I. Cirationes edichales. Befehl des Hochfürstlich Münstrischen ** Herrn Stadts=Richtern werden sämtliche an den discutienten Steinhauern Johann Wolff und desselben Haab und Gütern einige Spruch und Forderung habende Gläubiger hiemit zum dritten und letzten mal offeneer Edie. kalweise vor= und abgeladen, um sothane ihre Forderungen innerhalb 9 Tagen nach Publication dieses bey dem Münsterifchen Stadtsgericht unter Strafe ewigen Stillschweigens gehörig zu proponiren. Signar. Münster den 20. Jun. 1782. De Mandaro D. Judicis urbici Niedieck, subst. Grschbr. II. Gerichtliche Notifications. Aus Befehl eines Hochwürdigen Münstrisch. Domkapituls verordneten Herrn Richtern und Goarafen in Meest Doct. Oestboff wird hiemit Jedermänniglichen bekannt gemacht, wie daß ad instantiam deren Creditoren die dem Metzgern Senieren Riecke zuständige, im Dorf Greven sub Nro. Caraltri 18 belegene, und von beeideten Aestimatoren bereits zu 440 Rthlr. werdirte Principal Behausung samt den Grund und daran schießenden zween Gedemen, schoppe und Schweinestall, nach Ertrag deren ohnbezahlten Forderungen; am Mittwochen den zten künftigen Monats Julius Rachmittags 3 Uhr daselbst aufm Platze dem Letzt= und Meistt ietenden unter in actu zu vernehmenden Bedingnissen gerichtlich verkauft werden solle, woben Lust und Muttel habende sich beli big ein. finden können. Sian den 29. May 1782. Ad Decrermn D. Gograrii Werlein, Grschr. 111. Gestohlene Sachen. Da in der Nacht vom reten auf den rzten dieses Monats Junius dem Schmidten Velthaus zu Herzlacke Speck, eine Flinte mit eisernen Ladestock, Gabel mit Griff von EilfenMit Ihrer Kuhrfürstl. Gnaden zu Kölln gnädigstem Privilegio Dienstag den 2s. bein: dem Bernd Tehn zu Flechman im Kirchspiel Haselunne 2s Hulden holland, mittels Einbruchs gestohlen so wird demjenigen, wilcher den Dieb dem Gerichte anzeigen könne, die Ediktmäßige Belohnung versichert. Haselünne den 17. Jun. 1782, Hochfurstl. Gericht daselbst. IV. Verwischte Nachrichten. je sechs der Stadt Münster und zwey dem Register der Speckfreunden ad S. Lamber= tum zugehörige Wohnungen; welche zwischen dem Neubrücken und Hörster Thor gegen der Zuchthauses Bleiche über belegen sind, sollen am Freytag den raten bevorstehenden Monats Julius auf dahiesiger Winter=Rathsstube des Nachmittags zwey Uhr dem Meist- und Letztbietenden öffentlich verheuret werden; die zu Anheurung derselben Lust habende wollen sich alsdann am bestimmten Orte einfinden, und können die Bedingnissen vorherp beym StadtSecretariat eingesehen werden. Geben Münster aus der Rathsversammlung den 1o. JuMus 1784. Ea Commislione Senatus F. W, Cramer, Secret. Demnach Markenrichterlich und Gutsherr= à lich festgestellet, daß die in der Stockummer Mark im Kirspel Koesfeld belegene vier Marken Köttere, benenntlich Cramer he Gärt= ner, Lodbe, Moddelen, und Kleinschnittker auch die sogenannte Marken Gärten behuf fernerer Abtilgung einiger annoch rückständigen Kirspels Schulden, auch sonstigen MarkenNothwendigkeiten öffentlich und meistbietend verkauft werden sollen; so wird hiedurch Jedermänniglichen bekannt gemacht, daß pro germino solchen VerkaufsDonnerstag der enste Monats Junius Morgens 9 Uhr dazu angesetzt sey, wo dann Lust= und Mittelhabenan meines endesbenannten Markenschreibern Behausung erscheinen, und die Bedingnissen vernehmen können. Ligo, Koesfeld den 14. Kunius 1782. G. A. Becker, Stockummer