Htollt gesucht. 78 an d Geschst 1. September tüchund durchaus ehr2669 ucht, nicht unter 20 und Behandlung, 000.— per Monal, uskleider frei, sowie enke. Hesse, Schwerle, aße 93. 1ng an billige stermöbel! Bin wieder r Lage, meinen werten den mit den billigsten espreisen zu dienen garantiere für feinste irbeitung und allerbeste lität. Sämtl. Sachen Werkstätte angesertigt 2 lsterhaus alther Nr. 40. 2409 tige che als Filialleiterin gesucht. estellt werden 2677 an d. Geschst5 vorse. laufgeld. Vom 18 bis einschl. llausgeld 96809000% am 17. August 1923. 1 263 150(20%) 052 625 235 500(30%) 313280„ 749 000 521 250 82 200(10% 63 400(20%) 636 500" 3 208 000(10%) 64 400(20%) 81450(10%) 415 000(7%) 61 150(20%) 42 350 18 645 end. Kochen und gule Zu erfragen in der Geg. 2681 Bei unvorhergesehenen Betriebsstörungen, hervorgerufen durch höhere Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr für pünktliches Erscheinen der Jeitung und kann auch keinerlei Schadenersatz dean.**- sprucht werden.-*-= Verbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Dolkszeitung Schwerter Dolksblatt M Desthotener Zeiiung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitu g Holzwickeder Zeitung Amtliches Kreisblatt fur aen Kreis Hörde Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises.— Generalanzeiger für den Kreis Hörde. 1*„Schweiter Seitung“ erscheint werktäglich.n Hauptgeschäftsstelle, Druck und Verlag: Carl Braus. Celegr. Adr.: Braus, Schwerteruhr. Cel.62. Postscheck: Dortmund 2852 Hannover 21874. Verantwortlich für Schriftleitung und Anzeigen: Hans Linner in Schwerte. Cel. 62. Nr. 194 Montag, 20. Rugust 1923 56. Jahrgang 58 0 s Einzelnummer 40000.— M.: Zum Geleit. Woher ich kam, wohin ich gehe, weiß ich nicht; Doch dies: Von Gott zu Gott! ist meine Zuversicht. Fr. Rückert. Neueste politische Nachrichten. Das Goldzollaufgeld beträgt vom heutigen bis einschließlich 24. August 96809 900 v. H. Der deutsche Gegenwert des Goldfranken bei der Post ist seit 13. August 1200000 Mark. * Die Nachrichten aus dem Reich zeigen, daß überall die Beruhigung wieder zunimmt. * In Chemnitz wurde ein Antrag auf General= streik mit einer knappen sozialistischen Mehrheit abgelehnt. * Wie der„Vorwärts" aus Magdeburg meldet, ist in der Provinz Sachsen die Ruhe wieder in vollem Umfange hergestellt. * Wie den Berlinern Blättern mitgeteilt wird, sind die Postanstalten angewiesen worden, die Notschecks der Banken in Zahlung zu nehmen. * Die Köln=Bonner Eisenbahnen erhöhen die Personentarise am 19. August um 200 v. H. * Der neue Kölner Straßenbahnfahrpreis, 150 Tausend Mark für die einfache Fahrt, tritt morgen in Kraft. * Gestern Sonntag fuhr Poincaré nach Charleville, wo er anläßlich einer Denkmalsen: hüllung eine Rede hielt. * Der italienische König soll die Absicht haben, Mussulinie den erblichen Herzogstitzu verleihen. * Wie die„Grazer Tagespost“ aus Belgrad meldet, werden der jugoslawische und der rumänische König Ende August Masaryk einen Besuch abstatten. Letzterer wird diesen Besuch im Herbst erwidern. Das Kölner kommunistische Blatt„Sozialistische Republik“ ist bis zum 28. September ver boten worden. In Bad Tölz in Oberbayern ist der ehemalige Zeremonienmeister des Kaisers, Ferdi nand von Keudel, Fideikommißherr auf Schwebda bei Eschwege, im Alter von 66 Jahren gestorben. * In Merseburg erschoß der Forstelede Erdmann seinen Freund aus Versehen, als er ihm eine Waffe zeigte. Erdmann tötete sich aus Verzweiflung dann selbst durch einen Schuß in die Schläfe. * Der englische Dampfer„Douglas“ stieß bei Mersey mit dem 5000 Tonnen=Dampfer„Artenisia“ zusammen und sank. Die„Donglas" hatte 20 Passagiere und 30 Mann Besatzung an Bord. Diese wurden von dem Schleppboot der „Artemisia“ gerettet. Der Buchdrucker Karl Machler, wurde abends gegen 10 Uhr im südlichen Stadtteil von Essen von zwei französischen Sordaren überfalle Boden geschlagen und ausgeplünderl. Den Franzosen, die unerkannt entkamen, sielen etwa drei Millillonen Bargeln und ein silbernes Zigarettenetui in die Hände. Bei Feldtirchen vor München wurde ein feldhütender Landespolizist von einem Kartoffeldieb erschossen. * Der französische Flieger Hemmerdinger frürzte gestern während eines Segelflugwettbewerbes in Bauville mit seinem Apparat tödlich ab. * Aus Schrobenhausen ist der 27 Jahre alte Bankbeamte Fritz Kugler nach Veruntrenung von mehreren Milliarden Mark flüchtig geworden * Der Papst hat den Rektor der Universität Würzburg. Dr. Ruland, in Audienz empfangen, sich in deutscher Sprache mit ihm unterhalten und ihm, wie allen Gläubigen der Alma Julia, seinen Segen mitgegeben. Das sozialdemokratische Altimatum an Habenstein. TUI. Berlin, 18. August. Der„Vorwärts“ wendet sich in seiner gestrigen Abendausgabe wiederum in einem sehr scharfen, offensichtlich parteiamtlichen Artikel gegen den Reichsbankpräsidenten Havenstein. In dem Aussatz heißt es zum Schluß: Reichen Havenstein und von Glasenapp ihr Abschiedsgesuch nicht binnen drei Tagen ein, so wird die Sozialdemokratie die sofortige Einberufung des Reichstages mit dem einzigen Zweck der Beseitigung der entsprechenden Paragraphen des Selbständigkeitsgesetzes der Reichsbank verlangen. Die Sozialdemokratie kann und will Deutschlands Zukunft auch nicht eine Woche länger in Händen lassen, denen sie in Uebereinstimmung mit allen Parteien eine Fähigkeit zur Lentung des Geschickes in einer solchen schweren Zeit nicht zutraut. : Vermischte Neuigkeiten. Das Schlageter=Denkmal auf der Haskühnenburg im Harz ist fertiggestellt. Die Anregung dazu ging vom Jungdeutschen Orden aus. Von dem Denkmal sind Postkarten angefertigt, deren Reinerlös zur Hälfte dem Fonds zu dem Schlageter=Denkmal in Baden, zur anderen Hälfte dem Ruchropfer zugeführt wird. * In Fallersleben, soll am 2. September dem Dichter des Deutschlandsliedes, Hoffmann v. Fallersleben, ein Denkmal enthüllt werden. * Das Deutsche Rote„Kreuz konnte ams einer Chicagoer Spende in den letzten beiden: Monaten über 400 Millionen an Gelehrte, Luhrer und Aerzte verteilen. * Die Kriminalpolizei in Halle verhaftete den Schlosser Albert Schneider, der eingestand, in den letzten anderthalb Jahren in Mitteldeutschland 21 Kirchen geplünder,'t zu haben. * Infolge der andauernden Hitze und Trockenhe#t sind in Südfrankreich, vorr allem im Gebirge, zahlreiche Waldbeände auf gebrochen. ** TU. Amsterdam, 19. Aug. 11 holländische Vereine, daruner der Bund für Humanität und Gerechtigkeit, der allgemeine Friedensbund, haben nach eingebenden Besprechungen über eine gemeinschaftliche Aktion in der Ruhrfrage drei Manifeste angefertigt, von denen eins an die Völker Europas und Amerikas, das zweite an die Mitglieder des Völkerbundes und das dritte an die Neutralen gerichtet ist. Der Wortlant dieser Manifeste ist folgender: „Manifest an die Völker Europas und Amerikas! Im Juni 1919 wurden die Waffen nieder gelegt, jetzt schreiben wir 1923. Niemals haben wir uns mehr nach wahrem Frieden gesehnt. Wieviel Haß. Verbitterung und Mißtrauen umgeben uns. Niemals war mehr Bedürfnis nach Arbeit und Produttion und wieviel Arbeitslosigkeit herrscht in den meisten Ländern. Niemals war eine innerliche Vertiefung notwendiger und wie groß ist die sittliche und geistige Verwilderung. Aber niemals war die Welt aller Gegensätze müder und verlangender nach Gleichgewicht. Darum richten die unterzeichneten holländischen Vereinigungen verschiedener Richtung einen Aufruf an di Völker, damit sie in dieser schweren Zeit alles dasjenige tun, was ein Volk wahrhaft groß macht, daß sie mithelfen, die