# Juli 1886 r das Rechds. Is fest30 075 32 19½0 1921 000/9 1 998 098 95 4183/95 223 692/71 780 969/91 022 000— 218/56 231 915/17 14 40706 1815 1000 000— 9 512 935/02 29 977 253 09 19 490 1881 Ist M. Pf. den 268 576/9 246 724/33 732 170/08 40 284/65 22 210/92 16 674 791 748/28 2 822 070 198•33 2 620 871/70 59 283/32 8944/— 45— 341 589/69 25 566/13 2 000 000— 778 935/21 10 775 993/34 8 659 16491 19 435 158 25 ∆ Bei unvorhergesehenen Betriebsstörungen, hervorgerufen durch höhere Gewalten, übernehmen wir keinerlei Gewähr für pünktliches Erscheinen der Zeitung und kann auch keinerlei Schadenersatz bean.**- sprucht werden.-=.= Oerbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Dolkszeitung Schwerter Volksblatt Oestholener Zeitung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung Iksblatt Amtliches Kreisblatt für den Kreis Hörde Erstes und ältestes Tagesorgan des Kreises.— Generalanzeiger für den Kreis Hörde. Die„Schwekter Zeitung" erscheint werktäglich. u Hauptgeschäftsstelle, Druck und Verlag: Carl Braus. Celegr. Adr.: Braus. Schwerteruhr. Cel.62. Postscheck: Dortmund 2852 Hannover 21874. Verantwortlich für Schriftleitung und Anzeigen: Hans Linner in Schwerte. Cel. 62. Nr. 193 Samstag, 18. Rugust 1923 56. Jahrgang 8860000009 Einzelnummer 30000.—M. Zum Geleit. Buro eines hiesigen ucht. an die Geschäftsst. lmeyer shandlung W. Brunnenstr. 15 Zigaretten e Salem, Eckstein etc. agerbesuch erwünscht. Entlaufen sarbig, sehr schön gezeichnetes mit halbschwarzem Näschen. segen Belohnung abugeben in d. Geschst. So mancher scheint beim ersten Blick Verschlossen, starr und eisigkühl, Doch birgt sein Herz für den, der sucht, Den reichsten Schatz von Mitgefühl. Wilhelm Jordan. Neueste politische Nachrichten. Der Reichstag hat sich nach Erledigung einer ganzen Reihe von Vorlagen vertagt. Der Reichstagsabgeordnete Georg Streiter (D. Vp.) ist vom Reichsministerium des Innern in den Reichsgesundheitsrat berufen worden. * Mitglieder der Koalitionsparteien des Reichslages haben beantragt, die zur Förderung von Siedlungsbauten bereitgestellte Summe von 30 Milliarden Mark auf 750 Milliarden zu erhöhen. * Die sozialdemotratische Reichstagsfraktion hat einen Antrag eingebracht, die etatsmäßig vorgesehene Summe für Erziehungsbeihilfe, unentgeltliche Lehrmittel, Norgemeinschaft der Kunst und Selbsthilfeeinrichtungen der deutschen Studentenschaft der Geldentwertung entsprechend zu erhöhen * Der Berliner„Tag" und die Königsberger „Allgemeine Zeitung“ sind wegen„verschiedener Litauen feindlicher Artikel bis zum 1. Januar im Memelgebiet verboten worden. Zwischen Deutschland und der Tsche choslowakei wurde ein Uebereinkommen über den gegenseitigen Austausch der aus der allgemeinen periodischen Volkszählung gewonnenen Daten unterzeichnet. Wie die Presse mitteilt, wird die französische Regierung den Text ihrer in wenigen Tagen zu erwartenden Erwiderung auf die englische Note vor der Absendung nach London erst der belgischen Regierung übermitteln. Wie der„Temps“ meldet, werde sich die Reparationskommission dieser Woche mit der Antwort béschäftigen, welche der deutschen Regierung auf die Mitteilung über die einstweilige Einstellung aller Sachlieferungen auf Reparationskonto gegeben werden soll. * Die Madrider Presse sieht nach der Erklärung Stresemanns vertrauensvoll in die Zukunft. Sie ist der Ansicht, Deurschland könne die Revolutionsgefahr bannen. * Die tschechische Presse beurteilt den Kabinettswechsel in Deutschland im allgemeinen nicht unsympathisch, verhält sich jedoch abwartend, un die Regierung Stresemann erst nach ihren Ta ten zu beurteilen. Oberpräsident Noske hat die Vollzugsgewalt über die unter Ausnahmezustand gestellten preußischen Gebiete erhalten, die an Hamburg grenzen. Noske erließ eine Verordnung:„Alle V. sammlungen und Umzüge unter freiem Himmel sind verboten. Falls sich nach der ersten Aufforderung die Massen nicht zerstreuen, wird von der Waffe Gebrauch gemacht.„Auf Plünderer wird geschossen. Vermischte Neuigkeiten. Durch Verfügung des Berliner Polizeipräsidiums ist die„Deutsche Zeitung“ auf Grund des Gesetzes zum Schutze der Republik von Freitag, den 17. Ang. an auf drei Tage verboten worden. Auf der Zeche Rheinelbe in Gelsenkirchen sind gestern 200 Franzosen eingetroffen, um die Kokereien der Franzosen in Betrieb zu nehmen. * Die Lage in der Provinz Sachsen hat sich wesentlich gebessert. Die kommunistische Generalstreikparole darf als fehlgeschlagen angesehen werden. Bis jetzt sind insgesamt 40 Personen, Führer der Streikleitungen, festgenommen worden. Zurzeit herrscht vollständig Ruhe. * Ueber Aachen ist gestern der Belagerungszustand verhängt worden. Von 9 Uhr abends bis 5 Uhr morgens ist jeder Verkehr untersagt. * Die Franzosen verhafteten in Wanne wegen Grußverweigerung drei Polizeibeamte und den Kriminalassistenten Kümmel. * Vom hiesigen Polizeigericht wurden am 15. ds. Mts. 15 Deutsche zu zusammen 23 Monaten 10 Tagen Gefängnis und 26 Millionen Mark Geldstrafe verurteilt. * Wie den Blättern mitgeteilt wird, ist an die Postanstalten die Weisung ergangen, die Notschecks der Banken in Zahlung zu nehmen. Für Großberlin ist der Preis für markenfreies Gebäck ermäßigt worden. Das markenfreie Brot kostet ab Freitag 200000 M statt bisher 240000. Die Wertbeständigkeit wird jetzt auf allen Gebieten angestrebt. Die erste Belohnung dieser Art haben jetzt die Berliner Juweliere Rosenthal und Sohn ausgesetzt. Der Rieseneinbruch in der Friedrichstraße, bei denen die Verbrecher nach den genauen Feststellungen für zwanzig Milliarden Werte erbeuteten, ist immer noch nicht aufgeklärt. Das bestohlene Geschäft hatte sofort für die Ergreifung der Verbrecher eine Belohnung von hundert Millionen und für die Wiederbeschaffung zehn Prozent des Wertes, also bis zu zwei Milliarden. ausgesetzt. Diese Belohnung wird wertbeständig ausgezahlt. * Wie die„Kreuzztg.