Markenschreiber. Seit verflossenen Pfingstfest ist mir Untergeschniebenen eine Stute, schwarzbranner Coieur 3 Jahr alt, 14 Hand hoch einen kleinen weissen Streif vor dem Kopfe, und am lin. ken Hinterfuß einen kleinen weissen Flecken habend, aus der Weide entkommen. Wenn Jemand solche anweisen kann; wird freundlichst ersucht, gegen billige Erkenntlichkeit mir davon gütigst zu benachrichtigen. Koesfeld den 18. Junius 178—. J. H. Dufenbea, Vorsteher und SchulzeKirsp. St. Lamberti buten Koesfeld. Am künftigen Freytag als den 28sten dieses, ** Morgens 9 Uhr werden in dem Quartier des Mousquetiers Hölscher von dem Regiment des Herrn Obristen Grafen von Wartensleben ( w e l c h e s Q u a r t i e r a u f R i d d e r s t r a ß e b e y d e r Wittibe Schätter belegen ist) die von des gedachten Mousquetiers abgelebten Ehefrau binterlassene Effecten, bestehend in etwas Bettwerk und sonstigen Hausgerath dem Meisibierengen gegen bagre Zahlung oftentlich verkauft wird hiedurch kund gemacht, daß am Freytag den 12ten Julius des Morgens um 10 Uhr auf dem im Kirchsp. Rinkerrodde belegenen Guth Wolpendorf die dazu gehörige Pertinentien; Wiesen, Weyde, Kämpe, Haus und Garten, nemlich; der Hottmersch, große Wiese Beerwiese, den ersten Schnitt von der Ochsenwiese, der Siffkesberg, im Grund, Ochsenweyde, Wiese hinter dem Garten aufm Stem aufm langen Stem vordersten Weesekamp, Ruhenkamp, Bergkamp, Hingelkamp, und letzter Schnitt von vorgedachter Ochsenwiese, auf acht nacheinander folgende Jahren terming Martini 1782 anfänglich und termino Martini 1790 sich endigend; dem Meistbietenden verpachtet werden sollen. Wer zu solcher Arpachtung Lust und Mittel hat, der beliebe sich auf ebbestimmten Tag Zeit und Stunde auf dem Gut Wolpendorf einzufinden, und können die hierüber sprechende Conditionen bey demEnds benennten Emonitoren ein= und nachgesehen werden. A. Deiters, Emonitor deren Borg Kerkeringschen Gütern. Rey dem Intelligenz=Comtoir ist ein gefunded ner Hountschlösse Mfagen (ee wrd semand dufagget welcher sungen Frauenzimmer im anständigen Briefschreiben französisch und deutsch gegen die Gebühr Unterricht gehen kann. Das Intellig. Comt. gieht Nachricht, (Es dienet zur Nachricht, daß Madame de * Mantegazza gesinnet ist, eine Schule anzufangen; worinn sie die Kinder im Französisch lesen, schreiben und sprechen, allerhand Arten Blonden und Spitzen zu machen, wie auch im Nähen, Stricken, und Filet machen unterrichten will. Im Spitzen machen erbietet sie sich auch in der Stadt Unterricht zu geben. Diejenige, welche ihr ihre Kinder anvertrauen wollen, können zum voraus versichert seyn, daß sie sich alle mögliche Mühe gebenjund nichts unterlassen wird, was zu einer guten Erziehung etwas beytragen kann, so daß die Aeltern aufs beste mit ihr werden zufrieden seyn. Sie wohnt bey Ronde auf der HörsterStraße. (Fsist vor ungefehr 14 Tagen aus Warendorf ein weisser Hünerhund mit braunen Ohren und einem spitzen Maul, mitten auf dem Rücken etwas auf der rechten Seite einen Fleck mit einer Fahne am Schweif, sonsten ganz glatthärig verloren gangen, wer ihn dem dasigen Ausrufer wieder bringt, soll eine## stole Trinkgeld haben. Landeslokterie=Sachen. Die Ziehung der dritten Klasse hiesiger Hochfürstlichen Landeslotterie ist zwarn auf den sten künftigen Monats Juliifestgesetzt worden; da aber wegen alsdann einfallender nicht vorgesehener