ANNO 1780 R Kuhrfürstl. Gnaden zu Kölln gnädigstem Privileg'o Freytag den 2s. August. I. Citationes edistales. Alus Befehl Eines Hochwürdigen Münsteee rischen Domkapitels Herrn Richtern und Gografen zum Bakenfeldt, Rathen und Docteren Kerkerina, werden alle und jede Gläubiger, welche an den Kothern Johann Theodor Finkenbrink, genannt Rolff Kirspels Bösensell, und desselben Haab und Güter einen Anspruch oder rechtliche Forderung haben, hiemit zum rsten, aten, dritten und letzten mal edickzliter abgeladen, um innerhalb Zeit von 3 Wochen, wovon ihnen 8 für deu rsten, 8 für den aten, und 8 Tage für den zten und letzten Termin angesetzt werden ihre in Händen habende Urkunden und andere Beweisthümer samt einer richtigen Liquidation deren etwarückständigen Zinsen bey diesem Gogericht so gewiß vor=und einzubringen, als sonst nach Umlauf solcher Frist denen nicht erschienenen Gläubigern ein ewiges Stillschweigen eingebunden, und der Ordnung nach verfahren werden solle. Signat. Münster den 20. Aug. 1780. Gende Grschr. II. Gerichtliche Notifications. Da des Mousquetiern Bernd Funken in der Rosenstraße gegen die Pumperey in Warendorf zwischen des Kuchenbäckern Roleffs und Bomseidenmachern Krekenberg Häusern Num. 747. belegene Behausung cumoneribus inharentibu: als 1 Rthl. aß. jährlichs an der alten Pastorat hieselbst ,wie imgleichen jährlichsr Rthl. an der hiesigen Schulen zu prästirende Gelder, so der Ankäufer zu übernehmen hat, und durch den beeideten Aestimakoren mit den im Hause hafkenden Beschwerden ohne Abzug auf ire Rthl. reästimiret und gerichtlich unverkauft finden zu lassen widrigenfalls seldiges, falls stehen geblieben, und nur 12o Rthl. dafür keiner mehr dafür zu geben gesinnet, demselgebothen worden. Als wird allen und jeden, ben für die offerirte r2o Rthl. zugeschlagen, so dafür ein mehreres zu geben gesinnet, hie= und gerichtlich verkauft werden solle. Jien. mit kund gemacht sich auf Mittwochen den Warendorf den r. August 1780. éten Sept. Morgens um 10 Uhr aufm Rath. Ad judiciale Decretumn hause am gewöhnlichen Gerichtsplatze ein Limons, Grschr. III. Vermischte Nachrichten. Wirtensohns wider den Herrn Medicinal Rath Ph. A. Fries über das in betreff des verstorbenen Kadets der Leibgarde Herrn von Wiedenbrück abgegebene Zeugniß für 3 ggr. zu haben. (Es werden diejenigen, welche bey der Illumination Gemählde und Devisen aeHemnach von dem Infanterie=Regiment von Elverfeldt des Oberstwachtmeistern von Tönnemann Compagnie der Musquetier Johann Bernd Schulte, gebürtig aus Sunninghausen, 19 Jahr alt, den 22. Julius, sodann von dem Infanterieregiment von Schaumburg Lippe u. des Hauptmanns von Stockhausen Grenadiercompag= nie der Grenadier Bernd Epping, gebürtig aus dem Kirspel Bockhold, am 28sten Julii dieses Jahrs desertirt sind; als wird solches hiedurch mit dem Anhang bekannt gemacht, daß demjenigen, welcher obbemeldte Deserteurs oder einen davon anhalten, oder anweisen und dadurch dessen Zurückdringung befördern werde, die edictmäßige Belohnung von 20 Rthl. für einen sofort ausgezahlet werden solle. Beschlossen im Geheimen Rath Münster den z. Aug. 1780. C. B. Münstermann. In dem Intelligenz Comtoir sind von de. nen bey Gelegenheit der Wahl heraus. gegebenen Gedichten zu haben. Die von denen P P. Franciskanern der strengern Observanz,#0 2ggr. Von dem Freyherrn von Galen zu Assen und Rauschenburg 2ggr. Von dem Paulinischen Gymnasiuum zu Münster, 2 ggr. Von dem Gymnas. zu Kosfeld; 1 ggr. Differtatio canonica de Electionibus Cosdju torum episcopalium publ cepropugnsta Praside Clemente Becker, defendente B. Overberg presbyterö„ Maximiliano Xave. rio Electo Coadjinori dedichts, 3 ggr. Bey dem hiesigen Hofbuchhändler Perrenon ist die abgenöthigte und dem hiestgen hochlöbt. Collegio medico übergebene Antwort des Herrn Medicina! Nachs K. J. lumination Gemählde und Devisen gehabt, und selbige noch nicht eingesandt haben nochmals ersucht, selbe heut oder höchstens morgen, nebst der kurzen Beschreibung derselben dem Intell. Comt. einzusenden. Am Montag; den 2ssten dieses sollen im *e hochadelichen Stifte Nottelen die