ehmid ter rch. Dezugspets halbwonglich 1.20 Mart, Einzelnpamer 15 Pfg. Druck u. Verlag von&E Braus. Schwerte(Nubr), osschechkkonten: Dottmund 26°2 und Hannover 21 874. Geschistestelle: Große Mackiste. 3—3 Verantworlich: fün de Schrifdeitung Karl Frledrich Ringsdorff; für die Ainzeigen H. Linner, beld: in Schwerte. Fernsprecher 62 Verbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Dolkszeitung Schwerter Oolksblatt Welthofener Zeitung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung h elienrene so olg, Auworlize 12 Vig., Jamilen=Arzeigen e Lig. Imnanz=Anzeigen 12 Pfa, Reklamezeile 50 Psg. Bei mu: vo der gesehenen Betriedestörungen, hervorgerufen durch boder: Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewädr für günktliche: Erscheinen der Jeitung und kann auch keinerlei Ansporuch Schodenersatz oder Nachieskung erbobea werden:=: Amtliches Kreisblatt für den Kreis Hörde= Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises. e Generalanzeiger für den Kreis Hörde. Ke. Jahrgong Nr. 17(Erstes Blatt) Schwerte(Kude), Mitwoch, den 21. Januar 1ozs S Neues in Kürze. Die Auslandsanleihen für Länder und Gemeinden. wib. Berlin, 21. Jan.(Tel.) Die im Reichsfinaute ministerium von einer Kommission vorbereiteten Richtlinien für die Aufnahme von Auslandskrediten durch Länder und Kommunen wurden nunmehr von den Ländern angenommen, so daß die in den Richtlinien vorgesehene Beratungsstelle für kredite der Länder und Kommunen ins Leben getreten ist. Der Kommission gehören an: Geh. Regierungsrat Norden vom Reichsfinanzministerige als Vorsitzender, Direktor Dr. Dalberg vom mri# wirtschaftsministexium, Präsident Dr. Schröder von der Preußischen Staatsbank, Präsident Arnold von der Bayerischen Staatsbank und Reichsbankdirektor Dryse als Mitglied des Reichsbankdirektoriums. Eröffnung des preußischen Staatsrates. wtb. Berlin, 21. Jan.(Tel.) In der ersten Sitzung dieses Jahres wählte der preußische Staatsrat seinen bisherigen Präsidenten, den Oberbürgermeister von Köln, Adenauer, wieder zum Vorsitzenden. Auch die übrigen Mitglieder des Vorstandes wurden wiedergewählt, nämlich als Vlzepräsidenten Graef(Soz.), Hallensleben(Arb=Gem.), Schriftführer v.„Meibon (Arb.=Gem.) und La Grange(Soz.). Adenauer übernahm den Vorsitz und gedachte in seiner Begrüßung, während die Mitglieder sich von den Plätzen erhoben, der Trennung der Weichselorte und der Nichträumung der nörolichen Beide Ereignisse zeigten, daß die Deutschlandgegner den Weg der Unterdrückung nicht verlassen wollten. Der 18. 1. als Nationalseiertag beantragt. wib Berlin, 20. Jau.(Tel.) Im Reichstag ging ein Antrag des deutschnationalen Abg. Berndt ein, wonach der 18. 1. zum Nationalfeiertag des deutschen Polkes bestimmt werden soll. Die Fragen des besetzten Gebietes. wib. Beelin, 20. Jan.(Tei.) In der heutigen ersten Sitzung des Reichstagsausschusses für die besetzten Gebiete schloß sich der Vorsitzende Bayersdörfer(Bayr. Vpt.) zunächst im Namen des Ausschusses dem Protest der Vertreter des Rheinlandes an und sprach den Wunsch aus, die deutsche Regierung möge alles tun, um dem besetzten Gebiete die innere und äußere Freiheit wiederzugeben. Ueber die Rückkehr der Ausgewiesenen wurde von einem Regierungsvertreter mitgeteilt, daß diese bisher noch bei elf Ausgewiesenen des altbesetzten und bei vier Ausgewiesenen des neubesetzten Gebietes verweigert wurde. In der Uebergangsbetreuung befinden sich noch elftausend Personen. Besondere Schwierigkeiten bereite die Wohnungsfrage. Todesurteil gegen einen Toten. pw. Berlin, 21. Jan.(Tel.) Zu der Nachricht über das Todesurtell gegen den Major Heyne, das vom belgischen Kriegsgericht in Namur in Abwesenheit des Angeklagten geföllt wurde, veröffentlicht der Lokalanzeiger eine Zuschrift des äliesten Sohnes des Majors, worin mitgcteilt wird, daß sein Pater am 2. November 1914 vor Ypern gefallen sei. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof in Eisenach v. Heybebreck verhaftet. wtb. Berlin, 21. Jan.(Tel.) Wie die abteilung der nationalsozialistischen Freiheitsbewegung mitteilt, ist der frühere Reichstagsabgeorduete Hauptmann a. D. von Heydebreck gestern auf anlassung des Staatsgerichtshoses zum Schutze der Republik wegen Beteiligung bei den aus Anlaß des Hitlerputsches im November 1923 in Oberschlesien entstandenen Unruhen, verhaftet. Schwäbische Kommunistenführer verhaftet. wib. Blaichach(Schwaben), 21. Jan. Sonntag morgen wurden drei Kommunistenführer in ihren Wohnungen verhaftet: einer davon wurde nach München ins Gefängnis eingeliefert. Bei den anderen Mitgliedern der kommunistischen Ortsgruppe in Blaichach wurden Haussuchungen vorgenommen. Die Tragweite der Kanonen. wtb. Paris, 20. Jan.(Tel.) Havas meldet aus Washington: Der Senat hat mit 45 gegen 22 Stimmen beschlossen, die Frage, ob die Tragweite der Kanonen der amerikanischen Kreuzer erhöht werden solle, nicht zu prüsen. Das größte U=Boot der Welt. wtb. London, 20. Jan.(Tel.) Nach erfolgreichen Probefahrten ist das U=Boot 1 in Portsmouth eingetroffen. Es ist das größte U=Boot der Welt mit einer Ueberwasserverdrängung von 2780 Tonnen und Unterwasserverdrängung von 3600 Tonnen. Britischer Dampfer ausgelaufen. wtb. London, 21. Jan.(Tel) Der britische Dampfer Archangelsk ist, von Harwich kommend, im dichten Nebel südlich van Hoek von Holland auf Grund gelaufen. Das Schiff hatte etwa 140 Personen an Bord. Von drei Schleppern wurde versucht, das Schiff wieder flott zu machen, ohne die Passagiere an Land zu bringen, doch blieben die Versuche ohne Erfolg. Die Passagiere wurden dann doch von den Schleppern an Land gebracht. Man glaubt, Schiff keinen Schaden erlitten hat und erwartet, daß durch die Flut wieder flott gemacht wird. Der Unfall ereignete sich an derselben Stelle, wo der Dampfer Berlin im Februar 1907 unterging, wobei von den 143 Personen, die an Bord waren, nur 15 gerettet werden konnten. Der Fremdenverkehr in Italien. wtb. Rom, 20. Jan.(Tel.) Nach Nouvo Paese sind 1923 etwa 700 10 Fremde nach Italiex, gekom: men. Davon seien 113 000 Engländer. 97.000 zosen. 88 000 Amerikaner, 68000 Deutsche und 112 000 Burzer aue der Die große volilische bb Berlin, 20. Jan.(Tel.) Der Reichstag weist, auch heute wieder sehr starke Besetzung sowohl im Sitzungssaale, als auch auf den Tribünen auf. Am Regierungstische ist Reichskanzler Dr. Luther mit sämtlichen Mitgliedern des Kabinetts anwesend. Präsident Loebe eröffnet die Sitzung um 12,25 Uhr. Auf der Tagesordnung steht die Besprechung der Regierungserklärung, verbunden damit die erste Lesung des Haushaltsplanes für 1925. Zuerst kam zu Wort der Redner der Sozialdemotratie, Abg. Dr. Breitscheid Er stellte fest, daß die gestrige Regierungserklärung sich von den verschiedenen programmatischen Darlegungen der letzten Jahre unterschieden habe. Bemerkenswert sei aber zweifellos der Eifer gewesen, mit dem sich der Reichskanzler Dr. Luther bemüht habe, möglichst alle Probleme, die das deutsche Volk in seiner Gesamtheit interessieren, zu berühren. Es war sozusagen eine Reise um unsere ganze Politik herum. Es gibt nichts, worauf die neue Regierung nicht ihre Aufmerksamkeit zu lenken verspricht, es gibt nichts, woran sie nicht denkt, womit sie nicht beschäftigt.(Heiterkeit.) Da gleicht Dr. Luther ein wenig dem Schillerschen Mädchen in der Fremde, das jenem Blumen, jenem Früchte reicht.(Heiterkeit.) Aber weniger wäre vielleicht mehr gewesen. (Beifall bei den Sozialdemokraten.) Es war die Ansage einer Politik der mittleren Linie. Der Reichskanzler sucht sich auf dem gespannten Drahtseil der mittleren Linie im Gleichgewicht zu halten. Man sah förmlich die Balancierstange. Es ist das Bild einer Regierung, die elastisch nachgibt, wenn man einen Druck ausübt.(Heiterkeit links.) Diese Programmrede für die Politik der mittleren Linie hätte auch ebenso gut von dem Kabinett Marx abgegeben werden können. Wenn das Programm aber ernst gemeint sei, so verstehe er nicht, warum Marr gestürzt worden sei, denn dann wäre die Krisenmacherei der letzten Monate ein Verbrechen am Reiche. Er fuhr fort: Ich fürchte, daß die Bekehrungsmanöver Dr. Stresemanns gegenüühgr, den Deutschnationalen mit seiner eigenen Bekehrung enden werden. Nicht am Parlamentarismus liegt die Schuld der langen Krise, sondern an der Tatsache, daß wir dieses Instrument noch nicht recht zu gebrauchen wußten. Wir fragen den Minister des Auswärtigen, ob es richtig ist, daß ein Kompromiß in der Räumungsfrage vorgeschlagen war und ob man nicht durch Verhandlungen etwas hätte erreichen können. Der Minister des Auswärtigen scheint aber in der letzten Zeit so stark mit innerpolitischen Parteiproblemen beschäftigt gewesen zu sein, daß er darüber sein eigentliches Ressort vernachlässigte. Wir bedauern die Fortsetzung der Besetzung und die Art, wie sie verfügt wurde, ohne daß uns Verfehlungen im einzelnen mitgeteilt wurden. Wir warten die offizielle Note ab. Der Reichswehrminister durfte den kindlichen Unfug der Zeitfreiwilligen bei der Reichswehr nicht dulden.(Lärm rechts.— Henning (Nat.=Soz.) ruft:„Bekgmmen, Sie diese Rede von Frankreich bezahlt?!“ Breitscheid antwortete:„Sie Lump!“ Viele Sozialdemokraten rufen dem Abg. Henning dasselbe zu. Henning erhält einen Ordnungsruf, ebenso Breitscheid.) K# Breitscheid warnt weiter vor dem Zolltriege, der das Kabinett Herriot gefähren würde. Der Redner wünscht volle Aufklärung und Verfolgung der jüngsten Finanzskandale. Es scheine aber, als wolle man die Republit durch die Art der Untersuchung kompromittieren, wie man es in Magdeburg mit dem Reichspräsidenten habe machen wollen. Seine Parlei könne zu diesem Kabinett nicht das Vertrauen haben, daß es die in der gestrigen Erklärung gegebenen Versprechungen einlöse. Seine Partei diesem ausgesprochenen Rechtskabinett in schärfster Opposition gegenüberstehen. Sie werde mit den arbeitenden Massen außerhalb des ments alles aufbieten, um es durch eine republikanische Regierung zu ersetzen. Dr. Luther verlangt von uns, wir sollten ihm glauben, daß sein Kabinett für die Hebung der Kauftraft der breiten Volksmassen wirken wolle. Er denkt wie sein großer Namensvetter an die Seligkeit durch den Glauben. Wir erwarten aber nur die Seligkeit durch gute Werke(Heiterkeit) und nicht von den Männern dieser Regierung. Wir können zu diesem Kabinett nicht das Vertrauen haben, daß es die in der gestrigen Erklärung gegebenen Versprechungen einlöst. In dieser Regierung sitzt Dr. Geßler, der Reichswehrminister von Ewigkeit zu Ewigkeit(Heiter keit und Beifall.) Neben diesem nicht losen Republikaner sitzen sehr zahlreiche Monarchisten wie Schiele, von Schlieben und Dr. Neuhaus. Dr. Neuhaus hat jetzt als Minister einen Eid auf die republikanische Verfassung geleistet, den er einst als Staatssekretär verweigert hat. Ihyr ,Ix., 8.gisergig auf die Republik wert, wenn er in eine Regierung eintreten kann, die zu betrachten ist als eine Etapp: auf dem Wege zur Monarchie.(Ruse rechts: sei Dank!“. Bewegung links. Rufe:„Jetzt haben Sie sich verraten!“) Diese Rufe geben uns die beste Charakterisierung des Kabinetts Luther. Wir werden dieser ausgesprochenen Rechtsregierung mit der schärfsten Opposition gegenüberstehen und werden mit entsprechenden Maßnahmen außerhalb des Parlaments alle Kräfte aufbieten, um sie durch eine tepublikanische Regierung zu ersetzen.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.).. Präsident Loebe teilt mit, daß von den Deutschnationalen, von der Volkspartei, dem Zentrum, der Bayrischen Volkspartei und der Wirtschaftspartei folgender Antrag eingegangen sei: Der Feichstas dis Erklarung der Nerchrregierung. Vion den „Sozialdemokraten und Kommunisten sind Anträge eingegangen, in denen der Regierung das Mißtrauen des Reichstages ausgesprochen wird. Abg. Graf Westarp(DN.) erklärt sich bereit, den Antrag auf Regierungserklärung anzunehmen, um es der Regierung so zu ermöglichen, die Geschäfte des Reiches zu jühren. Wir haben dem Eintritt von Parteimitgliedern und eines Fraktionsmitgliedes in Kabinett zugestimmt. Leicht ist uns dieser Entschluß nicht gemacht worden.(Lachen links.) Es ist nur durch dußerstes Entgegentommer, rig, ursizef, Seize, durch schwere Opfex unserer Anspruche moglich gewesen.(Erneutes Lachen links.) Das Ergehnis der neuen Regierungshildung befriedigt uns nicht vollkommen. Es ist ein Anfang, ein erster Schritt, ein Versuch, keine endgültige uns befriedigende Lösung. (Gelächter links.) Der jetzige Anteil an der Regierung entspricht nicht der Tatsache, aus stärkste Regierungspartei sind. Wir hät direktes Vertrauensvotum gewünscht im Einklang mit dem Reichstag und der Deutschen Volkspartei. Leider hat sich das Zentrum diesem Gedanken verjagt. Wenn somit durchaus eine losere Verbindung zum Ausdruck gebracht werden soll, so nehmen wir das gleiche Recht für uns in Anspruch, nicht, Pgl. ge; bunden und verantwortlich zu sein.(Aha=Ruse lhtr, Politisch legen wir den entscheidenden Wert darauf, daß auch die anderen Parteien ebenso wie wir die Annahme der Billigungsformel in heit aussprechen.(Hört, hörti) Der Redner exklärt dem Zentrum, daß sein Vertrauen in die Haltbarkeit und Brauchbarkeit dieses Regierungszusammenschlusses im Reiche wesentlich davon abhängig sei, das Zentrum in Preußen an der Politik BraunSevering festhalten wolle.