Mit Ihrer Kuhrfürstl. Gnaden zu Kölln gnädigstem Privilegio Freytag; den 29. December. I. Citationes edittales. Aus Befehl Eines Hochwürdigen MünsteEt rischen Domkapituls verordneten Hrn. Richtern und Gografen in Meest Doctoren Oesthoff werden alle und jede Gläubiger, welche an der im Dorf Greven auf der Markt= strassen belegenen vormals nun subhastirten Walters Behausung quosd loperfieie, nebst daran liegenden Garten, einige Ansprach haben möchten, hiemit offener Edictalweise zum rsten mal vereigptogte eitirt und abgeladen, um innerhalbz Wochen nach Verkündigung dieses ihre Original Documente und Beweisstücke zum Protocoll dieses Gogerichts bey Straf ewigen Stillschweigens einzubringen und zu übergeben. Signat. den r5. Nov. 1780 ADesrumn b.- Gee.uuuu Allle und jede Gläubiger, welche an der discutürten Elisabeth Bulick Wittwen Köttern Joh. Jürgen Teygel in der Dorfbauerschaft Neuenkirchen oder dessen Haab und Güter einigen Anspruch und Forderung haben, werden hiemit zum ersten zweyten, dritten und letzten mal, als auf den roten Januar, Austen Januar undyten Februar künftigen Jahrs selbe mittels Uebergebung deren darüber sprechenden Beweisthümern nebstLiquidation gehörig zu proponiren und zu justificiren, unter Straf ewigen Stillschweigens edictaliter verabladet. Lignar. Rheine den 1s. Dec. 1780. Ad Decretum D. Judicis Niermann, Akt. II. Gerichtliche Notifications. AmMontag den Zten Januar r78isten Ermbke vom Discusso Zellern Mencke unJahrs Vormittags. 11 Uhr soll dahier terhabender Garte nevst 2 u. ein halb Scheffel Einsaat Bauland aufm großen Kamp an Klänen Lande und der Strassen, 2) zwey Stücke zu 6 Scheffel Einsaut zwischen Klänen und Abelen Land, z) die zu Mencken Stättel gehörige Kirchenbänke, 4) die am 7ten August l. J. ohnverkauft gebliebene 15 Scheffel Einsaat Bauland, sodann g auf Kösten erst Käuferinnen, Mencken Haus u. Garte redistrahiret und resp. dem Meist= u. Letztdietenden gerichtlich verkaufet werden. Gegeben Kloppenburg den 4. Dec. 1780. Ad Mandatum D. Judicis Kunzen; Grschr. III. Gestohlene Sachen. zu Kloppenburg auf meines Richtern Behau sung voriges mal ohnverkauft gebliebener des Zellern Maderken zu Pehem Zuschlag nebst rs Scheffel Saat Bauland auf dem Heidlande, und ir Scheffel aufm Barrenkamp dem Meist= und Letztbietenden gerichtlich verkauft und zugeschlagen werden. Gegeben Kloppenburg den 18. Der. 1780. Ex fpec. Mandsto D. Judicis Kunzen, Grschr. Alm Montag, den 8ten Januar I8isten Jahrs Vormittags um 10 Uhr sollen dahier im Gerichte r) des Dierk Menken zu In der Nacht vom zten auf den 4ten Dec. ist dem B. W. Renne K. Westkirchen vermits Aushebung einer Scheiben, und eröfneten Fensters a) ein bomseiden Ueberbett mit blauen Streifen, woran zum Kenzeichen ein kleines Löchlein gerissen, b) ein dito fort Küssen und Pfühl; und c)ein Fressen Laken vou 2 u. eine halbe Bahne, diebischer Weise entwendet worden. Wer den Thäter und die gestohlenen Sachen nachweisen kann; wird ingefolg deshalb gnädigst erlassenen Edicti die darinnen ausgeworfene Belohnung versprochen. Zignat. Oelde den rôten Dec. 1780. Auf Gogr. Befehl Callenberg. IV. Vermischte