepspiellose Menge Artillerie ins Traffen gebracht. Die österreichische Armee hatte 300 Kanonen in der Fronte aufgeführ:„Das Korps der Senerals und Offiziers gienz den Gemeinen mit heroischem Muthe voran. Dem Seneral Merveld wurde ein Pferd unter dem Leibe getödtet, und das swepke, das er bestieg, verwundet, so daß erein drittes besteigen mußte. Ein Haufe von 5o Greuadiers, die umringt waren, und sich nicht ergeben wollten, wurden von den Husaren von Barko nie. dergesäbelt. Ueberhaupt ist die Zahl der Verwundeten auf beyden Seiten sehr groß. Aus dem Hauptquartier des Erzherzogs Karlk. H. vom 25. März. Heute war ein hitziger und gefährlicher Tag, der aber noch glücklich für uns ausfiel. Wie haben viele Leute verloren, noch mehr aber die Franzosen. Merveld Husaren haben daben sehr gelitten. Nach weitern Berichten, soll der Seneral Fürst von Fürstenberg geblieben seon. Aus dem Hauptquartier des Gen. Hotze, Hohenenp, vom 26. März. Am 23sten griff General Massena in Person die ganze Stellung der Kaiserlichen mit 6000 Grenadiers und mit der Brigabe des Oudiner an wurde aber auf allen Punkten von dem General Jellachich mit einem Verluste von 3#00 Mann geschlagen, und zum Rückzuge über den Rhein gezwungen. Unser Verlust ist 800 Mann, worunter an Berwundeten 27 Offiziers sind. Münster, vom 8. April. Nach Privat Nachrichten, soll zwischen der kaiserl. und französis. Armee am 28sten März ein Haupttreffen zumVortheil der Kaiserlichen vorgefallen seyn, woräber die nähern Berichte erwartet werden. Freckenhorst, vom 6. April. Am aten dieses wurde durch einhellige Stimmen der Kapitular= Fräuleins und Herren zur Abttssinn des hiesgen Hochadlichen Kaiserl. frepweltlichen Stists erwählt: das Hochwürdig Hochwohlgebohrne Frevfräulein Anna Granziska von Ketteler vom Hause Haarkotten. Dieser Tag war ein Tag der Freude und Wonne für das hiesige Wiegbold und die ganze umliegende Segend. Die Neuerwählte wurde nach geschebene Prekamation unter Begleitung einer zahlreichen Herrschaft vom Adel, und andern angeseheneu Personen in die Abtey eingeführt, woben das frobe Vivat zines unzählichen aus der ganzen Gegend sich zudrängenden Bolks von allen Seiten ertönte. Die Feverlichkeit dauerte 3 Tage, wobey Pracht und Ordnung um die