e e aichite eichenich botaud. spris daldmonatlich 1.20 Mark. Einzeinummer s 9/o, Druck u. Verlag von C Braus, Schwerie(Rudr), Poltscheckkonten: Docimun) 2852 und Hannover 21874. Geschuostsele;, Grote, Matsr. 3—3 Veauworich zie de Schrsbetung H. Linner, Schpers. Harurus Verbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schmerter Dolkszeitung Schwerter Volksblatt Westhofener Zeitung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung Anzeigen-Preise: Für die ooizspolten= 2iüimaterzelt 10 Dig, Auswarnge 12 Plg., Lamlien=Anzigen#. 01. Finanz=Anzeigen 12 P/., Reklamezeile 50 Dlg vo her zesehenen. Lictziedssiotungen, hervorgerusen durch böberGewalten, ubernehmen wir heinerter Gewäht für pünktliches Erscheigen der Jeitung und konn auch beinerlei Anspruch auf Schodenersatz oder Nachlieserung, erhoben werden. e d. Schwerter Volkszetlung gertihr#### HolzuscheierZeitung.——— esche Pradichk üer den be. bes e Secher uid Auicdher Ganganuenr der Grtich 8 Seundaunden der dn Brte 8tche. Nr. 131(Erstes Blatt) Schwerte(Kuhr), Montag, den 8. Juni 1925 Neues in Kürze. Die von der BeAusweisung zurückgenommen. wib Köln, 8. Juni.,(Tel.) Die von der satzungsbehörde ausgesprochene Ausweisung gegen den früheren Oberbürgermeister von Köln, Staatssekretär a. D. Wallraf ist zurückgenommen worden. Kein Rücktritt des Generals v. Seeckt. bb Berlin, 7. Juni. Im Zusammenhang mit der Entwaffnungsnote tauchen hier und da Gerüchte von einem nahe bevorstehenden Rücktritt des Generals v. Seeckt auf. Diese Gerüchte werden von den zuständigen Stellen dementiert und als unwahr bezeichnet. General v. Seeckt habe weder persönlich die Absicht geäußert, von seinem Amt zurückzutreten, noch sei ihm nahegelegt worden, seinen Posten zur Verfügung zu stellen. Gattenmord. wtb. Gotha, 7. Juni.(Tel.) Im nahen Uelleben suchte der Maurer Gustav Faubel seine mit Runkelziehen beschäftigte Frau auf dem Felde auf und erschlug sie hinterrücks durch mehrere Axtschläge auf den Kopf. Der Mörder flüchtete in den Wald. Die 4. Schleife des Deutschen Rundflugs. wtb Nürnberg, 7. Juni.(Tel.) Beim Flugplatz in Fürth sind von 38 Flugzeugen, die an der vierten Schleisenfahrt des Deutschen Rundflugs beteiligt sind, bereits 37 bis heute nachmittag eingetroffen. Argeschen davon, daß 2 Flugzeuge wegen Motordesett kurz vor Fürth notlanden mußten, verlief der Flug bisher ohne jeden Zwischenfall. Schwere Zusammenstöße in Teltow. wib Berlin, 8. Juni.(Tel.) Als die Schützengilde von Teltow gestern anläßlich ihres Stiftungsjestes einen Umzug durch die Ortschaft veranstaltete, tam es zwischen Teilnehmern des Zuges und MitWiederaufrollung der preußischen Frage.[Politische Umse Versia: vusi.(reid vunur der lecber, zuweichen, Die Verhanstlungn. Häzenz uwächst in II. Bib ggrzeutenisasmenteint wied'icz auser rost pw. Berlin, 7. Juni.(Tel.) Unter der Ueberschrift„Wiederaufrollung der preußischen Frage“ schreibt die Germania, daß Verhandlungen, deren Ziel es ist, eine Verbreiterung der gegenwärtigen Regierungsbasis in Preußen herbeizuführen, nicht gerüht hätten. Die Verhandlungen hätten vorläufig nur unverbindlichen Charakter gehabt, denn die letzten Entscheidungen hätten die Fraktionen selbst zu treffeg.„ Zinzähtlisch, der Haltung der Zentrumspartei schreibt das Blatt, daß ihre Richtung die alte geblieben sei, nämlich alle Kräfte heranzuziehen, die mitarbeiten wollen gizg geutigt sind, aus dem Gesichtspunkt höheren esses heraus auch vor parteipolitischen Opfern nicht zumeichen. Die Verhandlungen hätten zunächst in einer Fühlungnahme nach rechts sich bewegt. Es seien dort aber noch sehr große Schwierigkeiten zu überwinden. Die in der heutigen Morgenausgabe der Kreuzzeitung aufgestellte Forderung ist von dem Zentrumsblatt als unmöglich zurückgewiesen worden. Das Blatt erklärt schließlich, daß bei Lösung der gegenwärtig in Preußen schwebenden Probleme nichts übereilt werden dürfe, um nicht das zu gefährden. was bisher erreicht worden sei. Insbesondere will es dem Blatt scheinen, als wenn erst einmal die Klärung im Reiche abgewartet werden müsse, bevor man weitere und weitragende Entschlüsse fassen könne. us auch vor parteipolitischen Opfern nicht Entschlüsse fassen kör Novelle zur Personalabbauverordnung. zerlin Juni.(Tel.) Die neue Novelle 6. Gewährung von Witwen= und Wais wib. Beriin, 7. Juni.(Tel.) Die neue Novelle zur Personal=Abban=Verordnung sieht, wie wir erfahren, folgende wesentliche Verbesserungen vor: 1. gänzliche Aufhebung der für die Beamten und Angestellten geltenden Abbaubestimmungen, 2. völlige Beseitigung der Pensionskürzungs3. Gewährung von Abfindungssummen an verheiratete weibliche Beamte, die aus dem Beamten4.- Hinaussetzung der Mindestwartegeldgrenze und des Höchstbetrages des Wartegeldes, Einschränkung der Einstellungssperre; besondere Berücksichtigung der Versorgungsanwärter und Schwerkriegsbeschädigten bei Einstellung von Beamten, 6. Gewährung von Witwen= und Waisengeld an die Hinterbliebenen eines verstorbenen Ruhegehaltsempfängers, der sich erst nach der Pensionie7, Gewährung einer Witwenbeihife an los geschiedene, Ehefrauen verstorbener Beamten 8 Gewährung eine, Adetrechzigte“ Mitwer in verheiratete witwengetzgetrcligte Wilwen Todesfalle des zweiten Ehemanngz, ang geinis, Da diese Verbesserungen nicht ohne Einfluß auf die Rechte der Länder= und Gemeindebeamten bleiben werden, war eine vorherige Beteiligung des Reichsrates geboten, um so eine gleichmäßige Behandlung der Reichsbeamten mit den Länderund Gemeindebeamten zu erzielen. gliedern des roten Frontkämpferbundes, der ebenfalls in Teltow ein Fest feierte, zu schweren Zusmmensößen, wobei Flaschen und Steine eine Rolle spielten. Schutzpolizei und Landjäger griffen ein wobei auch Schüsse sielen. Als die Beamten mit ihren Ermmiknüppeln nichts mehr ausrichten konnten, und einige von ihnen bereits verletzt waren, mußten sic von ihren Schußwassen Gebrauch machen. 1Toter und 9 Schwerverletzte blieben auf dem Kampfplatze. Zahlreiche Personen, die an den Schlägereien beteiligt waren, sind leichter verletzt. Die Polizei stellte schließlich die Ruhe wieder her. Die deutsche Fußbllmeisterschaft. wlb Frankfurt a. M. 7. Juni.(Tel.) In wesenheit von ungefähr 45= bis 50 000 Personen fand heute im Frankfurter Stadion das Entscheidungsspiel der deutschen Fußballmeisterschaft, zwischen, Der###;#. ballklub Nürnberg und dem Frankfurter Fußballverein statt. Das Spiel endete nach außerordentlich spannendem Verlauf mit 1:0 zugunsten des 1. Fußballklubs Nürnberg. Rasennord..(74) wib. Hassenberg bei Rovurg, 4. Jumi, 1Hih mit seiner Familie verfeindete Korbmacher Wilhelm Brückner ermordete hier heute nacht seine Frau, seine Mutter, seinen Schwager, seine Schwägerin und deren jünf Kinder durch Beilhiebe auf den Kopf und Durchschneiden der Kehlen. Der Mörder erhängte sich darauf. Auf den Schienen der Straßenbahn. Wien, 7. Juli.(Tel.) Gestern nachmittag veranstalteten kommunistische Arbeitslose und Invaliden einen Demonstrationszug durch die Ringstraße. Bei dieser Gelggenheit legten sich mehrere hunder Mann auf die Schienen der Straßenbahn, so daß der Straßenbahnverkehr in der Ringstraße unterbrochen wurde. Erst nach einer Stunde gelang es der Sicherheitswache, die Männer zum Räumen der Gleise zu bewegen. Ein russischer Spionageprozeß. wtb Kiew, 7. Juni.(Tel.) In dem Prozeß gegen 16 Mitglieder einer antisowietistischen Organisation wurden nach zehntägiger Verhandlung der frühere General Belawin, der Mitarbeiter des ukrainischen Generalstabes der Roten Armee, Iwanoff, die Leiterin des Verbindungsdienstes mit dem polnischen Generalstab, Minna Kriczowska, wegeg Spionag zugunsten Polens zum Tode verurteilt. Die übrigen Angeklagten erhielten Zuchthausstrafen von 1 bis 5 Jahren. Die Hitze in Amerika. wtb Newyork, 7. Juni.(Tel.) Infolge der großen Hitze in den östlichen Staaten sind über 150 Todessälle zu verzeichnen. Tausende schlafen in den Parkanlagen und an den Ufern des Meeres und der Stündlichu obborten obieten die auf dise Hite, zurüchufüihren ad, Acder 2omn Regierugsbeante vrigziegz. 32 Washington berits um 1 Uhr mittags die die Behörden mit Rücksicht auf die Hitze die Einstellung der Arbeit angeordnet hatten. PewvorI,ZAiziugen in Pauiaue sit es zu Underen Unterdrückung Mschinengewehrtruppen aufgeboten wurden. Die Erdbebenverheerungen in Japan. Personen oerwpundet; 21 Personen werden vgmitzt. 1150 Häuser wurden volltändig zerstört, 1919 Bäuser (sind teilweise zerstört worden. nd Schwertriegsbeschäbitten Kenn* und Gemeindebeamten Briand, Chamberlain und der Sicherheitspakt. hersth vormittag in Beheute Vormittag in Funkspruch.) Der Sta Austen Chamberlain, ist heute vormitlag in begleitung seiner Gemahlin zur Teilnahme an der Tagung des Völkerbundsrates nach Genf abgereist. Besprechung zwischen ihm und dem Außenminister Briand, der ebenfalls der Tagung des Völkerbundsrates beiwohnen wird, sind frühedes Völkerbundsrates stens Anfang nächster Woche zu erwarten. gearbeitete Entwurf der französischen Antwortnote an Deutschland ist gestern mit einem Begleitschreiben im Foreign Office eingegangen. Wenn demnächst das Schriftstück der deutschen Regierung übermittelt wird, kann sein Inhalt als ausdrücklich von der britischen Regierung gebilligt betrachtet werden. Es verlautet, daß sich die Erörterung nur noch um wenige Punkte dreht, die außerdem von geringerer Bedeutung sind. Es ist daher nicht anzunehmen, daß bei der privaten Unterhal zwischen Chamberlain und Briand irgendwelche Schwierigkeiten sich ergeben werden. „„ m e i n e m B e g l e i t s c h r e i= S c h w i e r i g k e i t e n s i c h e r g e b e n w e r d e n. Das vereitelte Bombenattentat von Barcelona. einer Madrider in Barcelona angekommen und am 6. Juni wieder wtb. Paris, 7. Juni.(Tel.) Nach einer Madrider Depesche des Journals sei es richtig, daß eine Bombe schweren Kalibers und von großer Explosionsfähigkeit am letzten Samstag im Ausgang des Tunnels von Escanert, nicht weit von Barcelona, aufgefunden worden sei. Ueber die Entdeckung, die auf die Denunzierung eines Verschwörers zurückzuführen sei, sei das größte Stillschweigen gewahrt worden. Man habe dem König die Bombe gezeigt. Dieser habe gefunden, daß sie sehr geschickt fabriziert sei. Im übrigen war das Attentat nicht gegen das spanische Königspaar, das am 26. Mai in Barcelona angekommen und abgereist ist, sonvern gegen General Primo de Aibera gerichtet.... an.g, La, Journal wtb. Paris, 7. Juni.(Tel.) Wie das aus Madrid erfährt, sind die Urheber des, wie neuerdings bekannt wurde, nicht gegen den König Alfons, sondern gegen General Primo de Rivera geplanten Anschlages vom Kriegsgsricht,hereits abgeurteilt worden. Vier Angeklagte seien zu zwanzig Jahren Gefängnis, die beiden anderen zu geringeren Strafen verurteilt worden. wib Düsseldorf, 6. Juni.„Der Provinziallandtag. der am 12. Juni zusammentrut, wird sich außex mit der Festsetzung des Haushaltsplanes mit einer Reihe wichtiger Vorlagen zu befassen haben. Vom Provinzialausschuß werden ihm insbesondere folgende Anträge rorgelegt: Ein Antrag auf Uebernahme von 399 Kilometer Kreis= und Gemeindewegen in die erwaltung der ProvinzialverMuv erbolyg Jutrag beiressend den Vou einer Autoelshe e e als esce see teiligung des Provinzäalverbgandes an Attengeselschaften zum Betriebe von Steinbrüchen, ein Antrag betr. den Ausbau des Jugendherbergsnetzes in der Rheinprovinz. Weitere Anträge betreffen die Beteiligung an mehreren großen,. Landeskulturprojekten im Regierungsbezirk Düsseldorf. Deutsche Gesellschaft für Völkerrecht. wtb. Stuttgart, 6. Juni. Die heutige Mitgliederpeäschenten De Sslnate dengeslgene Cen an: 1. die Entwicklung der internationalen Schiedsrichtsbarkeist ist angeschts der andauernden Gesahr schen Autorität der internationalen Gerichtsbarkeit iechr Gewicht Zu. ogeztickungen und Strafeinrichesise elschleiscesece eie hält die Deutsche Gesellschaft für Völkerrecht für ihre Bite zu untezhcgtigen, rge ner wurde, auf Voxlchleg der Zosonialmandate einVer Vurde„) zu Frags der Holonialmandate eine seinen gestrigen Gedankengängen entsprechende Entschließung angenommen. Die amerikanische Anleihe Berlins. Berlin, 6. Juni. In der städtischen Finanz= etwa 97 ktieg, Iheinen Voxaltssetzung für die weiteren Verhandlugen.„/t. zyg.15 bie Genehnigung der anische Königspaar, das am 26. Mai geringeren Strafe Ein neuer Verschwörerprozeß in Sofia. (.1) Nar dem Kriogs= Staatsanwaltes beschloß das Kriegs wtb. Sofia, 7. Juni.(Tel.) Vor dem Kriegsgericht begann der Prozeß gegen Milenoff und neun Mitangeklagten. Unter diesen befinden sich einige Offiziere, die einer Verschwörervereinigung angehörten und Frau Angelowa, den Leitern der Verschwörung, Jankoff und Minkoff zur! gestellt hatte. Vor Gericht erschien nur der Hauptangeklagte Miltenoff. der als Leiter der Pionierwerkstätten enge Beziehungen zu den an der Verschwörung beteiligten Bauernbündlern, unterhielt und ihnen Waffen und Explosivstoffe lieferte. Ferner Krudoff und zwei weitere Angeklagte, die beschuldigt werden, ein Versteck hergestellt zu, haben, in dem die Hauptverschwörer Die übrigen Angetlagten seytten. Auf Antrag des Staatsanwaltes beschloß, das Kriegsgericht den Ausschluß der Oeffentlichkeit während der Vernehmung Miltenoffs und die auf ihn bezüglichen Zeugenaussagen, während für die übrigen Verhandlungen des Prozesses der Grundsatz der Oeffentlichkeit aufrechterhalten bleiben soll. Al Zeugen sind geladen der Kriegsminister, der Minister des Innern und mehrere andere angesehene wtb. Sofia, 7. Juni.(Tel.) Der König unterzeichnete das Todesurteil gegen Pertschenlieff. der in den nächsten Tagen hingerichtet wird. Die Todesstrafe gegen Frau Nicolova und Leger wurden vom König in lebenslänglicher Kerkerstrafe umgewandelt. Angerlagten sehtten. Auf Antrag des umge Chinesische Darstellung über Schanghai. Juni.