(Große Unruhe und Bewegung.) Auch sachlich bedeutet eine sozialdemokratische Regierungsgewalt in Preußen schwere Hemmnisse für die von der neuen Regierung beabsichtigte Arbeit im Reiche.(Großer Lärm links, Beifall rechts.) Nur der Umstand, daß die Deutsche Volksvartei in Preußen Schulter an Schulter, mit den Deutschnationalen stand, hat es uns überhaupt ermöglicht, am Kabinett Luther teilzunehmen. Kein Politiker zweifelt daran, daß nach der Aufehterungsertarange den hat, unmittelbar auf die BeteiliRegierungsgeschäften über. Dabei uns jene Ansicht zu eigen machen, daß emeinschaft noch nicht volle Gesinnungsstehen gestandeg. Hget,, gung an den Re konnten wir uns je gemeinschaft zu bedeuten braucht. Wir werden in der praktischen Arbeit von unseren Ziesen zu verwirklichen suchen, was nur irgend erreichbar ist. Das schafft eine besondere Loge hinsichtlich unseres Verhältnisses zur Verfassung. Daß die Verfassung vom 11. August mit den zahlreichen Aenderungen, die sie bereits erfahren hat, auch von uns als bindendes Recht und als Grundlage unserer Arbeit anerkannt wird, ist selbstverständlich, und ebenso selbstverständlich ist es, daß wir ihre Aenderung durch Gewalt nicht wollen. Wir billigen aber auch, daß endlich eine Reichsregierung sich bereit erklärt, die Bestimmungen der Reichsverfassung in der Richtung nachzuprüfen, daß unser Staatswesen mehr bisher innerlich gesundet. Dabei muß besonders### Eigenleben der Länder beachtet werden. Auf deGebiet der Außenpolitik muß man an den Grundsützen und Zielen festhalten. Das dei#e Recht kann sich aber nicht durchsetzen, wenn nicht dahinter ein stählerner Wille des ganzen Volkes steht. Der Wille zur Macht des Staates.(Lebhafter Beisall rechts, Lärm links.) Der Redner fordert einen festen nationalen Willen, der darauf gerichtet ist, Nation und Reich von Schmach und Knechtschaft Präsident Löbe ruft den Abg. Graf Westarp nachVeit, auf Heliet Pestarg und den Abg, Kuhnt(So,) werden beise noch einmal zur Ordnung gerufen. Abg. Fehrenbach(Zentrum) eine längere Erklärung der Zentrumsfraktion, in der es heißt: Aus Gründen, die wir nicht zu verantworten haben, sind der Gedanke der Volksgemeinschaft und der großen Koalition, diese beiden Möglichkeiten einer starken und ausgeglichenen Regierungskoalition, vorerst zunichte gemacht vorben. Upte hie von Hhr ale tschtig ekiannte Holi, tit auch im Dohmezchts der Gefahr einek weitserez schshceselh e. ec stätigen. Begrüßenswert sei der Entschluß, der für die Deutschnationalen maßgebend war, endlich zu sachlicher Arbeit zu kommen. Wenn die Sozialdemokraten die Unabhängigkeit wahren, kann der Reichs; tag durchaus sachliche Arbeit leisten. Begrüßenswert sei auch das Bekenntnis zur christlichen Grundlage unserer Kultur.(Beifall rechts.) Mit eisernem Besen muß Reinheit und Sauberkeit des öffentlichen Lebens wiederhergestellt werden. der Förderung des vaterländischen Gedankens.(Lebhafte Aha=Rufe links.) Bei den finanz= und sozialpolitischen Aufgaben muß größte Vorsicht geboten sein. Ohne Festigkeit der gesamten Volkswirtschaft und ohne Beseitigung der,„Hehiheträge seien Beu Verhältnisse nicht zu schaffen. Der Redner stizziert die Aufgaben des neuen Kabinetts: gesunde Agrarund Mittelstandspolitik, Schaffung einer Steuerreform usw. Zu den von der Regierung digten Gesetzentwürfen behalte sich seine Fraktion die Stellungnahme vor. Der Redner kritisiert dann die bisherigen Handelsvertragsverhandlungen, in die mit voller Planlosigkeit hereingeschliddert sei. Das Wersäumte müsse hier nachgeholt werden. Der sick-Alscaenleng, Ider Kalesliken in eine personale und in diese neue Regierungsperiede ein mit ernster Sorge für die weitere Gestaltung der Geschicke Deutschlands. Diese Sorge wied vermehrt durch die ernste außenpolitische Lage, der wir nun mit einer 09 ich, Fratson erwartet, daß uis das Londoner Abkommen ist jede Regierung gebunden, und wir Deutschnationale, wenn wir in die Regierung eintreten, müssen an der Durchführung dieses bestehenden Rechtes mitwirken, auch dann, wenn ein Teil unserer Freunde dem Eisenbahngesetz nicht zur verfassungsmäßigen Mehrheit verholfen hätte. Diese rechtliche Bindung besteht ohne Rücksicht darauf, ob und inwieweit wir die antwortung für die Politik ablehnen, die zu ihr geführt hat. Auch nach unserm Eintritt in die Regierung kann von der Absicht, die geschiglsegen, Verträge zu brechen, nicht die Rede sein. Auch warten, daß vornehmlich von den Vereinigten Staaten, von denen der Dawessche Plan ausgegangen ist, dem Geiste dieses Gusachtens entsprochen wird.(Sehr richtigl rechts.) Die unerfüllbge und unerträglichen Lasten müsign. geändert werdes. Die Nichträumung der Kölner Zone sei Rückfall in die Sanktionspolitik. Die Entwaffnungssrage sei für die Allierten nur ein Vergap##; Redner verweist dann auf den neuen Rechtsbruch Osten und fordert Gegenmaznahmen der Reichsregierung. Das Handelsprovisarium mit Frankreich werde solange nicht zustande kommen können, als die Franzosen bei ihrer Haltung kleiben. Ein Auf nahmegesuch in den Völterbund dürfte keine Wreder; holung des Schuldbekenntnisses Fringen. rsamtlichen Widerruf der Kriegsschuldlüge würden die Deutschnationalen alen Eirtiuß Gezierung mig Nacht in den Vordeigrund gen, Grsange druck, baß big, reaingl GgrSe, Scippget seinege ag 1e8 bch bug, eine abdrängeg lassen wird, in der nach einer Nichtung abdrangen lassen wird, in der wir ihm sachlich nicht mehr zu folgen vermöchten. Das gilt nicht nur für die Außenpolitik, sondern auch für unsere Voraussetzungen verfassungsrechtlicher, wirtschaftlicher und sozialpolitischer, sowie kulturgeschichtlicher Art. Die Fraktion legt den größten Wert auf die Verabschiedung des und die Aufrechterhaltung des BekenntnisschulDie Fraktion wird die Regierung nicht nach ihren gestrigen Worten, sondern nach ihren Taten beurteilen. Trotz schwerster Bedenken ist sie gewillt, auf Grund der soeben abgegebenen Regierungserklarung das neue Kabinett seine Arbeit beginnen zu lassen. (Große Heiterkeit links.) Abg. Dr. Scholz(Deutsche Volkspartei): Wir begrüßen das neue Kabinett einmal darum. Holland 100 Guld. Buenos-Aires Belgien 100 Fr. Norwegen 100 Kr Dänemark 100 Kr. Schweden 100 Kr. Finnland 100 M. Italien 100 Lire England New York 1 D. Paris 100 Frk. Schweiz 100 Frk. Spanien 100 Pes. Japan Rio de Janciro Wien 100000 Kr. Prag 100 Kr. Budapest 100000 Sosia... Ingoslawien. 929 106 Seaun, Ills Zuteilungen 100 169.50 1.78 81.00 11250 112.50 112.50 81.00 81.00 20.43 4#290 81.00 81.00 81.00 2.00 1.33 85.00 85.00 85.00 81.00 8100 auch, weil dieses Kabinett sich im Gegensatz zu dem vorhergehenden auf eine starke und sichere Mehrheit stützen kann(Lachen links.) Auch wir werden die Taten der Regierung abwarten. Das ist kein Misitrauensvotum, sondern entspricht dem im neuen Kabinett eingeführten Sustem der Vertraueusmänner. In der Außenvolitik wünschen wir die Fortsetzung des von Dr. Stresemann so erfolgreich eingeleiteten Kurses. Wir erheben den schäristen Protest gegen den Vertragsbruchk, den die Nichträumung der Kölner Zone zweifellos darstell:. Dem Eintritt in den Völkerbund stehen wir nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber, aber wir billigen es auch, wenn die Regierung den Zeitpunkt dazu noch nicht für gekommen erachtet. Wir beantragen die Einsetzung eines Ausschusses zur Nachprüsung der Weimarer Verunf die Verhällnisse der dem bisherigen Finanzminister Dr. von seine neue werden. Schluß gemacht werden müsse mit zu äusgrn, ob heziglich, der Aufsichtsführung ,ragad stcziptogtzger, groiern Koalition gcheyz, g#n etwas bei der Preussischen Staatsbank vernachlassigt(gegenwarzig temne Ko worden ist. Die Regierungskoalition der beiden der Mitgliederzahl auf Rechtsparteien bietet das Bild der Verlegenheit und früher die Weimarer Ihr Führer ist derselbe, der sich noch fügte. Die Disserenzen Mitglied. dem Richter nicht Tribünen als zu äußern. ob Hilflosigkeit. Ihr. Führer ist derselbe, der sich noch vor ganz kurzer Zeit in Lobeserhebungen über die große Koalition nicht genug tuen konnte. Mit ernster Sorge beobachten wir, wie sich die Kluft im deutschen Volke immer mehr vertieft und wie gegen Republitaner mit Terror und Bonkott vorgegangen wird. Koalition weist nur 43 Prozent auf(Hört, hört! rechts), während Koalition über 80 Prozent vernen werden besenders stark werden, wenn das Zentrum seine politischen Anträge durchsetzen will. Die innere Gesundung des Reiches liegt wesentlich an der inneren Gesundung Preußens. Deshalb halten wir ein weiteres Verbleiben des Kabinetts Brann als ein deutsches Unglück.(Lebsofort Strafantrag gegen die Berliner Börsenseitung wegen Beleidigung und übler Nachrede zu stellen. Deutsche Wohnstättenbank A.=G. wtb. Berlin, 21. Jan.(Tel.) Die deutsche Wohnstättenbank A.=G., Verlin, Schützenstr. 26, 1cilt mit: Mit Rücksicht auf wiederholte Anfragen, die in den letzten Tagen wegen des Gleichklangs der Namen an uns gerichtet sind, weisen wir daraus hin, daß die deutsche Wohnzättenbank A.=G., Berlin, nicht mit der wiederholt in der Oessentlichkeit genannten stätten G. m. beteiligt ist. v. H. identisch und auch an ihr nicht sskershenge lane enshalsch heschalend naer li. Bodeh, ute e Ghuteun, den, wenn nicht Gewähr dafür geboten wird, daß bedauert lebhaft, daß ein Antrag aus dem Hause, hasgndare in hezug auf die Verhältnisse des parteipolitische Exzesse, wie sie in den Ausführungen der an den Magdeburger Prozeß anknüpft, in der e ung, beionders in veug u./ des Hosprediggrg, Päringg zu. hören,waren, bei solchen setzt ihm gegebenen Form den Akten des Hauses besche ge des Sanden und e zugrster, Lakenteu Amlssen sch nicht wiederbdalen. Wir winitzsedez, einmerleibe st. Er hele eine eirige,.81ess. 1335 st eine Reiorgz dez,Vahlxchss iun ersitr, Pinie ewe unseren katholischen Brüdern in Ruhe und Friedezshörigkeit dar. Für den einsatzen Menschenperstand Herausetzung des Wahlalters.(Beisall rechzts.) Iu zu leben. Gegenüber dem Vorredner verweise 10 scheine es unerträglich, daß das Staatsoberhzupt der Aufweriungzirage wünschen wir die bald'ge Harauf, daß die Verfaslung für das Kabinett nicht ohne weiteres als vogelfrei erklärt wird. Wir haben Aufnahme des Zinsendienstes für die öffentlichen Anleihen unter Ausschluß der Inflations= und Aufwertungsgewinnler, ferner eine angemessene Erhöhung der Aufwertungssätze über die dritte Steuernotverordnung hinaus. Wir erwarten, von der neuen Regierung eine gesunde nationale Realpolitik. Wir wenden uns gegen das so ast mißbrauchre Wort vom Bürgerblock. Wir kennen keine Gegensistze zwischen Bürgertum und Arbeiterschaft, wir kennien nur Deutsche, weil wir alle Kräfte des deutschen Volkes zusammenfassen wollen, darum werden die Harauf gerichtete Arbeit der neuen Regierung unterstützen. (Beifall rechts.) Abg. Frau Gohlke(Ruth Fischer)(Komm.): Die heutige Erklärung des Kabinetts Weisarp war wenigstens ein offenes Bekenntnis zur Monarchie, obwohl Herr Luther gestern die Tatsoche verschleiern wollte, daß sein Kabinett tatsächlich von den Deutschnationalen beherrscht wird. Die Soziakl= demokraten spielen Komödie mit ihrer Opposition. garauf, daß dig Verfastung für gas Eaptrete### ohne weiteres als vogelfr besondere Vorschriften für eine Aevergangsten#### der Aufsassung der Mehrheit des Aeltestenrates, geben hat. Der Gesetzgeber war nicht der Meinung, die Regierung in die Kundgebung des Landtags Komödie waren auch die nationalistischen Redensarten Westarps. Ihre Reden wollten nur die nationalen Kleinbürger davon ablenken, daß Deutschnationalen sie als Sklaven an das Auslkapital verkauft haben.(Beifall bei den Als die Rednerin von der Zuchthaus=Republik wird sie zur Ordnung gerusen. Die weilere Besprechung wird dann auf woch vertragt. Ohne Debatte wird darauf in allen drei gen der Gesetzentwurf über das Reichsschiedsamt, Streitigkeiten zwischen Aerzten und Kranken angenommen. Am ½46 Uhr vertagt sich das Haus auf Mittwoch 2 Uhr. Fläl suse hanean Cenecaeheng Sstseshangnshich zecizishe erklärt, daß der Ministerpräsident die„Entscheidung Landtags in Fragen des besetzten Gebiets sei zum dem Landtag überlassen neue Landtag haben Unternehmertum habe noch nie io viel verdiept zus hemmungslose Leidenschaftlichleit der Deuischnatigheute. Kleine Anternehmer und Handwerker sind beiseite geschoben worden. Die Wohnungs#wangs= wirtschaft sei die Wurzel der Korruntion. Gerade unter sozialdemokratischer Führung hätte sich der Karitalismus unverschämt breitgemacht. Daher weg mit einer Regierung, in der die Todfeinde des selbstständigen Mittelstandes sitzen.