Mit Kuhrfürstlich gnädigstem Privilegio. Freytag, den 7. Julius. I. Citationes edittales. Aus Befehl Sr. Hochwürden Herrn Officia= * len werden alle und jede Gläubiger, welche an dem Zellern Rolf und dessen unterhabendes, im Kirspel Ostenfelde belegenes Erbe einigen Anspruch haben, als weit dieselbe noch nicht erschienen hiemit zum dritten und letzten mar eaictaliter verabladet, um gesagte ihre Forderungen binnnen 9 Tagen nach Verkündigung dieses bey hiesigem geistlichen Hofgericht durch bevollmächtigte Anwälde bey Straf des ewigen Stillschweigens zu proponiren und gehörig zu justificiren. Münster den 22. Jun. 86. Crufe, caufe Act. Aus Befehl des Hochfürstlich Münsterischen E# weltlichen Herrn Hofrichtern werden alle und Jede; welche an das der Marien Annen Wiese, Wittibe Johann Bernard Dahlmöller zu Telgte zuständiges, binnen der Stadt Telgte auf der Kapellenstrasse zwischen Mestrups und Wittiben Arnen Garten belegenes Haus, und vor der Steinpforte an der Langenstrasse belegenen Garten einigen Anspruch haben oder zu haben vermeinen, hierdurch edictaliter zum rsten, 2ten, und zten mal auf den hten Tag nach Bekanntmachung dieses allenfalls auf den erstfolgenden Gerichtstag(welche Frist ihnen für den ersten, zweyten, dritten und letzten Termin dazu peremptorie angesetzt wird) verabladet ,um solche auf einigerley Art und Weise daran habende Ansprüche bey dem Münsterischen weltlichen Hofgerichte zu der Sache Stucke contra Dahlmöller behörend so gewiß zu proponiren und zu justificiren, als ansonst ihnen diesfalls nach dreymaliger Bekanntmachung dieses ein ewiges Stillschweigen eingebunden werden solle. Signat. Münster den 20. Junius 1780. Despec. Mandato D. Jud. fzc. aul. Rengeling, Akt. caufze. Allle und Jede, welche an dem Stephan Wessels zu Haren oder dessen Haab und Güter einigen Anspruch und Forderung haben, werden hiemit zum dritten und letzten mal citiret, um auf denhten Tag nach Insinuation dieses, oder wenn selbiger kein Gerichttag seyn würde, den folgenden darnach vor dem Gericht Haren zu erscheinen und ihre Forderung bey Strafe ewigen Stillschweigens vor= und einzubringen. Signat. den 20. Junius 1786. Mulert, Grschbr. Anno 1786. Münste Intelli II. Gerichtliche Notifications. (Es wird hiedurch bekannt gemacht, daß am Donnerstag den 2osten dieses Nachmittags 1 Uhr im Rathhause hieselbst ein der Wittwe Zellerinn Kurre in der Molkenstrasse gehöriges, daselbst auf dem Esche und dem sogenannten Buschacker zwischen Künnings und Dünhöpets Lande belegenes Stück Landes von 4 Scheffel Saat, ad caufam Riemann contra Kurre pro Eittimato ad 72 Rthl. öffentlich ausgeboten, und dem Letzt= und Meistbietenden gerichtlich zugeschlagen werden solle. Diejenigen, so zu solchem Ankaufe Lusi und Mittel haben, wollen sich vorbestimmter massen einfinden, und die nähere Bedingnisse gewärtigen. Gegeben zu Vechte den 1. Jul. 2786. Ad Mandatum D. Judicis Vechtenf. Keppet, Grschbr. II VermischteNachrichten. wird hiemit bekannt gemacht, daß am 29. und zosten des künftigen Monats August eine Prüfung derjenigen Schullehrer, welche eine verordnungsmäßige Vermehrung ihres Gehaltes verlangen, solle vorgenommen werden. Diejenigen; welche sich der Prüfung sistiren wollen müssen wenigstens 8 Tage zuvor ihren Namen dem Normal=Schullehrer Overberg bekannt machen. Gleich nach der Prüfung wird der Unterricht der nicht völlig fähig Befundenen seinen Anfang nehmen. Signat. Münster den 1. Julius 1786. Gnädigst angeordnete Schulcommißion