Besetzung des Ruhrgebietes. die nicht nur für das besetzte Gebiet moralisch und wirtschaftlich eine Katastrophe ist, aufzuheben, damit die Ruhe in der Welt wiederkehrt. Wir appellieren an das deutsche Volk, daß es bis an die äußerste Grenze seines Könnens geht, um seine Schulden abzuzahlen, damit das Vertrauen bei seinen Gegnern wiederkehre. Wir appellieren an das italienische Volk, daß es mit all der jungen Kraft, die ihm eigen ist, mitwirkt, die Streitigkeiten beizulegen. Wir appellieren an das englische Volk, damit es seine ganze Willenskraft und Ge sundheit einsetzt, um nach Billigkeit und Gerechtigkeit einen Ausweg aus all den Schwierigkeiten zu finden. Auch wenden wir uns an das amerikanische Volk, damit es hilft, das zu entwirren, was unentwirrbar scheint und daß es zum Heile Europas aus seiner Isolierung heraustritt. Weiter habern wir ein Manisest an die Mitglieder des Völkerbundes gerichtet, das lautet:„Im Vertrauen auf die wachsende Macht und im vollen Glauben, daß der Völkerbund auch einmal ein Bund aller Völker werden wird, richten wir an alle seine Mitglieder einen Aufruf, die Initiative zu ergreifen, um derartige Maßnahmen zu treffen, die zu einer friedlichen Lösung der Streitigkeiten zwi'schen Frankreich und Deutschland führen, damit die Ruhe in der Welt wiederkehre und der allgenreine Aufbau beginnen kann. Endlich haben die ho.lländischen Verbände ein Manifest an die Polen weist unterernährte Kinder aus Frankreichs Befehl. Posen, 19. Aug. An die Polizeibehörden ist von der polnischen Regierung die Verfügung eclassen worden, in den einzelnen Bezirken Erhebungen anzustellen, ob sich Kinder aus dem Ruhrgebiet zur Erholung in Polen aufhalten, mit der Beifügung, daß solche Kinder aus Polen auszuweisen sind. Die Verfügung, die allem Anschein nach auf französische Vorstellungen hin erlassen wurde, hat bereits die Ausweisung von zwei Kindern zur Folge gehabt. In Alttloster wurde dem zehnjährigen Sohn eines aus dem besetzten Gebiet vertriebenen Postbeamten und der zehnjährigen Tochter eines ebenfalls aus dii Ruhrgebiet vertriebenen Eisenbahnarbeiters, die bei Verwandten in Altkloster untergebracht waren, von Polizeibeamten der Ausweisungsbefehl überbracht. Die unterernährten Kinder, die auf dem Lande Ernährung finven sollten, wurden nach Deutschland abgeschoben. Schließung sämtlicher Buchdruckereien in Mitteldeutschland und Sachsen. Halle, 17. Aug. Die Zeitungsverleger von ganz Mitteldeutschland haben beschlossen, wegen der unerfüllbaren Tarifwochenlöhne von 36 Millionen Mark an der Spitze heute allen Buchdruckergehilfen zu kündigen und die Betriebe zu schließen. Es soll versucht werden, durch einen regionalen Tarif diese Krise zu überwinden. erlin, 17. Aug. Vor einiger Zeit legte auf dem neuen Friedhof Vogesendorf bei Mooch die Ortsgruppe der„Souvenir francaise" den Grundstein zu einem Denkmal zu Ehren des(wie es im Programm heißt) von den„Boches“ im Ruhrgebiet ermordeten jungen lothringischen Soldaten Schmidt. Dieser Soldat wurde seinerzeit in Essen erschossen, aber, wie sich vor dem Kriegsgericht herausgestellt, nicht von einem„Boche“, sondern von seinem eigenen Freunde, dem französischen Soldaten Mabiere. Begegnung Baldwins mit Poincaree. TUI. Paris, 19. Aug. Dem Londoner Korrespondent des„Echo de Paris“ zufolge wünscht Baldwin, mehr denn je. eine Aufrechterhaltung der Entente. Der Korrespondent glaubt die gleichzeitig aus zuverlässiger Quelle stammende Nachricht, daß Baldwin den lebhaften Wunsch habe anläßlich seines Aufenthalts in Frankreich, wohin er sich in den nächsten Tagen begeben wird, Poincaré zu sehen, annehmen zu dürfen. Zur Zeit werden bereits über die näheren Einzelheiten dieser Besprechung zwischen Paris und London Rücksprache gepflogen. Der Tanidrsverrater=Vörten enthüllt seine Kheinlandspläne. Der Landesverräter Dorten hal dem Berichterstatter des„Matin“ in Wiesbaden eine Unterredung gewährt, in der er mit schamloser Offenheit seine landesverräterischen Pläne entwickelt hat. Der„Matin“ gibt das Frage= und Antwortspiel wie folgt wieder: Frage: Was gedenken Sie im einzelnen zu tun? Antwort: Wir müssen den Verbündeten zunächst beweisen, daß wir ein Werk der Erfüllung und des Friedens im Ange haben. Wir wollen, daß Frantreich und Belgien die angesetzten Reparationen erhalten. Wir sind bereit, die Lasten zu übernehmen, die uns zufallen. Frage: Welche Pläne haben Sie? Antwort: Zunächst wollen wir die Emission einer rheinischen Währung erwirten. Ich möchte mich nicht in Einzelheiten über diesen Plan einlassen, da Berlin die Gelegenheit wahrnehmen würde, unsere Pläne zu sabotièren. das Reich die Rheinlande weiterhin terrorisiert denken wir daran, die Verbündeten um Hilfe zu bitten, derart, daß die offiziellen französischen und belgischen Banten die Emission garanieren. Ich glaube, daß die Franzosen und Belgier dabei sehr gut fahren werden, sobald erst einmal die ersten Schwierigkeiten dieses Unternehmens überwunden sein werden. Frage: Wie werden Sie das Wirtschaftsleben in Ordnung bringen? Antwort: Um gegen die augenblickliche Krise anzutämpfen, hatten wir es für wünschenswert, uns an der Venwaltung des Landes zu beteiligen. Wir beabsichtigen daher einen rheintändischen Wirtschaftsausschuß zu schaffen, um den Schwierigkeiten einer ständig heitler werdenden Unsere Steuern würden fortan nicht mehr nach Berlin zur Stärlung des passiven Widerstands geschictt werden: denn wie Sie vielleicht wissen, kommt dieses Geld nach den Rheinlanden in die Kassen der Ruhrhilfe zurück, und wird dazu verwandt. sowohl unsere Bevöllerung zu bestechen!), wir auch zur Vorbereitung der Revanche(1) rage: Und die Frage der Sicherungen? Antwort: Auch damit werden wir uns befassen: denn wir haben ein großes Interesse daran, einen künftigen Krieg zu vermeiden, wir wünschen lediglich mit Frankreich und Belgien eine dauernde freundliche Fühlungnahme herzustellen. Frage: Wenn Preußen aber einen Ueberfall im Rheinland wagen würde: Antwort: Das ist eine sehr beängstigend. Frage. Will Preutzen an den Rhein zurückkehren — die Antwort tann nicht ich, sondern Marschall Foch geben. Wir unsererseits müssen uns damit begnügen, aus dem Geiste unseres Volkes die Idee zu vertreiben, daß Preußen noch allmächtig ist und imstande, die Franzosen vom Rhein zu verjagen. Es handelt sich hierbei um das Ansehen Frank reichs am Rhein, und um diesen Gedanten münd lich tlar zu stellen, hatte ich meinen letzten Pari ser Aufenthalt drei Monate in die Länge gezogen. Und ein solcher Lump war einmal deutscher Staatsanwalt! Dorten findet Anklang bei den Kommunisten. TlI. Köln, 19. Aug. In einem Bericht des Kölner Vertreters der„Times“ vom 16. August folgendes zu lesen: Am letzten Sonntag fand in Vonn eine Separatistenversammlung statt, zu der der übliche Regiesonderzog 2—3000 Anhänger befördert hatte. Es war wenig Begeisterung zu spüren, ausgenommen bei den Kommunisten, die die Versammlung mit Resolutionen befrürmten, in den erklärt wird, daß eine rheinische Som Republik mit dem Anschluß an Moskau errichtet werden soll. Die Forderung der Vertriebenen. München, 20. August. Die Ausgewiesenen aus dem besetzten Gebiet hielten in München eine Massenversammlun ab und nahmen folgende Entschließung an: „Der aus der Bevölkerung der besetzten rheinischen Gebiere unmittelbar erwachsene passive Widerstand muß nachdrücklich unterstützt und fortgesetzte Ausklärung der Volksgenossen unbesetzten Gebiet gefördert werden. Die Eine Abschrift der franz. Antwort auf die engl. Note an Belgien. Griechenland energisch zurückweist, erklärt aber, daß die Frage als abgeschlossen betrachtet werden müsse. Der spanisch-französische Zollkonfikt. 