Nachrichten. Eszenteosteig pogchts sentesess### verkauterwperden sollen, die Liebhaber werden also ersuchet sich an obbestimmtenTag, Stunde und Ort einzufinden, und können obige Sachen zwey Tage vorher beym Protocoll obgedachten Notari in Augenschein genommen werden. Funcke Not. den rgten Monats Jenner 17/81 Nachmittags 2 Uhr in des Notarius Funcke auf der Klemensstrasse belegener Wohnung, r) ein Paar große und ein Paar kleinere Rosetten Ohrgehänge, 2) ein Nosetten Halsstrick,, 3) sieben und neunzig. Stück feiner großer Perlen, 4) ein Rosekten Ring, 5) ein ziemlich großer einsteinigter brillantener:(Ein jeder wird erinnert, den zwischen RheiRing, 6) zwey brillantene Ringejedweder. ne und Nienkirchen über dasige Baulänmit einem großen und zehn kleinern Steinen, dereyen gemachten, vom Krieg herrührenTheia Waar brikantene Prosselertenso auch, den, und ebemals schon verbothenen Wea zu gebrauchen, 8) eine schöner mit Reiten Fahren, und Gehen nicht sonzicmlich größerosektene Haar=Aigrette, und, dern dierechte Passage, welche die dabinge nitr vielen undzum stille Handweiser anzigen, zugebrauchen Theil großen Rubinen, Amatisten, Saphi ren und Schmaragden eingefäßt, öffentlich den Meistbietenden gegen baare Zahlung als lieb ihnen ist Fiscalische Straf zu vermeiden. Signat. Rheine den 20. Dec. 1780. van Coeperden, Gogr. — Da auf eingekommenen gnädigsten Befehl die Barriere oder das Weggeld zu Buldern denen Meistbietenden auf ein Jahr verpachtet werden soll, so können die dazu Lusthabende sich am isten künftigen Monats Januar und Jahrs des Morgens 10 Uhr sich dahier in der Amtsrenthmeisterey einfinden, und die Conditionen vernehmen. Signst. Dülmen den 23. Dec. 1780. Kuhrkölln. Hochfürstl Münstrische Beamte Amts Dülmen und Namens derenselben C. A. Mersman, Amtsrenthm. Oen neunten zukünftigen Monats Januarii und Jahrs soll eine Quantität große Eichbäume im Stifts Asbeckschen Gehölze oder in dem sogenanten Aßbeckschen Brock des Morgens präcis 9 Uhr den Meistbierenden verkauft werden, Lust und Mittel ha.“ bende können sich in Asbeck am bestimmten Tag und Stunde einfinden. Asbeck den 14 Dec. 1780 Bernd J. Busch, Amtsrenthm. Ex lpec. Commillione Bey Anton Wilhelm Aschendorf dahier ist zu haben: Teauerrede auf den tödtlichen Hintritt der Allerdurchlauchtigsten Kaiserinn Marien Theresien 2c. 2c. vor die Römisch Katholische Gemeinde zu Hamburg gehalten. I 89. Auch sind bey demselben in Commißion zu haben: Kleine Calender mit illuminirten Futral Spiegel und Portrait zu r Rthl. 12 gg. — mit silber Leder Futral und Portrait, 1 Rthl. 6gg. — mit lackirten Futral Spiegel und Portrait 1 Rthl. 6gg. — mit silbern Futral ohne Portrait 1 Rthl. — mit Silberpapier gedruckten Fütral 1399. — mit rothem Futral und Spiegel 16gg. — mit goldnem Futral verdecktem Portrait 1 Rthl. 18 ggr. — Lauenburger Mode Calender 29 gg. Jeder Calender kostet noch über gemeldten Preisen 2 Sgr. Stempelgebühren. Oen 2hsten Monats December gedenke ich mein neues erbauetes der Brandsocietät einverleibtes, und noch 2s Jahre der Freyheit genieffendes Haus, für Standespersonen und Handlung eingerichtet gelegen auf der Hörster Straße