∆ Bei unvorhergesehenen Betriebsstörungen, hervorgerufen durch höhere Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr für pünktliches Erscheinen der Zeitung und kann auch keinerlei Schadenersatz bean.***** sprucht werden. Verbungen mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Dolkszeitung Schwerter Oolksblatt Welthofener Aplerbecker Langscheder Zeitung Zeitung Zeitung 247 Die„Schwerter Jeitung" erscheint werktäglich. Hauptgeschäftsstelle, Druck und Verlag: Carl Braus. Celegr.=Adr.: Braus, Schwerteruhr. Cel. 62. Postscheck: Dortmund 2852 und Hannover 21874. Verantwortlich für Schriftleitung und Anzeigen: Hans Linner in Schwerte. Cel. 62.=bne ee.# J. Förde 2 Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises. Amtliches Kreisblatt für den Kreis Jorvt# Erstes und ältestes Holzwickeder Zeitung * Generalanzeiger für den Kreis Hörde. K Anzeigen 6 Pf., Reklamen 50 Pf. Finanz=Anzeigen 12 Pf. Montag, den 3. Dezember 1923[Einzelnummer: 200 Milliarden papiermark S6. Jahrgang Neues in Kurze. Buchdruckerschlüssel. wib Berlin, 2. Dez. Der Deutsche Buchdruckerverein i mit. Der am 27. November für das deut'che Buchdruckgenerdr gefällte Schiedspruch wurde heute gan Reichsord##tsmin sterium für verbindlich eruärt. Mit Wirkung vom 30. November an wird die Schlüsselzahl für deutche Buchdruckgewerbe dadurch ermittelt, daß der zanliche Verliner Dollarmitzelkurs durch 67 geteilt wird. Das wertbeständige Preußengeld. Vertin, 2. Dez.(Tel.) Das wertbeständige Notbeid des Freistaares Preußen wird an allen Reichsbahnkassen auf preußiichem Gebiet in Zahlung genommen. Bill onenraub der Separatisten. Franksurt, 1. Dez. In Wiesbaden erbeuseten die Sezwanizen, bei dem Geldraub in der Riterschen Druckere; is illiarden=Scheinen 407 000 Billionen Mark. Von dem gestohlenen Gelde sind durch die deutsche id die französische Polizei 80000 Billionen wieder herbeigeichaff: worden. Schaf. Die gestohlene 48er Fahne. * Frankfurt, 1. Dez. Die Wiesbadener Polizei sucht November in Langenschwalbach gestohlene 48er die wahrscheinlich von den Separatisten entführt worden ist. Nationalistendemonstration in München. mio München, 2. Dez.(Tel.) Heute mittag kam ein keiner Trups demonstrierender Nationalisten die Ludwigstraße ggen das Stadtinnere heranmarschiert. Der Zug wurde von der Landespolizei ausgehalten und zerstreut. Einige Zugleilnehmer wurden verhaftet und zur Polizei gebracht. Eine Dorten=„Regierung“. wtb Paris, 2. Dez.(Tel.) Havas meldet aus Mainz. daß sich gestern##n Koblenz wiederum eine provisorische eparaistiiche„Regierung“ gebildet habe, an deren Spitze Dorten stehe. Diese neue rheinische Regkerung habe zwar koblenz zur sogenannten Hauptstadt erwählt, jedoch ihren Sitz in Ems aufgeschlagen. Um Trillionen betrogen. wlb Frank'urt a. M., 2. Dez.(Tel.) Gestern wurden bei der Stadthauptkasse mit Hilfe einer gesälschten Unterschrift mehrere tausend Billionen Mark erhoben. Der Betrug wurde###a#ld entdeckt, da kurz darauf die richtige Anweisung vorgelegt wurde. Die Schweizer Bundesonleihe. wb Bern, 2. Dez.(Tel.) Die neue fünsprozentige Bundesanleihe im Betrage von 100 Millionen Franken ist bedeutend überzeichnet worden. Ueberschwemmung in Norditalien. wtb Bern, 2. Dez.(Tel.) Die Schweiz. Dep.=Agentur erfährt aus Tresa: Die beiden Dörfer Darso und Cogna im Val Camonica(Provinz Brescia) sind überschwemmt. Man zählte 200 Tote, Die Lage ist sehr ernst. Wasserflugzeug versunken. wih Paris, 2 Dez.(Tel.) Aus Cherbourg wird vom Versinken eines Wasserflugzeuges berichtet. Ein Marincoffizier wurde bei dem Unsall getötet, ebenso wahrscheinlich drei Passagiere. Ausländerbesteuerung in Zürich? * Zürich, 1. Dez. Auf Veranlassung der repubiikanischen Vereinigung in Zürich haben sich im Kanion Zürich 34 309 Bürger mit ja und 33923 mit nein für eine Besteuerung der Ausländer im Kanton Zürich ausgeprochen. Der Kantonalrat hat sich gegen die Besteuerung der Fremden ausgesprochen und erklärt, daß sie ungesetzlich sei. Die bb Berlin, 3. Dez.(Privattel.) Das Reichskabinett hat sich in seiner gestrigen Sitzung, wie der Montag hört, auch mit dem Inhalt der am Dienstag bevorstehenden Regierungserklärung beschäftigt und diese im wesentlichen fertiggestellt. Die Kanzlerrede wird voraussichtlich sehr kurz sein und dürfte wejentliche Aenderungen des bisherigen politischen Gesamtkurses kaum enthalten. Sie wird in der Forderung nach dem Ermächtigungsgesetz gipsein, das unter dem Stichwort Kleines Ermächtigungsgesetz sich streng auf den Kreis der nächstliegenden Aufgeben beschränken wird. Der Inhalt des Ermächtigungsgesetzes dürfte sich im wesentlichen auf die sozialen und wirtschaftlichen Angelegenheiten erstrecken, insbesondere die Regierung zu Maßnahmen auf dem Gebiet der Erwerbslosenfürsorge und der Preisbildung für Lebenswittel emächigen.„ D i 9.i4 w'b Augsburg, 2. Dez.(Tel.] Der neue Reichsjustizminister Emminger erklärte dem Berliner Vertreter der Augsburger Postzeitung in einer längeren Unterredung, er hielt sich für verpilichtet, in die Reichsregierung einzutreten, um zu versuchen, die noch zwischen Berlin und München bestehenden Spannungen zu beseitigen. Ob das restlos gelingen werde, bleibe freilich eine offene Frage. Daß eine gewisse Entspannung bereits eingetreten sei, lasse sich nicht leugnen. Die zu lösenden Probleme möchte er in den Sitz zusammenfassen: Dem Reiche, was des Reiches ist, aber auch Bayern, was Bayerns ist, oder aber: Ein starkes Bayern in einigen Deutschland! deutschen Ruhrgefangenen. Ein deutscher Besuch in den Gefängnissen. wtb Berlin 2. Dez.(Tel.) Im besenderen Auftrage des Auswärtigen Amtes besuchte ein höherer Beamter der deutschen Botschaft in Paris im Einverständnis mit der französischen Regierung die im Gefängnis von St. Martin de Re befindlichen deutschen RuhrGefangenen. Es befinden sich dort: Hans Stach, Hans Sadowski, Alois Alfred Becker, Georg Werner, Georg Zimmermann, Gustav v. Oettinger, Hugo Klpper, Willi Ziegler, Ernst Kosch, Paul Brauer, Paul Görges, Willi Karl Dreyer, Karl Frey, Georg Gruber, Max Hehne, Rich. Lauth, Friedrich Maurer, Paul Sasse, Alsred Schneider, Heinrich Hunz, Adam Breitenbach, Adam Siezler, Paul Leers, Hans Gottfried Wilhelm Diel, Ernst Schade, Johann Schwingen, Franz Roynicke. Soweit die Adressen der Angehörigen senzustellen waren, wurden diese von dem Ergebnis des Besuches unmittelbar benachrichtigt. Angehörige, denen bisher keine Nachricht zuging, werden gut tun, ihre Anschrift unverzügsich dem Auswärtigen Amt, Berlin W. 8, Wilhelmstraße 75, mitzuteilen. wtb London, 2. Dez.(Tel.) Reuter meldet aus Washington: Die Regierung hat dem amerikanischen Beobachter in der Reparationskommission, James Logan, mitgeteilt, daß sie nach wie vor nicht bereit sei, offiziell an einer eingeschränkten Untersuchung, wie sie der gestrige Beschluß über die Bildung zweier Untersuchungsausschüsse bedeute, teilzunehmen, wenn sie auch möglicherweise bereit sein werd, sich unoffiziell verireten zu lassen. wth London, 2. Dez.(Tel.) Der diplomatische Berichterstatter des Observer schreibt, es werde zweisellos gefunden werden, wenn die alliierte Einladung in Washington eintreffe, daß die am letzten Frcitag von der Reparationskommission beschlossene Untersuchung uneingeschränkt ist und daß Amerika keinerlei Befürchtungen in dieser Hinsicht zu haben brauche. Nach britischer Ansicht werde viel von einer amerikanischen Mitwirkung abhängen. Ob die von Poincare in der letzten Zeit gemachten Zugeständnisse zu einer praktischen Auswirkung gelangen würden, werde von der neuen britischen Regierung, die zur Macht gelange, auf die Probe gestellt werden. Der Verkehr zwischen besetztem und Für Annäherung der Völker. lich Fascistischer Ueberfall auf Nitti. * Rom, 1. Dez. Zur neuen Kammertagung war der jrühere Ministerpräsident Nilti zum ersten Male nach jascistischen Revolution wieder in Rom erschienen. Dadurch erregt, zogen 500 Jascisten vor Rittis Wohnung, erbrachen das Toreitter und drangen in das Innere ein. Nitti selbst war gerade abwesend. Die kommende Goldnotenbank. * Köln, 1. Dez. In der gestrigen Vollsitzung der Iner Handelskammer machte der Präsident, Geheimra: Dr. Louis Hagen, der an den Verhandlungen über die Schaffung der Golonotenbank für Rheinland und Westsalen hervorragenden An eil genommen hat, eine Reihe von Mitteilungen üiber den Stand der Angelegenheit. An den jetzt bereits füni bis sechs Wochen dauernden Besprechungen seien eine Reihe von Mitgliedern der Kammer, Vertretern von Banken des besetzten Gebietes und hervorragende Industrielle beteiligt. Die Verhandlungen hätten sich so außerordentlich schwierg gestiltet, weil sie nach zwei Frou#en geführt werden mußten. Wenn es auch selbsiverständlich sei, daß die deutschen Vertreier ohne die still chweigende Genehmigung der Rechsrezierung abschließen konnten, so habe doch die Zerrissenheit der politischen Verhältnisse im Reiche, insbesondere deren Rückwirkung auf die beteiligten Regierungsstellen des Reiches, die Verhandlungen namentlich bezüglich der Schnelligleit und Gründlichkeit, welche die Angelegenheit erjorderte, ungemein erschwert. Die Verhandlungen seien aber jetzt so weit gediehen, daß eine stillschweigende Gewib Paris, 2. Dez.(Tel.) Nach einer HavasMeldung aus Düsseldorf soll am 1. Dezember eine erste Reihe von Abmachungen zwischen dem Reichsverkehrsministerium und der französisch=belgischen Eisenbahnregie unterzeichnet worden sein. Falls diese Abmachungen die Zustimmung der Reichsregierung fänden, würden sie am 10. Dezember in Kraft treten.— Damit würde die Wiederaufnahme des sot dem 11. Januar unterbrochenen Verkehrs zwischen dem besetzten und dem nichtbesetzten Gebiet ermöglicht. Ueber eine Anzahl Einzelfragen sollen nach Havas noch Meinungsverschiedenheiten bestehen. Oesterreichs Hilfe für Deutschland. wib Wien, 2. Dez.(Tel.) Beim Bundesminister Schürff sird bisher für die von ihm eingeleitete Hilfsaktion zugunsten netleidender deutscher Schriftsteller und Künstler Spenden im Betroge von 160 Millionen Kronen in österreichischer und ausländischer Währung eingegangen und der deutschen Gesandtschift zur Weiterleitung an die für die Verteilung in Betracht kommenden Stellen übergeben worden. wib Wien, 2. Dez.(Tel.)“ Gestern und heute fanden nach einem Beschluß der Gemeinde Wien in allen Häusern, össentlichen Lokalen und Straßen der Stadt Sammlungen statt, deren Ertrag für die Deutschenhilfe bestimmt ist. wlb Wien, 2. Dez.(Tel.) Von ker jäglich an Umsang zunehmenden Lebensmittelaktion des Bundes der Reichsdeutschen und der Deutschen Arbeitsgemeinschaft sind bis jetzt 40 000 Pukete in Sammel= trauspor'en nach Deutschland abgeschickt worden. Ein englischer Währungskredit. bb Berlin, 3. Dez.(Privattel.) Die dewschenglischen Verhandlungen über Erliugung eines Währungskredits haden, wie der Montag hört, einen günstigen Verlauf genommen. Voraussichtlich werde Außenminister Dr. Stresemann dem Reichsag am Dienslag hierüber näh#e Mitteilungen machen. Es soll sich um einen Kredit von 100 Millionen Golomark zur Stützung der deutschen Währung handeln. wib Paris, 2. Dez.(Tel.) Aus Veranlassung der Internationalen Friedensgesellschaft in Bern vereinigten sich gestern und heute Vertreter internationaler Organisationen, deren Ziel die Annäherung der Völker ist, um einen neuen internationalen Organismus zur Aufklärung über pazisistische Strömung zu schaften. Es wurde ein internationaler Ausschuß gebildek; der sich einmal oder zweimal im Jahre, wenn die Umstände es erjordern auch öfter, vereinigen soll, um eine Propaganda zu schaffen, die darauf abzielt, den Völkerbund zu vervollkommnen und einen internationalen Friedensgeist durch die Presse und durch die Schulen zu schaffen. Mit der Ausführung wurde das Internationale Friedensbüro in Bern beauftragt. wtb Wien, 2. Dez.