“ mitteilt, hat der ehemalige Kaiser„einen beträchtlichen Beitrag an General Ludendorff für ein Schlageter=Denkmal" überwiesen, ebenso die Dienerschaft, des Hauses Doorn. Es ist, nach dem„Verl. Tagebl.“, daß erste mal in all diesen Jahren der schwersten Not des deutschen Volkes, daß eine Beitragsleistung des ehemaligu Kaisers bekannt wird. * In den Kemmaren=Gruben bei Wyoming(in den Vereinigten Stoaten) wurden durch eine Ex plosion 200 Bergarbeiter lebendig begraben. * In der Hauptstadt Mexiko ist sowohl von dem Vertreter der Vereinigten Staaten, als von Meriko ein Ablommen unterzeichnet worden, in dem die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Staaten geregelt ist. Der Schnellzug Paris=Barcelona entgleiste in der Nähe von Cahors; sechs Wagen sprangen aus den Schienen. Es sind keine Opfer zu beklagen. Große Ereignisse sind eingetreten in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht. Politisch durch. Zurücktreten des Kabinetts Dr. Cuno und durch Neubildung einer großen Koalitionsregierung unter Führung Dr. Stresemanns. Es wird darauf ankommen, wie die Matznahmen der neuen Regierung sich durchdrücken lassen, hängt doch alledavon ab, daß ohne große„Reibereien das Programm Stresemanns, wie unbedingte Aufrechterhaltung der deutschen Souveränität im gesamten besetzten Gebiet, Fortsetzung des passiven Widerstandes bis zur Wiedererlangung der politischen wie wirtschaftlichen Verfügungsgewalt in diesen Gebieten, Durchführung aller erforderlichen wirt schaftlichen und finanzpolitischen Maßnahmen mit äußerste Energie, durchgeführt wird. Besonders schwer trifft das Gesetz betr. Ablieferung des doppelten Steuerabzugs der Arbeitnehmer die kleinen Betriebe, welche sowieso schwer belastet sind und um ihre Existenz kämpfen. Alle müssen wir nun am Werke des Wiederaufbaues Deutschlands zusammenhelfen unter Zurücksetzung unserer eigenen persönlichen Anschauungen. Nur so wird es gelingen, daß das Ausland, auf welches wir in jeder Beziehung angewiesen sind, wieder Vertrauen zur deutschen Regierung und zum deutschen Volke gewinnen wird. * Das neue Kabinett und dessen Erklärungen fanden denn auch in England einigermaßen guten Anklang und die klare Stellungnahme Englands zur Ruhraktion kann unbedingt der deutschen Regierung das Rückgrat stärken. Die Erklärung Baldwins, daß ein so klarer Rechtsbruch des Versailler Friedensvertrages— Ruhrbesetzung — vorliegt, hat geradezu ein Wutgeschrei bei dessen Verbündeten. Frankreich, hervorgerufen und Poincaré gibt sich durch seine Presse erdenkliche Müthe, die Ruhraktion zu verteidigen, und entsprechend dem Friedensvertrag zu Recht bestehend zu erklären; das Glück gehr zur Neige, denn schon will England mit Italien und Japan eine internationale Kommission einsetzen und evtl. eine Aenderung in der Reparationsfrage vornehmen! Die übrigen ausländischen Pressestimmen halten sich zum Teil zurück und wollen erst abwarten, wie die neue Regierung ihr Programm durchführt— nur in der Ruhrfrage gehen sie so ziemlich alle einig, daß eine Lösung dieser drückenden europäischen Krise baldigst erfolgen müsse. Amerika hält sich noch im Dunkeln und man wird erst abwarten müssen, wie weit der Einfluß des neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten, Coolidge, reicht. Schwere wirtschaftliche Kämpfe haben sich in allen Teilen des Deutschen Reiches abgespielt und dabei ist viel Blut geflossen. Zahlreiche Tote und viele Schwerverletzte sind als Resultat zu bezeichnen und— trotzdem nichts von den Kommunisten erericht worden. Sang= und klanglos ist der Generalstreik begraben worden. Den vernünftigen Gewerkschaftsführern ist es gelungen, daß nicht noch größeres Elend über die willige arbeitende Bevölkerung hereingebrochen ist. Ein schwarzes Blatt ist damit der Geschichte Deutschlands mit Ende dieser Woche wieder beigefügt worden. übrige dazu bei, daß der Mangel an Papiergeld noch vergrößert wurde. Alle größeren Betriebe mußten deshalb dazu übergehen, Gutscheine ausgustellen, und die Städte mußten Notgeld anfertigen. Somit haben wir ein Bilderbuch von Billionen von entwertetem Papiergeld. Aber abgeholfen wurde der momentanen Not und durch einen stabileren Dollarkurs, wie er während dieser Woche eingetreten ist, hat sich eine Entspannung dieser überaus ereignisreichen Woche eingestellt. Die Vorbereitung der französischen Am Quai d’Orsay wird augenblicklich die Antwortnote an England vorbereitet. Es wäre bedauerlich, so wird in der Presse betont, die öffentliche Meinung jenseits des Kanals und jenseits des Atlantiks unter dem Eindruck der von der Downing=Street vorgebrachten Argumenten zu belassen. Dem Ministerpräsidenten werde es ein Leichtes sein, hinsichtlich der Rechtmäßigkeit der Ruhrbesetzung verschiedene Aeußerungen in Erinnerung zu rufen, aus denen die Mitverantwortlichkeit der früheren englischen Regierunge unzweifelhaft hervorgehe. Der Wortlaut der französischen Note wird vor der Absendung nach London der belgischen Regierung vorgelegt werden. der aber volle Freiheit, England eine selbständige Antwort zu erteilen, belassen werden soll. Der Sturz des französischen Frank. Paris, 16. Aug. Hier herrscht eine ziemlich merkliche Bestürzung über das andauernde Fallen des