2U. Madrid, 18. Aug. Die Presse##itt einstimmig für eine energische Haltung der Regierung gegen Frankreich in der Frage der Weinzölle ein und empfiehlt gegebenenfalls sogar einen Abbruch der Handetsbeziehungen. Ein neuer Bauernaufstand in Buchara und Fergnana. Tu. Konstantinoßel, 18. Aug. In den Provinzen Buchara und Fergnana ist, wie aus Odessa gemeldet wird, ein Bauernauf stanid gegen die Sowjetregierung ausgebrochen. Die Bewegung wird von einem früheren türkischen Osfizier Seliam Pascha geleite der an die gesamte mohamedanische Bevölterung Rußlands einen Aufruf erlassen hat, in dem er zum Zusammenschluß unter dem Banner Se liams und zur Ertlärung des heiligen Krieges gegen die Kommunisten zur Befreiung Bucharas, Schiras, Turtestan und Transtautasien auffordert Zur Zahlungseinstellung Hamburger Häuser. 900 Milliarden Verluste. Hamburg, 20. August. In der Angelegenheit der Zahlungseinstellung bei der Futtermittelfirma von Appen und Co., Hamburg, läßt sich ein klares Bild noch nicht gewinnen, da der Konkursvemral= ter noch mit der Sichtung des Materials beschäftigt ist. Die Zahlungseinstellung soll zurückzuführen sein auf Devisenhausse=Spekulationen der Firmr. Hinz kam, daß infolge der inzwischen erlassenen Devisennotverordnung die Eindeckung mit Devisen unmöglich wurde. Die Verbindlichteiten der Firma werden auf etwa 750 bis 900 Milliarden geschätzt. Neben Hamburger Firmen sollen besonders Breslauer Häuser in Mitleidenschaft gezogen sein. Die sein etwa zwei Jahren bestehende Firma besitzt ein Kapital von etwa zwei Millionen. Als Gläubiger kommen nach der Voss. Ztg. hauptsächlich Breslauer Firmen in Betracht, jedoch sollen sämtliche Hamburger Futtermittelimporteure beteiligt sein. aber diese Uebermittlung von Verfügungen weder als feindliche Handlung noch als Spionage aufgesaßt werden könnte. Es sprach daher den Angetlagten entgegen dem anf ein Jahr sechs Monate Gesängnis und zehn. Millionen Mark lautenden Strafantrag von der Antlage wegen Spionage frei verurteilte ihn aber wegen Ueberschreitung der Grenze. trotz Verkehrssperre, zu 100 Millionen Mark Geldstrafe. In der gleichen Sitzung wurde der Bahnhofsvorsteher Friedrichs aus Wengern wegen Ausführung eines Transports von Streitgeldern zu einem Jahr Gefängnis und 5 Millionen Mark Geldstrafe verurteilt. Wegen Gebrauchs von Personalausweisen mit gesälschtem Zirtulationsstempel, sowie wegen Ueberschreitens der Grenze des besetzten Gebiets trotz Verkehrssperre wurden gegen 17 verschiedene Angetlagte Geldsrafen bis zu 100 Millionen und Gefängnisstrafen bis zu drei Monaten verhängt. Die neue Währung und ihre Folgen. „Westf. Tagebl.“ entnehmen wir folgendes: Rücksicht auf etwa noch tommende Kursjetzt sagen. Dem„ Ohne schankungen kann durch im Freiheit de schmachtenden Bevölkerung zu chern, ist Grundbedingung jedes Daher fordern wir vor Aufgabe Widerstandes Wiedereinsetzung Verhandelns. des passiven der deutschen Zivilverwaltung, Aufbevung der Eisenbahnregie Freilassung aller Verurteilten und Verhafteten, Rückkehr aller Ausgewiesenen in die Heimat, Sicherung der amten und Arl Dienstentlassung der Landesverräter. Von der Regierung wird für die schwer bedrängten Beamten und Arbeiter des besenten Gevietes wirtschaftliche Stärtung in weitgehendstem Maße gefordert. Die Betreuung der Ausgewiesenen muß für alle Vernie eine vollkommen gleichmäßige sein.“ Bevölkerung, vor allem der Berbeiter vor neuen Maßregelungen, XII. Brüssel, 19. Aug. Eine Abschrift der französischen Antwort auf die englische Note wurde durch Sonderkurier dem hiesigen französischen Botschafter Herberte überbracht. Dieser wird die Note im Laufe des heutigen Tages Herrn Jaspar übergeben. Die belgische Note ist bereits ausgearbeitet. Man will aber wissen, daß die Brüsseler Regierung zur Zeit noch darüber nachdentt. oh an Hand der Reparationsziffer der englischen Regierung praktische Vorschläge aufgestellt werden können, die zu einer Verständigung zwischen Paris, London Brüssel und Rom führen. * England lehnt die Rückgabe Zyperns an Griechenland ab. TII. London, 19. Aug. Vorgestern abend wurde bekannt, daß Argo Unso, der Delegierte der Nationalversammlung von Zypern, hier 1n London wegen Rückgabe dieser Insel an Griechenland vorstellig geworden ist uind von der britischen Regierung eine durchaus negative Antwort erhal ten hat. Argo Unso in tief enttäuscht, daß England die Idee einer Wiedervereinigung mit Zur Verurteilungen. Witten, 20. August. Vor dem Militär=Polizeigericht hatte sich Landrat Hansmann aus Hörde zu verantworten. Ihm war vorgeworfen, Spionage getrieben und während der Verkehrssperre im Juli die Grenze des besetzten Gebietes ohne be. sondere Erlaubnis überschritten zu haben. Die Anklage erblickt die Spionageverhandlung darin, daß Landrat Hansmann Verfügungen uird insbesondere Fragehogen des Regierungspräsidenten in Arnsberg, betreffend die Besatzungstruppen, ihre Ausrüstung, Quartiere. Bewaffnung. Telefunkenstationen und dergleichen an die Gemeinden seines Kreises weiter gegeben habe. Der Angeklagte verwahrt sich dagegen, in irgend einer Form Spionage betrieben zu haben, gab jedoch zu, die fraglichen Schriftstücke weitergegeben zu haben. Das Gericht schloß sich den Ausführungen des Verteidigers, Rechtsanwalts Dr. Boß. Dortmund, an, der darlegte, daß der Angeklagte als Vermitt lungsstelle zwischen seinem Vorgesetzten, dem Regierungspräsidenten, und den ihm unterstellten man schon en sagen, daß die Nart als Währung erledigt ist. Die Zeit ist demnächst endgültig vorbei, in der der Staat durch Notendruckerei Enteignungspolitik größten Stils betreihen und dardurch weite Schichten der Verelendung preisgeben konnte. Jedermann weigert sich schon jetzt wertvolle Sachgüter einzutmischen gegen wertloses Papiergeld. Wertbeständige Steuern und Tarife, Auflegung der Goldanleihe usw. sollen den Uevergang zur neuen Währung bilden und vorbereiten. Wie diese aussehen wird, ist im Einzelnen nicht zu erkennen. Es ist aber schon jetzt darauf hinzuweisen, daß die neue Währung ausgehen muß von einer gesunden Wirtschaftspolitik Finanzielle Maßnahmen können gute technische Hilfsmittel darstellen, wenn eine Währung auf gesunder Grundlage beruht. Diese Grundlage muß aber durch die Wirtschaft geschaffen werden: Wirtschaft und Währung hängen untrennbar zusammen; eine gesunde Wirtschaft kann eine gesunde Währung erzeugen, niemals aber eine totkranke Wirtschaft eine stabile Währung. Die Währungspolitik der nächsten Zukunft muß also Wirtschaftspolitik und nicht Finanzvolitik sein. Die Zeiten des wirtschaftlichen Sozialismus(auch einer solchen abgeschwächter Art) dürfen auf keinen Fall mehr wiederkommen. Die nächste Folge der neuen Währung wird eine Anpassung der deutschen Inlandspreise an die Weltmarktpreise sein. Bisher lagen sie beträchtlich unter ihnen; von einer eigentlichen „Teuerung“ von der soviel gesprochen wird; konnte nicht die Rede sein; sonst wäre der Ausverkauf deutschen Wirtschaft durch das Ausland niemarls möglich gewesen. Weltmarktpreise und Friedenspreise sind jedoch nicht gleichbedeutend. Vielmehr liegen die Weltmarktpreise durchschnittlich 50—60 Prozent über den Friedenspreisen. D# Großhandelsinder belief sich(wenn man 1913 un nd in 100 setzt) in England im Juni auf 113 den Vereinigten Staaten auf 139.2; im Januar stand er dort sogar auf 177,6. Wewisse unentbehrliche Rohstoffe sind noch weit über den Durchschnittinder hinaus gestiegen. So z. B. kostete in England die Förderkohle, deren Preis im Januar 1913 sich noch auf 10—11 Schilling belief, im Juni 22 Schilling. Der Inder für Kolonialwaren und Genußmittel bbetrug im Mai sogar 215, der Bekleidungsinder der Vereinigten Staaten belief sich zu derselben Zeit auf 198. Unter Berücksichtigung dieses Umstandes ist damit zu rechnen, daß die deutschen Inlandspreise über den jetzigen Stand um ein Beträchtliches hinausgehen werden. Das Forfthaus im Teufelsgrund. Detektiv=Roman von F. Eduard Pflüger. (Nachdruck verboten.) nich nicht sofort erkannte, so hat man nachüber meine Person erhalten. Man wein daß ie; kenne und entzieht mir die Geheimschrift, richtigen Faden für die Entdeckung Ihrer Verfolger in der Hand hätte. Man weiß auch, daß ich über die anderen Klubs einmermaßen informiert bin...