*%% Schperter Houston und Muter. Aus dem Reiche der Mode. Heimatdlätter u Lustiges Allerlei. Kinderzeitung Unser Blatt u Unterhaltungs- u. Romanbeilage n Spiel, Sport und Curnen. u Filmkritik. Kunst u. Wissen.u Gartenratschläge. Verbungen mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Dolkszeitung Schwerter Dolksblatt Welthofener Zeitung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung Amtliches Kreisblatt für den Kreis Hörde Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises.— Generalanzeiger für den Kreis Hörde. Die„Schwerter Jeitung“ erscheint werktäglich.2 Hauptgeschäftsstelle, Druck und Verlag: Carl Braus. Celegr. Adr.: Braus, Schwerteruhr. Cel. b2. Postscheck: Dortmund 2852 Verantwortliche Schriftleitung: Karl Richtel in Schwerte. Ce. 62. Nr. 186 Freitag, 10. Rugust 1923 56. Jahrgang Einzelnummer 10000. Zum Geleit. Kannst du im Unglück Got: Noch nicht mit Liedern ehren, Lob' Ihn mit Stillesein. Laß Ihn dein Schweigen hören. Th. W. Neueste politische Nachrichten. Amtmann Dresing ist nicht nach Witten, sondern nach Hörde gebracht worden. Er wird im Stiftshof festgehalten. Angeblich will man ihn als Amtmann dafür verantwortlich machen, daß der Verletzte von dem wir gestern berichteten, verbotswidrig Waffen besaß. Außer Raabe, der am Sonnabend in Düsseldorf die Handgranate warf, ist noch sein Vater und Bruder verhaftet worden. * Der bekannte Berliner Kommunalpolitiker und. frühere Landtagsabgeordnete Geheimer Justizrat Ostar Cassel ist im Alter von 71 Jahren gestorben. * Dem„Matin" zufolge wird die für die nächsten Tage in Aussicht genommene Zusammen kunft der französisch=belgischen Minister infolge der Vertagung des englischen Ministerrates gleichfalls aufgeschoben werden. Der Raditalsozialist und frühere Innen minister Malvn, der wegen Amtsvergehens sünf Jahre in der Verbannung zubringen mußte, wird am Freitag endgültig nach Frankreich zurückkehren. Er will anläßlich der kommenden Neuwahlen in dem Departement dn Lot als Kandi dat der Radikalsozialisten auftreten. Die Franzosen haben den Bahnhof Limbur3 besetzt. Die auf Mittwoch anberaumt gewesene Sitzung des englischen Kabinetts ist um einen Jan verschoben worden, um Baldwin Gelegenheit zu geben, die Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Kabinetts auszugleichen. * Nach Blättermeldungen hatte Coolidge am Dienstag Besprechungen mit verschiedenen Parteiführern und Vertretern der Presse. Den letzteren gegenüber lehnte er die gewünschten Erklärunger über seinen Amtsvorgänger ab. Durch Befehl der Besatzungsbebörde wurden wiederum 193 Eisenbahnbedienstete aus Düsseldorf ausgewiesen, weil sie sich den miritärischen Befehlen nicht gefügt haben. Die Familien müssen binnen 4 Tagen folgen. * Heute findet nach Blättermeldungen in Paris der Prozeß Krupp vor dem Kassationshofe statt, * Justizminister Heinze erlitt einen schweren Autonnfall und wurde dabei im Gesicht und an den Händen erheblich verletzt. Nach der Chicago Tribuna soll dem in Paris anwesenden Vötterbundsvertreter Schwedens Branting, von Poincare bei seinem Empfang eine amtliche Dentschrift über die Ruhr= und Repacationsfrage überreicht werden. Die ersten Bayreuther Festspiele nat dem Kriege werden nunmehr bestimmt im Tom mer 1924 stattfinden. Ende dieser Woche word der Magistrat in Frankfurt Notgeldscheine von ½ Million und 1 Million ausgeben. Di. Eund üder dir Kührhust. Die Steuergesetze im Reichstag. Berlin, 9. August In Erwartung der Ertlärung des Reichstanzlers zur politischen Lage stand der Reichstag in Zeichen des„Großen Tages", was sich in de Ueberfüllung der Tribünen und guter Besetzung des Hauses tundtat. Auf der Tagesordnung stett die erste Lesung des Ruhropiers, des Steuerzins gesetzes, des Verbrauchssteuergesetzes und der Vorlage über die Erhöhungen der Vorauszahlungen auf die Einkommen= und Körperschaftssteuern. Präsident Loebe eröffnet die Sitzung um 3 Uhr 20 Minuten und hedt hervor, daß, wie zu befürch. ten war, die finanziellen und wirtschaftliche# Verhältnisse unseres Landes einen baldigen Wieder zusammentritt des Reichstags notwendig gemacht haben. Der Präsident gedenkt, während die Abgeordneten sich von den Plätzen erheben, des Ablebens des Präsidenten der Vereinigten Stiaten von Amerika Harding. Er habe bereits de amerikanischen Botschafter von der Teilnahme d.s Reichstags Kenntnis gegeben. Kommunistische Lärmszenen. Das Wort erhält darauf Reinskanzler Dr. Cuno, der zunächst von den Kommunisten am Sprechen verhindert wird, welche rufen: Der Aufsichtsrat der Stinnes und Konsorten hat das Wort! Schwindler! Berrüger, abtreten, der bende Leichnam redet. Sie sind ein Verbrecher am deutschen Volk! Anhaltende, große Unruhe auf allen Seiten des Hauses. Der Abg. Froelich Komm.) erhält zwei Ordnungsrufe. Präsident Loche macht darauf aufmertsam, daß er bei we terer Nichtbefolgung seiner Mahnung eine gröbliche Verletzung der Ordnug des Hauses als vorliegend ansehe und die Ausweisung der betreffen den Abgeordneten vornehmen werde. Lebhafter Beifall. Die Rede des Reichstanzlers. Die französische Fabel von der friedlichen Ingenieurkommission und den produttiven Pfändern lasse sich heute nicht mehr aufrecht erhalten. Trotz aller Drangsalierungen werde die Bevölkerung an Rhein und Ruhr tren am Widerstande festhalten. Beifall bei der Mehrheit.) Die Entscheidung te: ge jetzt bei England, aber es wäre zwecklos und gefährlich, in diesem Augenblick über die Einzelheiten der englischen Attion sich zu verbreiten oder Kombinationen daran zu knüpfen. Wir dürfen nicht an Wunder, sondern müssen an uns selber glauben.(Beifall.) Wir haben immer den Willen zur Verständigung mit Frankreich tlar bewiesen, aber Frankreich will, daß wir vor jeder Verhandlung den passiven Widerstand aufgeben. Wir sollen also das Rheinland den Franzosen auf Gnade oder Ungnade ausliefern. Dieses ist eine Forderung. auf die die Regierung nicht ein geben kann.(Lebhafter Beifall.) Hinter dieser einen Unmöglichkeit käme eine Kette weiterer Unmöglichkeiten. Frankreich brauchte zur Verwirklichung seiner Gewaltpläne eine neue Unterschrift. die Deutschland dann wie einen Klotz am Bein mit sich schleppen müßte. Man würde uns zur Unterschrift ein Dokument vorlegen, das so gusgeklügelt wäre, daß es alles nachholt, was nach französischer Auffassung der Versailler Vertrag der säumt hat. Wir kennen die Gewaltpläne d.s Herrschers und Verderbers Europas, wir sind ihnen gegenüber nur auf uns selbst angewiesen. Zur Erhaltung des Bestandes unseres Landes müssen wir jedes, aber auch jedes Opfer bringen. Wir wollen festhalten an dem gewaltsamen vassiven Widerstand, frei von sinnlosen Gewalt= taten. Der Reichekanzler geht dann auf die innere Politik, vor allem auf die Wirtscha###tslage ein. Die Gesundung unserer Wirtschaft müßte erreicht werden, ohne Rücksicht auf irgendeinen Stand oder auf bestimmte Wirtschaftskreise.