er 4 5 K Di.„Shwrnter Jeltung“ aschemt wöchenlichsche mel. Bezugspreis haldmonatlich 1.20 Mark, Einzelnummer 15 Pfg. Druck u. Verlag von C. Braus, Schwerte(Ruhr), Possheckenten: Vormnund 2632 und Hamover 21674. Geschäststelle: Große Marhistr. 3—5. Verantwortlich für die Schriftleitung H. Linner, Schwerte. Fernruf 62. Verbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung Schwerter Volksblatt Westhofener Zeitung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung S 9 bioz, Anawärige. 12 Plg., Samilen=Ageigen e Big. Iinanz=Anzeigen, 12 Pfg., Reklamezeile 50 Pfg. Bei unvorhergesehenen Bekriedsstchrungen, bervorgerusen durch böbere Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr für pünktliches Erscheinen der Jeitung und kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenersatz oder Nachlieserung erboden werden.:=:= Amtliches Kreisblatt für den Kreis Hörde= Erstes und ältestes Tagesorgan des Kreises. Generalanzeiger für den Kreis Hörde. Ne. 309(Erstes Blat) Schwerte(Kuhe), Mittwoch, den 23. Dezember 1925. 58. Neues in Kurze. Abzug französischer Truppen aus Ehrenbreitstein. wp. Ehrenbreitstein, 22. Dez.(Tel.) Das hier liegende französische Infanterieregiment Nr. 156 ist nach seiner früheren Garnisonstadt in Frankreich zurückgekehrt. Weihnachtsurlaub der Reichsminister. wp. Berlin, 22. Dez.(Rundfunkmeldung.) Wie der Lokalanzeiger mitteilt, verlassen heute Reichskanzler Luther und Reichsaußenminister Stresemann Berlin zu einem kurzen Weihnachtsurlaub. Die offizielle Vertretung des Reichskanzlers übernimmt dem genannten Blatte zufolge Reichswehrminister Geßler. Auch die übrigen Mitglieder des Reichskabinetts dürften in den nächsten Tagen zu einem kurzen Weihnachtsurlaub von Berlin abreisen. Die gesetzliche Miete für Januar. wtb. Berlin, 22. Dez.(Tel.) Der Amtliche preußische Pressedienst teilt mit: Die gesetzliche Miete beträgt vom 1 Januar ab bis auf weiteres 84 v H. der reinen Friedensmiete bzw. 80 v. H. bei Uebernahme der Schönheitsreparaturen durch die Mieter. Zur Reichsversicherungsordnung. wtb. Berlin, 22. Dez.(Tel.) Das Reichsarbeitsministerium beabsichtigt, das 3., 5. und 6. Buch der Reichsversicherungsordnung, die durch die Gesetzgebung in der letzten Zeit stark geändert sind, in der geltenden Fassung zu veröffentlichen. Freigabe des deutschen Eigentums in Amerika. wtb. Berlin,?. Dez.(Rundsunkmeldung.) Der Ausschuß. der den Aufruf zur Beteiligung an dem von Dr. Kießelbach vorbereiteten Abkommen über die Freigabe des deutschen Eigentums in Amerika unterzeichnete, nahm heute über den bisherigen Stand der Vorbereitungsarbeiten einen Bericht entgegen. Das bisher erzielte Ergebnis kann als durchaus erfreulich bezeichnet werden. Das Verfahren gegen die Stresemann=Attentäter. wtb Berlin, 23. Dez.(Tel.) Nach einer Korrespondenz hat der Oberreichsanwalt mit den Ermittlungen gegen die beiden Stresemann=Attentäter nunmehr den Berliner Untersuchungsrichter Landgerichtsrat Dr. Graske betraut, bei dem nun die Voruntersuchung in dieser Angelegenheit liegt. Weiterbestehen des Berliner Chemischen Institutes. pw. Berlin, 22. Dez.(Rundfunkmeldung.) Wie die Neue Berliner Zeitung erfährt, hat die aus schwerer finanzieller Bedrängnis erfolgte Schließung des Chemischen Institutes der Berliner Universität dazu geführt, daß nunmehr das Kultusministerium die verlangten Beträge und zwar in Höhe von 38 000 Mark sofort bewilligt hat. Das Institut wird nach den Weihnachtsferien den Betrieb wieder eröffnen. Die bewilligte Summe reicht vorläufig bis 1. 4. 1926. Schweres Eisenbahnunglück bei Nizza. pw. Berlin, 22. Dez.(Rundfunkmeldung.) Auf einer neu erbauten Eisenbahnlinie in der Nähe von Nizza stieß gestern abend, wie die B. Z. am Mittag meldet, eine Rangierlokomotive mit einem Arbeiterwagen, auf dem sich etwa 20 Arbeiter befanden, auf dem Viadukt von Bancao zusammen. Der Arbeitswagen stürzte um. Fünf Arbeiter wurden sofort getötet und mehrere schwer verletzt. Selbstmord einer ersten deutschen Fliegerin. wtb. Berlin, 22. Dez.(Rundfunkmeldung.) In einem Anfall schwerer seelischer Depression hat sich gestern abend, wie die B. Z. am Mittag berichtet, Frau Helly Beese, eine erste deutsche Fliegerin, in einer Pension im Westen Berlins das Leben genommen. Guter Stand des österreichischen Staatshaushalts. wtb Wien, 23. Dez.(Tel.) Der Staatshaushalt im November 1925 zeigt statt des veranschlagten Abganges von 6,12 einen Ueberschuß von 8.24 Millionen Schilling. Das Tragen des Fez mit dem Tode bestraft. wtb. London, 22. Dez.(Rundfunkmeldung.) Einer Agenturmeldung aus Konstantinopel zufolge hat das Unabhängigkeitsgericht in Keraszunde zwei Mohammedaner, die sich weigerten, das Tragen des Fez aufzugeben, zum Tode durch den Strang verurteilt. Ministeranklage in Tschechien. wtb. Prag, 22. Dez.(Rundfunkmeldung.) Die gesamte deutsche, slowakische und kommunistische Opposition in Stärke von 140 Mann hat im Abgeordnetenhause einen Anklageantrag gegen den Ministerpräsidenten und den ehemaligen Eisenbahnminister wegen der beim Abbauverfahren vorgekommenen Gesetzwidrigkeiten überreicht. Der Antrag richtet sich nicht nur gegen die an den deutschen Beamten, sondern auch an mißliebigen tschechischen Beamten begangenen Ungerechtigkeiten. Im Abgeordnetenhause kam es bei Verlesung des Antrages zu Sturmszenen. Das Regierungsprogramm wurde mit 159 gegen 117 Stimmen bei Abschluß der Debatte zur Kenntnis genommen. Fremdenverkehr in Italien. wtb. Rom, 22. Dez.(Tel.) Nach einer Mitteilung des italienischen Fremdenverkehrsvereins besuchten in diesem Jahre 835 000 Fremde Italien. An erster Stelle stehen die Deutschen mit 186 000, dann folgen die Engländer mit 122 000. Seitdem die Deutschen wieder zahlreich nach Italien kommen, ist der April wieder der Monat des stärksten Fremdenbesuches geworden, während es jahrelang der August war. Die Fremden ließen in Italien ungefähr 3 Millionen Lire zurück. Dampfer von Piraten gekapert. wtb Hongkong, 23. Dez.(Tel.) Der von Schanghai ne Tientsin bestimmte Dampfer„Tungchow“ der chinesischen Dampfschiffahrtsgesellschaft ist von Piraten bekapert worden. — pw. Berlin, 22. Dez.(Tel.) Am 15. Februar tritt in Genf die vorbereitende Kommission für die Abrüstungskonferenz zusammen. Der Völkerbundsrat hat sich dazu entschlossen, auch solche Staaten einzuladen, die dem Völkerbund nicht angehören oder zurzeit noch nicht in ihm vertreten sind. Dazu gehört auch Deutschland. Am 12. Dezember ist durch den Vorsitzenden des Völkerbundsrates, Scialoja, das Einladungsschreiben, das erst jetzt im Wortlaut veröffentlicht wird, beim Reichsaußenminister eingegangen, in dem es u. a. heißt: Im Namen des Völkerbundsrates beehre ich mich, die Reichsregierung einzuladen, sich in der vorbereitenden Kommission für die Abrüstungskonferenz vertreten zu lassen, die durch den Rat auf Grund einer Entscheidung vom heutigen Tage gebildet worden ist und die am 15. Februar in Genf zusammentreten soll. Die diesem Schreiben beigefügte Urkunde enthält die vollständigen Angaben über die Zusammensetzung und über die Tätigkeit dieser Kommission, zu der außer den Staaten, die Mitglieder des Rates sind, folgende Nationaen eingeladen worden sind: Bulgarien, Vereinigte Staaten von Amerika, Finnland, Niederlande. Polen. Rumänien, Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken. Die Kommission soll befugt sein, Aeußerungen der technischen(militärischen und nichtmilitärischen) Organisation des Völkerbundes sowie aller Persönlichkeiten einzuholen, deren besondere Sachkunde nach Auffassung der Kommission geeignet sein könnte, ihre Arbeiten über irgendeine Frage zu erleichtern. Die Aufgabe der Kommission soll in der Vorbereitung einer Abrüstungskonferenz bestehen, deren Einberufung für einen möglichst baldigen Zeitpunkt ins Auge gefaßt ist. Das lange und fortgesetzte Studium, das der Völkerbundsrat der Abrüstungsfrage gewidmet hat. hat zu dem einstimmigen Beschluß geführt, daß diese Frage angesichts des politischen, wirtschaftlichen und technischen Umfanges der durch sie berührten Probleme nur dann mit der sicheren Hoffnung auf eine vollständige Lösung in Angriff genommen werden kann, wenn sie in ihrer Gesamtheit und unter Mitwirkung aller Nationen geprüft wird. Die Fragen. die Gegenstnd einer Prüfung bilden müssen, beziehen sich auf alle Seiten des Problems und gehen alle Nationen der Erde an. Nach Auffassung des Rates müssen die Arbeitsweise und die Organisation für das Studium dieser Frage einen nicht weniger universellen Charakter zeigen. Aus diesen allgemeinen Gründen wie auch aus den besonderen Gründen, die sich aus der großen Bedeutung Deutschlands für diese Fragen ergeben, legt der Rat den größten Wert auf die Anwesenheit der Reichsregierung nicht nur bei der einzuberufenden Konferenz, sondern auch bei der vorbereitenden Arbeit, die nach seiner Auffassung für den Erfolg dieser Konferenz unerläßlich ist. Der Rat hält den Zeitpunkt für das Studium der praktischen Möglichkeiten einer Herabsetzung und Beschränkung der Rüstungen unter Leitung und Verantwortung der Regierungen für gekommen und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß er in dem Augenblick, in dem alle Nationen der Erde diese gemeinsame Notwendigkeit anerkennen, auf die uneingeschränkte Mitarbeit der Reichsregierung an einem Werk rechnen können wird, das den Weltfrieden in so hohem Maße betrifft. Die deutsch=russischen Wirtschaftsbeziehungen. wtb. Berlin, 22. Dez.(Tel.) Der russische Volkskommissar Tschitscherin äußerte sich gegenüber einem Mitarbeiter der Industrie= und Handelszeitung über die Gestaltung der deutsch=russischen Wirtschaftsbeziehungen wie folgt: Nachdem unser Handelsvertrag mit Deutschland endgültig rechtskräftig geworden ist, werden wir ihn in die lebende Wirklichkeit umwandeln müssen. Die Perspektiven, die sich dabei vor unseren Augen öffnen sind außerordentlich verheißungsvoll. Die Periode, wo wir inmitten der durch die Intervention verursachten Ruinen mit den größten Anstrengungen die allerersten Elemente des Wiederaufbaus zusammenbrachten, ist vorbei. Schnell blühen unsere Lebenskräfte wieder auf. Das in der Natur der Dinge liegende Verhältnis Deutschlands und der Sowjetunion, die wirtschaftlich aufeinander angewiesen sind, muß jetzt mit voller Macht zutage kommen. Der gesamte wirtschaftliche Organismus der Sowjetunion strebt unaufhaltsam zum technischen Fortschritt. Tschitscherin glaubt, daß durch die Schaffung einer eigenen russischen Industrie der deutschen Maschinenindustrie keine Gefahr drohe, denn: Jedes Dorf, auch das entlegendste, sucht sich die allerneuesten technischen Mittel anzueignen. Der Absatzmarkt, der sich für Deutschland in der Sowjetunion immer mehr öffnen wird und die Beschäftigungsmöglichkeiten für deutsches Wissen und Können und für deutsches Unternehmertum, die sich bei uns mit jedem Tage mehr entwickeln werden, sind grenzenlos. Es ist töricht, zu glauben, daß die Verwandlung der Sowjetunion in einen Industriestaat die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Deutschland vermindern wird. Unser Territorium ist so groß, und die dort verborgenen Naturschätze so unzählbar, daß die Entwicklung der Industrieproduktion in der Sowjetunion immer neue Beschäftigungsmöglichkeiten für die deutsche Produktion eröffnen wird. Nach Tschitscherins Meinung kann ein Hundertmillionen=Kredit wegen seiner Kurzfristigkeit nicht ausgenutzt werden. Auf der anderen Seite bedeute für Rußland der Kredit alles. Als eine der wichtigsten Aufgaben erscheine ihm die Frage der Organisation des Kreditwesens. Er hege die beste Hoffnung, daß sie glücklich gelöst werde. W u. S Abreise Tschitscherins. wtb. Berlin, 22. Dez.(Rundfunkmeldung.) Der russische Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten, Tschitscherin, ist heute abend mit dem fahrplanmäßigen D=Zug Berlin—Königsberg nach Moskau abgereist. Auf dem Schlesischen Bahnhof hatten sich u. a. der russische Botschafter mit zahlreichen Herren der Botschaft, Vertreter des Auswärtigen Amts und bekannte kommunistische Abgeordnete eingefunden. Revision in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten. wtb Berlin, 22. Dez.(Tel.) Nach der Verordnung zur Entlastung des Reichsgerichts vom 15. Januar 1924 kann gegen Berufungsurteile in Ehescheidungssachen Revision an das Reichsgericht nur eingelegt werden, wenn sie das Oberlandesgericht im Urteil für zulässig erklärte. Diese Beschränkung wurde in dem vor kurzem verabschiedeten Gesetz zur Entlastung des Reichsgerichts nicht verlängert. Gegen die nach dem 31. 12. verkündeten Berufungsurteile in Ehesachen ist daher wieder wie ehedem das Rechtsmittel der Revision nach Maßgabe der allgemeinen Vorschriften der Zivilprozeßordnung unbeschränkt zulässig. Die Vorschrift der genannten Verordnung, wonach die Revision auf die Verletzung der§§ 139, 286 und 287, der Zivilprozeßordnung und Vorschriften über die richterliche Fragepflicht und Beweiswürdigung nicht gestützt werden kann, wurde dagegen in einer Geltungsdauer um ein Jahr verlängert. Ferner ist für die nach dem 31. Dezember 1925 verkündeten Berufungsurteile in vermögensrechtlichen Streitigkeiten die Revisionssumme von 1·800 RM. entsprechend der Regelung in der Vorkriegszeit auf 4000 RM. erhöht worden. Der Reichswirtschaftsrat zur Erwerbslosenfürsorge. wtb. Berlin, 22. Dez.