Anno 1786. Münste Intelli Mit Kuhrfürstlich gnädigstem Privilegio. den 16. Junius. I. Citationes edistales. Aus Befehl des Hochfürstl. Münsteris. weltE lichen Herrn Hofrichtern werden sämtliche Gläubiger des von dem Erbe abgestandenen Zellern Diederich Tepken Kirsp. Bokum, jedoch mit Ausschluß folgender sich schon verglichener Gläubigern, nämlich z) alten Gerhard Krans zu Botum, 2) Wirthschaftern Wittkamp, daselbst, 3) Tecklenburg zu Hövel, 4) WittwenWierman, 5) Orggnisten Kämner in Bokum, 6) Kirche zu Northeringen, 7) Wittiben des preußischen Soldaten Joh. Diederich Tepken, 8) Disselkamp Kirsp., Hövel 9)Marschall zu Bokum, ro) Gerhard Wellman#r1) Soteke zu Barsum, ra) Ehefrau Tenhoven, 13) Henrich Rechman, und 14) Bern. Holtman Kirsp. Hövel; hiemit offener Ediktalweise zumisten eten, und zten mal abgeladen um auf denhten Tag nach jedesmialiger Bekanntmachung dieses allenfalls erstfolgenden Gerichtstag vor Uns selbst oder durch einen bevollmächtigten Anwalden zu erscheinen, und ihre an Zellern Diederich Tepken Kirsp. Bokum habende Forderungen und darauf stimmende Urkunden nebst richtigem Zinsenverzeichniß unter Straf ewigen Stillschweigens einzubringen, gedachte Foderungen förmlich zu rechtfertigen, zugleich zu sehen und zu hören, daß am Dienstag den I8ten Julius Morgens um 10 Uhr mit denen dem Vergleich noch nicht Beygetretenen in Person oder durch genugsam Bevollmächtigteerscheinen sollenden Gläubigern des Zellern Tepken die Güte versucht werden solle, unter der Verwarnung, daß die bey dem am I8ten Julius als angesetzten neuen Vergleichsversuch nicht Erscheinende pro Confentientibus gehalten werden sollen. Gegeben Münster den 29. April 1786. Starke, Act. Auf Anhalten des adlichen Stifts Langenhorst werden sämtliche Gläubiger des dahin eigenhörigen Köttern Schmöllers Kirchsp. Leer hiemit ein für dreymal öffentlich verabladet, um binnen einer peremptorischen Frist von sechs Wochen ihre an besagten Köttern Schmöllers habende Forderungen bey hiesigem geistlichen Hofgerichte durch genugsam bevollmächtigte Anwälde unter Straf ewigen Stillschweigens zu proponixen und gehörig zu justiftciren. Um sodann mit den Gläubigern einen Vergleich zu versuchen, werden selbe auf den irten künftigen Monats Julius hiemit citirt, um alsdann selbst oder durch genugsam Bevollmächtigte in der Dechaney zu Sanct Ludger dahier zu erscheinen, die Vergleichsvorschläge anzuhören, und sich darüber zu erklären, mit der Verwarnung, daß die alsdann nicht Erscheinende pro Consentientibus gehalten, und in Entstehung der Güte der Kötter Schmöllers ad Solennia Discuffionis zugelassen werden solle. Geben Münster den 24. May 1786. Befehl Sr. Hochwürden Hrn. Officials Woldering. Act. caufse. sus Befehl des Hochfürstl. Münsteris. Hrn. Richtern zum steinern Kreuz, Ahaus und Ottenstein, werden alle und jede Gläubiger, welche einigen Anspruch oder Forderung an dem Köttern Joh. Gerd Hallekamp K. Wessum Bauerschaft Averesch, haben oder zu haben vermeinen, hierdurch zum isten, eten zten und letzten mal edictaliter& peremptorie verabladet, um innerhalb vier Wochen(als wovon ihnen 9Tage für denrsten#9 Tage für den eren, und 9 Tage für den zten und letzten Termin angesetzt werden) sothane ihre Forderungen und darauf sprechende Urkunden und Beweisthümer bey hiesigem Gerichte unter Strafe ewigen Stillschweigens gehörig einzubringen. Dann werden obgedachte Gläubiger hierdurch ferners verabladet um am Montag den roten Julius Vormittags 9 Uhr dahier aufm Rathhause als