(Bei diesen Worten erhebt sich bei den Kommunisten großer Lärm. Koehnen Komm.) ruft: Sie Bankrotteur! Der Lärm steigert sich nach Gegenrufen von rechts). Trotz der Mahnung des Präsidenten setzen sich die Lärmkundgebungen noch iniuutenlang fort, bis der Kanzler wieder fortfahren kann. Die nächsten Vorschläge der Regierung würden eine weitere Verschärtung der Steuergesetze mit sich bringen. Vor allen Dingen müsse die Tä. tigkeit der Notenpresse eingeschränkt werden und überflüssige Einfuhr unterbleiben. Unsere Wirlschaft sei mit allen Mitteln zu fördern. Soweit in einzelnen Wirtschaftszweigen der Weltmarttpreis ereicht ist, sei die Tätigkeit der Außenbaudelsstellen überflüssig geworden. Die Reichsbaant stehe vor wichtigen währungspolitischen Aufgaben. die mit Vorsicht und Entschlossenheit gelöst werden müßten. An die Landwirtschaft müsse die dringende Mahnung gerichtet werden, auch in der Lieferung der Lebensmittel ihre Pflicht zu tun. Die Arheitgeber aller Stände sollten der Geldentwertung bei der Bemessung der Löhne und Gehälter Rechnung tragen. Unser Volk sei nach dem Kriege viel ärmer geworden. Mehr sparen und mehr arbeiten sei erforderlich. Reichstag und Regierung. Die=Regierung stehe auf ihren Posten(Gelüchter und lärmende Zurufe bei den Komunisten. Das vaterländische Bewußtsein müsse heute ein Band der Einigung sein. Die Verfassung geve den Ländern die Möglichteit zur Entfaltung ihre: Verschiedenheiten. Diese Verschiedenheiten durfen aber nicht zu einer Gefahr für die Außen##olitik des Reiches werden.(Unruhe.) Eine erfolgreiche Außenpolitik könne nur betrieben werden, wenn der Reichstag hinter einer starten Regierung stehe. Lärm bei den Kommunisten und Ruse: Cuno der Starke! Der Kanzler erinnert daran. daß es mehr als acht Monate her seien, seit er sein Amt übernommen habe. Er habe es nur getan, weil er dem Vaterlande dienen wollte. Bei fall bei der Mehrheit.) Er könne seine Kraft dem Vaterlande nur so lange widmen, wie er das Vertrauen des Reichsages habe, nicht einen Tag länger.(Beifall und Händeklatschen bei der Melrheit. Lärm bei den Kommunisten. Der Reichsfinanzminister über die Steuervorlagen. Reichpfinanzminister Dr. Hermes begründet dann die neuen Steuervorlagen. Niemals seit dem Abschluß des Verfailler Vertrages seien sonhe Eingrisse in die deutsche Staatshoheit, das deut sche Finanzwesen und die deutsche Wirtschaft vorgenommen wie in den letzten Monaten. Das Reich habe durch den Ruhrlampf nicht nur erhevliche Lasten zu tragen, sondern auch einen großen Einnahmeansfall erlitten. Der mit einer Villion veranschlagte Fehlbetrag der Reichspost werde wahrscheinlich noch höher werden. Zur Erreichung gesunder wirtschaftlicher Verhältnisse bei den Betriebsverwaltungen sei die Einführung wertbeständiger Tarise geptant, und zwar bei der Reichsbahn am 1. September und bei der Post an 15. September. Deutschland habe an Leistungen ans dem Versailler Vertrag bisher 6 Billionen an Geld. und Sachleistungen aufgebracht.(Lebhaftes Hört, hört!) Der Minister beschäftigt sih dann mit den vorliegenden Steuergesetzen im einzelnen. Die Nachteile, die dem Kleinhandel jetzt aus der Art der Nalhversteuerung bei der Tabakstener er wachsen, würden beseitigt werden. Weitere Sten erquellen seien nötig. Man werde sich inn Ausschuß damit beschäftigen müssen. Im Herbst wurde bei einer Reform der Eintommensteuer auch über die Frage der Goldvilanz und Goldrechnung entschieden werden müssen. Durch die neuen Schatzanweisungen wolle min eine Befriedigung des allgemeinen Bedürfnisses nach wertbeständigen Anlagemöglichteiten erre# chen. Das Reich könne eine Garantie nur übernehmen, wenn der Etat in Ordnung gebracht werde. Die Ausgaben müssen durch entsprechende Einnahmen gedeckt werden. Daher seien die neuen Steuergesetze erforderlich. Gesunde Verhältnisse werden allerdings erst eintreten, wenn die Ruhrbesetzung durch einen unparteiischen Spruch über den Umjang unserer Reparationsverpflichtungen abgeschlossen wird. Durch die Erledigung der Steuervorlagen müsse der Welt bewiesen werden. daß wir nach Möglichteit finanzielle Ordnung bei uns schaffen wollen. Beifall bei der Mehrhe#t) Präsident Löbe teilt mit, daß nach dem Beschluß des Aeltestenrates die Aussorache über die Regierungserttärung am Donnerstag beginnen soll. Abg. Koenen(Komm.) beantragt, die Debatte sofort zu beginnen, damit die unerhörte Rede des unfähigen Reichskanzlers nicht einen 2.3 unwidersprochen ins Land gehe. In vielen Betrieben sei schon passive Ressistenz proklamiert worden. um Cuno zum Rücktritt zu zwingen. Gelächter.) Abg. Müller=Franken(Soz.) stellt fest, daß die Kommunisten im Aeltestenrat gegen die Vertagung der Aussprache keinen Widerspruch erhoben hätten. Die Annahme des kommunistischen Antrages wäre gleichbedeutend mit der Abdankung des Parlaments. Der kommunistische Antrag wurde abgelehnt. Das Haus vertagt sich auf Donnerstag 2 Uhr: Aussprache über die Regierungserklärung. Schluß 5.30 Uhr. Pressestimmen zur Reichskanzlerrede. TU Berlin, 10 8. Der„Lokalanzeiger“ überschreibt sein Kommentar zu der gestrigen Reichstagssitzung: Rettet das Reich! Die kommunistischen Zwischenfälle, so sagt das Blatt, bilden in der Zeit äußerster Not, in der wir uns befinden, ein unsäglich trauriges Schauspiel. Ueber die Kanzlerrede äußert sich das Blatt dahin, daß die Rede im allgemeinen wohl den Erwartungen, die man billigerweise von ihr hegen konnte, entsprochen habe. Der Kanzler streift die innenpolitische Lage mit einigen Sätzen der Abwehr des rechten und linken Radikalismus „Der Tag“, spricht sich gegen jede Aktivität aus. Das positive Ziel der Regierung Cuno muß sein, den passiven Widerstand im Ruhrgebiet erfolgreich durchzuführen. In den nächsten 14 Tagen wird sich zeigen, ob die Regierung Cuno stark genug ist, das Ruhrunternehmen erfolgreich zu Ende zu führen. Die nächsten zwei Wochen sind Wochen der Entscheidung Die„Deutsche Tageszeitung“ schließt ihre Besprechungen: Die Regierung müsse sehr stark sein. Die„Kreuzzeitung“ schreibt: Dr. Cuno hat in klarer Weise die Dinge so dargelegt, wie sie sind Dafür ist er von den Kommunisten maßlos beschimpft worden. Der Präsident gewährte dem Reichskanzler nicht den Schutz, auf den er unzweitelhaft unspruch hat. „Der„Vorwärts“ schreibt: Die sozialdemokratische Fraktion wird sich an der Steuerarbeit beteiligen mit dem Ziele, sie nach ihren Forderungen zu gestalten. Von der gestrigen Reichstagssitzung hatte man den Eindruck, daß eine Regierungskiise wahrscheinlich nicht bevorstehl, daß es aber für die Sozialdemokratie Zeit ist, sich auf die Autgaben vorzubereiten, vor deren Lösung sie der nächste Regierungswechsel stellen wird. 4 Zu dem Handgrangtenattentat in Busseldorf. erläßt die sozialdemokralische Parteileitung in Düsseldorf folgende Kundgebung: Vereinigte Sozialdemokratische Parkei von Düsseldorf und des Unterbezirks Düsseldorf drückt ihren Abscheu aus gegen das am Samstagabend am Corneliusplatz in Düsseldorf gegen französische Soldaten ausgeführte Bombenattentat. Deu dabei zu Schaden gekömmenen deutschen Mitbürgern sprechen wir unser aufrichliges Beileid aus und wünschen den Opfern des Verbrechens recht baldige Genesung. Dieselben Gefühle, welche uns für unsere deutschen Milbürger beseelen, bringen wir auch den durch das ruchlose Verbrechen zu Schaden gekommenen französischen Soldaten dar. Wir verlangen von der Stadlverwaltung. von der Staats= und Reichsregierung, daß sie von solchen Verbrechern abrückt, daß sie schärfer und nachdrücklicher als bisher solche Talen als das charakterisiert, was sie sind, nämlich ganz gemeine Verbrechen, dazu angelan, den passiven Widerstand der Arbeiter. ungestellten und Beamten zu schwächen und dadurch andern volksverräterischen Elementen. Rheinlandbündlern usw., Vorschub zu leisten. Nach wie vor sind die sozialistischen Arbeiter, Angestellten und Beamten gewillt, den passiven Widerstand gegen die Militärherr= schaft und gegen die Bestrebungen der Sonderbündler fortzuführen. Sie verlangen aber von der Regierung Cuno, daß dieselbe aus ihrer Passivität heraustritt und jeden akliven Widerstand aufs schärfste verurteill Denn die soztalistischen Arbeiter, Beamlen und Angestelllen sind nicht gewillt, neben den Lasten der Besatzung auch noch für die Taten verbrecherischer Elemente zu büßen. Bisher 100 deutsche Todesopfer. Aus dem Ruhrgebiet, 10. August. Nach einer soeben erschienenen Statistik des Oberpräsidenten in Münster sind bis zum 28. Juli im Einbruchsgebiel den französischen und belgischen Mordbrennern insgesamt 100 deutsche Menschenleben zum Opfer gefallen. Ein spätes Urteil des Reichsgerichts. Leipzig, 10. Aug. Der Feriensenal des Reichsgerichts verurtelte den Dreher Gerhard Strey, Magdeburg, wegen Landesverrats zu lebenslänglichem Zuchthaus. Strey war im März 1916 in dei Champagne von der Wache zu den Franzosen übergelaufen und halte diesen die deutschen Stellungen verraten. 1920 kehrte Strey aus der Gefangenschaft zurück und wurde im Dezember 1929 wegen Landesverrats verhaftet. Der Angeklagte war geständig. Der Reichsanwall hatte 10 Jahre Zuchthaus beantragt. Ablehnung der Forderungen des Einzelhandels. Die zwischen den Vertrelern des Einzelhandels und der Reichsregierung geführten Verhandlungen sind, wie die„Textilwoche“ erfährt, ergebnislos verlausen, weil die Regierung sämtliche Forderungen des Einzelhandels abgelehnt hat. Infolgedessen wird die Protestbewegung des Einzelhandels einschließlich des gesamten Gewerdes und Handwerks in verstärktem Maß durchgeführt werden. Mainz, 10. Aug. Nach einer Meldung des „Echo du Rhin“ aus Düsseldorf sei in Neu=Essen eine Handgranate auf eine französische Schildwache geworfen worden, der französische Posten sei jedoch nicht getroffen worden.— In Altenessen soll nach demselben Blatt ein ergebnisloser Sabotageakt gegenüber einer Besatzungskolonne versucht worden sein. Der Täter sei verhaftet worden. Wie das Blatt weiter aus Düsseldorf meldet, sei in Bochum ein Deutscher verhaftet worden, von dem bekannt geworden sei, daß er sich im Besitz von Handgranaten besinde spannt. Erfrischung wird ferner durch Bespregung des Fußbodens erreicht. Man erprobe alle Möglichteiten, um Lüftung zu schaffen. Dabei soll nicht vergessen werden, daß die Wohnung im Laufe des Sommers mehrfach kräftig von den Sonnenstrahten beleuchtet werden muß; vor allem sind die Betten und Kleidungsstücke wiederbolt an die Luft zu bringen und von der Sonne kräftig zu bescheinen. 1. Fehlerhaft, den erhitzten Leib durch Zuführung kalter Stoffe zu erquicken. Vorsicht gebranche man daher beim Genuß von zu kalten na türlichen und künstlichen Wassern und vor allem beim Genuß von Eis. Die Wirtung dabon ist Ma genverstimmung und die Folge oft Bettruhe; die aber ist in den heißen Tagen wenig angenehm. schütze ich mich gegen hitze? 1. Leichte Kleidung; darin gehen d#i# Damen mit gutem Beispiel voran, insofern helle und dünne Stoffe bevorzugen. Während chelle Farben Licht und Wärme wieder abgeben, halten dunkle Farben die Strahlen fest. Je leichter die Rleidung, desto ungehinderter die Atmung des Körpers, und desto weniger„schwitzt“, der Leib. Normales Essen; Ueberladung des Magens erfordert große Titigleit der inneren Organe und je mehr belanntlich an warmen Ta gen gearbeitet wird, desto stärter verspürt man die Wärme; so geht es auch mit dem Magen. Bier usw. erfrischt nur augenblicklich; später wärmt der Alkohol desto stärker. In Wohnungen und Arbeitsstät ten halte man— wenn Diebesgefahren ausgeschlossen sind nachts über die Feuster geöffnet; auch sorge man für Durchzug, wenn es ohne Schädigung von Personen möglich ist. Sobald die ersten Sonnenstrahten in den Raum scheinen, schließe man die: Fenster an der Sonnenseite und ziehe Vorhänge und Gardinen zu. Sobald zur Mittagszeit die Sonnenstrahlen auf der Gegenseite eindringen wollen, handele man entsprechend. Wo Vorhänge sehlen, lassen sich leicht Blenden herstellen, indem man Raymen mit Papier überManche neueste und notwendige Nachricht konnten wir leider heute in unserer Zeitung ne eröffentlichen, da uns seitens der Gasanstalt von gestern, Donnerstag mittag 1 Uhr ab bis heute mor gen 8 Uhr kein Gas geliefert wurde, das zum Beer Setzmaschine unbedingt nötig ist. So war der Maschinensetzer auch in den Nachtstunden vergeblich zur Stelle, denn er konnte infolge des Gasmangels keine Zeile setzen. Sein silbernes Pfarrer- und Ortsjubiläum kann am 13. September Herr Pfarrer Schnur bus feiern. In der