(Tel.) Wir erhielten ven hall in ganz China, gefunden.„Alls. wib Berlin, 7. Juni.,(Tel.) Wir erhielten ven der chinesischen Gesandtschaft in Berlin die folgenden Mitteilungen über die Vorgänge in Schanghaf: Soweit bis, jetzt.„sestgestellt werde konnte, spielten sich die Ereignisse in Schanghai in folgender Weise ab: Als bei dem Versuch der gewaltsamen Unterdrückung eines Streiks chinesischer in japanischen Baumwollspinnereien beschäftigter Arbeiter einige derselben verwundet worden waren. unternahmen chinesische Studenten am 30. M einen Demonstrationszug durch die Schanghais. Die ausländische Polizei eröffnete, ohne zu versuchen, den Zug in Ruhe aufzulösen, das Feuer, wobei 11 Personen, Manifestanten und auch Passanten, getötet und 16 verwundet wurden. Etwa 40 Perjonen wurden verhaftet. Am 1. Juni p, Perzionen getötet und 17 verwundet. Dieses Vorgehen der ausländischen Polizei war durch die Haltung der Studenten, die unbewaffnet waren und die lediglich eine Manifestation gegen die schlechte Behandlung der streikenden Arbeiter unternehmen wollten in keiner Weise gerechtfertigt. Die Manisestation war nur aus patriotischen und Gerechtigkeitsgefühlen unternommen worden, und konnte demnach keinen fremdenfeindlichen oder kommunistischen Charakter haben. Deshalb haben die bedauerlichen Vorgänge, wofür ausschließlich die ausländischen Behörden die Verantwortung zu tragen haben, eine ngewaltigen Widerhall in ganz China, gesunden. Alle Chinesen sind mit Empörung erfüllt. Der Generalstreik wutde in Schanghai beschlossen. Am 1. Juni richtete das Auswärtige Amt in Peting an die Vertreter der beteiligten Mächte eine Protestnote, in der die sofortige Freilassung der Verhafteten verlangt wurde Eine Geltendmachung von Forderungen nach Feststellung der Tatsachen an Ort und Stelle ist vorbehalten. Zwei Kommissare wurden zu diesem Zweck nach Schanghai entsandt wtb Schanghai, 6. Juni.(Reuter.) Der Streik breitet sich auf das französische Konzessionsgebiet aus. Die Anzahl der Streikenden beträgt etwa eine Viertel Million. Eine Anzahl der Streikenden hat aber heute die Arbeit wieder aufgenommen. Die Stellung der Verteidigung verstärkt sich ständig. Ungefähr 1500 Matrosen und Seesoldaten wurden von drei englischen, einem französischen und einem italienischen Kreuzer, von 7 amerikanischen Torpedobootszerstörern und von einer Reihe ausländischer Kanonenboote gelandet. 400 amerikanische Marinesoldaten folgen morgen. Der Umstand, daß Ruhestörungen nicht meyr stattgesunden haben und die Arbeit wieder ausgenommen wird, deutet darauf hin, daß die studentische Agitation an Einfluß verliert. In Hanlau suchen die Studenten das Volk aufzuhetzen, sie verteilen Flugblätter, die sich gegen die Fremden richten. voraussichtlich nicht über 30 Miligng, Park hinarsgehen. Diese würde ausschließlich fur die Erweiterung der Elektrizitätswerke und zum Teil für die Fertigstellung der Nord=Südbahn gebraucht. Welche Bedingungen im Zinssatze und im Aebernahmekurse erreichbar sein werden, ist im Augenblick noch nicht bestimmt zu übersehen. Jedenfalls wird der nominelle Zinssatz nicht über 7 Prozent hinausgehen. Eine entsammlung in der nächsten Woche zugehen. Der deutsch=russische Handel. wtb. Moskau, 7. Juni.(Tel.) Der aus. land hierher zurückgekehrte Visekommissag für„den Außenhandes, Krizmkinz,„Auherte,achee er der Russischen Telegraphenagentur zuverschtlich über die Etwicklung des deutsch=russischen Handels und betonte, daß die deutsche Ausfuhr nach der Union der Sowjetrepubliken um 60 Prozent gegenüber Vorjahre gestiegen sei. Das gegenseitige Vertr der russischen Handelsvertretung zu der deutschen Geschäftswelt habe sich gestärkt. In deutschen Industriekreisen sei man im allgemeinen von der Entwicklung des Handels nach Rußland befriedigt. Königsjubiläum in Rom. wtb. Rom, 7. Juni.(Meld. der Anläßlich der 25. Jahresfeier antritts des Königs hielt die Kammer eine feierliche Sitzung ab. Die Abgeordneten waren vollzählig schienen, und auf den Regierungssitzen sah man Mussolini sowic sämtliche Mitglieder des Kabinetts. Der Präsident der Kammer, Casertano, erklärte in seiner Festrede: Während infolge des Krieges das monarchische System im übrigen Europa Macht verlor, hat im Gegenteil die Monarchie in Italien, statt ihr Ansehen einzubüßen, in den Herzen des Volkes tiese Wurseln geschlagen.„#### Der Präsident des Vereins der Kriegsbeschädigten. Abg. Delcroix, schlug vor, im Namen aller Kriegsteilnehmer die Medaille für militärische Tapferkeit dem König zu verleihen. dent Mussolini stimmte dem zu, worauf die ohne Debatte die Tagesordnung Delcroix annahm. Die Mörder des Sirdars. wib Kairo, 7. Juni.(Tel.) Alle wegen des Mordes an dem Sirdat, uggzlagten wurden zum Tode verurteilt unter Ausnahme des Führere des Autos, in dem die Mörder geflüchtet waren, der zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Nach der Urteilsfällung verursachten einige Verurteilte Lärmszenen, so daß sie gewaltsam entfernt werden mutzten. wth Berlin, 6. Juni. Der Untersuchungsausschuß des Reichstages für die Kreditgewährung an BarmatKuticker trat am Samstag zusammen, um sich mit den Napiteln Fettstelle und Dema weiter zu beschäftigen. Vorsitzende Sänger gab zunächst Kenntnis von eier in München erfolgten kommissarischen Vernehmung eines deutschen Angestellten, der früher bei der holländischen Firma Schippmöller in Amsterdam beschäftigt war. Diese Firma erhielt von Amexima auch von Julius Varmat persönlich den Auftrag, Liebesgaben an etwa 12 bis 17 Personen in Deutschland zu senden. Die Sendungen erfolgten in regeljäßigen Abständen von 11 Tagen bis vier Wochen. se Empfänger waren u. a. Abg. Wels, Geheimrat Rühe, Frau Marga Hellwig=Heilmann und Postminister Höfle. Im weiteren Verlaufe der Sitzung legte Reichskanzler a. D. Bauer zum Kapitel Dema Zeugnis ab. Die Armeekonservenfabrik Haselhorst ist mit Zustimmung des zuständigen Staatssekretärs und der Ministerialdirektoren in die Industrie=Abteilung des Reiches überführt worden. Im Sommer 1922 wurde durch Fusion mit der Brema, Bremischen Marzarinefabrik, mit Beteiligung des Reiches in die Dema umgewandelt. Ueber die Einzelheiten bin ich nicht unterrichtet. Nach der Umstellung trat die Sorge auf, wie die Mittel für die benötigten Rohstoffmengen beschafft werden können. Ich wies den Ministerialdirektor Kautz darauf hin, daß ich einen Ausländer kenne, der meines Erachtens kapitalkräftig geung sei, um die benötigten Kredite zu verschaffen. dachte dabei an Barmat, wies aber darauf hin, daß Barmat immer viel verdienen wolle und daß mit ihm nur abgeschlossen werden sollte, wenn die Bedingungen annehmbar seien. Kautz hat dann auch den Vertrag mit Barmat abgeschlossen. Barmat übernahm die Rohstofflieferungen und kreditierte diese Waren. g., I. Htaissisesurnt Der Vorsitzende: Standen die Rohstofflieferfirmen mit der Amexima oder Barmat in Verbindung? Zeuge Bauer: Das weiß ich nicht. Vertragsgemäß konnte die Dema aber in jedem Augenblick die Rohstofflieferungen selbst in die Hand nehmen. Barmat mußte in diesem Falle doch die Kredite stellen. Ich bin dann im November 1922 aus dem Staatsdienst ausgeschieden, blieb aber als Mitglied des Aussichtsrats mit der Dema in Verbindung. Es ist in den Aussichtsratssitzungen immer anerkannt worden, daß land da bezeichnet werden, bedeute eine einer Viertel Milliarde, durch deren Aufbringung alle Voraussetzungen für die Ausführung des Dawesplanes über den Hausen geworfen würden. Die Germania bezeichnet die Note als einen Beweis dafür, daß der Versailler Frieden kein Frieden sei, sondern ein Mittel zur Wachhaltung des Kriegsgeistes, an dem sich der europäische Funke wieder entzünden könne. Wenn die Alltierten den Frieden wollten, so sollken sie den Geist der Versöhnung und Verständigung in Deutschland fördern durch kleinliche Schikanen das Blut auch der friedlichsten Deutschen immer wieder in Wallung bringen. Das Berl. Tageblatt schreibt: Die Note ist in einem Tone gehalten, der Verhandlungsmöglichkeiten offen läßt. Da ein Zeitpunkt für die Räumung nicht angegeben wird, haben wir alles Interesse daran, die Auseinandersetzung mit der Entente über die strittigen Punkte zu beschleunigen, um so unseren Brüdern am Rhein wieder die Freiheit zu verschaffen. Die Voss. Zeitung sieht in den Forderungen. die Maschinen in den Fabriken zu zerstören, eine Desarmierung der deutschen Wirtschaft und nicht der deutschen Wehrmacht; es handle sich um eine Schwächung der Konkurrenzfähigkeit der deutschen Industrie gegenüber der englischen lypse, weshalb sich auch die ganze Nation zusamsojort die Sitzung und ließ den Redner von der Landtagewache aus dem Saal entfernen. Wie sich auf der Polizeimache herausstellte, hatte man es mit einem Irrsinnigen zu tun, dem es durch sei sicheres Auftreten gelungen war, die Saalwache zu täuschen. Aus Nah u. Fern. Nr. 131(3 Vom marokkanischen Kriegsschauplatz. Die spanische Ossensive. wtb Paris, 6. Juni.(Tel.) Wie dem Journal aus Madrid gemeldet wird, werden in der Zeit vom 11. Vorwärts sagt: Diese Note erinnere Anorie gemeider wird, werden in der Heil vom bis 15. Juni die geplanten Operationen gegen Alhucemas beginnen. Sie werden von dem Zustat des Meeres abhängen, denn die vorbereitende Operation sehe eine dreitägige Beschießung durch gemeinsames Feuer der Schiffsgeschütze, und der Flu zeuge vor. Alsdann würde die Truppenlandung vo genommen werden. Das Artilleriefener werde di Landung der Truppen weier unterstützen, denn die Schwierigkeit sei, daß die Truppen sich auch in den von ihnen besetzten Stellungen halten konnten. Spanische Flieger hätten beim Ueberfliegen seindlichen Gebiets festgestellt, daß die Rifleute zwischen Alhncemas und Ajdar, dem Hauptquarttier Abd el Krims, Schützengräben aufgeworfen hätten. Dreißig Geschütze seien auf verschiedenen strategisch wichtigen Punkten verteilt festgestellt worden, was auf eine Der Vorwärts sagt:„Diese Note Deutschland in peinlicher Weise daran, daß es ein besiegter Staat sei. Eine derartige. ins Einzelne gehende Einmischung von draußen in die Angelegenz Punkten verteilt festgestellt worden. heiten der deutschen Wehr= und Polizeimacht ware europsische Kriegsleitung vei den Risleuten schließzen moralisch erträglich, wenn sie von einer Instanz au:“ lasse. Das spanische Geschtbader sei in Algeciras und ginge, die allen Staaten gleichmäßig, übergeordget#ig Mart u36z0gen worden Es besän sei und alle mit dem gleichen Maße messe; einstweilen bleibe es aber dabei, daß nur die Besiegten abrüsten müßten und weiter abrüsten müssen, wie die Sieger es ihnen nach ihrer Auslegung des Vertrages vorschreiben, die Kölnische. Zeitung schreibt: Die die Kölnische Zeitzung schreibt;... deutsche Meinung bleibe zu Recht bestehen, oaß oie Verfehlungen in keinem Verhältnis zu der weiteren der nördlichen Zone stehen. Die Note muß Barmat seine Verpflichtungen gegenüber der Dema rakt erfüllt habe. Barmat machte dann den Versuch, öhere Zinssätze für seine Kredite von der Dema zu rhalten. Ich habe mich aber im Aufsichtsrat entchieden dagegen gewandt. Im Sommer 1923 hatte sie Dema sich einen eigenen Rohstoffapparat gechaffen, sie deckte ihre Verpflichtungen bei Barmat ind löste die Kreditbeziehungen zu ihm.— Auf Beragen des Vorsitzenden erklärt der Zeuge Bauer, daß iuf Ersuchen der Direktion der Dema die Reichsbank einen Kredit für die Dema zur Verfügung stellte, bei sem die Amexima von der Reichsbank als ausreichende Garantin angesehen wurde. Mit Hilfe dieses Kredits sei es Barmat möglich gewesen, sich nitunter auf seine Dema=Wechsel Gelder zu verschaffen. Er, der Zeuge Bauer, und Ministerial zirektor Kautz, hätten von Barmat 1923 je 300 DemaAktien erhalten. Diese Dema=Aktien besitze Bauer seht noch:„sie hätten gegenwärtig einen Gesamtwert von 600 Mark. Der Zeuge Bauer wendet sich dann gegen die in der Oeffentlichkeit erhobene Behauptung. daß die Brema oder die hinter ihr gestandene Schröderbank in Bremen Barmat gehörte oder in engen Verbindungen zu einer der Barmatfirmen gestanden hätte. Der Barmatkonzern sei überhaupt erst viel später entstanden, und zwar in einer Zeit, als der Zeuge Bauer keine Verbindung mehr mit der Barmat hatte. Die weitere Behandlung der Dema-Angelegenheit wurde auf Montag vertagt. Barmatausschuß des Landtags. wth. Berlin, 6. Juni.(Tel.) Der Untersuchungs= ausschuß des Preußischen Landtags in Sachen Kutisler Varmat setzte heute vormittag seine Verhandlungen fort. Zunächst wird Finanzrat Helwig weiter vernommen über die Ausweise die Kutisker der ##taatsbank vorlegte. Nach seiner Erinnerung hat er Rühe gesagt. unter den militärischen Ausweisen hütte sich auch einer befunden, der auf General v.(volz zurückzuführen sei. Bestimmtes darüber lann aber der Zeuge nicht mehr sagen. Nach einer langeren Erörtetung darüber, wie es mit den Aussagen von Zeugen gehalten werden soll, die bereits nom Reichstagsausschuß vernommen und vereidigt worden sind, wird die nächste Sitzung auf Montag vormittag anberaumt. wtb. Berlin, 7. Juni.(Tel.) Die Wirtschaftliche Vereinigung stellte im Untersuchungsausschuß für die Landespfandbriefanstalt den Antrag: Der Ausschuß wolle beschließen: Die Landespfandbriefanstalt tritt in Liquidation. Echo der Entwaffnungsnote. pw. Berlin, 6. Juni. In den Kommentaren zu der Entwaffnungsnote der Alliierten weisen die Blätter einstimmig darauf hin, daß schon die Länge der Zeit für die Vorbereitung der Note beweise, auf wie schwachen Füßen die Begründung für die Verlängerung der Besetzung Kölns stehe. Die Deutsche Tageszeitung schreibt: Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, daß die Enteute uns als ein Volk ohne Souveränität behandelt, so sei es die Forderung, daß die Interalliierte Militärkontrollkommission den Wortlaut von Gesetzen genehmigen oder gar bestimmen soll. Die Reichsregierung müsse vor jeder neuen Leistung erst unbedingt sichere Garantien dafür fordern, daß die Gegenseite ihre Verpflichtungen halte. 