Die„Schwerter Jeitung“ erscheint wöchentlich seche mal. Bezugspreis haldmonatlich 1.20 Mart, Einzelnummer 15 Pfg. Druck u. Verlag von C. Braus, Schwerte(Ruhr), Postscheckkonten: Dortmund 2652 und Hannover 21874. Geschäftsstelle: Große Marktstr. 3—5. Verantwortlich für die Schriftleitung H. Linner, Schwerte. Hernruf 62. Oerbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Dolkszeitung Schwerter Dolksblatt Westhofener Zeitung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung Anzeigen-Preise: Für die achtgespaltene Millimeterzeile 10 Pfg., Auswärtige 12 Plg., Jomlien=Anzeigen&#mp Pfe. Finanz=Anzeigen 12 Pfg., Reklamezeile 50 Pig vo dergesehenen Betriebsstörungen, Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr Erscheinen der Zeitung und kann auch keinerlei Anspruch auf Schadenerlatz oder Nachlieserung erhoden werden.:=::Amtliches Kreisblatt für den Kreis Hörde Nr. 272(Erstes Blatt) Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises. S K Schwerte(Kuhr), Freitag, den 20. November 1925. Generalanzeiger für den Kreis Hörde. 58. Jahrgang. Neues in Kürze. Inkrafttreten der Aufhebung der Ordonnanzen. wp. Köln, 19. Nov. Wie Wolffs Westdeutscher Provinzialdienst erfährt, treten die Veränderungen und Aufhebungen von Ordonnanzen der Rheinlandskommission, die in der gestrigen Kundgebung angekündigt wurden, am 1. Dezember in Kraft. Vier Jahre Zuchthaus für einen Verräter. Hamm, 19. Nov.(Tel.) Der Elste Strassenat des Oberlandesgerichts Hamm verurteilte den Kaufmann Hans Preuß aus Essen wegen Verrats militärischer Geheimnisse zu vier Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Die Verhandlung wurde unter Ausschluß der Oeffentlichkeit geführt. Deutschlands Vertreter im Völkerbund. wtb. Berlin, 20. Nov.(Tel.) Das B. T. will wissen daß für die Stellung des ständigen Vertreters Deutschlands beim Völkerbund der frühere Staatssekretär des auswärtigen Amtes von Kühlmann in Aussicht genommen ist. Es sei jedoch wahrscheinlich, daß der jeweilige deutsche Außenminister sich die Teilnahme an den Ratstagungen selbst vorbehält, wenn er auch vielleicht nicht immer daran teilnehmen kann. Zur Neuregelung der kommunalen Grenzen im rheinisch=westsälischen Industriegebiet. wtb. Berlin, 19. Nov.(Tel.) Im preußischen Landtage wurde der Entwurf über die Neuregelung der kommunalen Grenzen im rheinisch=westsälischen Industriegebiet, der bereits den Staatsrat beschäftigte, dem Gemeindeausschuß überwiesen. Verordnung zur Durchführung des Aufbringungs= gesetze wtb. Berlin, 19. Nov.(Tel.) Der Reichsanzeiger veröffentlicht eine erste Verordnung zur Durchfuhrung des Gesetzes zur Aufbringung der Industriebe= lastung.(Aufbringungsgesetz vom 30. August 1924). Die Oktobereinkäufe der russisch. Handelsvertretung. wtb. Berlin, 19. Nov.(Tel.) Wie wir von beteiligter Seite erfahren, sind von der Ferliger Handelsvertretung der Union der soztal# Sowjetrepubliken im Oktober für 28 165 000 Golorubel Waren angeschafft worden, von denen 15 177000 auf technische und 4897000 auf die Abteilung für landwirtschaftliche Geräte und Maschinen entfielen. Aeltestenrat des preußischen Landtages. vdz. Berlin, 19. Nov.(Tel.) Der Aeltestenrat des preußischen Landtages bestimmte als Tag, an dem die noch restierenden Abstimmungen zu den Etals, varunter auch die Abstimmung zur Barmatsache stattfinden sollen, den 2. Dezember. Am 9. Dezember will man mit der dritten Beratung des Haushaltes beginnen. Die amtliche Großhandelsmeßzahl vom 17. November. wtb. Berlin, 19. Nov.(Tel.) Die auf den 17. November berechnete Großhandelsmeßzahl des Statistischen Reichsamtes ist gegenüber dem Stande vom 11. November von 1199 um 0.9 v. H. auf 13/0.6g“ stiegen. Höher lagen die Preise für Roggen.### Hafer, Schmalz, Zucker, Heringe, Treibriemenieder, Baumwolle, Baumwollgarn, Rohjute und Zinn. Niedriger lagen die Preise für Butter, Schweinefleisch, Baumwollgewebe, Hanf, einige Nichteisenmetalle und Gasöl. Von den Hauptgruppen haben Agrarerzeugnisse von 112,8 auf 114,5 oder um 1,5 n H. angesogen, während Industriestoffe mit 133,0(Vorwoche 133,1) nahezu unverändert blieben. Deutsch=österreichische Zolliragen. wtb. Wien, 19. Nov.(Tel.) Der Handels= und Gewerbeausschuß des Nationalrates genehmigte das Abkommen mit dem Deutschen Reiche, betreffend die Regelung einzelner Zollfragen. pitbh. Paris. 20 Nov.(Tel.) Außenminister Sriand empfing gestern nachmittag den deutschen Botschafter von Hoesch. Das neue deutsch=spanische Handelsabkommen. wtb. Paris. 19. Nov.(Tel.) Havas berichtet aus MNadrid: In dem neuen provisgpäcsen, Sgerfegagge Spanien gewährt Deutschland die zweite Staffel des Zolltarifs unter Aufhebung der jüngsten Bestimmungen über das Einbringen deutscher Produkte in die Freihäfen der Kanarischen Inseln und Marokkos. Eintritt Raditschs in die jugoslawische Regierung. wtb. Belgrad, 19. Nov.(Tel.) Meldung der Agentur Avala. Die durch den Rüczitzughes Ministers für den öffentlichen Unterricht#ur.g# Ernennung von Stefan Raditsch, dem Führer der Kroatischen Bauernpartei zum Unterrichtsminister beendet. wib. Rom, 19. Nov.(Tel.) In der Kammer erdenen der eine erklärte, die Haltung der Kammer entspreche nicht den Gefühlen der Mehrheit des Landes. Hierauf stürzten etwa 15 Tginzschingen die Kommunisten, gaben ihnen Ohefegein und warsen unter dem Jubel der Tribüne au ne ein und bgur. sie mit Fußtritten aus der Kammer. Auf de valitentribüine wurde gleichzeitig Sgz, egzigungstig Pressevertreter geohrfeigt. Nach Lumultes richtete der Präsident an die Opposition' die Mahnung, in Zukunft die Gefühle der der Kammer nicht wieder herauszufordern. Zusammenlegung russischer Volkskommissariate. wtb. Moskau, 19. Nov. Meldung der Telegraphenagentur der Sowjetunion. Das Präsidium des Zentralexekutivtomitees der Sowjetunion beschloß heute, die Volkskommissariate für den Innenund Außenhandel zu einem einheitlichen Volkskommissariat für den Außen= und Innenhandel zu vereinen. itfereng wtb. Berlin, 19. Nov.(Tel.) Heute vormittag traten die Staats= und Ministerpräsidenten der Länder mit den Mitgliedern des Reichskabinetts unter dem Vorsitz des Reichskanzlers zu einer gemeinsamen Beratung der außenpolitischen Lage zusammen. Sie wurden über den gesamten Tatbestand, wie er sich in den letzten Wochen entwickelt hat, unterrichtet. Auf Erund der Aussprache wird die Reichsregierung nunmehr entsprechend dem vorgestern unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten gefaßten Beschlusse den gesetzgebenden Körperschaften, und zwar zunächst dem Reichsrat, den Entwurf eines Gesetzes über die Verträge von Locarno und den Eintritt Deutschland in den Völkerbund zugehen lassen. Die Stimmung unter den Teilnehmern der Konferenz war, nach einem Bericht der K. V., geteilt; doch ging die allgemein abschließende Meinung dahin, daß die Politik von Locarno unterstützt werden müsse. Man hatte in der Debatte bedauert, daß die Rückwirkungen verschiedene Wünsche unerfüllt ließen, insbesondere daß hinsichtlich der Besetzungsfristen und der Saarabstim= mung noch keine Anhaltspunkte vorliegen. Es wurde darauf erwidert, daß unsere Unterhändler diese Punkte dauernd im Auge behielten. Der auf 5 Uhr angesetzte Kabinettsrat, in dem der entscheidende Beschluß gefaßt werden sollte, war um 6 Uhr heute abend noch nicht zusammengekommen. Es steht noch nicht fest, ob die tungen heute schon vollständig abgeschlossen werden können. wtb. Berlin, 20. Nov.(Tel.) Wie wir erfahren, stimmte das Reichskabinett bereits heute in unmittelbarem Anschluß an die Aussprache der Reichsregierung mit den Ministerpräsidenten der Länder dem Gesetzentwurf über die Verträge von Locarno und dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund zu. Ein Weißbuch über die Entwaffnung. bb. Berlin, 19. Nov.(Tel.) Die deutsche Regierung bereitet, Blätterstimmen zufolge, ein Weißbuch vor, in dem das ganze in Betracht kommende Material in der Entwaffnungsfrage enthalten ist. Hierzu gehören auch die Listen, die der deutschen Note vom 23. Oktober beigefügt wurden, mit einer Stellungnahme zu den 62 Einzelfragen, die von der Gegenseite aufgeworfen worden sind. Aus dieser Note ergibt sich, daß der größte Teil der von der Gegenseite erhobenen Forderungen schon vor Locarno erledigt war. Nach der Konferenz von Locarno ist nur noch ein Rest von fünf Punkten übrig geblieben, und zwar sind dies die Fragen der Polizei, des Oberbefehls, der Ausbildung der macht wurden als von unserer Seite. In der Frage des Oberbefehls ist z. B., wie auch aus den bisherigen Veröffentlichungen schon hervorgeht, die Aufrechterhaltung des Reichswehrgesetzes als Reichsgesetz durchgesetzt worden. Auch bezüglich der Verbände kommt keine gesetzliche Neuregelung, sondern lediglich eine Aenderung der Ausführungsverordnungen in Frage.„„.) Genargs M a# bb. Berlin, 19. Nov.(Tel., Generat Walch hat der deutschen Militärkommission offiziell die Mitteilung vom Abbau der interalliierten Entwaffnungskommission gemacht. Ueber den Umfang des Abbaues enthält die schriftliche Mitteilung nichts. Man nimmt aber an, daß die noch bestehenden Distriktskommistionen„eingezogen und die der Polizei, des Oberbesehse, der Ausbildung der g#.„.Listriktskommissioner. 10 gper 12 Lopfe reduReichswehr in bestimmten wassen, der Armierung wesamtkommision bis au)#xtäheizung über die Königsbergs und der Verbände und Oxgggisg; ziert werden dürfte. Einseiganden Ozizier zn in ein Einverständnis erzielt. Aus der bevorstehenden Veröffentlichung geht, so wird versichert, hervor, daß von der Gegenseite mehr Zugeständnisse gese wtb. Berlin, 19. Nov.(Tel.) Die Anzahl der für Frankreich im Oktober genehmigten Sachlieferungsverträge beträgt ohne Berücksichtigung der Kohlenvertrage etwa 250. während in den Vormonaten August und September je ctwa nur 130 derartiger Verträge genehmigt wurden. Der Wert der Bestellungen ohne Kohle und Farbstofflieferungen beträgt insgesamt etwa 17,9 Millionen in Berlin verbtetv#gden Offizier ist der Botschafterkonferenz noch nicht gefallen. Unter den Offizieren, die Berlin verlassen, befindet sich auch der Chef der Kommission, General Walch. gen in Orir Reichsmark, wodurch der Gesamtbetrag derartiger Bestellungen für Frankreich seit dem Inkrafttreten des Dawesplanes sich auf insgesamt 135,7 lionen Reichsmark stellt. Für Belgien wurden im Oktober 48 Verträge im Gesamtwert von 2.9 Mill. Reichsmark genehmigt. Anzahl und Wert der belgischen Verträge erfuhr somit gegenuner dem Vormonat eine Steigerung um etwa das Doppelte. vdz. Berlin, 19. Nov.(Tel.) Der Reichsrat genehmigte am Donnerstag den Gesetzentwurf über den Handels= und Schiffahrtsvertrag zwischen dem deutschen Reich und Italien. 6 Ferner wurde dem Gesetzentwurf uner ein deutschitalienisches Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und zur Regelung anderer Fragen auf dem Gebiete der direkten Steuern zugestimmt. Der Reichsrat genehmigte ferner eine neue Verordnung über Regelung des Kraftfahrzeugverkehrs, die am 1. März 1926 in Kraft treten soll und u. a. Vorschriften zur Vermeidung einer Belästigung des allgemeinen Verkehrs durch Auspuffgase bezw. Geräusche enthält. Eine der wichtigsten Bestimmungen der Verordnung ist, daß die Kleinkrafträder wieder dem Kennzeichnungszwang(Nummerzwang) unterworfen werden sollen. Angenommen wurde eine Verlängerung des Notetats und zwar nicht mehr mit einer Befristung bis zu einem bestimmten Termine, sondern mit der allgemeinen Bestimmung bis zur gesetzlichen Feststellung des Reichshaushaltes. Preußischer Landtag. vdz. Berlin, 19. Nov.(Tel.) Ein kommunistischer Antrag über Grubensicherheit, Vermeidung von Bergwerkskatastrophen usw. wird dem Handelsausschuß überwiesen. Der Entwurf über Neuregelung der kommunalen Grenzen im Rheinisch=westfälischen Industriegebiet, der den Staatsrat bereits eingehend beschäftigt hat, wird dem Gemeindeausschuß überwiesen. Eine Reihe von Anträgen des Ostausschusses, wonach schleunigst erhöhte Mittel zur Behebung der Wohnungsnot in den östlichen Grenzgebieten zur Verfügung gestellt werden sollen, tritt der Landtag bei. Hierauf wird die Beratung des Haushalts des Finanzministeriums fortaefevt.. 6 in ant Erstumst anMinister Dr. Hörler=Aschoff givt Auskunft über die Frage der Stundung des Kredits. Rund 120 Millionen sind zur Verfügung gestellt. Mit Rücksicht auf die Rotlage der Landwirtschaft seien die Rückzahlungstermine hinausgeschoben worden. Die Stundung sei besonders für Ostpreußen. Oberschlesien und den Regierungsbezirk Kassel wo die Landwirtschaft besonders gelitten " h a b e, i m w e i t g e h e n d e m M a ß e b e w i l l i g t w o r d e n. W a s die Mittelstandskredite angehe, so seien 22 Millionen vom Reiche und dieselbe Summe von Preußen zur Verfügung gestellt worden. Möglichst müßten aber die Kredite im Laufe des nächsten Jahres abgetragen werden. Der Minister gibt ferner Auskunft über die staatliche Reichshise zum Reedereikredit. Im Interesse des Schiffbaues, besonders müßten die Vulkanwersten erhalten werden. Die Kredite für den Stinneskonzern seien bereits zurückgezahlt worden an die Staatsbank. Zur geistigen deutsch=fraß wtb. Paris, 19. Nov.(Tel.) Der Minister für öffentliche Arbeiten, de Monzie, hat gestern abend in der Carnegie=Stiftung in Paris ein Expose über die Bedingungen gehalten, unter denen nach seiner Ansicht die geistige deutsch=französische Annäherung sich verwirklichen könne. Nach dem Oeuvre wies er zunächst auf die Bedeutung dieser Annäherung nicht nur für die beiden interessierten Völker, sondern für den Weltfrieden überhaupt, hin. Er wies auf die glückliche, allerdings noch mit Slepsis gemischte Ueberraschung hin, die es in wtb. London, 18. Nov.(Tel.) Macdonald hob in seiner gestrigen Unterhausrede den riesigen Vorteil hervor, den der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund darstelle, und erklärte, daß dieser wahrscheinlich 20 Pakte von der Art des Locarnopaktes wert sei. Er sagte, die Praxis der Verweisung von Streitigkeiten an ein Schiedsgericht müsse allgemein gemacht werden und Großbritannien müßte sich bereit erklären, mit Bezug auf alle Streitigkeiten, in die es verwickelt wurde, das zu tun, was Frankreich und Deutschland sich bereit erklärten, mit Bezug auf das Rheinlandz zu Er forderte dringend, daß auf die unter den NatioKopenhagen hervorgerufen habe, als er dort erklärte, er werde die Rückreise über Berlin antreten und sich mit seinen deutschen Kollegen unterhalten. De Monzie erklärte ausdrücklich, daß, wenn die großen Gesellschaften der Gelehrten es außer acht ließen, die Gelegenheit für diese Annäherung zu ergreifen, die Regierung an ihre Stelle treten müsse. Wir wollen den Austausch der Ideen mit Deutschland wie mit den anderen Ländern ohne Ausnahme und ohne Privileg. iber Locarno. nen erzielte Vereinbarung die Abschaffung der Botschafterkonferenz, folgen Frage der Minderheiten müßte ebenfalls nachdrücklich verfolgt werden und die in betracht kommenden Nationen müßten gezwungen werden, diesem Problem gegenüberzutreten. Es sei äußerst befriedigend, daß Locarno nicht der Beginn eines Schrittes für eine weitere Isolierung Rußlands von Deutschland sei. sondern daß gemäß der von Chamberlain gegebenen Erklärung alles getan werden wird, was vernünftiger Weise erwartet werden könne, um die Tore des Völkerbundes für den russischen Staat offen zu halten, sowie er sich entschließe einzutreten. Strafverfahren gegen eine wtb. Königoberg, 19. Nov.