tatholischen Gemeinde werden schon jetzt Vorbereitungen zu einer bescheide nen, dem Ernste der Zeit angepaßten würdigen Familienfeier getroffen. ** Gassperre. Wie uns mitgeteilt wird, tritt bis auf weiteres täglich von 1—7 Uhr nachmittags Gassperre ein ** Eduard Pferdekämper*p;. Gestern morgen einviertel nach 3 Uhr verstarb der hier wohlbekannte Schwerter Bürger Eduard Pferdekämper, Ostenstraße 29, im hohen Alter von 75 Jahren, ein echter Typ Altschwerter Bürgertums. Von weit und breit im Land kehrte man mit den alten Schwertern gern bei Vater Pferdekämper ein, dessen Rechtlichkeit und Offenherzigkeit manchen anlockte. Er war Veteran von 1780—71, lange Jahre Vorsitzender des Kampfgenossenvereins, mit dessen Mitgliedern er in einem recht guten kameradschaftlichen Verhältnis lebte. Gleicher Beliebtheit erfreute er sich bei all seinen Gästen und war lange Jahre hindurch immer der 14. August, der Tag der Schlacht von Colombey, ein recht festlicher Tag. wovon das nachstehende Gedicht, das ihm seine Stammgäste am 14. August 1900 widmeten, ein beredtes Zeugnis gibt: Jahrzehnte sind vergangen heut drei, Da war der heiße Tag von Colombey. Die Sonne brannte wie Tropenglut. Doch hatte der altedle Rebensaft Dem Arm verliehen die starke Kraft Und unseren Tapfern erhöht den Mut. Vorher auf dem Marsche rann der Schweiß, Und bald floß auch stromweis schon das Blut Es war ein Ringen um Siegespreis Die Kraft der Deutschen errang großes Gut. Was dort geschah im Franzosenland Half schlingen das deutsche Bruderband. Geschaffen wurden viel tapfere Helden, Hier ist ja einer, der's auch kann melden, Ein echter Kämpfer altdeutscher Art, Der P erdekämpers Eduard. Am heut'gen Ehrentag ihm bringen wir Den Wunsch, oaß er lang noch schenk gutes Bier! Das war vor 23 Jahren, am 30. Jahrestag der Schlacht von Colombey. uls lebenslänglicher Leser unserer Zeitung widmen wir ihm gern die sen Nachruf.— Auch an seinen Kindern erlebte Vater Pserdekämper rechte Freude. Seine strengen Erziehungsgrundsätze waren ja allgemein bekannt und haben keine schlechte Frucht gebracht. Zu seinem Begräbnis, am Sonntag nachmittag 4 Uhr, werden viele ihm wohl das letzte Geleit geben. ** Ein Meuschenauflauf entstand gestern abend kurz vor 7 Uhr in der Hüsingstraße in der Nähe der Fleischerei Bracht. Ein Fuhrwerk der Straethmannschen Weinhandlung kam über den Postplatz. Plötzlich scheute das Pferd und sauste mit dem beladenen Wagen in die Hüsingstraße hinein Dort löste sich ein Vorderrad, der Wagen stürzte und das Pferd kam zum Halten. So wurde weiterer Schaden verhütet. Um die Semmeln. Gestern mittag kurz nach 2 Uhr kam auf seinem Fahrrad der Bäckerbursche der Fa D. mit einem stattlichen Korb voll warmer Brötchen schnell aus der Sedanstr. zum Postplatz gefahren. Im selben Augenblick kreuzte dort ein Personen=Auto, aus der Bahnhofstr. kommend, den Postplatz Es stieß auf das Fahrrad, welches zerbrach, Knabe und Semmeln zierten die Straße, ohne sonstigen Schaden zu nehmen Ein herbeigerufener Polizift notierte den Autofahrer und kann er nun um Schaden=Ersatz für das Fahrrad angegangen werden. Die Ecke Sedanstr.=Postplatz bedarf ständiger Vorsicht von allen Seiten, da dort auch grade die elektrische Straßenbahn durchfährt. Die Semmeln werden eine merkliche Abkühlung erfahren haben, viele Zuschauer erhitzten sich dafür. ** Zu dem Diebstahl bei der Firma I. D. Theile wird uns noch ergänzend berichtet, daß der wachhabende Nachtwächter der Firma die Diebes kolonne schon abends hinter einer Hecke beobachtet hatte, mit einem größeren Handwagen und mit einer zweirädrigen Karre. Um 12 Uhr nachts etwa wurde der Diebstahl dann ausgeführt. Der Lehrling, der den einen der gefangenen Diebe bewachen sollte, fürchtete sich, eine entsprechende Nachricht weiter zu bringen. So tat dies der Wächter selbst, konnte dabei noch zwei der Diebe dingfest machen und der Schupo übergeben, während ein dritter Diebesgeselle in Schwerte am nächsten Morgen verhaftet wurde, Bei der Verfolgung der Diebe haben die Spürhunde des Wächter auch ihr gut Teil geleistet** Die neuen Millionenscheine. Die 10=, 2)= und 50=Millionenscheine, die sich bereits im Druck befinden, und die schon in den nächsten Tagen in den Verkehr gebracht werden, werden ein Distel Wasserzeichen und am rechten Rande eine gelbe Maserung auf glattem Papier haben. Sie werden sich in der Größe von den 5=Millionenscheinen nur um einige Millimeter unterscheiden. Außerdern werden neue Ausführungen von Scheinen 100 000 M und 500 000 M hergestellt, um dem Bedarf nach Wechselgeld genügen zu können. Der dramatisierte Stinnes. Ann hat auch Hugo Stinnes das Schicksal führender Männer ereilt, in der Zeitliteratur dramatisch verwertet zu werden. Der Hamburger Schriftsteller Hanns Bubenden hat soeben ein abendfüllendes Stück„Stinnes, eine Groteste in drei Akten“, fertiggestellt. Das Stück, in dem Hugo Stinnes als handelnde Person auftritt, wird in den näch sten Tagen an die Bühnen versandt.(D. Gen.=A. In der Ferienzeit haben die Kinder mehr als gewöhnlich Gelegenheit, durch Flur und Wiese zu streifen und in Wäldern sich aufzuhalten. Soweit es nicht schon seitens der Schule geschehen ist, müssen Eltern und, sonstige Pfleger oder Aussichtspersonen den öfter ins Freie gehenden Kindern immer wieder einschärten, keine Früchte bezw. Beeren, die ihnen unbekannt sind. zu pflücken, in den Mund zu nehmen oder gar zu essen. Denn es gibt gerade in den Ferienwochen mehrere Sorten Giftbeeren, die bald unserer Kirschfrucht, bald unserer Heidelbeere oder auch der Johannisbeere ganz ähnlich sind, deren Genuß jedoch dem Körper schädlich ist, indem sich mindestens heftige Magenschmerzen. Uebelteit u. Brechreiz einstellen, häufig sogar ein qualvoller Tod herbeigeführt wird. Die am meisten in Wäldern, auf Wiesen und Schutthaufen vorkommen. den Pflanzen, deren Früchte giftige Beeren sind, sind die Tollkirsche, der schwarze Nachtschatten und das Bilsentrant. Rechtzeitige Warnung und Belehrung werden die Kinder vor Schaden bewahren. * Aus den Provinzen. Buer. In der Janchegrube ertrun ken. Das dreijährige Töchterchen eines Anwohners der Augustastraße in Buer=Erle, das vermißt wurde, hat einen surchtbaren Tod gesunden. Nach lägerem Suchen ist es in einer Jauchegrube g funden worden, in die es gefallen und dann ertrunken ist. Lippstadt. Unwürdige Behandlung eines Schulkindes auf dem Polizeiamte in Lippstadt. Dem„Bochumer Anzeiger“ wird von einem seiner Leser geschrieben:„Mein Sohn, der von dem Jugendarbeitsamte Eickel nach Lippstpadt zwecks Landaufenthalts geschickt wurde, traf Samstag, den 28. Juli, nachts gegen 12. Uhr in Lippstadt ein. Dort begab er sich zum Polizeiamte und bat um Auskunft bezw. Nachtlogi Der wachthabende Polizeibeamte gab dem Schul tinde eine Unterkunft in einer Gefangenenzelle# wo es von 2 Uhr nachts bis 6 Uhr morgens zubrachte. Gegen 6 Uhr morgens wurde der Junge geweckt, dann brachte man ihm zehn Paar Stiefel, die er putzen mußte. Als Lohn dafür bekam er zwei Schnitten trockenes Brot, und um halb 9 Uhr wurde er entlassen. Er begab sich dann zum Ingendarbeitsamte in Lippstadt, von dort betam er eine Wohnung.