(Tel.) Der sozialpolitische Ausschuß des vorläufigen Reichswirtschaftsrates hat den Antrag seines Arbeitsausschusses einstimmig angenommen, in dem die Reichsregierung ersucht wird allen älteren Erwerbslosen und ausgesteuerten Angestellten, insbesondere den über 40 Jahre alten, mit eigenem Hausstand eine sofortige einmalige Unterstützung von mindestens 100 Reichsmark zu gewähren und den gleichen Betrag allen Vollerwerbslosen und älteren Angestellten zu gewähren, insbesondere den über 40 Jahre alten mit eigenem Hausstande, die der ErwerbsUnterstützung für wtb Berlin, 22. Dez.(Tel.) Um den Lebensversicherungsgesellschaften die Möglichkeit zu geben, niedrigere Nettoprämien zu berechnen, hat das Reichsaussichtsamt für Privatversicherung in einem Rundschreiben an alle größeren in= und ausländischen Lebensversicherungsunternehmungen seine Bereitwilligkeit erklärt, künftig auf Antrag die Anwendung eines rechnungsmäßigen Zinsfußes bis zu 4½ Prozent zu genehmigen, soweit es sich um Lebensversicherungsbeträge handelt, deren Erfüllung in ausländischer Währung ausdrücklich belosenfürsorge nicht unterstehen und ferner die Dauer der Erwerbslosenunterstützung für die älteren Angestellten bis auf 52 Wochen zu erhöhen. Der Arbeitsausschuß empfiehlt, durch die Länder. Gemeinden und Gemeindeverbände aus vorhandenen Fonds Mittel für solche ältere Angestellte aufbringen zu lassen, die auch durch die gesetzlich zulässige Verlängerung der Unterstützungsdauer nicht in den Genuß der Erwerbslosenfürsorge gelangen können, sowie geeignete Notstandsarbeiten für solche Angestellte bereitstellen zu lassen. dungen ist. Allerdings würden im Falle einer Neuberechnung von Tarifprämien mit einem rechnungsmäßigen Zinsfuß von 4½ Prozent die Zuschläge zu den sich ergebenden niedrigeren Nettoprämien mit besonderer Sorgfalt anzusetzen sein. Bei der sogenannten sofort beginnenden Leibrente, deren Kaufpreis bei Abschluß des Vertrages in einer Summe an die Gesellschaft gezahlt wird. würde das Reichsaufsichtsamt es für zulässig halten, über den genannten Höchstsatz noch hinauszugehen, wobei es sich jedoch eine Entscheidung über die Höhe je nach Lage des Einzelfalles vorbehält. Umschau Bericht über die Ruhrkohlenförderung. wtb. Essen, 22. Dez.(Tel.) Nach vorläufigen Berechnungen wurden in der Zeit vom 6. bis 12. Dezember im Ruhrgebiet in 5 dreiachtel Arbeitstagen 1 909 877 To. Kohlen gefördert, gegen 2055 751 To. in der vorhergehenden Woche bei sechs Arbeitstagen. Die Kokserzeugung stellte sich in den sieben Tagen der Berichtswoche(in den Kokereien wird aus Sonntags gearbeitet) auf 401 002 To. gegen 405 378 To. in der vorhergehenden Woche, die Preßkohlenherstellung auf 73 037 To. gegen 74711 To. bei 5 dreiachtel bzw. sechs Arbeitstagen.— Die arbeitstägliche Kohlenförderung betrug in der Zeit vom 6. bis 12. Dezember im Ruhrgebiet 355 326 To. gegen 342 625 To. in der Woche vorher und 379 840 To. im Durchschnitt des ganzen Jahres 1913. Die tägliche Kokserzeugung stellte sich auf 57 286 To.(gegen 57 911 To. bzw. 68 377 To.), die arbeitstägliche Preßkohlenherstellung auf 13.588 To.(12 462 To. bzw. 16 439) Nach der Räumung der Kolae: Zone. wp. Kassel, 22. Dez. Mit der Räumung der Kölner Zone von den alliierten Truppen werden laut Kasseler Tageblatt auf Verfügung des preußischen Innenministeriums acht Hunderschaften der preußischen Schutzpolizei im Rheinland stationiert werden. So wird auch die zweite Hundertscheit der Kasseler Schutzpolizei unter Führung von drei Ofrizieren nach Köln verlegt werden. Der Leiter der Kasseler Schutzpolizei wird am 1. Januar noch Recklinglausen versetzt, um die Leitung der dortigen Schutzpolizei zu übernehmen. Noch keine Entscheidung über den Vorort der Handelskammern des besetzten Gebietes. wp. Darmstadt, 22. Dez.(Tel.) Zu der gestrigen Wiesbadener Meldung, daß die hessischen Handelskammern beschlossen hätten, den Vorort der Handelskammern des besetzten Gebietes nach Mainz zu verlegen, hört Wolffs Westdeutscher Provinzialdienst, daß eine Entscheidung hierüber noch nicht getroffen ist. Weihnachtsgrüße des Reichspräsidenten an deutsche Schifse in Uebersee. wtb. Berlin, 22. Dez.(Rundfunkmeldung.) Der Reichspräsident hat den beiden in Südamerika befindlichen Schiffen der Reichsmarine, Kreuzer„Berlin“ und Vermessungsschiff„Meteor“, folgenden Glückwunsch gesandt, dem sich der Reichswehrminister und der Chef der Marineleitung angeschlossen haben: „Zum Weihnachtsfeste sende ich den Besatzungen „Berlin“ und„Meteor“, und der deutschatlantischen Expedition Grüße der treugedenkenden Heimat und Wünsche für weitere erfolgreiche Fahrt. v. Hindenburg, Reichspräsident.“ Der deutsche Außenhandel im Monat November. wtb Berlin, 22. Dez.(Rundfunkmeldung.) Nach der amtlichen Statistik weist die reine Wareneinfuhr im Navember gegenüber dem Vormonat eine erhebliche Abnahme, nämlich um 218 Millionen Reichsmark auf. Daran sind Lebensmittel und Getränke mit 105 Millionen RM., Rohstoffe und halbfertige Waren mit 41 Millionen RM. und Fertigwaren mit 69 Millionen Reichsmark beteiligt. Die reine Warenausfuhr zeigt gegenüber dem Vormonat eine Abschwächung um 54 Millionen RM. Während die Ausfuhr an Fertigwaren eine Abnahme von 74 Millionen Reichsmark aufweist, ist bei der Ausfuhr von Lebensmitteln und Getränken(um 7 Millionen RM.), Rohstoffen und Halbfertigwaren (um 12 Millionen RM.) eine leichte Zunahme festzustellen. Notverordnung zur Aenderung des Grundvermögenssteuergesetzes. wtb. Berlin, 22. Dez.(Rundfunkmeldung.) Der Ständige Ausschuß des preußischen Landtages beschäftigte sich mit der von der Regierung vorgelegten Notverordnung zur Aenderung des Grundvermögenssteuergesetzes. Bekanntlich war am Freitag bei der namentlichen Abstimmung über das Gesetz Beschlußunfähigkeit des Plenums eingetreten. Die Regierung hielt aber das Vorliegen der Voraussetzungen für die Regelung durch Notverordnung für gegeben. Finanzminister Dr. Höpker=Aschoff betonte, daß die Steuer am 15. Januar fällig sei und daß, wenn die Regelung erst nach Wiederzusammentritt des Landtages erfolgt, die notwendige Zeit für die Vorbereitung mangele. Außerdem entfalle vom 1. Januar 1926 ab die Grundlage für die Erhebung. Darauf wurde die Notverordnung ohne weitere Beratung nach den Beschlüssen der Einzelabstimmung der dritten Lesung angenommen. Die Erträge der Kapitalverkehrssteuer. * Berlin, 22. Dez. Nach der Zusammenstellung des Statistischen Reichsamtes stellten sich die Einnahmen an Kapitalverkehrssteuer im November 1925 wie folgt: Aktiengesellschaften und Kommanditgesellschaften 1 304 050 Mark. Gesellschaften m. b. H. 957 791 Mark, bergrechtliche Gewerkschaften 17•392 Mark, andere Kapitalgesellschaften 3727 Mark, andere Erwerbsgesellschaften und die übrigen juristischen Personen 110 526 Mark. Bei der Wertpapiersteuer erbrachten verzinsliche inländische Schuld= und Rentenverschreibungen, Zwischenscheine und Schuldverschreibungen über zinsbare Darlehens= oder Rentenschulden 173.462 Mark, verzinsliche ausländische Schuld= und Rentenverschreibungen und Zwischenscheine 6277 Mark, ausländische Aktien und andere Anteile sowie für ausländische Genußscheine und Zwischenscheine 3351 Mark. Aus der Börsenumsatzsteuer ergaben sich für Anschaffungsgeschäfte über Aktien und Anteile sowie verzinsliche Werte 1 317.902 Mark Einnahmen, für Anschaffungsgeschäfte über ausländische Zahlungsmittel 437605 Mark, für die Einräumung von Bezugsrechten 7726 Mark. Die Aussichtsratsseuer weh## — Die Tarifverhandlungen im Bankgewerbe. Berlin, 22. Dez.(Tel.) Die angekündigten Schlichtungsverhandlungen zum Tarifstreit im Bankgewerbe fanden, wie der Deutsche BankbeamtenVerein mitteilt, bei zahlreicher Beteiligung unter dem Vorsitz von Staatssekretär Professor Müller statt und gestaltete sich teilweise sehr bewegt. Die Bankleitungen erklärten u. a., einer Verlängerung des Manteltarifs nur unter für die Angestellten erheblich ungünstigern Bedingungen zustimmen zu können. Außerdem verlangten sie die Absetzung der Verhandlungen über die Gehälter, da für diese im November ein Schiedsspruch für die Zeit bis zum 28. Februar gefällt wurde. Diese Entscheidung war aber vom Reichsverband der Bankleitungen abgelehnt worden, und der Minister hatte die Verbindlichkeit nicht ausgesprochen. Staatssekretär Müller entschied schließlich dahin, daß auch die Gehaltsfrage in die Beratungen der Schlichtungskammer einzubeziehen sei. Es liege ein öffentliches Interesse vor. AußerZuschlag und Verzugszinsen erbrachte 431 356 Mark. so daß zusammen 4771 201 Mark aufkamen. Die freie Meinungsäußerung der Beamten. pw. Berlin, 22. Dez.(Tel.) Der Disziplinarhof für die nichtrichterlichen Beamten hat über die Grenzen in der Betätigung des verfassungsmäßig gewährleisteten Rechts der freien Meinungsaußerung und des Petitionsrechts eine grundsätzlich wichtige Entscheidung gefällt, die vom preußischen Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung veröffentlicht wird. Wie der Amtliche preußische Pressedienst mitteilt, lautet die Entscheidung folgendermaßen; Die Ausübung des jedem Deutschen in der Reichsverjassung vom 11. August 1919 gewährleisteten Rechts der freien Meinungsäußerung(Artikel 118) ud des Petitionsrechts(Artikel 126) durch einen Beamten darf nicht über die ihm durch sein Dienstverhältnis zum Staat gezogenen Schranken hinausgehen. Der Beamte hat danach bei der Betätigung dieser Rechte, die ihm an sich zusteht, diejenigen Grenzen zu währen, die sich aus Paragraph 2 des Disziplinargesetzes vom 21. Juli 1852 für sein gesamtes dienstliches und außerdienstliches Verhalten ergeben. Er muß mithin die durch Anstand und Sitte sowie durch die Dienstzucht gebotenen Formen innehalten, darf aber auch inhaltlich nicht gegen die ihm durch die Beamsenstellung auferlegten besanderen Pflichten verstoßen. Bei dieser Auslegung befindet sich der Disziplinarhof in Uebereinstimmung mit dem Urteil des preußischen Oberverwaltungsgerichts vom 26. September 1921 sowie mit den Entscheidungen des Reichsdisziplinarhofs vom 21. Oktober 1924 und vom 24. Februar 1925. Sie gilt auch für das Recht des Beamten, sich mit Eingaben an den Beamtenausschuß seiner Behörden zu wenden. Ein neuer Fememord? wp. Berlin, 22. Dez.(Rundfunkmeldung.) Das Achkuhr=Abendblatt weiß von einem weiteren Fememord zu berichten, der vor zwei Jahren begangen worden sein soll. Es handelt sich um den Wachtmeister Willy Legner, der der sogenannten schwarten Reichswehr angehörte. Im Januar 1923 erhielt die Mutter Legners die letzte Nachricht von ihrem Sohne. Die von dem Fall unterrichtete Berliner Polizei schickte zwei Kriminalbeamte nach Frankfurt an der Oder, um dort Ermittlungen anzustellen. Dem obengenannten Blatte zufolge teilten die beiden Kriminalbeamten der Mutter des verschwundenen Wachtmeisters nunmehr mit, daß ihr Sohn allem Anschein nach einem Verbrechen zum Opfer gefallen sei. Wahrscheinlich liege er in der Nähe von Döberitz begraben. Hochverratsprozeß gegen einen kommunistischen Parteisekretär. wtb Leipzig, 22. Dez.(Tel.) Vor dem 4. Strafsenat des Reichsgerichts begann heute der Hochverratsprozeß gegen den kommunistischen Parteisekretär Ernst Wollweber aus Kassel, der sich wegen Beihilfe zum Hochverrat und Vergehens gegen das Republikschutzgesetz zu verantworten hat. Ihm wird zur Last gelegt, in den Jahren 1923 und 1924 im Bezirk Hessen sowie im Bezirk Schlesien politischer und militärischer Leiter gewesen zu sein. Am 5. Dezember 1923 wurde in Kassel eine Haussuchung im Parteibüro der KPD. vorgenommen. Dabei wurden Belege beschlagnahmt, woraus hervorgeht, daß Wollweber der militärische Leiter für den Bezirk Kassel war. Anfang 1924 wurde Wollweber von der Zentrale der KPD. nach Oherschlesien überwiesen. Er übernahm dort mit dem verannten Kommunistführer Heuke die politische sowie die militärische Leitung.— Der Prozeß wird mehrere Tage dauern. Neue Schwierigkeiten im Ministerium Briand. wtb Paris, 22. Dez.(Tel.) Echo de Paris will wissen, daß innerhalb des Ministeriums Briand sich ein lebhafter Widerspruch gegen die Finanzpläne Doumers geltend mache. Es sind namentlich die drei radikalen Minister Chautemps, Daladier und Durufour, die Widerspruch erheben und die sogar so weit gegangen sein sollen, daß sie ihren Rücktritt angeboten hätten für den Fall, daß eine Verdoppelung der Wirtschaftszölle vorgeschlagen werden sollte. Nun werde über ein Kompromiß verhandelt. Der Versuch Doumers, die Vermittlung Herriots anzurufen, sei gescheitert, da Herriot nach Lyon abgereist sei. Gestern habe sich Finanzminister Doumer zu Briand begeben. Dieser habe ihm den Rat erteilt, sich über alle Maßnahmen mit den Delegierten der Linksparteien zu verständigen— Das Echo de Puris halt es für möglich, daß Doumer seine Finanz= pläne umarbeitet und sich nach den Wünschen der Meyrheitsparteien richten werde. In der Umgebung Briands sei man hinsichtlich der Möglichkeit einer Verständigung vertrauensvoll. Der Tod Kitcheners. wtb London, 22. Dez. Rundfunkmeldung. Der erste Lord der Admiralität sagte in einer Erwiderung auf eine Anfrage im Unterhause, die Admiralität habe teinerlei Zweifel, daß der Kreuzer„Hampshire". der 1916 mit Lord Kitchener unterging, auf eine von dem deutschen Minenleger U. 75 gelegte Mine gestoßen sei. Nach späteren deutschen Berichten sei dieses Boot damals nach den Orkneyinseln gesandt worden, um in Vorbereitung des Auslaufens der deutschen Hochseeflotte Minen zu legen. Nach der Katastrophe seien in der dortigen Gegend 15 Minen, die offenbar von dem Üboot gelegt waren, aufgefischt worden.gefist der Uhrenindustrie folgenden Schiedsspruch: Mit Wirkung vom 4. Januar ab wird der tarifliche Spitzenlohn von 68 auf 66 Pfg. herabgesetzt. Die Stundenlöhne werden in der Spitze um 2 Pfg., die Akkordsätze um 3 Prozent ermäßigt. Das Lohnabkommen soll bis zum 24. April 1926 Gültigkeit haben, es sei denn, daß die Teuerungszahl eine Aenderung von über 5 Prozent erfährt. Die Erklärung der Parteien über diesen Schiedsspruch steht noch aus. Prozeß Gräfin Bothmer. 