dahie. Oiejenigen, welche an dem abgelebten Alerander Anton Rosengarten, Zeit Lebens gewesenen Küster und Schulmeister zu Nordwalde etwas zu fordern haben, oder demselben noch zu zahlen schuldig sind wollen sich in kurzer Zeit bey uns Untergeschriebenen sowohl ihrer Forderung als Zahlung wegen melden. Nordwalde den 28. Junius 1786. S. Cramer, Pastor in Nordwalde. B. H. Mersman, Kaufmann das. Allle diejenige; welche an weyl. Hrn. Pasto# ren Drentrup zu Osterwick etwas zu fordern haben; werden hiemit erinnert ihre Forderungen in Zeit von 3 Wochen an der Pastorat zu Osterwick einzuschicken, wo sie dann dem Befinden nach die Zahlung gleich erhalten kön nen. Gleichfalls werden diejenige; welche an gesagten Pastoren noch etwas schuldig sind, hiemit an der Zahlung innerhalb selbiger Friji erinnert, damit es nicht nöthig seye, diesfalls gerichtlicheKlage zu führen. Signat. Osterwick den 20. Junius 1786. Schulte, Vikarius zu Osterwick. Wethmar, Renthmeist. zu Varlar. als Exekutoren. Diejenige, welche an dem abgelebten Herrn Rathen und Gografen Kerkerink gegründete Forderung haben, oder auch demselben, nunmehro dessen Erben noch schuldig sind, wollen zum wenigsten innerhalb 4 Wochen ihre Foderung bey mir übergeben, und nach Untere schied sich zur Zahlung einfinden. Katerkamp. (Es wird hiemit bekannt gemacht, daß am eilften dieses in dem Wohnhause der abgelebten Frauen Doktorinn Zumbrink auf der Salzstrasfe allerhand Hausgerath, bestehend in Silberwerk, Spiegel, Mahlereyen, Kommoden Bettladen, Stühlen, Tischen, Linnen, geschnitt=und ungeschnittenen Tischzeug, Ofen, Porcellaine Kaffee= und gelb englisches TafelService, Klavier mit dem Fuß und Notengesteu; ferner Kupfer, Zinnen ,Eisen= und Hölzenwerk, Hausuhre 2c. mehrentheils ganz neu, dem Meistbietenden gegen baare Zahlung soll verkauft werden. Asuf des hiesigen Hospitals ad Stam Mariam Magdalenam District in der Davert soll eine Quantität abstämmiger, und theils verdorreter Eichbäume den Reistbietenden verkauft, und damit am Mittwochen den raten Monats Julius Morgens 9 Uhr in loco der Anfang gemacht, allenfalls die folgende Tage continuirt werden. Kauflustige wollen sich alsdann daselbst einfinden und können die Conditiones vorhero bey Ends geschriebenen vernehmen. Signat. Münster den 25. Jun. 1786. Simons, Amtmann. Am Montag den iyten laufenden Monats ** Julius und folgenden Tagen Morgens von9 bis 12, und Nachmittags von 2 bis 6 Uhr sollen aus der Nachlassenschaft weyland Apo thekern Bolten Juweelen, Silberwerk, schöne Mahlereyen und Kupferstiche auf dem hiesigen Stadtskeller dem Meistbietenden gegen baare Zahlung verkauft werden. Da der auf dem Bleichplatze des hiesigen * Zucht= und Fabrikenhauses ausgegrabener Mergel am 17. dieses Monats Julius des Vormittags 10 Uhr Ringelweise dem Meistbietenden verkauft werden soll; als wird solches zuldem Ende bekannt gemacht, damit diejenige, welche solchen anzukaufen Lust haben, sich daselbst auf obbestimmten Tag und Stunde einfinden können. Benn ein geistlicher Herr, der keine Haushaltung hat eine Person von gutem Herkommen, die dahier viele Jahre getreu gedient, zur Hausbewahrerinn, und Verrichtung sonstiger darinn vorfallenden Geschäften verlangt, seldiger beliebe die Nachricht beym Intellig. Comtoir zu erfragen. Wenn Jemand Lust hat, ein gutes Haus im dd Dorf Greven, so zu allerhand Gewerbe sehr bequem ist, anzuheuren, der kann sich bey Niemer Senior in Münster, oder bey Herrn Schulz in Hopsen melden. Am künftigen