(Tel.) In der heutigen Versammlung von Mitgliedern der unpolitischen ausländischen Klubs wurde wiederholt von den Vertretern der ausländischen Vereinigungen, vor allem von dem italienischen Redner, ausdrücklich hervorgehoben, daß sie von den allen seinerzeit verkündeten Kriegszielen hohnsprechenden Friedensver rägen und deren Recht und Gerechtigkeit verletzenden Durchführung tief enttäuscht seien, weshalb das Weltgewissen wachgerüttelt werden müsse. Das deutsche Volk, dem die Welt unendliche geistige Befruchtung und kulturelle Güter verdanke, dürfe nicht dem Verderben preisgegeben werden; es dürfe nicht untergehen. Eine in diesem Sinne gehaltene Entschließung wurde darauf von der internati#nalen Versammlung einstimmig angenommen. Ein Wassenlager aufgesunden. bb Berlin, 2. Dez.(Privattel.) Wie die Blätter mitteilen, wurde gestern von der Polizei ein Waffenlager auf einem dem Maurer Fiedler gehörigen Grundstück auf einer Siedlung gegenüber der Provinzialanstaft für Epileptische in Potsdam entdeckt. Bei der Durchsuchung wurden u. a. über 200 Handgranaten und viele Munition gesunden. Außer dem Fieolerschen Ehepaar wurden zwei Helsershel'er verhaftet. Während der Durchsuchungsaktion der Polizei kam ein anderes Ehepaar mit einem Handwagen voll Munition, die auf dem Fiedserschen Grundstück vergraben werden sollte. Es handelt sich den Blättern zufoige um Munition für die kommnnistische Partei. Aber auch mit der französischen Seite e#n dir Verhandlungen keineswegs leicht geweser, auch#uc, nicht abgeschlossen. Er(der Redner) hege je###ch en daß man nunmehr unmittelbar vor dem Adsch'aß stehe, den er von der am 1. Dezember staufindenden neuen Besprechung erwarte. An der Beteiligung von 30 Plosen4 habe man auf französischer Seite festgehaltn. Rict durch die französische Regierung, sondern durch französische Banken solle diese Beteiligung erfolgen. Diese dätten sich zu solcher Beteiligung herbeigelassen. o#wohl von einem Geschäft vor der Hand keine Rede sein könne; fär eine Reihe von Jahren sei nämlich die Div dende auf 6 Proz. begrenzt, und sie dürfe erst erhöht werden, wern die Rücklagen die Hälfte des Kapitals erreicht hätten. Von deutscher Seite sei an der Höhr der Beteil'gung von 55 Proz. festgehalten worden. Nachdem nun auch Einverständnis über die Unterlage der auszugebenden Goldmark, die in reinem Gold bestehen soll, erzielt sei, werde eine Valuta geschaffen, die an innerer Güte überhaupt nicht zu überbieten sei. Er hoffe, daß auch die französi'che Genehmigung dazu in den nächsten Tagen erteilt werde, so daß dann der Gründung der Goldnotenbank der Rheinlande und Westsalens nichts mehr im Wege stehen werde. Wenn die Bank gegrundet sei. werde es doch noch mindestens 6—8 Wochen dauern, bis die Goldmark der Bank in den Verkehr gelangs. Die technischen Schwierigkeiten zur Vorbereitung des Geldes seien eben außerordentlich groß, und man habe wegen des ungewissen Ausganges der wochenlangen Besprechungen auch keinerlei wei gehende Vorarbeiten treffen können. Er glaube, daß die kommende Goidmark einem außerordentlich großen Bedürfnis hier im besetzten Gebiet entspreche, bitte jedoch, keine übertriebenen Hoffnungen an die neue Währung zu stellen, weil es eben nicht möglich sein werde, den gesamten Bedarf an wertbeständigem Gelde zu befriedigen. Er habe daher von Ansang an die Reichsregierung dringend gebeten, die Rentenmark ins besetzte Gebiet here nzulassen. Leider habe die Reichsregierung wegen der Nichtzulassung des Gesetzes betreffend die Rentenbank— durch welche die 4 prozentige hypothekarische Belastung, die für das übrige Reich gelte, hier nicht anerkannt sei— die 100 Millionen Rentenmark=Scheine, die für das besetzte Gebiet vorgesehen waren, aus politischen Gründen nicht abgegeben. In diesem Zusammenhange übte Geheimrat Hagen scharfe Kritik an dem Verhalten der Regierungsstellen und wies auf die Nichtzulassung der Goldanleihe für das besetzte Gebiet hin. Daraus habe sich dann der augenblickliche himmelschreiende Unterschied in der Geldbewertung zwischen hesetztem und unbesetztem Deutichland entwickelt. Dieser Unterschied werde noch verlieft durch den Umstand, daß die Beamten im unbesetzten Reich bis zu 50 Prozent ihrer Gehälter in Rentenmark ausgezahlt bekämen, während die Beamten im besetzten Gebiet mit dem Versprechen von einigen 10 Prozent abgespeist worden eien. Er befürchte, daß dadurch in der Bevölkerung sehr ungünstige Auffassungen über die Behandlung des besetzten im Vergleich zum unbesetzten Deutschland entstanden seien. Zur Verschärfung der Krise habe noch die plötzlich nach dem Buß= und Bettage einsetzende Weigerung der Reichsbank zur Annahme des Notgeldes beigetragen. Im Zusammenhang mit dem Umstande, daß sich im besetzten Gebiete keinerlei wertbeständiges Geld befinde, und daß mit dem Kölner Notgeld neun Zehntel aller Bedürfnisse befriedigt werden müßten, seten außerordentlich schlimme Zustände geschafsen worden. Oberbürgermeister Adenauer und er hätten in wiederholten Besprechungen zu Köln und in Berlin die dringendsten Verstellungen erhoben, namentlich dagegen, daß nunmehr das besetzte Gebiet für die Hünden, welche durch die Währungspolitik der letzten vier Jahre begangen worden seien, für das ganze Deutschlund# leiden solle. Von irgend welchem günstigen Widerhall dieer Vorstellungen sei er leider nicht in der Lage zu berichten. Sie seien sogzar bei dem Reichspräsidenten Eberr und bei General v. Seeckt vorstellig geworden. Nameni= lich der letztere habe in anerkennenswerter Weise Verständnis gezeigt und Bemühungen um Abhilie zugesagt. Danach habe eine Sitzung des Kab neits stangesunden, die allerdings nur eine Galgenrist gebracht habe. befaßte sich Geheimrat Hagen mit der Fricz# der Herausgabe von wertbeständigen Rotgeld. Man könne verschiedener Ansicht sein darübe:, so führ e er aus, ob es nicht voreilig gehandent sei, schon jetzt dieses Geld herauszugeben. Er sei der Ansiche duß erst, wenn alle anderen. Dinge geordnet seien, man an die Regelung der Währung herang hen soll.e. nicht aber schon, wo die Dinge noch politisch, wirtschaftich und sogar auch moralisch so sehr im Argen lären. Jedenfalls scheine ihm größte Vorsicht am Platze zu sein, wenn bestimmte Länderteile, Kommunen usw. in der Schaziung von NotDeutsche Wirtschaftszahlen am 3. Dezember. 4 Die Zahlen in Mitttgeden.? Großhandel für das Reich am 2. Kl. 14234 Lebenshaltg.„„„ am 26 Kl. 1585 1 Goldmark nach dem Berliner 688 Dollarkurs 1000 Goldunrechnungssatz für Reichssteuern am 2 u. 3. Kis. 1000 Goldmarkkurs der Reichsbahn für Penonen= uud(ttervettebe...... 188 Anzeigen, schlüssel vom 2. Kl ab...... 15. Buchschlusst! 1100 Steuerermäßtigungsmultivlikater in der Woche vom 2. XII.—S.KII. 85000 Fernbrief ab 1. XIl. 10 Wig Fernvostkarte ab 1 XII.. 5 Pg Goldankaufspreis der Reichsbank am 3. KII. für ein Zwanzig Mark-Stück 19,267,581, 190,000 M. Der Dollar am 1. XI. 28 Douarturs Geld: 418950000000 such # dem Beisps“ 78s Reiches bald zu soigen beabsichtigten. OOhne eine vernünftige Unterlage, ohne wertbeständige Einnahmen sollte solches Geld nicht geschaffen werden. Bezugnehmend auf den auch in verschiedenen Kölner Kreisen laut gewordenen Wunsch nach baldiger Herausgabe wertbeständigen Geldes betonte der Handelskammerpräsident mit besonderem Nachdruck, daß er persönlich das nur unter der Bedingung befürworten könne, wenn dazu eine absolut sichere Grundlage geschaffen sei. Man dürfe sich unter keinen Umständen der Gefahr aussetzen, hier auch unser wertbeständiges Notgeld mit Disagio gehandelt zu sehen. Das würde eine schlechte Art des Sparens sein, wenn es an der unbedingt sicheren Grunlage fehle. Es sei im Werden ein verbandswertbeständiges Notgeld, wofür die Gesamtheit der Kommunen unter Führung der Landesbank die tragbare Unterlage zu bilden versuchten. Es sei zu hoffen, daß dann einigermaßen Besserung in unserer trostlo en Lage eintrete. In unmittelbarem Zusammenhange mit dieser Angelegenheit stehe auch die Frage des Multiplikators. Der Berliner Deoi uturs dürfe dabei nicht zugrunde gelegt werden. Wer ach der Einführung des wertbeständigen Notgeldes der M##l#iplikator mit der Kölner Devisennotierung errechne werde, bestehe die berechtigte Hoffnung, daß eine wesen iche Besserung eintrete, eine Besserung, die namentversöhnlich wirke in bezug auf das Verhältnis Groß= und Kleinhandel und dem kaufenden Publ. kum. Die augenblickliche Lage sei einsach unerträglich. Mit dieser Geldfrage stehe seiner Meinung nach auch die Frage der Arbeitslosenfürsorge in intimster Wechselbeziehung. Bei Fortdauer der gegenwärtigen Verhältnisse könnten 1. die Arbeitslosen für die Unerstützungsgelder kaum das Allernotwendigste kaufen und 2. drohe die Gefahr des weiteren bedeutenden Wachsens der Arbeitslosigkeit. Es fehle i Industrie und Handel leineswegs an dem guten Willen, die Leute zu beschäftigen, es fehle an der Möglichkeit, diesen guten Willen in die Tat umzusetzen. Die Industrie habe leider die in den letzten Jahren zurückgelegten Ersparnisse völlig ausgebraucht für unproduktive Löhne und für das Inordnunghalten ihrer Werke. Was jetzt von ihr aufzubringen sei, könne ausschließlich im Wege des Kredits geschehen. Auf diesem Wege würd. aber in Deutschland auf die Dauer der gesamte vorliegende Bedarf nicht auszubringen sein. Auf diesem Wage#e##e auch unmöglich, Handel und Industrie Welimark wentdewerbsfähig zu erhalten wer Verund sämtlichen#nstigen vor allem nötig dies schleunigst. Wiederinzangbringen des Verkehrs, die Regelung dei Zollftage u. a. m., um damit den allmählichen Ausban der Wirtschaft einzuleiten. Wenn das verhinder: oder nicht errecht werde, ginge Deutschland, und namenit lich das dee#etzte Gebiet, den trübsten und folgenschwer#t## Zeiten enlgegen. Die Dariegungen des Präsidenlen wurden von der ganzer Versammlung mit gestanntestem Interesse angehör und durch lebhaften Beifall und Zustimmung unterstrichen. Koniu! Oehme, der stellvertretende Präsident, widmete Geheimrat Hagen im Namen der Versammlung für seine menschliche Kraft schier übersteigenden Bemühungen in den zahlreichen schwierigen Verhandlungen herzliche Worte der Anerkennung und des Dankes. aus dem Miichterter ung zu echlten. Arbeitslo#en##röbsem könne letzten Endes nur gelöst den, wenn es getinge, mit unseren Gegnern zu einer ständigung über die Reparationen Lasten zu gelangen. Zunächst#se# Marx der Wahlkanzler sein, d. h. er wird den Reichstag noch vor dessen natürlichem Ende— die Leg'slaturperiode läuft ja ohnehin in wenigen Monaten ab— auflösen und Neuwahlen ausschreiben müssen, trotz der durch die gespannte innerpolitisch: Lage und die Hemmnisse im Ruhrrevier bedingten Schwierigkeiten. Allzuviel Gebrauch dürfte freilich das Kabinett Marx= Stresemann ohnehin nicht von dem reichlich überalterten Parlament machen. Während Dr. Marx auf der einen Seite entschlossen ist, den militäri'chen Ausnahmezustand in einen zivilen umzuwandeln, will er auf der anderen Seite, ebenso wie es sein Vorgänger Stresemann getan hat, um in einjaches Ermächtigungsgesetz nachsuchen, sih## um die brennende Frage der Sanierung der Finanzen auf dem Wege einer Bereinigung des Etats und der gründlichen Reform des Steuerwesens möglichst schnell der Lösung entgegenzuführen— soweit sich das überhaupt als möglich erweisen wird. Die drei anderen großen Aufgaben des neuen Kabinetts bestehen in der Auseinandersetzung mit Bayern, in der Lösung der Ruhrfrage und in dem Versuch, die vom Kabinett Stresemann angebahnten Reparationsverhandlungen wieder in Gang zu bringen, wofür sich die außenpolitische Siuation — siehe die Auseinandersetzung zwischen England und Frankreich und die amerikanische Kreditbereitschaft—vielleicht zurzeit um einige Prozent günstiger gestaltet hat. Es darf jedenfalls als ein gutes Zeichen begrüßt werden, daß die Meldungen über den Stand der deutschen Vaiuta im Auslande etwas günstiger lauten. Wenn der MarkKurs sich hebt, verheißt der Marx=Kurs vielleicht Erfolg. Porikische Antschau Die Lohnsteuer für diese Woche. Die Verhältniszahl, wit der die Sepiembersätze zu verviehjältigen find, ist. für die Woche vom 2. bis 8. Dezember von 700 000 auf 850.000 erhöht worden. Es sind somit bei Berechnung der Steuer zu berücksichtigen: für und Frau je 146 880 Millionen, für jedes Kind 979.200 Millionen, an Werbungskosten 1.224000 Mark. Bei einem Wochenlohn von 50 Billionen wurde sich zir einen verheikaleten Steüerflichtigen#m#i zver Kindern der Steuerabzug wie sotgt gestulten: Rhein und Ruhr. Eine Forderung an Mainz. wtb Paris, 2. Dez. Nach Blättermeldungen aus Mainz hat die Rheinlandkommission beschlossen, von der Stadt Mainz eine Entschädigung von hunderttausend Goldmark für die Erschießung des sranzösischen Lehrers Constant am 20. Oktober zu verlangen. Im Weigerungsfalle solle die genannte Summe in der Stadtkasse beschlagnahmt werden. Der Feststellung fanzösischer Blätter, daß Constant durch eine Kugel der Separatisten getötet wurde, wurde bisher nicht widersprochen. Transit. wib Paris, 2. Dez.