“ Niedermarsberg. Veranbung von Post paketen. Hier wurde ein kurz vor der Pensionierung stehender Postschaffner wegen fortwährender Beraubung von Postpateten in Haft genommen. Bei einer vorgenommenen Haussuchung wurden gestohlene Gegenstände im damaligen Werte von rund 50 Millionen Mark gefunden. Alhausen. Kircheneinbruch. In der hiesigen Kirche wurde in der Nacht zum Donnerstag ein Einbruchsdiebstart verübt. Die Spitzbuben bohrten das Schlun der äußeren schweren Sakristeitür aus, stemmten dann aus der Wand an der zweiten Tür die Schloß=Sicherung heraus und durchwühlten die Salus#e#eränte nach Leinengegenständen. Sieben wer###elle Alben fehlen, die anderen Sachen, sgewänder usw., lagen durcheinander auf dem Fußboden Auch ein Paar silverne Leuchter waren zum Mitnehmen bereitgestellt, sind aber anscheinend vergessen worden. Ueber die Täter konnte bis jetzt noch nichts ermittelt werden. Aus dem Reich. Die Geburtstagsgaus. Als ein wahres Geschichtchen erzählt die Münchener Jugend folgendes: In einer niederschte schen Industriestadt. Die brave Hausfrau hatte eine sorgsam gerupfte Gans aus ihrem Künen fenster im ersten Stock gehängt. Mancher Vorübergehende streifte sie mit sehnsüchtigem Blick. Zwei Männer betrachten sie und erkunden die Gelegenheit. In der Nacht schleichen sie sich mit einer Leiter heran, und gerade ist der eine beschäftigt sie abzuschneiden, während der andere die Leiter hielt, als ein Schupobeamter auftauchte und mit der energischen Erkundung, was dort sei, ihr Vorhaben stört.„Unser Freund da oben hat morgen Geburtstag und da wollen wir ihm als Ueberraschung die Gans hinhängen," erklärte der unten. Das sei grober Unfug, den er nicht zulassen könne, erklärte der Hüter des Gesetzes. Worauf der oben auf der Leiter:„Weißt du was, Wilhelm, wir nehmen die Gans einfach wieder mit und pringen sie ihm morgen ins Haus." Schneidet sie kühl ab, die beiden nehmen ihre Leiter auf und verschwinden. Ruhrkinder in Leipzig. Gestern vormittag gegen 10 Uhr traf auf dem Hauptbahnhof ein neuer Transport Ruhrkinder ein im Sonderzug mit 650 Insassen, Jungen und Mädel im Alter von 9 bis 13 Jahren Leipzig war der erste Haltepunkt nach der nächtlichen Reise. Am Querbahnsteig hatte die Reichswehrkapelle Ausstellung genommen und spielte zum Empfang das Deutschlandlied, die preußische Nationalhymne und andere vaterländische Lieder, was bei den erwachsenen Begleitern einen nachhaltigen Eindruck hinterließ. Den Kindern wurde dann im Wartesaal 3. und 4. Klasse erfrischender Kaffee gereicht. Allgemein herrschte die fröhlichste Stimmung in Erwartung des auf mehrere Monate berechneten Aufenthalts in Sachsen Das meiste Interesse bestand für die noch bevorstehende Reise nach Meißen, in dessen Umgebung die Kinder untergebracht werden. Unaufgefordert erklärten die Transportbegleiter, daß die Ruhrkinder in Sachsen eine ganz hervorragende Aufnahme gefunden haben. Auch ist die Opserwilligkeit erfreulich groß, sind doch mit diesem Transport nun 1200 Kinder allein im Umkreis von Meißen untergebracht. Als der Sonderzug nach einer Stunde Leipzig wieder verließ, gingen aller Wünsche mit den Kindern, denen körperliche Erholung doppelt nottut, denn die Verhältnisse in ihrer Heimat bedrohen gerade die Gesundheit und das Wachstum der Unmündigen aufs Schlimmste, Möchte allen dieser Aufenthalt zeitlebens eine schöne Erinnerung an ihre sonst so beengte Kinderzeit werden! Grührmetbangen. Teuerungsunruhen in Hagen. TU. Hagen, 10. Aug. Infolge der herrschenden Kartoffelnot kam es gestern aus dem Platz vor dem Rathause und in den anliegenden Straßen zu Demonstrationen. Eine nach vielen Hunderten zählende Menschenmenge, zum weitaus größten Teile Frauen mit leeren Marktkörben am Arm sammelten sich bereits in den Vormittagsstunden vor dem Rathaus an und verlangten die sofortige Herausgabe von Kartoffeln. Nachmittags wiederholten sich die Kundgebungen in verstärtem Maße. Kinder trugen Schilder mit Aufschriften, wie:„Heraus mit den Kartoffeln, Ihr Dickbälge!“„Gebt uns zu essen, Ihr Wucherer!“ Hagen hungert mehr als ganz Deutschland!“ Zu ernsteren Ausschreitungen ist es dank der besonnenen Haltung der Schutzpolizei nicht gekommen. Ein von der Schupo festgenommener junger Mann mußte aus Verlangen der Menge wieder freigegeben werden.— Ueber die Ursachen der Demonstration erfahren wir, daß seit einigen Tagen in Hagen so gut wie gar keine Kartoffeln mehr aufzutreiben sind, weil es den Großhandlern an den erforderlichen Devisen zum Einkauf in Holland mangelt. Auch einige Restaurants sind notgedrungen dazu üvergegangen, ihren Gästen Reis statt Kartoffeln zu reichen. Um der Not zu steuern, kaufte die Stadtverwaltung mehrere gons holländischer Kartoffeln zum Preise von 100000 Mk. für das Pfund mit der Maßgabe, daß die Ware für 60000 Mark das Pso. an die Bevölkerung abgegeben werden sollte. Die Stadtverwaltung setzt also bei jedem Pid 40000 Mark zu. Da der Unwille der Menge über den hohen Preis, den die Hausfrauen nicht glauben bezahlen zu können, sich nicht legen wollte, beschloß die Stadtverwaltung, an besonders Bedürftige Gutscheine zum Bezuge von je drei Pfund Kartoffeln auszugeben. Diese Scheine sollen später beim Lohnempfang verrechnet werden. Die Berufung Krupps berworfen. TU. Paris, 10. Aug. Der Pariser Kassationshof hat die Berufung Krupps und seiner Mitarbeiter gegen das Werdener Schandurteil gestern verworfen. Den Verurteilten bleibt jetzt zur Abkürzung ihrer Strafe nur noch ein Gnadengesuch an den Präsidenten der französischen Republick übrig. Ein Antrag sämtlicher Parieien an die Regierung. TU Berlin, 10. Aug. Dem Reichstag ist heute ein Antrag des Zentrumsabgeordneten Schreiber, gegengezeichnet von allen Parteien, überreicht worden, durch den die Reichsregierung