Mit Ihrer Kuhrfürstl. Gnaden zu Kölln gnädigstem Privilegio Dienstag den 29. August. welche an die auf der Süerlingsstraßen dahier belegene Tenhagensche Behausung u. Gehöffde rechtliche Spruch u. Forderung haben, werden hiemit ein für auemal edickaliter verabladet um innerhalb 6 Wochen sothane Ansprüche beym hiesigen Stadtmagistrat bey Straf ewigen Stillschweigens gehörig zu proponiren und zu rechtfertigen. Dann wird hiemit bekant gemacht, daß am 6ten I. Citationes edistales. Allle und jede Gläubigere, September Morgens 9 Uhr obgedachte Tenhagensche Behausung samt Gehöfden, wel, che auf 180 Rthl. geschätzt worden, in ul Creditorum dem Meistbietenden gerichtlich verkauft werden sollen, Kanflustige belie ben sich also alsdenn aufm Rathhause einzu. finden. Geben Koesfeld aus der Rathsversammlung den 23. Aug. 1780, De Mandato DD. Confulum& Senarus Müller, Secret. II. Vermischte Nachrichten. (Es wird hiemit bekannt gemacht, daß die in der Kirchherren Steage sub Nr. 283 belegene Behausung, so dermalen von der Jungfern Börger bewohnet wird, amisten anstehenden Monats September Nachmitmittags 2 Uhren auf hiesigem Rathhause in der Sommer Rathsstube öffentlich dem Meisthietenden verkauft werden solle, die hierzu Lust und Mittel habende können sich auf bestimmten Ort und Zeit einfinden, auch die Conditiones alsdann und vorher in dem Stadtssecrekäriak vernehmen. Lignazum Münster den 28. Aug. 1780. F. W. Cramer, Secret. Auf dem hochadlichen Hause Itlingen, ** Amts Werne, sind einige Last= oder Malter=Weise Roggen gegen billigen Preiß verloren worden; wer solches gefunden bezu verkaufen; diejenigen; so solchen anzu= liebe es dem Intell. Comt. gegen ein Trinkkaufen verlangen, belieben sich auf obge= geld einzuhändigen meldten Hause bey mir Ends Unterschriebe.(Fsist eine Taschen=Uhr gefunden, wer dienen zu melden, alsdann die Ankäufer selbi. selbe verloren wolle sich beym Intellig. gen in Augenschein nehmen können und der Comt. melden. gehörige Contract allda geschlossen werden(Fin auf der Burg durchaus verfertigtes Otlingen den 96 Aud. 178c. ganz neues Schießgewehr soll in Herrn soll. Itlingen den 26. Aug. 1780. Ex spec. Commistione J. Bafel Renthm. (Es wird hiedurch jedermänniglichen beE kannt gemacht; daß die dahier auf der ganz neues Schießgewehr soll in Herrn Gastgebern Cruse Behausung aufm Markt zu7 und einen halben Rthl. mit Marieven Stegge nächst des Hrn. Raths verwandten Veltwisch Hinterhaus sub Nro 807 belegene Hoppen Behausung, so dermalen von dem Höcker Bußmann bewohnet wird, und von den beeideten Stadts=Mauerund Zimmermeistern auf 2s5 Rthl. angeschlagen worden, am Donnerstag dengten anstehenden Monats September Vormittags 10 Uhr dem Meistbietenden öffentlich verkauft werden soll, die dazu Lust und Mittel habende können sich alsdann in bemeldter Behausung einfinden und die Cenditiones auch vorhero bey mir erfahren. Lignat. Münster den 24. Aug. 1780. Adolph Weverinck, Glaser, als Vormund des unterjährigen Hoppe. wird im Holländischen ein Bedienter verlangt, welcher jagen und frisiren kann. Das Intell. Comt giebt Nachricht. (Es verlanget Jemand dahier zu Münster * einen Kutscher bey 2 Pferde und Wagen, welcher seines Wohlverhaltens