8 Die Kreuzzeitung bezeichnet es als vollig ausgeschlossen, Forderungen zu akzeptieren, die mit der Ehre und der Lebensmoglichkeit des deutschen Volkes unvereinbar seien. Die Tägliche Rundschau schließ: aus der Note, daß die Entente die angeblichen Veriehlungen jediglich als einen Vorwand benutze, um die Veietzung der nördlichen Zone aufrechtzuerhalten. Der Verl. Lokalanzeiger weist darauf hin, daß die Zahlen über das zerstörte und abgelieferte Kriegsmaterial unrichtig seien. Nicht 33544, sondern 51887 Kanonen, nicht 11 615, sondern 20 469 Minenwerfer, nicht 86 946, sondern 105 163 Maschineugewehre und nicht 4,5 Millionen, sondern 6 Millionen Handjeuerwassen seien abgeliefert oder zerstört worden. Die Forderungen in Bezug auf die Industrie seien von ungeheuerer Bedeutung für Deutschlands wirtschaftliche Zukunft. Die Zerstreuung und Zerstörung aller Maschinen, die DeutschBesetzung er. Rotblichen Iine neurn. Die Note muß selbst die riesige vollbrachte Leistung Deutschlands seststellen, die die tatsächliche Entwaffnung sicherstellt. Das einzige, was die Note bringt, ist die Klarheit in der Grundfrage; sie kündigt die Räumung an, sobald die Forderungen erfüllt sind. Ob sie erfüllbar sind, wird sich zeigen, wenn die zuständigen Stellen gesprochen haben. Aufnahme der Entwaffnungsnote in Paris. * Paris, 6. Juni. Obwohl die interalliierte Entwaffnungsnote in gewissem Sinne Krönung und Höhepunkt der nationalen französischen Propaganda sein müßte, zumal sie den Hauptteil der Hetze gegen Deutschlands Verfehlungen trug, ist das Interesse jetzt, wo die Veröffentlichung erfolgte, in der Presse nicht ein derartiges, wie erwartet worden ist. Man begnügt sich allgemein mit einer auszugsweisen Veröffentlichung, ohne weiter kritische Stellung zu nehmen. Die öffentliche Aufmerksamkeit ist freilich durch die innere Politik und die Finanzverhältnisse Caillaux' voll in Anspruch genommen. Englische Stimmen. * London, 6. Juni. Die Belanntgahe der Entwaffnungsnote wird allgemein mit einem Seufzer der Erleichterung ausgenommen, daß endlich die Nichträumung Kölns eine sachliche Begründung erhalten und die für Englands Ansehen peinliche Lage ein Ende gefunden habe. Selbstverständlich bezeichnet die Regierungspresse die Forderung als ebenso maßvoll wie unumgänglich und redet Deutschland zu, nun weiter keine Schwierigkeiten zu machen. Amerikanische Ansichten. * Washington, 6. Juni. Die amtlichen Kreise lehnen es ab, sich zur Entwaffnungsnote zu äußern. Doch kann mit gutem Grund behauptet werden, daß die Ansicht der höchsten Stellen der Vereinigten Staaten die Auffassung widerspiegelt, die Botschafter Houghton bei seiner Abreise nach London niederlegte, nämlich, daß die gegen Deutschland erhobenen Vorwürfe, es hätte ernsthaft gegen die Entwaffnungsbestimmungen verstoßen, unbegründet seien. Man sicht in amtlichen Kreisen Schwierigkeiten voraus. besonders in der Frage der Polizei und der Zerstörungen in Fabriten. Die Ansicht weiter parlamentarischer Kreise spiegelt sich in einer Unterredung wider, die Senator Claude Swanson, ein führen des demokratisches Mitglied des Auswärtigen Ausschusses einem Vertreter der United Preß gewährte. Er betonte den allgemeinen Wunsch, daß in der Entwaffnungsfrage und in der Räumungsfrage eine Regelung gefunden würde, wie sie im Versailler Ver trag vorgesehen sei.„Ich hafse“, sagte, Sengter Swanson,„daß die Schwierigkeiten freunoschaftlich beigelegt und daß die Beziehungen der Verbandmächte zu Deutschland herzlicher und freundschaftlicher werden würden. Dies ist unbedingt erforderlich, wenn der Friede erhalten und die wirtschaftlichen Verhältnisse der Welt gebessert werden sollen. Die deutsche Regierung sollte nicht zögern, ihre Versprechungen in der Entwaffnung voll und ehrlich zu erfüllen. In dieser Beziehung sollte man keine Winkelzüge machen. Die Wahl Hindenburg, die man stellen. weise mit Mißtrauen angesehen hat, läßt die Frage besonders bedeutungsvoll erscheinen. Anderseits aber sollten auch die Verbandsmächte, wenn Deutschland seine Verpflichtungen erfüllt, das deutsche Gebiet räumen und Deutschland volle Sicherheit dafür geben, daß sie ihr Wort auch halten werden. Jedenfalls werden später alle Regierungen es bedauern, wenn sie es jetzt versäumen, in weitblickender staatsmännischer Weise gegenseitige Zugeständnisse zu machen.“ mio Martin zusammengesigen worden. Es befänden sich zwei Lazarettschiffe für 900 Leute bei ihm. Der General Primo de Rivera selbst werde die Operation an Bord eines Kreuzers leiten. Er habe gestern in Tetuan mit der Auswahl der für die Operationen bestimmten Truppen begonnen. wtb. Marseille, 6. Juni Hier sind in der vergangenen Nacht bei dem Versuch, in ein Lager für Marokko bestimmter Truppen einzudringen, um dort antimilitaristische Schriften zu verteilen, 4 Personen von der Polizei verhaftet worden. Gegen die Festgenommenen, von denen nur einer in Haft behalten wurde, ist Strafantrag gestellt worden. Auch in Perpignan ist ein Arbeiter des Arsenals wegen Verteilung antimilitaristischer Flugblätter verhaftet worden.„ wth. Paris, 6. Juni. In Lours uno poitiers sowie in Loudon sind weitere Verhaftungen von Personen vorgenommen worden, die gegen die militärischen Operationen in Marokko in Versammlungen und durch Flugschriften agitierten. Arbeitsfragen. Der Gesomtvorstand des Deutschen Beamtenbundes zur Besoldungsfrage. Der Gesamtvorstand des D. B. B. hat zur Besoldungsfrage in folgender Entschließung Stellung genommen:.. Tantechen Gaamtenhune Der Gesamtvorstand des Deutschen Beamtenbundes hat von dem Bericht der Reichsregierung an den Reichstag über die Beamtenbesoldung Kenntnis genoumen. g 46122 vom 9. Aus der Entschließung des Neichslags vom 4. April hat die Beamtenschaft entnommen, daß der Reichstag den Willen hatte, bei der Verabschiedung des Reichshaushalts 1925 die Dezemberreglung so umzugestalten, daß sie den gerechten Ansprüchen der Beamtenschaft und der aus Staatsgründen notwendigen Vefreiung aus ihrer tiefen Verschuldung nachkommt.„ Um so großer ist nunmehr die Enttauschung der gesamten Beamtenschaft, als die Reichsregierung lediglich ihrer Auffassung dahin Ausdruck gibt, daß zurzeit keine Erhöhung der Beamtenbesoldung in Frage kommen könne, ohne dem zweiten Teile der Reichstagsentschließug folgend ihre Absicht erkennen zu geben, wann und in welcher Weise sie die von ihr im Bericht zugegebene Notlage der Beamten zu beheben oder zu mildern gedenkt. B. B. erwartet im Hinblick auf die zahlreichen Anträge aller Reichstagsparteien und deren Ausführungen im Hausbaltsausschuß vom Reichstag zuversichtlich, daß er sich die von der Reichsregierung aus dem Bericht gezogenen Folgerungen nicht Amerikas Schadenersatzansprüche. wtb. Washington, 7. Juni.(Funkspruch.) Die deutsch=amerikanische Schadenersatzkommission veröffentlicht Entscheidungen, durch die den amerikanischen Staatsangehörigen ein Betrag von über 19 Millionen Dollar als Schadenersatz zugesprochen wird. Das Schiffahrtsamt und die HilfskreuzerGesellschaft erhielten 16½ Millionen. In dieser Summe sind neun Millionen enthalten, die das Schiffahrtsamt Schiffseigentümern für Schiffsverluste während des Krieges zahlte, als die Schiffe vom Schiffahrtsamte betrieben wurden. In der obengenannten Summe ist ferner die Entschädigung für vier holländische Schiffe enthalten, die die Regierung 1918 für Handelszwecke requirierte. seigen macht, vielmehr seine Absicht, die Beamtenschaft aus Not und Verschuldung zu befreien, in die Tat umsetzt. Drohende Arbeitskämpfe im Holzgewerbe. mtb. Berlin, 6. Juni.(Tel.) Der Arbeitgeberverband im Deutschen Holzgewerbe teilt mit: Die zentral geführten Verhandlungen über die Arbeitslöhne im deutschen Holzgewerbe sind ergebnislos abgebrochen worden, so daß mit Arbeitslämpfen von größerem Amfange im Holzgewerbe zu rechnen ist. In Schlesien, Hamburg und Kassel sind bereits Teilstreiks ausgebrochen, die von Arbeitgeberseite mit Aussperrungen beantwortet wurden. Straßenbahner= und Hafenarbeiterstreik in Duisburg. wy Duisburg, 7. Juni. In der Urabstimmung über den Straßenbahnerstreik ergab eine überwältigende Mehrheit für die Fortführung des Streiks. — Auch die Hafenareiter sind in den Streik getreten, weil die Arbeitgeber deren Forderungen nicht bewilligen wollen. Betriebseinschränkung der Zeche Neumühl. wtb. Hamborn, 6. Juni. Gegenüber weitergehenden Meldungen teilt die Zeche Neumühl in Hamborn mit, daß sie wegen der wirtschaftlichen Lage zu einer Betriebszusammenlegung gezwungen sei und daß infolgedessen 500 Arbeitern zum 15. Juni gekündigt werden mußte, da sonst eine wirtschaftliche Arbeit des Betriebes nicht mehr möglich ist Meldungen von einer beabsichtigten völligen Stillegung der Zeche sind unrichtig. Auch beträgt die Zahl der bis jetzt auf der Zeche beschäftigten Arbeiter nicht 4000, sondern rund 6500. Internat. christl. Angestellten=Gewerkschaft. wtb. Luzern, 7. Juni.(Tel.) Der Internationale Verband der Christlichen Angestellten=Gewerkschaften hielt am 5. und 6. Juni in Luzern seinen zweiten Kongreß ab. 64 Delegierte vertraten die dem Verbande angeschlossenen in sechs verschiedenen Ländern zusammen 500000 Mitglieder zählenden OrganisatioEin Trrsinniger im poln. Landtag. wtb. Warschau, 7. Juni.(Tel.) Gestern abend kam es im Seim zu einem seltsamen Zwischenfall. Während der Rede des Abg. Prylucki bestieg ein gutgekleideter unbekannter junger Mann die Rednertribüne, verdrängte sanft, aber bestimmt den Redner und begann selbst zu sprechen. Er erklärte, das Wichtigste sei die Zisser 41 und ihre Apokazusammen 500 000 Mitglieder zählenden Organisationen. Das Internationale Arbeitsamt war durch Hesseler vertreten, der Internationale Christliche Gewerkschaftsbund durch seinen Generalsekretär Serrarenz. Den Rechenschaftsbericht erstattete der Präsident Habermann(Berlin) und den Jahresbericht Tessier(Paris). Der Kongreß genehmigte den Kassenbericht des Kassierers Kauta(Amsterdam). Zahlreiche Entschließungen, in denen sich die christlichen Angestellten=Gewerkschaften für den Achtstundentag und die 48=Stundenwoche aussprechen, wurden angenommen. Promotion eines Kriegsblinden. * Solingen, 6. Juni. Zum Doktor der Rechte promovierte an der Universität zu Marburg der Kriegsblinde Hans Neeff von hier. Im Herbst vor. Jahres hatte er breits sein Referendareramen bestanden. Dem so willensstarken Manne ist ein folgreiches Fortkommen sehr zu wünschen. Steinwürse auf einen D=Zug. wp. Köln, 6. Juni. Kurz nach der Vorbeifahrt des D=Zuges 58 am Bahnhofsgebäude in Unkel a. Nh. wurde am 5. Juli auf den Zug mit Steinen oder sonstigen Gegenständen geworfen. Dadurch zerbrach eine Feusterscheibe in dem hinter, dem Packwagen lausenden Wagen zweiter Klasse. Ein Reisender, der Fabrikant I. Pandel, wohnhaft in Cronenberg bei Elverfeld, wurde durch Glassplitter leicht verletzt. Auf die Ermittlung des oder der Täter hat die Reichsbahndirektion Köln 50 A unter Ausschluß des Rechtsweges ausgesetzt. Dritter Rheinischer Bezirksblindentag. wp. Krefeld, 6. Juni. Der 3. Rheinische Bezirksblindentag findet am Montag, 14. September, hier, Königsburg, Königstraße 8, statt. Die Tagung, auf der auch Nichtverbandsmitglieder stimmberechtigt sein werden, beginnt 91 Uhr vormittags. Referate für die Tagung können bis zum 25. Juli bei Herrn Baurmann, Alte Linnerstraße 15(Tel. 1909) und bei Herrn Otto Brandt, Ritterstraße 287. angemeldet werden. Vom 13. bis 19. September findet im gleichen Lokale eine Ausstellung von Lehrmitteln für Blinde und von Blindenarbeiten statt. Interessenten, die die Ausstellung beschicken wollen, werden gebeten, sich an vorgenannte Herren zu wenden. An die Tagung wird sich ein gemütlicher Abend anschließen. Der Ortsausschuß hat für außerordentlich billige Verpflegung gesorgt. Glimpflich verlaufenes Eisenbahnunglück. * Frankfurt a. M. 6. Juni. Vergangene Nacht ereignete sich im Frankfurter Hauptbahnhof ein Eisenbahnunglück, das leicht zu einer schweren Katarophe auswachsen konnte. Beim Rangieren fuhr der D=Zug 44 einem anderen rangierenden Zuge in die Flanke. Bei dem Zusammenstoß wurde einem Rangierer der rechte Fuß abgefahren. Ein anderer erlitt schwere Knochenbrüche. Ein Passagier, Frau Plücker aus Elberfeld, wurde leicht verletzt. Eine Kindesleiche in einer Margarinekiste. wp. Mülheim=Ruhr, 6. Juni. Besucher des katholischen Friedhofes in Oberstyrum fanden an Grabe mit Erde leicht bedeckt eine Margarinekiste mit dem Leichnam eines Kindes. Die Untersuchung ist im Gange. Folgenschwere Explosion. * Bedburg, 6. Juni. Bei einer Explosion in der Korkmühle der rheinischen Linoleumwerke wurden sechs Personen schwer und drei leicht verletzt. Von den Schwerverletzten sind zwei, der Meister Ring aus Württemberg und der Arbeiter Messerich aus Montagabend. beide Väter von fünf Kindern, durch den Tod von ihren qualvollen Leiden erlöst worden. Zwei weitere Schwerverletzte schweben noch in Lebensgefhr. Wie das Unglück entstand, ist noch nicht aufgeklärt. Mißglückter Ausbruchsversuch. wp. Worms, 6. Juni. Die beiden Strafgefange nen Häußer und Vichert, beide aus Worms. hatten die Vergünstigung, daß ihnen durch ihre Bräute Essen in das Amtsgerichtsgefängnis gebracht werden durfte. Sie faßten daraufhin den Plan, die Fenstergitter zu durchsägen und aus dem Amtsgericht zu en fliehen. Die beiden Mädchen buken Stahlsägen in Kuchen ein und schmuggelten so diese Instrumente in das Gefängnis. Bei der Durchsuchung des Essens wurden die Stahlsägen jedoch entdeckt und der Selbstbefreiungsplan dadurch zu Tödlich verunglückter französischer Flieger. wv. Groß=Winternheim, 6. Juni. Am Dienstag früh stürzte ein französischer Flieger in unserer markung ab, wobei der Pilot so schwere Verletzungen erlitt, daß er bald darauf gestorben ist. Das Flugzeug wurde vollständig zertrümmert. Attentatsversuch gegen einen Eisenbahnzug. wtb. Berlin, 6. Juni. Gestern abend gegen 11 Uhr ist auf den von Kottbus nach Berlin, Görlitzer Bahnhof. verkehrenden Personenzug 770 zwischen Eichwalde und Grünau ein Attentat versucht worden. Vier Eisenbahnlaschen und ein größerer Feldstein wurden auf den Schienen gesunden. Die Lokomotive hat die Hindernisse durch ihre Räumer beseitigt. Die Laschen sind einer in der Nähe des Attentatsortes liegenden Streckenbude entnommen worden, die widerrechtlich mit einem Vierkantschlüssel geöffnet worden ist. Die Reichsbahndirektion hat für die Ermittlung der Täter eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt. Geschäftsaussicht für die Nationalpost. pw. Berlin, 6. Juni.