(Große Unruhe bei den Soz.) Ministerpräsident die Entscheidung Landtags erlassen müsse, welche Regierung der sersten Male am 9. Januar in so bedauerlicher Form hen wolle. Am schlechtesten geht es verlassen worden, daß dieser Tag zu den dunkeisten Mittelstand. Das Groß= Tagen unseres parlamentarischen. Lebens gehört. dentichen Bitetogd, o, pose(Zustimnnung bei der großer, Dienrheit).,„ Diese hemmungzlose Leibenschaftlichtent der Deutschnattenalen hätte man im besetzten Gebiet für unmöglich gehalten. And wenn auch Herr Dr. von Richter bei seinem Ausscheiden aus dem preußischen Kabinett auf dieselbe große Koalition warme Worte gesunden habe, könnten dann die Herren von der Deutschen Volkspartei dem Zentrum wirklich nicht nachfühlen, daß es ihrem Auftreten verständnislos wie einem unlösbaren Rätsel gegenübersteht? Und nach haru. Ferg. Regulierung der unteren Wupper. wp. Leichlingen, 20. Jan. Mit Rücksicht auf, die jüngste Hochwasserkatastrophe, die so großen Schäden verursacht hat, ist die Stadtverwaltung wiederum in Verhandlungen eingetreten, um den vor dem Kriege ausgearbeiteten Plan einer örtlichen Regulierung der Wupper wenigstens teilweise zur Ausführung bringen zu lassen. Gattenmordversuch. wp. Köln, 20. Jan. Ein Fabtikarbeiter hat seiner Ehefrau, um sie zu töten, mit einem Messer (Schustermesser) einen so schweren Stich in den Leib beigebracht, daß sie in Lebensgefahr schwebt. Der Mann wurde verhaftet. Schweres Automobilunglück. wp. Essen, 20. Jan. Ein schweres Antounglück ereignete sich in der Nacht zum Montag gegen ein Uhr in Stockum auf der Provinzialstraße Witten— Dortmund. Ein Personenaute mit sechs Insassen, drei Damen und drei Herren, in der Richtung Dortmund fahrend, überfuhr den Lehrling Walter Zimmermann und den Polizeibeamten Haake aus Stockum. Ersterer wurde schwer verletzt, während der Letztere anscheinend mit leichteren Verletzungen davonkam. Darauf fuhr das Auts gegen eine Mauer und einen Baum, wobei es vollständig zertrümmert wurde. Die Insassen wurden teils schwer, L## 967 ner der ras das Hahinett Brauu geleiset habe.. Ga. wenizger ernst als vor wenigen Wochen. Die neue wib. Wiebelstichen, 20. Jan.(Tel.) Lesun=! Dem Hause it inzwischten ein in Vorm eine, Go, Tgaorie bes Herrn von Campe im Reiche und in mittag wurde der Dreher Bechrann aus Rrüfliche: samt für setzentwurfes geleideter geneinlamer Preusen homagene Regierungsotene, zu etahlies mit durchschnittener Sehle auszsunden, Liestzann. eriasen„ Mbtruuewong zischen ein. ren, ist sehr gesächrlich, und Van Whlgzische, Wäaktez Iu Wiebelstirchen suchte er eit Famisie auf. B.; der Deuischaliensten und der Deuichzitter ens ad e welich ung Bi. De rde Ve,=Hgtiagz scheimn es un einem Sreit getlongen, V. L1. u1 sesanger Landtag wolle beschließen, das nach treipen“g.i die 1 Fe; Philsgen, Pbstrüktion Hesen Verlauf auch die Frau Regierun bb Berlin, 20. Jan.(Tel.) Dem Reichstag liegt folgende Billigungsformel vor: „Der Reichstag billigt, die Erklärung der Reichsregierung.“ Unterschrieben ist der Antrag von den Abgeordneten Schultz=Bromberg(DNV), Fehrenbach(Itr.), Dr. Scholz(2B) Fehr(Wp.), Leicht(BVp.). Die Sozialde mokraten haben einen Antrag eingebracht, der folgenden Wortlaut hat: „Die Reichsregierung besitzt nicht das Vertrauen des Reichslagsti Der von den Kommunisten eingebrachte Mißtrauensantrag lautet: „Die Regierung besitzt nicht das Vertrauen d des Reichstages, dessen, i. Reichsversassung bedarf.“ nach Artikel 54 der weniger eine Rechts „Ihrers Paste Poer Käcke ir handheirlcel 3i. mänen und Forsten, Dr. Wendorff, 7. der Minister für Handel und Gewerbe. Siering, 8. der Minister für Volkswohlfahrt, Hirtsiefer. Abg. Wulle(Nat.=Soz.): Der gegenwärtige Inhaber des Ministerpräsidentenpostens scheine auch nach dem echt demokratischen Gedanken zu handeln: Halte was du hast. Nach unserer Auffassung ist mit dem Vollmachtgeber, auch die Vollmacht erloschen, aber die ganze Frage ist viel als eine Machtfrage.(Zuruf: Gesche Große hygienische Ausstellung in Düsseldorf. wp. Tüsseldorf, 20. Jan. Im Zusammenhang mit dem großen Kongreß Deutscher Naturforscher und Aerzte veranstaltet die Stadt Düsseldorf im Jahre 1926 eine große hygienische Ausstellung. Nach dem ulcs genich eik Santicge ich. infolge Kurzschlusses in der elek CHU Strohdach der Weihnachtstripp= in Feuerlöschers gelang es, eine größere des Feuers zu verhindern. Brennendes Auto. wp. Geilenkirchen, 20. Jan. In hier auf der Kreuzstraße ein Lastau da auströpfelndes Benzin Feuer sing und auf das im Tank befindliche Benzin übergri## die Flammen haushoch emporloderten. V23. Berlin, 20. Jan.(Tel.) Am Regierungstisch sitzt zu Beginn der Sitzung niemand. Die große politische Aussprache zur Regierungserklärung wird fortgesetzt. Abg. Baccker(Du. Vp.) Die These des Ministerpräsidenten Braun. er brauche auch im neuen Landtag nur einem förmlichen Mißtrauensvotum nach Artikel 57 der preuß. Preußen auflösen und untergehen Verfassung zu weichen, droht den Landtag und das Wir haben um das Ziel zu kämpfen, Land in einen schweren Konflikt zu stürzen. DerMittelpunkt der völkisch=nationalen Redner erklärt, daß die These des Ministerpräsi=(Stürmische Heilrufe bei den Nat.=Soz, und auf der denten Braun der gesamten Struktur der preufischen Rechten.) Solange das System Severing besteht, ist Verfassung, wie dem Sinn und auch dem Wortlaut Preußen ein Balswerk des internationalen Geldder einschlägigen Bestimmungen widerspreche. Die judentums.(Großer Lärm.) Dem hailgf uac) Per sch vie 4 welchen Staat Sie zu erhalten beabsichtigen? waren doch anfangs ausgesprochene Gegner cußischen Staates, Sie haben stets den preuß sie des Staat lassen wollen.: welches im Idee steht. Barmat wurde Luther soll ebenfalls ersucht werden, in das Ehren= mender präsidium einzutreten. Zum Staatskommißar. stellung wurde der Oberpräfdent der Dr. Fuchs, ernannt. Ausland. Auflösung der Marinekontrollkommission. u Geuf, 20. Jan.(Tel.) Wie das Völkerbundsekretariat mitteilt, ging ihm eine Rote der Botschafterkonferenz zu, worin es davan verständigt wird, Kleve, 19. Jan. Eine schreckliche Liehestragedie sich in Nymwegen ab. Der Fabrikant Ophunsen stand mit seinem Dienstmädchen in zen, die dahin führten, daß die beiden, am den Dienstag nach Amerika zu flichen beschlassen. issar der Aus= Inzwischen reifte in dem Fabrikanten der Entstuuß Rheinprovinz. mit seiner Familie den Tod zu suchen. Er unterahm mit seinen Angehörigen, seiner Frau und zwe dern. eine Autofahrt und lenkte den Wagen mit ster Geschwindigkeit in die Waal, wobei das Ehergar schchsch e. Rechte mit erregten dauernd in BePräsidenten vermag vermag der gewalt. Durch ihn erst wird der Ministerpräsident Redner durchzudringen. Wir werden mit diesem gewählt, durch die Bekundung seines Vertrauens Schieberkonzern ins Gericht gehen. Mancher von können erst die Minister zur Amtsführung berechtigt Ihnen wird über diese Geschichte straucheln. werden. Die These des Herrn Braun will aber dem(Die allgemeine Unruhe steigert sich allmählich zu Staatsministerium eine größere Dauerhaftigkeit zu= einem wüsten Durcheinander. Von der Linken schreiben, als dem Landtag. Zwingend aber ist noch, kommen Rufe:„Lügner! Lügner!“) daß es sich hier zugleich um ein Recht des Volkes Nach längerer Zeit vermag sich Vizepräsident Dr. handelt. Herr Braun hat dies alles wahl auch selbst von Kries verständlich zu machen. Die Abgeordneten, gefühlt, darum bat er mit Hilfse von allerhand die sich um den Tisch des Hauses vor der RednerRechenkunststücken die Dinge so hinzustellen versucht, trihüne zusammengedrängt, nehmen langsam und als ob das preußische Volk bei der Wahl vom 7. tsgernd ihre Plätze wieder ein. ve Peg, geten Nur die Zusammenfalung allgr nationalen Kräfte ndt; he#Sraun zann uns helfen. Sie(nach zunis), ind nicht instande, ngcwohnliche, Heraus= Hiase Zusammenfassung zu bewirken. Wir glauben Dezumber sich für dig Politik der auss 9—1i41a zögernd ihre. Phg, Bezember sich für die Politik der großen Koalition 00CFp 497Zug und damit für die Politik des M gntschied. Das, ist eine ungewöhnliche, Heraus= diese Zusammenfassung zu bewirk forderung der Wahrheit. Herr Braun hat sich gegen an die preußische Zukunft.(Stürmischer Beifall und dauernde Heilruse rechts.) eine Mehrheit des Landtages ausgesprochen, um sich an der Macht zu erhalten. Herrn Braun kam die Erleuchtung erst, als er und Herr Severing die dringende Gefahr vor sich sehen, von ihren Plätzen weichen zu müssen. Wo bleibt hier Glauben und Treue?. Es handelt sich hier um die Fortfristung Abg. Haas(Soz.) erklärt, der eingebrachte Vertrauensantrag zeige, mit welcher Heuchelei von völkischer Scite gearbeitet würde.(Zurufe: und deutschnationaler!) Die AusRechte sei von poliasche is chlch e soste e. c e. des Versailler Vertrages durch die interallierte Militärkontrollkommission sichergestellt wird. Noch 656 Millionen Vollar Schadenersatzansprüche. wtb. Washington, 19. Jan., Durch Funkspruch. Die deutsch=amerikanische Kommission zur Prüfung der aus dem Kriege entstandenen Ansprüche hat noch 5079 Forderungen im Gesamtbetrag von 656 Millionen Dollar zu erledigen. Im Finanzausschuß des Repräsentantenhauses wurde von dem Gehilfen des amerikanischen Mitgliedes der Kommission mitgeteilt, 1026 Forderungen im Gesamtbetrag von 88 965 663 Dollar sei stattgegeben worden. 5823 Forderungen im Werte von 294 602 358 Dollar seien abgelehnt und 499 Forderungen im Gesamtbetrag von etwa 95 Millionen Dollar seien an das Staatsdepartement zurückverwiesen worden, da sie entweder zurückgezögen oder die Kommission sich für unzuständig erklärte. der 8 ensier ttner925 HeiAastrungen des Rednuane aunen ahelduen ui. Kasge schal Die Ridganst lalg ee, a. icht durch Sähelraselg, sogdern nux im Verhand; lungswege erreicht werden. Auch die Zentrumspartei sich einig in der Neherzeugung, daß die EntKahie iceh Während der die meisten Minister auf ihren Plätzen erschienen. Abg. Schreiber=Halle(Dem.) tritt den Ausführungen des Vorredners entgegen und bemerkt, daß Ministerpräsidenk Braun seine Pflicht auf das gröbste verletzt hätte, wenn er in der Frage der Nichträumung der Kölner Zone verzichtet hätte, vor dem Landtag den Protest der Staatsregierung zum Ausdruck zu bringen. Wir haben es in Wirklichkeit mit der Regierungskoalition der beiden Rechtsparteien zu tun, die uns aber auch das neue Programm schuldig geblieben ist. Wir müssen sehr bedauern, daß die Deutsche Volkspartei ihrem Die Finanzskandale. Aufsehenerregende Verhaftung in Kassel. * Kassel, 19. Jan. Heute nachmittag wurden die früheren Inhaber der Firma Manus Katzenstein und der Leiter der Bankabteilung der Landeskreditkasse, Landesrat Dr. Werner Poppe verhaftet, weil gegen sie ein Strafantrag wegen Bestechung und Betrug vorliegt. Es sei vorweg bemerkt, daß durch die Kreditaktionen keine finanzielle Schädigung der Landeskreditkasse eingetreten ist. Klage des Preußischen Pressedienstes. wib Berlin, 20. Jan.(Tel.) Der amtliche preuß. Artikel der Vervom siedienst nur Die Mehrheit einen Pfennig erhalten habe. Niemals habe der ged's prezhirgeze, Volles stebe auf, zzerz, Bodzgr##r ringste Kontatt zwischen dem amtlichen preußischen Remstit und ser genile den Aage. ütr ie u ühren, Gses= 89193. schurhzieg. Plher Preäich Abg. Koch=Oennhausen(Heutschnat.) einer erwidert, seine Partei nehme den Kampf auf. Wenn;stande der Volkswille sich neu auspräge, müsse die Regierung die sei sich einig in der Ueberzeugung, daß Diszsut Pressedienst erklärt gegenüher dem Artikel der Ber wicklung der Dinge im Reiche große ausenpolitifug liner Börsenzeilung in ihrer Morgennummer vam Gefahren in sich berge, Das Reichganzssen Leiziglich 20. Januar, daß der amtliche preußische Pressedienst die verfassungstreuen„Parteien,, besonders„guch die niemals von seiten des Barmatkonzerns, auch nur Sozialdemakrateg,„zusammenhalten. Die„Mehrheit 1915 ist würdig= Opier ringiste Kontatt zwischen dem amtlichen preußischen J6, 23. Pgrsgrst, Fodesopfer des am 22. Pressedienst oder irgendeinem seiner Mitarbeiter 1921 durch Selbstmord geendeten Karl einerseits und dem Barmatkonzern andererseits be= Münsterberg geworden sind. Die Getöteten werd stonden. Der Leiter des amtlichen preußischen Presse= der Verössentlichung namentlich angeführt; es dienstes hat seine vorgesetzte Behörde bereits ersucht, in der Regel Männer im Alter von 40 bis 60 Ja und eine Tochter von 13 Jahren den Ted während das jüngste Kind, ein Mädchen no ren, das durch den Sturz scheinbar aus dem geschleudert worden mar, mit schweren Sch letzungen, aber lebend aus der Wiagl###ong werden konnte Kurz ua.h,demt Un v isue Geliebte des Fabrikanten, sich das Leben konnte aber gerettet werden. Sie wurde Polizei übergeben, die das Mädchen nach ihrem matort(Essen) überweisen wird. Das geheimnisvolle Auto. wp. Kirn(Nahe). 