(Tel.) Nach einer Meldung aus Koblenz hat die Rheinlandlommission beschlossen, von heute ab Waren, die aus dem nichtbesetzten Deutschland kommen und durch das besetzte Gebiet geführt werden, soweit sie für das Ausland gestimmt sind, als internationale Transitwaren zu behandeln, d. h. für sie weder die Bezahlung der Abgabe noch den Nachweis der Ausführbewilligung der Besatzungsbehörde weiterhin zu verlangen. ohn Steuer 40 Proz. steuerfrei für den Mann steuerfrei für die Frau steuerfrei für zwei Kinder Werbungskosten 50 Billionen 5 000 000 Millionen abzurunden Millionen. au 84 146 880 14 146 880 958 400 1224 04 Sieuer Mittfarden nach 476 160 Millionen 1 523 940 Millionen unten— 1523 600 Kadebadem. Von unserem Berliner k=Mitarbeiter. Es war eine Schwergeburt, das Kabinctt Marx; denn es hat eine ganze Woche gedauert, bis sich aus dem gestürzten Ministerium Stresemann über die Zwischenstufen Kardorff, Alber:, Jarres und Stegerwald die Kombination Marx=Stresemann entwickelte, das Kabinett der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft der Mitte, für das wir nach der jetzt üblichen Methode die aus den Anfangsbuchstaben gebildete odige Firma zwecks leichterer Aussprache empfehlen. Im Grunde genommen hat sich nicht viel geändert, eigentlich nur die Firma, denn die Koalition ist dieselbe geblieben, die kleine Koalition der bürgerichen Mitte. Nur der Ches hat gewechselt, während s resemann sich auf die Außenpolitik zurückgezogen hat, der reilich gerade zurzeit eine ausschlaggebende Rolle zukommt. War es wirklich nötig, diese Woche pariamentarischer Intriguen zu inszenieren mit dem angesichts der Machtverhältnisse im Parlament von vornherein aussichtslosen Experiment des Bürgerblocks? Die jetzige Kombination hätte man jedenfalls schneller und billiger haben können. Wenn nach dem langwierigen Hin und Her der ersten sechs Tage am siebenten Tage die„Schöpfung“ so überraschend schnell vollendet wurde, so lag das an der Erkenntnis, daß jeder weitere verlorene Tag eine ungeheure Belastung des deutschen Debeikontos bedeutetes So kehrte man denn kurz entschlossen zur„alten Liebe“ zurück. Und wenn man nicht mehr weiter kann, macht man's mit Marx und Stresemann! Der Führer des Zentrums, der vor zwei Jahren nach dem Tode Trimborns und Burlages Vorsitzender der Fraktion wurde, entschloß sich nur nach langem Zureden, in die Bresche zu springen. Der 60jährige Senatspräsident am Berliner Kammergericht, der seine politische Laufbahn 1899 als preußischer Landtagsabgeordneter begann und seit 1910 dem Reichetag angehört, ist ein ruhiger, mehr wägender als wagender Politiker, der sich durch Sachlichkeit, vorsichtige Berechnung der politischen Möglichkeiten und Ver öhnlichkeit auszeichnet.— Eigenschaften, die in der jetzigen schwierigen Lage ch Platze sein mögen. Denn es kommt zurzei: weniger auf die große Persönlichkeit an, der der Spielraum fehlt, als auf die Ausnutung der eng begrenzt Möglichkeiten. es nun mit den innerpo des Kabinetts Marx:2 Grundlage, auf die es sich stützt, ist stützt sich auf die Parteien der soger chaft der Mitte, nämlich das Zentrum die Deutiche Volkspartet mit 66. Wegen revolutionärer Enteignung verurteilt. wib Leipzie, 80. Roo. Im Prozeß dor dem Sialisgexichtshof zum Schutze der Republik gegen die PlaettnerGüppe, die im mitteldeutschen Aufstand im März 1921 Sprengungen verübte und als Expropriationsgruppe in einer Anzahl von Fällen zur Beschaffung von Kampfmitleln Privateigentum„revolutionär enteignete“, lautete der Strafantrag gegen den Hauptangeklagten Karl Plaettner auf 15 Jahre Zuchthaus und gegen die übrigen Angeklagten aus Zuchthausstrafe von 10 bis 6 Jahren. Nur für vier Angeklagte sah der Strafantrag Gefänguisstrafen von 6 Monaten bis zu 3 Jahren vor. Das Urteil lautete gegen Plaettner wegen qualiszierten Raubes in Tateinheit mit sortgesetzten Verbrechen nach§ 86 des StGB.(Vorbereitung zum Hochverrat) auf 10 Jahre Zuchthaus unter Anrechnung von 1 Jahr 6 Monaten Untersuchungshaft. Sechs Angeklagte erhielten Zuchthausstrafen von 6 bis 9 Jahren, einer mit Rücksicht auf eine Jugend 7 Jahre Gejängnis. Ein Reihe anderer Angeklagten, die in geringerem Maße beteiligt waren, wurden zu Gesängnisstrafen von 3 bis 5 Jahren verurteilt. Zwei weitere erhielten geringere Gefängnisstrafen, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt angesehen werden. Eine Angeklagte wurde freigesprochen. Rentenmarkscheine. wtb. Berlin, 2. Dez. Die Fertigstellung der Renten martscheine ist jetzt so weit vorgeschritten, daß von jetzt ab Stücke auch auf dem Wege über Banken und Bantfirmen bezogen werden können. Die neue 5%ige Roggenwertanleihe des Freistaates Preußen. wtb Berlin, 2. Dez.(Tel.) Die preußische Finanzverwaltung wird vom 7. bis 14. Tezember durch Vermittelung unter Führung er preußischen Staatsbank(Seehandlung) stehenden Preußen=Konsortiums einen wetteren Betrag einer 5%igen spreußischen Roggenwertanleihe zur öffentlichen Zeichnung auflegen. Der Zeichnungspreis wird sich dem amtlichen Berliner Börsenluts und der bereits notierten 5%igen preußischen Roggenwertanleihe anpassen. Die Einzelheiten der Begebung werden demnächst bekannt gegeben werden. Der Aerzteausstand. woib Essen, 2. Dez.(Tel.) Dem Vernehmen nach hat die Aerzteschaft der Industriebezirts beschlossen, sich an dem Ausstand des Kassenärzte nicht zu beteiligen. Rückläufige Preise in Hamburg. bb Berlin, 2. Dez.(Privatuel.) Der Verl. Lot.=Anz. meldete: In Hamburg hat eine scharfrückläufige Bewegung der Preise eingesetzt, im besonderen, für Lebensmittel und Bedarfsartisel bis zu fünfzig% Auch die Hamburger Straßenbahngesellschaft hat die Herabsetzung der Fahrpreise um Arbeitsfragen. Arbeitsaufnahme an der Ruhr. bb Berlin, 1. Dez. Nach einer Meldung des LokalAnzeigers aus Gelienkirchen wurde gestern den Belegschaften von den Zechenverwaltungen des Ruhrgebiets die Mitteilung gemacht, daß die für heure vorgesehene Etzlassung der Beamten und Angestellten vorläufig ausgehoben sei. Es werde jedoch eine endgültige Entschließung der obersten Reichsbehörde abgewartet. Nach einer weiteren Blättermeldung aus Gel'enkirchen haben nach einer Aussprache der freien Gewerkschaften mit dem französischen Delegierten im Wirtschaftsausschuß die freien Gewerkschaften und die Betriebsräte den Beschluß gefaßt, ämtliche Arbeiter und Angestellte, die zurzeit entlassen oder der Erwerbslosenfürsorge zugeführt sind, aufzusordern, die Arbeit am Samstag wieder aufzunehmen. Die Arbeitszeit der Beamten. bb Berlin, 2, Dez. Wieder Vizekanzier und Reichsminister des Innern Dr. Jarres auf Anfrage des B. T. mitteilt, entzprechen die Mitteilungen über eine Verlängerung der Arbeitszein für Beamte und Staatsangestellte aus zehn Stunden mit Pause nicht den Tatsachen. Dr Jarres erklärte folgendes: „DDas Kabinett trägt sich mit dem Gedanken, im Zusammenhang mit einem neuen Arbeitszeitgesetz auch die Arbeitszeit der Staatsbeamten neu zu regeln. Infolgedessen ist das Reichsministerium des Innern als die für diese Frage zuständige Stelle beauftragt worden, dem Kabinett in Bälde Vorschläge zu machen. Von dem Faklum eines beschlossenen Zehnstunden Arbeitszeitgesetzes kann schon deshalb keine Rede sein, weil ich dem Kabinel Vor chläge nioch gar nicht gemacht habe. Zweifellos dürfte die Arbeikszei auch der Beamken erhöht werden, doch stehen Ausdehnung und Form noch in keiner Wese fest.“ n Ortsnetzen mi mehr als 10000, Haupti anschlüssen............ 50 Für ein Ferngespräch von nicht mehr als 3 Mimten#nns bei einer Entfernung bis zu 5 kmn einschl. i5 pig. von mehr als 5 bis 15 km einschl. 30 Lsg. von mehr als 15 bis 25 km einschl. 45 Pfg. von mehr als 25 bis 50 km einslch. 90 Pss. von mehr als 50 bis 100 km einschl. 135 Pig. darüber hinaus für je angesangene 100 km mehr 45 Pfg. Für dringende Gespräche das Dreifache, für Blitzgespräche das Hundertsache der Gesprächsgebühr für ein gewöhnliches Ferngespräch. Vortagsanmeldung 15 Pfg. Auskunstsgebühr 15 Pig. Streichungsgebühr für Gespäche....... 15 Pfg. XP-, V= oder N.Gebühr für 1 Personje.... 60 Pfg. für jede weitere Person 30 Pig Unfallmeldegebühr 90 Pfg. Kündigungen von Fernsprechauschlüssen und sonstigen Einrichtungen auf den 30. November 1923 werden bis zum 9. Dezember entgegengenommen. chen reseschma, kannten mit de die Bayrische Volksparte: mit 20, die vier Bayrischen Bauernbündter sen kommen. Macht bei voller Besetzung döchstens eine Phalanx von 199, was nur dem 459 Mieglieder zählenden ilich kann von einer geschlossen Verlegung der brasilianischen Hauptstadt. wtb Rio de Janeiro, 1. Dez.(Tel.) Der Senat stimmte dem Gesetzentwurf über je Verlegung der Bundeshauptstadt nach dem Hochland im Staate Goyaz zu. Die englischen Wahlen. wtb London, 2. Dez.(Tel.) Wie nunmehr endgültig feststeht, wurden für die bevorstehenden Wahlen 1395 Kandidaten aufgestellt, davon sind 443 Kandidaten vereinigte Liberale, 530 solche der Unionisten, 420 Kandidaten der Arbeiterpartei. Unter der Kandidaten befinden sich, wie bereits kurz gemeldet 34 weiblichs, darunter 7 Anhängerinnen der Unionisten, 12 Liberale der Arbeiterpartei und zwei der torporatien, bezw. unabhängigen Partei. Die Parteien in dem jetzt aufgelösten Parlament wiesen folgende Stärke auf: Unionisten 335, Arbeiterpartei 144, Asquithliberale 66, Lloyd GeorgeLiberale 51, nordirische Unionisten 11, Unadhängige, 7 Kommunisten 1 Mitglied. Lloyd George. wib London, 2. Dez.