ohnweit St. MartinKirch, öffentlich Nachmittags um 2 Uhr in meiner jetzigen Wohnung auf der Neubrücker Straße Rro. 1781 auf dem Reinischen Hof dahier meistbietend aus freyer Hand zu verkaufen, und kann die Halbscheid bis zwey Drittel des Kaufschillings nach Belieben zu 3 ein halb pro Centauf dem Haus stehen bleiben. E. W. Birfihr. (Es wird hiemit bekannt gemacht, daß ich Ends benennter mein in der Stadt Rheine auf der Münsterstraße belegenes Haus zwey Balken hoch, mit einem stark gewölbtem Keller, ein kleiner Garten dahinter und mit einem guten Nebenhaus versehen, den 28sten Decemb. dieses Jahrs den, Meistdietenden zu verkaufen willens. Wenn sich jemand finden sollte, der an mir Ends benenne ten zu fodern hat, der kann sich innerhalb 6 Wochen melden, und von dem Kaufschillind seine Bezahlung erhalten. Benno Moser, Bürger in Rheine. Ogich von der Nachlassenschaft meines Ehemanns Schneideramtsverwandten Thomas seelt ein förmliches Inventarium zu errichten gesinner, als ersuche alle und jede, so an seldigem noch einige Fordernng haben mir davon die Rechnungen innerhalb 14 Tagen einzusenden. Münster den 28 Dec. 1780. Wittib Thomas. Da die Heuerjahren der zur hiesigen hohen“ Domkellnerey gehörigen unweit dieser Stadt gelegenen Ländereyen sich um St. Martin dieses Jahrs geendiget haben, so wollen die bisherigen Unterhaber der Grund stücke auf der Geist den aten Jänner 1781 des Morgens von 8 bis 12, oder Nachmittaus von 2.bis 4 Uhr, die Unterhaber der Ländereyen im Dahl den zten des Morgens von 8 bis 12, sodenn die welche in den Willinger= Baken= und Jöddefelder Eschen Stücke haben angeheuret gehabt, den 4ten des Morgens zu nämlichen Stunden, oder auch von 2 bis 4 Nachmittags, wenn sie zur weitern Anheurung Lust haben sich bey mir melden, den. Weinkauf auf fernere oil= Jahre nämlich bis St. Martin 1784; zugleich auch die bis hiehin rückständige Heuergelder bezahlen; sonst sollen die Ländereyen an andere verheuret werden. Münster den icten Decemb. 1780 Friedr. Scheffer genannt Boichorst, Domkelln. Renthmeist. Hannover. Nachdem aus den bey hiesiger F’ K. und Kuhrfürstl. Justitzkanzley wider den hieselbst verstorbenen Schutzjuden Nathan Moses Leidersdorf ergangenen Concursacten sich ergeben, daß das Corous bonorum nur in verschiedenen zum Theil wichtigen Activis annoch bestehet bereits klagbar gemacht, oder sonst außergerichtlich betrieben werden, theils aber allererst aus den hebräischen Handlungsbüchern und Scripturen ersehen mithin solche; in so fern es noch nicht geschehen, ins Deutsche übersetzt, und alsdenn von Schuldnern die zum Theil an weit entlegenen Orten wohnhaft sind, beygetrieben werden müssen, und dann zu Bestreitung der dazu erforderlichen Kosten, wegen des nach Zeugniß der letzthin abgelegten Curatelrechnung jetzt vorhandenen Mangels irgend einigen Geldvorraths der Gütermasse, ein dem Curatori bonorum nicht anzumuthender baarer Vorschuß, abseiten der Leidersdorfischen Credi torum unumgänglich nöthig fällt, hiezu auch der mit 14782 Rthl. in Sententia Prioritatis claßificirte Mitgläubiger Banquier Hausmann in Braunschweig sich bereits erboten hat: So ist den