(Tel.) Das Polizeipräsidium der Landeskriminalstelle. veröffentlicht eine Darstellung der Verhaftung und Vernehmung der auf den Gütern Alt=Allenstein und Klauken= dorf festgenommenen 19 Personen. Es handelt sich um Mitglieder einer Organisation, die sich den Namen Bataillon Schlageter im Frontkämpferbunde zugelegt hat. Der Oeffentzlichigt über gab, igr, eiiz ess, Bezeichnung„arpeitsgemeinschaft“. sich um delt. sei worden, stellten sich 9.8, laxth, 5orr-6.,8skimi. Untersuchung durch die Beamten der Landesimtnalstelle in Königsberg hat sich herausgestellt, daß nur eins der Mitglieder der Organisagigg#e wirtschaftlicher Arbeiter ist. Keines der Mchnder steht in irgendeiner Beziehung zu der Bauernhochschule in Dresden. Die meisten der Mitglieder trugen die Uniformen der Organisation und waren zudem im Besitze von Waffen und zahlreicher Munition. Es sanden Exerzier und übungen und Ausbildung im Schießen statt. Wie a# es in den Mitteilungen der Lanve####iminalstelle weiter heißt, bestand die Absicht, in kürzester Zeit Kompagnien zu bilden und diese unter Führung des Rittmeisters a. D. Raben, Altona, zu einer Arbeitsgemeinschaft Raben zusammenzufassen., Fast alle Festgenammenen gaben sich als Mitgniever solcher Verbände bekannt, die seinerzeit unter das Auflösungsgesetz fielen. Die Arbeitsgemeinschaft wollte alle republikanischen Arbeitsplätze durch arbeitslose. Mitglieder nationaler Verbände verdrängen. Die Festgenommenen sind zum Teil wegen Diahstahls Hehlerei, Unterschlagung und schwerer ulh se aid Pesiser Aasehegi, hesle schutzgesetzes bei einem der Festgenommenen Verdacht der Spionage zu Gunsten Belgiens. während Ruhrkampfes, bei drei anderen Fluchtverdacht. ein Verdacht, der sich inzwischen bei zweien durch einen von dem Untersuchungsrichter in Hamburg telegraphisch übermittelten Haftbefehl bestätigte. Infolgedessen wurden die Festgenommenen am 13. November dem zuständigen Untersuchungsrichter in Allenstein vorgeführt. Von diesem wurden sie am 15. November auf freien Fuß gesetzt. Ausführlich geht der Minister dann auf die Angelegenheit der Bergwerksbesitzungen von Giesches Erben in Schlesien ein. Der Minister äußert sich ferner über die Beteiligung des Staates an der Siemens=Elektrizitätsbetriebsgesellschaft, die erfolgt sei, um zu verhütten, daß die Elektrizitätsversorgung allein den großen Konzernen überlassen bleibt. Was die Bestrebungen hinsichtlich der Vereinheitlichung der Verwaltung angehe, so würde es sich empfeblen, erst den Versuch bei einer Verwaltung zu erproben. Was die Frage der Hinaussetzung der Altersgrenze bei den Beamten angebe, so habe das Reich erklärt, daß es nicht daran denke, zurzeit die Altersgrenze hinaufzusetzen. Preußen könne nicht einseitig vorgehen. Der Minister wendet sich dann gegen die Kritik des volksparteilichen Abg. Rose über seine Ausführungen bei der Veranstaltung der Industrie= und Handelskammer hinsichtlich der unitarischen Gestaltung des Staatswesens. Um das große Land Preußen in das Reich einzufügen, gehe er keinen anderen Weg als den der unitarischen Verfassung. Die Einfügung der österreichischen Länder Lei einem eventuellen Zusammenschluß wäre möglich über den Weg der provinziellen Autonomie. Es müsse ein Weg gesucht werden auf dem die Reichsfinanzverwaltung die besondere Steuerverwaltung der Länder und Gemeinden mit übernimmt. Abg. Fries(Soz.) wünscht, daß die Verwaltungsund Personalform sofort in Angriff genommen wird. Die Zahl der Gehaltsgruppen sei zu beschränken und die unterste müßte mindestens das Existenzminimum erhalten. Abg. Ebersbach(DN.) betont, daß die Auseinandersetzung mit dem Hohenzollernhause für die Deutschnationalen eine reine Rechtsfrage sei und bleibe, die nur durch leinen Vertragsschluß gelöst werden könne. Der Redner tritt dann für einen deutschnationalen Antrag ein, den am geringsten besoldeten Beamten 100 Mark als Kredit zu gewähren. Jacoby=Rassauf(Ztr.) anerkennt die der Landwirtschaft gewährte Kredithilfe. Die Rückzahlungstermine sollten aber der Leistungfähigkeit der Landwirte mehr angepaßt werden. Der 16. Februar sei als einer dieser Termine durchaus ungeeignet. August oder September wäre vorzuziehen. Zugegeben werde, daß die Beamten der unteren Besoldungsgruppen zu wenig zum Leben und zupiel zum Sterben bekommen, aber in den höheren Besamtengruppen sei ein Abbau durchaus angebracht. Der Redner beklagt, daß die Landwirte und Weinbauern Westdeutschlands zu wenig Einfluß und Vertretung im Bewertungsbeirat für die Grundsteuer und im Verwaltungs= beirat der Rentenbank hätten. Abg. Meyer=Herford(DVp.) erklärt, daß seine Partei die Kreditaktionen für die Landwirtschaft, den Mittelstand usw. gern unterstütze, aber auch die Fürsorge für die Beamtenschaft energischer betrieben sehen möchte. Eine allgemeine Aufbesserung der Gehälter werde sich nicht umgeben lassen, falls kein wesentlicher Preisabbau erfolge. Die Altpentionäre seien endlich restlos den Neupensionären gleichzustellen. Ein neues Beamtenrecht sei ebenso notwendig wie eine Neugestaltung des Kommunalbeamten= gesetzes. Abg. Barteld=Haunover(Dem.): Auch die Demokraten seien dafür, daß möglichst bald die Vierteljahrsgehaltszahlung eingeführt werde. In den unteren Beamten gruppen und den kinderreichen Familien sei die Not und Verschuldung so groß, daß unbedingt geholfen werden nüsse. Den politischen Beamten in der Provinz und in Seanadie utet Beigene mide unie die Geseunsg, der Ven g.s. der Aussaslung, daß jeder der den Hohenzollern gegeben werde, auch der Neativierung der Wittelsbacher Monarchie diene. Abg. Schwering(Ztr.) tritt den Ausfübrungen der Linken bezüglich der Hohenzollernauseinandersetzung entgegen., Tas Zentrum siebe dier lediglich auf dem Boden des Rechts. Damit schließt die allgemeine Besprechung. Die einzelneu Kapitel zum Haushalt des Finanzministeriums werden genehmigt. Der Ablehnung verfiel ein Antrag Weissermel (2N.), die große Aufrage der Deutschnationalen über die Entwaffnungsforderung der Entente für die Polizei der deutschen Länder als ersten Punkt der morgigen Tagesordnung zu verhandeln. Hierauf vertagte sich das Haus um 345 Uhr auf Freitagvormittag 11 Uhr. Pörirische Anleschau Besuch der Gräber in Frankreich. wp. Köln, 19. Nov. Wegen des Totenfestes am 22. November hat die französische Regierung beschlossen, den deutschen Staatsbürgern, die die Gräber ihrer Angehörigen in Frankreich zu besuchen wünschen. Paßerleichterungen zu gewähren. Das französische Generalkonsulat wird das Einreisevisum geben unter Vorlegen: 1. eines deutschen Reisepasses. 2. einer Bescheinigung des Bürgermeisteramtes des französischen Zielortes, daß die Antragsteller ein Grab in dem Gemeindefriedhof besitzen. Ausnahmsweise werden die Kanzleigebühren auf die Lälfte ermäßigt. Das Visum ist gültig für die(Pageslärt sei, Länge, ex in, keiner Weise anerknnen. eit von 20. November bis zum 24. Novemhe- 1935, sepn“ ahrseuat, das Die beizischs Geschichte der leisten Jeit von 20. November bis zum 24. November 1925. zehn. Jahre einen änderen Verlauf genommen b#tte, Zur Entwaffnungsfrage. Berlin, 19. Nov.(Tel.) Wie Festnahme eines früheren deutschen Offiziers. wtb. London, 19. Nov.(Tel.) Daily News meldet aus Tanger: Der Korrespondent der Hamburger Morgenpresse, Otto Zeltin, der früher Oberleutnant im deutschen Heere war, und jetzt britischer Staatsangehöriger ist, wurde bei dem Versuch, die spanischen Linien bei Ruaia zu passieren, um sich zu Abd 8 Krim zu begeben, durch einen Schuß leicht verletzt. Er wurde unter Bewachung nach Tetuan gebracht. Vorgehen der Drusen. wtb. London, 19. Nov.(Tel.) Der Berichterstatter der Daily Mail in Beirut meldet, daß der Aufstand der Drusen jetzt nahezu zu einer nationalen syrischen Erhebung geworden sei. Das Bestreben der Aufständischen sei, sich zu vereinigen, die Eisenbahnlinien abzuschneiden Beirut in ihren Besitz zu bekommen und so die Franzosen aus dem Land zu rertreiben. Daily News meldet: Sidon wird nach Berichten aus Haisa von den Drusen bedroht, die in drei Kolonnen vorrücken. Alle Dörser werden von den Aufständischen geplündert. Der Dolchstoß=Prozeß. München, 18. Nov. In der heutigen Verhandlung zu. Coßmannprozeß erhielt zunächst der Vertreter des RehssT zn epsänwalt Pestalozzg, das Wort zu einer dest Ferlägtener am Schlüß ersjärte das Gericht miöge und die Ptent, zu einer, angeneienen„Strafe verurtellen zudrddien P##kation des Urteils nach seinem, Ermessen gugronen„Sodgnn sprach der Rechtsanwalt, Hirschberg. Die weiteren Verhandlungen wurden auf, Donnerstagvormittag vertagt. An Dönnerstag wird Coßmann das Port erhalten Am Freitag dürfte der Prozeß, der bisver fünf Wochen dauerte, mit einem Schlußwort des Beklagten Gruber zu Ende, gehen. ünchen 19. Nov.(Tel.) Heute vormittag errofssor Coßzma.y, das Wort zu den SchlußIn diesen betonte er lüni Hlag hielt„Profssior G. ausführungen als Privatläger. In diesen betonte er Ciszs daß er niemals einer Partei angehört habe. Sestheh. 3si, Volsverrat und er lönne nicht zugeben, daßt Zaltsherxäteg Landsleute seien. Die Vereinigung, zwischen s.F usgiack, 130 der u. S. V. halle er für ein natio. das Dolchsioßproblem bereits wissenschaftzich, geltärt. sei, Jönne er in keiner Weise anerknnen. Mayen stammende Polizei=Betriebsassistent Wilhelm; Weiler von den arbeitslosen, mit schweren Zuchthausstrafen vorbelasteten Arbeitern Peter Engels und Friedrich Schneider aus Weilerswist erstochen. Die beiden Arbeiter übersielen den Beamten, der sie zum Stehenbleiben aufgefordert hatte, und bearbeiisten ihn mit einem Schustermesser und einer schweren spitzen Feile derart, daß er besinnungslos zusammenbrach. Einer der Rohlinge versetzte dem Beamten noch mehrere Stiche, als er wehrlos in seinem Blute lag, bis er tot war. Schneider brüstete sich noch der Tat. Beide Uebeltäter wurden festgenommen und haben die Tat eingestanden. Der Erstochene war ein ruhiger, pflichttreuer Beamter und Vater von vier unmündigen Kindern. Ein reuiger Dieb. wp. Aachen, 19. Nov. Die am 25. Oktober aus dem sogen. Burtscheider Zimmer des städtischen Suermondt=Museums abhanden gekommene Wachsplastik ist in den Besitz des Museums zurückgekommen. Täter hat das Bildchen auf Amwegen dem Der F533gatseusche Volk im Heröste 1918 in ernster Entschlossenheit zusammengestanden, hüitte. Die Wirkung des Pelchstoßses sei nach seiner Auffassung quadratisch mit Ssesheadel erict. lcde die Muliktiestreistchge wird von der deutschen Regierung ein Weißbuch vorbereitet, das das gesamte diese Frage betreffende Maierial umfaßt. Die Gewerkschaften beim Reichskanzler. bb Berlin, 18. Nov. Die Vertreter der Gewerkschaften waren, wie der Vorwärts berichtet, gestern abend beim Reichskanzler eingeladen, um von ihm über die Verhandlungen von Locarno und die daraus folgenden Rückwirkungen unterrichtet zu werden. Der Reichskanzler erläuterte die Gründe für ste den Velcie leieg bice Der Kertier 5e Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes erklärte, kaß die freien Gewerkschaften das Werk von Locarno aus politischen und wirtschaftlichen Gründen durchaus billigten und nur wünschen möchten, daß es in Zukunft auch im Geiste der Verhandlungen von Locarno durchgeführt und weiter fortgesetzt werde. Ein als Deutschnationaler bekannter Vertreter der christlichen Gewerkschaften führte aus, daß er wegen der Parteiunterschiede in seinem Lager nicht in der Lage sei, die Zustimmung zu dem Vertrag auszusprechen und meinte, daß es im natioralen Interesse nur erwünscht sein könne, wenn die Regierung auf eine starke Opposition stoße. Der Redner der Hirsch=Dunckerschen Gewerkschaften sagte, daß das nationale Interesse gerade eine geschlossene Willenserklärung des ganzen Volkes für das Friedenswerk von Locarno erfordere. Der Reichskanzler antwortete dem Vertreter der christlichen Gewerkschaften, daß auch die Oppotion sich darüber klar sein müsse, welche Verantworjung gegenüber der Zukunst Deutschlands auf dem Spiele stehe. Im weiteren Verlauf der Aussprache wurde auch auf die innerpolitische Lage, die sich aus dem Rücktritt der deutschnationalen Minister ergeben hat, hingewiesen und betont, daß die Durchführung des Verirags und die anschließenden weiteren Verhandlungen nur einer Regierung anvertraut werden dürften, die durch ihre Zusammensetzung dafür bürge, daß sie mit ganzem Herzen und in voller Aufrichtigkeit im Geiste von Locarno den Friedenswillen weiter pflegen und zum endgültigen Erfolg führen wolle. Sowohl Dr. Luther wie Dr. Stresemann antwortete hierauf, daß diese Besprechung mit den Verlretern der Gewerkschaften nicht die geeignete Gelegenheit sei, diese Frage zu erörtern, daß aber auch nach ihrer Alch eeschike, esig utecis eschi eise ges verraten worden seien. Die Taten der Front sollten in keiner Weise herabgesetzt werden. Wenn die Marine und das Frontheer trotz der Dolchstoßvorgünge solche Zsitungen vollbracht hätten, so leuchteten diese umso Coßmann überaab dem Gerichte eine Zusammenstellung von Zeugnissen darüber, daß die U. S. P, im November und Lezember 1918 mit allen Mitteln die Verteidigung von Polen und der gefährdeten Ostarenze zu, verhindern versucht hätte. Rluch der Zisammenbruch der österreichischen Front gegen Italien, sei durch die rehalusgnzäre Zersetzug, herbeigefiuhrt. Aubd die Treiis während des Arleges fielen unter den Begriff des Tolchstoßes. In den Dolchstoßhesten werde bezüglich des Tolchstoßes der Standpuntt vertreten: U. S. P. ja. M. S. P. nein. Die moralische Vexantwortung salle der M. S. zu, jedenfalls bis zum Frühjahr 1917, Ja die Arbeitsgemeinschaft bis zu diesem Zeitpunkt organisatorisch noch zu dieser, Partel gehörte. # Prefestor Cofungug., erklärte weiter niemand könne den Süddeutschen Monatsheften den Vorwurf machen. daß, sie absichtlich etwas Falsches gebracht hätten. Er wies auf die Haltung der auslündischen Sozialisten! sc in Deutschland eine nicht. vorhanden gewesen sei. u. 015 fass 115 sticht. V. und bei den Raditalen rein internationale Einstellung wenn sie rechtzeitig eingesetzt worden wäre. Ohne den lauben an den Sieg sei noch nie ein Sieg errungen „Der Streit um die Kriegssiele sei ein Beweis dafür, daß Deutschland, ohne eigentliche Kriegsziele in den Mostatsbeste wäsrend des Toriegag, Südheutschen Meinung der Vertrag von Locarno wertlos wäre, nrenn Deutschland es an seiner loyalen Durchführung fehlen ließe. Kein Geheimerlaß Severings gegen Rechtsverbände. bb. Berlin, 19. Nov. Nach einer Meldung der rheinisch=westfülischen Zeitung vom 16. November soll die politische Polizei in Preußen durch Geheimerlaß mit besonders scharfen volizeilichen Maßnahmen estiadel Besder dhonit. Wie der Amiche ranchiscke Pressedienst mitteilt, ist der Inhalt dieser Meldung, die die Ueberschrift trägt„Wie Severing den Verbandswünschen nachkommt“, völlig frei erfunden. Blutiger Zusammenstoß in einer Versammlung. wtb. Chemnitz, 19. Nov. Wie die Blätter melden, im es in einer ven der Nationalsozialistischen Arbeitervartei nach dem Chemnitzer Ballhaus Marmorpalast einberufenen Versammlung zwischen zahlreich erschienenen Kommunisten und den nationalsozialistischen Versammlungsteilnehmern zu einer schweren Scklägerei, bei der 60 Personen, darunter zwei Polizeibeamte, teils schwerer, teils leichter verletzt wurden. Ein 42jähriger Arbeiter is im Krankenhaus den erlittenen Verletzungen erlegen. Die Polizei hat die Rädelsführer verhaftet. Marokko und Syrien. Keine Friedensabsichten Abd el Krims. wtb. Paris, 19. Nou(Tel.) Wie der Avenir mitteilt. kündigt die in Casablanca erscheinende Zeitung De Petit Maroccaine an, Abd el Krim sei entschlossen, den Kampf bis zum Ende aller ihm zur Verfügung stehenden Mittel durchzuführen. Das gehe aus zahlreichen Briefen und Flugschriften hervor, die offen auf den Marktplätzen von Marokko verlesen würden. Sich Seastecd Bechseisheh der de Lish her II. S. B. stammenden, Veröffentsichungen über die Schuldbeller Boltskreise am dugls hezr ,. 90ß diese Custellug LeptF, lieben Fahre die Hauptschuld ira. „Er. schloß mit der Bemerkung, daß. er schauung für ein Unglück Museum zurückgegeben. Tod durch Nauchvergistung. wp. Oberhausen, 19. Nov. In Abwesenheit der Eltern war ein Stubenbrand ausgebrochen, der von Nachbarn alsbald gelöscht werden konnte. Das in der Wohnung anwesende 4jährige Kind hatte jedoch soviel Rauch eingeatmet, daß es tags darauf an den Folgen starb. Schmugglerfang. wp. Kleve, 19. Nov. Beamte des hiesigen Zollinspektionsbezirks stellten gestern eine mit starker Sicherung von der Grenze kommende Schmugglerbande kurz vor ihrem Ziele in der Nähe der Tiergartenstraße in Kleve. Jeder der Schmuggler führte auf einem Fahrrade einen großen Sack, sowie mehrere Pakete mit Schmugglerware bei sich. Außer den Fahrrädern wurden 122 Pfd. Kassee. 