(Tel.) Lloyd George ertlärte in einer Wahlrede, wenn man den eurepäischen Völtern Frieden gebe, so werde'mansie in den Stand setzen, die britischen Waren zu kaufen. Eine erste Politil jeder Regierung, die aus den Neuwahlen hervorgehe, müsse die Schaffung eines wirklichen Friedens in er Welt sein. Die Teuerungsunruhen. Plünderungen und Ausschreitungen. * Mülheim a. d. Ruhr, 1. Dez. Hier nahmen die Plünderungen und Ausschreitungen in den letzten Tagen einen sehr großen Umsang an. Der Einzelhandelsverband hat beschlossen, wenn keine Aenderung eintritt, die Gechäfte vollständig geschlossen zu halten. Die Bäcker= und Konditorinnung erklärte der Stadtverwaltung gegenüber, wenn nicht für genügenden Schutz gesorgt werde, würden die Bäcker das Brotbacken einstellen und die Läden schließen. Bei den zahlreichen Ausschreitungen wurden in den letzten Tagen zwei Personen getötet. Ausschreitungen in Neukölln. bb Berlin, 1. Dez. Als der Stadtrat im Neuköllner Rathaus die Forderung von etwa 100 Rentenempfängern ablehnte, die die Auszahlung besonderer Unterstützungen verlangten, wurde ein Rentenempfänger tätlich. Schwere Ausschreitungen konnten durch das rechtzeitige Eingreifen des Uebersallkon###andos verhindert werden, das mit Gummiknüppeln das Rathaus räumte und die Angreiser verhaftete. Die wertbeständigen Telegramm= und Ferasprechgebahren. Im Telegramm= und Fernsprechverkehr werden die Grundbeträge der Gebühren vom 1. Dezember an um rö. 50 v. H. erhöht. Die Erhöhung ist unumgänglich nötig geworden, weil der Telegraphenverwaltung am 15. November alle Kredite des Reichs gesperrt worden sind und sie jetzt lediglich auf ihre eigenen Einnahmen angewiesen ist. Die neuen Telegraphengebühren gehen über die Friedenssätze hinaus. Die Telegraphie erforderte vor dem Kriege erhebliche Zuschüsse, die aus den Ueberschüssen des Postbetriebes geleistet werden konnten, jetzt aber weggefallen sind. Die neuen Fernsprechgebühren für den Ortsverkehr sind für mäßig benutzte Anschlüsse immer noch geringer als die vor dem Kriege in Geltung gewesenen Gebühren: sie sind in den großen Ortsnetzen drei Viertel der Friedenssätze und in den die Mehrzahl bildenden kleineren Ortsnetzen noch niedriger. Die Ferngesprächsgebühren sind allerdings höher als die Friedensgebühren, sie bleiben aber noch hinter den Inlandssätzen mancher anderer Länder zurück. Die wichtigsten Grundbeträge sind im Telegrammverkehr: Ferntelegramme Wortgebühr 15 Pf. Ortstelegramme„ 7½ Pf. für ein Telegramm werden mindestens 8 Wörter berechnet Zustellung bei ungenügender Anschrift.. 45 Aus Nah u. Fern Aus dem Gesängnis entwichen. * Münster i. W., 1. Dez. Vorgestern abend entwichen aus der hiesigen Strasanstalt fün Strafgesangene, darunter ein auf Lebenszeit Verurteilter. Die in der Schremerwerkstatt beschäftiglen Gesangenen inszenierten unter sich einen Streit. Der Wachthabende, der ihn schlichten wollte. wurde kurzerhand zu Boden geworfen und gefesselt, nach dem die Läutevorrichtung unbrauchbar gemacht worden war. Während einer der Gesangenen sich auf das Gesicht des Wachthabenden jetzte, jertigten die übrigen aus dem bereits jeruggestellten Holze eine Leiter an, mittels deren die Flucht gelang, Der Haupträdelsführer nahm den Mantel des Wachthabenden, mit. Raubzug in einem chirurgischen Warenhaus. bb Berlin, 1. Dez. Für mehr als 30000 Goldmark ärztliche Instrumente erbeuleten Einbrecher in einem Geschäft für, chirurgische Waten in der Luckauer Straße. Sie öffneten eine Tür mit einem Nachschlüssel, schnitten ein Scherengitter durch und verschafften sich so Zugang zu den Räumen. Hier sanden sie vier Rucksäcke, die sie mit Instrumenten aller Arf vollpackten, Eine plumpe Scheckfälschung. * Wien, 1. Dez. Es ist einem Fälicher gelungen, durch Umschreibung au einem auf eine Million Kronen lautenden Scheck der Wiener Unionbank auf die öster reichische Nationalbank letzterer einen Betrag von einer Milliarde Kronen zu entlocken. Der Hochstapier, der sich zu diesem Zwecke auf den Namen Johann Stöhr ein Konto bei der Un onbank hatte errichten lassen, auf Grund dessen er dann in den Besitz eines ordnungsmäßig ausgestellten Schecks gelangen konnte, ist flüchtig. Furchtbare Nache eines betrogenen Gatten. Aus Neusatz(Ungarn) wird folgender furchtbarer Vorfall gemeldet: In einem Restaurant spielle ine Musiklapelle, deren Mitguieder russische Flüchtlinge waren. Die Gattin des Musikers Michael Pojhodosenko unterhielt mit einem Kollegen ihres Mannes ein Liebesverhältnis, das die übrigen Russen begünstigten. Vor drei Tagen wurde Pojhodosenko auf Berrelben seiner Frau entlassen. Kurz darauf erschien der Entlassene in dem Lokal. Seine Frau aß in der Nähe des Orchesters. Er trank ein Glas Wein, zog dann einen Revolver und schoß sein. Frau nieder. In aller Ruhe zielte er dann auf die Musiker und feuerte weitere Schüsse 4b. Alle Kugeln trafen. Zwei Musiker waren sofort tot, einer starb bald darauf. Vier andere haben so schwere Kopfverletzungen erlitten, daß sie kaum mit dem Leben davonkommen dürften. Polizisten wollten den Attentäter jestnehmen, konnten aber nicht verhindern, daß er sich durch einen Revolverschuß entleibte. Die Erdbeben in Südfrankreich. Französische Blätter bringen Einzelheiten über die Erdstöße, die in der vorigen Woche in Südfrankreich in fast jeder Stadt von einiger Bedeutung verspürt wurden. Auch in den Pyrenäen und Cevennen waren Erschütterungen zu verzeichnen, und das Eigenartige dabei ist, daß sie in Gebieten konstatiert wurden, die über sechzig Meilen voneinander entsernt sind. In Perpignan knisterte es in den Häusern, die Lampen begannen zu schwingen, Uhren blieben stehen und in den Küchen klirrte das Porzellan. In Bezieres dauerten die Erschütterungen zehn Sekunden und waren von einem unterirdichen Geräusch begleitet. In Tarbes und in Montpellier waren zwei harte Stöß: wahrnehmbar, die die Möbel in den Häusern verrückten. In vielen Städten wurde mehr als ein Stoß verzeichnet und alle wurden kurz vor vier Uhr früh verspürt.— Auch in spanien, besonders in den Provinzen Barcelona, Lerida, Sarggossa, wurden die Bewohner durch Erdstöße aus dem Schlase geschreckt. Die Stöße dauerten sechs bis sieben Sekunden. Die Kirchenglocken läuteten und die Einwohner verließen ihre Häuser. Verschiedene Häuser wurden beschädigt. Die Erderschütterungen waren von einem starken Temperatursturz und heftigen Stürmen auf dem Lande 90 Pf. Pf. 15 45 Pf. A Vorausbezahlung der Cilbestellung(XP) Stundung der Telegraphengebühren 2 v. H. des Betrags der gestundeten Gebühren und außerdem für jedes Telegramm Abgekürzte Telegrammanschriften jährlich... Regelmäßige besondere Zustellung jährlich.. Vereinbarungen über abgetürzte Telegrammanschriften sowie solche über regelmäßige besondere Zustellung der Telegramme können bis zum Desember 10/23 zum 1. Januar 1924 gelündigt werden. Im Fernsprechverkehr: Ein Ortsgesprach von einer Teilnehmerstelle oder einer öffentlichen. Sprechstelle aus... 15 Pf. mindestens werden für einen Hauptanschluß monatlich angerechnet. in Ortsnetzen mit nicht mehr als 50 Hauptanschlüssen.......... 20 Ortsgespräche in Ortsnetzen mit mehr als 50 bis einschließlich A 1000 Hauptanschlüssen 30 in Ortonetzen mit mehr als 1000 bis einschließl. 10 000 Hauptanschlüssen 40 und auf der See begleitet. Handel und Industrie. Berliner Devisenkurse. Zum Geleit. richtige Sparsamkeit vergißt nie, daß nicht immer gespart werden kann. Wer immer sparen will, der ist verloren, auch moralisch. Viel Geld erwerben ist eine Tapferkeit, Geld bewahren erfordert eine gewisse Weisheit, und Geld schön ausgeben ist eine Kunst. „„* Erinnerungen. 1854 Der Dichter Johann Peter Eckermann ge storben. 1857 Der Bildhauer Christian Daniel Rauch gest. 1890 Der Karthograph Hermann Berghaus gest. 1902 Der Dichter Hieron. Lorm gestorben. Aus Stadt und uug bung. Schwerte, den 3. Dezember 1923. Der Himmel im Dezember. Dieser Monat enthält einen astronomisch wichtigen Punkt. Am 22. Dezember, abends 9 Uhr, tritt die Sonne in das Zeichen des Steinbocks, in den Punkt der Wintersonnenwende, sie hat ihren tiefsten Sand erreicht und wendet sich nun wieder nach Norden, unsere Tage, erst langsam, dann immer schneller verlängernd. Es ist der Punkt des Winters Anfang in astronomischem Sinne. Daß wir am Ende des Herbstes stehen, zeigt der Anblick des Himmel, wenn wir„ihn zur gewohnten Stunde betrachten. Denn noch sind geringe Reste der Sommergruppe zu finden. Der Kerkules ist im Nordwesten fast untergegangen, die Leyer mit Wega steht niedrig über dem Hörizont, der Schwan in der Milchstraße gerade im Westen und darunter der Adler, dort, wo die Milchstraße in den Horizont einmündet. Wenig hervorragend ist die Gegend westlich des Meridians. Hier zeigen Wassermann, Walfisch, Pegasus und Fische keine glänzenden Sterne, darüber liegt um das Zenit herum die Gruppe der Cepheussamilie mit Cassiopeja, Andromeda und Perseus. Hier kreuzt die Milchstraße das Zenit, und erscheint in sehr günstiger Lage zur Betrachtung. Nun ist die Wintergruppe fast ganz aufgegangen. Stier, Zwillinge, Fuhrmann, Orion selbst und der kleine Hund, nur der große Hund mit Sirius fehlt noch, erscheint aber noch vor 10 Uhr. Hier haben wir die schönste, weil an hellen Sternen auf verhältnismäßig geringem Raum reichste Gegend des ganzen Himmels, der sich auch im Süden nicht vergleichen läßt. Diese auffallende Anhäufung heller Sterne wird begründet durch die Annahme eines aus einigen 100 Sternen bestehenden Haufens, dem auch die Sonne angehört, und dessen Glieder uns daher verhältnismäßig nahe stehen. Man sieht diesen Sternreichtum leicht, wenn man die Gegenden um den Wassermann damit vergleicht. Im Stier und den Zwillingen erreicht der Tierkreis seinen höchsten Stand, daher überblicken wir jetzt einen sehr großen Bogen der Ekliptik und daher nimmt die Sichtbarkeit der Planeten wieder zu. Denn Merkur ist gegen Ende des Monats auf lkurze Zeit als Abendstern in der Abenddämmerung zu finden. Venus erscheint ebenfalls als Abendstern, und geht zwei Stunden nach der Sonne unter. Mars geht vor vier Uhr morgens auf und kommt uns langsam näher. Jupiter steht rechtläufig im Skorpion, er wird zu Ende des Monats in der Morgendämmerung sichtbar. Saturn, rechtläufig in der Jungfrau, geht anfangs gegen 4 Uhr, zuletzt gegen 2 Uhr auf. Die Sonne sinkt zunächst um 2 Grad nach Süden und steigt dann wieder ¾/4 Grad nach Norden, das gibt eine kaum auffallende Verkürzung der Tageslänge von 8 Stunden 25 Minuten auf 8 Stunden 9 Minuten. An Meteoren haben wir in den Tagen 3—11 und 24 schwache Schwärme zu erwarten. —“ Kath. Kaufm.=Verein. Mutlosigkeit ist eines der schlimmsten, Symptome der heutigen Zeit. Wo wir hinschauen, sehen wir Pessimismus, Verzweiflungsstimmung. Indes noch nie ist ein Wert mit Pessimismus erbaut worden. Auch unser armes deutsches Vaterland kann nicht zur Einheit, Friede und Freude wieder erblühen, wenn wir in Verzweiflung die Arme in den Schoß legen, und rückwärts schauen auf Unwiederbringliches. Wir können die Uhr der Zeit nicht zurück drehen, wir können Vergangenes nicht ungeschehen machen, wohl aber können wir mutig Hand anlegen und der Zukunst einen Weg bahnen. Wir tragen nicht nur eine Verantwortung für uns und unsere Mitmenschen, sondern auch für die kommende Generation. Dieses Gefühl der Verantwortung ist unsere Pflicht. Wollen wir aber bessere Zeiten schaffen, dann müssen wir zuerst versuchen, die Ursachen dieses Uebels zu ergründen und abzustellen. Die Ursache aber liegt in der allgemeinen Abkehr von Gott, von ewigen Grundsätzen und Wahrheiten. Zurück zu Gott, zur Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit und Liebe muß daher unsere Parole sein. Wenn dieser Grundsatz maßgebend ist für jeden Menschen, dann im besonderen für ganze Völker, Staaten und deren Einrichtungen. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft können nur gedeihen, wenn sie von christlichen Grundsätzen getragen sind. Der Materialismus kann dem einzelnen Individuum wohl vorübergehend materielle Vorteile verschaffen, die Gesamtheit eines Volkes aber führt er unweigerlich zum Ruin, wie wir am deutschen Volke sehen. Darum kann auch die deutsche Volkswirtschaft nur wieder aufblühen, wenn sie losgelöst vom kapitalistisch=egoistischen System und dem Klassenkampf, sich einstellt auf Solidarismus, auf die Lehren des christlichen Sittengesetzes, auf katholische Wirtschaftsmoral. Das sind auch kurzgesagt Programm und Ziele des Verbandes kathol. kaufm. Vereinigungen Deutschlands. Sind sie nicht wert, von allen kathol. Kaufleuten und Angestellten verteidigt und erkämpft zu werden? So hat auch noch jüngst auf dem Verbandstage des Verbandes K. K. V. in Münster der hochwürdige Bischof Dr. Poggenburg erklärt, daß der Verband K. K. V. die berufene Organisation für die kathol. Kaufmannschaft darstellt. Am Sonntag, den 9. Dezember, veranstaltet der hiesige K. K. V.„Hansa“ einen religiösen Sonntag, bestehend aus gemeinschaftl. hl. Kommunion in der Frühmesse und nachmittags 4½ Uhr in der Krankenhauskapelle Andacht mit Predigt unseres geistl. Beirats und Präses der Jugend=Abtlg. Herrn Vikar Schleep. Diese Veranstaltung hat in erster Linie den Zweck, alle dem Verein noch fernstehenden katholischen Kaufleute, Angestellten und Lehrlingen seinen Reihen zuzuführen. Anschließend an dieser religiösen Veranstaltung findet abends 8 Uhr im katholischen Vereinshaus eine unterhaltende Veransta tung(Theodor Körner=Abend) statt, veranstaltet von der Jugend=Abtlg. unseres Vereins. Zu diesen beiden Veranstaltungen sind alle kathol. Kaufleute und Angestellte herzlichst eingeladen. — Die Auszahlung der Zusatzrente für Kriegshonterbliebene und nicht im Erwerbsleben stehende Kriegsbeschädigte für die erste Dezemberhälfte findet am Dienstag, den 4. Dezember 1923, vorm. an der hiesigen Stadtkasse statt. —“ Für Militärrentenempfänger. Das Versorgungsamt Dortmund teilt uns mit: 1. Daß die Rentenzahlung am 29. 11. als Nachzahlung für die vierte Novemberwoche und als Vorauszahlung für die Zeit bis zum 19. Dezember 1923 gilt. Im Laufe des Monats— etwa am 18. 12. wird eine zweite Postzahlung stattfinden. Näheres wird noch bekanntgegeben. 2. Denjenigen Altrent. nern, die Versorgung nach den bisher geltenden Gesetzen gewählt haben, kann bis zum 31. März 1924 auf Antrag Versorgung nach dem Altrentnergesetz vom 18. 7. 21 gewährt werden, jedoch werden Abfindungen gemäß§ 7 desselben Gesetzes nicht mehr gezahlt. — Von den Franzosen ausgewiesen. De Schriftsteller Fritz Ewald aus Tortmund der wegen Beleidigung der französischen Mahthaber in der Berufungsinstanz von dem Militärgericht zu drei Monaten Gejängnis und 500 Franken Geldstrafe verurteilt war, ist nach Verbüßung dieser Strafe in Zweibrücken von den Franzosen ausgewiesen und ins unbesetzte Gebiet abgeschoben worden. Ewald, der sich gegenwärtig in seiner Vaterstadt Schwerte aufhält, gedenkt in den nächsten Tagen hier einen Vortrag über seine Erlebnisse bei den Franzosen zu halten unter besonderer Berücksichtigung der Separatistenbewegung in Zweibrücken und Mannheim. —* Betriebsunfall. Der Schlosser Heinrich Lenze, ein junger Mann von knapp 18 Jahe ren, geriet auf seiner Arbeitsstätte mit der linken Hand so unglücklich zwischen die Zahnräder einer Bohrmaschine, daß ihm zwei Finger der Hand vollständig zerquetscht wurden. — Postaufträge und Nachnahmen nach Bel gien sind bis auf weiteres nicht zugelassen.— Zur Vermeidung von Verzögerungen in der Ueberkunft der Postsendungen nach dem früheren Mazedonien ist den Versendern anzuraten, in der Abschrift der Sendungen das Bestimmungsland anzugeben. Der Vermerk„Mazedonien“ genügt nicht, da er nicht erkennen läßt, ob der Ort im bulgarischen, griechischen oder jugoslawischen Teil des Gebietes liegt.— Die japanische Postverwaltung macht darauf aufmerksam, daß Postsendungen nach und aus den japanischen Gebieten, die am 1. Septem ber vom Erdbeben betroffen wurden, bis zur vollständigen Wiederherstellung der Posteinrichtungen voraussichtlich Verzögerung erleiden. —“ Gebühren für Jahresjagdscheine in Preu ßen. Die Gebühren für Jahresjagdscheine sind vom preußischen Staatsministerium auf 5 Goldmark festgesetzt worden. Der Tagesjagdschein kostet eine Goldmark. Ausländer haben 100 bezw. 20 Goldmark zu zahlen. —* Wertbeständige Flugzuschläge. Die Flug zuschläge betragen vom 1. Dezember an für Luftpostsendungen von Köln nach London, England u. Uebersee für Postkarten 10 Pfg., für je 20 Gramm anderer Briefsendungen 20 Pfg., für die Luftpost Kairo—Bagdad nach Mesopotamien und Persien, für Postkarten 50 Pfg., andere Briefsendungen je 20 Gramm 1 Mark. Die Zuschläge werden neben den gewöhnlichen Auslandsgebühren erhoben. * Falsche Billionenscheine. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß echte 10= und 100=Millionenscheine der Reichsbahn durch Ausdruck eines „B“ auf das M in Billionenscheine gefälscht worden sind. —“ Betriebsstillegungen und Arbeitsstreckung. Zu der Reichsverordnung über Betriebsstillegungen und Arbeitsstreckung gibt ein Erlaß des Handelsministers bemerkenswerte Erläuterungen. Entlassungen über die Grenzen der Stillegungsverordnung sind innerhalb der Sperrfrist nur mit Genehmigung des Demobilmachungskommissars wirksam. Damit ist die Frage, ob vor Ablauf der Sperrfrist die Arbeitnehmer unter Einhaltung der Kündigungsfrist zivilrechtlich entlassen werden können, reichsrechtlich entschieden. Dann hat der Demobilmachungskommissar jept die Befugnis für die Dauer der Sperrfrist die Arleitsstreckung nzuordnen. Die neuen Vorschr sten gelten aber nur für die besonders genannten gewerblichen Betriebe und Verkehrsbetriebe, in denen in der Regel mindestens 200 Arbeitnehmer beschäftigt werden. Die bisherigen Arbeitsstreckungsvorschriften betrafen alle Betriebe des öffentlichen und des privaten Rechts ohne Rücksicht auf die Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer. Die neuen Vorschrif ten gelten also nicht für Handelsbetriebe, Betriebe Der Bezugspreis der„Schw rter Zeitung“ für die laufende Woche Peiuion der Preis der Einzelnummer ist auf 200 Milliarden Papiermark der„Schwerter Zeitung“. enenehng MAnbencanungder Land= und Forstwirtschaft noch auch für öffentliche. Die Aufgaben des Kommissars sind erheblich erweitert. Zu hohe Ferkelpreise. Nach den amtlichen Marktberichten aus verschiedenen Städten ist ein Abflauen des Preises für Ferkel noch nicht zu beobachten, im Gegenteil, die Preise haben in der letzten Woche noch etwas angezogen, obwohl der Verkauf sehr langsam war. Im Großhandel wurden gezählt: für 5—6 Wochen alte Ferkel 50 bis 90 Goldmark und für 7—8 Wochen alte 100 bis 150 Goldmark. Die Preise stehen demnach um das drei= bis vierfache höher, als im Frieden. Aus den Probinzen. Dortmund.(Paßabstempelung.) Für Montag, den 3. Dezember, werden zur Paßabstempelung an der Kronenburg durch die Paßstelle des Besatzungsamtes, Betenstraße 36, graue Karten ausgegeben. Andersfarbige haben an diesem Tage keine Gültigkeit. In der Folge wird täglich mit der Farbe der Karten gewechselt. Etwa zurückgehaltene Karten können auch dann nicht mehr benutzt werden, wenn die Farbe derselben wieder mal gewählt ist, denn zur Karte gehört auch ein Tagesstempel des Besatzungsamtes. Dortmund.(Entlassungen.) Am 1. Dezember wuren Fritz Kalreit, Emil Kretz, Bruno Katler, Karl Kassel, Karl Mächer, Hugo Mächer, Robert Ostrowicki, Karl Griesel und Nikolaus Walter aus dem französischen Gefängnis entlassen, ohne daß eine Verhandlung gegen sie stattgefunden hat. Unna. Als abends gegen 6 Uhr der beamte Meinecke das Polizeigefängnis im hiesigen Rathaus betrat, um den Gefangenen das Essen zu überreichen, wurde er plötzlich von den Inhaftierten überfallen. In heftigem Ringen wurde er überwältigt, geknebelt und, nachdem ihm die Hände gebunden, in eine Decke eingewickelt. Die Inhaftierten hatten sich bei dem Ringen in den Besitz der Schlüssel gesetzt, mit denen es ihnen nun ein leichtes war, die Türen zu öffnen und durch den Garten und über die hintere Mauer zu entkommen. Zum Glück befand sich im Rathaus ein Polizeibehamter, der den schwachen Hilferuf des Ueberfallenen hörte und ihn befreite, bevor er in der Decke erstickte. Vermißt werden insgesamt 11 Inhaftierte, darunter ein Frauenzimmer, die sich sämtlich in Zwischenhaft befanden. Düsseldorf. Der Bahnhof Düsseldorf=Oberkassel ist fast ohne jede Bewachung. Die Diebstähle nehmen infolgedessen überhand. Holzwellen, Gerätschaften, Kohlen und Einrichtungsgegenstände werden dauernd weggeschleppt. Durch Einschlagen der Türen und Fenster haben sich die Diebe in dem Büro der Bahnmeisterei Eingang verschafft. Gladbach.(Selbstschutz.) Hier hat sich zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit ein Selbstschutz gebildet, der sich in den letzten Tagen bereits erfolgreich betätigt hat. Es wurden insgesamt acht Einbrecher festgenommen. 28) im Hampt um Liede. Roman von Rudolf Zollinger. (Nachdruck verboten.) Luisa!— Geliebte!" flüsterte er ihr ins Ohr.„Wie habe ich mich während dieses endlos langen Tages nach dir gesehnt!“ Er würde sie geküßt haben, wenn sie sich ihm nicht rasch entzogen hätte. Was fällt dir ein!— Hier— wo wir in jedem Augenblick von dem Mädchen oder der Pflegerin überrascht werden können! Du wirst uns noch zum Gegenstand des häßlichsten Geredes machen, wenn du dich nicht besser in der Gewalt Er strich sich das Haar aus der Stirn und seufzte schwer. — ja— vergib! Aber du weißt nicht, wie wahnsnnig ich dich liebel“.. meinen Mut Um so mehr solltest du darauf bebacht sein, meien Nuf nicht zu gefährden! Laß uns jetzt zhineingehen! Mein Vater befand sich heute recht schlecht. Und nachher, wenn du bei ihm gewesen bist, finden wir wohl noch Gelegenheit, ungestört miteinander zu sprechen." Er gehorchte, und sie betraten gemeinsam oas Schiafgemach des Obersten, das schon seit Wochen ein von beklemmenden Arzneigerüchen durchduftetes Krankenzimmer war. Der von einem schweren Herzleiden heimgesuchte Patient ruhte, von Kissen gestützt, halb sitzend auf seinem Lager. Er mußte in den Tagen der Kraft und Gesundheit ein sehr schöner Mann gewesen sein; und noch jetzt, wo die tödliche Krankheit ihn mit unverkennbaren Spuren gezeichnet hatte, wirkte das kühngeschnittene Gesicht mit dem starken weißen Schnurrbart martialisch und Respekt einflößend. Aber der keuchende Atem und der Ausdruck einer verzweifelten Angst in den unruhig um herfahrenden Augen ließen unzweideutig genug erkennen, daß der schöne Oberst nur noch eine arme, menschliche Ruine mar, ein matt und gebrochen am Ende seines Lebensweges angelangter Wanderer.„ Er begrüßte Holthausen mit jener fast zuretichen Freude, die Schwerkranke beim Anblick ihres Arztes zu empfinden pflegen. Aber auf des Doktors Frage nach seinem Befinden schüttelte er mit einem schmerzlichen Zucken unter dem Schnurrbart den Kopf.. J6(s, 14 M4 p „Es geht zu Ende; baruber lasse ich niich nicht mehr täuschen! Warum sagen Sie mir nicht rundherAus, Doktor, daß es nicht mehr in Ihrer Macht steht, mir zu helfen?“ „Mit unserer Macht, zu helfen, verehrter Herr Oberst, ist's wohl überhaupt nur schwach bestellt," erwiderte Doktor Holthausen.„Aber ich habe eine so gute Bundesgenossin in Ihrer riesenstarken Natur, daß ich auf ihren Beistand noch immer die besten Hoffnungen setze!“ Und der Todgeweihte klammerte sich wirklich, wie schon so oft, an den zugeworfenen Strohhalm. „Nun ja— vielleicht übersteht sie auch das, wie sie sioon so vieles überstanden hat! Sonderbar nur, daß ich mich so erbärmlich schwach fühle trotz meiner starken Natur. Sie machen mir doch wieder eine Morphiumeinspritzung, Doktor?“ „Gewiß, Sie müssen ja ruhig schlafen, um neue Kräfte en sammeln!“,...