französischen und des belgischen Franken. Da wie das französische und belgische Ministerium versichern, dieses Stimmungsbild an der Börse nicht in Enklang zu bringen ist mit etwaiger finanzieller oder wirtschaftlicher Schwäche der verbundeten Länder, macht sich in finanzpolitischen Kreisen über die Ursache das größte Kopfzerbrechen. Am meisten Aufsehen erregte eine Londoner Meldung, welche die Durchführung des Poincaré= schen Programms als Grund anführte. Die weitere Entwicklung der Angelegenheit dürfte noch abzuwarten sein. Die 53 Wiener Kinder, die sich zum Sommeraufenthalt nach Helgoland begeben hatten und deren Schicksal in den letzten Tagen die Behörden beschäftigte, sind unter Führung der Delegierten der Wiener Angehörigen mit dem Schnellzuge auf dem Westbahnhof in Wien wieder eingetroffen u. wurden dort von ihren Eltern übernommen. * Die deutsche Kolonie in Buenos Aires hat bis Mitte Juni die Summe von 700000 Pesos— das sind nach dem heutigen Stande mehr als eine Billion Mark— der Heimat für die Ruhrhilfe zur Verfügung gestellt. Eine große Aufgabe harrt der neuen Regierung, d. i. die Währungs= bezw. Lohnfrage. Streik. ist überall und es ist zu begreifen, nachdem alle Lebens= und Gebrauchsgegenstände dem Kleinhandel in aushändischer oder Goldwährung berechnet wird, dieser der Währung entsprechend verkaufen muß. Dadurch ist ein Verhältnis zwischen Käufer und Verkäufer entstanden, das unbedingt unhaltbar war. Es mußten deshalb bereits überall Lohnnachzahlungen stattfinden, um nicht das ganze wirtschaftliche Leben zu ruinieren. Der Wille der Arbeitgeber zum Nachzahlen war vorhanden, aber es fehlte an Bargeld. Für solch hohe Ausgaben war man nicht vorbereitet— und der Streik der Reichsbanknotendrucker trug das Eine schweizerische Warnung. Zürich, 14. Aug. Aus Kreisen des Volksbundes für die Unaphängigteit der Schweiz wird der Züricher„Post“ geschrieben: Sollte es dazu kommen, daß delinksrheinischen Gebiete irgendwo von Deutschland abgetrennt und um der Abtrennung einen mildernden Schein zu geben, die Kontrolle und militärischen Obhut des Völkerbundes unterstellt werden, dann wäre für die Schweiz der Augenblick gekommen, in dem sie zu erwägen hätte, ob ein weiteres Verbleiben im Völkerbund sich noch mit ihrem Staatsinteresse vereinigen ließe. Als Mitglied des Völkerbundes würde die Schweiz an dem, was unter der Kontrolle der militärischen Obhut des Völkerbundes am Rhein geschehe, mitbeteiligt und dafür verantwortlich sein. Sie wäre damit in einen Handel der Großmächte verstickt, was, wenn der latente Kouflikt zum friegerischen Ausgang käme, verhänigsvolle Folgen für die Schweiz haben müßte.„Unsere Vorfahren", so heißt es weiter in der Zuschrift,„die sich von aller ausgesprochenen Parteinahme in den großen europäischen Konflitten fernzuhalten wußten, waren zweifellos klüger, als unsere Staatsmänner von 1919, die eine so starke und verhängnisvolle Bindung, wie den Auschluß an das Bündnis der Völkerbundsgroßmächte vollzogen haben. Es wird gut sein, wenn man in Bern alle Eventualitäten schon heute ins Auge faßt, damit, wenn es nötig ist, die Bindung rechtzeitig gelöst werden kann, die bei verspäteter Lösung die Schweiz in früher oder spätere unvermeidliche kriegerische Auseinandersetzungen europäischer Großmächte hineinzerren müßte. Coolidge's Programm der Jsolierung. Englische Enttäuschung. London, w. Aug. Der neue amerikanische Präsident hat gestern vor englischen Journalisten in Washington nach der„Voss. Ztg. eine längere Rede gehalten. Der Präsident hat die Journalisten gebeten, diese Rede nicht wörtlich zu bringen. da er erst im Parlament sprechen müsse, sondern seine Ansführungen nur als Grundlage der Dar stellung der zukünftigen Politik der Vereinigten Staaten zu verwenden. Diese Rede, die in amt lichen englischen Kreisen schwere Enttäuschungen hervorgerufen hat, ist auf folgende Sätze aufge baut: 1. Amerika lehnt es ab, in europäischen Fragen als Schiedsri Englands g nehmen. tion zur machungs die-Einladu# hier aufzutreten, oder auf der Seite egen Frankreich Partei zu a lehnt es ab, an irgend einer Ak Lösung der Wiedergut frage sich zu beteiligen, wenn nicht nig dazu von allen beteiligten euroltern ergeht. st eine amerikanische Mitwirkung bei päischen Dam gsfähigkeit Deutsch= lands, wenn diese Abschätzung gegen den französischen Einspruch von England durchgeführt werden sollte, anscheinend unmöglich geworden. 3. Amerika ist nicht vereit, Frankreich oder Italien irgend einen Teil ihrer amerikanischen Schulden zu erlassen, sondern erwartet vielmehr in allernächster Zeit einen Beginn der Rückzahlung.“ 4. Amerika hat es abgelehnt, das BaldwinAbkommen über die englischen Zahlungen an Amerika und die von England angeregte Rückzahlung zu revidieren, wenn England, um die Wiedergut machungsfrage lösen zu können, geneigt wäre, nicht nur Deutschland, sondern auch Frankreich u. Italien weitgebend entgegenzutommen. England muß sein Schuldenabkommen unter allen Umstän den in vollem Umfange gegen Amerika erfüllen. Ocwohl gute Kenner der politischen Verhält nisse in Amerika sofort nach dem Tode des Prä sidenten Harding in London erklärten, der neue Präsident werde in enropäischen Fragen viel unnachgiebiger sein als Harding, weil er dem konservativen Flügel ider republikanischen Partei angehöre, hegeen Deutschland und ihm Kreise die Hoffnung, daß die englische Note an Frankreich in den Vereinigten Staaten ein Wunder bewirken würde, indem sie die Washingtoner Regierung veranlassen wür de, ossen gegen Frankreich zugunsten Englands