“ „So handelt jeder Kiub für sich, ohne die Zentrale zu beuon ion g Nchenbach, es gibt keine Zentrale. In der anarchistischen Weltanschauung wird alles verdammt, was mit dem Gedanken eines Oberhauptes, einer Regierung zusammenhängt. Auch in ihrer Partei gibt es keine Regierung, nur gleichberechtigte Mitglieder. Jede Gruppe handelt für sich allein, jeder ist selbst Partei oder Haupt, kurz, es gibt keine Unterordnung und keine „Tas finde ich doch sehr gut für die menschliche Gesellschaft,; warf der Staatsanwalt ein. „Da haben Sie ganz recht, denn wenn diese Partei unter der Leitung eines kräftigen gewaltigen Geistes stände, so würde sie wahrscheinlich alle dunklen Elemente des Menschengeschlechtes unter diesem Szepter vereinigen und mit der Begeisterung für ihr Oberhaupt gingen auch ihre Taten Hand in Hand. Daß sie sich zersplittern, nimmt ihnen die große Gefahr.“ „Ader warum warnen sie ihre Opser vorher? as ist ein Zug von Großmut. Sie wollen keine gemeinen Mörder sein, sondern die Richter und Rächer der verfaulten menschlichen Gesellschaft, wie sie sagen. Darum stellen sie jedem ihrer Opfer das Todesurteil zu. Er soll nicht ohne Wissen und ohne Kampf zu Grunde gehen, denn sie sehen selbst in ihm, dem Tyrannensnecht oder dem Tyrannen selbst, das gleichberechtigte Menschenkind. Und wenn sie den Kampf aller gegen alle predigen, so bleibt es immer ein Kampf, der bewußt von beiden Seiten gesührt werden soll.“.. „Wuzu dunn aber die Geheimschrift?“ a 16 „Meier Tteund, weil dieser Zug von Edelmut eine Maske. weil diete gattvergessenen Verbrecher eben doch nur Verbrecher dar warnen sie ihr Opser, aber in der Tat warnen sie es nicht, denn so leicht kann man ihre Geheimschriften nicht entzukern. Es ist eine nichtswürdige, kaltherzige Mörderbande, die ihre Onfer menchlerisch übersällt und nur aus politischer Phrase die sogenannte Warnung absendet.“ „Und hat der Polizeirat Rumpf die Warnung seiner Gegner „Ter uuglückliche Mann war eine starke Natur, einer von jenen Geistern der alten Schule, die den Begriff Furcht aus ihrem Lexikon gestrichen haben. Er trotzte der Warnung und er fiel diesem Trotz zum Opfer, zwei Schritte vor seiner Haustür. Vorsicht, mein lieber Rechenbach, ist der beste Teil der Tapferten. „Mir wird ordentlich unheimlich zu Mute bei dem Gedanken, daß ich eine so überlegene Gegnerschaft zu bekämpfen grund heißt das stille Tal und zufällig ist dort ein Häuschen zu verkaufen, weil die Familie ausgestorben ist. Dies Häuschen laufen Sie und leben dort „Dies Leben ist so gut wie Tod.“ „Nein, nein, Sie finden dort eine ganz nette Gesellschaft, den Förster am Ort, ein paar andere aus der Umgegend, eine halbe Stunde ab den Obersörster des Bezirkes, den Direktor der Hütte, den Besitzer, einige Beamte und einen alten Pensionär.“ Sie kennen den Ort wohl ganz genau?“ „Ja, ich habe einmal als ein Förster erschossen wurde, und kein Mensch eine Ahnung hatte, wer der mörderische Wilddieb gewesen sei, längere Zeit zur Untersuchung des Falles dort zugebracht. Der Wilddieb und der Mörder in einer Person war die sehr resolute Frau eines Arbeiters... Seit jenen Tagen habe ich das Fleckchen Erde im Auge behalten und es für mich ausgesucht, falls ich mich einmal den Nachforschungen eines überdort aufspüren?“ habe. Da wird man ja seines Lebens überdrüssig, venn wenn legenen Gegners zu entziehen wünsche.“ wir wirtlich den ersten Schlag abwenden, wird ein anderer zu1=9“ Aber werden sie mich nicht auch anderer Zeit fallen.“... Sie müssen eben vollständig verse Tas ist schon möglich.“ Staatsanwalt Rechenbach mehr geben. Sie müsse a4010 was sott sch vu.: Sig...„5an kgnn ändern, Ihren Beruf verleugnen. Ein anderes Mittel zu Ihr sicht auswpuren kann.„ Rettung kenne ich nicht. So lange Sie hier sind, wird Sie Kluge „Aber ich muß doch leben, muß mein Brot verdienen.“ schützen, und Sie müssen so lange hier bleiben, bis der erst Wenn Sie Ihr Brot in der Großstadt verdienen wollen, Streich gegen Sie geführt ist. Von dem Augenblick den Sie eten nicht leben denn man wird doch einen unbe Sie verschwinden, denn von da an beginnt unsere ernsthafte in diesem Augenblick kamen Gurisch und Kluge zurück und itschwert stand auf, sich zu verabschieden. „Für die nächsten Tage muß ich meinen getreuen Mitarbeiter noch für mich haben, da wir erst die Untersuchung in meinem Hause zu beendigen haben. Von dann ab, lieber Gurisch, sind Sie Ihres Huteramtes entbunden und wir werden mit Freuden auf Ihre tätige Mitwirkung in dem gesihrlichen Kamrse, den wir zu führen haben, rechnen... Adieu, meine Herren, lommen Sie, Kluge, an die Arbeit.“ werden Sie eden nicht nben, Wdenn man wilh Vonhren, iaaag! Eir pe wachten Moment finden, das Todesurteil, das über Sie gesproche: Arheit scheint, zu vollziehen... Aber ich denke, Sie haben ein kleines Vermögen von Ihrer Mutter ererbt?“.. g.gam eines Breitsch „Ja freilich, das reicht jedoch kaum hin, das Leben eines Proletariers zu führen, einschließlich der kleinen Pension, die mir als jungem Beamten zufallen würde." „Da kann ich Ihnen eben nur raten, das Leben eines Proletariers zu führen, denn besser schlecht leben, als gar nicht leben. Unler mis gesagt, ich habe schon für Sie gesorgt. Ich lenne eine Gegend unseres schönen Vaterlandes, ties im Waldgebirge, wo sich um ein kleines Eisenwalzwerk einige zwanzig Arbeiterhäuser grupvieren. Jeder Arbeiter ist dort Grundbesitzer und seine stelle erbt sich vom Vater auf den Sohn weiter. Kein fremder Arbeiter findet in der Eisenhütte Beschäftigung, er findet nicht einmal Wohnung, denn die fünfzig oder sechzig Arbeiter## sch solidarisch und lassen keinen Tremdling derein Der Teufels(Fortsetzung folgt.) Per Goldmarkpreise bedingen natürlich Goldmarklöhne, diese aber witderum Goldmartleistung. Von dieser Goldmarkleistung tann sich— das ist der lohnpolitische Sinn der Golomartwährung kein Stand befreien, wenn er nicht seine Ansprüch: an die Lebenshaltung auf das primitivste Maß herabdrücken will. Bevorzugung einzelner Schichten der Bevölserung, die der Staai durch Zuwendung von nicht verdientem Papiergeld bisher gewähren konnte, werden hinfort nicht mehr möglich sein, da die ehrlichte Goldrechnung den anderen Volksschichten sofort von der ihnen drohenden Venachteil gung Kenntnis geben und sie zu entsprechenden Gegenmaßnahmen veranlassen wird. Schon a diesem Grunde wird die Einführung der neuen Währung gleichbedentend sein mit dem Beginn größerer, innerer Erschütterungen, die dann noch besonders groß werden müssen, wenn die neue Währung die innere Brüchigkeit vieller Betriche klar erweisen und dadurch BeschäftigungsArbeitslosigkeit größten Umfanges auslösen wird. Die kommende Krise kann nur dadurch überwunden werden, daß