„,. S4lssen ag. i nicht „Schlafen, seufzte der Kranke,„a, schlafen! Ist es nicht eigentlich Narrheit, sich vor dem Sterben zu fürchten, wenn man doch schon keine andere Sehnsucht mehr kennt, als die Sehnsucht nach einem langen, tiefen Schlummer? Vorhin noch, als ich wieder diesen scheußlichen Anfall hatte, habe ich gedacht, daß der arme Jenssen doch im Grunde hundertmal besser daran ist, als ich. Und früher, in der Zeit meiner sundheit, habe ich mir nie was Schöneres gewünscht, als sein Schicksal. Mitten im besten Vergnügen umfallen und tot sein— ohne Angst und Kampf und Qual. Ja, das ist das Rechte! Wer weiß, ob Luisa gut daran getan hat, mir mein wundertätiges Arkanum zu verstecken, mit dessen Hilfe ich mit einem Male aus aller Not heraus wäre!" „Du sollst nicht so sprechen, Papa!“ siel ihm das junge Mädchen hastig ins Wort.„Du weißtz ich kann es nicht andorn? m Aber der Kranke blieb eigensinnig bei dem einmal angeschlagenen Tbema.. gnd P „Die Indianer bei uns da drüben, Voctor, sint bei aul ihrem Stumpssinn in mancher Hinsicht doch viel gescheitere Leute, als wir llugen Kulturmenschen. Ein so wundervolles Gift wenigstens, wie sie es herzustellen verstehen, bringen wir mit all unseren chemischen Kenntnissen nicht zustande. Nur ein paar Tropsen in ein Glas Wein und——“ Wenn du nicht davon aufhörst, Papa, komme ich überhaupt nicht wieder zu dir herein! Das ist ja unerträglich! Nicht böse sein, Kind! Für mich kommt dies Hilfsmittel ja nicht mehr in Betracht, seitdem du mir's so geschickt weggezaubert hast! Und ich will nicht verlangen, daß du mir's wieder herausgibst. Aber es ist ein prachtvolles Gift, Doktor, das dürfen Sie mir glauben! Ich sah einen Mann daran sterben, dem's eine eisersüchtige Geliebte beigebracht batte, während sie mit ihm und mir beim Champagner saß. Mitten in einer lachenden Rede, das geleerte Sektglas noch in der Hand, fiel der Mann hintenüber— ohne einen Schrei und ohne ein Stöhnen. Noch im Tode behielt er sein letztes Lächeln auf den Lippen. Und dabei war er ein Riese mit der Lebenskraft einer Wildkatze. An solchem Gift zu sterben, ist noch besser als ein Schlagfluß. Und sicherer ist es auf jeden Fall.“ Er hatte sich vorübergehend besser gefühlt, wie immer, wenn er durch Holthausens Erscheinen in eine Art von hoffnungsvoller Erregung versetzt wurde; aber das Reizmittel hielt nicht lange vor. Die Atemnot stellte sich wiederein, und die Lust zum Sprechen war ihm plötzlich vergangen. Aechzend und mit qualverzerrten Zügen sah er den Doktor an, in sehnlicher Erwartung des wundertätigen Narkotikums, das ihm wenigstens auf einige Stunden Ruhe zu bringen pflegte. Der Arzt verstand das stumme Flehen in dem Blick seines unglücklichen Patienten und zögerte nicht länger, einem Verlangen Genüge zu tun. Nach wenigen Minuten schon machte sich die wohltätige Wirkung des Morphiums bemerkbar. Die Atemzüge des Obersten wurden tiefer und gleichmäßiger, die beängstigende Röte schwand allmählich aus seinem Gesicht, und endlich schlossen sich seine Lider. Flüsternd erteilte Doktor Holthausen der Pflegerin noch einige Anweisungen; dann stand er auf. Fragend und bittend ruhten seine Augen auf Luisas Antlitz, und sie nickte ihm unmerklich zu. (Fortsetzung folgt. Sdi Vollbersammlung der Handelskammer zu Dortmund am 30. November 1923. In der heutigen Vollversammlung der Handelskammer begrüßte der Vertreter des Vorsitzenden den nach achtmonatiger Verbannung von der französischen Besatzungsbehörde wieder zugelassenen Geschäftsführer Dr. Martin, und sprach dem ältesten Mitgliede der Handelskammee, Kommerzienrat Köster, zum 75. Geburtstage die Glückwünsche der Kammer aus. Die Versammlung nahm eingangs ihrer Verhandlungen zu dem neuen Kartellgesetz Stellung. Ueber die sachliche Notwendigkeit dieser, auf Grund des Ermächtigungsgesetzes erlassenen Verordnung sind die Ansichten zum mindesten geteilt. Die Verordnung ist— wie seit Jahren— als ein Zugeständnis an gewisse populäre Zeitströmungen und=forderungen zu bewerten. Ihre Wirkung wird voraussichtlich nur eine erhöhte Rechtsunsicherheit im Kartellwesen.und eine Erschwerung der volkswirtschaftlich wertvollen und wichtigen Aufgaben der Kartelle sein. Weiterhin befaßte sich die Kammer mit der Tätigkeit der Wirtschaftsausschüsse in der Stadt Dortmund und im rheinisch=westsälischen Industriebezirk, und nahm einen Bericht über die Organisation und Zuständigkeit des französischen Ein= und Ausfuhramts in Essen entgegen.— Zu der am 27. November vollzogenen Gründung der westfälischen Wertpavierbörse in Dortmund faßte die Kammer folgende Entschließung: „Die Vollversammlung der Handelskammer Dortmund hat mit Genugtuung von dem am Mittwoch erfolgten Gründung der westfälischen Wertpapierbörse in Dortmund Kenntnis genommen. Durch die Gründung geht ein seit langen Jahren bestehender Wunsch weitester Kreise des westfälischen Teiles des Industriebezirks und seines großen Hinterlandes in Erfüllung. Die beifällige Aufnahme, die diese Gründung vor Allem auch im unbesetzten Gebiet gefunden hat, beweist, daß die Vertreter des Planes auf dem richtigen Weg waren. Die Handelskammer wünscht dem jungen Unternehmen eine glückliche und gedeihliche Weiterund Aufwärtsentwicklung. Bei den Verhandlungen über die wirtschaftliche Lage lam zum Ausdruck, daß selbst nach Abschhuß des Vertrages der Ruhrindustrie mit der Micum mit einer Wiederinbetriebnahme der Werke im alten Umfange vorerst noch nicht gerechnet werden kann. Infolge Mangels an Rohstoffen, hervorgerufen durch Abkkansport, Beschlagnahmungen und Unmöglichkeit der Auffüllung der Läger wegen der langen Abschnürung des Gebiets, müssen zur uneingeschränkten Wiederaufnahme des Betriebes zunächst ganz erhehliche Rohstoffmengen herangeschafft werden. Die Beschaffung dieser Materialien wird den größten Schwierigkeiten begegnen. Schrott beispielsweise dürfte in genügenden Mengen im Inlande kaum aufzutreiben sein. Ob die Eisenbahn die Anfuhr der reforderlichen Rohstoffmengen wird bewältigen können, erscheint mehr als fraglich, zumal bei Eintritt von Frostwetter mit einer Benutzung der Kanäle nicht gerechnet werden kann. Außerdem wird der Ankauf der Rohstoffe großen finanziellen Schwierigkeiten begegnen. Ferner sei noch besonders darauf hingewiesen. daß die Handelskammer die Errichtung eines Einigungsamtes und Schiedsgerichtes mit Wirkung vom 1. Dezember ds. Is. beschloß. Das Schiedsgericht soll Schwierigkeiten aus dem Geschäftsverkehr schnell und einfach schlichten. Mit der Anstellung des Herrn Assessors Dr. Pröbsting durch die Handelskammer, der sich besonders den Fragen des Einzelhandels widmen wird, glaubt die Kammer einem besonderen Wunsche des Einzelhandels entgegengekommen zu sein. :** Turnen, Sport und Spiel.*: : Fußball. Liga 2 06 erlitt mit nur 9 Mann spielend, in Hagen gegen die Liga=Lehr=Mannschaft eine 0:3= Niederlage. Jugend. Das gestrige Spiel der 1a=Jugend gegen la des Barmer T.V. 46 endete mit 1:1. Es wäre sehr zu begrüßen, sobald wieder Jugendspiele stattfinden, daß ein sicherer Schiedsrichter dieselben leiten würde. Ist doch unserer Meinung nach die Hauptsache, daß der Jugend die Grundregeln durch einen maßgebenden Spieler beigebracht werden und nicht ein solches Spiel wieder vo kommen dars, wie das gestrige; man sah sofort, daß der„Schiedsrichter“ nicht in der Lage war, das Spiel zu leiten, und dadurch wurden die beider spielenden Gruppen in Verwirrung gebracht. Die jungen Spieler müssen sich übrigens auch zum Grundsatz machen, beim Spiel nicht so viel zu sprechen. Boxen. Die vom Hagener Boxsport 1921 veranstalteten Boxkämpfe erfreuten sich eines recht guten Besuches. Zirka 1200 Zuschauer hatten sich eingefunden und konnten alle mit dem gebotenen Sport zufrieden sein. Es kämpften: Papiergewicht: Dürten, Mülheim.— Wiemhof, Hagen 23. Sieger Dürten nach Punkt. Günther Union, Schwerte— Fischer, Hagen 21. Sieger Günter nach Punkten, obschon Fischer technisch besser war. Fliegengewicht: Brankmann Union Schwerte— Brieler, Hagen 21. Sieger Brieler, da Braukmann wegen verbotener Schläge disqualifiziert wurde. Leichtgewicht: Lurban, Mühlheim Schöntaler, Hagen 21. Sieger Lurban nach Punkt. Fuchs, Schwerte 06— Koch Hagen 23. Fuchs lieferte einen schönen Kampf, gab und nahm harte Schläge und konnte knapp nach Punkten siegen. Gemischtes Gewicht: Boos Mühlheim — Mehlsteubler, Hagen 21. Sieger. Mehlsteubler nach Punkten. Hiltrop Willbrock, Hagen 23. Der Kampf endete unentschieden. Mittel gewicht: Heitel 1 Schwerte 06 Pfeiffer. Hagen 21. Den schönsten Kampf des Tages lieferte Helmut Hertel. Man hatte ihm einen sehr guten Gegner gegenübergestellt, der ihm technisch gleichwertig war. In der ersten Runde hatte Pfeiffer mehr vom Kampf. Er landete einige sehr gute Schläge, die einen weniger trainierten Kämpfer wie Hertel, sicher mürbe gemacht hätten. Nach der Pause konnte Hertel einen gleichwertigen Kampf liefern. Die dritte Runde sah Hertel in Front. 2 mal gelang es ihm. seinen Gegner 9 Sekunden am Boden festzuhalten. Seine Schläge waren sicher und schwer. Al les glaubte schon an einen k. o Sieg Hertels, als der Gong den Kampf beendete. Hertel war überlegener Sieger nach Punkten. Schwergewicht: Sander, Hagen 21 Bonert, Hagen 23. Sieger Sander nach Punkten. Alle, die an einen überlegenen Sieg Sanders geglaubt hatten, wurden sehr enttäuscht. Bonert setzte in der letzten Runde Sander derart zu, daß letzterer nur mit Mühe sich Bonerts Schlägen erwehren konnte. * Gemaßregelte Fusballspieler. Der Oesterreichische Fußball=Verband hat die Internationalen Brandstetter und Wieser wegen ihres Benehmens beim Ländersampf gegen die Tschechoslowakei in der Weise bestraft, daß ddiese in Ländermannschaften künftighin keine Berücksichtigung mehr finden. Skilaufen im Grunewald. Günstige Schneeverhältnisse vorausgesetzt, veranstaltet der Berliner Schlittschuhtlub am kommenden Sonntag Stiwett= und Werbeläufe im Grunewald. Neben den beiden Wanderpreisen des Norddeutschen Ski=Verbandes, in dessen Auftrag der B. S. C. die Veranstaltung abhält, kommen noch eine Plakette des Oberbürgermeisters Blöß, sowie eine Reihe weiterer Ehrenpreise der ndustrie usw. zur Verteilung. Die Wettbewerbe ind in verschiedene Klassen eingeteilt und offen am Clubhaus des B. S. C. Charlottenburg, Thüringer Allee(Nähe Reichskanzlerplatz), wohin auch die Meldungen bis 1 Uhr mittags zu richten sind. Die Preisverteilung findet dann abends 7 Uhr im Klubhaus statt. Schach. Die deutschen Schachmeister Dr. Mieses und Dr. Tarrasch gaben kürzlich in der Tschechoslowakei Simultanvorstellungen mit gutem Erfolge. Mieses spielte in Teplitz gegen 14 Gegner, gewann acht Partien, verlor drei und machte drei unentschieden.— In Eger konnte Dr. Torrasch von 27 Partien 20 gewinnen, verlor nur drei und vier endeten unentschieden. Aus aller Welt. In den Vereinigten Staaten soll die Renntierzucht eingeführt werden, um die Lösung der immer schwieriger werdenden Fleischversorgung zu erleichtern. Man hat bereits Lappländer kommen lassen und eine Herde von 100 Renntieren eingeführt, die auf einem großen Gebiet im Statte Michigan untergebracht worden sind. Auf den versuch setzt man große Hoffnungen. Auch die Bettler stellen„Mindestforderungen“ wenigstens in Konstantinopel. Jeden Tag tommen sie vor der Bayarid=Moschee zusammen, um ihren„Arbeitsplan“ zu beraten und ihren Erahrungen auszutauschen. Jetzt haben sie einstimmig beschlossen, keine Almosen unter 100 Para anzunehmen! 