45 deutsche wp. Nach einer soeben erfolgten Veröffentlichung des Statistischen Reichsamts gibt es nach dem vorläufigen Ergebnis der Volkszählung vom 16. Juni 1925 gegenwärtig 45 Großstädte, davon 22 mit einer Einwohnerzahl von 100 000 bis 200 000, acht mit einer Einwohnerzahl von 200 000 bis 300000, acht mit einer solchen von 300 000 bis 500000, fünf von 500 000 bis 1 Million und zwei über 1 Million. Durch Bildung der Stadtgemeinde Groß=Berlin sind fünf Großstädte(Charlottenburg, Neukölln, Schöneberg, Wilmersdorf und Spandau) von der Bildfläche verschwunden; dagegen sind vier Großstädte(M.= Gladbach, diese infolge Eingemeindung von M.=Gladbach=Land, Neuwerk und Rheindahlen, Wiesbaden, Oberhausen und Ludwigshafen a. Rh.) neu hinzugekommen. Die Entwicklung der deutschen Großstädte in den letzten 15 Jahren zeigt folgendes Bild: Berlin: 3931071(1. Dezember 1910: 3734.258), Hamburg: 1 053 983(953103), Köln 693 266(600291), München 671 548(607 592), Leipzig 660 140(644644), Dresden 608 025(608 841), Breslau 553029(514 979), Essen 466133(410 214), Frankfurt a. M. 458 422 (414 576), Düsseldorf 428999(358 728). Hannover 414 108(381 678), Nürnberg 384 272(343142), Stuttgart 337643(298 462), Chemnitz 323 153(301 338), Dortmund 319933(258 962), Bremen 289 667 (257 248), Magdeburg 286 752(279 629), Königsberg 274 575(245 994), Duisburg 272 174(229 483), Stettin 250 603(237 403), Mannheim 242 236(206 049), Kiel 211 687(226 560), Gelsenkirchen 205 543(191 378), Halle a. S. 192330(180 843), Barmen 184 923 (187 342), Altona 182071(172 648), Kassel 168289 (153 196), Elberfeld 165074(170195), Augsburg 162 135(147 530), Bochum 156 047(136931), Aachen 155 296(156824), Karlsruhe 144 700(134411), Braunschweig 144 677(143552), Erfurt 134837 (123 548), Krefeld 130048(129 406), Mülheim=Ruhr 126 350(113 627), Hamborn 125 767(104 341), Lübeck 120 299(109 824), M.=Gladbach 114787(110 784), Plauen 109 953(101 272), Mainz 109 388(118 107), Münster i. W. 104750(90 254), Oberhausen 104737 (94 667), Wiesbaden 104 177(109 002), Ludwigshafen 100070(83301). Insgesamt haben die 45 Großstädte eine Einwohnerzahl von 16 377.667 gegen 15 196 136 am 1. Dezember 1910. In der Stadt Buer, die nach der fortgeschriebenen Bevölkerungszahl(am 1. April 1925 rund 102000) ebenfalls zu den Großstädten zählte, sind am 16. Juni nur rund 98000 ortsanwesende Personen ermittelt worden. Zu den 45 Großstädten kommt außerdem noch Saarbrücken als 46. Großstadt mit einer Bevölkerung von 125 000 hinzu. Die stärkste verhältnismäßige Zunahme unter den 45 deutschen Großstädten hat Dortmund erfahren (23,5 Prozent), es folgen Hamborn(20,5 Prozent). Ludwigshafen a. Rh.(20,1 Proz.), Düsseldorf(19.5), Duisburg(18,6), Mannheim(17,5 Prozent). Eine geringere Bevölkerung als 1910 hatten insgesamt acht Großstädte aufzuweisen, und zwar: Dresden, Kiel(—6,5 Proz.), Barmen, Elberfeld. Aachen, Plauen i. V.(—9,3 Proz.), Mainz(—7,3 Proz.) und Wiesbaden(—4,4 Prozent). Bei einzelnen Großstädten scheint die Verminderung auf das Verschwinden des Militärs zurückzuführen zu sein. Der gesamte Flächeninhalt der 45 deutschen Großstädte umfaßt 4060 Quadratkilometer(— 0,86 Proz. der gesamten Reichsfläche). Berlin besitzt einen Flächeninhalt von 878 Quadratkilometer und ist damit fast so groß als das Land Waldeck bezw. fast dreimal so groß als das Land Schaumburg=Lippe. Die zweite Stelle nimmt Köln mit 135 Qudratkilo= meter Flächenraum ein, dann folgen Hamburg mit 136 und Frankfurt a. M. mit 135 Quadratkilometer Flächenraum. Den geringsten Flächenraum besitzen Altona und Ludwigshafen mit je 22 Quadratkilo= meter. sei. Es liege ein öffentliches Interesse vor. Außer dem sei auch, da das Gesamtabkommen zum Jahresschluß sein Ende erreiche, ein Schiedsspruch über die Verlängerung nur unter Einbeziehung der Gehaltsfestsetzung möglich. Nach ungefähr fünfstündiger Dauer wurden die öffentlichen Verhandlungen geschlossen. Die Schlichtungskammer tritt zu den internen Beratungen am 23. Dezember zusammen. Schiedsspruch in der Schwarzwälder Uhrenindustrie. wtb Berlin, 22. Dez.(Tel.) Der Schlichtungsausschuß in Donaueschingen fällte im Lohnstreit in Der neue Gräfin Both wtb. Berlin, 22. Dez.(Rundfunkmeldung.) Nach Eröffnung der heutigen Sitzung des Bothmer=Prozesses richtete der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Hellwig, an die Angeklagte die Frage unter Bezugnahme auf eine Aeußerung des Verteidigers Dr. Brandt, es käme vor, daß unschuldige Personen, wenn sie zu Unrecht verdachtigt würden, Verdunkelungsversuche machten, um jeden falschen Verdacht zu entkräften, ob die Angeklagte vielleicht aus solchen Motiven heraus die anonymen Briefe geschrieben habe Die Angeklagte erklärte darauf:„Ich habe diese Briefe nicht geschrieben, weiß auch nicht, wer sie geschrieben haben könnte. Ich stehe sämtlichen Verdunkelungsversuchen völlig fern. Im weiteren Verlaufe begann Justizrat Josephsohn mit seinem Plaidoyer. Die Plaidoyers der Verteidiger begannen heute früh um halb 10 Uhr und dehnten sich bis 2 Uhr aus. Justizrat Josephson plädierte für die Polziner Fälle auf Freisprechung und für den Fall Potsdam im Falle der Verurteilung auf eine wesentlich herabgeminderte Strafe unter Berücksichtigung der nach dem ärztlichen Gutachten phantastisch=hysterischen Veranlagung der Angeklagten, sowie auch unter Berücksichtigung ihrer durch den Schritt ihres Gatten vollkommen vernichteten Ehe und ihrer demnächst dunklen Zukunft. Ferner beantragte er zum Schluß Haftentlassung. Rechtsanwalt Brandt plädierte in demselben Sinne wie der Mitverteidiger in den drei Fallen Polzin auf Freisprechung und für den Potsdamer Fall ist er ebenfalls für Freisprechung. Er bittet jedoch, falls es doch zur Verurteilung kommen sollte, ebenso wie der Mitverteidiger um ein mildes Strafmaß. Zum Schluß überreicht Brandt einen Brief, unterzeichnet Paul Lewinski aus Berlin, der sich bezichtigt, einen Hundertmarkschein aus einer Geldtasche, die in Polzin am Wege lag und die er gefunden habe, an sich genommen zu haben. Der Erste Staatsanwalt Gerlach erklärt, daß es für ihn feststehe, daß das Motiv der der Angeklagten zur Last gelegten Taten genau dasselbe ist, wie das Motiv der Tat, von der gestern Landgerichtspräsident Rieck berichtet habe, nämlich die Sucht nach Geld, hervorgerufen aus starken erotischen Neigungen der Angeklagten. Unter Berufung darauf, daß er bereits gestern seine Berufung zurücknahm, beantragt er daß das Urteil in erster Instanz zu Recht bestehen bleibe. Zum Schluß wird der Gräfin nochmals das Wort gegeben. Sie erklärt unter Schluchzen: Ich kann nur sagen, daß ich unschuldig bin; ich bin aber ehrlos, heimatlos, kinderlos, und mir liegt nichts mehr am Leben. Wenn ich auch leichtsinnig bin, das wird mir aber niemand nachsagen können, daß ich keine gute Mutter gewesen bin.“ Das Urteil im Bothmer=Prozeß. wtb Potsdam, 22. Dez.(Rundfunkmeldung. Im Prozeß gegen die Gräfin Bothmer vor der Berufungsinstanz wurde heute abend 7 Uhr folgendes Urteil gefällt: Die Angeklagte wird für zwei der drei Polziner Fälle zu einer Gefängnisstrafe von zwei Monaten, und für den Potsdamer Fall zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten verurteilt. Diese Strafe wird in eine Gesamtstrase von vier Monaten zusammengezogen. Zwei Monate Untersuchungshaft werden angerechnet. Für einen der Polziner Fälle wird sie freigesprochen. Der Haftbefehl wird aufgehoben. Gleich nach der Verkündung des Urteils wurde ein neuer Haftbefehl gegen die Angeklagte erlassen wegen Urkundenfälschung in dem Brief, den sie angeblich für Frau Rieck geschrieben haben soll. Die Gräfin war bekanntlich in erster Instanz am 18. November ds. Is. zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden. Gräfin Bothmer lehnt das Urteil ab. wtb Berlin, 23. Dez.(Tel.) Nach einer Meldung des B. T. hat die Gräfin Bothmer nach einer längeren Aussprache mit ihrem Verteidiger das Urteil des Potsdamer Berufungsrichters nicht angenommen. Aus Nah u. Fern. Zum Niedermendiger Kirchenraub. wp. Köln, 22. Dez. Zu dem in der Nacht vom 10. zum 11. ds. Mts. in Niedermendig. Kreis Mayen, verübten Einbruch in die katholische Kirche wird noch folgendes mitgeteilt: Nach Art der Ausführung der Tat muß angenommen werden, daß es sich um geübte Einbrecher handelt, die auch große Sachkenntnis in der Auswahl der wertvollsten Metallteile von Kelchen und sonstigen kirchlichen Metallgefäßen bewiesen haben, die für sie des Mitnehmens wert waren. Die gestohlenen Gegenstände, die wahrscheinlich an Ort und Stelle bereits in Stücke zerbrochen wurden, haben einen Wert von etwa 15 000 Mark. Es ist mit Sicherheit damit zu rechnen, daß das gestohlene Gut nur in zerkleinerten Stücken zum Kauf angeboten wird. Festgestellt wurde, daß in der Diebstahlsnacht zwischen 3½ und 4 Uhr morgens ein Auto Niedermendig verließ, weches bisher noch nicht ermittelt werden konnte. Dieses fuhr in der Richtung Kruft— Andemnach. Es ist daher sehr wahrscheinlich, daß die Diebe ein Auto zum raschen Fortkommen aus Niedermendig benutzt haben. Am Tatorte wurde eine Bochumer Zeitung vom 8. und eine Zeitung„Der Mittag“ vom 10. Dezember ds. Is. zurückgelassen. Alle Personen die zur vorliegenden Angelegenheit zweckdienliche Angaben machen können wollen sich beim Kriminal=Kommissariat IIa, Weidenbach 10, Zimmer 11, melden. Preistreiberei auf dem Friedhof. wv. Bonn, 22. Dez. Wegen Preistreiberei hatte sich der Rheinbacher Totengräber zu verantworten der die Gräber auf den christlichen Friedhof für 12 Mark und auf dem jüdischen Friedhof für 18 Mark schaufelte. Nach seiner Angabe soll dort der Boden schwerer sein. Der Gericht verurteilte den Angeklagten zu zwei Wochen Gefängnis und 20 Mark Geldstrafe. Die Gefängnisstrafe soll bei Zahlung von 100 Mark als verbüßt gelten. Keinerlei Anzeichen für ein Katastrophen=Hochwasser. wp. Koblenz, 22. Dez. Amtlich wird gemeldet: Unter dem Einfluß der steigenden Temperatur ist im Abflußgebiet des Rheins allgemeine Schneeschmelze eingetreten, die einen normalen Verlauf zu nehmen scheint. In den letzten 24 Stunden sind keine Regenfälle niedergegangen. Es ist wohl ein weiteres Steigen der Flüsse zu erwarten, aber es liegen keinerlei Anzeichen für ein katastrophales Hochwasser vor. Das Vordringen eines neuen Tiefdruckkerns vom Kanal macht weitere Regenfälle wahrscheinlich. Zum Explosionsunglück in Merlenbach. pw. Saarbrücken, 22. Dez.(Tel.) Wie die Saarbrücker Zeitung meldet, sind bei der Explosion in dem kleinen Dynamitlager in Merlenbach zwei Arbeiter getötet worden. Selbstmord eines Bankiers. wp. Frankfurt,? Dez. Der Inhaber eines hiesigen Bankhauses, Schröder, ist vor einigen Tagen freiwillig aus dem Leben geschieden. Schröder, der lange Jahre Kassierer der Mainzer Filiale der Elsässischen Bank war, hatte sich einige Jahre vor dem Kriege hier selbständig gemacht und sein Bankgeschäft zu einer gewissen Prosperität gebracht. Am Börsengeschäft war er im letzten Jahre nicht mehr beteiligt. Schröder war allgemein beliebt und überall als ehrlicher und lauterer Charakter bekannt. Direkte Schulden hinterläßt er nicht. Das Ende des Postillons. pw. Berlin, 22. Dez.(Rundsunkmeldung.) Am ersten Weihnachtsfeiertage werden sämtliche Berliner Pferdepostwagen durch Kraftwagen ersetzt sein. Um diesem Ereignis einen äußeren Ausdruck zu geben, wird sich ein Zug von dreißig blumengeschmückten Pferdegespannen von dem Paketpostamt in der Scharnhorststraße nach dem Postfuhramt bewegen. Die Postillone werden in ihrer alten Tracht kutschieren. Am Postfuhramt wird der Zug von Vertretern des Reichspostministeriums abgenommen. Dort wird auch zum letzten Male das Lied des Postillons auf dem alten Posthorn ertönen. Tausend Zentner Getreide durch Brandstiftung vernichtet. pw. Berlin, 22. Dez. Das Dominium Emilienhof bei der schlesischen Ortschaft Gogolin wurde nach einer Blättermeldung aus Breslau durch Großfeuer vernichtet, das mutwillig angelegt wurde. Ueber 1000 Zentner Getreide wurden ein Raub der Flammen. Vier Jahre Gefängnis für einen Bankdirektor. pw. Berlin, 22. Dez.(Tel.) Nach einer Blättermeldung aus Regensburg verurteilte das dortige Schwurgericht den ehemaligen Direktor der Filiale der Dresdner Bank in Regenburg, Scherrer, wegen Unterschlagung von 50 000 Mark zu vier Jahren Gefängnis und fünfjährigem Verlust der Ehrenrechte. 74 Selbstmorde in sieben Tagen. wp. Berlin, 22. Dez.(Rundfunkmeldung.) In der Woche vom 13. bis 19. Dezember verzeichnen die Akten des Berliner Polizeipräsidiums 74 Selbstmorde. In den meisten Fällen sind die Motive Arbeitslosigkeit und Nahrungssorgen. Die Zahl der Selbstmordversuche ist wahrscheinlich noch viel größer, da viele Fälle der Polizei nicht gemeldet werden. Sieben große Einbrüche in Berlin. wp. Berlin, 22. Dez.(Rundfunkmeldung.) In den beiden vergangenen Nächten wurden in Berlin sieben große Einbruche verübt. Am meisten heimgesucht wurden Konfektionsgeschäfte, wo den EinBerliner wotb Berlin. 22. Dez.