gewöhnlichen Gerichtsplatze zu erscheinen, und zu sehen und hören, ob zwischen ihnen und obgedachten Köttern Hallekamp ein gütlicher Vergleich getroffen werden könne, und zwar unter der ausdrücklichen Perwarnung, daß die nicht Erscheinende alsdann pro Confentientibus gehalten werden sollen. Sign. Ahaus den 12. Jun. 1786. De Mandato D. Judicis Waller,Not. qua furr. Akt. II. Gerichtliche Notifications. Am Mittwochen den arsten Junius l. J. des Morgens 9 Uhr soll dahier zu Löningen in des Herrn Richters Hause ein dem Zellern Nienaber zu Wachtum zugehöriges Stück Bauland von anderthalb Verup Saat groß, auf der hohen Höst zwischen seinem eigenen Lande belegen, dem Meist= und Letztbietenden gerichtlich verkauft werden solle. Gegeben den 1. Jun. 1786. Ad Mandatum D.Judicis Düvell, Akt. III. Gestohlene Sachen Dadem Joh. Banneten aus Ottenstein in der Nacht vom 19ten auf den 2osten dieses ein beynahe weisses Stück seines Leinwand( so an einem Ende mit L. 126 gezeichnet, und von ihm auf 254 Gülden holl. angeschlagen) diebischer Weise von der Bleiche entwendet worden; So wird demjenigen, der von dieser That gegründete Wissenschaft haben mögte, und also den Thäter dem hiesigen Gerichte erweislich anzeigen wird, hiemit die ediktmäßige Belohnung mit Verschweigung seines Namens zugesagt. Signat. Ahaus den 25. May 1786. Ad Decretum D. Judicis Waller, Akt. furrog. IV. Vermischte Nachrichten. Da wir gesinnet sind, das Executorium von D weyland von Stael, gewesene Abdißinne zu Hohenholte, abzulegen: So werden alle diejenige ersucht welche an bemeldter Frauen Abdißinnen noch was zu fordern haben, ihre Forderung an uns Ends venennten innerhalb sechs Wochen einzuhändigen, auch werden diejenige erinnert, so an Dessen Executoren noch zu zahlen haben; sich in bemeldter Frist zu melden. Hohenholte den 7. Jun. 1786. T. von Böselager„Abdißinne und Executorinn. K. Gronheim; Amtmann und Executor. Alus Befehl eines Hochwürdigen DomkapiE tels soll amDienstag den arsten dieses Monats in hiesiger hohen Domkirche Concurlus, wegen einigen Choralstellen gehalten werden. Diejenige, so dazu fähig; wollen sich#m gedachten Tage des Morgens gegen halb 10 Uhr aufm hohen Chor daselbst einfinden, und mir Tages vorher ihre Taufscheine vorzeigen. J. H. Kock, Succentor. Vor ohngefehr 3 Wochen ist im Kirchspiel Ascheberg eine junge schwarze Kuhmit einem kurzen Schwanze, der das rechte Horn stumpf abgesägt, aus der Weide entkommen wem dieselbe zugelaufen, oder davon Wissenschaft hat, beliebe es dem Herrn Pastoren zu Ascheberg gegen ein gutes Trinkgeld zu berichten. Dader Verkauf des der Frau Wittiben des abgelebten Peruquenmachern Götte zuständigen, dahier auf der Hörsterstrassen Num. 203 belegenen Hauses am rzten dieses nicht vor sich gegangen ist: so dient dem geehrten Publiko zur Nachricht, daß künftigen Samstag den i7ten dieses Nachmittags 3 Uhr dem Letzt= und Meistbietenden verkauft werden soll. Münster den 14. Junius 1786. G. W. Deiters Mandat. Am a6sten Junius dieses Jahrs und allenfalls *e folgenden Tagen sollen in der Behausung des Hrn. Prokuratoren Mentz auf der Frauenstrasse in Münster verschiedene Bücher, wovon der Catalog bey demselben gratis zu bekommen, gegen baare Zahlung meistbietend verkaufet werden. Imgleichen Mahlerey, Kupferstiche, feines Porcellain, gläserne u. metallene Wandleuchter 2c. (in auf der Stubenstegge belegenes Haus und Gehöffde von ganzem Dienst Nro. 333 ist gegen genugsame Sicherheit den zten Julii Nachmittags 4 Uhr in des Eigenthümers