100 Para sind eine halbe deutsche Friedensmark. Hande. und Börse. )( W e s t f ä l i s c h e W e r t p a p i e r b ö r s e i n D o r t m u n d. Der Besuch der Börse wird Teilnehmern aus dem unbesetzten Deutschland durch die Leitung der Börse ermöglicht. Ueber die Bedingungen zur Einreise gibt die Handelskammer Dortmund Auskunft. Berliner Börsenstimmungsbild. Bei unverminderter Nachfrage wurden die Devisenkurse in veränderter Höhe festgesetzt. Auch die Zuteilungen sind dieselben, wie am vorhergehenden Tage. Geld wor angeboten, die Sätze gingen bis auf 1 Prozent herunter. Gleichwohl herrschte für Effekten eine schwache Stimmung. Angeblich wirkten vom Ausland Angebotsdruck. Nur für Petrolenmaktien traffmehr Nachfrage hervor. Für deutsche Petroleumaktien wurde ein Kurs von 22 Billionen, für Apis ein solcher von 12 Billionen genannt. Im allgemeinen bestand wenig Neigung zu neuen Geschäftsabschlüssen. Berliner Produktenbericht. Am Preduktenmarkt ging es heute wieder sehr ruhig zu. Die Tendenz erwies sich zum Tcil als schwach. Weizen wurde an Mühlen in geringen Posten berkauft. Man klagt über nicht befriedigenden Rehlabsatz. Roggen war sehr still und nur für sächsische Station zeigte sich etwas mehr Nachfrage. Gerste wurde seitens des Westens und des Südens unter Landes verlangt. Für Hafer fehlte es an Kauflust. Weizenkleie war knapp, infolgedessen wurde Roggenkleie mehr beachtet. Futterstoffe anderer Art bleiben ruhig. Die, Porteien im Reichstage. 459 Hiernach verfügte die große Koalition über 346 von 485 Stimmen. Nach dem Austritt der Sozialdemokraten blieben nur noch 173 übrig, also 57 weniger als die absolute Mehrheit. Inzwischen ist nun die neue Regierung gebildet worden. Das neue Geld. Vorder- u. Rückseiten der Gelöftücke zu 7. 2 u. 5 Rentenpfennige. für alle Skiläufer, auch wenn sie keinem Verein angehören. Der Start erfolgt um 2 Uhr nachm. Wie mache ich mein Heim gemütlich? Sofas, Chaiselougues, Korbmöbel und Decken sehr preiswert! Polsterhaus Filiäte Waliher,Holzen, Rosenweg Nr. 40. Verloren! Grauleinene Decke mit angefertigter Stickerei(blaugrün). Brückstr.—Markt Gegen Belohnung abzugeben in der Geschst dieses Blattes. Prmmmmmmmmmn Anordnung. Die Anordnung des Kreisausschusses vom 25. August 1920 wird zu Ziffer 1, durch die die Erhebung von Räumungsklagen von der Zustimmung des Miet einigungsamt abhängig gemacht wird, soweil sie durch § 50 des Mieterschutzgesetzes nicht bereits außer Kraft gesetzt sein sollte, hiermit ausdrücklich aufgehoben. Hörde, den I. Dezember 1923. 3393 Der Kreisausschuß des Landkreises Hörde. Für kaufm Büro wird per sofort tüchtige Bachhulkerin gesucht. 3392 Wo? sagt die Geschäftsh. M Die schönsten Handarbeiten— den vorzüglichen Anleitungen und herrlichen Mustern von Beyer's Handarbeitsbucher Kreuzstich, 2 Bände Ausschnitt=Stickerei, 2 Hände Strick=Arbeiten, 2 Bände/ Klöppeln, 2 Bände : Deißstickerei 7 Sonnenspitzen/ Kunst=Stricken Hohlsaum und Leinendurchbruch/ Das Flickbuch; Hätel= Arbeiten, 4 Bände/ Schiffchen=Arbeiten; Buntstickerei, 2 Bde. 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Einige Adam Forepa ausgeliefert, wel mehr, Beute aller zen und Riman Maukau an Bord Singapoore abdampfenden Schiffes zu Wochen später wurde der Menagerie h a u f t r a g s g e m ä ß e i n w e i ß e r E l e f a n t cher alsbald ebenso viele, wenn nicht aufzuweisen hatte, als derjenige der konturrierenden Menagerie. Der„alte Barnum“, wie man den berühmten Menageriebesitzer in der Bankwelt nannte, erbleichte zuerst vor Wut, dann aber sann er auf ein Mittel, um seinem Konkurrenten dessen schätzvaren Pensionär zu entführen, und als er nach mehreren ergeblichen Versuchen einsah, daß es ihm nicht glücken würde, kaufte er ganz einfach die Menagerie Forepangh, den Zirkus Forepaugh und den weißen Elefanten Forepaughs obendrein. Tat er da nicht besser, als zu jammern? 8# Rus unserm ∆ 8 tbenbech. 5 Die Entwicklung der Strumpfmode. Weder im klassischen Altertum, noch im ersten Teil des Mittelalters kennt### man den Strumpf. Seinen Ursprung verdankt er einem Beinkleid, das von den Männern in der zweiten Hälfte des Mittelalters, von den Hüften bis zu den Füßen reichend, getragen wurde. Im Anfang weit, im Laufe des Mittelalters immer enger werdend, und zuletzt in einem Stück gearbeitet, bekleidete es Fuß, Bein und Schenkel. Diesen Charakter, nur vielfach variiert, behielt es bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts. Hier trat ein Wendepunkt ein, und zwar sollen es die deutschen Landsknechte gewesen sein, die sich gegen das zeitraubende An- und Ausziehen dieses Bekleidungsstückes auflehnten, und die infolgedessen die kühne Trennung des Beinkleides am Knie vornahmen. So entstand der Strumpf, der nun seinen Siegeszug über alle zivilisierten Länder antrat. Während bis dahin nur dis Männer das Strumpfbeinkleid kannten, wurde nun der Strumpf in dieser abgetrennten Form auch All##meingut der Frau. Anfänglich in Wolle und Baumwolle hergestellt, ging man nun zur Verarbeitung in farbiger Seide oder Filet de Florence über. Gestrickt und genäht, gehörte eine große Kunstfertigkeit dazu, das neue Bekleidungsstück, dem man viel Geschmack abgewann, gut sitzend zu verarbeiten. Einen richtigen Aufschwung erlebte die neue Industrie aber erst nach Erfindung der von William Lee in Cambridge im Jahre 1589 hergestellten Strumpfmaschine. Jetzt erst war es möglich, den ersten Auforderungen, in bezug auf die Schönheit der Form, gerecht zu werden. Mau besang und beschrieb die so bestrumpften Beine in Büchern und Abhandlungen, unter denen die des französischen Sittenschriftstellers Brantöme„Ueber die Schönheit des Beines“ besonders beachtenswert ist. Auch in der Malerei machte sich der auf diese Weise in den Vordergrund getretene Fuß und das Bein geltend. Die Mode, die sich des neuen Kleidungsstückes bemächtigte, erfand die„Schäferspiele“, bei denen in eigens hierzu erfundenen Kostümen, in reizend koketter Weise der Fuß und„etwas vom Bein“ gezeigt wurde. Die Watteaubilder liefern ein beredtes Spiegelbild jener Zeit. Die nächsten Jahrhunderte brachten eine weitere Entwicklung bezüglich der Eleganz, und im 20. Jahrhundert nimmt es nicht weiter wunder, wenn man hört, daß ein exotischer König auf seiner Deutschlandreise Strümpfe aus echten Spitzen, für 250 c das Paar, gekauft habe! Von Laura Uincent. Sparpastete. Eine angenehme Abwechslung im einfachen Haushalt bildet folgende einfache Pastete: Eine große, reise Gurke oder ein kleiner Kürbis wird geschält, in der Mitte durchgeschnitten, die Kerne mit einem silbernen Lössel herausgeschabt und beide Hälften mit gehackten Bratenresten gefüllt, die man mit feingewiegtem Speck, ebensolchen Zwiebeln, Petersilie, Salz, Pfeffer und Muskatnuß vermischt hat. Inzwischen hat man einen einfachen Mürbeteig bereitet, preßt die beiden Fruchthälften fest aneinander und wickelt sie in den Teig, dessen Enden man mit ein wenig Eiweiß befestigt. Die Pastete wird in siedendem Salzwasser 3—4 stunden langsam gekocht. Sie ist sehr wohlschmeckend und ersetzt Fleisch, Gemüse und Kartoffeln. Türkischer Pilau. Ein Liter klare Fleischbrühe, 1 Pfund Tomaten gibt man mit Pfeffer und Salz in eine Kasserolle und läßt kochen, bis die Tomaten weich sind, dann drückt man sie durch ein Haarsieb, gibt sie in die Kasserolle zurück, bringt sie zum Kochen und fügt 300 Gramm besten Reis hinzu. Dies läßt man langsam ziehen, bis der Reis ganz trocken ist, worauf man ihn mit ¼ Pfund Butter gut vermischt. Inzwischen hat man aus 1 Pfund feingewiegtem Rinderfilet, einer Zwiebel, 60 Gramm Ochsentalg, Salz, Pfeffer, Muskatnuß, einer Handvoll gewiegter Petersilie und einem Ei eine Farce bereitet, die man zu kleinen Würstchen formt, in Mehl wälzt und in Butter brät. Tann gießt man Wasser zu und läßt die Würstchen eine Stunde dünsten. Vor dem Anrichten gibt man, nachdem man die Sauce entsettet hat, ein Glas Sherry dazu. Nun formt man auf einer runden Platte einen Rand aus dem Pilau, gibt Würstchen und Sauce in die Mitte und trägt auf. * Gefüllter Kohl nach türkischer Art. Von einem schönen Weißkohlkopf nimmt man die schönsten und größten Blätter, 40—50 Stück, wäscht sie und kocht sie eine knappe halbe Stunde in siedendem Salzwasser. Hierauf bereitet man aus ¾ Pfund feingehacktem Hammelfleisch, ¼ Pfund ebenfalls gehacktem, mageren Speck, 2 Eiern, geriehener Semmel und etwas Wasser, sowie feingehackten Champignons, Zwiebel und Petersilie eine Farce, die man mit Salz, Pfeffer und Muskatnuß würzt. Nun füllt man zwei Trittel der Kohlblätter mit dieser Farce, gibt sie in eine Kasserolle, gießt Fleischbrühe darüber und läßt sie rasch einmal aufkochen, dann schiebt man sie auf eine Herdstelle, wo sie nur warm bleiben. Inzwischen hat man 300 Gramm Reis halb gar gekocht und mit Butter und geriebenem Parmesankäse vermischt, nun legt man eine Form mit Kohlblättern aus, tut eine Schicht Reis hinein, begießt sie mit Tomatensauce, legt den dritten Teil der Kohlrollen darauf, bestreut sie mit Parmesankäse, dann wieder Reis, Tomatensauce usw., bis die Form gefüllt ist. Man belegt sie nun mit den übrigen Kohlblättern und feinen Speckscheiben, schiebt sie in einen nicht zu heißen Ofen und läßt die Speise ungefähr eine Stunde darin. Sie ist sehr schmackhaft. Pikante Hammelnieren. 6—8 Nieren werden gehäutet, der Länge nach durchgeschnitten und in Butter weichgedünstet. Die Sauce bereitet man aus 2 Eßlöffeln Zwiebeln, etwas Schnittlauch, einem Gliedchen Knoblauch, zehn Champignons, alles seingewiegt und in wenig Wasser weichgekocht. Ein eigroßes Stück Butter wird darunter gerührt, ein Glas Madeira zugefügt und die aus der Butter genommenen Nieren hineingelegt und heiß aufgetragen. — S 5 S 8 8 D e(1 E 8 8 3 S S 2. 2 S 5 # 4 inorhrpi LOUTIFeT NTttrtt Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises. General=Anzeiger für den Kreis Haupt=Annoncendlatt. glatt auf den Bauch fallen lassen, bevor auch nur einer von den dreien zum Schuß kommen kann. Und dann werde ich in dieser erniedrigten, aber gut gedeckten Lage es den Leuten klarzumachen versuchen, so gut ich kann, daß das Neptunmotorboot unter dem Wasser einen scharfen, stählernen Sporn besitzt, der genau so wirksam ist wie der eines Kriegsschiffes, und daß sie, falls sie nicht den Wunsch hegen sollten, gerannt und versenkt zu werden, am besten täten, ihre Gewehre auf Deck zu wersen. Ich werde darauf bestehen, daß jede Unterredung mit mir in dem Ton geführt wird, wie es unter anständigen Leuten Sitte ist. Ich will ihnen nämlich mitteilen, daß ich Mitglied der Friedenskonferenz im Haag bin. Also los, Doktor, kommen Sie mit! Wir wollen uns die Herrschaften zum Gabelfrühstück einladen und ihnen die unverhoffte Freude machen, ihnen die besten Zigarren und die seinsten Weine vorzusetzen, die überhaupt in Afrika zu haben sind.“ Und damit stiegen Tann und der Doktor nach dem Ufer hinunter, wo das Motorboot sie erwartete. Der Steuermann des kleinen Bootes saß über sein Steuerrad gebeugt, das dem eines Automobils sehr ähnlich war, und das flinke Fahrzeug flitzte stromauf bis in die Spitze des Deltas, wo es in voller Fahrt in den nach der Goldmine führenden Flußarm einbog. Tann und der Doktor standen aufrecht und kamen bald bei Umfahrung einer Flußbiegung in Sicht der Dampfberkasse, die sich mühsam gegen die starke Strömung ihnen entgegenarbeitete. „Stopp!“ befahl der Graf dem Steuermann,„umkreisen Sie die Dampfbarkasse von achtern, laufen Sie von der andern Seite in ungefähr zwanzig Fuß Entfernung zu ihr auf und bleiben Sie dann mit ihr auf gleicher Höhe!“....