jedermann— sei es Unternehmer, sei es Arbeiter— seine Ansprüche auf das bbescheidenste Maß herabmindert. Die neue Wlihrung muß eine Währung schwerster Opfer für alle sein; wenn sie das nicht ist, nard auch sie den Weg der Mart gehen. Aus Stadt und Land. Schwerte, 20. August 1923. Erinnerungen. Der Dichter Martin Opitz gestorden. Der Philosoph F. W. J. Schelling gest. Der Dichter Heinr. Bluthaupt gest. Der Maler Emil Doepler d. Aeltere gest. Die Deutschen rücken in Brüssel ein. Italien erklärt der Türkei den Krieg. * Die Macht des Einzelnen. Wir können nicht alle ganze Menschen sein, starke Menschen. Es wird immer Führer und Geführte geben. Und doch soll man ja nicht glau ben, daß die Macht des Einzelnen unter den Geführten verschwinde gegenüber der Macht des Einzelnen unter den Führern. Nichts ist ansteckend als das Beispiel, und erst dadurch, daß der Einzelne Anhänger findet, gelangt er überhaupt Macht und Einfluß. Hauptsache bleibt, daß die Geführten nicht Verführte werden, daß der Einzelne nicht blindlings glaubt und gehorcht, sondern, wenn er schon nicht andere zum Besseren führen kann, sich selbn führen lernt! Wenn das mehr beachtet würde, unterbliebe viel Trauriges in Menschenleben— und im Leben der Völker! Die Macht des Einzelnen ist gewaltig, auch wenn nicht hervotritt; er bleibt ein Teil des Ganzen. dessen Gedeihen auch von ihm abhängt. Bilder vom Tage sind wieder eingetroffen und bei der Buchhandlung Carl Braus ausgestellt. * Gutscheine. Wir verweisen auch an dieser Stelle auf das in heutiger Nummer befindliInserat der Fa. Andernach u. Bleck. Halden a. d. Lenne, und ersuchen die Geschäftswelt, diese Gutscheine in Zahlung zu nehmen. Aus der kathol. Gemeinde. Um mit der ra senden Geldentwertung einigermaßen Schritt zu halten, hat die Friedhofskommission der kathol. Gemeinde in einer gestern abgehaltenen Sitzung die Preise für Grabstätten neu geregelt und zwar wurde der jetzigen Preisbemessung ein mitt lerer Stundenlohn zu grunde gelegt. Danich müssen vi auf weiteres gezahlt werden: Für Erbgruften 370 000 M pro Gruft, für ein Reihengrab (Erwachsene) 130000 Ms. Kindergrab 80000 fl. Die neuen Preise treten sofort in Kraft. Der Friedensgesellschaft Ortsgr. Schwerte ist es gelungen, den Prinzen Mar von Sach sen(Bruder des letzten sächsischen Königs), den bekannten kathol. Priester und Universitätsprofessor zu Freiburg, für einen Vortrag zu gewinnen. Derselbe spricht am kommenden Donnerstag abend 7½ Uhr im Kösterschen Saale über„Krieg dem Hasse— Krieg dem Kriege“. Wir zeifeln nicht, daß sich der Vortrag eines überaus zahlreichen Besuches zu erfreuen hat. )1 Volksernährung. Der Herr Reichskanzler hat erneut darauf hingewiesen, daß der heldenhafte Widerstand an Rhein= und Ruhr einer entsprechenden Unterstützung im unvesetzten Gebiet bedarf, und daß insbesondere alle dort nicht nur für das besetzte Gebiet, sondern für das gesamte Reich gebrachten Opfer vergeblich wären, wenn Unruhen, sei es auch nur zunächst solche örtlicher Art, die Gefahr bringen, und zum= mindesten den Anschein erwecken würden, daß aus dem deutschen Volke selbst der Zusammenbruch seines Staates komme Mit den wichtigsten Aufgaben bei der Beruhigung der Bevölterung liegen auf dem Gebiete der Volksernährung. Immer wieder muß darauf hingewiesen werden, wie dringend not wendig es ist. möglichst viele Nahrungsmittel zu erzeugen und dem Verbrauche der Allgemeinheit zuzuführen. Zu diesem Ziele ist, ungeacbtet der sich aus einer Annäherung an die Weltmarkt preise ergebenden Schwierigkeiten der Abbau der Reste der Zangswirtschaft in Angriff genommen. Die immer nachdrücklicher hervortretenden Forderungen einer Neuordnung der Verteilung des Eigentums und der Nutzungen an Grund und Boden im Sinne einer Förderung der Erzeugung geben den Nutzungsberechtigten der landwirstchaftlichen Grundstücke vermehrten Anlaß, die Leistungsfähigkeit ihrer Betriebsart nanzuweisen. Uebertriebenen Preisforderungen muß in jeder möglichen Weise entgegengetreten werden. Dabei mache ich darauf aufmerksam, daß nach§ 1 Abs. 1 Nr. 1 der Verordnung gegen Preistreiberei vom 8. Mai 1918(Reichsgesetzbl. Nr. 595 auch das An bieten übermäßiger Preise staribar sein kann. Durch§ 11 des von dem Reichsrate bereits in Lesung beratenen neuen Entiurfs einer Preistreiberei=Verordnung wird die Strafbarkeit noch deutlicher festgestellt. In einer Zeit, in der zahlreiche Volksgenossen Mangel selbst an den notwendigsten Lebensmit teln leiden, muß jede Völlerei umso mehr Anstof; erregen. Durch polizeiliche Maßnahmen allern kann hier nicht ausreichend geholfen werden. Es ist geboten, daß in der Bevölterung selbst die Ueberzeugung von der Unsittlichkeit eines solchen Verhaltens deutlich zum Ausdruck kommt. Die Zuführng von wohlfeilen Nahrungsmitteln an die Minderbemittelten gewinnt immer größe re Bodeutung, je mehr die Not steigt. Im übrigen ist es unerläßlich, die Bevölkerung darüber aufzuklären, inwieweit die Entwertung unserer Wäbrung auf die Preise der Lebensmit tel einwirkt, damit den Erzeugern und Verkäufern nicht unbegründete Vorwürfe erwachsen, die der Versorgng der Bevölkerung nur abträglich sein können und zu einer gefährlichen Verhetzung führen können. Die Reichsregierung hat bereits auf dem Gebiete des Lohn= und Gehaltswesens Matznahmen getroffen, damit die Entwertung der Mark rascher und zuverlässiger als bisher in den Bezügen gefolgt wird. Das gleiche ist für soziale Bezüge geschehen. Die Schwierigkeiten, die heute bei der Versorgung mit Katoffeln bestehen, beruhen fast ausschließlich auf der durch die abnormen Witterungsverhältnisse herbeigeführten Verzögerung der Ernte der Frühkartofseln. Auch nach den günstigsten Erntejahren sind zu der jetzigen Zeit kaum noch Bestände an alten Kartoffeln vorhanden gewesen, da ihre Haltbarkeit nur noch eine geringe sein tann. Soweit noch Vorräte vorhanden sind, ist alles Mögliche geschehen, um sie den Bezirken des dringendsten Bedarfs zuzuführen. Nach Mitteilung der Handelskammer zu Dortmund hat der Justizminister durch Erlaß vom Juli 1923 den Fabrikbesitzer Josef Tilmann in Dortmund zum Handelsgerichtsrat mit der Amts dauer vom 1. Oktoher 1923 bis 1. Oktober 1926 wiederernannt. Milch und Milcherzeugnisse. Von maßgebender Stelle wird uns mitgeteilt: In Milcherzeuger=Molkerei und Händlerkreisen ist vielfach die Auffassung verbreitet, daß nach dem 15. Mai 1923 die Sicherstellung der bisherigen Milchlie##### beziebungen durch den Oberpräsidenten auf Grund des§ 5 Absatz 2 der Verordnung über den Ver kehr mit Milch vom 30. April 1921 beziehungsweise vom 22. Juli 1921 nicht mehr zulässig sei. Demgegenüber sei darauf hinzuweisen, daß durch die Verordnung zur Abänderung der Verordnung über den Verkehr mit Milch vom 9. Mai 1923(R. G. Bl. S. 292/ die Befugnis bis zum 15. Mai 1924 verlängert worden ist. Hiernach dürfen Molkereien und alle kubhaltenden Betrieve. welche an Sammelstellen jeder Art und an son sige Betriebe Milch für den Frischmilchverkehr geliefert haben. Verträge über lausende Lieferungen von Kuhmilch nach einem anderen als ihrem dis berigen Empfangsort nur abschließen, nachdemsi ihren bisherigen Abnehmer von dem beabsichtigten Lieferungsvertrage Kenntnis gegeben haben und dieser den Abschluß eines Vertrages zu entsprechenden Bedingungen abgelehnt oder eine Erklärung binnen zwei Wochen nach Kenntnis der Vertragsbedingungen nicht abgegeben hat. Die Nichtbeobachtung dieser Vorschrift zieht strenge Bestrafung gemäß§ 10 Ziffer u. a. o. nach sich Die bestimmungswidrig verwandte Milch oder die daraus