sofort Partei zu nehmen. Die„Times" und„Morning Post“, die der letzten Rede des ameritanischen Präsidenten größte Beachtung schenkten, ziehen in ihren heutigen Leitartikeln aus der amerikanischen-Eröffnung die Forderung, daß, da England nicht stark genug sei, ohne Amerikas Hilfe eine neue enropäische Politik gegen Frankreich durchzusetzen, es besser sei, wenn dies in Ehren geschehen könne, sich mit ändigen. Frankreich wird da ber sehr freundlich gebeten, durch irgend ein Zei chen erkennen zu geben, daß es geneigt sei, in einem verständigungsbereiten Geist die Aussprache fortzusetzen. Die„Times“ geben in einem ärgerlichen Tone zu verstehen, daß die englische Politik gegenüber Frankreich in den letzten Jahren manche Fehler gemacht habe. Ein Ruhrbüro in London. London, 16. Aug. Nach dem„Vonbärts“ wurde dieser Tage in London ein Britisy Bureau for Rühr=Information eröffnet. Der Plan dazu ging aus von dem Arbeiterparteiler Chartes R. Pux ton und seiner Frau, die der deutschen Arbeiter schaft wohl bekannt sind. Der Zweck des Büros ist, hervorragende englische Persönlichteiten und Zeitungen mit authentischen Nachrichten über die Vorgänge im Ruhrgebiet zu versehen. Dese Ruhrinformationen sollen ferner auch nach Amerita gehen. Schon vor mehreren Wochen, gelegent lich der Verhandlungen über die Schaffung wertbeständiger Vergarbeiterlöhne wurde in einer Besprechung der Vergarbeiterführer des Ruhrgebietes im preußischen Landtage auf die völlige Unzulänglichkeit der ausländischen Berichterstat lung über die Ereignisse im Ruhrgevier hingewiesen, da auch den fremden Korrespondenten die Berichterstattung im Ruhrgebiet allmählich unmöglich würde. Die Folge war, daß es in der Auslandspresse immer stiller wurde über die Zuände an der Ruhr. Die Bergarbeiterführer forderten, daß die Reichsregierung sich etwas mehr um diese Frage kümmern sollte. Diese Mahnung hat auscheinend wenig gefruchtet, um so mehr ist etzt die Gründung des Rubrinformationsbüros in London zu begrüßen. Wie Havas aus Düsseldorf meldet, hat am Mienoch eine französische Radfahrerpatrouille zwischen Witten und Wetter am Ufer, dei Ruhr vier Leute überruscht, welche Waren zu schmnggeln versucht hatten. Einer der Schmuggler sei trotz Anrufes geflohen und durch einen Schuß in den Kopf gerötet worden. Die drei anderen seien verhaftet worden. Bei ihnen kei ein Revolve und ein Dolch vorgefunden worden. * In der Druckerei Gebr. Breuer in KoblenzLützel, die städtisches Notgeld herstellt, wurden heute von den franz. Besatzungsorganen 697 Milliarden Mart beschlagnahmt. Der Regierungspräsident von Düsseldorf hat an den päpstlichen Hausprälaten, Monsignore Te. sta, ein Schreiben gerichtet, worin darauf hingewiesen wird, daß die Belgier in Emmerich auf dem Turm der St. Aegundiskirche trotz Widerspruchs der Geistlichkeit eine Funkenempfangsstation an gebracht haben. Auf den Protest der Regierung in Düsseldorf sei bisher keine Antwort eingegangen noch sei die Funtenstation entfernt worden. Far Am Donnerstag sind aus dem französischen Militär Polizei=Gefängnis entlassen worden: der Kaufmann Jatob Weiß aus Bochum, Walter Gebard, der Bankbeamte Hüllstrung, der Arbeiter te aus Huckarde, Vergmann Seestedt aus Ickern, nachdem schon zwei Tage vorher der Kutscher Christ und der Eisenbahninspektor Fried. Klingenbagen auf freien Fuß gekommen waren. Der Straßenbahnführer Hermann Seidenstücke aus Witten wurde am 16. August von hier nach Düsseldorf überführt. * Am Dienstag mittag sind die Bahnhöfe Castrop und Mertlinde von den Franzosen geränmt worden. Aus dem Bahnhof Mertlinde entfernten die anzosen alles, was sich darin befand, und beseitigten die Drahtverhaue und Schützengräben. Der Kommandant übergab den Schlüssel des Bahnhofs dem Gemeindevorsteher.— In Castrop besagt ein Anschlag, daß der Betrieb unter französischer Regie wieder ausgenommen werden dürfte. * Der Stadtverwaltung ging eine Verordnung zu, nach der der Fußgängerverkehr sowohl bei Tage wie bei Nacht im Gebiete der Stadtverwal tung Duisburg wieder gestattet wird. Cafés, Theater und öffentliche Lokale sind berechtigt, bis 9 Uhr abends geöffnet zu halten. Ausgenommen sind Wirtschaften und Restaurants, die wegen Uebertretung der Sanktionsverordnungen geschlos sen wurden; sie bleiben für weitere 30 Tage geschlossen. Die Straßenbahn kann im ganze Bezirk des Brückenkopfes wieder verkehren, jedoch im Süden nicht über die Eisenbahnstrecke Hochfeld— Spelkors—Mülheim. Der Verkehr mit Lastkraft. wagen für alle durch Verordnungen genehmigte Transporte ist wieder gestattet. Die Verordnung is gestern am 15. August um 12 Uhr in Kraft getreten. * Nach einer Havasmeldung aus Düsseldorf ist der Stadt Düsseldorf als Santtion für das angebliche Attentat vom 30. Juni auf einen Urlaubszug eine Kontribution von 187 500 Dollar auferlegt worden. Kirche, Schule und Haus. Was nicht genug gewürdigt wird: die Bedeutung der Ebangel. Inneren Mission. Am 11. August konnten wir nun schon zum. Male den Verfassungstag der deutschen Republik feiern. D. h. feiern ist wohl nicht der rechte Ausdruck. Zum Feiern haben wir ja jetzt keine Zeit und Veranlassung. Darum verzichtete man wohl auch sicher sehr zum Leidwesen eines manchen treuen Republitaners an maßgebender Stelle auf derartiges. Was wollte auch gefeiert werden! Die Errungenschaften dieser Republit bleiben ja so beschämend weit hinter dem zurkck, was uns allen versprochen war. Sie hat uns weder Frieden. noch Freiheit, noch Brot verschafft. Doch wir ieser kritischen Zeit nicht rechten, sonzu gerechteter Geltung zu