(Tel.) Wie mehrere Blätter hören, beantragte die Nationalpost gestern bei dem zuständigen Amtsgericht die Geschäftsaufsicht. Polnische Räuber. wlb Warschau, 8. Juni.(Tel.) Mit Karabinern und Maschinengewehr ausgerüstete Banditen übersielen gestern nachmittag den Gutshof Karbicel; sie töteten das Gefinde, drangen in das Wohngebäude, töteten den Pächter des Gutes und die Wirtschafterin. Dann steckten sie das Wohngebäude in Brand und raubten alles, was sich ihnen darbot. Als endlich polnisches Militär herankam, waren die Räuber längst im nahen Walde verschwunden. Im Flugzeug ermordet. * Wien, 6. Juni. Einem sensationellen Mord ist jetzt die Wiener Polizei auf die Spur gekommen. Bei Oedenburg wurde vor längerer Zeit die stark verstümmelte Leiche des Straßburger Brillantenhändlers Johann Lasker auf freiem Felde aufgefunden. Er war mit einem von dem Piloten Franz Büchler geleiteten Flugzeuge in Begleitung seines Sekretärs Ludwig Sawis nach Budapest geflogen und führte ein Säckchen mit Brillanten und 20000 Mark bares Geld bei sich. Seit der Auffindung der Leiche waren Büchler und Sawis verschwunden. Jetzt, endlich konnte die Polizei feststellen, daß Sawis und Büchler in großer Geldverlegenheit waren und aus diesem Grunde wahrscheinlich den reichen Brillantenhändler ermordet haben. Sawis dürfte den Lasker mit Chloroform betäubt und dann nach der Beraubung zum Fenster des Flugzeugs hinausgeworfen haben. Die Spur führt nach Jugoslawien, wo Sawis unter seinem eigenen Namen in einem Belgrader Hotel lebt und erst flüchtig wurde, als man ihn steckbrieflich verfolgte. Man vermutet jedoch, daß er sich noch immer in Jugosiawien aufhält. Von dem Piloten Büchler sehlt bisher jede Spur. Es ist anzunehmen. daß er von Sawis gleichfalls beseitigt wurde, damit Die chines daß er von Suwis gleichinns„erseitigt würde, damit dieser den ganzen Raub für sich behalten konnte. Fortgesetzt wird tere Ausbreitung ausgesprochen fren tragenden Unruhen Meldungen soll die Schanghai bereits u tragen. 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Fortgesetzt wird aus China über eine weitere Ausbreitung der dort ausgebrochenen, ausgesprochen fremdenfeindlichen Charakter tragenden Unruhen berichtet. Nach den letzten Meldungen soll die Zahl der Streikenden in Schanghai bereits weit über 100000 Mann betragen. Indessen, die Meldungen über die chinesischen Unruhen sind immerhin im Hinblick auf die Verschiedenartigkeit der dortigen Interessen bei den einzelnen Großmächten mit einiger Vorsicht aufzunehmen. Soviel scheint allerdings mit großer Sicherheit festzustehen, daß diese Unruhen in China zur Stunde das fast größte weltpolitische Ereignis, das sich als ein Brandherd darstellt, aus dem die schwerwiegendsten Verwickelungen mit Leichtigkeit entsprießen können. Wenn Deutschland, wie in diesen Tagen von amtlicher deutscher Seite besonders hervorgehoben wurde, an diesen chinesischen Vorgängen auch weder aktiv noch passiv beteiligt ist, so liegt es doch im deutschen Interesse, die weitere Entwicklung dieser chinesischen Verhältnisse mit aufmerksamer Spannung zu verfolgen. China ist zur Stunde ein weltpolitischer Brandherd von weit größerer Bedeutung, wie es etwa vor Ausbruch des Weltkrieges der Balkan war. Will man sich ein richtiges Bild von den Vorgängen in China machen, so muß man sich in erster Linie vergegenwärtigen, daß seit vielen, vielen Jahrzehnten die„lieben interessierten Großmächte“ aus dem chinesischen Staate eine„KolonieOstasien“ zu machen nicht nur versucht, sondern zum großen Teil auch durchgesetzt haben. Der übertriebene Imperialismus der Großmächte reibt sich in China gegenseitig um die Beute, wetteifert in politischer und wirtschaftlicher Drangsalierung dieses alten Kulturstaates. Unter dieser liebevollen Bevormundung der interessierten Großmächte hatte man China ebenso unter dem alten Kaiserreich, wie unter der heutigen sogenannten chinesischen Republik zu einem Staate gestempelt, in dem den Chinesen herzlich wenig zu sagen verblieb, die interessierten Großmächte aber sich die Ausprobierung allerlei kolonialer Versuche auf eigene Faust erlaubten. Es ist ein glatter Imperialisten= und Erobererwahn, sich bei diesem internationalen Hasten um die Beute China einfach über die jahrtausend alte chinesische Kultur hinwegsetzen zu wollen. Wenn China vielleicht auch ein etwas rückständiger Staat gegenüber modernen Anschauungen ist, so ist er immerhin auch noch heute und für lange weitere Zeiten als ein recht gesundes und in seinem staatspolitischen. Einfluß durchaus nicht zu unterschätzendes Staatswesen anzusehen. Die fremdenfeindliche Bewegung in China ist der vernunftgemäße Rückschlag des chinesischen Staatsbewußtseins, der chinesischen Vaterlandsliebe gegenüber dem nicht einwandfreien Wettbewerb der„interessierten Mächte“ um die chinesische Beute. So war es vor 25 Jahren bei dem großen Boxeraufstand, und so ist es heute. Der gegenwärtige Aufstand in Schanghai ist auf eine Streikbewegung chinesischer Arbeiter in japanischen Unternehmungen zurückzuführen. Das ist aber nur der äußere Rahmen und der äußere Anlaß zu einem Wiederauflodern des chinesischen Fremdenhasses gegen ausländische Ausbeutung. Der übertriebene englisch=amerikanische Imperialismus brachte es 1919 in China fertig, eine Aufhebung der deutschen Niederlassungsrechte in China durchzusetzen, heute ernten„diese beteiligten interessierten Mächte" die Früchte dieses Vorgehens, indem die chinesische Bevölkerung die Forderung stellt, auch den übrigen Ausländern die Exterritorialität zu nehmen. Und noch ein weiteres tritt hinzu: Der im Welttrieg geborene Bolschewismus, der sogenannte russische Sowjetismus, ist hier als weiterer Begleiter auf dem Plan der chinesischen Wirren aufgetreten. Ohne jeden Zweifel hat hier in China der offene Kampf des sogenannten Imperialismus mit dem Sowjetismus eingesetzt, wesentlich genährt durch die ganz offene politische und wirtschaftliche Unterdrückung Chinas durch die„beteiligten interessierten Mächte“. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die britisch= amerikanische und die japanische Rivalität in der chinesischen Frage hart aufeinander stoßen, weltpolitische Verwicklungen auswechseln, deren Tragweite sich zur Stunde noch gar nicht übersehen läßt. siud Stadt und Angesung. Kultur=Jubiläen. 8. Juni. Im Jahre 620 unternahm Mohammed die erste Wallfahrt nach seinem Geburtsart Mekka und eroberte es 630, wodurch er den Sieg seiner Lehre in Arabien entschied. Er starb 632 in Medina.— Als den Schöpfer der modernen Ballade spricht man den 1794 in Göttingen verstorbenen Dichter Gottfried August Bürger an.— Zu den größten Komponisten des vergangenen Jahrhunderts gehört Robert Schumann. Er ist der Schöpfer vieler Klavierwerke, von denen besonders die Etüden und Kinderszene bekannt sind, ferner von vielen Liedern, die zum eisernen Bestand der modernen Konzertprogramme gehören. Auch seine Orchesterwerke, vier Symphonien, Ouvertüren und Kammermusiken werden gespielt. „Es zieht.“ In den jetzigen Zeiten fast sommerlicher Hitze, tut ein kühles Lüftchen mitunter recht wohl. Aber da gibt es getreue Nachbarn und desgleichen, die anderer Ansicht sind. In der Eisenbahn, in der Straßenbahn gibt es oft Leute, die den Zweck der Fenster und Lüftungsklappen gewöhnlich darin erblicken, den Luftwechsel möglichst zu verhindern. „Es zieht“ nämlich! Das ist das Stichwort aller Aengstlichen und Vetzärtelten. Selbstverständlich an einem Tisch, von dem infolge Offenstehens gegenüberliegender Fenster oder Türen, die Papiere wegfliegen, kann man nicht arbeiten. Ebensowenig sitzt man gern an einem schlechtschließenden Fenster, wenn es draußen kalt und man erhitzt ist. Es schadet aber keinem Menschen, wenn er halbwegs gesund ist, wenn durch das offenstehende Wagenfenster ein frisches Lüftchen ins Gesicht weht. Schlechte Luft wird unseren Lungen im heutigen Stadtleben genugsam zugemutet. Es gibt aber noch viele andere Orte, wo den„Eszieht"=Rufern der Vorrang vor den Freunden reiner Luft stillschweigend eingeräumt wird. So z. B. im Kaffee oder im Gasthaus. Man kann das täglich beobachten. Ueberhaupt besteht über die rechte Art des Lüftens viel Unklarheit. Manche Hausfrau glaubi, wenn sie morgens die Betten fein säuberlich zudeckt und nachher den ganzen Tag das Schlafzimmer geöffnet hält, daß das die rechte Art sei. Nein, die rechte Art der Lufterneuerung besteht morgens in kräftigem Gegenzug durch die ganze Wohnung bei ausgebreiteten Betten. Während der heißen Tageszeit hält man die Fenster dann am besten geschlossen. Schwerte, den 8. Juni. Sprechtage des Westfäl. Bauernvereins (Bezirksverb. Industriegebiet). Für den Kreis Hörde findet am Freitag, 12. Juni, ein Sprechtag in Schwerte, Wirtschaft Potthoff, Schützenstraße 2, statt in der Zeit von 10 bis 2 Uhr. : R a u c h v e r b o t i n S c h u l r ä u m e n. D e r p r e u ßische Kultusminister bemerkt in einem Erlaß, daß darüber geklagt werde, daß bei Benutzung von Schulräumen zu anderen Zwecken nicht immer das Rauchen unterbleibt, vielmehr am nächsten Morgen nicht nur die Luft in den Lehrzimmern stark nach Tabaksrauch riecht, sondern auch die Fußböden durch Zigarrenreste, abgebrannte Streichhölzer usw. verunreinigt sind. Der Minister beauftragt daher die Regierungen und das Provinzialschulkollegium, auf die Schulunterhaltungsträger dahin einzuwirken, daß die Ueberlassung von Schulräumen zu gemeinnützigen Zwecken privater und öffentlicher Art künftig nur unter der Bedingung erfolgt, daß in den Räumen nicht geraucht wird. Andernfalls wird die Schulaussichtsbehörde ihre Genehmigung zur Hergabe von Schulräumen versagen oder zurückziehen. Sommerfest des Eisenbahnervereins. Aus Anlaß des 30jährigen Bestehens feierte am gestrigen Tage der Eisenbahnverein in den festlich geschmückten Räumen und in den schattigen Gartenanlagen„Im Reiche des Wassers“, sein diesjähriges Sommerfest. Pünktlich hatten sich die Mitglieder mit ihren Familienangehörigen eingefunden. Die Festlichkeit wurde eröffnet durch eine Ansprache des Herrn Eisenb.=Ober= Inspektor Rommel. Nachdem er, von der Gründung des Vereins ausgehend, die Geschichte desselben gestreift und betont hatte, wie in der Inflation der Verein in wirtschaftlicher Hinsicht für das Wohl der Mitglieder gesorgt, kam er auf den eigentlichen Zweck des Tages zu sprechen und wußte die Bedeutung desselben ins rechte Licht zu rücken. Seine begeistert aufgenommenen Worte klangen aus in dem Wunsche:„Dem Verein ein Blühen, Wachsen und Gedeihen!" Dann folgten in ansprechender Vortragsordnung musikalische Darbietungen, mustergültig von der Heineschen Kapelle vorgetragen, und Theaterstücke. Bei letzteren fiel besonders die geschmackvolle Bühnenaufmachung auf, die von HerrnWördehoff hergerichtet war. Musikalische wie theatralische Darbietungen fanden den wärmsten Beifall bei den Festteilnehmern. Von der R. B. D. waren als Vertreter erschienen Herr Amtmann Siedenberg, der auch zu den Gründern des hiesigen Vereins gehört, und Herr Oberrechnungsrat Wermecke. Das junge Volk konnte am Abend noch fleißig das Tanzbein schwingen. So nahm die Jubiläumsfeier den denkbar schönsten Verlauf. „Nordische Fahrten und Ferien“ ist der Titel einer Reihe von Sonderfahrten, die von„Bornholms Touristbureau“ im Juni veranstaltet werden. Die großen Bornholmer Postdampfer„Frem'“ und„Oernen“ fahren am 13., 21. und 29. Juni, mit nur etwa vierstündiger Seereise nach der schönen Felseninsel. Solch eine Juni=Ferienwoche auf Bornholm wird einschließlich Dampferfahrt hin und zurück, voller und reichhaltigster Verpflegung nebst allen Trinkgeldern, einem ganztägigen Automobilausflug, Motorbootfahrten usw., zum Preise von 100 A geboten. Schließlich wird noch eine achttägige Ostseerundfahrt ausgeführt, ab und bis Saßnitz vom 6. bis 13.Juni, mit Besuch von Visby, der alten Hansestadt auf Gotland, dann drei Tage in Stockholm und Umgebung, mit einem ganz vortrefflichen Programm an Land, worauf die Fahrt durch den Kalmarsund weiter geht nach Kalmar, schließlich ein Tag auf Bornholm als Abschluß. Für diese Reise steht das 1924 neuerbaute große Dieselschiff„Frem“ zur Verfügung. Die Verpflegung wird meist an Land geboten. Je nach Lage der Kabine beträgt der Preis der ganzen Reise, inschließlich aller Landausflüge, von 200 bis 400 Mark. Das Programm ist durch alle Reisebüros erhältlich. : Neue Rentenbankscheine zu 50 M. An Stelle der bisherigen wird ein neuer Rentenbankschein über 50 Mark mit dem Datum vom 20. März 1925 in den Verkehr gebracht. Der Schein ist 85 mal 155 Millimeter groß und auf weißem, mit einer gemusterten Riffelung versehenen Papier gedruckt. Das rechtsseitig im Papier eingeformte Wasserzeichen stellt Eichenlaub und Kreuzdorn in ornamentaler Verarbeitung dar. Die Wirkung dieses Wasserzeie chens wird durch die lachsrosa Färbung des Papierstreifens, der kupferbraune und grüne Fasern enthält, erhöht. Im Druckbild des Scheines befindet sich rechts ein von einer schmalen Zierleiste umgebenes, braun getöntes, rechteckig eingerahmtes Kopfbildnis eines Landarbeiters. Darüber und darunter sind Verzierungen angebracht, von denen das untere die Wertzahl„50“ enthält. In der Zierleiste stehen oben links und unten rechts die Reihenbezeichnung und Nummer in roter Farbe. : Auch in England enorme Hitze. Auch London und ein Teil Englands sind von der Hitzewelle erfaßt worden. Die Nachttemperatur unterscheidet sich kaum noch wesentlich von der durchschnittlichen Tagestemperatur. Es ereigneten sich zahlreiche Hitzschläge. Wetteraussichten bis Dienstag abend. Wolkig, teilweise stärker aufklärend sowie zunächst noch ziemlich warm bei schwachen nördlichen bis östlichen Winden und Gewitterneigung. Schwerterheide, 8. Juni. Der evgl. Frauenverein unternimmt am morgigen Dienstag einen Ausflug nach Altendorf zum Besuch des Hellweger Erziehungsheims. Die Teilnehmerinnen wollen sich rechtzeitig zu dem Zuge 1.48 Uhr am Bahnhof Schwerte einfinden und sich eine Fahrkarte nach Langschede lösen. Von dort führt ein bequemer Weg über Dellwig nach Altendorf(etwa 4 Klm.). Herr Die Prrie dre Schwarzwaldte Roman von Eduard Wagner. 