(Rundsunkmeldung.) Bei unvermindert hochgradiger Geschäftsstille hielt die lustlose und schwachere Haltung der Börse an. In Nachwirkung des Verlustabschlusses der Rombacher Hüttenwerke ist die Verstimmung bestehen geblieben und wurde noch erhöpt durch Erörterungen über sich eventuell als notwendig erweisende abermalige Kapitalzusammenlegungen in der Industrie. Die Besserung der deutschen Handelsbilanz, welche im November einen abermaligen Rückgang des Einfuhrüberschusses erkennen läßt, kam unter diesen Verhältnissen nicht zu Kursauswirtungen. Bei ganz kleinen Umsätzen waren die Kursrückgänge aber nicht beträchtlich und gingen nur bei Kali, chemischen und einigen Nebenwerten über 1 Prozent hinaus, indem sie vereinzelt 2 Prozent erreichten. Gebrüder Junkers verloren unter Berücksichtigung des Dividendenabschlages von 8 Proz. 3½ Prozent. Am Rentenmarkte erhielt sich die Kauflust, vornehmlich für landschaftliche Goldpfandbriefe, die bei abermaliger starker Repartierung 1—1½ Prozent stiegen. Vortriegshypothekenpfandbriefe bröckelten dagegen weiter leicht ab. Unter Führung der Schiffahrtsaktien, die ebenfalls schwach lagen, erfolgte vorübergehend später eine Erhöbung, jedoch gingen die Kurse bald wieder auf den Anfangsstand zurück und sanken, namentlich am Montanund chemischen Märkte, noch unter diese. Am Börsengeldmarkt war heute eine leichte Belebung der Nachfrage zu verzeichnen. Der Satz für Tagesgeld wurde mit 7½ bis 9 Prozent genannt. Gegen Schluß wurde die Verstimmung allgemeiner. weil die Abgaben in Farbaktien anhielten und dadurch der Kursstand allgemein weiter nach unten gedrückt wurde. Es notierten: Badische Anilin 101, Elberfelder Farben 100¾, Höchster Farben 101, das sind durchweg über 3 Prozent unter gestern, ferner Gelsenkirchener 61¾, Harpener 87¾, Phönix 59½ Rheinstahl 46½, das sind 2—3 Prozent unter gestern, Paketfahrt 90¼, Norddeutscher Lloyd 91½.— Am Devisenmarkte war Paris weiter leicht abgeschwächt, wogegen die nordischen Plätze etwas fester lagen. brechern Werte von vielen Tausenden in die Hände fielen. Mordversuch aus Eifersucht. bb Berlin, 22. Dez. In der Sedanstraße in Berlin=Schöneberg gab die 27jährige Ehefrau Gertrug Rau nach kurzem Wortwechsel auf die 23jährige Ehefrau Hildegard Ziegenrücker einen Revolverschuß ab, der die letztere in den Unterleib traf und schwer verletzte. Die Täterin ergriff die Flucht, stellte sich jedoch bald darauf der Polizei. Sie gab an, aus Eifersucht gehandelt zu haben. Die Braut ermordet. wtb Berlin, 22. Dez.(Tel.) In der vergangenen Nacht ermordete der 26jährige Kammacher Milleweik aus Neukölln seine 19jährige Braut. Das Mädchen wurde mit durchschnittener Kehle in Britz ausgefunden. Der Grund zur Tat ist bisher nicht bekannt. Der Täter, der den Mord am gleichen Nachmittag seinen Eltern eingestanden hatte, ist verschwunden und konnte noch nicht ergriffen werden. wtb Berlin, 23. Dez.(Tel.) Der Kammacher Wilewzik aus Neukölln, der seine Braut in Britz durch mehrere Messerstiche in den Hals getötet hat, hat sich der Staatsanwaltschaft gestellt. Er erklärte, daß er nicht wisse, wie er sich zu der Bluttat habe hinreißen lassen können. Ein schwerer Einbrecher zu einer hohen Zuchthausstrafe verurteilt. wtb. Leipzig, 22. Dez.(Tel.) Vor dem gemeinsamen Schöffengericht wurde gegen den Arbeiter Mühlner und seine Ehefrau aus Colmen bei Colditz verhandelt. Der Angeklagte hatte sich wegen schweren Einbruchsdiebstahls in 24 Fällen zu verantworten. In den Jahren 1920—24 hat der Angeklagte außerordentlich schwere Einbrüche in der Riesaer und Rochlitzer Gegend unternommen, und Sachen von hohem Werte, insbesondere Wäsche= und Kleidungsstücke, entwendet. Das Gericht verurteilte Mühlner wegen Rückfalldiebstahls zu 8 Jahren Zuchthaus, 6 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaussicht und seine Ehefrau zu 6 Monaten 3 Wochen Gefängnis. Zugentgleisung infolge Dammrutsch. wtb Freiburg, 22. Dez.(Tel.) Heute früh ist der von Freiburg kommende Zug der Höllentalbahn gegen halb 8 Uhr zwischen Kappel und Rötenbach mit der Maschine entgleist, vermutlich infolge Dammrutsches. Zu dem Unfall wird ergänzend mitgeteilt, daß kurz vor der Station Rothenbach Felsmassen auf das Gleis stürzten. Der Lokomotivführer konnte noch im letzten Augenblick bremsen, wodurch ein größeres Unglück verhütet wurde. Die Lokomotive fuhr jedoch in ein Geröll hinein und kam mit einer Achse zur Entgleisung. Mit dreistündiger Verspätung konnte der Zug die Fahrt nach Donaueschingen fortsetzen. Größere Betriebsstörungen sind nicht verursacht. Ebenso kein Personen= und Sachschaden. Unwetter in der Schweiz. wtb. Bern, 22. Dez.(Tel.) Ueber Jura, insbesondere über den Städten Chaux de Fonds und Locle, ging ein heftiges Gewitter mit Hagel nieder. Aus verschiedenen Orten der West= und der Zentralschweiz werden heftigé Gewitter gemeldet. Eine Dampfmühle niedergebrannt. wtb Glogau, 22. Dez.(Rundfunkmeldung.) Heute nacht ist die Dampfmühle von Julius Derek im benachbarten Quariz abgebrannt. Der Schaden beträgt gegen 100 000 Mark. Verurteilte Alkoholschmuggler. wtb Luxemburg, 22. Dez.(Tel.) Im Prozeß gegen die angeklagten luxemburgischen Alkoholschmuggler, die größere Mengen Alkohol unter der Bezeichnung „Wasser" nach Deutschland schafften, wurden die drei Hauptangeklagten Blagius. Werdel und Weiker zu Gefängnisstrafen von 16 Monaten bis zu 2 Jahren und schweren Geldstrafen verurteilt, die im Nichtbeitreibungsfalle durch Gefängnisstrafen abzubüßen sind. „ 300(Zweites Blatt Drei Franzosen in Beatschlaur! Drei Franzosen haben das„unbekannte Land" durchforscht. Der erste, Marcel Ray, Redakteur am„Petit Journal“, einer der ersten Spezialisten Frankreichs für außenpolitische Fragen, ist nach Berlin gegangen und hat die neue, politisch=wirtschaftliche„Seele" von Deutschland zu ergründen versucht. Der zweite, Mitarbeiter des angesehenen Finanzblattes „Information“, wandte sich an eine Reihe von hervorragenden Wirtschaftsführern des Reiches, um die Möglichkeit eines deutsch=französischen Handelsvertrages, daneben aber auch wohl die neuen deutschen Wirtschaftsmethoden, zu untersuchen. Der dritte endlich, der bekannte Schriftsteller Felix Berthaux, hat eine längere Reise durch Süddeutschland unternommen, hauptsächlich um das„psychologische Potential“ der Nation zu erforschen. Das Ergebnis dieser Enqueten ist um so wichtiger, als sie seit vielen Jahren die ersten sind, die rein wissenschaftlich, d. h. ohne jede Tendenz noch Voreingenommenheit, ausgeführt wurden; dann aber auch, weil sie eine absolut neue Einstellung des Franzosen dem„deutschen Problem“ oder„Rätsel“ gegenüber bekunden. Marcel Ray findet den Janustempel in Deutschland geschlossen. Er liest unterwegs Plutarchs Beschreibung des Lebens von Numa Pompilius und zieht einen Vergleich zwischen der friedlichen Herrschaft dieses Mannes und dem heutigen deutschen Volk. Die alten Tugenden wachen wieder auf. Reinlichkeit, Pünktlichkeit, höfliche Korrektheit, Pflichtgefühl. Die erste Frage ist natürlich: Wo sind die Rüstungen? Wo das Volk in Waffen? Wo die militärischen Verbände?— Ray hat trotz aufmerksamster Beobachtung nichts gesehen. Keine Uniform, kein Gewehr, kein Bajonett. Nichts in materieller, nichts in moralischer Beziehung.„Die Leute scheinen friedlich, unkriegerisch.“ Schon ein paar Monate vorher hatte ein viel weniger unparteiischer Beobachter, Ludovic Naudeau, feststellen müssen:„Ich konstatiere, daß ich nichts konstatiere.“ Und das Urteil von Marcel Ray ist definitiv:„Jeder Fremde, der nicht schlechten Willens ist und die deutschen Städte nach verdächtigen Dingen untersucht, muß zu dem gleichen Ergebnis gelangen. Er sieht nichts, findet nichts.“ Zweite Frage: Was ist mit der deutschen Republik? Lebt sie? Gedeiht sie? Marcel Ray findet: Deutschland ist in zwei Hälften geteilt. Die eine schaut vorwärts, die andere rückwärts. Aber er verbessert sich gleich und meint: Man muß sich hier vor den Dingen hüten, die zu einfach sind. Er fühlt in sich, daß er als Franzose zu sehr nach rein politischen Gesichtspunkten urteilt. Das Dogma hat in Deutschland nicht die Gewalt wie in Frankreich. Er spricht von Marschall Hindenburg, den keine Macht der Welt dazu veranlassen könnte, seinen Eid auf die republikanische Verfassung zu brechen. Von Stresemann, der als Monarchist der Republik treue Dienste leistet. Von Luther, dem personifizierten gesunden Menschenverstand. Von den vielen Millionen Deutschen, die der Ansicht sind, daß über dem politischen Regime die treue Arbeit Copyright by Feuchtwanger(Halle). Roman von Peter Prior. 35 Fortsetzung. steht, die Ordnung, die ruhige Pflichterfüllung. Dritte Frage: Will Deutschland Frieden oder Krieg? Nach einer raschen Uebersicht über die Haltung der politischen Parteien antwortet Marcel Ray:„70 bis 75 v. H. der Deutschen sind für eine Politik des Friedens; ein Viertel zeigt sich unversöhnlich und lehnt jedes Abkommen mit Frankreich ab.“ Aber er macht gleich eine Einschränkung: Viele„Locarnisten“ sind für den„Frieden aus Notwendigkeit". Sie wissen, daß Deutschland in den nächsten fünfzehn bis zwanzig Jahren keinen Krieg führen kann. Alles hängt also davon ab, ob diese„provisorischen“ zu„definitiven“ Friedensfreunden werden. Ueber die Aussichten eines deutsch=französischen Handelsvertrages und der deutsch=französischen Zusammenarbeit im allgemeinen hat die „Information“ eine ganze Reihe von führenden Wirtschaftspersönlichkeiten in Deutschland befragt und von ihnen Antworten erhalten, die„manche Franzosen überraschen und in Erstaunen versetzen werden". Deutsch entwickelt die Gedanken, die er bereits Marcel Ray anvertraut habe. Er ist für eine schrankenlose Zusammenarbeit, die eine wirtschaftliche Wiedergeburt und auf politischem Gebiet die Bildung der Vereinigten Staaten von Europa zur Folge haben wird. Aber Europa ist ohne Amerika nicht denkbar: schon nicht um der nötigen Kredite willen.„Das Gold muß wieder seinen Rückweg über den Ozean antreten“. — Der Vertreter von Siemens, Koettgen, tritt ebenfalls warm für einen deutsch=französischen„Zollverein“ ein, in dem er das wirtschaftliche Heil beider Länder erblickt. Gemeinsam könnte dann Rußland aufgerichtet werden, und die deutsche Uebervölkerung würde nach den Kolonien abfließen können. Voraussetzung ist bei Frankreich ein größeres Verständnis für deutsche Lebensnotwendigkeiten und ein vermindertes Mißtrauen gegen jede, noch so berechtigte deutsche Forderung. Skeptischer urteilt Koettgen, wenn es sich um eine Uebertragung des Wirtschaftsbündnisses auf Amerika handelt; er glaubt nicht, daß in absehbarer Zeit die„große Wirtschaftsinternationale“ zustande kommen wird. Noch zurückhaltender ist Dr. Duisberg in Leverkusen. Frankreich selber tut durch eine unsinnige Zollpolitik alles Mögliche, um eine wirtschaftliche Verständigung fast aussichtslos zu machen. Es vermengt mit rein wirtschaftlichen politische und militärische Fragen und betrachtet besonders in der chemischen Industrie alles vom nationalen Standpunkte. Das deutsche Eigentum, die deutschen Patente sind ungeschützt. Erst muß Frankreich seine wirtschaftlichen Methoden aufgeben und eine Politik des Vertrauens einschlagen, ehe von einer Verständigung gesprochen werden kann. Frankreich hat die Tendenz, alle Konkurrenten Deutschlands auf dem Weltmarkt zu bevorzugen, indem es ihnen weitgehende Zollerleichterungen verschafft; wie kann da von einem„freundschaftlichen Abkommen“ die Rede sein? Direktor Müller legt den Standpunkt der Textilindustrie dar. Frankreich übt gegenwärtig einen Dumping aus, vor dem jede Industrie schließlich die Waffen (Nachdruck verboten.) „Dann habe ich ja hier nichts mehr zu suchen“ sagte Käthe und verließ das Zimmer. Nach wenigen Stunden erschien Martin im Auftrag Goldschmidts und suchte einzulenken. Käthe blieb hart. Als aber Goldschmidt im Laufe der nächsten Tage immer wieder um ihren Besuch bat, entschloß sie sich, zu Goldschmidt zu gehen. Doch die beiden alten Freunde blieben sich fremd.