verhelfen. Denn alle ev. Liedestätigkeit ist unter dem großen Begreft „Innere Mission" zusammen zu fassen. deren Vorhandensein in diesem Umfange den deut lichen Beweis für da. Vorbandensein eines ev. Christentums der Tai liesert. Den Dant ader für die Arbeit, die hier von ev. Seite geleistet wird tann der Staat schwerlich abtragen. Zu Verschleppung des Reichsgesetzes zur Bekämpfung von Schund: Nach fachmännischer Auf stellung sollen 70 Pruzent allen Papieres in Deutschland zur Herstellung von Schundbüchern verwandt werden, sowie etwa 2½ Milliarden verschiedenster Schundhefte bereitliegen, die auf das Gelesenwerden harren. Papier isr kirapp und teuer. Mögen obige Rihlen auch etwas hoch gegrüffen sein, wenn sie selbst um die Hälfte nieöriger miren, so muß doch ein jeder aufs heftigste vor dieser Tatsache erschrecen. Der materielle Schaden, der hier vorliegt, ist noch verhältnismä ßig gering zu bewerren obwohl er uns in heutiger Zeit auch nicht gleichgiltig lassen darf, unendlich schwerwiegender und verhängnisvoller ist der seelische Schaden, den unser Volk durch die Lettüre dieser Schundbücher erleidet. Man komme uns nicht damit, daß sein Bedürfnis für diese Lottüre vorliegen müsse, weil sie sonst garnicht so vrel ge lesen werden würde. Der Zug zum Minderwer### gen ist in der menschlichen Natur allerdings vor handen. Aber eben weil er das ist, haben die ver anmortlichen Leiter eines Staates die doppelte Pflicht, einzugreifen und vorbeugend zu bewah. ren. Anscheinend nimmt man die Dinge bei uns aber nicht so tragisch. Oder hat dieser Sozialstaat seine besonderen Gründe, daß er hier immer wieder nicht eingreift?! Warum diese Verschleppung da viel kostvare Zeit mit der Verhandlung von Nichtigkeiten totgeschlagen wird?! Traurige Vereinsmierei. In Forst. N. L., ist kürzlich ein„Verein der in Ehescheidung lebenden Männer“ gegründet worden. Die Gründungsver ammlung, in der der Referent über Zweck und wollen in dern unsern Teil zum Gelingen beitragen. Warum wir dies alles dennoch kurz streifen? Nun, weil wir hier nur eine Tatsache ins rachte Licht rüt ten wollen, die nicht genug beachtet wird. Unter den Dingen, die uns versprochen worden waren und an die der neue Staat mit soviel Eiser ging, inr auch dies, daß alte chPistl. Lievestätigkeit sozialisiert werden sollte. Natürlich nur die evangelische; denn die fath. Kirche läßt sich in dieser Weise nicht vom Staat vergewaltigen.— Wir be dauern nicht, daß dieses Werk sich für den Staat als undurchführbar erwiesen hat. Im Gegenteil wir sagen, Gott sei Dank. Nur soll hier noch einmal festgestellt werden, wie ungeheuer groß die Kluft zwischen dem„Mundvollnehmen“ der Sozialisten und ihren schließlichen Taten ist. So mußte sich denn die ev. christl. Liebestätigkeit schon ihrerseits erbarmen und unter Aufbietung aller Kraft ihre Tätigkeit weiter aufrecht erhalten. Der Um stand aber, daß der Staat nicht so ohne weiteres die gesamte ev.=christl. Lievestätigkeit übernehmen konnte, ist ein Beweis für deren Ausdehnung. Die ev.=christl. Liebestätigkeit ist in der Tat viel verzweigter als allgemein bekannt und beachtet. Daes tommt wohl mit daher, daß ohne besonderen Grund nur wenige mit ihr in Berührung tommen Auch versteht sie nicht so für sich ihre Arbeit de tannt zu machen wie die katholische, die ihr oft als Vorbild vorgehalten wird. Dabei vergißt man, wie ganz andere Mittel der tathol. Kirche zur Verfügung stehen, nicht zuletzt auf Grund der größeren Gebefreudigteit ihrer Mitglieder. Hof fentlich trägt die 75 Jahrfeier der Inneren M sion, die am 23. Sept. in Wittenberg srattfinden soll, und die außerordentlich eindrucksvoll zu werden verspricht, mit dazu bei, der ev. Liebestätigkei ziel des Vereins berichtet, war gut befucht und alle Erschienenen stimmten für einen Zusammenschluß zwecks gemeinsamer Vertretung ihrer In teressen in dem Ebescheidungsverfahren. Diese Vereinsgründung gibt ein trauriges Zeitvild von den vielen zerrütteten Ehen und wirft ein grel les Licht auf den Leichtsinn mit dem heure junge Leute Ehen eingeben. Aus Stadt und Land. Schwerte, 18. August 1923. Erinnerungen. 1642 Der italienische Maler Guido Reni gest. 1807 Bildung des Königreichs Westsalen durch NapoleonI. 1852 Versteigerung der deutschen Flotte. 1866 Bildung des Norddeutschen Bundes. 1870 Schlachten bei Sankt Privat und Gravelotte. Sonntagswporte. Oeff'n uns die Ohren und das Herz, Taß wir dein Wort recht fassen In Lieb und Leid, in Freud und Schmerz Es aus der Acht nicht lassen! Wie oft öffnet der Mensch doch sein Ohr den Gerüchten vielfach übelster Art oder der lenkung vom Guten, vielfach schmerzvollster Erfahrung. Und sso leiden Einzelne, Völker, jr ganze Generationen Schaden, starke Völkerschaf ten find schon im Bösen zugrunde gegangen Anders ist es dort, wo Gottes Stimme, Gottes Ernst, Gottes Befehle regieren. Schon auf die Jugend wirkt göttliches Gesetz segensvoll und heiligend zugleich, und wenn es im öffentlichen Leben beachter wird und Gestaitsgewinnt Fo#thasim Teufelsgrund. Deieino-Roman van Ed 3ard Pfluger. Nochdiuck verboten.) — Ih tre Der So. meine Herren, jetzt sind wir allein. Ich wollte über versönlichen Empzingungen nicht in Gegenwart meines n weil ich fürchten mußte. Sie zu Rechenbach. Sie werden meht glauben, daß Sie mich tauschen können, mich, der ich alle Empfindungen der Menschen gewöhnt hin auf ihrem Besich: zu lesen. Ich weiß, daß Sie Ihr reines Herz, Ihr ganzes swönes männliches Empfinden dieser schönen Verdrecherin geschenkt haben. Mir rut das weh, denn ich weiß, daß Sie ein Mann sind, der nur einmal liebt und dann fürs Leben und ich bedauere Sie, daß Sie ein so herber Schlag gerroffen hat, daß Ihre große Liebe auf eine Unwürdige gefallen ist. Aber ich kann Sie versichern, daß dieser Besuch nur eine Zinte war und daß, wenn meine Vorschriften nicht so genibel von Gurisch durchgeführt worden wären. Sie wahr scheinlich jetzt nicht lebendig vor uns säßen. Man hat sich bis in Ihr Arbeitszimmer vorgedrängt.