120 Pfd. Pfeifentabak sowie Kakao und Tee beschlagnahmt. Bei der Absuchung des Geländes, auf dem die Schmuggler abgefaßt wurden, wurden noch mehrere Pakete mit Schmugglerwaren gefunden, die dort in dem Gebüsch versteckt worden waren. Trotz mehrerer auf die fliehenden Schwärzer abgegebenen Schüsse entkamen die Schmuggler in der Dunkelheit. Ein Schmuggler, der in dem Glauben, die Luft sei rein, die von ihm in dem Gebüsch versteckte Waren holen wollte, wurde hierbei von den Beamten festgenommen und noch weitere 21 Pfd. Tabak beschlagnahmt. „Kirchendiebe festgenommen. wp. Grevenbroich, 19. Nov. Hier wurden ein entsprungener Zuchthäusler aus Zell an der Mosel und ein Gelegenheitsarbeiter aus Emmerich, der, zeitweilig auf dem hiesigen Erftwerk beschäftigt war, festgenommen, die mit einer Reihe Genossen, die sie hierher gelockt hatten, in Neuß, Hemmerden, Neuenhausen. Gustorf, Kapellen, Bedburg, Frimmersdorf und Elsen Kirchenberaubungen ausgeübt hatten. Giftluchen. Hersfeld, 18. Nov. Im Dorf Swarzenborn benutzte, wie die Frkf. Ztg. meldet, eine Landwirtsfrau irrtümlich eine zur Rattenvertilgung zurückgebliebene weiße Giftmasse als Mehl zum Kuchenbacken. Vier Familienmitglieder sind an dem Genuß des Kuchens erkrankt. Die Mutter ist bereits gestorben, die übrigen sind in Lebensgefahr. Explosion in einer Pumpstation. wp. Berlin, 19. Nov. In. der Pumpstation Haselhorst bei Spandau ereignete sich heute vormittag eine Explosion von Gasen, die sich in dem Rohrleitungsnetz angesammelt hatten. Die Anlagen der Klärstation wurden vollständig zerstört. Personen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden. Auf einer Lokomotive erschossen. wp. Berlin, 19. Nov. Auf dem Zug Goldap=Lick wurde kurz hinter der Station Marggrabowa ein scharfer Schuß abgegeben, der den Heizer auf der Maschine am Halse schwer verletzte. Er ist in Krankenhause der Verletzung erlegen. Von dem Läter fehlt jede Spur. Tödlicher Fahrstuhlunfall im Berliner Landgericht III wtb. Berlin, 19. Nov.(Tel.) Im Landgericht III Handel und Verkehr. Tagung des Eisen= und Stahlwarenindustriebundes. wtb. Elberfeld, 19. Nov. Der Eisen= und Stahlwaren, industriebund hielt heute eine geschlossene und eine allgemeine Mitgliederversammlung ab. In der geschlossenen Mitgliederversammlung am Vormittag sprach #eneralsefretär der Deutschen Geself schaft zum Studium Osteuropas. H. Jonae aus Berlin, über, da s beutlge Rußländ, Per soge von 1900 bis 1912 in Sibirien tätig und hat 1925 Rus. land von neuem bereist,„Vor vier Jahren waren Rußland und seine Wirtschaft auf dem Tod krank. Heute darf gesagt werden, Rußland lebt wieder. Der Reisende lebt dort heute genau so wie in seiner kapitalistiscte Heimat. Mit Visum und ruhigem Gewissen lebter ebenso sicher und bequem wie in Deutschland. Andesieht der Sowietbürger die Zustände. Die Masse der Bevölkerung ist nach wie vor nicht parteilos, sondern antikommunistisch. Sie zeigt das heute deutlicher als früher. Diese Leute vermissen alle Behaglichkeit und sehen keinte Renderung der Verbältnuise. Aber“sie Haben alse. bört, zu bungern. Damit ist der wesentliche Antrieb zu einer Auflehnung gegen die bestehende Regierung beseitigt. Der Stand der dürch die Revolution eine obscitive Verbesserung seiner Lage, erfahren hat, ist der Industriearbeiter. Ihm(dem Indüstriearbeiter) kommen in ersier Linie die sozialen Einrichtungen zugute. Zwar ragen die Spuren aus jener Zeit, in der sie um ihren Bestand besorgt waren, in das beutige Leben binein Aber im allgemeinen sind die Zügel locker gelassen. Die Staatsmänner flößen Vertrauen ein. Tabei wirtschaften sie nicht ins Blaue binein, sondern sie arbeiten nach einem ganz bestimmten Wirtschaftsplan. Im Export stößt man immer wieder auf die Idee, einmal für die eigene Produktion das weite Asien als Absatzdomäne zu schaffen. Gaus Rusland gleicht heute einer einzigen großen Reparaturwvertstatt. Es ist ein kräftiger Wiederaufbau, aber ein= sehr schwieriger und langwieriger. Die Bedürfnisse der De völkerung an Gebrauchsartikeln sind endlos. Der rüssische Verbraucher will auch den deutschen Produzenten persönlich kennen lernen. Er will Kataloge, Ausstellungen, Konsignationslager und Kommissionen. Der Fabrikant muß das Feld seiner Tätiakeit auch aus das bis heute vollkommen vernachlässigte Stbirsent lenten. Für jede Art der Betätigung albt der deutschrussische Vertrag vom 12. Oktober 1925 die sichere Grundlage: Ob, unter diesen Umständen die deuische Indußtrie heute bei der Union der sozlalistisch=n Sowpiet=Republik die angebahnten Geschäfts verbindungen erweitern und vertiefen kann, darf mit einem deutlichen Ja“ beantwortet werden. Die politische Lage in unserem großen östlichen Nachbarreiche ist nach menschlichen Ermessen sicher. Die Wirtschaft bewegt sich in aufsteigender Linie. Jept ist es Aufgabe des deutschen Produzenten, seinen Erzeug, nissen auf eine Generation hinaus einen sicheren Absatzmarkt im Osten zu schaffen. Nach einer Aussprache, an der sich auch der Generalsekretär Pieper von der russischen Handelsvertretung in Berlin Leteiligte, sprach Oberbürgermeister, a. T.#r. #o#ft= Tuisburg, M. o. R. und Mitglied der Handelkammer Tuisburg, über„Wirtschaft und Ton munale Verwaltungen“. Er nahm die Gemein den gegen die Vorwürse in Schutz, dic in letzter Zeit bei der Kritik an den Haushalten der Gemeinden erhobet werden. Nach einem geschichtlichen Rückblick auf die An: gaben der Gemeinden gina er zunächst auf die Betätigung der Gemeinden auf Grund des Steuerrechts ein und führte aus: Die Reichsfinanzreform hat die Gemeinden zu Kostgängern des Reiches gemacht, die Fiuauzpolitik der Gemeinden verdorben und den Aureiz zur Sparsankeit genommen. Der Zweck der Selbstverwaltung wurd: verkannt Heute drosseln die Steuern die Wirtschoft. In der Vorkriegszeit wurden von dem Voltseinkannmen als Etenern jährlich abgeführt ein Achtel bis ein Reuntel. sente führen wir rund ein Viertel des Gesamteinkoumens als Steuern ab. Tazu komnien aber noch die sozialen Lasten. Berliner Saucri hssSns. schloß mit der Vemerkuing, daß. 6g in, Thatzgttenburg war heute,vormittag der B. 3. hosse daß eines Tages die deitschen Arbeiter die stärt, Fahrstuhle Po Jaxle mit dem, Schmieren des sten, Tröger des nationelen Gedankens sein werden. g####e Verhandlungen wurden auf Freitag vertagt In girisr.,vgraussichtlich, letzten Sitzung erbält der beklagte Grüber das Schlußwort. Die Aufbahrung wtb. Berlin, 19. Nov.(Tel.) Heute vormittag wurden die gestern nach Berlin übergeführten sterblichen Ueberreste Manfred Freiherrn von Richthosens in der Enadenkirche in der Invalidenstraße feierlich aufgebahrt. Der braune Eichensarg, auf dem der Ali ein Richtshofens. Die ganze Kirche ist mit Lorbeer reich geschmückt. Punkt 12 Uhr wurden die Tare der Kirche und des umgebenden Inralidenparkes für das Publilum geöffnet, das sich überall zahlreich eingefinden hatte, um dem Krieger zu ehren. Unter Orgelklängen wurde dem Publikum Einlaß gewährt, das mit entblößtem Haupte am Sarge vorüherschritt. Zahlreiche Bsumenspendende ehemalige Offiziere des Kampfgeschwaders 1 und des Alanenregiments 1 halten mit gesenktem Degen an der Bahre die Totenwache. Arbeitsfragen. Arbeiterentlassungen. wtb. Hannover, 19. Nov.(Tel.) Dem Hannoverschen Kurier zufolge haben die Boßwerke in Saarstedt einem Teil ihrer Belegschaft infolge Abnahme der Aufträge gekündigt, während die restliche Belegschaft gekürzt arbeitet. wtb. Hannover, 19. Nov.(Tel.) Die Aktiengesellschaft Mathildenhütte in Bad Harzburg hat sämtliche Arbeiter nach Kündigung entlassen. Von der Maßnahme, die mit der schwierigen Lage der MetallFühhruhls im Treppenhause beschäftigt. Plötzlich setzte sich der Fahrstuhl in Bewegung. Janke wurde zwischen den Fahrstuhl und die Wand eingeklemmt. Als Sanitäter und Feuerwehr den Verunglückten besreilen, war infolge des Blutergusses ins Gehirn der Tod eingeireten. Großfeuer in einer sächsischen Glasfabrik. wts. Bautzen, 19. Nov.(Tel.) Von Großfeuer heimgesucht wurde am Bußtag mittag die Glasfabrik E. Greiner& Co. im nahen Demitz=Thumitz. Insolge Auslaufens einer schadhaft gewordenen Glaswanne geriet das Hüttengebäude, in dem sich die Glasbläserei befindet, in Brand und wurde vollständig in Asche, gelegt. Holand 100 Guld, Buenos=Aires Belgien 100 Fr. Oslo 100Kr. Dänemark 100 Kr. Schweden 100 Kr. Iinnland 100 M. Italien 100 Lire England New York 1 D. Paris 100 Frk. Schweiz 100 Frk. Spanien 100 Pes. Japan Rio de Janeiro Wien 100 Schill. Prag 100 Kr. Budapest 100000 Sofia Jugoslawien. age (Geld Priek. 16920 16878 750 1902 85.59 104.62 112.21 10.55 16.75 20.3331 4.19 16.77 80 87 59.63 1.783 0.611 59.11 12.42 5.87 3.04 7.43 1.744 19.06 85 81 1018 112.49 10.59 16.79 20.381 4.20 1681 81.07 59.79 1.787 0.613 59.2 12.46 5.89 3.05 7.45 f Geld Brier 168.76 10918 1.750 1901 85.59 104.54 1226 10.55 16.72 20.324 4.11 1657 0.87 59 68 1.780 0.612 59.10 12.42 5.87 3.04 7.43 u. dem Kricge 169.5 1.69 81.00 8581 112.50 1.75 13.05 101.80 11251 10. 16 70 20.374 420 166 1.0. 5984 1.784 0.614 59.24 12.46 5.80 3.05 112.50 112.50 81.90 81.00 20.11 4 20 81.0 81.00 81.0) 2.0 1.36 85.00 85.00 3.0 81.00 81.00 Rettungsarbeiten wurden infolge Wasserniangels stark erschwert. Der Bahnhof von Demitz=Thumitz war stark gejährdet. Von der etwa 250 Mann betragenden Belegschaft sind etwa 80 Mann brotlos geworden.— Der Neubau wird sich bis zum nächsten Frühjahr hinziehen. Kindesaussetzung. wp. Kaiserslautern, 19. Nov. In einem hiesigen Holel stieg vor einigen Tagen eine Frau mit einem etwa 1½jährigen Kind ab. Nach kurzer Zeit war die Rabenmutter verschwunden und ließ das Kind ohne jede Kleidung und Wäsche zurück. Namen und Herkunft der Frau und des Kindes sind unbekannt. Eine französische Nordpolexpedition. wtb. Oslo, 18. Nov.(Tel.) Ein Londoner Telegramm der hiesigen Abendblätter meldet, daß eine von Frankreich staatlich unterstützte Nordpolexpedition unter der Leitung des französischen Leutnants Sales und des norwegischen Kapitäns Sverdros in Vorbereitung ist. Die Expedition beabsichtigt, im April 1926 von Svalbard aus über das Polareis nach Poimt Darrow in einem speziell hierfür konstruierten tankartigen Motorschlitten zu starten. Sverdros bestätigte, daß eine derartige Expedition in Vorbereitung sei, doch befindet sich die Angelegenheit noch im Verhandlungsstadium. Der Motorindustrie und dem ungenügenden Erfolg der Erz= schlitten wurde von Sverdros für die zweite Framförderung begründet wird, werden etwa 500 Arbeiter Expedition 1891 konstruiert. Es sollen Probefahrten betroffen. im sinnischen Meerbusen gemacht werden. Die Expedition umsaßt ein Dutzend Tankschlitten und 30 Mann. „Flugunglück. wtb. Rom, 19. Nov.(Tel.) Ein großes Wasserklugzeug, das den Dienst Brindisi—Konstantinopel versieht, stürzte infolge eines Steuerungsfehlers in den Langen See bei Arona, wobei von den sechs Fahrgästen ein Major getötet wurde, während die fünf anderen verwundet wurden. Brand auf einem großen Passagierdampfer. , wtb. Newyork, 19. Nov.(Havas.) Der Küstenbisber nicht zu ermitteln. dampfer Lenape, der zwischen Newyork und JacksonEein Volizeibeamter toigstochen. olle verichert, ist mit 20 Pasagieren an Bord'sn Mescherich kai Käin 10 Ran I'n ur.: Brand geraten. Er hat versucht, die Mole von Helawv. Meschenich bei Köln, 19. Nov. Am Abend ware zu erreichen. Zahlreiche Schifse sind zur Hilsevor dem Buß= und Bettag in der siebenten Stunde leistung abgegangen. Sämtliche Passagiere sollen wurde unweit unseres Ortes der aus dem Kreise gerettet sein. u. Salhb. u. wp. Köln,,19. Nov. Heute morgen in der dritten Stunde drangen vier junge Leute mit vorgehaltenen Pistolen in die Stationskasse des Süd=Bahnhofs der Straßenbahn ein und raubten aus der Kasse 5600 Mark. Die Täter sind entkommen. Trotz der sofort aufgenommenen Verfolgung waren die Tüter wuib. Verin. Io eustirzepgehichge Krähe. wegung zievt Hy der Börse iumer weitlere Preise. TLie der sottschreitenden Wirtschafts= bezw tuisis sich. stöndig erböbenden Jahlungsstockungen in saft allen Branchen ttagen die Entmutigung in immer weltere ztreis und veranlassen so das Publitum zu sortgesetztel: VerSäuien, H# namentlich in den zu Einheitstursen gehandelten Industrievapieren zu bemerken sind. Dieses Gebiet zeigte daher auch heute ausgesprochen matte Veranlagung bei ernemen nicht unerheblichen Aursrückgängen. Besonders verstimtieno, wirkte die von der bekannten mittleren Banksirma Laband. Stiehl u. Co. nach ergebMiziosen, Längerez, Peisizingsberhandlungen runmehr“6. easc hecheslckelechte Besonders groß war das an den Markt kommende Maieaber nicht, Bes. der, allgemeinen Mutlosigkeit sowie der mangelnden Aufnahmelust und Aufnahntefähigleit genügte es aber, um den Kursstand auf fast allen Gebieten durchschnittlich um 1 bis 2 und vereinzelt auch um Prozent und darüber herabzudrücken. Am Monnütr der Sall bei den Berlin=Larlsrüber Industriewerten und der Berliner Maschinen Schwartkopf, die 8 bezw. Prozent verloren. Besser gehalten und teilweise höher waren Kaliaktien, in denen ausländische, Käufe stütend gewirkt, haben sollen. Auch Schlesiche Zink und Bergbau Aktien stiegen auf Arbitragekäufe bei dem bekannt kleinen umlaufenden Material sogar um 11 Prozent. Widerstandsfähig waren bei kleinen Einbußen auch Schiffahrtsaktien. Bei Bankaktien erreichten die Einbußen nus vereinzelt 1 Prozent. Renten schloben sich sowohl für inwie für ausländische der Abschwächung allgemein an. Vor16gsHypothekenbsandbriefe verloren 20 bis 30 Pfennig. Goldpfandbriefe waren gut gehalten. Roggenpfandbriese waren etwas höher. Der Geldmarkt btieb bei nnversinderien Umsätzen recht flüsia Am Tevisenmarkt vat sich nichts besonderes verändert. Die wiederum recht matte Veranlagung des Einheitskleinstes Angebot stärkere Kursabschläge hervorrief und viele Kurse gestrichen wir Besl Pachisgsiue Erbolung der Börse. sodass abgeseten seiten Palosen kleinen Besserungen überwiegend zu dei Tageskursen die Börse schloß. Vereinigte Glanzstoff waren weiter 20 Prozent niedriger. Baisse an der Neuyorker Börse. wtb. Neuyork, 18. Nov.(Tel.) An der heutigen die in unregelmäßiger Haltung eröffnete. griff, nach einer vorübergehenden Befestigung eine panikartige Baisse Platz, die ihren Hauptgrund in dem hohen Geldsatz von 5 Prozent und in der Befürchtung einer Erhöhung des Rediskontsatzes der Federal Reserve Bank of New York hatte. Die Börse befürchtete, daß sich aus einer solchen Maßnabrie Kreditrestriktionen ergeben werden. Kursabschläge bis zu 20 Dollar waren an der Tagesordwuing, und nur Zwangsdeckungen der Bankiers vermochten die Abwärtsbewegung zeitweilig ein#halten. Im besonderer Mitleidenschaft warn parnehmlich Vutomobilwerte gezogen, die ex en vornehmlich Autogehabt hatten.“ Benuhr oie=Telholondihen der Güchhällblung Eall Graus, Gähngennk Nr. 272(Zweites Blatt) DORTMUND OSTENHELLWEG Neue Ufster 29.7638, aus warmen, molligen Ulister- und•OFarsch-Stoflen, in modernen 69.„ 79, FOgm Räufen Nie bei inir in Vorikund Ihre Reise macht sich bezahlt, denn Für Jung und Alt. Für Groß und Klein. 