— Martin arbeitete wieder den ganzen Tag im Atelier. Seine Arbeit war dort dringend nötig. Käthe erledigte die Theatergeschäfte, ohne Lust und Liebe. Sie fühlte sich matt und müde. Sie war noch ein junges Mädchen und kam sich alt vor. Sie dachte jetzt häufig an Hedwig und an Winkelglück. Manchmal legte sie sich die Frage vor, ob sie nicht zu Hedwig fahren solle, ohne sich zuvor anzumelden. Aber ihr Stolz ließ es nicht zu. Gewiß hätte sich Hedwig gefreut, aber im stillen hätte sie sich doch gedacht, nachdem es ihr draußen in der Welt nicht gut gegangen sei, komme sie wieder nach Hause. Sie ging nur mehr selten in Gesellschaft. Wenn sie sich unter Menschen zeigte, war sie ausgelassen und lebendig. Kein Mensch ahnte, daß sie unglücklich und unzufrieden war. Martin, der es genau wußte, konnte ihr nicht helfen. Seit dem Tage, an dem Goldschmidt verunglückt war, hatte sich das Verhältnis Käthes zu Martin geändert. Sei behandelte ihn nicht mehr als Untergebenen, sondern als Freund. Doch sie schken sich in seiner Gesellschaft zu langweilen. Was ihn interessierte, Theater= und Kunstdinge, strecken muß. Zudem umgibt es sich selber mit unübersteigbaren Zollmauern; es erhebt den Anspruch, zu verkaufen, ohne Abnehmer zu sein. Während Deutschland vor dem Kriege für 500 Millionen Mark Waren lieferte, bezieht Frankreich jetzt noch für 100 Millionen. Trotz= dem will es allein für 400 Millionen Textilien nach Deutschland liefern! Damit Frankreich verhandlungsfähig sei, muß es zunächst seinen Franken stabilisieren und zum zweiten seine „kriegsindustriellen“ Methoden ändern. Dann, aber auch dann erst kann von einem„Zollverein des westlichen Europa“ die Rede sein. Zum Schluß sagt die„Information“, daß eine Woge des Pessimismus die deutsche Wirtschaft gegenwärtig überflutet. Felix Berthaux hat die Gesinnungen des„Volkes“ und der„Bürgerschaft“ mit peinlicher Genauigkeit durchforscht. Er verzeichnet eine Menge von„Symptomen“, findet, wie Marcel Ray, überall Ordnung, Gewissenhaftigkeit, höfliche Zuvorkommenheit, besonders bei den Beamten. Man würde sich recht gut verstehen, wenn folgende Bedingungen erfüllt wären: Deutschlands Recht auf Kolonien anerkannt; die Korridorfrage, die eine „schleunige Lösung“, erfordert, in zufriedenstellender Weise erledigt; die Entwaffnung allgemein, also auch in Frankreich, durchgeführt. Das deutsche Volk will in seiner ungeheuren Mehrheit„den Frieden bei sich und mit den Nachbarn“. Was nun die„Bourgeoisie“ angeht, so sind ihre Gefühle den Franzosen gegenüber sehr verschieden. Man hat furchtbar gelitten, man leidet noch heute, und es ist zu verstehen, daß man nach dem Urheber all' dieser Leiden sucht. Bertheaux meint:„Es ist einfacher, Poincaré zu beschuldigen als den Krämer, der das Pfund Butter um 20 Frank verkauft." Die Besten aus diesen Kreisen schrekken davor zurück,„sich Frankreich an den Hals zu werfen“. Aus den Probinzen. Einem Schwindler in die Hände gefallen. Altenbögge, 23. Dez. Einem Schwindler in die Hände gefallen ist eine hiesige Familie. Zu Anfang des Monats bat er als Unbekannter um ein Quartier. Er vermochte sich bei der Frau des Gastgebers Glauben zu verschaffen und erzählte ihr, daß sein Vater ein Landwirt sei und einen Hof von 25 Morgen besitze. Unter der Angabe. ihr billig ein fettes Schwein zu besorgen, ließ er sich von der leichgläubigen Frau eine Anzahlung von 25 A geben, mit der er dann auf Nimmerwiedersehen verschwand. Hoffentlich gelingt es der Polizei, dem Betrüger seine Frechheit zu entgelten. Ertappter Langfinger. Münster, 23. Dez. Auf dem Hauptbahnhof wurde einem auswärtigen Landwirt beim Einsteigen in den Zug im Gedränge die Bkieftasche mit einem hohen Betrag gestohlen. Der Langfinger war aber bemerkt worden, woraufhin er seinen Raub fallen ließ und das Weite suchte. Leider konnte er nicht mehr gefaßt werden. schien ihr belanglos. Wenn er von seinen Arbeiten oder vom Deutschen Theater erzählte, bat sie, ihr nicht davon zu berichten. Sie höre den ganzen Tag mehr als genug davon. An einem Abend schien es, als ob sich die heiden finden wollten. Sie sprachen stundenlang von Oberammergau, von beider Kindheit und von Hedwig. Käthe erzählte, wie sie unter der der Trennung leide, sie wisse bestimmt, ihre Unzufriedenheit und ihre Einsamkeit seien zu Ende, wenn sie wieder mit Hedwig vereint sei. Martin wandte sich ab. Schließlich erwiderte er träumend:„Sie ist ein Mensch anderer Art als wir. Sie ist zart und fein und man muß sie behutsam anfassen, sonst entzieht sie sich einem.“ „Nein,“ sagte Käthe lebhaft.„Wir klügeln und düfteln. Wir sind empfindlich und gereizt. Hedwig dagegen ist fest und hart. Sie geht geradeaus ihren Weg. Während wir für kurze Zeit ein eingebildetes Glück genießen, ist sie das ganze Leben lang zufrieden und erfüllt ihren Zweck.“ „So ferne und weit liegt das zurück“, sprach Martin leise vor sich hin.„Damals waren Oberammergau und Ettal die ganze Welt. Zwischen München und Garmisch bewegte man sich und war sein eigener Herr. Damals verstand man noch jeden Baum. Wenn einem das kleine Mädel aus der Villa entgegenkam, dann sangen die Englein und der Himmel weilte auf Erden. Und heute! Heute ist man berühmt und hat Geld und wird von geschminkten Damen angebetet und trinkt Sekt und ist doch recht, recht unzufrieden..“ „ Käthe blickte ihn groß an.„Martin“, sagte sie und legte den Arm um seine Schulter.„Warum sprechen sie sonst nicht so zu mir? Wir könnten so gute Freunde sein und uns gegenseitig über so vieles hinweghelfen. Und warum tun wir es nicht?“ „Weil Sie sich selbst noch nicht gefunden haben, Käthe. Weil Sie kein Ziel kennen und weil Freundschaft die Liebe nicht ersetzen kann.“ Mittwoch, 23. Dezember 1925. Beide waren erst 12 bezw. 11 Jahre alt. Nach zweistündiger angestrengter Arbeit konnten die Leichen geborgen werden. Der Fall ist umso tragischer, weil die Eltern erst letzthin gelegentlich eines Landaufenthaltes in Schlesien eine Tochter durch Ertrinken verloren haben. Ehrlich währt am längsten. Lengerich, 23. Dez. Der Güterbodenarbeiter Friedrich Stievicke von hier hatte am 28. 9. dieses Jahres aus einem Schließkorb eine Flasche Boonekamp entwendet. Zwei Tage darauf entglitt ihm eine Kiste mit Wurstwaren und ging beim Auffallen entzwei. Bei dieser Gelegenheit eignete sich St. eine Wurst an und legte sie in seinen Spind. Die Diebstähle wurden sofort bemerkt und St. mußte sich dieserhalb vor dem Schöffengericht in Münster verantworten. Für seine Leichtsinnigkeit erhielt der Angeklagte eine Gefängnisstrafe von vier Monaten. Oeffentliches Aergernis. Sendenhorst, 23. Dez. Bereits wegen des gleichen Deliktes vorbestraft, mußte sich der Maurer Bernhard Vennewald vor dem Schöffengericht in Münster wegen Erregung öffentlichen Aergernisses verantworten. Der Angeklagte bestritt die ihm zur Last gelegte Tat. Das Urteil lautete auf drei Monate Gefängnis. Unfug, der ins Geld reißt. Enningerloh, 23. Dez. Am 20. September ds. Jahres hatten die Schuhmacher Bernard Vogt, der Fuhrmann Voges und der Maurer Friedrich Binneck von hier an einem Turnerfest teilgenommen und glaubten auf dem Heimweg ihren Uebermut durch einige nichtsnutzige Streiche kühlen zu müssen. Sie zertrümmerten zunächst eine Straßenlaterne, warfen einen beladenen Bockkarren um und brachen dann noch auf der Landstraße mehrere Obstbäume ab. Abgesehen davon, daß sie zunächst den entstandenen Schaden mit 140 M bezahlen mußten, hatten sie sich auch jetzt noch vor dem Gericht in Münster wegen groben Unfugs und Sachbeschädigun zu verantworten. Auch hatten sie einen alten morschen Gartenzaun umgebrochen. Wegen der letzten Sache erhielten sie eine Geldstrafe von 20 M, wegen des Umwerfens des Karrens je 10 Mark, und wegen der Zertrümmerung der Strassenlaterne und des Umbrechens der Obstbäume je ein Monat Gefängnis. Die Gefängnisstrafe wurde ihnen bei einjähriger Bewährung und Zahlung einer Buße von 100 A vorläufig ausgesetzt. Alles in allem mit Gerichts= und Verteidigerkosten ein teures Vergnügen. Merkwürdige Erscheinung. Aus dem Bergischen, 23. Dez. Eine große Beunruhigung ist bei der Bevölkerung von Solingen eingetreten; plötzliche Todesfälle infolge eines Gehiernschlages sind in der letzten Zeit zahlreich aufgetreten; völlig gesunde Personen wurden bei der Arbeit oder auf der Straße vom Tode überrascht. Auch in Wold und Leichingen kamen mehrere Fälle vor.— Ein recht gefährlicher Mensch scheint ein junger Mann in Wald zu sein; während sein Vater in der Wohnung auf der Totenbahre lag, stahl er seiner alten Mutter 900 A und schickte sich an. das Geld zu verjubeln. Als der Diebstahl entdeckt wurde, waren bereits 300 Al verjubelt. Die Polizei mußte den jungen Mann vor der begreiflichen Erregung seiner Verwandten schützen und in Haft nehmen. Käthe fragte Martin, warum er denn Hedwig nicht einmal aufsuche. Sie würde sich sehr freuen, wenn er ihr von der Schwester einiges erzähles könne. Martin gab ausweichende Antworten. Aber wenn er an Käthes Stelle stände, sagte er, wüßte er, was er zu tun hätte. Er würfe den Ballast der Geschäfte auf mindestens ein Jahr von sich und setzte sich gehörig zur Ruhe. Vorerst fahre er aber auf Stelle zu Hedwig. Käthe lächelte trüb.„Sie sind aber nicht an meiner Stelle“, sagte sie.„Es wird schon noch so kommen. Doch wir wollen der Zeit nicht vorgreifen.“ Martin ging glücklich nach Hause. So waren sie doch verwandte Seelen. Und er wußte, er würde Käthe finden. Wenn nicht heute, so doch später. „Wir wollen der Zeit nicht vorgreifen.“ Schon tags darauf war Käthe mürrisch. Sie war unzufrieden mit einer Künstlerin des Deurschen Theaters, die ihr die Regine in den„Gespenstern“ zu aufdringlich spielte.„Das ist ja alles nichts,“ sagte sie zu Martin,„wenn da nicht bald Aenderung eintritt, dann verlottert die ganze Geschichte.“ Die Leitung des Deutschen Theaters hatte jetzt Alexander von Blecken in Händen. Er hatte seinen Wiener Vertrag schnell gelöst und war nach Berlin gekommen. Auch er war im Laufe weniger Jahre gealtert. Sein Blick war energisch. Er schien noch ernster, als er früher gewesen war. Zu Käthe war er kurz und formell. Er besprach mit ihr nur das Notwendigste. Er war auf den Proben äußerst streng und kümmerte sich, wenn er Regie führte, auch um Käthe nicht. Publikum und Kritik waren von ihm begeistert. Wenn er Regie führte oder gar selbst spielte— er übernahm nur wenige Charakterrollen— dann war das Theater ausverkauft. Wenn er ein Stück neu einstudierte, dann galt die erste Aufführung als Sensation. Die Bühneneinrichtung ließ er sich vom Atelier Sommereck& Degenhardt anfertigen. Er schilderte Martin, was er wollte, und Martin behauptete, daß er keinen so künstlerisch empfindenden Theatermann kenne wie Alexander von Blecken. Käthe hatte Bleckens Kommen mit Mißtrauen entgegengesehen. Sie hatte gefürchtet, er werde sich wieder Mühe geben, sich ihr anzugliedern. Als sie ein ersprießliches Schaffen in den ersten Wochen wahrgenommen hatte, hatte sie geglaubt, er wolle ihr mit seinem Ernst beweisen, was für ein brauchbarer Mensch er sei. Nachdem sich aber auch nach seinen außergewöhnlich großen Erfolgen sein Verhalten zu ihr nicht änderte, wurde sie stutzig. Was war mit ihm vorgegangen.? Oder hatte sie sich in ihm früher getäuscht? Hatte sie mit ihrem ernsten Gefühl, das sie zu ihm hingetrieben hatte, etwa doch recht gehabt? Sie ging nun häufiger ins Theater, wenn er die Proben leitete. Blecken aber sprach sie nicht an und achtete nur wenig auf sie. Sie sprach wegwerfend zu ihm, aber auch das bemerkte er nicht. Sie lud ihn zum Diner und zum Souper ein. Er suchte nach Ausreden, sich ihrer Gesellschaft zu entziehen. Es war das erste Mal, daß Käthe einem Mann offensichtlich nachlief und daß sie von ihm zurückgemresen wurde. Trotzdem sie aufs tiefste gekränkt war und alle ersenklichen Pläne schmiedete. ihn an sich zu fesseln— später wollte sie ihn dann wieder fallen lassen— fand sie gefallen an dem Spiel. Es gab ihrem Veeren Leben wieder einen Inhalt. * Hedwig Fastenhamm studierte an einer im Verlag K. W. Müller erschienenen Broschüre über städtische Fleischversorgung herum. Sie hatte nur wenig Interesse für das Thema, aber da ihr Mann das Vorwort geschrieben hatte, wollte sie den Inhalt kennenlernen. Ihre Gedanken jedoch weilten, wie jetzt immer, bei dem Kind, das sie erwartete. *.*.i(Fortsetzung folgt.) Die neuen Benutzaugsbestimmungen für die Deutschen Jugendherbergen. Fortan drei Arten der Ausweise.— Die Einführung des Führer=Ausweises.— Jedes Jahr eine neue Jahresmarke. Der Reichs=Herbergstag 1925 zu Allenstein beschloß die Einführung des Führer=Ausweises. Demgemäß ändern sich ab 1. Januar 1926 die Benutzungsbestimmungen. Es haben sich alsdann auszuweisen: 1. jugendliche Einzelwanderer bis zum vollendeten 20. Jahre durch den Bleibenausweis mit Angabe des Alters, abgestemveltem Lichtbild und gültiger Jahresmarke; Preis 50 Pfg.; 2. die Mitglieder durch die Mitgliedslarte mit abgestemveltem Lichtbild und gültiger Jahresmarke; Mindestbetrag RM. 3.—; 3. Führer von Jugend= und Schülergruppen(Mindestalter 17 Jahre) in allen IH(mit Ausnahme der in den Alven und dem Alpenvorland) durch den Führerausweis mit abgestempeltem Lichtbild und gültiger Jahresmarke; Preis des Führerausweises 20 Pfg., der Jahresmarke 5 Pfg. Keines Ausweises bedürfen Jugendliche und Schüler bis zum vollendeten 20. Jahr in Gruppen von mindestens 3 Teilnebmern und unter verantwortlichem, mit einem gültigen Führerausweis versehenen Führer. Die Bleibenausweise und Mitgliedskarten werden durch die zuständigen Ortsgrupven und Zweigausschüsse für Deutsche Jugendher= bergen ausgestellt.(Angaben darüber im ReichsHerbergsverzeichnis, das für 90 Pfg. durch die Buchhandlungen zu beziehen ist). ; lichen Behandlung der Geschlechtokrankheiten erzielt worden sind. Diese unentgeltliche Behandlung der Geschlechtskrankheiten soll vor allem für die Seeleute gesichert werden. Es bestehen schon in fast 200 größeren Häfen der Welt kostenlose Behandlungsstellen für Seeleute; in Deutschland ist Hamburg darin vorbildlich vorgegangen. Außerdem bemüht sich die Internationale Gesellschaft, in den Hafenstädten prophylaktische Stationen einzurichten, sowie den Seeleuten gute Unterhaltungsmöglichkeiten in der Freizeit zu bieten. Der Kampf gegen Schmutz und Schund in Wort und Bild soll auf internationaler Grundlage aufgenommen werden; besonders gefordert wurden Verbote aller öffentlichen Verstöße gegen die guten Sitten, aller Anreizungen zur Unsittlichkeit und aller Anpreisunegn für die Behandlung dieser Krankheiten. Die an maßgebender Stelle ausgesprochene Erkenntnis, daß die Reglementierung die Prostitution nicht erfaßt und nicht saniert, ist für die Länder, die noch Bordellbetrieb haben, von allergrößter Bedeutung. Man wird überall, auch in Deutschland, die Bordelle entfernen müssen, und den Anfang dazu hat man schon gemacht, so z. B. in Hagen(Westf.). Der Westdeutsche Sittlichkeitsverein hat den durchaus berechtigten Standpunkt, den jetzt der Internationale Kongreß zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten einnimmt, schon seit seiner Gründung vor 40 Jahren eingenommen. — Norwegischer Winter und Wintersport. Führerausweise werden durch die den Ortsgruppen und Z weigausschüssen für Deutsche Jugendherbergen angeschlossenen Vereinen und Verbänden und durch die Schulen ausgestellt, notfalls auch durch die Ortsgrupven und Zweigausschüsse für Deutsche Jugendherbergen. Die körverschaftliche Mitgliedschaft eines Reichsverbandes gibt dessen Untergruppen kein Recht zur Ausstellung der Führerausweise. Um eine rechtzeitige Belieferung mit FührerAusweisen sicherzustellen, wird Vereinen, Verbänden und Schulen empfohlen, bis spätestens 30. 