“ aber mein Diener war doch anwesend.“ „Ganz recht, es ist auch möglich, daß man Sie nicht gestern ermordet hätte, sondern an einem andern Tage, wo der Diener durch irgend einen Kuiff entfernt worden war. Jedenfalls bitte ich Sie, Ihre persönlichen Empfindungen nicht mehr sprechen zu laisen, oder sich mit dem Gedanken vertraut zu machen, in der nächsten Zeit das Opfer eines anarchistischen Attentats zu werden. Hossentlich wird Ihre Liebe keine neue Nahrung mehr erhalten, denn die junge Dame wird sich nicht mehr sehen lassen... Uebrigens, Gurisch, es kommt mir eine andere Idee, fahren Sie Kluge nach zur Polizei, es soll nach Hertha gefahndet werden, aber mit der größten Vorsicht und verhaftet soll sie nicht werden, auch der Verhaftsbefehl nicht ausgestellt, weil dadurch vielleicht die Verbrecher gewarnt werden würden. Wir wissen ja nicht, ob sie nicht auch in der Polizei ihre Agenten haben.“ „Sie meinen, daß es auch Polizisten geben könnte, die sich zum Anarchismus bekennen?“ „Warum nicht. Es gibt unter jeder Beamtenkategorie Zumpen, wie es Lumpen unter allen Konsessionen albt. unter allen Bölkern. Warum soll es nicht möglich sein, sich einem kleinen Beimten un Bestechung zu nahen und ihn für diese finstere auhmmlahe Geseuschuft zu gewinnen. Sie werden genau so ihre Hyone im Heizen der Polizei haben, m die Polizei ihre Spione im Herzen der Anurchisten hat. Polizeispion ist überhaupt das anblausigste Scyimpswort in der anarchistischen Prespolemik. Jeder neue Ankommling, der in eine geschlossene Anarchistenliga, oder Klub, oder Verein, wie sie es nennen, kommt, wird von voruherein als Polizeispion behandelt. Ich könnte Ihnen da Geschichten erzihien....“ „Nun, bitte.“ „Ja, gern, aber der Gurisch steht mir zu lange herum, nachen Sie, daß Sie fortkommen, ich habe nicht viel Zeit und muß bald nach Hause, um den Einbrechern nachzuspüren. Denn gaben wir diese, sind wir, wie gesagt, auf der richtigen Fahrte.“ Burisch folgte der Anordnung Breitschwerts und verließ eilig Zimmer und Haus. „Nun erzählen Sie mir ein bißchen, lieber Doktor, von dem Anarchismus.“ „Ich bin kein Unterhaltungsredner, lieber Staatsanwalt, und durchaus nicht aufgelegt, Sie zu amüsieren. Was ich Ihnen erzähle, erzähle ich Ihnen nicht zu Ihrer Ergötzung, sondern zu Ihrer Information. Sie sollen lernen und nicht nur ein untätiges, von uns beschütztes Mitglied der menschlichen Gesellschaft sein, sondern ein tätiger Mitarbeiter, ein Kämpfer. Also: In dem Prozeß gegen den Mörder des Polizeirats Rumpf fiel mir die Aussage eines alten Offiziers auf, der dicht beim Main=NeckarBahnhof und einer trübe brennenden Laterne zwei Strolche hatte stehen sehen, zu denen ein dritter stieß und sie in französischer Sprache aurief. Sie antworteten in französischer Sprache und er sagte darauf deutlich in demselben Idiom: Es ist heute nichts zu machen, geht nach Hause. Diese Aussage des alten Offiziers in Verbindung mit der geheimschriftlichen Warnung, die noire“ unterzeichnet war, brachte mich auf den Gedanken, mich nach Brüssel zu begeben und in dem nächsten Klub der„Ligue noire; über dessen Heimstätte die belgische Polizei durchaus insormiert ist, nachzuforschen.“ „Und es gelang Ihnen, Eintritt zu finden?“ Dr. Breitichwert nickte, zündete sich eine I#ärre an und ließ sich behäglich in seinen Sessel zurückfallen. Er schloß, wie er es gewöhnlich tat, die Augen und fuhr so zu erzählen fort: „Es gelang mir, aber wie ich herausgekommen bin, das weiß ich heute noch nicht. Denken Sie sich eine der ödenen, schmutzigsten Gassen Brüssels, eins der ödesten, schmutzig#ten Häuser in dieser Gasse, eine trübe brennende, rote Laterne bezeichnete den Eingang. Ueber eine altertümliche, gichtbrnchige Hühnertreppe ging es nach oben, dann kamen Gängé und Gängchen, Stufe auf, Stufe ab, bis. man vor einer Saaltür stand. Die Losung hatte ich mir von der Brüsseler Polzzei verschafft und so fand ich mich plötzlich mitten in der Versammung internationaler Mordgesellen.“ „Allein?“ „Ganz auein.“ „Wurden Sie nicht ausgefragt?“ „Tort fragt Sie kein Mensch, im Gegenteil, man hütet sich sogar, mit Ihnen zu sprechen, wenn Sie Fremdling sind, man gibt Ihnen keine Antwort auf ihre Fragen. Und als ich mich an einen Tisch setzte, der mit anarchistischen Zeitschriften aller Lander und Sprachen bedeckt war, riß man mir die„Revolte", das französische Organ, aus der Hand mit dem Bemerken, Polizeispione brauchten keine revolutionären Blätter zu lesen. Ich soh da zun ersten Male den geistigen Führer der ganzen Bewegung, Victor Dave, einen entschieden bedeutenden Menschen mit großer Rednergabe und einer flammenden Begeisterung, nicht ohne einen gewissen Zug von Großmut, eine Art Karl Moor=Natur und ihm verdanke ich auch meine Rettung. Laßt ihn sagte er, gehört und gesehen hat er nichts und wenn wir ihn richten, so erwächst uns nicht einmal ein propagandistisches Moment aus diesem Gericht. Andere lärmten dazwischen und ich benutzte den Streit der Meinungen, um mich schnell, mit den Revolvex in der Faust, durch die langen Gänge hindurchzu„Und Sie meinen, man hat Sie erkannt?