übrigen bey dem Leidersdorfischen Concurs intereßirten Creditori bus, als: dem Schutzjuden Marrus Salomon in Hameln, des Cridarii Wittwe, nachmals vereheligt gewesene Benedix Levi in Hallle nachgelassener Erben; dem hiesigen Kr egesagenten Salomon Michael David; den Gebrüdern de Neufville in Amsterdam; den Kaufleuten Klünder und Schwarz zu Braunschweig; des Rathsweinschenken Blumen Erben hieselbst; den Moses Levischen Erben allhier; dem Kaufmann Johann Andreas Witte zu Münster; der Wittwe des Hildesheimischen Kammeragenten Hirsch Isaac Oppenheimer, moco den Erben; dem Juden Emanuel Israel Brandon in Hamburg; dem Juden Rathan Herschell Oppenheimer in Amsterdam, und dem Schutzjuden Herz Isaac hieselbst aufgegeben, sich binnen 3 Monaten ab autso vom ezsten Octob. und nach sonstiger Bekanntmachung dieses Decretz zu erklären, ob sie zur Uebersetzung der hebräischen Bücher und Scripturen, desgleichen zur gerichtlichen Betreibung der Activorun.; den benöthigten Vorschuß, auch wie viel desselben, mit Vorbehalt demnächstiger verhältnißmäßiger Repartitionis auf den Belang der Forderungen an den Leidersdorfischen Curatorem Advocat Richter auszahlen lassen wollen, und zwar unter angehängter Verwarnung, daß in Fall obbenannte Creditores, oder einige der selben, zu solchem Vorschuß sich nicht verstehen, noch selbigen dem Curatori zustellen werden, sodann von denen beyzutreibenden Geldern zuforderst dasjenige, was der Banquier Hausmann und neben ihm etwanoch andere Gläubiger vorgeschossen haben werden, als ein creditum administrationis vorzüglich abgetragen, das übrige aber vorzüg. lich nur auf die Forderung derjenigen Credirorum abschläglich verwandt und distribuirt werden solle welche zu dem, das Besie des Corporis bonerum bezielenden Vorschuß sich bequemet haben. (Fin Mensch, so den Garten in Acht zu nehmen weis, verlangt gleich oder gegen Ostern als Hausknecht in Dienste zu kommen. Das Intellig. Comt. giebt Nachr. (Hiebey eine Beplage.) Münsterischen Rum. J03. (Es wird von einer Herrschaft gegen zukünftigen Ostern ein Bedienter anverlangt, welcher schon bey Herrschaften gedienet, und Zeugniß seines Wohlverhaltens Vermischte Neuigkeiten von verschiedenen Orten. Wien, vom 16. Decemb. zwischen unsrer Schiffsarmee unter den Se. Römisch= Kaiserl. Königl. Apostolis. Befehlen des Admirals Darby, und der Maiestät gedenken Sich in kurzem von den Flotte des Grafen von Estainz. Das PubLandständen allhier buldigen zu lassen; kirum ist aver in seiner Erwartung geteuund geben so viele Merkmahle einer so schek, seit dem die Minister die Nachricht beybringen kann, anbey im Frisiren geübt ist. Das Intell. Comt. giebt darüber Anweisung. vortreflichen Regierung, daß wir uns glücklich schätzen; den Verlust einer angebethenen Fürstinn mit einem so menschenfreundlichen Monarchen ersetzt zu sehen erhalten haben, daß die Stürme 6 Schiffe von der erstern getrennt haben. Man will dermalen Darby habe weiter nicht, als 22 Reihenschiffe gehabt, die auf 16 Alus dem Alerhöchsten Schreben an ans Hernnter gesetze, der deskangschen=Flote sern Staatsminister, Fürsten von Kaunitz, zu stehen nicht im Stande