Behausung dem Meistbietenden zu verkaufen. Die Kauflustige können solche in Augenschein nehmen, und fernere Bedingnisse erfahren. Aldit gnädigster Erlaubniß wird künftigen Sonntag den 18ten dieses von Herrn Schaudich, dann Herrn Hofmann und dessen Herren Söhnen im hiesigen Komödienhause auf verschiedenen Instrumenten ein großes extra Concert gegeben, das Nähere aber durch ein besonderes Blatt bekannt gemacht werden. (Ein Kamp, das Hälsgen genannt, in der Haus Rauschenburger Hovesaat an der Lippe gelegenzist dieses Jahr um Jacovipachtlos, haltet an Bauland fünf Malt fünf Scheffel, und an Wiesegrund ein Malt drey Scheffel sechs Becher münsteris. Roggenmaas, nebst einer Fischerey und guten Frechten, steht aus freyer Hand zu verkaufen, oder allenfalls auf vier auch acht Jahren ganz oder Stückweise zu verheuren: Die dazu Lust haben, wollen sich auf obbemeldtem Kampe den fünfundzwanzigsten Julius laufenden Jahrs Morgens um neun Uhr einfinden, inzwischen können vorhero die Bedingnissen bey dem Herrn Emonitoren Lintel in Koesfeld, als auch bey dem Kaiserlichen Postverwaltern horn. Westhoff in Düllmen vernommen werden. Alm Montag den rhten Junius und allenfalls folgenden Tagen sollen auf dem adlichen Hause Möhler verschiedene Mobilien, als fein und grobes Porcelain, Spiegel, Glas„ Tische, Stühle, Schränke, Bette, Bettstätten, einiges Gewehr, Sättel, Eisenwerk, Blech, Kupferstiche 2c. meistbietend gegen baare Zahlung verkauft werden. Lusttragende wollen sich daselbst Morgens um 8, und Nachmittags um 2 Uhr nach Belieben einfinden. Aus Befehl der von Kettler Möhlerschen hohen Vormundschaft Otterpohl, Renthmeister. Da die Pachtjahren der zum hochadelichen Hause Heessen an dem Lippeflusse nächst der Stadt Hamm gehörigen Sommer= u. Winter= Schaafhude den 28sten August l. J. zu Ende gehen, so soll diese Sommer= und Winter=Schaafhude, so wie selbige von Alters her hergebracht und Rechtens ist, auf anderweitesechs Jahren dem Meistbietenden wiederum verpachtet werden. Die so zu dieser Anpachtung Lust und Mittel haben, wollen sich auf besagten Tag Nachmittags 2 Uhr in der Rentmeisterey aufmhochadlichen Hause Heessen einfinden, und können nach Belieben die Beding= nissen darüber zuvorderst einsehen. HausHeessen den rsten Junius 1780. Bömer, Rentmeister. Rey einer vornehmen Herrschaft wird ein Bedienter verlangt, welcher Rasiren und Frisiren versteht auch Zeugnisse seines Wohlverhaltens beybringen kann selber kann sofort in Diensie treten. Die Condition ist beym Intell. Comt. zu erfragen. (Es wird gegen Michaeli laufenden Jah* res eine Kammerjungfer in Dienste verlanget; welche sehr gut nehen und waschen verstehet, auch Galanteriearbeit machen, und frisiren kann; Es können sich diejenige entweder directe bey der Herrschaft auf dem Hause Darfeld oder allenfalls zu Münster beym Hrn. Agenten Beckmann melden und die Conditiones vernehmen. (Fine Herrschaft verlanget einen Bedienten, welcher die Aufwartung und Gärtnerey verstehet, auch mit guten Attestaten versehen ist. Das Intellig. Comt. giebt Nachricht. Heute Freytag, den rôten Junius, Nachmita tags um halb 3 Uhr sollen noch in Pielers Busch bey Nevinghof achtzehnhundert Buschen dem Reist= und Letztbietenden unter alsdann bekannt zu machenden Bedingnissen verkauft werden. Landeslotterie=Sachen. ie Ziehung der ersten Klasse hiesiger Zosten Hochfürstl. Landeslotterie wird Mittwochen den aisten dieses des Morges um 10 Uhr in Gegenwart. Landsherrlicher Herren Commissarien, und Landsständischer