12. 1925 den Führer=Ausweis mit den Jahresmarken für 1926 bei den zuständigen Ortsgruppen oder Zweigausschüssen anzufordern. Gleichzeitig ist eine Liste der Führer einzureichen, für die die Haftung übernommen werden muß. Der Führer=Ausweis für die IH. in den Alven und im Alvenvorland ist durch den Ortsausschuß München für Jugend= Alvenwanderungen, München, Hauptbahnhof=Südbau, zu beziehen. Wanderer über 20 Jahre(ausgenommen Gruppenführer) finden in den IH. des Zweigausschusses Südbayern für Deutsche Jugendherbergen keine Aufnahme. Jugendliche Einzelwanderer sind zugelassen, im Flachlandgebiet(Gebiet nördlich Münchens). Bei Unklarheiten wende man sich an die nächste Ortsgruppe für Deutsche Juegndherbergen. Die Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten. Es ist erfreulich, zu sehen, daß bei der Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten allmählich auch der internationale Gesichtspunkt in den Vordergrund tritt. Nach dem Kriege zeigte sich überall in den europäischen Ländern, daß diese vorhandenen Krankheiten in erschreckender Weise sich verbreitet hatten. Man hielt es deshalb für nötig, daß Wege zur Abwehr beschritten wurden, und suchte durch ärztliche Behandlung, durch Vorbeugung und seruelle Aufklärung dieser unheimlichen Krankheiten Herr zu werden. Auch von Staatswegen nahm man überall diesen Abwehrkampf auf. Allmählich erkannte man, daß auch die Staaten untereinander sich bei diesem Abwehrkampf die Hände reichen und gemeinsam vorgehen müßten. So tagte Anfang Oktober in Paris der Internationale Kongreß zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten. Diesem Kongreß gehören 33 Staaten an; 18 davon hatten Vertreter entsandt. Deutschland selbst hatte 3 Vertreter geschickt. Erfreulicherweise konnte aus allen Ländern über eine erhebliche Abnahme der Syphilis berichtet werden. In allen Ländern, mit Ausnahme von Deutschland und zwei Kantonen der Schweiz, ist die Behandlung der Geschlechtskrankheiten durch Laien gesetzlich streng verboten. Ein Umstand indessen machte diesen internationalen Kongreß ganz besonders beachtenswert: Allgemein wurde zugegeben, daß die Reglementierung der Prostitution es zu keiner Zeit und in keinem Lande vermocht hat, die Geschlechtskrankheiten einzudämmen; deswegen wurde ohne Widerspruch beschlossen, allen Ländern deren völlige Aufhebung zu empfehlen. An deren Stelle sind Maßnahmen gegen die sozialen, wirtschaftlichen und sittlichen Ursachen der Prostitution zu ergreifen, unter Schonung der individuellen Freiheit, soweit die Allgemeinfreiheit nicht gefährdet wird. Auf Zwangsmaßnahmen kann dabei nicht ganz verzichtet werden, sie sollen aber nur Anwendung finden, wenn aus Leichtsinn oder Unverstand eine Gefahr für andere entsteht, sie sollen sich auch nicht nur wie bisher auf den engbegrenzten Kreis der polizeilich eingeschriebenen Prostituierten beziehen, sondern auf alle Frauen und Männer, welche eine Gefahr für die Allgemeinheit bilden. Von den Vertretern Englands und der nordischen Länder wurde auf die großen Erfolge hingewiesen, welche durch Einführung der unentgeltm Oslo, 18. Dez. Skisport ist und bleibt der König des Sports in Norwegen und hat hier eine beispiellose Verbreitung, wie schon die große Menge der Landes= und Bezirksskirennen zeigt, die alljährlich, im Januar beginnend und im März endend, in den verschiedenen Landesteilen bis nach Bodö und Narvik bei den Lofoten hinauf gehalten werden und worin die Holmenkolrennen, die diesmal vom 25. bis 28. Februar und am 1. März vor sich gehen, den Höhe= und Glanzpunkt aller skisportlichen Wettbewerbe bilden. Noch sind die Norweger auf dem Holmenkol von keinem Ausländer besiegt worden und dürften auch ihren Rang für immer behaupten, denn so ausgedehnt, wie in Norwegen der Skisport betrieben wird, wo die Kinder beinahe schon Sti zu laufen beginnen, sobald sie auf den Beinen zu stehen vermögen, muß sich diese Fertigkeit zu einer Vollkommenheit entwickeln, die anderwärts nicht leicht zu erreichen ist, namentlich nicht im Sprunglaufen. Schon die Natur weist auf umfangreichen Gebrauch der Ski hin, indem in den abgeschiedenen Gebirgs= und Talgebieten, wo weder Pferd noch Wagen vorwärts kommen, nur der Ski als einziges Verkehrsmittel in Frage kommt, so bei der Postbestellung, bei der Jagd, und im norwegischen Heer nehmen Winterübungen auf Ski einen breiten Raum ein. Der norwegische Winter erhält dadurch sein Gepräge, daß die Tage zwar kurz sind, aber häufig klarer Himmel herrscht, so daß unter dem Einfluß der auf die beständige Schneedecke prallenden Sonnenstrahlen eine gewaltige Lichtfülle herrscht. Die reine Luft in den Gebirgsgebieten hat denn auch Anlaß zum Auftauchen zahlreicher„Sanatorien“ gegeben, die den ganzen Winter offen sind und von Erholungsuchenden und solchen besucht werden, die Wintersport, in erster Linie Skilauf ausüben wollen. Seit Jahren locken diese„Sanaorien“ auch Ausländer an. Am bequemsten lernen Fremde allerdings die ganze Eigenart des norwegischen Wintersports bei Oslo lernen. Vor allem auf dem Holmenkol, der sich 310 Meter über M. erhebt, und bei dem dicht dabei gelegenen Frognersäter, zu welchen Anhöhen Straßenbahn und elektrische Bahn führen. An den Sonntagen herrscht dort oben ein Sportgewühl ohnegleichen. Dann strebt von Oslo aus mit Ski und Schlitten eine wahre Völkerwanderung zum Holmenkol und Frognersäter. In endloser Reihe sausen die skilaufenden Damen und Herren durch das Gelände, und ein besonders beliebter Tummelplatz für kühneSportler ist der langgewundene Abhang, der den bezeichnenden Namen„Korkenzieher" (Korkträkker) führt. Auf Ski und Schlitten geht es durch die halsbrecherischen Kurven, doch hört man selten von einem Unglücksfall. Außer den Sporttreibenden auf Holmenkol und Frognersäter, das eine Sehenswürdigkeit für Fremde ist, gibt es übrigens dort oben noch mancherlei Interessantes, das auch den Sommertouristen, die die großartigen Aussichtspunkte besuchen, zu Gebote steht, nämlich verschiedene Holzbauten im altnorwegischen Holzbaustil, wie er sich seit der Wikingerzeit entwickelt hatte, so das Sporthaus, originell eingerichtet, etliche alte Bauernhäuser, die ein Museum darstellen und mit vollständiger bäuerlicher Einrichtung versehen sind. Ferner liegt bei Frognersäter auch das neuerdings errichtete Skimuseum, umfassend eine große Sammlung Ski, deren Entwicklung hier studiert werden kann. Außerdem sieht man als besondere Merkwürdigkeit die Ausrüstung, die Nansen bei seinen Polalarreisen benutzte, ebenso die Ausstattung, womit Amundsen mit seiner Südpolarexpedition von 1910—12 zum Südpol vordrang. der Unsummen verschlang, in Spannung hielt und sich den Ruf der„bestgekleideten Frau der Welt“ erworben hatte. Während sie Tausende von Pfund Sterling für ihre Kleider und Hüte ausgab, war ihr dritter Gatte, ein hübscher, liebenswürdiger Mann von achtundzwanzig Jahren auf Wasser und Brot gesetzt und erhielt das königliche Taschengeld von 8 Schilling pro Woche. Nachdem Frau Smith= Wilkinson jahrelang die teuersten Zimmer in den ersten Hotels von London und Paris bewohnt hatte, erwarb sie eine kleine Villa in Notting= ham. Dort begann die eigentliche Leidenszeit für den unglücklichen jungen Ehemann. Er mußte auf den Steinfließen der Küche schlafen, alle schweren Arbeiten im Haus und Küche verrichten, den Hund seiner liebenswürdigen Ehefrau versorgen, kurz, die niedrigsten Dienstleistungen tun. Man kann sagen, daß von keiner Frau so viel geredet wurde, als von Frau Smith=Wilkinson. Die meisten Kleider und Hüte, die sie kaufte, hat sie nie getragen, sondern bald nach der Erwerbung für ein Butterbrot verkauft. Noch heute leben in der Erinnerung der Pariser ihre abenteuerlichen Einkaufsfahrten fort. Die amerikanische Presse war voll von Einzelheiten dieser zur Manie ausgearteten Verschwendungssucht. Man nannte sie„Prinzessin Aladin“, die „Königin der Mode“ oder die„goldene Lady“. Dreitausend Pfund Sterling war die Durchschnittssumme, die sie auf ihren Einkaufsfahrten nach Paris täglich auszugeben pflegte, und ihre Toiletten ausgaben erreichten in zwölf Monaten die ansehnliche Höhe von 30 000 Pfund Sterling. So trieb sie es auch in London. Reville, der bekannte Konfektionär, hat allein 700 Zeichnungen gemacht, die eigens für Frau Smith=Wilkinson in seinem Atelier angefertigt worden waren. Das Vermögen, das ihr diese Ausgaben gestattete, hatte sie von ihrem ersten Gatten geerbt, der eins der rrößten Holels in Nottingham sein eigen nannte Nach dem Tode ihres ersten Mannes kaufte sie ein anderes Hotel, zu dessen Leitung sie einen gewissen Suthen berief, der später ihr zweiter Gatte wurde und vor sieben Jahren starb. Bei den auf den Ankauf einer Wasserheilanstalt abzielenden Verhandlungen lernte sie den jungen Mann kennen, der das Pech hatte, ihr dritter Gatte zu werden Zunächst wollte sie diesen jungen Mann, namens Smith, als Sohn annehmen, sie besann sich dann aber eines anderen und trug ihm ihre Hand an. Um diesen Antrag begehrenswerter zu machen. hatte sie ihm neben 1000 Pfund Sterling in bar ein Scheckkonto bei der Bank versprochen. Von der versprochenen 1000 Pfund erhielt der Gatte nicht einen Pfennig, und ebensowenig bekam er je das versprochene Scheckbuch zu sehen. Das Hochzeitsfrühstück bestand aus zwei Tassen Kaffee, die das junge Paar vor Antritt der Hochzeitsreise auf dem Bahnhof trank. Dann erhielt der junge Mann ein paar Schillinge, mit denen er, den die junge Frau nur als„ihre zahme Katze" zu bezeichnen pflegte, das neue Leben begann. Was er dabei erlitt, hat er einige Monate später in bewegten Worten der Oeffentlichkeit geschildert. Der Film, der gesunkt wird. Die Königin der Mode. Und ihr Ehesklave. An den Folgen einer Operation ist in London Frau Smith=Wilkinson gestorben, jene vielgenannte Dame, die jahrelang die Gesellschaft in London und Paris durch ihren raffinierten Toilettenluxus, Amerikas neueste Errungenschaft. Wenn man dem amerikanischen Erfinder F. C. Jenkis glauben darf, wird in fünf Jahren spätestens das neueste amerikanische Wunder, der gefunkte Film, die Volkstümlichkeit des Rundfunks gefunden haben. Wir werden des Abends behaglich in unserem Heim sitzen, mit der Zigarre im Munde und den Füßen auf dem Kamin, neben uns den neuesten Rundfunkempfänger mit Lautsprecher und vor uns eine Miniaturleinwand, die den gefunkten Film aufnimmt. Wir werden gespannt in unserem Zimmer die sich draußen abspielenden Ereignisse, die Fußballwettkämpfe, die Feiern usw. verfolgen. Mr. Jenkis hat bereits in der Welt berechtigtes Aufsehen mit der praktischen Vorführung seines Apparates erregt, mit dem er lebende Schattenbilder durch den Aether zu senden vermag. Man hat diese Versuche bereits den ersten Schritt auf dem Wege zum„gefunkten Film“ genannt. Jenkis selbst nennt seine Vorführungen Radioerscheinungen oder die Möglichkeit, vermittels des Radios Bilder zu sehen. Kürzlich hat er seine Erfindung dem amerikanischen Marineminister Wilbour vorgeführt. Der Vorgang spielt sich folgendermaßen ab: In dem Laboratorium des amerikanischen Ingenieurs in der Connecticut Avenue kann man das Bild einer kleinen sich drehenden Mühle sehen, die in einem Zimmer in der Nineteenth Street aufgestellt ist. Das Bild der Mühlenflügel wird vermittels außerordentlich starker Lichtstrahlen auf eine Platte geworfen, die die Lichtströme in elektrische Ströme verwandelt. Diese elektrischen Ströme werden nun vom Zimmer auf das Dach des Hauses geleitet und auf der dort oben befindlichen Antenne drahtlos verbreitet. In der Connecticut Avenue steht der Empfangsapparat, der die aufgefangenen elektrischen Ströme wieder in Lichtbestandteile umwandelt und auf die Leinwand wirft. Da siehl man dann deutlich das sich drehende Müh'rad von der Nineteenth Street. Kürzlich ist man sogar einen Schritt weiter gegangen; man hat das schon schwierigere Bild eines kleinen tanzenden Mädchens gefunkt.— In einer Unterredung mit einem amerikanischen Pressevertreter erklärte Jenkins, obgleich er die Idee der„Radioerscheinungen“ schon vor 12 Jahren gehabt habe, er doch in der letzten Zeit das ganze Problem viel klarer durchschaut habe als früher. Mir persönlich kommt es gar nicht komisch vor, daß wir in absehbarer Zeit in den Lautsprecher unserer Radioanlage eine kleine Vorrichtung werden einschalten können, die lebendige Bilder auf eine Leinwand projiziert. So zum Beispiel die Bilder irgend eines Ereignisses in der Stadt, oder in einem entfernten Ort, einer Feier, eines nationalen Sports oder irgend eines anderen Schauspiels. Das ist gar nicht weiter „mysteriös“ oder sehr schwierig. Es ist nur schwierig, weil es absolut unmöglich erscheint und sehr viel Zeit vergeht, bis die Einzelheiten ausgearbeitet sind. Wir werden gleich sehen, ob die Annahme berechtigt ist, daß es tatsächlich ein einfaches Problem ist, oder eine Sache, über der noch der Schleier des Geheimnisses liegt.