Montag den roten dieses soll die bekannte Lotterie von 260 Loosen und s2 Gewinnsten bestehend, Nachmittags um 3 Uhr an des Hru. Weinhändlern Hessell Behausung auf der Rothenburg durch zwey Waysenknaben gezogen werden, wozu die Herren Interessenten nicht nur höflichst eingeladen, sondern auch zur Nachricht bekannt gemacht wird, daß sowohl bey mir, als auch bey dem Hrn. Weinhändler Hessell noch einige Loosen zu haFuhrmeister, Notar. Vermischte Neuigkeiten. Türkische Gränze, vom 12. Jun. Nach der Angabe eines kürzlich aus Conkantinopel zurück gekommenen Reisenden, soll die Volksmenge in gedachter Hauptstadt sich auf 7ooooo Menschen belaufen, und man zählet daselbst 5330 große und kleine Moscheen, 120 Spitäler, 418 öffentliche Einkehrwirthshäuser, 900 Bäder, 970 Brunnen, so0 grope und r65o kleine Schulen, 1/40 Christenkirchen, worunter aber nur 2 Katholische, 3800 große und kleine Gassen, 22 Thore und 580 Mühlen. Sehenswürdig sind daselbst: Die Rennbahn zum Wettrennen der Pferde und Exerciren der Soldaten; der Marktplatz der kostbarsten Waaren; der Sclavenmarkt, die Wasserleitungen und Cisternen, des Großviziers Pallast, das Zeughaus der Marstall, die Residen; des Griechischen Patriarchen und unter den schönsten Moscheen die ehemalige Sophienkirche. Kaiser Constantins Pallast liegt in Ruinen, gegen den Hafen hin. Die sieben Thürme ist auch ein schönes Gebäude. Paris, vom 20. Jun. Die Königinn geht in ihrer Schwangerschaft glücklich fort, und man glaubt sie werde zwischen dem roten und rsten Julius niederkommen. Kardinal Rohan ist am roten dieses in seinem Exilio Chaise Dien angelangt. Diese schön gebauete Abtey liegt in einer angenehmen Gegend zwischen 2 hohen Bergen, und enthält# Mönche, mit beynahe eben so vielen Bedienten. welche mit ihrem Abt jährlich gegen 155000 Livres verzehren. Sie ist übrigens der Zufluchts. ort der in dasiger Gegend verirrten Reisenden, welche von 4 bis 8 Uhr Abends durch eine Glocke zusammen gerufen werden, und daselbst ein gastfreyes Nachtlager finden. Die Abten wurde im Jahr rog2 unter König Heinrich l. gestifter, und ihr berühmtester Abt ist Pierre Roger gewesen der anfänglichErzbischof von Rouen. und nachher unter dem Namen Clemens VI Pabst wurde, auch in dieser Abtey begraben liegt. Cagliostro braucht zu seiner Reise nicht weniger als 3 Kutschen, dagegen mancher Prinz sich mit einer behilft. Er hat den Weg nach lais eingeschlagen, und wird von dort wohl gerade nach England segeln woselbst sein berühmtes Elixir, seine Kuren und seine Egyptische Freymäurerey ihm immer noch viel Geld einbringen werden, ob man gleich in England Peanhe sar s leichtgläubig, als auf dem festen London, vom 23. Jul. Am Sonntag Morgen ist der so bekannt gewordene Graf Cagliostro hier angelangt, hat sich aber nur 2 Stunden in der Hauptstadt aufgehalten; und ist darauf sogleich nach Dover zurückgereiset, um seine Gemahlinn dort aus Frankreich zu erwarten, und sie hierher zu führen. Er wird sich wenigstens ein Jahr hier in London aufhalten, und hat bey seiner Einschiffung zu Boulogna, nach dem er das Packetboot betreten, dem Französischen Ufer ein ewiges Lebewohl gesagt. Sein Kerker in der Bastille ist so fürchterlich gewesen, daßer, ohnerachtet er nur von mittelmäßiger Statur ist, nicht aufrecht in demselben hat stehen können. Zu Dublin wurde am taten dieses ein Cavalier Ramens Fitzgerald, wegen eines begangenen Meuchelmords an einem andern Cavalier, aufgeknüpft. Dieser Unmensch wollte vor 4 