Verhinderung solche nicht vor sich gehen kann; so wird diese Ziehung erst den Oten Julius des Morgens in Anwesenheit Landesherrlicher Herren Commissarien und Landständischer Herren Deputirten auf dem Hochfürstl. Hofsaale gewöhnlicher massen unfehlbar geschehen, Vermischte Neuigkeiten von versch. Orten. Madrid, vom 28. May. Der Herzog von Crillon ist von Aranjuez allhier wieder zurück eingetroffen, und hat seinen altesten Herrn Sohn, gleichwie vordem seinen jüngsten, dem Könige sowohl, als der Königl. Famslie vorgestellt Der Marquis von Crillon ist schon wirklich nach dem Lager zu St. Roch abgereiset, Auch ist der am 2zsten May allhier angelangte Prinz von Nassau durch den frauzösischen Botschafter dem Hofe vor gestellt worden. Alle diese Freywillige haben von dem Könige die Genehmigung erhalten, bey der Belagerung Gibraltars zu dienen. Der Herr Graf von Artois wird ihnen mit ehestem nachfolgen. Rom, vom 1. Jun. Der Cardinal Herzan ist gestern wieder von Wien angekommen: Der Pabst trifft am 13. dieses wieder hier ein, und man macht bereits zu seiner Aufnahme die herrlichsten Anstalten. Paris vom 12. Jun. Der Herr von Bougginville; dem man die mislungene Seeschlacht am reten April aufbürden wollte, wobey wir 116o Mann an Todten einbüßten; wird mittels der Aussage des aus den Antillen zurückgekommenen Herrn von Montemart hinlänglich gerechtfertiget. Seiner Richtung haben die 2 Schiffe Northumberland und Palmie zu verdanken, daß sie nicht in die Hände des Feindes gerathen sind, welcher ohnehin auf den eroberten Schiffen die sämtliche zur Bezwingung der Insel Jamaika bestimmte Feldartillerie vorgefunden hat. Wien, vom 12. Jun. Das hier in Wien und Consiantinopeleta, blirte Handelshaus Willeshoven und Compa= gnie, hat gestern unter der Führung des von Sr. Majestät dem Kaiser eigends hiezu allergnädigst beorderten Pontonierhauptmanns Herrn von Lauterer, ein Schiff mit tausend Centner Ladung nach dem schwarzen Meere gesandt, und zwar in folgenden Artikeln: 41 Ballen theils feine und ordinaire Tücher Flanelle, wollene Zeuge und Segeltuch; 82 Kisten Pörcellain, feine und ordinaire Gläser, Spiegel, Meßingwagren, Klingen, Knöpfe, Messer, Gewehre, Tabakdosen und Röhre, wollene und lederne auch seidene Handschuhe, goldene und silberne VBorden und Spitzen, wollene und seidene Strümpfe, baumwollene Schlafhauben, leinene und seidene Tücher, Leinwand, Kannefas, Kattun, 2c. er Fäß ser Geschmeid, Sensen und Farbwaaren, sodannledig Stahl, Eisen und Bley. London, vom 14. Jun. Obgleich unser Ministerium ausserordentliAnstalten zur Fortsetzung des Krieges be treiben läßt, so hat man doch Ursache zu glaueen, daß es das wichtige Geschäft des allgemeinen Friedens unter billigen Bedingungen keineswegs aus den Augen setze. Der Hof izu Versailles soll ebenfalls Reigungen zu dem nämlichen Zwecke an Tag gelegt, und die Bedingungenerklärt haben, unter welchen er sich zur Eröffnäng einer Friedensunterhandlung anschicken würde. Es heißt, unser Hof habe dem Herrn von Greenville den Titel eines gevollmächtigten Ministers an dem französischen Hofe beygelegt, und Frankreich werde seiner Seits ebenfalls eine Person in der nämlichen Eigenschaft nach dem Londner Hofe ernennen, um ihren wechselseitigen Höfen die vorläufigen Bedingungen, welche man beyderseits verabreden will, mitzutheilen. Zwischen Douvre und Calais ist ein Packetsoot aufgestellt worden, um