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Das vielerörterte Arbeitszeitproblem erhält bei medizinischer Analyse ein ganz anderes Gesicht als bei den gewerkschaftlichen Kämpfen, in denen das Problem mit möglichster Einseitigkeit unter Verschleierung der Objektivität behandelt wird. Zwei Infanterieleutnants führten bei der Aushebung eines gleichgroßen Schützengrabens bei Verwendung der gleichen Arbeitskräfte folgendes Experiment durch: Der eine ließ unter gleichzeitiger Einsetzung sämtlicher Arbeitskräfte den Graben auswerfen, während der andere nur jedesmal die Hälfte der Leute arbeiten und die andere ruhen ließ zum Zwecke der Ablösung. Das Eregbnis dieses Experimentes bestand darin, daß letztere Gruppe die Arbeit zuerst fertigstellte. Dieses Beisviel lehrt also, daß die Einlegung einer regelmäßigen Arbeitspause auf den Ausgleich und die Stärkung der menschlichen Arbeitskraft erfrischend wirkt, und weiter, daß die Betätigung über acht Stunden hinaus keine Gefahren in sich birgt, sofern man sie durch Pausen rationell gestaltet. Schädigend wirkt nur die Unvernunft in der Arbeit, also das ständige Anspannen des Körpers oder des Geistes. Bei dem Funktionsverhältnis von Körper, Geist und Seele muß neben der Arbeitspause auch auf den Ausgleich der körverlichen, geistigen und seelischen Kräfte nach dem Dienst Gewicht gelegt werden, um durch Ablenkung eine Konzentration der ruhenden Kraft herbeizuführen. So schadet es keinem Arbeiter, wenn er nach dem Tagesdienst abends die Zeitung oder ein gutes Buch liest und auf diesem Wege eine Sammlung seiner physischen Kräfte herbeiführt. Für den Geistesarbeiter kommt naturgemäß eine umgekehrte Betätigung in Frage. Man ersieht sogleich, welche Bedeutung das Eigenheim gerade für den Büroarbeiter oder besser allgemeiner genommen für den Geistesarbeiter erhält, wenn mit dem Heim die Möglichkeit zu physischer Betätigung verbunden ist. Für den Fabrikarbeiter sind dagegen gut geleitete, nach vopulären Gesichtspunkten aufgebaute Bibliotheken von großem Wert. Die einzelnen Berufsarten verlangen naturgemäß eine individuelle Behandlung. Den Wärmeberufen, insbesondere den Heizerberufen, muß man eine besondere Aufmerksamkeit widmen. Die einfache Tatsache, daß durch Sonnenverbrennung der Haut nervöse Zustände herbeigeführt werden, ist leider noch nicht so bekannt, wie es im Interesse der wirtschaftlichen Hebung unseres Volkes notwendig wäre. Statistisch steht fest, daß unter den Schiffsheizern durch Nervenzerrüttung die größte Zahl von Selbstmördern zu verzeichnen ist. In Bremen entfallen 85 Prozent aller Selbstmörder auf Schiffsheizer, in Hamburg über 72 Proz. Es ist ohne weiteres klar, daß man derartigen Berufen im Interesse der rationellen Gestaltung der Wirtschaft eine erhöhte soziale Pflege zuwenden muß. Ferner sind die Wärmeberufe durch plötzlichen Temperaturwechsel rheumatischen Leiden ausgesetzt. Der Gasbläser hat vielfach die Eigenschaft, den rechten Arm, der einer stehenden Temveratur von ca. 100 Grad ausgesetzt ist, plötzlich in kaltes Wasser zu tauchen, wodurch eine Entzündung der Gelenknerven herbeigeführt wird, die bei vorsorglicher Verhütung vermieden werden kann. Die Staubberufe neigen leicht zu Tuberkuloseerkrankungen. Nach statistischen Aufzeichnungen sind die Sand= und Zementbetriebe die am meisten gefährdeten. Werden auch 50 bis 60 Prozent aller Staubteile durch die Nasenorgane aufgehalten, so ist dennoch eine ständige Säuberung der Brust durch geeignete Apparate im Interesse der Betriebsrentabilität erforderlich. Bei dem Studium der Lärmberufe hat man festgestellt, daß die Uebertragung des Lärms durch die Luftwellen und weniger durch feste Gegenstände geschieht. Bekannt ist, daß junge Leute, die den Schmiedeberuf ergreifen, anfänglich eine vorübergehende Taubheit zu überwinden haben. Bei den Textilarbeiterinnen steht zahlenmäßig fest, daß sie nach 5—6jähriger Tätigkeit Flüstergeräusche nicht mehr wahrnehmen. In den Weinbergen wird zur Erhaltung der Reben monatelang ein scharfer Pfiff erzeugt, der bei den Weinbergarbeitern in verschiedenen Fällen eine schwere Erkrankung der inneren Organe herbeigeührt hat, in anderen Fällen sogar akuten Schwindel, Uebelkeit und Erbrechen. Ohreinlagen von Watte und Kautschuk tragen, ohne daß eine Gefährdung der inneren Organe eintritt, zur Abwendung von Schäden bei. Endlich liegt ein sehr wichtiges Moment in der richtigen Tagesbeleuchtung der Betriebe. Durch bunte Fenster, rußgeschwärzte Wände werden 30 Prozent der Sonnenkräfte zurückgehalten. Durch geeignete Lichtapparate muß Sorge getragen werden, daß in solchen Fällen ein Lichtausgleich geschaffen wird, um die Arbeitsenergie zu heben. So sind in den gewerblichen Betrieben zahlreiche nachteilig wirkende Erscheinungen zu beobachten, denen man vielfach weniger durch gesetzliche Maßnahmen als durch liebevolle Fürsorge begegnen kann. Die deutsche Frau ist infolge ihrer gemütstiefen Veranlagung ganz besonders berufen, auf diesem Gebiete zur wirtschaftlichen Stärkung unseres Vaterlandes beitragen zu können, und es wäre zu wünschen, daß sich die Unternehmerkreise in ihrem eigenen Interesse diesen Problemen mehr zuwenden würden. Denn es liegt klar auf der Hand, daß wir bei den kommenden Konkurrenzkämpfen gerade mit den Menschen rationell wirtschaften müssen, um uns durchzuringen, wenn auch die augenblicklichen Arbeitslosenkrisen dieser Anschauung zu widersprechen scheinen, da man annehmen könnte, es seien Menschen im Vergleich zu Produktion und Konsumtion zuviel da. Das ist ein Scheinzustand. Trotz aller technischen und organisatorischen Modernisierung, die darauf hinauslaufen, Menschenkräfte zu ersetzen, wird sich in den zukünftigen Jahren noch einmal ein empfindlicher Arbeitermangel bemerkbar machen. Rus Slabt und ungrbung. Kultur=Jubiläen. 1765. In Treuenbrietzen kommt der Komponist Friedrich Himmel zur Welt, bekannt durch seine Volkslieder„Es kann ja nicht immer so bleiben", „An Alexis" usw. Schwerte, 20. November 1925. Ueberfall. In den gestrigen Abendstunden wurde in den hinteren wenig beleuchteten Teilen der Bergischen Straße ein junges Mädchen von dem jugendlichen Schlosser L. überfallen und belästigt. Der Unhold hatte das Mädchen bereits zu Boden geworfen, als auf das Hilfegeschrei der Ueberfallenen Anwohner der Straße herbeieilten und L. schleunigst verschwand. Jedenfalls wird ihm die Sache teuer zu stehen kommen. : Betrifft Raubüberfall. Wie uns Augenzeugen berichten, soll nicht der Arbeitslose Gr. in der betr. Nacht den in seiner Gesellschaft weilenden Herrn aus der Wirtschaft gelockt haben, sondern wegen„Feierabendbieten“ des Wirtes sei er mit den anderen Gästen hinausgegangen. Auch soll Gr. die Uhr und Brieftasche dem Herrn nicht fortgenommen, dieser ihm vielmehr dieselben gegeben haben. Amtliche Viehzählung. Im Deutschen Reiche findet am 1. Dezember d. Is. eine amtliche Viehzählung statt, die sich auf Pferde, Rindvieh, Schafe, Schweine, Ziegen und Federvieh erstreckt. Mit dieser Zählung ist eine Erhebung der von den Haushaltungen für den eigenen Bedarf geschlachteten Tiere(Hausschlachtungen) verbunden, soweit sie der amtlichen Schlachtvieh= und Fleischbeschau unterliegen. Diese Erhebung umfaßt die in der Zeit vom 1. Dezember vor. Is. bis zum 30. November d. Is. geschlachteten Kälber, Rinder, Schweine, Ziegen und Schafe. Die Zählungen dienen lediglich statistischen und volkswirtschaftlichen Zwecken, namentlich der Erkenntnis der Lage der Volksernährung und der Landwirtschaft, aber nicht irgendwelchen steuerlichen Zwecken. Märchenabend. Die Kindergärtnerin Herta Holzmann veranstaltet am Sonnabend, den 28. Nov. im Gemeindehaus, Hagener Straße, abends 5.30 Uhr, einen Märchen=Abend für schulpflichtige Kinder, nicht für Erwachsene. Karten sind zu 20 Pfg. im Kindergarten, Jägerstraße, und an der Kasse zu haben. Ein Märchen=Abend für Erwachsene findet im Dezember statt. Näheres wird darüber noch bekanntgegeben. Vortrags=Vereinigung. Unter diesem Kennwort brachte die gestrige Nr. der Schwerter Zeitung Ausführungen, die nicht vom Vorstand der Vortrags=Vereinigung ausgegangen waren, die er aber begrüßt als ein Urteil aus Hörerkreisen, das dem Wollen und Wirken der Vortrags=Vereinigung gerecht wird. Es hieß da:„Der Vorstand der Vortrags=Vereinigung will nur dienen, will dem geistigen Leben dienen". Das ist richtig, und in dieser Absicht ist die Vortrags=Vereinigung im Winter 1904 ins Leben gerufen worden. In den verflossenen 21 Jahren hat sie diesem Ziele gedient, oft unter großen Mühen und versönlichen Opfern. Denn niemals ließ die Vortrags=Vereinigung Wandetredner und minderwertige Kräfte kommen; sie bemühte sich wenigstens immer, möglichst Gutes auf den verschiedensten Gebieten von Kunst und Wissenschaft zu geben. Die Vortrags=Vereinigung fand auch— neben mancher, mehr oder minder wertvollen Kritik— viel freudige Anerkennung und dankbare Unterstützung in allen Kreisen, und die Vorstandsmitglieder wissen, daß viele die geistigen Anregungen, die die„Vortragsabende" im Winter geben, in unserer kleinen Stadt nicht mehr entbehren möchten. Und unsere kleine Stadt ist nicht bedürfnislos in geistiger Beziehung— fast alle Professoren, die hier redeten, waren immer wieder erstaunt und erfreut über die innete lebendige Anteilnahme unserer Hörer.— Das alles hindert aber nicht, daß in diesem Jahre die Veranstaltungen nicht genug besucht worden sind. Gerade in diesem Jahre wollte der Vorstand es ermöglichen, ganz besonders gute Kräfte zu gewinnen. Dazu braucht er aber die verständnisvolle Mitarbeit aller Gebildeten. Ist es nicht fast kläglich, wenn ein so hervorragender Künstler wie Wüllner vor kaum 250 Hörern sorechen muß? Und das, obwohl der Enitrittspreis kaum die Hälfte betrug von dem, was man sonst in jeder anderen Stadt für solch einen Genuß zahlen muß. Wir glauben allerdings— im Gegensatz zu dem Einsender des gestr. Artikels—, daß der Geldmangel diellrsache des— imVergleich zu den großen Kosten— schwachen Besuchs war. Vielen, die wohl Interesse für die Veranstaltungen der VortragsVereinigung haben, fehlte tatsächlich das Geld gerade in diesen teuren Herbstmonaten. So kam es, daß die Rücklagen der Vortrags=Vereinigung durch die bisherigen kostspieligen Veranstaltungen fast aufgebraucht wurden, und es ist die Frage, ob das geplante Winterprogramm durchgeführt werden kann. In Aussicht genommen waren noch für Dezember: Ivo Puhonnys Künstler=Marionetten= Theater aus Baden=Baden; für Januar ein kunstgeschichtlicher Vortrag mit Lichtbildern über moderne Kunst, außerdem ein Liederabend eines Sänaers; im Februar ein Tanzabend von Lise Abt; im März ein Gastspiel der Haas=Berkow=Truppe, und den Schluß sollte ein gutes Konzert bilden. Der Vorstand känn, wie gesagt, diese Abende nicht geben ohne die verständnisvolle Mitarbeit aller Gebildeten— kann er darauf zählen?— Die für den Besuch der Puhonny=Spiele ausliegenden Listen werden es erkennen lassen, und es ergeht noch einmal an alle, die mitarbeiten wollen, die Bitte, möglichst sofort Namen und Zahl der Karten mit Angabe des Platzes in die bei Braus und Saatmann liegenden Listen einzutragen, damit ein Ueberblick gewonnen wird, ob das Gastspiel des Marionetten=Theaters ermöglicht werden kann. Der Leiter der Truppe muß spätestens Montag benachrichtigt werden, daher werden die Listen am Montag geschlossen. Drum versäume keiner, der mitarbeiten will, die sofortige Eintragung.— Ueber die Puhonny=Spiele, die ganz außerordentlich gerühmt werden, erfolgt noch nähere Bekanntmachung. Nur das sei heute schon gesagt, daß sie voraussichtlich den„Faust“ geben werden. Meisterabend. Der Besitzer des Café und Weinrestaurants„Zum Anker“, Herr Andree, hat neben seiner altbewährten Hauskavelle den jugendlichen Jazzbandschläger H. Rasemann zu einem Gastspiel verpflichtet, und wird dieser morgen seinen I. Meisterabend geben. Ein ausgewähltes, dezentes Programm wird jeden Besucher zufrieden stellen. Finden wir doch auch in dem gemütlichen Café eine Raumstimmung vor, die zum Verweilen einladet. Der Raumeindruck wird noch bereichert durch die Räume im Raum, die durch die zum Plaudern einladenden Sofanischen geschaffen sind. Durch eine weitere Ventilationsanlage wird stets für gute, reine Luft in den behaglich erwärmten Räumen gesorgt. Ein Besuch am morgigen Abend wird ganz besonders empfohlen.(S. Inserat.) Artillerie=Verein. Am Sonntag, den 8. d. M., punkt 5 Uhr versammelten sich alle Kameraden und Gönner des Vereins im neurenovierten Saale der Witwe Quadbeck, Bahnhofstraße, zu einem Ehrenund Familienabend. Die Jubilare, die sich alle bis auf einen Kameraden eingefunden hatten, wurden punkt 6 Uhr unter Vorantritt von zwei Ehrendamen, in Begleitung der beiden Vorsitzenden, unter den Klängen der Musik in den Festsaal geleitet. Die Musik eröffnete das Programm mit dem Friderikus=Rex=Marsch. Alsdann ergriff der 1. Vorsitzende, Kamerad Tigges, das Wort und begrüßte alle Erschienenen, besonders die Jubilare. Er dankte allen„insbesondere den Damen, die ihm hilfreich zur Seite gestanden hätten bei den großen Vorberettungen. Ferner dankte er noch besonders dem Direktor der Theatergruppe; Kamerad Graßmeier, welcher es verstanden hatte, unter tatkräftiger Unterstützung der Gönner des Vereins, Herrn Spiegel und Fastnacht, Frau Brand und Frl. Graßmeier, sowie der Kameraden Weinkauf, Hemeier, Goos und Focke, ein solch großzügiges Programm aufzustellen. Hierauf ließ die Musik(Geschwister Schäfer) den„Hohenfriedberger“ vom Stapel. Der 2. Vorsitzende, Kam. Bätz, begab sich dann zur herrlich geschmückten Bühne, auf welche unter aufgebauter Vereinsfahne die Ehrendiplome und Ehrenabzeichen für die Jubilare ausgestellt waren, um die Festrede zu halten. Alsdann gedachte er in kernigen Worten derer, die fern in kühler Erde in Feindesland ruhen. Zu Ehren der gefallenen Helden wurde stehend das Niederländische Dankgebet angehört, welches von Frau Bußmann und Frl. Fricke vorgetragen wurde. Der Redner betonte dann in beredten Worten die früher so oft gepriesene Kameradschaft. Er erinnerte an die aktive, Reserve= und Kriegszeit, wie man da die Kameradschaft gehegt und gepflegt habe. Daß bei uns die Treue und Kameradschaftlichkeit noch die alte ist, beweisen hier unsere Ehrungen, die wir unsern Kameraden für ihr unerschütterliches Festhalten darbringen. Begeistert stimmte die Versammlung nach den Schlußworten das„Deutschlandlied“ an. Nach einer kleinen Pause und einigen Musikstücken sprach Frl. Diers einen kernigen Prolog. Die Jubilare, Kamerad Bock, Winkelströter, Viehmann, Eickermann, Trausch, Hosang, Rauh, Feldmann und Schilke begaben sich auf die Bühne. Der 1. Vorsitzende ergriff noch einmal das Wort und streifte in kurzen Worten die Treue der Jubilare, worauf er jedem Kameraden ein Ehrendiplom bezw. ein Ehrenabzeichen mit dem Dank des Vereins überreichte. Als Ueberraschung kam die Ehrung des 2. Vorsitzenden, welchem für treue Kameradschaft das Ehrenabzeichen für 15jährige Treue für den Verein vom 1. Vorsitzenden überreicht wurde. Kamerad Bock sowie der 2. Vorsitzende dankten im Namen aller Jubilare für die Ueberraschung und Ehrung. Nach einigen Musikstücken folgte ein lustiges Theaterstück; hierbei dürfte wohl jeder auf seine Kosten gekommen sein. Auch der„Sängerbund“ erfreute die Besucher durch einige ansprechende Chöre. Die Verlosung sah fast alle Anwesenden als glückliche Gewinner. So verlief der zum Provinziallandtag und zum Kreistag Vorstehende Uebersicht über die Abgrenzung der Stimmbezirke usw. für die Wahlen zum Provinziallandtag und Kreistag wird mit dem Bemerken veröffentlicht, daß die Wahlen am Sonntag, den 29. Robember 1925 stattfinden. Die Wahlhandlung beginnt am vorgenannten Tage um 9 Uhr vormittags und wird um 6 Uhr nachmittags geschlossen. Zur Stimmabgabe zugelassen sind nur Personen, die in die Wählerliste eingetragen oder im Besitze eines Wahlscheines sind. Zur Stimmabgabe dürfen nur die amtlich hergestellten, im Wahlraum ausgegebenen Stimmzettel benutzt werden. Die Stimmabgabe erfolgt derart, daß der Wahlberechtigte durch ein auf den Stimmzettel zu setzendes Kreuz oder in sonstiger Weise kenntlich macht, welchem Wahlvorschlag er seine Stimme geben will. Der Wahlberechtigte darf auf dem Stimmzettel nur einen Wahlvorschlag zu diesem Zweck ankreuzen oder in sonstiger Weise kenntlich machen; andernfalls ist sein Wille nicht unzweifelhaft zu erkennen und der Stimmzettel ungültig. Die Stimmzettel dürfen nur in den amtlich gelieferten, im Wahlraum ausgegebenen Umschlägen von dem Wahlberechtigten dem Wahlvorsteher übergeben werden. Für jede Wahl wird mit besonderem Stimmzettel gewählt. Die Abgabe der Stimmzettel für Abend in schönster Harmonie und dürfte jedem der Teilnehmer noch lange in der Erinnerung sein. r K r e i s v e r b a n d. D i e F r a u e n h ü l f e n d e r G e meinden Schwerle, Westhofen, Syburg und Ergste haben sich zu einem selbständigen Kreisverband Schwerte zusammengeschlossen. Herr Pastor Flocin hat die Leitung dieses Kreisverbandes übernommen. „ St. Elisabeth=Verein. Die gestrige Patronatsfeier des St. Elisabeth=Vereins in den stimmungsvollen Räumen des Café Wigge hat einen glanzvollen, die früheren Veranstaltungen weit übertreffenden Verlauf genommen. 