80. Fortsetzung.(Nachdruck verboten.) Das Herz drohte ihm mehr als einmal still zu stehen bei dem Gedanken und wie ein Spürhund schlich er jenem nach,— wie ein Spürhund dem Mader. Nicht überflüssig sollten die von Glenham angewandten Vorsichtsmaßregeln sein, denn Crafton sah sich, während er durch die Straße dahinschritt, öfters um, als wenn er sich überzeugen wollte, daß er nicht erkannt und verfolgt werde. Endlich bog er in eine dunklere Gasse ein und beschleunigte hier seine Schritte, bis er endlich in das enge Gäßchen mit den hohen Hecken an beiden Seiten kam. In entsprechender Entfernung folgte ihm Lord Elenham, welcher rasch in den Schatten der Hecke trat, als Crafton vor Mrs. Malsons Gartentür stehen blieb, und deutlich sah er, wie derselbe einen Schlüssel aus der Tasche zog, die Tür aufschloß und durch dieselbe in den Garten eintrat. Kaum hatte Crafton die Tür wieder hinter sich verschlossen, als Lord Glenham eilig herbeikam, noch rechtzeitig genug, um die Fußtritte Craftons, während dieser sich dem Hause näherte, zu hören. Der Graf versuchte die Tür zu öffnen— sie widerstand. Darauf versuchte er die Mauer zu erklettern, was ihm nach einigem Bemühen und zum großen Nachteil für seine Kleider gelang. Hurtig sprang er nun in den Garten hinab und schritt hierauf ohne Zögern auf dem Fußpfade dem Hause zu. Er erreichte die Seitentür, durch welche Alice das Haus betreten hatte. Alles war finster in diesem Teil des Hauses. Er ging nach der Frontseite, wo sich der Haupteingang befand. Hier war ein Zimmer erleuchtet, doch konnte er keinen Blick in das Innere werfen, da die Fenster mit schweren Gardinen verhängt waren. Auch in dem oberen Stock waren einige Fenster schwach erhellt. Lord Glenham klopfte laut an die Tür, und nach einer Weile, während welcher der Graf sein Klopfen wiederholte, hörte er Tritte im Hause und eine Stimme fragte, wer da sei. Der Graf beantwortete die Frage mit einem abermaligen Klopfen, worauf er ein leises Sprechen im Hause vernahm; dann wurde aufgeschlossen, ein schwerer Riegel zurückgeschoben und eine Vorlegekette rasselte. Die Tür wurde ein wenig geöffnet und die alte Sally steckte den Kopf durch die Spalte. „Wer ist da?“ fragte sie wieder. „Ich bin Lord Glenham und wünsche Miß Romberg zu sehen,“ erwiderte er mit scharfer Stimme. Die Haushälterin wandte sich an ihre Herrin, welche hinter ihr stand. Aber der Graf wartete die Antwort nicht ab, ungestüm stieß er die Tür zurück und trat in das Haus ein, laut Alices Namen rufend. Ein Aufschrei aus der oberen Etage antwortete ihm, dem sich eine wilde Verwünschung beimischte. Alice und Crafton hatten ihre Türen zu gleicher Zeit in großer Bestürzung geöffnet, und letzterer war bemüht, das Mädchen zurückzuhalten, sowie er nur des Grafen Stimme erkannte. Alice aber riß sich unter Aufwendung aller ihrer Kraft von ihm los und flog mit einem Freudensausruf die Treppe hinab. Drohend folgte ihr Crafton. Unten angelangt, aber näherte Alice sich Lord Glenham nur bis auf wenige Schritte und blieb dann stehen, bleich wie der Tod, während er, nicht weniger bleich, in einer Freude, die zu groß war, um ihn Worte finden zu lassen, die Arme nach ihr ausstreckte. „Treten Sie zurück, Mylord!“ rief da Gretchen, indem sie gleichfalls die Treppe herabkam.„Wie kiinnen Sie es wagen, hierher zu kommen? Wie können Sie es wagen, sich Miß Alice“ in solcher Weise nähern zu wollen. Sie, der Mann einer anderen?“ „Ich? Der Mann einer anderen?“ wiederholte der junge Graf wie abwesend. „Ja, und zwar der Lady Trevor!“ rief Gretchen heftig.„O, Mr. Crafton hat uns alles erzählt! Wir kennen Ihre Hinterlist—“ „Das ist eine Unwahrheit!“ unterbrach Elenham sie entrüstet.„Ich bin nicht der Mann einer anderen! Ich habe nie eine Frau geliebt wie Sie, Alice!“ Und sein Blick richtete sich voll Liebe und Zärtlichkeit auf das junge Mädchen.„Komm zu mir, Geliebte, komm in meine Arme und an mein Herz, das nie eine andere geliebt hat und auch nie eine andere wird lieben können, als nur dich allein!“ Und wieder breitete er seine Arme aus, und mit einem Aufschrei hellster Freude flog Alice jetzt in dieselben hinein und an seine Brust. Ein langes Schweigen folgte, währenddessen Crafton in furchtbarer Wut mit den Zähnen knirschte. Mrs. Malson und ihre Haushälterin aber sahen erschreckt von einem zum andern; sie fingen an, die Wahrheit zu begreifen. „Bringen Sie Miß Alices Hut. und Umhang!“ sprach der Graf endlich, zu Gretchen gewandt. Die alte Frau gehorchte. „Und nun, falscher Freund,“ richtete der Graf ruhig, aber mit ernster und strafender Stimme an Crafton das Wort,„wir scheiden hier für immer! Nach all' deiner Schlechtigkeit und Verräterei können wir nie wieder zusammen verkehren. Deine Bestrafung überlasse ich deinem eigenen Gewissen.“ Crafton antwortete nichts. Er verspürte große Neigung, sich auf den stolzen Sprecher zu stürzen und ihn niederzuschlagen, aber er war sich bewußt, daß der junge Graf stärker war als er selber. Aber dennoch fuhr seine Hand instinktiv nach seiner Brust, auf der er seinen Revolver trug; allein die alte Salln, welche ihn scharf überwachte, erfaßte mit eisernem Griff seine Hand und hielt dieselbe fest, so daß er sich nicht rühren konnte. „Nichts da! Hier wird kein Verbrechen verübt!“ rief sie entschlossen.„Der Schlüssel zur vorderen Gartentür hängt an einem Nagel rechts bei der Tür, Mylord! Sehen Sie und bringen Sie die junge Dame in Sicherheit!“ Und der Graf nahm Alice wie ein Kind in seine Arme und verließ so mit ihr, gefolgt von Gretchen, das einsame Haus und den verwilderten Garten. Dreiundvierzigstes Kavitel. Es war Abend. Lady Trevor saß allein in ihrem Boudoir. Sie erwartete Mr. Pulford und hatte sich gegen alle Besucher verleugnen lassen. Das Gemach war glänzend erleuchtet und behaglich erwärmt und sie hatte prachtvolle Toilette gemacht zu Ehren der Ankunft des Erwarteten. Diamanten, auf silberne Zweige gesetzt, schmückten ihr schwarzes Haar, und Diamanten glitzerten an ihrem Hals, an ihren Armen und Fingern. Mr. Pulford liebte solche Pracht, und für ihn hatte sie sich so als Braut geschmückt, um ihn vollends zu täuschen. Ihr Gesicht aber war nicht das einer glücklichen Braut. Ihre dunklen Augen blitzten in einer seltsamen, unheimlichen Weise; ihre schönen Züge trugen einen harten und entschlossenen Ausdruck. Nichtsdestoweniger jedoch war sie ruhelos und ängstlich und schrak bei jedem Geräusch zusammen. Und dann und wann fuhr ihre Hand unwillkürlich unter das Kleid an ihre Brust, wo sie zwei Fläschchen unter Sammet und Seide verborgen trug. Nicht imstande, ruhig zu sitzen, schritt sie im Zimmer auf und ab, rastlos und nervös. Wiederholt trat sie an ein Fenster, schlug die Gardine zurück und blickte hinab auf die Straße. „Er sollte schon hier sein!“ murmelte sie:„Er telegraphierte, daß er heute morgen in London ankommen werde. Wie, wenn es ihm doch mißlungen wäre? Doch nein, ein Mißlingen ist nicht möglich! Er hat seinen Zweck erreicht, und sein Erfolg ist sein Todesurteil!“ Sie setzte ihren Gang durchs Zimmer fort. Fortsetzung folgt. Pastor Strahmann=Opherdicke, der Leiter des Erziehungsheims, schreibt:„Sie werden uns am 9. 6. mit Ihrem lieben Frauenverein herzlich willkommen sein, und die Hauseltern werden sich eine Freude daraus machen, die Gesellschaft mit Kaffee und Kuchen zu bewirten; auch ich gedenke mich für Sie freihalten zu können. Bei der Anstalt ist auch eine Weide zum Spielen. Hier in Opherdicke könnten Sie dann auch unsere hübsche alte Kirche besichtigen.“ Für den weiteren Verlauf des Nachmittags besteht die Möglichkeit, entweder dem Vorschlage von Herrn Pastor Strathmann gemäß Opherdicke zu besuchen und den herrlichen Rundblick zu genießen, der sich dort nach Süden ins Ruhrtal und die Berge des Sauerlandes und nach Norden in die Ebene des Hellwegs breitet. Die Heimreise müßte alsdann von Holzwickede aus mit dem Zuge 8,21 angetreten werden, wenn nicht die Teilnehmerinnen von der Ostenheide es vorziehen, zu Fuß über Hengsen nach Hause zu wandern. Oder aber wir gehen gegen Abend nach Langschede zurück und kehren von dort 8,23 Uhr mit dem Zuge heim. Damit uns die Wahl freibleibt, ist es zweckmäßig, zunächst nur eine Fahrkarte für die Hinfahrt nach Langschede zu lösen. Westhofen, 8. Juni. Aus der Sängervereinigung. Der Verein nahm gestern an dem Gesangwettstreit in Holthausen bei Plettenberg teil und konnte unter der überaus tüchtigen Leitung des Herrn Willi Peters von Schwerte folgende Preise erringen: 2. Klassen=, 1. Ehren=, 1. Hauptehren= und 1. Dirigentenpreis. Der Sängerschar und dem Dirigenten unsern herzlichen Glückwunsch! : Höchsten, 8. Juni. Autobus=Verkehr. Die Hörder Kreisbahnen werden in Bälde die Linie Schüren—Freie Vogel—Remberg—Hör= de—Benninghofen—Eigenheim Loh—Wirtsch. Haselhoff aufnehmen. Tagesverkehr in einem Abstand von 30 Minuten. Anschlußfahrten zur Hohensyburg werden nach einem besonderen Plane ausgeführt. Syburg, 8. 6. Treue Wassenbrüder. Hier wurde ein Reichswehrsoldat von einem Zivilisten angerempelt und ohne jegliche Veranlassung mit einem Stock geschlagen. Da noch mehrere Zivilisten, übrigens ganz radikale Elemente, eine drohende Haltung gegen den Soldaten einnahmen, sah sich dieser gezwungen, zu seinem Seitengewehr zu greifen und den Hauptangreifer von sich zu wehren. Im Nu hatten sich aber 7—8 Soldaten, u. a. auch Blaujacken, gesammelt und leisteten ihrem Kameraden tatkräftige Hilfe. Als die Polizei erschien, fand sie bereits fertige Arbeit vor. Hörde, 8. 6. Gemeinsam den Tod gesucht haben in der vorgestrigen Nacht ein 24 jähriger Monteur aus der Dortmunderstraße und ein 19= jähriges Mädchen, das in der Nähe der Ueberführung der Rheinischen Bahn wohnte. Es ist anscheinend der traurige Abschluß eines Liebesdramas—„sie konnten zueinander nicht kommen.“ Die beiden jungen Leute wurden, zusammen an einem Strick, in einer Laube der Schrebergärtenkolonie erhängt vorgefunden. Die Leichen waren zunächst von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden, doch wurden sie kurz darauf zur Beerdigung wieder freigegeben. : Hörde, 8. 6. Zerstörungsfreudig zeigte sich ein Einwohner, der zunächst in seiner Wohnung unter größtem Lärm die Möbel„zurechtrückte und sich dann daran begab, das Haus abzubrechen. Als nun die übrigen Einwohner von solchem Tun nicht sonderlich erbaut waren, und ihn zum Einstellen seiner Tätigkeit zwangen, versuchte er, mit einem Stuhlbein bewaffnet, auf der Straße seine„Aufräumungsarbeit“ an den Passanten fortzusetzen. Auch gegen den einschreitenden Polizeibeamten wurde er widersetzlich, so daß er zur zeiwache gebracht werden mußte.— Festgenommen werden mußte außerdem ein Betrunkener, der sich in seiner„Erleuchtung“ nicht zum gesitteten Benehmen und zur Ruhe auf der Straße bequemen konnte. Hörde, 8. 6. Festgenommener Schwindler. Die Polizei in Münster hat einen gewissen Sauerwald aus Hörde festgenommen und dem Gerichtsgefängnis zugeführt, der durch öffentliche Ausschreibungen in den Tageszeitungen in Münster und Hamm versucht hat, die Arbeiten für fünf Wohnhäuser im Verdingungswege zu vergeben. Wie die Polizei festgestellt hat, beruht das Unternehmen des S. auf unehrlicher Grundlage. Bei der Festnahme wurden noch einige Kostenanschläge vorgefunden, die der Schwindler noch nicht hatte an den Mann bringen können, ferner alte Zeichnungen, die zweifellos von bereits errichteten Bauten aus früherer Zeit herrühren. Die Parzellen, auf denen die fraglichen fünf Häuser errichtet werden sollten, konnte Sauerwald nicht angeben. Ein angeblicher Gewährsmann, der nähere Angaben sollte machen können, wurde von Sauerwald zwar genannt, doch konnte er die genaue Adresse ebenfalls nicht mitteilen. Es ist anzunehmen, daß Sauerwald außer in Münster und Hamm auch anderswo Bauunternehmer durch den Verkauf von Kostenanschlägen geschädigt hat. Hörde, 8. 6. Unfälle. Durch umherspritzenden Stahl erlitt der Kokillenarbeiter F. von hier Brandverletzungen am ganzen Körper.