20. Jan. Ein geheimnis### Auto treibt in dem benachbarten Hochstelten einiger Zeit sein Unwesen. Schon wiebe dasselbe dort aufgetaucht, hielt mitten in meist abends plötzlich still und zus in liebens ster Weise zur Mitfahrt ein. Bis jetzt hat noch nicht gefunden, da sich die Eingeladenen immer noch rechtzeitig durch die Flucht entzogen. Die Autofahrer, anscheinend drei gerissene Gauner, haben es auf junge Frauen und Mädchen abgesehen. Daraus dürfte auf Mädchenhändler zu schließen sein. Der Wagen fährt ohne Erkennangszeichen. Geldklemme des sächsischen Bauernbundes. wp. Berlin, 20. Jan. Nach einer Meldung der Deutschen Tageszeitung aus Dresden ist der sächsische Bauernbund in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Man spreche von über 50.000 Goldmark ungedeckter Fehlbeträge, die sich hauptsächlich aus den Spareinlagen kleiner und kleinster Landwirte zusammensetzen. Der Aufenthalt des Direktors des Bauernbundes, Walther, sei unbekannt. Erdichteter Raubüberfall. bb. Berlin, 19. Jan. In bewußtlosem Zustande wurde in der vergangenen Nacht in der Bouchestraße, am Treptower Park die jünfzehn Jahre alte Charlotte Futh aus der Schmollerstraße aufgefunden. Das Mädchen gibt an, von einem unbekannten Manne niedergeschlagen und beraubt worden zu sein. Bei ihrer Vernehmung durch die Kriminalpolizei verwickelte sich das Mädchen in Widersntüche und gab schließlich zu. den Ueberfall vorgetäuscht und die Verletzungen sich selbst beigebracht zu haben. Die Bestie von Münsterberg. * Glatz, 19. Jan. Die Oberstaatsanwaltschaft veröffentlicht zum Fall Denke eine Mitteilung, in der festgestellt wird, daß nach den bisherigen Exmittlungen##0 Personen Todesopfer, des am 22. Dezember sch Tashzeugd agandeter Sarl Denke in werden in es sind Jahren. Benugl die Leihvionwoldes der Bachhanbtung aaf Braus, Bahnhosstlaße 81 Nr. 17(Zweites Blatt) Schwerter Zeitung Mittwoch, 21. Januar 1925 Zwei Sprüche. Von Otto Ernst. Die große Uhr. Wohin dein Finger auch den Zeiger zwang, Der Meister hat die Uhr nach rechts gericht't. So geht die Welt den einen, rechten Gang, Und uns're Narrenhände ändern's nicht. Ermunterung. Mit neuer Saat den Acker nur beschwert! Und treue Müh' ihm bis zur Frucht geschenkt! Es wird ein Volt nicht fehlen, das er nährt, Ein Herz nicht, das des Säemanns gedenkt. Die Tage in Angarn. Von Waldemar Qnaiser. Ungarns Lage ist durch die Tatsache getenn zeichnet, daß der Zusammenbruch wertvolle Teil und reiche Provinzen dem Lande entriß, ein Vor gang, der durch den sogenannten Friedensvertrag sanktioniert wurde. Hinzu lam die Karolyi=Regie rung und das Sowjet=Regime, Entwicklungen, di nicht allein menschliches Leid über das Land und die Nation brachten, sondern den gesunden wirt schaftlichen Boden maßlos erschütterten. Diese Umstände muß man berücsichtigen, will man zu den verschiedenen Einzelerscheinungen Stellung nehmen, die in den letzten Zeiten in Un garn eine Rolle spielten, die aber bei aller Kritik zeigen, daß der Gesundungsprozeß weitere Fort schritte macht. Es mag gewiß seltsam sein, daß unter der Ministerschaft Stefan Szabos ein schwungh Handel mit Lizenzen betrieben wurde, daß der Sekretär Ludwig Estüdt Bewilligungen befürwortete, die zu erhalten waren, wenn entsprechende Beträge erlegt wurden. Gerade diese Vorsalle, die schließlich mit der Aburteilung Esküdts und seiner Helfershelfer endeten, werfen ein eigenactiges Licht auf ein Wirtschaftssyntem, das allzu sange an die Fesseln des Zwanges gebunden war. Es zeigt sich, wie so oft im Kriege und unmittelbar in der Nachkriegszeit, daß die Zwangswirtschaf: Elemente in den Vordergrund bringt, die strupellos der Situation gewachsen sind, während der legitime Handel zerstört oder mit einer Seucht behaftet. kümmerlich sein einstmals gutes Handwert weiterführt Noch schlimmere Folgen als di. Zwangswirt schaft, die sich im Zustande des Ahnane= befindet, ergab die psychologische Zerrüttung. Leute, die damals gerufen wurden, als es notwendig war, Ungarn die bürgerliche Freiheit wiederiubringen. machten sich nach Liquidierung der Somet Herrlichkeit die Rolle der„Reiniger“ iu eigen, die rück sichtslos den Bürgerkrieg im Innern weiterführen wollten. Das Bombenattentat gegen den Elisaberhstädter Klub, dem acht Menchenletzen zum Opffielen, ist noch in frischer Erinnerung, ebenso oie Anschläge auf die Oberstadthauptmannschaft und die französische Gesandtschaft. Di. Haumschuldigen die kürzlich vor dem Gerichte stangen, und erst nach mühevollen Erhebungen ermittelt werden konnten. Marffy, Marosi und Rade, wurden ver: urteilt: Marffy und Marosi zum Tode durch den Strang. Die Leute mögen wirklich der Ansich: gewesen sein, daß es heute noch möglich ist, mit Pistolen und Bomben die Wiederaufrichtung U. Selest geschmirer.. Roman von A. v. Trystedt. 48. Forlsetzung.(Nachdruck verboten) Das Gesichtchen der Genesenden färbte sich rosenrot, sie barg es an der Brust der jungen Frau „Ach, Tieli, ich habe ihn unendlich lieb und bin Reinhold treu bis in den Tod. Ih vergehe vor Sehnsuch:, e was von ihm zu erjah en. Weiß er, daß ich schwerkrant war? Hai er dir Grüße für mich aufgetragen?“ Klothilde lüßte die rosigen Wangen der Kom tee und richtete sich auf. „Reinheld schmachtet ja im Gesängnis, Kind unter dem schrecklichen Verdacht, deinen Oheim er merdet zu haben aber Anneliese, um Him mels willen Bald waren die Wärterin. di. Zofe und eines der Zimmermädchen zur Stelle. Annelieie wurde wieder zu Bett gebracht, ein Bote zum Dotto; g: schic.#und inswischen alles aufgebolen, um die Bewußllose in: Leben zurückzurafen. Blank hatte dem Grafen sofort Mitteilung von dem Gescheienen gemahl, und dieser betrat unn haftie Annelieses Salen und re' der weinmden Klotl ilde zu: Wie an jenem Abend, wo Cgei dem jungen Midherr so shonungslo: Mttelm; vor der E mergung des Schloßherrn gemacht hatte, brach die Kemtesse auch heute zusammen. Sie erbleichte so sah, daß der letzte Blutstre#fen an; ihren Wangen zu schwinden schten. Ihr Kopf sant hattlos zur Seite. Die junge Frau hielt eine Olmmähtige in den Armen. Entsetzt schrie sie auf, strich Annelieses Schläfen, rief sie mit den zärtlichsten Namen, doch kein Alem zug drang ihr aus den halbgeöffneten, bläulich gefärbten Lippen entgegen. nister a. D. Proj. Dr. Bleyer stehen. Beide Namen bürgen dafür, daß die Regierung in Zu kunft die kleinen Ungeschicklichkeiten in der Ab fassung wichtiger Verordnungen verbessern wird. damit nicht das ehrlich: Wollen der obersten Behörde durch ungebührliche Handlungen bei den unteren Amisstellen illusorisch gemacht wird. Sieht man die Lage Ungarns in großer Linie. dann kann man wohl ruhigen Gewissens behaupten, daß insbesondere die im letzten Jahre gemachten Fortschritte die Behauptung festigen, daß Ungarn am besten Wege ist, auf gutem Fundament am europäischen Wiederaufbau teilzunehmen. Königin Zita heiratet wieder? Pester Blätter bringen die Nachricht, daß die Königin Zita sich mit dem Plan einer Uebersiedtung nach Ungarn trage. In einer Versammlung der verbündeten oppositionellen Parteien enthüllte der demotratische Abgeordnete Dr. Vinzenz Nagy diesen Plan. Die Königin soll beabsichtigen, sich mit einem ungarischen Aristokraten zu verehelichen und nach der Trauung als ungarische taatsbürgerin samt ihren Kindern nach Ungarn zu übersiedeln. Die ungarische Regierung könne in diesem Falle die Aebersiedlung nach Ungarn nicht mehr verbieten. Zita könne sich bei den Grotzmichten darauf berufen, daß sie nun als Gemahlin eines gewöhnlichen ungarischen Staats bürgers, nicht aber als die Witwe des Kaisers nach Ungarn zurückkehrt. Von keiner Seite wird dieser Plan einer Wiederverehelichung bestritten. Ueber die Person des zukünftigen Gatten werden verschie dene Gerüchte verbreitet. Man spricht davon, daß Zita den ehemaligen Hofmeister König Karls, den Grafen Joseph Hunyadi, heiraten wolle, der sie auch in die Verbannung begleitet hatte, und dessen Ahnen in Ungarn Könige und Reichsverweser waren, und die ihr Geschlecht vom König Matthias I. ableiten. Man spricht auch von einem Grafen Csekonich und sogar von dem alten Grafen Julius Andrassy, dem Führer der ungarischen Legitimisten. Es wird auch der Fürst Esterha'zy genannt, in dessen Schloßz Karl und Zita nach dem mißlungenen Putsch Unterkunft gefunden hatten. Sctwerte und die Ereignisse von 1848 In dem prächtigen Werk des Iserlohner Gym nasial=Professors Dr. Köster„Die Iserlohner Revolution und die Ereignisse in der Grafschaft Mart“. finden wir über die Vorgänge in unserm lieben chwerte u. a. folgendes: Seit Sonnabend. 27. März 1848, wehl von der höchsten Spitze unseres imposanten Kirchturms das dreifarbige Reichsbanner. Ein herrlicher Anblick, es im Winde flattern zu sehen, bald mit der metallenen Wetterfahne sich verhaspelnd. bald sich wieder freimachend, von den Strahlen der Sonne beleuchtet, einer Feuerflamme gleich. Der Sonnabend war ein rechter Festtag für unsere Stadt. Um 10 Uhr morgens setzte sich der Zug in Bewegung. Voran mit ihrer deutschen Fahne die wackeren, vom Geiste der Zeit mächtig angeregten Turner, die Rektoratschüler, dann das 18 Ellen lange schwarz=rot=goldene Banner und hinter. ihm der kräftige Sängerbund und die kernige Bürgerschaft. Unter Musik und Gesang wurde durch alle Straßen gezogen und auf dem Marktplatz Halt gemacht. Hier brachten Bürgermeister Gravemann, Kaufmann Beckhaus und Amtmann Mittsdörfer in begeisterten, von Herzen kommenden Worten dem Könige, unsern in Berlin für die Freiheit gefallenen Brüdern und der deutschen Einheit ein Hoch, das Tausende von Stimmen in edler Begeisterung mehrfach wiederholten. Nachdem das Banner auf dem Kirchturm prangte, wurde zur Bildung einer Bürgerwehr geschritten, und jeder eilte, sich einzuschreiben. Noch an demselben Abend zog die Wache auf; Freude und Fidelität war in der ganzen Stadt, Exzeß aber nirgends zu finden. Die sich in diesen Worten kundgebende Begeisierung für die neue Zeit hielt aber ebenso wenig lange vor, wie die 18 Ellen lange Fahne. Schwerte war von jeher eine königstreue Stadt, und als es tlar wurde, daß die republikanisch Gesinnten die neuen Errungenschaften und Ideen nur benutzten, um in den niederen Volksschichten die Hoffnung zu erregen, auf Kosten der Besitzenden ihre Lage zu verbessern, erhob sich in dem größeren und besseren Teil der Bürgerschaft ein Sturm der Entrüstung. Es entstanden nun zwei Parteien: die„Preußen“ und die„Demokraten". Beunruhigt durch aufrührerische Reden und Versammlungen der letzteren bei einem gleichgesinnten Wirte, traten die Gut gesinnten zu einer Bürgerwehr zusammen, deren Mitglieder in Abteilungen jede Nacht die damals noch nicht beleuchteten Straßen durchzogen. Man besorgte, daß die Ausgeregten das Eigentum schä digen, wohl gar die Häuser anzünden möchten. Anführer der Patrouillen waren die„Schichtsmeister“ Politische Vereine bildeten sich nicht; aber auf einer Weide am Brückentor wurde die Bevölkerung über die Tagesfragen auf dem Laufenden gehalten. Den evangelischen Geistlichen Pfr. Schütte, Gracve und Niepmann gebührt das Verdienst, diese Versammlungen einberufen zu haben. In feurigen Reden und Ansprachen mahnten sie und andere Männer aus der Bürgerschaft zum Aus harren in Liebe und Treue zum rechtmäßig angestammten König. Manch' kräftiges patriotisches Wort ward da gesprochen. Besonders wird eines einfachen Mannes, des großen Schulte von der Kampstraße Erwähnung getan, der mit seinem schlagfertigen Witz das Unsinnige der meisten Forderungen des alles begehrenden großen Hausen: an den Pranger zu stellen verstand. Aber auch aus besseren Gesellschaftskreisen wähn. ten mehrere Bewohner, es sei die Zeit gekommen, des alten Reiches Herrlichkeit wieder aufzurichten. Vom allgemeinen Taumel hingerissen, konnten sie es nicht vermeiden, mit den kommunistischen Elementen gemeinsame Sache zu machen, fanden in dessen bei dem besser gesinnten Teil der Bürgerschaft kein Entgegentommen. Unter den Radikalen tat sich besonders der Arzt Dr. Crone hervor. Er hielt Ansprachen revolutionären Inhalts und forderte auf dem Marktplatz, kurz bevor es in Iserlohn„losging“, die Menge auf, dorthin zu ziehen und mit den Freischärlern gemeinsame Sache zu machen. Als ihm aus dem Zuhörerkreise entgegengehalten wurde, er solle dann aber auch zunächst den Anfang machen, er habe aber überhaupt nicht den Mut dazu, nahm er das ruhig hin. Seine Aufforderung hatte denn Mein Himmel, wenn sie die noch der höchsten Schonung Bedürftige durch ihre Unvorsichtigkeit getölet hätte? Sie war selbt dem Umsinken nahe. begann jedoh laut und verzweifell um Hilfe zu rufen und der Zufall wollte, daß Blanla vorüberging und sie hörte. „Ist meine Kusine aus der Ohnmacht erwacht? Klothilde weinte so bitterlich, daß sie nicht ant worten lonnte. Sie machte sich selbst die größten Vorwürfe und begriff jezt nicht, daß si: so underacht hatte sprechen können. Aber die Todesangst um das Schicksal ihres Bruders hatte sie kopflos gemach:. Auch die freudige Erregung wa: schuld gewesen des Glüc, Anneliese nun wirklich Schwester nennen zu dürfen. In der eisten Venürzung dachte sie nicht daran, twas in Abrede zu stellen oder gar zu verheim lichen. Stammelnd, immer wieder von Schluchzen unterbrochen, teilte sie wahrheitsgeiren. mit, was sie Anneliese ohne alle Vorbereitung zugerufen hatte. Egen hörte ihr mit finster gekrauster Stirne zu. „Arme Anneliese.“ seufzte Blanka vom Fenster berüber. „Wenn dieser Zwischenfall ernste Folgen hat so mach; ich Sie dafür verantwortlich. Baronin Sch hab: Ihren dringenden Vitten nachgegeben und Ihnen die Kranke anvertrant. Wünschen Sie auch serner in Anneliefes Nähe zu bleiben, so ge statte ich es nur unter der Bedingung, daß Sie sich auss genaueste nach meinen Intentionen richten Meine Kuf ne ist ein überaus zartes Geschöpf. fentlich überwindet sie den Rückfall, ohne daß un heilvolle Folgen daraus entstehen!