64 Damen hatten sich zur festlich geschmückten Tafel eingefunden und ließen sich nach einer Begrüßung durch den Dortmunder Rundfunk die leckeren Sachen der Konditorei Wigge gut munden. Aus dem von der rührigen Vorsitzenden Frl. Ludwig erstatteten Jahresbericht war zu ersehen, daß der Verein im vergangenen Jahre eine Fülle von Arbeit im Dienste der christlichen Nächstenliebe geleistet hat. Die BarAusgabe des Vereins stellt sich auf fast 2000 Mark. Eine in der Festversammlung abgehaltene Sammlung ergab einen Betrag von 39 Mark für die Vereinskasse, weiter einen Scheck über 30 Mk. Den Vorstand bilden auch für das neue Vereinsjahr Frl. Ludwig, Frau Hömberg, Frau Kraas, Frl. Böven. Im Mittelpunkte des ganzen Nachmittags stand ein großangelegter Vortrag des Pfr. Schnurbus über„St. Elisabeth, das Bild des Edelchristen“, der reichen Beifall auslöste. Dazwischen gab es RadioVorträge in bunter Fülle, so daß an Unterhaltung übergenug geboten wurde. Die Stimmung während der ganzen Veranstaltung und die rege Beteiligung bei den Arbeitsstunden sind ein Beweis für den vorzüglichen Geist, der im Verein herrscht; mögen die Mitglieder im Eifer und in der Sorge für unsere Armen nicht erlahmen, das wäre die beste Frucht der gestrigen Feier. Güterkursbuch. Das in den Kreisen der Verfrachter mit lebhaftem Interesse begrüßte Güterkursbuch der Deutschen Reichsbahn=Gesellschaft ist nach dem Stande des Winterfahrplanes 1925 neu herausgegeben worden und kann zum Preise von 3 Mark von allen Stationskassen, Güter= und Eilgutabfertigungen der Reichsbahn bezogen werbeide Wahlen erfolgt in einem gemeinsamen Umschlage. Die Stimmzettel für die Provinziallandtagswahl müssen aus weißem oder weißlichem, die Stimmzettel für die Kreistagswahl aus grünlichem Pavier sein. Der Wahlberechtigte erhält am Eingang des Wahlraumes einen amtlich abgestempelten Umschlag und je einen amtlich hergestellten Stimmzettel für die Provinziallandtagswahl und für die Kreistagswahl. Er begibt sich sodann in den Nebenraum oder an den mit einer Vorrichtung gegen Sicht geschützten Nebentisch. Dort hat er auf den Stimmzetteln durch Ankreuzen oder in sonstiger Weise kenntlich zu machen, welchem Wahlvorschlage er seine Stimme geben will, und die so gekennzeichneten Stimmzettel in den Umschlag zu legen. Darauf tritt er an den Vorstandstisch, nennt seinen Namen und auf Erfordern seine Wohnung und übergibt, sobald sein Name in der Wählerliste aufgefunden ist, den Umschlag mit den Stimmzetteln dem Wahlvorsteher, der ihn sofort uneröffnet in die Wahlurne legt. Inhaber von Wahlscheinen nennen ihren Namen und übergeben den Wahlschein dem Wahlvorsteher. Wahlberechtigte, die des Lesens unkundig oder durch körperliche Gebrechen behindert sind, ihren Stimmzettel eigenhändig auszufüllen oder in den Umschlag zu legen und diesen dem Wahlvorsteher den. Das Kursbuch enthält eine große Zahl bester Beförderungsgelegenheiten für Eil= und FrachtgutWagenladungen im Auslandsverkehr und im Inlandsfernverkehr. " Aus der kathol. Gemeinde. Der nächste religiös=wissenschaftliche Vortrag in der Pfarrkirche findet am Montag abend 8 Uhr statt. Der Jesuitenvater Fr. Kother=Düsseldorf spricht über„Die Kirche als Gesellschaft und Gemeinschaft". Zu dem Vortrage ist jedermann freundlichst eingeladen. r Pädagogische Woche. Das Industriegebiet mit seinen eigenartigen Lebensverhältnissen stellt den Erzieher vor ganz besonders schwierig: Probleme. Er hat die besonderen Einflüsse der Industrie=Umwelt zu erkennen, die für das innere und äußere Wachsen unserer Jungen und Mädchen von einschneidender Bedeutung sind. Aus dieser Erwägung heraus ist der Plan entstanden, in Dortmund eine„Pädagogische Woche“ zu veranstalten. Sie soll in den Weihnachtsferien stattfinden, mit dem 3. Januar 1926 beginnen und sich ungefähr über 5 Tage erstrecken. Alle Fragen die zur Behandlung kommen, werden sich um das Thema„Industriejugend“ gruppieren. Anerkannte Wirtschaftler und ausgesprochene Führerpersönlichkeiten sollen zu Worte kommen. Die Veranstaltung ist gedacht für das ganze Industriegebiet. Sie wird getragen von den Lehrerorganisationen aller Schulgattungen. r T u r n e n. A m S o n n t a g, d e n 2 9. N o v e m b e r, nachmittags 5 Uhr wird Direktor Dr. Edmund Neuendorff eine Turnvorführung mik 24 Turnern und Turnerinnen der Preußischen Hochschule für Leibesübungen in Dortmund, Turnhalle des Turnvereins Eintracht, darbieten. Neuendorff wird nach kurzem Vortrag zeigen, in welchem Geist die Turnausbildung in Spandau geschieht. Allen Jugendpflegern und Jugendpflegerinnen, sowie allen Freunden gesunder Leibesübungen ist belegenheit geboten, sich von dem Stande des Turnens an der Preußischen Hochschule für Leibesübungen zu überzeugen. Die Vorführung wird etwa 2 Stunden dauern, so daß die auswärtigen Besucher noch abends rechtzeitig ihren Wohnort erreiche können. zu übergeben, dürfen sich der Beihilfe einer Vertrauensperson bedienen. Ungültig sind Stimmzettel: 1. die nicht in einem amtlich abgestempelten Umschlag übergeben worden sind; 2. die in einem, mit einem unzulässigen Kennzeichen versehenen Umschlag übergeben worden sind; 3. die nicht als amtlich hergestellte erkennbar sind; 4. aus deren Kennzeichnung der Wille des Wählers nicht unzweifelhaft zu erkennen ist; 5. denen irgendein durch den Umschlag deutlich fühlbarer Gegenstand beigefügt ist; 6. die mit einem unzulässigen Vermerk oder mit einem Vorbehalt versehen sind. Mehrere in einem Umschlag enthaltene Stimmzettel gelten als eine Stimme, sofern sie auf denselben Wahlvorschlag lauten; andernfalls sind sie ungültig. Zutritt zum Wahlraume hat jeder Wahlberechtigte, Ansprachen darf niemand darin halten. Nur der Wahlvorstand darf über das Wahlgeschäft beraten und beschließen. Der Wahlvorstand kann jeden aus dem Wahlraume verweisen, der die Ruhe und Ordnung der Wahlhandlung stört. Ein Wahlberechtigter, der hiervon betroffen wird, darf vorher seine Stimme abgeben. Schwerte(Ruhr), den 17. November 1925. Der Magistrat. Wetterbericht der Wetterwarte Essen vom 19. November 1925. Das Hochdruckgebiet hat seinen Kern etwas südwärts verlagert und erstreckt sich heute von Großbritannien über die Nordsee und Deutschland nach Polen, während das Tiefdruckgebiet von Norden her sich über Skandinavien ausgebreitet hat. Auch über Frankreich ist der Luftdruck verhältnismäßig niedrig. In Deutschland herrschte heute früh bei schwachen nordöstlichen Winden und 0 bis 3 Grad Frost trockenes und teils heileres, nur vereinzelt etwas nebliges Wetter.— Wetteraussichten bis Samstag: Forgesetzt meist trocken und ziemlich heiter bei schwachen östlichen Winden und schwachem Frost. . Sölde, 20. Nov. Ein verdrießlicher Pferdehandel. Rasch entschlossen und wenig von Gewissensbissen geplagt ist der Arbeiter Sch. Weil ihm angeblich 10 oder 15 Pfg. für die Rückfahrt nach Unna fehlten, verkaufte er rasch auf dem Wege nach Avlerbeck an eine Ehefrau M. aus Sölde ein Pferd im Werte von 300 Mark, das er nach Avlerbeck bringen sollte. Der ganze Handel mutet fast wie die Geschichte von„Hans im Glück“ an: Hoch zu Roß trifft er die Frau an, die sich bei einem Bekannten auf dem Wagen befindet, und merkt bald, daß sie„Spaß“ an seinem Tiere hat. Er erzählt ihr eine ganz glaubwürdige Geschichte, wie er zu dem Pferd gekommen sei, und rasch wird man sich auf den Kaufpreis von 100 Mark, den die M. dann noch auf 80 Mark drückte, einig. Doch kaum hatte die ob ihres guten Kaufes erfreute Käuferin das Pferd im Stall, da mußte sie auch schon wieder Abschied davon nehmen, weil der Diebstahl und der Verbleib des Vierfüßers inzwischen bekannt geworden war. Verkäufer und Käufer hatten sich nun vor dem Strafrichter zu verantworten. Seine Beschäftigung als„Pferdehändler“ brachte dem Sch. sechs Wochen Gefängnis, die durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt gelten, ein, während man der Käuferin keine Schuld nachweisen konnte und sie deshalb auf Kosten der Staatskasse freigesprochen wurde. Immerhin ist sie durch den Verlust der 80 Mark übel bestraft. Nr 272(Drittes Blatt) Die Bedeutung der Stockholmer We.tkirchenkonferenz. Die„Deutsche Vereinigung des Weltbundes für Freundschaftsarbeit der Kirchen“ in Berlin hatte Studenten, Professoren und Vertreter der evgl. Kirchen zu einer Aussprache über die Bedeutung der Weltkirchenkonferenz von Stockholm eingeladen. Der lebhafte, aber von einmütiger Zustimmung getragene Verlauf der großen Versammlung zeigte, in welch hohem Maße„Stockholm“ noch immer die Oeffentlichkeit beschäftigt; besonders war das ersichtlich bei und nach den Ausführungen des Geh. Konsistorialrats Prof. D. Deißmann, der als einer der sechs deutschen Vertreter des sogen. Fortsetzungsausschusses die Bedeutung der Weltkirchenkonferenz zusammenfassend darlegte. Die Frage nach ihrem eigentlichen Ertrag beantwortete er folgendermaßen: Stockholm bedeutet die endgültige Eingliederung der deutschen Kirchen in die ökumenische Bewegung. In Stockholm kam es zur Geltung, daß die Stellung des deutschen Protestantismus in der Welt einer der großen Aktivposten für Deutschland ist. Was man durch die Konferenz erstrebte, war eine organisierte Zusammenarbeit der Kirchen, die vielleicht einmal zu einer Konföderation führen wird. Die Frage nach einer eigenen Gesetzlichkeit des öffentlichen Handelns im internationalen Leben auf der Grundlage christlicher Sittlichkeit ist das große Problem, das die Weltkirchenkonferenz in Stockholm dem christlichen Denken hinterlassen hat. Es ist erst ein Anfang; aber D. Deißmann gehört zu denjenigen, für die„Stockholm“ einen Höhepunkt bedeutet sowohl im persönlichen Leben als auch in der christlichen Gegenwartsgeschichte. „Susu..O P Freitag, den 20. Rovember 1925 —00— Die Verteilung der Steuerlasten in Deutschland Vielfach wird behauptet, daß aus den Lohnsteuerleistungen, also den Steuern der Arbeitnehmer, der überwiegende Teil der Steuereinkünfte flösse. Diese Behauptung ist nicht richtig. Die Lohnsteuer ist nur ein Teil der Einkommensteuer,; außer den eigentlichen Arbei nehmern unterliegt ihr auch noch die große Zahl leitender Angestellter und ähnlicher Personen; außerdem lommen aus der veranlagten Einkommensteuer, d. h. aus den Einommen der freien Berufe usw., noch sehr erhebliche Beträge. Bedenkt man weiter die auf das Kapital gelegten Seuern verschafts=, Vermögens=, Erbschafts=, Kapitaln usw.) insgesamt 70 bis 80 Prozent er aus der gesamten Einkommensteuer stammen. den Belrüge aufbringen, so ergibi sich insgesamt, daß die Auftommen an Lohnsteuern nur einen Bruchteil aus der gesamten direkten Besteuerung barstenlen. An einem praktischen Beispiel läßt sich isen. Ein grögeres Hüttenwerk ges Reviere hal im abgelaufenen Geschaftsjahr a killionen Mi. gezahlt. Leg. ui(was ungefähr den talsächlichen Verhälnisse entspricht) für jeden beschäftigten Arbeiter be einem Einkommen von ungefähr 2100 k einen Lohnsteuerabzug von ungefähr 120 bis 130 Mart nde, so ergibt sich, daß das Hüttenwerk für sich allein ungefähr 3 bis 5 mal mehr Steuern gezahlt hat als die gesamte Arbeiterschaft zusammen genommen. Im Vergleich zur Vorkriegszeit ist bei den niedrigen Einkommen die Besteuerung erheblich zurück gegangen. Sie beginnt bei ledige Arbeiter erst bei einem Einkommen von über 1200 A, während sie vor dem Kriege schon bei 601 A einsetzte; verheiratete Lohnempfänger mit 4 Kindern werden erst bei einem Einkommen von über 3000 c zur Einkommensteuer herangezogen, während sie früher schon bei einem Einkommen von 1001 A Steuern entrichten mußten. Bei einem Einkommen von 1801 bis 10000 A betragen bei einem ledigem Lohnempfänger die Steuern 106 bis 119½ des Friedenssatzes, liegen also unter der Friedensreal= höhe; bei einem verheirateten Lohnempfänger mit 4 Kindern betragen noch bei einem Einkommen von rund 7500 A die Steuern nur 60% der Friedenshöhe, an Realwert nicht einmal die Hälfte der Friedenszeit. Dagegen liegen für die höheren Aufkommen die Sätze ganz bedeutend über Friedenshöhe. Es kommen bei den höheren Einkommen Steuersätze vom 4 bis 5 fachen des Friedensbetrages vor. Da nun tatsächlich das jetzige steuerliche Einkommen insgesamt 4 bis 5 mal höher ist als in der Friedendszeit, da anderseits aber(wie hier gezeig!) die niedrigen Einkommen weniger bezahlen als in der Vorkriegszeit, ergibt sich auch aus dieser Berechnung, daß die Steuern tatsächlich zum weit überwiegenden Teil von den sogenannten bi sitzenden Schichten aufgebracht werden. Bei allen diesen Erwägungen ist folgendes Moment nicht vergessen. Die gesamten sozialen Lasten im Reich kann man auf ungefähr 2 Milliarden#A schätzen; bei einer Bevölkerung von etwas über 60 Millionen Menschen ergibt sich also eine Bi lastung von rund 30 d je Jahr und Kopf. Nimmt man nun an, daß die Länder und Gemeinden für besondere Unterstützungszwecke noch einmal die Hälfte dieses Betrages, also 15 e je Jahr und Kopf außerdem ausgeben(in der Regel dürften diese Beträge weit höher sein) so kommt man zu dem Schluß, daß auf eine Normalfamilie mit 2 Kindern berechnet eine soziale Leistung von rund insgesamt 160 bis 170 A jährlich kommt. Mit diesem Betrage vergleiche man die steuerliche Leistung dieser Normalfamilie. Bei einem Stundenlohn von rund 75 J beträgt diese rund 50 c, bei einem Stundenlohn von 1 A ungefähr 110 el und bei einem solchen von 1.20 c rund 160 A Das bedeutet, daß selbst bei einem Stundenlohn von 1.50 A die Normalfamilie von 4 Köpfen noch nicht die Steuerleistung aufbringt, die allein zur Befriedigung der sozialen Ausgaben notwendig ist. Die steuerlichen Leistungen der Lohnempfänger kommen also ihnen selbst wieder zugute; darüber hinaus werden aus den Steuern der besitzenden Schichten noch sehr erhebliche Beträge herangezogen. Aus den Provinzell. Schließung wegen Unrentablität? Auna, 19. Nov. Die Stillegung der Zeche en am 31. Dezember dieses Jahres ist, nachm Schacht 1 und 2 bereits seit einiger Zeit stillliegt, wegen Unrentablität unter Hinweis auf die großen Zubußen in jüngster Zeit beschlossen woren. Falls dieser Beschluß zur Tai wird, kommen badurch 2400 Bergarbeiter und außerdem viele Angestellte zur Entlassung. Rdant und seine Töchter. Roman von Peter Prior. Copyright by Feuchtwanger(Halle). 6. Fortsetzung.(Nachdruck verboten.) „Tia,“ der Intendant machte eine große Geste, „daraus mache ich mir nun ja nicht viel. Ich habe mein Glück immer in anderem gesucht, als in außeren Ehrungen.“ Er zog sein Zigarrenetui hervor, bot dem Schwager eine Havanna an und steckte auch sich eine dicke Zigarre an.„Aber ich habe mir auch gesagt, daß ich schließlich der Kunst schuldig bin, die Leitung der Toumee zu übernehmen. Schließlich ist ja in Deutschland— ich darf es sagen, ohne mich zu überheben,— niemand anders imstande dazu. „Sicher nicht, zweifelsohne“, warf der Onkel bereitwillig ein und rauchte verlegen an seiner Zigarre. Hedwig war dem Weinen nahe. Sie wollte etwas sagen, das den Vater entschuldigen würde. Aber Käthe kam ihr zuvor.„Vater hat recht. Das wird jeder einsehen. Er muß der Kunst das Opfer bringen. Aber wir, ob es für uns nicht das beste ist, das Trauerjahr in Oberammergau zu verleben...“ Der Onkel blickte sie warm an.„Ich denke, wir wollen unsere Entschlüsse nicht von heute auf morgen fassen.“ Er lächelve.„Ich habe immer bewiesen, daß ich mit meiner Freundschaft nicht so schnell bei der Hand bin. Wenn ich euch einlade, dann dürft ihr euch darauf verlassen, daß ihr bei uns in München wie zu Hause sein werdet. Und ich hätte euch nicht eingeladen, wenn ich nicht das Gefühl hätte, daß ihr euch bei uns, wie soll ich sagen, wohlfühlen könnt.