von der abgelebten Fr. von Ascheberg hinterlassenen Mobilien, als Kleider geschnitten und jungeschnitten Leinwand, ein silbernes Toilet, Porcelain, Schäppe, Komoden, Bette und Bettstätten 2c dem Meistbietenden gegen baare Zahlung verkauft werden. Liebhabere belieben sich um bestimmte Zeit daselbst einzufinden. (Ein großer aus einem Sandstein gehauener Wasserstein, so6 und einen halben Fuß lang, und 4 Fußbreit ist; stehet zu verkaufen. Der Eigenthümer ist beym Intell. Comt. zu erfragen. Bey der WittweZunders auf der Klemensstraße gegen die Barmherzigen nächst beym Schreinermeistern Schütte sind zwey schöne Zimmer für eine ledige Person geistoder weltlichen Standes, mit allen nöthigen Meublen zu verheuren, und können sogleich bezogen werden. (Es verlanget Jemand dahier zu Münster einen Kutscher dey 2 Pferde und Wagen; welcher seines Wohlverhaltens Bescheinigung beyzubringen hat, selbiger kann sofort inner 8 Tagen solchen Dienst anire ten. Das Intell. Comt. giebt davon nähere Anweisung. Morgen, als Samstag den 2bsten dieses Nachmittags Glockenschlag 4 Uhr anfänglich wird der letzt schon bekannt gemachter vortreflicher hellbrauner Hengst an des Herrn Ringenberg Behausung auf dem Markte ausgespielt werden, wozu sämtliche gnädige und geehrte Herren Subscribenten hiemit freundlichst eingeladen sind. Georg Waltergrieb von Constanz, logirt E bey Rosendahl auf der Salzstraße, hat eine Erfindung von neu componirten Tachten welche sehr profitabel brennen, also daß, wo man in einer Kirche zum ewigen Licht jährlichs gebraucht hat 40 Maaß Oel, nun als ro Maaß Oel nothwendig hat. Diest Tachten sind auch gut in Haus= und Studier=Lampen, sie verzehren in 12 Stunden nicht mehr als für 4 Pfenn. Oel, und brennen so heu, daß 4 bis s Personen dabey arbeiten können; sie brennen auch re Stunden nacheinander fort, ohne daß man sie im geringsten putzen darf, geben auch gar keinen Rauch. Er hat auch besondere Tachte zu Nachtlichtern, die sehr profitabel brennen die in 1o Stunden nicht mehr als für 2pfennige Oel verzehren. Das Paquet mit 40 Stangen in der Kirche auf ein Jahr zum ewigen Licht kostetr Rthl. 12 Groschen, er macht die Proven unentgeltlich und wünschet sich einen geneigten Zuspruch. durch Gebrauch dieser Tachten nicht mehr, Neuigkeiten von verschiedenen Orten. Przestitz, in Böhmen, vom r. Aug. Ihro Kaiserl. Königl. apostol. Majestäten haben, auf allerunterthänigstes Bitten seines Herrn Vatern, den von Neuenburg in Westphalen gebürtigen jungen Baron von Delwich, Lieutnant des Kaif. Königl. löbl. Dragonerregiments von Sachsen=Coburg, zu seiner ordinairen Gage einen jährlichen Zusatz zu 204 Floren, und zwarn als lang er zum Rittmeister avancirt werden wird, aus höchster Milde und Gnade angedeihen lassen. Wien vom 12. August. Gestern, Nachmittags ist aus Köln ein von dem Kaiserl. Wahl= Commissarius, Herrn Grafen von Metternich, abgefertigter Courier mit der erfreulichen Nachricht eingetroffen, daß bey der am yten dieses alda vorgegangenen Coadjutors= Wahl Se. Königl. Hoheit, der Durchlauchtigste Erzherzog Maximilian Franz Xaver 2c, mit einhelligen Stimmen zum Coadjutor des hohen Erzstifts Köln erwählet worden seyn, welche frohe Nachricht auch durch die gleich darauf erfolgte Eintreffung des von Sr Kuhrfürstl. Gnaden zu Köln selbst hieher beförderten Freyherrn von Belderbusch, eines Reffen des Herrn Landcomthurs des hohen deutschen Ordens und Kuhrkölnischen ersten Ministers gleiches Ramens, zum höchsten Vergnügen des sämtlichen K. K. Hofes bestätigt worden ist. Wegen dieser erfreulichen Begebenheit ist daher auf morgen, Abends, zu Schönbrunn ein Appartemene angeordnet, und dem hohen Adel bereits angesagt worden. Haag, vom rr. August. Ein Kaufmann zu London hat ein Schreiben aus Cadix erhalten in welchem sich folgende Stelle befindet:" Ichhabe das Vergnügen Ihnen zu melden;, daß wahrscheinlich in wenig Wochen die Feindseligkeiten zwischen Spanien und England aufhören werden, was auch Frankreich anwenden mag solches zu hintertreiben. Ich hoffe, noch vor Ende des Octobers Ihnen Aufträgefür die Waaren; die ich brauche, senden zu können.