Jahren seinen eigenen Bruder erschiessen lassen der Mörder aber schoß fehl, und weil demselben darauf die Reue ankam, so erschoßer ihn selbst, wie er in seinen letzten Verhören gestanden hat. So wie sein Leben, so war auch sein Tod voller Verwegenheit. Er stieg tollkühn die Leiter hinauf, und sprung selbst von der Leiter; allein der Strick riß, und er thateinen harten Fall; rief aber gleich voll Ungedult dem Sherif zu: Einen stärkeren Strick her! welcher auch gleich bey der Hand war, und bessere Dienste that. Sein und seiner Helfers Helfer Körper wurden, nachdem sie eine Zeitlang gehangen hatten, geköpft u. geviertheilt. Bonn, vom 30. Jun. Von Sr. Kuhrfürstl. Durchlaucht, unserm gnädigsten Herrn sind des Herrn Grafen von Wolf=Metternich HöchstderoPräsidenten bey dem Oberrevisionsgerichte, dann des Freyherrn von Forstmeister, Höchstdero Oberststallmeisters und Deutschordens Ministers Excellenzen, in Ansehung ihrer ausgezeichneten Verdienste, zu Kuhrfürstl. Staats= und Konferenzministern ernannt, und ihnen die Bestallungsdekrete am 26sten dieses huldreichst zugestellt worden. Bonn, vom 3. Jul. Se. Kuhrfürstl. Durchlaucht haben gestern Abend ,unter den wärmesten Segenswünschen Ihrer getreuen Unterthanen; die Reise auf einige Zeit nach Spa angetreten. Kölln, voms. Jul. Gestern sind Se. Hochfürstl. Gnaden; der Fürst=Erzbischof von Salzburg, allhier eingetroffen, und haben nach gehaltenem Nachtlager in dem Gasthofe zur Stadt Prag, heute um 7 Uhr frühe die Reise nach Spa fortgesetzt. Das Wiener Briefpacket fehlt heure zum zten male. Aus Regensburg wird unterm 29. Jun. folgendes gemeldet: So eben langt das Passauer Amtspacket an'mit dem Vermelden, daß seit dem 2rsten kein Packet von Wien allda eingetroffen sey. Es muß also der Lauf der Pösten in Oesterreich durch die Ueberschwemmung aufgehalten werden. Kurzgefaßte Neuigkeiten. Der Armenische Patriarch zu Consiantinopel hat sein Betragen gegen die dasigen Katholiken sehr geänderr. Er istitzt leurselig und gefällig gegen sie, und hilft ihnen, wo er kann. Oeffentlich aber muß er zu große Vertraulichkeit mit ihnen meiden, weil seine Nation noch zu sehr in Vorurtheilen sieckt, und ihn wegen seiner zu offenbaren Freundschaft gegen die Katholikenleicht vom Großsultan absetzen lassen könnte. Ein Gerücht aus Fränkreich sagt, daß drey vornehme Herren, ein Herzog und zween Prinzen den Befehl erhalten hätten; sich vom Hofe zuentfernen. Bey Passau hat sich ein Wolkenbruch niedergelassen, wodurch der Innstrom dergestalt angeschwollen, daß er nicht nur mit fürchterlicher Wuth aus seinen Ufern getreten, sondern auch die Brücken zu Schärding und Passau mit sich fortgerissen. In den Londner Blättern steht die Nachricht, daß der Preußische Gesandte am Großbrittan= nischen Hofe bey den Waffenschmieden in London rotausend Flinten bestellt habe, welche noch vor Ende des Augustmonats nach Königsberg geliefert werden sollen. Neulich reisete ein Kürschner aus Regensburg mit seinem Sohne von Nürnberg dahin zurück. Drey Meilen von Regensburg gav er dem Sohne Uhr und Geld, mit dem Bedeuten, nur immer voraus fort zu gehen, er werde nachkommen. Dem Sohne ahndet wan, er sieht seinen Vater ungewöhnlich finster und verwirret, und will ihn nicht verlassen. Auf Bedrohung, daß er ihn sonst umbringen wolle, geht der junge Mensch fort und kommt nach Hause. Vergebens erwartete man den Vater, man schickte Boten aus, ihn aufzusuchen, und fand ihn nach einigen Tagen im Walde an einem Baume hangend.