ersucht wird, den Etat der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft von 4,4 Milliarden auf 9 Milliarden zu erhöhen Der Buchdruckerstreik beschlossen. TII. Berlin, 10. August. Die gestrige Urabstimmung in den Betrieben des Berliner grarhi. schen Gewerdes über Annahme der Vereinbarnngen oder Streif hat, wie der Verein der Berliner Buchdrucker mitteilt, bei beiden Organisationen die=Ablehnung der Vereinbarungen ergeven und zwar mit über zwei Drittel Mehrheit. Da anct die Verhandlungen, die in letzter Stunde am gestrigen Donnerstag nachmittag zwischen den Parteien stattgefunden haben, ergebnislos verlatsen sind, ist der Streik unvermeidlich geworden. Die Arbeit wird in den Betrieben heute, Freitag früh, niedergelegt. Nur die Arbeiterpresse soll erscheinen. Die Haltung der Belegschaft der Reichodenkkerci, soweit die Banknotenberstellung in Frage kommt, ist noch nicht ganz tlar. Das wird sich voraussichtlich erst im Laufe des heutigen Tages endgültig ergeben. Von Gewertschaftsseite wird im Hinblick auf die ernsten Gefahren versucht werden, die Belegschaften von der Arbeitsniederle. gung abzuhalten. Ob das gelingen wird, ersche.n aber ziemlich zweiselhaft. Der sittliche Verfall im besetzten Gebiet. Von einem bewährten Kenner der Verhältnisse an Ruhr und Rhein wird uns der folgende zur Verfügung gestellt, der ein grelles Licht auf die französischen Versuche einer Demoralisierung der Zu den übeisten Begleiterscheinungen der franuvg un z, wpeiten Schichten der dentschen Bevölle. ihrer Dauer Erscheinungen gezeitigt, die für die Zu. kunft das allerschlimmste befürchten lassen. In den deutschen Archiven befinden sich hierüber bereits dicke Aktenbände, die ein deutliches Bild von diesen Begleiterscheinungen geben. Im Inlande hat man sich bisher mit ihnen nur recht wenig beschäftigt, im Auslande fast gar nicht. Es erscheint darum angebracht, gerade auf diese Zustände die Aufmerksamkeit aller deutschen und ausländischen Kreise zu lenken, da sich ihre Auswirkungen noch lange nach der Auf hebung der Besetzung fühlbar machen werden. Den schwersten sittlichen Gefahren in den besetzten Gebieten ist unbedingt die Jugend unterworfen. Die Polizeiberichte, Protokolle und sonstigen Aufzeichnungen legen hiervon beredtes Zeugnis ab. B#hrend z. B. die Städte des Industriebezirks die Prt##### früher fast gar nicht kannten und den Polize####ehorden nur sehr wenig Frauen und Mädchen bekannt waren, die gewerbsmäßige Unzucht trieben, hat heute nahe jeder Ort, auch wenn er noch so klein ist, mehrere Dutzend solcher Personen, die sich zumeist noch aus ganz jungen Mädchen zusammen setzen. Hand in Hand geht damit ein übertriebener Luxns, der von diesen Personen getrieben wird, und der viele, nicht ganz widerstandsfähige Mädchen und Frauen auf die gleiche Bahn des Oastezzrofitition, die durch die Beist jedoch die heimliche Prostitutie, en Enich en Hrsatzung einen ungeheuren Ausschwung genommen hat und zu einer furchtbaren Gefahr für die übrige Bevölkerung geworden ist. Ein Eingreifen von Seiten der Behörden ist vollkommen aussichtslos, da einmal jede Polizeigewalt im Ruhrgebiet fehlt und zum ande ren sich jedesmal, wenn die Sittenpolizei eingreifen will, sich das französische Militär den Kriminalbe. amten in den Weg stellt und die Verhaftung derartiger verdächtiger Frauen und Mädchen verhindert. Infolgedessen hat die Bevölkerung schon vielfach zur Selb hilfe gegriffen und kurzerhand Frauen und Mädchen, die sie mit Franzosen oder Belgitr ,igiag Borgehen Haar abgeschnitten oder verprügen. Dies der Bevölkerung hat, wie von Seiten der Behörden festgestellt worden ist, wiederum dazu geführt, daß vor nehmlich Sonnabends und Sonntags derartige Fraue und Mädchen ihre Wohnorte verließen und sich in anderen Städten mit den Truppen der Besatzung amüsierten. Während deutsche Frauen und Mädchen noch in verhältnismäßig geringer Zahl sich mit den Soldaten abgeben, verkehren vorn lichen Angehörigen der polnisch sprechenden Vergarbeiter in großer Anzahl mit den Besatzungstruppen. D polnischen Bergarbeiter stehen diesem Treiben vielfach ebenso machtlos gegenüber wie die Behördgune## schon häufig vorgekommen ist, daß die Ehemanner— Anstiftung ihrer Frauen von den Franzosen überfallen Während es sich bei den oben geschilderten Vorsind und die bei einer Wiedereinsetzung der deutschen stark eingedämmt werden, weiß die Chronik der Behörden des besetzten Gebietes von zahlreichen sind, es die französische Besatzungsbehörde ab lehnte, gegen die Täter vorzugehen oder weil häufig auch Offiziere zu diesen Sittlichkeitsverbrechern gehörten. Die Archive, aus denen wir dieses Material entnehmen, enthalten jedoch nur einen geringen aller Sittlichkeitsvergehen der französischen und belgi schen Truvpen, vielleicht überhautzt ngg den ringsten, da fast jedes derartige Ver#chen mit ei Drohung des Sittlichkeitsverbrechers schließt, und sich infolgedessen viele Frauen Polizeibehörde von der ihnen zugefügten Schande i Kenntnis zu setzen. Einen breiten Raum unter den zahlreichen Protokollen nehmen Berichte über lichen bandenweisen Ueberfall auf Wohnungen e in denen sich die Frauen allein befanden, während die Männer, Bergleute oder Eisenbahner, an ihrer Erbeitsstelle weilten. Sogar französische nrmen drungen in die Wohnungen ein und zwangen die anwesenden Frauen und Mädchen, ihnen gefügig zu sein. und auch Offiziere an diesem Treibe teiligt und besonders die Frauen haben schwer zu leiden, in deren Wohnungen sich verartige Offiziere als Quarliergäste aushalten. Recht zahlreich sind auch die Fälle, in denen Frauen und Mädchen auf offener Straße von fran zösischen oder belgischen Soldaten überfallen und vergewaltigt wurden. Ein Fall, der sich Mitte Februar in Bottrop ereignete, verdient besonders festgehalten zu werden. Dort wurde in den Abendstunge. des 16. Februar ein Fräulein Josefine Mlaker mit ihrem Bräutigam von einer fünf Mann starken Patrouille angehalten und vor den Augen des Bräutigams von allen fünf Soldaten nacheinander vergewaltigt, so daß sie tagelang das Bett hüten mußte Besonders hartnäckig werden von den Franzosen vor allem ganz junge Mädchen, die teilweise noch die Schule besuchen, verfolgt. Auchy hier wissen die Protokolle zahlreiche Vergewaltigungen zu melden. Während in dem einen Fall ein Mädchen von 15½ Jahren gewaltsam in ein Wäldchen geschleppt und vergewaltigt wurde, verging sich in einem anderen Fall sogar ein Soldat in einem