hergestellten Erzeugnisse unterliegen der Beschlagnahme zum Zwecke der Einziehung. Weigert sich nun eine Molkerei oder ein kubhaltender Betrieb mit einem in seinem bisherigen Empsangsort absatzberechtigten Empfänger zu einem der Marktlage entsprechenden Preise einen Lieferungsvertrag über eine dder bisherigen Lieferung enntsprechende Menge abzuschließen, so kann der Oberpräsident anordnen, daß die betreffende Milch für die Zeit bis 15. Mai 1924 zu einem von einem Schiedsgercht zu bestmmenden Preise an den lisherigen Empfangsort weiter geliefert wird; er kann ferner die zur Durchführung seiner Anond. nung erforderlichen Maßnahmen treifen, insbesondere auch verlangen, daß z. B. die bisher bei der Milchlieferung benutzten Molkerci= usw. Einrichtungen ihm zur Verfügung gestellt werden. Ferner können Molkereien= und Geschäfte, deren Unternehmer oder Leiter sich in Befolgung der Pflichten, die ihnen durch obige Verordnung oder die auf Grund dieser Verordnung ergangenen Bestimmungen auferlegt sind, als un zuverlässig erweisen, geschlassen oder durch Beauftragte geführt werden. Außerdem kann gemäß§ 1 der Verordnung über den Handel mit Lobens= und Futtermitteln vom 10. Februar 1923 die etwa erteitte Großhandelserlaubnis wegen Unzuverlässigkeit entzogen werden. ** Miete für möblierte Zimmer.(Reichsamt lich.) Der Reichsminister sendet folgende Erläu terung: Bei der Vermietung möblierter Zimmer werden vielfach Mieten gefordert, die die gesetzliche Untermiete weit übersteigen und als wucherische Ausbeutung der Untermieter anzusehen sind. In der heutigen Zeit, in der die Wohnungsnoi zahlreiche Personen, vor allem auch die jungverheiratelen Ehepaare, zwingt, jahrelang ohne eigene Wohnung in möblierten Zimmern zu wohneu, hat die Untermiete eine besondere Bedentung. Es ist daher durchaus verwerflich, wenn bei Untervermieterverhältnissen Mieten verlangt werden, die wirtschaftlich nicht gerechtfertigt sind und die viele auf Untermiete angewiesene Personen nicht mehr zahlen können. Diese Zustände haben zu zahlreichen Presseerörterungen und zu einer berechtigten Mißstimmung in der Oeffentlichteit geführt. Bei der gegenwärtigen politischen Läge scheini es mir daher unbedingt erforderlich, auch gegen diese Art des Wuchers vorzugehen. Ich würde es für sehr wünschenswert halten, wen die Gemeindebehörden von kori aus auf die bereits bestehenden Möglichtenen zur Betämriung des Wuchers mit möblierten Zimmern hingewiesen würden. Besonders wichtig ersche# es innir auch, daß die Gemeinden auf Grund von Abf. 2 der preußischen Ausführungsverordnun zum Reichsmierengesetz„Zu§ 1 Abs. der Mier trägen über möblierte Räume anordnen, daß der Vermieter Vereinbarungen über die Höhe des Mietzinses, falls eine andere als die gesetzliche Miete zu zahlen ist, der Gemeindebehörde anzuze gen hat. Besteht die Vorschrift, so ist die Gemeindebehörde in der Lage, den Mierzins durch das Mieteinigungsamt nachzuprüfen und bei schwerer Unbilligkeit herabsetzen zu lassen. Ich wäre dank bar. wenn die Gemeinden vor allem auch auf diesen Gesichtspunkt aufmertsam gemacht werden und bitte, baldigst zu meiner Anregung Stellung zu schmen.„ Inkrafttreten der neuen Postgevuhren. Die Erhöhung der Telegramm= und Fernsprechgevühren, die, wie gemeldet, zunächst eine Verzwanzigfachung der bisherigen Sätze beträgt, erfolgt am 20. ds. Mts. Die entsprechende Erhöhung der Portosätze erfolgt erst zum 24. ds. Mts., da vorher die nötigen Markenvorräte bereitgestellt werden dürften, da neue Werte bereits in Druck gegeben sind Goldmarkbanderole. Das bayerische Handelsministerium hat dem bauerischen Tabatgewerbe die Mitteilung gemacht, daß das Reichefinanzministerium die Nachbesteuerung für Tabik grundsätzlich fallen lassen wird und dafür eine Goldbanderole, basierend auf dem Goldpfennige, zur Einführung kommen lassen wird. * Ministerialerlaß gegen die Auslandsbettelei. In einem Runderlaß weist der preußische Staatskommissar für die Regelung der Wohlfahrtspflege auf die ernste Gefahr hin, die dem nationalen Anseben aus der immer mehr überhand nehmenden deuschen Sammeltätigkeit im Auslande ermachse. Die hemmungslose Anrufung der ausleindischen Wohltätigkeit werde vielfach in deutschfreundlichen und sogar in auslandsdeutschen Kreisen als lästige Bettelei empfunden, um so mehr, als viele dieser Bittgesuche einen bedauerlichen Mangel an Takt und Empfinden für die nationale Würde verraten. Der preußische Staatskommissar weist alle amtlichen Stellen auf die Notwendigkeit hin, diesem Mißstand entgegenzuwerten. Er macht gleichzeitig darauf aufmerksan daß es nach einer unverändert, in Kraft geblie####nen Bundesratsverordnung vom 13. Februar 1917 zu joder vom preußischen Staatsgebiet aus dem Auslande betriebenen öffentlichen Sammlung ner Genehmigung bedarf. ** 338 Verordnungen und Gesetze in einem hal ben Jahre sind allein im ersten Teil des Reichsgeserblattes in der ersen Hälfte dieses Jahres enthalten. Gesetze betreffen u. a. das Rubegehalt des Reichspräsidenten, die Reichsabgabenordnung, den Wein, die Ersatzmünzen, die Kleinrentner, den Postscheckverkehr, die Erwerbslosen, die Dollarschatzanweisungen, die standesamtlichen Gebühren, die Geldentwertung auf den verschiedensten Gebieten, die Kaufmannsgerichte, die Entlastung der Gerichte, die Tabaksteuer, die Dienstgeldstrafen, das Strafgesetz, den Mieterschutz, wertbeständige Hypotheken. den Lohn der Heimarbeiter usw. Aus den Provinzen. Sölde. In der Nacht vom 16. zum 17. August wurde bei dem Wirt Ludwig Fromme hierselbst, ein schwerer Einbruchsdiebstahl ausgeführt und von den Dieben 8 Phönir=Nähmaschinen die z. T. aus hell und mittel Eiche. 3, T. einfach und versenwbar sind, gestohlen. Die Nähmaschinen führen die Nummern 1032827, 1032828, 1032829, 10328,0, 1032761, 1032762, 1032763, 1032770 und haben alle Schwingschiff. Ferner ein Notorfahrrad Marke E. M. A. mit DaW=Motor, der die Nummer 315 39830 führt. Das Motorrad ist braun gestrichen. Alle Maschinen sind neu. Die Sachen sind Eigentum des Kaufmanns Ewald Erger in Hörde. Die Sachen lagerten infolge der Sperre bei Fromme. Ferner wurden noch 60 Mille Zigaretten, die die Bezeichnung Borer und Toska tragen, mitgestohlen. Diese gehören zum Teil der Wirteeinkaufsgenossenschaft in Hörde, zum Teil war die Ware beschlagnahmte Ware. Auf die Ermittelung der Täter ist von dem Geschädigten Erger eine Belohnung von 50 bis 100 Millionen Mark ausgesetzt und wird gebeten. sachdienliche Mitteilungen über die Diebe und den Ort wo sich die gestohlenen Waren befinden an E. Erger in Hörde, Ludwig Fromme in Sölde und an alle Polizeibehörden und deren Organe zu richten, wobei Verschwiegenheit zugesichert wird. Iserlohn. Die Westd. Volksztg. schreibt: In den letzten Tagen sind in zwei Orten, die ihre Al Misser ohne einwandfreie Kiärung, in die Ruhr einleiten, größere Typhusepidemien ausgebrochen. Es ist anzunehmen, daß die Ruhr auf weite Strekten bereits mit Typhuskeimen verseucht ist. Vor Baden und Waschen in der Ruhr seitene lder Bevölterung wird deshalb eindringlichst gewarnt. Hörde. Um der noch immer andauernden Knappheit an Zahlungsmitteln abzuhelfen, werden jetzt Reichsbank=Norgeldscheine über je 1 Million Mart herausgegeben. Die Geldscheine werden an allen Kassen der Deutschen Reichsbant wie gesetzliche Zahlungsmittel angenommen und bis um 31. Ottober 1923 eingelbst. Auch die Reichsbautanstalten sind vom Reichsbantdirettorium ermächtigt. die Scheine als Zahlungmittel anzunehmen. Dortmund. Eine heitere Spitzbubengeschichte hat sich vor einigen Tagen im nöndlichen Stadtteile zugetragen. Zwei Vertreter der Langsingerzunst harten einem Händler eine ansehnliche Menge Vutter und Margarine gestohlen und die Beute, wie öfter in solchen Fällen, an eine ihnen als Abnehmerin betannte Frau verkauft. Als diese am andern Morgen von der zu mäßigem Preise erworbenen Ware etwas zum Haushalt nehmen wollte, mußte sie die Entdeckung machen. daß nichts mehr davon vorhanden war. Die beiden Lieferanten hatten es für vorteilhaft gefunden, die vertaufte Vutter und Margarine während der Nacht wieder abzuholen, um sie noch einmal zu verkaufen, wobei sie aber abgefaßt wurden. Hamm. Einem Schneidermeister der Nordenvorstadt wurde abends aus seiner Werkstatt heraus in einem unbewachten Augenblick ein in Arbeit befindlicher Anzug gestohlen. Der Wert beträgt erwa 10 Millionen 12 Mark.