“ Der amerikanische Erfinder fing nun an, das ganze Problem zu zerpflücken. Er zog den Vergleich einer unmodernen Camera obscura heran, auf deren Milchscheibe man deutlich die Reproduktion der sich abspielenden Szene sehen könne. Genau so solle sich der Vorgang in unserem Heim abspielen. Man könne zwar Kupferdraht zur Uebertragung des Bildes verwenden, müsse jedoch zum Radio greifen, um Millionen gleichzeitig zu erfassen. Ein photographisches Bild sei weiter nichts wie eine in bestimmter Reihenfolge vorgenommene Mischung von Schwarz und Weiß.„Man braucht nur irgendein photographisches Porträt zur Hand zu nehmen, um es analytisch zu betrachten.“ „Wie kann aber nun der Rundfunk, der Licht und Schatten vom Spielplatz zu uns in die Wohnung trägt, aus dieser Mischung wiederum das Bild des Fußballs produzieren?"„Das ist einfach. Erinnern Sie sich, daß wir als Kinder oft ein Geldstück nahmen, darauf ein Stück Papier legen und, indem wir mit dem Bleistift auf und rieben, das Bild eines Indianers hervorrachten? So verfahren wir auch jetzt. Wenn wir zu Hause ein Stück Löschblatt von der Größe ines Schreibtisches nehmen, dahinter eine Lichtuelle in ununterbrochener Reihenfolge in Bewegung setzen, sieht das Auge diese als eine Linie Wenn diese ununterbrochenen Linien, und war eine unter der anderen, nun so schnell erjeugt werden, daß die ganzeLeinwandfläche innerner sechzehntel Sckunde bedeckt ist, haben wir Filmiempo und die ganze Fläche erscheint gann belichtet. Wenn wir nun die eingehenden Radioströme durch unsere Lampe gehen lassen, werden die starken Zeichen sehr helle Lichtflecke und die schwächeren Zeichen weniger helle Stellen erzeugen; beim Ausbleiben der Zeichen aber geht le Lampe aus, die Leinwand ist dann nicht mehr einheitlich erleuchtet, das Licht ist auf der Leinwand„klischiert". Und weil ein Bild nur aus einer Sammlung dieser kleinen Lichtflecke besteht, ist es leicht erklärlich, daß die Variationen des Radiolichtes bei Einhaltung einer vorher beimmten Reihenfolge das Bild des Fußballspieles wiedergeben, genau so, wie die Erhöhungen des Geldstücks auf der Rückseite den Indianer erzeugten, obgleich man den Bleistift nur auf= und abwärts bewegen brauchte. So sind wir in der Lage, Radiobilder in unserem Heim zu erzeugen. Indem die eingehenden Radiozeichen Licht und Schatten hervorrufen und diese in schneller Reihenfolge auf die Leinwand geworfen werden, „sehen“ Sie die sich in der Frnee abspielende Szene.“ sagte der Amerikaner. ias Glab. und „Ja, meine würdest Du Angelsächsischer Humor. Die gestörte Konjunktur. Ein Berufseinbrecher, der zu einer längeren Freiheitsstrafe verurteilt ist, fragt den Richter, ob er die Strafe nicht drei Monate später antreten könne. „Warum denn das?“ fragt der Richter. „Ja, sehen Sie,“ erwiderte der Einbrecher,„ich würde einen großen Einnahmeausfall haben, denn wir sind gerade jetzt in der Hochsaison!“ Beruhigende Versicherung. „Henry,“ sagte Frau Glipping in schmerzlichem Tone. Er blickte von der Zeitung auf. Teure, was ist's?“ „Wenn ich heute abend stürbe— wieder heiraten?“ „Nein, heute Abend nicht!“ Doppelte Schicht. Ein Schuhmacher in Aberdeen gab seiner Kundschaft zu jedem Paar Schuhe einen Garantieschein auf drei Monate. Ein Arbeiter, der ebenfalls ein Paar gekauft hatte, brachte es schon nach drei Wochen vollständig aufgetragen zurück. „Das ist doch merkwürdig!“ sagte der Schuhmacher.„Sie sind der einzige von allen meinen Kunden, der sich beschwert. Paßten Ihnen die Schuhe denn?“ „Mir wohl,“ erwiderte der Kunde,„aber meinem Bruder, der sie zur Nachtschicht anzog, waren sie etwas enge!“ Bei der Astrologin. „Maud ging zur Astrologin, um von ihr zu hören, welches die beste Zeit zur Heirat sei.“ „Und was sagte ihr die Astrologin?“ „Sie warf nur einen kurzen Blick auf sie und riet ihr, die erste beste Gelegenheit wahrzunehmen!“ Beim Richter.„Kennen Sie die Wichtigkeit des Eides?“ fragte der Richter den Zeugen.—„Jawohl!“—„Und wissen Sie, daß in der Bibel verboten ist, falsch Zeugnis wider den Nachbarn abzulegen?“—„Auch das! Aber ich will ja nicht falsch Zeugnis gegen ihn, sondern für ihn ablegen!“ Schwert Der Wochenmarkt wa Petters doch gut besucht. hende: Kappus rot(Kopf) 20 as Pfd., Grünkohl 10 J, enkohl 70 J, Salat 40 L hanen 40 S, Weintrauben A, Apfelsinen 22 Stck. 1 J, Schellfisch 35 J, Kabel 1c, Butter 2.10 M, Weihn je nach Größe. + Auf der Hörder Straß es, scheuten gestern nachmi leichteren Fuhrwerks vor eir und trotz der Bemühungen die Tiere direkt in den Kr bllerdings scharf bremste, abe weichen konnte. Eines der rheblich am rechten Vorde die Ladung des Wagens— burcheinandergerüttelt. Endlich erhält auch Bahnhofstraße einen neuen wird derselbe gleichfalls i Pflaster ausgeführt. Mit d higen Tagen begonnen un hürfte der jetzige häßliche den sein und sich die Bahn pande präsentieren. Zahlung der Militärsie Zahlung der Militärre findet bereits am Montag, zer Paketannahme des Post : Kriegerverein. Uffe sag, den 21. d. Mts., versch en Leiden im Evgl. Krank 56 Jahre alte Kamerad bereins, Herr Stadtrentmeis nann. Bereits 1876 in de reten, gehörte er lange Ic 877—1885 war er 2. Vor 890; 1890 wurde er Beisi Präses Dr. Tütel, der bründung in vorbildlicher Amt nach 18jähriger Dien wurde Kam. Uffelmann m Vorsitzenden gewählt un ungsvolle Amt lange Zeit beführt. 1900 war es ihm subiläum des Kriegerverei Gelegenheit der Kammerhe dem Verein die Fahnenbi sonnte er 1905 das 30jähric olge der wiederholten Abl chlüsse“ trat er im August en aus dem Verein aus, für unheilvoll hielt. Die Recht gegeben. Nachdem 910 den Wiederbeitritt schlossen hatte, trat Kam. berein wieder bei und r ine früheren langjährige 911 zum EhrenvorstandKreis=Kriegerverband Hör Bründung(30. Dez. 1900 bensjahr das Amt des 1 Treue und Gewissenhafti Ocz. 1919 übergab er es den dem Kam. Althoff. ahren war sein Gesund o daß er das letzte Jahr verbringen mußte. Dort großen Armee abgegangen eine. großen Verdienste ur slicht besser zum Ausdruck uns möglichst vollzählig stattfindenden Beerdigung Die Weihnachtsfeie garten.„Fröhliche Weihr en wohl alle Kinderher stas Stadt und umgebung. Schwerte, den 23. Dezember. Der Wochenmarkt war trotz des schlechten Petters doch gut besucht. Die Preise waren folhende: Kappus rot(Kopf) 20 u. 25 4, weiß 10 J as Pfd., Grünkohl 10 8, Rosenkohl 40 J, Bluenkohl 70 J, Salat 40, Zwiebel 25 J, Bahanen 40 J, Weintrauben 70 S, Aepfel 4 Pfd. A, Apfelsinen 22 Stck. 1 M, Heringe 20 Stck. A, Schellfisch 35 J, Kabeljau 40 J, Eier 5 Stck. 1c, Butter 2.10 M, Weihnachtsbäume 1—1.70 M, se nach Größe. + Auf der Hörder Straße, unterhalb des Wales, scheuten gestern nachmittag die Pferde eines leichteren Fuhrwerks vor einem schweren Lastauto, und trotz der Bemühungen des Kutschers rannten die Tiere direkt in den Kraftwagen hinein, der bllerdings scharf bremste, aber auch nicht mehr ausweichen konnte. Eines der Tiere wurde ziemlich rheblich am rechten Vorderfuß verletzt und auch die Ladung des Wagens— Mobel— wurde start burcheinandergerüttelt. * Endlich erhält auch die rechte Seite der Bahnhofstraße einen neuen Bürgersteig, und zwar wird derselbe gleichfalls in sogen. Paderborner Pflaster ausgeführt. Mit den Arbeiten ist vor eihigen Tagen begonnen und in absehbarer Zeit hürfte der jetzige häßliche Plattenbelag verschwunden sein und sich die Bahnhofstraße im neuen Gepande präsentieren. : Zahlung der Militär=Versorgungsgebührnisse. Die Zahlung der Militärrenten(R= u. H=Renten) findet bereits am Montag, den 28. Dezember, an der Paketannahme des Postamtes statt. Kriegerverein. Uffelmann f. Am Monsag, den 21. d. Mts., verschied nach langem schween Leiden im Evgl. Krankenhause der älteste, fast 56 Jahre alte Kamerad des Schwerter Kriegerbereins, Herr Stadtrentmeister a. D. Heinrich Uffelann. Bereits 1876 in den Kriegerverein eingereten, gehörte er lange Jahre dem Vorstande an. 877—1885 war er 2. Vorsitzender, ebenso 1887— 890; 1890 wurde er Beisitzer. Als der bisherige Präses Dr. Tütel, der den Verein seit seiner Bründung in vorbildlicher Weise geleitet hatte, sein Amt nach 18jähriger Dienstzeit 1895 niederlegte, wurde Kam. Uffelmann mit großer Mehrheit zum Vorsitzenden gewählt und hat dieses verantworungsvolle Amt lange Zeit mit Treue und Umsicht beführt. 1900 war es ihm vergönnt, das 25jährige Pubiläum des Kriegervereins zu feiern, bei welcher Gelegenheit der Kammerherr Frhr. v. Rheinbaben dem Verein die Fahnenbänder überreichte; auch konnte er 1905 das 30jährige Jubiläum feiern. Inolge der wiederholten Ablehnung der„Kieler Beschlüsse“ trat er im August 1906 mit anderen Heren aus dem Verein aus, weil er die Ablehnung für unheilvoll hielt. Die Ereignisse haben ihm Recht gegeben. Nachdem der Verein am 12. Juni 910 den Wiederbeitritt zum Landesverband beschlossen hatte, trat Kam. Uffelmann dem Kriegerberein wieder bei und wurde mit Rücksicht auf eine früheren langjährigen Verdienste am 9. Juli 911 zum Ehrenvorstandsmitglied ernannt. Im Kreis=Kriegerverband Hörde hat er seit dessen Gründung(30. Dez. 1900) bis zu seinem 79. Lebensjahr das Amt des 1. Rendanten mit großer Treue und Gewissenhaftigkeit bekleidet. Am 30. Ocz. 1919 übergab er es seines hohen Alters weden dem Kam. Althoff. In den letzten Lebensahren war sein Gesundheitszustand sehr schlecht, so daß er das letzte Jahr im Evgl. Krankenhaus verbringen mußte. Dort ist er am Montag zur großen Armee abgegangen. Unsere Dankbarkeit für eine. großen Verdienste um den Verein können wir slicht besser zum Ausdruck bringen, als indem wir uns möglichst vollzählig an der am Donnerstag stattfindenden Beerdigung beteiligen. : Die Weihnachtsfeier im evangel. Kindergarten.„Fröhliche Weihnacht überall!“ So mochen wohl alle Kinderherzen singen, welche sich Montag nachmittag gegen 4.30 Uhr zur Weibnachtsfeier im evangel. Kindergarten einstellten. Es war keine leichte Arbeit, die vor Freude erregten Kinder einigermaßen ruhig zu halten. Endlich, endlich war das Christkindchen da. Der Weihnachtsbaum wurde angezündet und laut und klar erschallten die Kinderstimmen:„Ihr Kinderlein kommet". Glückselig=glänzende Kinderaugen schauten in den Lichterbaum. Geheimnisvoll war der Gabentisch verhängt. Ein kleines Mädchen trug mit seiner feinen, zarten Stimme ein Weihnachtsgedicht vor. Dann erzählte die Leiterin in recht kindlicher Weise die Weihnachtsgeschichte und die Kinder sangen: „Du lieber, heil'ger, frommer Christ.“ Und dann sollten sie auch die lieben schönen Gaben haben. Ein Tuch nach dem andern wurde vom Gabentisch genommen. Welche Freude und welches Glück der Kinder beim Anblick all' der vielen schönen Sachen! Die Hauptfreude galt aber wohl dem großen Kasverle=Theater und einem wunderschönen Holländer. Mit einem kleinen Gedicht wurde dem voritzenden Pfarrer ein von den Kindern angefertigtes Körbchen mit dem Geld für die Heidenkinder überreicht, welches die Kleinen das Jahr hindurch gesammelt hatten. Dann bekamen die Mütter die von ihren Kindern gearbeiteten Geschenke. Laut und erregt schwirrten die Kinderstimmchen durcheinander. O glückliche, selige Kinderzeit! Am Schluß der Feier erklang das Lied:„O du fröhliche". Und Weihnachtsfreude im Herzen, Weibnachtsfreude um ihrer Kinder willen, gingen die Mütter mit ihren glückstrahlenden Kleinen nach Hause. : Weihnachtsfeier. Die Sedanschule veranstaltete auch in diesem Jahre für Kinder und Eltern eine wohlgelungene Weihnachtsfeier. Der weihnachtlich ausgeschmückte Klassenraum, die alten, traulichen Klänge unserer lieben Weihnachtslieder und einige dem Rahmen der Feier angepaßte ernste und fröhliche Aufführungen schufen bei Groß und Klein die rechte Weihnachtsstimmung, die auch ihren Ausdruck fand in einem beträchtlichen klingenden Erfolg, durch den nach altem Brauch den armen Kindern in Bethel eine Weihnachtsfreude bercitet werden soll. Im Hotel= und Café=Restaurant„Kaiserhof“. finden am 1. und 2. Weihnachtstage sowie an dem den Feiertagen folgenden Sonntag jeweils ab 5 Uhr die bekannten und beliebten Konzerte der Hauskapelle statt.— Wie stets, so hat es sich der „Kaiserhof“ auch diesmal nicht nehmen lassen, zu diesen Tagen mit einer stimmungsvollen Weihnachtsdekoration aufzuwarten.— Von Heiligabend 5 Uhr bis zum 1. Feiertage 5 Uhr bleiben die Räumlichkeiten des„Kaiserhof“ wegen der Dekorationsarbeiten geschlossen. Man beachte das morgige Inserat! Werfen nach Zügen. Durch mutwillige Steinwürfe auf fahrende Züge sind wiederholt ernsthafte Verletzungen bei Reisenden und Bahnversonal verursacht worden. Es ist notwendig, daß Eltern und Lehrer immer wieder in dieser Beziehung aufklärend auf die Kinder einwirken. Postverkehr an den Weihnachtsfeiertagen. Vom hiesigen Postamt wird uns mitgeteilt: Am 1. Weihnachtstage findet eine Brief= und Geldzustellung statt, sowie Landzustellung, bei der auch Pakete abgetragen werden.