“ Aus Holland, vom 15 Aug. Hier äussert man fortwährend noch immer allerhand Muthmassungen in Ansehung der gewaffneten Neutralität; und über das Auslaufen und die Bestimmung der Flokte dieses Staats. Diese Flotte ist so weit fertig;, daß man vermuthen kann, sie könne zu Ende dieses Monats in See gehen; viele behaupten aber, daß solches nicht eher geschehen werde, bis der Tractat zu Peters burg unterzeichnet und ratificirt seyn wird. Es fehlt auch nicht an Personen, besonders unter der Kaufmannschaft, welche befürchten, daß England dieser Republik den Krieg erklären dürfte, sobald selbige an die kriegenden Mächte eine Declaration thun werde, welche mit den bereits geschehenen übereinkomme. Die Zeit muß es lehren, was von diesen oder jenen Aeusserungen gegründet seyn wird. Paris vom rs. August. Man sagt, es seyn Briefe aus Portugall vorhanden, nach welchen am 2asten Jun. ein viertes Treffen zwischen dem Grafen von Guichen und dem Admirale Rodney vorgefallen seyn soll, wobey letzterer 4 Schiffe eingebüßet, und seine Flotte zerstreuet worden. Fast ganz Paris hat die Sache geglaubet; allein; die Gazette von heutigem Datum gedenkt dieses Auftrittes nicht mit dem mindesten Worte. Schreiben aus Bonn, vom 17. Aug. Wie das Bewußtseyn von Völkern und Unterthanen geliebt und, so zu sagen, angebethet zu werden, weit mehr als der Weihrauch aller Schmeichler zu entzücken vermogend sey, empfindet scheinbarlich das gefühlvolle Herz unsers theuersten Landesvaters in Ansehung aller jeder Freude und tausendfachen Segnungen so der frohellnkerthan und Nachbar Demselben zueignet seitdem durch Seine weise Vorsicht die Wohlfahrt des kölnischen Erzstifts sowohl, als des aufs neue verbrüderten Hochstifts Münster durch die Ausersehung eines würdigsten Nachfolgers auch für unsere Enkel geborgt ist. Richt allein zufrieben, das Ziel Seiner Absicht und eigene Wünsche erfüllt zu sehen, bezeigt Derselbe das huldreicheste und gnädigste Wohlgefallen über das allgemeine Jubel so die heutige Nachricht über die von Einem Hochwürdigen Domkapitel zu Münster auf Höchstdessen vorsichtlichen Antrag gestern vorgenommene und einstimmig ausgefallene Coadjutorswahl in den Gemütheren gesamter Landessassen erreget hat. Alle Stadt=Einwohner, bis zu dem geringsten zu, hatten sich in Bereitschaft gesetzt, ihre ehrfurchtsvolle Freude durch eine wiederholte Beleuchtung an den Tag zu legen; der vaterliebvolle theuerste Fürst aber geruhete, diese Freudensbezeugungen huldreichst verdanken und durch den Stadtrath bedeuten zu lassen, daß seldige bis zu jenem Tage verschoben bleiben soll; wo Er das Ihm nur einzig übrig bleibende Vergnügen und Wünsche erfüllt sehen wird, Seinen theuerst= geliebten und geschätzten Kuhr= und Nachfolger in hiesigen Ringmauern umarmen, und die zärtliche Vaterliebe gegen Seine Unterthanen mit dem ersten Hauch einftößen zu mögen. Heute Mittag war große Tafel bey Hofe, und heute Abend werden die Damen in großem Hofputze bey der eigents angesagten Spielversammlung ihre zärtriche Glückwünschungen ablegen. Annebst haben Se. Kuhrfürstl. Gnaden Höchstdero Generalmajor; Freyherrn von Stael, weicher die höchsterfreuliche Zeitung von der beglückten einstimmigen Wahl heute überbracht hat, mit einem überaus kostbaren Ringe von Brillanten zu einem Denkmahle Höchstdero vollkommener Freude zu beschenken geruhet. Köln, vom 2r. August. Gestern, Abends um 6 Uhr, sind Se. Excellenz, der K. K. geheime Rath und gevollmächtigte Gesandte, Graf von MetternichWinneburg und Beilstein, aus Münster alhier eingetreffen und heute, um 4 Uhr frühe nach Bonn abgereiset. Bereits am rhten, um 6 Uhr Morgens, sind auch Se. Excellenz, der K. K. geheime Rath, kuhrkölnischer erster Staats= und Conferenzminister, auch DeutschordensLandcomthur zu Altenbiesen, Freyherr von Belderbusch Hochdessen Dienneiter für das Durchlauchtigste Erzhaus Oesterreich so. wie für Se. Kuhrfürstl. Gnaden allgemein bekannt ist, über die fliegende Brücke, auf welcher Sie unter der angenehmsten Musik empfangen wurden, aus Mänster angekommen, und haben die Reise sofort nach Bonn fortgesetzt.