Schulgebäude an einem schwachsinnigen 14jährigen Mädchen. Ueber derartige Fälle liegen zahlreiche Mitteilungen vor. Die Forderungen der deutschen Behörden, derartige Vergehen zu ahnden, sind bisher alle unerfüllt geblieben. Diese Vorfälle haben bisher keineswegs abgenommen, sondern befinden sich in stetig aufsteigender Kurve. Je entschiedener die deutsche Bevölkerung jede Gemeinschaft mit den Besatzungstruppen ablehnt, desto zahl reicher werden die Notzuchrsverbrechen von Seiten der fremden Soldaten. Die Gefahr einer vollständigen Verseuchung des Industriegebietes wächst von Stunde zu Stunde, da es vollständig ausgeschlossen ist, die schlechtskrankheiten, die bereits eine außerordentlich große Zahl von Personen ergrifsen hat, mit zu bekämpfen. Ebenso beginnen die Sittlichkeitsbegriffe bei vielen Bewohnern des Ruhrgebietes immer mehr zu verwildern, was schon daraus hervorgeht, daß man verschiedentlich bei Knaben Geld fand, das diese von den Franzosen erhalten haben wollten die Herbeischaffung von Mädchen. Einbruch und Diebstahl stehen daneben auch in voller Bin##, polizeiliche Schutz fehlt. Alles in, allem bietet das Ruhrgebiet unter der französisch=belgischen Besetzung ein geradezu trostloses, ja grauenvolles Bild. Das Säuglingssterben in Essen. Seit der Besetzung des Ruhrgebiets haben sich die Gesundheitsverhältnisse in allen dortigen Städten, vor allem aber in Essen, von Tag zu Tag verschlechtert. Es läßt sich einwandfrei nachweisen, tug N#e Eingriffe der Besatzung zu einer Erhöhung der Sauglingssterblichkeit und zu einer allgemeinen Verschlechterung des Gesundheitszustandes beigetragen haben. Die verschlechterte Lebenemittelversorgung hat zusammen mit der Teuerung für die Allgemeinheit die Lebensmittelbedingungen derart verschlechtert, daß die Widerstandskraft gegenüber kronkmachenden sehr stark nachgelassen hat. Den amtlichen statistischen Angaben der Stadt Essen für das erste ist folgendes zu entnehmen: die allgemeine Sterblichkeit betrug im ersten Halbjchr 1923tnglichteste besae gegen 3261 im Jahre 1922. Die Sierelicheit ist also omn ersten Halbjahr dieses Jahres etwas geringer gewesen als in dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Doch wird der geringfügige Unterschied durch o## B#rhältnisse des zweiten Halbjahres mit Sichuglg. geglichen und überholt. Es muß auch beruufichtig. werden, daß durch den Abtransport von mehr als 30000 Kindern auf das Land die Bevölkerungsziffer sich verringert hat, was ebenfalls eine Rückwirkung auf die Zahl der Todesfälle mit sich bringt. Wichtig ist der Untstand, daß im ersten Halbjahr 1923 die Sterbefälle bei den Säuglingen gegenüber dem Vorjahre eine Steigerung erfahren hat und zwar auf 730 gegen 710 im vergangenen Jahre. Die Steigerung ist umso bemerkenswerter, wenn ihr gegenüber gestellt wird die Tarsache, daß die Zahl der Geborenen eine wesentliche Abnahme erfahren hat. In den ersten Monaten des Jahres 1923 wurden in Essen 5218 Kinder geboren gegen 6148 im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auf die Zahl der Lebendgeborenen bezogen, verstarben also im ersten Halbjahr 1923 Prozent, im gleichen Zeitraum des Jahres 1922 nur 11,54 Prozent der Säuglinge. Diese wesentliche Zunahme der Säuglingssterblichkeit wird von den maßgebenden Stellen zurückgeführt: 1. Auf den während des letzten Halbjahres infolge der Eingriffe der Besatzung eingetretenen Milchmangel, 2. auf die während derselben Zeit und aus demselben Grund erfolgte erhebliche Verschlechterung de blich und. der Besagung 3. auf den durch den Eingei### vorgerufenen Kohlenmangel, der namentlich im ersten Vierteljahr zu zahlreichen Erkältungskrankheiten der Säuglinge Anlaß gab Auch die Tuberkulose ist wieder im Vordringen begriffen. Im ersten Halbashr 1923 beziscgzeyrg# Tuberkulose 551 Personen gegen 547 im gieiche Herraum des Vorjahres. Im Verhältnis zu den Gesamttodesfällen entfielen auf 100 Gesamttodesfälle 1923 17.30 Prozent Fälle auf Tuberkulose gegen 16.77 Proz. re 1922. Dabei muß bemerkt werden, daß insbesondere unter der Kinderwelt die Tuberkulose che Opfer gefordert hat. Die gesundheitlichen Schäden, die durch die letzte große Verkehrssperre und durch die damit veranlaßte katastrophale Entwicklung der Milchversorgung herbetgeführt worden sind, lassen sich leider noch nicht zuhlenn. Auf jeden Fall ist mit der Tatsache Juli ein gewaltiges Ansteigen aller oben erwähnten üblen Erscheinungen mit sich bringen wird. er Mißerfolg der RuhrTrotz der scharfen Kontrolle, die die französtsche Regierung über jede öffentliche Meinungsäußerung hinsichtlich der Ru#besetzung ausübt, finden sich hier und da in Frankreich Stimmen, die mutig genug sind, eine ungeschminkte Bklanz der französischen Rutz#######n geben. Das tut unter anderem Professor, der Völkerrechtslehrer der Universität Tijon, in der neuesten Nummer des„Progres Eiviggzm gagig lich der Mann, der kürzlich in dem Sahlet des Droits de l'homme die Auffassung vertrat, daß sich völkerrechtlich der Einmarsch in das Ruhrgebiet rechtfertigen lasse, da nach den Grundsätzen des geltenden internationalen Rechtes der Gläubiger befugt sei, gegen einen böswilligen Schuldner gegebenenfalls mit Gewalt vorzugehen und da die im Vertrage von Versailles vorgesehenen Sanktionen für den Fall der Nichterfüllung durch Deutschland nicht ohne weiteres als Verzicht auf andere völkerrechtlich gültige Maßnahmen chen werden können. Dagegen sei vom morapolitischen Gesichtspunkte aus, das abenteuer auf das Schärfste zu verurteilen, da es einen Rückfall in die barbarischen Methoden brutaler Gewaltanwendung und überdies einen schweren politischen Im einzelnen führt Scelle dazu aus, daß die Hoffnung auf eine rasche Kapitulation T sich als ein schwerer Fehlschlag Deutschla habe. Noch auf der Londoner Konferenz im 1922 habe Poineare die Reineinnahmen aus der Ruhraktion auf 1½ bis 2 Milliarden Goldmark beziffert. Statt dessen habe Frankreich ein vollständiges finanzielles Fiasko erlitten und durch die Provozierung des passivon Widerstandes die nationale Einheit Deutsch lands fester denn je zusammengeschweißt. Darüber hinaus drohe aber die Politik des 11. Januar eine Entwicklung einzuschlagen, die zum Ende der Entente und zur Annäherung zwischen Deutschland und England führen wird. Frankreich steht nunmehr einem englisch deutschen Block gegenüber, dessen Existenz ihm nur die Wahl zu einem beschämenden Rückzug oder einem neuen Wahnfinnskrieg lasse. Allerdings