waren. Indeserkennen wir ganz unsern allertheuersten Joseph, und in der Folge werden vortrefliche Züge einzuherichten seyn. London, vom 15. Dec. Vorgestern ist der Capitain Gardiner, Adjudant des Lords Cornwallis, aus Amerika mit Berichten an Lord Georg Germaine hier angekommen. Neues bringt er nichts. Nur wird die abnehmende Macht der Rebellen in Carolina und der auflebenoe Muth der brittischen Truppen beWir versahen uus wichtiger Auftritte sen sagt man; der Contreadmiral Hood sey in naher Gefahr gewesen, dem Hintertrabe der französischen Flotte in die Hände zu fallen; durch die Schleunigkeit seines Laufes aber habe er sich noch glücklich aus der Schlinge gezogen, und setze nunmehr seine Fahrt ungehindert nach seiner Bestimmung fort. Wann und auf welcher Höhe er der d’Estaingschen Flotte aufgestossen; und ihm dieser widrige Zufall begegnet sey, wird nicht hinzugesetzt. Mit einem in diesen Tagen von Rewpork angekommenen Freunde, der von da am 2ren Nov abgieng, hat man zu vernehmen, daß der Admiral Rodney daselbst sehr unpäßlich war. Nach der Aussage dieses Freundes, ist der General Arnold bey der brittischen Armee allgemein verabscheuet. Ungeachtet Sir Clinton, der ihn auch nicht höher achtet, sich alle Mühe giebt, ihn wenigstens bey den Truppen in Duldung zu bringen, haben die Officier einen so unüberwindlichen Haß gegen ihn geschöpft, daß sie sich einmüthig weigern, unter seinen Befehlen zu dienen, so, daß man genöthigt worden, aus den Schaaren der Brittischgesinnten Amerikaner die Officier zu ziehen, deren er bedorfte, um das Deraschement aufzustellen, so der Oberbefehlshaber ihm zur Anführung gegeben hat. Bonn, vom rc. Decemb. Nachdem Se. Kuhrfürstl. Gnaden, unser theuerst geliebtester Landesherr, die Förmliche Anzeige von Wien über das frühzeitige Absterben Weiland Ihrer Kaiserl. auch Königl. Apostolischen Majestät; der Allerdurchlauchtigsten verwittweten Kaiserinn, und regierenden Königinn von Ungarn und Böhmen, Maria Theresia Erzherzoginn zu Oesterreich, glorwürdigstund Christmildester Gedächtniß, dieser Tage erhalten, nahmen Höchstdieselbe allen ehrfurchtsvollen Antheil an diesem unerwarteten Verluste der einer Unsterblichkeit würdigen Fürstinn; und, um das zärtliche Beyleid über diesen höchstbetrübten Vorgang zu bezeugen verordneten Höchstdieselbe alsogleich, daß auf Samstag, den 2zsten laufenden Monats, für die Ruhe der heldenmüthigen Seele ein feyerliches Leichen=Begängniß in hiesiger Hofkapelle gehalten werden soll, welches durch käutung aller Stadtglocken Abends zuvor um 6 Uhr und Morgens um 7 und 11 Uhr angekündigt werden soll. Höchstdieselbe haben annebens eine allgemeine Trauer bey Höchstdero Kuhrhofe auf 6 Wochen angeordnet, und wird der theuersie Landesfürst selbst während dieser Zeit im tiefesten Trauer erscheinen. Der ganze Kuhrhof ist besonders über jene merkliche Rührung auferbauet; die Se. Kuhrfürstliche Gnaden bey der Gelegenheit des Verlustes dieser Allerdurchlauchtigsten Monarchinn bezeigen, wovon das Andenken Höchstdenselben bis zur Ewigkeit theuer und werth seyn wird. auerlied der Soldaten, am Begräbnißtage der großen Theresia. Von einem