“ Klothilde nickte, sie war ganz verzweifelt. Wie viel Unheil hatte dieses unbedachte, vorschnelle Wesen, zu dem sie sich oft hinreißen ließ, nun schon angerichtet! Und sie dachte reuevoll an den fernen Gatten, welchem sie auh so manhe unerquickliche stunde dadurch bereitet hatte. „Ohne mir ein Urteil über den Mörder meines Oheims anzumaßen,“ sagte Egon hochmütig,„bin ich doch felt überzeugt, daß Ihr Bruder schuldig gesprochen werden wird. Auf jeden Fall muß er ür Anneliese ein Toter sein und bleiben. Ich wünich:, daß meine Kusine in dem Glauben bleibt, Onkel Harold sei eines natürlichen Todes este ben. Später lann ihr dann mitgeteilt wer den, daß der Ingenieur Schellien nicht mehr unter den Lebenden weilt. Ich will nicht, daß die ganze Zutunft des armen Kindes durch diesen unseligen Liebesroman zerstört wird. Reinhold Schellien ist lot für Anneliese, ob er nun im Zuchthause büßt, oder duch genug davon. Wenn Sie geloben. Baronin, Ihre Gespräche mit der Komtesse ganz in meinem Sinne einzurichten, so habe ich nichts dagegen, daß Sie in die Krankenstube zurüllkehren. Ich werde auch unseren Leuten die notwendigen Anweisungen geben. Ueber den Tod des Mannes. dem ihr junges Herz sich zugewandt hatte, wird die Komtesse heftigen Schmerz empfinden. Doch die Zeit lindert solche Wunden; es ist besser, sie betrauert ihn als einen Toten. als daß sie erfährt, daß er der Mörder ihres teuren Oheims ist.“ Klothilde wagte nicht zu widersprechen, sie konnte dem Grafen auch nicht so ganz unrecht geben. Ob ihr armer Bruder verurteilt wurde oder nicht, seine Zutunft war vernichtet, sein Leben verfehlt. Ob es ihn retten konnte, wenn man erfuhr, daß er Annelieses wegen in den Schloßpark gekommen war? Oder ob man auch hierin ein neues Mo ment für seine Schuld fand? „Ich muß darauf bestehen. Frau Baronin, daß Sie eine unumwundene Erklärung, ein festes Versprechen geben.“ Klothilde schraf zusammen. Blieb ihr denn ein Ausweg? Sie wollte so gern in Annelieses Nähe sein, sie hatte das junge Mädchen so herzlich liebgewonnen. Und vielleicht Gottes Natschlüsse sind unerforschlich gab es doch noch eine Ret tung für Reinhold. Konnte nicht noch in letzter Stunde, ehe das Urteil gesprochen, eine unvorhergesehene Wendung eintreten? „Ja,“ sagte sie klanglos,„ich werde mir Ihre Wünsche zur Richtschnur nehmen und danach handeln.“ Als sie sich zum Gehen wandte, erschien der Arzt.„Das war ein böser Anfall,“ sagte er.„das Herz schlug kaum mehr. Jetzt atmei die Kranke wieder, ohne jedoch zum Bewußtsein gekommen zu sein. Was ist denn nur geschehen?" „Es wurde in Annclieses Gegenwart von dem Morde gesprochen,“ entgegnete Egon rasch, und das hat die Arme so tief erschüttert. Ich habe nun angeordnet, daß meine Kusine in der Täuschung erhalten wird, daß Onkel Harold ruhig in seinem Bette gestorben ist. Von dem ganzen Prozeß darf sie nichts erfahren.“ „Sehr lobenswert, Herr Graf; der Gedanie macht Ihnen alle Ehre!“ Egon lächelte geschmeichelt.„Ich vin ja doch verantwortlich für meines Oheims Liebling, da wird man dann erfinderisch.“ Klothilde hatte sich geräuschlos entfernt. 18. Kapitel. Hauptsächlich auf Annelieses Wunsch hatte man einen Tannenbaum geschmückt. „Die Kinder sollen ihre Weihnachtsfreude haben.“ sagte sie,„ich handle damit nur im Sinne unsers lieben, seligen Onkels. Niemand kann iyn tiefer und schmerzlicher betrauern, als ich. Aber an dem Bäumchen habe ich trotzdem meine Lust. Und nun erst die Kleinen! Was sie wohl zu all' den schönen Dingen sagen werden?" s Fortsatzung folgt. Joultieg auch keinen Erfolg. Kein Bewohner von Schwerte hat sich an dem Aufruhr in Iserlohn beteiligt. Als das Gewitter in Iserlohn sich immer mehr zusammenzog. kamen plötzlich 100 Soldaten aus Münster in Schwerte an. Eben waren sie in ihren Quartieren, da wurde Generalmarsch geschlagen, und es hieß, die Freischärler kämen von Hagen nach hier. Das Militär stand schnell bereit auf Fleitmanns Kamp am Ostentor und wartete der Dinge, die da lommen sollten; auch die Einwohner der Stadt waren meist mit hinausgezogen. Da wurde plötzlich in der Stadt wieder Generalmarsch geschlagen, diesmal von einem Demokraten. Die sicht lange. Der damals eben neugewählte Bürgermeister hört den Kriegsruf, trifft den Trommler bald, erfaßt ihn mit einer Hand am Rockkragen, mit der andern am Hosenboden, hebt ihn auf und wirft ihn mit mächtigem Schwunge in den Rinnstein. Wahrscheinlich meinten die aufgeregten Köpfe, wenn die Insurgenten anrückten, sei auch ihre Stunde gekommen. Aber weder ein Hagener noch ein Iserlohner ließ sich blicken. Zur Vorsicht war jedoch eine Bürgerwehr an der Ruhrbrücke aufgestellt. Einige überängstliche Gemüter waren auf alle Fälle in die sogen. „Kuhstallssiepen“, eine verborgene Schlucht im Schwerter Walde, geflohen. Flüchtlinge aus Iserlohn kamen verschiedentlich; besonders erwähnt wird Pastor Josephson, der auf Haus Villigst veim Freiherrn v. Elverfeldt gastliche Aufnahme fand. Nach dem Himmelfahrtstage trat bald wieder völlige Ruhe ein, und die gutgesinnte Bürgerschaft war dankbar, wieder in Frieden und Sicherheit ihren Geschäften nachgehen zu können. register eingetragen stehen und zur Gewerbesteuer veranlagt sind. Wer Kaufmann ist, bestimmt§ 1 des H. G. B. (sogen. Mußkaufleute), wo die Grundhandelsgeschäfte aufgezählt sind. Weiter kommt nach SS —00 Ein Lippe=Gesch Dem Landtag ist vom Landwirtschaftsminister der Entwurf zu einem Lippe=Gesetz zugegangen, nach dem für das Niederschlagsgebiet der Livpe unterhalb Lippborg bis zur Mündung eine Genossenschaft mit dem Namen„Lippe=Verband“ gebildet wird. Die Genossenschaft hat zur Aufgabe: 1. die Verwaltung des Wasserschatzes im Genossenschaftsgebiete, sowie die Herstellung, die Un terhaltung und den Betrieb von Anlagen für die Erhaltung und Ausnutzung des Wasserschatzes; 2. die Unterhaltung des Wasserlaufs und der Ufer der Lippe, unbeschadet der§§ 119 bis 121, 124 des preußischen Wassergesetzes, sowie die Erhaltung der Schiffbarkeit der unteren Lippe; 3. den Schutz und die Förderung der Landeskultur und der Wasserversorgung; 4. die Regelung der Vorflut in der Lippe und ihren Nebenläufen und den Hochwasserschutz; 5. die Abwasserreinigungsgenossen sind: 1. das Reich für die künstlichen Wasserstraßen, soweit sie aus der Lippe gespeist werden, und den Altrhein unterhalb der Lippemündung; 2. das Land Preußen als Unterhaltungspflichtiger der Lippe und ihrer Ufer; 3. die im Genossenschaftsgebiete liegenden Stadtund Landgemeinden und Gutsbezirke; 4. die Eigentümer der im Genossenschaftsgebiete liegenden Bergwerke;„ die Wassergenossenschaften und Deichverbände. Der Vorstand besteht aus 12 Mitgliedern, von denen 2 der Rheinprovinz angehören müssen. Neun Mitglieder, darunter der Vorsitzende und sein Stellvertreter, werden von der Genossenschaftsversammlung gewählt, Reich- und Preußen bestellen je ein Mitglied. Hierzu tritt der geschäftsführende Beamte der Genossenschaft. Ein Mitglied muß Landwirt sein. Für jedes gewählte Vorstandsmitglied ist ein Stellvertreter zu wählen. Die Genossenschaftslasten sind durch Beiträge der Genossen aufzubringen. Es kommen hierbei in Betracht die Stadt= und Landkreise: A. Provinz Westfalen: a) Regierungsbezirk Arnsberg: Stadtkreise: Dortmund und Hamm, Landkreise: Lippstadt(Ahse), Soest, Hamm=Land, Hörde= Land, Dortmund=Land; b) Regierungsbezirk Münster: Stadtkreise: Recklinghausen, Gladbeck, Buer, Landkreise: Beckum Münster, Coesfeld, Lüdinghausen, Borken, Recklinghausen=Land; B. Rheinprovinz: e) Regierungsbezirk Düsseldorf: Landkreise: Dinslaken, Rees. zur Handels= und Handwerkskammel Von Walter Wetzig, Dortmund, cand. jur. Die Auffassungen über die Beitragspflicht zur Handels= und Handwerkskammer sind nicht einheitlich, da es genaue gesetzliche Bestimmungen hierüber nicht gibt. Auch ist nach Angabe der ommissionsberichte(Berichte der Reichstagskom mission zur Beratung des H. G. B. und der G. O.) absichtlich von festen Normen Abstand genommen worden, weil in strittigen Punkten von Fall zu Fall unterschieden werden soll. Es muß deswegen auf Grund der wenigen gesetzlichen Bestimmungen und durch die gegebene Rechtsprechung ein Ausweg in dieser so wichtigen Frage gefunden werden Zunächst soll festgestellt werden, wer zur Han delskammer beitragspflichtig ist. Grundlegend ist der§ 3, Adsatz 2 des Handelskammergesetzes. Nach dieser gesetzlichen Bestimmung kommen nur Kaufleute in Betracht, die im Handeldieses Gesetzes der Gewerbebetrieb des Sollkaufmanns in Frage. Man versteht darunter ein gewerbliches Unternehmen, das nach Art und Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert, auch, wenn die Voraussetzungen des§ 1 Absatz 2 nicht vorliegen, und zwar gilt dieses gewerbliche Unternehmen als Handelsgewerbe, sofern die Firma des Unternehmers in das Handelsregister eingetragen ist. Die Eintragung kann in diesem Falle erzwungen werden(§ 14 HGB.), da den Unternehmer eine Pflicht zur Eintragung trifft.§ 2 HGB. setzt also ein gewerbliches Unternehmen mit gewissen kausmännischen Einrichtungen voraus, wie sie sich aus dem Kaufmannsgewerbe selbst herausgebildet haben. Diese Einrichtungen dienen zur Erziehung von Ordnung und Uebersicht für alle bei dem Betriebe beteiligten Personen. Es sollen damit besonders die Kunden, die Hilfskräfte und der Unternehmer elbst von allen denjenigen Nachteilen geschützt werden, die die mangelnde Ordnung und Ueber sichtlichkeit im Gefolge haben können.(D. 8.) Dazu gehört vor allen Dingen die Buchführung, ferner das Kopieren und Aufbewahren der ein= und ausgehenden Korrespondenz, gesonderte Kassabücher mit Kontrolle, cotl. Warenbücher und=Konten v. dergl. mehr. Trotz alledem ist damit nicht gesagt, daß nun alle in einem Großbetrieb üblichen Bücher geführt werden müssen. Liegen also Voraussetzungen dieser Art vor, so gilt ein derartiges Unternehmen als kaufmännischer Betried. Ergänzend sei hier bemerkt, daß die Kaufmannseigenschaft hier, abweichend von§ 1 HGB. erst mit der Eintragung beginnt, sie ist aber nur von der Eintra gung der Firma, nicht des jeweiligen Inhabers oder, bei einer Veräußerung des Geschäfts mit einer Firma, von der Eintragung des Gewerbes abhängig. Art und Umfang ist also hier das Aus. schlaggebende. Feststellungen der oben erwähnten Art unterliegen ganz dem freien Ermessen und einer sachlichen Würdigung des Registerrichters. Als weitere Kategorie reihen sich die sogen. Kannkaufleute im Sinne des§·3 Absatz 2 HGB. an. Hierunter fallen die mit der Land= und Forstwirtschaft verbundenen Nebengewerbe. Vor aussetzung ist auch hier wieder ein nach Art und Umfang kaufm. eingerichteter Geschäftsbetrieb. Es darf sich auch um keinen Zwergbetrieb handeln und ebenfalls kein ausschließlich handwerksmäßig betriebenes Nebengewerbe vorliegen, denn dann wäre eine Eintragung hinfällig. Unter die Ausnahmevorschrift des§ 3 Abs. 2 HGB. fällt also nur das mit dem Betriebe der Landwirtschaft verbundene Unternehmen, das nur ein Nebengewerbe des landwirtschaftlichen Betriebes darstellt, also mit diesem als dem Hauptgewerbe derart im Zusammenhang steht, daß es in ihm seine wesentliche Grundlage und Stütze hat und im Verhältnis zu ihm als Nebensache erscheint. Der Inhaber eines diesen Erfordernissen entsprechenden Unternehmens hat das Recht— kann aber nicht verpflichtet werden—, sich eintragen zu lassen. Hat er seine Firma eintragen lassen, so wird der Landwirt nur für das betr. Nebengewerbe Kaufmann. Die Inhaber der so geschilderten Unternehmen gehören also, wenn sie im Handelsregister eingetragen und zur Gewerbesteuer veranlagt sind, zur Handelskammerorganisation. Nicht zur Handelskammer, sondern im Rahmen des§ 103 1 der GO. zur Handwerkskammer gehören die Kleingewerbetreibenden und Handwerker des§ 4 HGB. Dies Bestimmung besagt, daß die Vorschriften über die Firmen, Handelsbücher und Prokura auf Handwerker, sowie auf Personen, deren Gewerbebetrieb nicht über den Umfang des Kleingewerbes hinausgeht. keine Anwendung finden. Hiervon werden die sogen. Minderkaufleute betroffen, d. h. Personen, die zwar ein Handelsgewerbe betreiben, also Kaufleute sind, gewissen handelsrechtlichen Be stimmungen aber nicht unterliegen, weil ihr Betrieb über den Umfang des Kleingewerbes nicht hinausgeht. Die Anwendung des§ 2 ist in diesem Falle ausgeschlossen, es sei denn, daß das Unter nehmen selbst über die Grenze des Handwerksbetriebes hinausgewachsen und zur Fabrik geworden ist. Dieses wird mit dem Vorliegen der Voraussetzung des§ 2 vielfach, aber nicht stets zusammenfallen. Wenn man den Gedankengang weiter verfolgt, kommt man zu dem begrifflichen Unterscheidungs merkmal zwischen Handwerk und Fabrik. Die be griffliche Abgrenzung wird nicht nur durch die Größe des Umsatzes und die Art der Weiterveräu ßerung(ob nach anderen Orten, an Zwischenhänd ler usw.), sondern durch die ganze Einrichtung des Betriebes bestimmt. Gesetzliche Bestimmungen fehlen auch hier. Der Gesetzgeber hat den Kommis sionsberichten(wie oben) zufolge absichtlich eine Lücke gelassen. Es soll ganz dem Einzelfall überlassen bleiben, und doch hat gerade diese Frage schon unheimlich viel Schwierigkeiten in der Recht sprechung und besonders bei den in Betracht kom menden Wirtschaftskreisen hervorgerufen. Es wird sich wohl auch kaum eine einigermaßen haltbare, eindeutige Definition finden lassen. Ohne hierauf näher einzugehen, soll nun zu der Frage übergegangen werden, inwieweit die Handelskammer ein berechtigtes Interesse an den im Handelsregister eingetragenen handwerks mäßigen Betrieden hat. Grundsätzlich sind also Handwerker sowie Personen, deren Gewerbebetrieb über den Umfang des Kleingewerbes nicht hinausgeht, von der Eintragung im Handelsregister ausgeschlossen(vergl. dazu die Denkschrift der Handelskammer Leipzig 1907, Seite 19). Aber trotzdem findet man sehr häufig auch handwerksmäßige Betriebe im Handelsregi ster eingetragen, und zwar findet das seine Erklärung aus Gründen, die unten näher erörtert werden sollen. Die Tatsache der Eintragung ist jedoch für die Handelskammer nicht ohne weiteres maßgebend, sondern es ist nachzuprüfen, ob der Eingetragene auch wirklich Kaufmann im Sinne des HGB. ist. Die Bestimmung des§ 5 HGB.: Ist eine Firma im Handelsregister eingetragen, so kann gegenüber demjenigen, welcher sich auf die Eintragung beruft, nicht geltend gemacht werden, daß das unter der Firma betriebene Gewerbe kein Handelsgewerbe sei, oder daß es zu den im§ 4 Absatz 1 bezeichneten Betrieben(d. h. Minderkaufleuten) gehöre“ kommt für öffentlich=rechtliche Beziehungen nicht in Betracht, sondern nur für das Privatrecht.