sei anzunehmen, daß man sich in Frankreich zur Vernunft bekehre und es nicht zu der letzteren dieser beiden Eventualitäten kommen lassen wird. Deutschland sei heute weniger denn je geneigt, die Waffen zu strecken. Es sühle sich gestützt durch England wie auch durch Belgien. Die Initiative des Papstes sei endlich ein gemichtiges Zeichen dafür, daß die ganze Welt einig in der Verurleitung der französischen Greuelpolitik sei Von den beiden von der französischen Regierung standes und Anerkennung des Prinzips der etappenweisen Räumung nach Maßgabe der deutschen Zahlungen, werden sie vielleicht hinsichtlich der ersteren dur das Zustandekommen einer Art von Waffenstillstand wenigstens nach außen hin das Gesicht wahren können. Was aber die zweite Bedingung anlangt, so sei es eine Chimäre, sich einzubilden. Frankreich könne während einer unbegrenzten Anzahl von Jahren an der Ruhr bleiben, bis Deutschland den letzten Psennig bezahlt habe. In jedem Falle könne die Ruhrpolitik nur mit einem Mißerfolg für die französische Politik enden, und vermutlich würde Poincare nichts anderes übrig bleiben, als sich an den Völkerbund zur Schlichtung des Konflikt.= und zur endgültigen Regelung der Reparationsfrage zu wenden. Das Schulwesen im neuen Deutschland. Die Einnahmen der Keichspost 1923. in Milliarden Hk) ## MARZ 10312 APRIL6629 MAT9733 Die Einnahmen der Keichsbohn 1923. (in Milllerder Kk.) Kt-S-9 seft-Ss100 vsst65#9 Geheimrat Bruno Wedding, der neue deutsche Geschaftss trager in Reval.: Olfentl. Volksschulen Zahl der Schüler: Knaben. Oädchen Die Orinzessin Zu HohenloseGehringen Zu dem Prozess vor dem Staatsgerichtshof in Leipzig Zahl der Lehrkräfte männlich breidsich Sesstrung O#i-n mten 50 Qüberso Sen 90 Dubr 90 Dubersn Anzeigenbreise ab 9. Augost für die achtmal gespaltene Milimeterzeile Lokale 3000 Mk. Auswärtige 6000 Mk. * 9 2 5 Bekanntmachung. Verordnung zur Renderung des§ 46 Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes. vom 24. Juli 1923. Auf Grund des§ 46 Abs. 8 des Einkommen= steuergesetzes in der Fassung des Gesetzes vom 23. Dezember 1922(Reichsgesetzblatt 1. S. 978) wird mit Zustimmung des Reichsrats und eines Ausschusses des Reichstages folgendes bestimmt: S 1. Im§ 46 des Einkommensteuergesetzes erhält der Abs. 2 folgende Fassung: Der Betrag von 10 vom Hundert des Arbeitslohnes ermäßigt sich 1. für den Sieuerpflichtigen und für seine zu seiner Haushaltung zählende Ehefrau: a) im Falle der Zahlung des Arbeitslohnes für volle Monate um je 24000 Mk monatlich. b) im Falle der Zahlung des Arbeitslohnes für volle Wochen um je 5760 Mk. wöchentlich c) im Falle der Zahlung des Arbeitslohnes für volle Arbeitslage um je 960 Mar läglich, d) im Falle der Zahlung des Arbeitslohnes für kürzere Zeiträume um je 240 Mark für je zwei angefangene oder volle Arbeitsstunden 2. für jedes zur Haushaltung des Steuerpflichtigen zählende minderjährige Kind im Sinne des§ 17 Abs. 2 a) im Falle der Zahlung des Arbeitslohns für volle Monale um 160000 Mk. monatlich, b) im Falle der Zahlung des Arbeitslohnes für volle Wochen um 38400 Mk wöchentlich, c) im Falle der Zahlung des Arbeitslohnes für volle Arbeilstage um 6400 Mark läglich, d) im Falle der Zahlung des Arbeitslohnes für kürzere Zeiträume um 1600 Mk. für je zwei angefangene oder volle Arbeitsstunden; Kinder im Alter von mehr als 17 Jahren, die Arbeitseinkommen beziehen, werden nicht gerechnet. 3. Zur Abgeltung der nuch§ 13 Abs. 1, Nr. 1 bis 7 zulässigen Abzüge: a) im Falle der Zahlung des Arbeitslohnes für volle Monate um 200000 Mk. monatlich, b) im Falle der Zahlung des Arbeitslohnes für volle Wochen um 48000 Mk wöchentlich, c) im Falle der Zahlung des Arbeitslohnes für volle Arbeitstage um 8000 Mk täglich, d) im Falle der Zahlung des Arveitslohnes für kürzere Zeiträume um 2000 Mk. für je zwei angefangene oder volle Arbeitsstunden. Auf Antrag ist eine Erhöhung dieser Belräge zuzulassen, wenn der Steuerpflichtige nachweist, daß die ihm zustehenden Abzüge im Sinne des§ 13 Aos 1, Nr. 1 bis 7 den Betrag von monatlich 2000000 Mk. um mindestens 200000 Mk. monatlich übersteigen. Ueder den Antrag entscheidet das Finanzami Stehen Abzüge im wirtschaftlichen Zusammenhange mit anderen Einkommen als Arbeitslohn, so sind sie zunächst von den anderen Einkommen abzusetzen; nur insoweit diese Abzüge das andere Einkommen übersteigen, sind sie in die Abgeltung einbegriffen S 2. Die Bestimmungen des§ 1 treten am 1 August 1913 mit der Maßgabe in Kraft, daß die darin vorgesehenen Ermäßigungen bei jeder nach dem 31. Juli 1923 erfolgenden Zahlung von nach dem 31. Juli 1923 fällig gewordenem Arbeitslohn Anwendung finden. 2583 Hörde, den 8. August 1923. das Finanzamt. 4A Heule früh entschlief sanst nach Goltes Ratschluß mnein lieber guter Mann, unser wirklich treusorgender, vorbildlicher Vater, Schwiegervaler, Großvater, Bruder, Onkel und Schwager der Kentner Lbaurepferorrunk.. Beteron 1870=71 im Aller von 75 Jahren. Schwerle, Menden, Dortmund, Barmen=R, Rhoden, Kuhndorf u Breslau, d. 9. August 1923. Die trauernden Hinerbliebenen. Die Beerdigung findel am Sonntag, den 12. August 923, nachmittags 4½ Uhr, vom Trauerhause, Ostenstraße 29, aus, statt. Hausandacht ½ Stunde vorher. 2585 Heute Freitag, den 10. August: : * wegen„ Hotel Jungesblut: Sterbefall: bleibt meine Wirtschaft Samstag u. Sonntag geschir fen. hubert pferdekämper. Schwerter Turnberein 186 M. D. D. Sonntag, d. 11. August er abends 8 Uhr: General-Versammlung im Vereinslokal. Tagesordnung daselbst. 2593 Der Vorstand Für kleinen bess. Haushalt(ländl. Gegend) wird nettes, sauberes Kde uftit zum 15 August evtl. späler gesucht. 259# Bongert, Böspelde v. Bahnhof, bei Menden. : Großes Gartenkonzett.: § 2592 Aufang 7 Uhr. 2 AA. Lichtspiele zur Reichskrone * Freitag bis Montag! Der 2. Teil des großen historischen Filmwerks Durch Kerker u. Poläste von San Marco 2. Jei Das Fest der Venus Drama in fünf Akten mit Luciano Albertini in der Hauptrolle. Als Zweites der große Lustspielschlager: Dad Maveraus derhout Fünf Akte voll sprühendem Humor mit Lya Mara, der berühmten Filmschauspielerin in der Hauptrolle. 2590 Als Drittes Biscot Mayer, der unverwüstliche Komiker, in seinem zweiakter Lustspiel Biscot Käher als Tierfreund Lustspiel in 2 Akten. Voer für Holzen zum 1. September gesucht. Schwerter Zeitung“ Saubere mal wöchentlich für Büroreinigen gesucht. Rahlenbeck& Co. G. m b H. 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