— Am 2. Weihnachtstoge fällt die Orts=, Geld= und Landzustellung aus; es erfolgt nur eine Paketzustellung. . Dienstwohnungslasten. Eine Begrenzung der Lasten des Inhabers einer Dienstwohnung bedeutet eine Bestimmung der Dienstwohnungsvorschriften, die jetzt eine Fassung erhalten hat: Das Reich darf dem Vermieter wegen der Instandhaltung der Dienstwohnungen zugunsten der Dienstwohnungsinhaber keine Verpflichtungen auferlegen, die über das Maß der Leistungen hinausgehen, die dem Reich nach den Dienstwohnungsvorschriften in reichseigenen Gebäuden obliegen. Platzkarten=Vorverkauf und Fahrkarten=Ausgabe. Im Publikum herrscht noch vielfach Zweifel darüber, von welchem Tage ab zu den gewünschten Zügen Platz= und Fahrkarten ausgegeben werden. Es sei daher darauf hingewiesen, daß Platzkarten in den amtlichen Reisebureaus stets nur drei Tage vor dem Verkehrstage des gewünschten Zuges, und Fahrkarten in den Reisebureaus bis zum siebenten Tage vor Abgang des Zuges erhältlich sind, wenn der Reisende erklärt, daß er bis spätestens am siebenten Tage bis 12 Uhr nachts am Ziele eintreffen wird. Wetteraussichten bis Donnerstag. Meist trübe, Niederschläge bei weiterhin langsam sinkenden Temperaturen, sowie zeitweise windig. I. Westhosen, 23. Dez. Amtsvertretung. In der vorgestrigen Sitzung wurden folgende Beschlüsse gesaßt: 1) Abnahme der Amtskassen=Rechnung für 1924. Die bereits von der Amts=Finanz= Kommisson vorgeprüfte Jahresrechnung wurde der Amtsvertretung zur Kenntnis vorgelegt. Es fand sich wesentliches nicht zu erinnern und wurde beschlossen dem Rendanten Entlastung zu erteilen. Die Rechnung wurde festgestellt in Einnahme auf 140 760,64 Ml in Ausgabe auf 127 177,57 M, mithin ein Bestand von 13583,070, dieser Betr wird auf das nächste Jahr vorgetragen. Die bei einzelnen Abschnitten vorgekommenen Ueberschreitungen werden, soweit noch nicht erfolgt, nachträglich genehmigt. Anträge 2) und 3) werden zurückgestellt. 4) Bewilligung einer Beihülfe für wohltätige Zwecke. Die von der Finanzkommission vor geschlagenen Beihülfen werden bewilligt und zwar Blindenverein 20 M, Arbeiterkolonie Wilhelmsdorf 50 q und Jugendherbergsverband 20 Mark. 5) Veteranen=Ehrensold. Den bedürftigen Veteranen und Veteranen=Witwen wird eine einmalige Beihülfe von je 10 A bewilligt. 6) Besetzung der Amtsbautechnikerstelle. Für die Amtsbautechnikerstelle waren seitens der Finanzkommission 4 Herren in die engere Wahl gezogen worden und zwar K. Moll in Hörde, Karl Düllberg aus Dortmund, A. Ebinghaus aus Recklinghausen und W. Beckmann aus Wellinghofen. Diese Herren waren zwecks Vorstellung zu der heutigen Sitzung geladen worden. Seitens der Versammlung wurde nun einstimmig der Bauführer A. Ebinghaus gewählt. Die Stelle wird ab 1. Januar nächsten Jahres besetzt. Es handelt sich um eine Stelle auf Privatdienstvertrag. 7) Die Amtsfürsorgerin Hage von hier tritt in nächster Zeit in den Ehestand und hatte deshalb ihr Entlassungsgesuch eingereicht. Die Stelle soll einstweilen eingehen. — Erwerbslosen=Demostration. Gelegentlich der heutigen Stadtverodnetenversammlung veranstalteten die Erwerbslosen von Westhofen, Buchholz und Holzen einen Aufzug, zur Unterstützung waren auch Schwerter erschienen. Eine Abordnung brachte die Anträge vor und hat die Versammlung einstimmig die gleichen Sätze wie in Schwerte bewilligt. Der Zug löste sich in aller Ruhe wieder auf und es kam zu keinen Zusammenstößen. 1. Westhofen, 23. Dez. Vom Kirchenchor. Am ersten Weihnachtstage wird der hiesige Kirchenchor im Gottesdienst mitwirken. Außerdem wird Fräulein Grete Grube, eine Schülerin unseres heimischen Gesangkünstlers, Karl Heinz Lohmann, 2 Lieder von Max Reger und Peter Cornelius zum Vortrag bringen. So wird unser Kirchenchor wieder dazu beitragen, daß durch die Zauberklänge der Musik die Herzen der Gemeindemitglieder erquickt und der Gottesdienst durch das gesprochene und gesungene Wort zu einem wahren Festgottesdienst wird. Unser Kirchenchor, der bekanntlich, wie von hervorragenden Fachleuten anerkannt wird, über ein prachtvolles Stimmenmaterial verfügt, ist augenblicklich mit der Einübung eines größeren Oratoriums von Löwe,„Das Sühnopfer des neuen Bundes“ beschäftigt, das er am nächsten Karfreitag in einem Kirchenkonzert zur Aufführung bringen will. Wie bekannt, ist dieses Werk am vergangenen Karfreitag bereits in der Kirche von Schwerte mit großem Erfolg aufgeführt worden. Die Chormiglieder und ihr bewährter Leiter, Herr Lehrer Hillefeld, geben sich mit Liebe und großem Eifer der Einstudierung dieses Werkes hin, aber leider muß gesagt werden, daß es hier bei uns in Westhofen noch viele Leute gibt, die ebenfalls sangeskundig sind und doch den Bestrebungen des Kirchenchors fern stehen, bezw. ihm nicht als aktive Mitglieder angehören. Der Kirchenchor zählt gegenwärtig etwa 60 Mitglieder, aber wenn der redliche Wille da wäre, so würde es ein Leichtes sein, den Kirchenchor mindestens auf 100 Mitglieder zu bringen und dadurch würde erreicht werden, daß der Kirchenchor auch in künstlerischer Beziehung den höchsten Anforderungen genügen könnte. Der Kirchenchor hat uns wiederholt durch seine wundervollen Darbietungen so manche herzerquickende Freude bereitet. Man sollte deshalb meinen, daß es bei einigem guten Willen möglich sein sollte, daß die Anzahl der Chormikglieder sich vergrößere und daß die Bestrebungen des Kirchenchores eine weitere Unterstützung fänden. Die Uebungsstunden sind wöchentlich Freitag abends von 8 bis 10 Uhr. Es dürfte doch wohl zu machen sein, daß jeder, der sich für den Gesang interessiert, diese 2 Stunden in der Woche für den Kirchenchor opfern könnte. Dadurch würde den Mitgliedern und dem Leiter des Chores eine große Freude bereitet. Wir richten deshalb im Interesse der künsterlerischen Weiterentwicklung des Kirchenchores die Bitte an diejenigen, welche sich für den Gesang interessieren, sich als Mitglieder des Kirchenchores bei Herrn Lehrer Hillefeld in Westhofen zu melden. Es ist eine dankbare Aufgabe sich der Musik und besonders der Gesangeskunst zu widmen. Wenn viele es tun, so werden auch viele mit dem Dichter sprechen können: Du holde Kunst In wieviel grauen Stunden. wo mich des Lebens wilder Kreis umstrickt, hast du mein Herz zu warmer Lieb entzunden, hast mich in eine bessere Welt entrückt. Oft hat ein Seufzer deiner Harf entflossen, ein süßer heiliger Akkord von dir den Himmel besserer Zeiten mir erschlossen, Du holde Kunst, ich danke dir dafür. Handelsnachrichten. Berliner Börsenberichte vom 22. Dezember. Devisenmarkt. Französischr Franken weiter rückgängig. Kleine Besserung beim Zloty. Effektenmarkt. Aeußerst stilles Geschäft. Tendenz abermals abgeschwächt. Produktenmarkt. In Mehl stockte der Absatz. Für Hafer war nur kleiner Bedarf. Gerste und Mais blieben ohne Beachtung. Futtermittel kaum verlangt. Oelsaaten behauptet. Warenmarkt.(Mittagsbörse, Amtlich.) Getreide und Oelsaaten per 1000 Kilo, sonst per 100 Kilo in Reichsmark ab Station: Weizen Märk. 239—244(a m21. 12.: 240—245). Roggen Märk. 137—145. Sommergerste 185—212. Futter= und Wintergerste 154—168. Hafer Märk. 157—167. Weizenmehl 31,75—35,25. Roggenmehl 21,25—23,25. Weizenkleie 11,25—11,50. Roggenkleie 9,75—10,20. Raps 360—365. Viktoriaerbsen 26—33. Kleine Speiseerbsen 22—24. Futtererbsen 19,50—20,50. Peluschken 18—19. Ackerbohnen 21—22. Wicken 21—23. Lupinen(blaue) 12—12,50;(gelbe) 1214,50. Rapskuchen 14,75—15. Leinkuchen 23,60— 23,80. Trockenschnitzel 8,20—8,30. Sojaschrot 21,30 bis 21,50(21,30—21,60). Torfmelasse 30=70 7,60— 7,75(7,80—7,90). Kartoffelflocken 14,50—15,25 (14,40—14,90). 5270 Vin Himdun Lui miee immme arroßn Citsn#### in PPukzuoonn zudwe Clet im Konreniin df nonchun Einsereien Anfas Certenes monlr Aulnie S Wen, ferischuh Fm 1. Weihnachtestoge, nochmitags 4 Uhr 4/522# HGroßes Miltärkonzert“S spidie, b/3 18. Infantr. Regt. Paderborn unter Mitwirkung des M. G. v.„Liedertasel“ Hörde. Am 3. Weihnachtstage nachmittogs 5 Uhr Großes historisches Militär-Konzert 18. Instr. Reg. unter Benutzung von Resselpauten in althergebrachter Weise, unter Mitwirkung des m G v.„Lyra“ Sommerberg. 1oo brennende Weihauchtsbaume Jeder Cisch im Konzert=Saal ist mit einem brennenden Weihnachtsbaum geschmückt. Eintritt 1.- inkl. Steuer. Nach dem Konzert Tanz! Ke Heute morgen 10 Uhr entschlief sanft, nach langem, schwerem Leiden, meine innigstgeliebte Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau ida Klosiermann geb. Schulz im Alter von 45 Jahren. In tiefer Trauer: Anstreichermeister Aug. Klostermann 1 Heinrich Sievert und Frau Meta geb Klostermann Bernhard Prinz und Frau Erna geb. Klostermann Heduig Klostermann Westhofen, Mühlenrahmede, Oberbantenberg, Busenberg, den 22. Dezember 1925. Bürger=Schützenverein Schwerte. Zur Beerdigung des verstorb. Schützen Rugust bieberg tritt der Verein am Donnerstag, 24. Dez., nachm. 2¾ Uhr beim Schützen Carl Wilkes, Bahnhofstraße an. Zahlreiches Erscheinen erwartets#2 Der Vorstand. Wschaecnen in verschiedenen Ausführungen u. Fabrikaten wie„Miele“„Cordes“ „Reform“ und andere empfiehlt s A. Condok Hörderstr. 6— Teleson 241 Eigene Reparatur=Werkstatt Die Beerdigung findet am 1. Weihnachtstage(25. Dez. 1925), nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Hörder Straße 49, aus, statt. HOTEL JOECKEL uransuns unnunnungungugnnaangngu 3450 2 !: An den beiden Weihnachtstagen e: und am Sonnlag, den 27. Dezember: se Ers kassiges 5 Kunstler-Konzert *s Einteitt srei 50 6* Rinmmumm *: Am 2. Weihnachlslag, morgens 11 Uhr: s: : F r ü h- K o n z e r t *: d e s S c h w e r t e r D o p p e l- Q u a r t e i t s:! unter Mitwirkung des : Herrn Emil Kümper(Barlion).: Eintritt 50 Pig. 2s Miimmmmmmmmmmmmmmmmmmm : Gut gepfl. Biere.— Weine erster Häuser.„ Nachruf Am 21. verschied nach längerem Leiden im 86. Lebensjahre der Stadtrentmeister i. R. Donnerstag, 24. Dez, nachm. 2¼ Uhr Beerdigung des Kameraden h. Uffelmann Inhaber der Kriegsdenkmlluze 1870/71, Ehrenmitglied des Vorstandes, I. Vorsitzender 1893—1900 Zahlreiche Beteiligung erwartet 54.3 Der Vorstand. 5 gg gg GUUrrrcrege Son Abn g gg s Wellenbad, Geisecke# Sees Auntuitintinntziuinninininunnmmm S Empfehle meine neu renovierten Lokalitäten für Vereine und Aus 555 flügler. Für beste Speisen und Ge= tränke wird Sorge getragen. zusiusiniuiingunne 225 * Inhaber: Hugo Stamm Einlädung zur Russchuß=Bihzung am Mittwoch, den 30. Dez., abends 8 Uhr im Lokale des Wirts W. Kordeck, Kampstr. 20 Cagesordnung: 54 1. Voranschlag 1926. 2. Wahl der Rechnungsprüfer für das Jahr 1925. 3. Satzungsänderung. Um pünktliches u. zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorsitzende der Allg. Ortskrankenkasse Schwerte=Nuhr: Frz. Stelbrink. Der Verstorbene stand vom Jahre 1883 bis zum Jahre 1914 im Dienste der Stadt und war uns in dieser langen Zeit ein treuer und gewissenhafter Mitarbeiter. Auch ehrenamtlich hat er sich hervorragend betätigt und seine Dienste der Allgemeinheit gewidmet. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. Schwerte, den 23. Dezember 1925. K! 1123 mn das altbewährte, gute wollgarn für Strümpfe und Socken Sportjacken, Westen usw. in den verschiedensten Qualitäten, modernsten karden und in allen Preislagen Aberall erhältlich! Auf Wunsch werden Handlungen nachgewiesen! # 1 Man achte auf die Schutzmarken! K Eig Arren Zigaretten u. Tabak bei Märtens 5271 Bahnhofstr. 24. 5440 Der Magistrat. Schwerter Curnerschaft von 1865. Zur Beerdigung des verst. Turnbruders Stadtreutmstr. a. Uffelmann treten die Mitglieder am Donnerstag, 24. Dez. cr., nachm. 2¼ Uhr im Vereinslokal an.— Anzug: dunkel mit bl. Mütze. 5434 Der Vorstand. Guch Lui Miie erhalten Sie zu den Feiertagen billige wie auch erstklassige s:„„ Der rrschreir maßen in jeder Zusführung, zu haben bei Carl Braus, 9 ## :0 9: :: Cärl braus, Schwerte, Bahnhofstr. 3..5 Rtulllltustlltuttlltlllltll asthaus zum Sägerkeim Hlolzen bei Schwerte Muduumuumuunt Veranstallei vom C)1 WDeih ennachtstage an jeden Gonn von 4 Uhr ab 9 nierhaltungskonzert## Gazz-Gand Sinuiltsel. Gazz-Band## EE 118 Oes empfehle ich: Silberwaren, Bestecke; Bleikristalle= Verlobungsringe Ausführungen 5 Große Auswahl 7205 Mäßige Preise u.— Vormacher und Juwelter.: Bahnhostraße). Ackerknecht gesucht. Hugo Stamm CL. Mucgue 1=. Klaren, Münsterländer, Weinbrand u. Weinbrand=Verschnitt, Rum, F. und Ia maika=Rum, Original Underberger=,Krämer=, Doornkaat, KahlbaumLiköre. Billige Liköre per Ltr. von 4.— Mk an o. Gl. 5428 Wellenbad Geisecke. Ss Donne stag, 24. Dez., vorm. 9 Uhr wird auf der Freibank das „Zur guten Quelle" Sedanstr. 541 Fleisch eines Schweines verkauft. 5431 Maßstäbe Schieblehren Winkel Zirkel Wasserwagen Rollbandmaße Senklote Stahl=Einschlag=Ziffern und Buchstaben 5330 empfiehlt Ernst Rahlenbeck Hellpothstr. 7, Fernr. 435 BELLISANAdep. Trikot-Unterkleide in großer Auswahl und jeder Preislage. S. Käufer, Schwer Hüsingstraße 17/19 Techolmmtanc Wir empfehlen: unsere echten: Leipziger: Christstollen“. sowie alle anderen: Kuchen u. Corten.: Bestellung erbitte: frühzeitig. Konditorei: W. Heermonn AIN GENTEUR-SCHULEG ½ Maschinerbau u. Elektrotechnak ##e acan wonon Cbrto sient arbwronbch #Techniker u. Werkmeister-Kurse ####. STAATSKOMMSSSARE SSad Zeanntahginen bate! ff. bückinge per Pfd. 0.48 Mk. ganze Kisten 2.35„ 2453 Rdolf Kalsbach : A m: I. We.hnachtstag; bleibr mein Lokal? " geschlossen!: Hubert Pferdekämber: Zum Weihnachtsfeste: ff. Süßrahm= butter per Psd. 2.20 Mk. a. frische Trink=Eier per Stück 0.18 Mk. Back=Eier per Stück 0.15 Mk. Rdolf Kalsbach 5437 Schwerter Auromobli= TaxameterVerkehr Personen=Beförderung für Nah= u. Fernfahrten Tag= und Nachtbetrieb Standort: Bahnhof Schwerte Tel. 235. Rathaut rot, soeben wieder eingetroffen bei Carl braus, Schwerte(Kuhr). Kralzurgan Saek, sauber, mild, unschädlich Jucken und fast alle Hautleiden. 1000000 fach bewährt! Packung 1.50 Mark. Drogerie Mehlhose, Postplatz.