Bescheinigung beyzubringen hat„selbiger kann sofort inner 8 Tagen solchen Dienst antreten. Das Intell. Comt. giebt davon nähere wischen Warendorf und Telgt ist ein spanisch Rohr mit einem weißen Knopfe # im Preise zu“, und einen halben Rthl. mit Würfeln ausgespielt werden, die Herren Liebhabere belieben es daselbst zu besichtigen ihren Namen zu unterschreiben, und den Einsatz zu 1/4 Kthl. zu erlegen, nach Vollzähligkeit wird der Tag zum Ausspielen bestimmet werden. Georg Waltergrieb von Constanz, logirt E bey Rosendahl auf der Salzstraße hat eine Erfindung von neu componirten Tachten welche sehr profitabel brennen,also daß, wo man in einer Kirche zum ewigen Licht jährlichs gebraucht hat 40 Maaß Oel, nun durch Gebrauch dieser Tachten nicht mehr als 10 Maaß Oel nothwendig hat. Diese Tachten sind auch gut in Haus= und Studier=Lampen, sie verzehren in 12 Stunden nicht mehr ats für 4 Pfenn. Oel, und brennen so hell, daß 4 bis 5 Personen dabey arbeiten können; sie brennen auch r= Stunden nacheinander fort, ohne daß mans sie im geringsten putzen darf, geben auch gar keinen Rauch. Er hat auch besondere Tachte zu Nachtlichtern, die sehr profitabel brennen die in ro Stunden nicht mehr als für 2pfennige Oel verzehren. Das Paquet mit 40 Stangen in der Kirche auf ein Jahr zum ewigen Licht kostet r Rthl. 12 Groschen, er macht die Proben unentgeltlich, und wünschet sich einen geneigten Zuspruch. Vermischte Neuigkeiten von verschiedenen Orten. Warschau, vom 12. Aug. Von der Reise des Herrn Grafen von Falkenstein hat man hier folgende Nachricht: Am 2ysten Julius traf derselbe zu Grodno ein begab sich Nachmittags nach Herodwicz, um den dasigen botanischen Garten das Cadettenhaus und die Manufacturen zu besehen. Mit dem Hofschatzmeister Tyzenhausen soll er wenig oder nichts gesprochen haben, wohl aber mit dem Director der Manufacturen. Montags früh um 5 Uhr, reisete derselbe von Grodno ab, langte den * 9 n 9 □ 9 st a U re al re 0 w 1 b 5 b so 9 ei H s C n d a t ren Tyroder Uhr den zisten zu Bialystock an, wo der General Mokronoski, welchen Se. Majestät, der König, dahin geschickt hatten; Ihn in Dero Ramen bewillkommte. Der Herr Graf hat solches sehr gnädig aufgenommen, und dem General aufgetragen; wiederum in seinem Namen Sr Majestät die freundschaftlichsten Gesinnungen zu erkennen zu geben. Hierauf besahe derselbe den Pallast, die Gärten, und alles, was sonst merkwsürdig ist, und hatte nach der Zurückkunft einelange Unterredung mit dem General Mokronoski, worauf bald nachher die Reise weiter gieng. Zu Mzedzyszycz traf der Herr Graf den Fürsten Hieronymus Radziwill, Großkämmerer von Litthauen, an, welcher sehr gnädig aufgenommen wurde; und als der Herr Graf erfuhr, daß des Fürsten Gemahlinn, welche aus dem Fürstlichen Hause Thurn und Taxis ist auch daselbst gegenwärtig sey, besuchte er dieselbe. Die Fürstinn, die vorher davon Nachricht erhielt, daß der Graf von Falkenstein nicht weit mehr von dem Hause wäre, wo sie sich befand, begab sich sogleich heraus auf die Straße, um ihm entgegen zu gehen. Der Graf führte sie, indem erihr die Hand reichte, in das Hierauf geruhete derselbe in Gesellschaft des Fürsten, seiner Gemahlinn, und einer ansehnlichen