“ Peter Fastenham war nach acht Tagen abgereist, ohne einen endgültigen Enscheid mit nach Hause genommen zu haben. Eeinen Tag später Ein Schwindlertrick. Hagen, 20. Nov. Dem Arbeiter W. M. von hier gelang es, sich auf folgende Weise Geld zu beschaffen. Die Tatsache, daß in seiner Nachbarschaft eine Hochzeit gefeiert wurde, brachte ihn auf den Gedanken, sich beim Bäcker Backwaren für die Hochzeitsgesellschaft geben zu lassen, natürlich, ohne zu bezahlen. Die Waren wurden ihm verabfolgt, doch ging er hin und veräußerte Backwaren und Korb und gab das Geld für sich aus. Verhaftung eines Brandstifters. Hagen, 20. Nov. Der Schreinermeister Gustav F. in der Franzstraße, der in der Nacht zum Dienstag seine Schreinerwerkstatt vorsätzlich in Brand gesteckt hat, wurde verhaftet. Das Holz lager und einige Maschinen sind dem Feuer zum Opfer gefallen. Mädchenhändlern in die Finger gefallen? Gevelsberg, 20. Nov. Wie wir vor einiger Zeit berichteten, ist seit einigen Wochen ein junges Mädchen von etwa 21 Jahren von hier spurlos verschwunden, das sich schon des öfteren ohne Benachrichtigung ihrer Angehörigen auf längere Zeit von Hause entfernt hatte. Der damals aufgestiegene Verdacht, daß es Mädchenhändlern in die Finger gefallen sei, scheint sich nun doch zu bestätigen. Von den Behörden sind die entsprechen den Schritte eingeleitet worden, den genauen Sachverhalt festzustellen. Kinomatographische Aufnahmen. Gevelsberg, 20. Nov. Im Rahmen von kinomatographischen Aufnahmen einer Berliner Fir ma, die einen„Westfalen"=Film anfertigen will, werden auf Veranlassung eines hiesigen Kinobesitzers auch in Gevelsberg und Umgebung entsprechende Aufnahmen(Sport, Turnen, Industrie, Verkehr usw.) gemacht. U. a. wurde der Jugendhof Rehberg bei Milspe gefilmt, wodurch diese sich in den Dienst der Jugend stellende Einrichtung hoffentlich in weiteren Kreisen bekannt werden wird. Einzig dastehendes Ehehindernis. Arnsberg, 19. Nov. Als ein junges Paar dieser Tage in Allagen beim Standesbeamten das Aufgebot beantragen wollte, mußte erst die erforderliche Geburtsurkunde ausgestellt werden. Das Mädchen, das im Jahre 1898 geboren sein will, ist im Geburtsregister nicht aufgeführt. Der Beamte mußte feststellen, daß die Geburt seinerzeit nicht beurkundet worden ist. Die Hebamme hatte die Anmeldung vergessen. Die Heirat kann nun erst stattfinden, wenn die Geburt beurkundet ist, da das Standesamtsregister erst die Geburt und dann die Heirat enthalten muß. Vom Auto überfahren. Hamm, 20. Nov. Ein Geschäftsauto kam an einem der letzten Tage in schneller Fahrt aus dem Kaldenhoferweg über den Friedrichsplatz und überfuhr eine Frau, die die Südstraße überqueren wollte. Der Frau war es nicht möglich, auszuweichen, wahrscheinlich, weil sie in der Eile nicht übersehen konnie, in welche Straße das Auto einbiegen wollte. Das Vorderrad des Autos fuhr über die Bedauernswerte hinweg und vom Hinterrad wurde sie noch ein Stück fortgeschleift. Hilfsvereite Personen trugen die Verunglückte, die stark blutete, in das nächste Haus. Eine lustige Landpartie. Vonen, 20. Nov. Ein hiesiger junger Mann, der von Pferden überhaupt keine blaste Ahnung hatte, michle am vergangenen Sonntig mit einegen lustigen Damen eine kleine Wage zur über Land. um per Wagen die Landschaft bemustern zu können. Singend und jauchzend durchfuhr die lustige Gesellschaft die schneeigen Gefilde, als der Lenker mit heiteren Worten das Pferd anspornte und zur Bekräftigung die Peitsche wie ein alter Zirkusbesitzer knallen ließ. Das Pferd scheute plötzlich und raste, soweit es seine Kräfte erlaubten kreuz und quer über die Straßen. Der junge Mann hatte die Gewalt über die Zügel verloren und sah erst das Ende der Attacke, als das Vorderrad sich zwischen einen Baum geklemmt hatte. Es war gut, daß das Zugtier ein altes Pferd war, wer weiß, welch Unglück es hätte geben können. Nachdem die Passagiere die Angst verlassen und den Wagen wieder flott hatten, ging die Fahrt langsam weiter. Feierschichte. Altenbögge=Bönen, 20. Nov. Die Folgen des Absatzmangels auf der hiesigen Schachtanlage 34 der Klöcknerwerke machen sich immer deutlicher bemerkbar. Während in der vergangenen Woche drei Tage gefeiert werden mußte, sieht man in dieser Woche ebenfalls wieder einigen Feierschich. ten entgegen. Die Verwaltung des Schachtes 3/4 hal sich aus Anlaß des Absatzmangels gezwungen gesehen, für den 30. November 49 Leuten das Arbeitsverhältnis zu kündigen. Nötig wäre es, daß diesem leidigen Absatzmangel einmal ein Ziel gewerden könnte, damit es den Arbeitern möglich ist, zu leben, ohne durchzuhungern. Einbruchsdiebstahl im Güterbahnhof. Priorei, 20. Nov. Spitzbuben haben während einer der letzten Nächte dem Bahnhof BreckerfeldPriorei einen Besuch abgestattet und sind nach Zertrümmerung der Fensterscheibe in den Güterboden eingedrungen. Die Anzahl und der Wert der gestohlenen Kollis ist jedoch gering. Das wahllose Mitnehmen läßt darauf schließen, daß nicht mit Ueberlegung gearbeitet worden ist, oder daß die Täter gestört wurden. Eine der lagernden Packstücke enthielten Lebensmittel und Getränke, die aber unberührt geblieben sind, dagegen wurde u. a. eine Kiste, die Eisenteile enthielt, mitgenommen. Die Nachforschungen werden eifrig betrieben, doch fehlt augenblicklich noch jede Spur. Wenn sie Geld sieht... Sundwig, 20. Nov. Verschiedenen Einwohnern verschwanden aus ihrer Wohnung wiederholt Geldbeträge. Diese Wahrnehmung wurde merkwürdigerweise stets dann gemacht, wenn die Frau Toni Kr. in der Wohnung gewesen war. Auf Vorhaltungen hat sie auch die Diebstähle zugestanden. Sie hatte sich deshalb vor einigen Wochen vor dem Amtsgericht in Iserlohn zu verantworten. Die Verhandlung mußte aber derart vertagt werden, da die Angeklagte die Einwendung machte, ihre Handlungsweise sei eine Folge ihres krankhaften Zustandes. Wenn sie fremdes Geld sehe, fühle sie den unwiderstehlichen Zwang, es zu nehmen. Medizinalrat Dr. Weise, der die Frau auf ihren Zustand untersuchte, hat in einem scheiftlichen Gutachten zum Ausdruck gebracht, daß sie geistig gesund sei und der Ausschluß der freien Willensbestimmung auf Grund des§ Str. G. B. lin, war sehr aufgeregt, erklärte, er müsse sofort abreisen, man brauche ihn, die ganze Meistertournee sei in Frage gestellt. Er aber könne die Töchder nicht so ohne weiteres zurücklassen. Das tue er unter keinen Umständen. Am Abend aber reiste er ab. Die Mädchen blieben allein im Hotel. Hedwig lebte einige Tage wie im Traum, sie wußte nicht, was anfangen, wußte nicht, wem sie sich hätne anvertrauen sollen, und kam sich unsagbar unglücklich vor. Sie war ein paarmal dabei, an Martin einen Brief zu schreiben, sie sei unglücklich, und er solle kommen, ihr helfen. Wenn sie aber an Martins Brief dachte, schauderte sie vor dem Gedanken zurück, sich an ihn wenden zu müssen, und sie ließ das Schreiben. Ob nach München zu den Verwandten, ob nach Oberammergan oder gar hier bleiben, was war das eigentlich für ein Unterschied! Kein Mensch fragte danach, wo sie war. Sie war vollständig überflüssig und sie hatte weder zum Lesen, zum Arbeiten, noch zu irgend einem Vergnügen die geringste Lust. Käthe sah von der Qual, die die Schwester litt, nichts. Sie las fast den ganzen Tag Romane, hatte rote Wangen und feurige Augen, erklärte Hedwig viele Stellen, die diese nicht interessierten, und behauptete, wenn sie ein Mann wäre, dann sollte die Welt etwas erleben. Hedwig lag bis tief in die Nacht hinein wach. Wenn Käthe anders gewesen wäre, dann hätte alles schön sein können. Eine hätte für die andere da sein können. Aber war denn Käthe soviel anders als der Vater? Sie fühlte es, sie wußte es bestimmt, daß der Augenblick in Oberau, da er sie geküßt hatte, entscheidend war für ihr ganzes Leben, sie wußte, daß er sich nach ihr genau so sehnte, wie sie nach ihm. Ach, wie war es doch häßlich, daß man immerzu lügen mußte und daß man nicht offen bekennen durfte, was man fühlte. Käthe erklärte eines Tages, daß sie nach Berim Begriff, ihr auszu „So? Und was willst du denn in Berlin anfangen?“ „Arbeiten, leben, lernen. Genau weiß ich das noch nicht.“ Das kannst du hier alles ebenso oder in München oder in Winkelglück.“ „Nein, das kann ich nicht. In Winkelglück fehlt mir jede Anregung. Und nach München zu den Fastenhamms will ich nun einmal nicht. Das weißt du ja. Ich denke nicht daran, mich wie eine dumme Gans hinzusetzen und zu warten, bis ein ordentlicher und wohlsituierter Mann mich heiratet.“ „Nach München zu Onkel Peter ginge ich hochstens aus Neugierde hin“, sagte sie ein anderesmal Hedwig zuliebe.„Länger als eine Woche möchte ich aber wahrhaftig nicht dort sein. Ich will mein eigenes Leben führen und frei sein. Das Gescheiteste ist, du kommst mit nach Berlin.“ Käthe packte in der Tat am Nachmittag ihre Koffer und erklärte, am nächsten Tage abreisen zu wollen. Nur mit Mühe konnte sie Hedwig dazu bestimmen, noch eine Woche zu warten und zuvor auf ein paar Tage mit nach München zu Onkel Peter zu kommen. Peter Fastenhamm bekam einen kurzen Brief, in dem sich die Mädchen für die Einladung bedankten und in dem sie weiter mitteilten, daß sie in wenigen Tagen kommen würden. Gleichzeitig wurde angeordnet, daß die alte Margareth vorläufig allein in Winkelglück bleiben und das Haus besorgen sollte. „ Obwohl man wenig Berührungspunkte hatte, beschlich Hedwig schon am ersten Abend ihres Aufenthalts in München das Gefühl, geborgen zu Immer wieder bei Husten, Heiserkeit und Verschleimung Fays echte Sodener Mineral=Pastillen Peter sprach wenig. Was er sagte, hatte Hand und Fuß. Er suchte jedermann gerecht zu werden und für alles hatte er eine Entschuldigung. Tante Regine wechselte in ihrem Benehmen den jungen Mädchen gegenüber mehrere Male. Einmal tat sie von oben herab, behauptete, daß ein gebildetes junges Mädchen niemals ohne Handschuhe über die Straße gehe und daß ein vornehmer Mensch sich eigentlich in jeder Gesellschaft überlegen fühlen müsse. Dazwischen aber war sie herzlich und auch Käthe stellte allmählich ihre ironischen Bemerkungen ein. Wolfgang Fastenhamm, der älteste Sohn sah fast nie auf. Wenn er Hedwig ansprach, tat er es in ungemein zuvorkommendem Tone, wurde aber jedesmal rot und verlegen dabei. Den Eltern dagegen widersprach er sehr gerne. Seine Gespräche mit Peter endeten jedesmal so, daß Wolfgang herrisch behauptete, er habe durchaus recht, und daß Peter mitleidigwohlwollend lächelte. Die Tochter Elisabeth, um zwei Jahre jünger als Käthe, war noch ein Kind. Sie war lang aufgeschossen, hatte Formen wie ein Junge, dunkle Augen, eine dunkle Hautfarbe, trug Schnackerl um die Ohren und sah schwärmerisch zu Hedwig, wenn diese sprach. Sie war Kindergärtnerin, besaß einen eigenen Kindergarten und hatte niemals eine Stelle in ihrem Institut frei. Ihr Kindergarten war berühmt in München. Da sie selbst ein Kind war, hingen die Kleinen an ihr mehr wie an den Müttern. Sie war immer lustig, sie schwärmte für alles. Sie machte„ah" bei einem guten Braten und strich sich über den Magen. Sie wurde von der Mutter gescholten, wenn sie zu viel Obst aß, und sagte mit seitlich gesenktem Kopf, als handle es sich um das Wichtigste:„Nur noch eine Zwetschke, eine einzige; Zwetschken esse ich für mein Leben gern. Sie schwärmte für das Theater und erzählte, daß sie seit drei Jahren jedesmal im Theater gewesen sei, wenn Waldemar Sommereck in München auf nicht in Frage komme. Der Gesamtbetrag der entwendeten Gelder ist 96 Mk.; diese sind aber voll zurückerstattet worden. Das Gericht, das am Samstag erneut über die Sache verhandelte, war auch auf Grund des persönlichen Eindrucks derselben Ansicht wie der Gutachter und verurteilte die Frau zu 1 Monat Gefängnis. Es wurde ihr aber eine dreijährige Bewährungsfrist bewilligt. —— Städtebaugesetz und Grundeigenium. (Schluß.) 4. Abschnitt. (Entschädigung, Anliegerbeiträge.) Nach§ 98 des Städtebaugesetzentwurfes wird eine Entschädigung den Grundeigentümern für eine Einschränkung der Baufreiheit nur insoweit gewährt, als diese im Gesetz vorgesehen ist. Mit dieser Regelung kann sich der Eigentümer von Grund und Boden nicht einverstanden erklären. Es entspricht den Grundsätzen unserer Rechtsverfassung, wenn die Landwirtschaft bei Inanspruchnahme von Grundstücken auf Grund des Flächenaufteilungsplanes sowie bei Herabzonungen(Baustufenpläne) volle Entschädigung fordert. Insbesondere ist auch die Entschädigungspflicht bei Bereitstellung von Land für Kirchen, Schulen u. a. öffentliche Bauten im Sinne des§ 29 Abs. 3 anzuerkennen. Die im§ 101 Abs. 1 vorgesehene Frist von 10 Jahren muß wesentlich verkürzt werden. Es ist eine billige Forderung des Grundbesitzes, daß ihm das Rückkaufsrecht von abgetretenem Grund und Boden, der innerhalb von 2 Jahren(nicht 10) seiner Zweckbestimmung nicht zugeführt worden ist, eingeräumt wird. Die Bestimmung des Abs. 2, wonach bei Rückkauf der Eigentümer die Verpflichtung hat, der Gemeinde die von ihr gemachten Aufwendungen nebst Zinsen zu erstatten, ist zu streichen. Eine wesentliche Neuerung bringt der§ 104 des Entwurfes, der die Festsetzung der Entschädigung und die Vollziehung der Enteignung nach den Bestimmungen des Gesetzes über die Enteignung von Grundstücken vom 11. Juni 1874 und des Gesetzes über ein vereinfachtes Enteignungsverfahren vom 26. Juli 1922 mit folgenden Abweichungen vorsieht: 1.„Die Entschädigung kann auch in Land gewährt werden.“ 2.„Im Falle einer Teilenteignung ist eine dem Restgrundstück aus der Durchführung des Planes erwachsende Werterhöhung auf die Entschädigung anzurechnen.“ Zunächst muß auch hier die Anwendung des vereinfachten Enteignungsverfahrens entschieden zurückgewiesen werden. Weiterhin ist u. E. zu 1 die Fassung dahin abzuändern, daß die Entschädigung „auf Verlangen“ auch in Land gewährt werden muß. Zu 2 ist zu bemerken, daß nach den bisherigen Gesetzesbestimmungen eine Werterhöhung des Restbesitzes bei Enteignungsfällen nicht in Anrechnung kam. Die Landwirtschaft verlangt daher die Beibehaltung des alten Rechtes, zu mindestens die Aufnahme nachstehenden. Zusatzes in das Gesetz: „Der Grundstückseigentümer ist berechtigt, die Uebernahme des Restgrundstückes von der Gemeinde zu verlangen, und zwar zu dem Preise, der von ihr selbst berechnet worden ist.“ Zum Schluß sei noch kurz auf die§§ 105 und 107 verwiesen. Ueber die Frage, ob und in welchem Umfange eine Venachteiligung des forst= und landwirtschaftlichen Eigentümers durch die Gesetzesbestimmungen eintritt(§ 105), ist unbedingt ein forst= bezw. landwirtschaftlicher Sachverständiger in jedem Falle zu hören. Hinsichtlich der Anliegerbeiträge(§ 107 bis 116) hat die Landwirtschaft die Forderung aufgestellt, daß letztere erst im Anbaufalle zur Erhebung gelangen dürfen und bis dahin zinslose Stundung zu gewähren ist. Auch wir Mädels? Von Marg. E. M. Glaser=Leipzig. Viel besungen wurde die Anmut der deutschen Frau. Aber die Wirklichkeit? Nur zu leicht macht die Notwendigkeit rascherer Bewegung alle Anmut zunichte: Bahnhofsstudien! Fußspitzen gen Himmel, auf den Hacken laufend, Zehen einwärts, Hand krampfhaft am Hute, mit der anderen verzweifelnd rudernd: so wuchtet noch heute der Durchschnitt der deutschen Frauen— auch jugendlicher— dahin, wenn es ans Laufen geht. Ferne liegt mir, das Lob der eleganten, selbstbewußten Amerikanerin auf Kosten der deutschen Frau singen zu wollen. Dennoch drängt sich der Vergleich oft auf. Hier stolze, das Herrentum betonende, kraftvolle Haltung. Selbstbewußtsein bis zur Arroganz, lässig=selbstverständliche Entgegennahme aller Annehmlichkeiten— vielleicht dabei ein Wesen ohne jede Tiefe, tellerflach und voll von kleinlichsten, egoistischen Interessen, und dennoch durch den Zauber der hochgezüchteten, sportlich durchtrainierten Körverlichkeit, auch auf den Tieferblickenden vorzüglich wirkend. Dort ein schüchternes, stubenhockerfarbiges Wesen, engbrüstig, bebrillt, mit hängenden Schultern, schwach im Kreuz— vielleicht voll Wissen und reichstem geistigen Leben, voll innerer Schönheit, Idealismus und Güte: aber unscheinbar und übersehen— den Denkenden durch solche Disharmonie mit Bitterkeit erfüllend: Deutscher Idealismus, königlicher Geist in Knechtsgestalt, Träger geistiger Kronen und Bringer des Lichts: äußerlich aber Krampusse und Vogelscheuchen... Das muß aber nicht so sein und soll auch nicht so bleiben! Harmonie ist der Sinn menschlichen Strebens. Streben nach geistiger und seelischer Vervollkommnung darf das Recht des Körvers nicht länger ausschalten. Gesundheit, Kraft und Schönheit des Körvers geben die sonnige Atmosphäre, in der seelische und geistige Kräfte sich blühend entfalten. Körverliche Qualitäten vererben sich so gut wie geistige; es besteht eine Verpflichtung, schön zu sein. Man hatte sie nur über mittelalterlicher„Abtötung des Fleisches=Unfug" vergessen. Das Sehnen nach Schönheit blieb, aller Abtötung zum Trotz. Und soweit hat man sich vom Natürlichen und Wahren entfernt, daß Brennschere und Schminkstift, Schneider und Juwelier die Faktoren waren, die die„sündhafte Körverschönheit“, ersetzen sollten. Wir wissen bessere Ziele und Wege. Ziel ist der gesunde, kraftvolle und schöne Körper. Weg: Leichtathletik und Sport.—„Auch für Frauen?“, Gerade für Frauen! Alle Uebungen der Leichtathletik sind aufgebaut auf den natürlichen, den unbefangenen und selbstverständlichen Bewegungen, von denen die Frau durch naturwidrige Erziehung und Tradition entsernt wurde: Warum kann das Kind vernünftig laufen, das junge Mädchen meist schon nicht mehr? Weil gar so lange jede natürliche Bewegung für unschicklich galt. Nun muß sie den Weg zurücklaufen, um wieder zu Anmut und Natürlichkeit zu gelangen.