(Entsch. des OVG. vom 9. Juni 1902, Band 41, S. 341). Die bisher erwähnten Unternehmungen gehören also entweder der Handelskammer(in den Fällen Betriebe sein, und es ist immer von Fall zu Fall zu prüfen, ob eine reine Handelsgesellschaft oder ein gemischter Betrieb vorliegt. Vom Büchertisch. 1—3 HGB.) oder der Handwerkskammer(§ 1 H6B.) an. Schwierigkeiten entstehen nun aber bei den sogen, gemischten Betrieben, die teils kaufmännisch, teils handwerksmäßig geartet sind. Diese Fälle gilt es nachstehend unter 1—3 zu untersuchen. 1. Liegt ein Betrieb vor, der neben dem Handelsgewerbe auch ein Handwerk betreibt, so erfolgt nach Maßgabe der§§ 26 und 27 HKG. durch den Gewerbesteuerausschuß eine Feststellung des auf den jeweiligen Betrieb entfallenden Gewerbesteueranteils. Das bekr. Unternehmen ist also für den Handelsbetrieb zur Handelskammer, für den Handwerksbetrieb zur Handwerkskammer beitragspflichtig. 2. Es kann nun auch der Fall eintreten, daß der dem Handwerksbetrieb angegliederte Handel lediglich von nebensächlicher Bedeutung ist. Hier ist einzig und allein die Handwerkskammer berechtigt, das Unternehmen zu ihren Beiträgen heranzuziehen.(Als Beispiel sei hier der Friseur wähnt, der nebenbei noch mit Seifen und Parfü merien handelt.)(Vergl. dazu den Erlaß des Preußischen Ministers für Handel und Gewerbe vom 30. 3. 1907, Gewerbearchiv Bd. 6, S. 643.) 3. Lassen sich nun in einem Unternehmen Betriebsstätten und dergl. im Sinne des§ 26 HKG. nicht ausscheiden, so sind keine gesetzlichen Bestimmungen vorhanden, die eine Verteilung der Gewerbesteuer wie im Falle 1 rechtfertigen. Es erfolgt dann also in der Tat eine gleichzeitige Heranziehung in voller Höhe durch beide Kammern. (Vergl. Entsch. des OVG. vom 30. 1. 1913, Gewerbearchiv, Ergänzungsband 1, S. 269 ff.) Der Erlaß des Handelsministers vom 30. J. 1907(s. oben) steht dem nicht entgegen, wie irrtümlicherweise von Herrn Syndikus Kahlen. Handwerkskammer Arnsberg(Doppelbesteuerung zur Handels= und Handwerkskammer, Westfälisches Handwerksblatt, Jahrgang 1924, Nr. 30, S. 118) angenommen wird. Der Standpunkt des Heren Kahlen beruht wohl auf einem Mißverständnis. Zum Schluß sei noch kurz auf die Frage eingegangen, ob rein handwerksmäßige Unternehmun gen und solche von Minderkaufleuten in Gesellschaftsform betrieben werden können. An sich ist dem Handwerker bezw. Minderkaufmann nicht untersagt, sich zu einer Gesellschaft zusammenzuschließen. Dann handelt es sich aber lediglich um eine Gesellschaft im Sinne der§§ 705 BC.B. ff. Diese Gesellschaft kann nicht Trüger von Rechten und Pflichten sein, sie ist auch keine juristische Person; das Gesetz erkennt wohl ein selbständiges Gesell schaftsvermögen an, das für die gemeinschaftlichen Schulden haftet. Zwar könnten auch die Geschäfte derartiger Gesellschaften Handelsgeschäfte nach §§ 343 und 344 HGB. sein; trotzdem haben wir es nicht mit einer Handelsgesellschaft zu tun.§ 4 Abs. 2 HGB. sagt auch ausdrücklich, daß durch eine Vereinigung zum Betriebe eines Gewerbes, auf welches die bezeichneten Vorschriften keine Anwendung finden, eine offene Handelsgesellschaft oder Kommanditgesellschaft, nicht begründet wer den kann. Nach§ 142 des Gesetzes über die freiwillige Gerichtsbarkeit muß eine solche unzulässige Firma gelöscht werden, da sie den Vorschriften über die Firmenneubildung nicht entspricht.(Vergl. O. L. G. Jena, 30. 3. 12, K. G. J. 44—336, Löschung der Firma einer offenen Handelsgesellschaft für einen handwerksmäßigen Betrieb.) In den meisten Fällen der Praxis handelt es sich aber um gemischte Betriebe, die also eintragungsfähig, und somit auch zur Führung einer Firma berechtigt sind. Vielfach behaupten aber nun die Handwerks lammern zu unrecht, daß auch rein handwerksmä ßige Betriebe im Handelsregister eingetragen stehen dürfen. Dieser Standpunkt der Handwerkskammern ist aber im Hinblick auf§ 4 Absatz 2 HGB. und der dazu ergangenen Rechtsprechung in Verbindung mit§ 142 der F. G. G. unhaltbar. Handelsgesellschaften, deren gemeinsames Merkmal darin besteht, daß sie eine selbständige Firma ha ben. unter der sie Rechte erwerben und Verbind lichkeiten eingehen, klagen und verklagt werden können, sind nur die offene Handelsgesellschaft, die Kommanditgesellschaft, Aktiengesellschaft und die Kommanditgesellschaft auf Aktien sowie die Gesell schaft mit beschränkter Haftung, dagegen nicht di stille Gesellschaft. Alle diese genannten Handelsgesellschaften können nie rein handwerksmäßige ** Deutsche Lanswirtschafts=Zeitung mit illustrierter Frauenschrift„Die deutsche Landfrau". Verlag: Paß u. Garleb A.=G., Berlin W., Bülowstraße 66. Wöchentlich ein Heft in Folio reich illuuriert KK 1.50 monatl.— Der Inyait der vorliegenden Wochenhefte des am 1. Oktooer begonnenen 68. Jahrganges hält sich vollkommen auf der Höhe dieses mustergültig geleiteten Fachorgaus, dessen Arbeitsprogramm keine andere Losung kennt, als den Wiederaufbau unseres gesamten Wirtschaftslebens. Dieser Ausgabe ist eine Reihe sehr bemerkenswerter Artitel gewidmet, die, von ersten Fachmänieri frisch und lesbar geschrieben und zum Teil mit instruktiven bildlichen Darstellungen ausgetattet, das Berufsinteresse des praktisch tatigen L###witts von Ansang bis zu Ende fesseln. Auf die gleiche Anerkennung hat die ständige Beilag:„Die deutsche Landfrau" berechtigten Anspruch Sie ist als unterhaltsame Freundin und Beraterin im ländlichen Haushalt dort eine immer willkommen geherzene Erscheinung, denn sie läßt neben einem sorgfältig gewählten Unterhaltungsstoff niches vermissen. was der Hausfrau die Pflichten und Sorgen im Zumilienkreise erleichtern könnte 1 KadioVom Fernhören und Fern sehen. Dr. Graf Arco, der technische Direktor der Telefunkengesellschaft, hat sich in einer Unterredung über die aktuellen technischen Fragen des Rundfunk=Empfanges geäußert. Graf Arco ist der Ansicht, daß die sogen. Amateur=Hochantenne ihre Rolle ausgespielt hat. Nach seinen eigenen Erfahrungen wäre innerhalb der Großstadt die Zimmerantenne das geeignetste Auffangmittel, während außerhalb der Häusermassen ein wenige Meter über dem Erdboden gespannter längerer Draht mindestens dieselben, unter Umständen sogar bessere Dienste leiste, als die bisher beliebten Formen von Amateur=Außen=Antennen. Selbst für Fernempfang wäre bei Verwendung eines hochempfindlichen Röhrengerätes die Zimmerantenne kaum schlechter als die Hochantenne, höchstens, daß letztere den Empfang etwas häufiger und für längere Dauer ermöglichen könne. Die Rahmenantenne werde hoffentlich aus den Kreisen der AmateurEmpfänger endgültig verschwinden und dem Groß stationsempfang vorbehalten bleiben. Für lautstarken Empfang am Sendeorte ode sehr nahe dabei kommt man allenthalben sehr stark vom Röhrenempfang zum Detektorempfang mit Niederfrequenzverstärkung zurück. Der Detektor biete nun einmal den Vorteil eines unverzerrten Empfanges. Bei den Röhrenempfängern käme man von den Apparaten mit sehr hoher Röhrenzahl immer mehr auf die Empfänger mit 2 bis höchstens 3 Röhren zurück, da diese verhältnismäßig noch einfach zu bedienen wären. Ein in dieser Beziehung erprobter und sehr brauchbarer Empfänger sei das bekannte Telefunkon 3. Zu der in letzter Zeit viel diskutierten Frage, ob in absehbarer Zeit auch das Fernsehen möglich sein würde, äußerte sich Graf Arco dahin, daß man erwarten könne, in großen LichtspielTheatern derartige Fernseh=Uebertragungen vorgeführt zu erhalten, während gleihzeitig durch Rundfunk=Uebertragung die akustischen Vorgänge vernehmbar gemacht werden könnten. Zu begrüßen würde dies beispielsweise für die Uebertragung von Opern und dergl. sein. Eine Vereinfachung der Fernseh=Apparatur, die in ihren Grundzügen heute feststehe bis zu einem Grade, wie wir ihn bei den heutigen Amateur=Rundfunk=Empfängern sehen, stände allerdings noch nicht zu erwarten. Westdeutsche Funkstunde A.=G- Münster. Vortragsfolge am Mittwoch, den 21. Januar 1925: 4—4,30 Uhr nachm.: Rezitationen(Elfriede Götze vom Theater der Stadt Münster). 4,30—5 Uhr nachm.: Vortrag(Dr. Krug=Münster: „Die deutsche Literatur seit 1870“). 8 Uhr abends: Vortrag:„Die Vereinigten 8.30 Staaten und Frankreich.“ Uhr abends: Fremdländische Volksweisen (unter Mitwirlung des Doppelquartetts Schubert und des Rundfunk=Orchesters). 1. Moszkowsky: Span. Tanz Nr. 2. 2. Portugiesische Volksweise:„Wo des Douro Wellen fließen", bearbeitet von Jüngst. 3. Schottische Volksweise:„Auf deinen Höhen“ (bearbeitet von B. Zoch). 4. Italien. Volksweise:„Tick— tick e tock“, (bearbeitet von Jüngst). 5. Tschaikowsky: Chanson triste. 6. Russische Volksweise:„Schöne Manja“, (bearbeitet von Jüngst). 7. Brahms: Ungar. Tanz Nr. 5. 8. Südslavische Dorfbilder(mit Klavierbegleitung), bearb. von Jüngst: a)„Der Wande rer“, b)„Heimkehr“. c)„Bärenführer", d)„Der Weg zum Liebchen", e)„Auf der Steppe“, f)„Heimliche Liebe“, g)„Zigeuner“, h)„Tanzlied“. Am Flügel Kapellmeister Nebe. 10—10,45 Uhr abends: Especanto-Unterricht. Aus parlamente schrieben: „Wer den Vertr. handelt zweckmäßig, Ansichten möglichst Nun überschreibt d strielle" vom 17.: deutsch=französischen der durchaus un deutschen Ansprüche vorläufigen Bruch haben. Tatsachei scher Seite nicht g vielmehr nur dart lichen französischen sche Wirtschaft unt zösische Forderung französischen wirtst sich unter dem Zr herausgebildet hab bestehen zu lassen. eingehen kann, ist Neistbegünstigung durch die drohende innerdeutschen Mo schen Kontignente Die Forderung, di ter lausen zu lasse auf die besonder Elsaß=Lothringens wäre es doch wil zeitig die Zollgre hat, da dessen Pr deutschen Markt a französischen Mar reich ist auch ein mit Deutschland französischen Polit wechselweise nicht wie solche wirtse Natur. Der Zwe Deutschlands wi stungsfähigkeit zu sich widersinnig,? rationen erhalten überlegt die and tischen Abschluß genommen, wäl Handelskammer stürmt, für denz gischen Kontigne ner, daß Frankr der deutschen Ve frage nicht begn bündeten in Sac toner Abkommen läßt. Nüchtern selbst ein mu das alle deutsch sichtigt, sichert T die Auslandsmi Erfolg aufsuche Produkte denen mögen. Das! die Gestehungst möglich machen Produktionsver ten Rechnung t reich, dessen Ei schen Offerten 1 des wirtschaftli dings auch nich mit allen Mitt Deutschland da das Washingto Voraussetzung, verkürzter Arb rigkeiten Deut reich ist dann nahmen frei, 1 Besetzung der versteht. Eine Mehr und nis Bahn gel als ein Spie Volkskraft di Nachkriegszei Menschen für Auch bei Einsicht ein. gar ein„St das alle An bildung der ein solches 2 Reichn sche Aufgaben zu schaffung de Denn daß! Körper teili bestreiten m Die Aufist die Pfle heranwachse sammenhän bungsstätte Turn= u. E Lehrkräften Zollkrieg mit Frankreich? Aus parlamentarischen Kreisen wird uns geschrieben: „Wer den Vertragsgegner richtig verstehen will, handelt zweckmäßig, wenn er dessen Auffassung und Ansichten möglichst unmittelbar zu ergründen sucht. Nun überschreibt das französische„Journée Industrielle“ vom 17. Januar den Bericht über die deutsch=französischen Wirtschaftsverhandlungen mit der durchaus unzutreffenden Spitzmarke:„Die deutschen Ansprüche sind so beschaffen, daß sie vorläufigen Bruch der Verhandlungen geführt haben.