Soldaten. Schallt dumpf—so dumpf es möglich ist, Bedeckte Trommelfelle Und euer Ton ihr Pfeiffen! sey Noch laut, noch hoch noch helle. Verkehrt das Werkzeug Brüder! heut, Das unsere Staaten decket Durch dessen schnelles Feur Ihr sonst Theresens Feind geschrecket. Seht mit gesenktem Schwerdte dort Die Officiere stehen! Seht den fatalen Trauerflor Von ihren Schultern wehen! Seht, wie die edle Fahne traurt! Seht, oben ist ein Zeichen Daß heut es keine Schande sey, Durch Schrecken zu erbleichen.*) * Heut darf die Schreckenfarbe wohl Auf euren Wangen schweben. Heut wills die Pflicht, daß schauervoll Euch Arm und Beine beben. Verzagtheit wird zur Tugend gar; Verkehrt ist eure Role. Traurt tief: so heißt die Ordreheut, Sie starb: ist die Parole. *) Die Trommeln waren bey der Leiche mit einem schwarzen Tuch bedeckt. Die Pfeiffen stimmten tief und fast unhörbar, die Degen und das Gewehr waren gestürzt. An der Spitze der Fahnen biens ein Flor. Wie, wenn ein rascher Donnerschlag Vom Schlaf die Menschen wecket, Und heller Brand das trübe Aug Beym ersten Oefnen schrecket: So schreckte plötzlich unser Heer Des Ruses rasche Stimme: Daß von Theresens warmen Herz Kaum noch ein Fünklein glimme. Gleich ward Bewegung durch das Heer, Wie wenn der Feind eindringet Und mörderisch zum Brand bereit Die Ansteckfackel schwinget. So lief ein jeder, sinnenloß. Mit aufgehodnem Arme Dem Haus des großen Gottes zu, Und alles schrie: Erbarme! Ach! nicht erhört! Ach! nicht erhört! Ward, liebe Kameraten! Die Bitte für Theresens Heyl, Der Mutter der Soldaten. Nicht lang; so kam mit nassem Aug Ein böser Both geschlichen, Und deutlich sprach das nasse Aug: Therese ist verblichen. Dann rollten Thränen, Strömen gleich Bey Niedern und bey Großen, Wie für Theresen bey Kollin Die Ströme Blutes flossen.— Rollt fort ihr Thränen! scheut euch nicht, Ihr Aug nicht naß gewesen? Denkt Brüder; und erinnert euch Die mütterlich Sie dachte, Sie, die zur Kriegszeit selbst für uns die Wundenbinden machte.*) Wem gab Sie freundlicher Gehör Vem flogen die Ducaten Aus milden Händen öfter; lls uns— als uns Soldaten? Die höchstselige Kaiserinn pflegte bey Mit welcher Mutter Zärtlichkeit Erzog Sie unsre Waisen! Viel tausende verdankten Ihr Die Lehre, Kleidung, Speisen! Ich sah's als man die Lehrer dort Für unsre Schulen prüfte, Und jenes Edle: Brüder jauchzt: Erschütterte die Lüfte.*) Wenn ein verwundter Kriegesmann Vor Augen Ihr gekommen Dann ward das mitleidvolle Herz Erst vollends wahrgenommen.— Doch Balsam heilte schneller nicht Die allertiefste Wunde, Als nur ein sanfter Mutterblick, Ein Wort aus Ihrem Munde. Auf uns ward bey dem Tode noch Ihr Mutteraug gerichtet; Durch einen Monatsold hat Sie Aufs neue uns verpflichtet. Warum?—— Ihr Herz bedachte noch Was wir für Sie einst thaten. Was unsre Pflicht dagegen sey— Wer wird es nicht errathen? Für dich zwar, o Theresia! Kann keiner itzt mehr streiten, Und stolz durch eigne Todsgefahr Dem Feind sein Grab bereiten. Nun kann man sich für Dich nicht mehr Zu Frost und Durst gewöhnen, Nicht Dir zu Lieb mit freyer Stirn Kanonenfeur verhöhnen. Nun kann man Dir zu Lieb nicht mehr In Feindes Schaaren dringen Um freudiglich von seinem Blut Ein Opfer Dir zu bringen. Statt dessen heischet nun die Pflicht Für den Altar zu treten;— Doch fragt sichs: Ob es sich geziemt Für Heilige zu bethen? * Diese Prüfung geschah den 3. Aug. 17/8#. in Gegenwart der Kaiserinn, und zuletzt ward das rührende Lied: Jauchzt Brüder von den Soldaten gesungen. 