Gesellschaft sich in den dasigen Garten zu begeben, wo er beynahe eine gani Stunde spatzierte, und nach genommenem Abschied sich zur Ruhe begab. Den andern Morgen darauf um 4Uhr reisete er weiter, und wurde von dem Fürsten und allen andern Anwesenden zu Pferde bis weit hinter die Stadt begleitet. Wien, vom 16 Aug. Der jüngst angelangte Courier bestätigt noch immer die angenehme Hoffnung, unsern Monarchen am 2osten dieses wiederum zu sehen; doch dürfte der allerhöchste Aufenthalt von sehr kurzer Dauer seyn, weil beständig von einer Reise nach den Niederlanden die Rede ist. Ueberhaupt scheint dieses Jahr recht zum Reisen der Großen bestimmet zu seyn; denn man spricht auch von der baldigen Ankunft des Großfürsten aller Reussen in hiesigen Gegenden, und des Körnigs von Schweden in einer andern, wo von nichts, als amerikanischen Angelegenheiten gesprochen werden soll; welche ein so friedliches Ansehen gewinnen, daß man das Ende dieser kostbaren Fehde nächsten hören und lesen wird. Am raten dieses langten beyde Königl. Hoheiten, die Durchl. Frau Erzherzoginn Maria Christina mit Dero Durchl. Herrn Gemahle, Herzoge Albert von Sachsen=Teschen, allhier an. Tages darauf des Abends nach 5 Uhr erschienen die auswärgen Herren Bothschafter und Gesandten in Schönbrunn, und statteten bey Sr. Königl. Hoheit; dem Durchlauchtigsten Erzherzoge Maximilian, wegen erlangter Coadjutorie des Erzbisthums und Kuhrwürde zu Köln, ihre Glückwünsche ab. Gegen 7 Uhr darauf war großes Appartement allda, wobey sich der hohe Adel beyderkey Geschlechts in sehr prächtigem Schmucke zahlreich einfand. Das Publicum will dem K. K.Bothschafschafter an dem Rußischkaiserl. Hofe, Grafen von Cobenzl; einen erhabenen Posten zugedacht wissen. Man sagt; der Herr von Sonnenfels werde bald nach Florenz reisen, um die Erziehung des dasigen jungen Großherzogs zu übernehmen. Paris, vom 18. Aug. Ein aus Madrid angekommener Couriee bringt die Nachricht mit, daß die combinirte Französisch= und Spanische Flotte vom rsien auf den aten dieses aus Cadix abgesegelt sey. Vermuthlich wird der Graf von Estaing; der damals noch an dem Spanischen Hofe war, das Commando von dieser Schiffsarmee erst zu Corunna, wo sie ihn erwarten soll, übernehmen. Wenn unsere Schiffe zu Brest mit den sämtlichen Spanischen, deren 22 sind, sich vereinigen sollten, soläuft die Flotte auf 47 Reihenschiffe und 7 Fregatten hinaus. London, vom 18. August. Noch zur Zeit sind erst 6 Rußische Kriegsschiffe in den Dünen angekommen Zwey unter denselben haben Ritze bekommen, und müssen ausgebessert werden. Der Befehl ist von Hofe dahin gefertigt worden ihnen mit allen Erfordernissen zur Hand zu gehen. An den Admiral Geary sowohl, als unsere übrige Befehlshaber sind auch Verhaltungen ergangen, nach welchen sie sich in Ansehung der vereinigten Schiffsarmee der unparteylichen Höfe, richten sollen. Unsere Nation hatte sich ganz andere Begriffe von den nordischen Mächten gemacht, und in einer so dernichten Lage wirksame Hülfe versprochen; allein, man kann es ihnen eigentlich nicht verargen, daß sie bey der dermaligen gefährlichen Lage ihre Handlung schützen und es läßt sich vermuthen, daß die kriegführenden Mächte sich wohl hüten