“ (Fortsetzung folgt.) Heute und morgen geben in Frankfurt Am Main die Kämpfe um die deutschen LeichtathletzikMeisterschaften vor sich. Aus Wesrdeutschland ehmen die Besten fast reitlos teil. draht fesselten sie dem Ueberfallenen Hände und Füße und ließen ihn die Böschung hinunterrollen. wo er auf einem Ameisenhaufen landete. Die Strolche entfernten sich und ließen ihn in der sehr unangenehmen Lage allein. Das wiederholte Hilserneen wurde nach längerer Zeit vom Schäfer des cutes gehört, der den Gefesselten dann an freite. Was die Ganner vorhatten, ist noch un Pieder vur Lebensrichischnur witz, va Heil im Volke, Frieden und Glück. Ss glückl waren wir schon einmal im deutschen Volke, Die älteren unter uns wissen davon zu sagen und bekennen sich nach wie vor zu der göttlichen Wahrheit:. Gerechtigkeit erhöht ein Volk; Aber die Sünde ist der Leute Verderben! Die Wertbeständige Anleihe des Deutschen Reiches. Im Inseratenteil unserer heutigen Ausgabe die Hauptpunkte veröffentlicht, die ier der zurzeit aufliegenden Anteihe darauf Von Belgiern zu Tode geprügelt. TII. Munner, 18. August. Am 30. Juli wurde der auf der Chemischen Industrie in Gelsenkirchen beschäftigte Arbeiter Heinrich Heitlamp aus Buer=Bechausen, als er die Kanalbrücke passieren wollte, von belgischen Posten festgenommen und der Wache im Hafenrestaurant zugeführt. Am folgenden Tage wurde Heitkamp nach telephonischem Anruf seitens der Belgier der Gelsenkirchener Polizei ats angeblich sinnlos betrunken übergeben. Einwendungen von deutscher Seite, daß Heittamp nicht betrunten sei, sondern auf andere Weise die Besinnung verloren haben müsse, wurden von den Belgiern in schärfster Weise zurückgewiesen. Heitlamp wurde in das wvangelische Krantenhaus eingeliefert, wo er am 1. August georben ist, ohne die Besinnung wieder erlangt zu haben. Nach Feststellungen des Arztes. der die Leichenschau vornahm, muß Heitkamp zu Tode geprügelt worden sein, da, der ganze Körper'schwarze sind jür von Wichtigteit sind. Des öftere hingewiesen worden, daß die kleinen Sparer wieder die Mögl Wert seines Geldes für die Zu ten, da das kleinste Stück der Ar genwert von 1 Dotlar lautet und da auf dem We ge über wertbeständige Konten bei den Spartassen mird Girozentralen noch kleinere Summen in dieser Anleihe angelegt werden können. Der Zeich nngspreis beträgt bei Marteinzahlungen zurzeit noch 100 Prozent. Den Besitzern von Dollarschatzanweisungen und Devisen ist weiterhin die Möglichkeit gegeben, die Stücke zu einem Vorzugssatz vnn zurzeit 95 Prozent zu erwerben, soweit die Einzahlung in Dollarschatzanweisungen oder den nachstehend verzeichneten Devisen erfolgen. Das Werterhältnis der einzelnen Währungen zum Dollar ist bis auf weiteres wie folgt festgestellt: Für einen Dollar sind zu zahlen:—.1.5 Pfund Lurnen, Sdort und Sbiel. Fußball. Morgen nachm. 4.00 Uhr empfäng: Schwerte 06 anf seinem Platze hinter dem Luzeum die Liga Els von Jahn=Werdohl zu einem Gesellschaftsspiel. Die hiesige Ligamannschaft Filzhaus, Henschel, Lötters, Fastnacht, Fröhling, Kraumendal# Volck, Künkler, Schikolpsky. Staat, Middelmann, muß alles aufvieten, um ehrenvoll zu bestehen. Nach dem Erfolg der verstärkten Elf vom Vorsonntage sollte das möglich sein.— Dem Ligaspiel geht um 2 Uhr ein Jugendspiel Teutonia Lippstadt la— SSP. 06 3. Stamm=M. vorauf.— Die 2. Stamm=M. von Schwerte 06 spielt in Hennen Hagen Aufsehenerregende Verhaftungen. Hier wurden der Mitinhaber eines größeren Baugeschäftes und zwei höhere Eisenbahbeamte durch die Eisenbahn=Kriminalabteilung verhaftet Wie verlautet, werden den Verhafteten Betrügereien zum Nachteile der Eisenbahn zur Last gelegt, die bis zum Beginn des Krieges zurückreichen.— Zur Anzeige kam eine Person, die in der Oftstraße eine Obstbude abbrach und das Holz stahl.(Ist's möglich?) Hamm. Rührende Dummheit. Eine bittere Enttäuschung mußte eine Dame aus Münster erfahren, der sich auf der Reise von Berlin nach Hamm ein angeblicher Jockei aus Berlin angefreundet hatte. In einer hiesigen Drogerie wollte sich die Dame eine Kleinigkeit holen, und währenddessen übergab sie ihrem Begleiter die Scheine ihres Gepäcks auf die sich dieser dann am Bahnschalter die Geväckstücke mit Kleidungsstücken und Schmucksachen im Werte von 20 Millionen Mark aushändigen ließ. Der Täter ist verschwunden. Menden. lIeverfallen. Der Kuh#s# zer des Gutsbesitzers Bergmann=Berlingloh begab sich früh morgens zur Weide im Siepen, um die Kühe zu melken. Kaum hatte er seine Tätigkeit ausgensommen, als zwei fremde Leute aus dem steigerung von 192 Prozent arbeitsministerium ermittelte beträgt der Spitzenlohn für 1. vom 2C. Katb. Pfarrkirche. 6 Uhr: Stille hl Messe. 7,30 Uhr: Frühmesse mit Predigt. Monatskommunion der Mütter. 8.45 Uhr: Schulmesse mit Predigt. Pfarrer Schnurbus. 10 Uhr * Hochamt mit Predigt und Segen; vorher ist die Kräuterweihe Pfarrer Schnurbus Kollekte für den Bonisatius= und Franziskus=KaveriusVerein. 2,30 Uhr: Andacht. 4,30 Uhr: Andacht für die Mütter in der Krankenhauskapelle Geisecke. 7,15 Uhr: Stille heilige Messe mit Predigt. Vikar Winter. Westhofen. 9,15 Uhr: Hochamt mit Predigt. Pstier Mibuter. Zeichtathletik. Eine ganz vorzügliche Leistung vollbrachte suben=Krefeld am vorigen Sonntag in Goch beinland. Er dnrchlief 100 Meter in 10,4 Senden. womit er die seit vielen Jahren(1912) in Ran=Berlin gehaltene deutsche Bestleistung Beschaner wenigitens in erwg die Grs an, indem er die Wertbeständige Anleihe des Deutschen Reiches zeichnet. 