“ Tatsache ist aber, daß Ansprüche von deutscher Seite nicht gestellt worden sind, daß es sich vielmehr nur darum gehandelt hat, die erheblichen französischen Forderungen als für die deutsche Wirtschaft untragbar nachzuweisen. Die französische Forderung ist wesentlich die, die deutschfranzösischen wirtschaftlichen Beziehungen, so sie sich unter dem Zwange des Versailler Vertrages herausgebildet haben, im Ganzen unverändert fortbestehen zu lassen. Daß Deutschland hierauf nicht eingehen kann, ist nicht nur durch das System der Meistbegünstigung bedingt, sondern vor allem auch durch die drohende Belastung und Ueberflutung des innerdeutschen Marktes, wenn die elsaß=lothringiin Kontignente weiter zollfrei hereinkommen. Die Forderung, diese Kontignente einstweilen wei ter laufen zu lassen, ist durchaus nicht der Rücksicht auf die besonderen wirtschaftlichen Verhältnisse Elsaß=Lothringens entsprungen. Wäre es so, so wäre es doch widersinnig, daß Frankreich gleichzeitig die Zollgrenze um das Saargebiet gelegt hat, da dessen Produkte nun nicht mehr nach dem deutschen Markt abfließen, sondern den überlasteten französischen Markt aufsuchen müssen. Für Frankreich ist auch ein Handels= und Wirtschaftsvertrag mit Deutschland nur ein Teil der allgemeinen französischen Politik. Diese bedient sich wahl= und wechselweise nicht nur politischer Machtmittel, sowie solche wirtschaftlicher und handelspolitischer Natur. Der Zweck wird in beiden Fällen erreicht: Deutschlands wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit zu schwächen. Auch das wäre an sich widersinnig, da Frankreich ja dann keine Reparationen erhalten würde. Aber Frankreich hat sehr überlegt die andere Widersinnigkeit, den zollpolitischen Abschluß des Saargebietes, in den Kauf genommen, während gleichzeitig die Straßburger Handelskammer, die französische Regierung bestürmt, für den zollfreien Abfluß der elsaß=lothringischen Kontignente zu sorgen. Hierzu gehört ferner, daß Frankreich, das sich mit der Feststellung der deutschen Verfehlungen in der Entwaffnungsfrage nicht begnügt, neuerdings bei seinen Verbündeten in Sachen der Ratifikation des Washingtoner Abkommens gegen Deutschland scharf machen läßt. Nüchtern gesehen, liegen die Dinge doch so: Selbst ein mustergültiges Handelsvertragssystem, das alle deutschen Wünsche und Interessen berücksichtigt, sichert Deutschland an sich in keiner Weise die Auslandsmärkte. Diese können wir nur mit Erfolg aufsuchen, wenn wir die Preise unserer Produkte denen der Konkurrenz anzupassen vermögen. Das läßt sich aber nur erreichen, wenn die Gestehungskosten im Inland eine Preispolitik möglich machen, die den wesentlich günstigeren Produktionsverhältnissen unserer Hauptkonkurrenten Rechnung trägt. Zu diesen gehört heute Frankreich, dessen Eisenindustrie beispielsweise die deutschen Offerten regelmäßig unterbietet. Diese Form des wirtschaftlichen Krieges kann Frankreich allerdings auch nicht unbegrenzt aushalten, weshalb es mit allen Mitteln versucht, die Gestehungskosten in Deutschland dadurch zu erhöhen, daß es Deutschland das Washingtoner Abkommen aufzwingt, in der Voraussetzung, daß der Ausfall der Produktion bei verkürzter Arbeitszeit die wirtschaftlichen Schwierigkeiten Deutschlands erhöhen muß. Für Frankreich ist dann der Weg zu politischen Gewaltmaßnahmen frei, worunter es vor allem die dauernde Besetzung der Rheingrenze und des Ruhrgebietes versteht. Turnstunde muß kommen; auch als Beratungsstelle in hygienischen Angelegenheiten hat das Stadtamt zu wirken, wie überhaupt alle Fragen, die in das Turn= und Sportgebiet fallen, vor ihm zu erledigen sind. Ehrenpflicht jeder Stadt gegen die heranwachsende Jugend, gegen das künftige deutsche Geschlecht ist es, ein solches Stadtamt zu errichten. Auch an kleineren Orten werden sich geeignete Stellen einrichten lassen, ja selbst die kleinsten Gemeinden sollten in ihren Gemeinderat einen mit diesen Dingen vertrauten Herrn haben, der die vorkommenden Fragen sachgemäß erledigen kann; fehlt dieser, so sollte man versuchen, einen Fachmann zu verpflichten, diese Tätigkeit ehrenamtlich auszuüben. Hier liegt die große Aufgabe der Städte und Gemeinden, die ihren Lohn in sich trägt: die Heranbildung eines gesunden deutschen Geschlechts. —0 Aus Stadt und Umgebung. Eine Forderung der Zeit. Mehr und mehr hat sich allmählich die Erkenntnis Bahn gebrochen, daß das sportliche Spiel mehr als ein Spiel ist; daß nach dem Niedergange der Volkskraft durch die sittliche Verwahrlosung der Nachkriegszeit man des Sportes bedarf, um die Menschen für den Lebenskampf zu stählen. Auch bei den Behörden kehrt nach und nach die Einsicht ein. Die Väter mancher Stadt haben sogar ein„Stadtamt für Leibesübungen“ errichtet, das alle Angelegenheiten der körperlichen Heranbildung der Jugend bearbeitet. 25 Städte besitzen ein solches Amt. Das genügt für das große Deutsche Reich natürlich bei weitem nicht, um alle die Aufgaben zu erfüllen, die dem Sporte nach der Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht obliegen. Denn daß die Militärzeit auch dem menschlichen Körper teilweise recht nützlich war, wird niemand bestreiten wollen. Die Aufgabe der Stadtämter für Leibesübungen ist die Pflege der körperlichen Ertüchtigung des heranwachsenden Geschlechts und aller damit zusammenhängenden Fragen, Beschaffung von Uebungsstätten, Regelung von Unterstützungen der Turn= u. Sportvereine, Anstellung von geeigneten Lehrkräften bei den Schulen, denn die tägliche Schwerte=Ruhr, 21. Januar. Einberufung des Provinzial=Landtages. Nuch Beschluß des Provinzial=Ausschusses soll als Tag des Zusammentritts des Provinziallastdtages Sonntag, der 29. März, dem Staatsministerium vorgeschlagen werden. 13. Kreisturntag des Kreises Westfalen. Der zur Deutschen Turnerschaft gehörige Turnkreis 8a (Westfalen), der weit über 100 000Mitglieder zählt, hält am 25. Januar, vorm. 10 Uhr, im Festsaal des alten Rathauses in Dortmund seinen diesjährigen Kreisturntag ab, dessen Leitung dem 1. Kreisvertreter Professor Dr. Nebelung untersteht. Aus der Evangel. Gemeinde. Die BezirksFrauenhilfe Pastor Nell tagt morgen, Donnerstag, zum erstenmal im neuen Jahr. Sie tritt damit in ihr zweites Arbeitsjahr. Das letzte Jahr schloß mit einer wohlgelungenen und gutbesuchten Weih nachtsfeier. Fast 50 Pakete waren gepackt worden für bedürftige Gemeindeglieder des Bezirks. Von den Mitgliedern war reichlich für Unterhaltungsstoff gesorgt. Reigen, Aufführungen und Deklamationen zeugten von einem starken Willen, anderen Freude zu machen und die Feier zu verschönern. Wir dürfen hoffen, daß diese Feier neue Freudigkeit zum Mitarbeiten in der Frauenhilfe geweckt hat. Die Frauenhilfsarbeit erweist sich als immer nötiger zum Aufbau eines bewußten starken Gemeindelebens, das wir so nötig brauchen zur Abwehr aller gegnerischen Bestrebungen. Die Mitglieder werden gebeten, sich rechtzahlreich zur Wiederaufnahme der gemeinsamen Arbeit im neuen Jahr morgen(Donnerstag) um 3 Uhr im Gemeindehaus einzufinden. Verlosung der Evgl. Frauenvereine. In jedem Jahre haben bisher die Evangelischen Frauenvereine eine große Verlosung veranstaltet, deren Ertrag lediglich den Aermsten unserer Stadt und Gemeinde zugute kommt. Auch in diesem Jahre soll eine solche Verlosung stattfinden. Wir hoffen, daß sich, wie in vergangenen Jahren, so auch diesmal alle Kreise unserer Gemeinde durch Stiftung schöner Gewinne und Kauf von Losen beteiligen und dadurch unseren blühenden Frauenvereinen zugleich die Mittel schaffen, ihre segensreiche Arbeit weiter treiben und ausbauen zu können. Mit dem Verkauf der Lose wird, wie schon bekannt gemacht, in nächster Zeit von den Mitgliedern unserer Frauenvereine begonnen werden. Da eine große Zahl schöner und praktischer Gewinne zu erwarten ist, empfiehlt es sich auch aus diesem Grunde, sich einige Lose zu sichern. Die Lage des Arbeitsmarktes in Westfalen und Lippe. Eine wesentliche Veränderung war nach dem Bericht des Landesarbeitsamtes in der Woche vom 11. bis 17. Januar nicht zu erkennen. Doch lauten die meisten Berichte der örtlichen Arbeitsnachweise weniger unfreundlich. Die Arbeitsgelegenheiten mehrten sich etwas, so daß manch: Berufsgruppe eine etwas bessere Lage verzeichnet. Das Hochwasser hat nur geringfügigen Einfluß gehabt, der schnell überwunden wurde. Nur im Siegerlande waren die Wirkungen größer. Nachhaltiger wirkte der anhaltende Regen und der Frost. Die Industrie der Steine und Erden verzeichnet jedenfalls weitere Entlassungen. Richt aber Landwirtschaft und Baugewerbe, die etwas mehr Arbeitskräfte einstellten bezw. suchten Man scheint mit den Arbeiten früh beginnen zu wollen um den Folgen des Arbeitermangels nach Moglichleit auszuweichen. Das Stichwort Facharbei termangel will nicht aus den Berichten der örtlichen Stellen verschwinden. In demselben Augenblick, in dem sich die Lage gewisser Betriebe (insbesondere im Metallgewerbe) bessert, wird der Mangel geeigneter und entsprechend vorgebildeter, leistungsfähiger Facharbeiter fühlbar. Der Westfälische Milchausschuß beschloß in seiner letzten Sitzung, daß für die Zeit ab 17. er. ein Preis von 24 Pfg. für molkereimäßig bearbeitete Vollmilch ab Station der Molkerei als angemessen zu bezeichnen sei. Der Ausschuß erwartet, daß diese Ermäßigung sich in entsprechend starker Weise im Verbraucherpreise auswirkt, und bittet die zuständigen Verwaltungsbehörden, für weitere Herabsetzung bis auf das erforderliche Mindestmaß hinzuwirken und nüti###nsa.; auch die Verteilungsspesen einer Revision zu unterziehen. : Wochenmarkt. Der hiesige Wochenmarkt war gut besucht. Die Preise stellten sich wie folgt: Rotkohl 10 J, Weißkohl 5 J, Wirsing 10 J, Grünkohl 2 Pfd. 25 J. Rosenkohl 40 J, Feldsalat 50 J, Zwiebel 20 4, Wurzel 10 J, Steckrüben 6 J. 3 Pfd. 1„K, Birnen 3 Pfd. 40 J. Apfelsinen 12, 14, 16 Stück 1 MA; Schellfisch 40 J, Kabeljau 60 J, grüne Heringe 3 Pfd. 1 k; helle Heringe 12 Stück 1 FK: Eier 16 J, Butter 2.20 MA. Seltenes Sternenbild. In diesen Tagen können wir am Sternenhimmel ein Schauspiel beobachten, das sich vielleicht nach vielen Hunderten oder Tausenden von Jahren wiederholen dürfte. Drei Planeten, und zwar Merkur, Venus und Juviter, begegnen einander auf ihren verschlungenen Bahnen um den Tierkreis. Von ihnen bewegt sich Jupiter am langsamsten, dann folgt Merkur. Dieser wurde von der Venus am 16. d. Mts. überholt. Doch der Lauf der beiden letzten Planeten ist äu ßerst reizvoll und verwickelt; denn schon am 3. Februar wird der Stern der Liebesgöttin von ihrem Rivalen eingeholt. Interessanter als diese Doppelbegegnung unter sich sind die Konjunktionen dieser beiden Planeten mit dem Himmelsriesen Jupiter. Venus überholt ihn am heutigen Tage. Den Konjunktionsmoment erreicht Merkur am Morgen des 22. Januar, um 5 Uhr(M. E. Z.). Am gleichen Tage erhebt sich über dem Dreigestirn die Mondsichel. Ebenso der 24. Januar bietet ein reizvolles Bild. Venus, Merkur und Jupiter gehen in wundervoller Gruppierung, zwar ohne die Mondsichel, am Südosthorizonte auf. Ein herrlicher Anblick dieser strahlenden Planeten am dämmernden Morgenhimmel. Der Mond ist bereits an diesem Morgen der Sonne so nahe, daß wir ihn nicht mehr sehen. Wahrend sein Halbschattensaum um 1.41 Uhr nachmittags die Erde trifft, setzt die totale Sonnenfinsternis um 3,02 Uhr ein, die um 4,45 Uhr ihr Ende findet. Bei uns in Deutschland erreicht die Finsternis keine nennenswerte Prozente, weil die Sonne eher untergeht, bevor der Höhepunkt des Schauspiels eintritt. Der wärmste Dezember seit 1789. Wie aus Stockholm berichtet wird, haben die schuedischen Meteorologischen Stationen mitgeteilt, daß der Monat Dezember1924 der wärmste Dezemvermonat seit 1789 gewesen ist, und auch in Deutschland gegenwärtig eine Witterung herrscht, die mehr an den April als an den Januar erinnert. In verschiedenen Gegenden Italiens ist eine ungeiöhnlich strenge Kälte aufgetreten. Nach Meldungen, die aus Mesopotamien eingetroffen sind, ist auch über Arabien ein ungewöhnlich strenzer Winter hereingebrochen. Die Wüste ist von einer Schneeschicht von mehreren Zentimetern bedeckt. Die Tiere und die Pflanzenwelt haben unter der Kälte schwer zu leiden. Wetteraussichten für Mittwoch und Donnerstag: Meist trocken, vielfach heiter und kälter, bei schwachen südöstlichen Winden. Holzen, 21. Januar. Aus dem Gemeinderat. Die letzte Sitzung der Gemeindevertretung fand unter dem Vorsitz des Gemeindevorstehers Jacobs statt. Folgende Beschlüsse wurden gefaßt: Der Vorsitzende erstattete eingehenden Bericht über die Verwaltungstätigkeit im Kalenderjahr 1924. Zum Schiedsmann wurde der Landwirt Emil Schulte=Dröfel und zu dessen Stellvertreter der Ziegelmeister Jodokus Gersema wiedergewählt.— Den katholischen Gemeindeschwestern zu Höchsten, deren Tätigkeiten sich auf den diesseitigen Bezirk erstrecken, wurde wie alljährlich ein Zuschuß von 100 eA bewilligt. Es soll den Schwestern vorgeschlagen werden, eine Sammlung in der Gemeinde abzuhalten.— Wegen Regelung der Ziegenbockhaltung beschließt Vertretung, die beiden vorhandenen Böcke im Laufe der nächsten 7 Wochen, nach Ablauf der Deckzeit zu verkaufen; die Bockstation soll darnach eingehen.