— Leichtathletik ist das gegebene Gebiet der Frau. Verschlossen bleibt dem jungen Mädchen von Geschmack und Verstand das ganze Gebiet der Schwerathletik. Weibliche Ringkämpfer sind ebenso unmöglich, weil dem Sinn des Sports: Gesundheit und Schönheit zuwiderlaufend, wie der Anblick einer schlanken, durchtrainierten Speerwerferin ein ästhetischer Genuß, ein lebendes Kunstwerk von hoher Vollendung sein kann. Leichtathletik ist Grundlage zu jedem Sport, bietet dem Anfänger, dem, der wenig Zeit opfern lann, alle Möglichkeiten erfreulicher Entwicklung. Körperliche Schädigung des jugendlichen weiblichen Organismus ist dort fast ausgeschlossen, wo es sich um den Ausbau der natürlichen Bewegung handelt, wo fast ausschließlich der eigene Körper und die zur allmählichen Leistungssteigerung erforderliche Energie maßgebend sind, keine fremden Kraftfaktoren, wie das Pferd beim Reiten, die Wasserkraft beim Rudern, Naturgewalten beim Alpinismus, eventuell zu Ueberleistungen zwingen. Die Skandinavier haben mit ihrem Prinziv der Gymnastik als Grundlage aller weiblichen Körpererziehung glänzende Ergebnisse erreicht. Wollten deutsche Mädels zurücktreten hinter den nordischen Schwestern? Wollte die deutsche Frau sich der Erkenntnis verschließen vom unendlichen Wert eines Körpertrainings, das wie kein anderes den Körper harmonisch durchbildet, Kraftleistung allmählich, ohne Ueberanstrengung, und dennoch erstaunlich schnell und sicher steigert, zur stolzen, natürlich straffen, instinktiv als Zeichen der guten Rasse bewunderten Haltung verhilft? Das Ideal des sportlichen Trainings, die lückenlose, ganz gleichmäßige Durchbildung aller Muskelgruppen erreicht nur die Leichtathletik, darum ist sie berufen zur Ergänzung und Verbesserung aller vortarten, bei denen die Gefahr einer Einseitigkeit naheliegt: Paddeln, Schlittschuhlaufen als Beispiel. Vierzehn Tage im Jahre Skilaufen oder vier Wochen am Strande umhertoben, die übrigen elf Monate aber hinterm Ofen verhocken, ist kein sportliches Training. Der Alltag verbraucht und fordert Wiederaufbau. Leichtathletik ist überall möglich, ferne von See und Gebirge und in der nervenfressenden Großstadt. Die deutschen Leichtathletikverbände haben fast überall die Vorbedingungen— Platz und Anleitung— geschaffen. Leicht übersieht der Mensch in Großstadt und Alltag die ihm gegebenen Glücksmöglichkeiten. Unlustig und verbittert träumt das junge Mädchen von Schätzen, die ihm verschlossen, von Freuden, die ihm unerreichbar sind. Verdrossen und mieseveterig, leise schon angekränkelt von freudemordendem, dümmstem und unfruchtbarstem Affekt, dem Neid, läßt es sich von sportlichen Kameraden fast widerwillig mit hinausnehmen in den frischen, frohen Leichtathletikbetrieb— und kehrt zurück: köstlich muskelmüde und nervenfrisch, mit gesund durchblutetem Gewebe, blitzenden Augen und straffer Haut— neiderlöst und aller Daseinsfreude offen durch das Wissen vom unendlichen Wert des eigenen, gesunden und entwicklungsfähigen Körpers. Das Sehnen nach Gesundheit, Kraft und Schönheit liegt tief im Menschen und ist naturgewollt. Führer zum Ziel ist Leichtathletik und Sport.— Offen liegt der Weg vor euch, nun geht ihn! (Entnommen der D. S. B.=Zeitschrift „Start und Ziel".) Aus der Wunderweit der Katur. Daß Heilquellen an Ort und Stelle heilkräftiger sind als nach dem Versand oder wenn sie künstlich nachgeamt werden, ist sicher. Man führt es gewöhnlich auf Radioaktivität zurück, die beim Versand verloren geht. Allein die Erscheinung, bieten auch Heilquellen, die gar nicht radiumhaltig sind. Jetzt scheinen bemerkenswerte Untersuchungen zweier ameritanischen Forscher am Nockefeller=Institut, Baudisch und Wels, Licht in die Sache zu bringen. Sie setzten voraus, daß in den Quellen irgendwelche Stoffe eine chemische Aenderung erfahren, gewissermaßen„altern“ müssen, und suchten dies durch Versuche mit dem in EisenHeilquellen vorkommenden kohlensäurem Eisen festzustellen. Künstliche Verbindungen aus Eisen, Kohlensure und Wasser nehmen gleich nach ihrer Bildung sehr leicht Sauerstoff aus der Luft auf, halten ihn aber nicht sehr fest: er geht von ihnen leicht auf andere Körper über und verbindet sich mit diesen(„oxydiert“ sie). Werden jene Verbindungen eine gewisse chemische„Reaktion“(Benzidin=Reattion) ergeben, welche auch frische Heilquellen beobachten lassen, so läßt sich wohl annehmen, daß letztere ebenfalls durch„Altern“ chemischer Art ihre Heilwirtung verlieren. Uebrigens beruht das„Allern“ jener Eisenverbindung wohl nicht auf einer chemischen Umwandlung, sondern nur auf Umlagerung innerhalb ihrer kleinsten Teile(„Moletüle").— Diese Forschungen lassen auch die Hoffnung auf praktische Lösung der Frage nach künstlicher Herstellung wirklich heilträftiger Mineralwasser aufsteigen. Handel und Börse. Vom rheinisch-westfälischen Wertpapiermarkt. Mitteilungen des Banthauses Gebr. Stern. Dortmund, den 17. November 1925. (Von der Börse.) Der rheinisch=westfälische Wertpapiermarkt litt auch in der Berichtswoche unter großer Lustlosigkeit. Die Kursbildung war nicht einheitlich. Vielfachen Abschwächungen standen vereinzelte Besserungen gegenüber. Der Fortgang in den Verhandlungen von Locarno blieb vorläufig ohne Eindruck, da die außerordentliche Verschlechterung der Wirtschaftslage verstimmte. Da das Publikum nicht zurückhielt, wurde der Vertehr zu einem großen Teil von der berufsmäßigen Unternehmung bestritten. Auf dem Kohlenmarkte waren schwere Werte umsatzlos, ihre Kursentwicklung nicht ganz einheitlich. Während Ewald einen etwa 1000 A höheren Kurs aufwiesen, wurden König Ludwig 1500 A und Langenbruhm 500 A niedriger zum Verkauf gestellt. Von mittleren und kleineren Werten büßten Wilhelmine Mevissen 100 M und Heinrich 50 A ein. Zu behaupteten Preisen waren Graf Schwerin, Diergardt und Alte Haase vereinzelt im Verkehr. Kohlenaktien wurden etwas reger umgesetzt, insbesondere wiederum Lothringen Bergbau Aktien. Die Kursveränderungen sind gering. Auf die Verschmelzung mit der Lothringen Bergbau Gesellschaft paßten sich Präsident Aktien dem Kursstande obiger Gesellschaft an und erzielten dadurch eine Besserung von 2 Prozent. Zu gleichfalls unveranderten Kursen wurden wiederholt Adler Bergbau umgesetzt, wo hingegen rheinische Bergwerk 1 Prozent und Dahlbusch 2 Prozent verloren. Auf dem Markt der Braunkohlenwerte traten Bellerhammer Kuxe hervor. Von einer anfänglichen Besserung von R.=Mk. 100.— mußten sie endlich bei meyrfachen Umsätzen die Halfte wieder hergeben. Zukunf. Aktien gewannen 5 Prozent, die übrigen Werte sind ohne Interesse. Der Marki der Kaliwerte wurde von dem bevorstehenden Abschluß der großen Kalianleihe noch nich. berührt, sondern pazte sich der allgemeinen Tendenz an. Wintershallwerte hatten bei geringen Veränderungen einige Umsatze in GlückaufSondershausen. Heiligenroda, Alexandershall und Johanneshall aufzuweisen. Von Burbachwerten lagen Burbach selbst R.=Mk. 75.— über ihrem vorwöchentlichen Preise, wahrend Volkenroda A 50.— und Günthershall K 100.— einbügren. Für Dr. Wilhelm Sauer Werte bestand kein Interesse. Eine großere Abschwächung(etwa K 300.—) mußten sich Einigkeit Kuxe auf die nunmehr endgültige Stillegungsbeschlußfassung gefallen lassen. Aus dem gleichen Grunde verloren Siegfried 1 est 100.—. Eine Ausnuhme in der ganzen Kursbildung machten in der Woche Gumpelwerte, für die fortgesetztes Interesse bestand. Asse gewannen bei einzelnen Umsätzen K 200.—, ebenso Friedrichroda. A 450.—. Siegfried Giesen notierten es 500.— und Königshall=Hindenburg K 300.— höher. Kaliaktien lagen gleichfalls zum Teil erheblich niedriger. Regere Umsätze hatten Kaliindustrie mit einem Wochenverlust von 2 Prozent aufzuweisen. Bei kleinerem Verkehr gaben Hannoversche Kali 5 Prozent, Adler Kali 3 Prozent, Krügershall und Niedersachsen 2½ Prozent nach. Die übrigen weisen nur geringe Veränderungen auf. Auf dem allgemeinen Aktienmarkte sind Kabelwerk Rheydt mit einem Verlust von 5 Prozent hervorzuheben. Die sonstigen Veränderungen oder Umsätze blieben in bescheidenstem Rahmen. Der Rentenmarkt lag ruhig. Handelsnachrichten. Berliner Börsenberichte vom 19. November. Devisenmarkt. Am internationalen Markt lagen die französische und polnische Valuta wieder schwächer. Effektenmarkt. Die heutige Börse war stark verstimmt. Da jede Kauflust fehlte, gingen die Kurse nicht unbedeutend zurück. Auch am Rentenmarkt zeigle sich fast allgemein eine schwache Haltung. Produktenmarkt. Für Roggen und Weizen bestand heute lebhaftere Nachfrage. Die Mühlen beobachteten wieder große Vorsicht. Hafer in bester Ware war knapp. Die Umsätze für Mais waren gering. Kleie und die anderen Ersatzfutterstoffe waren reichlich am Markt. Oelsaaten kaum beachtet. Warenmarkt. Mittagsbörse.(Amtlich.) Getreide und Oelsaaten per 1000Kilo, sonst per 100 Kilo in Reichsmark ab Station: Weizen Märk. 231—233(am 17. 11.: 228—230). Roggen Märk. 145—148(112 bis 145). Sommergerste 184—208(184—208). Futter= und Wintergerste 148—160(148—160). Hafer Märk. 166—178(166—175). Mais loko Berlin 197—202(197—202). Weizenmehl 28,50 bis 32,50(28—32). Roggenmehl 21,25—23.50 (20,75—23). Weizenkleie 11,20—11,30(11.20 bis 11,30). Roggentleie 9,20—9,40(9,20—9,40). Vittoriaerbsen 23—31,50(23—31,50). Kleine Speiseerbsen 22—24(22—24). Futererbsen 18—20(18 bis 20). Peluschken 16—18(16—18). Ackerbohnen 19—22(19—22). Wicken 20—25(20—25). Lupinen blaue 11,50—12,50(11,50—12,50). Rapskuchen 14,40—14,80(14—14,20). Leinkuchen 21,50 bis 21,70(21,20—21,50). Trockenschnitzel 7,60 bis 7,70(7,60—7,70). Sojaschrot 20,20—20,50(19,30 bis 19,50). Torfmelasse 30=70 9—9,20(9—9,20). Kartoffelflocken 13,80—14,10(13,40—13,60). Sportnachrichten. Alemannia 2—Union 2 2:4. Sportplatz Schützenhof. Am Buß= und Bettage stellte sich Alemannia in verstärkter Aufstellung den Unionern gegenüber. Gleich im Anfang des Spiels konnten die Schwarz=weißen das gegnerische Tor in Gefahr bringen, welches jedoch keinen Erfolg brachte. Allmählich wachten die Alemannen auf und es entstand ein harter Kampf. Nach kurzer Weile gelang es den Unionern, durch den Halbrechten in Führung zu gehen, der alsdann den ersten Treffer einsenden konnte. Nach Wiederanstoß erzielt Alemannia durch das Drängen der Hintermannschaft den Ausgleich. Nach wenigen Minuten konnten die Blau=Gelben das zweite Tor erreichen. Wiederum legten die Unioner ein scharfes Tempo vor, so daß sie alsdann durch einen Flankenschuß des Linksaußen das zweite Tor erzielen konnten. Kurz vor der Halbzeit bekam der Platzverein eine Ecke zugesprochen, welche zum siegreichen Tore verwandelt wurde. Halbzeit 2:3. Nach dem Wechsel machte sich eine Ueberlegenheit der Alemannen bemerkbar. Sie versuchten aufs Aeußerste den Ausgleich zu erzwingen, jedoch der Torhüter der Schwarz=weißen war auf seinem Posten. Kurz vor Schluß gelang es den Unionern, das Leder zum 4. Male in die gegnerischen Maschen zu jagen.— Beide Mannschaften hinterließen eine guten Eindruck. Deutsche Curnerschaft. 136 983 Teilnehmer beim Hormannslauf der Deutschen Turnerschaft. Vom Hermannslauf der Deutschen Turnerschaft der im August zur 50=Jahr=Feier des Hermannsdenkmals durch alle Gaue Deutschlunds nach Detmold vonstatten ging, werden nunmehr von Oberkurnwart der Deutschen Turnerschaft die genauen Teilnehmerzahlen betanntgegeben. Danach sind von den 19 Turnkreisen nicht weniger als 6260 Vereine mi. insgesamt 136983 Lufern und Lauferinnen beteiligt gewesen, also etwa die Hälfte aller zur Deutschen Turnerschaft gehörigen Vereine. Diese Zahlen sind ein eindrucksvollesz Zeugnis für die Opferfreudigkeit und den Gemonschaftsgeist, die in der Deutschen Turnerschaft lebendig sind, bedeuten sie doch, zumal einzeine Laufe mehr als drei Tage daueren, eine gewaltige, freiwillig übemommene Leistung, bei der es nicht um Sieg und Erfolg ging, sondern einzig und allein um Pflichterfüllung und Unterordnung unter den großen Gedanken der Zugehörigkeit zur Deutschen Turnerschaft. Viele Vereine mußten ihre Läufer oftmals auf meilenweiten Anmarschwegen, mitten der Nacht, auf die Strecke bringen, damit der Lauf keine Stockung erlitt und die Ablösung rechtzeitig zur Stelle war. Was das für Menschen, die tagsüber leilweise bei schwerster örperlicher Arbeit im Berufsleben stehen, bedeutet, bedarf keiner weiteren Erörterung. Bemerkt sei noch, daß der Mittelrheinkreis mit über 15000 Läufern die meisten Teilnehmer am Lauf stellte. Ihm folgte der Turnkreis Brandenburg mit über 14000, an dritter Stelle steht der Turnkreis Sachsen mit über 13.000, und an vierter der Turnkreis Westfalen, in dessen Gebiet der Lauf endete und wo infolgedessen alle Läufe zum Abschluß kamen, mit über 12000. Bemerkt sei, daß selbst in der Pfalz, also im besetzten Gebiet, noch 530 Läufer mitwirkten, und im Deutschen Turnkreis Böhmen 88. Im alten Griechenlünd und im alten Nömerreich gab es keine Orangen= und Zitronenbäume. Diese beiden Fruchtbäume sind erst nach der Entdeckung Amerikas aus der neuen Welt in die alte gekommen. Wir Heutigen freilich können uns die Mittelmeerländer, namentlich Italien, gar nicht mehr ohne Orangen und Zitronen denken. Sie sind geradezu zum landschaftlichen Symbol des klassischen Südens geworden.„Kennst du das Land, wo die Zitronen blüh'n?"— Auch auf den Bildern, selbst unserer berühmtesten Maler findet man fälschlicherweise vielfach als charakteristische Erscheinungen der Vegetation in den Ländern des klassischen Altertums, Orangen= und Zitronenbäume(Preller usw.). Also verhältnismäßig erst spät haben wir Euroväer die Orangen und Zitronen mit ihrem großen Genußwert kennen gelernt. Aehnlich verhält es sich übrigens mit manchem anderen Genußmittel, das anfangs noch ganz unbekannt war, dann aus den verschiedensten Gründen noch nicht in seiner vollen Bedeutung gewürdigt wurde und erst zuletzt als segensreiches Allgemeingut der Kulturmenschheit volle Anerkennung und weiteste Verbreitung fand. Ein besonders charakteristisches Beispiel hierfür liefert die Margarine. Diese wurde bekanntlich anfangs von vielen noch mit Mißtrauen betrachtet, und erst in jüngster Zeit ist sie, namentlich in der vollkommenen Form der bekannten„Rahma=Margarine buttergleich", zu einem eisernen Bestande unserer Küche und zu einer unentbehrlichen bochnayrwertigen und wohlschmeckenden täglichen Kost für Jung und Alt geworden. :; Sölde, 20. Nov.! kecht unerquickliche 3 hauseigentümer Sch. sechen. 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Man führt einen versteckten und darum ##i#t wenig erbitterten Kampf mit allen möglichen Anteln: Man bedenkt sich mit den lieblichsten Aus##igen, bespuckt sich, beschüttet sich mit KartoffelLnen und sonstigem Unrat, streckt sich die Zunge lis und macht sich„lange Nasen“, kurzum, man nichts unversucht, sich gegenseitig das Leben licht sauer zu machen. Und daß deswegen von ##en und drüben die Anzeigen nur so hageln, aucht ja wohl nicht besonders betont zu werden. =hon mehr als einmal mußte sich das Gericht mit ##artigen betrüblichen Sachen beschäftigen. In letzten Sitzung hatten sich nun der Rottenführer = und seine Frau zu verantworten; diese soll eine #ochter des Hausherrn mit Unrat beschüttet haben, #ährend ihr Mann an einem schönen Sonntag###mmittag hinter Sch. mit einem zweipfündigen ####ein geworfen und ihn fast erschlagen hätte. Auch ###r Gericht hielt man sich verschiedene„Tugenden“ nr, u. a. fiel auch der Ausspruch, daß der Haus#gentümer hinter seinen Mietern„wie ein Zirkus###npteur hinter wilden Tieren“ herliefe. Das Ge##i#t hielt die Schuld der Angeklagten für erwiesen und strafte den Ehemann mit 30 Mk. und seine cau mit 5 Schüren, 20. Nov. Der betrunkene #oieb. Der Arbeiter August K. hatte sich vom Amt #e Erwerbslosenunterstützung geholt und dann l#chr, als ihm zuträglich war, der Flasche zugeP#rochen. Als sich der Wirt H. in Avlerbeck für Uinen Augenblick aus der Wirtsstube entfernte, be#utzte er schnell die Gelegenheit, um sich mit einer Vafel Schokolade, Zigarren, Zigaretten und Kau##bat„einzudecken“. Als er nun am frühen Nach#ittag an dem Hause des Landwirts H. vorbeikam und dort ein Fenster geöffnet vorfand, konnte er er Versuchung zu einer„Forschungsreise ins Inere“ durch das offene Fenster nicht widerstehen. Eier„entdeckte“ er auch verschiedene Gegenstände, die er gut gebrauchen konnte: Wechselgeld im Be##rage von 10—20 Mark, eine Kindersparbüchse mit Erhalt und einen Rasierapparat. Er wurde aber ##ald gestellt und mußte die gestohlenen Sachen ##ieder herausrücken. Seine unangebrachte Neu#ierde brachte ihm eine Gefängnisstrafe von drei ##lonaten und einer Woche ein; doch soll ihm die irafverbüßung im Gnadenwege erlassen werden, ##enn er sich in den nächsten drei Jahren gut führt ##nd eine Geldbuße von 75 Mark zahlt. : Hörde, 20. Nov. Wegen Betruges hatte sich vor dem Dortmunder Schöffengericht der aus er Strafhaft in Kassel vorgeführte, 1900 in Esch##ege geborene Arbeiter Liborius Hartung zu ver#ntworten. Er ist schon sechsmal wegen Diebstahls #eww. Aufruhrs vorbestraft und hat kürzlich in