42 Gold=Mark— 10 Dollar] 420 Gold=Mark “: 105 Gold=Mark= 25 Dollar 2100 Gold=Mark 210 Gold=Mark= 50 Dollar 4200 Gold=Mark wertbeständig Jedermann legt heute sein Geld = 1 Dollar — 2 Dollar 5 Dollar 100 Dollar 500 Dollar 1000 Dollar 4,20 Gold=Mark 8,40 Gold=Mark 21.— Gold=Mark Einteilung der Stücke rückzahlbar Das kleinste Stück lautet also auf den Gegenwert von 1 Dollar der kleine Sparer kann mithin den Wert seines Geldes für die zukunft sicherstellen. Die Rückzahlung der Anleihe erfolgt nach 12 Jahren zum Dollarkurse. der Zeichnungspreis beträgt bis auf weileres..... 100% Bei Einzahlung von Devisen oder Dollarschatzanweisungen.... 99 /0 Sicherheit der Zinsen und Rückzahlung der Anleihe ist reichsgesetzgewährleistet durch die Gesamtheit der deutschen Privatvermögen. Die größeren Arleihestücke tragen Zinsscheine, der Zinssatz ist 6%. Die Zinsscheine werden jährlich am 1. September in Mark zum jeweiligen Dollarstande eingelöst. Kauf und Verkauf der Anleihe sind frei von der Börsenumsatzsleuer. Sie ist beleihbar bei den Darlehnskassen taltonor Jedes Geldinstilut wird losteller: Auskunft erkeilen. m Prospekt angegebenen Stellen sowie bei diesen durch Sparkassen und Kredilgenossenschaften bewirkt werden. Zeichnungen Coolidt Lond. Anzeigenpreise ab 18. August: * Für die achtmal gespaltene Millimeterzeile : Lokale 12000 M. Ausw 24000 m. Hochstpreise für Brot und Mehl. 1. Die Höchstpreise für die nachstehend aufgeführten rationierten Backwaren werden wie folgt sestgesetzt: Graubrot für 6 Pfund 126 000.— Mt für 3 Pfund 64000.— Mit Kasselerbrot für 6 Pfund 128000— Mit für 3 Pfund 65 000.— Mer Schwarzbrot für 6 Pfurd 125000.— Mt für 3 Pfund 64600.— Mt Für alle Sorten für 500 Gramm 25000— Me für 250 Gramm 13000— Mt 2 Diese Verordnung tritt am 18. 8. 23 in Krast Die Verordnung vom 10. s. 23 tritt mit dem 18 S. 23 außer Kraft. Hörde, den 17. August 1923. Der Kreisausschuß des Landkreises Hörde. Alllllllln.. ; H o t e l J u n g e s b l u t.: : Sonnlag, den 19. August: Bieibf 25 Großes Gartenkonzert.: Beginn 6 Uhr. . B e g i n n 6 U h r. 2 6 7 6 3 Bei ungünstiger Witlerung finde! 2 das Konzert im Saale stalt. 2 A Zum sofortigen Entritl sunger Alattil oder Aadchfen guter Rechner(in) für das Büro eines hiesigen Werkes gesucht. Angebote unter Nr. 2668 an die Geschäftsst. Die VERLOBUNG unserer Tochter Tilde mit Herrn Dr. med. vet. Otto Droegenkamp geben wir bekannt Heinr. Spaemann und F au Mathilde geb. Schulte-Geisecke Geisecke(Ruhr), 18. Aug. 1923 — Seine VERLOBUNG mit Fraulein Tilde Spaemann beehrt sich anzuzeigen Dr. ollo Droegenkamp Wellinghofer-Hleide, 18. August 1923. 2671 Gules 2675 Kleehen oder Futterbau zu kaufen gesucht. hubert pferdekämper. E S0000soo-To0 ooooos ur. Belöhnullg wer mir die Täter nambaft macht, welche in der Nacht vom 15 zum 16. in solge der Sperre beim Wirt Fromme, Sölde, logernde Nähmaschinen Marke Phoenix, Schwingschiff versenkbar, hell Eiche Nr. 1032 761, 1 032762, 1032 763, 1032770 Schwingschiff, einfache Ausführung, hell Eiche Nr. 1 032827, 1032828, 1032829, 1032 830, gestohlen hat. Außerdem kommt ein Motortad, Marke E.M.A. mit DRW Motor Nr 345 39830, Anstrich braun, in Frage. Sämtliche Sachen sind sabrikneu. Obige Belohnung kommt unter Ausschluß des Rechtsweges zur Verteilung. Strenge Verschwiegenheit zugesichert Angaben erbitte an Ewald Erger, Hörde und Ludig Fromme, Sölde, sowie an alle Polizeibehörden Habe meine Sprechstunden auf 9-12 u. 3—6 verlegt. Sanitätsrat.613 Dr. Busche Facharzt für Haut=, Harnund Geschlechtskrankheiten. Hagen i. 2 Südstr. 9, Ecke Bahnhofstr. Fernsprecher 1906. Ein junges Suretradlon. für sosort gesucht. Offerlen unter Nr. 2678 an d Geschst Für sofort oder per 1. September tüchtiges, peinlich sauberes und durchaus ehrliches 2669 Sonntag nachm. 4½ Uhr:] Sontag acn u. eiesenabil) Jahn=Werdohl Ligaiffür alle Hausarbeit gesucht, nicht unter 20 S S T. 06 Liga. Jahren. stadt 1=3.: SS B061=3, Beste Verpflegung und Behandlung, Lohn zurzeit Mk.1 500000.— per Monal, Schuhbesohlen und Hauskleider frei, sowie sonstige reichliche Geschenke. Gebrauchte Veltsteue 1½—2 schläsig zu kaufen gesucht. 2680/ Angebote unter Nr. 2682 an die Gschst d. Zeitung. Lichispirre Fur Reichskrone Samstag bis Montag! 2 große Schlager 2 1. Der große Zirkusfilm Ainschwerer sunge oder das Zirkusmädel Ein Kolossalfilmwerk in sechs spannenden Akten. Der ulenscheitfeine? Drama in sechs Akten mit dem beliebten Schauspieler Reinhold Schünzel in der Hauptrolle 2664 Frau Fabrikant w. Hesse, Schwerle, Hagenerstraße 93. Hell und Dunkel 13 □ BERG Zurstenerih Piisener □ 13 Ach tung Wo kauft man billige Polstermöbel? Bin wieder in der Lage, meinen werten Kunden mit den billigsten : L! Tagespreisen zu dienen *#1. Ich garantiere für feinste Verarbeitung und allerbeste Qualität. Sämtl. Sachen werden in meiner eigenen Werkstätte angesertigt Spezial=Polsterhaus Hugo Walther Roseuweg Nr. 40. 2409 Rossler& Co Leip:; Wurzrurger Eurgererau Hell und Dunkel 13% Alles in Fässern, Syphons und empfiehlt 2674 Pferdekämper 8 Biergroßhandlung Telefon 164 Infolge Nichtaufhebung der Verkehrssverre ist es uns nicht möglich, den 3. 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Antwerpen Christiania Kopenhagen Stockholm Helsingfors Italien London Ein Dollar Paris Schweiz Spanien Wien(abgestempelt) rag indapest 1 2 6 3 1 5 0( 2 0%) 052 625 235 500(30%) 313280„ 749 000„ 521 250„ 82 200(10%) 63 400(20%) 636 500 3 208 000(10%) 64 400(20%) 81 450(10%) 415 000(7%) 61 150(20% 42 350 18 045 Gesucht ein ehrliches zuverlässiges Lohn der Zeit entsprechend. Kochen und gule Zeugnisse Bedingung. Zu erfragen in der Geschäftsstelle dieser Zeitung. 2681