Ihrer Kuhrfürstl. Gnaden zu Kölln gnädigstem Privileg'o Dienstag den 7. November. I. Gerichtliche Notifications. Alus Befehl eines Hochwürdigen Münste#e rischen Domkapituls Herrn Richtern und Gografen zum Baakenfeld Doctoren Kerckerinck wird hiedurch bekannt gemacht, daß in Aeusserungs=Sachen deren Eheleuten Geuping zu Albachten sämtlicher Haab u. Gütern pro novo termino agnitionis aut jurare diffethonis Dienstag der l4te November Morgens 9 Uhr angesetzt, und dem Discusso sowohl als dessen sämtlichen Gläubigern alsdann an des Herrn Gograven Behausung zu erscheinen, bey willkührlicher Strafe aufgegeben worden. Lignar.Münster den 23. Octob. 1780. De Mandato D. Gogravii Gendt; Grschr. Dain Sachen Discullioni=Kleidermachern Joh. Bernd Schwarte in Bevergern die Distraction dessen Immobil„Gütern, als rstens des Wohnhauses sub Nro. Catastri ro7 wobey keine Begräbniß ,noch Kirchensitz, hinter dem Hause ein klein Höfchen; ästimirt zu so Rthl., wovon monatlich sieben Pfenninge prästiret werden müssen. 2tens des Stück Landes, ohngefähr 2 Scheffel Saat groß, in der Torfmoer Stegge zwischen Bürgermeistern Eilerman und des Discußi Vorkindern Land belegen, ästimirt zu 40 Rthl. wovon der Zehnten in Gelde bezahlt wird. ztens eines Stück Landes zu ungefehr 2 Scheffel Saat groß am Bergkamp bey Bürgermeistern Winckelsett Land belegen, astimirt zu 40 Rthl. wovon abgehet jährlichs an Zehnten 2ß. 4dt. nebst Schatzung sowohl von diesem letztern als vorstehenden Stücken, wie in Bevergern gebräuchlich, erkannt, uno pro termino distractionis Dienstag; der l4te November l. J. Vormittags halb 1r Uhr aufm Rathhause zu Bevergern natum Rheine den 24 Octob. 1780. angesetzt worden, als wird solches denen Ad Decreium D. Judicis Kauflustigen hiedurch bekannt gemacht.sig. Niermann, AG. II. Vermischte Nachrichten. Alls die Schulmeisterey in Nienborg durch Absterben des ehemaligen Schulmeisters Grothus ohnlängst vacant worden; so wird aus Archidiaconal=Befehl bekannt gemacht, daß derjenige(welcher zu solchem Amte die erforderliche Wissenschaft zu haden vermeinen, und darüber glaubhaft zu dociren im Stande seyn möchte) sich beym Archidiaconal Protocoll niedergeschriebenen Actusrio melden und die jährliche Einkünfte des erwähnten Amts einsehen könne. Geben Münster den 2 Nov. 1780. Aus besondern Befehl Sr. Hochw. Excellenz Hen. Archidiaconi Funcke, Ac. Archid. iejenigen; welche ihren Beytrag zu die ## termino Michaelis fällig gewesene Alimentations=Gelder behuf des Hrn. Obristwachtmeistern von Neuhoff zu Rauschenburg noch nicht entrichtet haben, werden an dessen Abfindung hiedurch erinnert, ansonst man gegen dieselben pro Executione anrufen wird. J. Bruchausen. Das Seiner Excellenz dem Herrn Erbkämmerer Freyherrn von Galen zugehörige, nahe vor Münster gelegene Haus Fridrichsburg wovon die Pachtjahre mit Michael 1781 umlaufen soll mit allen dazu gehörigen Gebäuden und Gründen, welche aus der nach der neuen Carte verfertigten Beylage deutlich zu ersehen sind, am Montage den sosten dieses Monats November Morgens um 10 Uhr auf dem Hause Friedrichsburg auf is andere Jahre meistbietend wieder verpachtet werden. Liebhaber dazu können sich an gesagtem Tage und Orte einfinden, auch die in Permino öffentlich vorzulesende Bedingnissen vorher bey mir einsehen. Münster den 7, Nov. 1780. Ferd. Sandfort, Rentm. (Fin zwischen St. Mauritz und Hörster E Thor in der Pagenstegge belegener mit einem maßiven Lusthause von zwey Etagen und guten Obstbäumen versehener Garte ist den arten zukünftigen Monats November Rächmittags 2 Uhr äufm Platze dem Meistbietenden aus freyer Hand zu verkaufen. Die hierzu Lust habende können den Garten fordersamst in Augenschein nehmen und dieser: halb beym Intell. Comtoir die Anweisung haben. Schon längst haben einige meiner Gönner und Freunde den Wunsch geäuffert daß ich mich entschliessen möchte, eine kurze und faßliche Anweisung zur englischen Sprache herauszugeben Es fehlet wirklich dem Publico ein solches Buch,worin man die wahre Aussprache und Schreibart der englischen Sprache auf einmal plan übersehen kann. Ich bin dahero gewillet, ein dergleichen Werk zu bearbeiten, und dasselbe so einzurichten, daß man ohne sonderlichen Unterricht die englische Sprache wird verstehen können. Weil aber ein folches Werk nicht so allgemein ist, daß man sich eine Schadloshaltung der Drucker Kostenversprechen könnte so willich es auf 9 Megr. Pränumeration herausgeben. Das ganze Buch worin ich den grammatikalischen Gang der Sprache hinten angehangen habe, wird ohngefähr aus 12 Bogen gedruckt bestehen, und soll Ostern 1781 fertig seyn. Osnabrück den 22. Octob. 