— Ein Landarbeiter der Nordenvorstadt hatte am Samstag seinen Rock während der Arbeitszeit auf einen Zaun gehängt. Daraus wurde ihm, auscheinend von jugendlichen Burschen, eine Brieftasche mit zwei Millionen Mark Inhalt entwendet. Bielefeld. Blühender Preiswahninn! Unter dem Schutz der grünen Polizei wurden Freitag morgen auf dem Wochenmarkt ein geringes Quantum„holländische Frühtartoffeln“ für 75000 M das Pfund verhöckern. Jode Kartoffel ist damit zu einem Sachwert erhoben, der früher die Eristenz einer achtköpfigen Fumilie für ein Jahr sicherstellte. Münster. Dir Lebensmittelversorgung Westfalens. Im Oberpräsidium zu Münster hat dieser Tage eine Konferenz der Regierungspräsidenten und mehrerer Fachleute stattgefunden, die sich mit der Beschaffung von Lebensmitteln und der Dectung des Geldvedarfs beschäftigte. Es herrschte darüver Uevereinstimmung, daß die erforderlichen Geldmittel für die Kommunal= verwaltung zum Ankauf von Levensmitteln sofort zu beschaffen sind. Die von der Reichsregievung in Aussicht gestellten Mittel werden voraussichtlich ausreichen, um über die augenblickliche Not hinwegzutommen. Ein Regierungsvertreter ist nach Berlin entsandt worden, um zu veranlassen, daß jede erdenkliche Hilfe ohne jede Verzögerung eintritt, damit die leidende Bevölkerung in die Lage versetzt wird, das zum Lebensunterhalt Notwendige einzukanfen. Es besteht alle Hoffnung, daß die Bevölterung von Westfalen in der Stunde der höchsten Not durch die zuständigen Reichsstellen geholfen wird. Bochum. Unglücklicher Schuß. Am Samstag abend sand auf der hiesigen Kleintierfarm eine gesellige Zusammenkunft der Mitglieder und deren Famlien statt. Eine Anzahl jugendlicher Burschen, die offenbar bereits unter Alkohol standen, suchten diese Zusammenkunft zu stören, indem sie sich Zutritt in die geschlossene Gesellschaft erzwingen wollten. Nachdem sie unter Himeis auf den Cbarakter der Veranstaltung zurückgewiesen worden waren, entfernten sie sich zunächst, kamen aber tald wieder, um ihre Absicht mit größerem Nachdruck auszuführen. Hierbei wonitrn sie gegen den Wächter tätlich und dieser griff. nachdem er einen Schlag mit einem Stock erhalten hatte, mit seiner linken Hand in die Rocktasche, um seine Schutziraffe herauszuholen und zu zeigen. Hierbei ging der erste Schuß los und traf einen der Ruhestörer. Anton Blömeke aus Haitingen, in die Brust. an welcher Verletzung er bald darauf verstarb. Der unglückliche Täter stellte sich selbst der Polizei. Bochum. Mißglückter Ueberfall. Hier creignete sich folgender Vorfall: Ein Knabe von 13 Jahren ging mit seiner elfjährigen Schwester nach dem Friedhof an der Blumenstraße, um das Grab der Großmutter zu besuchen. Danach wollten sie noch das Grab einer schon lange verstorbenen Verwandten aufsuchen.: Zu diesem Zwecke verließ der Knabe für kurz: Zeit seine Schwester, um die Felder zu zählen und die Lage des Grabes festzustellen. Als er außer Sehweite war, sah das Mädben zwei Männer auf sich zukommen. Einer sprang hinter ein Gesträuch, der zweite nackte das Mädchen u. wollte es mitschleppen. Das kind war so erschrocken, daß ihm die Stimme zum lauten Schreien versagte. Mit aller Kraft suchte es sich zu befreien, was ihm auch gelang. Da sah es von weitem einen Leichenzug kommen. Das wird auch wohl der Grund gewesen sein, weshalb der Unhold sein Opfer losließ und mit seinem Genossen das Weite suchte. 4 Schwerte, 19. August. Die Freitag=Sitzung des hiesigen Schöffengerichts leitete Herr Amtsgerichtsrat Dr. Alffer während als Schöffen die Herren Overmeister Karl Möller von hier und Sattler Hermann Kleinhaus=Geisecke tätig waren. Der bereits zweimal wegen Eigentumsvergehens vorbestrafte Arbeiter Wilbelm Kiecker von hier betrat als erster die Antlagebank. Derselbe ist beschuldigt, am Sonntag. 26. Mai aus der Kantine Hente im„Grüntal“, wo er früher ge wohnt hat, eine wollene Schlafdecke gestohlen zu haben. K., der zugibt, an dem betr. Tage in der Kantine gewesen zu sein. angeblich, um von einem Arbeitskollegen einen diesem geliehenen Geldbetrag zurückzuholen, leugnet hartnäckig, während ein als Zeuge vernommener Arbeiter Bähr unter seinem Eide angibt, gesehen zu haben, wie K. die Decke von einem Bette genommen und damit herausgegangen sei. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Gefängnisstrafe von 100 Tagen. welche durch Zahlung einer Geldbuße von 10 Millionen A als verbüßt erachtet werden. K. will gegen das Urteil Berufung einlegen. Wegen Mangel an Beweisen mußte der Arbeiter Paul Lueg aus Ergste von der Anklage der Teilnahme an einem Diebstahl freigesprochen worden. Es handelt sich um einen Margarinedietstahl, der vor einiger Zeit von einigen Freunden des Angeklagten ausgeführt wurde und die dieserhalb auch schon abgeurteilt sind. Trotz des dringenden Verdachtes, daß L. seine Freunde auf die gute Gelegenheit, billig an Margarine zu kommen, aufmerksam gemacht hat, mußte das Gericht auf Freispruch erkennen. Landstreicherei, Bettel und Führung falscher Papiere wird dem aus der Haft vorgeführten landwirtschaftlichen Arbeiter Heinr. Legardt zur Last gelegt. In Gesellschaft einer in Recklinghausen in Haft sitzenden Ehefrau Schwarze hat er sich längere Zeit auch in hiesiger Gegend herumgetrieben in den Wirtschaften unter der falschen Angabe, er sei oberschlesischer Flüchtling. Geldsammlungen veranstaltet, bis er dann hier festgenommen wurde. Die Schwarze hat sich nach ihrem eigenen Geständnis auch der gewerbsmäßigen Unzucht schuldig gemacht. Das Gericht verurteilte den L., der gständig ist, zu einer Gefängnisstrafe von 6 Wochen, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt erachtet wird. die Schw. zu einer solchen von 3 Wochen. Wegen des gleichen Vergehens war der Schriftsetzer Johann Kühe aus Düsseldorf hier festge nommen worden. Das Gericht erkannte in diesem Falle auf Freisprechung. Am 165. Abril haben die Bergleute Panl Innker uid Paul Otdenburg an- Langedreereinenn ug nach der Hoheninburg gemacht. Auf dem Rückwege wurde in Holzen tüchtig gezecht und in sem Zustande haben sie dann aus einer umfriedigten Weide des Schafers Beuel ein Schaf gestohlen und dasselbe bei Verwandten anf dem Höchsten geschlachtet. Später haben sie dann dem Geschädigten das Schaf bezahlt. Das Gericht verurteilte den bereits vorbestraften J. anstelle einer an sich verwirkten Gesängnisstrafe von 150 Tagen zu einer Geldstrafe von 15 Millionen M. O. zu einer Geldstrafe von 10 Millionen A. Ein Einspruch, den die Ehefrau Hermine Brandt von hier gegen einen erlassenen Strafbefehl eingelegt hatte, mußte verworfen werden. da die Frau Br. zum Termin nicht erschienen war. Nicht sehr glückliche Verhältnisse herrschen zwischen den Familien Nowatewski und Siepmann zu Holzen. Ein Abflußohr des Spülsteins bildete schon vor Weihnachten Streitgegenstand zwischen den feindlichen Lagern u. am 13. 