— Auf der Straße nach Benninghofen wurde eine junge Radlerin von einem Postautobus angefahren. Die Radlerin blieb unverletzt, ihr Fahrrad wurde jedoch zertrümmert. Brünninghausen, 8. Juni. Autobuslinie. Die Dortmunder Straßenbahn läßt stündlich von Dortmund über Brünninghausen nach Hohensyburg Autobusse fahren. * 1. F. C. Nürnberg zum vierten Male deutscher Meister. Vor 40000 Zuschauern schlägt der 1. F. Nürnberg den Fußballsportverein Frankfurt in der 108. Spielminute mit 1:0 und erringt dadurch zum vierten Male den Titel „Deutscher Meister“. Um die deutsche Meisterschaft. Frankfurt, 7. Juni. Schon seit Tagen stand Frankfurt ganz im Zeichen des Endspieles um die höchste Würde im deutschen Fußballsport. Die Anhänger Nürnbergs waren mit drei Sonderzügen gekommen und begrüßten ihre Mannschaft beim Betreten des Spielfeldes durch rot=weiße Fähnchen; daß die in blau=schwarzen Jerseys spielenden Frankfurter nicht weniger herzlich begrüßt wurden, bedarf keiner Erwähnung. Pünktlich um 4 Uhr pfiff der Schiedsrichter Guyenz=Essen die Spielführer zu sammen, 5 Minuten später beginnt der Kampf bei barbarischer Hitze. Nürnberg spielt mit der Sonne und stößt in guter Zusammenarbeit vor. Frankfurt ist reichlicher erregt und muß sich auf die Abwehr beschränken. Nach wenigen Minuten fällt schon die erste Ecke für Nürnberg, die aber nichts einbringt. Nürnberg bleibt wohl 10 Minuten in Frankfurts Hälfte, dann schafft die Abwehr der Einheimischen etwas Luft. Nürnberg erzwingt zwar vier Ecken bis zum Wechsel, aber kein Tor. Der Sturm hofft zu sehr, daß aus der fraglos guten Zusammenarbeit ein Tor erzielt werde, vergißt aber dabei die zahlenmäßig starke und geschickte Verteidigung der Frankfurter, die ihre Taktik in der Tat verstehen. Auch nach dem Wechsel bleibt das Bild fast unverändert. Ein scharfes Angehen Hochgesangs ahndet der Unparteiische streng, aber gerecht mit einem Elfmeter. Alles spürt, daß der Kampf mit dem ersten Tore Nürnbergs entschieden ist. Atemlose Spannung liegt über den Massen. Riegel setzt zum Schuß an, tritt schwach und unplaziert Koch in die Hände. Nürnberg ist deprimiert, Frankfurt atmet erleichtert auf— und das tut auch die Mehrzahl der Zuschauer. Frankfurt benützt die Nervosität der Nürnberger zu einigen schnellen Vorstößen, aber die solide Hintermannschaft der Nürnberger läßt sich nicht aus dem Konzept bringen. Bald ist der Stand des Spieles der alte, Nürnberg greift an und kombiniert vor dem Tore herum, Frankfurt„verteidigt". Nürnberg bringt es noch auf insgesamt 11 Ecken, denen Frankfurt in der kurzen Drangperiode eine entgegensetzen konnte, dann ist die reguläre Spielzeit um. 0: 0. In der Pause geht das große Rätselraten los. In der Tat sieht die erste Halbzeit der Verlängerung Frankfurt meist im Angriff. Nach der Pause zieht Nürnberg alle Register seines Könnens, die Entscheidung soll erzwungen werden. Endlich rafft sich Wieder zu einer Einzelhandlung auf, die auch von Erfolg gekrönt ist. Er nimmt eine Vorlage Kalbs auf und rast damit zum Tore, umspielt beide Verteidiger und schießt blitzschnell in die Torecke. 1: 0. Frenetischer Beifall und Schwenken der rot=weißen Fähnchen. Der Torschütze wird von der ganzen Elf umarmt. Frankfurt stößt noch einmal kraftlos vor, dann herrscht wieder die Noris. Eine 12. Ecke bringt noch einen schönen Köpfler Hochgesangs, dann ist der Kampf beendet, der den weitaus Besseren als verdienten Sieger sah. Westdeutschland. S. S. V. 06— Sp.=Vg. Harpen 2:5(0:3) Ruhrgau: Preußen Essen— B. V. Altenessen(Samstag) 1:1 Union Gelsenkirchen— V. f. B. Bielefeld 4•3 B. B. Buer 07— S. C. 99 Düsseldorf 1•4 T. u. S. Bochum— V. f. B. Remscheid 3:0 Germania=Herne— S. C. Gelsenkirchen 07 0:5 Berg.=Märkischer Gau: V. f. L. 1910 Düsseldorf— Fortuna Düsseldorf (Samstag) 0:3 Union Krefeld— Essener S. V. 99(Samstag) 6:1 S. V. 04 Düsseldorf— Rasensport Mülheim 4:2 Niederrheingau: Städtespiel Duisburg— Amsterdam 2•0 Meidericher Sp. V.— Kölner B. C. 4•0 Hamborn 07— V. f. B. Bottron 2:2 Westfalengau: Fortuna=Wacker Minden— Arminia Bielefeld 0:3 Sp. Vg. Bielefeld— Arminia Bielefeld 2:2 V. f. L. Osnabrück— Bremen S. V. 3•2 Leichtathletik. Das leichtathletische Jubiläumssportfest von Schwarz=Weiß Essen. Essen, 7. Juni. Das erste westdeutsche Internationale brachte vorzüglichen Sport. Der Höhepunkt der Veranstaltung war natürlich der Start Houbens, der sowahl die 100 Meter, als auch die Staffel für seinen Verein leicht gewann. Die Ergebnisse sind in fast allen Konkurrenzen gut, zum Teil sogar hervorragend, denn 41,90 Meter im Diskus, 1:58,8 im 800=Meter=Lauf, 1,89 Meter Hochsprung usw. sind in diesem Jahre wohl selten erzielt worden. Die Organisation des Sportfestes, das bei bestem Frühlingswetter vor etwa 4000 Zuschauern vor sich ging, konnte gefallen. Erfreulich war jedenfalls, daß alle gemeldeten Kanonen mit Ausnahme des erkrankten Bedarffs am Start waren. Leider mußte Husen im 5000=Meter=Lauf aufgeben, so daß Dieckmann=Hannover zu einem unangefochtenen Siege in der guten Zeit von 15:55,4 kam. Turnen. 1. Turnverein Teutonia. Das Bezirks=Volksturnen nebst Schwimmwettkämpfen des 2. Bezirks s Märkischen Turngaues war nach Westhofen verlegt worden. Die Leitung des Turnvereins Teutonia hatten keine Mühe und Kosten gescheut, um die vielseitigen Kämpfe zum Austrag zu bringen. Schon wochenlang vorher mußten mit der Wasserwerksgesellschaft in Dortmund Verhandlungen zwecks Freigabe des Staubeckens geführt werden. da Westhofen zurzeit noch nicht über einen eigenen Badeplatz verfügt. Unterhalb der Pumpstation Westhofen, direkt am Staubecken, war für die Wasserratten eine provisorische Anlage geschaffen worden. Der Spielplatz, übrigens wohl der schönste Platz in der näheren Umgebung, mußte ebenfalls, d. h. die Laufbahn in Stand gesetzt werden. Wenn man übrigens bedenkt, daß diese herrliche Platzanlage, Stadion von Westhofen, von uns, einem mittleren Verein, und dann noch von bestimmten Mitgliedern errichtet worden worden ist, dann muß man der Vereinsleitung die größte Achtung zollen. Der Verein selbst ist leider durch diese Arbeiten in seinem turnerischen Können, Leichtathletik usw. etwas zurückgegangen. Da aber die schlimmsten Klippen überwunden sind, ist bestimmt zu hoffen, daß der Verein in nächster Zeit sein altes Können wieder beweisen wird. Nun zu den Kämpfen selbst: Ein herrlicher Tag, so haben wohl die Schwimmerinnen und Schwimmer gesagt, denn diesen behagte doch wohl diese angenehme Wärme. Den Turnern behagte dieses Wetter selbstverständlich auch, doch hörte man von manchem Läufer, die Sonne meint es doch zu gut. Man konnte dieses bei den Staffelläufen, 100 Mtr.=Lauf usw. bemerken, allerdings spielt hier jedoch auch in etwa die „schwere“ Bahn mit. Interessant waren auch die Schwimmwettkämpfe. Mancher Zuschauer wird sicherlich gestaunt haben, wenn die Schwimmvereine es wagten, das etwa 3 Meter hohe Sprungbrett zu besteigen, um dann mit einem kühnen Sprunge in die Fluten zu tauchen. Spannung löste auch das Knabenschwimmen aus, hier zeigte Ebeling(Teutonia=Westhofen) seine Künste, leider wurde er von seinem Gegner auf den 2. Platz gedrängt. Im Hauptspringen war es Bach=Hagen, welcher durch seine wunderbaren Sprünge die Anerkennung aller Zuschauer hatte. Die Einzelergebnisse bringen wir morgen. Von Westhofen(Teutonia) erhielten folgende Turner einen Eichenkranz: Viebahn H., Dommermühl, Ebeling und Wever. Gegen 8 Uhr abends war auf dem Spielplatze Verteilung der Siegerkränze. Vorher hielt Fabrikant Ebeling noch eine Ansprache und erntete er reichen Beifall. Nach Ehrung der Sieger war gemütliches Beisammensein beim Vereinswirt Fritzenkötter. Den wackeren Turnern ein kräftiges„Gut Heil!“ : Lücklemberg, 8. Juni. Dieb. Eine unverbesserliche Person ist der Knecht J. Krebs, zurzeit unbekannten Aufenthaltes. In Derne hat er ein Fahrrad entwendet und darauf hier auf einem Diebesbesuche einen Schäferhund, Ledergamaschen usw. Hoffentlich wird K. recht bald ermittelt. Aus den Verrat von Geschäftsgeheimnissen. Hagen, 6. Juni. Der Kaufmann Walter Sander hatte sich als Abteilungsleiter in einem hiesigen Fabrikunternehmen wichtige Geschäftspapiere angeeignet und mit in seine Wohnung genommen. Der Arbeitgeber erhielt von einigen seiner Kunden eine vertrauliche Mitteilung, in seinem Büro müsse ein ungetreuer Beamter tätig sein. Eine Kölner Firma, die eine größere Bestellung aufgab, erhielt nach 2 Tagen das billigere Angebot einer jungen Firma, mit deren Inhaber S. befreundet ist. Dieser wurde nunmehr entlassen und unter Anklage gestellt. Ein Verstoß gegen die Bestimmungen ds Gesetzes über den unlauteren Wettbewerb ließ sich nicht erweisen, doch erkannte das Hagener Schöffengericht wegen Unterschlagung der Geschäftspapiere auf eine Geldstrafe von 200 Mark. Einbruchsdiebstahl in Reckhammer. Priorei, 8. Juni. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag vorig. Woche statteten Diebe dem bekannten Sommerlokal Kretzschmar in Reckhammer bei Priorei einen„Besuch" ab. Die Diebe haben sich durch Zertrümmerung einer Fensterscheibe Eingang verschafft, haben dann die unteren Räume durchstöbert und eine ganze Menge Zigarren, Zigaretten etc., sowie wertvolle Bestecke mitgenommen. Zurzeit wird noch eifrig nach den Tätern geforscht, und es wäre wirklich zu wünschen, wenn ihnen recht bald das Handwerk gelegt würde. Zusammenkunft der Lehrer. Arnsberg, 8. Juni Die früheren Schüler des Lehrerseminars in Arnsberg trafen sich hier zu zwanglosem Gedankenaustausch. Die Arnsberger Zeitung knüpft hieran eine Rückschau über das 21jährige Bestehen der Anstalt: Es war im Jahre 1904, als die Anstalt mit 32 Seminaristen, die auf den Präparandien Langenhorst(Münsterland), Paderborn und Werl vorgebildet waren, eröffnet wurde. Das Lehrertollegium setzte sich anfänglich, wie die Unterschriften der Seminarentlassungszeugnisse nachweisen, aus folgenden Herren Seminaroberlehrern zusammen: Dr. Prinz(Direktor der Anstalt), Kortmeyer, Simon, Dietrich, Streihl, Marke und Schilling. Im Laufe der Jahre haben mehr als 400 Lehrer am hiesigen Seminar ihre Ausbildung gefunden. Sie üben zum größten Teil bald hier bald dort ihre Tätigkeit als Erzieher aus, ein kleiner Teil(rund 130) ist berufsfremd tätig. Nicht alle weilen mehr unter den Lebenden. Mancher ist inzwischen gestorben, mancher hat sein junges Leben im Weltkrieg lassen müssen. Allein von 155 als Notexamisten bezw. als Seminaristen hinausgezogenen Kriegsteilnehmern sind 39 im Weltkrieg gefallen. Unter den Gefallenen befindet sich auch der Seminaroberlehrer Müller. unter den Toten Herr Seminardirektor Dr. Prinz, dem von Ansang des Bestehens der Seminar=Präparandenanstalt an bis Ende März 1921 die Leitung oblag. Auf Grund des Artikels 143 der deutschen Reichsverfassung wurde den rund 180 Seminaren Preußens das Todesurteil gesprochen. Demgemäß schloß das Arnsberger Seminar unter der Leitung des Herrn Seminardirektors Reusch(seit 1. April 1921) Ostern d. Is. seine Pforten, um einer neuen Schulform, der Aufbauschule, aus der auch die künftigenVolksschullehrer hervorgehen sollen, Platz zu machen. Zurzeit dient die Präparandenanstalt Wohnzwecken, im Seminargebäude sind Büros der Regierung und einige Klassen der Aufbauschule untergebracht. Soweit bekannt, soll vom Herbst d. Is. an das Seminargebäude nur den Zwecken der Aufbauschule dienen. Dienstjubiläum. Boele, 5. Juni. Am heutigen Tage kann der Büroinspektor Wilh. Giljohann auf eine erfolgreiche 25jährige Tätigkeit beim Amte Boele zurückblicken. Kündigung von 348 Bahnunterhaltungsarbeitern. Siegen, 4. Juni. Im Betriebe des Betriebsamts Siegen sind mit 14 tägiger Kündigung 348 Bahnunterhaltungsarbeiter abgebaut worden. Der Abbau verteilt sich auf 14 Bahnmeistereien. Es wird schwer halten, daß die Leute bei der heutigen ungünstigen Wirtschaftslage wieder Arbeit bekommen werden. Von einem Pferdehuf tödlich getroffen. Lünen, den 6. Juni. Ein entsetzlicher Unglücksfall mit tödlichem Ausgange ereignete sich in der Nachbargemeinde Nordlünen. Ein Landwirt half seinen Bekannten beim Umzug. Als man das erste Möbelstück auf den Wagen heben wollte, scheuten plötzlich die Pferde und gingen durch. Der Landwirt, der auf dem Wagen stand, sprang herab, um die Pferde aufzuhalten. Dabei schlug ihn ein Pferd mit dem Hufe derart gegen den Kopf, daß der Schädel gespalten wurde und der Tod auf der Stelle eintrat. Tod beim Waschen. Greven, 5. Juni. Den Tod beim Waschen gefunden hat der 18jährige Sohn des Schuhmachermeisters Schapmann von hier. Als er am ersten Pfingsttage sich unter der Pumpe wusch, fiel er plötzlich tot zur Erde. Anscheinend hat bei der allzu schnellen Abkühlung ein Herzschlag seinem Leben ein Ziel gesetzt. Ranefunt=Nachrichtelt. Mehr als 800 000 Rundfunkteilnehmer. Eine Statistik stellt fest, daß die tägliche Zunahme der Rundfunkhörer im Sendebereich Berlin etwa 463, in München 97, in Stuttgart 19, in Breslau 25, in Frankfurt a. M. 48, in Hamburg 29, in Königsberg 6, in Leipzig 306, in Münster 56 betrug. Die Gesamtzahl der angemeldeten Rundfunkteilnehmer betrug am 1. Mai 815 742 Hörer gegen 778868 am 1. April, so daß also eine Zunahme von 36874 zu verzeichnen ist. Wesideutsche Funkstunde A.=G. Mänster Vortragsfolge am Montag, 8. Juni. 2—3 Uhr nachm.: Aus deutschen Märchen. 1. Tschaikowsky: Aus der„DornröschenSuite" a) Tanz der Fee Lila, b) Der gestiefelte Kater. 2. Das Rotkäppchen. 3. Siede: Aus der Suite: Ein Sommernachtsfest a) Tanz der Glühwürmchen, b) Liebesserenade. 4. Tischlein deck' dich, Esel streck' dich. Tschaikowsky: Aus der Dornröschen=Suite. Walzer. 7.15 Uhr abends: Einführung in die spanische Sprache und Kultur(Dr. phil. HeinermannMünster). 7.45 Uhr abends: Vortrag„Unsere Singvögel“ (stud. rer. nat. Peus, Münster) aus Brehms Tierleben. 8 Uhr abends: Vortrag„J. Kant und der Gedanke der Pflicht“.(Prof. Lic. Dr. Koppelmann=Münster). 8.30 Uhr abends: Klassiker der Tonkunst(Abt. Lied). Schumann. Gesang: Walter Jooß vom Theater der Stadt Münster, am Flügel Kapellmeister Nebe.