1780. Johann Onnen. Auf obbesagtes Buch nimmt der Kaufmann Nikolaus Meier in Münster, wohnhaft aufm Horsteberge hieselbst, bis Weihnachten dieses Jahrs Pränumeration an. Münster den z. Nov. 1780. Bey der Wittwen sel. geheimen Kanzley bothen Roth, dem Fraterhaus gegen: über stehen annoch Zimmer, und Küchemit oder ohne Meubles zu vermieten, und könlnenallstündlich bezogen werden. Qa das aufm Samstag den irten Nov. mindeste ablaufen. Ein Licht, so a Lach einfallende Riesenbecker Markt ver: wägt„drennet 8 Stunden, und eins was6 mög gnädigster Anordnung und Befehls koth wägt, brennet 12 Stunden; in der am Montag den rzten November gehalten Sparsamkeit drennen sie so hell wie die werden soll, so werden alle Liebhaber dazu Wachskerzen und in der Helligkeit kommen freundlichst eingeladen und werden mit al. sie nicht in Vergleich mit andern Unschlichler billigen und möchlichen Manutenenzbe= tern. Wo ein ordinaires glöthiges Unschdient werden. licht 4 Stunden brennet, obrennen diese 8 Bey Rosendahl auf der Salzstraße werden Stunden. Das Pfund koster, Schill, un* Unschlichker von einer ganz neuen Er= ter ein halb Pfund wird nicht verkauft. Er findung gemacht, welche so hell brennen, hoffet geneigten Zuspruch. als diereinesten Wachskerzen, und nicht das IV. Landslotterie=Sachen. Denen Herren Interessenten hat man an kandeskotterie, welche mit anderthalb Guldie Erneurung der Loose zur zweyten den oder 1 Rthl., und vor dem rzten dieKlasse hiesiger neunzehnten Hochfürstlichen ses geschehen muß hiedurch erinnern wollen Warschau, vom 25. Oct. Gleich an dem Tage der ersten Sitzung des Reichstages wurde in dem Pallaste eines gewissen vornehmen Senateurs und Bischofs ein sehr beträchtlicher Diebstahl von wenigstens 80000 Gulden begangen. Als dieser Herr Nachmittags um 3 Uhr von der großen Versammlung nach Hause fuhr, seinen Schmuck ablegte, und ihn in das gewöhnliche Kästchen legen wollte, überftel ihn ein tödtlicher Schreck; da er sahe, daß die Chatulle erbrochen und ausgeleeret war. Unter andern Kleinodien vermißt er einen ungemein großen Saphyr; der kaum seines gleichen hatte, und 39o0o Gulden werth war. Von der Weser, vom 27. Oct. Vor kurzem gieng die Rede, daß ein Corps Hannöverscher Truppen von 10000 Mann nach England kommen würde. Dermalen sägt man, der Kuhrhannöversche Feldmarschall von Hardenberg; der sich auf seinen Gütern befand, habe vor einigen TageneiStaffette erhalten, mittels welcher derselbe schleunig nach Hannover zurück berufen wor den, und gleich sey an alle Befehlshaber von den Regimentern der Infanterie die Ordre ergangen, sämtliche Beurlaubte einkemmen zu lassen, und sich schleunigst in marschfertigen Stand zusetzen. Durchgehends heißt es, daß diese Truppen nach England gehen. Paris, vom 27. Octob. Für heuer scheint es nicht, daß Westindien etwas näheres zu der Krigsgeschichte liefern werde. Der Gouverneur auf Martinigue berichtet, Sir Rodncy sey mit seiner gesamten Macht und 200 Mann Truppen auf Jamaica, da es ihm aber bengehen dürfte, gegen den November, nach den Inseln im Winde zurück zukommen so möchte man mit einer Verstärkung nicht säumen, obgleich für unsereneue Eroberungen in den antilleschen Inseln nichts zu befahren wäre. ** Cleve, vom 24. Octob. Man lieset hier den Brief eines vornehmen Amerikaners, der zu beweisen sucht daß die Niederlage des General Gates am rbten August nicht viel zu bedeuten habe. Die erste Ursach die dieser vornehme Mann anführt