— Von verschiedenen Anliegern der Graf=Adolfstraß im Ortsteil Rosen war ein Antrag gestellt auf Herstellung einer Kanalisation. Nach Anerkennung der Dringlichkeit beschließt Vertretung, die Angelegenheit bezügl. der Kanalisation in dem Ortsteil Rosen dem Kreise Hörde zu unterbreiten. Hino und Konzerte. Das Lichtspielh-us Reichskrone hatte gestern einen„großen Tag“, der auch äußerlich durch den sehr guten Besuch in die Erscheinung trat. Auf dem Spielplan stand ein großes Filmsingspiel in 6 humorgewürzten Akten„Nur auf den Bergen wohnt das Glück". Hans Felsing hat den Text zu diesem Film— ein Liebesidyll aus dem Gebirge, mit Untreue, Herzeleid und nachherigem Versöhnen— geschrieben, während der Berliner Komponist Georg Enders dazu die Musik geliefert hat. Wie schon gesagt, ist die Handlung in das bayerische Hochgebirge verlegt, und genießt der Beschauer die ganze Größe und Erhabenheit der Alpenwelt; die rauschende Partnachklamm bei Partenkirchen, der Ausblick auf die Zugspitze usw. ziehen an dem Auge des Beschauers vorüber, der bei dieser Gelegenheit auch das Leben und Treiben der Hochgebirgler wenigstens im Ausschnitt kennen lernt; der„Schuhplattler“ war ganz ausgezeichnet und der reizende Kinderreigen im 4. Akt macht der Münchener Ballett=Schule Roth alle Ehre. Die in das Werk eingestreuten Lieder und Duette, deren musikalischer Werr sich teilweise zu recht achtunggebietender Höhe erhebt, werden von Berliner Künstlern mit gut geschulter Stimme und lebendigem Vortrag dargeboten. Das Filmsingspiel wird jedenfalls allseitigen Beifall finden, den es auch redlich verdient.— Das Drama„Arme Sünderin“ führt den Beschauer zunächst in tiefes Dunkel menschlicher Leidenschaften, dann aber auch zu lichten Höhen; der Schluß kommt allerdings etwas plötzlich. Das eingeschobene Lustspiel erfüllt seinen Zweck. Sellerje 50 J, Porree 25 J, Aepfel 7 Pfd. und Lichtendorf, 21. Januar. Gemeindevertreter=Sitzung. Am Freitag fand unter Vorsitz des Amtmanns Arndt eine Sitzung der Gemeindevertretung statt, in der folgende Be schlüsse gefaßt wurden: Mit der Unterbringung der ortsarmen Emma K. in der Familie einer Verwandten erklärte die Vertretung sich einverstanden und bewilligte die entstehenden Kosten. Es sollen erneut Verhandlungen mit der Eisenbahn eingeleitet werden wegen Errichtung einer Haltestelle Schwerte=Lichtendorf an der Bahnstrecke Schwerte=Aplerbeck, etwa an der Stelle, wo die Bahnlinien in Richtung Aplerbeck und Holzwickede sich trennen. Die Vertretung hält es für wünschenswert, wenn ein Autobusverkehr von Schwerte über Lichtendorf nach Bahnhof Sölde eingerichtet werde; es soll dieserhalb mit der Postverwaltung verhandelt werden. Nach Ablauf der Amtsdauer des jetzigen Schiedsmanns und seines Stellvertreters soll der Lehrer Hefendahl zum Schiedsmann und der Landwirt Dieckerhoff zum Stellvertreter vorgeschlagen werden. Den Hauptgegenstand bildete die Wegeangelegenheit. Nach voraufgegangener Besichtigung der Gemeindewege stellt die Vertretung einmütig fest, daß sich nahezu alle Gemeindewege in unbeschreiblich schlechtem Zustande befinden, und daß die Ausbesserung der Wege eine dringende Notwendigkeit ist. Nach ungefährer Schätzung belaufen sich die Ausbesserungskosten auf 80000 A, die die Gemeinde bei ihrer schlechten Finanzlage unmöglich allein aufbringen kann.— Trotzdem wird beschlossen, an den Ausbau baldigst heranzugehen, in der Voraussetzung, daß der größte Teil der Kosten durch Zuschüsse gedeckt werden. Beschlossen wurde eine Wege=, Wohnungs= und Wohlfahrts=Kommission zu bilden.— Es wurden gewählt zur Wegekommission die Herren: Thiemann, Brune, Dieckerhoff, Schäfer und Breuckhoff; zur Wohlfahrtskommission die Herren: Rosenberg, Steinweg, Schroer, Wilms und Frau Wilh. Frohne; zur Wohnungskommission die Herren: Höwing, Braukhoff, Hageböck und Wilhelm Korte. Bevor zur Bildung einer Brandwehr geschritten wird, soll noch einmal der Versuch gemacht werden, wieder eine freiwillige Feuerwehr ins Leben zu rufen. Zu diesem Zwecke soll eine öffentliche Werbeversammlung einberufen werden. In der nächsten Sitzung soll noch einmal die Höhe der Zuschläge zur Grundvermögenssteuer besprochen werden. Die Kosten für den Anschluß des Standesamtes an das Fernsprechnetz wurden bewilligt. Einige Anträge auf Steuererlaß wurden abgelehnt, dagegen ein Antrag auf vorschußweise Zahlung von Krankenhauspflegekosten angenommen. Hörde, 20. Januar. Versammlung der Ausgewiesenen. Der Vorsitzende der Ortsgruppe Dortmund des Vereins der Ausgewiesenen und Verdrängten von Rhein und Ruhr hatte zwecks Gründung einer Ortsgruppe Hörde zu einer Versammlung eingeladen. Da jedoch andere größere Veranstaltungen stattfanden, an denen wohl die Mehrzahl der ehemaligen Ausgewiesenen teilnahmen, kam die Versammlung nicht zustande. Man beschloß daher, diese auf Samstag, den 31. Januar, zu verlegen. Erwischte Anzugstoff=Marder. Vor einiger Zeit haben zwei raffinierte Gesellen verschiedenen Schneidermeistern einen weniger erfreulichen Besuch abgestattet und hierbei in den Geschäften Struwe und Wörmann mehrere Ballen gestohlen. Die seinerzeit von der Polizei sofort ausgenommenen Verfolgungen haben nunmehr zur Ermittelung der Täter geführt. Die beiden Täter, ein Kaufmann und ein Schlosser, einer aus Brünninghausen, haben nach ihrem hiesigen Diebstahl in Gladbeck ein ähnliches Vergehen ausgeführt und wurden dort in der Zwischenzeit zu vier Wochen verurteilt. Es ist gelungen, in diesen beiden die gesuchten Täter zu ermitteln. Die Ueberführung in eine sichere Zelle wurde gestern durchgeführt. Einer der Täter hat bereits ein Geständnis abgelegt. . Ein Unfall ereignete sich Samstag morgen auf der Kleinfabrik Cremer, hier, wo sich der Schlosser H. von hier beim Nieten durch einen Hammerschlag erheblich die Hand verletzte. H. mußte dem JosefsHospital zugeführt werden. —0— Orovinzen. Facharbeitermangel. Hagen, 20. Jan. Die Bauwirtschaft wird in der nächsten Zeit an der Erfüllung ihrer Aufgaben stark behindert, wenn es nicht gelingt, drm empfindlichen Facharbeitermangel abzuhelfen. Das Hagener Handwerks= und Gewerbeamt hat bei der Berufsschuldeputation beantragt, bis auf weiteres die Lehrlinge im Maurer=, Zimmerer= und Stukkateurgewerbe von der Zahlung des Berufsschulgeldes zu befreien. Der Arbeitsausschuß des Arbeitsnachweises steht ebenfalls auf dem Standpunkt, daß auf diese Weise dem Mangel an Facharbeitern abgeholfen werden kann. Zu den Unterschlagungen auf dem Bahnhof Dortmund=Süd. Dortmund, 20. Jan. Der Gütervorsteher Fleisch muß wohl ein Opfer seiner Spielwut geworden sein. Er war ständiger Gast in einer Wettannahmestelle an der Hohestraße, wo er mit großen Beträgen operierte. In letzter Zeit war ihm das Glück wieder hold gewesen, er hatte kurz hintereinander zwei Gewinne von 20.000 und 10000.K gemächt, so daß ihm größere Mittel zur Flucht zur Verfügung standen. Eine Bande von jugendlichen Einbrechern ermitzelt. Hagen, 20. Jan. In der letzten Woche wurden in dem Zigarrengeschäft an der Schwenke und in einem Geschäft in der Frankfurter Straße Einbruchsdiebstähle ausgeführt. Die Diebe sind inzwischen ermittelt worden. Es sind junge Leute im Alter von 19—24 Jahren, Söhne achtbarer Eltern, bisher unbestraft. Sie sind geständig und erklären, an etwa 22 schweren Diebstählen beteiligt gewesen zu sein. Der Führer ist ein 22jähriger junger Mann, der der Bande die Bezeichnung„Maffia“, gegeben hat. Den ersten Diebstahl führten sie in der gewerblichen Fortbildungsschule aus, wo sie die nötigen Werkzeuge stahlen; in einer Fabrik in Wehringhausen holten sie sich die benötigten Handwerkszeuge. Ferner hatten sie beschlossen, einen Raubüberfall auf einen Juwelier auszuführen. Der Raub kam aber nicht zur Ausführung. Die Diebe mußten flüchten. Einige Tage später brachen sie in einem Konfitürengeschäft in der Kampstraße ein. Dort wurden sie überrascht und gaben auf einen Hausbewohner Schüsse ab, den sie am rechten Oberarm schwer verletzten. Einige Tage später waren sie bei einem Arzt, wo sie Instrumente und Medikamente entwendeten. In einem Sprengstofflager holten sie sich durch Einbruch eine große Menge Dynamit. Handwerks. und Gewerbeschau. Dortmund, 20. Jan. Im August d. Is. wird in Dortmund eine großzügig angelegte Handwerksund Gewerbeschau des gesamten Westf.=Lippischen Handwerks stattfinden.„Entwicklung, Stand und Zukunft des Handwerks und Gewerbes“ wird das Motto der Ausstellung sein. In mehreren Abteilungen wird insbesondere die Arbeit des Handwerks auf dem Gebiete des Wohnungs=, Bekleidungs= und Ernährungswesens gezeigt werden. Fortbildungsschulen, Handwerks= und Kunstgewerbeschulen werden in besonderen Abteilungen ihre Arbeitsweisen und=proben der Tüchtigkeit des Nachwuchses in Handwerk und Gewerbe ausstellen. Mit der Ausstellung selbst wird eine Messe verbunden, um dem Handwerk Gelegenheit zu geben, sich die neuesten Erzeugnisse an Rohstoffen, Materialien, Maschinen, Werkzeugen, Geräten usw. unzusehen und zu erwerben. Daneben sind eine Reihe von Sonderveranstaltungen, Konzerten, Aufführungen, auch ein historischer Festzug geplant. Für die Ausstellung stehen insgesamt 23040 Quadratmeter Boden= und 7730 Quadratmeter Wandfläche zur Verfügung. Die Bedeutung der Ausstellung wird noch dadurch gehoben, daß während der Ausstellungszeit verschiedene große Reichsverbände und =Organisationen Tagungen in Dortmund abhalten werden. Tödlicher Anglucksfall. Iserlohn, 1¼. Jan. Gestern abend wurde auf dem Nachhausttwege der im Ruhestande lebende Lehrer Pieper von einem Auto in Wermingsen überfahren. Der Bedauernswerte erlitt schwere Verletzungen, an dessen Folgen er heute morgen im Krantenhause gestorben ist. Schwerer Unglücksfall. Arnsberg, 19. Jan. Auf der Kleinbahn von Neheim=Hüsten nach Sundern erlitt der Streckenwärter Nebeling aus Enkhausen, als er einen Wagen ankuppeln wollte, eine schwere Kopfverletzung, an deren Folgen er schon bald nachher verstorben ist. Milchpreisermäßigung. Bochum, 19. Jin. Der Milchvertrieb der Stadt Bochum hat den Milchpreis ab 20. Januar ermäßigt, und zwar für 1 Liter Vollmilch auf 36 Pfg. und für 1 Liter Vorzugsmilch auf 42 Pfg. Die Treppe hinab. Plettenberg, 19. Jan. Der beider Firma C. Kirchhoff beschäftigte Arbeiter Gust. Schmermer stürzte am Samstag abend im Hause seines Kostwirts am Grafweg vier Treppenstufen hinab und schlug dabei mit dem Hinterkopf auf einen Torhaken, wodurch er einen Schädelbruch erlitt. Bewußtlos wurde er ins Krankenhaus gebracht, wo er trotz sofortiger Operation Abend starb. noch am gleichen Briefkasten. Nr. 99. Es ist uns unbegreiflich, daß Sie seit April 1924 noch nicht die bisher fälligen Anteile zur Hauszinssteuer gezahlt haben sollten. Um aber Ihre Frage beantworten zu können, müßten Sie zuvor uns mitteilen, ob Sie seit dem 1. April 24 den gesetzlichen Anteil der festgesetzten Friedene miete gezahlt haben. Wenn ja, so war in dem gesetzlichen Anteil die Hauszinssteuer mit enthalten und braucht nicht nachgezahlt zu werden. Die Wahlordnung für die Wahl der Beisitzer des Schiedsamtes im Bezirk des Oberversicherungsamtes Dortmund, die in Ausführung des Berliner Abkommens vom Ober=Versicherungsamt Dortmund erlassen ist, liegt zur Einsichtnahme der Vorstandsmitglieder der Krankenkassen und der zur Kassenpraxis zugelassenen Aerzte bei dem unterzeichneten Versicherungsamt aus. Hörde, den 20. Januar 1925. Versicherungsamt des Landkreises Hörde. I. V.: gez. Jesper. (321 Die großen Borkämpfe Sonntag, 25 Jan, abends 6 Uhr im „Reiche des Wassers": Federgewicht M Hertelll-Schwerte Hellwig-Elberfeld Für Karneval! empfehlen wir unsere I# fertigen Karneval=Kostüme von 3.60 Mt an. Große Auswahl! Auftrag eilt. damit Belieferung pünktlich erfolgt. Meiers Inventurausverkauf dauert bis zum 5. Februar 1925. Meier, Hagenerstr. 26 Elfriede Winkelmann Martin Carstens Verlobte Schwerte(Ruhr) Seghorn b. Varel in Oldenburg Januar 1925 312 ssc Tanz-Schule für bessere Kreise beginnt Freitag, den 23. Januar. 8 Uhr abends, im „Kaiserhof“, Schwerte Einzeichnungsliste liegt im Lokale auf. Gesellschaftszirkel für moderne Tänze in 132" neuestem Stil. Sprechzeit Mittwochs v. 4—5 Uhr. Er. Conradi-Streffing, Dormnund) ich hab’ nun überwunden Kreuz, Leiden, Angst and Not, Durch seine heil'gen Wunden sind wir versöhnt mit Gott. Heute morgen 3½ Uhr wurde mein lieber Mann, unser herzensguter Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel der Schneidermeister Heinrich Heierhoff nach langer, schwerer Krankheit, wohl vorbereitet durch das heilige Abendmahl im Alter von fast 78 Jahren durch einen sanften Tod erlöst. Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen. Schwerte, Hagen, Dortmund, Schwelm, Waldbröhl, den 20. Januar 1925. Die Beerdigung findet am Samstag, den 24. Januar 925, nachmittags 3½ Uhr vom Sterbehause, BismarckDie grot:n Boxkämpfe Tanz=Schule im Hotel Kaiserhof. Es können noch einige Damen und Herren an einem neu zusammengestellten Canz-Jirkel zwecks Erlernung aller Cänze. in vornehmster Art, teilnehmen. Unterrichtsstunden jeden Donnerstag von 8—10 Uhr. Moderner Canz=Jirkel jeden Freitag von 8—10 Uhr im Hotel Jungesblut Privatkurse für Einzelne und kleine Fesellschaften in und außer dem Hause zu jeder Cageszeit. Anmeldungen in meiner Wohnung, Hagenerstr. 33 a und in den Unterrichtslokalen. Berufstanzlehrer P. Möller S 316 und Feau. 5 nmmusummumunmusrunnmsumumuntrnrmnrmrmnmunmnnemmmg * Sonntag, 25. Jan., abends 6 i1 im „Reiche des Wassers“! Gemischtes Gewicht (Welter, Leicht) ummmmimmranammanemunnrinmmaimm Minuth-Schberte Fischer-Eiberseid Suche gebr. leichte 313 Erdkarte Kupprath. Billi.st 320 straße 9, aus statt. Schmitterrreten „Schhumune Mm * Lichtspiele: = zur Reichskrone: Nur noch heute und morgen!: = Den schönsten aller bisher = erschienenen Sing- Filme: Auraufden Bergen „ = in 6 Akten. 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