4: k.: *** Ja Heilig ist Sie;— Heilig war Ihr Lebenswandel immer. Bald steht Sie Brüder! denkt an mich, Auf dem Altar im Schimmer Dann wird ein jeder Kriegesmann Sie zur Patroninn wählen,, Und Ihrer Thaten Heiligkeit Von Mund zu Mund erzählen. Siemußes seyn, die Heldenfrau, Die nichts als Großes thate. Nie war ein Mann bey der Armee Ein edlerer Soldate. Sprecht, Brüder; Sprecht, saht ihr wohl Kriegsleute eures gleichene So muthvoll, ruhig„heiter Kark Theresen gleich, erbleichen? Gelehrte, schlagt die Bücher auf Und leset die Geschichten! Wen sah man je so ritterlich Sich zu dem Tode richten? Geduldig klaglos, freyen Sinns Im Anfall bangsten Schmerzens; Seht! Hier ist die Größe,— Heldenthat Und Prohe reinen Herzens, Wer sah dem Tod so frey ins Aug? Wer gab das liebe Leben So fromm, so williglich zurück Dem, der es einst gegeben? Wer gab mit so viel Gegenwart Die letzteren Befehle? Wer zeigte bey dem Abschiedskuß Je eine stärkre Seele? Aus wessen Mund vernahm man je— Schon an der Todes Pforte.— Im Seele=Trennungs. Augenblick— So heldenmäßige Worte? Rur eins, ihr Brüder, will ich hier Statt aller Euch verkünden: „Ich schlafe nicht;— der Tod ist nah; „Er soll mich wachend finden.*) *) In der letzten Lebensstunde schien die über alle Lobeserhebungen erhabene Frau,weil Sie IhrHaupt nach der einen Seite häng. se# schlummern zu wollen. Eine Ihr zur Nocheins: Das Abschiednehmen bracht Das Mutterherz zum Wanken.Das Richt mehr=herzen,— Nicht=mehrWelch schreckliche Gedanken! sehn! „Nie rsprach die große Heldinn, nie „Hab ich so was empfunden. „Allein nun geh ich frey zu Gott, „Auch dies ist überwunden. Schallt dumpf, so dumpf es möglich ist, Verdeckte Trommelfelle! Der Ton der Kriegesmusik sey Noch laut, noch hoch, noch helle! Weint, Brüder! fort, benetzet heut Mit Thränen eure Stelle!— Und morgen dann,— dann zeig ich euch Des Trostes einzige Quelle. Ich führ euch zu der Quelle hin Die trostlos selbst geflossen Als Kindeslieb vom Thränenbach Die Schleussen fortgestossen. Zum guten Sohne führ ich euch Der seiner Mutter Willen Auch eigne Großmuth beygelegt, Ihn sichrer zu erfüllen. Achhätt es doch die Welt gesehn! Den Kaiser— zu den Füßen Der starren, todten Mutter dort Die kalte Hand Ihr küssen! Ist dies nicht Zeugenschaft genug, Wie gut der Kaiser denke? Wie sehr zur milden Menschlichkeit Sein großes Herz sich lenke? Was wollt Ihr mehr? Wer Eltern liebt Der liebt gewiß nicht minder Was treu, was brav, was redlich ist, Und der Seinen Kinder. Bey dem sucht Trosi, sucht Liebe, Hülf Sucht's in Theresens Namen! Er spricht— ich steh euch gar dafür— Den Spruch der Mutter: Amen. Seite stehende Dame fragte die Monarchin: Od Sie schlafen wolle?„Nein erwiederte Sie, ich will wachend den Tod erwarten, und wachend für meinen Schöpfer treten.“