besteht darinn, daß die Engländer schlechterdings Alles hätten wagen müssen, um zur bevorstehenden Parlamentseröffnung sich einen Sieg rühmen zu können. Hierauf zeigt er, daß wenn die Engländer ja etwas ausrichten wouren, ste nicht in Süden sondern in Norden anfangen müßten, denn, wenn der nördliche Theil einmal ge fallen sey, so müsse der Südliche von sell### fallen. Wenn England auch noch z mal ro tausend Mann überschickte, fürchte man sich in Amerika doch nicht. Wenn der Congreß große Linienschiffe gehabt hätte, so wäre Newyork schon lange in Asche oder in den Händen des Congresses, denn es könne von der Wasserseite beschossen werden. Die Engländer würden endlich Neuyork, Charlestown, und Savannah räumen müssen, wie sie Bosion und Philadelphia geraumt hätten. Das viele Englische Geld, was nach Amerika käme, wäre die eigentliche Ursach; daß das Papier=Geld in so schlechtem Werth seh, und endlich gar keinen Werth mehr haben würde. Paris, vom 29. Oct. Roch zur Zeit weis man nichts von einem Amtsberichte, der von dem Grafen von Rochambeau oder von dem Ritter von Ternay eingegangen sey. Nur hat der Schiffspatron von einem am sten Sept.aus Salem abgesegelten und in einem unsrer Hafen angekommenen Amerikanischen Schiffe mitgebracht, der General Washington sey in der Nähe von Newyork; mit dieser Stadt stehe es so und so; sie sey gleichsam um und um zu Lande eingeschränkt; mit der förmlichen Belagerung würde es nicht lange anstehen sobald nur noch einige erwartete Corps angekommen seyn; über 1oo Kanonen habe man zu solcher Absicht zur Hand; unsere Truppen mit einem Corps Freywilliger und Landmilitz machten Anstalt; die an der Ostspitze von Langisland verschanzten Engländer von der ganzen Insel zu verdrängen; die wenigen matten Schiffe des Admirals Arbuthnot würden den unsrigen, wenn anderweitere von des Grafen Guichen Flotte voll munterer Truppen zu ihnen gestossen sind, nicht stehen können. So urtheilt wenigstens der amerikanische Schiffspatron; und, nach ihm, schmeichelt sich Hr Franklin, über kurz hievon etwas entscheidendes zu hören. Kurzgefaßte Neuigkeiten. Am 2esten October, Mittags, sind Se. Majestät, der Kaiser, in höchsterwünschtem Wohlseyn, von Dero nach Böhmen gethanen Reise, wieder in Wien angelangt. Man meldet aus Haag, daß der Ritter York aus London gewisse Papiere empfangen habe, die bey dem gefangenen CongreßPräsidenten Laurens vorgefunden worden sind, und die Correspondenz wegen eines sichern Commerz=Tractats enthalten sollen. Nach der Aussage zweer Deserteurs aus Gibraltar, kann sich diese Vestung nur noch 2 Monat halten, und wenn in solcher Zeit keine Zufuhr kömmt müssen die Einwohner die Stadt verlassen. Madame Guichen hat von dem Grafen ihrem Gemahl, einen Brief vom ezsten August erhalten, worin er meldet, ihre Briefe nach Cadix abzugeben, alwoer den isten Octob. einzutreffen gedenke. Die Freundschaft zwischen den Generals Washington und Rochambeau soll ausserordentlich seyn; wie denn ersterer am 22. Jul. allen seinen Officieren bey der Parole befohlen, zum Zeichen der vereinigten Armeen weisse und schwarze Cocarden zu tragen. Hollands Beytritt zur gewaffneten Neutralität soll nun fast gewiß und sehr nahe seyn. Man sagt, es werde ein Krieg daraus entstehen. In verschiedenen Fürstenthümern des Reichs, als Augsburg, Würtemberg, Würzburg und Ellwangen, ist eine General= Verordnung ergangen welche allen Unterthanen verbietet, weder bey Engländern, Holländern noch Spaniern Dienste zu nehmen. In einem Städtchen, etliche Stunden von München entlegen, wurde ein versoffener Ehemann von seiner Frau öfters des Nachts versperrt und nie eingelassen, wenn er zu lang ausblieb. Dieser ist nun auf den glücklichen Einfall gerathen, und hebt, so oft er ins Wirthshaus geht, die Hausthür aus den Angeln, und nimmt sie mit sich. Am r3ten October haben Se. Königl. Hoheit, der Prinz von Preussen, nach genommenen zärtlichsten Abschied von Ihro Majestät, der Kaiserinn, und dem ganzen Hofe die Abreise nach den Königl. Preußischen Staaten angetreten.