die zwischen beyden Höfen laufenden Staatsberichte nach ihrer Behörde zu überbringen. Aus allem diesem läßt sich vermuthen, daß man ernstlich auf das Friedensgeschäft bedacht ist. Zwo Schwierigkeiten, welche noch gehoben werden müssen, sind Carlstown und Gibraltar. Spanien will diesel tztere Vestung, es koste was es wolle, erzwingen, und Frankreich trachter, zu dem Besitze der ersteren zu gelangen. Es dürfte also vor dem Ende des Feidzugs der Vergleich schwerlich zu Stande kommen. Lord Keppel wird von Portsmouth zurück erwartet, von da die Flotte unter den Befehlen des Lords Howe, 30 Reihenschiffe stark, mit ehestem unter Segel gehen soll. In den nordischen Gewässern wird der Admiral Roß noch mit einigen Kriegsschiffen verstärkt werden. Haag, vom 16. Jun. Am vergangenen Mittwoch haben die Staaten von Hol= und Westfriesland ihr vorläufiges Gutachten, welches dem Rußischen Hofe zur Antwort dienen sollte, abgefaßt, und, dem Vernehmen nach, ist durch dasselbe ein besonderer Friede gänzlich abgelehnt worden, so,daß man blos einem allgemeinen Frieden beytreten könne. In gedachter Entschliessung wird auch angemerkt, daß England zu lange gezaudert habe, sich über die vorläufige Bedingung, die zu einem besondern Frieden den Grund legen sollte zu erklären, und also sey die Entschliefsung dahin ausgefallen; mit Frankreich gemeinsame Sache zu machen, wodurch dann ein besonderer Friede unmöglich gemacht würde. Einer von den Generalas judanten des Prinzen Statthalters ist in alker Eil von hier nach dem Texel abgegangen; wohin er unsrer Flotte vermuchlich sehr wichtige Befehle zu überbringen hat. Auch haben Ihre Großmögende am vorigen Donnersttage zu dem Vorschlage des Prinzen Statthalters, die Flotte besser zu bemannen, sodann zu demjenigen die schottländische Brigade auf den Nationalfuß einzurichten, den Generalstaaten ihre Einwilligung ü. berreicht. Kurzgefaßte Nuigkeiten. Eine berühmte Kupplerinn, Mad. Moussee, in Wien, welche schon einmal unter weyland Maria Theresia relegirt worden, und sich wieder der nemlichen Verbrechen schuldigtbetreten ließ, ist auf das schärste bestraft wworden. Sie lockte verschiedene junge Mädchen zu sich, die sie gegen gute Bezahlung Preis gab. Jungst unternahm sie das nämliche auf eine sehr listige Art mit einem Mädchen von i# Jahren, welches so sehr gemißhandelt ward, daß sildiges Tages darauf stard. Mad. Moussie kömmt auf 10 Jahr ins Zuchthaus, und wird jede Woche dreymal mit Karbat chstreichen gezüchtigt werden. Ihr Vermögen; welches sich bey der Arretirung mit 13 tausend Gulden vorfand, wird in drey Theile getheilt, wovon der erste den Aeltern des gestorbenen Kindes, der zweyte ihrer Tochter in Straßburg, und der dritte dem Fiscus zu Theil wird. Zu Wien befindet sich gegenwärtig ein Sohn des großen Rußischen Feldberrn, Grafen Romanzow, welcher mit einem Legationssecretair, einem Legationsactuar, und einem ansehnlichen Gefolge als Rußischer Gesandter an den Oberrheinischen Kreis und an die Rheinische Kubrhöfe ernannt ist, und nächstens an den Ort seiner Bestimmuns abgehen wird. Es ist dieses ein ganz neuer Rußischer Gesandtschaftsposten, und der Herr Gesandte machte gar kein Geheimniß deraus, zu versichern, daß das große Interesse, welches seine Monarchinn an der Conservation der gegenwärtigen Constitution des heil. Römischen Reichs nehme, sie veranlaßt habe, diesen neuen Posten zu errich