Kassel 6 Monate Gefängnis wegen Diebstahls ersalten. Im Juni 1925 wollte einer seiner Bekannten, Leo Löschke in Hörde, Verwandte in Polen besuchen. Dazu brauchte er einen Paß und den Sichtvermerk des polnischen#uls. Hartung erbot sich, dies zu besorgen, und ließ sich von Löschke 10.30 Mark Gebühren zahlen. Mit diesem Geld verschwand er nach Kassel. Von dort aus teilte er dann mit, daß er den Sichtvermerk gesälscht habe. Der Staatsanwalt beantragte wegen schwerer Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug 6 Monate Gefängnis. Das Gericht sah die Sache milder an und erkannte auf 3 Monate Gefängnis. : Hörde, 20. Nov. Vermißt wird der 14jährige Schüler Heinrich Lahne aus der Wilhelmstraße. Er hatte sich während des Unterrichts aus der Schule entfernt und ist bis jetzt noch nicht wieder gesehen worden. L. ist für sein Alter recht kräftig, besitzt ein volles, gesundes Gesicht und blondes Haar. Bekleidet war er mit grauem Ueberzieher, grauer Mütze und schwarzen Schnürschuhen. Man nimmt an, daß er sich aufs Land sewandt hat, um dort ein Unterkommen zu finden. —0 gegen die Kirche. Der Hauptverein des Evgl. Bundes für Kurhessen faßte folgende Entschließung, die wir wegen ihrer allgemeinen Bedeutung— sie beleuchtet eine Lebensfrage der evgl. Kirche— auch in unserer Zeitung als Mahn= und Weckruf veröffentlichen: „Angesichts des noch immer weit verbreiteten religiösen Individualismus, der zur Absonderung und zur Gleichgültigkeit gegen die Kirche führt, halten wir es für unsere Pflicht, auf die hohe Bedeutung der Kirche hinzuweisen und daran zu erinnern, daß lebendige Religiösität sich nur in der Gemeinschaft mit Gleichgesinnten entfalten kann. Auch sprechen wir es erneut wieder aus, daß die Kirche die vornehmste Hüterin und Pflegerin der Religion ist, und daß der sicherste Rückhalt des sittlich=religiösen Lebens für ein Volk in seiner volkstümlichen Kirche ruht. Darum rufen wir unseren evangelischen Elaubensgenossen in Stadt und Land zu: Mehr Pflicht= und Verantwortungsgefühl der Kirche gegenüber und ferner regste Teilnahme und Betätigung im kirchlichen Leben. Die Ueberwindung der weitverbreiteten kirchlichen Gleichgültigkeit ist eine Lebensfrage für die evangelische Kirche und den deutschen Protestantismus. Der Hauptverein des Evgl. Bundes begrüßt mit Genugtuung die diesjährige Feier des Reformationsfestes durch die Teilnahme von Schulen an Festgottesdiensten am 31. Oktober. Zugleich spricht er die Hoffnung und die bestimmte Erwartung aus, daß das erwachende evangelische Bewußtsein sich in der Feier dieses Tages weiter auswirken und die Anerkennung des 31. Oktobers als eines öffentlichen Feiertages fordern wird. An die Landeskirchentage richtet die Hauptversammlung die dringende Bitte, ihren Einfluß in dem Sinne mit allem Nachdruck geltend zu machen.“ Bericht über die Lage des Arbeitsmaciies. Steigende Erwerbslosenziffern sind auch in dieser Woche im Arheitsnachweisbezirk Hörde zu verzeichnen, die hauptsächlich hervorgerufen werden durch den Zugen, Arbeitsuchender aus dem infolge des Frostwetters zum Stillstand gekommenen Hoch= und Tiefbau=Gewerbes und der Metallindustrie. Der Zugang Arbeitsuchender aus kaufmännischen und technischen Betrieben hat ganz erheblich nachgelassen. Aus bergbaulichen Betrieben meldeten sich erwerbslos Bergleute von der Zeche Margarethe in Sölde, sowie von Zechen der Bezirke Gelsenkirchen und Bochum, bei denen ebenfalls Betriebseinschränkungen bezw. Stilllegungen im Gange sind. Die Entlassungen in der Metallindustrie nehmen ihren Fortgang, wobei besonders wieder die un= und ungelernten Arbeitskräfte in erster Linie von den Entlassungen betroffen werden, die bei den Westfälischen Eisen= und Drahtwerken zu Aplerbeck, der Phönix A.=G. zu Hörde, sowie in einer Reihe von Betrieben im Hagener Bezirk in Erscheinung treten. Trotz der allgemein schlechter gewordenen Wirtschaftslage weisen in der Berichtswoche die Vermittelungsziffern keinen Rückgang auf. Am 16. November 1925 waren im Stadt= und Landkreis Hörde einschließlich der Notstandsarbeiter vorhanden: Arbeitsuchende: 9 709(9 370), Unterstützungsempfänger: 7888(7.800). vermischtes. Der Seidenbau in Schlesien. Neuerdings ist man bemüht, den Seidenbau wieder einzuführen. Die Zucht der Seidenraupe eerfordert keine anstrengende körverliche Tätigkeit und ist daher für Kriegsbeschädigte und alte Leute, aber auch für Frauen und Kinder zum Erwerb des Lebensunterhaltes besonders geeignet. Die Seidenraupe ernährt sich von den Blättern des weißfrüchtigen Maulbeerbaumes und der Maulbeersträucher. Verschiedene Gemeinden in Schlesien haben bereits öffentliche Wege und Plätze, Schulhöfe, Gärten von Krankenhäusern, Friedhöfe, Böschungen, Dämme und dergl. mit Maulbeerbäumen bepflanzt. Die Maulbeere wird am besten als Hecke gezogen, weil von ihr das Laub leichter zu gewinnen ist. Das in Frage gestellte Schlachtefest. Ein Gastwirt in der Nähe von Schweidnitz hatte zum Schlachtefest eingeladen. Als man in früher Morgenstunde daran gehen wollte, das edle Borstentier zu schlachten, war der Stall leer. Während man die Polizei verständigte und sogar einen Polizeihund anforderte, wurde der vermißte Wurstund Schinkenlieferant auf einem Nachbargrundstück angetrossen, wo er frei herumlief. Freunde des Gastwirts hatten sich den Scherz erlaubt und es dorthin gebracht. In der Kleidung eines Mönches festgenommen wurde in Liegnitz ein Unterstützungsschwindler. Der Betrüger war früher in einem Missionshaus beschäftigt gewesen und hat sich dort ein Ordenskleid angeeignet, haftung abnahm. das man ihm bei seiner VerDas Kunstgeheimnis des Wunderdoktors. Der 40jährige Bauer Anton Ludwig genoß in seinem Heimatdorfe den Ruf eines Wunderdoktors. Er heilte angeblich alle Krankheiten und erfreute sich eines gewaltigen Zulaufs. Seine Lieblings= tur, die er bei den verschiedensten Beschwerden seiner Patienten anwendete, bestand darin, daß er ihnen die Fingernägel und die Haare abschnitt und diese Krankheitserreger unter einem geheimnisvollen Zeremoniell auf dem Friedhof verscharrte. Nebenbei betrieb er auch das Gesundbeten und ließ sich für alle seine Kuren gut bezahlen. Schließlich wurden die Behörden auf den Wunderdoktor aufmerksam und zitierten ihn vor Gericht. Er erhielt in erster Instanz die gewiß nicht besonders schwere Strafe von sieben Tagen Gefängnis, wogegen er jedoch Berufung einlegte. Das Berufungsgericht bestätigte jedoch das erstrichterliche Urteil. Im Laufe dieser Verhandlung wurde Ludwik eingehend über seine Heilungsmethoden befragt. Er hüllte sich jedoch in selbstbewußtes Schweigen und erklärte:„O na, da sag i nir, da möchten ja die Doktoren von mir profitieren. Na, mei G’heimnis verrat' i net!“ Unverbesserlich. Von 25 Jahren schon 8 Jahre hinter Kerkermauern hat ein Dienstmädchen in Glatz zugebracht. Jetzt hatte sich die Unverbesserliche wiederum wegen schweren Diebstahls zu verantworten. Obwohl sie ein umfassendes Geständnis abgelegt, wurde sie doch zu zwei Jahren und drei Monaten Zuchthaus verurteilt. Ein tückischer„Mesias“ geboren. Nach einer Meldung aus Konstantinovel ist eine neue religiöse Bewegung entstanden, die den neuen türkischen Nationalismus mit alten Prophezeiungen aus Mohammeds Zeit in Verbindung bringt. Der Anlaß ist eine Meldung aus dem Wilajet Trapezunt, wonach dort einem armen Bauer ein Sohn geboren worden ist, auf dessen rechtem Bein das türkische National=Emblem, Stern und Halbmond, als Muttermal zu sehen ist. Nach einer alten Prophezeiung soll diese Geburt den religiösen Erneuerer der Türkei ankündigen. Ganze Pilgerzüge sind unterwegs, um die Wundergeburt des türkischen„Messias“ mit eigenen Augen zu sehen. Ane Vertradenssache bleibi der Einkauf von 1 elzwaren! ereordrzee Robert Lippmann, Kürschnerei 1 Kuf Maunsch Loulungterleichterung! Statt Karten! Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen spreche ich hiermit allen, sowie für die zahlreichen Kranzspenden, für die starke Beteiligung des Bürger-Schützenvereins Schwerte und dem Herrn Pastor Florin für die trostreichen Worte am Grabe, meinen herzlichsten Dank aus. 4951 Im Namen der Hinterbliebenen: Frau Ww. Friedrich zur Nieden 400.... Peue u ua. in allen Farben“# in Flaschen bis zu 2 Liter Inhalt## empfiehlt* Carl Braus Bahnhofstr. 3 Gr. Marktstr. 3# Anttennn. Kriegerverband der Stadt Schwerte und Umgebung. Die diesjährige Ehrung der gefallenen Krieger findet am nächsten Sonntag (Totensonntag), den 22 d.: Mts auf dem evangelischen Friedhofe statt. Vorher gemeinsam. Kirchgang der Kameraden. Antreten der Vereine in ihren Vereins=Lokalen 8¾ Uhr vorm., 9¼ Uhr Abmarsch von Specht. Alle Kameraden restlos erscheinen. 4945 Der Vorstand. Schweiter Turnerschaft b. 1868 Samstag, den 21. Nov abends 8½ Uhr General=Versammlung im Vereinslokal. Tagesordnung daselbst. 4940 Der Vorstand. Dadpialz!ss? inner= od außerhalb der Stadt zu kausen gesucht. Offerten m. Preisangabe unter A.S. an die Geschst. Ein gebr., guterhaltener esenbohn Bausereig e. G. m. b. H. zu Schwerte(Ruhi) Rußerordentliche General=Versammlung am Sonntag, den 29. Nov. 1925, vorm 11 Uhr im Saale des Westfälisch. Hof (Ww Quadbeck) Tagcsordnung: 1. Errichtung v. Wohnungsbauten in Schweite Ost. 2. Satzungkänderung. Er ladet zum Erscheinen freundlichst ein 4942 Der Vorstand. billig zu verkaufen Nährstraße 15 Tausende gebrauchen täglich mit bestem Erfolg Leupin-Creme und LeupinSeife bei (Krätze), Hämorrhoiden, Flechte, Beinse häden usw. Hautjucken 4224 Erhältlich in Medizinaldrogerie Heppe. Wer ein wirklich ersiklassiges Patent-Piano mit Klangsteg (Staatsmedaille. 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Weddigen vor 150 Jahren in der„Buchhandlung der Gelehrten“ zu Dessau und Leipzig verlegte, findet sich ein Verzeichniß einiger theil sonderbaren, theils abergläuvischen Gewohnheiten und Meinungen des Westphälischen Landmanns“, das neben vielen allgemein verbreiteten Gebräuchen und manches enthält, was nur auf der roten Erde als bodenständig anzusehen ist. Dorf und Stadt dürften sich, wie auch heute noch, in diesem primitiven Okkultismus oder welchem Kapitel der Dämonomagie man das meiste zu zählen mag, wenig nachgegeben haben. Aehnlich wie die Malaien glauben, daß man einen Menschen töten könne, indem man sein Bilo mit einer Nadel durch die Brust sticht und dabei das Wort:„Lulauu“ ausspricht, so war im Rapensbergischen ein sympathetisches Mittel gegen den Diebstahl gebräuchlich, das darin bestand, von der Erde, auf welche der Dieb getreten hatte, einen Beutel zu füllen und täglich mit einem Haselstock so lange auf ihn zu schlagen, bis Staub herauskäme. Dabei sollte dann der Dieb empfindliche Schmerzen leiden, über die Ursache dieses Schmerzgefühls nachdenken und als Resultat dieses Grübelns das Gestohlene seinem rechtmäßigen Besitzer wieder zustellen. Herumvagabundierende, sogennnte„Teufelsbänner“(dia ja der Teufel auch durch Beelzebub ausgetrieben werden muß)„welche sich ein prophetisches Ansehen gaben, und sich die Kraft beylegten, dem Diebe durch Worte und andere Zeichen, Arme und Beine zerschlagen zu können“ vorgaben, hatten auf Kosten derer, die bekanntlich nie aussterben werden, eine einträgliche„Nothilfe gemacht. Unter dem wunderlichen Namen der„Nachtmahr Nachtmahn oder Nachtmähre“ dachte sich der westfälische Landmann eine Hexe, mit langem, fliegendem Haar, die, weil er ihr eine Bitte abgeschlagen, feindselig gegen ihn gesinnt sei, ihn zur Nachtzeit besuche, sich ihm zentnerschwer auf dem Leib lege und ihn derart fest umklammert halte, daß er auch nach dem Erwachen nicht eher aufzustehen vermöge, als bis sie ihn freigäbe.(Eine Teleplasmatisierung des Albdrucks, wenn man so will.) Gegen diesen ungebetenen Schlafgenossen wurde folgendes Mittel empfohlen: Bohre ein Loch unten in die Türe, und lege soviel Schweinehaare in dasselbe, bis es an gefüllt ist. Dann lege dich ruhig schlafen, und gelobe der Nachtmahr, wenn sie kommt, ein Geschenk. Sie wird dich verlassen, und das Gelobte den anderen Tag in Menschengestalt abholen.“ Wer sein Bauhol; vor dem Holzwurm sichern wollte, schlug am St. Peterstage vor Sonnenaufgang mit einem Stück Eichenholz auf den dicksten Stamm und sprach dabei:„Suntewurm wu du herut! Sunte Peter is kohmen". Am Hochzeitstage schnitt der Vater der Braut, oder wenn er nicht mehr lebte, der nächste Anverwandte, etwas von der oberen Rinde eines gut ausgebackenen Brotlaibs ab und reichte es mit einem Glas Branntwein der jungen Frau. Diese faßte das Stück Rinde, ohne es met der Hand zu berühren mit den Lippen, wickelte es in ein weißes Leinentuch und legte es in ein Kästchen. Das Glas Branntwein mußte sie über den Kopf hinweg auf die Erde werfen. Setzte sich nun innerhalh 4—6 Wochen an die sorgfältig abgeschlossene Brotrinde Schimmel an, so stand dem jungen Ehepaar keine sehr glückliche Ehe bevor. Ebenso gingen am Weihnachtsabend junge Mädchen vor den Hühnerstall und klopften so lange an bis sich etwas meldete. Gackerte das Huhn, dann konnten die Neugierigen die Hoffnung aufgeben, im kommenden Jahr nach einen Mann zu erhalten. Krähte dagegen der Hahn, dann sollte„ihr Wähnen Ruhe finden". Das Segnen und Böten war in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts trotz verschiedener Königlicher Edikte, ein recht brotreiches Gewerbe für weivliche Nichtstuer. Sie streichelten bei dieser Praris das kranke Glied des Patienten, hauchten es kreuzweise ein, mißbrauchten den Namen der Dreifaltigkeit und banden Salz und Roggenmehl über die schmerzende Stelle. Die Formeln die dabei gesprochen wurden, waren je nach dem Uebel verschieden. Bei Herzbeschwerden z. B. laulete sie: „Herzgespan Ek segge die man Flüg van den Rippen Osse Jesus van den Kribben.“ War der Patient mit Krämpfen, plattdeutsch Rams, behaftet, so mußte er sich an einen Pflaumenbaum ausstrecken, während die Wunderfrau murmelte: „Ramkebaum stond Plumkebaum wasse.“ Natürlich gab es auch damals schon Menschen, die durch hermurmeln gewisser Formeln, das sogenannte Bespräken imstande waren, ein Pferd im Laufe aufzuhalten, dem Feuer zu wehren, das Blut zu stillen, und Geister, Mäuse und Ratten in ihnen beliebige Häuser und Gegenden vertrieben werden konnten. Viele Menschen, besonders die„glupfken Kerel“ oder„Lifkenträer“ hatten einen schädlichen Blick, auf plattdeutsch:„lege Augen“, der oft, ohne daß sie es wußten oder beabsichtigten, Menschen und Vieh in Lebensgefahr brachte. Wenn der Maulwurf in der Waschkammer aufwarf, so bedeutete das den Tod der Hausfrau(die aber gewöhnlich noch sehr lange lebte). Die Tagewählerei auch im Jahrhundert der Technik und des Radio ihre Anhänger noch nicht verloren. Es gibt heute noch„Leute“ muß man sagen, die sich am Freitag die Fingernägel nicht beschneiden, weil sie davon Zahnschmerz zu bekommen glauben, an diesem Tage keine Reise antreten usw. Der Westfale von 150 Jahren hielt gerade den Freitag für den glücklichsten Tag zur Hochzeit. Im Montag jedoch ließ er sich auf kein Geschäft von einiger Wichtigkeit ein.„Montagsarbeit“ hieß das Sprichwort,„wird nicht wochenalt"(womit der„blaue Montag“ eine Art Sanktion erhielt). Der eigentliche schwarze Wochentag war der Donnerstag. Wer nie am Sonntag gearbeitet hatte, konnte nach der Meinung der Bauern nicht nur vieles Uebernatürliche zu Wege bringen, sondern auch Getreide und Gartenfrüchte z. B. blieben von tierischen Schäden verschont. Während der Predigt am Sonntag geborene Kinder waren gleichfalls„medial“ vorbestimmt. In hervorragendem Maße waren hierfür die unter der Frühpredigt am ersten Weihnachtstag zur Welt gekommenen. Westfälisches Volkslied. Von Johannes Heinrich Brasch. In Wälder fallen Schatten, Herbstabend bricht herein, Feuchtkalt der Tau im Grase Und weit noch meine Straße, Und nie und nie daheim. Land Liebe ging ich suchen, Und fand in Not und Nacht: Die Welt hat mich betrogen Und müd’ und alt gemacht. Humoristtsche Mißverstanden. Handwerksbursche:„Madame, ich bin durstig!“— Hausfrau:„Gut, so werde ich Ihnen ein Glas Wasser geben!“— Handwerksbursche:„Ich sagte nicht schmutzig, sondern durstig!“ Wir vergüten unserer werten Kundschaft bis Weihnachten die Fahrt nach Iserlohn und ROR TSOPIOHHT zurück, Eisenbahnfahrt, Elektrische oder Autobus für die Umgegend oder naheliegende PreieFalrtndehriserlohnn. greige, bei Einkäulen von 40.— Mark an für eine Person. 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