3. ds. Is. kam es dann zu einer größeren Auseinandersetzung. bei welcher Gelegenheit N. von der Frau S. schwer beleidigt sein will. Andererseits hat Frau Wiedertlage gegen N. wegen tätlicher Beleidigung erhoben, die aber in der Verhandlung zurückge#zogen wurde. Das Gericht nahm bei der Frau Wahrung berechtigter Interessen an und sprach sie infolgedessen frei. Verschiedene Strafsachen mußten vertagt werden, da wegen Verlängerung der Verkehrssperre vielfach Angeklagte, Zeugen und Verteidigung zum Termin nicht erscheinen konnten. Das Alter der Zeitungsanzeigen. Während der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erschien zu Hamburg eine gut unterrichtete und vielgelesene Zeitung, der„Unparteiische Korrespondent". Der Verlags= und Schriftleitung dieses Blattes fällt das Verdienst zu, zuerst einen großzügigen und vielbeachteten Anzeigenteil gepflegt zu haben. Bis etwa zur Zeit des Beginns des Siebenjährigen Krieges hauten mertwürdigenweise die deutschen Geistlichen die zweifelhafte Frende— um nicht zu sagen: den ärgerlichen Verdruß allein Ankündigungen und Verordnungen der Behörden, und Gesuche von den Kanzeln herab, nach Schluß der Predigt, verlesen zu müssen. Nach Bendigung des großen friderizianischen Krieges sehen wir allmählich diesen althergebrachten Brauch schwinden und den Zeitungsverlegern eröffnete sich nun ein ungeahnt großes Betätigungsfeld. Familienanzeigen führten sich jedoch erst lan sam während des 8. und 9. Jahrzehnts des I3. uhrhunderts ein. Die Auftraggeber sich mit ganz kleinem Reum und legten keinen Wert auf irgendwelce Ausschmückung des Satzbildes. Zuerst erschienen Todesanzeigen. Wir finden jedoch wie nebenher bemerkt sei— eine private Antündigung über unseres großen Lessings Hinscheiden in Brannschweig, im Februar des Jahres 1781, noch nicht vor. Vermählungs= und Geburtsanzeigen bürgerten sich etwas später ein. Viel länger dauerte es, bis die ersen Verlobungsanzeigen in die Setzerstuben gelangten. Denn erst während des zweiten Jahrzehnts des verflossenen Jahrhunderts tauchten diese freudeverkündenden Anzeigen vereinzelt auf. Heiratsanzeigen sind jedoch erst eine Errungenschaft der neueren Zeit. Um das Jahr 1850 finden wir diese, häufig mit gemischten Gefühlen aufge nommenen Anzeigen erstmalig in einzelnen Zei tungen. Wirtschaftliches. Die Großhandelsinderziffer. Unter der Nachwirkung der almten Devisensteigerungen in der Vorwoche hat sich das Aivean der Großhandelspreise nach den' Berechnungen des Statistischen Reichsamts von dem 183461fachen des Friedensstandes am 7. August auf das 663880fache am 14. August oder um 37.4 v. H. gehoben. In der gleichen Zeit ist der Dollarkurs in Berlin von 3.3 Mill. auf 3 Mill. oder um 10 v. H. zurückgegangen. Dieser Bewegung folgten zunächst die Einfuhrwaren mit einer leichten Senkung von dem 854903fachen auf das 832770fache oder um 2,5 v. H., wihrend die übrigen Warengruppen noch eine Steigerung ihres Preisniveaus aufweisen, und zwar die Lebensmittel im Großhandel vor dem 349021fachen auf das 422356fache oder um v. H., die Industriestoffe von dem 734806fache auf das 1 115 425fache oder um 51,8 v. H. und die Gruppe der Inlandwaren von dem 409173fachen auf das 630102fache oder um 54 v. H. 1913.11 1 1923 Jannar Durchschril Malz-Durchschnitt 2801 Stichtagziffer 25. April 16. Mai 3. Juni 20. Juni 27. Juni 4. Juli 11. Juli 16. Juli 23. Juli 30. Juli 6. August 13. August 3 00 B 787 6959 9 272 11 785 16 180( 21511(+ 28 892(“ 89 336( 71 476(149 531( 436 935 u: 33%) 28%) 34,8% 31.3 ½) 36.1% 81.2 ½ 109,2 ½ 92,8%) Der Reichsinder der Lebenshaltungskosten. 192,2 Prozent Steigerung in der letzten Woche Dir Reichinderziffer für die Lebenshaltungs kosten stellt sich nach den Berechnungen des Stalistischen Reichsamts für den 13. August auf das 436 935fache der Vorkriegszeit. Die Steigerung gegenüber der Vorwoche#149;5311 beträgt somit 102,2 Prozent. Die Entwicklung der Inderziffern der Lebensheltungskosten und damit des inneren Wertes de: Mark veranschaulicht die folgende TaLetzte Drahtmeldungen. Zokrevision in Westhofen. TU. Elberfeld, 19. Aug. In Westhofen wird von den Franzosen eine Zollkontrolle für die Revision des Expreßgutes und des Gepäcks eingerichtet. Den Reisenden ist dringend anzuempfehlen, daß sie sich in Westhofen zur Zoll Kontrolle bereit halten. Die Helden von Courrieres berhaftet. TU. Gelsenkirchen, 19. Aug. Die Freude der Franzosen, daß es ihnen gelungen war, am Sonntag die Kokereien auf„Rheinelbe“ in Betrieb zu setzen, scheint nur von kurzer Dauer gewesen zu sein. Den französischen Regierarbeitern ist es nicht gelungen, einen ordnungsmäßigen Betrieb herzustellen. Die deutschen Arbeiter hatten es bekanntlich abgelehnt, mit den Regiearbeitern zusammen zu arbeiten. Anscheinend aus Wut darüber haben die Franzosenam 17. 8. nachmittags sämtliche Feuerwehrleute nebst Führern, sowie eine Anzahl höherer Beamter verhaftet. Es nuß dabei hervorgehoben werden, daß die verhafteten Feuerwehrleute der gleichen Rettungsmannschaft angehörten, die bei dem furchtbaren Grubenunglück in Courrieres sich um die Rettung ihrer französischen Kameraden so hervorragende Verdienste erworben hatte. des Leubach-Diebstahls. Der Anfang August in der Münchener LenbachGulerie verübte Diebstahl kostbarer Gemälde von Franz Hals, Lucas Cranach, Hans Holbein, Rubens und andere, wurde von der Polizei aufgedeckt. Einige der gestohlenen Bilder wurden in Berlin in einem Hotel am Potsdamer Platz von einem ehemaligen Studenten namens Max Schmidt zum Kauf angevoten. Eine zweite Spur führte nach Hamburg, wo Schmidt Beziehungen zu einer Frau Fries unterhielt. Beide wurden festgenonmen. Alle Bilder, mit einer Ausnahme, wurden : Anzeigenpreise ab 18. August:: * Für die achtmal gespaltene Millimeterzeile# * Lokale 12000 M. Ausw 24000 m., s Reklame pro Millimeter 60000 M. Offerten" gebühr 10 000 M. Auskunftsgebühr 5000 M.; Beranntmachung. Der Höchstpreis für 1 Liter Vollmilch ist ab 17. 8. auf 100000— Mk. festgesetzt. Hörde, den 15. August 1923. 2691 Der Kreisausschuß des Landkreises Hörde 2699 in Abschnitten von Bekanntmachung. Wegen Ausführung von Instandsetzungsarbeilen wird die Kreisstraße Schwerte—Wandhosen—Westhosen bis auf weileres für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. 2626 Hörde, den 16. August 1923. Der Kreisausschuß. Statt Karlen Adele Brinkmann Heinrich Koch Verlobte Ab 20. August 1923 tritt eine neue Grundlohneinteilung in Kraft. Uebersichten sind an unserer Geschäftsstelle zu haben. Ummeldungen d. versicherten Personen erstig Einstufung durch durch diese Maßna etwa zuviel erhobenen Schwerte, den 18 8. 1923. Allgem. Ortskrankenkasse dahin zur Versügung stehen, eingelöst. 133. S4cho, Der Barmer Bankverein Hohenlimburg sowie die Essener Kreditanstalt Hagen lösen diese Gutscheine im Wege der Verrech= Stelbrink Ao##nberg. nung sder soweil Reichsbanknoten zur Verfügung stehen, in bar, ohne Kosten für den Einlieferer, ein. Halden, den 18 August 1923. Billige, gebrauchte *** ü S* für Schwerter haudwerttr: wie Drahtzangen, Hämmer, Blechscheren,: Schaber, Bohrer, Drillbohrer, Schmiedezangen, Winkel, Metallsägebogen geben ab: : Jul. Rschermann R.=G., Schwerte, Hagenerstr. 93. 2694: indernach& Bieck Inhaber: Carl Bleck und Söhne Präzisionszieherei: Kaltwalzwerk Duy.. für die Diensträume sofort gesucht. Günstige Bezahlung nach neuem Tarif. 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