„Dichterliebe“ op. 48. 9.30—10.15 Uhr abends: Streichmusik des Rundfunkorchesters unter Leitung des Kapellmeisters Nebe. 1. Grieg. 2. Elegische Melodien: a) Herzwunden, b) Letzter Frühling. 2. Mozart: Eine kleine Nachtmusik: Allegro Andante(Romanze)— Allegretto (Mennett)— Allegro(Rondo). S S 925 T. F U! 8 Kadetten fordern den„nationalen Zusammenschluß sämtlicher amerikanischer Hochschulleute, um das Benehmen der jungen Damen zu bekämpfen“. Aber nicht alle Studenten sind ihrer Ansicht. Bei einer Abstimmung unter den Senioren der Columbia=Universität bekannten sich 50 zu dem Geständnis, daß sie „für das Küssen“ seien, und nur 12 stimmten gegen diese ja auch in anderen Ländern gern geübte Sitte. Eine Mehrheit von 43 fand auch die Billigung des Rauchens, des Schminkens und des Tanzens moderner Tänze bei der Damenwelt. Doch während die studierende Jugend sich noch nicht ganz einig ist, haben die Frauen selbst ihren entarteten Genossinnen den Krieg bis aufs Messer angesagt. In Quebec z. B. bildete sich eine Liga von 1000 Frauen, die sich selbst zu„anständiger Kleidung“ verpflichteten und für dieses Ideal wirken wollen. Noch weiter gegangen ist der Magistrat der Stadt Cambon, der eine Strafe von 100 Dollars oder 30 Tagen Kerker auf„jede drehende Bewegung von der Taille aufwärts“ legte und erklärte, er wolle damit besonders„den Shimmy, den Washing= ton Toddle und die anderen barbarischen“. Tänze treffen. Das „American Girl“, das von dieser Flut von Anklagen betroffen wird, hält sich aber selbst für ganz unschuldig. Es gibt zu, daß in gewissen Kreisen der neuen Reichen ein„schlechter Ton“ eingerissen sei. Im allgemeinen aber halte es, auch wenn es äußerlich manchmal nicht so scheine, an den„Idealen der guten alten Zeit“ fest. Land und Leute. Eine Stadt im Tanzsieber.„Die Stadt des Tanzes" nennen die Kubaner ihre Hauptstadt Havanna, und wirklich gibt es wohl keinen anderen Ort der Welt, in dem das Tanzsieber so allgemein und toll wütet, wie hier.„Havanna ist tanztoll“, schreibt Marion Ryan in einer Schilderung des Lebens dieser Stadt.„Ganz gleichgültig, wie alt man ist oder wie dick man ist, alles tanzt vom Morgen bis zur Nacht und die Nacht durch bis zum Morgen. Man tanzt in den Restaurants und Hotels, in den Cafés und Kasinos, in den Parks und auf den Plätzen, und wenn ein Ball in irgendeinem Hause ist, dann tanzt man aus dem Ballsaal hinaus in das Patio, den inneren Hof des Hauses, und von dort wirbeln sich die Paare auf die Straße, wirbeln dahin über den Bürgersteig und über das Pflaster und ziehen die Vorübergehenden in ihren sieberhaften Wirbel hinein. Und die Tänzer von der Straße, von dem Treiben angesteckt, drehen sich mit zurück in das Haus und nehmen an dem weiteren Verlauf des Balles teil. Der kubanische Unabhängigkeitstag, das große nationale Fest, das am 24. Februar gefeiert wird und el Grito de Baire heißt, sah dieses Tanzfieber in seinem höchsten, atembeklemmenden Stadium. Die 24 Kanonenschüsse, die mit einem fabelhaften Feuerwerk zusammen am Vorabend das Fest eröffneten, gaben das Zeichen zu unerhörten Tanzorgien. Schon in der Morgenfrühe beginnen die Kapellen zu spielen, und die Straßen sind wie ein einziger großer Faschingsball. Jede Art von Geräusch ist erlaubt, denn die Polizei wird sich schön hüten, das Fest durch Verhaftungen zu stören. Und man kann tanzen, wann und wo und wie man wilk. Und wie wird getanzt! Die besten Tänzer Europas haben keine Ahnung von dem, was Tänzer und Musikkapellen in Havanna leisten. Der beliebteste Tanz ist der„Havanna“, eine Verbindung von Tango und Jazz. Die Einwohner der Tanzstadt brauchen ihn nicht erst zu lernen; es scheint vielmehr, daß er jedem Kubauer von der Geburt an vertraut ist, ihm in Fleisch und Blut lebt. Ebenso unermüdlich wie die Tänzer und Tänzerinnen sind die Musiker. Diese Tanzkapellen von Havanna sind sicherlich die„Schwerstarbeiter der Welt“. Sie kennen keine Unterbrechung, und die Leistungen der Tanzenden spornen sie selbst zu den größten Anstrengungen an. Sie fangen nachmittags mit dem Spielen an, hören zur Abendessenszeit ein wenig auf und fiedeln dann die ganze Nacht hindurch, singen auch noch dazu und feuern durch ihre Zurufe die Tänzer zu jenen fabelhaften Leistungen an, die es nur in Havanno der Stadt des Tanzes, gibt Allerlei. In einer Marmeladenfabrik. Das Einmachen und Einkochen von Früchten war vor dem Kriege bei uns fast ausschließlich Sache der Hausfrau, und die fabrikmäßige Herstellung der Marmelade hat erst infolge der durch den Krieg geschaffenen Bedürfnisse einen bedeutenden Aufschwung genommen. VViele haben aber noch immer die Vorstellung, daß das Einkochen eigentlich eine häusliche Beschäftigung ist, und stellen sich die Arbeit in einer Marmeladenfabrik so vor, daß ein Gewimmel von Mädchen und Frauen all jene umständlichen und unsauberen Verrichtungen vollführt, die nun einmal mit dem verbunden sind. Die fabrikmäßige Herstellung der Marmelade ist aber auf eine hohe technische Stufe gehoben, und in wenigen Industrien dürften die Leistungen der Erfinder in so, großen Maße Anwendung gefunden haben wie in dieser. Handgriffe, die der Hausfrau daheim unendlich viel Mühe und Arbeit verursachen, werden hier durch Maschinen mit de größten Sauberkeit und Geschwindigkeit ausgeführt. In England, dem klassischen Land der Marmelade, sind die Marmeladenfabriken vorzüglich eingerichtet, und in dieses nicht uninteresante Getriebe hinein führt uns die Schilberung. Direktors einer solchen Fabrik. Wie viel Mühen..8 z. B. den Hausfrauen, eine größere Menge von Stacheivieren zu putzen. Wer aber glaubt, daß in einer Fabrik ein Heer von Frauen mit Scheren an einem gewaltigen Fruchtwerk arbeitet, der täuscht sich. Eine einfache Methode säubert in 20 Sekunden einen Zentner Stachelbeeren in vorbildlicher Weise, ohne die Frucht im geringsten zu beschädigen. Nicht anders ist es z. B. mit Korinthen, die von ihren Stielen befreit werden sollen. Die Einmachegefäße werden durch Maschinen gesäubert und sterilisiert, innen mit Bürsten ausgewaschen und dann durch ein automatisches Beförderungsmittel durch eine Trockenkammer geführt. Besondere Sorgfalt muß auf das Wiegen der Inhalte der einzelnen Gefäße und auf die Zeit des Kochens verwendet werden. Damit die Marmelade nicht zu hart wird oder zu weich bleibt, ist eine ganz genaue Kochzeit vorgeschrieben, und die Ueberschreitung dieser Zeit auch nur um eine Minute bringt den Verlust von vielen Pfund Marmelade mit sich, was bei einem Großbetrieb einen Schaden von verschiedenen tausend Mark ausmachen kann. Die Gefäße werden dann durch automatische Maschinen gefüllt, und zwar jedes mit genau derselben Menge. Einst und Jetzt. Ein Fund altägyptischer Wäsche. Ein merkwürdiger Fund ist bei den jüngsten Ausgrabungen der Expedition des Neuyorker Metropolitan Art Museum gemacht worden, die auf der Stätte des altägyptischen Theben stattfanden. Man brachte eine Mumie ans Licht, die augenscheinlich mit der ganzen Wäsche ihres Haushaltes begraben worden war. Wie eins der Mitglieder der Expedition, der Archäologe Walter Hauser, berichtet, befanden sich darunter etwa 40 prachtvolle leinene Tichtücher, die sehr groß und alle mit Fransen geziert sind. Das Leinen hat einen schönen goldbraunen Ton angenommen und befindet sich in vorzüglichem Erhaltungszustande. Bei einigen der Tücher wurden Spuren sorgfältiger Ausbesserung festgestellt. ge 8 Nr. 129.(Unterbaltungs=Beilage) Freitag, den 5. Juni 1925 * Roman von Heinz E'Monts. (41. Fortsetzung.) uf einem der in grellem Sonnenschein liegenden kleinen Plätze wirbelten dicke Staubwolken auf. Schreien und Jammern erscholl— ein Trauerzug. Vorauf einige Männer, welche die Bahre mit der Leiche trugen; anscheinend die einer Frau, denn der Körper war dicht mit Schleiern uno Tüchern umhüllt. Klageweiber folgten, deren Gejammer die Straße füllte; dann die Leidtragenden, in den bunten Lappen ihrer Alltagskleidung, mit gleichgültigen stumpfen Gesichtern. „Memento mori,“ flüsterte Aruschka vor sich hin. Sonst war es ihr immer mit kaltem Schauer über den Nacken geronnen, wenn sie des entsetzlichen Wortes gedachte, welches das Ende aller irdischen Dinge bedeutet. Sie hatte nur immer das Grauen der Verwesung gesehen, nur immer das Häßliche, das am irdischen Erlöschen klebt. Und nun plötzlich erschien ihr der Inhalt dieser kalten Sübe wie ein Tros. M7., zz versftahlign üher 91. Ihr halbgeschlossener Blick gut verstohren über die mächtige Gestalt des Gatten. Wie aus einem Eisenblock geschnitten, erschien ihr diese in dem schwarzglänzenden Seidenjackett, welches Berger mit Rücksicht auf ihre Trauer angelegt hatte., Jarte mis agsamt Wie lebhaft und heiter er plauberte, wie gatant und liebenswürdig er sich zeigte. Der Arme, ach der Arme! Mit zitternden Händen strich sie über die Augen, die ihr feucht zu werden drohten. Nur das nicht; nur keine Schwäche oder gar Tränen! In Schönheit zu leben, das Dasein ein lachender sonniger Tag— das war ihr Ziel gewesen, so lange sie zu denken vermochte. Sie wollte dieses Lebensprinzip nun auch festhalten, bis zum Augenblick des Scheidens. Der Tod ein sanftes Hinabgleiten in regenbogenfarbene Tiefen, ein lachendes Verschwinden hinter rosenduftender Hecke. Knatternd fauchte das Auto die Höhe hinan zu der auf einem Vorsprung des wildzerrissenen Mokattamgebirges klebenden Zitadelle. Im goldenen Sonnenscheidewink lohten ihre gelblichen Mauern. Tiefschwarz standen einige Zypressen in der reinen Luft. Die Alabastermoschee Mehemed Alis, des Erneuerers dieser Werke, lag übergossen von zartem, rosenrotem Hauch. Aruschka Berger fühlte, wie sich ein Widerspruch im Winkel ihrer Seele regte, warm und redend quoll es aus der Tiefe ihres Herzens empor:„Offenbare ihm alles!“ Es wird ihn schmerzen, doch er wird dir vergeben um des jungen Lebens willen, das sich in deinem Schoße regt!“. Sie lachte trocken auf. Nachdruck verboten.) „Nein, keine Almosen; alles oder nichts!“ Sie standen auf der berühmten Terrasse, welche die vielgepriesene Aussicht auf Kairo bietet. In ihrem Rücken starrten, schwarz und finster wie das Verhängnis, die Trümmer des Palastes Jussuph Saladins, der 1166 den Grund legte zu diesen Befestigungen. Im Norden und Osten ein ins Unendliche sich ausdehnendes Flachland, im Südwesten ein sanfter Höhenzug, auf dem die Pyi miden von Gizeh sichtbar waren. In der Tiefe duckte sich das Häusermeer der Stadt, ein wirres Chaos von Dächern und niederen Kuppeln, die in der Tonfarbe ihrer Lehmwände weit draußen mit der Sandfarbe der Wüste zu einem gelben Meere zusammenflossen. Ein Augenblick des Vergessens überkam Aruschka beim Anblick dieses zwar eintönigen, aber durch die Eigenart der Beleuchtung um so reizvolleren Bildes. Sie schmiegte sich fest an den Gatten. Wenn auch ein unerbittliches Schicksal sie morgen schon von seiner Seite zwang, wenn er ihr vielleicht fluchen, ihr Gedächtnis mit Füßen treten mochte—, heute gehörte er noch ihr, bezwungen von ihrer eohaten Schönbeit.. zingenden Lachen wondt. F. Mit einem übermütig lungenden Lachen wandie sie IIst es wahr, Herr Schwiegersohn, daß sich hier oben ein Brunnen befindet, der noch aus der Pharaonenzeit stammt und von dem ägyptischen Joseph angelegt worden sein soll?“. Frühwald verbeugte sich... mamg hais:s „In der Tat, gnädigste Frau Schwiegermuma, beides ist der Fall. Es scheint demnach, daß dieser Joseph ein sehr vielseitiger Mann gewesen ist.“ Er war auf ihre scherzenden Worte eingegangen. Doch eine tiefe Besorgnis saß ihm im Nacken. Das Forzierte in der Stimmung Frau Aruschkas konnte ihm nicht verborgen bleiben und er zermarterte sein Hirn, um für das ihm so merkwürdige Wesen der Frau, welches ganz und gar nicht zu ihrer Trauer passen wollte, eine Erklärung Man hatte die geschwärzten Reste des im Jahre 1323 durch eine Pulverexplosion zerstörten Palastes besichtigt und in andächtiger Bewunderung dagestanden vor der unvergleichlichen Architektonik der Moschee und lehnte nun wieder an der Brüstung der Terrasse. Die letzten Strahlen der sinkenden Sonne erreichten gerade noch den westlichen Abhang der Pyramiden, die mächtigen Wölbungen der zahllosen Moscheen und ihre schlanken Minarets. Die reckten ihre riesigen Silhouetten wie von edlem Blut übergossen in das stählerne Blau des Himmels. Die Farbe der Häuser und der Ebene Mmutimn E 0•5LT 0□ 1 F 9•90. LEUST 8 S8.17. — 610 60 JSSSDEE 8. 5 m.