— 8 Der Geschaftsführer, der Kapitän und der erste Offizier standen alle drei auf Deck und schienen starr vor Erstaunen, ein derartiges Boot hier in dieser Gegend anzutreffen. Sie machten keinerlei Anstalten, von ihren Waffen Gebrauch zu machen, selbst nicht einmal die Herankommenden zu begrüßen. Das Motorboot schoß an ihnen vorbei wie eine wilde Ente, lautlos, ohne Dampf, lief in einem eleganten Bogen hinter ihnen herum und kam so mühelos und sicher auf der andern Seite zu ihnen wieder herauf, daß es sicherlich die Bewunderung eines so alten, erfahrenen Seemannes hervorrief. Aber die drei Männer waren überaus bestürzt. Das rote, verwitterte Gesicht des Kapitäns nahm eine ins Bläutiche spielende Färbung an; er stand da mit offenem Mund wie nach Luft schnappend und starrte mit entsetzten Augen herüber. In der aufrechten, anmutig eleganten Gestalt des ganz in Weiß gekleideten Grafen Tann glaubte sein erfahrener Blick einen deutschen Seeoffizier zu erkennen. Dieser Irttum wurde noch unterstützt durch die flotte, goldbordierte Mütze des Doktors, aber die Haltung der beiden Herren in Weiß war bei weitem nicht so beunruhigend wie die Erscheinung und das Gehaben des Bootes selbst. Es wurde ganz hervorragend geführt und kam längsseits mit der ganzen, kecken Unbekümmertheit, die den jüngeren Offizier der deutschen Flotte kennzeichnete. Es lag eine gewisse Arroganz in dem scharfen, schneidigen Bau des kleinen Fahrzeugs, als wenn es zum Ausdruck bringen wollte, daß sich in ihm die ganze Macht einer seefahrenden Nation verkörpere. Die Bedeutung seiner Panzerung drängte sich den beiden Seeleuten sofort auf, wenn sie auch dem Geschäftsführer im ersten Augenblick nicht klar geworden sein mochte. Aber alle drei erkannten die gefährliche Drohung, die in dem scharfen, glänzenden Sporn zum Ausdruck kam, den sie deutlich aus den rasch dahinschießenden grünen Fluten herausschimmern sahen, surchtbar wie der Rachen des Menschenhais. Graf Tann lächelte leicht vor sich hin, als er den Schrecken wahrnahm, den ihr plötzliches Erscheinen auf der Dampfbarkasse hervorrief. „Guten Morgen!“ grüßte er liebenswürdig,„haben Sie vielleicht Baumstämme den Fluß hinuntertreiben „Baumstämme?“ sließ der Sczahens wir ege iegenge. „Ja,— jawohl,— Baumstämme haben wir gesehen: „Glauben Sie, daß sie verloren sind? „Ich— ich glaube— daß die meisten jetzt schon in der Brandung des Atlantischen Ozeans „Als unsere Tirailleure“, brummte der Doktor leise vor sich hin. Tann begann zu ahnen, daß Kapitän und Steuermann mehr von dem räuberischen, unredlichen Zweck der Expedition wußten, als er vorher angenommen hatte. Denn beiden war es ja wohl bekannt, daß ehedem deutsche Kriegsschiffe ihre Nase in die entferntesten und verborgensten Winkel hineinsteckten, und häufig grade da zu finden waren, wo man sie am wenigsten vermutete und wünschte. Aber kein Seemann hatte irgendwelche Veranlassung, beim Anblick eines Fahrzeugs, das den Eindruck eines kleinen Torpedoboots machte, in Angst und Schrecken zu geraten, solange er sich auf gesetzlichen Wegen befand. Der Graf hatte bisher geglaubt, daß der Kapitän, die Offiziere und Mannschaften des„Rajah unschuldige Teilnehmer an dieser schurkischen Expedition seien. Jetzt aber erkannte er, daß der Kapitän und der erste Offizier ebenso wie der Geschäftsführer in die Sache eingeweiht und dabei beteiligt sein mußten. Er lieh dieser Ueberzeugung keine Worte, sondern beschloß nur bei sich, sie später zu werten, wenn er den Kapitän auf hoher See wiederträfe. „Sind Sie Seeoffizier?“ stotterte der Kapitän, zum erstenmal das Wort ergreisend.. 4. Pripatmann i„Bewahre, nur ein ganz einfacher Prldaimann!“ entgegnete der Graf leichthin.....:... Wie auf Kommando atmeten vie brei auf der Dampfbarkasse bei dieser Erklärung tief und befreit auf, und ihre Haltung verlor sichtbar die Staarheit. „Ich kreuze augenblicklich mit meiner Jacht hier „Aber das ist doch wohl nicht Ihre Jacht, meinte der große, dunkle Mann, dessen Mut offenbar wieder„Natürlich nicht! Meine Jacht liegt einige Meilen weiter stromauf. Es ist eine Hochseezacht, nach Gesichtspunkten gebaut: erstens mit Rücksicht auf Bequemlichkeit, und dann, um eine möglichst starke Mannschaft aufnehmen zu können.“ g# „Und wie stark ist Ihre Mannschafte- fragle der frühere Sprecher.„. Pe ung 2 ntoganste „Davon habe ich keine Ahnung,- entgegnete Tann. „Sagen Sie mal, Doktor, wissen Sie, wieviel Mann wir an Bord haben?“ B „Ich habe sie noch nicht gezählt, war des Doktors ruhige Antwort.. Gegens varstiamt: „Sie sind hier in der ganzen Gegeno verstreut, fuhr der Chef fort,„es sind eine ganze Anzahl Forstbeamte, Waldarbeiter und Jäger von meinen Besitzungen in Deutschland dabei. Sie können alle recht leidlich schießen, was sich ja wohl bei den Jägern von „Ist Ihre Jacht nach demselben Modell gebaut wie Ihr Boot hier?“ 146664 La6 s. „O nein, ich habe Ihnen ja bereits gesagr, oaß sie hauptsächlich mit Rücksicht auf Bequemlichkeit gebaut ist! Ich würde sie Ihnen sehr gern zeigen, wenn Sie mich mit Ihrem Besuch beehren wollen. Das ist übrigens ein Gedanke! Es ist jetzt gleich zwölf Uhr, und da würde es mich wirklich freuen, wenn die drei Herren mir das Vergnügen machen wollten, mit mir an Bord zum Gabelfrühstück zu kommen. Ich kann Ihnen eine recht gute Mahlzeit versprechen, dazu ganz auserlesene Weine und Zigarren, die bei Ihnen die freundlichsten Erinnerungen an die Havanna hervorrufen werden, denn es sind direkte Importen.“ (Fortsetzung folgt.) Denkspruch. Bist du denn nicht auch zugruncke gerichtet, Von deinen Hoffnungen trifft nichts ein? Die Hoffnung ist's, die sinnet und dichtet, Und da kann ich noch immer lustig lein. Goethe. . Der gestohlene weiße Elefant. Erzählung nach dem Französischen von Otto Landsmann. (Nachdruck verboten.) Barnum, der berühmte Menageriebesitzer, besaß in seinem Etablissement einen weißen Elefanten, welcher die Bewunderung der Besucher der Menagerie erregte und um den ihn die Direktoren anderer Menagerien beneideten. g,.(gten uund man finhet fi. Diese Elesanten sind sehr senten, und man sinver sie fast nur im indischen Königreich Siam, wo sie von den Einwohnern religiös verehrt werden. Daher auch wachen sie eisersüchtig darüber, sich diese lebenden Götzen zu erhalten, indem sie glauben, daß, wenn sie verschwinden würden, die schrecklichsten Krankheiten über das Land hereinbrächen. Daraus allein erhellt schon, welchen Schwierigkeiten die wissenschaftlichen Institute und Menagerien begegnen, um sich diese Art von Tieren zu verschaffen. Wir glauben kaum, daß gegenwärtig ein einziges solches Exemplar in Europa existiert. Aus diesem Grunde dürfte die auch sehr natürliche Neugierde der Besucher der Menagerie Barnum begreiflich erscheinen und nicht weniger natürlich auch das Begehren der Konkurrenten, ebenfalls eine solche glänzende„Attraktionsnummer“ für das Publikum zu beMehrere von ihnen versuchten die Schwierigkeit zu umgehen; der eine von ihnen, namens Sanger, verkündete eines schönen Tages mit verstärkter Reklame, daß er einen weißen Elefanten habe. Doch durch eine Unverschwiegenheit, die wahrscheinlich von einem Konkurrenien gut bezahlt worden war, kam es an den Tag, daß der Elefant Sangers nur ein gewöhnlicher war, der jeden Morgen durch Anstreichen mit Kalk in eine siamesische Gottheit verwandelt wurde. Adam Forepaugh, der größte Konkurrent Barnums, erachtete es unter seiner Würde, zu solch kleinlicher Handlungsweise seine Zuflucht zu nehmen und beschloß daher, sich einen weißen Elefanten zu verschaffen, aber einen echten, einen unbestreitbaren weißen Elefanten, es koste ihm, was es wolle. Zu diesem Zwecke wandte er sich an das Haus Groß in Liverpool, eines jener eigenartigen Etablissements, welche Zirkusbesitzer, Tierbändiger und Akklimatisationsgärten als Kunden haben und denen sie auf Verlangen und mit finanziellen Mitteln, gleichviel welche Tiere der Schöpfung, verschaffen. Aus dem, was wir bereits über die eifersüchtige Sorge, mit welcher die Siamesen über die Erhaltung der ihnen göttlich geltenden Elefanten wachen, gesagt haben, läßt sich schließen, mit welchen Schwierigkeiten die Ausführung der Bestellung verbunden war. Aber der Kunde bezahlte gut und gehörte nicht zu denjenigen, die man gern unbefriedigt läßt. Man entschloß sich denn auch dahin, ihn zufrieden zu stellen, und nun folgt, wie der Agent des Hauses Groß in Bangkok die Sache ansing, zen Hauptftadt beIn der Umgebung der siamesischen Hauptstabr befindet sich das an den Ufern eines Kanals gelegene Dorf Kyahtsa, wo der Fürst Tuau Chau, ein wahres Muster des orientalischen Nabob, mit seinem Volke lebte. Tuau Chau besaß einen weißen Elefanten, welchen er wie sein eigen Haus schätzte. Er hatte die Obhut darüber einem Siamesen übertragen, dessen Name— er hieß nämlich Shoau=Att=Hpau— für europäische Ohren wenig Wohlklang hatte und der unter Androhung jener furchtbaren Qualen, die nur den Orientalen offenes Geheimnis sind, über den kostbaren Elefanten wachen Dieser letztere hatte zum Andenken an eine gefährliche Jagd, bei der er allein sich eines Tigerpaares entledigt hatte, indem er dieses unter seinen gewaltigen Füßen zermalmte, den schmeichelhaften Namen Rimau Maukau erhalten, was in der siamesischen Sprache Tigertöter“ bedentet...6. ei, Karfes, Der Agent des Hauses Groß kaufte ein staltes, großes Schiff und warb malayische Matrosen als Mannschaft an, welche, wie man gestehen muß, die schlimmsten Räuber der Welt sind. Mit zwei Revolvern bewaffnet, stieß er bei Kyahtsau an die Ufer des Kanals an. Einige Tage genügten ihm, um sich in dem Orte umzusehen und sich dort ebenso feste als vorteilhafte Freundschaft zu erwerben und die schwache Seite des Führers Rimau Maukau herauszufinden. Dieser Siamese hatte nämlich ein Laster: das Opium, und er war einer der treuesten Kunden einer Opiumrauchstube, welche sich in der Nähe des Palastes des steinreichen Nabob befand. Diese Opiumrauchstube wurde von einem Chinesen gehalten, welcher, verlockt durch das Angebot einer hohen Summe und verleitet durch das Vergnügen, einem Siamesen einen Schabernack zu spielen, Ieza, honrier Grg sich auf die Absichten des Agenten des, Hat. Groß einzulassen und ihm seine zuverlässige Mitwirtung zu Uebrigens glaubte er nicht an die sehr zweifelhaste Göttlichkeit des„Tigertöters“ und hielt es lieber mit der buddhistischen Religion..6.— Shaan=Alt. Der Chinese gab dem Elefantenfuyrer#z. uge Hpau geschickt zu verstehen, daß er große Gefayl würde, wenn er— und wären es auch nur einige in der Rauchstube verbrachte Augenblicke— den seiner Obhut anvertrauten, kostbaren Elefanten allein ließe und überzeugte ihn, daß er besser tun würde, ihn mit sich zu führen, da er ihn so immer vor Augen hätte. Der Elefantenführer befolgte diese Ratschläge, ohne von deren Lug und Trug eine Ahnung zu haben, und erschien daher nicht einmal mehr in der Opiumrauchstube, ohne von dem willigen Rimau Maukau begleitet Er sperrte ihn in den hinteren Hof der Ansiedelung und steckte den Torschlüssel in seine Tasche in dem Glauben, auf diese Weise alle Vorsichtsmaßregeln in der höchsten Potenz getroffen zu haben. Was schon im voraus vereinbart worden war, geschah: seinem Opium wurde eine genügende narkotische Dosis beigemengt. Als er fest eingeschlafen und die Unmöglichkeit eines schnellen Erwachens vorhanden Har, wurde ihm der Schlüssel aus seiner Tasche en##en#er, Der Shinese und der Malaye machten sich aus und bald war die weiße Haut des Elefanten unter einer schönen Decke von Firniß verschwunden. urch diese hindert durch das Dorf schreiten lassen und ihn bringen, hn eginige Stunden des Rimau Maukau bemerkte, erblickte er sein Heil nur mehr in der schleunigsten Flucht, und gleich einem korsischen Banditen flüchtete er sich in das siamesische Myrtengebüsch. Die Geschichte sagt nicht, was aus ihm geworden ist. Der wütende Navob setzte vergebens alles ins Werk, um ihn zu ermitteln, anstatt, was klüger gewesen wäre, zuerst zu trachten, den Räubern auf die Spur zu kommen.. gg, gehanteude 8. Dieses falsche Verfahren uno der beoenlenbe Vorsprung, welchen der Agent des Hauses Groß hatte, er