werden; ihnen Schwierigkeiten in den Weg zu legen. Gleichwohl läßt unser Hof in Porismuth eine Beobachtungs= Flotte zusammenziehen um die Bewegungen erwähnter Schiffsarmee in der Manche im Auge zu halten. Drey zu der Flotte des Admirals Geary gefertigte Brandschiffe sind zurückgekommen ohne dieselbe entdeckt zu haben. Vermuthlich gehr sie der Cadixer entgegen oder zu einer andern Ausführung. An des Königs ausserordentlichen Gesandten an dem Hofe zu Turin, Lord Montstuart, sind besondere Verhaltungen gefertigt worden. Ob sie einen Bezug auf die Friedensgesinnangen haben, wissen wir nicht Die Angelegenheiten unsrer Krone sind nicht in so hoffnungslosen Umständen, daß wir kriechende Vorschläge an einem oder andern Hofe thun lassen sollten. Was Herr Cumberland auch immer betreiben mag ist gar kein Auftrag von dem Ministerium. Wir sehen der Ankunft einer zahlreichen Kauffahrtheyflotte aus den antilleschen Inselnentgegen. Wenigstens hat sie am isten Jun. von da absegeln sollen. Aus Hessen, vom 19. Aug. Der Kammermohr bey Ihro Königl. Hoheit zu Cassel, fuhr ohnlängst in einem kleinen Nachen auf sem Fuldstrom; der Nachen stürzte um, und der Mohr ertrank in Zeit von einer Viertelstunde ohne Rettung. Die Frau Stallmeisterinn und Kammerfrau von Schönefeld daselbst wollte diesen unglücklichen Todesfall Ihro Känigl. Hoheit in der Au(einem Lustschloß bey Cassel) anzeigen; sie fuhr selbst,, nach ihrer Gewohnheit mit 2 Pferden den gähen Auberg hinunter; die beyden braunen Hengste wurden scheu, dort flog ein Rad hin, da fiel der Bediente von der Cariol, und brach einen Fuß, die brave Dame stürzte, ftel ein Loch in den Kopf; brach das Genick, und stard den andern Tag in großen Schmerzen. Münster, vom 28. Aug. Daß nicht allein die Einwohner Münsterlands, welche sich in demselben wirklich aufhalten, sondern auch diejenigen in deren Adern münstrisches Blut wallet, und die sich ihrer Studien halber auf Universitäten befinden, an der erfreulichen CoadjutorWahl den lebhaftesten Antheil genommen haben, ergiebt sich aus einem Privatschreiben d. d. Heidelberg den rosten Aug. 1780. folgenden Inhalts:“ Wir hier studirende Münsterländer haben uns auch den ibten August einen Tag der Freude seyn lassen. Nachdem wir des Morgens in unserm größten Putze in der Universitäts= Kirche zusammen gekommen waren, liessen wir des Mittags, eine Viertelstunde von hien für uns und unsre Freunde eine Tafel bestellen, und um 12 Uhr begaben wir uns dahin. Unter der Tafel wurden bey dem Vivat Maximilian zehn kleine Kanonen, welche wir zu dem Ende am Ufer des Neckars hatten hinstellen lassen, unter dem Schalle der Pauken und Trompeten, gelöset, womit den ganzen Tag hindurch fortgefahren wurde. Nach der Tafel machten wir auf dem Neckax unter beständigem Vivat Rufen, und Abfeuern der Kanonen; eine kleine Lustfahrt. Hierauf wurde zu Abend gegessen, und unsere Tafel mit einem feyerlichen Landesvater, wie dieses auf Universitäten Mode ist, beschlessen. Abends um 1rUhr fuhren wir unter Pauken und Trompetenschall; dem Donnern der Kanonen, und immerwährendem Pivatgeschrey zur Stadt wo wir von einer Menze Volks empfangen wurden, denen wir unsere Freude und die Ursache dazu mittheilten.