— S•g S 2 SS##S T EE — S STEN BGaaR 5 wechselte unaufhörlich zwischen dem grellen, verletzenden Gelb der Sonnenblume und dem zartesten Orangeton vom Blatte der Kamelie. Die Straßenzüge schoben sich blau und violett dazwischen. Die ganze Farbenskala des Sonnenspektrums wurde durchlaufen, durchrast, durchbebt, durchzittert. Die lohenden Blicke Frau Aruschkas sogen sich förmlich fest an dem kolossalen Bau der Pyramide des Cheops, deren Spitze gerade hineinzuragen schien in die brennende Sonnenscheibe. Dort, wo das Reich des Osiris und der gnadenspendenden Isis zusammenstieß mit dem des finsteren Typhon, des Bringers von Tod und Verderben— dort sollte es sein. Jahrtausende hatten an diesen Riesenbauten der Pharaonen ihre heiligende Kraft bewährt. Sie sahen über das fruchtbare Niltal und die unwirtliche Wüste hinweg, seit jenen fernen Tagen, da die Geschichte der Menschheit aus dem Dunkel des Mythos heraustrat in das verklärende Licht der Geschichte. Sie haben die Steinwaffen der Krieger des Königs Chufu gesehen, sie hörten den Donner der englischen Kanonen bei Tell el Kebir; sie kannten den ägyptischen Joseph und kannten den Erbauer des Suezkanals. Die ganze Kulturgeschichte der Menschheit, jede Zeile und jedes Kapitel ist in ihrer Gegenwart durchlebt und geschrieben worden. Sie würden vollwertige Zeugen sein bei einer so bedeutsamen Handlung, als die ihrem überreizten und überspannten Geist das freiwillige Auslöschen eines Menschenlebens in diesem Augenblick erschien. Leichte, bläuliche Nebel stiegen auf von der lautlos dahinziehenden Flut des Nils, als die drei im ersten Abendschatten auf der gewaltigen Quaimauer das von Assuan herabkommende Dampfboot erwarteten. Die von zwei mächtigen Löwen gehütete Gitterbrücke schwang sich über den Strom gleich einem Schemen. Das Leuchtfeuer auf der Insel Roda glühte herüber mit funkelndem Auge. Verschwommen, und in ihrer Massigkeit wie Berge erscheinend, lagen auf dem hochgelegenen Plateau von Gizeh die Pyramiden. Und über allem Ruhe, tiefe Ruhe. Kein Knarren und Klirren von Krahnen und Ketten, nicht der Schrei der Nebelsirenen, nicht das hastige Stoßen und Drängen geschäftiger Menschen, wie es im allgemeinen selbst von einem Binnenhafen unzertrennlich ist. Nur einige elende Frachtkähne an den trotzigen Mauern, die der Willkür des Stromes hier ein Ziel setzten; auf den Kais ein halbes Dutzend den Dampfer erwartender Kutschen und Autos und ein Rudel herumlungernder Hunde, deren bettelnde Augen gierig jede Bewegung der wenigen Menschen verfolgten, ob nicht vielleicht ein Bissen für sie abfallen möchte. Die üblichen Begrüßungsszenen halsen über eine gewisse Beklommenheit der ersten Minuten leicht hinweg. Man schüttelte sich die Hände, man lobte gegenseitig das gute Aussehen. Frühwald drückte seiner Braut unaufhörlich die schmalen schlanken Hände und sah ihr immer wieder in die ernsten klaren Augen und das von einem leichten Rot übergossene Gesichtchen. „Wie habe ich mich nach dir gesehnt, mein Lieb,“ flüsterte er zärtlich.„Und dann, als mir Vater heute früh die entsetzliche Katastrophe der„Lesbos“ mitteilte, ich war tief erschüttert; um so mehr, als der Bruder deiner Mutter als einziger Passagier umgekommen ist!“ Siska verfärbte sich und blickte Frühwald verständnislos an. Hatte diese Frau es am Ende gar gewagt gehabt, diesen Bruder auf irgendeine Weise in die nähere Umgebung des Vaters zu bringen? Sie behielt zum Nachdenken nicht lange Zeit. Frau Aruschka trat auf sie zu, und ein leichter Schleier schien über ihrer Stimme zu liegen, als sie sagte: „Nochmals meinen Glückwunsch zur Verlobung, mein Kind! Du bist schön geworden in den vier Wochen, seit ich dich nicht mehr sah. Selbst die schreckliche Katastrophe an Bord eures Dampfers hat den Abglanz des bräutlichen Glücks nicht zu verwischen vermocht!" Es klang so überzeugt und aus dem Herzen kommend, II daß es in Bergers Augen vor Freude hell aufleuchtete. Er hatte sich eigentlich das erste Wiedersehen zwischer Aruschka und Siska doch wohl ein bißchen anders gedacht. Allein er hofste trotzdem, daß sich noch an diesem Abend alles klären werde, was noch unausgesprochen zwischen Siska stand noch immer bleich und zitternd. Sie nickte nur, als Berger sie nochmals auf die Stirn küßte und ihr suhüsserte:.... 4 matt einiechen dah Arnschs. „Nun wirst du boch wohl einsehen, baß Aruschra von den besten Absichten beseelt ist. Komm ihr also, bitte, etwas entgegen und gib vor allem das törichte Vorurteil gegen sie auf! Euch beide in herzlicher Uebereinstimmung, — eine größere Freude könnte mir gerade heute, am Vorabend deiner offiziellen Verlobung, nicht widerfahren!“ Und wieder nickte sie und nahm wie im Traum den Arm ihres Verlobten. Wo war ihre Fassung und Willensstärke hin, die sie sich abgerungen hatte während der letzten Tage, wohin ihr unbedingter Entschluß, sich rückhaltlos dem Verlobten zu entdecken? Jn g..g u24 hem M.. Sie warf einen verzweifelten Flck nach dem Vuter, der mit Frau Aruschka vorausgeschritten war. Wie er strahlte, trotz der schwarzen Kleidung, die auch er angelegt hatte. Nein, nein, sie durfte nicht, sie durfte nicht! 15. Kapitel. Ein langgezogenes Trompetensignal— der Weckruf des sudanesischen Reiterregiments, welcher klar und deutlich von der unweit des Ezbekiehhotels gelegenen Kaserne herübertönte bis in Frau Aruschkas Schlafgemach. Die schöne Frau stand am Fenster und sah unbeweglich hinaus in den erwachenden Morgen. In rosigem Frühlicht stand die Zitadelle. Auf den Galerien der Minarets von El Azhar spähten die Muezzins wachsamen Auges gen Osten, um das Erscheinen des großen Tagesgestirns den Gläubigen zu verkünden, sobald sein oberer Rand sich in den Gesichtstreis heben würde.. P., merden.. „Es wird ein besonders schöner Tug werven,“ sagte sie im Selbstgespräch,„in Schönheit enden, das ist ja immer mein Wunsch gewesen.“ Dann fuhr man im Auto durch die noch menschenleeren Straßen— der Gatte und sie nebst Dr. Frühwald. Tante Bertchen und Siska nebst den Angehörigen der Familie Frank hatten verzichtet. Der Nachtnebel hatte das Pflaster der Straße und den Asphalt des Trottoirs feucht gemacht und beiden eine fast schwarze Farbe verliehen. Es war etwas kalt; eine Kühle jedoch, welche die von der Hitze des Tages erschlafften Elieder neu belebte und das Auge kühner und frischer schweifen ließ. Frau Aruschka lehnte lächelnd im Fond. Seltsam, daß gerade dieser Mann es war, in dessen Leben sie so zerstörend eingegriffen hatte, der einzige, für welchen sie nach Graf Wilnar irgendwelche Neigung empfand. Ein Dutzend anderer lagen ihr im Laufe der Jahre zu Füßen, bettelten um ihre Liebe, versuchten sich in den wahnsinnigsten Torheiten, um ihr steinernes Herz zu rühren, wie sie sagten. Sie wies sie alle zurück, bot ihre ganze Beredsamkeit auf, um sie von dem Unsinnigen ihrer Handlungsweise zu überzeugen, rettete mehr als einen von ihnen vor dem sicheren Ruin durch ihr kluges Eingreifen. Ihren Stolz hatte sie sich nicht rauben lassen, selbst in ihrer trübsten Zeit nicht. Und diesem Einen nun, dem war sie so verhängnisvoll geworden, vermochte ihm selbst die letzte und bitterste Qual nicht zu ersparen. Das Auto mäßigte seine Fahrt und rollte langsam über die an das jenseitige Nilufer führende Brücke. Die mächtigen Steinlöwen, die auf jeder Seite den Brückeneingang zieren, schienen verschlafen die Köpfe zu heben. Die Sonne stand gelb und unheimlich über der Stadt, deren Häuser in dieser Beleuchtung so scharf aufgerissen erschienen, als seien sie aus Pappe geschnitten. (Fortsetzung folgt.) Denkspruch. Erwäge alles mit dem Freund; doch weil Aut jedem Zweige dir nicht Freunde wachsen, Nicht jeder Freund gesund im Marke ist, Erwäge deinen Freund erst mit dir selbst: Steh still und forsche, prüfe; rasch nicht wählend, Mit Argwohn nicht auf den Gewählten blickend: Entschlossen im Entschluß: erkennend eh' Du Freund ihn nennst, dann trauend bis zum Code, Das ebrt den Freund, doch ehn es dich noch mehr. T#ung. Wie das Gold gewonnen wird. (Nachdruck verboten.) Die auri sacra fames, der verfluchte Hunger nach Gold, wie die alten Römer sagten, herrscht heute mehr denn je, gerade deshalb, weil das Gold, an dem alles hängt und zu dem alles drängt, unserm Gesichtskreis entschwunden ist und nur noch wie eine ferne Fata morgana durch unsere Träume gaukelt. Die Bedeutung, die das Gold in unserm wirtschaftlichen Leben besitzt, legt nun der bekannte Königsberger Chemiker Prof. Lassar=Cohn in einem bei Leopold Voß in Leipzig erschienenen Buch dar, das den Titel„Gold= und Papiergeld“ führt. Besonders interessant ist, was der Verfasser über die Gewinnung des Goldes sagt, die mit seinen chemischen Eigenschaften eng zusammenhängt. Gold rostet weder an der Luft noch im Wasser, und so findet es sich im Geröll der Flüsse, wenn Felsen, die goldhaltig sind, allmählich verwittern und vom Regen in den Fluß gewaschen werden. Auch im Rhein hat man seit uralter Zeit Gold gewaschen, bis die winzigen erzielten Mengen die Arbeit nicht mehr lohnten, und auch in andern deuts Flüssen ist man auf Gold gestoßen, so z. B. im Go bei Enkirch an der Mosel auf ein Stück von 66 Gram. m größten in Deutschland gefundenen Klumpen. Dieses Waschgold war schon im A. wo es auch bereits Goldbergwerke gab, kostbare Metall aus den Felsen mit Häi gehauen wurde. Bei der Golde vinnung i spielen aber zwei Mittel eine„roße Roll silber und das Zyankalium. Quecksilber schaft, Gold mit der gleichen Leichti können, wie sich etwa Zucker in Was alten Römer benutzten deshalb bereits dazu, um aus alten golddurchwir das Gold wieder zu gewinnen. Sie ver und arbeiteten die Asche mit Queck erhaltene Lösung wurde stark, erhitzt: Wb##rstüchtigt sich das Quecksilber, und das Gold im Tiegel zurück. In umfassender Weise aber wurde erst diese Amalgamierung des Goldes mit Quecksilber Jahre hindurch im kalifornischen Bergbau verwendet. Nachdem man dort das in den Klippen befindliche Gold rasch gesammelt hatte, kam man auf den Gedanken, die Natur nachzuahmen, und legte deshalb bis zu 300 Kilometer lange Wasserleitungen möglichst hoch in den Bergen an, aus denen das Wasser mit einer Geschwindigkeit von 45 Metern in der Sekunde, also mit gewaltigster Kraft, auf die goldhaltigen Felsen herniederstürzte. Dadurch wurde ein künstlicher Verfall der Felsen bewirkt, und der zerriebene Fels floß mit dem Wasser durch ein Gerinne in den nächsten Fluß. In diesen langen Gerinnen befanden sich aber stellenweise Vertiefungen mit Quecksilber, die sich mit dem Gold amalgamierten. Es entstand dadurch ein Verlust von 20 Proz. des Goldes und ebensoviel des Quecksilbers. Der hydraulische Abbau der Felsen stellte sich in Kalifornien recht billig, aber die reichen Täler der Gegend wurden dadurch zu Sandwüsten. Zur Gewinnung von zwei Millionen Dollars Gold war das Fortwaschen von 35 Millionen Kubikmeter Fels nötig, und diese Schuttmassen bedeckten weithin das Land, so daß die amerikanische n bekannt, denen das n herausuerer Zeit das Queckür die Eigenauflösen zu auflöst. Die is Quecksilber Gewändern en die Kleider c durch. Die bei verflüchtigte Regierung nach einigen Jahren diese Art der Gold gewinnung verbot.„aue De fahrig man in Eine neue praktischere metyove fuhrte man in dem Goldbergbau der Welt durch, der selbst den Reichtum der kalifornischen Goldlager noch in den Schatten stellte, in Südafrika. Das goldhaltige Gestein ist dort in ungeheuren Mengen vorhanden, aber es ist zum größten Teil verhältnismäßig arm an Gold. In 1000 Klgr. hartem Gestein stecken nur etwa 15 bis 20 Gramm Rohgold, und deshalb sind Riesenbetriebe zur Goldgewinnung nötig. Nun machte Arthur MacForest die glückliche Beobachtung, daß gerade das Gold, wie es im südafrikanischen Erz verteilt ist, sich leicht in einer Byankaliumlösung auflöst. Da die gröberen Goldteile sich aber nur äußerst langsam lösten, so kam man zur besten Goldausbeute, indem man das zerstampfte Erz erst amalgamierte, also in Quecksilber löste, und was dann noch an Gold im Rohmaterial steckte, mit Zyankaliumlösung herausholte. Damit ist der größte Fortschritt erreicht worden, der bisher in der Goldgewinnung zu verzeichnen ist, und ohne die Anwendung des Zyankaliums hätte die Gegenwart noch viel weniger Gold, als sie leider hat. Die südafrikanischen Goldbergwerke, die hauptsachlich am Whitewatersrand bei Johanurg liegen, werden mustergültig betrieben und sind kurz elektrisiert worden, wobei die sehr große dazu nötig. Elektrizitätsmenge von den Riesenfällen des Hambesiflusses kommt, die über 1000 Kilometer entfernt sind. Die Zemeni ottiche, in denen die Auflösung des Goldes in dem Byank#lium vor sich geht, fassen etwa 4010000 Liter, und dabei wird Luft durch die Flüssigkeit geblasen, deren Sauer offgehalt für einen Oxydationsvorgang in der Flüssigteit nötig ist.„Die Wiederabscheidung des Goldes aus d. Flüssigtert zumeist dadurch, daß bleihaltige Zink itten in die Lösung gehängt werden, die das Gold her Sziehen, inhem seiner Stelle Zink in die Lösung geyr. So ist aiso Gold, das uns also so hart und fest erscheint, vorübergehend wie K alz in Wasser aufgelöst gewesen Scheinwerfer. Der Kampflgegen die„modernen" Mädchen in Amerika. Das„American Girl“, vor kurzem noch die von den Männern bewunderte Königin der Gesellschaft, ist plötzlich zu einer Angeklagten geworden, über die in hochnotpeinlichem Verfahren das Urteil gefällt wird. Von allen Seiten erhebt sich ein Entrüstungssturm in den Vereinigten Staaten gegen die Auswüchse des modernen Lebens, die sich in der Erscheinung, den Vergnügungen und Anschauungen der jungen Mädchen offenbaren. Der frühere Präsident der Harvard=Universität, der allgemein verehrte Dr. Charles W. Eliot, ergeht sich in einer grausamen Philippika gegen das Benehmen der Damen beim Tanz, durch das die jungen Männer„vergiftet“ werden; gegen den Gesprächston, den die Mädchen in die Gesellschaft einführen und bei dem„ihre Großmütter erröten müssen“. Auch die jungen Herren selbst wenden sich entschieden gegen das „American Girl“. So wurde von den Kadetten der Militärschule von Pennsylvanien ein Gerichtshof von 12 jungen Offizieren ausgewählt, die das folgende schonungslose Urteil fällten: „Wir, die Unterzeichneten, erlassen im Namen all unserer Kameraden eine entschiedene Bitte, daß das altmodische Mädchen wiederkehre, jenes Mädchen, das bescheiden blühte und freundlich errötete in den guten alten Tagen von Vater und Mutter. Wir wollen wieder Mädchen sehen is sich natürlich geben, die die Puderquaste, den Lippenstift, den Halsausschnitt und die kurzen Röcke von sich weisen; Mädchen, die nicht für den Jazz und pikante Witze schwärmen. Es ist zwar weit nach den Fitschi=Inseln; aber wenn es nicht anders wird, so werden wir in der trüben Zukunft, in der wir heiratsfähig sind, uns dort nach unseren zukünftigen Frauen umsehen müssen.“ Diese kühnen 8 M Mimnnnsnmmmnsmmmmmmmmmmsmmmmmm von Montag, den 8. bis Samstag, den 20. 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