Herren Deputirten auf dem hiesigen Hochfürstlichen Hofsaale öffentlich gewöhnlicher massen geschehen, und wird die gedruckte Ziehungsliste Freytags den ezsten dieses Morgens gegen 9 Uhr ausgetheilt werden. Vermischte Neuigkeiten. Venedig; vom 28. May. Man will nun den Inhalt der am ryten dieses von unserm Bothschafter zu Constantinopel Ritter Zuliani, eingetroffenen Berichte errathen haben. In denselben soll er unserm Senate melden, daß der Türkische Hof von unserer Republik ausdrücklich verlange, sie soll die feyerliche Erklärung von sich stellen, daß sie mit den beyden Kaiserhöfen gar kein Bindniß eingegangen sey, sich auch zugleich verbindlich mache, nie und bey keiner Gelegenheit sich mit denselben in irgend ein Bündniß einzulassen. Ueberdies dringt der Divan darauf, unsere Republik soll von den Tunisern den Frieden mittels einer schweren Summe Geldes erkaufen; im Gegentheile würde er uns öffentlich die Fehde ankündigen. Ist dem also, sorläßt es sich leicht begreifen, daß die Pforte in Betreff der Angelegenheiten in Dalmatien mit uns ganz treulos handele. Was wir am meisten befürchten, ist, daß der Kapudan=Bassa mit seiner großen Flotte das Venetianische Griechenland unversehens überfalle; wenigstens pflegten uns die Türken in den vorherigen Kriegen solche Streiche zu versetzen. Leipzig vom 3. Jun. Auf dem letzten Wiener Jahrmarkte wurde im Prater, in einer ausdrücklich dazu erbauten Hütte, ein ausserordentlicher Stiefel für Geld gezeigt welcher viel Zulauf hatte. Erists und ein halben Schuh hoch, und ein sinnreicher Schuster aus München hat die künstliche Arbeit daran verschwendet, wird aber nach seiner kleinen Art auch ein Kapitalist dabey. Das ganze Stiefel=Gebäude wiegt zr Pfund, ist ganz schwarz, aber mit rothen Schäften, und hat 6 Söhlen auf einander; wovon jede eine besondere Farbe hat. Blos an Leder hat dieser Stiefel dem künstlichen Schuster ir7 Gulden gekostet, und das Poßierlichste dabey ist daß er so weit und geräumig, daß der Schuster darinn bequem sitzen, und einen andern Stiefel ausbessern kann. Man hat also auf dem Wiener Jahrmarkte für sein Geld nicht nur einen ungeheuren Stiefel, sondern auch den Meister wie er in dem Stiefel sitzend, einen andern Stiefel ausflickt, sehen können. Paderborn, vom 13. Jun. Der Hochwürdig= Hochwohlgebohrne Herr, Franz Egon Reichsfreyherr von Fürstenberg zu Herdringen, 2c. 2c. erwählter Koadjutor des Hochstifts Hildesheim sind gestern, den raten dieses, durch einstimmige Wahl zum Koadjutor des Hochstifts Paderborn zur allgemeinen Freude, erwählet worden. Kurzgefaßte Neuigkeiten. Nachrichten von Berlin zufolge, haben Se. Majestät; der König, den durch seine wichtige Staatsschriften und große Kenntnisse berühmten geheimen Rath, Herrn Dohm, zu Dero gevollmächtigten Minister an den Kuhrhöfen Trier und Kölln, auch bey dem Niederrheinis. westphälischen Kreise allergnädigst ernannt. Der Kaiser ließ kürzlich einigeDutzend Nachtigallen, die man ihm hatte bringen müssen, in dem Augarten fliegen, um das Vergnügen aller derer zu vermehren, die diesen Lustort besuchen. Er hat auch das Wegfangen der Nachtigallen und anderer Singevögel in dem Augarten bey Leibesstrafe verboten. Allem Anschein nach, kann die Ruhe der Türken nicht mehr lange dauren. Es ist sehr wenig bekannt, aber doch gewiß, daß die Russen in beständigen Schlägereyen mit den Tartaren sind, daß es ein paar male schon sehr hitzig dabey hergegangen, und daß die Pforte die Tartaren heimlich aufhetzt und unterstützt.